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Volume Nr. 24

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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MITTEILUNGEN. 
Tagungen, Vereine. 
Bauwissenschaftlicher Fortbildungslehrgang für Staatskoch- 
baubeamte des höheren Dienstes, 
veranstaltet von der Hochbauabteilung des preußischen 
Finanzministeriums vom 22. bis 27. Juni 1931 in Berlin. 
Folgende Vorträge und Besichtigungen sind vorgesehen: 
Montag, den 22. Juni 1931, 
vormittags 9,15 bis 1,15 Uhr, in der Aula der Technischen Hoch 
schule Berlin-Charlottenburg: Eröffnung durch den Leiter der 
preußischen Staatshochbauverwaltung, Ministerialdirektor 
Dr.-Ing. e. h. Martin Kießling; „Das Grundbuchrecht“ und 
„Das Hypothekenrecht“ (Dr. Lubowski, Syndikus des 
Landespfandbriefamtes); „Aufgaben der Baupolizei“ (Senator 
Oelsner, Altona); — nachmittags 2,45 bis 6 Uhr: Besichtigung 
des Schinkel-Museums, des Pergamon-Museums und des Ehren 
mals für die Gefallenen (Schinkel-Wache). 
jDienstag, den 23. Juni 1931, 
vormittags 9,30 bis 12,45 Uhr, im Vortragsraum „U“ der 
Sonderausstellung „Der ländliche Siedlungsbau“ in der Bau 
ausstellung Berlin: „Landwirtschaftliche Bauten“ (Regierungs 
baumeister a. D. Bruno Ahrends); „Die Forderungen der 
Landwirtschaft an ihre Bauten“ (Professor Rieß, Leiter des 
Versuchsgutes Bornim der Landwirtschaftlichen Hochschule); —- 
nachmittags 2,15 bis 4,45 Uhr: Rundgang durch die Sonder 
ausstellung „Der ländliche Siedlungsbau“; 6 Uhr: Lichtbild 
vorführungen im Vortragsraum „U“. 
Mittwoch, den 24. Juni 1931, 
vormittags 9,30 bis 12,45 Uhr, in der Aula der Technischen 
Hochschule Berlin-Charlottenburg: „Aufgaben der Landes-' 
planung unter besonderer Berücksichtigung Mitteldeutsch 
lands“ (Oberregierungs- und -baurat Lindemann, Merseburg); 
„Die Grundlagen des modernen Städtebaues“ (Professor 
Dr. Heiligenthal, Karlsruhe); — nachmittags 2,30 bis 
6,15 Uhr: Besichtigung und Führung durch die Bauaus 
stellung Berlin, Abteilung „Internationale Ausstellung für 
Städtebau und Wohnungswesen“; Abteilung „Die Wohnung 
) unserer Zeit“; Ausstellung der preußischen Staatshochbau 
verwaltung. 
Donnerstag, den 25. Juni 1931, 
vormittags 9 bis 12 Uhr, in der Aula der Technischen Hoch 
schule: „Der neuzeitliche Unterricht und die neue Lehreraus 
bildung“ (Frau Professor Feuerstack, Ministerium für 
Wissenschaft, Kunst und Volksbildung); „Der neuzeitliche 
Schulbau“ (Ministerialrat Hane, Ministerium für Wissen 
schaft, Kunst und Volksbildung); — nachmittags 2 bis 5,30 Uhr: 
Besichtigung des Funkhauses und des Amerika- und Deutsch 
landhauses am Reichskanzlerplatz. 
Freitag, den 26. Juni 1931, 
ab 8 Uhr vormittags Besichtigungsfahrt: u. a. Primus-Siedlung 
Reinickendorf: Volkspark Jungfemheide; Siedlungen in Sie 
mensstadt ; Wemerwerk Siemensstadt (Vorführung und Er 
läuterung des Filmes „Wemerwerk Hochbau“ im Vortrags 
saal Wernerwerk durch Baudirektor Regierungsbaumeister 
a. D. Hertlein); Strandbad Wannsee. 
Sonnabend, den 27. Juni 1931, 
ab 9,15 Uhr vormittags Besichtigungsfahrt: u.a. Neubau Kirche 
am Hohenzollemplatz; Stadtbad Schöneberg; Verwaltungs 
gebäude Rhenania-Ossag. 
Die Novembergruppe, E. V., 
f fordert die junge Architektengeneration auf, „Arbeiten von 
jeder richtungmäßigen Einseitigkeit freier, überzeitlicher Art“ 
bis zum 1, August d. J. an die Geschäftsstelle, Berlin W 35, 
Schöneberger Ufer 31, einzureichen. Kleinste Formate, 
möglichst Lichtbilder, wonach dann über Auswertung durch 
Ausstellung oder sonstige Publikation entschieden werden soll. 
Rückgabe wird bis zum 15. September d. J. zugesichert. 
Vom Zentralverein für deutsche Binnenschiffahrt. 
In Zeiten wirtschaftlichen Tiefstandes ergibt sich einerseits die 
Notwendigkeit, die Staatsausgaben möglichst einzuschränken, 
während anderseits der Ruf nach Staateaufträgen ergeht, die 
geeignet scheinen, die Arbeitslosigkeit zu mildem und die 
Wirtschaft zu beleben. Da hierbei auch Wasserstraßenbauten 
in Frage kommen, ihre Eignung zu Notstandsarbeiten aber hier 
und da angezweifelt wird, war es ein verdienstliches Unter 
nehmen des Zentralvereins für deutsche Binnenschiffahrt, daß 
er diese Frage in der Sitzung des Großen Ausschusses am 
21. Mai 1931 zur Erörterung brachte. 
Öberregierungs- und -baurat Leopold vom Reichsverkehrs* 
ministerium führte in einem Vortrag „Verkehrswasserbau und 
Arbeitsmarkt“ aus, daß die Mehrzahl der Arbeitnehmer der 
Reichswasserstraßenverwaltung auf die Betriebs- und Unter 
haltungsarbeiten entfielen, die — was arbeitspolitisch be 
deutungsvoll sei — konjunkturellen wie saisonmäßigen Schwan 
kungen nur wenig unterliegen. Die Neubauarbeiten mit ihren 
stärkeren saisonmäßigen Schwankungen eigneten sich mehr zur 
Linderung von Arbeitskrisen. Voraussetzung für ihre Aus 
führung sei ihre verkehrspolitische Bauwürdigkeit und eine 
gründliche Bauvorbereitung. Solche Wasserstraßenbauten 
böten die Möglichkeit, durch räumliche und zeitliche Schwer 
punktverlagerung spürbare örtliche Entlastungen des Arbeits 
marktes herbeizuführen. Ihr Wert beschränke sich nicht 
darauf, daß eine bestimmte Zahl Erwerbsloser von den Arbeits 
ämtern den Baustellen selbst zugeführt würden; es käme viel 
mehr auf die tatsächlich geschaffenen unmittelbaren und 
mittelbaren Beschäftigungsmöglichkeiten insgesamt an, also 
auch auf die aus den Lieferaufträgen mit ihren Unterlieferungen. 
Der Anteil der Löhne und Gehälter an dem gesamten Bau 
aufwand hätte sich an Hand einer Reihe von Beispielen zu 
70 bis 90 vH ergeben. Die Wasserbauten stellten also eine recht 
günstige Arbeitsbeschaffungsgelegenheit dar. 
Es wurde dann eine Entschließung angenommen, in der zum 
Ausdruck kam, daß die u. a. in der Denkschrift des Gutachter- 
Ausschusses zur Arbeitslosenfrage (Brauns-Ausschuß) ver 
tretene Ansicht, Verkehrswasserbauten seien kein geeignetes 
Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, nicht geteilt 
würde, daß vielmehr zur produktiven Belebung des Arbeits 
marktes die verkehrspolitisch gebotenen und technisch wie 
wirtschaftlich baureifen Wasserstraßenbauten in verstärktem 
Umfang in Angriff zu nehmen und beschleunigt durchzuführen 
seien. Gr. 
Konstruktion und Ausführung. 
Abschlag auf die Stundensatze der Gebührenordnungen der 
Architekten und Ingenieure. 
Der AGO hat, der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage ent 
sprechend, beschlossen, für die Zeit der Depression auf die 
Stundensätze bei gutachtlicher usw. Tätigkeit, die seit 10. No 
vember 1925 auf 8 RM festgesetzt sind, einen Abschlag von 
10 vH zu gewähren. Gleichzeitig soll der erhöhte Satz von 
20 RM für die erste Stunde nicht mehr zur Verrechnung 
kommen, vielmehr soll dieser Betrag nur noch als Mindest 
gebühr für kleinere Gutachten in Ansatz gebracht werden. 
Der Lippeseitenkanal Wesel-Datteln 
wurde am 1. Juni d. J. endgültig dem Verkehr übergeben, 
nachdem bis zum Frühjahr 1930 an seiner Herstellung gear 
beitet und am 2. Juni 1930 der Probebetrieb auf ihm zu 
gelassen worden war. Ueber seine Bedeutung und seine tech 
nischen Anlagen kann hier auf die Beschreibung des Bauent 
wurfs im Jahrg. 1926 d. Bl., S. 106, und die Ergänzung dazu 
im Jahrg. 1930, S. 388, Bezug genommen werden. Bisher sind 
drei Zechenumschlaghäfen und ein Kommunalhafen sowie ein 
Anlegehafen für eine Speditionsfirma am Kanal hergestellt 
worden. Auch ein größeres Unternehmen, das Sand neben dem 
Kai\al entnimmt und in großen Massen nach den Zechen des 
Dortmund-Ems-Kanals und Rhein-Heme-Kanals liefert, wo 
er zur Auffüllung der Hohlräume in den abgebauten Kohlen 
flözen dienen soll, beutet eine zunächst etwa 80 ha große Oed 
fläche aus. Der Verkehr auf dem Kanal bewegt sich noch in den 
Anfangsstadien, hat aber bereits eine Höhe von annähernd 
100 Ü00 t im Monat erreicht. 
Wettbewerbe. 
Preisausschreiben zur Erlangung von populär - technischen 
Aufsätzen 
(vgl. 1930 d. Bl„ S. 774). Eingegangen waren 650 Arbeiten. 
Von der Erteilung eines ersten Preises wurde abgesehen, dafür 
sind zwei zweite und drei dritte Preise zuerkannt worden. Je 
einen zweiten Preis erhielten Georg Meyer, Dresden, für seine 
Arbeit „Der Reißverschluß“ und Zivilingenieur Max Kaiser, 
Nürnberg, für seine Arbeit„Was wissen Sie vomHausschwamm“ ? 
Je einen dritten Preis bekamen Wilhelm Riester, Charlotten 
burg, W. H. Wolff, Maastricht (Holland), und Dipl.-Ing. 
A. C. Jebens, Untergrainau.
	        
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