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Volume Nr. 25

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Bühneneinrichtung, Längsschnitt. 
im Winter yorgewärmt und im Sommer vorgekühlt und 
außerdem kann warme und kalte Luft zugemischt werden. 
Die ganze Anlage wird durch einen Fernthermometer ständig 
kontrolliert. Die Feuersicherheit ist für französische Verhält 
nisse sehr weitgehend, mit Sprinkleranlage und 350 auto 
matischen Feuermeldern. Das Theater enthält ferner eine 
eigene Umselialtstation und eine außerordentlich komplizierte 
Kraftanlage. Alle Anlagen sind auf Grund der neuesten Er 
fahrungen konstruiert. Besonders reichhaltig sind die Beleuch 
tungsanlagen der modernsten ausländischen Systeme, insbe 
sondere deutscher und amerikanischer, und zwar sowohl für die 
Publikumsräume wie für die Bühne. Wir treffen dort alle Arten 
von Rampenbeleuchtungen, Lichtgittern, Scheinwerfern, Ram 
pen für direkte und indirekte Beleuchtung eingerichtet, die 
weitgehendsten Horizontbeleuchtungen, bewegliche Wolken- 
Apparate usw. Die Beleuchtungen können in verschiedensten 
Farben gehalten werden; die Farbwirkungen werden durch 
Zellonfilter erreicht, Projektionsapparate sind in großer Menge 
vorhanden und gewähren die verschiedensten Projektions 
möglichkeiten. Die Beleuchtungsanlage ist wohl eine der 
größten, die überhaupt in Theatern bis jetzt gebaut sind; sie 
wird durch einen Regulator von 228 Schaltern bedien , der auch 
zugleich die verschiedenen Spannungen regelt. Die ganze An 
lage enthält eine Million Meter Leitungen. 
Die Bühnenmaschinerie besteht aus vier beweglichen Podien, 
von denen jedes die Größe der halben Bühnenfläche hat, je zw r ei 
vorn und hinten übereinander gelagert. Sie lassen sich vertikal 
bewegen und die beiden hinteren außerdem auch in horizontaler 
Richtung. Es können also vier Dekorationen zu gleicher Zeit 
aufgebaut w r erden. Die Bühne ist 21 m tief und 22 m breit, die 
einzelnen Bühnenpodien sind je 9X13 m groß. Eine außer 
ordentlich komplizierte Maschinerie bew T egt diese 40 bis 50 Ton 
nen schweren Bühnen. Die obere Bühne arbeitet außerdem 
noch mit elektrisch betriebenen Versenkungen, und zwar zwölf auf 
der vorderen und sechs auf der hinteren Bühnenhälfte, die das 
Arbeiten in verschiedenen Ebenen ermöglicht und Versatz 
stücke unnötig macht. Alle Bewegungen werden von einer 
Schaltbrücke aus gesteuert, auf der auch die Beleuchterloge, 
Steuerapparate für die zwei Horizonte und die Portalwände 
und endlich die Beleuchterbrücke untergebracht sind. Alles ist 
automatisch gesichert und kann indessen auch von weniger ge 
schultem Personal bedient werden. Die Portalanlage ist sehr 
schmal gehalten und nur 4 m von der ersten Parkettreihe ent 
fernt. Die beiden Portalwände werden durch die zw eigeschossige 
Beleuchter brücke verbunden. Vor dem Portal ist der hydrau 
lisch betriebene Plüschvorhang seitlich und nach oben zu öffnen. 
Vor dem Plüschvorhang ist noch ein elektrisch betriebener 
eiserner Vorhang. Der Bühnenausschnitt ist in der Größe ver 
änderlich. Außerdem sind vor den Vorhängen noch zwei ge 
bogene versenkbare Podien, als Vorbühne, bzw. Orchester ver 
wendbar; normalerweise mit Stuhlreihen besetzt. Die Ober 
maschinerie besteht aus 69 Prospektzügen mit elektrischer 
Fernsteueranlage. Die beiden Rundhorizonte werden eben 
falls elektrisch betrieben. 
Einen Teil der Lichtbilder vom Theater PIgalle hat der 
Verlag Charles Moreaux zur Verfügung gestellt, sie sind dem 
im genannten Verlage erschienenen Buche „Theatres et Cinemas " 
entnommen.
	        
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