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Ergebnisprotokoll

Full text: Ergebnisprotokoll

Olivaer Platz		 BerlinCharlottenburgWilmersdorf
Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb

Ergebnisprotokoll
	

Wettbewerbskoordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Patrick Weiss, II D 2 Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte
Wettbewerbsdurchführung Planergemeinschaft Dubach, Kohlbrenner Lietzenburger Straße 44 10789 Berlin Ulrike Lange Christiane Werner Cherin Aref Omar

Vorprüfung Simon Colwill (Koordination) Eckhard Lange Astrid Zimmermann Kostenprüfung Steffen Brodt Mitarbeit Vorprüfung Jana Mackert Tanja Salmoun Florian Zwangsleitner

Titelbild Rehwaldt Landschaftsarchitekten Druck Ahrensfeld & Wolf, Berlin

Berlin, Dezember 2011

Inhaltsverzeichnis
Ergebnisprotokoll der Sitzung des Preisgerichts am 02.12.2011....... 7
	 1 Konstituierung des Preisgerichts .......................................................... 7
 2 Eröffnung der Preisgerichtssitzung ...................................................... 8
 3 Allgemeiner Bericht der Vorprüfung ..................................................... 8
 4 Informationsrundgang........................................................................... 9
 5 Erster Wertungsrundgang .................................................................... 9
 6 Zweiter Wertungsrundgang ................................................................ 10
 6 Dritter Wertungsrundgang .................................................................. 11
 8 Schriftliche Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl .................... 12
 9 Festlegung der Rangfolge .................................................................. 15
 10 Empfehlung des Preisgerichts............................................................ 16
 11 Öffnung der Verfasserumschläge....................................................... 17
 Anwesenheitsliste Bürgerveranstaltung 01.12.2011.......................... 19
	 Anwesenheitsliste Preisgerichtssitzung 02.12.2011.......................... 20
	 Liste der Verfasser ................................................................................ 25
	 Bericht der Vorprüfung zur Preisgerichtssitzung am 02.12.2011..... 29
	 1. Vorlauf ................................................................................................. 29
 2. Einlieferung der Arbeiten ..................................................................... 29
 3. Vollständigkeit der Arbeiten ................................................................. 29
 4. Verfahren der Vorprüfung .................................................................... 31
 6. Gliederung der Einzelberichte ............................................................. 34
 7. Übersicht und Einzelberichte der eingereichten Arbeiten ................... 35
 8. Stellungnahmen der Sachverständigen............................................... 53


Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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Ergebnisprotokoll der Sitzung des Preisgerichts am 02.12.2011 1 Konstituierung des Preisgerichts

Das Preisgericht tritt am 02.12.2011 um 9.00 Uhr in den Räumen des Ameri­ ka Hauses in der Hardenbergstraße 22-24, 10692 Berlin zusammen. Herr Schulte, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, begrüßt die Sitzungsteilnehmer und führt in die Aufgabenstellung ein. Herr Kühne begrüßt die Anwesenden im Namen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Herr Weiss bestätigt die Vollzähligkeit des Preisgerichts. Auf Vorschlag aus dem Kreis der stimmberechtigten Preisrichter wird Frau Gabriele Pütz ein­ stimmig bei eigener Enthaltung zur Vorsitzenden ernannt. Stimmberechtigte Fachpreisrichter: Gabriele Pütz (Vorsitzende)
 Landschaftsarchitektin, Berlin
 Dr. Johannes Schwarzkopf
 Landschaftsarchitekt, Potsdam
 Karl Thomanek
 Landschaftsarchitekt, Berlin
 Katja Benfer 
 Landschaftsarchitektin, Berlin
 Stimmberechtigte Sachpreisrichter: Marc Schulte
 Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
 Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und 
 Ordnungsangelegenheiten
 Manfred Kühne
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
 Leiter Abteilung Städtebau und Projekte 
 Beate Profé
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
 Referatsleiterin Freiraumplanung und Stadtgrün 
 Als ständig anwesender stellvertretender Preisrichter wird Steffan Robel, Landschaftsarchitekt, Berlin bestimmt. Das Preisgericht ist somit vollständig und entscheidungsfähig.

Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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Herr Weiss stellt anhand der Anwesenheitsliste die weitere Anwesenheit fest. Er schlägt vor, dass Frau Wiesenhütter als Sachverständige in ihrer Funktion als Mitarbeiterin des Regionalmanagements für die City West teilnimmt. Dem Vorschlag wird zugestimmt.

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Eröffnung der Preisgerichtssitzung

Die Vorsitzende Frau Pütz übernimmt die Leitung der Sitzung und lässt sich von den Mitgliedern des Preisgerichts versichern, dass es im Vorfeld keinen Kontakt zu den Verfassern gegeben hat, die Anonymität der Arbeiten aus ihrer Sicht gewahrt ist, sie die Beratung des Preisgerichts vertraulich behandeln, sie es unterlassen werden, sich über vermutete Verfasser zu äußern, sie bis zum Preisgericht bzw. der Bürgerveranstaltung am Vorabend keine Kenntnis von Wettbewerbsarbeiten erhalten haben, sie keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Aufgabe und deren Lösung geführt haben und während der Dauer der Sitzung führen werden, sie die vorliegenden Arbeiten nur anhand der in der Auslobung genann­ ten Kriterien bewerten. Frau Pütz resümiert noch einmal die wichtigsten Aussagen aus der vorange­ gangenen Bürgerveranstaltung am Abend, die Teil der Preisgerichtssitzung ist. Die Themen in der Diskussion mit den Bürgern waren: Offenheit und Abschirmung, Transparenz, Aufenthaltsqualität Spielplatz bzw. Spielangebote für verschiedene Altersgruppen Umgang mit dem Bestand Querung und Wegebeziehungen Barrierefreiheit Parkplatz Erschließung (Verhältnis Straßenraum zu Platz) Lärm Pflege (in diesem Zusammenhang auch: Thema Wasser) Sonnenstand Frau Pütz weist auf die Meinungstafel hin, an der die Bürger zusätzlich ihre Stellungnahmen abgegeben haben.

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Allgemeiner Bericht der Vorprüfung

Unterlagen der Vorprüfung Die Vorprüfung hat einen schriftlichen Bericht erarbeitet, der dem Preisge­ richt vorliegt. Bericht der Vorprüfung Frau Lange berichtet über den Ablauf der Vorprüfung, sowie die Mitwirkung der Sachverständigen an der Vorprüfung. Erläutert werden kurz die Vorprü­ fung im Bezug auf die Vollständigkeit der geforderten Leistungen sowie die

Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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Kriterien zur qualitativen und quantitativen Vorprüfung der Arbeiten (siehe Kapitel 2.1 "Vorlauf" im Vorprüfbericht). Alle 21 Arbeiten sind nachweislich termingerecht eingereicht worden. Die Eingangsnachweise für die Arbeiten 1267, 1269, und 1270 wurden nachge­ reicht, der fristgerechte Versand konnte damit nachgewiesen werden. Die Anonymität aller Arbeiten wurde gewahrt. Der geforderte Leistungsumfang war bei allen Arbeiten so weit erfüllt, dass sie prüfbar waren. Bei zwei Arbei­ ten wurden zu viel erbrachte / nicht geforderte Leistungen (eine Perspektive sowie Entwurfsvarianten) von der Vorprüfung abgedeckt.

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Informationsrundgang

Um 9.45 Uhr beginnt der Informationsrundgang ohne Wertung, bei dem die Arbeiten in ihren charakteristischen Grundzügen von den Vorprüfern im Wechsel den Preisgerichtsbeteiligten vorgestellt und Verständnisfragen be­ antwortet werden. Die Vorprüfer/Innen stellen die Entwürfe und die jeweils dazugehörige Alternative mit Parkplatz vor. Um 11.35 Uhr verlässt Herr Kühne das Preisgericht und wird durch Herrn Robel vertreten. Der Informationsrundgang wird um 11.45 Uhr abgeschlossen.

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Erster Wertungsrundgang

Im Anschluss an den Informationsrundgang beginnt der erste Wertungsrund­ gang. Die Vorsitzende Frau Pütz weist darauf hin, dass im ersten Wertungs­ rundgang Arbeiten nur durch einstimmigen Beschluss ausgeschieden werden können. Der erste Wertungsrundgang ergibt folgendes Ergebnis:
1. Rundgang Tarnzahl 1251 1252 1253 1254 1255 1256 1257 1258 1259 1260 1261 1262 1263 weiter ausgeschieden weiter weiter weiter weiter weiter weiter ausgeschieden weiter weiter weiter weiter

Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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1264 1265 1266 1267 1268 1269 1270 1271

weiter weiter weiter weiter weiter weiter weiter weiter

Die Arbeiten mit den Nummern 1252 und 1259 verbleiben im 1. Rundgang. 19 Wettbewerbsbeiträge bleiben im Beurteilungsverfahren.

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Zweiter Wertungsrundgang

Vor dem zweiten Wertungsrundgang erfolgt eine Diskussion der Beurtei­ lungskriterien. Vor dem Hintergrund der in der Auslobung (Kapitel 1.12) for­ mulierten Kriterien werden in diesem Zusammenhang die folgenden Punkte rekapituliert:
-

Bezug zur Historie Pflegeaufwand Umgang mit Baumbestand (Information der Vorprüfung: 76 von 108 Bestandsbäumen sind geschützt und nicht zur Fällung bestimmt) Barrierefreiheit Wegebeziehungen Parkplatz

Um 12.30 Uhr beginnt das Preisgericht den zweiten Wertungsrundgang. Die sieben Mitglieder des Preisgerichts beurteilen im Wechsel einleitend die ein­ zelnen Arbeiten aus ihrer Sicht. Im Anschluss diskutiert das Preisgericht zusammen mit den Sachverständigen und Gästen die Arbeiten eingehend. Das Preisgericht stimmt anschließend mit einfacher Mehrheit ab, welche Arbeiten im Wettbewerbsverfahren verbleiben und weiter bewertet werden, wobei Stimmenthaltungen ausgeschlossen sind. Nach der Diskussion von 8 Arbeiten ist von 13.30 Uhr bis 14.15 Uhr eine Mittagspause. Im Anschluss an die Mittagspause wird über die übrigen 11 Arbeiten diskutiert und abgestimmt. Zu Beginn des zweiten Teils, um 14.30 Uhr, übernimmt Herr Kühne wieder das Stimmrecht. Die Preisrichter kommen, unter Anlegung der in der Auslobung genannten Beurteilungskriterien, zu folgenden Abstimmungsergebnissen:
2. Rundgang Tarnzahl 1251 1253 1254 ja 0 4 1 nein 7 3 6 Ergebnis ausgeschieden weiter ausgeschieden

Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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1255 1256 1257 1258 1260 1261 1262 1263 1264 1265 1266 1267 1268 1269 1270 1271

1 0 0 2 7 6 4 5 5 1 6 5 1 5 2 0

6 7 7 5 0 1 3 2 2 6 1 2 6 2 5 7

ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden weiter weiter weiter weiter weiter ausgeschieden weiter weiter ausgeschieden weiter ausgeschieden ausgeschieden

Am Ende des zweiten Wertungsrundgangs sind 10 Arbeiten im 2. Rundgang ausgeschieden. 9 Arbeiten bleiben im Beurteilungsverfahren. Es wird darüber entschieden einen dritten Wertungsrundgang für die Bildung der engeren Wahl vorzunehmen.

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Dritter Wertungsrundgang

Im dritten Wertungsrundgang wird über die verbliebenen 9 Arbeiten abge­ stimmt. Dazu resümiert die Juryvorsitzende Frau Pütz zu jeder Arbeit die wichtigsten Aussagen aus der vorangegangenen Diskussion im zweiten Wer­ tungsrundgang, nennt nochmal das Stimmenverhältnis der Abstimmung zu jeder Arbeit und stellt sie anschließend erneut zur Diskussion. Im Ergebnis verbleiben 5 Arbeiten in der engeren Wahl. 4 werden im 3. Rundgang ausgeschieden.
3. Rundgang Tarnzahl 1253 1260 1261 1262 1263 1264 1266 1267 1269 ja 1 7 2 2 2 4 7 4 5 nein 6 0 5 5 5 3 0 3 2 Ergebnis ausgeschieden engere Wahl ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden engere Wahl engere Wahl engere Wahl engere Wahl

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8		 Schriftliche Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl
Von 17:00 Uhr bis 17:30 Uhr werden die Arbeiten der engeren Wahl durch die Sach- und Fachpreisrichter schriftlich beurteilt. Die Textentwürfe werden anschließend verlesen, diskutiert und in der folgenden Form verabschiedet:

1260 Die Leitidee des „maßgeschneiderten, leicht taillierten Kleides“ baut einen deutlichen thematischen Bezug zur Modemeile Kurfürstendamm auf.
Durch die großzügige urbane Platzfläche an der Westseite und die Fortfüh­ rung als Promenade auf der südlichen Seite des Olivaer Platzes kann die räumliche Umsetzung der Verbindung Olivaer Platz und Kurfürstendamm als gelungen gewertet werden. Insbesondere die großzügige Promenade auf der Südseite verspricht eine Belebung der Platzseite und kann von der ansässi­ gen Gastronomie bespielt werden. Der zusätzliche Cafépavillon auf der Platzfläche erscheint wünschenswert und stärkt die Verbindung zum Kurfürstendamm. Das Wasserbecken auf der Platzfläche wirkt etwas beliebig und erscheint nicht erforderlich. Die extensive Strauchpflanzung als nördlicher Platzabschluss erscheint an­ gemessen. Die eingestreuten Spielelemente lassen den gesamten Platz zur Spiellandschaft werden. Die kissenförmigen Flächen der Baumscheiben wurden nicht einhellig positiv gewertet. Das Belagsmotiv der befestigten Flächen wurde in seiner dekorati­ ven Wirkung wohlwollend beurteilt, jedoch unter Herstellungs- und Erhal­ tungskosten kritisch gesehen. Als noch unbefriedigend wurde die unterge­ ordnet ausformulierte zentrale Platzquerung sowie das fehlende Platzentree aus Richtung Pariser Straße gewertet. Die Arbeit besticht durch die selbstverständliche Verbindung von südlicher Platzseite und Kurfürstendamm. Der Umgang mit dem Baumbestand er­ scheint angemessen. Der Kostenrahmen konnte trotz aufwendigen Belagsmustern eingehalten werden. Der optionale Stellplatz ist funktional, richtig angeordnet und fügt sich in den Entwurf ein. Die Hundewiese erscheint verzichtbar.

1264 Drei gut positionierte Plätze binden die Arbeit angemessen in den Stadtraum ein. Alle erforderlichen Wegebeziehungen werden aufgenommen, wobei die räumlichen Abgrenzungen zur Lietzenburger und Pariser Straße in ihrer räumlichen und gestalterischen Qualität nicht überzeugen. Die Position des Cafés auf der mittleren Platzfläche wird begrüßt.
Mit einer kleinteiligen Zonierung wird eine Nutzungsvielfalt ermöglicht. Dabei wird der Anteil der befestigten Flächen kontrovers diskutiert. Dies führt auch zu einer Kostenüberschreitung. Besonders die nördliche Promenade wird als zu breit empfunden.

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Kritisch werden die erforderlichen umfangreichen Rodungen beurteilt. Der Pflegeaufwand der vorgeschlagenen Konzeption erscheint sehr intensiv. Die eingesetzte Ornamentik erschließt sich dem Preisgericht nicht. Der Parkplatz kann problemlos in das räumliche Konzept integriert werden, erscheint aber in seiner Dimension zu groß. Der Entwurf schlägt insgesamt ein tragfähiges Grundgerüst zwischen Park und Platz vor.

1266 Der Arbeit gelingt es, durch eine prägnante räumliche Gliederung unter dem Einsatz ausgesuchter Materialien (Muschelkalk) die Proportionen der histori­ schen Platzfigur in dem Nachkriegsplatzraum zu doppeln. Eine strenge Line­ atur aus niedrigen Mauern und Hecken im Norden und Süden definiert eine weite, baumüberstandene Rasenfläche. Befestigte Flächen in unterschiedli­ cher Breite rahmen den inneren, grünen Kern und bilden eine großzügige Promenade mit Sitzbänken unter einer Baumreihe. Die Promenade und die niedrige Heckenlinie an der Lietzenburger Straße werden vom Preisgericht in ihrer strengen, formalen Haltung als adäquate Lösung an der Lietzenburger Straße verstanden. Die dank der niedrigen Hecken gewährleistete Über­ schaubarkeit des Platzes von und zu den Platzwänden wird als richtige stadt­ räumliche Entscheidung vom Preisgericht gewertet. Erkauft wird die konse­ quente Markierung der Rasenfläche durch die parallel verlaufenden Hecken­ bänder durch eine gelenkte Zugänglichkeit des Rasens über schmale Quer­ wege.
Positiv gesehen wird, dass die Querwege die südlichen und nördlichen Stra­ ßen richtig anbinden. Das Preisgericht ist unterschiedlicher Meinung darüber, ob die kleinen Platzecken im Nordwesten und Südosten als Restflächen außerhalb des Platzes oder als gelungene Auftakte anzusehen sind. Einig ist sich das Preisgericht in der Einschätzung, dass der südliche Gehweg in dem Bereich von der mitt­ leren Durchwegung bis zur Konstanzer Straße zu schmal ist. Insgesamt wird das Spiel von Innen und Außen als Stärke der Arbeit gesehen und trägt zu ihrer räumlichen Entschiedenheit bei. Das Café in der Platzmitte an der Nord-Süd-Achse mit dem anschließenden Spielplatz scheint aus räumlichen Gründen richtig gewählt, während aus Gender-Gesichtspunkten die durch das Café verdeckte Lage der Spielfläche moniert wird. Die Parkplatzlösung fügt sich harmonisch in die Gestaltung ein und reduziert die große Rasenfläche nicht wesentlich, vielmehr bietet der Parkplatz in sei­ ner Kompaktheit gute Möglichkeiten für andere Nutzungen. Insgesamt haftet der Arbeit eine gewisse gestalterische Starrheit an, sie leis­ tet aber dennoch in ihrer einfachen, formalen Eleganz, der ausgesuchten Materialität, den räumlichen Proportionen und ihrer Nutzbarkeit einen robus­ ten und gelungenen Beitrag für diesen schwierigen Stadtraum.

1267 Das Konzept soll einen eleganten Metropolenplatz schaffen. Es besticht durch seine prägnante Figur aus zwei begrünten Rechteckflächen in Mes­

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singfassungen in einem einheitlichen, großzügigen „Promenadenrahmen“, die beide von unregelmäßig positionierten, hoch aufgeasteten Bäumen be­ stellt sind. Der Anteil gefällter Bäume ist dabei erheblich. So ergibt sich eine optimale Zugänglichkeit von allen Seiten und eine Transparenz, die durch ein gläsernes Café im Westen unterstützt wird. Die Promenadenflächen bilden einen Platz im Westen, eine straßenseitige Zone in der Mitte und großzügig umlaufende Bewegungs- und Aufenthaltsflä­ chen im Norden, Osten und Süden. Befestigte Querungen der begrünten Rechtecke sind nicht vorgesehen. Mobiliar wird mit einem Holzdeck zum Spielen sowie Bänken, die doppelseitig nutzbar und durch ihre Länge raum­ prägend sind oder große Bäume umrunden, überzeugend umgesetzt. Intensiv und sehr kontrovers wurde die landschaftliche Inszenierung disku­ tiert, die Sehnsüchte nach Natur in der Stadt befriedigen will: Die Perspektive vermittelt den Eindruck eines kleinteilig gegliederten, pflegeaufwendigen und nicht robust nutzbaren Bereichs aus Farnen, Gräsern und Rasen, der für den Ort ungeeignet erscheint. Lageplan und Beschreibung machen dagegen einen stark dominierenden Rasenanteil plausibel, der Nutzbarkeit und akzep­ tablen Pflegeaufwand erwarten lässt, aber die dargestellte Naturidylle bis zur Banalität zurücknehmen könnte. Der Parkplatz reduziert einen wesentlichen Teil des östlichen Grünfeldes, reizt aber zur Nutzung als Markt oder Aktions­ fläche.

1269 In großzügige Flächen aus Bernburger Mosaikpflaster sind zwei große, durch Plattenbänder eingefasste, leicht ausgerundete Rasenflächen eingelegt, wodurch eine klare Platzstruktur entsteht. In gleicher Formensprache schließt sich im Osten des Platzes ein Spielbereich an.
Plausibel erscheint, dass die südliche, ruhigere Seite als breite Promenade mit zusätzlichen Pflanzbereichen und Sitzmöglichkeiten ausgebildet ist. Da­ mit wird auch der Zugang von der Pariser Straße als attraktive Eingangssitu­ ation erlebbar. Dagegen fällt die Promenade an der Lietzenburger Straße relativ schmal aus. Der Eingangsbereich vom Kurfürstendamm her orientiert sich an der Be­ standsstruktur und bleibt trotz Neuordnung relativ unscheinbar. Die leicht diagonal angelegte Nord-Süd-Querung sucht die Gehwege der Bayerischen und Wielandstraße auf optimale Weise zu verknüpfen. Die klare Strukturierung in großzügige Wegebereiche und Rasenflächen ermöglicht verschiedenste Nutzungen und eine Aneignung des Platzes durch die Bürgerschaft. Dafür wird allerdings eine sehr hohe Anzahl von Bäumen geopfert. Aus Gendergesichtspunkten fallen positiv die Transparenz, die Möglichkeit der Mehrfachnutzungen, eine hohe Aufenthaltsqualität und gute Erreichbar­ keit auf. Die Möblierung erscheint in ihrer Farbwahl zu auffällig und fällt hinsichtlich ihrer Ausführung unangemessen aufwendig und wenig funktional aus.

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Die Variante mit dem Parkplatz schränkt naturgemäß die Nutzungsmöglich­ keiten der östlichen Platzhälfte ein, ohne das Raumkonzept grundsätzlich in Frage zu stellen.

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Festlegung der Rangfolge

Im Anschluss an die Verlesung der Beurteilungstexte besprechen die Preis­ richter die jeweiligen Arbeiten der engeren Wahl und geben eine erste Ein­ schätzung zur Einstufung in die Rangfolge. Es wird ein Meinungsbild herge­ stellt über die Einteilung der Arbeiten in eine Anerkennungs- und eine Preis­ gruppe. Danach werden die Arbeiten 1264 und 1269 mehrheitlich in der Anerken­ nungsgruppe und die Arbeiten 1260, 1266 und 1267 mehrheitlich in der Preisgruppe gesehen. Entsprechend diesem Meinungsbild wird zunächst über die Anerkennungs­ gruppe abgestimmt. Es wird einstimmig beschlossen, die Arbeiten 1264 und 1269 jeweils mit einer Anerkennung ohne Rangfolge auszuzeichnen. Es wird der Antrag gestellt, der Arbeit 1267 den 3. Preis zu geben. Dem An­ trag wird mit 7:0 zugestimmt. Im Anschluss wird erneut über die zwei verbliebenen Arbeiteten diskutiert, bevor der Antrag gestellt wird, der Arbeit 1266 den 2. Preis zu geben. Dem Antrag wird mit 7:0 zugestimmt. Danach wird der Antrag gestellt, der Arbeit 1260 den 1. Preis zu geben. Dem Antrag wird mit 7:0 zugestimmt. Damit ergibt sich folgende Verteilung der Preise und Anerkennungen:
Preise und Anerkennungen Tarnzahl 1260 1264 1266 1267 1269 1. Preis Anerkennung 2. preis 3. Preis Anerkennung

Verteilung der Preisgelder Das Preisgericht entscheidet einstimmig, die Preissumme wie vorgesehen zu verteilen: 1. Preis 10.000,- Euro 2. Preis 6.250,- Euro 3. Preis 3.750,- Euro Zwei Anerkennungen mit je 2.500,- Euro

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Empfehlung des Preisgerichts

Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, die Arbeit 1260 zur Grundlage der Realisierung der Freiraumgestaltung am Olivaer Platz zu ma­ chen und die Verfasser der Arbeit entsprechend Punkt 1.14 der Auslobung mit der weiteren Planung zu beauftragen. Bei der weiteren Bearbeitung sind folgende Punkte zu beachten: - Die Mittelachse (Verbindung zwischen Bayerische- und Wielandstraße) soll durch Herausarbeitung und Betonung (z.B. durch Spielangebote) gestärkt werden. - es wird empfohlen Teile des Entwurfes wie z.B. die Spielangebote im Rah­ men eines Beteiligungsverfahrens mit Bürgern und Entwurfsverfassen weiter zu differenzieren. - Auf die Hundewiese soll verzichtet werden. - Die Sitzelemente im Bereich der "Kissen" erscheinen nicht funktional und sollten überarbeitet werden (Gestaltung unter den Gesichtspunkten von "Uni­ versal Design" / "Design For All") auch unter Berücksichtigung der Vandalismusanfälligkeit und der Unterhaltungskosten - Bei der Platzierung der Bänke sollte der Sonnenstand stärker Berücksichti­ gung finden. - Eine Verbreiterung der Promenade/ des Gehwegs an der Ostseite sollte geprüft werden. - Im Sinne einer Stärkung der Mittelachse sollte eine durchgehende Geh­ wegvorstreckung entlang der Lietzenburger Straße gegenüber der Einmün­ dung der Wielandstraße vorgesehen werden. - Da die Aufenthaltsqualität am Olivaer Platz ohne Parkplatz deutlich höher ist, empfiehlt das Preisgericht grundsätzlich auf einen Parkplatz zu verzich­ ten.

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11 Öffnung der Verfasserumschläge
Die Öffnung der Umschläge der Verfassererklärungen erfolgt ab 18.00 Uhr. Von Herrn Weiss werden die Verfasser aller 21 Arbeiten verlesen. Die Na­ men der Wettbewerbsteilnehmer, die mit Preisen und Anerkennungen aus­ gezeichnet wurden, sind:

1. Preis Arbeit Nr. 1260 Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden Verfasser: Till Rehwaldt Mitarbeiter/in: Angela Aurin, Clemens Böhmak, Paulina Stastna, Isabel Bartsch 2. Preis Arbeit Nr. 1266 birke.zimmermann Landschaftsarchitekten, Berlin Verfasser: Dipl.-Ing. LA Florian Birke, Dipl.-Ing. LA Claudia Zimmermann 3. Preis Arbeit Nr. 1267 Artelier LOIDL Landschaftsarchitekten PartG, Berlin Verfasser: Leonard Grosch Mitarbeiter/in: Stefan Grieger, Anne Mertins, Flavia Mameli, Felix Schwarz, Claudia Köllner Anerkennung Arbeit Nr. 1264 planung.freiraum, Berlin Verfasser: Barbara Willecke Mitarbeiter/in: Frank Skupin, Clara Jaekel, Andres Süß, Tobias Glahn, Ronny Kraft Anerkennung Arbeit Nr. 1269 Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin Verfasser: Jürgen Weidinger Mitarbeiter/in: Paul Giencke, Luca Torini, Heyden Freitag Die Vorprüfung wird entlastet. Die Vorsitzende, Frau Pütz, schließt die Sitzung um 18.30 Uhr mit einem Dank an die Preisrichter, Sachverständigen und Vorprüfer für die engagierte sachliche Zusammenarbeit. Herr Schulte dankt im Namen des Auslobers allen am Wettbewerbsverfahren Beteiligten für ihre Mitwirkung. Das Protokoll wurde von Ulrike Lange aufgestellt und von der Vorsitzenden des Preisgerichts, Frau Gabriele Pütz, durchgesehen und genehmigt.

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Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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Anwesenheitsliste Bürgerveranstaltung 01.12.2011

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Anwesenheitsliste Preisgerichtssitzung 02.12.2011
	

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Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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Liste der Verfasser
1. Preis Arbeit Nr. 1260 Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden Verfasser: Till Rehwaldt Mitarbeiter/in: Angela Aurin, Clemens Böhmak, Paulina Stastna, Isabel Bartsch 2. Preis Arbeit Nr. 1266 birke.zimmermann Landschaftsarchitekten, Berlin Verfasser: Dipl.-Ing. LA Florian Birke, Dipl.-Ing. LA Claudia Zim­ mermann 3. Preis Arbeit Nr. 1267 Artelier LOIDL Landschaftsarchitekten PartG, Berlin Verfasser: Leonard Grosch Mitarbeiter/in: Stefan Grieger, Anne Mertins, Flavia Mameli, Felix Schwarz, Claudia Köllner Anerkennung Arbeit Nr. 1264 planung.freiraum, Berlin Verfasser: Barbara Willecke Mitarbeiter/in: Frank Skupin, Clara Jaekel, Andres Süß, Tobias Glahn, Ronny Kraft Arbeit Nr. 1269 Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin Verfasser: Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin Mitarbeiter/in: Paul Giencke, Luca Torini, Heyden Freitag 3. Rundgang Arbeit Nr. 1253 Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin Verfasser: Nicolai Levin Mitarbeiter/in: Tim Stawitzke, Christiane Wetzel, Florian Will, Mi­ chael Klittich Arbeit Nr. 1261 Geskes und Hack Landschaftsarchitekten BDLA, Berlin Verfasser: Kristina Hack, Christof Geskes Mitarbeiter/in: Stefan Hack, Marion Dorte, Steve Raschke Arbeit Nr. 1262 relais Landschaftsarchitekten, Berlin

Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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Verfasser: Gero Heck, Marianne Mommsen Mitarbeiter/in: Elisabeth Biederbick, Luis Miguel Kann, Kirsten Polifka, Thomas Thränert Arbeit Nr. 1263 Sinai Faust.Schroll.Schwarz Freiraumplanung + Projektsteuerung GmbH, Berlin Verfasser: AW Faust Mitarbeiter/in: Britta Horn, Sophie Holz, Christoph Schimetzky, Maja van der Laan, Elena Emmerich, Denny Mlotzek 2. Rundgang Arbeit Nr. 1251 Atelier le balto, Berlin Verfasser: Véronique Faucheur, Marc Pouzol, Laurent Dugua Mitarbeiter/in: Marc Vatinel, Chloé Sanson Arbeit Nr. 1254 KuBuS freiraumplanung GbR mit LAAC Architekten, Berlin Verfasser: KuBuS freiraumplanung GbR, Rudolf Kaufmann mit LAAC Architekten, Kathrin Aste, Frank Ludin Mitarbeiter/in: Till Bacherer, Rabea Seibert, Krystyna Bednorz, Peter Griebel Arbeit Nr. 1255 Ahner/Brehm, Königs Wusterhausen / s73, Budapest Verfasser: Wolf Ahner, Peter Istvan Balogh Mitarbeiter/in: Angelika Frommer, Sandor Mohacsi, Mate Pecsi, Janos Homann Arbeit Nr. 1256 Kamel Louafi Landschaftsarchitekten, Berlin Verfasser: Kamel Louafi Mitarbeiter/in: Dörte Eggert-Heerdegen, Patrick Dorsch, Karen Zaspel, Nil Lachkaref Arbeit Nr. 1257 WES & Partner Landschaftsarchitekten mit Hans-Hermann Krafft, Berlin Verfasser: WES & Partner Landschaftsarchitekten mit HansHermann Krafft / Frau Henrike Wehberg, Hans-Hermann Krafft Mitarbeiter/in: Henriette Henning, Maria Gehrmann, Maria Cremades Bastareche, Julia Kattinger Arbeit Nr. 1258 RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn Verfasser: Stephan Lenzen Mitarbeiter/in: Dipl.-Ing. René Rheims

Titel des Wettbewerbs / Liste der Verfasser

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Arbeit Nr. 1265 kieferCS Landschaftsarchitekten,Berlin Verfasser: Prof. Gabriele G. Kiefer, Tancredi Capatti, Matthias Staubach Mitarbeiter/in: Robyn Butcher, Lena Wolf Arbeit Nr. 1268 ARGE Latz+Partner mit Latz Riehl Partner, Kranzberg Verfasser: Tilman Latz Mitarbeiter/in: Gerwin Gruber, Michael Stegmeier, Daniel Konrad Arbeit Nr. 1270 TOPOTEK 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Ber­ lin Verfasser: Martin Rein-Cano, Lorenz Dexler Mitarbeiter/in: Francesca Venier, Silvia Bachetti, Elena Erickson, Winglam Kwan, Enrique Valiente Stegeman, Manja Lohrengel, Anika Janthur Arbeit Nr. 1271 BERNARD und SATTLER Landschaftsarchitekten, Berlin Verfasser: Stefan Bernard Mitarbeiter/in: Fabian Lux, Marie-Kristin Schmidt, Agata Waszcuk, Matthias Schlosser, Milena Engelhardt, Maren Klöppner 1. Rundgang Arbeit Nr. 1252 office regina poly, Berlin
 Verfasser: Regina Poly
 Mitarbeiter/in: Aurelius Badzwol, Angela Schulz
 Arbeit Nr. 1259 Breimann & Bruun Landschaftsarchitekten, Hamburg Verfasser: Breimann & Bruun GmbH & CoKG / Bertel Bruun, Henning Breimann Mitarbeiter/in: Magdalena Cieslicka, Ben Warnecke, Anne Kittel, Moritz Möllers, Annabelle Ries

Nichtoffener Landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Olivaer Platz Bericht der Vorprüfung zur Sitzung des Preisgerichts am 02.12.2011 Die Namen der Verfasser und der Rang der Arbeit wurden für das Ergebnis­ protokoll ergänzt.

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Bericht der Vorprüfung zur Preisgerichtssitzung am 02.12.2011 1. Vorlauf
Der Wettbewerb wurde als nichtoffener Realisierungswettbewerb nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) und dem Rundschreiben SenStadt VIA Nr. 06 / 2009 durchgeführt. Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der Registrier-Nr. B-2011-17 geführt. Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung im EU-Amtsblatt vom 10.07.2011 in einem vorgeschalteten Bewerbungsverfah­ ren (Teilnahmewettbewerb gemäß RPW und VOF) durch ein vom Preisge­ richt unabhängiges Auswahlgremium 22 Planungsbüros ausgewählt. Die Wettbewerbsunterlagen wurden am 2. September 2011 an die ausge­ wählten Teilnehmer versandt. Am 16. September 2011 fand das Rückfragen­ kolloquium mit Ortsbesichtigung statt, zu der alle Teilnehmer des Wettbe­ werbs eingeladen wurden. Rückfragen zur Auslobung konnten bis zum 23.09.2011 schriftlich gestellt werden. Das Rückfragenprotokoll inklusive Anlagen wurde ab dem 30.09.2011 den Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

2. Einlieferung der Arbeiten
Die Arbeiten mussten bis zum 07.11.2011 in der Senatsverwaltung für Stadt­ entwicklung, Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren, Brückenstraße 6 in 10179 Berlin, Raum Nr. 4.026 eingegangen sein. 21 Arbeiten sind einge­ gangen. Die Arbeiten wurden durch die Mitarbeiter der Vorprüfung in einem für die Öffentlichkeit und für Unbefugte nicht zugänglichen Raum des Regio­ nalmanagements City West (Amerika Haus) geöffnet. Die Kennziffern der Arbeiten wurden mit Tarnnummern von 1251 bis 1271 überklebt und auf Stelltafeln gehängt. Die Verfasserumschläge wurden unter Verschluss ge­ nommen. Von den 21 Arbeiten wurden 7 Arbeiten termingerecht persönlich abgege­ ben. Bei 11 Arbeiten wurde anhand des Poststempels bzw. des Kuriereinlie­ ferungsscheins der termingerechte Versand der Arbeit bis zum 07.11.2011 nachgewiesen. Für die Arbeiten 1267, 1269, und 1270 fehlt bisher ein Nach­ weis der fristgerechten Einlieferung. Der Nachweis für diese 3 Arbeiten muss nach der Preisgerichtssitzung erbracht werden.

3. Vollständigkeit der Arbeiten
Die Arbeiten wurden auf die Vollständigkeit der laut Auslobung unter Punkt 1.10 aufgelisteten „Geforderten Leistungen“ überprüft. Die entsprechende Liste ist Bestandteil des Vorprüfberichtes (siehe nachfolgende Tabelle). Aus der Tabelle ergeben sich einzelne Unvollständigkeiten oder Abweichungen im Zusammenhang mit der Abgabe der geforderten Leistungen.

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Entwurfsplan - ohne Parkplatz M 1:250

Erläuterungsbericht

Verkleinerung des Entwurfs in DIN A4

Verfassererklärung X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X

Nutzungserklärung 3D-Stadtmodell

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21

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X Leistung liegt vor - Leistung liegt nicht vor

1 zwei Perspektiven 2 schwarz-weiss

Leistungen in digi­ taler Form auf CDRom X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X

Entwurfserläutern­ de Schnitte

Beiplan (Alternati­ ve) M 1:500

Lageplan städte­ bauliche Einbin­ dung

Verzeichnis der eingereichten Unterlagen

Entwässerungs­ konzept

Visualisierung/ Perspektive

Pflanzkonzept

Detail M 1:50

Formblätter

Tarnzahl

Prüfplan

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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4. Verfahren der Vorprüfung
Die Vorprüfung wurde vom 08.11.2011 bis 30.11.2011 in den Räumen des Regionalmanagements der City West (Amerika Haus in der Hardenbergstra­ ße) durchgeführt.

Verfahren Die Vorprüfung der Arbeiten wurde von Astrid Zimmermann, Simon Colwill und Eckhard Lange vorgenommen. Koordinator der Vorprüfung war Simon Colwill.
Nach einem ersten informativen Rundgang, der einen Überblick über das Spektrum der eingereichten Arbeiten ermöglichte, wurden ein geeignetes Vorprüfverfahren und der organisatorische Ablauf festgelegt. Aufgrund der in Teil 3 der Wettbewerbsauslobung beschriebenen Wett­ bewerbsaufgabe und der unter Punkt 1.12 „Beurteilungsverfahren und Vor­ prüfung“ benannten Kriterien entwickelte die Vorprüfung folgende Struktur zur Prüfung der Arbeiten, die in die Gliederung der textlichen Beschreibun­ gen der einzelnen Wettbewerbsarbeiten eingegangen ist: Leitidee Gestaltung und Nutzung Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Die Arbeiten wurden horizontal vorgeprüft, d.h. dass jeder Vorprüfer seine Arbeiten in allen Kriterienpunkten analysiert und beschrieben hat. Die Kos­ tenprüfung aller Arbeiten erfolgte durch Steffen Brodt.

Prüfung der qualitativen Daten Grundlage der Vorprüfung waren die Auslobung, speziell die geforderten Leistungen (Auslobung S. 14 f.), die Beurteilungskriterien (Auslobung S. 17) und die Aussagen zu den Strukturvorgaben (Abbildung Auslobung S. 43). Zusätzlich wurden die Antworten zu den Rückfragen berücksichtigt. Prüfung der quantitativen Daten Grundlage für die Prüfung der quantitativen Daten waren die Angaben der Entwurfsverfasser in den geforderten Formblättern zu Flächen- und Mengen­ bilanz (Formblatt 1) sowie zur Baukosten (Formblätter 2a und 2b).
Die in der Ausschreibung geforderten Berechnungen wurden von den Teil­ nehmern überwiegend in nachvollziehbarer Form erbracht. Die Flächen, Mengen und Kosten wurden überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Die Entwürfe wurden im Hinblick auf den Pflege- und Unterhaltungsaufwand eingeschätzt. Folgende Kategorien wurden für die Einordnung bezüglich der Baukosten und der Pflegekosten gebildet: innerhalb des Kostenrahmens = Kosten werden eingehalten bis 10% Überschreitung = Kosten werden nicht eingehalten ab 10 % Überschreitung = Kosten werden überschritten Bei den Pflegekosten sind die Aufwendungen für die Instandhaltung der

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Wassertechnik und Einbauten sowie die Einleitgebühren für Niederschlags­ wasser nicht berücksichtigt. Für die Prüfung zum Umgang mit dem Baumbestand bzw. Baumneupflan­ zungen wurden folgende Kategorien gebildet: unter 30 Stück = geringe Baumrodungen / -neupflanzungen 30-50 Stück = umfangreiche Baumrodungen / -neupflanzungen über 50 Stück = sehr umfangreiche Baumrodungen / neupflanzungen Die Ergebnisse dienten als Grundlage der Wirtschaftlichkeitsprüfung. Die Ergebnisse der Kostenprüfung und der Prüfung zum Umgang mit dem Baumbestand und Neupflanzungen sind in den Einzelberichten dargestellt.

Sachverständige Während der Vorprüfung wurde den Sachverständigen die Gelegenheit ge­ geben die Wettbewerbsarbeiten einzusehen, um die eigenen Belange abzu­ prüfen. Der Termin wurde genutzt zu einem fachlichen Austausch zwischen Sachverständigen und Vorprüfern und diente der Klärung von Sachfragen. Folgende Sachverständige haben von den Terminen am 22.11 bzw. 25.11.2011 Gebrauch gemacht und waren beratend tätig: - Stephan Bätz, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Freiraumplanung und Stadtgrün - Horst Wohlfarth von Alm, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Pla­ nung und Gestaltung von Straßen und Plätzen - Martin Gropp, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Soziale Stadt - Werner Arndt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Städtebauliche Projekte und Investitionsvorhaben - Claudia Reich-Schilcher, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Werk­ statt Baukultur - Meike Clasen, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Barrierefreies Bauen - Cagla Ilk, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Frauenbeirat - Just Reinhold, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt, Fachbereich Grünflächen und Land­ schaftsplanung - Rainer Latour, Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Stadtpla­ nung - Bodo Fuhrmann, GRI, Vorgutachter Verkehr - Ingrid Hermannsdörfer, Der Polizeipräsident in Berlin, Städtebauliche Kriminalprävention Die Sachverständigen stehen dem Preisgericht für vertiefende Ausfüh­ rungen zur Verfügung. Von einem Sachverständigen wurde eine schrift­ liche Stellungnahme abgegeben, die am Ende des Vorprüfberichtes dokumentiert ist.

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

6. Gliederung der Einzelberichte
In den Einzelberichten ist jede Arbeit auf einer Doppelseite dargestellt. Linke Seite: Abbildungen - Visualisierung - Entwurfsplan (Hauptvariante und Alternative) Rechte Seite: textliche Erläuterungen - Leitidee - Gestaltung und Nutzung (Hauptvariante und Alternative mit Parkplatz) - Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Zitate des Verfassers sind kursiv gedruckt.
 Bei den Straßen um den Olivaer Platz sind zur besseren Orientierung die 
 Namen der jeweils in Verlängerung liegenden Straßen genannt und nicht die 
 eigentliche Adresse („Olivaer Platz“).
 Eingangs finden Sie eine Übersicht über die Wettbewerbsbeiträge (Abbil­ dung Hauptentwurf und Tarnnummer).


Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

7. Übersicht und Einzelberichte der eingereichten Arbeiten

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Atelier le balto, Berlin / 2. Rundgang

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Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Leitidee Zwei lange Promenaden umrahmen eine großzügi­ ge Wiese (…) und nehmen ein Motiv des historischen Plans von Thieme wieder auf. Sie bilden zwei lange und großzügige Zwischenbereiche, die den Besucher bei der Passage von der urbanen zur Park-Atmosphäre be­ gleiten sollen. Die nördlich gelegene Promenade ist von quadratischen Gärten begleitet. Diese „gärtnerischen Karrees“ bilden ein sich wiederholendes Motiv. In ihnen sind besondere Pflanzassoziationen präsentiert: Jedes Karree verändert sich mit dem Wechsel der Jahreszei­ ten. Die Karrees und die neue Organisation verleihen dem Platz einen zeitgenössischen und urbanen Cha­ rakter. Zusammen mit der Wiese und dem wertvollen, älteren Baumbestand stärken die neuen Bepflanzungen den Platz in seiner Park- und Gartenatmosphäre. Gestaltung und Nutzung Zwei Promenaden entlang der Lietzenburger Straße (Nordpromenade) und entlang der Pariser Straße (Süd­ promenade) rahmen den Olivaer Platz. Beide Prome­ naden werden von gärtnerischen Karrees begleitet. Die überwiegend quadratischen Karrees (5m x 5m) sind ein­ gefasst durch 10 bis 30 cm hohe helle Sichtbetonmau­ ern, die teilweise mit Holzbalken zu Sitzen ergänzt sind. Gestalterisch werden die beiden Promenaden unter­ schiedlich interpretiert: Die Nordpromenade soll sich am urbanen Leben orientieren, während die Südpromenade einen spielerischen Charakter im Maßstab des Kiezes entwickeln soll. Die 5 m breite Nordpromenade besteht aus einem park­ zugewandten 2 m breiten Asphaltstreifen und einem 3 m breiten Band aus Großsteinpflaster (zum Teil wiederver­ wendet). Beidseitig begleitet wird die Nordpromenade von 26 Karrees, die mit unterschiedlichen Kombinatio­ nen aus kleinen Bäumen, Sträuchern und Stauden be­ pflanzt werden (z.B. Felsenbirne, Sanddorn, Haselnuss mit Hortensie, Flieder, Rosen kombiniert mit Stauden, Gräsern und Zwiebelpflanzen). An der Südpromenade werden die Karrees im Bereich der Bestandbäume angelegt und wie die in der Nord­ promenade unterpflanzt. Die Karrees liegen innerhalb eines 5 m breiten Asphaltbandes, das straßenseitig von einem Streifen aus hellem Mosaikpflaster begleitet wird. Die unterschiedlich dimensionierten Karrees nehmen auch Spielangebote auf: Schach, Boule, Tischtennis, Schaukeln, Sandspielplatz. Es sind umfangreiche Rodungen und Neupflanzungen von Bäumen vorgesehen. Die älteren und größeren Bäume sollen zur Geltung gebracht werden. Die Ost und Westköpfe des Platzes werden mit Mosaik­ pflaster befestigt. In diesen Eingangsbereichen können Märkte und Ähnliches veranstaltet werden. Ein Pavillon wird am westlichen Platzrand mit Bezug zum Kurfür­ stendamm vorgeschlagen.

Die Querung des Platzes in der Achse Bayerische Stra­ ße – Wielandstraße erfolgt durch zwei gegeneinander versetzte, 3 m breite Wege, die von Charlottenburger Gehwegplatten gefasst werden. Die 6.500 m² große Wiese soll für generationsübergrei­ fende Sport- und Spielgeräte bzw. das Spielen im Freien genutzt werden. Es wird vorgeschlagen, dass die anlie­ gende Gastronomie Liegestühle oder Picknick-Decken mit Picknick-Korb zur Benutzung auf dem Olivaer Platz ausleiht. Auf den Bau eines Cafés wird verzichtet. Entlang der Lietzenburger Straße wird der Streifen des heutigen Geh- und Radwegs auf 4 m Breite verschmä­ lert, um die Benutzung der Nordpromenade zu stärken. Alternative mit Parkplatz In der Alternative werden 61 Stellplätze auf dem Park­ platz entlang der Nordpromenade im östlichen Platz­ bereich untergebracht. Es gibt zwei Zu- und Ausfahr­ ten: eine an der Lietzenburger Straße und eine an der Württembergischen Straße. Die Zu- und Ausfahrten lie­ gen nicht innerhalb des geforderten Bereichs. Bei Bedarf (zu starker Konflikt von PKW- und Fußgängerverkehr) kann ein zusätzlicher Fußweg südlich des Parkplatzes entlang der Wiese gebaut werden.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Kostenintensive befestige Flächen sind zurückhaltend geplant. Durch die Verwendung vorhandener Wege­ materialien werden die Baukosten minimiert. Die große Wiesenfläche kompensiert die Herstellungskosten der Wege und der Beeteinfassungen aus Sichtbeton. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Niederschlagswasser wird über die Vegetationsflächen versickert, Parkplatzflächen werden an die Kanalisation angeschlossen. Eine automatische Bewässerung des Rasens ist eingeplant. Weitere Wassertechnik ist nicht vorgesehen. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

office regina poly, Berlin / 1. Rundgang

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Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Leitidee Der doppelte Platz (…) ist Kiezplatz und Metropolenplatz. Das Relief bildet eine leichte Welle nach unten und nach oben, es bildet Binnenräume für den Aufent­ halt. Das Relief bietet eine große Übersichtlichkeit und Sicherheit, es bezieht sich auf alle 4 Seiten des Stadt­ raumes. Die beiden Dreiecksplätze am Kurfürstendamm bilden eine Analogie zu dem neuen Olivaer Platz. Der Grä­ serplatz am Kurfürstendamm erhält eine Durchwegung mit Bänken, die Gräser tauchen am Olivaer Platz wie­ der auf, der George-Grosz-Platz ist steinern mit großen Freiterrassen, er entspricht der Ostseite des neuen Oli­ vaer Platzes. Gestaltung und Nutzung Der Entwurf gliedert den Olivaer Platz in einen westli­ chen, mittleren und östlichen Platzbereich, dazwischen liegen abgesenkte und erhöhte Rasenparterres und Rasenterrassen in Anlehnung an das historische Vorbild der Gestaltung von Thieme. Insgesamt ergibt sich da­ durch das Relief des Platzes. Der Gehweg an der Süd­ seite begrenzt das Relief, der Gehweg an der Lietzen­ burger Straße ist mit einer Hecke von dem inneren Weg des Platzes getrennt, die gleichzeitig Bänken Schutz bietet. Der Platz wird an der östlichen und westlichen Seite von Baulichkeiten begrenzt. Zum Kurfürstendamm hin wird als Platzkante ein gerundetes gläsernes Café vor­ geschlagen. Den gegenüberliegenden Platzrand bildet eine gläserne Pergola, in die zwei Kioske integriert wer­ den. Die Stahlverkleidung der Pergola erhält Muster, die Wände und der Boden sind in glatten, dunklen Beton­ materialien gehalten. Der westliche Platz geht von der steinernen Terrasse (-45 cm, Betonsteinplatten 60x40 cm und 40x40 cm), die die versetze Pit-Kroke-Skulptur und eine Vogelträn­ ke aufnimmt, zum weiter abgesenkten Rasenparterre über (-90 cm). Der Übergang wird über Sitzstufen und Rampen hergestellt, z.T. entstehen auch flache Rasen­ böschungen, die als Liegeflächen genutzt werden kön­ nen. Das teilweise baumüberstandene Parterre steigt dann zum mittleren Platz auf das Straßenniveau wieder an. Hier markieren Bänke und eine Wasserfontänenrei­ he (26 Stück) in einem langgestreckten Becken den Platzübergang von der Bayerischen Straße zur Wie­ landstraße. An den befestigten mittleren Platz schließt sich östlich ein Sandspielplatz mit Gräsern an, auf dem daneben liegenden erhöhten Rasenparterre (+30 cm) finden sich einige Fitnessgeräte. Es folgen zwei weitere Rasenterrassen, die bis auf +80 cm ansteigen. Ein Weg in Fortsetzung der Grünverbindung von den Rosengär­ ten verläuft zwischen den östlichen Terrassen. Den östli­

chen Abschluss bildet wieder eine befestigte Platzfläche (mit Pergola), die sich, wie der westliche Platz, zeitweise für Märkte und Feste anbietet. Auf den östlichen Rasen­ flächen ist auch urban gardening denkbar. Es sind sehr umfangreiche Baumrodungen vorgesehen, der Umfang der Neupflanzung von Bäumen ist gering. Die derzeitige Verschattung des Platzes soll aufgeho­ ben werden. Weitere Varianten zeigen zukünftige Entwicklungsmög­ lichkeiten des Olivaer Platzes von erweiterten Alleen bis zu einer Bebauung der östlichen Platzhälfte auf. Bis auf Fahrbahnmarkierungen (breiter Zebrastreifen) über die Pariser Straße in Fortsetzung der Grünverbin­ dung von den Rosengärten werden im weiteren Wett­ bewerbsgebiet keine Umgestaltungsmaßnahmen vor­ geschlagen. Alternative mit Parkplatz In der Parkplatzvariante werden 63 Stellplätze auf einem Parkplatz zwischen der Platzdurchwegung in Fortset­ zung der Rosengärten und der östlichen Pergola ange­ ordnet. Der Parkplatz erhält ein Streifenmuster. Die Zuund Ausfahrt befindet sich an der Lietzenburger Straße, sie liegt nicht innerhalb des geforderten Bereichs. In den Abendstunden und am Wochenende soll der Platz auch für Roller und Skater nutzbar sein.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Verwendung von preiswerten Betonmaterialien kann einen Teil der Herstellungskosten für die umfang­ reichen befestigten Flächen kompensieren. Der Einbau von Mauern, Treppen und Sitzstufen ist kostenintensiv. Die Verwendung von Ausstattungsgegenständen erfolgt zurückhaltend. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Eine intensive Pflege ist für die Rasenflächen, die Hecke sowie für kleine Pflanzflächen zu leisten. Eine Brunnen­ anlage (Fontäne) ist geplant. Die befestigten Flächen sollen über Rigolen an die Versickerung angeschlossen werden. -	 Insgesamt wird der Kostenrahmen für die Pflege mit dem Entwurf eingehalten.

Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin / 3. Rundgang

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Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Leitidee Ziel der Umgestaltung ist, den Olivaer Platz als grünen Stadtplatz des Quartiers zurückzugewinnen. Hierfür muss sich seine Fläche wieder zum Stadtumfeld öffnen - sowohl visuell aus den umliegenden Straßen als auch funktional durch einladende, transparente Eingangssi­ tuationen und Querungen. (…) Es entsteht eine Platzfigur, die auf den ersten Blick den grünen Stadtplätzen der Gründerzeit verwandt ist. Die genauso schlichte wie robuste Raumstruktur bildet nun jedoch weniger den Rahmen für einen dekorativen Schmuckplatz sondern bietet viel mehr die Möglichkeit, (…) unterschiedliche Nutzungen in seine Fläche zu in­ tegrieren. Eingebettet in das klare Erschließungssystem des Platzes können die zentralen Grünflächen variabel nach den Vorstellungen der Anwohner bespielt werden. Gestaltung und Nutzung Baumbestandene Pflanzbeete rahmen die zentrale Grünfläche. Sie bilden den straßenseitigen Abschluss zur nördlichen, östlichen und südlichen Platzkante. An der nordwestlichen Ecke wird diese Rahmung durchbro­ chen, hier entsteht eine Platzfläche, die westlich durch ein Café und östlich von einem Staudenbeet flankiert wird. Die innenliegende Grünfläche besteht aus zwei etwa gleichgroßen Rasenflächen und einer Spielfläche im östlichen Teil des Olivaer Platzes. Sie verläuft auf dem gleichen Niveau wie die Wegeflächen. Neben den rah­ menden Wegen bestehen schmale Wegeverbindungen in Nord-Süd-Richtung auf Höhe der Bayrischen Straße und an die Grünwegeverbindung südlich des Platzes. Die umlaufenden Pflanzbeete sollen mit pflegeleichten Bodendeckern und Stauden bepflanzt werden. Für das Staudenbeet am westlichen Platz ist eine intensivere Pflanzung vorgesehen. Der vorhandene Baumbestand wird im Bereich der Pflanzbeete durch Zierkirschen er­ gänzt, auf der Nordseite zusätzlich durch großkronige Bäume, angedacht sind hier Ahorn-Pflanzungen. Der tieferliegende Bestandsbaum auf der Platzfläche (Acer pseudoplatanus) wird mit einem Gitterost überdeckt und auf diese Weise niveaugleich in den Platz eingebunden. Es sind umfangreiche Baumrodungen und sehr umfang­ reiche Baumneupflanzungen vorgesehen. Entlang dem umlaufenden Rahmen sind Sitzbänke angeordnet. Die Spielflächen erhalten Spieltische und Tischtennisplatten. Die umlaufenden Pflanzbeete er­ halten eine niedrige Einfassung aus Stahl. Die zentrale Grünfläche liegt in einem Band aus Granitplatten. Die umlaufenden Flächen werden aus Mosaikpflaster her­ gestellt. Im Bereich der Spielfläche findet Sand und farbiger Asphalt – in Abgrenzung zu den Granitplatten – Verwendung.

Der Cafépavillon ist im westlichen Bereich der Platzflä­ che untergebracht. Zusammen mit der Bushaltestelle bildet er den Abschluss des Platzes nach Westen. Zur Bayrischen, Bregenzer und Wielandstraße werden Gehwegvorstreckungen vorgesehen. Dadurch entfallen etwa 8 Parkplätze im Straßenraum. Alternative mit Parkplatz Die Parkplätze werden in der östlichen Platzhälfte in den inneren Rahmen der Grünfläche integriert und der Parkplatz mit einer ca. 1m hohen Hecke eingefasst. Das umlaufende Wegsystem bleibt dabei erhalten. Die Spielplatzfläche schließt in dieser Variante westlich der Parkplatzfläche an.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Wesentliche Baukosten, die durch den Einbau der groß­ formatigen Natursteinplatten und der rahmenden Pfla­ sterung entstehen, werden durch die Anlage der großen Wiesenfläche kompensiert. Der Einbau von Ausstat­ tungsgegenständen ist intensiv. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Der großen Rasenfläche stehen zumeist extensiv zu pflegende Pflanzflächen gegenüber. Wassertechnik ist nicht vorgesehen. Niederschlagswasser wird über die Vegetationsflächen versickert, Parkplatzflächen an die Regenwasserkanalisation angeschlossen. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

KuBuS Freiraumplanung GbR mit LAAC Architekten, Berlin / 2. Rundgang

1254

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Leitidee Der Entwurf nimmt den historischen Stadtgrundriss auf und leitet daraus zwei Platzhälften ab, die aus zwei bau­ mumstandenen und frei programmierbaren Rasenflä­ chen gebildet werden – sogenannte „Grüne Blöcke“ im Stadtgrundriss. Um eine unverwechselbare Gestaltung zu schaffen, werden die Flächen durch die Modulation ihrer Topogra­ phie gegliedert und programmiert. Gruppen von punk­ tuellen Anhebungen und Absenkungen, sogenannte Ripples, die graduell im Gelände verlaufen, formulieren differenzierte Ruhebereiche, Gesellschaftszonen, hoch­ wertige Pflanzungen und Spielflächen. Gestaltung und Nutzung Der Entwurf wird durch zwei Baumhaine mit Rasenlich­ tung geprägt, die die umliegende Blockrandstruktur wei­ terführen. Ihre Lage orientiert sich zur südlichen Platz­ kante, so dass nach Norden Raum für eine Promenade bleibt. Zwischen den zwei Blöcken wird der Verlauf der Bayrischen Straße / Wielandstraße aufgenommen und räumlich ebenfalls als Promenade weitergeführt. Innerhalb der grünen Blöcke werden die Ripples ange­ ordnet. Im westlichen Block werden diese im Anschluss an den Cafépavillon als Sitzlandschaft gestaltet und als Staudenbeete auf der Rasenfläche. Im östlichen Block dominiert eine Spiellandschaft aus Ripples im Bereich der südlichen Platzkante. Für die grünen Blöcke wird der Baumbestand durch Neupflanzungen ergänzt. Hier sollen für den städtischen Straßenraum geeignete und im Bestand bereits vorhan­ dene Linden, Ahorne, Platanen und Eichen Verwendung finden. Der Umfang von Baumrodungen und Baumneu­ pflanzungen ist jeweils sehr umfangreich. Die Staudenflächen sollen einen repräsentativen Cha­ rakter erhalten. Bänke stehen in den Baumhainen und flankieren die zentrale Promenade. An der östlichen Platzkante wer­ den Tischtennisplatten in Ergänzung der angrenzenden Spiellandschaft aufgestellt. Die zentrale Promenade er­ hält eine Beleuchtung mit Stelen, hier findet auch die Skulptur von Pit Kroke einen neuen Standort. Unter den Bäumen wird wassergebundene Wegedek­ ke eingebaut, in den modellierten Bereichen kommt eine kunstharz- oder PU-gebundene Splittdecke selben Farbtons zum Einsatz. Fallschutzbereiche werden aus PU-gebundenen oder EPDM-Belägen hergestellt. Die umlaufenden Wege orientieren sich in ihrer Materia­ lität an den Berliner Gehwegen und erhalten großforma­ tige Granitplatten und Mosaikpflaster. Die Einfassungen der Wege werden mit Stahlkanten hergestellt.

Der Cafépavillon orientiert sich in seiner formalen Ge­ staltung an den Ripples. Das auskragendende Dach dient zur westlichen Platzkante hin als wettergeschütz­ ter, offener Haltestellenunterstand. An der Bayrischen, Bregenzer und Wielandstraße wer­ den zusätzliche Gehwegvorstreckungen im Bereich der gegenüberliegenden Gehwege vorgesehen. Dadurch entfallen 9 Parkplätze. Im Straßenabschnitt zwischen der Bayrischen und der Württembergischen Straße wer­ den jedoch durch Anordnung der Parkplätze in Senk­ rechtaufstellung 30 zusätzliche Parkplätze geschaffen. Diese Maßnahme geht zu Lasten der Gehwegbreite an der südlichen Straßenseite. Alternative mit Parkplatz Der Parkplatz wird an der nördlichen Seite des östlichen Blocks angeordnet und umfasst 45 Parkplätze. Der Be­ lag wird in Dränasphalt ausgeführt.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Verwendung von preiswerten wassergebundenen Wegedecken kann einen Teil der Herstellungskosten für die umfangreichen befestigten Flächen kompensieren. Der Einbau von Ausstattungsgegenständen erfolgt zu­ rückhaltend. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Die großen Rasen- und wassergebundenen Wegeflä­ chen sowie deren Oberflächengestaltung führen zu ei­ nem erhöhten Pflegeaufwand. Wassertechnik ist nicht vorgesehen. Niederschlagswasser wird z.T. über Ve­ getationsflächen und Rigolen versickert. Der zentrale Platzbereich entwässert in die Kanalisation. -	 Insgesamt wird der Kostenrahmen für die Pflege mit dem Entwurf eingehalten.

s73 Landschaftsarchitekten GmbH/Ahner-Brehm Büro für Landschaftsplanung, Königs Wusterhausen, Budapest / 2. Rundgang

1255

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Leitidee Auf Grundlage historischer Raumsequenzen wird der „Olivaer Platz“ in drei Teilbereiche mit unterschiedlichem Charakter unterteilt: Der Platzteil West öffnet sich zum Kurfürstendamm und ist als multifunktionaler Stadtplatz gestaltet, der vernetzende Fußgängerbereich in der Mit­ te dient als Drehpunkt und der Platzteil Ost als Kiezplatz für Anwohner. Gestaltung und Nutzung Der westliche Platzteil (Thiemes Platz) bezieht sich ge­ stalterisch auf die historische Grundstruktur von Thieme um 1910, die mittlere Fußgängerfläche nimmt das histo­ rische Straßenraster wieder auf und der Ostteil des Plat­ zes nimmt Bezug auf die historische Bebauungsstruktur. Der strikt geometrische Stadtplatz im westlichen Teil besteht aus großformatigen Betonplatten und um­ rahmt eine große, lichte Rasenfläche. Ein bestehender Großbaum (Ahorn) wird als Solitär auf dem Platz mit­ tels einer umlaufenden, amorphen Sitzbank inszeniert. Zur Rasenfläche hin wird ein ebenerdiges Wasserspiel angeboten. Eine 1m hohe „Lärmschutzmauer“ mit be­ pflanzter Abböschung zum Platz verläuft entlang der Lietzenburger Straße. Die fünf Meter breite Strauch­ pflanzung (Chinaschilf und bodendeckende Rosen) mit Baumneuanpflanzungen entlang der Lärmschutzmauer bildet das Rückgrat der Gestaltung. Dieses wird von ei­ ner Hauptwegeachse, bestehend aus Betonpflaster mit Natursteinvorsatz und mehreren klassischen Parkbän­ ken mit Rückenlehne begleitet. Unter Erhaltung des wesentlichen Großbaumbestandes übernimmt der mittlere Platzteil eine Vernetzungsfunkti­ on zwischen den angrenzenden Platzbereichen sowie der Nord-Süd Achse. Hier bildet sich ein Ort für Aufent­ halt, Begegnung und Spiel, zwei Mastleuchten sorgen für eine Belichtung. Das historische Straßenraster wird durch die Wiederverwendung vorhandener Materialien (Charlottenburger Gehwegplatten, Mosaikpflaster) wie­ der sichtbar gemacht. Am östlichen Kiezplatz sind generationsübergreifen­ de Spiel- und Sportangebote sowie Rückzugsorte und Schmuckbeete geplant. Die Spielflächen werden mit Kunststoffbelägen befestigt und von Wegeverbindun­ gen aus Betonpflaster mit Natursteinvorsatz umrahmt. Ein im mittleren Platzbereich angeordneter Café-Pavil­ lon mit erhöhter Außenterrasse nimmt Bezug zur histo­ rischen Blockrandbebauung und dient als Treffpunkt für Bewohner und Touristen. Holzbänke mit Rückenlehne an der Ost-West Achse variieren mit schlichten Sitzblöcken am westlichen und

südlichen Parkrand. Sitznischen bilden Rückzugsmög­ lichkeiten im Bereich der Staudenbeete. Das Pflanzkonzept ermöglicht eine hohe Transparenz und offene Blickbeziehungen. Für die Baumneupflan­ zungen werden Arten mit lichten Kronen wie z.B. Gle­ ditsia oder Sophora und für die Baumunterpflanzungen bodendeckende Stauden sowie Sträucher, die Schat­ ten- und Wurzeldruck vertragen, empfohlen. Nördlich des Cafés entstehen zwei neue, pflegeleichte Schmuck­ beete mit Stauden und Gräsern. Es sind sehr umfang­ reiche Baumrodungen vorgesehen. Der Umfang der Neupflanzung von Bäumen ist gering. Im erweiterten Wettbewerbsgebiet werden die Geh­ wegvorstreckungen berücksichtigt und der Gehweg in Querungsbereichen aufgeweitet. Zusätzliche Verkehrs­ entwicklungsstrategien zeigen, wie sich der Platz zum südlichen Bebauungsrand künftig entwickeln könnte. Alternative mit Parkplatz Die 60 Stellplätze befinden sich auf dem Parkplatz im nordöstlichen Platzteil entlang der Lietzenburger Stra­ ße und sind von neun Baumneupflanzungen versehen. Zum Park hin dient eine immergrüne Hecke als Abgren­ zung. Die Zufahrt aus Asphalt führt zu Parkplätzen, die mit dem vorhandenen Großsteinpflaster belegt sind.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Herstellungskosten für die Wegebefestigungen und die Mauer werden durch die Verwendung von preiswer­ ten Betonmaterialien minimiert. Vegetationsflächen sind zurückhaltend ausgebildet. Der Einbau von Ausstat­ tungsgegenständen ist intensiv. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Wesentliche Pflegekosten entstehen für die Rasen­ flächen und intensiv zu pflegende Pflanzflächen, wäh­ rend die Wegematerialien aus Beton wartungsarm sind. Niederschlagswasser wird über die Vegetationsflächen oder in Mulden und Rigolen versickert. Ein Wasserbek­ ken ist geplant. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

Landschaftsarchitekt Kamel Louafi, Berlin / 2. Rundgang

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Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Leitidee Leitidee für die Neugestaltung des Olivaer Platzes ist die moderne Interpretation eines Schmuckplatzes. Der Platz soll als offene, gut einsehbare Erholungsfläche mit repräsentativem Charakter dienen. Die gestalterische Inspiration stammt aus einem Bild des namensgeben­ den Klosters Oliva in Danzig. Gestaltung und Nutzung Die fließenden Formen werden mittels Wegeflächen mit breiten Einfassungen sowie einer ausgeprägten To­ pographie verdeutlicht. Der Platz ist von den Rändern aus ebenerdig zugänglich, die Wegeflächen neigen sich jedoch zum tiefer liegende Platzinneren. Die breiten Rasenflächeneinfassungen sind an den Platzrändern ebenfalls auf Bodenniveau, bleiben jedoch durchge­ hend horizontal. Somit steigen die Randeinfassungen zum Platzinneren auf Sitzhöhe und formen Sitz- und Verweilflächen. Die vorhandenen Bäume und die ge­ planten Einfassungen bestimmen die Topographie des Platzes. Eine überblickbare Einfassung entlang der Liet­ zenburger Straße schirmt die tiefer liegenden Sitzberei­ che vom Straßenraum ab. An der Konstanzer Straße ist eine Platzfläche mit Im­ biss und Bushaltestelle vorgesehen. Die vorhandene dreiteilige Brunnenanlage wird neu eingefasst und in die Neugestaltung integriert. In der Nord-Süd Achse ist eine elliptische Platzfläche geplant. Ein Ziermuster aus Mosaikpflaster betont die Platzmitte, vorhandene Großbäume werden mit ebenfalls elliptischen Hoch­ beeten eingefasst. Auf der östlichen Platzseite ist ein elliptischer Spiel- und Bewegungsbereich für alle Alters­ gruppen vorgesehen. Der bereits vorhandene Spielplatz wird umgestaltet und in die geplante Anlage integriert. Die Spielflächen sind von den angrenzenden Gehwe­ gen aus ebenerdig zugänglich. Die Wegeflächen bestehen aus farblich beschichteten Asphaltflächen, die optisch wie eine helle wasserge­ bunden Decke wirken. Die befestigten Flächen entwäs­ sern über Abläufe in unterirdische Versickerungsrigo­ len. Erhöhte Beeteinfassungen aus Sichtbeton, die an ausgewählten Orten mit Kunststoff beschichtet und mit Rückenlehnen versehen werden, bilden die Freiraum­ möblierung. Das Pflanzkonzept soll durch die Auslichtung vorhan­ dener Strauchflächen und die Aufastung von Bestandsbäumen Transparenz und Zugänglichkeit ermöglichen. Baumneupflanzungen sind hauptsächlich an der Grenze zur Lietzenburger Straße vorgesehen (z.B. Linde, Ahorn und Eiche) und werden mit Solitärsträuchern als Blick­ fang kombiniert. Die eingefassten Rasenflächen bezie­

hen sich auf die vorhandenen Baumstandorte. Um den klassischen Schmuckplatzcharakter zu unterstreichen, werden in Teilflächen Frühlingsblüher mit Stauden in die Rasenflächen gesetzt. Es sind umfangreiche Baum­ rodungen vorgesehen. Der Umfang von Baumneupflan­ zungen ist gering. Im erweiterten Wettbewerbsgebiet werden die Buchs­ baumunterpflanzungen entlang der Pariser Straße fort­ gesetzt, ansonsten werden keine weiteren Maßnahmen vorgenommen. Alternative mit Parkplatz 59 Stellplätze befinden sich auf dem Parkplatz im östli­ chen Platzteil und fügen sich in die elliptischen Grund­ formen ein. Eine Zufahrt aus Asphalt führt zu den schräg aufgestellten gepflasterten Parkplätzen. Die innere Plat­ zerschließung für Fußgänger wird zweimal von der Zu­ fahrt gekreuzt und mit Verkehrspollern geschützt. Der Parkplatz wird durch eine überblickbare Hecke abge­ grenzt.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Wesentliche Baukosten entstehen durch den Einbau der befestigten Flächen und der Sitzmauern, die durch die Anlage der großen Rasenfläche ausgeglichen werden können. Der Einbau von Ausstattungsgegenständen ist zurückhaltend. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. -	 Bei Realisierung der Variante B (mit Parkplatz) wer­ den die Baukosten überschritten. Pflegekosten Die kleinteiligen baumbestandenen Rasenflächen sind kostenintensiv zu pflegen. Ein Ausgleich entsteht durch die minimierten Pflanzflächen und die Wegebefestigung aus wartungsarmem Asphalt. Niederschlagswasser ent­ wässert in Rigolen, die Parkplatzflächen sind an die Kanalisation angeschlossen. Die vorhandenen Wasser­ becken bleiben erhalten. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

WES & Partner Schatz Betz Kaschke Wehberg-Krafft Landschaftsarchitekten mit H.-H. Krafft, Berlin / 2. Rundgang

1257

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Leitidee Die Leitidee wird wie folgt beschrieben: Die planerische Grundhaltung des vorliegenden Konzeptes ist der el­ egante Spagat zwischen einer intensiven Nutzung als Grünfläche und einer urbanen, sehr offenen und verbin­ denden Nutzung als innerstädtischen Platz. Der Entwurf basiert auf einem sehr einfachen, räumlich (… ) viel­ seitigen Prinzip: Ein langer Teppich als Folge von vier großen Rasenplateaus und vier Plätzen bildet die Ge­ samtfigur. Sie bietet flexibel nutzbare Räume von hoher Aufenthalts-, Orientierungs- und Vernetzungsqualität. Umfahren und gerahmt wird der „Teppich“ aus topogra­ fisch (…) unterschiedlich geformten Rasenplateaus und eingelegten kleinen Platzteppichen, von einer … dem historischen Vorbild zu Grunde gelegten „doppelten“ Er­ schließungspromenade. Gestaltung und Nutzung Der Entwurf beinhaltet eine Abfolge unterschiedlich di­ mensionierter Platz- und Rasenflächen. Die Rasenflä­ chen sind z.T. als Parterre angelegt, z.T. schieben sie sich als gekippte Schollen bis zu 1,50 m über das gleich­ mäßige Niveau der umgebenden Wegeflächen hinaus. Eine große Platzfläche (großformatige Platten aus Na­ turstein oder Betonwerkstein) entsteht am westlichen Platzrand und soll als städtisches Entré fungieren. Eine Platzkante bildet dort ein Café mit Außengastronomie. Eine 15 m lange Steinbank mit Holzauflage und Was­ serspiel orientiert sich zur östlich anschließenden, um 80 cm abgesenkten Rasenfläche (Sitzstufen), für die in Anlehnung an den historischen Platzentwurf perspekti­ visch eine Wasserfläche oder ein Wildrosenfeld vorge­ schlagen wird. Die Rasenfläche bildet am folgenden Platzbereich eine Rasenkante (+70 cm). Auf dem von wassergebundener Decke gerahmten Plattenbelag findet sich die versetze Skulptur von Pit Kroke. Das Gestaltungsmotiv der ge­ kippten Rasenfelder wird in den übrigen Rasenflächen variiert. Die eingebetteten Platzflächen sind rd. 15 m breit und haben einen umlaufenden, 3 m breiten Rah­ men, der aus abgestreutem Asphalt oder aus wasserge­ bundener Wegedecke besteht. Die innenliegenden Flä­ chen sind mit Platten befestigt, beim östlichen Platz ist es ein ornamental geformter Asphaltbelag. Ausgestattet sind die Plätze mit langen, z.T. gebogenen Bänken, Trinkstelen und generationsübergreifenden Spielangeboten, die sich auch auf den Rasenflächen finden. Die Rasenflächen werden von schrägen Wegen gekreuzt, um direkte diagonale Wegbeziehungen zu ermöglichen. Der mittlere Platzbereich nimmt den Straßenzug der Bayerischen Straße / Wielandstraße auf. Die doppelte Erschließungspromenade entlang der Liet­ zenburger Straße und Pariser Straße besteht in dem

Park zugewandten Teil aus einer Kombination von hel­ lem, eingefärbten und mit Splitt abgestreuten Asphalt und wassergebundener Decke. Entlang der Lietzenbur­ ger Straße wird eine zweite Baumreihe gesetzt. Begrün­ te Baumscheiben in Form niedriger Hecken markieren zusätzlich den Platzrand und sollen den vorgesehenen Stuhlreihen Schutz bieten. Es sind Baumrodungen in geringem Umfang vorgesehen, die Neupflanzung von Bäumen ist sehr umfangreich (hauptsächlich entlang der Lietzenburger Straße). Der prägende Baumbestand soll erhalten werden. Bis auf Gehwegvorstreckungen im Bereich der Kreu­ zungen der Pariser Straße und der Anbindung an die ´Rosengärten´ werden im weiteren Wettbewerbsgebiet keine Umgestaltungsmaßnahmen vorgeschlagen. Alternative mit Parkplatz In der Parkplatzvariante werden 58 Stellplätze auf der aufgeweiteten östlichen Platzfläche mit dem besonde­ ren, ornamental geformten Asphaltteppich angeordnet. Der Parkplatz eignet sich auch für die Durchführung von Märkten und Veranstaltungen. Die Erschließung erfolgt über getrennte Zu- und Ausfahrten zur Lietzenburger Straße, wobei die Ausfahrt nicht innerhalb des gefor­ derten Bereichs liegt. Die Pkws sollen nicht versteckt, sondern in gewisser Weise inszeniert werden. Diago­ nale Wegebezüge über den Parkplatz hinweg werden berücksichtigt.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Der Entwurf verwendet vielfältige Wegematerialien und kombiniert diese zum Teil ornamental. Die befestigten Flächen, die Bodenmodulation für die Rasenflächen und der intensive Einbau von Ausstattungsgegenständen stellen wesentliche Baukosten dar. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Erhöhte Pflegekosten entstehen durch die kleinteiligen Rasenflächen und deren Topographie sowie für die Hek­ kenelemente und die wassergebundenen Wegedecken. Der Einbau von Rigolen zur Niederschlagswasserver­ sickerung ist berücksichtigt. -	 Insgesamt wird der Kostenrahmen für die Pflege mit dem Entwurf eingehalten.

RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn / 2. Rundgang

1258

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Leitidee Das Grundkonzept des Entwurfs für den Olivaer Platz sieht eine klare räumliche Grundfigur als Basis der Ge­ staltung vor. Der nördliche Bereich bleibt in der Dich­ te der Stadt ein offener Raum, der gehalten wird durch einen Wegeschwung. Dieser Wegeschwung nimmt den Stadtgrundriss durch die Übernahme der Straßen­ verläufe auf und zieht den Flaneur des angrenzenden Ku‘damms in den neuen Freiraum des Olivaer Platzes. Diese starke Betonung einer Dualität von Dichte und Of­ fenheit, von Baumbestand und Rasenfläche, von Schat­ ten und Licht, wird ohne Wegnahme von wertvollem Baumbestand erreicht. Diese neue Offenheit verschafft grundsätzliche eine Transparenz und Helligkeit in den Stadtraum. Die leichte Topografie des Rasenkörpers er­ höht ihre Wahrnehmung und sichert (…) den Platzraum zum Straßenraum ab. Gestaltung und Nutzung Der Olivaer Platz teilt sich in einen nördlichen, lange­ streckten, leicht erhöhten Rasenkörper mit Böschungen von 15% (von 0 bis zu 1,50 m Höhe ansteigend) und in einen südlichen von Bäumen überstandenen Wiesen­ bereich. Der geschwungene Rasenkörper soll Distanz zur stark befahrenen Lietzenburger Straße schaffen und gleichzeitig Offenheit vermitteln. Die beiden Platzhälften werden getrennt durch einen 5 m breiten, bumerangförmigen Weg aus beschichtetem Asphalt (Natursteinsplittbeschichtung). Der Weg wird auf der Südseite von bis zu 25 m langen Betonbänken bzw. von einer Intarsie aus Betonplatten begleitet. Die 80 cm breiten Bänke mit Hartholzauflagen (grau-beige) und Ausrichtung in beide Platzräume sollen Identität stif­ tend für den Olivaer Platz sein. Am westlichen Platzrand im Übergang zum Kurfürsten­ damm ist ein kleiner Platz im Platz verortet. Hier finden sich u.a. die Pit-Kroke-Skulptur und die Kupfertafel. Zu­ dem wird ein dreieckiges Café mit Außengastronomie vorgeschlagen. Aus Richtung Kurfürstendamm setzen sich zwei Wege geradlinig über den Platz hinaus bis zur Pariser Straße fort und binden die Bregenzer und Bayerische Straße an. Auf einen direkten Weg über den Platz in der Achse Bayerische Straße – Wieland­ straße wird zugunsten einer Querverbindung von der Anbindung an die Grünwegeverbindung im Bereich der so genannten ‚Rosengärten‘ über den Platz zur Lietzen­ burger Straße verzichtet. In diesem Bereich wird der Rasenkörper das einzige Mal geschnitten. Es sind sehr umfangreiche Baumrodungen vorgesehen, der Umfang der Neupflanzung von Bäumen ist gering. Der wertvolle Baumbestand soll erhalten werden.

In der südlichen Platzhälfte finden sich unter Bäumen kleinere (generationsübergreifende) Spiel- und Sportbe­ reiche, Sitzgruppen und Bouleflächen. Die Maßnahmen im weiteren Wettbewerbsgebiet be­ schränken sich auf einzelne Fahrbahnmarkierungen (Zebrastreifen), um die Querung der angrenzenden Straßen zu erleichtern. Der Geh- und Radweg entlang der Lietzenburger Straße wird auf 2,30 m verschmälert. Alternative mit Parkplatz In der Parkplatzvariante werden 61 Parkplätze im öst­ lichen Platzbereich angeordnet. Die Ein- und Ausfahrt erfolgt über die Lietzenburger Straße, sie liegt nicht in­ nerhalb des geforderten Bereichs.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Die großen Rasenflächen und die preiswerten Wegema­ terialien aus Asphalt und Tennendecken lassen einen in­ tensiven Einbau von Spiel- und Sportgeräten und einer langen Sitzbank zu, ohne die Baukosten zu überschrei­ ten. Ausstattungsgegenstände werden bis auf die Sitz­ mauer zurückhaltend verwendet. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Die großen Rasenflächen sind intensiv zu pflegen. Pflanzflächen sind nicht vorgesehen. Niederschlags­ wasser wird über die Vegetationsflächen versickert, die Platzfläche ist an die Kanalisation angeschlossen. Was­ sertechnik ist nicht vorgesehen. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten. Realisierung Die Verschmälerung des Geh- und Radwegs auf 2,30m ist nicht ohne Verlust des Radwegs realisierbar.

Breimann & Bruun Garten- und Landschaftsarchitekten, Hamburg / 1. Rundgang

1259

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Leitidee Der Entwurf möchte die Harmonie und Maßstäblichkeit (der historischen Platzfigur) wieder herstellen und sieht eine klare Zweiteilung des Olivaer Platzes vor. Passe­ partouts aus hellen Betonkanten rahmen die zwei neuen Bilder, die, so unterschiedlich sie sind, doch ein Paar bilden. Gestaltung und Nutzung Entsprechend der Leitidee der zwei Passepartouts do­ minieren zwei deutlich gefasste Rechtecke die jeweili­ gen Platzseiten. Dem westlichen Rasenparterre, das gegenüber dem Platzniveau 30 cm tiefer gelegt wird, steht als „Positiv“ ein Birkenhain aus 92 Birken auf der östlichen Seite gegenüber. Verteilt über den gesamten Platz liegen tropfenförmi­ ge oder organisch geformte Sitzdecks, die als ein ver­ bindendes Element der unterschiedlichen Platzhälf­ ten gedacht sind und die sich bis auf das Dreieck am Ku‘damm erstrecken. Die Sitzdecks umschließen teil­ weise die Bäume und fungieren dann auch als Baum­ scheibe, laut Verfasser soll auf diese Weise die Einbin­ dung abweichender Bestandshöhen der vorhandenen Bäume ermöglicht werden. Im Birkenhain befindet sich ein Spielbereich mit einem formal korrespondierenden Spielelement (rote Schleife) und einer innenliegenden Wasserschale. Nach Westen bildet eine Pergola den Abschluss des Platzes zur Straße hin. In die Pergola sind auch ein Café und das Buswartehäuschen integriert. Um die offene Rasenfläche und den Birkenhain umzu­ setzen sind umfassende Eingriffe in den Baumbestand erforderlich. Die Baumrodungen und Baumneupflanzun­ gen sind sehr umfangreich. Die Sitzdecks, die über den gesamten Platz verteilt sind, bestehen aus einer Stahlunterkonstruktion und einer Oberfläche aus HDPE, die den Aufdruck „1660“ erhält. Die Stahlskulptur von Pit Kroke wird auf der Rasenflä­ che vor den großen alten Bäumen angeordnet. Die Wegeflächen (inkl. Dreieck am Ku‘damm) bestehen aus Granitpflaster, das in den Gehwegbereichen durch Charlottenburger Platten ergänzt wird. Eine hellgraue wassergebundene Decke bildet den Belag im Birken­ hain. Die breiten Betonkanten der beiden Passepartouts werden aus hellem Sichtbeton hergestellt. Zur Bayrischen, Bregenzer und Wielandstraße werden Gehwegvorstreckungen vorgesehen. Dadurch entfallen etwa 10 Parkplätze im Straßenraum.

Das Dreieck am Ku‘damm erhält einen Wegebelag wie auf dem Platz und wird ebenfalls mit Sitzdecks ausge­ stattet. Alternative mit Parkplatz Der Parkplatz wird innerhalb des Birkenhains an dessen Nordseite angeordnet. Der Fahrbahnbelag besteht aus Pflaster.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten
 Die befestigten Flächen um den Platz werden erweitert, 
 die Vegetationsflächen mit einem Rahmen aus Weißbe­ ton gefasst. Kostenintensiv sind zudem die Sitzpodeste, 
 die Pergola und die Spiellandschaft. Die geplanten Ra­ senflächen können die Baukosten nicht kompensieren. 
 -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf nicht einge­ halten. -	 Bei Realisierung der Variante B (mit Parkplatz) wer­ den die Baukosten überschritten. Pflegekosten Die Rasenflächen, die Tennenwege und die Spielland­ schaft benötigen eine intensive Unterhaltung. Strauchund Staudenpflanzungen sind nicht vorgesehen. Nie­ derschlagswasser der befestigten Flächen wird in Rigo­ len versickert. Ein Wasserbecken ist geplant. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden / 1. Preis

1260

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1260

Leitidee In Anspielung auf die Nähe zum Ku‘damm und die viel­ fältigen Anforderungen an den Platz soll der Olivaer Platz ein maßgeschneidertes, leicht tailliertes Kleid er­ halten. Die neu und elegant bekleidete Platzfläche (soll dabei) als Pendant zum Kurfürstendamm als Laufsteg im Grünen fungieren. Gestaltung und Nutzung Der Entwurf sieht im Westen einen bis an die Kanten reichenden Platz vor, der sich – langsam schmaler wer­ dend - entlang der südlichen Platzkante fortsetzt. An­ schließend erstreckt sich eine Grünfläche, die von 2,5 m breiten Wegen erschlossen wird. An der nördlichen Platzkante bildet eine extensive Strauchpflanzung den räumlichen Abschluss des Platzes. Der vorhandene Baumbestand wird hier durch Neupflanzungen (Ahorn) ergänzt. Davor verlaufen die Wegeverbindungen in west-östlicher Richtung und bilden den Übergang zu der anschließen­ den zentralen Parkwiese. Diese verläuft überwiegend niveaugleich mit dem Platz und senkt sich nur zur süd­ westlichen Ecke hin um bis zu 40 cm ab. Eingestreut in den Platz und den Rasen liegen kissenförmige Flächen, die als Baumscheibe mit Pflanzfläche (Bodendecker / Stauden) oder als Wasserbecken fungieren oder Nut­ zungen wie Spielbereiche aufnehmen. Nach Bedarf werden diese auch mit einer Aufkantung erhöht ausge­ führt. Die Sitzelemente folgen dabei den Konturen der Fläche und haben eine linsenartige Form. Durch die Integration in Baumscheiben können die Be­ standshöhen vieler Bäume beibehalten werden, auch wenn das umliegende Gelände ein anderes Niveau aufweist. Es sind umfangreiche Baumrodungen vorge­ sehen. Die Neupflanzung von Bäumen ist sehr umfang­ reich. Der gesamte Belag der umlaufenden Platzflächen wird in einem eigens für den Platz entwickelten Plattenbelag ausgeführt, der ein prägnantes Dekor erhält: Als Remi­ niszens an den Ort Oliva - an die kaschubische Liebe für das kleine Dekor und an die baulichen Traditionen der Franziskaner - wird ein graziles Flechtwerk aus ei­ nem leicht abgewandelten, floral anmutenden Vierpaß gewirkt. Der Cafépavillon bildet den westlichen Abschluss des Platzes. Die Haltestelle wird integriert. An der südlichen Platzseite werden die Parkplätze ent­ lang der Straße komplett auf die südliche Straßenseite verlagert. Durch Senkrechtaufstellung soll dies kompen­ siert werden. An der nördlichen Platzkante werden Geh­

wegvorstreckung auf Höhe Wielandstraße vorgesehen. Insgesamt entfallen im weiteren Wettbewerbsgebiet 5 Parkplätze. Alternative mit Parkplatz Der Parkplatz mit 59 Stellplätzen wird an der nördlichen Platzkante im Übergangsbereich zwischen Hecken­ pflanzung und Rasenfläche angeordnet. Die angrenzen­ den Wegeverbindungen werden über die Fläche hinaus fortgeführt. Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Durch die Anlage der großer Rasenflächen kann die Herstellung der rahmenden Promenade aus einem Be­ tonplattenmuster sowie der intensive Einbau von Aus­ stattungsgegenständen und Baumscheiben kompen­ siert werden. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Wesentliche Pflegekosten entstehen durch die gro­ ße Rasenfläche und die neuen Pflanzflächen. Nieder­ schlagswasser wird über die Vegetationsflächen ver­ sickert, die westliche Platzfläche ist an die Kanalisation angeschlossen. Ein Wasserbecken ist geplant. -	 Insgesamt wird der Kostenrahmen für die Pflege mit dem Entwurf eingehalten.

geskes.hack Landschaftsarchitekten, Berlin / 3. Rundgang

1261

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1261

Leitidee Die Leitidee wird wie folgt beschrieben: Der Entwurf für die Neugestaltung des Olivaer Platzes greift die hi­ storischen, stadtstrukturellen Vorgaben prinzipiell auf, überträgt diese jedoch in eine zeitgenössische Gestalt­ sprache und trägt hierbei insbesondere auch den ge­ änderten ökologischen, funktionalen und sozialen An­ sprüchen der Stadt Rechnung. Das Konzept des grünen Stadtplatzes wird stringent bis zur Schlüterstraße erwei­ tert. Durch seine einfache und klare Gestaltsprache er­ hält der Olivaer Platz einen großzügigen und urbanen Charakter. (…) Die angrenzenden Straßenzüge finden ihre schlüssige Fortführung in den Parkwegen und ver­ weben somit den Platz mit der angrenzenden Stadt. Gestaltung und Nutzung An den stadträumlich wichtigen Zugängen - an der Kon­ stanzer Straße und an der Schlüterstraße - ordnen sich attraktive Stadtplätze an. Sie werden im Norden, ent­ lang der Lietzenburger Straße, durch eine großzügige Parkpromenade verbunden. Zu den Wohngebieten im Süden ordnen sich ruhigere Grünflächen an. Die als Veranstaltungsort konzipierte Platzfläche an der Konstanzer Straße markiert das repräsentative Entrée zum Olivaer Platz vom Kurfürstendamm. Ein begehba­ res Wasserspiel mit flächenbündigem Belag aus groß­ formatigen Granitplatten befindet sich am östlichen Platzrand und wird von Sitzbänken flankiert. Ein CaféPavillon mit Außenterrasse bildet den westlichen Ab­ schluss des Platzes. Auf der östlichen Platzfläche befinden sich Spiel- und Sportangebote für verschieden Altersgruppen. Angebo­ ten werden ein Boulefeld, ein Sandspielplatz, ein Bas­ ketballfeld sowie Tischtennisplatten. Am östlichen Platz­ rand markiert eine Pergola den Eingang des Platzes und vermittelt räumlich zwischen Park und Stadt. Die beiden Plätze werden im Norden durch eine par­ allel zur Straße verlaufenden Promenade verbunden. Die Promenade bildet das repräsentative Rückgrat des modernen Schmuckplatzes und vermittelt sowohl räum­ lich als auch funktional den Übergang von der beleb­ ten Lietzenburger Straße zum Park. Durch eine breite Eibenhecke (Höhe: 80cm) wird die Präsenz der Straße im Platzinneren reduziert. Eine zur Platzmitte hin orien­ tierte, durchgehende Sitzbank begleitet die Promenade. Der Charakter des Platzes wird geprägt durch leicht erhöhte (15cm) „Rasenplateaus“, die von Natursteinein­ fassungen umgrenzt werden. Die Rasenflächen können über Absenker barrierefrei erreicht werden. Nord - Süd verlaufende Wegeverbindungen ermöglichen eine Que­ rung des Platzes.

Wege- und Platzflächen werden mit wassergebunde­ ner Decke belegt, um die Rolle des Olivaer Platzes als Schmuckplatz zu verdeutlichen. Teilweise werden Spiel­ bereiche mit einem Kunststoffbelag ausgestattet. Die lange Sitzbank an der Promenade besteht aus einem Granitsockel mit Leuchtbändern und Holzauflagen so­ wie sequenziell angeordnete Rückenlehnen. Zwischen den Baumgruppen sind Sitz- und Liegepodeste aus Lär­ chenholz angeordnet. Nord-Süd verlaufende Platzüberquerungen werden teil­ weise von Stauden-Gräser-Streifen in den angrenzen­ den Rasenflächen begleitet. Baumneupflanzungen werden im Gegensatz zu den orthogonalen Wegen frei platziert. Es sind umfangreiche Baumrodungen vorge­ sehen. Der Umfang der Neupflanzung von Bäumen ist gering. Im erweiterten Wettbewerbsgebiet werden die Gehwe­ ge in den Querungsbereichen im Nordosten und Nord­ westen aufgeweitet sowie die notwendige Einfahrt zum Parkplatz berücksichtigt. Alternative mit Parkplatz Im östlichen Platzbereich, südlich der Promenade, wer­ den 60 Parkplätze nachgewiesen. Der Parkplatz ist über eine Überquerung der Fußgängerpromenade erreichbar und wird mit einer Hecke von den angrenzenden Flä­ chen abgeschirmt und mit bestehenden Bäumen sowie fünf Baumneupflanzungen begrünt.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Der großflächige Einbau wassergebundener Wegedek­ ken und die Etablierung der großen Rasenflächen mini­ mieren die Baukosten. Es sind kostenintensive Einbau­ ten wie Wasserspiel, Pergola, eine beleuchtete lange Sitzbank sowie Sitzpodeste vorgesehen. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf nicht einge­ halten. Pflegekosten Wesentliche Pflegekosten entstehen durch die großen Rasenflächen und die Tennenwege. Eine lange Eibenhecke ist an der Nordseite geplant. Zum Umgang mit Niederschlagswasser werden keine Angaben gemacht. Ein begehbares Wasserspiel ist vorgesehen. -	 Insgesamt wird der Kostenrahmen für die Pflege mit dem Entwurf eingehalten.

relais Landschaftsarchitekten, Berlin / 3. Rundgang

1262

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1262

Leitidee Der grüne Stadtplatz nimmt im urbanen Gefüge eine komplementäre und repräsentative Stellung ein. Er bildet eine Aufweitung im dichten Stadtraum, die kon­ trastierende Qualitäten entfalten kann. Zugleich ist der Platz auf das Stadtquartier bezogen und vermittelt des­ sen Gepräge und Nutzungsanforderungen. Das Kon­ zept für die Gestaltung des Olivaer Platzes zielt (…) auf die Entwicklung einer neuen Freiraumstruktur, die sich zur Tradition des grünen gründerzeitlichen Berliner Stadtplatzes bekennt und an räumliche Elemente des Ortsgedächtnisses anknüpft. Umgesetzt wird dies durch die Kombination landschaftlicher und gärtnerischer Mo­ tive mit den Qualitäten des klassischen Stadtplatzes. Gestaltung und Nutzung Die klar strukturierte Gestaltung basiert auf der Verstär­ kung der Platzränder und der Schaffung einer offenen, ruhigen Platzmitte inmitten differenzierter Vegetations­ strukturen. Um den Zusammenhalt der länglich-geschwungenen Form des Platzes zu stärken und als Referenz an die erste Platzgestaltung von 1910 wird der zentrale und östliche Teil des Platzes als um ca. 75 cm eingesenkter Rasenspiegel ausgeformt. Dabei werden die baumbe­ standenen Flächen im südlichen Platzteil geschwungen anmodelliert. Die längsgerichtete Rasenfläche wird von zwei übergeordneten nord-süd verlaufenden Wegever­ bindungen durchquert. Im Bereich des Baumhaines im Südosten stehen Spielobjekte aus Eichenholz und Edel­ stahl in einer Fläche aus Spielsand. Ein längsgerichteter, asymmetrischer Heckenkörper (h = 75 bis 275 cm) aus Eibe begrenzt den Rasenspie­ gel nach Norden entlang der Lietzenburger Straße. Stu­ fenanlagen aus Naturstein verbinden die tiefer liegende Platzfläche mit dem Straßenniveau. An der Innenseite der Heckenskulpturen verläuft eine gradlinige Wegever­ bindung, begleitet von drei langen Sitzbänken aus Stahl mit Holzauflage (Thermoholz) und Lehne. Im westlichen Teil des Platzes ist ein befestigter, zum Kurfüstendamm ausgerichteter Eingangsbereich vor­ gesehen. Diese zur Rasenfläche leicht geneigte, befe­ stigte Fläche wird von einem zentral gelegenen monoli­ thischen Wasserspiel (h= 20 bis 95cm, Gesamtfläche= ca.150m2) geprägt, dessen Horizontale aus dem Relief ‚herauswächst’. Das Wasserspiel wird von zwei asym­ metrisch geformten Beeten mit Ziergräsern und Stau­ den begleitet. Das Wasserspiel besteht aus einem Natursteinmonolith und wird aus Teilsegmenten zusammengesetzt. Sämtli­

che Wege- und Platzflächen werden aus Natursteinpfla­ ster in Passe und Reihenverband belegt. Die vorhande­ nen Skulpturen werden im südlichen Gehölzsaum neu aufgestellt. Auf die Anordnung eines Cafépavillions wird verzichtet. Attraktiver ist die weitere Belebung des gastronomi­ schen Angebotes in den Erdgeschosszonen der umlie­ genden Gebäude, um so den Austausch des neu gestal­ teten Platzes mit seinem Umfeld zu fördern. Es sind sehr umfangreiche Baumrodungen vorgesehen. Sie finden vorwiegend im nördlichen Teil des Platzes im Bereich des eingesenkten Rasenspiegels und in der westlichen Platzfläche statt. Es werden keine neuen Bäume gepflanzt. Die Gehwege erweitern sich nach Süden und Osten, um die vorhandenen Längsparker einzubinden. Gehweg­ vorstreckungen und -aufweitungen in Querungsberei­ chen werden vorgesehen. Alternative mit Parkplatz Am nordöstlichen Rand des Platzes werden 60 Stell­ plätze auf einem Parkplatz untergebracht. Über eine As­ phaltzufahrt gelangt man zu dem Parkplatz aus Natur­ steinpflaster. Der Parkplatz fügt sich in die dort befind­ liche Heckenskulptur ein und wird demzufolge optisch vom Platz abschirmt. Die innere ost- west verlaufende Wegeachse verschwenkt entlang der Parkplatzaußen­ kante.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Der Wegebau wird zurückhaltend ausgeführt und be­ schränkt sich auf die Verwendung von neuem und gebrauchtem Mosaikpflaster. Wesentliche Baukosten entstehen durch den Einbau des Wassersteins und der Pflanzkörper aus Taxus. Der Einbau von Spielgeräten ist intensiv, von Ausstattungsgegenständen zurückhaltend. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Die großen Rasenflächen sowie die große Heckenanla­ ge verursachen intensive Pflegekosten. Mosaikpflaster wird in ungebundener Bauweise verwendet und muss kontinuierlich gereinigt werden. Niederschlagswasser wird über die Vegetationsflächen versickert. Eine auf­ wendige Wassertechnik ist vorgesehen. -	 Insgesamt wird der Kostenrahmen für die Pflege mit dem Entwurf eingehalten.

sinai - Faust.Schroll.Schwarz, Berlin. / 3. Rundgang

1263

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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Leitidee Das Spannungsfeld zwischen „Garten“ und „Platz“ kennt zahlreiche Wechselspiele: Die strenge Raum­ struktur und die verspielten gärtnerischen Intarsien, das steinerne Passepartout und das grüne Herz, den Reprä­ sentationsraum für mittägliche Großstadtflaneure, den Rückzugsraum für Naturfreunde, den Toberaum für Kin­ der. Große Bühne, kleines Glück. Dieses erfolgreiche Programm der Gegensätze wird für den Olivaer Platz bestimmend sein. Gestaltung und Nutzung Im Zentrum des Olivaer Platzes liegt ein langgestreck­ tes, 28 m breites Rasenbecken, eingebettet in einen Platzbelag aus warmgrauen Mosaikpflaster (z.B. Grau­ wacke). Ost-West-gerichtete helle Travertinstreifen in regelmäßigem Abstand gliedern den Platzbelag. Ein 1 m breites Steinband aus Travertin fasst das Rasen­ becken, das nur im Bereich der Nord-Süd-Achse der Bayerischen Straße – Wielandstraße durch zwei Wege unterbrochen wird. Diese Querung teilt das Rasenbek­ ken in zwei Bereiche: im Westen liegt unter Bestandsbäumen der dem Kurfürstendamm zugewandte Rasen­ garten, der sich bis zum westlichen Platzkopf um 50 cm absenkt. An den Rändern arbeiten sich dadurch Mauern und Sitzstufen heraus, die Fläche selbst wird bestückt mit Liegemöbeln. Der Rasengarten geht in den Gastgar­ ten (wassergebundener Decke mit perlweißem Splitt) über, der um drei Stufen gegenüber dem Platzkopf ab­ gesenkt ist. Unter einem runden Dach (Durchmesser 17 m) sind hier Kiosk/WC und Café zusammengefasst (das große „O“). Der östliche Teil des Rasenbeckens wird als vielfältig nutzbare Spiel- und Veranstaltungsfläche verstanden. Für Feste und Veranstaltungen wird eine belastbare Rasentragschicht eingebaut. Im Winter kann eine Eis­ bahn eingerichtet werden. Einzelne Spielskulpturen zum Klettern finden sich am Rand. Die nördlichen und südlichen Platzränder werden un­ terschiedlich interpretiert: Entlang der Lietzenburger Straße entsteht die 10 m breite Stadtpromenade (Mo­ saikpflaster), die auch als Marktplatz dienen kann. Die bestehenden Linden werden um eine zweite innenlie­ gende Reihe ergänzt. In der Flucht der Linden werden Doppelbänke mit hoher Rückenlehne angeordnet, die durch Charlottenburger Gehwegplatten linear verbun­ den sind. Die Lietzenburger Straße wird durch eine Folge von 1,30 m hohen Heckenblöcken (Hainbuche, Eibe, Rotbuche) abgeschirmt, die regelmäßig am Fuß der Straßenbäume unterbrochen ist. Der Radweg wird unmittelbar vor der Hecke über den Platzbelag geführt.

Die Platzsüdseite ist geprägt von blockhaften Pflanz­ flächen unter den Bestandsbäumen, die von einer dop­ pelten Wegespange (wassergebundenen Decken mit einer warmgrauen Abstreuung) durchzogen werden. Die streifenförmige, 90 bis 120 cm hohen parallelen Pflanzbänder aus Hortensien, Rhododendren und Fe­ derbuschsträucher bilden zudem kleine Plätze mit Sitz­ gelegenheiten aus. Regelmäßige Unterbrechungen der Pflanzbänder vor allem im Bereich der einmündenden Straße und der Anbindung an die ´Rosengärten´ stellen die Durchlässigkeit zum Straßenraum her. Insgesamt sind umfangreiche Rodungen und Neupflanzung von Bäumen vorgesehen. Die Stadtpromenade beansprucht im Bereich der Liet­ zenburger Straße Flächen im weiteren Wettbewerbsge­ biet. Die Gehwege werden in den Platzbelag einbezo­ gen. Im Zuge der Nord-Süd-Durchwegung werden an der Pariser Straße und an der Lietzenburger Straße Gehwegvorstreckungen vorgeschlagen. Alternative mit Parkplatz In der Parkplatzvariante werden 60 Stellplätze auf ei­ nem Parkplatz in der östlichen Platzhälfte südlich der Stadtpromenade angeordnet. Gerahmt wird der mit dem vorhandenen Großpflaster befestigte Parkplatz von ei­ ner 130 cm hohen Rotbuchenhecke, die als Abschir­ mung zur der Nord-Süd-Durchwegung dient.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Wesentliche Baukosten entstehen durch den Einbau der rahmenden Travertinblöcke und den Wegeflächen aus Mosaikpflaster. Der Einbau von Spielgeräten ist intensiv, Ausstattungsgegenstände sind zurückhaltend eingesetzt. Die Baukosten werden durch die Anlage der großen Wiesenfläche kompensiert. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Pflegekosten entstehen vor allem für die großen Rasen­ flächen und intensiv zu pflegende Gehölzpflanzungen sowie für die Tennenwege. Niederschlagswasser wird über die Vegetationsflächen versickert, Parkplatzflä­ chen an die Kanalisation angeschlossen. Wassertech­ nik ist nicht vorgesehen. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

barbara willecke planung . freiraum, Berlin / Anerkennung

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Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1264

Leitidee In der Geschichte der Gartenarchitektur bildeten Gestal­ tungen von Mustern in Stoffen und Stickereien Vorlagen für Schmuck in Gärten und Parks und umgekehrt. Heute werden diese Aspekte und auch Muster zum Leitmotiv für die Evolution des Olivaer Platzes. Der grünbestimm­ te Platz des 21. Jahrhunderts bleibt bzw. wird wieder Aushängeschild und Laufsteg für den Kurfürstendamm (…) Der Platz schmückt sich mit seinen Menschen wie sie sich mit ihm schmücken (…) er ist Spiel- und Gestal­ tungsraum, Begegnungs- und Bewegungsort. Die Wiedergewinnung von Proportion, Breite und Wei­ te, das dichte und inspirierende Nebeneinander unter­ schiedlichster, zeitgemäßer Nutzungen sowie die Schaf­ fung von Wahlmöglichkeiten für alle denkbaren Nutzer­ gruppen sind Basis der gestalterischen Grundidee. Der neue Olivaer Platz … verbindet Garten- und Platzfunk­ tionen in einer Choreographie von Raumsequenzen, die aus der Tradition der Gartenkunst abgeleitet sind. Gestaltung und Nutzung Der Olivaer Platz gliedert sich in Plätze, Promenade und Rundweg, abschirmenden Pflanzungen an den Rän­ dern, mittige Liege- und Spielwiesen, Spielstrand sowie Sport und Bewegungsangebote. Die Eingangsbereiche (West, Mitte, Ost) sind Treffpunkte mit Stein- und Platz­ sofas, Sitzstufen sowie Imbiss, Café und Kiosk. Das Thema der Broderie wird als Naturstein-Intarsie im Bereich der westlichen Liegewiese und als Ornament der östlichen Kunststoff-Spielfläche aufgegriffen. Die vorhandenen Brunnen werden im westlichen Eingangs­ bereich der Außengastronomie eines Imbisses zugeord­ net. Dort findet sich auch ein Senkgarten. Die Rasenflä­ che mit der Broderie wird durch einen Natursteinrahmen gefasst, der sich in der südwestlichen Ecke zu einem breiten Steinsofa entwickelt (+40 cm). Dieses Motiv fin­ det sich auch an den Spielflächen im Osten. Stege aus Beton queren die Rasenflächen. In zentraler Lage des Platzes befindet sich ein gläsernes Pavillon-Cafe mit außenliegenden Terrassen. Nachts bietet die Beleuchtung eine Orientierung entlang der Haupt-Durchwegung von der Wielandstraße zur Bayeri­ schen Straße. Östlich des Cafés liegt ein Sandspielbereich mit Holz­ podesten, daran schließen sich nach Osten, getrennt durch Stege, eine Spielwiese sowie ein Sport- und Be­ wegungsbereich an (Tartan mit Blumenornament). Wei­ tere generationenübergreifende Sport- und Spielgeräte befinden sich in durch Heckenbänder gegliederten Räu­ men entlang der südlichen Promenade. Die Eingangsplätze und wegebegleitende Bänder sind mit hellen Na­

tursteinplatten befestigt, im Bereich der Bestandsbäume und auf den Promenaden werden wassergebundene Wegedecken verwendet. Auf den Promenaden finden sich auch die langen Platzsofa-Bänke (Betonunterkon­ struktion mit Natursteinvorsatz und Holzauflagen mit Lehnen). Eine gabionenartige, niedrige Aufhügelung entlang der Lietzenburger Straße soll einen lärmmindernden Effekt ausüben. Bepflanzt werden die Streifen entlang der Liet­ zenburger Straße und Pariser Straße mit Zierkirschen, Hecken aus Kirschlorbeer, Stauden, Rosen und Grä­ sern. Es sind umfangreiche Rodungen und Neupflan­ zungen von Bäumen vorgesehen, die Fällungen sollen durch Nachpflanzungen ausgeglichen werden. Bis auf einzelne Gehwegvorstreckungen entlang der Pariser Straße und Lietzenburger Straße werden im weiteren Wettbewerbsgebiet keine Umgestaltungsmaß­ nahmen vorgeschlagen. Alternative mit Parkplatz In der Parkplatzvariante werden 60 Stellplätze auf einem Parkplatz im östlichen Bereich zwischen den Promena­ den angeordnet. Alternativ zur Zu- und Ausfahrt über die Lietzenburger Straße wird auch eine Zu- und Ausfahrt von der Württembergischen Straße vorgeschlagen, um Konflikte mit der nördlichen Fußgängerpromenade zu vermeiden. Die Zu- und Ausfahrten liegen nicht inner­ halb des geforderten Bereichs.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Baukosten, die durch die großen Wegeflächen entstehen, können durch die Anlage der Wiesenfläche nicht kompensiert werden. Auch der Einbau von Aus­ stattungsgegenständen, insbesondere von Bänken, ist intensiv. Durch den Bau des Pavillons in der Platzmitte wird u.a. die Fernwärmeleitung tangiert. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf nicht einge­ halten. Pflegekosten Neben den Rasenflächen entstehen intensiv zu pflegen­ de Staudenflächen und Hecken, während die Pflanzflä­ chen extensiv zu pflegen sind. Die vorhandenen Was­ serbecken werden renoviert. Zur Regenentwässerung sind keine Angaben gemacht. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

kiefer CS Landschaftsarchitekten, Berlin / 2. Rundgang

1265

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1265

Leitidee „Durchlässigkeit“ und „Verknüpfung“ sind die Schlag­ worte der gestalterischen Idee. Daraus entwickeln die Verfasser eine Struktur aus Rasenschollen, Baumhai­ nen und Staudenbeeten, die aus zahlreichen Wegever­ bindungen entstehen, und auf die städtebaulichen Rich­ tungen und Verbindungen der Umgebung reagieren. Ein Baumhain im Nordwesten soll eine Art Eingangsfunktion übernehmen und zusammen mit dem städtischen Bou­ levard an der nördlichen Platzkante den Übergang zum urbanen Stadtraum herstellen. Gestaltung und Nutzung Rasenflächen mit einer Einfassung aus hellem Granit bilden das Grundgerüst des Platzes. Sie werden er­ gänzt durch die Platzflächen im Nordwesten (Baum­ hain, Podest mit Café) und die nördlich anschließende Promenade sowie die Staudenbeete im Südosten. Ein diagonal verlaufender Weg verbindet diese Elemente miteinander. Er stellt die zentrale Erschließung des Plat­ zes dar und variiert in seiner Breite. Die Topographie aus schollenartigen Rasenflächen, soll zu unterschied­ licher Aneignung anregen. Sitzmöglichkeiten in Form von Bänken und Liegen sind auf den Rasenschollen vorgesehen. Sie werden ergänzt durch locker verteilte Spielobjekte. Diese Spielstationen sind als skulpturale Objekte gedacht. Die Einfassungen der Rasenflächen weisen unterschied­ liche Höhen auf und dienen als Sitzkante oder Stufe. Sie sollen es ermöglichen, die vorhandenen Bäume entsprechend ihren Bestandshöhen in das Platzkonzept zu integrieren. Die Staudenflächen sollen pflegeleicht sein. Neupflanzungen aus Linden bilden die Struktur des Baumhains und des anschließenden Boulevards. Insgesamt sind sehr umfangreiche Baumrodungen vor­ gesehen. Die Neupflanzung von Bäumen ist ebenfalls sehr umfangreich. Die Wege, die zwischen 1,2 m, 2,5 m und 4,0 m vari­ ieren, werden aus Granit-Kleinsteinpflaster hergestellt. Hauptwege und die umlaufenden Gehwegflächen erhal­ ten zusätzlich Bänder aus Charlottenburger Platten. Un­ ter dem Lindenhain und südlich des Podestes schließen sich größere Flächen aus wassergebundener Decke an. Das Café ist östlich des Lindenhains untergebracht. Eine Bestuhlung soll zu beiden Seiten erfolgen können. Auf Höhe der Wielandstraße wird eine zusätzliche Gehwegvorstreckung vorgesehen. Dadurch entfällt ein Parkplatz.

Alternative mit Parkplatz An der nordöstlichen Platzkante wird der Parkplatz mit 60 Stellplätzen angeordnet. Zwei in diesem Bereich ver­ laufende Wegeverbindungen werden durch den Park­ platz hindurch geführt.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Kostenintensiv wirkt sich vor allem die großflächige Ver­ wendung von Natursteinbelägen, die Umgrenzung der Rasenflächen, eine sehr umfangreiche Baumpflanzung sowie die umfangreiche Verwendung von Ausstattungs­ gegenständen aus. Die hier entstehenden Kosten las­ sen sich durch die Rasenflächen nicht kompensieren. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf nicht einge­ halten. -	 Bei Realisierung der Variante B (mit Parkplatz) wer­ den die Baukosten überschritten. Pflegekosten Die differenzierte topographische Gestaltung der Ra­ senflächen erschwert deren Pflege. Tennenwege wer­ den in Hauptwegen und am Eingangsplatz eingesetzt und sind zu pflegen. Niederschlagswasser soll in die Vegetationsflächen abgeleitet werden. Wassertechnik ist nicht vorgesehen. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

birke. zimmermann Landschaftsarchitekten, Berlin / 2. Preis

1266

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1266

Leitidee Das Grundziel der Gestaltung ist ein Stadtraum, der die ursprüngliche Platzgestaltung Thiemes neu und modern interpretiert und auf die heutigen Anforderungen der un­ terschiedlichen Nutzungen reagiert. Die für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf charakteristischen Plätze im Stile der Gründerzeit dienen in ihrer Grundstimmung als gestalterisches Vorbild. Gestaltung und Nutzung Flankiert von einer 2,5 m breiten und 0,6m hohen Formhecke erstreckt sich eine zentrale Rasenfläche über den gesamten Platz. Die Hecke wird nach außen hin noch­ mals durch einen flachen Sockel gefasst. Eingeschobe­ ne Platzbereiche gliedern die Fläche. Im Westen bildet ein Platz mit Wasserspiel und Formhecken den Auftakt und Haupteingang zum Olivaer Platz. Die Wegeverbin­ dung in Verlängerung von Bayrischer und Wielandstra­ ße wird zu einem zentralen Stadtplatz aufgeweitet, der den Mittelpunkt des ganzen Quartiersplatzes bilden soll. Hier ist auch das Café angeordnet, an das rückseitig ein Spielplatz angrenzt. Ein kleinerer urbaner Platz bildet den Abschluss am südöstlichen Platzende. Als Quar­ tiersplatz soll er ein Bindeglied in der Platzabfolge zum Ludwig Kirchplatz darstellen. Durch den Belag mit was­ sergebundener Wegedecke soll er auch zum Boulespie­ len geeignet sein. Diagonal verlaufende Querungsmöglichkeiten von 1,8m Breite schneiden die zentrale Grünfläche. Sie sollen wichtige Wegeverbindungen über den Platz ermögli­ chen. Abschluss und geleichzeitig Übergang zur nördli­ chen Platzkante bildet eine baumbestandene Promena­ de. Die Rasenfläche wird in den Randbereichen durch Staudenpflanzungen strukturiert. Baumrodungen sind in geringem Umfang vorgesehen. Der Umfang der Neu­ pflanzung von Bäumen ist ebenfalls gering. Bänke stehen entlang der Plätze und der Promenade. Es wird vorgeschlagen, Sitzbänke mit einer erhöhten Sitzposition und zusätzlichen Aufstehhilfen einzubauen. Ein Stuhlverleih ist im Café vorgesehen. Den westlichen und östlichen Abschluss des Grün­ raums bildet ein Plattenbelag aus Muschelkalk, auf dem auch das Wasserspiel integriert wird. Ebenfalls aus Mu­ schelkalk wird der Sockel entlang der Heckenelemente gebildet. Die Umpflasterung des Platzes inklusive der Querwege soll mit Mosaiksteinpflaster unter Wiederver­ wendung des Bestandsmaterials erfolgen. Im Bereich der Gehwege findet die Charlottenburger Platte Verwen­ dung. Die Promenade und der östliche Quartiersplatz werden in wassergebundener Wegedecke ausgeführt.

Der Cafépavillon wird zentral auf dem Platz angeordnet und kollidiert unter Umständen mit der in diesem Be­ reich verlaufenden Fernwärmeleitung. Alternative mit Parkplatz Der Parkplatz mit 61 Stellplätzen wird ganz im Osten in­ nerhalb der Heckenstruktur angeordnet. Unterbrechun­ gen in den Hecken machen die Fläche durchlässig und ermöglichen Querungen in Ost-West-Richtungen. Die Zu- und Ausfahrt des Parkplatzes liegt nicht innerhalb des geforderten Bereichs.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Die intensiven Baukosten für die befestigten Flächen und die rahmende Raseneinfassung können durch die Anlage der großen Rasenflächen kompensiert werden. Der Einbau von Sitzgelegenheiten ist intensiv. Durch den Bau des Pavillons in der Platzmitte wird u.a. die Fernwärmeleitung tangiert. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Pflegeintensiv sind neben den Rasenflächen die Hek­ kenelemente, die Staudenbeete und die wassergebun­ denen Wegeflächen. Niederschlagswasser wird über die Vegetationsflächen versickert, oder in Straßenab­ läufe abgeleitet. Ein Wasserbecken ist geplant. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

Atelier Loidl, Berlin / 3. Preis

1267

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1267

Leitidee Die Leitidee wird vom Verfasser wie folgt beschrieben: Der neue Olivaer Platz bereichert den CharlottenburgWilmersdorfer Kiez um einen eleganten Metropolenplatz für Berliner und Berlin-Besucher. Die einfache und prägnante Figur besitzt eine hohe Flexibilität, die Änderungen und Anpassungen im weiteren Ver­ fahren und selbst nach dem Bau zulässt, ohne ihre Kraft zu verlieren. Eine vielfältige und elegante Stadt­ oase entsteht, die sowohl Gäste des hektischen Kur­ fürstendamms aufnimmt, als auch das Kiezleben von Wilmersdorf und Charlottenburg bereichert. (…) Der Platz ermöglicht durch seine klare Gliederung in Promenadenrahmen und Landschaftsausschnitte und die Aufastung der Bäume eine hervorragende Orientie­ rung und Übersichtlichkeit und ist somit ein angstfreier Raum. Gestaltung und Nutzung Das Gestaltungskonzept basiert auf einer klaren Gliede­ rung des Platzes in zwei längliche, rechteckige Vegetati­ onsflächen (Landschaftsausschnitte) und die umlaufen­ den befestigten Platz- und Wegeflächen (Promenaden­ rahmen). Um die größtmögliche Öffnung des Platzes zu erreichen, wird ein Promenadenrahmen (…) unter die bestehenden, aufgeasteten Bäume „geschoben“ und er­ möglicht dem Besucher das Ankommen an allen Seiten des Platzes. Die umgebenden Quartiere werden somit gleichsam „angedockt“. Der Promenadenrahmen besteht aus optimierter was­ sergebundener Decke (Stabilizer) und unterteilt sich in vier unterschiedliche Platz- und Wegebereiche: eine große Platzfläche am westlichen Parkrand, eine Pro­ menade entlang der Lietzenburger Straße, eine kleinere Platzfläche im Südosten (Kiezplatz) und ein zentral ge­ legener Verbindungsplatz. Am westlichen Platzrand, an der Ecke zum Kurfüstendamm, befindet sich die große Platzfläche „Olivaer Marktplatz“. Optional wird hier ein als Glashaus konzipiertes „Café im mediterranen Win­ tergarten“ vorgeschlagen. „Landschaftsausschnitte“, bestehend aus Rasenflächen mit topografischer Modellierung (bedingt durch die un­ terschiedlichen Bestandsbaumhöhen) und Pflanzungen (Farne, Gräser und Blütenstauden) im Bereich der be­ stehenden Bäume, prägen die grüne Mitte des Platzes. Der hohen Wertigkeit entsprechend, werden die Vege­ tationsflächen mit einem umlaufenden, schmalen Rah­ men aus Messing eingefasst. Es sind sehr umfangreiche Baumrodungen vorgesehen. Der Umfang der Neupflanzung von Bäumen ist umfang­ reich. Im Bereich der Promenade entlang der Lietzen­

burger Straße werden Baumneupflanzungen aus mehr­ stämmigen, hoch aufgeasteten Ahornbäumen gesetzt. Der mittlere, befestigte Platzbereich übernimmt eine ver­ netzende Funktion zwischen der platzinneren Erschlie­ ßung und der übergeordneten Nord-Süd-Verbindung. Hier befinden sich Tischtennisplatten, Boulebahnen und ein Trinkbrunnen. Verschiedene Holzmöbel unterstützen die unterschiedli­ chen Bereiche des Platzes. Lange, beidseitig nutzbare Bänke mit Rückenlehnen flankieren die Nordseite der Rasenflächen, sechs Rundbänke mit breiten Sitzflächen umrahmen Einzelbäume auf der westlichen Platzfläche und im Bereich einer Bestandsbaumgruppe im Süd­ osten wird ein großes Holzdeck angeboten. Das Holzdeck bildet einen informellen Kieztreffpunkt und umgibt einen Sandspielbereich für Kleinkinder. Im weiteren Wettbewerbsgebiet werden Gehwegvor­ streckungen und Querungshilfen vorgesehen. Alternative mit Parkplatz Eine rechteckige Asphaltfläche mit 60 Parkplätzen wird in den östlichen Teil des Platzes integriert. Dieser in der Platzmitte gelegene Parkplatz fügt sich in die Gesamt­ konzeption des bestehenden Entwurfes ein. Bestandsbäume werden zusammen mit 3 Neuanpflanzungen integriert. Die Überfahrt zum Parkplatz wird im Bereich der Promenade mit Pollern gesichert.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Reduzierung der Wegebeläge auf stabilisierte Ten­ nendecken und die Anlage von großen Rasenflächen, bietet den finanziellen Freiraum um innerhalb der Bau­ kosten kostenintensive Messingeinfassungen und lange Holzbänke zu etablieren. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Neben den großen Rasenflächen sind umfangreiche extensive Gehölzflächen gärtnerisch zu unterhalten. Eine Bewässerungsanlage ist vorgesehen. Wasserbek­ ken sind nicht geplant. Niederschlagswasser wird über Punktabläufe in Rigolen versickert. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

ARGE Latz + Partner (federführend) mit Latz Riehl Partner, Kranzberg / 2. Rundgang

1268

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1268

Leitidee Die Leitidee wird wie folgt beschrieben: Die überlieferten formalen und räumlichen Gartenelemente haben bedeu­ tenden Wert und bieten die Basis für eine erfolgreiche Erneuerung der Anlage. Dieser Grundcharakter soll da­ her herausgearbeitet, die Prinzipien behutsam weiter entwickelt und in ein robustes und vielfältiges Arrange­ ment für die gesamte Platzfläche transformiert werden. Es soll ein für Berlin einmaliger Freiraum entstehen, der eine starke räumliche Präsenz ausstrahlt, dennoch Viel­ falt zum Ziel hat und auf Nutzungsänderungen reagieren kann, ohne dass seine Einheit gefährdet ist. Gestaltung und Nutzung Das gestalterische Ziel besteht darin, die bestehende geometrische Grundstruktur des Wohngartenkonzepts der 1950er/60er Jahre mit den Nutzeransprüchen der heutigen Zeit zu vereinbaren und für die gesamte Platz­ fläche weiterzuentwickeln. Die Platzgestaltung unterteilt sich in einen 60er-Jahre-Garten im westlichen Teil, in einen offenen Aufenthalts- und Erschließungsbereich in der Mitte und in einen Aktionsraum mit Sport- und Spielangeboten am Ostteil des Platzes. Drei wesentliche Maßnahmen werden für die Entwick­ lung des Olivaer Platzes genannt: 1 Transformation der Platzoberfläche: hierfür wird die Platzfläche mit einem Teppich aus wassergebundener Decke versehen, welcher sämtliche Nutzungsbereiche unter alten und neuen Bäumen einbezieht. Die Platz­ anlage wird somit von allen Seiten zugängig gemacht. Hauptwegeerschließungen und Radwege werden mit­ tels eines Asphalts, der optisch mit der Oberfläche der wassergebundenen Decke identisch ist, ausgestattet. 2 Vertikale Aktivierung der Platzränder: Enge Neupflan­ zungen aus Hainbuche, Robinien und Gleditsien ergän­ zen die Bestandsbäume an den Platzrändern, künstli­ che Baumstämme markieren die Hauptzugänge. 3 Eine komplexe Programmierung des Parks mit dem Ziel allen Nutzergruppen adäquate und akzeptable Räu­ me zur Verfügung zu stellen. Während einige Flächen funktionale Aufgaben (…) übernehmen, entwickeln an­ dere rein räumlich-ästhetische Eigenschaften (…). Im Bereich des 60er-Jahre-Gartens befinden sich ein Blumen- und ein Skulpturengarten, Fontänen, ein Hun­ deauslauf, ein neuer Spielplatz sowie die bestehenden Mauern. Das bestehende Kioskgebäude bleibt erhalten und wird mit einer WC-Anlage ergänzt. Gruppensitzbe­ reiche mit Tischen, eine leicht vertiefte Wiesenfläche, eine Boulebahn, Tischtennisplatten sowie Pflanzflächen befinden sich im mittleren Teil des Platzes. Eine befe­ stigte, eingefasste Veranstaltungsfläche aus gefärbtem Asphalt im östlichen Platzteil kann für Konzerte, Events,

Basketball, als Freilichtkino oder als Eislaufbahn genutzt werden. Um diese Fläche befinden sich Betonbänke, Gräserbänder und eine ökologische Nische. Es wird mit bestehenden Pflanzenarten und Materialien gearbeitet. Bestehende Blumen- und Staudenrabatten werden durch nachhaltige und einfach zu pflegende Stauden weiterentwickelt. Der Entwurf sieht umfangrei­ che Baumrodungen vor. Die Neupflanzung von Bäumen ist sehr umfangreich. Eine Kante (b = 50 cm) definiert die Grenze zwischen dem Gehweg und dem Platz. Die Gehwegvorstreckun­ gen für Überquerungshilfen werden berücksichtigt. Alternative mit Parkplatz Die im östlichen Teil zur Platzmitte gelegene befestigte Platzfläche ist ein integraler Bestandteil des Hauptent­ wurfes und kann durch Zeiteinteilung als Parkplatz be­ nutzt werden. Es werden lediglich zusätzliche Parkplatz­ markierungen und eine Zufahrt benötigt. Die Anlage soll nur zu Hauptgeschäftszeiten als Parkplatz genutzt werden, außerhalb dieser Zeiten und an Wochenenden jedoch für das Parken gesperrt sein, um Freizeitnutzun­ gen zu ermöglichen. Die Erschließung erfolgt über eine befestigte Zu- und Ausfahrt zur Lietzenburger Straße, die nicht innerhalb des geforderten Bereichs liegt.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Wegebefestigungen bestehen aus Tenne und far­ bigem Asphalt, die Beeteeinfassung und Sitzstufen aus Beton. Die vergleichsweise preiswerten Materialien las­ sen deren großflächige Verwendung im bestehenden Kostenrahmen zu. Rasenflächen sind kleinteilig vorge­ sehen. Der Einbau von Ausstattungsgegenständen ist intensiv. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Die kleinteiligen Rasenflächen und Pflanzbeete sowie die großen Flächen mit Tennendecke lassen einen in­ tensiven Pflegeaufwand erwarten. Niederschlagswas­ ser soll direkt versickern oder wird in Rigolen abgeleitet. Drei Wasserbecken sind vorgesehen. -	 Insgesamt wird der Kostenrahmen für die Pflege mit dem Entwurf eingehalten.

Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin / Anerkennung

1269

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1269

Leitidee Die Leitidee wird wie folgt beschrieben: Es geht uns dar­ um, dem Olivaer Platz eine neue offene Stadtraumquali­ tät und zeitgemäße Atmosphäre zu geben und anderer­ seits sorgsam den Baumbestand in die neue Gestaltung zu integrieren. Durch die Anlage mehrerer Aufenthalts­ bereiche und unterschiedlicher Angebote wird der Oli­ vaer Platz zu einem grünen und generationenübergrei­ fenden Freiraum, der die Ansprüche des Wohnkiezes mit den Ansprüchen des großstädtischen Milieus des Kurfürstendamms in einer gestalterischen Einheit ver­ bindet. Die weiche Formsprache lässt eine großzügige und offene Atmosphäre entstehen. Gestaltung und Nutzung Eingeschnitten in den Platzbelag aus (vorzugsweise gebrauchtem) Bernburger Mosaikpflaster liegen unter­ schiedlich große, organisch geformte und mit einem Plattenstreifen eingefasste Flächen. Die beiden größten Flächen sind die zentralen, locker baumüberstandenen Rasenflächen. Zum südlichen Platzrand sind es meh­ rere kleinere Pflanzflächen, am östlichen Rand liegt ein Spielplatzbereich. An den Platzrändern entlang und quer über den Platz in der Achse Bayerische Straße- Wielandstraße verläuft eine 1 bzw. 2m breite Spur aus Charlottenburger Gehwegplatten (alternativ Betonplatten). Zudem werden die Wegebeziehungen zur Grünverbindung im Bereich der sog. ´Rosengärten´ berücksichtigt. Am südlichen Platzrand werden die Aufenthaltsbereiche für unterschiedliche Nutzergruppen angeordnet: Lunchpark, Kiezpromende, Spielwiese, Spielplatz, Bouleplatz. Der Lunchpark liegt im westlichen Bereich unter Bäu­ men, die mit Bodendeckern, Geranium und Azaleen un­ terpflanzt werden. Die sich östlich anschließende Kiez­ promenade ist mit rechteckigen Sitzelementen bestückt, die wie die langen Sitzbänke aus farbigen Stahlkörpern mit Holzauflage gefertigt sind. Zusätzlich wird in diesem Bereich ein Kiosk vorgeschlagen. Der östlich gelegene Spielplatzbereich (Wasserspiel, Kletterwald, Schaukeln, etc.) wird flankiert von langen generationsgerechten Sitzbänken, quadratischen Sitz­ elementen und zwei Boulebahnen. Die östliche Wiese ist frei von Ausstattungselementen und wird gegenüber der Lietzenburger Straße durch eine sonnenverträgliche Strauchpflanzung (Strauch- und Bodendeckerrosen, Perovskien und Lavendel) abgeschirmt. Auf der westlichen Stadtwiese unter den Bäumen wer­ den Motionsmöbel angeordnet. Dabei handelt es sich um langgestreckte, geknickte Bewegungselemente,

die z.B. Raum für Koordinationsübungen bieten. Spiel­ platzausstattung und Motionsmöbel sollen im Rahmen von Workshopverfahren mit Bewohnern und Kindern zusammen weiterentwickelt werden. Auf dem dem Kur­ fürstendamm zugewandten Platz ist optional ein Café vorgesehen. Es sind umfangreiche Baumrodungen vorgesehen, der Umfang der Neupflanzung von Bäumen ist gering. Zum Erhalt der neuen räumlichen Offenheit sollen kleine, nicht geschützte Bäume entfernt werden. Bis auf Gehwegvorstreckungen im Bereich der Kreu­ zungen der Pariser Straße und der Anbindung an die ‘Rosengärten‘ werden im weiteren Wettbewerbsgebiet keine Umgestaltungsmaßnahmen vorgeschlagen. Alternative mit Parkplatz In der Parkplatzvariante werden 63 Parkplätze entlang der Lietzenburger Straße zwischen dem Spielplatz und der mittigen Platzquerung angeordnet. Der Radweg ent­ lang der Lietzenburger Straße wird aufgegeben.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Anlage der großen Rasenflächen reduziert die Bau­ kosten, so dass die Wegeflächen großflächig aus Natur­ steinpflaster innerhalb des Kostenrahmens realisiert wer­ den können. Der Einbau von Ausstattungsgegenstän­ den, insbesondere von Sitzgelegenheiten, ist intensiv. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Wesentliche Pflegekosten sind bei den großen Rasen­ fläche, den extensiven Pflanzflächen sowie den Pflaster­ flächen in ungebundener Bauweise zu berücksichtigen. Niederschlagswasser wird über die Vegetationsflächen versickert. Wassertechnik ist nicht vorgesehen. -	 Insgesamt wird der Kostenrahmen für die Pflege mit dem Entwurf eingehalten.

TOPOTEK 1, Berlin / 2. Rundgang

1270

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1270

Leitidee Die Leitidee wird wie folgt beschrieben: Der Raum - ge­ prägt durch eine intensive Mischnutzung auf der Erdge­ schossebene - soll durch den Entwurf von Raumkante zu Raumkante wieder erlebbar sein. Diese besondere Melange verleiht dem neu entwickelten grünen Stadtplatz seinen eigenen Charakter, welcher sich zu einer neuen Typologie entwickelt. Diese eint die Atmosphä­ re des weitläufigen, offenen und mondänen mit der des heimeligen „Sich zu Hause Fühlen“ des Wohnquartiers. Es entsteht ein hybrider Raum mit der hierarchiefreien Offenheit und Neutralität eines Platzes und der Gebor­ genheit eines Parks. Gleichwertige Situationen werden geschaffen, die durch den artenreichen Baumbestand und die feine Abstimmung der Materialien eine Vielzahl an prägnanten ineinanderlaufenden Raumsequenzen hervorbringen. Der neue Olivaer Platz ist ein hybrider Ort, der Qualitäten eines urbanen Platzes mit denen ei­ nes kleinen Parks verbindet. Gestaltung und Nutzung Der Platz gliedert sich in drei Schichten: Die oberste Schicht sind die Bäume, die eine Baumhalle ausbilden sollen. Zu fällende Bäume werden durch Ahorn, Linden und Eichen ersetzt. Baumrodungen sind in geringem Maß vorgesehen, der Umfang der Neupflanzung von Bäumen ist ebenfalls gering. Die zweite Schicht ist der Bodenbelag, der sich als Ca­ mouflage unterschiedlicher Beläge und Vegetations­ flächen von Bordstein zu Bordstein über die gesamte Platzfläche erstreckt. In eine Fläche aus gesägtem und gestocktem sandfarbenen Granitkleinsteinpflaster (rd. 55% der Platzfläche) liegen als amorphe Formen was­ sergebundenen Wegedecken (rd. 25% der Platzfläche), bespielbare Sandflächen, Wiesen (rd. 15% der Platzflä­ che) sowie Gras- und Staudenflächen (rd. 3% der Platz­ fläche). Die Wiesenbereiche finden sich vor allem im Bereich der Baumstandorte. Die Tennenflächen sollen mit ihren zwei Farbnuancen (hellbeige / dunkelbeige) die Farbe des Kleinsteinpflasters aufnehmen und vari­ ieren. Die Abgrenzung der unterschiedlichen Materialien be­ rücksichtigt den vorhandenen Baumbestand und schafft eigene Nutzungsbereiche, die die dritte Schicht der Nutzungselemente bilden. Das Nutzungsprogramm im Westen ist Sport, Aufenthalt und Erholung, in der öst­ lichen Platzhälfte ist es Kinderspiel und Familie. Dies spiegelt sich in den entsprechenden Angeboten wie Schaukeln, Wippen und Spielbrunnen auf der einen und Tischtennisplatten und Brunnen auf der anderen Seite wieder. 1,20 m lange Holzbänke bieten Aufenthaltsmög­ lichkeiten im Schatten der Bäume, in der Sonne oder

an Wassermulden. Die Skulptur von Pit Kroke verbleibt an ihrem Standort, ein Pedant soll gegenüber auf dem neu gestalteten Dreieckplatz am Kurfürstendamm auf­ gestellt werden. Auf die Ausweisung eines Café-Standortes wird ver­ zichtet zugunsten des Vorschlags, am Platzrand bis zu fünf kleine mobile Serviceeinheiten anzuordnen. Diese räumlich begrenzten Bereiche sollen je nach Bedarf und Saison von den Gaststätten der gegenüberliegenden Straßenseite bewirtschaftet werden. Damit soll auch eine stärkere Verzahnung der Platzränder mit dem Platz erreicht werden. Bis auf Gehwegvorstreckungen entlang der Pariser Stra­ ße an der Kreuzung Bayerische Straße im Bereich der Grünverbindung werden im weiteren Wettbewerbsge­ biet keine Umgestaltungsmaßnahmen vorgeschlagen. Alternative mit Parkplatz In der Parkplatzvariante werden 70 Parkplätze in Pake­ ten von je 4-5 Kfz leicht zueinander versetzt entlang der Lietzenburger Straße aufgereiht, wobei das Platzmuster beibehalten wird. Die Parkplätze werden nur durch ei­ nen 15 cm hohen Anfahrschutz gekennzeichnet, der ge­ samte Parkplatz soll als „shared space“ genutzt werden.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Die befestigten Flächen aus Granitkleinsteinpflaster und Tennendecke benötigen den größten Teil der zur Ver­ fügung stehenden Baukosten. Vegetationsflächen sind kleinflächig eingefügt. Der Einbau von Ausstattungsge­ genständen ist zurückhaltend. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. -	 Bei Realisierung der Parkplatz-Variante werden die Baukosten nicht eingehalten. Pflegekosten Neben den zurückhaltend eingesetzten Vegetationsflä­ chen sind vor allem die Tennenflächen in den Pflegelei­ stungen zu berücksichtigen. Eine automatische Bewäs­ serungsanlage sowie zwei Wasserbecken sind geplant. Niederschlagswasser entwässert über die Vegetations­ flächen, große Pflasterflächen in die Kanalisation. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

BERNARD UND SATTLER Landschaftsarchitekten, Berlin / 2. Rundgang

1271

Visualisierung

Entwurfsplan

Alternative mit Parkplatz

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

1271

Leitidee Der künftige Olivaer Platz soll sich als offener, freund­ licher und einladender Ort präsentieren und sowohl für die Besucher des Kurfürstendamms als auch für die Anwohner ein Ort des angenehmen Aufenthalts sein. Durch die Gliederung des Platzes in einen urbanen Stadtplatz im Nordwesten und einen Erholungs- und Aktionsraum sowie einen lokalen Kiezplatz im Südosten soll eine Struktur geschaffen werden, die diese Nutzun­ gen aufnehmen kann. Gestaltung und Nutzung Eine räumliche Abfolge gliedert den Olivaer Platz. Den Auftakt bildet im Westen ein steinerner Platz an den eine leicht erhöhte und eingefasste Grünfläche (kleine Rasenfreiheit) anschließt, die in Stauden- und Gräser­ bänder, eine Rasenfläche und einen Spielplatz unterteilt ist. In der Flucht der Bayrischen Straße / Wielandstraße folgt auf den Spielplatz eine Fläche für sportliche Ak­ tivitäten. Der östliche Teil des Platzes teilt sich in eine Asphaltfläche im Norden und den so genannten Kiezplatz im Süden. Das nördliche Bernsteinzimmer soll für unterschiedliche Aktivitäten offen sein. Großformatige Bernstein-Streetprints nehmen hier Bezug auf das na­ mensgebende polnische Kloster und den Handel mit Bernstein. Ein 2 m breites Band aus unterschiedlichen Freiraum­ elementen verläuft entlang der nördlichen Platzkante: Kompakte Heckenelemente aus Hainbuche, im Bereich der Rasenfläche, wechseln sich ab mit Podesten aus Basalt (im Westen) und aus Holz (im Osten). Im Westen bildet ein Wasserbecken den Endpunkt des Bandes, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Skulptur von Pit Kro­ ke, die leicht versetzt wurde. Das Band wird beidseitig durch unregelmäßig verteilte Baumneupflanzungen ergänzt. Südlich der Rasenfläche verläuft ein weiteres Heckenband. Für die Stauden- und Gräserbänder sollen pflegeexten­ sive Arten Verwendung finden. Als Gehölzneupflanzun­ gen sind Linden, Feldahorn und Eschen vorgesehen. Die Baumrodungen sind umfangreich. Die Neupflan­ zung von Bäumen ist sehr umfangreich. Typische Berliner Bänke mit einer grünen Lattung ste­ hen umlaufend auf allen Platzflächen. Tischtennisplat­ ten, Basketballkörbe und andere Sportgeräte stehen für sportliche Aktivitäten zur Verfügung. Spielangebote zum Klettern und Balancieren ergänzen die für Kleinkinder gedachte Sandfläche. Umlaufend sind die Wege und Plätze aus Mosaikpflaster hergestellt, die Hauptwege entlang der Platzränder wer­

den mit Charlottenburger Platten markiert. Der Kiezplatz erhält eine wassergebundene Wegedecke. Der Cafépa­ villon befindet sich an der südwestlichen Platzkante. Auf Höhe der Bayrischen, Bregenzer und Wielandstra­ ße, werden zusätzliche Gehwegvorstreckungen vorge­ sehen. Dadurch entfallen etwa 11 Parkplätze. Alternative mit Parkplatz Der Parkplatz mit 60 Stellplätzen wird im Bereich der Asphaltfläche an der nördlichen Platzkante angeordnet. Eine umlaufende Hainbuchenhecke umschließt die Flä­ che.

Realisierung, Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Baukosten Große befestigte Bereiche, zurückhaltend geplante Ve­ getationsflächen und ein intensiver Einsatz von Ausstat­ tungsgegenständen lassen hohe Baukosten erwarten. Die Verwendung preiswerter Materialien kann einen Teil der Kosten kompensieren. -	 Der Kostenrahmen wird mit dem Entwurf eingehalten. Pflegekosten Die Staudenpflanzung, lange Heckenreihen, Rasen- und Tennenflächen sowie eine Brunnenanlage verursachen intensive Pflegekosten. Eine Bewässerungsanlage ist für die Rasen- und Staudenflächen eingeplant. Nieder­ schlagswasser wird in die Kanalisation abzuführen sein. -	 Der Kostenrahmen für die Pflege wird mit dem Ent­ wurf eingehalten.

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

53

8. Stellungnahmen der Sachverständigen

Bodo Fuhrmann, GRI (Verkehrsgutachter)
1. Stellplatz und Anbindung an die Lietzenburger Straße
Alle Arbeiten haben ein Konzept mit einer Stellplatzanlage mit ca. 60 Stell­ plätzen dargestellt. Die Anbindung der Stellplatzanlage an die Lietzenburger Straße funktioniert aus verkehrlicher Sicht. Die Arbeit 1268 schlägt eine Blockumfahrung mit dem Konzept rechtsrein und rechtsraus vor. Dies mindert die Akzeptanz und Auffindbarkeit der Stell­ platzanlage. Die Arbeit 1251 hat verkehrliche Schwächen, da sie den Stellplatz gegenüber der Wielandstraße und an die Württembergische Straße anbindet.

2. Stellplatzangebot in der verlängerten Pariser Straße
Die meisten Arbeiten zeigen Längsparker in der verlängerten Pariser Straße auf. Damit er-halten sie das heutige Stellplatzangebot. Bei den Arbeiten 1270 und 1266 sind keine Längsparker erkennbar. Durch diese Entscheidung wird das Stellplatzangebot reduziert. Die Arbeit 1254 sieht zwischen Württembergische Straße und Bayerische Straße in der Pariser Straße beidseitig Senkrechtparken vor. Dies bedeutet einen Eingriff in den Straßenraum.

3. Querungshilfen
Die Querungshilfen sind bei den meisten Arbeiten vorhanden.
 Einige Arbeiten wie z. B. 1252, 1261 haben eine einseitige Querungshilfe
 vorgesehen.
 Andere Arbeiten haben Zebrastreifen dargestellt, die nicht den Richtlinien entsprechen. Über alles gesehen, haben alle Arbeiten Querungshilfen in mehr oder minder guter Qualität dargestellt.

4. Fahrrad- und Fußwegebreite
Der Radweg an der Lietzenburger Straße muss sein. Die Arbeit 1251 hat zu schmale Geh- und Radwege bei dem Konzept mit der Stellplatzanlage. Fahrradständer sind bei den meisten Arbeiten erkennbar. Die Anzahl der Fahrradständer ist bei allen Arbeiten zu überprüfen.

Olivaer Platz / Bericht der Vorprüfung

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5. Durchwegung
Die Durchwegung in Verlängerung der Bayerischen Straße ist bei allen Arbei­ ten gegeben.
 Die Durchwegung in Verlängerung der Bregenzer Straße ist bei den meisten
 Arbeiten nicht vorgesehen.
 Insgesamt ist die Durchwegung bezogen auf die übergeordneten Zugänge
 zum Platz bei vielen Arbeiten nicht erkennbar.


6. Taxistand
Die Arbeit 1264 hat an der Württembergischen Straße einen Taxistand dar­ gestellt.

7. ÖPNV
Die ÖPNV-Haltestelle am Olivaer Platz ist bei wenigen Arbeiten dargestellt.
        
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