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Periodical volume

Full text: Nachhaltigkeitsbericht Issue 2015

Im Dialog mit der Stadt
Nachhaltigkeitsbericht 2015

Die GESOBAU auf einen Blick
Die GESOBAU AG ist eines von sechs städtischen Berliner Wohnungsunternehmen. Derzeit bewirtschaftet das landeseigene Unternehmen mit
Tochtergesellschaften einen Bestand von rund 41.000 eigenen Wohnungen, vornehmlich im Berliner Norden. Zu ihren Beständen gehören
Gründerzeithäuser in Pankow, Plattenbauten in Weißensee sowie Altbauten im Wedding und in Wilmersdorf. Markanteste Einzelbestandsmarke
ist die 60er-Jahre-Großsiedlung „Märkisches Viertel“, deren Umbau zur Niedrigenergiesiedlung kurz vor dem Abschluss steht. Kerngeschäfte der
GESOBAU sind die Bewirtschaftung von Wohnungen und ihre Vermietung an breite Schichten der Bevölkerung. Seit 2014 baut die GESOBAU
wieder neu und erweitert dadurch sowie durch Ankauf ihren Wohnungsbestand, der bis 2026 auf ca. 52.000 Wohnungen anwachsen wird.

Mieteinheiten nach Berliner Bezirken und Ortsteilen
Mieteinheiten nach Berliner Bezirken und Ortsteilen

17.169

312

Märkisches Viertel

Buch

970

10.397

Borsigwalde

Pankow

7.111
Weißensee

5.740

318

Wedding

Marzahn

2.412

112

davon Schillerhöhe

Hellersdorf

1.172
Wilmersdorf

2014

2013

Umsatzerlöse

228,8

228,0

Mio. Euro

Verwaltete eigene Wohnungen

37.083

37.060

Anzahl

Operatives Ergebnis (EBIT)

53,4

32,4

Mio. Euro

Bilanzgewinn

15,2

8,4

Mio. Euro

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

91,2

77,2

Mio. Euro

Anlagevermögen

1.335,2

1.199,6

Mio. Euro

Eigenkapital

326,9

295,9

Mio. Euro

Eigenkapitalquote

21,8

21,9

Prozent

Bilanzsumme

1.499,6

1.352,5

Mio. Euro

Mitarbeiter zum 31. Dezember

269

274

Anzahl

1

Über den Bericht
Sie halten den fünften Nachhaltigkeitsbericht der GESOBAU AG in den Händen.
Er führt unsere jährliche Nachhaltigkeitsberichterstattung fort, die 2011 mit der
Veröffentlichung unseres ersten Nachhaltigkeitsberichts begann. Ziel dieses
Berichts ist es, Sie über den Fortschritt in unseren fünf Handlungsfeldern zu
informieren: Unternehmen, Markt, Umwelt, Gesellschaft und Mitarbeiter. Dazu
beschreiben wir in diesen fünf Dimensionen unsere Initiativen, Maßnahmen
und Prozesse, führen die in den vorherigen Berichten dargestellten
Kennzahlenreihen fort und ergänzen diese um neue Kennzahlen.
Berichtszeitraum und Berichtsgrenzen
Die Kennzahlen beziehen sich in der Regel auf die Jahre 2011 – 2014, im redaktionellen Teil
endet der Berichtszeitraum am 01.10.2015. Die in diesem Bericht veröffentlichten Daten und Fakten gelten für die Aktivitäten der GESOBAU AG. Die Geschäftsfelder unserer
Tochtergesellschaften aktiva Haus- und Wohnungseigentumsverwaltung GmbH, GESOBAU
Wohnen GmbH & Co. KG sowie berlinwohnen Hausmeister GmbH werden nicht gesondert
dargestellt. Wir werden auch in Zukunft einen jährlichen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen und die bisherigen Kennzahlen darin fortschreiben.
Berichtsinhalte
Dieser Bericht wurde für alle für uns relevanten Stakeholdergruppen erstellt: für Mieter
und Anteilseigner, für Mitarbeiter und Aufsichtsrat, für Partner und Dienstleister, für die interessierte Öffentlichkeit, Journalisten, Branchenvertreter und weitere Stakeholder aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft, Wirtschaft und Verbänden. Wir wählen für unsere Nachhaltigkeitsberichte Themen, die wir für unsere primären Stakeholder als relevant und wesentlich
erachten. Dafür setzen wir uns mit den zukünftigen Entwicklungen und Trends, die Einfluss
auf unsere Geschäftstätigkeit und unsere Stakeholder haben, auseinander, analysieren ihre
Auswirkungen und initiieren darauf aufbauende Maßnahmen und Projekte.
Erstmals haben wir dafür in diesem Jahr einen Stakeholderdialog in Form von Experteninterviews durchgeführt. Die Ergebnisse sind ab Seite 12 dargestellt und gingen in die
Themenwahl für unsere fünf Handlungsfelder ein.
Bei der Erstellung dieses Nachhaltigkeitsberichts haben wir uns an die Report-Richtlinien
der Global Reporting Initiative (GRI) gehalten. Erstmals richten wir uns nach dem aktuellsten Berichtsstandard der GRI, G4, und geben Auskunft über alle geforderten Standardangaben und Indikatoren gemäß der Option „Umfassend“ sowie der branchenspezifischen
Ergänzung für die Immobilienwirtschaft CRESS (Construction and Real Estate Supplement).
Darüber hinaus haben wir erstmals auch für uns relevante Kennzahlen der GdW-Arbeitshilfe
73 aufgenommen. Den umfassenden GRI-Index finden Sie als Anhang zu diesem Bericht auf
unserer Website unter www.gesobau.de/unternehmen/nachhaltigkeit/.

2

Die GESOBAU
berichtet erstmals
in Übereinstimmung
mit dem neuen
Berichtsstandard
der GRI, G4,
gemäß der Option
„Umfassend“.

Erhebungsmethodik
Die Erfassung der Informationen erfolgte zum einen in Zusammenarbeit mit dem GESOBAUNachhaltigkeitsausschuss, der aus Nachhaltigkeitspaten aller Abteilungen besteht: Unternehmenskommunikation und Marketing, Personal, Technik, Finanz- und Rechnungswesen,
Revision und Compliance, IT, Portfoliomanagement, Einkauf; zum anderen mit unseren
beiden Geschäftsbereichen, denen die kaufmännische Verwaltung der Bestände obliegt.
Die Daten zur Kennzahlenaktualisierung wurden durch schriftliche Abfrage auf elektronischem Weg erhoben. Die dargestellten Kennzahlen sind Werte, die aus unseren internen
Datenerfassungssystemen generiert wurden. Wo Angaben nur geschätzt werden konnten,
ist dies im Einzelnen vermerkt.
Managementansatz und Wesentlichkeit
Der Managementansatz der GESOBAU beruht auf unserem Selbstverständnis, einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten und negative Auswirkungen
möglichst gering zu halten. Dies ist eng mit unserem öffentlichen Auftrag der kommunalen
Daseinsvorsorge und Entwicklung verbunden.
Wir wenden einen einheitlichen Managementansatz an, der grundsätzlich auf alle wesentlichen GRI-Aspekte Anwendung findet.
Die unterschiedlichen Aspekte und Handlungsfelder unseres Nachhaltigkeitsmanagements
werden konkret und operativ in den jeweiligen Abteilungen bearbeitet; in der Kommunikationsabteilung werden alle diese bereichsspezifischen Aktivitäten des Unternehmens
zusammengeführt. Ein Nachhaltigkeitsausschuss mit Vertretern aller Abteilungen befördert die Kommunikation untereinander. Unsere ökonomischen, ökologischen und sozialen
Zielsetzungen sind fest in prämienrelevanten Unternehmens-, Team- und Mitarbeiterzielen
verankert – bis hin zum Vorstand. Mit Hilfe einer Balanced Scorecard werden diese Ziele
auf Basis konkreter Kennzahlen handhab- und messbar gemacht.
Im Zuge des von uns durchgeführten Stakeholderdialoges haben wir wesentliche Aspekte
für unser Nachhaltigkeitsmanagement und die Nachhaltigkeitsberichterstattung ermittelt.
Die identifizierten Themen, dargestellt in der Materialitätsmatrix auf Seite 12, sind jeweils
für alle Einheiten des Unternehmens relevant.

3

Inhalt

Unternehmen
6

26

Den Blickwinkel ändern und dabei das Ziel im
Auge behalten – das lerne ich hier. Ken Uhden

28

Unsere Neubauoffensive

Viele Ideen in der Pipeline
Interview mit Jörg Franzen und Christian Wilkens

32

Berliner Wohnungsmarkt

10

Im Dialog mit unseren Stakeholdern

36

Rahmenvertrag für Modernisierung

12

Materialitätsmatrix

38

Unsere Lieferkette

14

Stakeholderdialogpartner Andreas Schubert

39

Ausblick

16

Stakeholderdialogpartner Barbara John

18

Stakeholderdialogpartner Frank Bielka

20

Interne Nachhaltigkeitsorganisation

21

Auszeichnungen

22

Unsere Grundwerte

24

Compliance-Management

25

Ausblick

8

4

Durch nachhaltiges Handeln sichern wir den
Erfolg unseres Unternehmens.
Christian Wilkens und Jörg Franzen

Markt

Umwelt
40

Ökologie steht jeden Tag neu auf
meiner Agenda. Georg Unger

42

Energetische Modernisierung des
Märkischen Viertels

45

Nachhaltige Wärmeversorgung

46

Solarstrom-Projekte

Mitarbeiter
48

Ein verbrauchsabhängiges Abfallsystem

50

Aspekte nachhaltigen Bauens

51

66

Natürlich stellen wir auch die Frage:
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Katrin Irmer

68

Unser Gesundheitsmanagement

70

Fokusgruppe „Arbeitsfähigkeit“

72

Landpartie mit Gesundheitsfokus

74

Mitarbeiterzufriedenheit

75

Frauenförderplan und Fördermaßnahmen

78

Ausbildung

79

Ausblick

Ausblick

Gesellschaft
52

Fürs gute Klima in der Nachbarschaft bin ich
täglich auf den Beinen. Monika Awater

54

Flüchtlingshilfe

56

Schutz der Kinder

58

Modellprojekt Quartierspflege

60

Soziales Engagement

80

GESOBAU-Nachhaltigkeitsprogramm

62

Die Dachmarke „MV bewegt“

83

GRI-Index

64

Kultur im Kiez mit der VIERTEL BOX

84

Impressum

65

Ausblick

Anhang

5

Top-Themen unserer Stakeholder:
Wirtschaftliche Stabilität
Compliance-Management
Transparentes Handeln

Die GESOBAU-Vorstände Christian Wilkens und Jörg Franzen planen ein Stück Berlin

6

Unternehmen

„Durch nachhaltiges Handeln sichern 	 	
wir den Erfolg unseres Unternehmens.“
Nachhaltigkeitsaspekte beeinflussen unsere unternehmerischen
Entscheidungen auf allen Ebenen. Wirtschaftliche Stabilität,
Compliance-Management und Transparenz sind die Leitpunkte
unseres Handelns. So sichern wir die Zukunftsfähigkeit unseres
Unternehmens.

7

Unternehmen > Vorstandsinterview

Viele Ideen in der Pipeline
Interview mit Jörg Franzen und Christian Wilkens

Herr Franzen, Herr Wilkens, 2015 kann aus
gutem Grund als dynamisches Jahr
bezeichnet werden: Mietenvolksentscheid,
Flüchtlinge und Neubauprojekte – das sind
gewaltige Herausforderungen.

Kostengünstig bauen,
energieeffizient
bewirtschaften,
bezahlbar vermieten:
Das Spannungsfeld
für städtische
Wohnungsbaugesellschaften steigt
immens.

Jörg Franzen Auf politischer Ebene wurde
wegen des Mietenvolksentscheids ein
Kompromiss geschlossen, nun kommt das
neue Wohnraumversorgungsgesetz. Sozialverträgliches und bezahlbares Wohnen und
der Erhalt der unternehmerischen Strukturen der städtischen Wohnungsbaugesellschaften bringen Vorteile für alle Seiten
– und selbstverständlich auch Veränderung.
Darauf müssen wir uns einstellen. Es hat
lange gedauert, nun sollte man keine Zeit
mehr verlieren und sich auf den dringend
erforderlichen Wohnungsbau konzentrieren.
Christian Wilkens Der ökonomische Spielraum wird sich verändern. Wir müssen die
Aufgabe stemmen, energieeffizient und
mit nachhaltigen Baustoffen zu bauen und
trotzdem bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Zudem werden sich Mieterstrukturen
in unseren Beständen verändern, was
neue zivilgesellschaftliche Prozesse auf
den Plan ruft. Gleichwohl setzt Berlin die
richtigen Signale: Wir wünschen lebendige Innenstädte in guter sozialer Mischung. Das heißt, innovative Wohnformen
zu konzipieren, in denen sich verschiedene
Menschen wohlfühlen. Ich denke da auch
an die Flüchtlinge, denen wir ein neues
Zuhause bieten wollen.
Lassen sich diese großen Themen denn
überhaupt nachhaltig umsetzen?
Jörg Franzen Ja, natürlich. Eine Nachhaltigkeitsstrategie ist nur dann erfolgreich,

8

wenn sie täglich gelebt wird. Sie ist kein
aktueller Trend, sondern seit 2010 explizit
Bestandteil der GESOBAU-Grundwerte.
Nachhaltiges Handeln wird als dauerhafter Prozess und positiver Beitrag zum
ökonomischen Erfolg des Unternehmens
betrachtet. Das heißt, jedes wesentliche
GESOBAU-Projekt muss sich am Merkmal
Nachhaltigkeit messen lassen.
Christian Wilkens Unser Ziel ist es, Branchenvorreiter zu bleiben. Dafür müssen wir
anpassungsfähig auf den Markt reagieren,
am runden Tisch diskutieren, Strukturen
verändern, neue Wege finden. Stichwort
Partizipation – hier stehen wir noch am
Anfang. Der richtige Umgang in einer
Beteiligungsgesellschaft und der Einsatz
der Instrumente müssen noch eingeübt
werden. Doch wir sind bereits auf einem
guten Weg.
Berlins Innenstadt verdichtet sich. Kriegsbedingte Baulücken werden geschlossen
und Brachflächen als Bauland genutzt.
Wie viel Potenzial gibt es noch?
Christian Wilkens Berlin wird immer attraktiver – viele lebendige Zentren, das eigenständige Leben in den Kiezen sind das
Besondere an dieser Stadt. Ob Weißensee
oder Wittenau, es lebt sich überall wie
mittendrin. Aus diesem Grund sind auch
sogenannte Randbezirke gefühlt nah am
Puls der Stadt, und diese Gegenden erfreuen sich steigender Beliebtheit bei jungen
Familien und Kreativen. Das unterscheidet
uns hier von Hamburg oder München.
Berlin bietet nach wie vor Möglichkeiten –
wir sprechen von Stadtraum im Wandel –,
wenn auf den Standorten ehemaliger Kasernen, Kliniken oder großer Gewerbehöfe

Eine Nachhaltigkeitsstrategie
ist nur erfolgreich, wenn
sie täglich umgesetzt wird.
Sie ist kein aktueller
Trend, sondern seit 2010
explizit Bestandteil der
GESOBAU-Grundwerte.

smarte Wohnformen entstehen. Klimagerecht bauen heißt
auch Flächen sparen, kurze Wege für die Bewohner schaffen und weltoffene Mischungen fördern.
Jörg Franzen Wir entwickeln bezahlbare Wohnkonzepte für
Berlin und modernisieren unseren Bestand nachhaltig mit
großem Engagement weiter. Insgesamt planen wir für die
Modernisierung unserer Bestände weitere 530 Millionen
Euro bis 2020 ein. Die GESOBAU-Neubauoffensive ist das
ambitionierteste Vorhaben in den nächsten fünf Jahren:
Bis 2020 werden rund 600 Millionen Euro in Zukäufe und
Neubauprojekte investiert, um mehrere tausend Mietwohnungen für Berlin bereitzustellen.

Christian Wilkens, Vorstand, und Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender
der GESOBAU AG

Wagen Sie einen Blick in die Zukunft in Bezug auf
Nachhaltigkeit?
Jörg Franzen Die Herausforderungen sind uns ja hinreichend
bekannt: Klimawandel, Ökonomie, sozialer und demografischer Wandel. Was sich verändert, sind die Parameter und
ihre Beziehung zueinander: Zeit, Raum und Beteiligung.
Eine große und zunehmende Herausforderung ist im Bereich
der Partizipation zu sehen, sprich Anwohner, Nachbarn,
die Öffentlichkeit. Bürgerinitiativen können Bauvorhaben
verzögern. Weil der Mensch eben für sich allein oft etwas
anderes beansprucht, als für alle gut ist. Wir werden in
Zukunft noch mehr konstruktive, zielorientierte Gespräche
führen, um sinnvolle Kompromisse mit politischen und zivilgesellschaftlichen Partnern der Stadt zu generieren und für
ein jeweiliges Projekt die qualitativ beste Lösung zu finden.
Christian Wilkens Dialog ist wichtig. Zuhören, verstehen,
überprüfen und Handlungswege bestimmen. Der Austausch
mit unseren Stakeholdern ist von wesentlicher Bedeutung
und wird weiter ausgebaut werden. Die GESOBAU-Grundwertediskussion wird unter den gegebenen Aspekten neu
geführt. Viele Ideen sind in der Pipeline.

Dialog ist wichtig.
Zuhören, verstehen, überprüfen und Handlungswege
bestimmen. Der Austausch
mit unseren Stakeholdern
ist essentiell und wird
weiter ausgebaut.

9

Unternehmen > Stakeholderdialog

Fragen, zuhören, überprüfen
Im Dialog mit unseren Stakeholdern
Lösungswege aus den aktuellen Herausforderungen, wie beispielsweise den Folgen des
Klimawandels oder der soziodemografischen
Entwicklung, diskutierten wir im Sommer 2015
mit unseren Anspruchsgruppen. Um eine strategische Auswahl der Stakeholder zu gewährleisten,
scannten wir zunächst unsere Bezugsgruppen
über ein Stakeholdermapping.

sind wir in der Lage, sowohl Trends als auch Dilemmata
zu identifizieren und uns kompetent und konstruktiv den
zukünftigen Anforderungen zu stellen.
Vor der Befragung skizzierten wir die möglichen relevanten Themen. Sie bilden die Basis des Bewertungsbogens,
den unsere Stakeholder im Anschluss oder im Vorfeld des
Gesprächs ausfüllten. Auch alle zehn Mitglieder des internen Nachhaltigkeitsausschusses haben den Fragebogen
beantwortet.

Dialogform: Gespräch und Fragebogen
Zwölf externe und drei interne Stakeholder wurden als
Interviewpartner ausgewählt und standen uns im Zeitraum
Anfang Juli bis Mitte August 2015 für Interviews zur Verfügung. Zudem wurde Jörg Franzen, Vorsitzender des Vorstandes der GESOBAU, zu seinen Einschätzungen befragt. Die
bis zu 60-minütigen Gespräche wurden persönlich auf Basis
eines strukturierten Interviewleitfadens geführt.
Wir möchten die Perspektiven und Präferenzen unserer
Stakeholder verstehen, damit wir sie entsprechend vertreten und umsetzen können. Diese qualitativen Informationen helfen uns dabei, darüber hinaus liefern sie uns
wichtige Impulse zur Entwicklung und Umsetzung konkreter Nachhaltigkeitsmaßnahmen für die nächsten Jahre. So

GRI-Leitlinien
Die externen Anforderungen durch weiterentwickelte Standards und Initiativen auf nationaler und internationaler politischer Ebene steigen. Die frühzeitige und systematische
Einbindung von Stakeholdern wird dabei als ein immer
wichtiger werdender Bestandteil des Nachhaltigkeitsmanagements definiert.
Dieses Verständnis spiegelt sich auch in der GESOBAUNachhaltigkeitsberichterstattung wider: Die neuen G4-Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) – des von uns
angewendeten Berichtsstandards – stellen die Einbindung
von Stakeholdern in den Mittelpunkt des Prozesses. Mit
ihnen ermitteln wir die Wesentlichkeit der Inhalte dieses
Nachhaltigkeitsberichts.

Unsere Herausforderungen heute und morgen
Unsere Herausforderungen heute und morgen

Ökologisch

Ökonomisch

Klimaschutz,

Veränderte Beteiligungs- und

Energiewende,

Planungskultur,

Emissions- und

öffentlicher Auftrag nach

Verbrauchsreduzierung,

Wirtschaftlichkeitsprinzip,

intelligente Mobilität

kommunaler Daseinsvorsorge
und Entwicklung

10

Befragte Stakeholdergruppen

Befragte Stakeholdergruppen

Verbände

Dienstleister

Politik und
öffentliche Verwaltung

GESOBAU
Mietervertretungen*

NGOs

Mitarbeiter/-innen

*Unabhängig von diesem Stakeholderdialog befragen wir regelmäßig unsere größte Stakeholdergruppe, die Mieter.
2015 wurden 3.000 zufällig und repräsentativ ausgewählte Mieter schriftlich interviewt. Zum Zeitpunkt der Erstellung
dieses Nachhaltigkeitsberichts lagen die Ergebnisse noch nicht vor.

Sozial

Demografisch

Schere zwischen Arm und Reich,

Höheres Durchschnittsalter,

Veränderung der Gesellschaft

höhere Bevölkerungsdichte in

durch Migration,

Ballungsräumen,

ungleicher Zugang zu Bildung

steigender Fachkräftemangel und

und wachsende Vielfalt an

Wunsch nach neuen Wohnformen

Lebensstilen

11

Unternehmen > Materialitätsmatrix

Relevante Themen für interne und externe Stakeholder

Relevanz für externe Stakeholder

Relevante Themen für interne und externe Stakeholder

sehr
hoch

C2
E1 B4
E2 E3
E4 C1

D2
C3

hoch

B6
C4

E6

D1

E5
A5

B1
A3
B3

A1

B2

A2
B5 A4

A6

mittel

B7
A6

D3
A3

mittel

hoch

sehr hoch

Relevanz für interne Stakeholder

12

Die Ergebnisse unserer
Stakeholderinterviews

A

Unternehmen
A1.
A2.
A3.
A4.
A5.
A6.

B

Wirtschaftliche Stabilität
Transparentes Handeln
Compliance-Management
Nachhaltige Beschaffung
Nachhaltigkeitsmanagement und Stakeholderdialog
Bürgerschaftliche Mitbestimmung und Partizipation

Markt
B1. Effiziente Bestandsbewirtschaftung
B2. Kundenservice und Beratung für Mieter
B3. Schaffung von neuem Wohnraum
B4. Angemessene Mieten
B5. Breites Wohnungsangebot
B6. Auseinandersetzung mit neuen Wohnkonzepten
B7. Intelligentes Wohnen „Smart Home“

C

Umwelt
C1. Nachhaltiges Bauen
C2. Energieeffizientes Modernisieren
C3. Mieterinformationen zum Energiesparen
C4. Internes Umweltmanagement (in der Verwaltung)

D

Gesellschaft
D1. Quartiersentwicklung und -projekte
D2. Senioren-, Bildungs- und Integrationsprojekte
D3. Spenden und Sponsorings

E

Mitarbeiter
E1. Arbeitszufriedenheit und Unternehmenskultur
E2. Aus- und Weiterbildung
E3. Chancengleichheit
E4. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
E5. Gesundheitsmanagement
E6. Vergütung

Welche Themen sind heute und in Zukunft für unsere
Unternehmungen von Bedeutung? Um heute zu erkennen,
was für uns morgen wichtig wird, analysieren wir aktuelle Nachhaltigkeitsthemen hinsichtlich ihrer Bedeutung.
In einer Materialitätsanalyse erheben und bewerten wir
Maßnahmen und Ziele, die wir im Ergebnis in einer Matrix
dokumentieren.
Wesentliche Themen werden identifiziert
In einer Materialitätsmatrix werden relevante Themen von
externen und internen Stakeholdern gegenübergestellt.
Diese Matrix bietet die Möglichkeit, die Relevanz von
nachhaltigkeitsspezifischen Themen aus Stakeholdersicht
abzubilden und zu vergleichen.
Auf der x-Achse werden die Werte der internen Stakeholder,
auf der y-Achse die Werte der externen Stakeholder abgebildet. Die Werte ergeben sich aus dem Durchschnitt der
Angaben – ermittelt aus einem Bewertungsbogen. Die Befragten konnten ihre Einschätzungen der Relevanz zu einzelnen Themenbereichen der fünf Handlungsfelder angeben
und dabei Punkte von 1 bis 5 vergeben. Der Wert 1 steht
für geringe Relevanz, der Wert 5 für höchste Relevanz.
Der Nullpunkt der Matrix ist im Punkt (3/3), da kein
Mittelwert unter dem Wert 3 liegt. Dies resultiert aus der
Vorauswahl jener relevanten Themen, die anschließend auf
dem Bewertungsbogen abgefragt wurden.
Wie ist die Matrix zu lesen?
Themen, die auf der Winkelhalbierenden liegen, sind für
interne und externe Stakeholder von gleicher Wichtigkeit.
Liegt ein Thema oberhalb der Winkelhalbierenden, so wird
es von den externen Stakeholdern als relevanter angesehen als von den internen Stakeholdern. Liegt das Thema
unterhalb der Winkelhalbierenden, so wird es von den
internen Stakeholdern als bedeutender angesehen als von
den externen Stakeholdern.
Je weiter sich ein Thema im oberen rechten Bereich befindet, umso relevanter wird es von externen und internen
Stakeholdern eingeschätzt. Laut Wesentlichkeitsmatrix
sind dies die Top-Themen für beide Stakeholdergruppen:
wirtschaftliche Stabilität, angemessene Mieten, Chancengleichheit und energieeffizientes Modernisieren.

13

Unternehmen > Interviewpartner Stakeholderdialog

Schlüssel zur Nachhaltigkeit:
Werteorientierte Unternehmensführung
Andreas Schubert, Partner und Geschäftsführer von Great Place to Work®

Gelebte Werte im Unternehmen bilden eine solide Grundlage für nachhaltige Personalarbeit. Grundlage eines nachhaltigen unternehmerischen Agierens muss zweifelsohne ein
wirksames Wertesystem sein, welches die Grundlage und
Orientierung des Handelns in ökonomischen, ökologischen
und sozialen Belangen bietet. Starke Multiplikatoren dafür
sind naturgemäß Führungskräfte, die mit ihrer Vorbildfunktion Werteorientierung im beruflichen Alltag ihrer Mitarbeiter glaubhaft vermitteln können. Nur ein von allen Verantwortlichen getragenes Wertesystem ist in hohem Maße
identitätsstiftend und leistet so einen signifikanten Beitrag
zu einer nachhaltig positiven Unternehmensentwicklung.
Gute Arbeitsplatzkultur als Resultat starker
Unternehmenswerte
Gelebte Werte, die eine hohe Mitarbeiterorientierung integrieren, führen zu einer erlebbar positiven Arbeitsplatzkultur. Diese wiederum fördert ein hohes Maß an Engagement
und Identifikation für die eigene Tätigkeit und das Unternehmen. Das Ergebnis ist der „großartige Arbeitsplatz“,
ein „Great Place to Work“ für Mitarbeiter, Führungskräfte
und Unternehmensleitung gleichermaßen. Die „Great Place
to Work® “-Forschung zeigt, dass eine großartige Kultur
dadurch geprägt ist, dass die Mitarbeiter den Menschen
vertrauen, für die sie arbeiten, stolz auf das sind, was sie
und das Unternehmen insgesamt leisten, und Freude an der
Zusammenarbeit mit den Kollegen haben.

14

Lebendige Werte wirken mit der resultierenden guten
Arbeitsplatzkultur nach innen und mittels der hohen
Strahlkraft einer besonderen Arbeitgeberattraktivität
ebenso nach außen.

Ein nachhaltiges Agieren des Unternehmens fördert Vertrauen, Identifikation und Teamgeist der Beschäftigten.
Eine besondere Rolle dabei nimmt ein klares Bekenntnis zu
einer sozialen Verantwortung ein, welche in Unternehmen
oftmals in CSR-Projekten Ausdruck findet. Hier bietet sich
für alle Mitarbeiter Raum zum gemeinnützigen Engagement,
welches eine werteorientierte Unternehmensphilosophie
auf vielfältige Art erlebbar macht. Dieses so geschaffene
Bewusstsein überträgt sich auch in den beruflichen Alltag
und stärkt den Willen aller Akteure, nachhaltig und vertrauenswürdig zu agieren.
Unternehmenswerte wappnen für unternehmerische
Herausforderungen
Lebendige Werte wirken mit der resultierenden guten Arbeitsplatzkultur nach innen und mittels der hohen Strahlkraft einer besonderen Arbeitgeberattraktivität ebenso
nach außen. Dieses begünstigt attraktive Arbeitgeber aller
Branchen und Unternehmensgrößen, denn im „War for
talents“ machen glaubwürdige Werte oftmals den entscheidenden Unterschied. Als Resultat einer nachhaltigen
Personalpolitik stellt eine hohe Arbeitgeberattraktivität
einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar und sichert so
auch den langfristigen Bestand eines Unternehmens. In
diesem Sinne wünscht Great Place to Work® der Gesobau
weiterhin gutes Gelingen in der attraktiven Gestaltung ihrer
Personalarbeit, einem wichtigen Baustein zur Förderung
des unternehmerischen Erfolgs und der Nachhaltigkeit.

15

Unternehmen > Interviewpartner Stakeholderdialog

Gute Nachbarschaft schenkt Lebensqualität
Prof. Barbara John, Vorsitzende des Paritätischen Landesverbands
und ehemalige Ausländerbeauftragte des Berliner Senats

Jeder ist Nachbar, jeder hat Nachbarn. Doch nur selten
kann sich jemand seine Nachbarschaft selbst aussuchen.
Ob im eigenen Haus auf dem Land oder im Mietshaus in
der Stadt – Konflikte unter Nachbarn sind unerfreulich und
kosten Kraft. Und: Keiner will sie. Eine Studie der Bausparkasse unter 2000 Personen zwischen 16 und 69 Jahren
ergab, dass eine eindeutige Mehrheit von 93 Prozent sich
Frieden und gute Nachbarschaftsbeziehungen wünscht. Der
Wille ist da, die Frage bleibt: Was tun wir dafür?
Gemeinsam leben kann man nur gemeinsam lernen
Ein freundliches „Hallo“, wenn man sich im Treppenhaus
oder Fahrstuhl trifft, ist schon ein guter Anfang, dazu ein
Lächeln, und die Stimmung hebt sich sofort. Kleine Gesten
– aber mit großer Wirkung! Man muss nicht gleich mit
frischgebackenem Kuchen vor der Tür stehen und Einlass
begehren, aber ein wenig Aufmerksamkeit verschenken –
das kann der Smalltalk übers Wetter oder den ARD-Tatort
sein – kostet kein Geld und stärkt den Gemeinschaftssinn.
Jeder Einzelne kann mit etwas mehr Hilfsbereitschaft und
Verständnis für den anderen seinen eigenen latenten
Sorgen und Ängsten den Nährboden entziehen. Denn: Gemeinsam leben kann man nur gemeinsam lernen. Gerade in
den letzten Monaten zeigte sich, wie groß die Bereitschaft,
der Wunsch und das Wollen der Menschen ist, zu helfen.
Hier in Berlin gründen sich dort, wo ein Flüchtlingsheim
hinkommt, gleichzeitig Unterstützergruppen. Lehrer, die
sich um Deutschkurse kümmern, Nachbarn, die Kleiderund Sachspenden sortieren, Sportvereine, die Kinder zum
Training abholen.

16

Nachbarschaft kann man auf die Beine stellen,
wenn man nur will. Das Integrationsprojekt
im Märkischen Viertel hat in den letzten
Jahren für seine unterschiedlichsten
Mietergruppen viel erreicht und eine Kultur
guter Nachbarschaftlichkeit entwickelt.

Vor allem aber müssen auch die Menschen einbezogen
werden, die als Einwanderer schon lange hier leben. Sie
können hervorragend dabei helfen, Formulare auszufüllen,
Bewerbungen zu formulieren oder an Behörden zu schreiben, damit die Neuankömmlinge schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Integration bedeutet Zusammenhalt und Zugehörigkeit
Vier schöne Wände und ein Dach überm Kopf sind das
Allerwichtigste, keine Frage. Doch das ist nicht ausreichend. Wir Menschen brauchen Wärme. Ein gutes Wohnumfeld und ein nachbarschaftliches Miteinander sind wesentlich für einen stabilen Kiez. Die Umgebung dafür muss
vorbereitet werden. Ich sage ganz deutlich: Die Zivilgesellschaft muss und darf hier nicht die Aufgaben der Politik
übernehmen. Der Bund, die Länder, die Städte und Kommunen müssen den Rahmen für private Maßnahmen schaffen
und die Strukturen und materiellen Mittel dafür bereitstellen. Nur wenn die Quartiere stimmen, wenn Kontakte
zwischen den Mietparteien geknüpft werden und wir alle
im Dialog miteinander sind, kann dieses große und großartige Vorhaben funktionieren. Ein vorsorgliches Zuhören und
gemeinsames Planen sind dabei essentiell. Wie können
wir Strukturen schaffen, um die positive Willkommensstimmung, die derzeit in Deutschland herrscht, zu erhalten?
Wie können wir den Menschen helfen, sich im Miteinander
selbst zu helfen? Integration bedeutet Zusammenhalt und
Zugehörigkeit. Das ist das Thema für die nächsten Jahre
und Jahrzehnte.

17

Unternehmen > Interviewpartner Stakeholderdialog

Berlin 2050: Mein Blick in die Zukunft
Frank Bielka, Neubaubeauftragter der Stadt Berlin, Ex-Bezirksbürgermeister,
fünffacher Staatssekretär und ehemaliger Vorstand der degewo AG

Wie muss eine Stadt sein, in der sich die Menschen wohlfühlen? Wie sehen Wohnkonzepte der Zukunft aus? Und wie
können sie gelingen? Vielleicht liegt es an meinem Alter,
an der Berufserfahrung oder schlicht an meiner Chuzpe,
aber solche Fragen werden aktuell häufig an mich herangetragen.
Nun, ich wage gern eine Prognose. Denn in meiner Vorstellung hat es Berlin im Jahr 2050 geschafft, so beweglich
zu bleiben, wie Berlin schon immer war und sein musste –
wiewohl aus seiner Geschichte heraus oft auch unfreiwillig.
Die Stadt ist das Ziel
Berlin wächst stetig und wird weiter wachsen, das hat
nichts Bedrohliches. Während die Bevölkerungszahl in
den ländlichen Regionen stagniert und mancherorts sogar
schon rückläufig ist, werden in der Zukunft immer mehr
Menschen an die Tore der Großstädte klopfen. Wer nicht
öffnen kann, weil Wohnungen in begehrten Innenstadtlagen unbezahlbar geworden oder einfach nicht mehr zu
bekommen sind, wird kreatives Potenzial verlieren. Wir
brauchen Menschen, die verändern wollen: die Jungen, die
Euphorischen, die Talentierten und Unternehmerischen. Nur
so bleibt die Stadt attraktiv. Erinnern wir uns: Für das pulsierende Berlin waren Künstler und Kreative schon immer
der Sauerstoff seiner berühmten Luft. Die überbordende
Vielfalt in allen Bereichen der Kultur belebte die Metropole während der Weimarer Republik, zwischen Krieg und
Frieden, in Auf- und Rückbauzeiten. Gerade weil sich Berlin
verändern kann, bleibt diese Stadt ein aussichtsreicher
Lebensraum für weitere Generationen.

18

Berlin hat die große Chance, vieles
richtig zu machen, was andere Städte in
den Nachkriegsjahren versäumt haben
oder nicht besser wussten. Gehen
Sie nach Büroschluss mal in die City
von Frankfurt am Main.

Wie muss das aussehen?
Ich denke, es geht nicht darum, mit großem Ehrgeiz heute
die Wohnanlagen für die nächsten 30 Jahre zu planen. Vier
Zimmer, Küche, Bad, Kinder, Schlafen – das ist wohl kalter
Kaffee. Kluge Konzepte sind flexibel. Wir werden Grundrisse brauchen, die wandlungsfähig sind, wenn beispielsweise
junge Erwachsene ausziehen oder die Älteren ein Zimmer
für die häusliche Pflegekraft bereiten wollen. Wir wünschen
uns auch Arbeitsbereiche, die wohlintegrierbar sind, wenn
Homeoffice oder Freelancen ins Haus stehen. Was passiert
denn heute, wenn Eltern mit drei Kindern sich trennen und
sich nicht zwei 5-Zimmer-Wohnungen leisten können? Wir
müssen Wohneinheiten kreieren, die an die Bedürfnisse der
Lebensphasen ihrer Bewohner anpassbar sind. Mehrgenerationenhaus, kombiniertes Wohnen und Arbeiten im Loft,
Cluster-Wohnungen; die Begriffe kreisen längst schon in
den Köpfen der Architekten und ihrer Kunden.
Unsere vielleicht dringlichste Herausforderung für die
nächsten 20 Jahre ist der Klimawandel. Daher muss auch
die Infrastruktur weiterentwickelt werden. Wenn das
selbstfahrende Auto kommt und der Klimawandel gestoppt
werden soll, was können die Städte leisten? Kurze oder
keine Wege vom Wohnen zum Arbeiten. Oder gar gänzlich
autofreie Kieze? Wer an morgen denkt, muss zugestehen,
dass auch die Diskussion um ein Tempolimit in der Innenstadt wieder auf die Agenda rücken sollte. Man muss kein
grüner Realpolitiker sein, um zu sehen: Es pressiert!

Berlin muss jedes Jahr 10.000 bis 15.000 neue Wohnungen
bauen, um Neuberlinern ein Dach überm Kopf zu bieten.
Über verschüttete Milch soll man zwar nicht weinen, aber
natürlich ist es klug, sie aufzuwischen und ein frisches Glas
zu füllen.
Ich möchte daher Mut machen und alle Beteiligten dazu
einladen, auch über die Teilbebauung des Tempelhofer
Feldes neu nachzudenken. In dieser zentralen Lage tausende günstige Wohnungen zu schaffen, ist eine unvergleichliche Chance für die Berliner. Zumal es innovative, gute
Ideen gibt, hier auf wenig Fläche viel Wohnraum entstehen
zu lassen. Professor Brandlhuber zum Beispiel wagt mit
seinem Architekturbüro den Weg einer Überbauung des
kompletten Flughafenriegels mit bis zu acht Geschossen. Wie beim Bikinihaus am Zoo gäbe es einen offenen
Luftraum zwischen Flughafendach und Wohnanlage, der
einen gebührenden Abstand zum denkmalgeschützten
Gebäude hielte. Im Flughafengebäude könnten Kitas, ein
Supermarkt, Bioläden und Cafés entstehen – Tempelhof
würde auch für die Nachbarschaft interessant werden und
kein Wohnsilo aus den 60er Jahren sein. Schlussendlich
würde die künftige Nutzung eines Hangars durch die Volksbühne den Ort nachhaltig verändern.
Wir sollten uns gemeinsam in einem dialogischen Prozess
zurück an den runden Tisch begeben – Planer, Politiker,
Nachbarn, Mieter und deren Vertreter – und uns am Ende
über das gute und funktionale Ergebnis zusammen freuen.

19

Unternehmen > Nachhaltigkeitsorganisation

Interne Nachhaltigkeitsorganisation

Interne Nachhaltigkeitsorganisation

Vorstandsvorsitzender
Gesamtverantwortung für Nachhaltigkeit

Leiterin Unternehmenskommunikation/Marketing/
Nachhaltigkeit
Operative Verantwortung und Koordination
des Themas Nachhaltigkeit

Externe Stakeholder

Anteilseigner

Banken
Verbände/
NGOs

Nachhaltigkeitsreferentin

Mieter

Wettbewerber

Interne Stakeholder
Politik

Vorstand

Öffentliche
Verwaltung

Nachhaltigkeitsbeauftragte
Fachliche Zuarbeit und Prüfung

Presse/
Medien

Aufsichtsrat

Mitarbeiter

Zulieferer/
Dienstleister

Interessierte Öffentlichkeit/
Gesellschaft

Nachhaltigkeitsausschuss
Nachhaltigkeitsausschuss
UKUK
Unternehmenskommunikation und Marketing
Unternehmenskommunikation & Marketing

UK
UK

RC

RC

IT

IT

IT IT
Informationstechnologie
Informationstechnologie
PEPE
Personal
Personal

G2
G2

PE PE

TETE
Technik
Technik

G1G1

TETE

PMG1Portfoliomanagement
Geschäftsbereich 1

FRFR
Finanz- und Rechnungswesen
Finanz- und Rechnungswesen
EVG2
Einkauf
Geschäftsbereich 2 Banken

EV

IT

PM

FR
FR

G1RCGeschäftsbereich
1
Revision & Compliance
G2 Geschäftsbereich 2
RC Revision und Compliance

20

Unternehmen > Auszeichnungen

Nachhaltigkeit zeichnet sich aus
Die GESOBAU beteiligt sich regelmäßig an ausgewählten
Wettbewerben der Wohnungswirtschaft. Die dort erhaltenen
Auszeichnungen motivieren uns in unserem täglichen Tun.
2014
Red Dot Award
Die Markenkommunikation zum Märkischen Viertel
wurde beim Red Dot Award, Communication Design 2014,
mit dem Qualitätssiegel Red Dot ausgezeichnet.
Marken Award der Immobilienbranche 2014
In der Kategorie „Beste Projektmarke“
für die Markenkommunikation rund ums Märkische Viertel.
Deutscher Design Club e. V. „Gute Gestaltung“
Das neue Brand Design fürs Märkische Viertel wird in der
Kategorie Corporate Design mit Gold geehrt.
FOX AWARDS 2014
Unsere Mieterzeitschrift „Hallo Nachbar“ erhält
den FOX AWARD SILBER für den Inhalt sowie eine zweite
Silbermedaille für die Gestaltung, den FOX VISUALS.

2015
German Awards for Excellence
Ehrung mit einem Award in der Kategorie Compliance
für den Aufbau unseres umfassenden ComplianceManagementsystems.
Reinickendorfer Ausbildungsbuddy 2015
3. Preis unter den ausbildungsfreundlichsten Unternehmen
Reinickendorfs.
iF Design Award 2015
Die Markenkommunikation rund ums Märkische Viertel
wurde in der Kategorie „Corporate Design, Communication
– 3.04 Corporate Identity“ ausgezeichnet.
Great Place to Work
2. Platz beim Wettbewerb „Beste Arbeitgeber in BerlinBrandenburg 2015“ in der Größenklasse 250 bis 500
Mitarbeiter sowie Auszeichnung mit dem Sonderpreis der
Kategorie „Ausbildung“.

Reinickendorfer Bauherrenpreis
Belobigung in der Kategorie „Außergewöhnliche Initiativen“
für die Neugestaltung der Fassade der Wohnhausgruppe
910 „als Kunst im Stadtraum“.

2013
GESOBAU-Facebook-Auftritt
Dr. ZitelmannPB. GmbH verleiht den 1. Platz im Teilsegment
Wohnungsunternehmen und den 2. Platz im Gesamtranking
der Immobilienunternehmen Deutschlands für den
GESOBAU-Facebook-Auftritt.
Great Place to Work
Auszeichnung beim „Great Place to Work“-Wettbewerb
„Beste Arbeitgeber in Berlin-Brandenburg 2013“ als einer
der fünf besten Arbeitgeber bei Unternehmen mit 250 bis
500 Mitarbeitern.
1. Platz BBU-Wettbewerb 2013
In der Kategorie „Zukunft macht Unternehmen“ für
vorbildliche Nachhaltigkeit in der Wohnungswirtschaft.

21

Unternehmen > Unsere Grundwerte

Das, was zählt
Unsere umfassende Grundwertediskussion hat begonnen
Grundwerte bilden nicht nur die Basis des menschlichen Zusammenlebens, sie sichern auch den fairen
geschäftlichen Umgang, unsere Handlungen und
Entscheidungen miteinander und untereinander.

Das betrifft unseren Umgang mit unseren
Kunden, dem Anteilseigner und der Öffentlichkeit sowie mit Kollegen und Führungskräften. Vereinzelt haben wir in den vergangenen Jahren konkrete Grundwerte benannt;
ein aktueller, weitreichender Konsens aller
Kolleginnen und Kollegen über die gemeinsamen Werte unseres Unternehmens fehlte
jedoch.
Deswegen ging zum Jahresbeginn unser
großangelegtes Projekt „Unsere Werte“ an

22

den Start. Das Ziel: eine Grundwerteerklärung formulieren, die als Grundlage für das
bestehende Wertemanagement und dessen
weitere Umsetzung dienen soll.
Die Auftaktveranstaltung fand im Januar
2015 unter Teilnahme aller Kolleginnen
und Kollegen statt. Im Anschluss wurden
in sämtlichen Teams und Bereichen die
wichtigsten Grundwerte identifiziert, die
anschließend in bereichsübergreifende
Workshops mündeten. 120 Kolleginnen

Durchblick für alle:
Eingangsbereich der
GESOBAU-Geschäftsstelle am
Wilhelmsruher Damm

und Kollegen fassten dort noch einmal unsere wesentlichsten Grundwerte zusammen, die die Integration eines ethisch
fundierten Wertemanagements in unser ComplianceManagement markieren. Die Arbeitsgruppe „GESOwerte“
arbeitet momentan an der Aufbereitung und Kommunikation
dieser Werte.

Demokratisch ermittelte
Grundwerte: 120 Mitarbeiter der GESOBAU
stellen die wesentlichen
Werte und Prinzipien
des Unternehmens zu
einem ethischen Kodex
zusammen.

23

Unternehmen > Compliance-Management

Handlungsempfehlungen für die Mitarbeiter

Mit Bravour bestanden: die zweite Stufe des
Compliance-Management-Audits
Wir freuen uns, dass unser Unternehmen nach der Erstzertifizierung im vergangenen Jahr auch 2015 wieder das Audit
zum Compliance-Management erfolgreich absolviert hat.
Damit honorierte die Initiative Corporate Governance (ICG)
die gelungene Umsetzung unseres Wertemanagements in
den Geschäftsprozessen. Voraussetzung für das Testat war
eine zweite Überprüfung, die im September 2014 stattfand.
Der Fokus lag diesmal auf der Umsetzung der Handlungsempfehlungen aus der ersten Zertifizierung sowie auf unseren aktuellen Aktivitäten zu den Themen Compliance und
Wertemanagement. Die wichtigsten Module bildeten dabei

24

die Aspekte Fairness, Nachhaltigkeit, Leistungsbereitschaft,
Qualitätsorientierung sowie unternehmerische Verantwortung – dies alles unter Berücksichtigung der besonderen
Anforderungen der Immobilienwirtschaft. Unser Unternehmen berichtete über die gestartete Grundwertediskussion
und stellte unsere neue Compliance-Risikomatrix vor, die
eine bessere Risikobewertung und -kontrolle ermöglicht.
Im Unterschied zur Erstauditierung kommunizierte die ICG
nicht nur mit Führungskräften und Stabstellen der ersten
Ebene, sondern auch mit Gruppen- und Kundencenterleitern aus den operativen und strategischen Bereichen.
Im kommenden Jahr werden auf der dritten Audit-Stufe
schlussendlich auch unsere Mitarbeiter interviewt.

Unternehmen > Aufsichtsrat

Wie Vorstand und Aufsichtsrat zusammenarbeiten
Vorstand und Aufsichtsrat bilden die höchste Ebene eines
Unternehmens. Ihre gute Zusammenarbeit ist entscheidend
dafür, dessen Interessen durchzusetzen. Wie gestaltet sich
diese Kooperation bei der GESOBAU?
Unser Aufsichtsrat besteht aus neun Mitgliedern. Sechs
werden von den Anteilseignern berufen, drei von den Arbeitnehmern gewählt. Der Aufsichtsrat tagt viermal jährlich.
Der Vorstand nimmt stets daran teil, berichtet zu den einzelnen Tagesordnungspunkten und Beschlussvorlagen und
beantwortet die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder.
Mit Gisela von der Aue, Justizsenatorin a. D., wurde 2015
erstmals eine Frau zur Aufsichtsratsvorsitzenden der
GESOBAU bestellt. Ihre Aufgabe besteht unter anderem
darin, sich regelmäßig mit dem Vorstand zu treffen und

aktuelle Themen zu erörtern. Dabei spielen Fragen der
Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Außerhalb dieser Treffen
informiert der Vorstand die Aufsichtsratsvorsitzende mündlich und schriftlich über aktuelle Entwicklungen.
Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit
dem Personalausschuss und dem Finanz- und Grundstücksausschuss zwei Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Der Personalausschuss besteht aus
drei Mitgliedern, der Finanz- und Grundstücksausschuss
aus fünf. In beide Ausschüsse ist ein Vertreter der Arbeitnehmer entsandt. Die Arbeitnehmervertreter besuchen
ihrerseits regelmäßig Tagungen, auf denen sie sich mit
anderen Arbeitnehmervertretern austauschen. Außerdem
nehmen sie zyklisch an Weiterbildungsseminaren teil.

Ausblick
Wir setzen unsere Grundwertediskussion und den
Stakeholderdialog fort. Unser Augenmerk gilt der
abschließenden Auditierung unseres ComplianceManagements im dritten Quartal 2016.
Daneben ist es weiterhin unser Ziel, verbindliche
Nachhaltigkeitsstandards für unsere Branche
mitzugestalten.

25

Top-Themen unserer Stakeholder:
Angemessene Mieten
Kundenservice und Beratung für Mieter
Effiziente Bestandsbewirtschaftung

Markt

„Den Blickwinkel ändern und dabei das Ziel
im Auge behalten – das lerne ich hier.“
Als kommunales Wohnungsunternehmen sind unser Kerngeschäft
die Bewirtschaftung von bezahlbaren Wohnungen und ihre
Vermietung an breite Schichten der Bevölkerung. Unsere Mieter
stehen im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns.
Der Nachhaltigkeitsfokus richtet sich auf effiziente Bestandsbewirtschaftung, Service für die Bewohner und angemessene Mieten.

26

Berufsakademie-Student bei der GESOBAU: Ken Uhden

27

Markt > Unsere Neubauoffensive

Kaufen oder bauen?
Unser Fokus liegt auf dem Neubau von Wohnraum
Berlin wächst. In den Jahren 2011 bis 2014 hat die deutsche Hauptstadt
rund 175.000 Bewohner hinzugewonnen. Bis 2025 sollen deshalb etwa
120.000 neue Wohnungen gebaut werden, darauf hatte sich im Juli
Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD) gemeinsam mit Vertretern der
Wohnungswirtschaft im Bündnis für Wohnungsneubau in Berlin verständigt.
Wohnraum, der breiten Schichten der Bevölkerung zugutekommen und
gleichzeitig bezahlbar sein soll.

Bezahlbare Neubauten für Berlin
Als städtisches Wohnungsunternehmen ist die GESOBAU
eine der wichtigsten Partnerinnen für bezahlbares Wohnen
in Berlin. Wir leisten aktiv unseren Beitrag, um die steigende Nachfrage nachhaltig und vielfältig für alle Berlinerinnen
und Berliner zu bedienen. Als größte Vermieterin im Norden
der Stadt werden wir in den nächsten zehn Jahren von rund
39.500 Wohnungen per 31.12.2014 auf rund 52.000 Wohnungen wachsen. Ein Drittel des Mehrvolumens wird durch

Grün umkranzt: Neue Mietwohnungen in Niederschönhausen

28

den Ankauf von Bestandswohnungen erfolgen. Zwei Drittel
dieser Wohnungen entstehen im Neubau – teilweise auch
durch weitere Projektankäufe. Der Schwerpunkt unserer
Neubauoffensive liegt im Bezirk Pankow, wo bereits die
Hälfte unserer Wohnungsbestände liegt und für die Zukunft
der höchste Einwohneranstieg erwartet wird. Aber auch
in Reinickendorf, Hellersdorf und Mitte errichten wir neue
Mietwohnungen.

Hier werden nicht nur Zeichen, sondern auch viele lange Zimmermannsnägel gesetzt

Mehrere Bauprojekte in Pankow
„Wo, wenn nicht in Pankow? Wer, wenn nicht wir?“, hob der
Pankower Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner bei einem
der zahlreichen Spatenstiche im Kiez hervor. Das Neubauprojekt Pankower Gärten in Niederschönhausen hat eine
urbane Lage mit guter Verkehrsanbindung. Hier sollen zum
Jahresende hundert Neubauwohnungen fertig werden. Die
Wohnungen bieten eine vielfältige Mischung, so dass sich
unterschiedliche Zielgruppen wohlfühlen werden. Die Wohnungsgröße reicht von zwei Zimmern mit 52 Quadratmetern
bis zu fünf Zimmern mit 145 Quadratmetern, die bauliche
Spannweite von Doppelhaushälften bis zu Kompaktwohnungen für Einzelpersonen oder Paare. Die Wohnungen
sind größtenteils barrierearm und schwellenfrei.
Daneben sind in Pankow noch weitere Bauprojekte an
den Start gegangen, unter ihnen die Florastraße 75 und
die Klothildestraße 12/13. In Ersterer entsteht auf dem
Grundstück der GESOBAU ein fünfgeschossiger Wohnungsneubau mit 18 Mietwohnungen und einer Wohnfläche von
insgesamt 1.324 Quadratmetern. Ähnlich groß wird in der
Klothildestraße gebaut: Im Dezember 2016 werden auf vier
Etagen 22 bezugsfertige Wohnungen zur Neuvermietung
bereitstehen. Beide Neubauvorhaben sind Lückenschlüsse
und orientieren sich in Fassadengestaltung, Gebäudehöhe und -tiefe an den umliegenden Zeilen. Sie greifen den
Baustil der Nachbarschaft auf, der meist durch Altbauten
der Gründerzeit und Bauten aus den 30er und 60er Jahren
geprägt ist.

Neubauprojekte in Pankow:
•	 Am Schloßpark 30/32: 26 Wohnungen
•	 Elisabeth-Christinen-Straße 18 – 28: 20 Wohnungen
•	 Florastraße 75: 18 Wohnungen
•	 Pankower Gärten: 100 Wohnungen
•	 Klothildestraße 12/13: 22 Wohnungen
•	 Rolandstraße 69 – 73: 52 Wohnungen
•	 Thulestraße: 107 Wohnungen
•	 Streustraße 117 – 120: 41 Wohnungen

Wo, wenn nicht in Pankow?
Wer, wenn nicht wir?

29

Markt > Unsere Neubauoffensive

Wohnwünsche werden wahr oder: Wo ist der passende Grundriss für mich?

Unser bisher größtes Projekt: die Uferhöfe
Auf einem rund 6.200 Quadratmeter großen Areal entlang
der Uferstraße in Mitte, Ortsteil Gesundbrunnen, baut die
GESOBAU die Uferhöfe. Hier entstehen drei Mehrfamilienhäuser mit 180 Mietwohnungen sowie zwei Anwohnertiefgaragen mit insgesamt 65 Stellplätzen. Die Wohnungen in
den vier- bis siebengeschossigen Gebäuden sind mit einer
Loggia, einem Balkon oder einem Mietergarten ausgestattet. Die 1,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen wenden sich an
Single- und Seniorenhaushalte ebenso wie an Klein- und
Großfamilien.
Das größte der drei Häuser besteht aus drei Flügeln, so
dass es einen offenen Hof bildet. Erfreulich für die künftigen Bewohner ist die unmittelbare Nähe zur U-Bahn und
zum Volkspark Humboldthain. Der Einzugstermin für die
ersten Mieter liegt nach momentanem Planungsstand
zwischen Oktober 2016 und März 2017.

30

Bis 2026 bringt die
GESOBAU 12.500 neue
Mietwohnungen auf den
Berliner Wohnungsmarkt.

Bezugsfertig: Der Neubau in Alt-Wittenau bietet 68 neue Wohnungen von 31 bis 79 Quadratmetern

Neubau auch in Reinickendorf
Im September 2014 setzten wir auch in Alt-Wittenau den
ersten Spatenstich für 68 neue Wohnungen. Auf dem
Gelände der alten GESCHI-Bäckerei ist eine Mischnutzung
von Gewerbe und Wohnungen entstanden. Auch hier sind
bezahlbare Mieten unser oberstes Ziel, und sie können
durch die Förderung aus dem Neubaufonds des Senats
auch realisiert werden: 17 von 68 Wohnungen, also exakt
ein Viertel, werden wir mit einer Bindungsdauer von 20
Jahren plus einer zehnjährigen Nachwirkungsfrist zu einer
Nettokaltmiete von durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter anbieten.
Wichtig ist eine gute Infrastruktur. Die ist in Alt-Wittenau
gegeben: Einkaufsmöglichkeiten, Schule, Kita und Bushaltestellen befinden sich in unmittelbarer Nähe. Vermietungsstart war im Oktober 2015. Die ersten Mieter ziehen im
Dezember ein.

Unsere Neubauoffensive im Netz
Unsere Stakeholder in Politik und Gesellschaft wie auch
Wohnungssuchende finden auf einer eigenen Website alle
Informationen zur Neubauoffensive der GESOBAU. Nach
und nach werden hier unsere Neubauprojekte vorgestellt.
So finden sich neben exemplarischen Grundrissen, Modellansichten in Bild und Film sowie Beschreibungen des
Wohnumfelds der zukünftigen Häuser in Pankow, Reinickendorf und Mitte auch Angaben zum Baubeginn, zur
Baufertigstellung und zur Mietenstruktur. Mietsuchende,
die sich für eine Wohnung der GESOBAU-Neubauoffensive
interessieren, können auf der Website sehen, welche noch
frei sind, sich das entsprechende Wohnungsexposé herunterladen und Kontakt zur Vermietung aufnehmen.

www.gesobaut.de

31

Markt > Berliner Wohnungsmarkt

Gefordert und gefördert
Die GESOBAU und der Berliner Wohnungsmarkt

Von Paris, London oder Madrid schaut man mit Staunen
auf unseren vielfältigen Wohnungsmarkt, auf dem große kommunale Wohnungsunternehmen Stabilität und
bezahlbare Mieten für breite Schichten der Bevölkerung
garantieren. Mit dem Berliner Mietspiegel haben wir ein
brauchbares Instrument, den Mietanstieg zu bremsen und
die Mieten insgesamt auf einem verträglichen Niveau zu
halten. Dessen im Mai 2015 veröffentlichte neue Ausgabe
verzeichnet zwar einen Anstieg der durchschnittlichen Nettokaltmiete um 30 Cent auf 5,84 Euro pro Quadratmeter in
den vergangenen zwei Jahren, jedoch bilden diese Angaben
lediglich den Durchschnittswert aller Berliner Vermieter
ab – privater wie auch kommunaler. Tatsächlich beträgt
die Durchschnittsmiete aller städtischen Wohnungsunternehmen zusammen lediglich 5,50 Euro pro Quadratmeter,
die der GESOBAU sogar nur 5,43 (Stand: April 2015). Die
kommunalen Wohnungsunternehmen wirken – solange sie
Teil des Mietspiegelsystems bleiben – mietpreisdämpfend
für das gesamte Stadtgebiet.

Berlin legt vor: Das Bündnis für bezahlbare Mieten

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Bezahlbare Mieten für alle
Um möglichst vielen Menschen mit geringeren Einkommen
die Chance auf bezahlbare Wohnungen in der Innenstadt
zu bieten, haben die städtischen Wohnungsunternehmen
mit dem Berliner Senat 2012 das „Bündnis für soziale
Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten“ geschlossen. Die
Regelungen sehen beispielsweise vor, dass eine bestimmte
Anzahl der städtischen Wohnungen bei Neuvermietungen
an Haushalte mit Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS) vergeben werden. Die geförderten Wohnungen liegen nicht in einem bestimmten Haus oder Kiez,
sondern inmitten aller Bestände.
Bei Neubauprojekten wird diese Strategie ebenfalls verfolgt: Ein Anteil von je nach Projekt circa 30 Prozent wird
gefördert – entweder durch den Neubaufonds des Berliner
Senats oder durch die GESOBAU selbst – und an WBS-Berechtigte vermietet. Dabei gilt: So differenziert wie das
Wohnungsangebot selbst gestaltet sich auch die Mietenpolitik der GESOBAU, sie orientiert sich an Lage, Ausstattung
und Zustand der einzelnen Wohnung.

Marktanteil

davon GESOBAU

41.000 (2%)

Kommunale
Wohnungen
188.000 (10%)

Berliner
Wohnungsmarkt
gesamt
Genossenschaftliche
Wohnungen

1.883.000

300.000 (16%)

Durchschnittliche Wohndauer

Durchschnittsmiete (netto, kalt)
im Bestand 2014

Euro/m2
5,32

Durchschnittsmiete (netto, kalt)
bei Erstvermietung 2014

Euro/m2
6,07

33

Markt > Berliner Wohnungsmarkt

Begegnung der Generationen: Mieter beim offenen Boule-Treff der VIERTEL BOX

Die soziale Quartiersentwicklung kommt hinzu
Daneben verfolgen die Städte mit ihren kommunalen
Wohnungsunternehmen auch den Erhalt lebenswerter
Quartiere. Das hat in der Hauptstadt in den vergangenen
Jahrzehnten dafür gesorgt, dass sich gemischte Quartiere
entwickeln und entfalten konnten, unterschiedlichste Nachbarn friedlich zusammenleben. Dass dies funktioniert, ist
kein Selbstläufer, sondern auch das Ergebnis des sozialen
Auftrags städtischer Wohnungsunternehmen. Wir wirken
mit Nachbarschaftsprojekten, Bewohnerpartizipation und
vielfältigen Angeboten für alle Zielgruppen aktiv für ein
gutes Miteinander und gegen die Bildung sozialer Brennpunkte. Erst durch das soziale Engagement vor Ort können
lebenswerte Kieze bestehen bleiben und eine stabile und
kontinuierliche Weiterentwicklung der Stadt befördern.

www.gut-miteinander-wohnen.de

34

Vermietungsquote 2014 in Prozent

96,77

Leerstand 1.197

Barrierearme Wohnungen

1.385

1.485

1.491

2013

2014

1.190

2011

2012

35

Markt > Rahmenvertrag für Modernisierung

Sozialverträglich modernisieren
Unser Beispiel Pankow

Runder Tisch mit Ecken und Kanten

Neben unserer Neubautätigkeit betreiben
wir schrittweise die Modernisierung unseres
Bestandes. Als städtisches Unternehmen gehen
wir dabei sozialverträglich vor.
Im Februar 2014 unterzeichneten das Bezirksamt Pankow,
die unabhängige Mieterberatung Prenzlauer Berg GmbH
und die GESOBAU einen Rahmenvertrag zur sozialverträglichen Durchführung der Modernisierung.
Der Vertrag umfasst all unsere Häuser in Pankow, die 2014
und 2015 modernisiert wurden. Auf Basis dieser Vereinbarung wurden mit circa 90 Prozent unserer Mieter individuelle Modernisierungsvereinbarungen abgeschlossen.
Das Bezirksamt trägt als Auftraggeber der Mieterberatung
wesentlich zur Wahrung der Unabhängigkeit der Mieterberatung bei und agiert als Moderator bei Konflikten, so
dass am Ende ein Einvernehmen zwischen Mietern und der

36

GESOBAU in Form einer beidseitig unterzeichneten Modernisierungsvereinbarung erzielt werden kann. Ausgehend
von der Erkenntnis, dass eine umfangreiche Modernisierung für viele Mieter selbst bei herabgesetzter Modernisierungsumlage von neun Prozent nicht zahlbar wäre, wurden
im Rahmenvertrag verschiedene Kappungsgrenzen der
Mieterhöhung geregelt. Der Vorteil gegenüber bisherigen
Förderinstrumenten ist dabei die Einführung einer einkommensabhängigen Miete nach Modernisierung.
Die Berücksichtigung individueller Erfordernisse steht auch
bei den übrigen Regelungen im Vordergrund: So haben wir
sowohl die Bedürfnisse der Mieter während der Bauphase
aufgenommen als auch die Bereitstellung von Ersatzwohnraum während der Bauarbeiten sowie die Übernahme der
anfallenden Kosten in den Modernisierungsvereinbarungen
festgeschrieben.

Die Mietverzichte haben dazu
beigetragen, dass keine Verdrängung
durch die Modernisierung stattfindet.

Die Vereinbarungen im Detail
Haushaltsgespräche
Im Juli 2015 wurden die Ergebnisse der Rahmenvereinbarung vorgestellt: Mit 255 Mietparteien führten wir umfangreiche Haushaltsgespräche und schlossen in 14 Häusern
218 Vereinbarungen ab. Wir besprachen zunächst die Lebenssituation der Mieter und suchten dann nach Lösungen,
wie deren spezielle Situation berücksichtigt werden könnte.
Das Spektrum der Lösungsmöglichkeiten reichte von der
vorübergehenden Bereitstellung einer Umsetzwohnung bis
zur Unterbringung der Haustiere in einer Tierpension. Daneben wurden auch die finanzielle Lage der Haushalte und
die Hilfsmechanismen des Vertrages erörtert. Eine finanzielle Härte stellten wir bei 88 Haushalten fest (40,37 Prozent).
30-Prozent-Regelung
Bei einem durchschnittlichen Erwerbs- oder Renteneinkommen prüften wir, ob die 30-Prozent-Regelung des Vertrages
zur Anwendung kommen kann. Dabei wird das Nettohaushaltseinkommen mit der Warmmiete nach Modernisierung
abgeglichen, um die Mietbelastungsquote zu ermitteln.
Liegt diese über 30 Prozent und ist gleichzeitig die
Wohnfläche angemessen, wird die Modernisierungsumlage
entsprechend abgesenkt oder gänzlich erlassen. Bei 42
Haushalten kam es zu einer solchen Mietenreduzierung.
Transferleistungen
Empfänger staatlicher Transferleistungen, von ALG II oder
Grundsicherung, sollen – angemessene Wohnfläche vorausgesetzt – nicht mehr Miete zahlen, als die Leistungsstelle
gewährt. Hier berücksichtigten wir die Höchstsätze der
Wohnaufwendungenverordnung (WAV). Diese Regelung
fand bei 25 Haushalten Anwendung. Bei vier Haushalten
wurden die WAV-Höchstsätze mit den Modernisierungsumlagen zwar nicht erreicht, jedoch konnten wir diese Mieter
dafür vertraglich vor weiteren Mieterhöhungen im Bindungszeitraum schützen.

Kulanzregelungen
Ließen sich die Regelungen des Vertrages nicht anwenden,
weil die Wohnfläche oder Zimmerzahl nicht den Kriterien
entsprach, haben wir die sozialen Besonderheiten der
Haushalte und deren besondere Lebensumstände berücksichtigt. In diesen Fällen prüften wir die Möglichkeit
einer Kulanzregelung, die beim Zusammentreffen mehrerer
Umstände entsprechend weitreichender ausfällt. Im Laufe
des Verfahrens konnten wir insgesamt 21 Kulanzregelungen
treffen.
Mieten nach Modernisierung
Im Durchschnitt lag die Bestandsmiete vor Modernisierung bei 4,41 Euro pro Quadratmeter. Die angekündigten
Mieten nach Modernisierung lagen im Durchschnitt bei 6,50
Euro pro Quadratmeter, jedoch konnten wir sie durch den
Rahmenvertrag auf durchschnittlich 5,78 Euro senken. Dies
entspricht auch in etwa der Miete nach Modernisierung für
belegungsgebundenen Wohnraum nach dem Programm
„Soziale Stadterneuerung“, die sich aus Mietspiegelmittelwerten errechnet (Mietspiegel 2013).
Positives Fazit
Im Abschlussbericht zog die Mieterberatung Prenzlauer
Berg ein positives Fazit: „Die Ergebnisse belegen, dass die
Bestimmungen des öffentlich-rechtlichen Vertrages zielgenau zur Anwendung kamen. Insbesondere die umfangreichen und zum Teil erheblichen Mietverzichte des Vermieters haben dazu beigetragen, dass keine Verdrängung
durch die Modernisierung stattfindet.“

37

Markt > Unsere Lieferkette

Nachhaltigkeit in der Lieferkette
Die Pflichten unserer Zulieferer und Dienstleister
Als großes Wohnungsbauunternehmen können wir nicht
alle Leistungen und Maßnahmen des täglichen Betriebs
selbst erbringen, sondern sind auf die Zusammenarbeit mit
Ausführenden und Zulieferern angewiesen.

Dafür ist vor allem der Unternehmensbereich Einkauf zuständig, dem fast die gesamte Abwicklung der Lieferungen
und Leistungen an die GESOBAU obliegt. Hierfür arbeiten
die Mitarbeiter des Bereichs Einkauf eng mit den anderen
Abteilungen im Unternehmen sowie den externen Planungsbüros zusammen. Abhängig von der Höhe eines Auftrages
gibt es verschiedene Abläufe, wie die zu beschaffenden
Waren oder Leistungen eingekauft werden. Während Aufträge im Rahmen der Freihändigen Vergabe bis zu einer gewissen Höhe durch die Abteilungen selbst abgewickelt werden
können, müssen alle weiteren Leistungen weitgehend
formalisierte Ausschreibungsverfahren durchlaufen. Hier
gilt dann unsere spezielle Geschäftsanweisung Einkauf/
Vergabe, die alle Verfahren zur Beschaffung, Ausschreibung
und Vergabe von Bauleistungen, Liefer-/Dienstleistungen
und freiberuflichen Leistungen regelt. Bei den folgenden
Punkten spielen Nachhaltigkeitsaspekte eine besonders
wichtige Rolle.

Bewerbungsbedingungen weisen wir darauf hin, dass bei
ansonsten gleichwertigen Angeboten Ausbildungsbetriebe
bevorzugt werden. Außerdem nehmen wir bei bestimmten
Größenordnungen eine Abfrage im Korruptionsregister vor.
All diese Anforderungen sind Grundlage für einen Vertragsschluss.
Nachhaltigkeitsaspekte, die für die Ausführung bestimmter
Leistungen besondere Bedeutung haben, sind nicht nur Gegenstand des Ausschreibungsverfahrens, sie werden auch
in dem jeweiligen Vertrag über die Leistungserbringung
festgeschrieben. So ist beispielsweise vertraglich geregelt,
dass eine Druckerei, die die GESOBAU mit Druckerzeugnissen beliefert, FSC-zertifiziert sein muss und entsprechende
Produkte anbietet. In Verträgen über Grünflächenpflege
sind üblicherweise Regelungen zum Lärmschutz enthalten.
Wann immer wir einen Bedarf an weiteren Regelungen zu
Nachhaltigkeitsaspekten erkennen, lassen wir diese in die
Ausschreibungs- und Vertragsgestaltung einfließen.

Verhaltensgrundsätze
Wir folgen der Prämisse, dass die Vergabe von Lieferungen
und Leistungen transparent, ohne Diskriminierung und erst
nach Vergleich von Leistungen mehrerer Anbieter erfolgt.

Unsere Vorgaben, die je nach Art des Vergabeverfahrens
und nach Auftragswert greifen

Einkaufsverfahren
Bei der Verfahrensart für Beschaffungsvorgänge richten wir
uns stets nach der Art der zu beschaffenden Leistung und
nach dem finanziellen Volumen des Auftrages oder Vertrages. Zudem haben wir für jeden Beschaffungszweig genaue
Wertgrenzen definiert. Die Ausschreibungsunterlagen
enthalten dabei zahlreiche Anforderungen zur Nachhaltigkeit, beispielsweise zum Umwelt- und Gesundheitsschutz,
zur Eindämmung illegaler Betätigung im Baugewerbe, zur
sachgerechten Entsorgung von Bauabfällen, zur Frauenförderung sowie zu Tariftreue und Mindestlohn. In den

38

Umweltschutz
Unsere Auftragnehmer verpflichten sich, bei ihren Leistungen und auch bei Zulieferungen oder Nebenleistungen
Dritter im Rahmen der wirtschaftlichen und technischen
Möglichkeiten umweltfreundliche Produkte und Verfahren
einzusetzen.
Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen
Der Auftragnehmer verpflichtet sich, den Auftrag ausschließlich mit Waren auszuführen, die nachweislich unter
bestmöglicher Beachtung der in den ILO-Kernarbeitsnormen
festgelegten Mindeststandards gewonnen oder hergestellt
worden sind. Diese Normen enthalten unter anderem Richt-

linien zum Entgelt männlicher und weiblicher Arbeitskräfte
für gleichwertige Arbeit, über die Abschaffung der Zwangsarbeit, zu Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf oder
über das Mindestalter für die Beschäftigung.
Tariftreue, Mindestentlohnung und
Sozialversicherungsbeiträge
Hier verpflichtet sich unser Auftragnehmer, seine Beschäftigten nach Tarifvertrag zu bezahlen, mindestens aber ein
Stundenentgelt von 8,50 Euro zu bezahlen. Verstoßen der
Auftragnehmer oder einer seiner Nachunternehmer schuldhaft gegen die Verpflichtungen, sind Vertragsstrafen fällig.
Wir oder ein von uns beauftragter Dritter dürfen zu
Kontrollzwecken Einblick in die Entgeltabrechnungen der
ausführenden Unternehmen nehmen, weiterhin in die
Unterlagen über die Abführung von Steuern und Beiträgen
an in- und ausländische Sozialversicherungsträger und
Sozialkassen des Baugewerbes sowie in die zwischen den
ausführenden Unternehmen geschlossenen Binnenverträge.

Gegen Schwarzarbeit
Per Gesetz sind wir zwecks Eindämmung illegaler Betätigung im Baugewerbe dazu verpflichtet, bei Verträgen über
Bauleistungen 15 Prozent von jedem vom Auftragnehmer in
Rechnung gestellten Bruttoentgelt an das für den Auftragnehmer zuständige Finanzamt abzuführen, wenn der
Auftragnehmer keine Freistellungsbescheinigung seines
Finanzamts vorlegt. Betroffen sind alle Zahlungen, also
auch Abschlags- und Vorauszahlungen.
Abfallwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Wir achten bei unserer Auftragsvergabe darauf, dass unsere Auftragnehmer die Regelungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) und die weiteren Vorschriften – insbesondere das Gesetz zur Sicherung der umweltverträglichen
Beseitigung von Abfällen – einhalten.
Entsorgung von Bauabfällen
Wir verlangen vom Bieter vollständige Angaben zur Entsorgung der anfallenden Bauabfälle und zum Entsorgungsweg.
Die Entgelte für die Entsorgung von Bauabfällen sind von
ihm in die Einheitspreise der Leistungspositionen einzukalkulieren.

Ausblick
Wir sind bestrebt, die Mieten für unsere Wohnanlagen
sozial zu halten, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit
zu vernachlässigen. Service und Beratung für unsere
Mieter wollen wir ausbauen. Wir verfolgen eine
effiziente Bestandsbewirtschaftung und erarbeiten neue
Wohnkonzepte, die dem demografischen und sozialen
Wandel Rechnung tragen.
39

Top-Themen unserer Stakeholder:
Energieeffizientes Modernisieren
Nachhaltiges Bauen
Mieterinformationen zum Energiesparen

Umwelt

„Ökologie steht jeden Tag neu auf meiner Agenda.“
Als städtisches Unternehmen setzen wir auf ein stadtgerechtes
Umweltmanagement. Umweltaspekte beeinflussen unsere
unternehmerischen Entscheidungen auf allen Ebenen. Wir investieren
in Klima-, Ressourcen- und Naturschutz und sind davon überzeugt,
dass wir mit einem ökologischen auch einen ökonomischen
Mehrwert erzielen.

40

GESOBAU-Leiter Technik Georg Unger

41

Umwelt > Energetische Modernisierung des Märkischen Viertels

Auf der Zielgeraden
Der Umbau des Märkischen Viertels zur
Niedrigenergiesiedlung steht vor dem Abschluss

Mittlerweile geht die
energetische Modernisierung
des Märkischen Viertels
ins siebte und letzte Jahr,
insgesamt investiert die
GESOBAU hier mehr als eine
halbe Milliarde Euro. Mit
Stand Oktober 2015 können
wir auf 10.152 fertiggestellte
Wohnungen verweisen –
von geplanten 13.500.

Das Konzept für diese Modernisierung
war 2010 in der Kategorie „Deutschlands
nachhaltigste Zukunftsstrategie“ mit dem
Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet worden. Geplant wurde damals,
bis zum Jahr 2015 den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß von 43.000 Tonnen um mehr
als zwei Drittel auf 11.000 Tonnen zu senken und den verbleibenden Energiebedarf
durch das siedlungseigene Heizkraftwerk
abzudecken. Mitte 2014 hat der Energieversorger Vattenfall das Biomasse-Heizkraftwerk an der Wallenroder Straße 2 im
Märkischen Viertel in Betrieb genommen,
das seitdem rund 30.000 Haushalte umweltfreundlich mit Wärme versorgt.
Das Ergebnis der Modernisierung zeigt,
dass sich die Anstrengungen gelohnt
haben und das gesteckte Ziel erreicht

Neue Fenster und gedämmte Fassaden: Hier bleibt die Wärme im Haus

42

wurde: Der Energiebedarf der Häuser hat
sich halbiert. Gleichzeitig bieten wir unseren Mietern jetzt einen hohen Wohnkomfort auf dem neuesten Stand der Technik: Unwirtschaftliche Heizungsanlagen
wurden ausgetauscht, Elektroleitungen
erneuert und Versorgungsstränge saniert,
alle Wohnungen bekamen neue Bäder.
Die Gebäude erhielten eine Wärmedämmung, einen frischen Fassadenanstrich
und neue Hauseingänge, meist auch neue
Doppelglasfenster. „Wir sind stolz darauf,
dass wir unser Versprechen, das wir den
Mieterinnen und Mietern zu Beginn der
Modernisierung gegeben haben, auch
einhalten konnten: Trotz umfangreicher
Baumaßnahmen an den Gebäuden ist
nach der Modernisierung die Warmmiete
im Durchschnitt kaum gestiegen“, erklärt

Trotz umfangreicher
Baumaßnahmen ist nach
der Modernisierung die
Warmmiete kaum gestiegen.

Modernisierungszustand der Gebäude in Prozent

teilweise

44
komplett
modernisiert

41

42

38

37

33

50

29

23

21

21

21

2011

2012

2013

2014

nicht

Georg Unger, der bei der GESOBAU für die
technische Umsetzung des Vorhabens zuständig ist.
Bei allem Erfolg zeigt sich der Leiter Technik
der GESOBAU auch selbstkritisch: „Was wir
zunächst völlig unterschätzt hatten, war die
nötige Betreuung der Mieterinnen und Mieter
im Zusammenhang mit den Bauarbeiten in
bewohnten Wohnungen. Viele wollten während
der Modernisierung ausziehen, so dass wir
ausreichend Umsetzwohnungen bereitstellen
mussten. Dadurch waren auch mehr Leerwohnungen zu modernisieren als ursprünglich
geplant. Wir haben aber die Chance genutzt,
bei diesen Wohnungen in die Grundrisse
einzugreifen und sie barrierearm mit einem
Standard zu gestalten, den wir ‚Komfort 50+‘
nennen.“
Um bestehende Ängste bei den Mietern
abzubauen, Transparenz zu schaffen und
einer Mieterfluktuation vorzubeugen, startete
bereits ein Jahr vor Beginn der Bauarbeiten
unser individueller Modernisierungsservice.
Dieser operierte zweifach: zum einen als
mobiles Betreuungsteam, zum anderen durch
die Infobox am Wilhelmsruher Damm. Hier wie
dort wurden gesundheitliche oder finanzielle
Themen besprochen und Fragen zu Lärm, Baugerüsten oder Umsetzwohnungen beantwortet. Das aus sieben Mitarbeitern bestehende
OSA-Team – die Abkürzung steht für Optimierung Sanierungsablauf – war ausschließlich
für die Mieter und ihre Anliegen da, mit festen
persönlichen Ansprechpartnern während der
gesamten Modernisierung.
Mittlerweile sind diese Anlaufschwierigkeiten
fast vergessen, die Modernisierung ist auf der
Zielgeraden angekommen.

43

Umwelt > Energetische Modernisierung des Märkischen Viertels

Eingesparte CO2-Emissionen nach energetischer
Modernisierung im Märkischen Viertel (t/a)*

Gesamt

105.810
2014

28.395

2013

27.834
2012

19.235
2011

15.462
2010

9.933
2009

3.866
2008

1.085

*beinhaltet die Modernisierungsmaßnahmen sowie erste Effekte
der Inbetriebnahme des Biomasse-Heizkraftwerkes im MV.

44

Umwelt > Nachhaltige Wärmeversorgung

Grüner Strom für smarte Mieter
Blockheizkraftwerk sorgt für nachhaltige
Wärmeversorgung in Weddinger Wohnungen
Mit der Neuvergabe der Wärmeversorgung und der Errichtung einer
Erdgas-Brennwertkesselanlage mit anliegendem Blockheizkraftwerk
setzt die GESOBAU nunmehr auch im Ortsteil Gesundbrunnen auf
eine umweltfreundliche und kostensparende Energieversorgung.

Kooperationspartner bei diesem Projekt ist die Berliner
Energieagentur GmbH (BEA). Das neue Blockheizkraftwerk wandelt den eingesetzten Brennstoff hocheffizient in
Wärme und Strom um. Das ist nicht nur umweltfreundlich,
sondern gibt 250 Haushalten in vier Wohnanlagen auch
größere Kostensicherheit. Die Anlage in der Koloniestraße 45 wird Ende 2015 in Betrieb gehen. Damit stellt die
GESOBAU in Sachen Wärmeversorgung die Weichen für die
nächsten 15 Jahre.
Aufgrund der geringeren Energielieferungskosten und der
Betriebsführung durch einen spezialisierten Energiedienstleister profitieren die Mieter auch finanziell von der neuen
Wärmeversorgung. Der Klimaschutzeffekt ist beträchtlich:
Die CO2-Einsparung beträgt jährlich um die 295 Tonnen.
„In der Energieversorgung von Wohnhäusern liegt nach wie
vor ein erheblicher Hebel zur CO2-Einsparung. Der Bau der
umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in unseren Beständen in Berlin-Mitte bildet damit einen weiteren
Baustein zur Erfüllung unserer Klimaschutzvereinbarung
mit dem Land Berlin“, sagt Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender der GESOBAU.
Den Zuschlag für die Errichtung und den Betrieb des neuen
Kraftwerks hat die BEA im Rahmen eines europaweiten
Ausschreibungsverfahrens erhalten. Im Konzept ist auch
die Belieferung von Mietern mit kostengünstigem Strom
enthalten. BEA-Geschäftsführer Michael Geißler: „Gerade
die steigenden Stromkosten sind für viele Mieter ein Thema. Aber Energieeffizienz spart Verbrauch und Kosten ein.
Über 3.000 Haushalte in Berlin beziehen bereits unseren in
Blockheizkraftwerken oder Solaranlagen vor Ort erzeugten
BEA-Kiezstrom. Jetzt können auch die Mieter der GESOBAU
in der Koloniestraße von diesem preisgünstigen und umweltfreundlichen Angebot profitieren.“

Viel positive Energie für die Berliner Luft

45

Umwelt > Solarstrom-Projekte

Jetzt fließt der erste Mieterstrom von einem GESOBAU-Dach

Berliner Stadtwerke und Wohnungsgesellschaften starten Solarstrom-Projekte
Solarstrom, made in Berlin? Was wie eine
Zukunftsvision anmutet, wird in diesen
Monaten Wirklichkeit. Um langfristig
die Strompreise in der Stadt zu senken,
haben die neu gegründeten kommunalen
Berliner Stadtwerke im Verbund mit der
GESOBAU sowie der städtischen Schwester STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH sogenannte Mieterstrom-Projekte zur standortgleichen Erzeugung
und Nutzung von Ökostrom vereinbart.
Baustart für das Vorhaben war im August
2015. Bis zum Oktober entstand auf dem
Dach eines Mietshauses an der Pankower Rolandstraße eine 800-Quadratmeter-Photovoltaikanlage mit einer Leistung
von 100 kWp, deren Strom den dortigen

46

Mietern zugutekommt. Darüber hinaus
wurden mit beiden Gesellschaften je zwei
Folgeprojekte im Wedding, in Pankow,
in Lichtenrade und im Baumschulenweg vereinbart. Im Ergebnis wollen die
Berliner Stadtwerke in den kommenden
anderthalb Jahren 18.100 Quadratmeter
Kollektorfläche mit einer Gesamtleistung
von 2.253 kWp errichten. Die drei landeseigenen Gesellschaften gehen damit
gemeinsame Schritte zur Erreichung der
Berliner Klimaziele, denn der jetzt fixierte
Anlagenpark erspart der Berliner Luft pro
Jahr einen CO2-Ausstoß von 1.088 Tonnen. Das entspricht in etwa der CO2-Menge, die ein Quadratkilometer Wald pro
Jahr bindet.

Positive Klimabilanz,
weniger Stromkosten: Mit
Hilfe von Photovoltaikanlagen wird der grüne
Strom vom Dach direkt in
das lokale Übertragungsnetz gespeist.

Für uns ist neben dem
konkurrenzfähigen
Preis für nachhaltigen
Strom auch die autarke
Erzeugung auf dem eigenen
Wohnhausdach wichtig.

Schöne Aussichten für GESOBAU-Mieter
Beim Mieterstrom-Modell der Berliner Stadtwerke GmbH
wird die Energie direkt auf dem Dach eines Wohnhauses
erzeugt und ohne lange Übertragungsnetze direkt vor Ort
genutzt. Die Wohnungsbaugesellschaften stellen die Dachflächen bereit, die Stadtwerke bauen die Photovoltaikanlage und beschaffen den für die Vollversorgung notwendigen
Grünstrom durch Zukauf beziehungsweise mit Anlagen an
anderer Stelle. Das Mieterstrom-Modell funktioniert unabhängig vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und damit
vom Netzeinspeiseentgelt. Der Vorteil für die Mieter liegt
neben der Klimabilanz ihres Stroms auch in dessen Preis,
der sich unter dem Basistarif des Berliner Grundversorgers
im mittleren Preissegment des grünen Stroms bewegen
wird. „Die Kooperation mit der GESOBAU und der STADT
UND LAND ist der Auftakt einer Reihe weiterer Projekte, mit
denen die Berliner Stadtwerke Erzeugungskapazitäten für
Öko-Strom aufbauen, den wir dann den Berlinerinnen und
Berlinern anbieten werden“, erklärt Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke-Muttergesellschaft Berliner
Wasserbetriebe. GESOBAU-Vorstandsvorsitzender Jörg
Franzen betont: „Für uns ist neben dem konkurrenzfähigen
Preis für nachhaltigen Strom auch die autarke Erzeugung
auf dem eigenen Wohnhausdach wichtig, die einen besonderen Anreiz für die Bewohner darstellt.“

13) Wohnungen mit einem Energiefaktor unter 150 KW/h
Wohnungen mit einem Energiefaktor unter 150 kW/h

24.124
18.957

2011

20.686 21.234

2012

2013

2014

47

Umwelt > Abfallentsorgung

Das faire Müllsystem
In Gesundbrunnen testet die GESOBAU
ein verbrauchsabhängiges Abfallsystem

Seit der Verpackungsverordnung von 1991 sortieren die meisten Deutschen ihren Müll,
das praktische Farbleitsystem ist inzwischen fast überall etabliert. Der Haken: Nicht
jeder Abfall passt problemlos in Blau, Grün oder Gelb – es bleibt ein Rest, und der ist
kostspielig. Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie wir unsere Mieter beim
Mülltrennen unterstützen und gleichzeitig die Entsorgungskosten senken können.
Einen starken und kompetenten Partner für dieses Ziel haben wir mit der Innotec
Abfallmanagement GmbH gefunden, die inzwischen 227 GESOBAU-Haushalte betreut.
Im Moment gilt: Während die Abholung der
farbigen Wertstoffbehälter kostenlos ist,
verschlingen die Restmülltonnen Gebühren,
die sich in den Betriebskosten aller Mieter
eines Hauses niederschlagen. Je mehr unsortierter Müll anfällt, desto tiefer müssen
die Bewohner also in die Tasche greifen.
Als ungerecht empfinden das vor allem diejenigen, die akkurat trennen und nur eine
minimale Menge Restmüll produzieren.
Seit Anfang 2014 testen wir in der Neuen
Hochstraße/Schönwalder Straße sowie am
Gartenplatz ein verbrauchsabhängiges Abfallsystem. Für das dreijährige Pilotprojekt
richteten wir in den zwei unterschiedlich
großen Wohnanlagen neue Müllschleusen
ein. Die alten Müllabwurfschächte wurden

geschlossen, die Bewohner erhielten einen
Chip, der die Benutzung der Schleuse
ermöglicht und das entsorgte Müllvolumen
pro Wohnung misst. Die Idee: Jeder zahlt
nur so viel Gebühr, wie er selbst an Hausmüll verursacht. Damit niemand das System
missbraucht, wurde ein Mindestmüllvolumen von 30 Litern pro Haushalt und Woche
festgelegt, das jeder Mieter bezahlen muss.
Zudem ist von montags bis sonntags ein
Innotec-Mitarbeiter vor Ort, der nachsortiert und mit den Bewohnern das Gespräch
sucht, deren Müllaufkommen auffällig
gering oder hoch ist und im Missverhältnis zur Personenanzahl im Haushalt steht.
Auf diese Art soll das neue System mehr
Gebührengerechtigkeit herstellen.

Moderne Müllschleusen verringern Kosten und schonen die Umwelt

48

Ein neues Abfallsystem
verbessert die Mülltrennung und senkt die
Gebühren.

Die Müllschleusen sind per Chip sehr einfach zu bedienen

Rechtzeitig vor Einführung des neuen Abfallsystems erhielten die angeschlossenen Haushalte ausführliches Informationsmaterial über die Vorteile der verbesserten Abfalltrennung. Sämtliche Materialien waren mindestens dreisprachig
verfasst: deutsch, türkisch und russisch. Zusätzlich führten
Mitarbeiter vor Ort Beratungen durch. Doch kann auch bei
umfassender Beratung nicht jeder Haushalt erreicht und zu
einer besseren Abfalltrennung motiviert werden. Damit das
Falschbefüllen von Abfallbehältern trotzdem die Ausnahme
bleibt, sortiert Innotec mehrmals wöchentlich nach und
entfernt sperrige Wertstoffe aus dem Restmüll.

Das Zwischenfazit ist erfreulich: „Die Schleusen werden
gut angenommen, das Feedback der Mieter ist positiv“, so
Michel Altmann, Einsatzleiter der Innotec Abfallmanagement GmbH. Auch die Zahlen sprechen für sich. Insgesamt
konnte 2014 das Restmüllvolumen von durchschnittlich
126 auf 39 Liter pro Haushalt und Woche reduziert werden.
Dies bedeutet – bezogen auf den Ausgangsbestand – eine
Reduktion um mehr als zwei Drittel. Besonders vorteilhaft:
Die haushaltsbezogenen Abfallgebühren sanken von durchschnittlich 146,65 Euro auf 45,12 Euro pro Wohneinheit.
Insgesamt reduzierten sich die jährlichen Entsorgungsgebühren von vormals 33.289,36 auf 10.242,88 Euro. Daneben führt die Verbesserung der Abfalltrennung und daraus
resultierende getrennte Entsorgung und Verwertung der
Abfallfraktionen zu spürbaren CO2-Einsparungen.

49

Umwelt > Nachhaltiges Bauen

Ein Haus fürs Leben
Die wesentlichen Aspekte nachhaltigen Bauens

Überall im Bestandsgebiet der GESOBAU rollen die Bagger. Neben Schnelligkeit ist uns der nachhaltige Wohnungsbau wichtig

Holz und Zement, Fenster und Wärmedämmung, Wandfarben und
Bodenbeläge – wenn wir über Nachhaltigkeit im Wohnungsbau
sprechen, geht es um mehr als nur eine langlebige Immobilie.
Vielmehr existiert eine ganze Reihe von Aspekten, die wir
beim Errichten von Neubauten im Auge behalten müssen
und die sich in den Bauleistungsbeschreibungen unserer
Projekte widerspiegeln. Zu diesen Aspekten gehören:

Die folgenden Punkte reflektieren unsere vielfältigen Überlegungen, die wir vor jedem Bauprozess anstellen. Nur im
Zusammenspiel all dieser Maßnahmen und Richtlinien kann
das gewünschte Ziel erreicht werden.

•	

Wichtige Aspekte nachhaltigen Wohnungsbaus
Wir sorgen dafür, dass ein Teil der Wohnungen barrierefrei
errichtet wird. Sowohl Wohn- und Schlafräume als auch
eine Toilette, ein Bad sowie die Küche oder Kochnische
sollen mit dem Rollstuhl zugänglich sein. Alle übrigen
Wohnungen führen wir zumindest barrierearm aus, so
dass auch ältere und beeinträchtigte Menschen sie nutzen
können.

•	
•	
•	
•	

50

eine hohe Wirtschaftlichkeit hinsichtlich der
Investitions- und Lebenszykluskosten
die Nachhaltigkeit der Materialien
die Optimierung der Betriebskosten
die nachhaltige Bewirtschaftung der Gebäude
Barrierefreiheit

Bei den Wohnflächen achten wir neben einer natürlichen
Belichtung der einzelnen Wohn- und Schlafräume auf einen
Raumzuschnitt, der eine flexible und mieterindividuelle
Nutzung ermöglicht. Idealerweise sollte es möglich sein,
nebeneinander angeordnete und kleinere Wohnungen im
nächsten Lebenszyklus zu einer großen zu vereinen.
Bezüglich Konstruktion, Bauweise und Materialien müssen
sich die neuen Gebäude als wirtschaftlich und wertbeständig erweisen. Die Menge der verwendeten Materialien soll
weder monoton noch ausufernd vielfältig sein. Wir vereinbaren mit unseren Auftragnehmern, umweltverträgliche,
lösemittelarme Oberflächenbehandlungs-, Anstrich- und
Klebstoffe sowie Lacke vorzugsweise mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ zu verwenden. Sie sollen Baustoffe
einsetzen, die eine hohe Gesundheits- und Umweltverträglichkeit aufweisen sowie stofflich und energetisch
wiederverwertbar sind. Umgekehrt dürfen beispielsweise

Holz- und Holzprodukte, die nicht nachweislich aus legaler
und nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen, weder für
Bauteile noch Baunebenprodukte verwendet werden.
Im Hinblick auf die spätere Bauunterhaltung ist die Langlebigkeit der eingesetzten Materialien für uns von besonderer Bedeutung. Bei Außenwänden achten wir darauf,
dass ein möglichst geringer Energiebedarf entsteht und
ein sparsamer Umgang mit Energie möglich ist. Zu diesem
Zweck sind ökologisch und ökonomisch sinnvolle Fensterkonstruktionen zu wählen. Größere Fensteröffnungen
ordnen wir nach Möglichkeit in den Hauptwohnräumen
und sonnenzugewandten Seiten an, so dass das Tageslicht
optimal ausgenutzt wird.
Auch für die technischen Anlagen, zum Beispiel Aufzüge,
verfolgen wir das Ziel, den Energiebedarf gering zu halten.
Zum Beleuchten verwenden wir energiesparende Leuchtmittel, die langlebig, kostengünstig, einfach zu beschaffen und
leicht auswechselbar sind.
Generell gilt für alle Neubauten die Maßgabe, zentrale Wärmeversorgungsanlagen aufzubauen. In die Überlegungen
zu Wärmeversorgungskonzepten beziehen wir alternativ
zur Fernwärme folgende Technologien beziehungsweise
regenerative Energien ein:
•	
•	
•	
•	

BHKW-Anlagen
Mikrogasturbinen
Geo- oder solarthermische Anlagen
Luft-, Sole- oder Wasserwärmepumpen

Ausblick
Wir setzen unseren umweltbewussten Kurs im
Wohnungsbau fort. Wir realisieren unsere innovativen
Ideen in Versuchsprojekten an ausgewählten
Standorten. Dabei arbeiten wir mit unseren Partnern
in engem Dialog, um neue Potenziale zur Steigerung
der Wertschöpfungskette zu erschließen und verstärkt
Ressourcen zu schonen.
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Top-Themen unserer Stakeholder:
Senioren-, Bildungs- und Integrationsprojekte
Quartiersentwicklung und -projekte

Gesellschaft

„Fürs gute Klima in der Nachbarschaft
bin ich täglich auf den Beinen.“
Wir wollen einen Beitrag zur interkulturellen Verständigung
leisten – für unsere Mieter und die gesamte Stadt. Wir sind
davon überzeugt, dass gesellschaftliches Engagement für jedes
Unternehmen entscheidend ist, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
Zu unserem Verständnis von Nachhaltigkeit gehören durchdachte
Quartiersentwicklung und auf Dauer angelegte soziale Projekte.
Hinzu kommt Hilfe für Menschen in akuter Not.

52

Monika Awater, Projektassistentin Sozialmanagement bei der GESOBAU

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Gesellschaft > Flüchtlingshilfe

Offene Türen für Menschen in Not
Die GESOBAU engagiert sich für die angekommenen Flüchtlinge
Das Thema Flüchtlinge ist vielleicht die größte politische
und gesellschaftliche Herausforderung für Deutschland seit
der Wiedervereinigung. Wie verhalten wir uns gegenüber
Menschen, die uns um Aufnahme bitten, weil in ihrem
Heimatland Krieg und Not herrschen?

Flüchtlinge sind
willkommen!
Die GESOBAU hilft dabei,
Menschen Schutz vor
Krieg und Verfolgung zu
geben.

Die GESOBAU setzt sich ausdrücklich für eine Willkommenskultur gegenüber allen Geflüchteten ein, die nach
Deutschland kommen – ob mit oder ohne Asylberechtigung. Als städtisches Wohnungsunternehmen sind wir in
der Lage, ganz praktisch zu helfen. Wir prüfen unseren
Bestand auf geeignete Wohnungen, Häuser und Grundstücke, die wir als kurzfristige Notaufnahmelager oder
Flüchtlingsunterkünfte und für langfristiges Wohnen herrichten und anbieten können.
Doch es geht auch darum, den Geflohenen – zumindest
vorübergehend – eine Heimat zu bieten: nebenan im Flüchtlingsheim, wo sich Ehrenamtliche engagieren. Nebenan in
der Wohnung, wo die neuen Nachbarn herzlich aufgenommen werden. Nebenan im Mietertreffpunkt, wo ab sofort
auch ein Sprachkurs Platz findet. Zu diesem Zweck stehen
wir in engem Austausch mit Flüchtlingsheimen und Integrationsbeauftragten der Bezirke, organisieren Sachspenden,
passen die Angebote unserer sozialen Einrichtungen an
und unterstützen entsprechende Initiativen in der ganzen
Stadt.
Flüchtlinge bekommen umfangreiche Hilfe
Darüber hinaus haben wir unsere bestehenden Netzwerke
und Einrichtungen wie die Nachbarschaftsetage im Märkischen Viertel, das Ribbeck-Haus, die VIERTEL BOX und
die Nachbarschaftsetage in der Hansastraße in Weißensee
entsprechend ausgestattet und vernetzt. Ziel ist es, den
geflüchteten Menschen Hilfe beim Einleben und Zurechtkommen in einer für sie fremden Kultur anzubieten.

54

Quartiersentwicklerin Helene Böhm mit Jens Braun von der Fahrradwerkstatt
in der Flüchtlingsnotunterkunft Berlin-Karlshorst. Die GESOBAU spendete zum
Projektstart 50 funktionstüchtige Fahrräder

Konkret helfen
Doch unser Engagement ist weiter gefasst, denn es geht
um viel mehr: um Akzeptanz und Integration, um gute
Nachbarschaft und friedliches Miteinander. Um dies zu erreichen, braucht es starke Partner, die zusammenarbeiten.
Die GESOBAU hat deshalb einen eigenen Maßnahmenkatalog entwickelt, der auf unterschiedlichen Ebenen ansetzt,
Mitarbeiter und soziale Akteure einbindet und unsere
Bestände zu Integrationskernen werden lässt. Konkret geht
es darin um:
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Beschaffung von Praktikumsplätzen, gegebenenfalls
Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten
Hilfe bei der Vermittlung von Anfragen zu Wohnraum
Teilnahme an Runden Tischen
Projektförderung durch die GESOBAU-Stiftung
Aufrufe zu Sachmittelspenden in der Belegschaft
Unterstützung und Förderung zur Erprobung beziehungsweise Implementierung von Nachbarschaftskonzepten für eine nachhaltige Willkommenskultur
Vermittlung von Angeboten über eigene soziale Medien
Zusammenarbeit mit Notunterkünften, Gemeinschaftseinrichtungen, Erstaufnahmeeinrichtungen in unseren
Beständen Pankow, Wedding und Reinickendorf

Die GESOBAU arbeitet hierfür eng mit den bezirklichen
Integrationsbeauftragten, engagierten Trägern, Flüchtlingswohnheimen und ihren Betreibern zusammen, etwa
in der Mühlenstraße in Pankow und im Marie-Schley-Haus
in Reinickendorf. Mit all diesen Maßnahmen hoffen wir,
einen spürbaren Beitrag zur Integration der Flüchtlinge in
unserer Stadt zu leisten.

Herrenlose oder von Bürgern
gespendete Fahrräder
werden aufbereitet und
Flüchtlingen zur Verfügung
gestellt – das läuft sehr gut.

55

Gesellschaft > Kinderschutz

Zum Schutz unserer Kinder
Kooperation mit einem Rechtsmediziner und den Jugendämtern
Kinder sind die schutzbedürftigsten Mitglieder unserer
Gesellschaft und sollten ohne Diskriminierung,
Vernachlässigung und Angst vor Gewalt aufwachsen.

Prof. Dr. Michael
Tsokos wird Schirmherr
der GESOBAUKinderschutzkampagne.

56

Leider ist das noch nicht überall eine
Selbstverständlichkeit: 160 Kinder, oft noch
Säuglinge, sterben jährlich in Deutschland
an den Folgen von Misshandlungen, 4.500
werden lebensgefährlich verletzt. „Die Täter
stammen oft aus dem nahen Umfeld der
Kinder, sind überforderte Eltern, hilflose Lebensgefährten“, sagt Rechtsmediziner Prof.
Dr. Michael Tsokos von der Berliner Charité.
2014 eröffnete er die erste Gewaltschutzambulanz Deutschlands. „Beim Thema
Kinderschutz braucht es eine Kultur des
Handelns. Es ist nicht nur wichtig hinzusehen, sondern man muss auch wissen, wie
man reagieren sollte.“ Alle im Umfeld eines
Kindes müssten die Augen offen halten
und sich über Beobachtungen austauschen,
fordert er in seinem Buch „Deutschland
misshandelt seine Kinder“.
Als Reaktion auf das Buch hat sich die
GESOBAU entschlossen, in ihren Beständen noch gezielter als bisher auf das Wohl
Heranwachsender zu achten und präventive
Ansätze des Kinderschutzes zu fördern.
„Letztlich waren es die Zahlen, die
Professor Tsokos vorgelegt hat, die uns
nachdenklich gemacht haben“, sagt
GESOBAU-Prokurist Lars Holborn. „In
unserem Wohnungsbestand bilden wir den
statistischen Querschnitt der Bevölkerung
ab. Da können wir uns ausmalen, dass es
auch bei uns Fälle von Kindesmisshandlung
geben kann.“
Für dieses Ziel hat sich unser Unternehmen
starke Partner gesucht und Kooperations-

vereinbarungen mit den Jugendämtern der
Bezirke Mitte, Reinickendorf und Pankow
abgeschlossen. Denn nur durch eine enge
Verzahnung und ein abgestimmtes Handeln
zwischen den unterschiedlichen Akteuren
ist es möglich, wichtige Prozesse zum
Schutz und Wohlergehen von Kindern und
Jugendlichen nachhaltig zu fördern.
Intern haben wir das Projektteam „Kinderschutz“ initiiert und in sieben Kundencentern Kinderschutzbeauftragte benannt.
Damit steht je Kundenzentrum ein Kollege
als Ansprechpartner für seine Kollegen zur
Verfügung. Zusätzlich haben wir im Zuge
der Kooperationen damit begonnen, Hausmeister und Mitarbeiter im Kundenservice
zu schulen. Denn oft sind es genau diese
beiden Mitarbeitergruppen, die von Mietern
informiert werden, wenn ein Kind aus dem
Haus häufig schreit oder wiederholt blaue
Flecken hat.
GESOBAU-Quartiersentwicklerin Helene
Böhm freut sich darüber, dass die Schulungen von den GESOBAU-Mitarbeitern gut
angenommen wurden. Es gehe nicht darum,
überforderte Eltern anzuschwärzen. „Wir
wollen gestressten Eltern Tipps geben, an
wen sie sich mit ihren Problemen wenden
können, und Hilfe vermitteln.“ Was aber
nicht ausschließt, dass im Notfall auch Jugendamt oder Polizei eingeschaltet würden.
„Ziel ist, unsere Mitarbeiter zu sensibilisieren und in Krisensituationen Hilfe zu
vermitteln.“

Die GESOBAU-Zentrale im Märkischen Viertel wird zur Notinsel für Kinder und Jugendliche:
Prof. Dr. Michael Tsokos bringt gemeinsam mit den GESOBAU-Kinderschutzbeauftragten den
ersten Notinsel-Aufkleber im GESOBAU-Bestand an

Notinseln – Ein Zeichen für den Kinderschutz
Kinder in akuten Notsituationen können sich seit Mai
vertrauensvoll an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
GESOBAU und den von ihr beauftragten Sicherheitsdienst
SECURITAS wenden. Gemeinsam mit Rechtsmediziner
Michael Tsokos, unseren Kinderschutzbeauftragten und Sozialarbeitern sowie der Stiftung Hänsel+Gretel wurden dazu
sogenannte Notinseln eingerichtet, die als Schutzräume
und Zufluchtsorte für Kinder in Not dienen. Der Aufkleber
„Notinsel – Wo wir sind, bist du sicher“® weist auf den
jeweiligen Hilfepunkt hin. Mit der Einrichtung dieser Notinseln in unseren Geschäftsstellen wollen wir gesellschaftlich ein weiteres Zeichen für den Kinderschutz und mehr
Kinderfreundlichkeit setzen.

Beim Thema Kinderschutz
brauchen wir eine
Kultur des Handelns.

57

Gesellschaft > Modellprojekt Quartierspflege

Selbstbestimmt leben – selbstbestimmt wohnen
Unser Modellprojekt „Pflege@Quartier“

„Senioren willkommen“-Wettbewerb: Quartiersentwicklerin Helene Böhm (r.) mit preiswürdigen Mietern des MV

Die Lebenswirklichkeit von Senioren befindet sich im Wandel: Durch gesunde
Ernährung und bewusstere Lebensweise erhöht sich die Lebenserwartung,
gleichzeitig schreitet der medizinische Fortschritt voran. Menschen, die auch
im hohen Alter oder mit Beeinträchtigungen in der eigenen Wohnung bleiben
wollen, können dies heute auch. Fest steht: Die Wahl zu haben über den eigenen
Lebensraum ist ein wichtiger Ausdruck von Selbstbestimmung.

Modellversuch für drei Jahre
Hier setzt unser Projekt „Pflege@Quartier“ an. Gemeinsam
mit der AOK Nordost wird die GESOBAU im Märkischen
Viertel exemplarisch herausfinden, ob und wie moderne
Technik dazu beitragen kann, Mobilität und kognitive
Fähigkeiten der Mieter zu erhalten und Pflegebedürftigkeit zu verzögern. In dem Projekt, das von 2015 bis 2018
durch den GKV-Spitzenverband gefördert wird, soll dafür
ein methodisch und wissenschaftlich fundiertes Konzept

58

entwickelt und erprobt werden. Angehörige ebenso wie
Krankenkassen, Ärzte, professionelle Pflegedienste, Nachbarschaftshilfen und das Quartiersmanagement werden in
das Projekt einbezogen. Die GESOBAU hatte sich 2014 für
die Teilnahme am Modellvorhaben „Neue Wohnkonzepte“
des GKV-Spitzenverbandes beworben und wurde deutschlandweit unter 230 Projektanträgen für eine Teilnahme
ausgewählt.

Digitale Gesundheitsassistenten
Aus technischer Sicht wird bei dem Projekt auf Ansätze aus
dem Bereich Ambient Assisted Living (AAL) zurückgegriffen, auf Deutsch: umgebungsunterstütztes Leben. Technikorientierte Systeme wie AAL-Systeme oder aber auch
Telemonitoring-Systeme sollen ältere oder beeinträchtigte
Menschen eng mit den Pflegediensten vernetzen und so
optimal versorgen. Die Mieter können durch den Einsatz
von assistiven Systemen zu Hause aktiv darin unterstützt
werden, ihre Gesundheit aufrechtzuerhalten oder sogar zu
verbessern.
Das Modellvorhaben »Pflege@Quartier« bietet der
GESOBAU die Möglichkeit, gemeinsam mit qualifizierten
Partnern wie dem Netzwerk Märkisches Viertel e.V. neue
Versorgungskonzepte zu erproben. Die AOK Nordost kann
bereits auf einige Erfahrungen mit digitalen Gesundheitsassistenten zurückblicken und sieht in dem Vorhaben ein
großes Innovationspotenzial. Soziale, gesundheitliche,
technische und wohnungswirtschaftliche Komponenten
finden im Vorhaben gleichermaßen Berücksichtigung.

Netzwerk Märkisches Viertel e.V. mit dem
StadtPflegeCOMPASS ausgezeichnet
Im Juni erhielt das Netzwerk Märkisches Viertel e.V. die
Auszeichnung StadtPflegeCOMPASS. Honoriert wurde damit
sein Engagement, den Bewohnerinnen und Bewohnern
im Märkischen Viertel trotz altersbedingter Probleme ein
selbständiges Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wurde 2015 zum
zweiten Mal an vier kommunale Projekte vergeben, die den
Bürgern ein selbstbestimmtes Altern ermöglichen und Pflegebedürftigkeit vermeiden oder zeitlich hinauszögern. Uwe
Brockhausen, Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Gesundheit
und Bürgerdienste, hob hervor: „Mehr als 8.000 Seniorinnen und Senioren leben im Märkischen Viertel und können
die Angebote des Netzwerks Märkisches Viertel e.V. nutzen
sowie sich über die gut ausgebaute Dienstleistungsstruktur
in verschiedenen Lebensbereichen freuen. Dies wäre ohne
die sehr gute Zusammenarbeit zwischen der GESOBAU,
dem Pflegestützpunkt Reinickendorf, dem Bezirksamt Reinickendorf sowie den zahlreichen Mitgliedern des Netzwerks
nicht möglich gewesen.“
Die Initiatoren des Preises sind das Gesunde-Städte-Netzwerk und die COMPASS Pflegeberatung. Eine unabhängige
Jury – bestehend aus Pflegeexperten, Projekthelfern und
Vertretern der beiden Initiatoren – prämierte aus 44 Einreichungen das Netzwerk Märkisches Viertel e.V. als eines
von vier kommunalen Projekten. Die GESOBAU ist Gründungsmitglied des 2003 ins Leben gerufenen Netzwerks
und arbeitet aktiv in dessen Vorstand.

Mehr als 8.000 Seniorinnen
und Senioren leben im
Märkischen Viertel und können
die Angebote des Netzwerks
Märkisches Viertel e.V. nutzen.

59

Gesellschaft > Soziales Engagement

Investitionssummen sozialer Projekte 2014 in Euro

Gesamt

734.117

291.136
186.814

Mietnachlass für Sozialpartner

Mieter- und Nachbarschaftsfeste

39.198

55.027

Integrationsprojekte

Seniorentreffs und -projekte

40.408

58.593
Bildungslandschaft und -projekte

20.011
Notfallhilfe für Mieter

26.390
Sponsoring Sport und Kultur

60

Quartiersentwicklung und -projekte

11.950
GESOBAU-Stiftung

4.590
Spenden

Sozialpartner und geförderte Initiativen 2014
Kooperationspartner

Institutionen und Projekte der GESOBAU-Stiftung

ALBA BERLIN Basketball e.V.

Anna-Lindh-Grundschule, Wedding

Ausbildungsplatzpaten Reinickendorf

Teamsport + Events e.V., Reinickendorf

Bürgernetzwerk Bildung e.V.

Platanus-Schule, Pankow

KARUNA e.V.

Töpfergruppe Ribbeck-Haus

Mendelschule, Pankow

Charlie-Chaplin-Grundschule

Naturfreundejugend MV

Albert-Gutzmann-Schule, Wedding

Sarah Wiener Stiftung

Labyrinth Kindermuseum, Wedding

Tanz ist Klasse e.V.

Chronisch besser Leben e.V., Weißensee

Freiwilliger Besuchsdienst MV e.V.

Verein „Paddel-Kids“, Pankow

Netzwerk MV e.V.
Volksolidarität e.V.
AWO-Mitte e. V.
comX
Gangway e. V.
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Konfliktagentur Wedding
Ostkreuz gGmbH
Albatros gGmbH/Pegasus GmbH
Mama Afrika e. V.

Mitgliedschaften in Gremien und Verbänden
AGW, Arbeitsgemeinschaft großer Wohnungsunternehmen
Arbeitgeberverband der Deutschen Immobilienwirtschaft e.V.
BBA, Akademie der Immobilienwirtschaft e.V., Berlin	
BBU, Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.
Berlin Partner (Partner für Berlin Holding GmbH)
Berliner Wirtschaftsgespräche e.V.

Sponsoring

CDP – Carbon Disclosure Project gGmbH	

MSV Normannia 08 e.V.

Connected Living e.V.

Baseball Berlin Flamingos e.V.

DSAG e.V. – deutschsprachige SAP-Anwender-Gruppe		

SV Blau-Gelb e.V.

Förderkreis Jugendfarm Lübars e.V.	

Atrium Jugendkunstschule

GdW, Bundesverband Deutscher Wohnungs- und	

TSV Berlin 1896 Wittenau e.V.

Immobilienunternehmen e.V.	

Schiller-Bibliothek	

Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e.V.	
IHK Berlin		
Initiative Corporate Governance der deutschen Immobilienwirtschaft

Initiativen

Initiative mehrwert

Ehrenamtliches Schlichtungsbüro

Initiative Reinickendorf e.V.		

Netzwerk Märkisches Viertel

Kommunaler Arbeitgeberverband Berlin e.V.	

Senioren-Infothek im MV

Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V.	

Berliner Jugendkulturservice

Netzwerk Märkisches Viertel e.V.	

Familienfarm Lübars

Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.

Kindertag für Vorschüler

VBKI, Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.	

Bildungslandschaft MV

vhw, Bundesverband für Wohneigentum, Wohnen und

Lange Tafel e.V.

Stadtentwicklung e.V.

61

Gesellschaft > Sportliche Aktivitäten

Mit Schrittzähler und Mauszeiger
Die Dachmarke „MV bewegt“ bündelt sportliche Aktivitäten im Märkischen Viertel

Volle Konzentration aufs Ziel

Unsere Kampagne „Märkisches Viertel bewegt“
Tag für Tag kommen auf den zahlreichen Sportanlagen
Berlins Alt und Jung, Amateur und Profi, Fußballer und
Leichtathlet zusammen, um gemeinsam Sport zu treiben.
In den seltensten Fällen heißt das Ziel Olympia, viele
finden im Sportverein ihren persönlichen Ausgleich zum
Alltag, ein zweites Zuhause und vor allem ihr soziales Netzwerk. Denn wo Menschen über den Sport in einem Wohngebiet zusammenkommen, stärkt das automatisch den
sozialen Zusammenhalt und die Identifikation mit dem Kiez.
Kaum ein Ortsteil in Berlin bietet sportlich ein so vielfältiges Angebot wie das Märkische Viertel. Ball-, Tanz- oder
Kampfsport – hier ist fast alles vorhanden. Die GESOBAU
hat 2015 gemeinsam mit zehn Sportvereinen und Partnern
aus dem Märkischen Viertel die Dachmarke „Märkisches
Viertel bewegt“ gegründet. In der Initiative engagieren sich
seit dem Frühjahr die GESOBAU-Kooperationspartner TSV
Berlin-Wittenau 1896 e.V., MSV Normannia 08 e.V., Berlin
Flamingos e.V., FACE Evangelisches Familienzentrum, Tanz
ist KLASSE! e.V., ALBA BERLIN Basketballteam, VfB Herms-

62

dorf e.V., Sensei Kampfsport e.V., Teamwork Sport+Event
e.V. sowie das Indoor BeachCenter Berlin. Als Schirmherren
der Initiative fungieren Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes Berlin, und Frank Balzer, Bezirksbürgermeister
von Reinickendorf. Klaus Böger konstatierte: „Wenn Menschen in einem Wohngebiet über den Sport zusammenkommen, stärkt das den sozialen Zusammenhalt enorm.“
Auch ALBA-Vizepräsident und Ex-Basketballprofi Henning
Harnisch sowie Enorbel Márquez-Ramirez, Sportdirektor der
Berlin Flamingos, machen sich für die Bündelung sportlicher Ressourcen im Märkischen Viertel stark. Ein eigens für
die Dachmarke entwickeltes Logo flankiert die Kampagne
und symbolisiert die Vielfalt der Sportarten im Märkischen
Viertel. Es ist angelehnt an das 2014 durch die GESOBAU
entwickelte Logo und die Markenbildung zum 50. Jubiläum
des Märkischen Viertels. Die Zusammenarbeit wird über
das Jahr 2015 hinaus fortgesetzt. Bewegungsförderung, Gesundheit und Bildung stehen im kommenden Jahr als Themen auf der Agenda des Sportnetzwerks. Ein gemeinsames
Sportforum für Nachbarn und Flüchtlinge ist im Gespräch.

www.mein-maerkisches-viertel.de

„

Jede Weltumrundung beginnt
mit dem ersten Schritt.

In 185 Tagen um die Welt
Den Kern der Kampagne bildete in diesem
Jahr ein ambitioniertes Ziel mit dem Titel
„In 185 Tagen um die Welt“. Zwischen dem
3. März und dem 5. September wurden
Sportevents, Bewegungs- und Freizeitangebote im Märkischen Viertel genutzt, um
symbolisch die Welt zu umrunden. Ob die
„Milchzahnathleten“ oder die Radfahrer
des TSV Wittenau, Schüler der ALBAGrundschulliga, Seniorensportler und
-spaziergänger oder GESOBAU-Mitarbeiter,
jeder konnte mit einem Schrittzähler, der
den Vereinen vom Landessportbund zur
Verfügung gestellt wurde, seine Kilometer
beitragen. „Das Märkische Viertel spielt
dabei als Standortfaktor eine große Rolle“,
erklärte Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender
der GESOBAU: „Die mehr als 4.000 aktiven
Vereinsmitglieder allein im MV und in der
angrenzenden Region sprechen für sich.
Hier haben schon so einige Profisportler
ihre Laufbahn begonnen – dieses Potenzial möchten wir in Form der gemeinsamen
Dachmarke nutzen und freuen uns darauf,
uns für den Breitensport mit dem Märkischen Viertel in Bewegung zu setzen. Jede
Weltumrundung beginnt mit dem ersten
Schritt.“ Die letzten Schritte der diesjährigen Weltumrundung wurden im Rahmen der
Straßenlaufnacht von Reinickendorf am
5. September gelaufen.

“

Das Märkische Viertel kann auch Sand, Meer und Palmen

Eine interaktive Website für die Kampagne
Bereits im April brachte die GESOBAU die
Kampagne „Märkisches Viertel bewegt“
auch ins Internet. Das Webangebot wendet
sich mit spezifisch aufbereiteten Inhalten
an Sportbegeisterte und -interessierte aller
Altersgruppen und stellt in filmisch umgesetzten Porträts Sportakteure aus dem Märkischen Viertel vor. Herzstück der neuen
Seite ist ein interaktiver Sportkalender, der
einen Überblick rund um das gemeinsame
Ziel „In 185 Tagen um die Welt“ gibt. Besonders oft klickten die Besucher auf den
interaktiven Schrittzähler. Der zählte die
Schritte aller Veranstaltungsteilnehmer im
Märkischen Viertel und zeigte die verbleibende Zeit zur Erfüllung des Laufziels sowie
die noch fehlende Schrittzahl an. Auch nach
dem Finale gibt die Seite einen Einblick in
die sportliche Vielfalt im Viertel.

In 73.846.153 Schritten
um die Welt – sportliches
Ziel der Kampagne
„Märkisches Viertel
bewegt.“

63

Gesellschaft > Kultur im Kiez

Echte Kiezkultur: Filme und Fotos in der Helga-Reidemeister-Ausstellung

Die VIERTEL BOX profiliert sich als kultureller Hotspot
Unser Kommunikations- und Veranstaltungszentrum
VIERTEL BOX stand unseren Mietern und Besuchern auch
2015 wieder mit vielfältigen Aktivitäten offen. Neben unseren langfristigen Angeboten wie Urban Patterns, Heimspiel
oder Music in the Box moderierten wir die regelmäßigen
Arbeits- und Netzwerktreffen der türkischen Seniorinnen
und Senioren, des Frauenbeirats oder der Bildungslandschaft MV. Interne Programmkooperationen erfolgten unter
anderem mit der GESOBAU-Nachbarschaftsetage und dem
Nachbarschaftsgarten „Willkommen in Beettinchen“.
In diesem Jahr erhielten thematische Aktivitäten im Außenraum größeres Gewicht, um die Vielgestaltigkeit des
Viertels zu zeigen, den Nachbarschaftssinn zu stärken
und Vereinzelung entgegenzuwirken. So widmeten sich
die thematischen Stadtspaziergänge „Walks & Talks“
der städtebaulichen Planung, der Architektur und dem
Landschaftsraum des Märkischen Viertels und ließen die
Bewohner zu Touristen im eigenen Kiez werden. Aber auch
Kultur, Philosophie und Literatur hielten per VIERTEL BOX
Einzug ins Quartier. Im Rahmen der Reinickendorfer Sprachund Lesetage im Juli rückten wir mit einer Lesung samt
Diskussion, Stadtführungen und Kiezerkundungen für alle

64

Altersgruppen den Reichtum der Sprache und den Spaß am
Lesen in den Mittelpunkt des kulturellen Geschehens.
Unsere ersten beiden Kooperationen mit international
renommierten Berliner Institutionen trugen im Herbst
Früchte: Die Ausstellung „Helga Reidemeister und das
Märkische Viertel. Frühe Filme und Fotografien 1966 – 1979“
entstand im Verbund mit der Deutschen Kinemathek –
Museum für Film und Fernsehen und wurde von einem
umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. In unserer
Präsentation „Schwebender über einer Grenze“ zeigten wir
in Zusammenarbeit mit der Roger Loewig Gesellschaft eine
Lithografienauswahl des Malers, Zeichners und Dichters
Roger Loewig, für den das Märkische Viertel von 1972 bis
1997 Lebenswelt und Arbeitshintergrund war.
Auch in den beiden nächsten Jahren bleibt die VIERTEL
BOX als Kulturstandort auf dem Stadtplatz bestehen – als
Anlaufstelle und Koordinator zwischen den Netzwerken innerhalb und außerhalb des Viertels. Mit Leuchtturmprojekten will sie Strahlkraft im gesamten Stadtgebiet entwickeln.
Ihr Fokus wird sich darauf richten, die gut angenommenen
Angebote zu verstetigen und gegebenenfalls an bestehende Initiativen zu übergeben.

Sehen und gesehen werden: Etablierte Künstler und Nachwuchsmusiker treffen in der VIERTEL BOX aufeinander

Ausblick
Wir sehen uns weiter in der Verantwortung, Strukturen und
Angebote zu schaffen, die eine gute Quartiersentwicklung
fördern. Dies kann nur durch die Zusammenarbeit
unterschiedlichster Akteure gelingen. Unter dem Motto
„Wir helfen euch, es selbst zu tun“ unterstützen wir soziale
Projekte oder bringen neue Ideen auf den Weg. Dabei
arbeiten wir eng mit bürgerschaftlichen Initiativen und den
Bezirken zusammen. Wir sind überzeugt: Partizipation stärkt
unsere Gesellschaft.

65

Top-Themen unserer Stakeholder:
Chancengleichheit
Arbeitszufriedenheit und Unternehmenskultur
Aus- und Weiterbildung

Mitarbeiter

„Natürlich stellen wir auch die Frage:
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“
Wir profitieren jeden Tag neu vom Fachwissen und Engagement
unserer Mitarbeiter. Dafür bieten wir sichere Arbeitsplätze mit
langfristigen Perspektiven, professionelle Aus- und Weiterbildung,
Chancengleichheit und eine positive Unternehmenskultur. Zum Erhalt
der Leistungsfähigkeit unserer Belegschaft kümmern wir uns um
gesundheitsfördernde Maßnahmen.

66

Katrin Irmer, Personalreferentin der GESOBAU

67

Mitarbeiter > Gesundheitsmanagement

Zwischen Konzentration und Entspannung
Gesundheitsmanagement ist für uns eine strategische Kerngröße

Stets in ihrer Mitte: GESOBAU-Mitarbeiter stärken ihr Wohlbefinden

Gesundheitsförderung und der Erhalt der
Arbeitsfähigkeit über ein langes Arbeitsleben
sind heute nicht mehr nur Sache jedes
einzelnen Arbeitnehmers. Auch Unternehmen
können einiges tun, um gesundheitsbewusstes
Verhalten zu fördern und die Verhältnisse rund
um den Arbeitsplatz zu verbessern. Bei der
GESOBAU gibt es eine ganze Reihe konkreter
gesundheitsfördernder Maßnahmen, die unsere
Mitarbeiter gesund und langfristig arbeitsfähig
halten sollen.

68

Zusammengefasst und intern vermarktet werden sie unter
dem Namen GESOvital: Der Betriebsarzt kommt regelmäßig
ins Haus, ein Team von Masseuren bietet seine Dienste an,
unsere Kooperation mit dem pme Familienservice sichert
GESOBAU-Mitarbeitern unkomplizierte Unterstützung bei
privaten Notfällen. Auch Kurse zur Rückenfitness werden
seit einigen Jahren bei uns organisiert und finanziell gefördert.
Unsere Mitarbeiter schätzen diese Angebote. Gesundheitsmaßnahmen gehören für sie zu den wertvollsten Ressourcen eines Arbeitsplatzes bei der GESOBAU, gleichauf mit

dem flexiblen Arbeitszeitmodell. Bei internen Umfragen
werden die Angebote der Gesundheitsförderung am
häufigsten hervorgehoben. Für uns ein Zeichen, dass die
GESOBAU-Mitarbeiter an Gesundheit und Vorsorge überdurchschnittlich stark interessiert sind.
Zwischen 2013 und 2015 kooperierte die GESOBAU mit
der Techniker Krankenkasse Berlin, um das Gesundheitsmanagement fachlich und inhaltlich besser aufzustellen.
In diesem Rahmen haben wir viel umgesetzt: etwa ein
Rückencoaching am Arbeitsplatz, bei dem der Dozent sowohl über richtiges Sitzen aufklärte als auch Bildschirme,

Anzahl Mitarbeiter

278

2011

273

2012

Sitzpositionen am Schreibtisch, Lampen und Equipment
am Arbeitsplatz individuell ergonomisch einstellte. Auch
das Thema gesunde Ernährung wurde in einer Reihe von
Vorträgen eingeführt und in Workshops vertieft. Während
die Führungskräfte in gesundheitsbewusster Führung
und zum Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeitern
geschult wurden, gab es für die Auszubildenden zielgruppenspezifische Trainings zu Ernährung und Bewegung. Eine
Fokusgruppe aus Mitarbeitern aller Bereiche beschäftigte
sich damit, wie die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter bis ins
Alter gefördert und erhalten werden kann.

Anzahl Mitarbeiter in Teilzeit in Prozent

274

2013

269
5,82

7,03

2011

2012

11,2

13,8

2013

2014

2014

69

Mitarbeiter > Fokusgruppe „Arbeitsfähigkeit“

Von den Mitarbeitern für die Mitarbeiter
Unsere Fokusgruppe „Arbeitsfähigkeit“ hat das gesamte
betriebliche Umfeld im Blick
Im November 2014 bildete die GESOBAU eine Mitarbeitergruppe, deren
Teilnehmer repräsentativ alle Bereiche vertreten. Diese Gruppe beschäftigte
sich mit Ressourcen und Belastungen am Arbeitsplatz und erarbeitete in
einem Workshop all jene Faktoren, die Mitarbeiter langfristig arbeitsfähig
erhalten können.

Als positive Ressourcen wurden unter anderem genannt:
•	
•	
•	
•	
•	
•	
•	
•	

Flexible Arbeitszeiten ohne Kernzeit
Maßnahmen des betrieblichen
Gesundheitsmanagements
Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit der Kollegen
Gute Stimmung und offener Umgang
Arbeitsklima, Arbeitsmittel, Arbeitsplatz
Wertschätzung
Sicherheit des Arbeitsplatzes
Weiterbildung

Als Belastungen wurden genannt:
•	
•	
•	

Belastungsfaktoren erkennen, analysieren und step-by-step reduzieren

70

Zeit- und Termindruck
fehlerhaftes Zeitmanagement und falsche
Prioritätensetzung
Steigende Arbeitsmenge

Außerdem wurden räumliche Belastungen genannt wie der
Lärmpegel in größeren Büros, die Licht- und klimatischen
Verhältnisse sowie die Beanspruchung durch einseitig
sitzende Tätigkeit.
Im Rahmen von Führungskräfterunden haben wir uns in
den letzten Monaten mit diesen und weiteren Belastungsfaktoren beschäftigt. Erste Lösungsansätze werden gegenwärtig in den entsprechenden Abteilungen in Zusammenarbeit mit GESOvital erarbeitet und geprüft.

Mitarbeiter > Betriebliche Massnahmen

Bewegungsmultiplikatoren gehen mit gutem Beispiel voran
Im Frühjahr 2015 schulten wir 26 Mitarbeiter zu Bewegungsmultiplikatoren. Diese motivieren ihre Kollegen seitdem zu
regelmäßigen Bewegungspausen und geben darüber hinaus
Ratschläge in Sachen gesundheitsgerechter Arbeitsplatz.
Das Bewegungsprogramm beinhaltet aktivierende und entspannende Ausgleichsübungen, die sich einfach ausführen
und wiederholen lassen. Die Mitarbeiter haben Spaß bei
den Bewegungspausen und lockern ihre verspannten Muskelgruppen; durch die Freude beim gemeinsamen Bewegen
werden Teamgeist und Kommunikation gefördert.

Bewegung tut gut, sich bewegen lassen aber auch

Unsere Workshop-Reihe „Gesunde Ernährung“
Von Ende 2014 bis Mitte 2015 organisierte die GESOBAU
für ihre Mitarbeiter elf Workshops zu Themen wie „Gesundes Essen am Arbeitsplatz“ oder „Gewicht reduzieren und
halten“. Die jeweils dreistündigen Workshops gaben den
Beteiligten zahlreiche Anregungen für eine gesunde Versorgung im Büro.
Hilfe für Mitarbeiter in schwierigen Lebenslagen
Gute Mitarbeiter zu finden ist in Zeiten des Fachkräftemangels eine Herausforderung. Sie langfristig motiviert und
leistungsbereit im Unternehmen zu halten ebenso. Unser
Partner, der pme Familienservice, bietet unseren Mitarbeitern mit einem breitangelegten Programm Unterstützung
für alle besonderen Lebenssituationen an: von der Betreuung von Kindern oder älteren Angehörigen bis hin zum
Lebenslagen-Coaching. Die modularen Dienste des pme
Familienservice ermöglichen es uns, unseren Mitarbeitern
vielfältige Unterstützung mit einheitlichen Qualitäts- und
Servicestandards aus einer Hand anzubieten.

Seminare für den Umgang mit psychisch belasteten
Mitarbeitern
Nicht jeder Mitarbeiter verfügt über dieselbe Belastungsfähigkeit; mancher schlägt sich mit persönlichen Problemen herum oder ist größeren nervlichen Belastungen
ausgesetzt. Im Februar, Mai und November wurden daher
alle Führungskräfte und der Betriebsrat in Seminaren zum
Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeitern geschult.
Ziel war es, dass die beteiligten Führungskräfte am Ende
wissen:
•	
•	
•	
•	

•	

woran sie psychisch auffällige Mitarbeiter erkennen
welche organisationalen und externen
Unterstützungsangebote möglich sind
welche konkreten Verhaltensmöglichkeiten in der
Rolle als Führungskraft existieren
wie sie die Auffälligkeiten konkret ansprechen und mit
gegebenenfalls auftretenden emotionalen Reaktionen
umgehen
wie sie einen Beitrag zur Handlungssicherheit, zur
Qualität der Betreuung und zum gelebten betrieblichen
Gesundheitsmanagement leisten können

Viele Führungskräfte fühlten sich anschließend besser darauf vorbereitet, psychische Belastungen bei Mitarbeitern
frühzeitig zu erkennen und Hilfsmaßnahmen einzuleiten.

www.familienservice.de

71

Mitarbeiter > Gesundheitsevent

Unter freiem Himmel
Die GESOBAU-Landpartie mit Gesundheitsfokus

Am 4. Juni 2015 wurde der Dorfanger von Alt-Lübars im
Norden Berlins zum Handlungsort eines ganz besonderen
Gesundheitsereignisses: Zwischen Kirche, Gemeindehaus
und alter Dorfschule versammelten sich unsere Mitarbeiter zur ersten GESOBAU-Landpartie. Zur Auswahl standen
Schnupperangebote in Entspannungs- und Ausgleichstechniken: Business-Yoga, Umgang mit akutem Stress, fernöstliche Meditationstechnik und Kurzentspannung. Im Garten
der Alten Dorfschule konnte man schmackhafte Obst- und
Gemüse-Smoothies kosten, sich zu Vital-Messgeräten beraten lassen oder einen Logiktest absolvieren.
Die GESOBAU-Landpartie war vorläufiger Höhepunkt eines
breitangelegten Maßnahmenpakets der betrieblichen
Gesundheitsförderung. Das Feedback der Mitarbeiter zu
diesem Gesundheitstag war einhellig positiv: Der inspirierende Begegnungsort, die gemeinschaftlichen Konzentrationsübungen auf der Wiese, Entspannungstechniken,
die tatsächlich im Alltag angewendet werden können, und
Kurzmassagen unter freiem Himmel – all dies wurde begeistert angenommen.

Der Weg ist das Ziel: Grüne Smoothies und gesunde Snacks

Qigong unter freiem Himmel: Die fernöstliche Geist- und Körpertechnik entspannte mit Blick auf das Tegeler Fließ gleich doppelt

72

Mitarbeiter > Zahlen und Fakten

Betriebszugehörigkeit 2014

73

bis 6 Jahre

46

7 bis 10 Jahre
11 bis 15 Jahre

4

16 bis 20 Jahre

8

21 bis 25 Jahre

41
97

26 bis 50 Jahre

Altersstruktur

2
18
17

bis 20 Jahre

9

36
36

21 – 30 Jahre

7
31

18

31 – 40 Jahre

48

41 – 50 Jahre

28

53

51 – 60 Jahre

7

13

über 60 Jahre

Fluktuation in Prozent

7,21

2014
2013

5,60
7,58

2012
2011

5,97

73

Mitarbeiter > Mitarbeiterzufriedenheit

Ausgezeichneter Arbeitgeber
So zufrieden sind die Mitarbeiter mit dem Unternehmen

Große Urkunde für großartigen Arbeitsplatz

Die GESOBAU zählte auch 2015 wieder zu den
Siegern des „Great Place to Work®“-Wettbewerbs
„Beste Arbeitgeber in Berlin-Brandenburg“.
Beim regionalen Wettbewerb in der Größenklasse „Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern“ erreichten wir den
2. Platz – Ausdruck und Belohnung dafür, dass Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist in unserem
Unternehmen fest verankerte Werte sind. Insgesamt hatten
sich 37 Unternehmen aller Branchen und Größenklassen um
den regionalen Titel beworben.
Zusätzlich erhielt die GESOBAU den Sonderpreis in der
Kategorie Ausbildung. Der Preis, der unter der Schirmherrschaft der Vereinigung der Unternehmensverbände in
Berlin und Brandenburg (UVB) erstmals vergeben wurde,
lobte unser gutes Lehrprogramm. Eine große Anerkennung
für uns als kommunaler Ausbilder und ganz besonders für
Ausbildungsleiterin Petra Ebert.
Die Bewertungsgrundlage für den Wettbewerb war eine
Online-Mitarbeiterbefragung, in der unsere Mitarbeiter elementare Arbeitsplatzthemen wie Vertrauen, Identifikation,
Teamgeist, berufliche Weiterbildung, Vergütung, Gesundheitsmanagement und Work-Life-Balance beurteilten.
In vielen Bereichen große Wertschätzung
So bestätigten unsere Mitarbeiter mehrheitlich, dass sie
viel Verantwortung erhalten und ihnen seitens der Führungskräfte vertraut wird. Sie sind der Meinung, dass sie

74

hilfreiche Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit sowie
die notwendigen Mittel und die Ausstattung bekommen,
um ihre Arbeit gut und flexibel zu erledigen. Unsere Mitarbeiter finden, dass sie unabhängig von Alter, Nationalität,
Geschlecht, sexueller Orientierung oder Behinderung fair
sowie unabhängig von ihrer Position im Unternehmen als
vollwertiges Mitglied behandelt werden. Sie nehmen die
GESOBAU als weltoffen und multikulturell orientiert wahr.
Die meisten Mitarbeiter begrüßen die Dienstleistungen
unseres Unternehmens und würden die GESOBAU auch als
Arbeitgeber weiterempfehlen. Neue Mitarbeiter fühlen sich
bei der GESOBAU willkommen, es herrscht eine freundliche Arbeitsatmosphäre und die Mitarbeiter kümmern sich
umeinander.
In den offenen Kommentaren heben unsere Mitarbeiter das
Gesundheitsmanagement und das flexible Arbeitszeitmodell
hervor. Bei der Frage, was ihren Arbeitgeber im Besonderen ausmacht, nannten die meisten Mitarbeiter den Begriff
Nachhaltigkeit.
Neben den vielen positiven Bewertungen gab es natürlich
auch Bereiche, in denen Kritik oder Verbesserungswünsche
geäußert wurden. Probleme sehen unsere Mitarbeiter vorrangig in Sachen moderne Büros sowie bei der Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Führungskräften.
Diese Themen stehen nun weit vorn auf der Agenda, um
hier künftig noch bessere Rahmenbedingungen für die
Arbeit zu schaffen. So befassen wir uns im Projekt
GESOraum aktuell damit, neue Büros zu konzipieren. Weiterhin bauen wir in mehreren Bereichen gezielt Personal
auf, um die anstehenden Herausforderungen insbesondere
bei der Bestandserweiterung, aber auch in der laufenden
Kundenbetreuung meistern zu können.
Weitere zentrale Handlungsfelder sind für uns die Verbesserung der internen Kommunikation und Erreichbarkeit
– sowohl zwischen Mitarbeitern und Führungskräften, als
auch bereichsübergreifend – sowie die Publikation der
Ergebnisse der Grundwertediskussion und ihre nachhaltige
Verankerung im Unternehmen.

Mitarbeiter > Frauenförderplan

Frauen an die Spitze!
Mit unserem Frauenförderplan stellen wir die Weichen für die Zukunft
Der Begriff Work-Life-Balance wird gesellschaftlich breit
diskutiert. Wir setzen uns dafür ein, dass sich Arbeits- und
Privatleben unserer Mitarbeiter harmonisch ergänzen. Doch
für Frauen gibt es noch immer besonders große Hindernisse,
gerade wenn sie Führungspositionen anstreben.

In unserem Unternehmen gilt: Bei Stellenbesetzungen
haben entsprechend qualifizierte Frauen die gleichen
Chancen wie Männer, insbesondere in von ihnen unterrepräsentierten Bereichen. Unser Frauenförderplan richtet
sich an alle Mitarbeiterinnen der GESOBAU AG, der aktiva
Haus- und Wohnungseigentumsverwaltung GmbH,
der berlinwohnen Hausmeister GmbH und der GESOBAU
Wohnen GmbH & Co. KG.
Die Geschlechterverteilung bei der GESOBAU
Insgesamt ist die Geschlechterverteilung in unserem
Unternehmen ausgewogen. Mit 61,9 Prozent der Gesamtbeschäftigten (Stand: Januar 2015) – inklusive der Tochterunternehmen – ist der Anteil von Frauen schon jetzt
überdurchschnittlich hoch. Auch bei der Besetzung der
Führungspositionen zeigt sich bereits ein erfreulich hoher
Anteil. Von den Gruppenleitern sind knapp zwei Drittel
weiblich. Auf der Abteilungsleiterebene ist eine Geschlechterparität zwar noch nicht ganz erreicht, konnte aber in den
vergangenen Jahren gesteigert werden: Bei den Führungskräften auf Abteilungsleiterebene stehen 54,5 Prozent
Männern 45,5 Prozent Frauen gegenüber. Bei den Leitern/
Leiterinnen Objektbetreuung kommt jedoch lediglich eine
Frau auf vier männliche Kollegen. Hier müssen die Weichen
für die Zukunft noch besser eingestellt werden.

75

Mitarbeiter > Fördermassnahmen

Gleichberechtigung umsetzen und Chancen nutzen, beispielsweise auch für mehr Frau am Bau

Unser Beitrag zur Kampagne „Frauen an die Spitze!“
Im März 2012 unterzeichneten die Berliner Senatorin für
Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat und der Präsident der IHK zu Berlin Dr. Eric Schweitzer die gemeinsame
Erklärung „Frauen an die Spitze!“. Mit dieser Kampagne
wurde ein gemeinsames Bündnis zur Verbesserung der
Karrierechancen von Frauen im Berufsleben geschaffen.
Im Mai 2014 haben auch wir diese Erklärung unterzeichnet
und damit unser Ziel, die Karrierechancen von Frauen im
Berufsleben zu verbessern, unterstrichen. Wir fühlen uns
verpflichtet, eine Unternehmenskultur der Gleichberechtigung zu fördern und bedarfsgerechte Instrumente zur
Frauenförderung zu entwickeln.

„
76

“

Wir haben uns die
berufliche Förderung von
Frauen zum Ziel gesetzt.

Aktuelle Maßnahmen im Überblick
Unterrepräsentanzen
In Fachbereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind,
streben wir eine schrittweise Erhöhung des Frauenanteils
auf 50 Prozent an. Alle betreffenden internen und externen
Stellenausschreibungen werden daher aktuell um folgenden
Passus ergänzt: „Wir haben uns Chancengleichheit und die
berufliche Förderung von Frauen zum Ziel gesetzt. Deshalb
sind Bewerbungen von Frauen mit der jeweiligen Qualifikation ausdrücklich erwünscht.“
Weiterbildungsmaßnahmen
Frauenförderung ist ein wichtiger Teil der Personalentwicklung. Die GESOBAU gestaltet Weiterbildungsangebote stets
so, dass die Teilnahme daran auch für teilzeitbeschäftigte
Mitarbeiter möglich ist. Falls diese aufgrund von Elternzeit oder Pflegezeit nicht anwesend sind, werden sie auf
Wunsch regelmäßig über Qualifizierungsangebote informiert. Mitarbeiterinnen, die frauenspezifische Weiterbildungen wünschen, wenden sich an ihre Führungskräfte, damit
diese schnell reagieren können.

Elternzeit und Wiedereinstieg
Wir prüfen, inwieweit Weiterbildungsmaßnahmen während
der Elternzeit in Anspruch genommen werden können.
Wir halten während der Abwesenheitszeiten Kontakt und
binden Mitarbeiter in Elternzeit in betriebliche Veranstaltungen – Frauenversammlung, Betriebsversammlung,
Mitarbeiterevents – ein. Mit Müttern und Vätern, die in den
beruflichen Alltag zurückkehren, führen wir Gespräche, um
entstandene Informationslücken zu schließen.

Investitionen in Weiterbildung pro Mitarbeiter in Euro
(ohne Ausbildungskosten)

677,6

541,4

399,4

2011

2012

448,4

2013

Gut vorbereitet in die Familienzeit
Wir entwickeln derzeit einen Leitfaden für werdende Eltern,
um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine
anstehende Familienzeit gut vorzubereiten. Er umfasst
Themen, die vor und nach der Geburt von Bedeutung sind.
So bekommen unsere Mütter und Väter in spe einen ersten
Überblick über die wichtigsten organisatorischen Aufgaben,
die vor ihnen liegen. Um eine optimale Vereinbarkeit von
Kindererziehung, Familienleben und Beruf gewährleisten
zu können, ist es wichtig, den Übergang in die Elternzeit
und die Rückkehr in den Beruf frühzeitig und sinnvoll zu
planen. Der Leitfaden soll die werdenden Eltern dabei bestmöglich unterstützen.

2014

Weiterbildungstage pro Mitarbeiter

1,50

2011

1,60
0,75

2012

2013

1,50

Betriebliche Ausbildungsbeauftragte
Diejenigen aus der Belegschaft, die sich besonders für die
Ausbildung und Entwicklung unserer jungen Mitarbeiter
einsetzen, sollen selber natürlich auch unterstützt werden.
Daher werden seit 2015 unsere betrieblichen Ausbildungsbeauftragten in „Train the Trainer“-Seminaren gezielt
gefördert.

2014

Frauenquote 2014

5,60

2013
2012
56%
Führungskräfte

7,58
66%

5,97

Insgesamt

77

Mitarbeiter > Ausbildung

Coaching ab dem ersten Tag
Wir machen uns für die Ausbildung stark
Die Ausbildung unseres Nachwuchses genießt bei uns eine hohe
Priorität und floss dieses Jahr sogar in die Unternehmensziele ein.

Ausbildung mit Hand und Köpfchen

Mit Beginn des Ausbildungsjahres 2015/2016 beschäftigen
wir 36 Auszubildende und Studierende – zuvor waren es
durchschnittlich 33. Diesen 36 Lernenden stehen aktuell
45 Ausbildungsbeauftragte in allen Bereichen gegenüber.
Sie vermitteln das nötige Fachwissen, fördern soziale
Kompetenzen, sind Mentor, Coach und Anlaufstelle für alle
Fragen. Ohne ihr Engagement würde die Ausbildung bei
der GESOBAU auf diesem Niveau nicht funktionieren. Doch
wir haben uns weitere Ziele gesetzt, um die Ausbildung
unseres Nachwuchses weiter zu verfeinern. 2015 standen
ein Leitfaden für die Einführung der Azubis in neue Abteilungen sowie ein Schulungsplan für Ausbildungsbeauftragte auf der Agenda. Mit beidem wollen wir die Lehrstandards
im Unternehmen weiter vereinheitlichen.

Leitfaden für die Betreuung von Azubis
Unsere Ausbildungsbeauftragten beeinflussen die Einstellung der Auszubildenden und Studenten zu Vorgesetzten
und Kollegen, legen den Grundstein für Arbeitseinstellung,
Motivation und Leistungsbereitschaft. Der neue Leitfaden
widmet sich den wichtigen ersten Schritten, denen sich
unsere Azubis bei jedem Abteilungswechsel aufs Neue
stellen müssen. Da geht es um die Vorstellung des Einsatzbereichs, die individuelle Einführung am Arbeitsplatz, aber
auch um allgemeine Informationen wie Krankmeldungsund Vertretungsregelungen sowie den kollegialen Umgang
miteinander. Darüber hinaus enthält der Leitfaden praktische Hinweise für eine erfolgreiche Ausbildung, sprich das
Vermitteln von Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen.
Ein detaillierter lehrjahresbezogener Ausbildungsplan
ermöglicht es dem Ausbildungsbeauftragten, den jeweils
erreichten Ausbildungsstand zu überprüfen. Anhand konkreter Beurteilungskriterien kann er schließlich im Gespräch
mit dem Auszubildenden dessen Leistungen und Verhalten
angemessen bewerten.
Neues Schulungsprogramm für Ausbildungsbeauftragte
Aber auch unsere Ausbilder sollen fachlich nicht auf der
Stelle treten. Mit regelmäßigen Schulungen und Workshops
wollen wir ihre Qualifikation erhöhen und ihre Position
im Unternehmen stärken. Das Schulungsprogramm der
GESOBAU für den Herbst stand unter dem Schwerpunkt
Beurteilung:
•	
•	
•	
•	

78

Typische Beurteilungsfehler
Beurteilungen sind keine Kritikgespräche
Angemessen beurteilen
Lerntypen erkennen und angemessen ausbilden

Anteil übernommener Azubis in Prozent

Gesamtinvestitionssumme Ausbildung in Euro

88
54
33
526.580

2012

2013

2012

2014

567.689

2013

536.291

2014

Ausblick
Auch in Zukunft fördern wir durch gezieltes DiversityManagement die Vielfalt unserer Mitarbeiterschaft.
Die Gesundheitsförderung im Unternehmen werden wir
auf nachhaltigen Wegen verstetigen. Wir arbeiten an
der internen Organisationsstruktur des Gesundheitsmanagements und implementieren strukturierte Prozesse beim betrieblichen Eingliederungsmanagement.

79

GESOBAU-Nachhaltigkeitsprogramm
Status

Maßnahme

Bis

Durchführung eines Stakeholderdialogs

I/2016

Erarbeitung eines unternehmensweiten Grundwertestandards
unter Einbindung der kompletten Belegschaft

I/2016

Online-Nachhaltigkeitsschulungen aller Mitarbeiter

I/2015

Mitarbeit bei der Entwicklung eines Branchenverständnisses
für CSR bei der Initiative Corporate Governance der deutschen
Immobilienwirtschaft (ICG)

II/2016

2. Entsprechenserklärung nach dem Deutschen
Nachhaltigkeitskodex

IV/2015

Mitarbeit bei der Weiterentwicklung des Deutschen
Nachhaltigkeitskodex

IV/2014

√

Mitarbeit bei der Entwicklung einer wohnungswirtschaftlichen
Branchenergänzung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex

IV/2014

√

Abschlussauditierung Compliance-Management-System

III/2016

2. externe Auditierung Compliance-Management-System

IV/2014

Online-Compliance-Schulungen aller Mitarbeiter

IV/2014

Transparenzregeln für Sponsoring

I/2014

Verbesserung der Wohnqualität:
Digitalität im Kundenservice

Ausbau Online-Mieterservice: Mietsachen klären,
Qualitätskontrolle der Handwerker

III/2014

Verbesserung der Wohnqualität:
Digitalität im Produkt

Umsetzung des Projektes „Pflege@Quartier“ in Kooperation mit
der AOK Nordost (siehe Dimension Gesellschaft)

I/2018

Anpassung an den demografischen
Wandel

Ausbau von 200 zertifizierten „Komfort 50+“-Wohnungen im
Märkischen Viertel

II/2016

Einrichtung eines Umzugsservice für Senioren

II/2014

Erhöhung unseres Bestandes um 12.500 Wohnungen durch
Neubau und Zukauf

IV/2026

Baubeginn von 27 Neubauprojekten

IV/2016

Bereitstellung eines Extrakontingents an Studentenwohnungen
im Zuge des „Bündnisses für soziale Wohnungspolitik und
bezahlbare Mieten“

IV/2014

√

Verringerung der Fluktuation

Gründung einer Hausmeistergesellschaft und Einsatz von
Hausmeistern im MV

II/2014

√

Sicherung der hohen
Investitionen in energetische
Komplettmodernisierung Märkisches
Viertel durch imagefördernde
Maßnahmen

Marke MV: Einführung neues Corporate Design, Eröffnung
VIERTEL BOX, Beginn Videoporträts

IV/2014

√

Marke MV: Verstetigung der Maßnahmen (Logo-Präsenz, VIERTEL
BOX, Videoprojekt)

IV/2017

50 Jahre, 50 Aktionen im Jubiläumsjahr

IV/2014

Ziel
Unternehmen
Nachhaltigkeit als grundlegende
Strategie der GESOBAU tiefer bei
allen Stakeholdern implementieren

Nachhaltigkeitsstandards in
Deutschland mitgestalten (GRI;
Deutscher Nachhaltigkeitskodex)

Sicherung eines hohen Standards
der Regelkonformität im
Unternehmen

√

√

√
√
√

Markt

Bereitstellung von Wohnraum für
breite Bevölkerungsschichten

80

√

√

√

√
Ziel

erledigt

läuft

geplant

Maßnahme

Bis

Status

Durchschnittliche CO2-Emission
je Wohnung 1,38 Tonnen

Klimaschutzvereinbarung 2020

IV/2020

Verbrauchskenndatenreduzierung
um durchschnittlich 50 % bei
komplettmodernisierten Projekten
im MV

Sicherstellung KfW-Effizienzhaus 100

IV/2015

√

24.500 Wohnungen mit einem
Energieaufwand kleiner/gleich 150
kWh/(m2a)

Energetische Modernisierung

IV/2015

√

22.900 Wohnungen mit einem
Energieaufwand kleiner/gleich 150
kWh/(m2a)

Energetische Modernisierung

IV/2014

√

Ausbau des internen
Umweltmanagements

Initiative papierloses Büro: ausschließliche Zulassung
von digitalen Angeboten im Rahmen des Verfahrens der
elektronischen Vergabe bei EU-weiten Vergabeverfahren ab
einem geschätzten Auftragswert von 100.000 Euro

IV/2016

Initiative papierloses Büro: Anbindung von zwei weiteren
Dienstleistern an elektronische Rechnungslegung

IV/2014

Förderung der Elektromobilität

Prüfung und Implementierung von Carsharing-Stationen in
unseren Beständen

IV/2016

Förderung Erneuerbarer Energien

Prüfung und Inbetriebnahme von BHKWs in
unseren Beständen

I/2017

Kooperation mit den Berliner Stadtwerken GmbH
zur Einführung eines Mieterstrommodells

IV/2016

Verstetigen des Engagements in den
Quartieren (gesichertes Budget)

Diverse Projekte für soziales Management, Stadtteilfeste,
Seniorenarbeit, Mietsubventionen für Vereine und Initiativen

fortlaufend

Gesellschaftliche Teilhabe von
Kindern und Jugendlichen

Weiterentwicklung des interaktiven Parcours WOHNOPOLY in
Smart-Home-Musterwohnung mit Karuna e. V.

IV/2016

Förderung von Bildung für eine
nachhaltige Entwicklung

Kooperation mit Sarah Wiener Stiftung, Tanz ist Klasse e.V.,
ALBA macht Schule e. V.

IV/2016

Neustrukturierung und Verstetigung der „Bildungslandschaft
Märkisches Viertel“

II/2016

Bereitstellung von preiswertem Wohnraum; Kooperation mit
Bezirken Pankow, Mitte und Reinickendorf sowie Trägern der
Kinder- und Jugendhilfe

fortlaufend

Initiierung einer Präventivkooperation gegen Gewalt an
Kindern mit Bezirksämtern und Rechtsmedizin

III/2015

Gesellschaftliche Teilhabe älterer
Menschen

Umsetzung des Projektes „Pflege@Quartier“ in Kooperation mit
der AOK Nordost

I/2018

Förderung der Integration von
Migrantinnen und Migranten

Umsetzung von Integrationsmaßnahmen in den Beständen der
GESOBAU, Kooperation mit Integrationsbeauftragten der Bezirke
Pankow, Mitte und Reinickendorf sowie mit Mieterbeiräten und
Nachbarschaftsinitiativen

fortlaufend

Umwelt

√

Gesellschaft

Förderung von Heranwachsenden,
jungen Familien und
Alleinerziehenden

√

81

GESOBAU-Nachhaltigkeitsprogramm
Ziel

√

erledigt

läuft

Maßnahme

Bis

Interne Weiterentwicklung unseres Gesundheitsmanagements
„GESOvital“ nach Abschluss der TK-Kooperation

IV/2016

geplant

Status

Mitarbeiter

Kontinuierliche Erhöhung des
Gesundheitsstands

Vielfalt in der Belegschaft

Qualität der Ausbildung steigern

82

BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement) – Prozess neu
aufsetzen

II/2016

Gesundheitsmanagement: Kooperation mit der Techniker
Krankenkasse

II/2015

√

Gesundheitsmanagement: Maßnahme verhaltens- und
verhältnisbedingte Prüfung der Arbeitsplätze

IV/2014

√

Übernahmequote Auszubildende:
mindestens 25 Prozent

fortlaufend

Standardprozesse weiterentwickeln für die Integration der
Frauenförderziele in die Geschäftsabläufe

fortlaufend

Erstellung eines Leitfadens für die Betreuung von
Auszubildenden

II/2016

Schulungsprogramm für Ausbildungsbeauftragte einführen

fortlaufend

GRI-Index

Bei der Erstellung dieses Nachhaltigkeitsberichts sind wir erstmals den neuen G4-Richtlinien
der Global Reporting Initiative (GRI) gefolgt. Wir geben Auskunft über alle geforderten Standardangaben und Indikatoren gemäß der Option „Umfassend“ sowie der branchenspezifischen
Ergänzung für die Immobilienwirtschaft CRESS (Construction and Real Estate Supplement).
Außerdem haben wir erstmalig auch für uns relevante Kennzahlen der GdW-Arbeitshilfe 73
aufgenommen.
Darüber hinaus wenden wir den Deutschen Nachhaltigkeitskodex an und haben dafür eine
Entsprechenserklärung unterzeichnet. Die vollständige Entsprechenserklärung finden Sie im
Internet unter www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/de/anwendung/dnkdatenbank.html.
Den ausführlichen G4-Content-Index mit Anmerkungen und Erläuterungen zu allen Leistungsindikatoren und Managementansätzen finden Sie im Internet unter
www.gesobau.de/unternehmen/nachhaltigkeit/ oder verlinkt im Code.

83

Impressum
GESOBAU AG
Wilhelmsruher Damm 142
13439 Berlin
Konzeption und Inhalte
Kirsten Huthmann, Saskia Lössl, GESOBAU AG,
in Zusammenarbeit mit der AG Nachhaltigkeit der GESOBAU AG
Text und Gestaltung
terz – Agentur für nachhaltige Kommunikation
Brunnenstraße 188 – 190
10119 Berlin
www.terz.de
Fotografie
Karen Bartsch, Berliner Wasserbetriebe (Dennis Krischker), Thomas Bruns, Lia Darjes,
Ingo Drumm, emotion works, Getty Images, Great Place to Work® Deutschland,
Jochen Hähnel, Innotec Abfallmanagement GmbH, Christian Kruppa, Britta Leuermann,
Alex Masshold, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Katrin Starke,
Walter Weber
Druck
Spreedruck Berlin
Ansprechpartnerin
Saskia Lössl
Nachhaltigkeitsreferentin
GESOBAU AG
Telefon: (030) 4073-1566
E-Mail: saskia.loessl@gesobau.de

Dieser Nachhaltigkeitsbericht wurde nachhaltig produziert:

Dieses Recycling-Papier wurde zu 100 Prozent aus Altpapier gewonnen und mit den
Umweltzertifikaten Blauer Engel, FSC®-Recycling und EU-Blume ausgezeichnet.
Der Druck des Nachhaltigkeitsberichts erfolgte klimaneutral. Die bei der Produktion
angefallene Menge CO2 (1.756 kg) wird durch ein Klimaschutzprojekt im Bereich
Biomasse im brasilianischen Staat Alagoas zu 100 Prozent kompensiert.
ClimatePartner-ID 11669-1511-1002

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