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Volume Nr. 27

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Die sorbitischen Stähle haben wesentlich höhere K-Werte als 
die perlitischen Kohlenstähle. Z. B. hat bei 40 vH Kontrak 
tion ein perlitischeT Kohlenstahl einen Wert K = 0,39 und 
ein sorbitischer K —0,58. Auch bei diesen Stählen steigen 
die K-Werte mit der Kontraktion, jedoch in geringerem Grade 
als bei den perlitischen Stählen. Stahl mit Mischung von 
Sorbit, Perlit und Ferrit, bei dem Ferrit in großem Umfang 
und im Netzwerk vorkommt, gibt einen bedeutend geringeren 
K-Wert als die sorbitischen Stähle. Bei einem Stahl mit 
0,24 C Kohlenstoffgehalt wurden sogar K-Werte erhalten, die 
unter dem perlitischen Stahl lagen. 
Zähhärtung mit Bildung von nur Sorbit erhöht die Ermüdungs 
grenze wesentlich mehr als eine solche Zähhärtung, die (außer 
Sorbit) Perlit und eine gewisse Menge Ferrit im Netzwerk 
verursachen. Eine solche Zähhärtung kann sogar eine Erhöhung 
der Bruchgrenze ohne entsprechende Steigerung der Festig 
keit gegen Ermüdung herbeiführen. 
Stahl mit Martensit-Troostit-Gefüge und hoher Bruchgrenze 
(über etwa 160 kg/mm 2 ) hat niedrigere K-Werte als die gor- 
bitiachen Stähle. Dr.S. 
Ein neues System für A ufzüge. 
In amerikanischen Turmhäusern hat man bisher die Aufzug 
frage im allgemeinen derart gelöst, daß je eine besondere 
Aufzuganlage für den Verkehr zwischen Straßenhöhe und den 
unteren Stockwerken bzw. zwischen Straßenhöhe und den 
oberen Stockwerken sowie zwischen diesen letzteren selbst 
eingerichtet wurde. Die Schächte für diese Anlagen nehmen 
einen verhältnismäßig großen Raum ein. Dadurch ■wird natür 
lich die Rentabilität des Gebäudes beeinträchtigt, und man 
sucht jetzt Ersparnisse zu erzielen, indem derselbe Schacht 
für Verkehr mit zwei Aufzügen, von denen der eine über dem 
anderen läuft, benutzt wird. Der obere vermittelt dabei den 
Verkehr zu und zwischen den oberen Stockwerken, während 
der untere diese Aufgabe für die unteren Stockwerke erfüllt. 
Man kann auf diese Weise eine Bodenfläche sparen ent 
sprechend einem verbauten Kapital, das in gewissen Fällen 
die Kosten der Aufzuganlage decken wird. 
Die erste Anlage nach diesem System wurde in dem neuen 
Kontorbau Westinghouse in East Pittsburgh ausgeführt. 
Die Anordnung muß ja je nach Größe und Art des Baues, 
der Anzahl der Aufzugverbindungen und der Geschwindigkeit 
innerhalb derselben verschieden gelöst werden, z. B. in einem 
normalen 20stockigen Haus etwa wie folgt. Der obere Auf 
zug im Schacht läuft mit größerer Geschwindigkeit. Er geht 
unmittelbar von Straßenhöhe zum 11. Stock und läuft dann 
wie ein gewöhnlicher Aufzug zwischen den oberen Stock 
werken. Er ist unabhängig vom unteren Fahrstuhl, kann 
jedoch nicht nach abwärts fahren, solange der untere sich 
aufwärts bewegt. Nach Auffahrt des oberen Aufzuges steigt 
der untere von seinem Aufstellungsplatz in Kellerhöhe empor 
(vgl, die Abb.) und kann von Straßenhöhe zu jedem beliebigen 
der unteren 10 Stockwerke 
fahren; er lauft unabhängig vom 
oberen, kann sich ihm aber nicht 
weiter als bis auf einen gewissen 
Abstand, in dem er selbsttätig 
gebremst wird, nähern. Die Ge 
schwindigkeiten der beiden Auf 
züge sind so abgepaßt, daß beide 
normal ihre höchste Lage gleich 
zeitig erreichen; wenn aber der 
obere Fahrstuhl zuerst oben an 
kommt, wird er da festgehalten, 
bis der untere Fahrstuhl in seine 
höchste Lage gelangt ist. Beim 
Niedergehen werden die Abstände 
zwischen den Fahrstühlen derart 
geregelt, daß der obere Fahrstuhl 
angehalten wird, bevor er den ab 
wärtsgehenden unteren erreicht. 
Die Anlage hat drei voneinander 
unabhängige Sicherungen, eine 
elektrische und zwei mechanische. 
In den Fahrstühlen ist ein 
Signalsystem vorhanden, das die 
Stellung der beiden Fahrstühle 
im Schacht anzeigt, woraus der 
Begleiter auch die Ursache eines 
eintretenden selbsttätigen An 
haltens erkennen kann. (Tekn. 
Tidskr.) Dr. S. 
Wasserstände. 
Die WasserstandsverhaUnisse der norddeutschen Strom 
gebiete im Mai 1931. 
(Nach den an die Landesanstalt für Gewässerkunde und Haupt 
nivellements gelangenden Nachrichten.) — Der Monat Mai war 
ungewöhnlich sonnig und warm; das Monatmittel der Luft 
temperatur liegt im größten Teil Mitteleuropas um mehr als 
3 Grad über dem entsprechenden langjährigen Durchschnitt. 
Da die Niederschläge meist in Form heftiger Gewittergüsse 
(im Rhein-, Ems- und Wesergebiet am 7., 20. und 30. und in 
Schlesien etwa am 20. und 21. Mai) fielen, sind die Monat 
mengen von Ort zu Ort sehr verschieden. 
Im Memel-, Pregel- und Weichselgebiet, wo anfangs das Wasser 
verhältnismäßig hoch, stellenweise über Mittelhochwasser, 
stand, sind die Wasserstände im Laufe des Monats bis unter 
Mittelwasser zurückgegangen. Die Pegelstände der Oder und 
Elbe bewegten sich vorwiegend im Bereich des Mittelwassers; 
nur an der unteren Oder und der Warthe waren sie höher und 
hielten sich meist zwischen Mittel- und Mittelhochwasser. 
Während die oben erwähnten Starkregen im Weser- und Ems 
gebiet nur mäßige Anschwellungen herbeiführten, riefen sie 
am Mittelrhein ein mittleres Hochwasser hervor. Besonders 
schwer wurde der Neckar betroffen, wo am Pegel Wimpfen 
der Scheitel der Flutwelle am 8. Mai mit 798 cm um 219 cm 
über dem langjährigen Mittelhochwasser lag und damit unter 
dem höchsten bekannten Wasserstand vom Dezember 1882 nur 
um 37 cm zurückblieb. Der Beckeninhalt des Waldecker Eder 
sees betrug Ende April 202,6 und Ende Mai 201 Millionen cbm. 
Wie aus der Zahlentafel hervorgeht, liegen die Monatmittel 
für Mai meist über dem entsprechenden langjährigen Durch 
schnitt. Ausnahmen bilden die obere Oder, die Saale, Havel, 
Spree und Mosel. 
Dr. W. Friedrich. 
Wasserstände im Mai 1931. 
Gewässer 
Pegelsbelle 
Mai 1931 
MW 
Mai 
96/25*) 
Jahresmittel 
96/25*) 
NW 
MW 
HW 
MNW 
MW 
MHW 
Memel .. 
Tilsit 
234 
417 
592 
227 
76 
242 
610 
Weichsel. 
Kurzebrack .... 
133 
223 
398 
212 
25 
181 
526 
Oder .... 
Ratibor 
120 
170 
240 
198 
80 
178 
601 
Frankfurt 
159 
217 
305 
186 
51 
160 
370 
Warthe .. 
Landsberg ..... 
136 
188 
245 
89 
—36 
66 
252 
Netze... . 
Vordamm 
34 
103 
148 
38 
—45 
28 
140 
Elbe 
Barby 
105 
210 
285 
207 
23 
172 
454 
9« . . , T . 
Wittenberge.... 
172 
251 
299 
230 
43 
187 
441 
Saale ... 
Trotha U. P. ... 
144 
204 
259 
213 
117 
210 
484 
Havel ... 
Spandau U. P. . 
44 
74 
108 
77 
22 
74 
143 
Spree . .. 
Kersdorf U. P. - 
188 
205 
226 
207 
178 
225 
306 
Weser .. . 
Minden 
218 
284 
372 
263 
163 
264 
565 
Aller .... 
Westen 
226 
294 
365 
286 
181 
287 
480 
Ems .... 
Greven 
58 
173 
370 
123 
—10 
168 
567 
Rhein ... 
Maxau 
498 
532 
615 
481 
290 
429 
661 
... 
Kaub 
288 
341 
532 
272 
101 
236 
522 
9f » * « 
Köln 
281 
350 
536 
286 
76 
256 
643 
Main .... 
Wertheim 
137 
190 
300 
154 
83 
158 
422 
Mosel . ,. 
Trier 
45 
94 
247 
96 
—5 
101 
476 
•) Bei Kersdorf 1914/25- 
Amtliche Nachrichten. 
Preußen. 
Der Regierungsbaumeister (H.) Erhard Persicke ist zur vor 
übergehenden Beschäftigung in der Hochbauabteilung des 
preuß. Finanzministeriums einberufen worden. 
Der Regierungsbaumeister (H.) Wilhelm Seeger ist der 
preuß. Bau- und Finanzdirektion in Berlin zur Beschäftigung 
überwiesen worden. 
Versetzt sind: der Regierungsbaurat (W.) Eoloff vom Kanal 
bauamt in Neuhaldensleben an das Kanalbauamt in Magde 
burg und der Regierungsbaumeister (H.) Dannenberg von 
Berlin nach Greifswald. 
Die Staatsprüfung haben bestanden: die Regierungsbauführer 
Heinrich Adler, Fritz Krinzeßa, Ernst Mix, Herbert 
Möller, Heinrich Grunge (Hochbaufach); — Karl Peters, 
Alfred Stahl, Theodor Kempfert (Wasser- und Straßen 
baufach); — Johannes Krämer (Eisenbahn- und Straßen 
baufach); — Rudolf Daus (Maschinenbaufach). 
Schriftleit ung: Berlin C 2, Am Festungsgraben 1. Für den nichtamtlichen Teil verantwortlich: Richard Bcrgiua, Berlin. — Verlag von Wilhelm Ernst dt Sohn , Berlin. 
Druck: Preuttische Druckeiei- und Verlags-Aktlengeseilschalt Berlin.
	        
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