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[Entwicklungskonzept]

Full text: [Entwicklungskonzept]

Die Region der Vulkane & Maare !

Lokales integriertes ländliches Entwicklungskonzept (LILE) für die Förderperiode 2007 bis 2013

Erstellt:

LAG Vulkaneifel Geschäftsstelle bei der Kreisverwaltung Vulkaneifel Mainzer Straße 25, 54550 Daun Telefon-Nr.: 06592/933-201, Fax-Nr.:06592/985-900 E-Mail: alfred.bauer@vulkaneifel.de Internet: www.leaderplusvulkaneifel.de Institut für Regionalmanagement

Beratung und textliche Fassung:

Braunfelser Straße 86,35606 Solms info@ifr-regional.de

Konzeptionelle Beratung Phase 1:

Institut für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier e.V. (Inmit) Bahnhofstr. 30-32, 54292 Trier www.inmit.de

LAG Vulkaneifel – unser Selbstverständnis

Die LAG Vulkaneifel wurde gegründet von Menschen, die Ideen und Projekte haben, mit denen im LAG-Gebiet etwas bewegt werden kann für die Bevölkerung, die Natur, die Kultur, den Tourismus und das wirtschaftliche Wohl.

Mit der Bewerbung für die Förderperiode 2007-2013 verbinden wir Stärkung für das Erreichte und Rückenwind für das, was wir auch in Zukunft mit Kopf, Herz und Hand für die Vulkaneifel tun wollen.

Ziel unserer gemeinsamen lokalen Entwicklungsstrategie ist die konsequente Erhaltung und fortgesetzte kreative Inwertsetzung der reichen natürlichen und kulturellen Potenziale in unserer Region. Dies geschieht zum Wohle der Menschen, die im LAG-Gebiet leben, arbeiten und sich erholen.

Herzstück und unverwechselbares Gesicht ist dabei das große natürliche Kapital des LAG-Gebietes als Land der Eifel-Vulkane und Maare. Mit seinem außerordentlichen geologischen Formenreichtum stellt es ein Geschenk für die Region dar. Dieses Geschenk gilt es mit Engagement und authentischer Geradlinigkeit immer wieder neu zu verdienen, ohne dass die anvertrauten Werte dabei aus dem Blick geraten.

Die besonderen Gaben von Mutter Erde für die Region und ihre Menschen in Wert zu setzen, das verstehen wir als unsere große Aufgabe.

REGION VULKANEIFEL – Leben, arbeiten und erholen, wo die Natur Ereignis ist.

REGION VULKANEIFEL Leben, arbeiten und erholen, wo die Natur Ereignis ist

Inhaltsverzeichnis
1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. Abgrenzung und Lage des LAG-Gebietes Vulkaneifel Zusammensetzung und Aufgabe der LAG Vulkaneifel Ausgangslage/Bestandsaufnahme des LAG-Gebietes Vulkaneifel SWOT-Analyse für das Aktionsgebiet LAG Vulkaneifel Leitbild und Zielvorstellungen Beschreibung der Entwicklungsziele, -strategien und Handlungsfelder Beschreibung der geplanten Maßnahmenbereiche mit exemplarischen Schlüsselprojekten Beschreibung der geplanten gebietsübergreifenden und transnationalen Zusammenarbeit Geplante Arbeit der LAG sowie Kompetenzentwicklung und Sensibilisierung im Leader-Gebiet Finanzierungsüberlegungen Monitoring und Verfahren zur Selbstevaluierung Anhang 1 7 19 48 56 57 68 96 98 116 117 129

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Lage im Raum des LAG-Gebietes Vulkaneifel 1 2 13 17 20 21

Abbildung 2: Abgrenzung des LAG-Gebietes Vulkaneifel
Abbildung 3: Abbildung 4: Abbildung 5: Abbildung 6: Abbildung 7: Abbildung 8: Abbildung 9: Aufbau des Bewertungsverfahrens der LAG Vulkaneifel zur Projektauswahl Beteiligungsverfahren zur Vorbereitung auf die Leader-Förderperiode 2007 bis 2013 – Phase 1 Flächennutzung nach Nutzungsarten in der LAG Vulkaneifel (Stand: 31.12.2006) Bevölkerungsentwicklung im LAG-Gebiet 1950 bis 2007

Bevölkerung nach Altersgruppen zum 31.12.2005: Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung 21 Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung 2000 bis 2015 in der LAG Vulkaneifel nach Altersklassen 23

Bevölkerungsprognose 2050 für die Kreise Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Vulkaneifel – mittlere Variante 23 26 26

Abbildung 10: Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen 1987 bis 2006 Abbildung 11: Durchschnittliche Verweildauer der Urlaubsgäste in Tagen

Abbildung 12: Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort im Vergleich LAG zu Rheinland-Pfalz Abbildung 13: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort in der LAG Vulkaneifel aufgeteilt nach Wirtschaftszweigen Abbildung 14: Arbeitslosenquote in % bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen Abbildung 15: Entwicklung der Arbeitslosenquote in % im Gebiet der LAG „Vulkaneifel“ bezogen auf abhängige zivile Erwerbspersonen bei Frauen, Männern und Jugendlichen unter 25 Jahren Abbildung 16: Entwicklung der Arbeitslosenquote in % im Gebiet der LAG „Vulkaneifel“*, bezogen auf abhängig zivile Erwerbspersonen bei Älteren über 55 Jahren und Langzeitarbeitslosen Abbildung 17: Landwirtschaftliche Betriebe nach Hauptnutzungsart in der LAG Vulkaneifel 2005 Abbildung 18: Landwirtschaftliche Betriebe nach Hauptnutzungsart in RLP 2005 Abbildung 19: Landwirtschaftlich genutzte Fläche in der LAG Vulkaneifel 2005 Abbildung 20: Landwirtschaftlich genutzte Fläche in Rheinland-Pfalz nach Hauptnutzungsart 2005 Abbildung 21: Vergleich von Haupt- und Nebenerwerb in der LAG Vulkaneifel und Rheinland-Pfalz 2003 Abbildung 22: Entwicklung der Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe im LAG-Gebiet und in Rheinland-Pfalz Abbildung 23: Entwicklung der Anzahl und der Größe landwirtschaftlicher Betriebe im LAG-Gebiet und in Rheinland-Pfalz Abbildung 24: Bedeutung des Ernährungsgewerbes im Kreis Daun 2004 Abbildung 25: Bedeutung des Ernährungsgewerbes im Gesamtraum Eifel Abbildung 26: Natur- und Geopark Vulkaneifel Abbildung 27: FFH-Gebiete der Landkreise Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich und Vulkaneifel Abbildung 28: Wasserschutzgebiete in der Vulkaneifel Abbildung 29: Leitbild und Zielvorstellungen der LAG Vulkaneifel Abbildung 30: Duale Entwicklungsstrategie der LAG Vulkaneifel Abbildung 31: Handlungsfelder und Maßnahmenbereiche der LAG Vulkaneifel im Überblick Abbildung 32: Facetten einer umfassenden Dorfentwicklung – nicht abschließend

31 32 32

33

33 35 35 36 36 38 39 40 42 42 45 46 47 56 63 66 87

Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Tabelle 2: Tabelle 3: Tabelle 4: Mitglieder der LAG Vulkaneifel Pressespiegel der LAG Vulkaneifel (Auszug) Flächennutzung nach Nutzungsarten in der LAG Vulkaneifel (Stand : 31.12.2006) Bevölkerungsentwicklung 2000 bis 2015 in den Verbandsgemeinden der LAG Vulkaneifel 10 18 20 22

Tabelle 5: Tabelle 6: Tabelle 7: Tabelle 8:

Bruttowertschöpfung(BWS) nach Wirtschaftsbereichen 2004 Entwicklung des produzierenden Gewerbes (Betriebe > 20 Beschäftigte) Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen 1987 bis 2006 Touristische Kennzahlen für touristische Einheiten im LAG-Gebiet (umfasst nicht das gesamte LAG-Gebiet)

24 25 25

27

Tabelle 9: Tabelle 10: Tabelle 11: Tabelle 12: Tabelle 13: Tabelle 14: Tabelle 15: Tabelle 16: Tabelle 17: Tabelle 18:

Biomassepotentiale der Landkreise Vulkaneifel, Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich 30 Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen am Arbeitsort Landwirtschaftliche Betriebe und Flächen nach Hauptnutzungsart 2005 Viehbestände und Viehhalter nach Tierarten am 03.05.2003 Entwicklung der Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe im LAG-Gebiet und in Rheinland-Pfalz Entwicklung der Anzahl und der Größe landwirtschaftlicher Betriebe im LAG-Gebiet und in Rheinland-Pfalz Waldbesitzartenverteilung (WBA) der Eifel-Landkreise in Rheinland-Pfalz Naturschutzgebiete in der LAG Vulkaneifel Landschaftsschutzgebiete in der LAG Vulkaneifel Bezug der geplanten Maßnahmenbereiche der LAG Vulkaneifel zu den programmspezifischen Zielen des EP PAUL Basisinformationen zur Bewertung der Zielerreichung als Arbeitsgrundlage für die Projektbewertung der LAG Vulkaneifel Matrix zur Bewertung der Projekte Übersicht nach Jahren Finanzübersicht nach Schwerpunkten Pflichtenheft der LAG Vulkaneifel zur Beurteilung der Zielerreichung des LILE 31 34 37 38 39 41 43 44

95

Tabelle 19:

104 110 116 116 121

Tabelle 20: Tabelle 21: Tabelle 22: Tabelle 23:

1. Abgrenzung und Lage des LAG-Gebietes Vulkaneifel

1.1. Lage im Raum
Das LAG-Gebiet Vulkaneifel befindet sich im zentralen Herzstück der Eifel und grenzt im Norden an den deutsch-belgischen Naturpark „Nordeifel - Hohes Venn“ an. Die weiteren naturräumlichen Grenzen des LAG-Gebietes bilden Ost- und Südeifel sowie die Moselberge im Süden. Das LAG-Gebiet liegt nordöstlich des Oberzentrums Trier. Trotz seiner zentralen europäischen Lage ist das LAG-Gebiet Vulkaneifel auf Grund seiner Topographie (Mittelgebirge) nur bedingt an die angrenzenden Regionen, insbesondere an Wirtschaftsräume mit bedeutender wirtschaftlicher Dynamik, angeschlossen.
Abbildung 1: Lage im Raum des LAG-Gebietes Vulkaneifel

>>> LAG-Gebiet Vulkaneifel: mitten in Europa - und doch am nationalen Rand

Quelle: Eigene Darstellung.

1

1.2.

Gebietsabgrenzung
>>> 195 Ortsgemeinden in den VG Daun, Gerolstein, Hillesheim Kaisersesch, Kelberg, Kröv-Bausendorf, Manderscheid, Obere Kyll, Ulmen, Wittlich-Land und verbandsgemeindefreie Stadt Wittlich

Das LAG-Gebiet Vulkaneifel umfasst Ortschaften aus 10 Verbandsgemeinden in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Vulkaneifel. Im Vergleich zur ehemaligen Gebietskulisse wurde damit das aktuelle LAG-Gebiet um drei weitere Verbandsgemeinden sowie 20 Ortschaften aus den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Vulkaneifel (Daun) erweitert. Abbildung 2: Abgrenzung des LAG-Gebietes Vulkaneifel

Quelle: Eigene Darstellung

2

Dem LAG-Gebiet Vulkaneifel gehören somit folgende Städte und Gemeinden an: Aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich: VG Kröv-Bausendorf: Bausendorf, Bengel, Diefenbach, Flußbach, Hontheim,
Kinderbeuern, Willwerscheid

VG Manderscheid: Bettenfeld, Dierfeld, Eckfeld, Eisenschmitt, Gipperath,
Greimerath, Großlittgen, Hasborn, Karl, Laufeld, Manderscheid, Meerfeld, Musweiler, Niederöfflingen, Niederscheidweiler, Oberöfflingen, Oberscheidweiler, Pantenburg, Schladt, Schwarzenborn, Wallscheid

VG Wittlich-Land: Altrich, Arenrath, Bergweiler, Binsfeld, Bruch, Dierscheid, Dodenburg, Dreis, Esch, Gladbach, Heckenmünster, Heidweiler, Hetzerath, Hupperath, Klausen, Landscheid, Minderlittgen, Niersbach, Platten, Plein, Rivenich, Salmtal, Sehlem Verbandsgemeindefreie Stadt Wittlich Aus dem Landkreis Vulkaneifel: VG Daun: Betteldorf, Bleckhausen, Brockscheid, Darscheid, Demerath, Daun, Deudesfeld, Dockweiler, Dreis-Brück, Ellscheid, Gefell, Gillenfeld, Hinterweiler, Hörscheid, Immerath, Kirchweiler, Kradenbach, Mehren, Meisburg, Mückeln, Nerdlen, Niederstadtfeld, Oberstadtfeld, Sarmersbach, Saxler, Schalkenmehren, Schönbach, Schutz, Steineberg, Steiningen, Strohn, Strotzbüsch, Udler, Üdersdorf, Utzerath, Wallenborn, Weidenbach, Winkel (Eifel) VG Gerolstein: Berlingen, Birresborn, Densborn, Duppach, Gerolstein,
Hohenfels-Essingen, Kalenborn-Scheuern, Kopp, Mürlenbach, Neroth, Pelm, Rockeskyll, Salm

VG Hillesheim: Basberg, Berndorf, Dohm-Lammersdorf, Hillesheim, Kerpen (Eifel), Nohn, Oberbettingen, Oberehe-Stroheich, Uexheim, Walsdorf, Wiesbaum VG Kelberg: Arbach, Beinhausen, Bereborn, Berenbach, Bodenbach, Bongard, Borler, Boxberg, Brücktal, Drees, Gelenberg, Gunderath, Höchstberg, Hörschhausen, Horperath, Kaperich, Katzwinkel, Kelberg, Kirsbach, Kötterichen, Kolverath, Lirstal, Mannebach, Mosbruch, Neichen, Nitz, Oberelz, Reimerath, Retterath, Sassen, Uersfeld, Ueß, Welcherath VG Obere Kyll: Birgel, Esch, Feusdorf, Jünkerath, Kerschenbach, Lissendorf, Ormont, Stadtkyll, Steffeln
Gönnersdorf, Hallschlag, Reuth, Scheid, Schüller,

Aus dem Landkreis Cochem-Zell: VG Ulmen: Alflen, Auderath, Bad Bertrich, Beuren, Büchel, Filz, Gevenich, Gillenbeuren, Kliding, Lutzerath, Schmitt, Ulmen, Urschmitt, Wagenhausen, Weiler, Wollmerath VG Kaisersesch: Brachtendorf, Düngenheim, Eppenberg, Eulgem, Gamlen,
Hambuch, Hauroth, Illerich, Kaifenheim, Stadt Kaisersesch, Kalenborn, Landkern, Laubach, Leienkaul, Masburg, Müllenbach, Urmersbach, Zettingen

Damit hat sich das LAG-Gebiet nunmehr erweitert um: die Verbandsgemeinden Kelberg, Kaisersesch und Ulmen sowie die 20 Ortsgemeinden Binsfeld (VG Wittlich-Land), Darscheid, Demerath, Gefell, Hörscheid, Kradenbach, Nerdlen, Sarmersbach, Schönbach, Steiningen, Utzerath, Winkel (alle VG Daun), Duppach, KalenbornScheuern, Mürlenbach (alle VG Gerolstein), Wiesbaum (VG Hillesheim), Esch, Feusdorf, Reuth, Scheid (alle VG Obere Kyll). 3

1.3.

Kriterien der Gebietsabgrenzung

Die Abgrenzung des LAG-Gebietes orientiert sich an den Vorgaben des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms PAUL (Programm „Agrarwirtschaft, Umwelt, Landentwicklung“). Die Verbandsgemeinden Kelberg (Kreis Vulkaneifel) sowie Kaisersesch und Ulmen (Kreis Cochem-Zell) wurden aufgrund der engen räumlichen und natürlichen Verknüpfung (naturräumlich der Vulkaneifel zugeordnet) und einiger gemeinsam durchgeführten/ in der Umsetzung befindlichen Projekte (z. B. Vulkanbike Trailpark, Naturpark Vulkaneifel, gemeinsame Ausschilderung von Radwegen, Eifelsteig, Deutscher Wandertag 2006, Deutsche Vulkanstraße, Eifelquerbahn) neu mit in die LAG Vulkaneifel aufgenommen. Hinzu kommt, dass die Verbandsgemeinden Kelberg und Ulmen bereits Mitgesellschafter bei der Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH geworden sind. Bisher standen der Zugehörigkeit der genannten Verbandsgemeinden zum LAG-Gebiet im Wesentlichen die Vorgaben zur Größenabgrenzung des LAG-Gebietes entgegen. Die Ausdehnung der maximalen Einwohnerzahl auf 150.000 Einwohner/-innen ermöglicht zusätzlich die Aufnahme der restlichen Gemeinden des Landkreises Vulkaneifel und einiger weiterer des Landkreises Bernkastel-Wittlich in das LAG-Gebiet. Im LAG-Gebiet Vulkaneifel leben nach dem erweiterten Zuschnitt nunmehr insgesamt 137.398 Einwohner/-innen auf einer Fläche von 1.670 km². Dies entspricht einer Einwohnerdichte von 82 EW/ km².1
>>> Neu dabei: die 3 Verbandsgemeinden Kaisersesch, Kelberg und Ulmen

1.4.

Darlegung der Kohärenzkriterien

Das LAG-Gebiet Vulkaneifel als naturräumliche Einheit Das LAG-Gebiet, das in einer Mittelgebirgslandschaft liegt, ist durch seine hohe Konzentration und reiche Vielfalt an geologischen Besonderheiten geprägt. Geologische Vorgänge haben dem Gebiet der LAG, das dem „Westeifeler Vulkanfeld“ entspricht, ein unverwechselbares Profil als das Land der Maare und Vulkane gegeben. Das Vulkanfeld liegt im Herzen der Eifel und erstreckt sich auf eine Breite von 30 Kilometer und eine Länge von 50 Kilometer. Sowohl die Abwechslung zwischen verschiedenen Höhenlagen, die sich von 300 bis auf 700 Meter über NN erstrecken, mit tief eingeschnittenen Tälern als auch die insgesamt rund 350 vulkanischen Ausbruchszentren verleihen dem LAG-Gebiet sein zugleich vielschichtiges und einzigartiges Landschaftsprofil. Das LAGGebiet Vulkaneifel nennt mit Stolz eine der jüngsten und formenreichsten Vulkanlandschaften Europas sein eigen. 75 von Geologen nachgewiesene Maare geben dem LAG-Gebiet Vulkaneifel naturräumlich sein unverwechselbares Gesicht. Ganze zehn davon sind mit einem der seltenen Maarseen gefüllt, von der Eifeldichterin Clara Viebig „Die Augen der Eifel“ getauft. Weiterhin einzigartig: Im LAGGebiet findet sich in der Mosenberg-Vulkangruppe der einzige BergKratersee nördlich der Alpen.
>>> Eine der formenreichsten Vulkanlandschaften als hervorstechendes natürliches Kapital

1

Statistisches Landesamt Rheinland Pfalz, Stand: 30.6.2007

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Auch über die Maarseen hinaus ist das Element des Wassers im LAGGebiet von besonderer Präsenz: zahlreiche Bachläufe sowie Kyll, Salm, Lieser, Endert, Alf und Ueßbach durchfließen das LAG-Gebiet Vulkaneifel. Weiterhin nennt das LAG-Gebiet auf Grund des Vulkanismus und des geologischen Untergrunds eine schiere Fülle von Heil- und Mineralquellen sein eigen. Bekannte Mineralwassermarken von nationaler Bedeutung, wie Gerolsteiner Brunnen, Nürburgquelle und Dauner Quellen haben im LAG-Gebiet ihre Heimat. In vielen Orten sprudelt das Mineralwasser aus gepflegten Quellen, die im örtlichen Sprachgebrauch als Drees oder Sauerbrunnen bezeichnet werden (z. B. Steinborner Drees, Hotzendrees, Darscheider Drees, Dockweiler Sauerbrunnen usw.). Darüber hinaus ist die Vulkaneifel neben ihrer Bedeutung als Quelle für Mineralwässer ein wichtiger Trinkwasserlieferant. In der Vulkaneifel finden sich daher eine Vielzahl von Wasserschutzgebieten. Das LAG-Gebiet Vulkaneifel bildet auf Grund der zuvor genannten natürlichen Gegebenheiten eine naturräumliche Einheit, die bei der Inwertsetzung auf ein unverwechselbares Alleinstellungsmerkmal zurückgreifen kann. Zahlreiche Auszeichnungen und Prädikate dokumentieren den einzigartigen geologischen Reichtum der Region. So ist der zum LAG-Gebiet gehörende Vulkaneifel Geopark Gründungspartner und Mitglied im Kreis des European Geopark Network. Als Geopark kann nach der UNESCO-Definition nur eine geschützte Region anerkannt werden, die „Phänomene spezieller geologischer Signifikanz, Seltenheit oder Schönheit“ enthält. Im Jahre 2004 erfolgte die Anerkennung der Vulkaneifel als UNESCO Global Geopark. Erst jüngst wurden die Dauner Maare und die Mosenberg-Vulkangruppe in die Liste „Deutschlands bedeutendste Geotope“ aufgenommen. Das LAG-Gebiet Vulkaneifel als soziokulturelle Einheit Das LAG-Gebiet Vulkaneifel ist soziokulturell in das größere Gebiet der Eifel eingebunden. Damit ist es nicht nur in sich, sondern auch in Bezug zum Großraum Eifel homogen. Diese Homogenität äußert sich vor allem in den Gemeinsamkeiten der sprachlichen Identität und der Identität des Brauchtums. Auch wenn ortsüblich spezifische Dialekte gepflegt werden, so gehört das LAG-Gebiet fast in seiner Gesamtheit zum moselfränkischen Sprachraum. Lediglich im Norden ist ein Übergang in den Kölner Sprachraum (ripuarisch) festzustellen. Im LAG-Gebiet ist auch heute noch ein gewachsenes, eifeltypisches Brauchtum erhalten. So gibt es viele Traditionen, die sich an kirchlichen Festen (z. B. das „Klappern“ in der Karwoche, Prozessionen), am Lebenslauf der Menschen (z. B. zu Geburt, Hochzeit, Tod) oder am weltlichen Jahreskalender (z. B. Fastnacht, Maibaum, Kirmes, Handelsmärkte) und dem Lauf der Natur (z. B. Erntezeit) orientieren. Darüber hinaus findet man im LAG-Gebiet Gemeinsamkeiten bei der Baukultur und der kultur-geschichtlichen Entwicklung. Das LAG-Gebiet Vulkaneifel als ökonomische Einheit Im Landschaftsbild hat die jahrhundertlange Landwirtschaft die Prägung gegeben. Ökonomisch hat die Landwirtschaft jedoch ihren Stellenwert verloren. Mittelständische Betriebe bilden heute das Rückgrat der regionalen Ökonomie und den homogenen wirtschaftsstrukturellen Rahmen. Die vorhandenen Betriebe und Unternehmen bauen oftmals auf der Nutzung von vorhandenen natürlichen Ressourcen auf. Dazu zählen neben der Holzwirtschaft, dem Abbau von Bodenschätzen und der 5
>>> Solider Mittelstand bildet das Rückgrat und den einheitlichen Rahmen >>> Einheit in der Vielfalt: man spricht Moselfränkisch und lebt gemeinsame Traditionen …

Nutzung von Mineralquellen vor allem auch die touristische Vermarktung sowie die Inwertsetzung des besonderen landschaftlichen Reichtums und des hohen Erholungswertes – insbesondere auch als Naherholungsgebiet für angrenzende Ballungsräume. Potenziale für neue Einkommensquellen ergeben sich u. a. aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Ein weiteres Herzstück der regionalen Ökonomie bilden Handwerksbetriebe. Diese stehen für solide handwerkliche Wertarbeit aus der Eifel, sind oft über Generationen in Familienhand und immer öfter in der Fortführung ihrer Tradition gefährdet durch Nachfolgeprobleme. Industriekonzentrationen sind im LAG-Gebiet Vulkaneifel nicht zu identifizieren. Auch ist die Tertiärisierung noch nicht im LAG-Gebiet angekommen - der Dienstleistungssektor, insbesondere im Bereich der wirtschaftlich potenzialträchtigen höherwertigen unternehmensnahen Dienstleistungen (HUDL) ist nach wie vor unterdurchschnittlich ausgeprägt.

>>> Regionale Potenziale nutzen: Land- und Forstwirtschaft, erneuerbare Energien, Tourismus

>>> Starke Tradition, aber mit Nachfolgesorgen: das Handwerk

>>> Industrie und unternehmensnahe Dienstleistungen wenig präsent

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2.

Zusammensetzung und Aufgaben der LAG Vulkaneifel

2.1.

Die LAG Vulkaneifel und ihre Mitglieder
>>> Lokale Aktionsgruppe Vulkaneifel gegründet

Die Lokale Aktionsgruppe Vulkaneifel wurde am 24. Mai 2007 in Daun von 34 Mitgliedern neu gegründet und ging damit teilweise aus der bereits in der Förderperiode LEADER+ bestehenden LAG hervor. Die Erweiterung der LAG um 6 Mitglieder aus dem Landkreis CochemZell wurde in der Sitzung der LAG Vulkaneifel am 17.12.2007 beschlossen. Frau Dr. Bauer für den Bereich Denkmalpflege wurde auf der Sitzung vom 27.2.2008 neu benannt. Die Zuständigkeit der LAG Vulkaneifel erstreckt sich auf das räumlich festgesetzte Gebiet der Aktionsgruppe (vgl. Kapitel 1). Die LAG ist Träger des Entwicklungsprozesses und verantwortlich für deren Durchführung. Die Geschäftsordnung der Lokalen Aktionsgruppe Vulkaneifel gewährleistet Transparenz und Klarheit der Zuweisung von Aufgaben und Zuständigkeiten.

>>> Geschäftsordnung in Kraft

Geschäftsordnung der Lokalen Aktionsgruppe Vulkaneifel nach der ELER-VO, Schwerpunkt 4: LEADER für die Entwicklung des ländlichen Raumes im Zeitraum 2007 bis 2013 Auf der Grundlage
des Entwicklungs- "Programm Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung“ (PAUL) des Landes Rheinland-Pfalz für den Zeitraum 2007-2013, Kapitel 5.3.4 „Schwerpunkt 4: Umsetzung des LeaderKonzeptes“ der Verordnung (EG) Nr. 1698/ 2005 des Rates vom 20. September 2005 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), (Amtsblatt der Europäischen Union L 277), Schwerpunkt 4, Artikel 61-65. der Nationale Rahmenregelung der Bundesrepublik Deutschland für die Entwicklung ländlicher Räume vom 6. Oktober 2006, Kapitel 4.4. „Schwerpunkt 4: LEADER“ des Nationalen Strategieplanes der Bundesrepublik Deutschland für die Entwicklung ländlicher Räume vom 19. September 2006, Kapitel 3.4 „Schwerpunkt 4: Leader des Beschlusses des Rates vom 20. Februar 2006 über strategische Leitlinien der Gemeinschaft für die Entwicklung des ländlichen Raums, (Programmplanungszeitraum 2007-2013) (2006/144/EG), Kapitel 3.4. „Aufbau lokaler Kapazitäten für Beschäftigung und Diversifizierung“ der Verordnung (EG) Nr. 1974/2006 der Kommission vom15. Dezember 2006 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 des Rates über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), Schwerpunkt 4, Artikel 37-39., (Amtsblatt L 368). wird für die Gebietskulisse Vulkaneifel eine lokale Aktionsgruppe (LAG) eingerichtet.

Präambel
Leitgedanke für die Durchführung des Schwerpunktes 4 des Entwicklungs-Programms PAUL bildet der Bottom-up-Ansatz, der durch die Lokalen Aktionsgruppen (LAG) gewährleistet wird. Hierbei handelt es sich um eine Partnerschaft, die die Beteiligten zur Umsetzung von LEADER bilden. Die LAG gewährleistet, dass die

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Entwicklungsstrategie sowie die Maßnahmen und Projekte, die sich daraus entwickeln, aus Sicht des ländlichen Raums vor Ort geboren werden und sich somit im Einklang mit den Vorstellungen der Bevölkerung der ländlichen Gebiete befinden.

1. Name, Zielgebiet, Sitz der Geschäftsstelle
Die Lokale Aktionsgruppe trägt den Namen „LAG Vulkaneifel“ (kurz LAG genannt). Ihre Zuständigkeit erstreckt sich auf das räumlich festgesetzte Gebiet der Aktionsgruppe (siehe kartenmäßige Darstellung sowie Übersicht zum Bewerbungspapiers). Die Geschäftsstelle ist bei der Kreisverwaltung Vulkaneifel in Daun eingerichtet

2. Aufgaben
1) 2) Die LAG ist der Träger der Entwicklungsstrategie und verantwortlich für deren Durchführung. Sie ist Bindeglied zwischen den Projektträgern und den Behörden des Landes. Es obliegt ihr insbesondere die Auswahl der geeigneten Projekte zur Durchführung des Konzeptes, die Betreuung der Projektträger und die erforderliche Berichterstattung und Moderation. Die LAG nimmt die Anträge der Antragsteller entgegen und legt in einer Prioritätenliste die Rangfolge der von ihnen zur Umsetzung beabsichtigten Maßnahmen fest.

3. Zusammensetzung und Vorsitz der LAG
1) Die LAG ist eine Partnerschaft von privaten Akteuren aus unterschiedlichen sozioökonomischen Bereichen sowie Vertretern von Kommunalbehörden. Sie stellt eine ausgewogene und repräsentative Partnerschaft von Akteuren mit Wirkungsbereichen im ländlichen Raum dar und ist somit in der Lage, gemeinsam eine Entwicklungsstrategie für das LAG-Gebiet selbstverantwortlich auszuarbeiten und durchzuführen. Die Mitglieder der LAG müssen in dem betreffenden Gebiet ansässig sein oder für das Gebiet zuständig sein (z. B. Vertreter von Landes- oder Kommunalbehörden). Die Mitgliedschaft in der LAG erfolgt auf freiwilliger Basis. Die Mitglieder verpflichten sich, die Aufgaben und Ziele der LAG unparteiisch zu unterstützen. Soweit es sich bei einem Mitglied um eine juristische Person oder eine Vereinigung handelt, benennt es schriftlich eine Person, die in der LAG stimmberechtigt ist, sowie eine/n Stellvertreter/in. Der Anteil der Vertreter von Landes- und Kommunalbehörden sowie gewählter Vertreter in politischen Ämtern darf die Hälfte aller stimmberechtigten Mitglieder nicht übersteigen. Zu den Sitzungen der LAG können bei Bedarf weitere Institutionen, Organisationen oder Sachverständige beratend hinzu gezogen werden. Die Vorsitzende/der Vorsitzende und sein/e Stellvertreter/in werden von den Mitgliedern der LAG gewählt. Die Geschäftsführung wird im Einvernehmen mit der LAG durch die Vorsitzende/ den Vorsitzenden bestimmt. Die Institution muss die Befähigung zur Verwaltung öffentlicher Zuschüsse besitzen.

2) 3) 4)

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4. Arbeitsweise
1) Die LAG wird von der Vorsitzenden/dem Vorsitzenden nach Bedarf einberufen. Sie tagt in der Regel mindestens zweimal jährlich. Die Sitzungen sind grundsätzlich öffentlich. Bei Bedarf kann die LAG themen- und projektbezogene Arbeitsgruppen bilden. Eine Sitzung ist einzuberufen, wenn 1/3 der ständigen Mitglieder der LAG es unter Angabe des Beratungsgegenstandes, der zu den Aufgaben der LAG gehören muss, beantragen. Dies gilt nicht, wenn die LAG den gleichen Gegenstand innerhalb der letzten sechs Monate bereits beraten hat. Die/der Vorsitzende lädt die Mitglieder der LAG schriftlich unter Mitteilung von Zeit, Ort und Tagesordnung der Sitzung ein. Zwischen Einladung und Sitzung müssen mindestens 10 volle Kalendertage liegen. Sofern eine Entscheidung nicht ohne Nachteil für die LAG aufgeschoben werden kann (Dringlichkeit), kann die Einladungsfrist verkürzt werden; auf die Verkürzung ist in der Einladung hinzuweisen. Die Dringlichkeit ist von der LAG vor Eintritt in die Tagesordnung festzustellen. Eine Verletzung von Form und Frist der Einladung eines LAG-Mitglieds gilt als geheilt, wenn dieses Mitglied zu der Sitzung erscheint oder bis zu Beginn der Sitzung auf die Geltendmachung von Form- und Fristverletzungen schriftlich verzichtet. Der/die Vorsitzende setzt die Tagesordnung fest. Auf Antrag von 1/3 der ständigen Mitglieder der LAG ist eine Angelegenheit, die zu den Aufgaben der LAG gehört, auf

2)

3) 4)

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die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen. Absatz 2 letzter Satz gilt entsprechend. 7) Die LAG kann mit 2/3 Mehrheit der anwesenden Mitglieder beschließen, bei Dringlichkeit (Nr. 4 Absatz 4) auch über Gegenstände, die nicht in die Tagesordnung aufgenommen waren, zu beraten und zu entscheiden. 8) Die/der Vorsitzende eröffnet und schließt die Sitzungen und leitet die Verhandlungen. Die/der Vorsitzende hat ebenfalls Stimmrecht. 9) Über alle Sitzungen der LAG werden Ergebnisniederschriften angefertigt. Ein Exemplar der Niederschrift ist innerhalb von vier Wochen nach der Sitzung den Mitgliedern der LAG zuzuleiten. 10) Über Einwendungen gegen die Niederschrift entscheidet die LAG. Einwendungen sind spätestens bei der nächsten Sitzung vorzubringen.

5. Beschlussfähigkeit
1) Die LAG ist beschlussfähig, wenn bei der Beschlussfassung mehr als die Hälfte der ständigen Mitglieder anwesend sind. Sofern ein Mitglied bzw. sein Stellvertreter an einer Sitzung nicht teilnehmen können, haben sie dies der/dem Vorsitzenden unverzüglich mitzuteilen. Wird die LAG wegen Beschlussunfähigkeit zum zweiten Mal zur Verhandlung über den gleichen Tagesordnungspunkt eingeladen, so entscheidet die LAG mit einer Mehrheit von 2/3 der anwesenden Mitglieder. Hierauf ist in der Einladung hinzuweisen.

2)

6. Beschlussfassung
1) Stimmberechtigt sind die ständigen Mitglieder der LAG. Die/der Vorsitzende hat, soweit er/sie nicht aus dem Kreis der ständigen Mitglieder gewählt wird, ebenfalls Stimmrecht. Eine Beschlussfassung erfolgt durch Zweidrittelmehrheit der anwesenden LAGMitglieder. Bei der Beschlussfassung wird offen abgestimmt, soweit nicht die LAG mit einer Mehrheit von 2/3 der Zahl der ständigen Mitglieder im Einzelfall etwas anderes beschließt. Bei Wahlen können nur solche Personen gewählt werden, die von den ständigen Mitgliedern der LAG vor der Wahl vorgeschlagen worden sind. Stimmenthaltungen und ungültige Stimmen zählen bei der Feststellung der Stimmenmehrheit nicht mit. Bei der Abstimmung durch Stimmzettel gelten unbeschrieben abgegebene Stimmzettel als Stimmenthaltungen. Stimmzettel, aus denen der Wille des Abstimmenden nicht unzweifelhaft erkennbar ist, und Stimmzettel, die einen Vorbehalt enthalten, sind ungültig.

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4) 5)

7. Beschlussfassung über die Geschäftsordnung, Änderungen
1) 2) Die LAG beschließt die Geschäftsordnung sowie Änderungen mit einer Mehrheit von 2/3 der ständigen Mitglieder. Für Änderungen der Geschäftsordnung ist die Schriftform erforderlich.

8. Öffentlichkeitsarbeit
Im Sinne der Präambel wird zur Gewährleistung des Leader-Ansatzes (Bottom-up) die Arbeit der LAG durch eine transparente Öffentlichkeitsarbeit begleitet.

9. In-Kraft-Treten
Die Geschäftsordnung tritt mit der Gründung der LAG Vulkaneifel am 24.05.2007 in Kraft.

Die Zusammensetzung der LAG ergab sich aus den im Zusammenhang mit der Strategieentwicklung durchgeführten Workshops, Arbeitsgruppensitzungen und Informationsveranstaltungen unter Berücksichtigung der Vorgaben des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms PAUL und orientiert sich an den Handlungsfeldern des LILE sowie den horizontalen Zielen der LAG Vulkaneifel (vgl. Kapitel 6).

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Tabelle 1: Mitglieder der LAG Vulkaneifel
Nr.
1 2 3

Name
Adolphi, Annemie Bauer Dr., Sibylle Biersbach, Hermann Böffgen, HansPeter Boos, Lothar Borsch, Klara Drayer, Hubert Ehrlich, HansWerner Führ, Birger Greib, Rolf Görgen, Ernst Johann, HermannJosef Junk, Wibke Karst, Peter

Institution
Interessengemeinschaft „Naturlaub bei Freunden“ Rheinischer Verein für Denkmalpflege Waldbesitzerverband

Öffentl. Privat
X X X

4

TW Gerolsteiner Land

X

5 6 7 8

Jugendbetreuer Landfrauenverband Bernkastel-Wittlich IHK Tourismusausschuss als Hotelier Projektentwicklungsgesellschaft Ulmen

X X X X

9 10 11 12

Visenda GmbH Biotopbetreuer DLR Eifel Naturpark Nordeifel Kreisverwaltung Cochem-Zell X X

X

X

13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32

Geoparkgastgeber Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wittlich X

X

Klassmann, Thomas Vertreter Bereich Jugend, Kirche Klöckner, Werner Kowall, Markus Koziol Dr., Martin Krumeich, Elke Laux, Dieter Lescher, Roswitha Mayer, Alois Metzen, Georg Michels, Erich Mies, Judith Vertreter der Verbandsgemeinden Kreis Vulkaneifel Dorferneuerung Maarmuseum Manderscheid, Seniorenvertretung Verein zur Erhaltung der Schieferbaugeschichte Geoparkgastgeber Eifelverein Moseleifel-Touristik e. V. Eifelverein Existenzgründerin X X

X

X X X X X X X X X X X X X X X

Niederelz, Siegfried ARGE Gewerbetreibender Kaiseresch Onnertz, Heinz Pauly, Elfriede Peters, Edith Pinn, Johannes Schäfer, Klaus Schmitz, Rainer Landrat Kreis Vulkaneifel Seniorenarbeit Gleichstellungsbeauftragte Holzenergieberatung/Biomassenmanagement Eifel-Tourismus GmbH Vertreter der Verbandsgemeinden Kreis BernkastelWittlich Landjugend des Rheinland-Nassau Bauernund Winzerverbandes

33

Schneider, Harald

X

34

Schüller Dr., Andreas Sieding, Bettina Simon, Angela Simon, Werner

Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH

X

35 36 37

Weiterbildungsbeirat Management Qualitätsbetriebe Marke Eifel Architekt

X X X

10

Nr.
38

Name
Theunert Dr., Sabine

Institution
Sprecherin Projektgruppe Energie/Ökologisches Bauen, Agenda 21 der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich

Öffentl. Privat
X

39

Thommes-Burbach, Verein der Direktvermarkter Eifel-Mosel-Saar e.V. Inge Ulmen, Helmut Zelder, Manfred Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich Bauern- und Winzerverband Bernkastel-Wittlich X

X

40 41

X

Quelle: Eigene Darstellung.

Somit weist die LAG Vulkaneifel folgende relevante Kennzeichen auf: Die LAG-Mitglieder sind im LAG-Gebiet ansässig. Der LAG gehören insgesamt 41 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Landwirtschaft, Naturschutz, Forst, Tourismus, Jugend, Frauen, Kirchen, Unternehmen, Handwerker, Direktvermarkter, Geopark-Gastgeber, Landjugend, Senioren, Weiterbildung, Dorfentwicklung, Architektur, Agenda 21, Vereinen, Urlaub auf Bauernhöfen und Kommunen an. Somit ist eine breite Einbeziehung möglichst unterschiedlicher Interessen gewährleistet. Die Mehrzahl der insgesamt 41 Mitglieder stammt aus dem privaten Sektor (75,6 % Wirtschafts- und Sozialpartner und Verbände). Auf eine möglichst hohe Beteiligung von Frauen/ Frauenorganisationen in der LAG wurde besonderen Wert gelegt. Eine Frauenorganisation ist in der LAG vertreten, der Frauenanteil in der Mitgliedschaft beträgt knapp 32 %. In die LAG wurde sowohl eine Interessensvertretung der Landjugend als auch von Kindern und Jugendlichen sowie von Seniorinnen und Senioren aufgenommen. Die LAG Vulkaneifel stellt somit eine ausgewogene und repräsentative Mischung von Akteurinnen und Akteuren aus unterschiedlichen sozioökonomischen Bereichen des LAG-Gebietes dar.
>>> Zentrale Kriterien der Zusammensetzung sind erfüllt

2.2.

Eignung der LAG Vulkaneifel zur Ausarbeitung und Durchführung eines LILE

Die LAG Vulkaneifel ist aus folgenden Gründen zur Ausarbeitung und Durchführung eines LILE in hohem Maße geeignet: Fachliche Eignung: Die Mitglieder der LAG Vulkaneifel stellen eine ausgewogene, repräsentative und kompetente Mischung von Akteurinnen und Akteuren dar. Erfahrungen mit dem LEADER-Programm: 17 der insgesamt 41 Mitglieder waren bereits in der letzten Förderperiode in der LAG Vulkaneifel aktiv. Vorhandene Netzwerke: gegangenen Förderperioden Im Rahmen der vorankonnte bereits ein gutes

>>> Erfahrung, Regionenkenntnis und sich ergänzende Kompetenzen als Eignungsvoraussetzungen

11

Fundament an regionalen, gebietsübergreifenden transnationalen Netzwerken aufgebaut werden.

und

Kenntnis der Region: Durch ihre Ansässigkeit im LAGGebiet und ihre lokale Verbundenheit ist den LAGMitgliedern eine gute Kenntnis der Gegebenheiten der Region Vulkaneifel, der Stärken, der Schwachstellen und Engpässe sowie der Entwicklungspotentiale und –hemmnisse eigen. Geschäftsführung: Der Geschäftsführer der LAG Vulkaneifel Alfred Bauer bringt einen umfangreichen Erfahrungsschatz mit dem Leader-Instrument und im Bereich des komplexen Projektmanagements ein. Kritische Masse: Die LAG Vulkaneifel verfügt über eine ausreichende Anzahl an agierenden und profitierenden Menschen (nahezu 120 Personen beteiligten sich an der Strategieentwicklung und Ideenfindung, 137.398 Einwohner/ -innen leben im LAG-Gebiet), über wirtschaftliches Potenzial (in der vergangenen Förderperiode wurde ein Investitionsvolumen von etwa 5 Mio. EUR ausgelöst) und über eine solide Mittelbasis (die Kommunen haben sich bisher in hohem Maße an der Finanzierung der Projekte beteiligt).

2.3.

Effizienz der Funktionsweise und Entscheidungsfindungsmechanismen
>>> Die LAG Vulkaneifel – ein regionales Entscheidungsgremium

Mit der LAG wurde in der Region Vulkaneifel ein regionales Entscheidungsgremium eingerichtet, das folgende Aufgaben gemäß der verabschiedeten Geschäftsordnung zu erfüllen hat: Umsetzung des LILE Betreuung der Projektträger wicklung und –umsetzung Berichterstattung Moderation Dabei kommt der Erstellung der Prioritätenliste zur Projektauswahl eine besondere Aufgabe zu, da die LAG Vulkaneifel das Gremium ist, welches über die Budgetverwendung und damit über den Einsatz der Fördermittel entscheidet. Aus diesem Grund ist vor allem ein transparentes Verfahren zur Auswahl der Projekte, die für eine Aufnahme in das LILE und für eine begleitete Umsetzung vorgesehen sind, unablässig. Die LAG Vulkaneifel erfüllt diesen Anspruch an transparente Entscheidungsfindungsmechanismen in folgender Weise: 1. Die LAG Vulkaneifel entwickelt ein Bewertungsverfahren zur Erstellung der Prioritätenliste zur Projektauswahl und legt dieses offen. Die LAG Vulkaneifel gewährleistet transparente Informationsflüsse zwischen LAG, Arbeitsgruppen, ProjektträgerInnen und Bevölkerung. Die LAG Vulkaneifel überprüft ihre Strategie und berichtet an die zuständigen Stellen (siehe Begleitung und Bewertung) sowie an die interessierte Öffentlichkeit. 12 während der Projektent-

Erstellung einer Prioritätenliste zur Projektauswahl

2.

3.

Herausgegriffen und eingeordnet sei an dieser Stelle allein Punkt 1, während die Punkte 2 und 3 in den Kapiteln 9 und 11 erläutert werden.

Bewertungsverfahren zur Projektauswahl Das Bewertungsverfahren der LAG Vulkaneifel ruht auf den drei Säulen den formalen Kriterien, Einschätzungen zum LEADER-Potenzial Einschätzungen zu den voraussichtlichen Projektwirkungen hinsichtlich der später in Kapitel 6 beschriebenen gebietsspezifischen Entwicklungsziele und führt zu einer Bewertungsmatrix, auf deren Grundlage die LAG über die Aufnahme des Projektes in die Liste der LEADER-Projekte entscheidet. Die einzelnen Säulen des Bewertungsverfahrens werden an dieser Stelle methodisch beschrieben, in Kapitel 9 erfolgt eine detaillierte inhaltliche Darstellung des Bewertungssystems auf Grundlage der zuvor in Kapitel 5 und 6 beschriebenen gebietsspezifischen Entwicklungsziele.
Abbildung 3: Aufbau des Bewertungsverfahrens der LAG Vulkaneifel zur Projektauswahl
>>> Transparentes, bottom-uporientiertes Verfahren zur Projektauswahl anhand von Bewertungskriterien

Bewertungsverfahren der LAG Vulkaneifel zur Projektauswahl 3 Säulen

Erfüllung formaler Kriterien

nach den Vorgaben des Landes Rheinland-Pfalz für LEADER-Projekte

Einschätzungen zu LEADERPotenzialen
nach LEADER-Philosophie

Einschätzungen zu Zielerreichungsbeiträgen der geplanten Projekte

nach den Zielen der LAG Vulkaneifel

Bewertungsmatrix zur Entscheidung
IfR Institut für Regionalmanagement

Quelle: Eigene Darstellung

1. Säule: Formale Kriterien zur Projektauswahl Unter den formalen Kriterien zur Projektauswahl sind solche Kriterien zu verstehen, die ein Projekt zwingend erfüllen muss, will es in den Genuss einer LEADER-Förderung kommen. Die formalen Kriterien werden aus diesem Grund zu Beginn der Projektbewertung geprüft. Nur Projekte, die ihnen genügen, können zur Beschlussfassung in der LAG Vulkaneifel vorgelegt werden. Ein positiver Beschluss der LAG Vulkaneifel ist Voraussetzung für die Einreichung des Projektes zur Förderung (siehe auch Kapitel 9.2). 13
>>> Formale Kriterien, LeaderPotenziale und erwartete Wirkungen als Grundlage für Projektbewertung

2. Säule: LEADER-Potenzial der Projektideen Projekte, die im Rahmen von LEADER umgesetzt werden sollen, müssen verschiedenen Aspekten genügen. Grundsätzlich möchte LEADER nicht einfach nur Projekte fördern. LEADER-Projekte müssen sich vielmehr aus den regionalen Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Betrachtungen ableiten und regionale Potenziale in Wert setzen. Darüber hinaus haben LEADER-Projekte den Anspruch besonders innovativ zu sein und als Modellprojekte für andere ländliche Regionen zu dienen – um nur die für die LAG Vulkaneifel wichtigsten Bereiche zu nennen. Die LAG Vulkaneifel sieht die europäische Philosophie der LEADERInitiative und berücksichtigt sie in ihrem Bewertungssystem aktiv. Ihr ist bewusst, dass LEADER vor allem Initiativen fördern will, die sich neben einem hohen Innovations- und Modellcharakter (Pilothaftigkeit) durch einen integrierten multisektoralen Ansatz und eine gebietsübergreifende, transnationale Zusammenarbeit auszeichnen. Auch die Entwicklung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Akteurinnen und Akteure vor Ort ist hier besonderer Bestandteil (Details siehe Kapitel 9). Die zweite Säule des Bewertungssystems zur Projektauswahl beurteilt somit die eingereichten Projektvorschläge dahingehend, welches LEADER-Potenzial sie besitzen. Sie fragt also danach: wie hoch der Innovationscharakter eines Projektes ist, ob das Projekt einen integrierten Ansatz hat, ob es die Zusammenarbeit mit anderen ländlichen Regionen stärkt und somit einen gebietsübergreifenden Ansatz hat, in welchem Ausmaß es zu einer Förderung des Wissens der Akteurinnen und Akteure in der Region kommt und somit die Entwicklung von Humanressourcen gefördert werden. Auf dieser Grundlage bewertet die LAG Vulkaneifel das LEADER-Potenzial seiner Projekte und stellt für sich fest: Nur wenn eine Projektidee als innovativ bewertet wird, kann es als LEADER-Projekt aufgenommen werden. Ist dies nicht erfüllt, erübrigt sich die weitere Prüfung aller weiteren Kriterien und Zielerreichungsbeiträge (bei Aufnahme in LEADER). Allerdings verschließt sich die LAG Vulkaneifel nicht guten Projekten, die den hohen Anspruch an LEADER zwar nicht erreichen, jedoch sinnvolle und wichtige Beiträge in der Umsetzung des LILE erwarten lassen. Auch solche Projekte können durch das LAG-Management neben LEADER begleitet werden.
>>> Innovation ein Muss!

3. Säule: Erwartete Projektbeiträge zur Zielerreichung Gewinn bringende Umsetzungen für die Region Vulkaneifel erwartet die LAG weiterhin von Projekten, die eine hohe Wirkung im Sinne der formulierten Entwicklungsziele der LAG (siehe Kapitel 5 und 6) erwarten lassen. Damit ist die LAG Vulkaneifel bestrebt, genau solche Projekte auszuwählen, die einen möglichst hohen Zielerreichungsbeitrag zu den Entwicklungszielen aufweisen. Aus diesem Grund sieht die dritte Säule des Bewertungssystems vor, die Projekte hinsichtlich ihres erwarteten Beitrags zu den einzelnen Zielen zu befragen (Details zu Inhalt und Ablauf siehe Kapitel 9.2). Dies gilt auch für die horizontalen Ziele. 14

Transparente Entscheidungsprozesse Mit den drei Säulen des Bewertungssystems zur Projektauswahl ist es der LAG Vulkaneifel möglich, eine Projektidee umfassend zu beurteilen. Sie erhält somit eine Entscheidungsunterstützung zur Auswahl derjenigen Projekte, die als LEADER-Projekte aufgenommen werden sollen. Darüber hinaus gibt sie sich mit dem Bewertungssystem eine transparente und öffentlich kommunizierbare Grundlage für ihre Entscheidungsfindung. Da das Bewertungsverfahren als Bestandteil des LILE der Öffentlichkeit und jedem potenziellen Projektträger zugänglich ist, können die für die Entscheidung relevanten Kriterien schon zu Beginn von Projektentwicklungen Berücksichtigung finden. Insgesamt garantiert somit die Zusammensetzung und Arbeitsweise der LAG sowie die Einrichtung der Geschäftsführung auf der Grundlage der in Kraft gesetzten Geschäftsordnung einen geordneten und effizienten Ablauf der Findungsund Entscheidungsprozesse.
>>>Transparenz als Grundlage für die LAG-Arbeit garantiert

2.4. Methodik der Erarbeitung

Die LAG Vulkaneifel hat bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt im April 2005 damit begonnen, sich mit der Weiterentwicklung der Strategie zu beschäftigen. Dabei hat es sich die LAG Vulkaneifel zur Aufgabe gemacht, die zukünftige Entwicklungsstrategie gemäß dem Bottom-upPrinzip und unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus LEADER+ zu erarbeiten. Die LAG Vulkaneifel war bereits in den beiden vergangenen Förderperioden LEADER-Region und hat in diesem Zusammenhang an den obligatorischen Evaluierungen des Landes teilgenommen. So war die LAG Vulkaneifel Untersuchungsgegenstand in der Halbzeitbewertung und der Aktualisierung der Halbzeitbewertung des rheinland-pfälzischen LEADER+-Programmes. Dabei wurden insgesamt eine erfolgreiche Durchführung des LEADER+-Programmes in Rheinland-Pfalz und damit auch für die LAG Vulkaneifel bescheinigt. Damit wurde nachgewiesen, dass die gewählte Strategieausrichtung der LAG Vulkaneifel zielführend und tragfähig war und vom Grundsatz her auch in dieser Förderperiode beibehalten werden kann. Da sich das LEADER+-Programm aufgrund der n+2-Regelung noch in der Abwicklung befindet und sowohl die landesweite als auch die regionale Ex-Post-Bewertung derzeit noch nicht erarbeitet sind, beziehen sich die Schlussfolgerungen auf die Ergebnisse der landesweiten Aktualisierung der Halbzeitbewertung 2005. Darüber hinaus hat sich die LAG Vulkaneifel im Rahmen der Vorbereitung auf die neue Förderperiode bereits mit der Evaluierung des LEADER+-Prozesses auseinandergesetzt (Evaluierungs-Workshop am 11.1.2006, extern moderiert). Die externe Evaluierung zeigte insgesamt eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit. In der LAG wurden jedoch weitere Optimierungspotenziale identifiziert. Die diesbezüglichen Punkte wurden aufgegriffen und als Anregung verstanden, die Zusammenarbeit in der LAG für die kommende

>>> Seit April 2005 Überlegungen zur Weiterentwicklung, danach kontinuierlich Meilensteine

>>> Evaluierungen bestätigen erfolgreiche Arbeit der LAG Vulkaneifel und Tragfähigkeit der Entwicklungsstrategie

15

Förderperiode weiter zu verbessern und noch effizienter zu gestalten. Sie werden in den nachfolgenden Kapiteln besonders aufgegriffen. Weiterbildung: Bedarf wird im Bereich der Qualifizierung der LAG-Mitglieder und Projektträger gesehen. Von Anderen lernen: Zum Ausbau der Kooperation und zur Netzwerkbildung mit anderen Regionen sollten Exkursionen in andere LEADER-Regionen ermöglicht werden. Privatpersonen stärker einbinden: In dieser Förderperiode soll Privatpersonen die Möglichkeit der temporären Mitarbeit in der LAG gegeben werden. Als besonders geeignet dazu werden die Arbeitskreise oder die konkrete Mitwirkung an der Projektumsetzung gesehen. Bereits mit der Erstellung der Bewerbungsunterlagen (Phase 1) wurden von Anfang an die LAG-Mitglieder sowie weitere regionale Schlüsselakteurinnen und -akteure intensiv in die Diskussion mit einbezogen (vgl. Abbildung 4). Für die externe Mitwirkung bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen (Phase 1) wurde von der LAG Vulkaneifel das IfR Institut für Regionalmanagement beauftragt. Das Institut für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier e.V. (Inmit) hatte im Auftrag der LAG Vulkaneifel beratende und konzeptionelle Aufgaben bei der Entwicklung der Bewerbungsunterlagen inne. Nach Anerkennung als LEADER-Region (Phase 2) befasste sich die LAG Vulkaneifel mit der Erstellung des lokalen integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes (LILE). Hierbei wurde sie erneut durch das IfR Institut für Regionalmanagement fachlich begleitet und bei der Erstellung der textlichen Fassung unterstützt. Zentrale Inhalte der Erarbeitung – auf der Basis der Bewerbungsunterlagen – waren: Detaillierung und Spezifizierung der regionalen Bestandsanalyse und der darauf aufbauenden SWOT Nachjustierung der gebietsspezifischen Unterlegung mit Unterzielen Ziele durch
>>> LILE Vulkaneifel unter Einbeziehung externer Unterstützung erarbeitet

Detaillierung der Maßnahmenbereiche unter der Berücksichtigung der Kohärenz Strategie – Handlungsfelder – Maßnahmenbereiche Erarbeitung eines Bewertungssystems zur Projektauswahl inkl. der Etablierung der Entscheidungsabläufe in der LAG Erarbeitung eines gebietsspezifischen Evaluierungssystems zur Überprüfung der regionalen Zielerreichung Im Rahmen von zwei LAG-Sitzungen (am 17.12.2007 und 27.02.2008) wurden das Bewertungsverfahren sowie die zentralen Ergänzungen des LILE intensiv diskutiert und anschließend beschlossen. Auf erneute Sitzungen der Arbeitsgruppen wurde in Phase 2 auf Grund des bereits vorliegenden breiten Projektportfolio verzichtet. Die Arbeitsgruppen werden sich jedoch über die gesamte LEADERFörderperiode hinaus in regelmäßigen Abständen treffen (Zuordnung der Projekte aus den Gebietskörperschaften zu den einzelnen Arbeitskreisen, Konkretisierung der Projekte, Ausarbeitung 16
>>>Arbeitsgruppen treffen sich in regelmäßig

detaillierter Kostenund Finanzierungspläne, Einbindung von Privatpersonen, Auswahl der Projekte etc.). Durch weitere Treffen der Arbeitsgruppensprecher und die LAG-Sitzungen wird zudem ein regelmäßiger Austausch zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen erfolgen.
Abbildung 4: Beteiligungsverfahren zur Vorbereitung Förderperiode 2007 bis 2013 – Phase 1 auf die Leader-

>>>Maßnahmen und Strukturen konsequent am Bottom-up-Prinzip ausgerichtet

Quelle: Eigene Darstellung.

17

Begleitend zur Erarbeitung des LILE wurde eine Informationsphase der Bevölkerung vollzogen, die mit der Präsentation der LAG Vulkaneifel und ihrer erfolgreichen Arbeit auf der Grünen Woche in Berlin verbunden war. Hier stand die bisherige Arbeit im Vordergrund. Auf der öffentlichen Veranstaltung am 11. März 2008 in Manderscheid wurde die Entwicklungsstrategie der LAG Vulkaneifel den interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt und erneut dazu aufgerufen, weitere Projektvorschläge in den Prozess einzubringen. Projektakteurinnen und –akteure berichteten auf der Veranstaltung von ihren Erfahrungen aus der praktischen Projektarbeit.
Tabelle 2: Pressespiegel der LAG Vulkaneifel (Auszug)

>>>Bevölkerung wird über bestehende Erfolge und künftige Arbeit informiert

>>>Mitmachen gewollt!

Datum 3. KW 2008

16.01.2008

16.01.2008

21.1.2008

Titel Vulkaneifel als Vorzeigebeispiel für ländliche Regionen, Eifel ist auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 18.-27.Januar gut vertreten Große Bühne auf der Grünen Woche, „Besondere Ehre“: Vulkaneifel präsentiert sich bei der renommierten Ausstellung in Berlin Vulkaneifel präsentiert sich in Berlin Vielfältige Aktionen im Rahmen der „Grünen Woche“ „Spießbraten bleibt ein Muss- Auf Grüner Woche will Rheinland-Pfalz Regionen gezielt vermarkten“. Die Vulkaneifel demonstriert, dass auf dem Land auch reges Leben ist.

Quelle Eifelzeitung

TV, Dauner Zeitung

Wochenspiegel

TV, Dauner Zeitung

Quelle: Eigene Zusammenstellung, 2008.

18

3.

Ausgangslage/Bestandsaufnahme des LAGGebietes Vulkaneifel

3.1.

Allgemeines sozioökonomisches Umfeld
Raum- und Siedlungsstruktur

Das gesamte LAG-Gebiet Landesentwicklungsprogramms IV „Ländlicher Raum“ zugeordnet.

wird laut Rheinland-Pfalz

Entwurf des der Kategorie
>>> Einwohnerdichte 82 EW/km²

Im LAG-Gebiet leben insgesamt 137.398 Einwohnerinnen und Einwohner auf einer Fläche von 1.670 km² (Stand: 30.6.2007). Dies entspricht einer Einwohnerdichte von 82 EW/km², die deutlich unter der durchschnittlichen Einwohnerdichte von Rheinland-Pfalz mit 204 EW/ km² liegt. Auch wenn die gemeindliche Struktur des LAG-Gebietes überwiegend durch Klein- und Kleinstgemeinden geprägt ist (164 der insgesamt 195 Gemeinden haben weniger als 1.000 EW), so leben mittlerweile dennoch nur 42,6 % der Bevölkerung in Gemeinden mit weniger als 1.000 EW. Zur weiteren Beschreibung der LAG Vulkaneifel finden sich im LEP IV Entwurf folgende Einordnungen, die die landesweite Bedeutung der Region herausheben. Im LAG-Gebiet liegen landesweit bedeutsame Erholungs- und Erlebnisräume. Diese sind: Die Vulkaneifel als Landschaft mit bundesweit einzigartiger vulkanischer Prägung Teile des Kylltals als Talraum mit sehr hoher Landschaftsbildqualität als stark gewundenes, schluchtartiges Engtal Täler von Lieser und Ueßbach als Talräume mit sehr hoher Landschaftsbildqualität aufgrund von engen windungsreichen Kerbtälern mit steilen, von Nebenbächen zerschnittenen Flanken Im LAG Gebiet befindet sich die historische Kulturlandschaft Vulkaneifel im Kulturlandschaftsraum der Osteifel. Die damit verbundene Bedeutung des Gebietes für Erholung und Tourismus wird durch den LEP IV Entwurf bestätigt. Darüber hinaus liegen im LAG-Gebiet zudem eine Vielzahl von landesweit bedeutsamen Räumen für die Landwirtschaft. Auf diesen Flächen steht die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel und die Produktion nachwachsender Rohstoffe im Mittelpunkt. Ebenso sind große Anteile als landesweit bedeutsamen Bereich für die Forstwirtschaft gekennzeichnet. Betrachtet man den Bereich Grundwasser so finden sich im LAG-Gebiet sowohl Räume – z. B. um Gerolstein, um Wittlich und nord-westlich von Cochem – mit herausragender Bedeutung als auch von besonderer Bedeutung für den Grundwasserschutz und die Trinkwassergewinnung Zieht man zur Charakterisierung der räumlichen Struktur die Flächennutzung nach Nutzungsarten heran, so wird der ländliche Charakter noch einmal verdeutlicht. 45 % der Fläche der LAG 19

>>> laut LEP IV landesweite Bedeutung der Räume

>>> hoher Waldanteil, viel landwirtschaftliche Fläche

Vulkaneifel ist Waldfläche, 42 % der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. 4 % der Bodenfläche insgesamt ist als Gebäude/Freifläche und 6 % als Verkehrsfläche ausgewiesen.
Tabelle 3: Flächennutzung nach Nutzungsarten in der LAG Vulkaneifel (Stand : 31.12.2006) Nutzungsarten 100/200 Gebäude, Freifläche 300 Betriebsfläche 400 Erholungsfläche 500 Verkehrsfläche 600 Landwirtschaftsfläche 700 Waldfläche 800 Wasserfläche 900 Fl. anderer Nutzung 999 Bodenfläche insgesamt 167597 Bodenfläche insg./ha 6176 902 2295 10630 70518 75324 1196 556

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2008.

Abbildung 5: Flächennutzung nach Nutzungsarten in der LAG Vulkaneifel (Stand: 31.12.2006)
0% 1% 1% 4% 1% 6%

100/200 Gebäude, Freifläche 300 Betriebsfläche 400 Erholungsfläche 45% 500 Verkehrsfläche 600 Landwirtschaftsfl. 700 Waldfläche 800 Wasserfläche 42% 900 Fl. anderer Nutzung

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2008.

20

Bevölkerungsstruktur und -entwicklung Bevölkerungsentwicklung von 1950 bis 2007 im LAG-Gebiet Im Zeitraum von 1950 bis 2005 wies das jetzige LAG-Gebiet Vulkaneifel eine positive Bevölkerungsentwicklung auf (+28,8 % von 107.345 EW auf 138.287 EW). Im gleichen Zeitraum ist der Bevölkerungszuwachs in Rheinland-Pfalz etwas stärker (+35,1%). Seit dem Jahr 2005 ist die Bevölkerungsentwicklung im LAG-Gebiet ebenso wie in Rheinland-Pfalz leicht rückläufig (2007: 137.398 EW im LAG-Gebiet).
Abbildung 6: Bevölkerungsentwicklung im LAG-Gebiet 1950 bis 2007
Einwohner
150.000

>>> Seit 2005 leicht rückläufige Bevölkerung

100.000

50.000

0
13.09.1950 27.05.1970 25.05.1987 31.12.1994 31.12.2000 31.12.2005 30.06.2006 30.06.2007

Jahr

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007, 2008.

Die Altersstruktur in der LAG Vulkaneifel Die Altersstruktur der Bevölkerung im LAG-Gebiet entspricht in etwa der des Landes Rheinland-Pfalz, wobei in der Vulkaneifel ein leicht überdurchschnittlicher Anteil junger Menschen (Altersgruppen bis 20 Jahre) sowie der Hochbetagten (Altersgruppen 81 Jahre und älter) zu verzeichnen ist.
Abbildung 7: Bevölkerung nach Altersgruppen zum 31.12.2005: Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung

Anteil
20 15 10 5 0 90 Jahre und älter 21 bis 30 Jahre 31 bis 40 Jahre 41 bis 50 Jahre 51 bis 60 Jahre 61 bis 70 Jahre 71 bis 80 Jahre 81 bis 89 Jahre 11 - 20 Jahre 0 - 10 Jahre LAG Vulkaneifel RLP

Altersklassen

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

21

Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2015 In der Vulkaneifel wird ebenso wie in anderen rheinland-pfälzischen Landesteilen bis zum Jahr 2015 eine deutliche Abnahme der Bevölkerung zu verzeichnen sein. Laut Statistischem Landesamt Rheinland-Pfalz werden für das Jahr 2015 gegenüber dem Jahr 2005 rund 2 % weniger Einwohner für das LAG-Gebiet prognostiziert.2
>>> Blick in die Zukunft I : Die Bevölkerung im LAG-Gebiet nimmt weiter ab

Tabelle

4:

Bevölkerungsentwicklung 2000 bis 2015 Verbandsgemeinden der LAG Vulkaneifel
Bevölkerung 2000 2005 17820 21559 7881 9078 24255 14409 8969 7594 9340 10879 12974 144.758 2010 17867 21353 7830 8902 24012 14377 8887 7541 9174 10748 12991 143.682

in

den

Verwaltungsbezirk

2015 17814 21116 7738 8667 23701 14219 8755 7474 8957 10610 12926 141.977

Verbandsgemeindefr. Stadt Wittlich VG Wittlich-Land VG Manderscheid VG Kröv-Bausendorf VG Daun VG Gerolstein VG Hillesheim VG Kelberg VG Obere Kyll VG Ulmen VG Kaisersesch LAG Vulkaneifel

17455 21696 7961 9197 24189 14490 8749 7744 9195 10970 12244 143.890

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2006, mittlere Variante.

Auf Grund des demografischen Wandels ist auch die Vulkaneifel von einer Verschiebung in der Bevölkerungsstruktur betroffen. Bis zum Jahr 2015 wird laut Bevölkerungsprognosen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz ein deutlicher Zuwachs der über 60Jährigen (im Vergleich zum Jahr 2005 ein Plus von etwa 8 %) und eine gleichzeitige Abnahme der unter 20-Jährigen (im Vergleich zum Jahr 2005 ein Minus von gut 14 %) erfolgen. Die Gruppe der 20- bis 60Jährigen wird noch bis zum Jahr 2010 zunehmen, danach wird auch diese kleiner werden.

>>> Blick in die Zukunft II : Die Bevölkerung wird älter

2

Bevölkerungsprognosedaten liegen nur auf Ebene der Verbandsgemeinden vor. Im LAG-Gebiet ist nicht immer das gesamte Verbandsgemeindegebiet einbezogen. Daher weichen die angegebenen Bevölkerungszahlen ab und liegen höher.

22

Abbildung 8: Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung 2000 bis 2015 in der LAG Vulkaneifel nach Altersklassen
Einwohner
160.000 140.000 120.000 100.000 80.000 60.000 40.000 20.000 0 > 20 Jahre 20 bis < 60 Jahre 60 Jahre und älter insgesamt 2000 2005 2010 2015

Altersklasse

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007, mittlere Variante.

Aktualisierte Bevölkerungsprognose auf Ebene der Kreise bis 2050 Aktuelle mittel- bis langfristige Bevölkerungsprognosen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz sehen keine Trendumkehr in der Bevölkerungsentwicklung. Vielmehr wird auch hier für die Kreise Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Vulkaneifel eine Bevölkerungsabnahme mittelfristig bis 2020 und langfristig bis 2050 prognostiziert, die mit der beschriebenen Verschiebung in der Altersstruktur verbunden ist.3 Für den Kreis Bernkastel-Wittlich wird eine Gesamtabnahme der Bevölkerung bis 2050 in der mittleren Variante von 14.562 (Abnahme von 12,8%), für den Kreis Cochem-Zell von 11.462 (Abnahme von 17,6%) und für den Kreis Vulkaneifel von 12.272 (Abnahme 19,4%) erwartet.
Abbildung 9: Bevölkerungsprognose 2050 für die Kreise Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Vulkaneifel – mittlere Variante
Bevölkerung 120000 100000 80000 60000 40000 20000 0 2006 2010 LK Bernkastel-Wittlich 2020 2030 2040 LK Vulkaneifel 2050 Jahre

>>> Blick in die Zukunft III : keine Trendumkehr bei langfristiger Prognose

LK Cochem-Zell

Quelle:

Rheinland-Pfalz 2050, zweite regionalisierte vorausberechnung (Basisjahr 2006), Dezember 2007.

Bevölkerungs-

3

Die Bevölkerungsprognose 2050 des Statistischen Landesamtes schlüsselt die Daten nur bis auf die Ebene der Landkreise und kreisfreien Städten auf.

23

Wirtschaftsraum Bei Betrachtung des LAG-Gebietes als Wirtschaftsraum gesamt ist festzustellen, dass der Anteil der Bruttowertschöpfung (BWS) deutlich unter dem Landesdurchschnitt (48.862 EUR je Erwerbstätigem) liegt. Dabei ist die BWS insgesamt je Erwerbstätigem in den einzelnen Landkreisen im LAG-Gebiet sehr unterschiedlich (Landkreis Cochem-Zell: 40.748 EUR, Landkreis Vulkaneifel: 44.408 EUR, Landkreis Bernkastel-Wittlich: 45.568 EUR). Dienstleistungsbereiche nehmen – ebenso wie auf Landesebene - im Vergleich zu den anderen Wirtschaftsbereichen (produzierendes Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft) auch in den beteiligten Landkreisen des LAG-Gebietes eine bedeutende Rolle bei der Bruttowertschöpfung ein. Unterrepräsentiert sind dabei im LAG-Gebiet – typisch für strukturschwache ländliche Regionen – allerdings die dynamischen unternehmensnahen Dienstleistungen (vgl. Tabelle 5).
Tabelle 5: Bruttowertschöpfung(BWS) nach Wirtschaftsbereichen 2004
BWS nach Wirtschaftsbereichen 2004 absolut (Anteil in % an der BWS insgesamt)

>>> BWS unter Landesdurchschnitt

Gebiet

Insg.

Land-u. Forstwirt.

Prod. Gewerbe

DLBereiche

Finanzierung/unternehmensnahe DL

Öfftl. u. priv. DL

BWS insges. je Erwerbstätigem

Mill. EUR RheinlandPfalz 87.026 1.291 27.810 57.925 21.634 21.293 (24,5 %)

EUR 48.862

(1,5 %) (32,0 %) (66,6 %) (24,9 %)

LK BernkastelWittlich

2.274

65

825

1.384

468

493 (21,7%)

45.568

(2,9 %) (36,3 %) (60,9 %) 20,6 %)

LK Cochem- 1.171 Zell

28

264

878

281

358 (30,6 %)

40.748

(2,4 %) (22,5 %) (75,0 %) (24,0 %)

LK Vulkaneifel

1.166

33

384

749

245

322 (27,6 %)

44.408

(2,8 %) (32,9 %) (64,2 %) (21,0 %)

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder, Kreisberechnung.

Produzierendes Gewerbe Die Anzahl der produzierenden Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten ist im LAG-Gebiet im Zeitraum von 1995 bis 2006 nach einem Zwischenhoch mit 100 Betrieben im Jahr 2000 annähernd gleich geblieben (95 bzw. 96 Betriebe). In Rheinland-Pfalz hingegen ist die Anzahl insgesamt rückläufig (-9,2 %). Bei den Beschäftigten im produzierenden Gewerbe ist die Anzahl im LAG-Gebiet sowie auch in Rheinland-Pfalz rückläufig, wobei der Rückgang im LAG-Gebiet mit -4,7 % deutlich niedriger ausfällt als in Rheinland-Pfalz mit -16,2 %.
>>> Rückläufige Beschäftigtenanzahl

24

Betrachtet man jedoch den Umsatz im produzierenden Gewerbe über die Zeitachse 1995 bis 2006 so hat sich dieser positiv entwickelt. Im LAGGebiet konnten damit mit etwa gleicher Anzahl an Betrieben und
Tabelle 6: Entwicklung Beschäftigte) des produzierenden Gewerbes (Betriebe > 20

Jahr

Betriebe LAG RLP

Beschäftigte LAG Anzahl RLP

Umsatz LAG RLP

1000 Euro
325.598 305.086 275.021 272.887 1.506.512 54.933.885 1.734.530 61.276.705 1.798.562 69.478.294 1.965.076 73.921.719

1995 2000 2005 2006

96 100 96 95

2.239 2.303 2.106 2.033

10.798 10.682 10.174 10.294

Quelle: Monatserhebung im Verarbeitenden Gewerbe

Tourismuswirtschaft
Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschafszweig für die LAG Vulkaneifel wie für

die Eifel insgesamt. Im LAG-Gebiet konnte 2006 ein Aufkommen von insgesamt 514.899 Gästen und eine Übernachtungsvolumen von insgesamt 2.188.398 Übernachtungen ermittelt werden. Allerdings konnte die LAG Vulkaneifel von den allgemein positiven Entwicklungen in deutschen Urlaubsgebieten und damit von den steigenden Gästezahlen des Landes Rheinland-Pfalz noch nicht profitieren. Sowohl bei den Gäste- wie auch Übernachtungszahlen ist in der Vulkaneifel ein leichter Rückgang zu verzeichnen (Rückgang der Gästezahlen seit dem Jahr 2000, Rückgang der Übernachtungszahlen seit 1991 mit Unterbrechung im Jahre 2000).
Tabelle 7: Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen 1987 bis 2006 Jahr Gäste Übernachtungen
>>> Leichter GästeRückgang

LAG
1987 1991 1999 2000 2005 2006 399.381 474.195 508.368 546.686 539.406 514.899

RLP
5.433.599 6.252.795 6.843.047 7.245.081 7.353.388 7.406.000

LAG
2.302.148 2.722.641 2.345.504 2.474.161 2.221.007 2.188.398

RLP
19.288.606 22.389.220 21.034.439 22.438.521 21.110.050 21.122.347

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

25

Abbildung 10: Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen 1987-2006

Anzahl
3.000.000 2.500.000 2.000.000 1.500.000 1.000.000 500.000 0 1987 1991 1999 2000 2005 2006 Gäste Übernachtungen

Jahr

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

Jedoch liegt die durchschnittliche Verweildauer der Urlaubsgäste in der Vulkaneifel mit 4,3 Tagen (2006) im LAG-Gebiet immer noch deutlich über dem Landesdurchschnitt (2,8 Tagen).
Abbildung 11: Durchschnittliche Verweildauer der Urlaubsgäste in Tagen

>>> hohe Verweildauer im Vergleich zu Rheinland-Pfalz

Verweildauer in Tagen
6 5 4 3 2 1 0 1987 1991 1999 2000 2005 2006 LAG RLP

Jahr

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus lässt sich an nachfolgend in Tabelle 8 ausgewählten touristischen Kennzahlen für einzelne touristische Einheiten in der LAG Vulkaneifel erkennen. Herausgegriffen sei zunächst die Tourismusintensität, die sich aus der Anzahl der Übernachtungen/Einwohner *100 berechnet und ein Maß für die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in der Region darstellt. Die Tourismusintensität im LAG-Gebiet variiert je nach touristischer Einheit stark (Tabelle 8), im Durchschnitt liegt sie jedoch bei 15124 und damit
>>> Tourismusintensität 2,4-mal so hoch wie in Rheinland-Pfalz

4

Es liegen keine LAG-scharfen Übernachtungszahlen vor.

26

weit über den Werten für Rheinland-Pfalz gesamt (629 für das Jahr 2005) und der Bundesrepublik Deutschland (417 für das Jahr 2005).5
Tabelle 8: Touristische Kennzahlen für touristische Einheiten im LAG-Gebiet (umfasst nicht das gesamte LAG-Gebiet)

Einwohner Gäste Daun Gerolstein Hillesheim Kelberg Oberes Kylltal Kaisersesch Ulmen Stadt Wittlich VGV WittlichLand Gesamt 24.038 120.852 14.188 8.796 8.988 12.765 11.031 17.908 21.750 49.478 10.353 73.501 9.429 44.662 16.112 16.411

Übernachtungen 505.234 165.573 43.054 509.106 293.884 30.393 293.774 37.532 41.251 1.919.801

TourismusTourismusbedingte intensität Bruttoumsätze 2.102 1.167 489 6.804 3.270 238 2.663 210 190 1512 37.134.699 12.169.616 3.164.469 37.419.291 21.600.474 2.233.886 21.592.389 2.758.602 3.031.949 141.105.375

7.482 115.772

126.946 456.570

Tourismusbedingte Nettoumsätze Daun Gerolstein Hillesheim Kelberg Oberes Kylltal Kaisersesch Ulmen Stadt Wittlich VGV WittlichLand Gesamt 33.337.552 10.925.232 2.840.891 33.593.043 19.391.753 2.005.463 19.384.495 2.476.526

Nettoumsätze der 2. Stufe 43.338.817 14.202.801 3.693.159 43.670.956 25.209.279 2.607.102 25.199.844 3.219.483

Nettowertschöpfung 17.335.527 5.681.120 1.477.264 17.468.383 10.083.712 1.042.841 10.079.937 1.287.793 1.415.399 65.871.977

Steueraufkommen 833.439 273.131 71.022 839.826 484.794 50.137 484.612 61.913 68.048 3.166.922

2.721.922 3.538.498 126.676.876 164.679.940

Berechnungsgrundlage jeweils: Tourismusintensität = (Übernachtungszahlen/Einwohner) x 100 Tourismusbedingte Bruttoumsätze = Durchschnittliche Tagesausgaben (73,50) x Übernachtungszahlen Tourismusbedingte Nettoumsätze = Bruttoumsätze x 0,1139 Nettoumsätze der 2. Stufe = Nettoumsätze x 1,3 Nettowertschöpfung = Nettoumsätze der 2. Stufe x 0,4 Steueraufkommen = Nettoumsätze x 0,025

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

5

Entnommen aus der Studie Wertschöpfung im Tourismus für die Region Mosel/Saar im Auftrag der IHK Trier, IHK Koblenz und der Moselland-Touristik, 2006.

27

Betrachtet man weiter die Nettowertschöpfung, so wird in der LAG Vulkaneifel eine Wertschöpfung von 65.871.977 Euro erreicht. Insgesamt hat damit die Vulkaneifel durch ihr Alleinstellungsmerkmal des vulkanischen Ursprungs und der damit verbundenen einzigartigen Landschaft gute Chancen im touristischen Wettbewerb. Der Tourismus liefert in der Region bereits jetzt wichtige Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung. Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus wird sich zukünftig weiter verstärken, sofern es gelingt, diese Zukunftsbranche weiter aufzubauen. Der Ausbau des Tourismus als ein zentrales Handlungsfeld wird so auch für die gesamte Eifel-Region formuliert. Die Zukunftsinitiative Eifel führt dabei explizit als Ziel die „Qualifizierung und den Ausbau des Handlungsfeldes Tourismus“ ein.

Gesundheitswirtschaft Die Gesundheitswirtschaft ist eine zentrale Säule des Wirtschafts- und Beschäftigtenstandorts Rheinland-Pfalz, denn jeder 10. Euro wird landesweit im Gesundheitsmarkt erwirtschaftet. Aber auch für die LAG Vulkaneifel können nach der aktuellen Studie des Instituts für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier e. V. Inmit „Gesundheitswirtschaft in Rheinland-Pfalz – Bestandsaufnahme eines Zukunftsmarktes“ im Rahmen der Initiative „Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz“ von der Gesundheitswirtschaft wichtige Impulse für Wachstum und Beschäftigung ausgehen. Insbesondere wird in der Studie darauf hingewiesen, dass neben den Kernbereichen der Gesundheitswirtschaft für ländliche Regionen wie die Eifel Wachstums- und Beschäftigungspotenziale vor allem in den gesundheitsbezogenen Segmenten der Branchen Tourismus und Ernährung zu erzielen sind (Steckbrief Region Trier-Eifel).6 Für die Region Trier-Eifel wird weiterhin festgehalten, dass gegenwärtig der besonders relevante Schwerpunkt auf den Teilmärkten Krankenhäusern, Pflege (stationär und ambulant) sowie den freien Arztpraxen/medizinischen Versorgungszentren liegt. Für diesen Kernbereich der Gesundheitswirtschaft sind vor allem als Impulse der demografische Wandel und der medizinisch-technische Fortschritt wichtig, denen durch Prozessinnovationen und neuen Angebots- und Organisationsformen in der Gesundheitswirtschaft begegnet werden soll. Für die LAG Vulkaneifel relevanter erscheinen Entwicklungen, die sich im Potenzialfeld Älter werdende Gesellschaft & Barrierefreiheit ergeben. Hier sind die Teilmärkte Pflege, gesundheitsbezogene Senioren/-innenWirtschaft, Handel mit Gesundheitsprodukten und barrierefreie Aspekte der Teilmärkte Bauen und Wohnen sowie der Tourismus berührt – alles Bereiche, in dem die LAG Vulkaneifel zukunftsfähige Angebote formulieren kann. Nachfolgend werden einige Trends exemplarisch ausgeführt: Auf Grund der beschriebenen demografischen Entwicklung wird für die Region Trier-Eifel und damit auch für die LAG Vulkaneifel ein beträchtlicher künftiger Bedarf an Pflegeleistungen erwartet – sowohl ambulant als auch stationär. Verbunden sind damit auch steigende Bedarfe im Vor- und Umfeld der Pflege (Beratung von
6

>>> Gesundheitsbezogener Tourismus und Ernährung für die Vulkaneifel zukünftig wichtig

>>> Pflege im ländlichen Raum anbieten

Aufgrund der Abgrenzung der Region Trier-Eifel in den detaillierten TeilmarktSteckbriefen der zitierten Studie lassen sich keine quantifizierbaren Aussagen für die LAG Vulkaneifel übernehmen. Allerdings ist davon auszugehen, dass Aussagen in den Potenzialfeldern für das Gebiet der LAG übernommen werden können. Die Region Trier-Eifel umfasst in der Inmit-Studie die KS Trier, die Landkreise TrierSaarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und die Vulkaneifel.

28

Angehörigen, Besuchs- und Begleitdienste, Koordinierungsstellen etc.), auf die in ländlichen Regionen spezifisch reagiert werden muss. Ebenfalls auf Grund der Verschiebung der Alterspyramide infolge des demografischen Wandels wird die Gruppe der Über-50-Jährigen als die zentrale Zielgruppe angesehen, auf die in der Gesundheitswirtschaft unter dem Begriff „Senioren/-innen-Wirtschaft“ reagiert werden muss. In der Region Trier-Eifel werden hier besondere Potenziale in den Segmenten Tourismus/Freizeit/Wellness, gesundheitsbewusste Ernährung sowie Bauen und Wohnen für Ältere gesehen. Im gesundheitsbezogenen Tourismus wird explizit auf die Notwendigkeit eines barrierefreien Tourismus sowie auf die gezielte Ansprache Älterer durch ein differenziertes Angebot bspw. in Heilbädern und Kurorten der Region aber auch auf zunehmende Wellness-Angebote in traditionellen Urlaubsorten. Wobei gesundheitsbezogener Tourismus natürlich auch alle anderen Zielgruppen ansprechen kann. Unter dem Punkt Prävention und Vitalität erwartet die Studie für die Region Trier-Eifel einen Bedeutungszugewinn der gesundheitsbezogenen Sportund Freizeitangebote sowie der gesundheitsbezogenen Ernährung. Dies kann ebenfalls für die LAG Vulkaneifel angenommen werden.

>>> Gesundheitswirtschaft ist Zukunftsbranche!

Energiewirtschaft Ein weiterer wichtiger Sektor des Gesamtraumes Eifel wie für die LAG Vulkaneifel ist die Energiewirtschaft. Die Vulkaneifel als eine ländliche Region abseits der großen Industrieregionen hat insbesondere wegen ihrer Lage im Raum große Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Bioenergie. Durch ihre land- und forstwirtschaftliche Prägung hat sie die Chance sich durch die Nutzung der Biomassepotenziale weitgehend von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen und durch die Nutzung heimischer Biomasse die regionale Wertschöpfung zu fördern. Durch die verstärkte Nutzung der heimischen Ressourcen kann somit der Abfluss von Finanzmitteln verhindert und Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft neu geschaffen bzw. gesichert werden. Dieser Sachverhalt wird so auch von der Zukunftsinitiative Eifel gesehen, die auf eine „Stärkung der Innovationskraft und den Ausbau des Kompetenzfeldes Holz + Forstwirtschaft“ baut. Zur Beurteilung der verfügbaren Biomassepotenziale können dem Biomasseportal Rheinland-Pfalz für die beteiligten Landkreise die in Tabelle 9 dargelegten Schätzungen entnommen werden. Dabei sieht man ein hohes bereits kurzfristig verfügbares Potenzial, dass bei Ausschöpfung einen beträchtlichen Impuls hinsichtlich des Klimaschutzes liefern kann. Insgesamt befinden sich laut Biomasseportal alle drei Landkreise in der Kategorie mit dem höchsten Biomassepotenzial in Rheinland-Pfalz (Biomassepotenzial >9000 MJ/EW.) Neben der Biomasse kann zukünftig die Solarenergie in der Vulkaneifel eine bedeutendere Rolle einnehmen. Die Energie der Sonne bildet eine der Grundlagen für das Leben auf der Erde. In einem Jahr strahlt sie mehr als das 10.000-fache an Energie auf die Erde, als von der gesamten Weltbevölkerung verbraucht wird. Nahezu alle genutzten Energieformen sind direkt oder indirekt auf die Energie der Sonne zurückzuführen. Die Sonnenstrahlung zählt zu den so genannten regenerativen Energieträgern, d.h. zu den Energiequellen, die gemessen 29
>>> Senioren/innenWirtschaft als Chance! >>> Energiewirtschaft ist Zukunftsbranche!

an menschlichen Maßstäben unerschöpflich und erneuerbar sind. Photovoltaikanlagen wandeln das Sonnenlicht in elektrische Energie um. Dadurch kann die Energie der Sonne direkt zur Erzeugung von elektrischem Strom genutzt werden. Die Nutzung von SolarstromAnlagen, also Photovoltaik (PV), ist eine der Möglichkeiten, die Energiebzw. Stromversorgung durch regenerative Energieträger zu sichern.
Tabelle 9: Biomassepotentiale Bernkastel-Wittlich
Potenzialtyp

der

Landkreise

Vulkaneifel,

Cochem-Zell,
Erdöläquivalent [Liter] 245.584.000 209.507.000 111.016.000 129.648.000 92.590.000 17.580.000 639.733.000 690.000 588.000 312.000 364.000 260.000 49.000 1.796.000 Eingespartes CO2[t]

Energie des Energie des Energie/EW Brennstoffs Brennstoffs [GJ] [MWh] 2.456.000 2.095.000 1.110.000 1.296.000 926.000 176.000 6.397.000 [MWh/EW] 38 33 17 20 14 2,66 56

Landkreis Vulkaneifel

Theoretisch Techn./ ökolgogisch Kurzfristig verfügbar

8.841.000 7.542.000 3.997.000 4.667.000 3.333.000 633.000 23.030.000

Landkreis Cochem-Zell

Theoretisch Techn./ ökolgogisch Kurzfristig verfügbar

Landkreis BernkastelWittlich

Theoretisch

Techn./ ökolgogisch Kurzfristig verfügbar

21.212.000 16.482.000

5892.000 4.578.000

52 40

589.213.000 457.844.000

1.655.000 1.286.000

Quelle: Biomasseportal Rheinland-Pfalz, 2008.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (svB) Insgesamt ist im LAG-Gebiet Vulkaneifel im Zeitraum 1999 bis 2006 in allen Wirtschaftszweigen ein Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (svB) zu verzeichnen. Im Zeitraum 1999 bis 2006 hat sich die Zahl der svB im LAG-Gebiet positiv entwickelt und ist von 36.744 auf 37.537 gestiegen. Im Vergleich zu Rheinland-Pfalz ist damit die Entwicklung stabiler.

>>> Rückgang bei den svB, aber geringer als im Landesdurchschnitt

30

Tabelle 10: Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen am Arbeitsort

Beschäftigte 1999 LAG RLP LAG 2005 RLP LAG 2006 RLP

Anzahl Wirtschaftszweige insgesamt Land-u. Forstwirtschaft, Fischerei Produzierendes Gewerbe Handel, Gastgew. Verk.
36.744 1.175.418 36.858 1.148.747 37.537 1.158.037

670

13.885

444

13.238

452

14.321

16.031 7.670

453.320 263.524

14.693 8.120

398.924 258.223

14.790 8.253

396.461 260.134

Quelle: Beschäftigtenstatistik.

Abbildung 12: Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort im Vergleich LAG zu Rheinland-Pfalz
LAG 37.600 37.400 37.200 37.000 LAG 36.800 36.600 36.400 36.200 1999 2005 2006

RLP 1.180.000 1.175.000 1.170.000 1.165.000 1.160.000 1.155.000 1.150.000 1.145.000 1.140.000 1.135.000 1999 2005 2006 RLP

Quelle: Beschäftigtenstatistik.

Bei Betrachtung nach Wirtschaftszweigen ist festzustellen, dass ein Rückgang der svB AO v. a. in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft von 670 auf 452 sowie im produzierenden Gewerbe (16031 auf 14790) stattgefunden hat. Insgesamt mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gibt es im Handel, Gastgewerbe, Verkehr und andere Dienstleistungen (von 7670 auf 8253).

>>> Mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse bei Handel, Gastgewerbe, Verkehr und sonstigen DL

31

Abbildung 13: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort in der LAG Vulkaneifel aufgeteilt nach Wirtschaftszweigen
SvB je Wirtschaftszweig AO

100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 1999 2005 Jahr A+B Land-u.Forst,Fischer C-F Produzier. Gewerbe G-I Handel,Gastgew.Verk 2006

Quelle: Beschäftigtenstatistik.

Arbeitslosigkeit In allen Landkreisen des LAG-Gebietes ist - ebenso wie in RheinlandPfalz - die Arbeitslosenquote im Jahr 2007 bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen geringer als noch im Jahr 1999. Im Gebiet der Vulkaneifel* beträgt diese 2007 mit 4,8 % über zwei Prozentpunkte weniger als noch 1999 (7,1 %).
Abbildung 14: Arbeitslosenquote in % bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen
>>> Arbeitslosenquote gesunken, hoher Auspendleranteil

Anteil in %
10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Gebiet "Vulkaneifel" * Cochem-Zell BernkastelWittlich Daun Rheinland-Pfalz 1999 2004 2005 2006 2007

Gebiet

Quelle: Bundesagentur für Arbeit. * Werte der Kreise Cochem-Zell, BernkastelWittlich und Daun geteilt durch die Anzahl der Kreise.

Struktur der Arbeitslosigkeit Betrachtet man die aktuellen Arbeitslosenzahlen für Frauen, Männer und Jugendliche (unter 25 Jahren) so findet man im Vergleich zum rheinland-pfälzischen Durchschnitt deutlich bessere Werte. Bei Frauen beträgt die Arbeitslosigkeiten im Gebiet der Vulkaneifel* 5,9% (Rheinland-Pfalz 7,7 %), bei Männern 5,0% (RLP 6,9%) und bei Jugendlichen 5,4% (RLP 6,7%) (vgl. Abbildung 15). Hier fällt auf, dass 32

die Frauenarbeitslosigkeit nach einer Umkehrung im Trend für das Jahr 2004 von 2005 an wieder über der männlichen Arbeitslosigkeit liegt (bei jedoch insgesamt sinkenden Zahlen). Bei der Jugendarbeitslosigkeit wurden insgesamt positive Effekte erzielt. Bis auf das Jahr 2005 sank hier kontinuierlich die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen. Den größten Anteil der Arbeitslosen im LAG-Gebiet bilden (bezogen auf das Jahr 2006) die Langzeitarbeitslosen mit 23,6 %, gefolgt von den Älteren über 55 Jahren mit 11,5 %, den Jugendlichen unter 25 Jahren mit 7,1 %, den Frauen mit 6,7 % und den Männern mit 6,3 %.
Abbildung 15: Entwicklung der Arbeitslosenquote in % im Gebiet der LAG „Vulkaneifel“ * bezogen auf abhängige zivile Erwerbspersonen bei Frauen, Männern und Jugendlichen unter 25 Jahren

Anteil in %
10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Frauen Männer Jugendliche unter 25 Jahren 1999 2004 2005 2006 2007

Gruppe

Quelle: Bundesagentur für Arbeit. * Werte der Kreise Cochem-Zell, BernkastelWittlich und Daun geteilt durch die Anzahl der Kreise.

Abbildung 16: Entwicklung der Arbeitslosenquote in % im Gebiet der LAG „Vulkaneifel“*, bezogen auf abhängig zivile Erwerbspersonen bei Älteren über 55 Jahren und Langzeitarbeitslosen

Anteil in %
30 25 20 15 10 5 0 Ältere über 55 Jahre Langzeitarbeitslose **

1999 2004 2006

Gruppe

Quelle: Bundesagentur für Arbeit. ** 1 Jahr und länger arbeitslos.

33

Kulturraum Das LAG-Gebiet ist geprägt durch eine gemeinsame Kultur und Geschichte. Die einzelnen identitätsstiftenden und traditionellen Merkmale bilden in ihrer Gesamtheit das kulturelle Erbe des LAGGebietes Vulkaneifel: Sprache und Brauchtum – lebendige Traditionen, die es in der Zukunft zu erhalten gilt Agrarisch geprägte Kulturlandschaft Dörfern und Städten mit attraktiven

Kulturelle Einrichtungen, die mit ihrer großer Vielfalt und Bandbreite von inhaltlichen Schwerpunkten einen touristischen Anziehungspunkt bilden. Dazu zählen beispielsweise die zahlreichen Museen mit einem breiten Themen- und Zielgruppenspektrum Bedeutende Kulturdenkmäler wie bspw. die zahlreichen Burgen (z. B. Burgen von Manderscheid, Burg Kerpen, Burgruine Glaadt, Burg Lissingen, Burg Daun, Burgruine Ulmen etc.) Kunst, Kultur und Literatur wird aktiv gelebt – u. a. mit erfolgreichen Festival-Reihen, die weit über die Region hinaus Zulauf finden (z. B. Eifel-Literaturfestival, Eifeler Kulturtage, Tatort Eifel, Klassik auf dem Vulkan, GeoErlebniswoche terramaargica) Zahlreiche ausgezeichnete Gemeinden auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene sowie im Rahmen des europäischen Dorferneuerungspreises und bei der kinderund jugendfreundlichen Dorferneuerung. Hervorzuheben sind die Gemeinden Kerpen und Steffeln (Goldplaketten), Wittlich - Lüxem (Silberplakette) und Bruch (Bronzeplakette auf Bundesebene)

3.2.

Sektoren Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft
>>> Deutlicher Rückgang der Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe

Landwirtschaft Die LAG Vulkaneifel ist eine stark land- und forstwirtschaftlich geprägte Landschaft. Im Jahr 2005 bewirtschafteten in der LAG Vulkaneifel insgesamt 1603 Betriebe 60.626 LF. Die Betriebe aufgegliedert nach ihren Hauptnutzungsarten zeigt sich für das LAG-Gebiet dabei einen Schwerpunkt der Betriebe mit Dauergrünland mit 57 % zum Ackerbau mit 39 %.
Tabelle 11: Landwirtschaftliche Betriebe und Flächen nach Hauptnutzungsart 2005

Hauptnutzungsart

Rheinland-Pfalz insgesamt Betriebe /Anzahl 13.016 2.335 LF/ha 396.396 5.621

Darunter: LAG – Gebiet Betriebe /Anzahl 1.022 20 LF/ha 24.189 89 34

Ackerland Obstanlagen

Hauptnutzungsart

Rheinland-Pfalz insgesamt Betriebe /Anzahl 12.089 13.915 8.201 7.991 5.718 2.187 140 383 27.347 LF/ha 63.681 251.594 63.610 148.182 35.057 4.745 634 617 718.883

Darunter: LAG – Gebiet Betriebe /Anzahl 55 1.451 590 1.105 493 205 6 34 1.603 LF/ha 130 36.009 4.731 28.064 2.827 387 44 152 60.626

Rebfläche Dauergrünland Dauerwiesen Mähweiden Weiden Hutungen Baumschulen Weihnachtsbaumkulturen LF insgesamt

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007 Abbildung 17: Landwirtschaftliche Betriebe nach Hauptnutzungsart in der LAG Vulkaneifel 2005
1% 0%

Ackerland 39% Obstanlagen Rebfläche Dauergrünland 57% Baumschulen Weihnachtsbaumkulturen 1% 2%

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

Abbildung 18: Landwirtschaftliche Betriebe nach Hauptnutzungsart in RLP 2005

1% 0% 31% 33%

Ackerland Obstanlagen Rebfläche Dauergrünland Baumschulen Weihnachtsbaumkulturen

6%

29%

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

35

Betrachtet man die landwirtschaftlich genutzte Fläche nach Hauptnutzungsart, so zeigt sich hier im Vergleich zu Rheinland-Pfalz eine Struktur bei der mit 60 % das Dauergrünland überwiegt und das Ackerland mit 40 % einen deutlich geringeren prozentualen Anteil ausmacht. Betrachtet man des weiteren die Bodennutzung so kann der Getreideanbau mit und ohne Mais als für die Region spezifisch herausgehoben werden.
Abbildung 19: Landwirtschaftlich genutzte Fläche in der LAG Vulkaneifel 2005

0% 0%

Ackerland 40% Obstanlagen Rebfläche Dauergrünland 60% Baumschulen Weihnachtsbaumkulturen 0% 0%

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

Abbildung 20: Landwirtschaftlich genutzte Fläche in Rheinland-Pfalz nach Hauptnutzungsart 2005

0%

0%

35%

Ackerland Obstanlagen Rebfläche 55% Dauergrünland Baumschulen Weihnachtsbaumkulturen 9% 1%

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

Bezüglich der Tierhaltung ist die Rindviehhaltung mit 901 Betrieben und einem Tierbestand von insgesamt 54.410 der Schwerpunkt. Von allen Betrieben werden in 451 Betrieben insgesamt knapp 20.000 Milchkühe gehalten und in 385 Betrieben 4.770 Ammen- und Mutterkühe. Alle anderen Tierhaltungsformen sind dem untergeordnet.

36

Tabelle 12: Viehbestände und Viehhalter nach Tierarten am 03.05.2003

Rheinland-Pfalz insgesamt Tierart Tierbestand Tierhalter

Darunter: LAG – Gebiet Tierbestand Tierhalter

Anzahl Pferde insgesamt Rinder insgesamt Milchkühe Ammen- u. Mutterkühe Schweine insgesamt Ferkel Jungschweine bis 50 kg Mastschweine über 50 kg Zuchtsauen Hühner insgesamt Legehennen über 1/2Jahr Gänse Enten Truthühner 23.371 410.455 126.587 48.161 340.809 107.959 74.496 126.465 30.948 1.642.579 723.753 7.278 2.843 24.025 3.690 7.196 3.255 3.479 2.654 902 1.338 1.850 713 3.557 3.432 526 361 141 1.663 54.410 19.618 4.770 16.665 5.146 4.830 5.421 1.227 21.013 20.265 893 227 433 315 901 451 385 173 61 71 116 37 276 267 53 31 17

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

Die landwirtschaftlichen Betriebe werden im LAG-Gebiet überwiegend in der Rechtsform als Einzelunternehmen betrieben (1626 von 1685 Betrieben), nur 55 Betriebe arbeiten in der Rechtsform von Personengesellschaften und vier sind in der Hand von juristischen Personen. In den landwirtschaftlichen Betrieben der Vulkaneifel sind insgesamt 3751 Menschen beschäftigt, davon 3276 als ständige Arbeitskräfte. Betrachtet man das Verhältnis von Haupterwerbsund Nebenerwerbsbetrieben in der Vulkaneifel, so ist die LAG durch eine Nebenerwerbslandwirtschaft geprägt (ca. 70%). Die Nebenerwerbslandwirtschaft ist damit ein wichtiger Pfeiler für die Region. Dies muss bei der Beurteilung des agrarstrukturellen Wandels und der Diversifizierungsstrategien für den ländlichen Raum Berücksichtigung finden.

37

Abbildung 21: Vergleich von Haupt- und Nebenerwerb in der LAG Vulkaneifel und Rheinland-Pfalz 2003
Anteil 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

1.149

16.121

477

11.290

LAG HE NE

RLP

Gebiet

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

Bedingt durch Änderungen in den agrarpolitischen Rahmenbedingungen und die Entwicklung auf den Märkten landwirtschaftlicher Produkte ergibt sich ein agrarstruktureller Wandel in der Region, der weiterhin als ein deutlicher Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe zu beobachten ist. Im Jahr 2005 ist im Vergleich zum Jahr 1983 ein Rückgang von 4670 auf 1603 Betriebe zu verzeichnen.
Tabelle 13: Entwicklung der Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe im LAG-Gebiet und in Rheinland-Pfalz

Landwirtschaftliche Betriebe (gesamt) LAG Jahr 1983 1991 1999 2005 4.670 3.307 2.160 1.603 Anzahl 67.528 51.506 35.475 27.347 RLP

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

38

Abbildung 22: Entwicklung der Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe im LAGGebiet und in Rheinland-Pfalz
Ldw. Betriebe LAG
Anzahl Betriebe 5.000 4.500 4.000 3.500 3.000 2.500 2.000 1.500 1.000 500 0 1983

1991

1999

2005

Jahr

Ldw. Betriebe RLP
Anzahl Betriebe 80.000 70.000 60.000 50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 0 1983 1991 1999 2005 Jahr

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

Besonders bei den Klein- und Kleinstbetrieben hat bis 2005 eine gravierende Abnahme stattgefunden. Im LAG-Gebiet besteht weiterhin eine Tendenz hin zu steigenden Betriebsgrößen.
Tabelle 14: Entwicklung der Anzahl und der Größe landwirtschaftlicher Betriebe im LAG-Gebiet und in Rheinland-Pfalz

>>> Konzentrationsprozess bei den landwirtschaftlichen Betrieben

Landwirtschaftliche Betriebe LAG RLP 1983 LAG 1999 Anzahl unter 5 5 bis 10 10 bis 20 20 bis 30 30 bis 50 50 und mehr 1.611 1.213 908 370 408 160 33.542 11.044 10.916 5.758 4.615 1.653 526 430 402 179 233 15.357 5.307 4.949 2.346 3.116 . 329 268 309 105 166 10.773 3.864 4.090 1.616 2.266 . RLP LAG 2005 RLP

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007. .=geheimer Wert

39

Abbildung 23: Entwicklung der Anzahl und der Größe landwirtschaftlicher Betriebe im LAG-Gebiet und in Rheinland-Pfalz

Ldw. Betriebe nach Größenklassen LAG
Anzahl Betriebe 1.800 1.600 1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 0 unter 5

5 bis 10

10 bis 20 20 bis 30 30 bis 50

50 und mehr

GKL ldw. genutzte Fläche

1983

1999

2005

Ldw. Betriebe nach Größenklassen in RLP
Anzahl Betriebe 40.000 35.000 30.000 25.000 20.000 15.000 10.000 5.000 0 unter 5 5 bis 10 10 bis 20 20 bis 30 30 bis 50 50 und mehr

GKL ldw. genutzte Fläche

1983

1999

2005

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 2007.

Insgesamt kommt damit der Landwirtschaft trotz ihrer relativ überschaubaren Bedeutung für den direkten Anteil am Volkseinkommen eine sehr hohe Bedeutung für die Vulkaneifel zu. Sie ist maßgeblich für die Landschaftsqualität, die Attraktivität und die Naherholungseignung verantwortlich. Zudem zeichnet sie sich als Produzent für hochwertige landwirtschaftliche Produkte (die im Rahmen einer Regionalmarke Eifel vermarktbar sind) sowie als Rohstofflieferant im Rahmen der Energieversorgung aus.

>>> Landwirtschaft ist Zukunftsbranche!

Forstwirtschaft Der Waldanteil im LAG-Gebiet der Vulkaneifel ist mit über 40 % der Gesamtfläche sehr hoch und wird forstwirtschaftlich genutzt. In den beteiligten Landkreisen Cochem-Zell, Vulkaneifel und Bernkastel-Wittlich gibt es 149.959,9 ha Wald, die sich vornehmlich in der Hand von Gemeinden befinden. Privat- und Staatswald ist in den Anteilen dem Gemeindewald untergeordnet. Insgesamt ist das Potenzial Holz sowohl für die stoffliche als auch für die energetische Nutzung für die LAG Vulkaneifel als hoch einzuschätzen. Dies gilt in gleichem Maße für den Gesamtraum Eifel. Darüber hinaus kann man davon ausgehen, dass in der Vulkaneifel die Mobilisierbarkeit der Ressource Holz gut ist. Der hohe Anteil an Gemeindewald, der in der Regel über den rheinland-pfälzischen Landesforst mitvermarktet wird, 40
>>> Forstwirtschaft ist Zukunftsbranche!

zusammen mit dem Staatswald bietet hierfür günstige Ausgangsbedingungen. Hohe zu erschließende Potenziale liegen für die Vulkaneifel insbesondere im Privatwald. Bei einer kleinparzellierten Besitzstruktur, die häufig im Privatwald vorzufinden ist, gestaltet sich die Holzvermarktung schwierig. Aus diesem Grund finden sich bereits eifelweit Ansätze zur Mobilisierung des Holzes im Privatwald.
Tabelle 15: Waldbesitzartenverteilung (WBA) der Eifel-Landkreise in RheinlandPfalz

Staatswald ha CochemZell Prozent 3.325,4 8,5

FremdSonst. Privatwald flächen Körperohne in Gemeinde- schafts- Daten der Gemeng sonst. wald wald FE -lage Flächen Summe ha ha ha ha ha 28.090,5 71,8 6.989,6 17,9 259,6 0,7 439,9 1,1 39.105,1 100,0

Vulkaneife l 6.359,8 Prozent 13,3

30.459,2 63,6

73,0 0,2

10.354,0 21,6

317,9 0,7

144,8 0,3

47.859,8 100,0

Bernkastel -W. 13.213,7 36.226,9 Prozent 21,0 57,5
Quelle:

0,0

12.650,8 20,1

289,8 0,5

613,9 1,0

62.995,0 100,0

Zentralstelle der Forstverwaltung, Biologische Produktion, Forsteinrichtung, Südallee 15-19, 56068 Koblenz; Stand: April 2007.

Ernährungswirtschaft Mit der Ernährungswirtschaft werden die Wirtschaftsbereiche gefasst, die sich mit Produktion, Verarbeitung und Handel von Nahrungsmitteln beschäftigen. Dazu gehören die Unternehmen des Großhandels mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen, der Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe, des Ernährungshandwerks wie Bäcker, Metzger etc., des Lebensmittelgroß- und Einzelhandels, der Verbraucher und Zulieferer. Die Ernährungswirtschaft ist damit neben der Landwirtschaft und der der Landwirtschaft vorgelagerten wirtschaftlichen Aktivitäten wichtiger Bestandteil des Agribusiness. Auch in der Vulkaneifel hat die Ernährungswirtschaft wie in der gesamten Eifel eine hohe Bedeutung. Sie stellt hier eine der zentralen Leitbranchen dar (exemplarisch verdeutlicht am Kreis Vulkaneifel). Dies deckt sich mit dem Gesamtraum Eifel, in der die Ernärungswirtschaft insgesamt als wachsende Leitbranche analysiert wird.
>>> Ernährungswirtschaft: Leitbranche in der Eifel!

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Abbildung 24: Bedeutung des Ernährungsgewerbes im Kreis Daun 2004

Quelle: Zukunftsinitiative Eifel, Prädikats- und Kompetenzregion Eifel, Gutachten vom 15. November 2005, Präsentation.

Abbildung 25: Bedeutung des Ernährungsgewerbes im Gesamtraum Eifel

Quelle: Zukunftsinitiative Eifel, Prädikats- und Kompetenzregion Eifel, Gutachten vom 15. November 2005, Präsentation.

Als einige wichtige Standorte der Ernährungswirtschaft in der Vulkaneifel zählen die Mineralwasseranbieter wie bspw. die Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co KG sowie innovative Unternehmen wie die Tofutown.com 42

GmbH, die vegetarische Convenience-Produkte herstellt. Darüber hinaus sind die Eifler Fleischwaren und Konservenfabrik Barbender Erde und die Dauner Landbrotbäckerei zu nennen. Um die Ernährungswirtschaft in der Vulkaneifel weiter zu stärken und ihre Bedeutung als Jobmotor in der Region zu unterstützen, wurden Anstrengungen zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten unternommen. Als ein prominentes Beispiel ist hier die Regionalmarke Eifel zu nennen, die im Naturraum Eifel und damit auch in der Vulkaneifel angeboten wird. Sie verfolgt das Ziel, klein- und mittelständisch geprägte Strukturen in der ländlich geprägten Mittelgebirgsregion zu stärken. Sie befördert den Gedanken, besondere Qualität der Eifel aus den vier Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Handwerk und Tourismus zu vermarkten. Dies bedeutet für die Ernährungswirtschaft, dass Lebensmittel der Eifel regional als Premiumprodukte verarbeitet und vermarktet werden können. Durch den Aufbau und die Unterstützung regionaler Wertschöpfungsketten entstehen so positive Impulse für die Landwirtschaft als auch für Teile der nachgelagerten Ernährungswirtschaft. Mittlerweile konnten auch die großen Mineralbrunnenbetriebe der Eifel als Imageträger für die Regionalmarke Eifel gewonnen werden – ein Zeichen dafür, dass die Philosophie der Regionalmarke trägt und weiter ausgebaut werden sollte.

>>>Regionalmarke Eifel als Chance in der Ernährungswirtschaft!

3.3.

Umwelt und Landbewirtschaftung

Schutzgebiete im LAG-Gebiet Das LAG-Gebiet Vulkaneifel verfügt insgesamt über die Fülle von rund 60 Naturschutzgebieten und über 11 ausgewiesene Landschaftsschutzgebiete, davon 4 geschützte Landschaftsbestandteile. Ein weiteres Landschaftsschutzgebiet – der Natur- und Geopark Vulkaneifel - findet sich in der Vorbereitung.
Tabelle 16: Naturschutzgebiete in der LAG Vulkaneifel

59 Naturschutzgebiete Wachholdergelände bei Bleckhausen Barsberg Hundsbachtal Ahbachtal Nerother Kopf Hochkelberg mit Mosbrucher Weiher Duppacher Maar Wacholdergebiet bei Demerath Mürmes Holzmaar Ernstberg Immerather Maar Sangweiher Hönselberg

Pulvermaar mit Römerberg und Strohner Dauner Maare Märchen Im Hirtenberg bei Feusdorf Kauligenberg bei Mirbach Eusberg bei Mirbach Auf Lind bei Esch Auf Seckerath bei Mirbach Winterberg bei Wiesbaum 43

59 Naturschutzgebiete Mäuerchenberg, Hierenberg und Pinnert Möschelberg bei Lissendorf bei Gönnersdorf Baumberg bei Wiesbaum Sängscheid bei Stadtkyll Trilobittenfelder bei Gees Die Büdden bei Oberbettingen Im großen Reth bei Zilsdorf Im Kälberpesch vor Birkelswieschen bei Zilsdorf Ans Enden bei Walsdorf Dreiser Weiher mit Döhmberg und Börchen Wirfttal bei Stadtkyll Steinbüchel bei Schüller Auf Klein-Pamet bei Walsdorf Am Berg bei Walsdorf Am Haidepütz bei Walsdorf Gerolsteiner Dolomiten (Auberg, Munterley, Hustley, Papenkaule und Juddenkirchhof) Remmelbachtal und Braunebachtal bei Mürlenbach Unter der Forst bei Walsdorf Vulkan Kalem Im Felst bei Birresborn Auf der Bach bei Berndorf Reihenkrater Mosenberg mit Horngraben Tongruben bei Binsfeld Dachslöcher bei Bergweiler Ulmener Maar Falkenlay

Kirchweiler Rohr Geisert bei Demerath Auf der Heid bei Stadtkyll Eishöhlen und Fischbachtal bei Birresborn Kobergswiese bei Berndorf Auf dem großen Scheid bei Berndorf Maringer Wies Meerfelder Maar Mesenberg bei Wittlich Wacholderheide Nassenberg Jungferweiher
Quelle: Eigene Zusammenstellung.

Tabelle 17: Landschaftsschutzgebiete in der LAG Vulkaneifel

Landschaftsschutzgebiete Goßberg bei Walsdorf Strohner Schweiz und Wartgesberg Gerolstein und Umgebung Moselgebiet von Schweich bis Koblenz Meulenwald Neuerburger Kopf und Lüxemkopf
Quelle: Eigene Zusammenstellung.

Burgberg bei Lissendorf Burg- und Höhenberg Kelberg Zwischen Ueß und Kyll Naturpark Nordeifel Natur- und Geopark Vulkaneifel (in der Gründung)

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Natur- und Geopark Vulkaneifel Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz beabsichtigt in Würdigung der natürlichen Gegebenheiten des Landschaftsraumes Vulkaneifel eine Naturparkverordnung zu erlassen. Der betroffene Raum erfülle weitgehend die gesetzlich geforderten Voraussetzungen für die Ausweisung von Naturparken. Das seitens des Ministeriums eingeleitete Anhörverfahren ist inzwischen inclusive der Offenlage abgeschlossen.
Abbildung 26: Natur- und Geopark Vulkaneifel

>>>Region strebt Natur- und Geopark an

Quelle: Eigene Darstellung.

45

FFH-Gebiete Darüber hinaus finden sich in der LAG Vulkaneifel in größerem Umfang FFH-Gebiete, wie nachfolgender Abbildung 27 entnommen werden kann. Diese sind: Obere Kyll und Kalkmulden der Nordeifel, Wälder um Bongard in der Eifel, Schneifel, Duppacher Rücken, Gerolsteiner Kalkeifel, Moore bei Weihenseifen, Birresborner Eishöhlen und Vulkan Kalem, Eifelmaare, Lieser zwischen Manderscheid und Wittlich, Kondelwald und Nebentäler der Mosel, Mesenberg bei Wittlich.
Abbildung 27: FFH-Gebiete der Landkreise Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich und Vulkaneifel

Quelle: Eigene Darstellung.

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Wasserschutzgebiete in der Vulkaneifel Wasser- und hier vor allem der Trinkwasserschutz ist ein wichtiger Umweltaspekt in der Vulkaneifel. Neben der schon beschriebenen Bedeutung der LAG Vulkaneifel für Mineralwässer stellt sie ebenfalls einen wichtigen Trinkwasserlieferanten dar, wobei das Trinkwasser zum Teil aus den Maaren selbst gewonnen wird. Um das Trinkwasser zu schützen finden sich in der LAG Vulkaneifel große Wasserschutzgebiete. Hier steht der Schutz des Trinkwassers an erster Stelle, so dass Grenzen für die landwirtschaftliche Nutzung auf diesen Flächen begründet liegen. Um diese Flächennutzungskonflikte zu lösen, sind erste Ansätze in der Vulkaneifel vorhanden.
Abbildung 28: Wasserschutzgebiete in der Vulkaneifel

Quelle: Eigene Darstellung.

47

4.

SWOT-Analyse für das Aktionsgebiet LAG Vulkaneifel
>>> SWOT-Analyse auf breiter Basis diskutiert und aktualisiert

Die Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der Region Vulkaneifel wurden im Laufe der letzten Monate intensiv mit den Mitgliedern der LAG und der Arbeitskreise diskutiert und überarbeitet. Die Ergebnisse der Veranstaltung „Genderperspektiven und demografische Entwicklung“ am 15.11.2006 in Bitburg flossen ebenfalls mit ein.

4.1.
Stärken Attraktive und einzigartige Landschaftsstrukturen, hohe Arten-, Geotop- und Biotopvielfalt, abwechslungsreiche Topografie (Hochebenen von Flusstälern durchzogen) Geologische Besonderheiten als europaweit einzigartiges Alleinstellungsmerkmal; im LAGGebiet u. a. über 360 Vulkane in einem der jüngsten Vulkangebiete Europas

Naturraum
Schwächen Noch nicht ausreichende Vernetzung der einzelnen, hochwertigen Schutzgebiete Noch nicht ausreichende Inwertsetzung des natürlichen Potenzials im Sinne von Schutz, Pflege und Information Informations- und Bewusstseinsdefizite bei der einheimischen Bevölkerung und bei Touristen, noch nicht ausreichende Koordination Tourismus und Naturschutz Noch nicht ausreichende Besucherlenkung (Rundum-)Erlebnischarakter noch nicht ausreichend umgesetzt

Hoher Anteil an unzerschnittenen, verkehrsarmen Räumen (Meulenwald, Heckenland, Kyll) Hoher Waldanteil Kurz vor der Realisierung stehender „Naturpark Vulkaneifel“ Hoher Flächenanteil rechtskräftig gesicherter Landschafts-, Naturschutz- und Natura 2000Gebiete Weitgehend ökologisch intakte Natur Bedeutende Wasservorkommen, gute Wasser- und Luftqualität, hohe Bedeutung für Grundwasserschutz und Trinkwassergewinnung Glaubersalzquelle Bad Bertrich (deutschlandweit einzigartig) Gute Darstellung der Wirkungszusammenhänge in der Natur sowie der geologischen Besonderheiten mit Optimierungspotenzial

Chancen LAG-Gebiet bietet hervorragende Vorausset-zungen für einen natur-, geo- und gesundheitsorientierten Tourismus und Naherholung Weitere Vernetzungen zwischen den Bereichen Geologie und Tourismus Hochwertiges Arten-, Biotop- u. Geotoppotenzial Ökologisch aufwertbare Flächen bieten im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen überregionale Vermarktungspotenziale

Risiken Verlust seltener Lebensraumtypen und stenöker Arten durch andere Nutzungsansprüche Probleme bei der Offenhaltung der Landschaft

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Die einzigartigen vulkanischen Erscheinungen sowie der geologische Reichtum und die Intaktheit des Naturraumes stellen das Herzstück des besonderen Potenzials des LAG-Gebietes Vulkaneifel dar. Der konsequente Erhalt und die systematische Inwertsetzung dieser Potenziale bedarf eines ganzheitlichen „360 Grad-Ansatzes“ unter Einbeziehung der Landwirtschaft, des Tourismus sowie der Landschaftspflege.

4.2.

Siedlungs- und Bevölkerungsstruktur/Lebensraum
Stärken Schwächen Limitiertes Angebot an Arbeitsplätzen, insbesondere für höher Qualifizierte und Frauen Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie für Frauen schwierig (Mangel an wohnort- und arbeitsplatznahen Betreuungsangeboten für Kinder und Pflegebedürftige; zum Teil hinsichtlich Haltepunkten und Fahrrhythmen lückenhaftes ÖPNV-Netz) Insbesondere Klein- und Kleinstgemeinden weisen Funktionsverluste auf (Schlafstätten) Teilw. unausgewogene Bevölkerungsstruktur, Abwanderung mobiler Bevölkerungsgruppen

Hohe Wohnqualität, gesundes Wohnumfeld Attraktive Landschaft mit hohem Erholungswert Gewachsene Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Heimat Intakte Dorfgemeinschaften, reges Vereinsleben Familienfreundliche Strukturen Niedrige Bauland- und Wohnraummietpreise, günstige Voraussetzungen zur Bildung von selbst genutztem Wohneigentum Attraktive Dörfer durch regionstypische Baukultur

Chancen Aktivierung von Baulücken bzw. Nutzung leer stehender alter Häuser und landwirtschaftlicher Anwesen, ggf. als Ferien- oder Zweitwohnsitz Dorferneuerung als Instrument zur Inwertsetzung der Dörfer (unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung) Starke Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Heimat, Gewinn an regionaler, kultureller Identität, Suche nach Heimat Stärkung der Funktionen Erholung und Landschaft ist geeignet, die Lebensgrundlagen der Bevölkerung zu sichern und bietet Potenziale für Zuwanderung Demografischer Wandel als Chance (neue Modelle des Zusammenlebens der Generationen, Nutzen der Lebens- und Berufserfahrung älterer Mitmenschen, lebenslanges Lernen, ...) Ausbau Barrierefreie Angebote

Risiken Abwanderung junger Menschen wegen fehlender Ausbildungs- und Berufsangebote Unzureichende Nahversorgungsmöglichkeiten, z. B. Telefonzellen, Dorfladen, Poststelle, reduzieren Lebensqualität und führen zur Zunahme der Abwanderung Unzureichende Anbindung der Dörfer an Kommunikations- und Informationsinfrastruktur führt zu Standortnachteilen Abnahme der Bevölkerung in Klein- und Kleinstgemeinden mit unzureichender verkehrlicher Erreichbarkeit Verödung der Ortskerne Auflösung der Dorfgemeinschaft Demografischer Wandel als Herausforderung (Gefahr des weiteren Funktionsverlustes der Dörfer) Schleichender Verlust von Brauchtum und Mundart

Die noch intakte dörfliche Struktur und die Heimat-Verbundenheit der Menschen der Vulkaneifel mit ihrer Region stellen ein besonderes Potenzial dar, das es zu erhalten gilt. Bestehende Auflösungstendenzen - Abwanderung jüngerer, mobiler Bevölkerungsgruppen, Konzentrationstendenzen, Ausbluten der Dorfkerne - führen zu einer Gefährdung des Erhalts dieser gewachsenen Strukturen, der es auf authentische Weise und engagiert entgegenzuwirken gilt.

49

4.3. Wirtschaftsstruktur/ Industrie, Gewerbe und Handwerk
Stärken
Arbeitnehmende identifizieren sich mit dem Betrieb, insbesondere bei Familienbetrieben Gewerbliche Bauflächen ausreichend und preiswert vorhanden 3 Gründerzentren (Kaisersesch, Daun, Hillesheim), eines davon mit KiTa Arbeiten in intakter Umwelt in touristisch attraktiver Region Leistungsstarkes Handwerk als bedeutende Säule Ausgewogene mittelständische Betriebsstrukturen - geringe Abhängigkeit von Großunternehmen Hohe Flexibilität der KMU Touristisch attraktive Handwerks- und Gewerbebetriebe (Glockengießerei, Kerzenmanufaktur, Gerolsteiner etc.) Im Landesvergleich geringe Beschäftigtendichte, bedeutet hohes regionales Arbeitskräftepotenzial Gutes Angebot im Zukunftsmarkt Gesundheitswirtschaft (z. B. hoher Anteil an Kliniken und Krankenhäusern im Landesvergleich) Gutes Vermarktungskonzept mit Dachmarke Eifel Vorhandene Gründer/-innen-Potenziale (Mobilisierung durch Leader+: „Innovationsberatung Gastgewerbe“, „Gründen auf dem Land“) Großräumige Verkehrserschließung als Standortvorteil (bis auf Lückenschluss A 1)

Schwächen
Allgemeine Strukturschwäche des LAG-Gebietes: Anteil an der Bruttowertschöpfung im Landesvergleich unterdurchschnittlich Unterdurchschnittliche Beschäftigten- und Unternehmerdichte Mangel an (hoch qualifizierten) industriellen wohnortnahen Arbeitsplätzen Hoher Auspendlerüberschuss (daher auch geringe Arbeitslosigkeit) Unterdurchschnittliche Erwerbsbeteiligung der Frauen im Landesvergleich Strukturelle Arbeitslosigkeit Fachkräftemangel, insbesondere im akademischen, technologieorientierten Bereich Strukturwandel im Gastronomie- und Beherbergungsbereich, teilweise ungeklärte Nachfolge Hoher Anteil von witterungsabhängigen Arbeitsplätzen, z. B. in der Bauwirtschaft, in der Land- und Forstwirtschaft und im Tourismusbereich Unzureichende Breitbandinfrastruktur

Chancen Stabilität durch mittelständische Unternehmen Innovationspotenzial der KMU Profilierung als Wirtschaftsstandort mit sehr guten weichen Standortfaktoren Weitere Förderung von Gründungen (Pilotregion in der Inmit-Studie „Gründen auf dem Land“, Leader+-Projekt „Gründen auf dem Land“) Ausbau der Stadt-Land-Kooperationen (Transferpotenzial/wissenschaftliche Kompetenz in großer Dichte in den umliegenden Hochschulen) Mit innovativen Methoden des Lernens Menschen für den Arbeitsmarkt fit machen

Risiken Verschlechterung der Arbeitsplatzsituation im industriellen Bereich durch teilweise konzernabhängige Arbeitsplätze (verlängerte Werkbänke) Weiterer Verlust von Bevölkerungsgruppen im erwerbsfähigen Alter durch Abwanderung

Im Sinne einer nachhaltigen ökonomischen Regionalentwicklung bedarf es im LAG-Gebiet zusätzlicher Arbeitsplätze. Durch die intensivere Verknüpfung von Land(-wirt-)schaft und Tourismus sowie die Fortsetzung des bereits erfolgreich eingeschlagenen Weges der Förderung des Unternehmergeistes und der regionalen Gründungsaktivitäten können zusätzliche Arbeitsplätze im LAG-Gebiet geschaffen werden. 50

4.4

Zukunftsbranchen

Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft
Stärken
Land- und Forstwirtschaft als wichtige Standbeine der regionalen Ökonomie , notwendige Diversifizierung der Landwirtschaft hat bereits begonnen Landwirtschaft als bedeutender Kulturlandschaftspfleger Wachsende Bedeutung der Landwirtschaft als Arbeitgeber und Ausbilder Land- u. Forstwirtschaft als bedeutender Energieund Rohstofflieferant Diversifizierungsstrategien wie Direktvermarktung (Regionalmarke Eifel), Energiewirt und touristische Dienstleistungen als zusätzliche Einkommensquellen Waldreiche Eifel bietet gutes Potenzial für die stoffliche und energetische Nutzung von Holz (Handlungsfeld ZI Eifel) Hoher Anteil Gemeindewald, der durch Landesforsten vermarktet wird Hoher Beschäftigtenanteil im Ernährungsgewerbe Ernährungswirtschaft als (wachsende) Leitbranche eifelweit Innovative Unternehmen mit zeitgemäßen Produktspektrum (bspw. tofu town)

Schwächen
Rückgang landwirtschaftlicher Betriebe mit teilweise ungeklärter Hofnachfolge Nachlassen landwirtschaftlichen Bewusstseins Vergleichsweise schlechtes Image des Berufs Landwirt Potenziale im Privatwald noch nicht genutzt Noch geringe Bewusstseinsbildung für regionale Produkte

Chancen Strukturwandel in der Landwirtschaft bietet Möglichkeiten zur Diversifizierung: Bestehende Vernetzungen zwischen den Bereichen Landwirtschaft und Tourismus ausbauen (Angebote in den Bereichen Urlaub auf dem Bauernhof, Tag des offenen Bauernhofes, Schulbauernhof etc. ausbauen) Potenziale der Holzmobilisierung im Privatwald Erschließung der Ressource Holz (stofflich wie energetisch) führt zu regionaler Wertschöpfung Durch die Regionalmarke Eifel können positive Impulse in der Ernährungswirtschaft erzielt werden (mehr Anbieter von Premiumprodukten, höhere Preise) Gesundheitsbezogene Ernährung als zukunftsweisender Trend

Risiken Weiterer Bedeutungsverlust der Landwirtschaft Fortschreitende Konzentration in der Holz verarbeitenden Industrie Drohender Verlust von kleinen Familienbetrieben (Sägewerke), die bislang Nischen besetzen und damit Wertschöpfung betrieben haben Fortschreitende „Aldisierung“ des ländlichen Raums mit Kaufkraftverlust beim Ernährungshandwerk

Land- und Forstwirtschaft stellen für die LAG Vulkaneifel wichtige Zukunftsbranchen dar. Sie stellen sicher, dass die Basis für einen erfolgreichen Tourismus (attraktive Vulkanlandschaft) und eine nachhaltige Energiewirtschaft (Potenzial Holz) vorhanden ist. Mit der Zunahme der Bedeutung landwirtschaftlicher Produktion für qualitativ 51

hochwertige Lebensmittel (Premiumprodukte) und nachwachsende Rohstoffe kommt der Agrarwirtschaft auch wieder eine zukunftsweisende Rolle in der regionalen Wirtschaft zu. Durch die positive Gestaltung von Agrarstrukturwandel durch Diversifizierungsstrategien können zudem innovative Prozesse mit Gastronomie, Tourismus, Handwerk, Handel ausgelöst werden. Hier ist die Vulkaneifel auf einem guten Weg.

Tourismus
Stärken Tourismus bietet Möglichkeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen im LAG-Gebiet, insbes. für Frauen Vulkanismus und Geologie als herausragende Besonderheit und Alleinstellungsmerkmal (Vulkaneifel European Geopark ist Gründungsmitglied des Netzwerkes der Europäischen Geoparks) Attraktive, intakte Natur- und Kulturlandschaft keine Großindustrien Netz von Rad- und Wanderwegen als touristische Infrastruktur vorhanden (z. B. kinderfreundlicher Radwege) Gewachsene und räumlich verteilte Beherbergungsinfrastruktur sowie in das Landschaftsbild integrierte Ferienparks Gute bilaterale Ansätze zur Vernetzung von Landwirtschaft und Tourismus (Urlaub auf dem Bauernhof, Donnerstag ist Bauerntag etc.) und aktive Kooperationen Gute bilaterale Ansätze zur Vernetzung von Geologie und Tourismus (Geo-Pfade, Geo-Park, Vulkan- und Maarmuseum, Kooperation der Geopark-Gastgeber Vulkaneifel, Dt. Vulkanstraße, Geo-Erlebniswochen „terramaargica“) Gute Inwertsetzung der natürlichen und kulturellen Potenziale mit Optimierungsbedarf Touristisches Angebot des LAG-Gebietes ist eingebettet in die Dachmarke „Eifel" Touristische Events mit Markencharakter und überregionaler Reichweite (z. B. historisches Burgenfest Manderscheid, Wittlicher Säubrenner Kirmes, Burgfest Ulmen, Tatort Eifel, GeoErlebniswochen, Eifel-Literaturfestival) Vielzahl kulturhistorischer Sehenswürdigkeiten (Burgen, Kirchen, Klöster, historische Gebäudeensembles etc.) Gute Ansätze für museale Aufbereitung der Themen Vulkanismus und Geologie, Vielzahl an Museen Im Vergleich zu anderen Mittelgebirgsregionen hoher Bekanntheitsgrad der (Vulkan-) Eifel als Ferienregion Schwächen Landschaftserlebnisse werden teilweise zersplittert dargestellt Verbesserungsbedürftige Vernetzung der natürlichen und kulturellen Potenziale Wirtschaftliche Probleme bei mittelständischer Hotellerie und Gastronomie (vgl. Wirtschaftsstruktur) Strukturen im Übernachtungsgewerbe (geringe Bettenzahlen, verbesserungsfähiger Qualitätsstandard) Angebote sind nicht immer auf die Bedürfnisse und Kenntnisse der Besucher/-innen zugeschnitten Wenig witterungsunabhängige Freizeiteinrichtungen Gefahr der mangelnden Fokussierung bei Angeboten („Bauchladen“) Dachmarke „Eifel“ nicht als Allheilmittel; regionale Besonderheiten und Profile müssen zusätzlichen Mehrwert im regionalen Portfolio bieten

52

Chancen Gute Erreichbarkeit für potenzielle Gäste aus den Ballungsräumen (Rhein-Ruhr, Rhein-Main) sowie aus Luxemburg, Belgien und den Niederlanden Radwege und Geoangebote als touristische Vernetzungsinfrastruktur Synergetische Verknüpfung von kulturellen und natürlichen Potenzialen kann weitere Attraktivitätssteigerung des touristischen Angebotes realisieren Stärkung der Wettbewerbsposition der Vulkaneifel (Im Vergleich mit anderen dt. Mittelgebirgslandschaften) durch Profilschärfung mit europaweit einzigartigen Alleinstellungsmerkmalen (Vulkane, Maare) Landschaftsmarke Vulkaneifel Passgenaue zielgruppenspez. Angebote (z. B. Bildungstourismus, insbesondere für Schulklassen; Seniorentourismus) Gute Voraussetzungen für Zukunftssegment des gesundheits-orientierten Tourismus In der Planung befindlicher Eifelsteig und Submarkenwege als Besuchermagnete Erhaltung /Etablierung weiterer Gastronomiebetriebe im Nebenerwerb/stärkere Vernetzung zwischen Gastronomie und Tourismus Gute Ansätze für innovatives und kundenorientiertes Denken bei den Gastgebern

Risiken Strukturwandel im Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe (teilweise unklare Betriebsnachfolge) Qualitäts- und Profilanpassungen an die Veränderungen im Freizeitverhalten und in den Ansprüchen notwendig Gestiegener nationaler und internationaler Wettbewerbsdruck Mehrheit der Angebote mit spezialisiertem Geoprofil, zu dem für breitere Zielgruppen erst in seinem Erlebnischarakter ein emotionaler Zugang geschaffen werden muss

Der Bereich Tourismus bietet mit seinen unterschiedlichen Facetten von Geotourismus über den Natur- und Kulturlaub bis hin zum gesundheitsbezogenen Tourismus ein breites Instrumentarium zur Inwertsetzung der vorhandenen einzigartigen Potenziale im LAGGebiet Vulkaneifel. Schutz, Weiterentwicklung und Vernetzung dieser Potenziale sowie eine konsequente und professionelle Vermarktung können im Sinne einer nachhaltigen Tourismusentwicklung realisiert werden. Im nationalen und internationalen Wettbewerb der Regionen gilt es dabei, sich fokussiert zu positionieren. Es ist ein klares, eigenständiges Profil als Land der Vulkane und Maare in den Mittelpunkt zu stellen und in der Folge mit vereinten Kräften zu penetrieren, das die Durchsetzungskraft hat, dem LAG-Gebiet weithin ein unverwechselbares Gesicht in der Menge der Regionen als „Marke“ zu geben.

Gesundheitswirtschaft
Stärken
Gute Ausgangsbasis für die Gesundheitswirtschaft der Region Trier-Eifel Schwerpunkt auf Krankenhäuser, Pflege, Ärzte, Krankentransport, Medizintechnik Modellregion für die elektronische Gesundheitskarte

Schwächen
Konzentration der Angebote im Kernmarkt auf die Zentren Medizinisch-pflegerische Versorgung in Kleingemeinden zum Teil schwierig Bei älter werdender Bevölkerung Markt an Gesundheits- und Wellness-Interessierten noch

53

Bereits hohe Bedeutung des gesundheitsbezogenen Tourismus Gesundheitsfördernde Freizeit (Wandern, Radfahren) in der Vulkaneifel gut möglich Qualität von Nahrung für Genuss und Gesundheit in der Region kommuniziert (Regionalmarke Eifel) Vielfalt an Heil- und Mineralwässern Erste Ansätze des Bundeswettbewerbs „Besser essen – mehr bewegen“ in der VG Hillesheim Erste lokale Aktivitäten in Form von Gesundheitswochen zur Stärkung des Bewusstseins

nicht voll erschlossen Bauen und Wohnen für Ältere mit barrierefreien Angeboten noch nicht überall selbstverständlich

Chancen
Stärkung der Familien durch regional angepasste Unterstützungsangebote im Pflegefall, Unterstützung der (Dorf-)Gemeinschaften Menschen können in ihrer „Heimat“ bleiben, wenn Ihnen im Alter Hilfestellungen (medizinisch, pflegerisch, lebenspraktisch) angeboten werden. Zielgruppe der über 50-Jährigen als Impulsbringer für die Gesundheitswirtschaft Neuer Markt Senioren/-innen-Wirtschaft bringt Kaufkraft und Wertschöpfung, bei entsprechenden Angeboten Gesundheitsbewusste Ernährung befördert Produktinnovation Wasser als wichtiger Baustein der Gesundheitswirtschaft stärker etablieren Gesundheitsbezogenen Tourismus ausbauen (Wellness)

Risiken
Bei steigendem Bedarf an Pflegeleistungen und mangelndem Angebot Überforderung von pflegenden Familienmitgliedern Entwurzelung älterer Menschen durch Wegzug im Pflegefall (Pflegeheim)

Die Gesundheitswirtschaft im umfassenden Sinn der Gesundheitsinitiative Rheinland-Pfalz kann in der Vulkaneifel in den kommenden Jahren einer der entscheidenden Impulsgeber für die regionale Entwicklung werden. Durch die älter werdende Bevölkerung und eine veränderte Wahrnehmung von Gesundheit werden hier völlig neue Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen erwartet. Diese Entwicklungen muss die Vulkaneifel frühzeitig aufnehmen und sich um Innovationen in den Bereichen Gesundheit, Wellness, Tourismus, Freizeit, Ernährung, Bauen, Wohnen und Lebensgestaltung bemühen.

Energiewirtschaft
Stärken Hohe Biomassenpotenziale in Landwirtschaft und Forst Hohe Potenziale an „sonstiger“ Biomasse (Kommunaler Grünschnitt, Landschaftspflege) Ansätze in der Erschließung des Potenzials Holz als Energieträger vorhanden (Pilotförderung LEADER+, ZI Eifel) Innovative Akteure mit hohem Engagement in der Region Experten-Know-how in räumlicher Nähe (bspw. Hochschulen, ifas) Schwächen Potenziale bei der energetischen Nutzung von Holz regional begrenzt Potenziale im Wald noch nicht voll erschlossen (Privatwald) „Sonstige“ holzige Biomasse bislang kaum genutzt; die Stoffströme führen noch sehr oft zur Entsorgung dieser Potenziale Vorhandene Potenziale werden teilweise mit nur geringer Effizienz genutzt Solarenergie noch unterrepräsentiert

54

Speicherproblematik einzelner Potenziale (Sonne, Wind) Fehlende Vernetzung der verschiedenen Potenziale an erneuerbarer Energie Energielogistiksysteme zur Versorgungssicherheit fehlen noch größtenteils

Chancen Erhöhung des Einsatzes regenerativer Energien durch konsequente Nutzung der vorhandenen Potenziale Solarenergie bekannter machen Mit zukunftsweisenden Konzepten die Energieversorgung in den Dörfern neu gestalten Innovationscharakter von LEADER nutzen und neue Energieträger in Nutzung bringen Durch Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und Einsatz regenerativer Energieträger von fossilen Energieträgern unabhängiger werden Wertvoller Beitrag der ländlichen Region zum globalen Klimaschutz Hohes Potenzial an wirtschaftlich darstellbaren Investitionen im Bereich der energetischen Gebäudesanierung und beim Aufbau regionaler Versorgungsstrukturen; damit verbunden ist die direkte Förderung der einheimischen Wirtschaft

Risiken

Die LAG Vulkaneifel hat aufgrund ihrer Ausgangsbedingungen beste Voraussetzungen für einen Wechsel zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei größtmöglichem Einsatz regional vorhandener Ressourcen. Ein weitestgehender Ersatz herkömmlicher Energiequellen durch regenerative Energieträger kann jedoch nur bei konsequenter Energieeinsparung und Erhöhung der Energieeffizienz gelingen.

55

5.

Leitbild und Zielvorstellungen

5.1

Unser Leitbild für die Vulkaneifel

Als Leitbild setzt die LAG-Vulkaneifel konsequent auf das, was das LAGGebiet an Einzigartigem als Kapital einzubringen hat: die Gabe einer Natur, die nicht einfach nur eine attraktive, passive Landschaftskulisse bildet, sondern die aus sich heraus Ereignis ist und als solches mehrdimensional in Wert gesetzt werden kann und muss: NaturEreignis also im wahrsten Sinne des Wortes. Dies gilt für die bewegte Erdgeschichte der Region Vulkaneifel, deren Folgen sich im Land der Eifel-Vulkane und Maare in einer europäisch einzigartigen Vielfalt und Dichte sammeln. Ebenso wie für die Gegenwart und Zukunft, in denen dieser bedeutende natürliche Reichtum mit Rücksicht und Weitsicht zum Vorteil von Natur, Gemeinschaft und Wirtschaft mit vereinter Kraft und Kreativität in Wert gesetzt und veredelt werden soll.
Region Vulkaneifel – Leben, arbeiten und erholen, wo die Natur Ereignis ist

5.2 Unser Oberziel für die Entwicklung unserer Region
Das einzigartige natürliche Kapital ist für das LAG-Gebiet Vulkaneifel große Gabe und große Aufgabe zugleich. Langfristiges Oberziel unseres LAG-Engagements ist es, basierend auf diesem Alleinstellungskapital eine zukunftsfähige ländliche Vorbildregion als integrierter Natur-, Lebens- und Wirtschaftsraum für die Menschen in der Vulkaneifel – Einheimische und Gäste - zu schaffen.
Abbildung 29: Leitbild und Zielvorstellungen der LAG Vulkaneifel

Leitbild: Leitbild: Leben, arbeiten und erholen, wo die Natur Ereignis ist Leben, arbeiten und erholen, wo die Natur Ereignis ist Oberziel: Entwicklung einer zukunftsfähigen ländlichen Vorbildregion Vulkaneifel als integrierter Natur-, Lebens- und Wirtschaftsraum 6 zentrale gebietsspezifische Entwicklungsziele:
1. Auf das Alleinstellungskapital Vulkanismus setzen und Vulkanlandschaft erhalten! 2. Vernetzung als Motor nutzen! 3. Mehr Arbeitsplätze vor Ort schaffen und Arbeitskraft sichern! 4. Mit Klimaschutz regionalen Mehrwert schaffen! 5. Innovative zukunftsfähige Dorf- u. Lebensmodelle gestalten! 6. Kulturelle Identität leben und erlebbar machen!

Region Vulkaneifel – Region Vulkaneifel –

3 horizontale Entwicklungsziele:
Chancengleichheit/Nachhaltigkeit/Demograf. Wandel als Herausforderung

Einklang mit den Entwicklungszielen von EU, Bund, Land RLP

Quelle: Eigene Darstellung.

56

6.

Beschreibung der Entwicklungsziele, -strategien und Handlungsfelder
6.1. Unsere Entwicklungsziele
>>> Fortgeschrieben und weiterentwickelt: sechs zentrale, gebietsspezifische Entwicklungsziele

Abgeleitet aus der Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken verfolgen wir bei der LAG-Vulkaneifel für den Ausbau einer zukunftsorientierten Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Region sechs zentrale gebietsspezifische Entwicklungsziele. Die in der vergangenen Förderperiode verfolgten Ziele werden dabei in wesentlichen Teilen fortgeschrieben und weiterentwickelt.

Tiefe statt Breite Die LAG Vulkaneifel hat sich bewusst bei der Auswahl ihrer Ziele für die zukunftsfähige Entwicklung der Region darauf konzentriert Ziele zu identifizieren, die für die Vulkaneifel das größtmögliche Entwicklungspotenzial aufzeigen. Die ausgewählten Entwicklungsziele fußen auf den spezifischen Stärken und Eigenheiten und sind dazu geeignet die Region Vulkaneifel im Wettbewerb der Regionen weiter zu profilieren. Wir folgen hier dem Ansatz des Stärkens unserer Stärken (Stärkepotenzial). Darüber hinaus verpflichten wir uns Zielen, die für eine ländlichstrukturschwache Region wie der Vulkaneifel von besonderer Bedeutung sind. Wir konzentrieren uns hier auf Ziele, die die wichtigsten Fragestellungen in der Region berühren (Relevanz). Ebenso wählen wir unsere Ziele so aus, dass sie im Einklang mit den Zielen anderer wesentlicher Entwicklungsaktivitäten (Dachmarke Eifel, Netzwerk der europäischen Geoparke und die des kurz vor der Realisierung stehenden Natur- und Geoparks Vulkaneifel) in der Region stehen. Wir suchen hier gezielt Synergien als gemeinsamen Antrieb (Synergiepotenzial). Unsere daher: sechs zentralen gebietsspezifischen Entwicklungsziele sind

>>> Stärken stärken!

>>> Unser Entwicklungsziel 1:

Auf das Alleinstellungsmerkmal Vulkanismus setzen und Vulkanlandschaft erhalten!
Wohl dem, dem Mutter Erde Besonderheiten in die Wiege gelegt hat. Wehe dem im Wettbewerb der Regionen, der diese nicht nachhaltig nutzt. Die einzigartigen, in ganz Europa hervorstechenden natürlichen Potenziale und der geologische Reichtum der Vulkaneifel als Land der Vulkane und Maare stellen das wesentliche Alleinstellungsmerkmal dar, welches wir entschlossen sind, konsequent zu erhalten, in Wert zu setzen und - weit über rein geologisch-wissenschaftlich Interessierte hinaus - für breite Zielgruppen authentisch erlebbar zu machen. Die Erhaltung der Vielfalt und Schönheit unserer Vulkanlandschaft für uns und unsere Gäste ist dabei das Ziel. Die Region ist dabei auf gutem, gemeinsamem Weg, aber das natürliche Kapital bietet eine Fülle von Chancen, die in der Vergangenheit noch nicht in Gänze genutzt werden konnten. Indem für zukünftige Maßnahmen mit Konsequenz und vereinten Kräften auf den Vulkanismus 57

>>> Nur steter Tropfen höhlt den Stein

als das zentrale natürliche Kapital gesetzt wird, bieten sich für die Attraktivität unserer Region als touristische Destination ebenso wie als Wirtschafts- und Lebensraum neue Chancen im Wettbewerb der Regionen.

Mit unserem Ziel „Auf das Alleinstellungskapital Vulkanismus setzen und unsere Vulkanlandschaft erhalten“ verfolgen wir folgende konkrete Unterziele: 1. 2. 3. 4. 5. Erhalt geologischer Besonderheiten Schutz von Natur Landnutzung und Landschaft durch schonende und nachhaltige

Erzielung einer höheren Wertschöpfung durch den Vulkanismus Inwertsetzung geologischer Besonderheiten für Touristen und Einheimische (zielgruppengerecht erlebbar machen) Aufbereitung geologischer Besonderheiten der Region Besonderheiten und Wissensvermittlung der

>>> Unser Entwicklungsziel 2:

Vernetzung als Motor nutzen!
Die Aufgabe, die wir uns gestellt haben ist groß für eine strukturschwache ländliche Region. Deshalb setzen wir auf Kooperation und Vernetzung und bilden Allianzen. Die Erfahrung der LAGVulkaneifel in der vorausgegangenen Förderperiode hat gezeigt, welche Dynamik in der Zusammenarbeit über Grenzen hinaus steckt. Um die vorhandenen vielfältigen Potenziale unserer Region auch zukünftig möglichst erfolgreich nutzen zu können und die gemeinsamen Herausforderungen zu schultern, ist nach Überzeugung und Erfahrung der LAG-Vulkaneifel eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit und die Einbindung eines breiten Spektrums an Akteurinnen und Akteuren in den Entwicklungs- und Entscheidungsprozess unabdingbar. Zentrales Ziel ist zudem – aufbauend auf den beispielhaften bisherigen Erfolgen der Ausbau der gebietsübergreifenden und transnationalen Zusammenarbeit. Dies gilt insbesondere für das internationale Engagement im Netzwerk der europäischen Geoparks, die Umsetzung der gemeinsamen Entwicklungsansätze der Zukunftsinitiative Eifel, des Nationalparks Eifel, der Naturparke in der Eifel, in Luxemburg und Belgien sowie die Kooperation mit den zukünftig anerkannten angrenzenden LAG's.

>>> Kooperation statt Kirchturmdenken

Mit unserem Ziel „Vernetzung als Motor nutzen“ verfolgen wir somit folgende konkrete Unterziele: 1. 2. 3. Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit Ausbau der regionalen, gebietsübergreifenden und transnationalen Netzwerke Erschließung und Ausbau von Synergien durch Vernetzung

58

>>> Unser Entwicklungsziel 3:

Mehr Arbeitsplätze vor Ort schaffen & Arbeitskraft sichern
Menschen können und wollen dort leben, wo sie Arbeit finden. Unternehmen können nur dort überleben, wo es ihnen gelingt, die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und zu binden. Mit Blick auf den Strukturwandel ist es das Ziel, für die Vulkaneifel zum einen neue Arbeitsplätze und Erwerbsmöglichkeiten in Zukunftssegmenten mit guten ländlichen Standortvoraussetzungen zu schaffen. Zum zweiten muss der besonders in der Fläche als Auswirkung des demografischen Wandels unausweichlich kommende Fachkräftemangel als besondere Zukunftsherausforderung für die regionale Wirtschaft in unserer ländlich geprägten Region angegangen werden. Hierbei wird es von besonderer Bedeutung sein, diejenigen Zielgruppen stärker in den Erwerbsprozess zu integrieren und an unsere Region zu binden, bei denen noch ungenutzte Potenziale und eine gute Standorttreue bestehen. An dieser Stelle seien besonders Frauen und Ältere genannt, aber auch Jugendliche, die ihre Ausbildung vor Ort machen und so in der Region verbleiben. Hier sind Anstrengungen im Bereich der Bildung notwendig. Gerade für ländliche Räume und somit auch für die Vulkaneifel ist ein wichtiger Standortfaktor die Qualifikation der in der Region lebenden Bevölkerung. Das hier vorhandene Wissen wird von uns durch für die Vulkaneifel spezifische Bildungsangebote angereichert. Hiermit wollen wir als LAG Vulkaneifel auch dem erwartbaren Fachkräftemangel begegnen. Insgesamt verstehen wir in unserer Region Bildung als einen Auftrag für lebenslanges Lernen, das immer den neuesten Anforderungen genügen muss. So leisten wir unseren Beitrag zur Erreichung der Lissabon-Strategie der EU, bei dem die EU zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden soll. Für die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze vor Ort ist es zudem nach unserer Überzeugung zentral, dem Mittelstand, der das Rückgrat unserer heimischen Wirtschaft bildet, einen Standort zu bieten, der sich durch hohe Mittelstandsfreundlichkeit auszeichnet. Dies gilt sowohl für die Bedarfe von bestehenden Unternehmen, als auch für die Akquise von Neuansiedlungen und für die Gründung neuer Unternehmen im LAG-Gebiet.
>>> Arbeitskraft statt arbeitslos

>>> Lernen fürs Leben, Qualifikation als Chance

Mit unserem Ziel „Mehr Arbeitsplätze vor Ort schaffen und Arbeitskraft sichern“ verfolgen wir somit folgende konkrete Unterziele: 1. 2. 3. 4. 5. Nachhaltige Schaffung von Arbeitsplätzen Erwerbsmöglichkeiten in der Region Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region Sicherung von Ausbildungsplätzen in der Region Identifizierung und Ausbau von Zukunftsbranchen (Tourismus, Gesundheitswirtschaft, Energiewirtschaft, Land- und Forstwirtschaft etc.), incl. Entwicklung von Wertschöpfungsketten in den Zukunftsbranchen und Erschließung neuer

Nachhaltige Schaffung von Ausbildungsplätzen in der Region

59

6. 7.

Ausbau der Mittelstandsfreundlichkeit in der Vulkaneifel Sicherung des Arbeitskräftepotenzials in der Vulkaneifel (Verhinderung von Fachkräftemangel, Standortattraktivität von Unternehmen etc.)

>>> Unser Entwicklungsziel 4:

Mit Klimaschutz regionalen Mehrwert schaffen!
Es ist unser Ziel, den Klimaschutz in der Region Vulkaneifel aktiv voranzutreiben. Dazu werden wir durch entsprechende Sanierungsund Energieeinsparmaßnahmen den Energieverbrauch senken und den verbleibenden Energiebedarf weitestgehend aus regionalen Ressourcen abdecken. Dazu gehören u. a. die Solarenergie, Geothermie, Wasserkraft und die energetische Nutzung von Biomasse. Durch den Aufbau einer regionalen Wertschöpfungskette rund um den Sektor "regenerativer Energiewirtschaft" werden bedeutende Beschäftigungsimpulse in der Region generiert.

>>> Aus regionalen Ressourcen schöpfen und das Klima schützen

Mit unserem Ziel „Mit Klimaschutz regionalen Mehrwert schaffen“ verfolgen wir somit folgende konkrete Unterziele: 1. 2. 3. 4. Erhöhung der Energieeffizienz, um eine Senkung des Energieverbrauchs in der Vulkaneifel zu erreichen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen Möglichst hoher Anteil des Einsatzes regionaler, regenerativer Energiequellen zur Abdeckung des Energiebedarfs Auf- und Ausbau regionaler regenerativen Energiewirtschaft Wertschöpfungsketten im Bereich der

>>> Unser Entwicklungsziel 5:

Innovative zukunftsfähige Dorf- & Lebensmodelle gestalten!
Dorf ohne Zukunft oder Dorf der Zukunft? Unsere ländliche Region ist geprägt durch ihre Dörfer und das Leben in ihnen. Durch die Folgen des demografischen Wandels stellen sich gerade dort in vielerlei Hinsicht besondere Herausforderungen. Klar ist, unsere ländliche Region hat in weiteren Teilen nur Zukunft mit Dörfern, die für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet sind. Deshalb ist es unser Ziel, für die Vulkaneifel neue Modelle des Zusammenlebens in den dörflichen Einheiten zu entwickeln und pilothaft zu erproben, um so dem Ausbluten und Vergreisen der Dörfer, die das Herzstück unserer ländlichen Region bilden, entgegen zu wirken. Es entspricht dabei unserer Überzeugung, dass für das dörfliche Leben zur Sicherung einer lebenswerten Zukunft in neuer Weise der Austausch in Form von Stadt-Land-Beziehungen gesucht werden muss. Darüber hinaus müssen vitale Dörfer über eine der regionalen Situation angepasste Infrastruktur verfügen, um die Attraktivität als Lebensstandort für ihre Bevölkerung sicher stellen zu können. Unter Berücksichtigung des demografischen Wandels ist hier besonderes 60
>>> Ausloten statt Ausbluten

Augenmerk auf die innovative Grundversorgung – auch im medizinisch-pflegerischen Bereich – zu sehen. Darüber hinaus ist es unser Ziel, Mobilität und Anbindung an die „moderne Welt des Internets“ auch im ländlichen Raum zu fördern (zukunftsfähige Informations- und Kommunikationsinfrastruktur).

Mit unserem Ziel „Innovative zukunftsfähige Dorf- & Lebensmodelle gestalten“ verfolgen wir somit folgende konkrete Unterziele: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. Stärkung der Innenentwicklung der Ortskerne Erhalt der Sozialstrukturen in den Dörfern Förderung von zeitgemäßen Wohnformen Erhalt und Entwicklung der Infrastruktur in den Dörfern Aufrechterhaltung der Grundversorgung in den Dörfern Aufbau von Stadt-Land-Beziehungen Förderung der Anbindung der Dörfer (Verkehr, Information/Kommunikation)

>>> Unser Entwicklungsziel 6:

Kulturelle Identität leben & erlebbar machen!
Eigenständige Attraktivität hat nur, was Identität und Authentizität hat. Um die Attraktivität unserer Region für die Menschen, die in ihr leben und die sie besuchen, zu erhalten und zu mehren ist wichtig: Das spezielle kulturelle Erbe und die gewachsene regionale Identität in den Traditionen der Vulkaneifel sowie die Echtheit ihrer Menschen müssen bewahrt, aufgewertet und authentisch nach innen und außen kommuniziert werden. In Zeiten eines Umfeldes, welches für die Menschen einerseits in hohem Maße von Schnelllebigkeit, Auswechselbarkeit, Entwertung und Entwurzelung geprägt ist und anderseits von Sinn- und Heimatsuche, ist dies sowohl wesentlich für eine nachhaltige Steigerung der Attraktivität der Region als heimischer Lebensraum, als auch als authentische touristische Destination mit eigener Prägung. Es geht dabei ausdrücklich nicht darum, der Region - wie dies vielerorts im Zuge von ambitionierten, aber auch austauschbaren Vermarktungsbemühungen geschieht - künstlich ein „Soll-Image“ aufzupfropfen, sondern die gewachsene, einzigartige regionale Identität weiter nach innen zu leben und nach außen erlebbar zu machen. Es ist unsere Überzeugung, dass dazu die Traditionen unserer Region in vielerlei Bereichen von der Sprache bis zum Vereinsleben der nachhaltigen Unterstützung und Weiterentwicklung bedürfen, um diese als wertvollen Teil der gemeinsamen Identität für weitere Generationen bewahren zu können.

>>> Nicht nach anderen schielen: gewachsene Identität statt gekauftes Image

Mit unserem Ziel „Kulturelle Identität leben & erlebbar machen“ verfolgen wir somit folgende konkrete Unterziele: 1. 2. Traditionen, regionales Brauchtum und kulturhistorische Zeugnisse erhalten und erlebbar machen Regionale Identität leben kommunizieren (Gäste) (eigene Bevölkerung) und nach außen

61

3. 4. 5.

Stärkung der Heimatverbundenheit der Bürgerinnen und Bürger Kulturelle Identität neu entwickeln Kulturelles Erbe besser erforschen und nach außen darstellen

Neben diesen sechs zentralen gebietsspezifischen Entwicklungszielen verfolgen wir für die Region Vulkaneifel 3 horizontale Ziele. Chancengleichheit Wir engagieren uns dafür, dass die ausgewählten Projekte einen Beitrag zur Erhöhung der Chancengleichheit zwischen allen gesellschaftlichen Gruppen (Frauen und Männern, Kindern, Jugendlichen, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit und ohne Behinderungen, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund) leisten. Wir bemühen uns in besonderem Maße barrierefreie Angebote für unsere Bevölkerung als auch für unsere Gäste zu schaffen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Beitrag zur Erhöhung der Chancen für die Erwerbsbeteiligung von Jugendlichen, Frauen und Älteren. Nachhaltigkeit Es ist Teil unseres Tuns, dass die ausgewählten Projekte eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Entwicklung fördern. Demografischen Wandel als Herausforderung annehmen Wir stellen uns den Herausforderungen und Chancen des unumkehrbaren demografischen Wandels. Es ist uns wichtig, dass unsere Projekte einen spürbaren Beitrag zum konstruktiven und proaktiven Umgang mit den Auswirkungen des demografischen Wandels leisten, von denen unsere ländlich geprägte Region in besonderem Ausmaß betroffen sein wird. Eingebunden in die gebietsspezifischen Entwicklungsziele und horizontalen Ziele verfolgt die Region Vulkaneifel die Entwicklungsziele der EU (ELER-VO), des Bundes (Nationalen Strategieplanes) und des Landes Rheinland-Pfalz (EntwicklungsProgramm PAUL, LEP IV, Entwurf).

>>> 3 horizontale Ziele: Chancengleichheit, Nachhaltigkeit, Demografie als Chance

>>> Entwicklungsziele der EU, des Bundes und des Landes RLP wurden konsequent berücksichtigt

6.2. Unsere Entwicklungsstrategie

Dualer Ansatz Wir konzentrieren uns zur Erreichung der von uns definierten sechs zentralen Entwicklungsziele auf zwei sich ergänzende, zentrale Strategiestränge: Penetration: konsequente, authentische Inwertsetzung der in dieser Form europäisch einzigartigen gebietsspezifischen natürlichen und geschaffenen

62

Potenziale (Natur/ Vulkanismus, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus) und Kooperation: konsequente, mehrdimensionale Vernetzung (regionale, gebietsübergreifende, transnationale Zusammenarbeit, Vernetzung von Akteuren und Sektoren).

Abbildung 30: Duale Entwicklungsstrategie LAG Vulkaneifel

Quelle: Eigene Darstellung.

Die Doppelstrategie - Inwertsetzung der besonderen gebietsspezifischen Potenziale und der gebietsübergreifenden, zum Teil transnationalen Vernetzung von Akteuren und Sektoren - weist für unsere Region Pilotcharakter auf und kann als Vorbild für andere Regionen dienen. Zudem ist sie in hohem Maße nachhaltig, da sie auf den besonderen gebietsspezifischen natürlichen und geschaffenen Potenzialen der Vulkaneifel aufbaut und gezielt Synergien nutzt. Bezug zu den übergeordneten Themen des Entwicklungs-Programms PAUL Das Lokale integrierte ländliche Entwicklungskonzept (LILE) Vulkaneifel beschränkt sich nicht nur auf eines der vier in den Teilnahmebedingungen des Wettbewerbes zur Auswahl der rheinlandpfälzischen Lokalen Aktionsgruppen vorgegebenen Schwerpunktthemen. Die Strategie der LAG Vulkaneifel basiert vielmehr auf Inwertsetzungs- und Vernetzungselementen, sodass alle vier übergeordneten Themen in die Strategie Eingang finden.

>>> Nachhaltige Entwicklungsstrategie mit Pilotcharakter

>>> Alle vier übergeordneten Themen finden in der Strategie der LAG Vulkaneifel Berücksichtigung

63

1. Einsatz neuen Know-Hows und neuer Technologien zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Erzeugnisse und Dienstleistungen der Gebiete: Diesem Thema trägt insbesondere das später vorzustellende Handlungsfeld B „Arbeitschancen für die Vulkaneifel schaffen“ Rechnung. 2. Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum, insbesondere im Bereich der Daseinsvorsorge Die Verbesserung der Lebensqualität in der Region Vulkaneifel wird in besonderem Maße durch die Projekte des später vorzustellenden Handlungsfeldes C „Lebensräume der Vulkaneifel zukunftsfähig machen“ realisiert. 3. Berücksichtigung des demografischen Wandels: Die Berücksichtigung des demografischen Wandels, seiner Auswirkungen und die Entwicklung notwendiger Anpassungsstrategien stellen einen besonderen Schwerpunkt des LILE Vulkaneifel dar (Aufnahme des horizontalen Zieles „Demografischen Wandel als Herausforderung annehmen“, Auswahl des Handlungsfeldes C „Lebensräume der Vulkaneifel zukunftsfähig machen“) 4. Aufwertung der lokalen Erzeugnisse, indem insbesondere Kleinbetrieben der Marktzugang erleichtert wird Mit diesem Thema beschäftigt sich insbesondere das später vorzustellende Handlungsfeld B „Arbeitschancen für die Vulkaneifel schaffen“ und in Teilen das Handlungsfeld A „Werte der Vulkaneifel wahren & entwickeln“. Bezug zu weiteren Entwicklungsaktivitäten in der Region/ Berücksichtigung übergeordneter Planungen Zentral für unsere Überlegungen zur Entwicklungsstrategie der Vulkaneifel ist, dass sich die Maßnahmen in weitere die Region betreffende Entwicklungsaktivitäten und Planungsvorgaben sinnvoll einordnen und Synergien bestmöglich nutzen. Diese sind insbesondere

der Aktionsplan der Zukunftsinitiative Eifel mit den Kompetenz- und Handlungsfeldern Tourismus, Holz- und Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe sowie Technologie- und Innovationstransfer die Aktivitäten des European Geopark Network (EGN), insb. die transnationale Marketingoffensive zur Förderung des Geotourismus in Europa die Umsetzung der Charta der Europäischen Vereinigung vulkanischer Städte und Territorien das Qualitätskonzept der Regionalmarke Eifel das touristische Entwicklungskonzept Rheinland-Pfalz der Landesentwicklungsplan (LEP) IV (Entwurf) das regionale Entwicklungskonzept Region Trier 64

>>> Vernetzung mit übergeordneten Entwicklungsaktivitäten und Berücksichtigung übergeordneter Planungen

Ländliche Region im Aufbruch - Aktionsraum Westeifel die Kreisentwicklungskonzepte die Maßnahmenplanungen Tourismus das Konzept Natura 2000 das touristische Zukunftskonzept Nürburgring das Unternehmerforum Himmerod die Prozesse des rheinland-pfälzischen Forums ländlicher Raum der Regionalagentur Eifel-

6.3. Unsere Handlungsfelder und Maßnahmenbereiche
Zur Erreichung der gesetzten Entwicklungsziele sehen wir drei zentrale Handlungsfelder, in denen die zukünftige Entwicklung der Region Vulkaneifel im Schwerpunkt angepackt werden soll. Zur Darstellung der operativen Umsetzung der von uns gewählten Strategie werden die Handlungsfelder mit Maßnahmenbereichen und konkreten Schlüsselprojekten angereichert, die das Ergebnis eines umfassenden Diskussionsprozesses in der LAG Vulkaneifel und in den Arbeitsgruppen sind. Die Schlüsselprojekte stellen aus Sicht der Arbeitsgruppen und des LAG-Managements fachlich herausgehobene Projektideen mit Innovationsgehalt und hohen Zielerreichungsbeiträgen zu den Entwicklungszielen der LILE Vulkaneifel dar und dienen der Veranschaulichung der beschriebenen Maßnahmenbereiche. Aus diesem Grund findet sich zu jedem gewählten Maßnahmenbereich mindestens ein Schlüsselprojekt. Die Schlüsselprojekte sind jedoch noch nicht die nach dem dargelegten Bewertungssystem identifizierten A-Projekte die mit Beschluss der LAG im ersten Jahr zur Förderung vorgeschlagen werden. (Diese Bewertung erfolgt erst noch.) Auch wenn sich hier sehr große Übereinstimmungen ergeben werden, kann es im Detail noch zu Verschiebungen kommen. Ebenso geht die LAG Vulkaneifel davon aus, dass sich im Laufe der Umsetzungsphase neue Projektideen ergeben, die die Entwicklungsstrategie anreichern können. Hier kann es im Einzelfall vorkommen, dass eine Zuordnung zu den jetzt bestehenden Maßnahmenbereichen nicht möglich ist. Die LAG Vulkaneifel sieht jedoch vor, dass solche Projekte im Rahmen des LILE auch umsetzbar sind, sofern sie einem der drei Handlungsfelder eindeutig zuzuordnen sind. Darüber hinaus wird die LAG Vulkaneifel die Projekte im Laufe des Entwicklungsprozesses regelmäßig auf Übereinstimmung mit der Entwicklungsstrategie und den Entwicklungszielen prüfen, um so möglichst hohe Effektivität und Synergieeffekte zwischen den Einzelprojekten zu gewährleisten. Mittlerweile verfügt die LAG Vulkaneifel über einen Fundus von mehr als 120 Projektideen. Sie kann somit jeder Zeit mit der Umsetzungsphase beginnen. Neben der Beschreibung der Handlungsfelder, der Maßnahmenbereiche und Schlüsselprojekte findet man nachfolgend zu jedem Maßnahmenbereich jeweils eine Übersicht, auf welche Fördergrundlagen des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms 65
>>> Innovativer Projektideen-Pool für die kommende Förderperiode >>> Umsetzung sofort!

>>> 3 zentrale Handlungsfelder >>> mit dazugehörigen Maßnahmenbereichen >>> mit Schlüsselprojekten als Beispiele für die Strategieumsetzung

PAUL die LAG Vulkaneifel voraussichtlich im Schwerpunkt zur Förderung zugreifen möchte. Die möglichen Fördertatbestände werden für die angedachten Maßnahmen mit Code angegeben (vgl. Programm PAUL). Darüber hinaus wird die LAG Vulkaneifel für jedes Projekt prüfen, ob andere Fördergrundlagen (EU-, Bundes- und Landesprogramme) herangezogen werden können.
Abbildung 31: Handlungsfelder und Maßnahmenbereiche der LAG Vulkaneifel im Überblick

Leben, arbeiten und erholen, wo die Natur Ereignis ist Leben, arbeiten und erholen, wo die Natur Ereignis ist
Handlungsfeld A: Handlungsfeld B: Handlungsfeld C:

Region Vulkaneifel – Region Vulkaneifel –

Leitbild: Leitbild:

Werte der Vulkaneifel wahren & entwickeln
Maßnahmenbereiche: Maßnahmenbereiche: A1: A1: Inwertsetzung des Inwertsetzung des Alleinstellungsmerkmals Alleinstellungsmerkmals Vulkanismus Vulkanismus A2: A2: Ausbau der interregionalen & Ausbau der interregionalen & transnationalen Vernetzung transnationalen Vernetzung A3: A3: Regionstypischer Regionstypischer Natur- & Landschaftsschutz Natur- & Landschaftsschutz A4: A4: Nutzung des Potenzials der Nutzung des Potenzials der erneuerbaren Energien erneuerbaren Energien

Arbeitschancen für die Vulkaneifel schaffen
Maßnahmenbereiche: Maßnahmenbereiche: B1: B1: Unternehmens-BestandsUnternehmens-Bestandssicherung & Neugründung sicherung & Neugründung B2: B2: Aufbau von Aufbau von Zukunftsbranchen Zukunftsbranchen B3: B3: Verbesserte EinkommensVerbesserte Einkommenschancenin der chancen in der Land- & Forstwirtschaft Land- & Forstwirtschaft B4: B4: Erwerbsausbau bei Jugend, Erwerbsausbau bei Jugend, Frauen,& Älteren Frauen, & Älteren B5: B5: Innovative WissensInnovative Wissensvermittlung vermittlung

Lebensräume der Vulkaneifel zukunftsfähig machen
Maßnahmenbereiche: Maßnahmenbereiche: C1: C1: Eifel-Dorf der Zukunft Eifel-Dorf der Zukunft C2: C2: Lebensraum Dorf Lebensraum Dorf gestalten gestalten C3: C3: Erhalt intakte Sozialstruktur Erhalt intakte Sozialstruktur C4: C4: Stärkung regionale Identität Stärkung regionale Identität C5: C5: Innovative InformationsInnovative Informationsund Kommunikationsund Kommunikationsinfrastruktur infrastruktur

Quelle: Eigene Darstellung.

Unser Handlungsfeld A:

Werte der Vulkaneifel wahren & entwickeln
Die großen Gaben der Natur als Land der Eifel-Vulkane und Maare verstehen wir zugleich als unsere große Aufgabe. Handlungsfeld A zielt daher auf den Schutz, die Pflege und die Inwertsetzung der einzigartigen natürlichen Potenziale unserer Region, die das größte natürliche Kapital und das zentrale Alleinstellungsmerkmal darstellen. Die Erhaltung des einzigartigen geologischen Erbes der Region Vulkaneifel und der charakteristischen, gewachsenen Kulturlandschaft sehen wir als die Grundlage für den Aufbau eines dauerhaft umweltgerechten, sozial verantwortbaren und wirtschaftlich ergiebigen Tourismus und Geotourismus mit international wettbewerbsfähiger Ausrichtung im Rahmen des existierenden European Geopark-Netzwerkes. Dabei wollen wir bewusst die Faszination des natürlichen Kapitals unserer Region für eine breite Zielgruppe – also nicht nur für den kleinen Kreis der geologischwissenschaftlich Interessierten – erlebbar machen und dazu zielgruppenspezifische Angebote entwickeln.

>>> Wir wollen: die großen Gaben der Natur zu unserer größten Aufgabe machen!

66

Unser Handlungsfeld B:

Arbeitschancen für die Vulkaneifel schaffen
Arbeit in der Vulkaneifel schaffen schafft Zukunft für die Vulkaneifel. Die Zukunftsfähigkeit unseres ländlichen Raums wird in entscheidendem Maß davon geprägt, inwieweit es gelingt, ein ausreichendes Angebot an wohnortnahen Arbeitsplätzen und Fachkräften für die Menschen und Unternehmen in der Vulkaneifel bereit zu stellen. Daher verfolgen wir in Handlungsfeld B Maßnahmen, die darauf abzielen, vorhandene Arbeitsplätze zu sichern und neue Arbeitsplätze, besonders auch bei verbesserter Einbeziehung der Potenziale von Frauen, Jugendlichen und Älteren, zu schaffen. Insbesondere im Bereich der konsequenten Förderung der Mittelstandsfreundlichkeit unseres Wirtschaftsstandorts, der Mobilisierung des Gründungspotenzials sowie des Auf- und Ausbaus von regionsrelevanten Zukunftsbranchen, der Schaffung von zusätzlichen Einkommenschancen in der Landund Forstwirtschaft und der innovativen Wissensvermittlung sehen wir die zentralen Potenziale für den Arbeitsmarkt mit Zukunft in unserer Region. Gerade im Bereich der Qualifikation sehen wir wichtige Impulse für unsere Region Vulkaneifel. Durch den Ausbau der "Zukunftsbranche Tourismus" ergeben sich durch den hohen Anteil von Teilzeitbeschäftigungen vielfältige Beschäftigungspotenziale für Frauen, insbesondere für diejenigen, die nach der Elternzeit einen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben wohnortnah planen. Unser Handlungsfeld C:

>>>Wir glauben: Arbeit schaffen heißt Zukunft schaffen!

Lebensräume der Vulkaneifel zukunftsfähig machen
Eifelsüchtig oder eifelflüchtig? So wird eine der Fragen der Zukunft heißen, wenn es angesichts der Folgen des demografischen Wandels um den Erhalt der Attraktivität unserer Region geht. Im Handlungsfeld C verfolgen wir daher Aktivitäten, die darauf abzielen, die Attraktivität der ländlichen Region Vulkaneifel als Wohn- und Lebensraum langfristig zu sichern und zu erhöhen. Die Attraktivität der Region Vulkaneifel als Wohn- und Lebensraum sowie als touristische Destination wird von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Neben einem ausreichenden Angebot an wohnortnahen Arbeitsplätzen (vgl. Handlungsfeld B) sind dies vor allem die Aufrechterhaltung intakter Dorfgemeinschaften mit einer bedarfsangepassten sozialen und technischen Infrastrukturausstattung, die Attraktivität des Ortsbildes, das Identitäts- und Heimatgefühl der Menschen in unserer Region, begründet aus einer gemeinsamen Kultur und Geschichte, sowie ein gesundes, landschaftlich reizvolles Wohnumfeld (vgl. Handlungsfeld A).
>>> Unser Ziel: weiter eifelsüchtig statt eifelflüchtig!

67

7. Beschreibung der geplanten Maßnahmenbereiche mit exemplarischen Schlüsselprojektideen

7.1.

Handlungsfeldsfeld A:

Werte der Vulkaneifel wahren und entwickeln
Maßnahmenbereich A 1:

Inwertsetzung des Alleinstellungsmerkmals Vulkanismus
Europa verfügt über eine große Vielfalt an einzigartigen geologischen Zeugnissen. Dies setzt sich im Gebiet der Vulkaneifel als geologisches „Juwel“ fort, wo 400 Millionen Jahre Erdgeschichte nachverfolgt werden können. Jung ist der Vulkanismus, der in der Landschaft nicht nur die deutlichsten Spuren hinterlassen hat, es gründet sich hierauf auch die international bedeutende Stellung der Vulkaneifel in der geowissenschaftlichen Gemeinschaft. Nirgendwo anders lässt sich der Maarvulkanismus mit seinem gesamten Formenschatz so deutlich beobachten und erforschen wie hier. Die Vulkaneifel ist zur Typuslokaliät für diese besondere Ausprägung des Vulkanismus geworden. Nicht zuletzt ist der Vulkanismus das touristische Alleinstellungsmerkmal der Region. Aber auch das Leben in einer Vulkanlandschaft hat Land und Leute in der Vulkaneifel geprägt und zu einer engen Verbundenheit mit der Region geführt. Um die Werte der Vulkaneifel zu wahren und zu entwickeln sieht die LAG Vulkaneifel unter A 1 „Inwertsetzung des Alleinstellungsmerkmals Vulkanismus“ u. a. Projekte vor, die : geologische Strukturen und Funde in ihrer Einzigartigkeit bewahren und für die nachfolgenden Generationen dokumentieren und sichern, geologische Strukturen und Funde für die Öffentlichkeit (vom wissenschaftlich interessierten Fachpublikum über touristisches Publikum bis hin zur eigenen Bevölkerung) aufbereiten, innovative Formen der Umweltbildung in Museen, Themenpfaden, Exkursionen, Seminaren etc. fortentwickeln oder neu aufbauen, helfen, den neuesten geowissenschaftlichen Standards zu genügen, die Potenziale des Vulkanismus gewinnbringend für den Tourismus erschließen und besucherlenkend wirken, die Besonderheiten der Natur (Fauna und Flora) in der Vulkanlandschaft sehen und bewahren helfen. Alle diese Projekte tragen dazu bei, die internationale Bedeutung der Vulkaneifel sowie den Geo-Tourismus weiter auszubauen und die Einzigartigkeit der Region in der eigenen Bevölkerung breit zu verankern. Als Schlüsselprojekt für diesen Maßnahmenbereich wird das Projekt „Bewahrung des geologischen Erbes mit internationaler 68
>>> Vulkaneifel international bedeutend

Wertigkeit“ vorgestellt. Zur Förderung dieser Projekte möchte die LAG Vulkaneifel u. a. folgende Fördertatbestände des rheinland-pfälzischen Programms PAUL einsetzen: Code 313 323 331 Titel Förderung des Fremdenverkehrs Erhaltung und Verbesserung des ländlichen Erbes Berufsbildungs- und Informationsmaßnahmen für die Wirtschaftsakteure in den unter Schwerpunkt 3 fallenden Bereichen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERMaßnahmen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Lebensqualität/ Diversifizierung

41 413

Schlüsselprojekt: Bewahrung des geologischen Erbes mit internationaler Wertigkeit Um den Ansprüchen der Vulkaneifel an ihr internationales geowissenschaftliches Renomee sowie ihrer Bedeutung als Urlaubsgebiet gerecht zu werden, bedarf es geeigneter Anschauungsobjekte in der Natur, sogenannter Aufschlüsse, die die geologischen Einzigartigkeiten herausarbeiten. Gerade der Erhalt und die Dokumentation der geologischen Strukturen in diesen Aufschlüssen sowie die Bergung besonderer geologischer Funde ist grundlegend für die Sicherung des international anerkannten Status der Vulkaneifel als wissenschaftliche wie auch als touristische Destination. Zum Maßnahmenportfolio des Projekts zählen daher auch die Bereitstellung von Lagerkapazitäten und die didaktische Aufbereitung im Rahmen der geowissenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Durch die europaweite Zusammenarbeit im European und UNESCO Geopark Network kann die Vulkaneifel bei der Umsetzung von Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen von Geotopen auf einen Pool von Erfahrungen und Best-practice-Modellen zurückgreifen. Eine europaweite Dokumentation bereits umgesetzter Erhaltungsmaßnahmen ist aus diesem Grund auch ein Projektbaustein, von dem die Vulkaneifel profitieren wird. Maßnahmenbereich A 2:
>>> Europaweiter Austausch

Ausbau der interregionalen und transnationalen Vernetzung
Mit dem Ausbau der interregionalen und transnationalen Vernetzung fühlen wir uns als LAG Vulkaneifel besonders unserem Entwicklungsziel 2 „Vernetzung als Motor nutzen“ verpflichtet. Hier sehen wir Maßnahmen vor, in denen wir eng mit unseren bestehenden Partnern (siehe Kapitel 8) arbeiten und solche, in denen wir neue Kooperationen und -formen initiieren wollen. Die Projekte beschäftigen sich dabei inhaltlich mit den besonderen naturräumlichen, geologischen und kulturhistorischen Potenzialen der Vulkaneifel und greifen 69

>>> Vulkaneifel international bedeutend

die Vernetzung von Institutionen Deutschland – Belgien – Luxemburg,

im

Dreiländereck mit einer

die Verknüpfung europäischer Vulkangebiete gemeinsamen transnationalen Vermarktung

die intensive Zusammenarbeit mit benachbarten Regionen zur Inwertsetzung des kulturellen und natürlichen Erbes heraus. Als Schlüsselprojekte stehen hier die Projekte „Netzwerk Naturzentren im Dreiländereck Deutschland – Belgien – Luxemburg“ sowie die „Europäische Route der Vulkane“. Weiterhin wollen wir die bereits bestehende Zusammenarbeit mit den LAGen Mosel, Moselfranken, Hunsrück und der Luxemburger Mosel im Projekt Straße der Römer fortsetzen. Um die in diesem Maßnahmenbereich angestrebte Vernetzung zu erreichen und zielführende Kooperationsprojekte zu initiieren, wollen wir an der LAG Vulkaneifel folgende Fördertatbestände des rheinlandpfälzischen PAUL-Programms vorrangig einsetzen: Code 313 331 Titel Förderung des Fremdenverkehrs Berufsbildungs- und Informationsmaßnahmen für die Wirtschaftsakteure in den unter Schwerpunkt 3 fallenden Bereichen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERMaßnahmen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Lebensqualität/ Diversifizierung Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Transnationale und gebietsübergreifende Zusammenarbeit

41 413 421

Schlüsselprojekt: Netzwerk Naturzentren im Dreiländereck Deutschland - Belgien Luxemburg In direkter Nachbarschaft zum Europäischen Geopark Vulkaneifel befinden sich Naturzentren wie der Deutsch-Luxemburgische Naturpark, der Deutsch-Belgische Naturpark Hohes Venn – Eifel, der Naturpark Our, sowie der Nationalpark Eifel. Stehen im Vulkaneifel European Geopark die geologischen Erscheinungen und Prozesse, also die unbelebte Natur, stärker im Mittelpunkt, so haben die benachbarten Naturzentren vornehmlich die biologisch/ökologischen Zusammenhänge, also die belebte Natur, im Blick. Gemeinsamkeiten bestehen jedoch bei den Instrumenten, die bei der Maßnahmenumsetzung, den Aktivitäten, den Projekten usw. zum Einsatz kommen. Ziel dieses Projektes ist der Aufbau eines Netzwerkes zwischen den benachbarten Naturzentren. Durch die gegenseitige Kenntnis der Angebots- und Produktpalette, dem Austausch von Best PracticeErfahrungen, die Entwicklung von gemeinsamen Strategien zur Umweltbildung etc. können Synergien entstehen und genutzt werden. 70
>>> Transnationales Kooperationsprojekt

>>> Unbelebte und belebte Natur gehören zusammen

Eigene Profile können gezielt gestärkt werden und redundante Entwicklungen in den Naturzentren lassen sich so vermeiden. Das Netzwerk Naturzentren kann in der Eifel eine Bündelungsfunktion übernehmen und über die Wege des Austauschs und der Kooperation die Zusammenhänge zwischen unbelebter und belebter Natur für eine Region in ihrer Gesamtheit verdeutlichen.

Schlüsselprojekt: Europäische Route der Vulkane Vulkane verbinden europäische Landschaften und Kulturen. Die im Jahre 2006 unter Mitwirkung der Vulkaneifel ins Leben gerufene „Europäische Vereinigung vulkanischer Städte und Territorien“ steht am Anfang ihrer Zusammenarbeit. Erste Aktivitäten zielen auf die touristische Verknüpfung der europäischen Vulkangebiete ab. Eine „Europäische Route der Vulkane“ soll zu einem Marketinginstrument entwickelt werden, welches die Vulkanregionen in den europäischen Randbereichen, im Mittelmeerraum und Mitteleuropas miteinander verbindet. Touristische Angebotspakete aus allen Regionen werden zu einem gemeinsamen Angebot zusammengefügt und über gemeinsam zu entwickelnde und zu nutzende Kommunikationsinstrumente vermarktet. Durch Cross-Marketing können so Synergien genutzt und eine Verbesserung der touristischen Wahrnehmung der jeweiligen Regionen erreicht werden. Maßnahmenbereich A 3:

>>>Verknüpfung der europäischen Vulkangebiete und gemeinsame, transnationale Vermarktung

Gebietstypischer Natur- und Landschaftsschutz
Im Land der Eifel-Vulkane und Maare sehen wir die Erhaltung unserer charakteristischen, gewachsenen Kulturlandschaft als einen besonderen Wert an, dem wir uns mit dem Maßnahmenbereich A 3 „Gebietstypischer Natur- und Landschaftsschutz“ besonders widmen wollen. Durch die vorgesehen Projekte wollen wir u. a. unsere Landschaft offen halten (z. B. Maarkessel) und unser charakteristisches Eifeler Landschaftsbild erhalten, ökologisch wertvolle Lebensraumtypen Lebensräume für seltene Tiere schaffen, bewahren und

Verbindungen zwischen ökologisch wertvollen Räumen schaffen (Vernetzung von Natura 2000-Gebieten untereinander und/oder die Vernetzung von Natura 2000Gebieten mit Naturschutzgebieten und Flächen, die nach § 28 Landesnaturschutzgesetz pauschal geschützt sind), Natur- und Landschaftsschutz durch Nutzung befördern (bspw. Streuobst), Gewässer in ihrer Ursprünglichkeit bewahren oder wieder herstellen, unser Grundwasser als Trinkwasserreservoir schützen, Naturdenkmäler für uns und unsere Gäste erhalten sowie durch Beratung und Umweltbildung zum gebietstypischen Natur- und Umweltschutz beitragen.

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Als Schlüsselprojekte fungieren im Maßnahmenbereich A 3 die Projekte „Extensive Beweidung mit alten, regionstypischen Nutztierrassen“ und „Historische Waldbewirtschaftungsformen an der Niederwaldstraße zwischen Rhein und Kermeter“. Für den gebietstypischen Natur- und Landschaftsschutz sehen wir zudem vor, u.a. folgende Fördertatbestände des rheinland-pfälzischen Programms PAUL einzusetzen: Code 112 214 311 323 41 413 Titel Niederlassung von Junglandwirten Zahlungen für Agrarumweltmaßnahmen Förderung von Investitionen zur Diversifizierung Erhaltung und Verbesserung des ländlichen Erbes Umsetzung des LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERMaßnahmen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Lebensqualität/ Diversifizierung

Schlüsselprojekt: Extensive Beweidung mit alten, regionstypischen Nutztierrassen Ziel des Projektes ist es, durch die Beweidung - vorzugsweise mit alten, vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen (Fleckvieh, Glanrinder, alte Schaf- und Ziegenrassen) - eine Offenhaltung der Landschaft insb. im Maarkessel und auf den Maarhochflächen des Meerfelder Maares zu gewährleisten – und damit den Erhalt ökologisch wertvoller Lebensraumtypen mit ihren entsprechenden Biozönosen und der Aufrechterhaltung eines ansprechenden Landschaftsbildes mit jahreszeitlich abwechselnden Blühaspekten. Dadurch und durch den Einsatz selten zu sehender Tierarten wird der Erlebnischarakter der Landschaft für die Besucher nachhaltig erhöht. Das Fleisch ist lokal und regional als Eifel- (Maar-, Vulkan-) typische Spezialität (Einbindung in die Vermarktungsstruktur der Regionalmarke Eifel) zu vermarkten. Es erfolgt somit auch ein Beitrag zur Sicherung von Erwerbsmöglichkeiten, insbesondere in der Landwirtschaft.

>>> Beitrag zur Stabilisierung der Einnahmequellen aus Landwirtschaft

Schlüsselprojekt: Historische Waldbewirtschaftungsformen an der Niederwaldstraße zwischen Rhein und Kermeter Die Wiederaufnahme der Niederwaldbewirtschaftung leistet einen nachhaltigen Beitrag zum Erhalt von Lebensräumen für seltene Tierarten wie Haselhuhn und Wildkatze, dient als naturgemäße Verbissund Äsungsfläche heimischer Wildarten und sichert den Boden vor Aushagerung und Abrutschung und stellt so einen Beitrag zum Schutz der wertvollen Kultur- und Naturlandschaft dar. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Verbindung diverser Natura 2000-Projekträume und FFH-Gebiete. Zudem soll für interessierte Zielgruppen diese spezifische Kultur- und Naturlandschaft über die Konzeption einer „Niederwaldstraße zwischen Rhein, Mosel und Kermeter (Waldgebiet am Rursee in NWR)“ mit erlebnisorientierten Ausschlusspunkten wie z. B. zur Köhlerei, Eisenverhüttung, Gewinnung von Lohrinde und Grubenholz erschlossen werden. Der Verlauf der 72
>>> Niederwaldstraße als integrierendes gebietsübergreifendes Projekt zwischen Natur, Kultur und Tourismus

>>> Verlauf vom Rhein - Mosel - quer durch die Gesamteifel

Straße ist über Cochem, Kaisersesch, Ulmen, Eisenschmitt, Hillesheim, Jünkerath bis zum Rursee in der Nordeifel vorgesehen. Anzustreben ist die Ausdehnung der Initiative über Rheinland-Pfalz, NRW nach Ostbelgien und Luxemburg. Aufgrund seiner systematischen Überörtlichkeit, der Vernetzung der vielen Biotope und der Kooperation der vielen Institutionen, Vereine und Verbände weist das Projekt Pilotcharakter für die Vulkaneifel auf. Maßnahmenbereich A 4:

Nutzung des Potenzials der erneuerbaren Energien
Die Nutzung des Potenzials erneuerbarer Energien stellt in einer waldreichen Region wie es die Eifel ist ein große Chance dar und kann positive Impulse im Klimaschutz setzen. Bereits unter LEADER+ wurde dieses Potenzial – insbesondere bei der Erschließung von Holz als Energieträger in Form von Holzhackschnitzel und Pellets zu Heizzwecken – erkannt. Wir als LAG Vulkaneifel haben hier große Entwicklungsmöglichkeiten hin zu einer nachhaltigen, weitestgehenden Eigenversorgung auf der Basis erneuerbarer Energiequellen. Dazu ist es jedoch notwendig, folgende Teilaspekte zu betrachten: 1. Energiebedarf senken: Grundvoraussetzung für eine komplette Versorgung auf der Basis erneuerbarer Energien ist die Reduzierung des heutigen Energieverbrauchs. Beim Neubau ist dieses Ziel leicht umzusetzen, dennoch muss dazu folgender Grundsatz in den Köpfen der handelnden Personen verankert werden: „Neu zu errichtende Gebäude sind nur noch im Passivoder Energie+-Standard zu errichten.“ Gleichzeitig ist die energetische Sanierung im Bestand von Bedeutung. Mit entsprechenden Investitionen kann der Energiebedarf von Gebäuden um bis zu 85 % reduziert werden. 2. Energieeffizienz steigern: Die eingesetzten Energieressourcen werden heute teilweise sehr ineffizient genutzt, dies ist jedoch bei begrenzt verfügbaren Ressourcen nicht zielführend. Ein wertvoller Beitrag zur Steigerung des vorhandenen Potenzials an eigenen Ressourcen ist die Verbesserung der Effizienz. Kraft–Wärme–Kopplung, Nahwärmenetze oder das virtuelle Kraftwerk sind wichtige Bausteine. 3. Erneuerbare Energien nutzen: Dabei ist es erforderlich das komplette Angebot der verfügbaren erneuerbaren Ressourcen zu mobilisieren. Die einzelnen Ressourcen Biomasse, Solarenergie, Wind- und Wasserkraft oder Geothermie zeichnen sich jeweils durch unterschiedliche Stärken und Schwächen aus. Im intelligenten Mix ergänzen die verschiedenen Systeme sich jedoch sehr gut und die Probleme der unterschiedlichen temporären Verfügbarkeit und Speicherfähigkeit können gelöst werden. Die aufgeführten Teilaspekte erfordern hohe Investitionen in den konsequenten Umbau der Energieversorgung. Diese Investitionen sind jedoch aufgrund der Preisentwicklung an den Energiemärkten 73
>>>Mix aus erneuerbaren Energien! >>>Energieeffizienz steigern! >>>Ein Muss: Energieeinsparung! >>>hohes Potenzial erneuerbarer Energien >>> Holz als Energieträger

wirtschaftlich darstellbar. Für das einheimische Handwerk stellen diese Investitionen sogar eine erhebliche Stärkung dar. Insgesamt führt der beschriebene Wechsel in der Energieversorgung neben den bekannten Vorteilen des Klimaschutzes auch zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in der Region. Aus diesem Grund sehen wir ein breites Spektrum von Maßnahmen vor, um im Maßnahmenbereich A 4 mehr Klimaschutz zu wagen. Wir wollen dazu u. a. Projekte umsetzen, die neben Biomasse auch weitere Energieträger in den Blick nehmen und damit die Energiegewinnung aus heimischen Rohstoffen wie Holz, Wind, Sonne und Biomasse befördern die Versorgung der Region mit regenerativen Energieträgern thematisieren und die Logistikkonzepte erarbeiten, neue Verfahren zum Einsatz erneuerbarer Energien testen (z. B. Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz), neue Produkte als Energieträger entwickeln und zum Einsatz bringen (z. B. Miscanthus), neue Anlagen auf die Bedürfnisse der Eifel-Dörfer hin entwickeln und einsetzen, auf Energieeffizienz und Energieeinsparung setzen. Als Schlüsselprojekt sehen wir hier den Aufbau einer „Dezentralen Holzenergielogistik Vulkaneifel“ vor, mit dem vor allem die bisherigen Entwicklungsanstrengungen von LEADER+ im Bereich der erneuerbaren Energien abgerundet werden sollen. Um erneuerbare Energien in der Vulkaneifel besser etablieren zu können, möchten wir u. a. auf folgende Fördertatbestände des rheinland-pfälzischen Programms PAUL zurückgreifen: Code 123 311 111 312 321 41 413 421 Titel Erhöhung der Wertschöpfung der land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnisse Förderung von Investitionen zur Diversifizierung Berufsbildungs- und Informationsmaßnahmen Förderung von Unternehmensgründung und –entwicklung Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung für die ländliche Wirtschaft und Bevölkerung Umsetzung des LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERMaßnahmen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Lebensqualität/ Diversifizierung Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Transnationale und gebietsübergreifende Zusammenarbeit

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Schlüsselprojekt: Dezentrale Holzenergielogistik Vulkaneifel Durch den rasant ansteigenden Zubau von HolzhackschnitzelHeizungen in der waldreichen Region Vulkaneifel öffnet sich eine Versorgungslücke zwischen den Verbrauchern, die genormte, hochwertige Energiehackschnitzel beziehen wollen und den vorhandenen Rohstoffquellen. Die in der Region ansässigen Unternehmen zeigen großes Interesse, ihre Dienstleistungspalette in einer aufzubauenden Holzenergielogistik einzusetzen. Gleiches gilt für landwirtschaftliche Unternehmen, Dienstleistende und Speditionen. Durch den Aufbau einer Holzenergielogistik können diese Interessen vernetzt und gebündelt werden. Das Projekt leistet zudem einen Beitrag zur Erhöhung der Beschäftigungsmöglichkeiten in der strukturschwachen ländlichen Region, insbesondere von gering qualifizierten Arbeitssuchenden und erschließt bislang ungenutzte regionale Potenziale.

>>> Beitrag zum RLPSchwerpunkt-Thema „Logistik“

>>> Besonderer Beitrag zur Beschäftigung formal geringer Qualifizierter >>> Beiträge zu „Energieland RLP“

7.2.

Handlungsfeld B:

Arbeitschancen für die Vulkaneifel schaffen
Maßnahmenbereich B 1:

Unternehmens-Bestandssicherung und Neugründung
Im ersten Maßnahmenbereich im Handlungsfeld B „Arbeitschancen für die Vulkaneifel schaffen“ beschäftigen wir uns vor allem mit Maßnahmen, die unsere bereits bestehenden Unternehmen stärken und solchen, mit denen in unserer Region neue Unternehmen gegründet werden sollen. Hier steht also der konsequente Ausbau der Mittelstandsfreundlichkeit, die Mobilisierung des Gründungspotenzials sowie die intensive Begleitung und Unterstützung junger Unternehmen im Mittelpunkt. Damit greifen wir bereits erfolgreiche Initiativen unter LEADER+ auf, entwickeln dieser weiter und runden unser Angebot im Abgleich mit den aktuellen Herausforderungen ab. Um unsere bestehenden und neue Unternehmen in der Eifel zu unterstützen, sehen wir daher u. a. Projekte vor, die durch praktische Angebote Gründerinnen und Gründer in der Eifel unterstützen und junge Unternehmen in den ersten fünf Jahren – auch in unternehmenskritischen Phasen – begleiten, Gründungen auf dem Land insgesamt zum Thema machen und die Chancen für junge Unternehmerinnen und Unternehmer herausstellen, die Problematik der Unternehmensnachfolge in der Vulkaneifel thematisieren und professionelle Angebote bezüglich der Firmenübergabe platzieren, das Innovationspotenzial bei den bestehenden Unternehmen identifizieren und durch Beratung, Qualifizierung und Förderung erschließen,

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die Stärken der Unternehmen in der Vulkaneifel herausstellen und der eigenen Bevölkerung sowie einer interessierten Öffentlichkeit vermitteln, die Unternehmen in der Region stärker miteinander vernetzen, um so zu positiven Effekten für die Region zu kommen, die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Unternehmen beleuchten und zu einer optimalen Zusammenarbeit in der Vulkaneifel führen. Mit diesem Maßnahmenportfolio bieten wir für unsere Unternehmen in der Vulkaneifel einen vitalen Rahmen, in denen eine gesunde Unternehmensentwicklung gefördert wird. Als Schlüsselprojekte stellen wie die Projekte „UnternehmerLand Vulkaneifel“ und „Innovationsberatung plus“ vor. Um die geplanten Projekte umsetzen zu können, sehen wir eine Inanspruchnahme u. a. folgender Fördertatbestände des rheinlandpfälzischen Programms PAUL vor Code 312 313 331 Titel Förderung von Unternehmensgründung und –entwicklung Förderung des Fremdenverkehrs Berufsbildungsund Informationsmaßnahmen für die Wirtschaftsakteure in den unter Schwerpunkt 3 fallenden Bereichen Umsetzung des Maßnahmen LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADER-

41 413

Umsetzung des Diversifizierung

LEADER-Konzeptes:

Lebensqualität/

Schlüsselprojekt: UnternehmerLand Vulkaneifel Aufbauend auf dem sehr erfolgreich umgesetzten LEADER+-Projekt „Gründen auf dem Land“ wurde das Projekt „UnternehmerLand Vulkaneifel“ entwickelt. Stand in dem Projekt „Gründen auf dem Land“ die Unterstützung in der frühen Phase der Gründung im Mittelpunkt, so soll das Projekt „UnternehmerLand Vulkaneifel“ die Unterstützung der Bestandssicherung und –pflege junger Unternehmerinnen und Unternehmer in den ersten Jahren am Markt fokussieren. Ziel ist die Förderung der Konkurrenz- und Wettbewerbsfähigkeit der KMU im LAG-Gebiet insbesondere in den überlebenskritischen ersten 5 Jahren. Hierzu sieht das Projekt ein Maßnahmenpaket vor u. a. mit: Modularem Unternehmer/-innen –Training, Erste-Hilfe-Sprechstunde für Unternehmen, Branchen-Treffs (u. a. Gastgewerbe). Ein weiterer Projektschwerpunkt ist das Thema Unternehmensnachfolge in der ländlichen Region. In der Vulkaneifel besteht ein erheblicher Bedarf an Angeboten, die eine Unternehmensnachfolge begleiten. Die bisher bestehenden Angebote beinhalten im Wesentlichen die Vermittlung. Mit dem Angebot „NachfolgeWerkstatt“ im Rahmen 76

>>> Gute Möglichkeit zur Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern vor Ort

des Projektes „UnternehmerLand Vulkaneifel“ erfolgt eine Ergänzung um eine Moderation und Begleitung des Prozesses mit persönlichen Coachingbestandteilen. Die speziellen Anforderungen an die beiden Parteien bei einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge werden praxisorientiert trainiert. Besonderes Augenmerk wird bei diesem Teilprojekt auf die Unterstützung der regionalen Handwerksbetriebe und des Gastgewerbes gelegt. Im Rahmen des Projektes „UnternehmerLand Vulkaneifel“ sollen auch stark nachgefragte Angebotsbestandteile des Leader+-Projektes „Gründen auf dem Land“ weiter angeboten werden können bspw. der so genannte GründungsberatungsParcours sowie die GründungsTour für Schulen.

>>> Erfolgsprojekt: Beratungs- und SensibilisierungsAngebote des Projektes „Gründen auf dem Land“ werden weiter angeboten

Schlüsselprojekt: „Innovationsberatung plus“ – Aufbauprojekt Innovationsberatung Hotellerie und Gastronomie Aufgrund des großen Erfolges soll das LEADER+-Projekt „Innovationsberatung für Hotellerie und Gastronomie“ in Form von vier weiteren Teilprojekten fortgesetzt und weiter entwickelt werden: Teilprojekt 1: Entlang der Deutschen Vulkanstraße – neue regionale Wirtshauskultur in der Vulkaneifel Nach der Auswertung der Ergebnisse aus dem Projekt “Innovationsberatung“, werden gemeinsame Standards für die Neuausrichtung der Betriebe (Teilnahmekriterien) am Thema Regionalität und Vulkanismus (Geologie) für die Schwerpunkte Einrichtung/ Ausstattung, Ambiente sowie gastronomisches Angebot definiert. Teilprojekt 2: Ausbau (Verbesserung) der regionalen Dienstleistungsqualität“ Dieses Teilprojekt beinhaltet die Durchführung von Qualifizierungs-programmen (Qualitätsoffensive) mit dem Schwerpunkt „Vulkanismus“ zu den Themen Erlebbarmachung Qualitätsphilosophie, Service-verhalten, Mitarbeiter/-innen-Motivation, Beschwerdemanagement sowie Umsatz und Gewinn mit regionalen Produkten. Teilprojekt 3: Regionale Baukultur mit Mehrwert In Teilprojekt 3 soll ein Konzept für die Schwerpunkte Gebäude-sanierung (regionaltypische Fassaden, Heizkostenreduktion), Nutzung großer Dachflächen, Beleuchtungskonzepte, Atmosphäre schaffende Holzfeuerungsanlagen sowie Möglichkeiten der Regenwassernutzung entwickelt werden. Teilprojekt 4: Investitionsförderprogramm Bei Teilprojekt 4 handelt es sich um ein Investitionsförderprogramm für gastgewerbliche Kleinbetriebe zur Verbesserung der Angebotssituation (Gästezimmer, Gästebetreuung, Vermarktungskonzepte) mit den Schwerpunkten – Vulkanismus – Barrierefreiheit – erneuerbare Energienutzung.

>>> Weiterentwicklung der Innovationsberatung für die regionale Hotellerie und Gastronomie

>>Auftragschancen für örtliches Handwerk

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Darüber hinaus ist der Aufbau von Kooperationsstrukturen – z. B. als Geopark-Gastgeber – vorgesehen. Maßnahmenbereich B 2:

Aufbau von Zukunftsbranchen
Wie in der Bestandsaufnahme und in der SWOT-Analyse dargelegt bestehen in der Vulkaneifel beträchtliche wirtschaftliche Potenziale, wenn es gelingt, Zukunftsbranchen weiter auszubauen. Als Zukunftsbranchen haben wir die Tourismus-, die Gesundheits-, die Energie- sowie die Land- und Forstwirtschaft identifiziert. Im Maßnahmenbereich B 2 wollen wir nun genau solche Maßnahmen realisieren, die zu einem weiteren Aufbau der identifizierten Zukunftsbranchen führen bzw. neue Zukunftsbranchen ermitteln. Damit streben wir für die Zukunftsbranche Tourismuswirtschaft u. a. Projekte an, die neue Märkte für die Vulkaneifel erschließen und (geo-) touristische Destinationen vernetzen, die bestehende relevante touristische Infrastruktur (wie z. B. die Eifelquerbahn) weiter ausbauen, mit touristischen Attraktionen verknüpfen und vermarkten, neue Zielgruppen für die Vulkaneifel (Jugend, WellnessInteressierte etc.) erschließen und innovative Angebote platzieren, das touristische Angebot (Infrastruktur Dienstleistungen) punktuell ergänzen, touristische Servicequalität verbessern, gemeinsame Vermarktungsanstrengungen touristischer Leistungsträger in der Vulkaneifel unterstützen. Als Schlüsselprojekte zum Aufbau der Tourismuswirtschaft sehen wir die Projekte „Fit „Besucher-Informationssystem Eifelquerbahn“. Zukunftsbranche für China“ und und

Für die Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft sehen wir u.a. Projekte vor, die sich der Etablierung der Vulkaneifel als Gesundheitsregion verschreiben, die steigende Bedeutung des Themas Gesundheit und Wellness aufgreifen und Bevölkerung und Leistungsträger dafür sensibilisieren, sich auf neue Zielgruppen spezialisieren und barrierefreie Angebote etablieren, Sport, Wellness, Medizin, Pflege und Tourismus miteinander vernetzen und neue Angebote generieren, gesundheitsbezogene vermarkten helfen. Tourismuswirtschaft ausbauen und

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Das Schlüsselprojekt zum Aufbau der Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft ist das Projekt „Vulkaness- Schwerpunkt gesundheitsbezogener Tourismus a la Vulkaneifel“. Für die Zukunftsbranche Energiewirtschaft wurden die entsprechenden Maßnahmen bereits unter dem Maßnahmenbereich A 4 dargelegt. Für die Zukunftsbranche Land- und Forstwirtschaft besteht ein eigener Maßnahmenbereich B 3, in dem die Maßnahmen dargelegt werden. Um den beschriebenen Maßnahmenbereich realisieren zu können, sieht die LAG Vulkaneifel den Einsatz u. a. von folgenden Fördertatbeständen des rheinland-pfälzischen Programms PAUL vor: Code 313 321 331 Titel Förderung des Fremdenverkehrs Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung für die ländliche Wirtschaft und Bevölkerung Berufsbildungs- und Informationsmaßnahmen für die Wirtschaftsakteure in den unter Schwerpunkt 3 fallenden Bereichen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERMaßnahmen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Lebensqualität/ Diversifizierung Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Transnationale und gebietsübergreifende Zusammenarbeit

41 413 421

>>> Zukunftsbranche Tourismuswirtschaft<<<

Schlüsselprojekt: „Fit für China“ Der Vulkaneifel European Geopark ist Partner im Europäischen Geopark Netzwerk sowie im Global Geopark Netzwerk der UNESCO. Das UNESCO Geopark Netzwerk umfasst zur Zeit eine große Gruppe chinesischer Geoparks. Die wachsende Bekanntheit der Vulkaneifel in China wird auf die Zusammenarbeit im UNESCO Global Geopark Netzwerk zurückgeführt, außerdem hat die Nähe zur Stadt Trier als Geburtsstadt von Karl Marx für chinesische Touristen eine besondere Anziehungskraft. Ziel dieses Projektes ist es, geeignete Marketingangebote im Bereich Geo-Tourismus für den chinesischen Markt zu entwickeln. Derzeit gibt es noch keinerlei Marketingprodukte für diesen Markt. Geplant ist ebenso die Bereitstellung von chinesisch-sprachigen Geopark-Begleitern in der Vulkaneifel. Durch die Zusammenarbeit mit der Universität Trier, den dortigen Fachbereichen Sinologie sowie Freizeit- und Tourismus-Geographie sind kompetente Partner vorhanden, die die Aktivitäten mit entwickeln und begleiten können. Ziel des Projektes ist auch die Etablierung von Partnerschaften zwischen den Geoparkregionen.

>>> Hohes Potenzial für weitere transnationale Kooperationen

>>> Stadt-LandKooperationen – insbes. mit der Universität und Stadt Trier - angestrebt

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Schlüsselprojekt: Besucher-Informationssystem Eifelquerbahn Die Eifelquerbahn von Gerolstein über Daun nach Ulmen ist eine der landschaftlich schönsten und interessantesten Nebenstrecken Deutschlands. Nach Abschluss einer Streckenertüchtigung werden die historischen Schienenbusse über Ulmen hinaus bis Kaisersesch mit Anschluss an das Gebiet der Osteifel wieder verkehren. Im Jahr 2006 hatte die Eifelquerbahn im ausschließlichen Wochenendbetrieb rund 20.000 Fahrgäste, eine Erweiterung des Fahrplans auf die Werktage ist vorgesehen. Aufgrund der wachsenden touristischen Bedeutung wird eine Aufwertung der bestehenden Infrastruktur durch ein einheitliches Besucherinformationssystem an den Haltepunkten entlang der Strecke angestrebt. Die Eifelquerbahn bietet aufgrund der Streckenführung für das LeaderGebiet einen Entwicklungsansatz mit gebietsübergreifendem Charakter, bei dem die Informationen gebündelt transportiert und vermittelt werden. >>>Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft<<<
>>> Gebietsübergreifende Verbindung von Teilräumen der Eifel

Schlüsselprojekt: Vulkaness – Schwerpunkt gesundheitsbezogener Tourismus à la Vulkaneifel Langfristiges Ziel dieses Projektes ist die bessere Ausschöpfung der Potenziale, welche die Region Vulkaneifel mitbringt, insbesondere im Bereich der gesundheitsbezogenen Tourismusangebote. Es ist dazu zunächst ein Strategie-Konzept zu entwickeln, wie die vorhandenen besonderen natürlichen Potenziale (vulkanische Erscheinungen, Quellen, einzige deutsche Glaubersalzquelle Bad Bertrich, Naherholungsqualität der intakten, vielgestaltigen Natur etc.) mit der notwendigen Infrastruktur (Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, Tourismusinfrastruktur etc.) so kombiniert werden können, dass im national und international wettbewerbsintensiven Umfeld der gesundheitsbezogenen Tourismuswirtschaft ein eigenständiges, relevantes Angebot im LAG-Gebiet entstehen kann – z. B. durch gezielte Konzentration auf bestimmte zukunftsrelevante Zielgruppenschwerpunkte (Stichwort: Seniorenmarketing) oder auf bestimmte Segmente (Stichwort: Mental Wellness, Burn-out-Prophylaxe & therapie). Die kommende Förderperiode soll dazu dienen, ein derartiges fundiertes Positionierungs-Konzept für das LAG-Gebiet mit dem entsprechenden Maßnahmenkatalog und Pilotmaßnahmen zu erarbeiten, ebenso wie ein entsprechendes Vermarktungs- und Kommunikationskonzept. Das Projekt leistet einen Beitrag dazu in der ländlichen Region vor Ort neue Beschäftigungspotenziale– insbesondere auch für Frauen – zu erschließen.

>>> Regionaler Beitrag zur „Initiative Gesundheitswirtschaft RLP“

>>> Gesundheitswirtschaft als weibliche Beschäftigungsdomäne

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>>> Zukunftsbranchen regenerative Energiewirtschaft und Land- und Forstwirtschaft <<< Die regenerative Energiewirtschaft stellt eine weitere bedeutende Zukunftsbranche in dem LAG-Gebiet dar. Ansätze, die auf den Ausbau dieser Zukunftsbranche abzielen, wurden bereits in dem Maßnahmenbereich A4 „Nutzung des Potenzials der erneuerbaren Energien“ dargestellt. Auch die Zukunftsbranche Land- und Forstwirtschaft, mit hohen Bezügen zur regenerativen Energiewirtschaft, wird in einem gesonderten Maßnahmenbereich gefasst (B 3). An dieser Stelle wird abermals deutlich, dass Projektansätze im Rahmen von Leader in der Regel querschnittsorientiert sind und sich daher meist nicht nur einem Handlungsfeld zu ordnen lassen.

Maßnahmenbereich B 3:

Verbesserte Einkommenschancen in der Land- und Forstwirtschaft
Wie in der Bestandsaufnahme dargelegt ist die Vulkaneifel eine ländliche Region, in der der Land- und Forstwirtschaft eine wichtige Rolle zukommen. Beide bestimmen das Aussehen unserer charakteristischen Vulkanlandschaft in hohem Maße mit. Gerade Landwirtschaft mit ihrer Nutzung der Flächen leistet einen wichtigen Beitrag zur Offenhaltung der Landschaft. Ohne Land- und Forstwirtschaft als Partner können wir die Vulkaneifel nicht nachhaltig entwickeln! Gerade bei einem weiter fortschreitenden agrarstrukturellen Wandel in der Vulkaneifel ist es notwendig, dass die Einkommenssituation der Landwirtinnen und Landwirte verbessert wird und bestehende Einkommenschancen sinnvoll genutzt werden. Gleiches gilt für die Forstwirtschaft. Im Maßnahmenbereich B 3 „Verbesserte Einkommenschancen in der Land- und Forstwirtschaft“ beschäftigen wir uns daher z. B. mit Maßnahmen, die zum einen Diversifizierungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft ausloten, zum anderen zu verbesserten Rahmenbedingungen des Wirtschaftens führen. Die hier angedachten Projekte greifen daher Ansätze auf, die
>>> Diversifizierungsstrategien als Chance

>>> Land- und Forstwirtschaft als Partner im Entwicklungsprozess

neue Einkommensquellen durch innovative Diversifizierungsstrategien in der Erzeugung regenerativer Energieträger, der Vermarktung, im Aus- und Aufbau der touristischen Angebote UaBW, im Bereich der Lederherstellung etc. erschließen, Land- und Forstwirtschaft als Partner des Naturschutzes sehen und mit diesen kooperieren, die strukturellen Rahmenbedingungen durch Flurbereinigungsverfahren). verbessern (z. B.

Als Schlüsselprojekt sehen wir hier das Projekt „Leder aus der Eifel – Aufbau einer Verwertungs- und Vermarktungsstruktur“ vor. Zur 81

Umsetzung der anvisierten Projekte wird die LAG Vulkaneifel voraussichtlich die nachfolgenden Fördertatbestände des rheinlandpfälzischen Programms PAUL heranziehen:

Code 111 112 123 125

Titel Berufsbildungs- und Informationsmaßnahmen Niederlassung von Junglandwirten Erhöhung der Wertschöpfung der land- forstwirtschaftlichen Erzeugnisse Verbesserung und Ausbau der Infrastruktur im Zusammenhang mit der Entwicklung und Anpassung der Land- und Forstwirtschaft Förderung von Investitionen zur Diversifizierung Förderung von Unternehmensgründung und -entwicklung Förderung des Fremdenverkehrs Umsetzung des Maßnahmen LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADER-

311 312 313 41 413 411

Umsetzung des Diversifizierung

LEADER-Konzeptes:

Lebensqualität/

Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Wettbewerbsfähigkeit

Schlüsselprojekt Ganzheitliches nachhaltiges Marketing-, Vertriebs- und Energiekonzept Abtei Himmerod Die Abtei Himmerod sieht die Sicherung ihrer bedrohten wirtschaftlichen Zukunft darin, sich als Wirtschaftsbetrieb neu aufzustellen und zu positionieren. Dies unter der Maßgabe eines ganzheitlichen Ansatzes, der die Energieversorgung, den Klimaschutz und die verschiedensten Wirtschaftsbereichen integriert. Um zukünftig den Erfordernissen der Energieeinsparung und optimalen Energienutzung gerecht werden zu können, wird die Wärmeenergieversorgung der Abtei Himmerod erneuert. Am Konventgebäude und am Gäste- und Jugendhaus erfolgen parallel hierzu Umbau- und Sanierungsarbeiten, u. a. mit dem Ziel einer Senkung des Energiebedarfs. Dieser selbst soll zukünftig ganz aus nachhaltig verfügbaren, eigenen Ressourcen gedeckt werden. Dies sind zum einen auf den vorhandenen Gebäuden installierte Solarenergie-Anlagen sowie die auf eigenen landwirtschaftlichen Flächen erzeugte Biomasse (Miscanthus-Gras). Der nachhaltige Anbau des benötigten Miscanthus auf ca. 20 ha eigener landwirtschaftlicher Fläche und die Nutzung in einem Biomasseheizwerk dieser Größenordnung hat Pilotcharakter. Durch die Kooperation mit dem landwirtschaftlichen Betrieb „Altenhof“ soll die Selbstvermarktung von landwirtschaftlichen und fischereiwirtschaftlichen Produkten aufgebaut werden. Klosterkäserei, Schweinemast und Biofischerei (ebenfalls pilothaft in RheinlandPfalz) werden hierbei die Produkte liefern, die in der Klostergaststätte und im Klosterladen zur Vermarktung angeboten werden. Die Stoffströme in allen Teilbereichen der Abtei und in den Kooperationsbetrieben sollen mit dem Ziel einer autarken, nachhaltigen Kreislaufwirtschaft optimiert werden, die sich aus 82

>>> Abtei Himmerod Verbundkonzept Energie, Landwirtschaft, Direktvermarktung

>>> Stoffströme effizient nutzen

eigenen Ressourcen versorgt und in der fast alle Reststoffe effizient genutzt und erneut in den Produktionslinien integriert werden. Mit der Umsetzung der Gesamtmaßnahme u. a. auch als Integrationsbetrieb wird ein Beschäftigungsimpuls erwartet in einer Größenordnung von bis zu 30 Beschäftigten.

Schlüsselprojekt: Leder aus der Eifel Aufbau einer Verwertungs- und Vermarktungsstruktur Der Strukturwandel in der Landwirtschaft ist noch nicht zum Abschluss gekommen. Betriebe streben nach Diversifizierung ihrer betrieblichen Struktur und wollen auch im Rahmen des Vertragsnaturschutz Aufgaben übernehmen. Ziegen- und Schafhaltung spielen hierbei eine Rolle und sind mittlerweile (wieder) feste Bestandteile der bäuerlichen Wirtschaft in der Vulkaneifel. Für die Milcherzeugung und Käseproduktion sowie die Fleisch- und Wollegewinnung sind funktionierende Produktions- und Absatzketten geschaffen worden, die eine regionale Wertschöpfung ermöglichen. Für die ebenfalls anfallenden Tierhäute erfolgt eine Verwertung auf niedrigem Niveau, oftmals nur als Abfall. Um eine erweiterte und höherwertige Nutzung der Tierhäute zu erzielen soll die Gerbung bzw. Lederproduktion angestrebt werden. Die Gerbung soll dabei nach Maßgabe guter handwerklicher Traditionen mit Naturstoffen erfolgen. Ziegenleder ist ein hochwertiges Produkt, dass entsprechend verarbeitet für hochwertige Bekleidung Verwendung findet. Hier schließt sich ein weiterer Schritt in der Wertschöpfungskette an: die Herstellung und die Vermarktung von Lederbekleidung. Die Region verfügt mit der Fachhochschule Trier, Studiengang Mode-Design, über einen potenziellen Projektpartner, der bei der Entwicklung einer stilsicheren Produktmarke „Eifelleder“ mitwirken soll. In die Entwicklung kann neben Ziegenleder auch Schafund Kuhleder integriert werden. Verbunden mit der (Re-)aktivierung der Ledererzeugung in der Eifel ist der Aufbau eines Logistiknetzwerkes, dass für die Einsammlung und den Transport der Häute vom Bauernhof/Schlachtbetrieb zur Gerberei sorgt. Das Projekt umfasst somit mehrere Wirtschaftsbereiche wie Tierhaltung, Transport, Gerberei/Ledererzeugung, Design und Schneiderei sowie Vertrieb. Neben dem Ziel einer verbesserten Nutzung der Tierhaltung bzw. Tiernutzung und dadurch verbesserter wirtschaftlichen Betriebsbasis werden von dem Projekt auch zusätzliche Beschäftigungsimpulse erwartet. Maßnahmenbereich B 4: Erwerbsausbau bei Jugend, Frauen und Älteren Mit dem Handlungsfeld B, zu dem der Maßnahmenbereich B 4 „Erwerbsausbau bei Jugend, Frauen und Älteren“ gehört, widmen wir uns im Besonderen um die Erschließung von Arbeitsmöglichkeiten in der Vulkaneifel, in dem wir Arbeitsplätze vor Ort schaffen und Arbeitskraft vor Ort sichern. Gerade für die Jugend, für Frauen und Ältere sind in der Vulkaneifel besondere Anstrengungen notwendig, da hier vergleichsweise hohe Potenziale für den Arbeitsmarkt bestehen.
>>> Markenentewicklung „Eifelleder“ >>> Wirtschaftsbereichübergreifend >>> Kooperation mit FH Trier, FB Modedesign angedacht

>>> Arbeitsplätze für Frauen, Jugend und Ältere

83

Um den Erwerbsausbau für die beschriebenen unterstützen planen wir Maßnahmen, die

Zielgruppen

zu

die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen intensivieren und auf verlässliche Fundamente stellen, die Belange der Jugend hinsichtlich ihrer Ausbildung kennen und ernst nehmen, ein attraktives Lehr- und Ausbildungsangebot Vulkaneifel herausarbeiten und kommunizieren, in der

die Besonderheiten der für die Eifel wichtigen grünen Berufe kennen und für diese Berufe werben, die Netze zwischen umliegenden Hochschulen und der Region enger spannen, der Abwanderung junger, qualifizierter Bevölkerungsteile entgegen wirken, das Wissen und den Erfahrungsreichtum der älteren Bevölkerung Wert schätzen und aktiv in das Arbeitsleben einbinden – auch durch Qualifizierungsmaßnahmen. In diesem Maßnahmenbereich möchten wir die drei Schlüsselprojekte „Lernpartner-Allianz Vulkaneifel“, „Hochschule trifft Praxis – Studentennetzwerk Eifel“ sowie „Kompetenz 50plus“ durchführen. Zur Umsetzung des angedachten Maßnahmenportfolios planen wir u. a. folgende Fördertatbestände des rheinland-pfälzischen Programms PAUL heranzuziehen: Code 321 331 Titel Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung für die ländliche Wirtschaft und Bevölkerung Berufsbildungs- und Informationsmaßnahmen für die Wirtschaftsakteure in den unter Schwerpunkt 3 fallenden Bereichen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERMaßnahmen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Lebensqualität/ Diversifizierung Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Transnationale und gebietsübergreifende Zusammenarbeit Schlüsselprojekt: Lernpartner-Allianz Vulkaneifel Die Projektidee beinhaltet den Aufbau von Lernpartnerschaften als Kooperationsnetzwerk zwischen Schule und Unternehmen. Möglicher modellhafter Baustein ist die Durchführung eines kontinuierlichen Schulpraktikums einmal in der Woche über ein Jahr lang. Dies wäre eine neue, ergänzende Vorgehensweise zu den bisher temporär durchgeführten Schulpraktika und üblichen Informationswegen. Den Schülerinnen und Schülern wird dabei über längere Zeit Einblick in die Anforderungen der Arbeitswelt vermittelt. Diese enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Schulen führt zu einem verbesserten Berufsorientierungsverhalten der Schülerinnen und 84

41 413 421

>>> Berufsorientierung durch modellhafte Lernpartnerschaften verbessern

Schüler und trägt so langfristig zur Fachkräftesicherung für die Unternehmen in der Region bei. Dieses modellhafte Vorgehen kann auch die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe erhöhen, weil die Beteiligten sich besser kennen lernen, mehr von einander wissen und gegenseitiges Vertrauen aufbauen können. Die Projektidee leistet auch einen Beitrag dazu, der Abwanderung junger Menschen aus der Region entgegenwirken.

Schlüsselprojekt: Hochschule trifft Praxis - Studentennetzwerk Eifel Motto: Karriere in der Eifel Durch den Aufbau dieses Netzwerkes mit technologieorientierten Unternehmen der Region und vornehmlich aus der Region stammenden Hochschulabsolventen/-innen, die in den die Eifel umgebenden Hochschulen Trier, Koblenz, Aachen, Köln und Birkenfeld studieren, wird ein Beitrag zur Umkehrung der Abwanderung der jungen, qualifizierten Bevölkerungsteile aus der Region sowie zum Transfer zwischen Hochschule und Wirtschaft geleistet. Das Projektvorhaben begrenzt sich nicht nur auf die Region Vulkaneifel, sondern kann für die gesamte Eifel im Rahmen der „Zukunftsinitiative Eifel“ realisiert werden. Darüber hinaus sollen über einer Zielgruppenbefragung weitere Handlungsbedarfe ermittelt werden. Mit der Fachhochschule Trier ist dezentral in den Schulen und den Gründerzentren des LAG-Gebietes der Start einer Kinder-Uni geplant.
>>> Gebietsübergreifendes Kooperationsprojekt >>> Ausbau der Stadt-LandKooperationen >>> Technologie Transfer Hochschule und Wirtschaft

Schlüsselprojekt: Kompetenz 50plus Im Hinblick auf den sich abzeichnenden demografischen Wandel kommt gerade der Aktivierung und Sicherung aller verfügbaren Arbeitskräftepotenziale besondere Bedeutung zu. Hier setzt das Projekt Kompetenz für 50plus an. Dabei geht es in einem ersten Schritt darum, Beschäftigungsnischen und Betätigungsfelder (z. B. Direktvermarktung, Dienstleistung, Tourismus, Pflegenetzwerk sowie Verbesserung der ländlichen Infrastruktur und Versorgung unter besonderer Berücksichtigung nachhaltig-ökologischer Aspekte) zu erschließen. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die Beschäftigungschancen für ältere Frauen gelegt. In einem zweiten Schritt sollen spezielle Qualifizierungsmodule für den Wiedereinstieg in den Beruf oder die Existenzgründung für die 50plus-Generation geschaffen werden, denn in dieser Lebensphase stellt die potenzielle Existenzgründerin andere Fragen als die 20-Jährige. Maßnahmenbereich B 5: Innovative Wissensvermittlung Mit dem Maßnahmenbereich B 5 greifen wir als LAG Vulkaneifel das Thema Bildung auf und suchen nach innovativen Angeboten zur Wissensvermittlung. Dabei bemühen wir uns besonders darum, zielgruppenspezifische Formen des Lernens zu finden, die den zukunftsweisenden Anforderungen an das Wissen und an die Methodik 85
>>> Beschäftigungsnischen für ältere Frauen

des Lernens genügen. Dazu wollen wir modernste Formen der Kommunikations- und Infrastruktur (Internet gestütztes Lernen) heranziehen sowie neue Formen des Zusammenarbeitens in unserer Region (neue Netzwerke von Bildungsträgern, neue Zusammenarbeit von Akteuren (bspw. ehemalige Unternehmer helfen Gründern)) begründen. Als Schlüsselprojekt für diesen Maßnahmenbereich fungiert das Projekt „Learn it smart – Das Lernzentrum in der Vulkaneifel“. Folgende Fördertatbestände des rheinland-pfälzischen Programms PAUL sollen voraussichtlich zur Umsetzung dieses Maßnahmenbereiches herangezogen werden: Code 331 Titel Berufsbildungsund Informationsmaßnahmen für die Wirtschaftsakteure in den unter Schwerpunkt 3 fallenden Bereichen Umsetzung des Maßnahmen LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADER-

41

Schlüsselprojekt Learn it smart – Das Lernzentrum in der Vulkaneifel Learn it smart – Das Lernzentrum in der Vulkaneifel ist ein Schulungsund Trainingscenter, das sich besonders an Frauen im ländlichen Raum wendet. Ziel ist es, Kompetenzen im Bereich der neuen Medien aufzubauen und zu erweitern. Hier werden fundierte Kenntnisse über das Arbeiten im und mit dem Internet vermittelt, da immer mehr Anwendungen webbasiert zur Verfügung gestellt werden. Durch die Arbeit über das Internet können zudem eine Vielzahl neuer Beschäftigungsmöglichkeiten erschlossen werden wie zum Beispiel im elektronischen Handel, in der Internet-Telefonie (Voice over IP), in der Schaffung und dem Aufbau von Netzwerken, in der Bedienung von Content-Management-Systemen CMS, im Sprachbereich (Übersetzungen) und im Bereich des E-Learning. Im Projekt Learn it smart werden moderne Schulungsformen verwendet, die das Lernen in Präsenz- und Onlinephasen organisieren (Blended Learning). Das Lernzentrum an sich ist ein Schulungs- und Trainingscenter und der öffentliche Treffpunkt zur Begleitung des Projekts. Hier werden die Präsenzphasen abgehalten. Darüber hinaus wird ein virtueller Bereich aufgebaut, in dem das Lernen in geschützten und moderierten Foren und einem Chatraum organisiert wird und der Austausch von Dokumenten stattfindet. Das Projekt vermittelt somit an die teilnehmenden Frauen Wissen in drei Modulen: 1. Umgang mit dem Arbeiten im Internet, 2. soziale Kompetenzen als Erfolgsfaktor im Arbeitsleben und 3. zukunftsweisende Sprachkenntnisse (osteuropäische, asiatische). Insgesamt wird den Frauen durch kompetentes Coaching, Training und Begleitung eine individuelle Förderung ermöglicht.
>>> moderne Schulungsformen: blended learning

>>> besonderes Angebot für Frauen in der LAG Vulkaneifel

86

7.3.

Handlungsfeldsfeld C:

Lebensräume der Vulkaneifel zukunftsfähig machen
Maßnahmenbereich C 1: Eifel-Dorf der Zukunft! In vielen Bereichen der Vulkaneifel stehen die Dörfer aufgrund der demografischen Entwicklung und der sich verändernden Rahmenbedingungen (Globalisierung etc.) vor neuen Herausforderungen. Dabei sind die Dörfer in ihrer Ganzheit betroffen, denn sie müssen zukunftsfähige Lösungen für eine Vielzahl von Aspekten finden. Die sich hier stellenden Fragen reichen von der Gestaltung ihres Lebensraums Dorf über das gemeinsame Zusammenleben über Arbeit und Wirtschaften im Dorf bis hin zur Besinnung auf die gemeinsamen kulturellen Wurzeln und umfassen viele Facetten.
Abbildung 32: Facetten einer umfassenden Dorfentwicklung – nicht abschließend

Lebensraum Dorf
Energieversorgung Dorfinnenentwicklung Grundversorgung Sprache Natur im Dorf Vereine Politik und Zivilgesellschaft

Kultur und Identität

Zusammenleben

Regionale Kultur Lokales Brauchtum

Infrastruktur

Neue Wohnformen

Regionale Baukultur

Eifel-Dorf der Zukunft !

Engagement Generationen im Dorf Seniorenfreundlichkeit Familienfreundlichkeit

Kulturelles Erbe

Unternehmensbestandspflege Neuansiedlung Existenzgründung

Integration Kooperationen

Arbeit und Wirtschaft

Quelle: Eigene Darstellung.

Die LAG Vulkaneifel ist dabei der Auffassung, dass auf so grundlegende und vielschichtige Problemstellungen in den Dörfern des ländlichen Raums nur umfassend geantwortet werden kann. Aus diesem Grund sieht sie nachfolgende vier Maßnahmenbereiche (C 2-C 5) vor, die die oben beschriebenen Fragen thematisieren und in C 1 zusammenführen. Der Aspekt „Arbeiten und Wirtschaften“ wird als Maßnahmenbereich nicht aufgeführt, da dies bereits im Handlungsfeld B vertieft wurde.

87

Darüber hinaus plant die LAG Vulkaneifel am rheinland-pfälzischen LEADER-Wettbewerb 2008 „Dorfinnenentwicklung“ teilzunehmen. Dazu wird eine gesonderte Wettbewerbsunterlage vorbereitet. Zur Umsetzung des Maßnahmenbereichs C 1 stellen wir als LAG Vulkaneifel das Projekt „Innovationsnetzwerk Eifel-Dorf der Zukunft!“ vor. Hierzu planen wir voraussichtlich folgenden Fördertatbestand des rheinland-pfälzischen Programms PAUL heranzuziehen. Code 41 421 Titel Umsetzung des Maßnahmen LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERund

Umsetzung des LEADER-Konzeptes: gebietsübergreifende Zusammenarbeit

Transnationale

Schlüsselprojekt: „Innovationsnetzwerk Eifel-Dorf der Zukunft !“ Das „Innovationsnetzwerk Eifel-Dorf der Zukunft !“ will pilothafte, innovative Projekte der Dorfentwicklung zusammenführen und in der Umsetzung begleiten sowie aus dem Impuls des gemeinsamen Lernens innovative Projekte initiieren. Das „Innovationsnetzwerk EifelDorf der Zukunft !“ speist sich damit inhaltlich aus den Maßnahmenbereichen C 2 bis C 5 und kombiniert das Wissen der praktischen Arbeit in Modelldörfern mit Experten-Know-How aus der Region (Arbeitsgruppe Dorf plus weitere Experten). Im Ergebnis soll so ein umfassendes Konzept für innovative Dorfentwicklung in der Eifel entwickelt werden, das über die einzelnen Modelldörfer angereichert wird. Um als Modelldorf in das Innovationsnetzwerk einzusteigen, müssen sich die Dörfer der Region bewerben. Voraussetzung ist hierbei, dass mindestens ein innovatives Projekt umgesetzt wird. Dies ist bei der Umsetzung eines LEADER-Projektes im Rahmen der Dorfentwicklung bereits gegeben. Mit der Aufnahme in das Innovationsnetzwerk sind folgende Aufgaben bzw. Effekte für die Modelldörfer verbunden: Sie bringen ihr innovatives Projekt, das eine Facette der Dorfentwicklung in der Eifel darstellt, ein und stellen es im Innovationsnetzwerk vor. Sie partizipieren an den Entwicklungen in den anderen Modellgemeinden durch Erfahrungsaustausch. Sie erfahren Ansätze innovativer Dorfentwicklung in der Eifel umgehend und können neue Impulse in ihre Dorfentwicklung aufnehmen – gerne auch als weiteres Projekt. Sie erhalten Impulse für Dorfentwicklungsanstrengungen Experten der Region. ihr Projekt und durch Expertinnen ihre und

>>> innovative Dorfentwicklung für das Eifel-Dorf der Zukunft!

Sie flechten ihre Ergebnisse in die Strategie des LILE Vulkaneifel ein und erhalten ihrerseits Impulse aus dem LILE. Sie können mit der Auszeichnung „Eifel-Dorf der Zukunft!“ werben. Sie bringen innovative Dorfentwicklungsprojekte in die Öffentlichkeit. 88

Um dies zu gewährleisten hält das „Innovationsnetzwerk Eifel-Dorf der Zukunft !“ eine Arbeitsplattform vor. Das Innovationsnetzwerk organisiert den Erfahrungsaustausch und Lernprozess, indem es die teilnehmenden koordiniert, Modelldörfer und die Experten

regionale Konferenzen zum Erfahrungsaustausch vorbereitet, durchführt und dokumentiert, Räume für kreative Projektinitiierung bietet, eine Kommunikationsstrategie für die Öffentlichkeit erstellt, Pressearbeit übernimmt und Materialien bereitstellt (Internet, Flyer, Broschüren), das „Handbuch“ für eine umfassende innovative Dorfentwicklung in der Eifel aus den Projektergebnissen zusammenstellt, pflegt und vermarktet, die Auszeichnung „Eifel-Dorf der Zukunft !“ entwickelt und vergibt. Beginnen soll das Innovationsnetzwerk möglichst mit einem Modelldorf je Maßnahmenbereich. Neue Modelldörfer können sukzessive aufgenommen werden. Projektziel ist es möglichst viele Eifel-Dörfer zu Eifel-Dörfern der Zukunft! zu machen, die sich langfristig mit ihrer Dorfentwicklung beschäftigen und innovative Projekte möglichst umfassend initiieren. Maßnahmenbereich C 2: Lebensraum Dorf gestalten Im Maßnahmenbereich „Lebensraum Dorf gestalten“ beschäftigt sich die LAG Vulkaneifel vor allem mit dem Bereich der unmittelbaren Dorfgestaltung. In vielen Gemeinden ist bspw. die dörfliche Struktur zunehmend durch Leerstand in den Ortskernen geprägt. Vor diesem Hintergrund ist es ein Anliegen der LAG Vulkaneifel, die leer stehenden und ungenutzten Gebäude im Ortskern wieder für Wohnen attraktiv zu machen. Darüber hinaus gilt es vor allem die Dorfinnenentwicklung zu stärken und zu vitalen Dorfkernen zurück zu kommen. Ebenso findet sich in diesem Maßnahmenbereich der Auftrag, in den Dörfern Beiträge zum Entwicklungsziel „Mit Klimaschutz regionalen Mehrwert schaffen!“ zu generieren. In Dörfern als Kristallisationspunkte ländlichen Lebens ist weiterhin eine angepasste Infrastrukturausstattung notwendig, um für Bevölkerung aber auch für Gäste attraktiv zu sein. Auch diesem Bereich will sich die LAG Vulkaneifel widmen. Die hier angedachten Projekte greifen daher u. a. Ansätze auf, die dem Leerstand der Ortskerne aktiv begegnen und innovative Konzepte für neue Nutzungsformen erarbeiten, durch strukturelle Maßnahmen wie bspw. der Dorfflurbereinigung die prägende Dorfstruktur weiterentwickeln, die Grundversorgung der Bevölkerung in den Blick nehmen und ein verbessertes Angebot schaffen,
>>> Dörfer: Kristallisationspunkte ländlichen Lebens

89

die soziale und technische Infrastruktur hinsichtlich der regionalen Bedürfnisse prüfen und tragfähige Angebote formulieren. Als Schlüsselprojekt für diesen Maßnahmenbereich beschreiben wir das Projekt „Dorfflurbereinigung/ Weiterentwicklung der prägenden Dorfstruktur“. Um unseren Lebensraum in unseren Eifel-Dörfern zu gestalten plant die LAG Vulkaneifel u. a. folgende Fördertatbestände des rheinland-pfälzischen Programms PAUL heranzuziehen: Code 311 321 322 41 413 Titel Förderung von Investitionen zur Diversifizierung Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung ländliche Wirtschaft und Bevölkerung Dorferneuerung und Dorfentwicklung Umsetzung des Maßnahmen LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERfür die

Umsetzung des Diversifizierung

LEADER-Konzeptes:

Lebensqualität/

Schlüsselprojekt: Dorfflurbereinigung/Weiterentwicklung der prägenden Dorfstruktur Grundlage dieses Projektes ist eine Analyse der ortsprägenden Raumstrukturen und Bauelemente des jeweiligen Dorfes und die Erarbeitung eines Strukturplanes. Abriss- und Neuparzellierungsmaßnahmen sollen gezielt gefördert werden, um so insbesondere junge Menschen und Familien dazu zu bewegen, auf ein Grundstück im Neubaugebiet zu verzichten und im Ortskern zu bauen bzw. ein Haus zu kaufen. Damit entstehen wieder vermehrt altersgemischte Nachbarschaften. Um den Erfolg des Projektes sicher zu stellen, wird ein intensiver intrakommunaler Austausch im Dorf vorgesehen. Das Konzept soll in einem Musterdorf modellhaft erprobt werden, um dann sukzessive in weiteren Eifel-Dörfern umgesetzt zu werden.

Maßnahmenbereich C 3: Erhalt intakte Sozialstruktur In diesem Maßnahmenbereich beschäftigt sich die LAG Vulkaneifel mit Ansätzen, die sich um die Frage des Zusammenlebens in den Dörfern drehen. Dabei ist es ihr besonderes Anliegen, alle Altersklassen in den Orten zu berücksichtigen sowie in neuen Formen der Kooperation zwischen Jung und Alt zu neuen Netzen in den Dörfern zu kommen. Gerade im „Wie leben wir zusammen in unserem Dorf?“ bestehen nach Einschätzung der LAG Vulkaneifel beträchtliche Potenziale, die Attraktivität der ländlichen Region Vulkaneifel als Wohn- und Lebensraum langfristig zu sichern und zu erhöhen.

90

Um eine intakte Sozialstruktur in unseren Dörfern zu erhalten und weiter zu unterstützen sehen wir daher u. a. Maßnahmen vor, die neue Wohnformen im ländlichen Raum entwickeln und dabei die Bedürfnisse von Jung und Alt berücksichtigen, es älteren Bevölkerungsgruppen ermöglichen, weiter in ihrem Dorf zu leben, es Familien und jüngeren Bevölkerungsgruppen erlauben, sich heimisch zu fühlen, die Belange von Kindern berücksichtigen und kindliches Leben in der Vulkaneifel unterstützen, die neue Netze in den Eifel-Dörfern spinnen und Menschen zusammenbringen, das Können von Jung und Alt kombinieren und so dörflichen Mehrwert schaffen, Vereine als wichtigen Motor dörflichen Lebens sehen und diese in ihrer Arbeit unterstützen. Als Schlüsselprojekt greifen wir für diesen Maßnahmenbereich das Projekt „Etablieren eines regionalen Vereinsmanagements“ heraus. Zur Umsetzung des beschriebenen Maßnahmenportfolios plant die LAG Vulkaneifel u. a. folgende Fördertatbestände des rheinland-pfälzischen Programms PAUL heranzuziehen: Code 311 321 322 41 413 Titel Förderung von Investitionen zur Diversifizierung Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung für die ländliche Wirtschaft und Bevölkerung Dorferneuerung und Dorfentwicklung Umsetzung des LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERMaßnahmen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Lebensqualität/ Diversifizierung

Schlüsselprojekt: Etablieren eines regionalen Vereinsmanagements In diesem Projekt soll im Hinblick auf den Rückgang der Mitgliederzahlen in den Vereinen sowie die Vergreisung der Vereine für einen begrenzten Raum in der Vulkaneifel ein Vereinsmanagement etabliert werden. Aufgabe dieses Vereinsmanagements ist die Bildung von interkommunalen Allianzen auf Vereinsebene. Zu fördern sind die Vernetzung der Vereine und die Stärkung der Position der Vereine in der Dorfstruktur. Das Projekt zielt auf eine Stärkung der örtlichen Vereinsarbeit zur Verbesserung der Jugendund Familienintegration in den Dörfern der Vulkaneifel ab.

>>> Interkommunale Zusammenarbeit

91

Maßnahmenbereich C 4: Stärkung regionale Identität Die Besinnung auf die gemeinsamen kulturellen Wurzeln und die Geschichte eines jeden Dorfes stellt die Basis für ein Identitäts- und Heimatgefühl der Menschen in der Vulkaneifel dar. Der hier beschriebene Maßnahmenbereich begründet aus einer gemeinsamen Kultur und Geschichte der Vulkaneifel Ansätze, die zu einer Stärkung der regionalen Identität führen können und stellt sich in den Kontext der bereits vielfältigen Anstrengungen zur Identitätsprägung der Eifel (bspw. Dachmarke Eifel). Aktuell beschäftigt sich die LAG Vulkaneifel in diesem Maßnahmenbereich intensiv mit Fragen der regionalen Baukultur, sieht darüber hinaus aber auch kulturelle und historische Maßnahmen vor. Sie formuliert zur Umsetzung dieses Maßnahmenbereichs daher u. a. Ansätze, die dorfgerechtes, regionaltypisches Bauen aufgreifen Öffentlichkeit für einen „Eifel-Baustil“ generieren, die Verwendung von historischen unterstützen und hier Logistik aufbauen, und

Baumaterialien

sich mit Sprache und Kultur der Eifel beschäftigen. Als Schlüsselprojektidee formuliert die LAG Vulkaneifel das Projekt „Bewusstseinsbildung für eine regionale Baukultur“. Zur Umsetzung der angedachten Maßnahmen zieht sie voraussichtlich u. a. folgende Fördertatbestände des rheinland-pfälzischen Programms PAUL heran: Code 311 321 322 41 413 421 Titel Förderung von Investitionen zur Diversifizierung – bäuerliches Handwerk Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung für die ländliche Wirtschaft und Bevölkerung Dorferneuerung und Dorfentwicklung Umsetzung des LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERMaßnahmen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Lebensqualität/ Diversifizierung Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Transnationale und gebietsübergreifende Zusammenarbeit

Schlüsselprojekt: Bewusstseinsbildung für eine regionale Baukultur In einer vergleichenden Dokumentation soll anhand der unterschiedlichen europäischen Regionen im Rahmen der Netzwerke European Geoparks und Europäische Vereinigung vulkanischer Städte und Territorien sowie in Zusammenarbeit mit Hochschulen aufgezeigt werden, welchen Einfluss die traditionellen Bauweisen auf die heutige Bautätigkeit ausüben.

92

Die transnationale Auseinandersetzung mit den jeweils eigenen Stärken soll das Bewusstsein für die gewachsene Baukultur in den beteiligten Regionen fördern und positiven Einfluss auf eine regionaltypische und traditionell inspirierte Bautätigkeit ausüben, die sich mit dem natürlichen Umfeld in Einklang und im Dialog findet. Maßnahmenbereich C 5: Zukunftsfähige Informations- und Kommunikationsinfrastruktur Neben der grundsätzlichen Bedeutung einer angemessenen Infrastrukturausstattung in den Dörfern – die unter C 2 bereits angesprochen wurden – ist die Anbindung an die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur für die Zukunft ländlicher Räume besonders wichtig. Nur bei einer flächendeckenden Versorgung der Regionen mit schnellen Internet-Zugängen können sich Wirtschaftskraft (beispielsweise im der unternehmensnahen Dienstleistungen) und Arbeitsplätze positiv entwickeln. Aus diesem Grund wollen wir in der LAG Vulkaneifel u. a. Ansätze aufgreifen, die die Voraussetzungen für den Aufbau von zukunftsfähigen Informationsund Kommunikationsinfrastrukturen analysieren, den Dörfern beim Aufbau einer unterstützend beiseite stehen. solchen Infrastruktur

>>> Transnationales Kooperationsprojekt

>>> Breitband-Messe 2006 gab Impulse im LAG-Gebiet

Als Schlüsselprojekt sehen wir hier das Projekt „BreitbandKompetenzzentrum“ vor. Zur Umsetzung des Maßnahmenbereichs C 4 kommen voraussichtlich folgende Fördertatbestände des rheinlandpfälzischen Programms PAUL zum Tragen: Code 321 322 41 413 421 Titel Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung für die ländliche Wirtschaft und Bevölkerung Dorferneuerung und Dorfentwicklung Umsetzung des LEADER-Konzeptes: ergänzende LEADERMaßnahmen Umsetzung des LEADER-Konzeptes: Lebensqualität/ Diversifizierung Transnationale und gebietsübergreifende Zusammenarbeit

Schlüsselprojekt: Breitband-Kompetenzzentrum Vulkaneifel Mit dem Breitband-Kompetenzzentrum soll in Ergänzung der Landesinitiative modellhaft eine Institution geschaffen werden, die den ländlichen Raum beim Aufbau einer zukunftsfähigen Informations- und Kommunikationsstruktur begleitet. Nach wie vor ist die Anbindung an die „Daten-Autobahn“ in ländlichen Gemeinden unzureichend, dies wird von Seiten der Unternehmen immer wieder formuliert. Allerdings besteht bis jetzt noch keine verbindliche detaillierte Übersicht über die 93

>>>Anbindung an „Datenautobahn“ verbessern

bisherige Versorgungsdichte und den konkreten bestehenden Bedarf. Hier soll das Breitband-Kompetenzzentrum helfen und eine Bestandsaufnahme der Versorgung und des regionalen Bedarfes erarbeiten. Darüber hinaus soll das Breitband-Kompetenzzentrum Vulkaneifel folgende Aufgaben übernehmen: Erfassung vorhandener & nutzbarer Infrastruktur zum Aufbau ergänzender Versorgung (Glasfaserleitungen, Funkmaste, Leerrohre usw.), Recherche & Darstellung von Best-Practice-Beispielen: Anbieter & Techniken (sowie Bewertungen hierzu, z. B. auf der Grundlage umfassender Untersuchungen des Bundesministerium für Wirtschaft), Bei Bedarf neutrale Beratung bzw. Vermittlung fachkompetenten aber neutralen Beraters, Beratung bei der Beantragung von Fördermitteln. Selbstverständlich wird dabei mit ähnlichen Institutionen anderer ländlicher Räume (wie bspw. mit anderen Kompetenzzentren) zusammen gearbeitet. eines

94

Tabelle 18: Bezug der geplanten Maßnahmenbereiche der LAG Vulkaneifel zu den programmspezifischen Zielen des EP PAUL
Maßnahmenbereiche der LAG Vulkaneifel Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit land- und forstwirtschaftlicher Betriebe Verbesserung der Produktqualität durch Managementsysteme Verbesserung der Umweltsituation, insb. Naturschutz durch landund forstwirtschaftliche Nutzung Sicherung einer flächendeckenden Landbewirtschaftung einschließlich Umweltschutz sowie Maßnahmen der EGWasserrahmenrichtlinie Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft Verbesserung der Arbeitsund Lebensbedingungen im ländlichen Raum Schaffung von Einkommensalternativen

A 1: Inwertsetzung des Alleinstellungsmerkmals Vulkanismus A 2: Ausbau der interregionalen und transnationalen Vernetzung A 3:Gebietstypischer Natur- und Landschaftsschutz A 4: Nutzung des Potenzials eneuerbaren Energien B 1: Unternehmens-Bestandssicherung & Neugründung B 2: Aufbau von Zukunftsbranchen B 3: Verbesserte Einkommenschancen in der Land- und Forstwirtschaft B 4: Erwerbsausbau bei Frauen, Jugendlichen und Älteren B 5: Innovative Wissensvermittlung C 1: Eifel-Dorf der Zukunft! C 2: Lebensraum Dorf gestalten C 3: Erhalt intakte Sozialstruktur C 4: Stärkung regionale Identität C 5: zukunftsfähige Informations- und Kommunikationsinfrastruktur X X

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Quelle: Eigene Darstellung.

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8. Beschreibung der geplanten gebietsübergreifenden und transnationalen Zusammenarbeit
Die Region Vulkaneifel widmet dem Aspekt der gebietsübergreifenden und transnationalen Zusammenarbeit mit anderen ländlichen Regionen bereits seit Jahren große Aufmerksamkeit. So ist die Vulkaneifel Gründungsmitglied im Netzwerk der Europäischen Geoparke (EGN) und kann bereits heute intensive Kooperationen im Rahmen dieses Netzwerkes vorweisen (bspw. die transnationale Marketingoffensive zur Förderung des Geotourismus in Europa). In diesem Netzwerk befinden sich neben der LAG Vulkaneifel weitere LEADER-Regionen, so z. B. die LAGen Bergstraße Odenwald (Hessen), Eisenwurzen (Niederösterreich), Lesvos (Griechenland), Madonie (Sizilien), North Pennines (Nordengland), Beigua (Norditalien), Psiloritis (Kreta). Zudem ist die Vulkaneifel Mitbegründer der „Europäischen Vereinigung vulkanischer Städte und Territorien“. Im Rahmen dieser beiden Netzwerke ist zukünftig eine gebietsübergreifende bzw. transnationale Kooperation auf Projektebene vorgesehen. So hat das Schlüsselprojekt „Europäische Route der Vulkane“ die Verknüpfung der europäischen Vulkangebiete und eine gemeinsame, transnationale Vermarktung zum Ziel. Eine gebietsübergreifende und transnationale Zusammenarbeit wird auch im Rahmen der Schlüsselprojekte „Bewahrung des geologischen Erbes mit internationaler Wertigkeit" sowie „Fit für China“ angestrebt. Doch nicht nur das enorme geologische und vulkanologische Potenzial der Vulkaneifel bietet Anknüpfungspunkte für Kooperationen mit anderen LEADER-Regionen. Im Rahmen eines nationalen und transnationalen Kooperationsnetzwerkes der LAGen im Eifel-ArdennenRaum sollen die umfassenden Synergieeffekte genutzt werden, die sich aus der Zukunftsinitiative Eifel ergeben und die in der Kooperation der unterschiedlichen Partner aus den LEADER-Netzwerken in RheinlandPfalz, den Fördergebietskulissen in Nordrhein-Westfalen, Luxemburg und Belgien eine Zusammenführung bzw. inhaltliche und organisatorische Koordination finden. Die LAGen Vulkaneifel, Bitburg-Prüm und Nordeifel/NRW haben sich im Zuge der Erarbeitung der LEADERBewerbungen darauf verständigt, die im Rahmen der Zukunftsinitiative Eifel und der Regionalmarke Eifel gemeinsam entwickelten Ansätze auch in ihren LEADER-Entwicklungskonzeptionen zu platzieren und umzusetzen. Hierzu zählt bspw. das Schlüsselprojekt „Netzwerk Naturzentren im Dreiländereck D –B Lux“, in dessen Rahmen eine Zusammenarbeit mit den ILE-Regionen Eifel-Rur und Kalkeifel und der neuen LEADER-Region in der nordrheinwestfälischen Eifel sowie mit dem Deutsch-luxemburgischen Naturpark, dem Deutsch-belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel, dem Naturpark Our, sowie dem Nationalpark Eifel erfolgen wird. Ein weiteres gebietsübergreifendes Projekt der Eifelregion ist das „BesucherInformationssystem Eifelquerbahn“. Aktivitäten im Rahmen der Regionalmarke Eifel bieten ebenfalls die Möglichkeit für gebietsübergreifende Kooperationen sowie den Aufbau von Unternehmensnetzwerken zur Erhöhung des Mehrwerts in dieser Zusammenarbeit mit eifelnahen Hochschulen. Das kulturelle Erbe der Vulkaneifel aus der Römerzeit bietet die Grundlage für die Zusammenarbeit mit zahlreichen deutschen und europäischen LAGen (Mosel, Hunsrück, LAGen im Saarland, LAG 96
>>> LAG Vulkaneifel weist umfangreiche Erfahrungen in der gebietsübergreifenden und transnationalen Kooperation auf

>>> LAG Vulkaneifel als Gründungsmitglied des Netzwerkes der Europäischen Geoparke >>> Internationale Geopark-Charta

>>> LAG Vulkaneifel als Mitbegründer der Europäischen Vereinigung vulkanischer Städte und Territorien

>>> Zusammenarbeit im Rahmen der Zukunftsinitiative Eifel

Miselerland in „Straße der Großprojektes mit regionalen

Luxemburg) im Rahmen des Schlüsselprojektes Römer – Ausbau des grenzübergreifenden mit Infotainment, Jugendprojekten „Römershops“ Produkten und vielem mehr“.

Analog zur erfolgreichen touristischen Inwertsetzung des Maare-MoselRadweges in der Leaderperiode 2000 bis 2006 wird in Zusammenarbeit mit der benachbarten LAG Mosel die Projektidee „Touristische Aufwertung des Maare-Mosel-Wanderweges“ vom Ulmener Maar durch das wilde Tal der Endert bis an die Mosel voran getrieben. Das Projekt passt durch seine Alleinstellungsmerkmale Mühlen und das Kleinod Kloster Maria-Martental in die Landesinitiative PremiumWanderwege.

>>> Zusammenarbeit mit der Nachbarregion Mosel

97

9.

Geplante Arbeit der LAG sowie Kompetenzentwicklung und Sensibilisierung im Leader-Gebiet

9.1.

Regionalmanagement
>>> Regionalmanagement als zentrale Schnittstelle zwischen allen Akteuren

Wie bereits in der vergangenen Förderperiode überträgt die LAG Vulkaneifel die Geschäftsführung der LAG auf die Kreisverwaltung Vulkaneifel (internes Regionalmanagement). Dem Regionalmanagement kommt im Auftrag der LAG Vulkaneifel die operative Umsetzung des LILE zu, in dem es die Projekte in der Region von der Entwicklung bis zur Realisierung begleitet und die Arbeit der LAG inhaltlich und operativ unterstützt. Die Aufgaben des Regionalmanagements lassen sich damit wie folgt beschreiben: Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation der LAGSitzungen Inhaltliche Unterstützung der LAG-Arbeit wie bspw. bei der Vorbereitung strategischer Entscheidungen und der Projektauswahl Operative Unterstützung der Arbeitsgruppen Information, Begleitung und Beratung von Projektträgern inkl. der Beratung zur Förderung Erstellung von Presseinformation, Broschüren, Flyer etc. zur Öffentlichkeitsarbeit Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von öffentlichen Informationsveranstaltungen, Workshops, Messepräsentationen etc. Initiierung, Durchführung und Nachbereitung Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung in der Region Berichtswesen (Monitoring) Tätigkeiten im Rahmen der Evaluierung wie Teilnahme an landesweiten Evaluierungen sowie der Selbstevaluierung von

Das Regionalmanagement ist damit in der täglichen Arbeit die Schnittstelle zwischen dem regionalen Entscheidungsgremium LAG, den inhaltlich arbeitenden Arbeitsgruppen, den Projektträgerinnen und Projekträgern und der Bevölkerung. Dabei versteht sich das Regionalmanagement als Ansprechpartner für alle Initiativen in LEADER, aber auch für weitere räumliche Entwicklungen sofern sie mit der Ausrichtung des LILE konform gehen. Das Regionalmanagement bemüht sich darüber hinaus im Auftrag der LAG um eine optimale Akquirierung weiterer Fördermittel sowie deren strategischen Einsatz in der Region. Für die Arbeit des Regionalmanagements sowie für die Kompetenzentwicklung und Sensibilisierung im LAG-Gebiet sieht die LAG Vulkaneifel den Einsatz des Codes 431 vor.

98

Komplementarität, Kohärenz und Konformität (Entwicklungsprogramms PAUL, Kapitel 5.4-23)
„Bezüge bestehen zu allen Maßnahmen, da der Schwerpunkt 4 allen Zielen der ELERVerordnung gleichermaßen verpflichtet ist. Wechselwirkungen bestehen insbesondere zu den Maßnahmen Förderung land- und forstwirtschaftlicher Infrastrukturen (Code 125), des ländlichen Tourismus (Code 313), Dienstleistungseinrichtungen der Grundversorgung der ländlichen Bevölkerung (Code 322), der integrierten ländlichen Entwicklung (Code 341) sowie den Maßnahmen der ESF- und EFRE-Programme. Im Rahmen der Maßnahmendurchführung ist eine zeitliche Abstimmung mit den Zuständigen der entsprechenden Programme sinnvoll, um mögliche Synergieeffekte zu nutzen.“

Bezug nehmend auf die oben aufgeführten Regelungen zur Komplementarität, Kohärenz und Konformität fühlt sich die LAG Vulkaneifel mit ihrem LILE grundsätzlich allen Maßnahmen des Entwicklungsprogramms PAUL verpflichtet, wobei sie den Schwerpunkt auf Maßnahmen legt, die den LEADER-Kriterien (Innovation, Vernetzung etc.) genügen. Daneben hält sich die LAG Vulkaneifel offen, auch Maßnahmen aus anderen europäischen, bundes- und landesweiten Förderprogrammen zu bedienen (insbesondere Maßnahmen der ESFund EFRE-Programme) und durch das Regionalmanagement zu begleiten, sofern sie zur Umsetzung des LILE Vulkaneifels beitragen.

9.2.

Projektauswahl

Eine zentrale Aufgabe der LAG ist die Steuerung der Fördermittel in der Region Vulkaneifel. Diese Aufgabe erfüllt die LAG, in dem sie über die Auswahl der für die Umsetzung geeigneten und zu befürwortenden Projekte entscheidet. Kurz gesagt: Ein Projekt kann nur dann in den Genuss von Förderung im Rahmen von LEADER kommen, wenn es einen positiven Beschluss des regionalen Entscheidungsgremiums LAG vorweisen kann. Vor diesem Hintergrund sieht die LAG Vulkaneifel die hohe Bedeutung einer transparenten Projektauswahl und legt ein Bewertungssystem zur Entscheidungsunterstützung bei Entscheidung unter Unsicherheit ihrer Auswahl zugrunde. Wie in Kapitel 2.3. „Effizienz der Funktionsweise und Entscheidungsfindungsmechanismen“ bereits dargelegt, umfasst das Bewertungssystem zur Projektauswahl drei Säulen: Säule 1: formale Kriterien, Säule 2: Einschätzungen zu LEADER-Potenzialen, Säule 3: Einschätzungen zu den voraussichtlichen Projektwirkungen hinsichtlich der beschriebenen gebietsspezifischen Entwicklungsziele.
>>> Bewertungssystem zur Auswahl der Projekte

Grundsätzlich wird jedes Projekt nach den nachfolgend detailliert beschriebenen Kriterien geprüft und bewertet. Zu den einzelnen Säulen des Bewertungssystems wird wie folgt detailliert ausgeführt:

99

Säule1: Formale Kriterien Mit den formalen Kriterien zur Projektbewertung nimmt die LAG Vulkaneifel die vorgelegten rheinland-pfälzischen Vorgaben zur Projektförderung auf. Dazu gehören zwingend die Einpassung des Projektes in die regionale Entwicklungsstrategie (LILE) – und damit indirekt auch in das rheinland-pfälzische Programm PAUL sowie die ELER-Verordnung – und die Zuordnung zu einem der aufgeführten Handlungsfelder. Zudem gibt das Land Rheinland-Pfalz vor, dass die Projektidee im LAG-Gebiet realisiert werden und der Projektträger im LAG-Gebiet ansässig sein soll. Nur in Ausnahmefällen und bei Nutzennachweis kann davon Abstand genommen werden.

>>> Säule 1: formale Kriterien

Formale Kriterien zur Projektbewertung

Unterstützung mindestens eines der Ziele der ELER-Verordnung Unterstützung der Umsetzung des für die LAG Vulkaneifel genehmigten LILE Klare Zuordnung zu einem Handlungsfeld des LILE Vulkaneifel Realisierung und Ansässigkeit im Gebiet der LAG Vulkaneifel; Ausnahmen durch die Verwaltungsbehörde sind in begründeten Fällen möglich, wenn sie von besonderer Bedeutung und nachvollziehbaren Nutzen für das LAGGebiet sind Einbindung der Bevölkerung über die LAG Projektträgerschaft Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Um einen positiven Beschluss der LAG zur Aufnahme in das LILE zu erhalten, muss ein Projekt weiterhin eine geklärte Projektträgerschaft sowie eine belastbare Kostenkalkulation aufweisen. Die LAG Vulkaneifel ist sich aber bewusst, dass Projektentwicklungen komplexe und vielschichtige Prozesse sein können. Aus diesem Grund erlaubt sie auch dann Projektentwicklungen bspw. in Arbeitsgruppen, wenn noch kein Projektträger gefunden wurde. Diese begleitet sie weiterhin wohlwollend und unterstützt die weitere Projektentwicklung. Spätestens aber mit der Vorlage des Projektes zur Beschlussfassung in der LAG muss jedoch ein Projektträger vorhanden sein. Da die LAG Vulkaneifel besonders innovative und modellhafte Projekte fördern will, ist ein finanzielles Risiko allein kein Ausschlussgrund. Jedoch erwartet sie von den Projekten eine Abschätzung über ein solches. Hinsichtlich der Wechselund Folgewirkungen sind Synergieeffekte mit anderen Projekten positiv zu betrachten. Mindestens jedoch darf das Projekt keine negativen Wechselwirkungen mit anderen LEADER-Projekten aufweisen bzw. für andere LEADER-Projekte negative Folgewirkungen haben. Können die beschrieben formalen Kriterien durch ein Projekt nicht erfüllt werden, so kann dieses Projekt nicht im Rahmen des LILE Vulkaneifel umgesetzt werden. Erfüllt ein Projekt die formalen Kriterien, so wird es in den Fundus an Projektideen aufgenommen, die einer Bewertung hinsichtlich ihrer LEADER-Tauglichkeit und ihrer Beiträge zur Umsetzung der gebietsspezifischen Entwicklungsziele der LAG unterzogen werden.
>>> wohlwollende Begleitung der Projekte in der Entwicklungsphase

100

Säule 2: Überprüfung des LEADER-Potenzials Da die LAG Vulkaneifel vor allem Initiativen fördern will, die sich durch einen hohen Innovations- und Modellcharakter (Pilothaftigkeit), durch einen integrierten, vernetzenden Ansatz und eine gebietsübergreifende, transnationale Zusammenarbeit sowie eine Optimierung des Humankapitals auszeichnen, bewertet sie die vorliegenden Projekte hinsichtlich ihres LEADER-Potenzials. Die LAG Vulkaneifel hebt dabei besonders den Innovationscharakter heraus und formuliert an ihre Projekte den Anspruch, besonders innovativ und pilothaft zu sein. Nur wenn dieses Kriterium erfüllt wird, besteht die Möglichkeit der Aufnahme in die LEADER-Initiative. Darüber hinaus ist ihr jedoch klar, dass auch Projekte ohne den hohen Anspruch an LEADER sinnvolle Beiträge zur Umsetzung des LILE leisten. Auch solche Projekte können vom LAG-Management neben der LEADERInitiative begleitet werden.
>>> Säule 2: LEADERPotenzial >>> hohe Bedeutung des Innovationsgehaltes

Kriterien zur Überprüfung des LEADER-Potenzials

Innovationsgehalt (besondere Bedeutung!!)

Integrierter Charakter und Vernetzung Gebietsübergreifender/transnationaler Ansatz Optimierung des Humankapitals

Unter Innovationsgehalt versteht die LAG Vulkaneifel: Projekte mit experimentellem Charakter Projekte mit Modellcharakter Neue Lösungen zu Fragestellungen in der Region (neue Produkte, neue Verfahren/-stechniken, neue Organisationsformen, Erschließung neuer Märkte) Transfer und Anpassung von Lösungsansätzen anderer Regionen Modernisierung traditioneller Lösungsansätze Entwicklung neuer Lösungsansätze, die andere Programme nicht bieten Quelle: MWVLW RLP, Vortrag von Herrn Strauß im Rahmen des LEADER-Workshops am 15.10.2007. Unter Integriertem Charakter und Vernetzung versteht die LAG Vulkaneifel: Projekte die Lösungen über den sektoralen Tellerrand hinaus suchen, also multisektoral sind Projekte, die sich durch eine tragfähigen Lösungen widmen ganzheitliche Betrachtung langfristig

Projekte, die sich in das Verhältnis zu anderen Maßnahmen und Initiativen setzen und Wechsel- und Folgewirkungen mitbetrachten Projekte, die bewusst interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Vulkaneifel suchen Projekte, die mit ihrer Arbeit einen Beitrag zur Netzwerkbildung in der Vulkaneifel und darüber hinaus leisten Projekte, die die (inter-) kommunale Zusammenarbeit nicht aus dem Blick verlieren Unter Gebietsübergreifendem/transnationalem Ansatz versteht die LAG Vulkaneifel:

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Projekte in Zusammenarbeit mit benachbarten ländlichen Regionen in einem Mitgliedsstaat Projekte in Zusammenarbeit mit ländlichen Regionen aus mindestens zwei EU-Mitgliedsstaaten

Unter Optimierung des Humankapitals versteht die LAG Vulkaneifel: Projekte, die einen Beitrag zur Entwicklung der Fähigkeiten der regionalen Akteure leisten Projekte, die durch Qualifizierungsmaßnahmen zusätzliches Wissen in die Region bringen

Säule 3: Abschätzung der Zielerreichungsbeiträge Da die LAG Vulkaneifel Projekte umsetzen möchte, die eine hohe Wirkung im Sinne der erarbeiteten Entwicklungsziele erwarten lassen, sieht sie in ihrem Verfahren dazu einen eigenen Bewertungsschritt vor. Um diesen Bewertungsschritt durchführen zu können, bezieht sich die LAG Vulkaneifel auf das erarbeitete gebietsspezifische Zielsystem mit einem Oberziel, 6 zentralen gebietsspezifischen Entwicklungszielen, detaillierenden Unterzielen und den horizontalen Zielen (siehe Kapitel 5 und 6). Entlang dieser Ziele erfolgt nun die Bewertung eines jeden Projektes, in der nach den erwartbaren Beiträgen zur Zielerreichung gefragt wird. Man schätzt somit voraus, welche Effekte erreicht werden sollen. Um diese Vorausschätzung durchführen zu können, benötigt man jedoch Informationen über das geplante Projekt. Um diese Informationen zu erhalten, werden Projekt-Plandaten (voraussichtliche Anzahl geschaffener Arbeitsplätze etc.) und Experteneinschätzungen zu den erwarteten Effekten herangezogen. Die Basisinformationen sind durch den Projektträger zu liefern (Tabelle 19). Dies kann bspw. in Form eines Gespräches mit dem LAG-Management erfolgen. Insgesamt geht die LAG Vulkaneifel jedoch davon aus, dass LEADERProjekte häufig auf Grund ihres multisektoralen und integrierten Ansatz keine eindeutige Zuordnung zu nur einem Entwicklungsziel erwarten lassen. Vielmehr finden sich Beiträge zu verschiedenen gebietsspezifischen Entwicklungszielen – dies bestätigt sich auch aus den Erfahrungen der bisherigen LEADER-Umsetzungen in der vorangegangenen Förderperiode LEADER+. Im Bewertungsverfahren werden daher alle Projekte nach allen sechs gebietsspezifischen Entwicklungszielen mit ihren Unterzielen bewertet. Ablauf des Bewertungsverfahrens Die LAG Vulkaneifel führt in regelmäßigen Abständen (einmal im Jahr) oder bei aktuellem Handlungsbedarf eine Bewertung der neuen Projektideen durch. Dazu erhält sie vorbereitet durch das LAGManagement die aufbereiteten Basisinformationen des Projektträgers. In Absprache mit den betreffenden Arbeitsgruppen legt das LAGManagement einen Vorschlag zur Bewertung vor, der als Grundlage für die Entscheidung in der LAG dient. Die LAG Vulkaneifel prüft daraufhin die Projekte hinsichtlich der beschriebenen Kriterien und bewertet diese auf Ebene der Unterziele.
>>> Abschätzung auf Grundlage von Basisinformationen >>> Säule 3: Zielerreichungsbeiträge

>>> Bewertung erfolgt in 4 Stufen

102

Sie verwendet dazu eine vierstufige Bewertungsskala von 0 bis 3 wobei 0: kein Beitrag, 1: geringer Beitrag, 2: mittlerer Beitrag und 3: hoher Beitrag zur Zielerreichung bedeutet. Die Bewertungsurteile werden dann auf Ebene der Oberziele zusammengefasst, so dass zu jedem gebietsspezifischen und horizontalen Ziel eine Bewertung erteilt wird. Die LAG Vulkaneifel führt keine Gewichtung der einzelnen Oberziele durch. Ebenso verzichtet sie auf eine Gesamtaggregation der Bewertungsurteile, sondern führt eine verbal-argumentative Beurteilung durch, die dazu beitragen soll, die Entscheidung der LAG zu objektivieren. Im Ergebnis erhält sie eine Prioritätenliste der umzusetzenden Projekte.

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Tabelle 19: Basisinformationen zur Bewertung der Zielerreichung als Arbeitsgrundlage für die Projektbewertung der LAG Vulkaneifel Gebietsspezifische Entwicklungsziele 1. Auf das Alleinstellungsmerkmal Vulkanismus setzen und Vulkanlandschaft erhalten Unterziele 1.1.Erhalt geologischer Besonderheiten 1.2. Schutz von Natur und Landschaft durch schonende und nachhaltige Landnutzung 1.3. Erzielung einer höheren Wertschöpfung durch den Vulkanismus 1.4. Inwertsetzung geologischer Besonderheiten für Touristen und Einheimische (zielgruppengerecht erlernbar machen) 1.5. Aufbereitung geologischer Besonderheiten und Wissensvermittlung der Besonderheiten der Region 2. Vernetzung als Motor nutzen 2.1. Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit interkommunales Projekt? Ja - nein Ist von dem Projekt eine stärkere Zusammenarbeit der Kommunen untereinander zu erwarten? qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich Basisdaten zur Bewertung des zu erwartenden Zielerreichungsbeitrages des jeweiligen Projektes qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich

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2.2. Ausbau der regionalen, gebietsübergreifenden und transnationalen Netzwerke

beteiligte Akteure/Partner gebietsübergreifendes Projekt? Ja – nein transnationales Projekt? Ja - nein Ist von dem Projekt ein Beitrag zum Netzwerkaufbau und -ausbau zu erwarten? qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich

2.3. Erschließung und Ausbau von Synergien durch Vernetzung

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich

3. Mehr Arbeitsplätze vor Ort schaffen & Arbeitskraft sichern!

3.1. Nachhaltige Schaffung von Arbeitsplätzen und Erschließung neuer Erwerbsmöglichkeiten in der Region

geplante Anzahl im Rahmen des Projektes neu zu schaffende Arbeitsplätze (umgerechnet in Vollzeit-AK’s) nach Geschlecht, Alter nach Sektoren: Tourismus, LW, Handel, Handwerk und Dienstleistungen

geplante neu zu erschließende Einkommensquellen für Landwirtschaft, Forst, Handel, Handwerk, Gastronomie/Tourismus 3.2. Nachhaltige Schaffung von Ausbildungsplätzen in der Region geplante Anzahl im Rahmen (umgerechnet in Vollzeit-AK’s) nach Geschlecht, Alter nach Sektoren: Tourismus, LW, Handel, Handwerk und Dienstleistungen des Projektes neu zu schaffende Ausbildungsplätze

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3.3. Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich nach Geschlecht, Alter, nach Sektoren: Tourismus, LW, Handel, Handwerk und Dienstleistungen

3.4. Sicherung von Ausbildungsplätzen in der Region

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich nach Geschlecht, Alter, nach Sektoren: Tourismus, LW, Handel, Handwerk und Dienstleistungen

3.5. Identifizierung und Ausbau von Zukunftsbranchen in der Vulkaneifel

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich Um welche Branche handelt es sich?

3.6. Ausbau der Mittelstandsfreundlichkeit der Vulkaneifel

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich geplante Sensibilisierungsmaßnahmen in diesem Bereich

3.7. Sicherung des Arbeitskräftepotenzials in der qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich Vulkaneifel (Verhinderung des Fachkräftemangels, Standortattraktivität von Unternehmen)

4. Mit Klimaschutz regionalen Mehrwert schaffen!

4.1. Erhöhung der Energieeffizienz, um eine Senkung des Energieverbrauchs in der Vulkaneifel zu erreichen

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich Qualifizierungsmaßnahmen, Beratungen, Sensibilisierungsmaßnahmen

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4.2. Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen

eingesparte CO2-Emissionen geplante Sensibilisierungsmaßnahmen in diesem Bereich: Pressemitteilungen Veranstaltungen: Anzahl TeilnehmerInnen, Zielgruppe Seminare Beratung etc. qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich

4.3. Möglichst hoher Anteil des Einsatzes regionaler, regenerativer Energiequellen zur Abdeckung des Energiebedarfs 4.4. Auf- und Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten im Bereich der regenerativen Energiewirtschaft

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich

5. Innovative zukunftsfähige Dorf- & Lebensmodelle gestalten!

5.1. Stärkung der Innenentwicklung der Ortskerne 5.2. Erhalt der Sozialstrukturen in den Dörfern 5.3. Förderung von zeitgemäßen Wohnformen

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesen Bereichen

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5.4. Erhalt und Entwicklung der Infrastruktur in den Dörfern 5.5. Aufrechterhaltung der Grundversorgung in den Dörfern 5.6. Aufbau von Stadt-Land-Beziehungen 5.7. Förderung der Anbindung der Dörfer (Verkehr, Information/Kommunikation) 6. Kulturelle Identität leben & erlebbar machen! 7.1. Traditionen, regionales Brauchtum und kulturhistorische Zeugnisse erhalten und erlebbar machen 7.2. Regionale Identität leben (eigene Bevölkerung) und nach außen hin kommunizieren (Gäste) 7.3. Stärkung der Heimatverbundenheit der Bürgerinnen und Bürger 7.4 Kulturelle Identität neu entwickeln 7.5. Kulturelles Erbe besser erforschen und nach außen darstellen qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesen Bereichen

geplante Anzahl der Sensibilisierungsmaßnahmen in diesem Bereich: Pressemitteilungen Veranstaltungen: Anzahl TeilnehmerInnen, Zielgruppe Seminare etc.

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Horizontale Ziele 1. Chancengleichheit

Unterziele Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Kindern, Jugendlichen, Seniorinnen/ Senioren Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Menschen mit und ohne Behinderung Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

Basisdaten zur Bewertung des zu erwartenden Zielerreichungsbeitrages des jeweiligen Projektes qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich

2. Nachhaltigkeit

Ökonomischer Aspekt Ökologischer Aspekt Sozialer Aspekt

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich

3. Demografischen Wandel als Herausforderung annehmen

qualitative Beschreibung des geplanten Projektbeitrages in diesem Bereich

Quelle: Eigene Zusammenstellung.

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Auf der Grundlage der vorliegenden Projektinformationen erfolgt die Bewertung der Projekte mit Hilfe folgender Projektmatrix:
Tabelle 20: Matrix zur Bewertung der Projekte
Gebietsspezifische Entwicklungsziele 1. Auf das Alleinstellungsmerkmal Vulkanismus setzen und Vulkanlandschaft erhalten Unterziele 1.1. Erhalt geologischer Besonderheiten 1.2. Schutz von Natur und Landschaft durch schonende und nachhaltige Landnutzung 1.3. Erzielung einer höheren Wertschöpfung durch den Vulkanismus 1.4. Inwertsetzung geologischer Besonderheiten für Touristen und Einheimische (zielgruppengerecht erlernbar machen) 1.5. Aufbereitung geologischer Besonderheiten und Wissensvermittlung der Besonderheiten der Region Gesamturteil Ziel 1 2. Vernetzung als Motor nutzen 2.1. Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit 2.2. Ausbau der regionalen, gebietsübergreifenden und transnationalen Netzwerke 2.3. Erschließung und Ausbau von Synergien durch Vernetzung Gesamturteil Ziel 2 3. Mehr Arbeitsplätze vor Ort schaffen & Arbeitskraft sichern! 3.1. Nachhaltige Schaffung von Arbeitsplätzen und Erschließung neuer Erwerbsmöglichkeiten in der Region 3.2. Nachhaltige Schaffung von Ausbildungsplätzen in der Region Projekt 1 Projekt 2 Projekt 3 Projekt 4 Projekt n

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3.3. Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region 3.4. Sicherung von Ausbildungsplätzen in der Region 3.5. Identifizierung und Ausbau von Zukunftsbranchen in der Vulkaneifel 3.6. Ausbau der Mittelstandsfreundlichkeit der Vulkaneifel 3.7. Sicherung des Arbeitskräftepotenzials in der Vulkaneifel (Verhinderung des Fachkräftemangels, Standortattraktivität von Unternehmen) Gesamturteil Ziel 3 4. Mit Klimaschutz regionalen Mehrwert schaffen! 4.1. Erhöhung der Energieeffizienz, um eine Senkung des Energieverbrauchs in der Vulkaneifel zu erreichen 4.2. Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen 4.3. Möglichst hoher Anteil des Einsatzes regionaler, regenerativer Energiequellen zur Abdeckung des Energiebedarfs 4.4. Auf- und Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten im Bereich der regenerativen Energiewirtschaft Gesamturteil Ziel 4 5. Innovative zukunftsfähige Dorf- & Lebensmodelle gestalten! 5.1. Stärkung der Innenentwicklung der Ortskerne 5.2. Erhalt der Sozialstrukturen in den Dörfern 5.3. Förderung von zeitgemäßen Wohnformen

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5.4. Erhalt und Entwicklung der Infrastruktur in den Dörfern 5.5. Aufrechterhaltung der Grundversorgung in den Dörfern 5.6. Aufbau von Stadt-Land-Beziehungen 5.7. Förderung der Anbindung der Dörfer (Verkehr, Information/Kommunikation) Gesamturteil Ziel 5 6. Kulturelle Identität leben & erlebbar machen! 7.1. Traditionen, regionales Brauchtum und kulturhistorische Zeugnisse erhalten und erlebbar machen 7.2. Regionale Identität leben (eigene Bevölkerung) und nach außen hin kommunizieren (Gäste) 7.3. Stärkung der Heimatverbundenheit der Bürgerinnen und Bürger 7.4 Kulturelle Identität neu entwickeln 7.5. Kulturelles Erbe besser erforschen und nach außen darstellen Gesamturteil Ziel 6 1. Chancengleichheit Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Kindern, Jugendlichen, Seniorinnen/ Senioren Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Menschen mit und ohne Behinderung

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Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund Gesamturteil Chancengleichheit 2. Nachhaltigkeit Ökonomischer Aspekt Ökologischer Aspekt Sozialer Aspekt Gesamturteil Nachhaltigkeit 3. Demografischen Wandel als Herausforderung annehmen Gesamturteil Demografie

113

9.2.

Öffentlichkeitsarbeit
>>> Vielfältige Ansätze in der Öffentlichkeitsarbeit

Die LAG Vulkaneifel misst einer die Umsetzung des LILE begleitenden Öffentlichkeitsarbeit einen hohen Wert zu. Aus diesem Grund sieht sie eine kontinuierliche Information der Bevölkerung über lokale und regionale Presse vor, wobei die Schwerpunkte der Pressearbeit in der Beschreibung der Projekte und ihrer Erfolge sowie im Umsetzungsstand des LILE zu sehen sind. Auch durch moderne Formen der Information und Kommunikation wird in der LAG Vulkaneifel auf LEADER aufmerksam gemacht. Der Internetauftritt der LAG Vulkaneifel wird dazu regelmäßig aktualisiert und mit Ansprechpartnern versehen, so dass eine direkte Kontaktaufnahme von interessierten Personen möglich ist. Auch ist zukünftig eine Darstellung der LEADER-Arbeit auf Messen wie bspw. Anfang 2008 bei der Grünen Woche in Berlin geplant. Ergänzend wird die LAG Vulkaneifel nach Bedarf Flyer, Broschüren und andere Materialien mit entsprechendem Logo auflegen. Hinzu kommt ein jährlicher Bericht zum Umsetzungsstand LEADER in der Region Vulkaneifel als Broschüre. Darüber hinaus wird die LAG Vulkaneifel zur Mitte und zum Ende der Förderperiode ein sog. Vulkanforum durchführen, das als öffentliche Veranstaltung konzipiert wird und unter anderem der Information der Bevölkerung dient. Eine erste öffentliche Informationsveranstaltung, in deren Rahmen interessierte Bürgerinnen und Bürger auf breiter Ebene über die strategische Ausrichtung informiert und die Möglichkeit der Mitarbeit für die Bürgerinnen und Bürger angeboten wurde, fand am 11. März 2008 statt (vgl. Kapitel 2.4). Darüber hinaus ergänzt sie ihre Öffentlichkeitsarbeit durch themenbezogene Kampagnen. Mit der Kommunikationsstrategie „Helle Köpfe“ greift die Vulkaneifel eine bereits erfolgreich initiierte Kampagne der letzten Förderperiode auf und führt sie im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit fort. Sie stellt damit das Innovationspotential der Vulkaneifel einer breiten Öffentlichkeit vor – in den letzten 10 Jahren gab es mehr als 250 Patente und Gebrauchsmuster zur Anmeldung – und wirbt für die Vulkaneifel als Wirtschaftsstandort. Gleichzeitig vermittelt die Kampagne „Helle Köpfe“ handfestes Know-how für zukünftige Erfinder, indem sie beispielsweise eine Kontaktfläche zu Patentanwälten liefert. Mit solchen thematisch besetzten Kampagnen der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt die LAG Vulkaneifel damit die inhaltliche Arbeit in den einzelnen Maßnahmenbereichen. Viel wichtiger ist jedoch: Sie schafft mit solchen Kampagnen den emotionalen Rahmen, indem sich Stolz auf die eigene Region vermitteln kann. Nicht zu vergessen ist aber auch die öffentlichkeitswirksame Arbeit in einzelnen Projekten wie bspw. dem „Innovationsnetzwerk Eifel-Dorf der Zukunft !“. Details zu den geplanten Veranstaltungen und Materialien können dem jährlichen Aktionsplan der LAG Vulkaneifel entnommen werden.

>>> Helle Köpfe 2008

>>> Jährlicher Aktionsplan der LAG Vulkaneifel

9.3.

Kompetenzentwicklung

Für die LAG Vulkaneifel ist die Kompetenzentwicklung in der Region ein bedeutender Standortfaktor. Dabei ist es ihr wichtig sowohl regionale Akteurinnen und Akteure als auch die LAG mit ihrem Regionalmanagement und ihren Arbeitsgruppen in den Blick zu nehmen.

114

Für die Kompetenzentwicklung der Akteurinnen und Akteure sind nach Einschätzung der LAG Vulkaneifel die umgesetzten Projekte mit ihren Angeboten die entscheidenden Ebenen. Aus diesem Grund wird die Qualifizierung und der Erfahrungsaustausch in den Maßnahmenbereichen „Unternehmensbestandsicherung und Neugründung“, „Ausbau der interregionalen und transnationalen Zusammenarbeit“, „Ausbau von Zukunftsbranchen“ und „Erwerbsausbau bei Jugend, Frauen und Älteren“ besonders herausgehoben. Um den in der externen Evaluation der bisherigen Zusammenarbeit der LAG unter LEADER+ identifiziertem Bedarf an weiterer Qualifizierung der LAG gerecht zu werden, sieht die LAG Vulkaneifel eine enge Zusammenarbeit mit der deutschen und der europäischen Vernetzungsstelle vor. Ebenso wird sie sich in die in der Vorbereitung befindlichen rheinland-pfälzischen Akademie ländlicher Räume einbringen. Den LAG-Mitgliedern und interessierten Mitarbeitenden in den Arbeitsgruppen wird die Möglichkeit eingeräumt, an entsprechenden Seminaren und Fortbildungen teilzunehmen. Darüber hinaus sieht die LAG Vulkaneifel Exkursionen in andere LAGen vor, um sich vor Ort ein Bild über die dort umgesetzten Entwicklungsstrategien zu machen und im direkten Kontakt mit anderen ländlichen Akteurinnen und Akteuren Erfahrungen auszutauschen. Selbstverständlich bietet die LAG Vulkaneifel auch anderen Regionen die Möglichkeit einer Exkursion in die Region Vulkaneifel an. Die Region Vulkaneifel trägt weiterhin durch ihre vielfältigen Netzwerke dem Europagedanken in hohem Maße Rechnung. Sie versteht sich als eine lernende Region, die im Austausch mit ihren europäischen Nachbarn neben den Aspekten Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch auch die Erhöhung der regionalen Wertschöpfung und die Erschließung neuer touristischer Märkte mit einem besonderen Schwerpunkt auf einem nachhaltigen Geotourismus im Blick hat. Aufbauend auf der Tatsache, dass Geologie und Landschaft mitbestimmend für die Ausprägung der regionalen Kultur und der Traditionen sind, bringt sich die Vulkaneifel als Region in die kulturelle Diversität Europas ein.
>>> Zusammenarbeit mit der deutschen und europäischen Vernetzungsstelle sowie der Akademie ländlicher Raum

115

10.

Finanzierungsüberlegungen

In einem ersten Schritt wurden die in der LILE Vulkaneifel ausgewählten Handlungsfelder und Maßnahmenbereiche auf Kohärenz mit den Zielen des Entwicklungs-Programms PAUL geprüft (vgl. Tabelle in Kapitel 7). Die ausgewählten Maßnahmenbereiche greifen prinzipiell auf die im Entwicklungsprogramm PAUL aufgeführten Fördertatbestände zurück, insbesondere auf die Fördertatbestände in den Schwerpunkten 3 „Lebensqualität im ländlichen Raum und Förderung der Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft“ und 4 „Leader-Konzept“.
Tabelle 21: Übersicht nach Jahren
Jahr Öffentliche Mittel Davon ELER 2007 2008 300.000 165.000 2009 400.000 220.000 2010 600.000 3330.000 2011 700.000 385.000 2012 900.000 495.000 2013 550.000 305.000 2007-2013 3.450.000 1.900.000

Quelle: Schätzung des LAG-Managements.

Tabelle 22: Finanzübersicht nach Schwerpunkten

Öffentliche Ausgaben
41 411 412 413 42 Lokale Entwicklungsstrategien Wettbewerbsfähigkeit Umweltschutz/Landbewirtschaftung Lebensqualität/Diversifizierung transnationale und gebietsübergreifende Zusammenarbeit 43 Arbeit der lokalen Aktionsgruppe sowie Kompetenzentwickung und Sensibilisierung in dem betreffenden Gebiet insgesamt 3.450.000 235.000 270.000 365.000 2.110.000 470.000

Davon ELERMittel

Private Ausgaben

Gesamtkosten

150.000 200.000 1.160.000 260.000 100.000

270.000 365.000 2.210.000 470.000

130.000

20.000

255.000

1.900.000

120.000

3.570.000

Quelle: Schätzung durch das LAG-Management.

Aus den positiven Erfahrungen der LEADER+-Förderperiode wird die LAG Vulkaneifel auch in der nächsten Förderperiode frühzeitig mit der Kommunalaufsicht die Sicherstellung der Eigenanteilsfinanzierung abstimmen, um damit Hemmnisse bei der Haushaltsgenehmigung von vornherein auszuschließen.

>>> Finanzierung des nationalen Anteils der Förderung ist gewährleistet

116

11.

Monitoring und Verfahren zur Selbstevaluierung

11.1. Monitoring
Wie bereits in den beiden vergangenen Förderperioden nimmt die LAG Vulkaneifel auch in dieser Förderperiode am Verfahren zur Begleitung und Bewertung des rheinland-pfälzischen LEADER+-Programmes teil und liefert die benötigten Daten an die zuständigen Stellen (ADD, Ministerium).

11.2 Evaluierung (landesweite Bewertung)
Die LAG Vulkaneifel war – wie dargelegt –bereits in den beiden vergangenen Förderperioden als LEADER-Region angenommen und hat in diesem Zusammenhang an den obligatorischen Evaluierungen des Landes teilgenommen. So war die LAG Vulkaneifel Untersuchungsgegenstand in der Halbzeitbewertung und der Aktualisierung der Halbzeitbewertung des rheinland-pfälzischen LEADER+-Programmes. Die landesweite Ex-Post-Evaluierung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt der LILE-Erstellung noch nicht erarbeitet, so dass sich in den Ergebnissen bisher nur auf die Aussagen der Aktualisierung der Halbzeitbewertung gestützt werden konnte. Selbstverständlich sagt jedoch die LAG Vulkaneifel zu, ihren Verpflichtungen aus der vergangenen Förderperiode nachzukommen und die gewünschten Daten der landesweiten LEADER+-Ex-Post-Bewertung zur Verfügung zu stellen. Ebenso wird die LAG Vulkaneifel an den kommenden erforderlichen Evaluierungen teil nehmen (vgl. Anlage VIII der Verordnung (EG) Nr. 1974/2006 der Kommission vom 15. Dezember 2006 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 des Rates über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie Anlage IV b zu Kapitel 3.3 des Entwicklungs-Programms PAUL). Die LAG Vulkaneifel wird hier selbstverständlich mit der landesweiten externen Evaluierung zusammen arbeiten.
>>> Evaluierungen bestätigen erfolgreiche Arbeit der LAG Vulkaneifel und Tragfähigkeit der Entwicklungsstrategie

>>> Die LAG Vulkaneifel wird auch weiterhin die Arbeit der Evaluatoren aktiv unterstützen

11.3. Verfahren zur Selbstevaluierung
Die LAG Vulkaneifel ist sich bewusst, dass sie mit LEADER eine komplexe, vielschichtige Initiative mit hohem Anspruch verfolgt. Aus diesem Grund sieht sie die Notwendigkeit, in regelmäßigen Abständen Ausrichtung, Output, Effekt und langfristige Wirkung der umgesetzten Maßnahmen zu bewerten und legt parallel zu den Bewertungsarbeiten auf Landesebene ein regionales Selbstevaluierungssystem für die Umsetzung des LILE vor.

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Das Selbstevaluierungssystem greift auf die bisherigen Erfahrungen der Evaluierung sowohl bei der Mitwirkung an landesweiten Evaluierungsarbeiten als auch bei regionalen Ansätzen zurück. Das Selbstevaluierungssystem der LAG Vulkaneifel ruht auf drei Säulen. Es überprüft damit verschiedene Bereiche, die zu einer effektiven und effizienten Steuerung des LILE-Umsetzungsprozesses notwendig sind. Die LAG Vulkaneifel stellt sich in ihrer Selbstevaluierung drei Fragen: Wie läuft mein Umsetzungsprozess und wo gibt es Verbesserungsbedarf (Ebene der Prozessevaluierung)? Was haben wir tatsächlich umgesetzt und welche Effekte hatte dies (Ebene der Projektevaluierung)? Sind wir mit unserer LILE Vulkaneifel auf dem richtigen Weg oder müssen wir eine Anpassung vornehmen (Ebene der Strategieevaluierung)?

Ebene der Prozessevaluierung Mit dem LEADER-Ansatz wird der LAG Vulkaneifel als regionalem Entscheidungsgremium die Verantwortung für einen optimalen Fördermitteleinsatz und einen bottom-up-orientierten Beteiligungsprozess zugeordnet. Mit Hilfe einer Prozessevaluierung werden dazu vor allem Aspekte in den Blick genommen, die sich mit den regionalen Entscheidungs-, Informations-, Kommunikations- und Beteiligungsprozessen beschäftigen. Die Ebene der Prozessevaluierung ist dabei diejenige, die am direktesten zu Justierungen im Umsetzungsprozess des LILE Vulkaneifel führen kann, da sie in kürzeren Zeitabständen (1 mal im Jahr) durchgeführt werden kann. Aus den hier erhaltenen Ergebnissen kann die LAG sofort Schlüsse für den weiteren Ablauf ziehen und ggf. Anpassungen vornehmen (Akteurseinbindung, Informationsfluss, Spielregeln in der LAG-Arbeit etc.). Die LAG Vulkaneifel legt damit Wert auf eine kontinuierliche Prozessevaluierung. Sie führt dabei die Ausrichtung der vergangenen Förderperiode weiter, in der die Geschäftsführung der LAG sowie die LAG-Mitglieder einen besonderen Schwerpunkt auf die möglichst optimale Ausgestaltung des LEADER-Prozesses und der Einbindung der regionalen Schlüsselakteurinnen und -akteure gelegt haben.

>>> Schwerpunkt der regionalen Evaluierung liegt auf einer kontinuierlichen Prozessevaluierung

Ebene der Projektevaluierung Auf Ebene der Projektevaluierung untersucht die LAG Vulkaneifel den realisierten Projektoutput und die damit erreichten Effekte und vergleicht diese mit den vorab geschätzten Projekteffekten in der Projektbewertung. Damit erhält die LAG Vulkaneifel Auskunft, inwieweit die zur Umsetzung empfohlenen Maßnahmen im Sinne des LILE wirken konnten (Summe über die erreichten Projektoutputs und Projekteffekte). Aus diesen Erkenntnissen besteht für die LAG Vulkaneifel die Möglichkeit, die Fördermittelverwendung in der Region nachzujustieren. Zur Bewertung der Projekteffekte hat die LAG Vulkaneifel ein Evaluierungsschema entlang des gebietsspezifischen Zielsystems (Ober- und Unterziele, horizontale Ziele) entwickelt. Dieses dient als Basis für die Evaluierungsarbeiten. Der jeweils realisierte Projektoutput und die tatsächliche Zielerreichung werden dabei kontinuierlich nach

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Abschluss eines Projektes in Zusammenarbeit zwischen dem LAGManagement und dem jeweiligen Projektträger überprüft (auf Basis des Projektkennblattes und den Basisinformationen zur Projektbewertung) und festgehalten.

Ebene der Strategieevaluierung In der Strategieevaluierung steht die Frage nach dem richtigen Weg im Mittelpunkt. Die LAG Vulkaneifel stellt sich dabei in größeren Zeitabständen (zur Mitte und am Ende der Förderperiode) die Frage, ob die gewählte Strategie, die auf Grundlage der regionalen Bestandsaufnahme und der SWOT-Analyse erarbeitet wurde, die Region positiv entwickelt hat und ob sie weiter trägt. Dazu berücksichtigt sie auch, dass sich während der Umsetzungsphase Rahmenbedingungen und regionale Begebenheiten ändern können und somit ggf. Anpassungen in ländlichen Entwicklungsstrategien nötig machen. Sie greift damit den vom Land Rheinland-Pfalz für die LEADER-Initiative gewählten dynamischen Ansatz aktiv auf und behält sich als lernende Region vor, Anpassungen aufgrund von Lerneffekten vorzunehmen.

Untersuchungsmethoden des regionalen Selbstevaluierungssystems Das Selbstevaluierungssystem der LAG Vulkaneifel ist so ausgerichtet, dass es dem primären Zweck der optimalen Ausgestaltung des LILE und der Steuerung des daraus resultierendem Umsetzungsprozesses dient. Dabei greift die LAG Vulkaneifel diejenigen Untersuchungsansätze zur Evaluierung heraus, die bei beschränktem Budget eine adäquate Detailtiefe bei ausreichendem Erkenntnisgewinn erwarten lassen. Sie beschränkt sich damit aus Budgetverantwortung auf die für sie notwendigen Aspekte, wenngleich bei unbeschränkten Evaluierungsbudget weitaus mehr viel genauer untersucht werden könnte. Vor diesem Hintergrund setzt sie sich intensiv mit der Prozessevaluation auseinander und verwendet hier dialogorientierte Evaluierungsansätze. Ebenso intensiv erfasst sie die realisierten Outputs durch Meldung durch die Projektträger. Bei zentralen Fragen greift die LAG Vulkaneifel weiter auf quantifizierbare Indikatoren zu.

Die voraussichtlichen Untersuchungsmethoden lassen sich wie folgt charakterisieren:

Untersuchungsmethode

Beschreibung

Datenerfassung/ Datenquelle

Internes Review

Das interne Review versteht sich als eine interne Klausur der LAG und der Geschäftsführung der LAG, bei der man sich unabhängig vom operativen Tagesgeschäft mit der grundlegenden Ausrichtung der regionalen Entwicklungsstrategie und der aktuell verfolgten Projekte auseinander setzt. Hierbei werden auch Fragen des regionalen Netzwerkaufbaus, des gemeinsamen Arbeitsprozesses, der öffentlichen Information etc. thematisiert.

Datenerfassung: aus den Erfahrungen und Einschätzungen LAG-Mitglieder

Datenquelle: Dokumentationen

119

Untersuchungsmethode

Beschreibung

Datenerfassung/ Datenquelle

Das interne Review wird als jährlich statt findender Workshop der LAG Vulkaneifel konzipiert, die Vorbereitung, Moderation und Aufbereitung wird durch einen externen Berater übernommen. Vulkanforum Ergänzend zum internen Review wird ein Vulkanforum durchgeführt. Hier wird ein größerer Kreis an Akteurinnen und Akteuren zugeladen (Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitskreise der LAG Vulkaneifel, Projektträgerinnen und Projektträger, weitere Multiplikatoren) um einen regionalen Austausch über das in der Umsetzung befindliche Projektportfolio zu initiieren. Ziel ist es, dass sich die einzelnen Arbeitskreise und ggf. Projektteams untereinander austauschen, voneinander lernen und einen gemeinsamen Erfahrungshintergrund in der Region Vulkaneifel aufbauen. Darüber hinaus kann das Vulkanforum zur breiten Information der Bevölkerung sowie zum Know-how-Transfer aus anderen ländlichen Regionen genutzt werden. Das Vulkanforum, das alle zwei Jahre statt findet, wird daher als öffentliche regionale Veranstaltung ausgerichtet. Der realisierte Projektoutput wird auf Grundlage des Projektkennblatts, der Basisinformationen und der Projektbewertung festgehalten. Dies erfolgt für jedes Projekt spezifisch, nicht durch Verwendung eines generalisierten Fragebogens. Bei Meldung des Projektoutputs ist das Regionalmanagement unterstützend tätig, bspw. kann der Projektoutput telefonisch erfragt werden. Datenerfassung: aus den Erfahrungen und Einschätzungen ländlicher Akteurinnen und Akteure

Datenquelle: Dokumentationen

Befragung der Projektträger nach umgesetzter Maßnahme

Datenerfassung: aus den Angaben des Projektträgers

Datenquelle: Niederschrift realisierter Projektoutput

Experteninterviews Die in den Arbeitsgruppen und im Regionalmanagement versammelte Expertise wird zur qualitativen Beurteilung der erreichten Effekte herangezogen. Ggf. wird zugezogen. zusätzliche Expertise

Datenerfassung: aus den Erfahrungen und Einschätzungen der Experten

Datenquelle: Dokumentationen

Analyse statistischer Daten

Zu relevanten Fragestellungen werden Datenerfassung: statistische Daten analysiert. aus vorhandener Statistik Datenbestand: Statistisches Landesamt etc.

Dokumentenanalyse

Ergänzend werden Dokumentenanalysen (Analyse Pressespiegel, Projektbeschreibungen, Flyer, Broschüren etc.) durchgeführt. Zur Darlegung des Umsetzungsstandes der regionalen LEADER-Initiative werden die Monitoring-Daten herangezogen.

Analyse der Monitoring-Daten

120

Tabelle 23: Pflichtenheft der LAG Vulkaneifel zur Beurteilung der Zielerreichung des LILE (Hinweis: qualitative Fragestellungen werden nicht mehr extra aufgeführt)
Gebietsspezifische Entwicklungsziele 1. Auf das Alleinstellungsmerkmal Vulkanismus setzen und Vulkanlandschaft erhalten Unterziele 1.1.Erhalt geologischer Besonderheiten 1.2. Schutz von Natur und Landschaft durch schonende und nachhaltige Landnutzung 1.3. Erzielung einer höheren Entwicklung der Wertschöpfung in der Vulkaneifel Wertschöpfung durch den Vulkanismus 1.4. Inwertsetzung geologischer Besonderheiten für Touristen und Einheimische (zielgruppengerecht erlernbar machen) 1.5. Aufbereitung geologischer Besonderheiten und Wissensvermittlung der Besonderheiten der Region Insgesamt 2. Vernetzung als Motor nutzen 2.1. Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit 2.2. Ausbau der regionalen, gebietsübergreifenden und transnationalen Netzwerke Anzahl der geologischen Besonderheiten, die in Wert gesetzt wurden und damit erlebbar und erlernbar wurden Indikator/ Fragestellung Evaluierungsmethodik

Anzahl der geologischen Besonderheiten, zu deren Erhalt beigetragen Befragung der Projektträger nach wurde umgesetzter Maßnahme Beurteilung der erreichten Wirkungen: Experteninterviews Arbeitsgruppen/ Regionalmanagement und weitere Experten Dokumentenanalyse Analyse statistischer Daten

Anzahl der zur Wissensvermittlung aufbereiteten geologischen Besonderheiten

Investitionsvolumen der Projekte, die einen Zielerreichungsbeitrag zu diesem Ziel aufweisen Anzahl der interkommunal realisierten Projekte Befragung der Projektträger nach umgesetzter Maßnahme Beurteilung der erreichten Wirkungen: Experteninterviews Arbeitsgruppen/ Regionalmanagement und weitere Experten Dokumentenanalyse

Anzahl der gebietsübergreifend realisierten Projekte Anzahl der transnational realisierten Projekte Anzahl der neu entstandenen Netzwerke

2.3. Erschließung und Ausbau von Synergien durch Vernetzung

121

Gebietsspezifische Entwicklungsziele

Unterziele

Indikator/ Fragestellung

Evaluierungsmethodik

3. Mehr Arbeitsplätze vor 3.1. Nachhaltige Schaffung von Ort schaffen & Arbeitskraft Arbeitsplätzen und Erschließung neuer sichern! Erwerbsmöglichkeiten in der Region

Anzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze (umgerechnet auf Vollzeit- Befragung der Projektträger nach AK’s) umgesetzter Maßnahme nach Geschlecht, Alter nach Sektoren: Tourismus, LW/ FW, Handel, Handwerk und Dienstleistungen Beurteilung der erreichten Wirkungen: Experteninterviews Arbeitsgruppen/ Regionalmanagement und weitere Experten Dokumentenanalyse Analyse statistischer Daten

neu erschlossene Erwerbsmöglichkeiten für Landwirtschaft, Forst, Handel, Handwerk, Gastronomie/Tourismus 3.2. Nachhaltige Schaffung von Ausbildungsplätzen in der Region Anzahl der neu geschaffenen Ausbildungsplätze (umgerechnet auf Vollzeit-AK’s) nach Geschlecht, Alter nach Sektoren: Tourismus, LW/ FW, Handel, Handwerk und Dienstleistungen 3.3. Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region Anzahl der gesicherten Arbeitsplätze in der Region nach Geschlecht, Alter nach Sektoren: Tourismus, LW, Handel, Handwerk und Dienstleistungen

3.4. Sicherung von Ausbildungsplätzen Anzahl der gesicherten Ausbildungsplätze in der Region in der Region nach Geschlecht, Alter nach Sektoren: Tourismus, LW, Handel, Handwerk und Dienstleistungen 3.5. Identifizierung und Ausbau von Zukunftsbranchen in der Vulkaneifel 3.6. Ausbau der Mittelstandsfreundlichkeit der Vulkaneifel 3.7. Sicherung des Arbeitskräftepotenzials in der Vulkaneifel (Verhinderung des Fachkräftemangels, Standortattraktivität von Unternehmen) Welche Zukunftsbranchen konnten in der Vulkaneifel neu etabliert werden?

122

Gebietsspezifische Entwicklungsziele Insgesamt

Unterziele

Indikator/ Fragestellung realisierte Sensibilisierungsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich: Pressemitteilungen: Anzahl Print-Materialien (Flyer, Broschüren etc.): Anzahl, Auflage Online Materialien: Anzahl, Zugriffe Veranstaltungen, Seminare, Exkursionen: Anzahl, TeilnehmerInnen

Evaluierungsmethodik

Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen in diesem Bereich: Anzahl und Stundenumfang Anzahl und Alter TeilnehmerInnen

Investitionsvolumen der Projekte, die einen Zielerreichungsbeitrag zu diesem Ziel aufweisen 4. Mit Klimaschutz regionalen Mehrwert schaffen! 4.1. Erhöhung der Energieeffizienz, um eine Senkung des Energieverbrauchs in der Vulkaneifel zu erreichen 4.2. Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen 4.3. Möglichst hoher Anteil des Einsatzes regionaler, regenerativer Energiequellen zur Abdeckung des Energiebedarfs 4.4. Auf- und Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten im Bereich der regenerativen Energiewirtschaft Eingesparte CO2-Emissionen Befragung der Projektträger nach umgesetzter Maßnahme Beurteilung der erreichten Wirkungen: Experteninterviews Arbeitsgruppen/ Regionalmanagement und weitere Experten Dokumentenanalyse

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Gebietsspezifische Entwicklungsziele Insgesamt

Unterziele

Indikator/ Fragestellung Entwicklung des Energieverbrauchs in der Region Entwicklung des Anteil der erneuerbaren Energien in der Region realisierte Sensibilisierungsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich: Pressemitteilungen: Anzahl Print-Materialien (Flyer, Broschüren etc.): Anzahl, Auflage Online Materialien: Anzahl, Zugriffe Veranstaltungen, Seminare, Exkursionen: Anzahl, TeilnehmerInnen

Evaluierungsmethodik

Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen in diesem Bereich: Anzahl und Stundenumfang Anzahl und Alter TeilnehmerInnen

Investitionsvolumen der Projekte, die einen Zielerreichungsbeitrag zu diesem Ziel aufweisen 5. Innovative zukunftsfähige Dorf- & Lebensmodelle gestalten! 5.1. Stärkung der Innenentwicklung der Ortskerne 5.2. Erhalt der Sozialstrukturen in den Dörfern 5.3. Förderung von zeitgemäßen Wohnformen 5.4. Erhalt und Entwicklung der Infrastruktur in den Dörfern 5.5. Aufrechterhaltung der Grundversorgung in den Dörfern 5.6. Aufbau von Stadt-LandBeziehungen 5.7. Förderung der Anbindung der Dörfer (Verkehr, Information/Kommunikation) Befragung der Projektträger nach umgesetzter Maßnahme Beurteilung der erreichten Wirkungen: Experteninterviews Arbeitsgruppen/ Regionalmanagement und weitere Experten Dokumentenanalyse, insb. aus den Ergebnissen des Innovationsnetzwerkes Eifel-Dorf der Zukunft Ggf. Analyse statistischer Daten, insb. aus den Ergebnissen des Innovationsnetzwerkes Eifel-Dorf der Zukunft

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Gebietsspezifische Entwicklungsziele Insgesamt

Unterziele

Indikator/ Fragestellung realisierte Sensibilisierungsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich: Pressemitteilungen: Anzahl Print-Materialien (Flyer, Broschüren etc.): Anzahl, Auflage Online Materialien: Anzahl, Zugriffe Veranstaltungen, Seminare, Exkursionen: Anzahl, TeilnehmerInnen

Evaluierungsmethodik

Investitionsvolumen der Projekte, die einen Zielerreichungsbeitrag zu diesem Ziel aufweisen 6. Kulturelle Identität leben & erlebbar machen! 6. 1. Traditionen, regionales Brauchtum und kulturhistorische Zeugnisse erhalten und erlebbar machen Anzahl der Traditionen, verschiedene Formen regionalen Brauchtums/ Befragung der Projektträger nach der kulturhistorischen Zeugnisse, umgesetzter Maßnahme zu deren Erhalt beigetragen wurde die erlebnisorientiert aufbereitet wurden 7.2. Regionale Identität leben (eigene Bevölkerung) und nach außen hin kommunizieren (Gäste) 7.3. Stärkung der Heimatverbundenheit der Bürgerinnen und Bürger 7.4 Kulturelle Identität neu entwickeln 7.5. Kulturelles Erbe besser erforschen Anzahl der durchgeführten Forschungen und nach außen darstellen Anzahl der aufbereiteten Objekte Beurteilung der erreichten Wirkungen: Experteninterviews Arbeitsgruppen/ Regionalmanagement und weitere Experten Dokumentenanalyse

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Gebietsspezifische Entwicklungsziele Insgesamt

Unterziele

Indikator/ Fragestellung realisierte Sensibilisierungsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich: Pressemitteilungen: Anzahl Print-Materialien (Flyer, Broschüren etc.): Anzahl, Auflage Online Materialien: Anzahl, Zugriffe Veranstaltungen, Seminare, Exkursionen: Anzahl, TeilnehmerInnen Investitionsvolumen der Projekte, die einen Zielerreichungsbeitrag zu diesem Ziel aufweisen

Evaluierungsmethodik

Horizontale Ziele 1.Chancengleichheit

Unterziele Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Kindern, Jugendlichen, Seniorinnen/ Senioren

Indikator/ Fragestellung

Evaluierungsmethodik Befragung der Projektträger nach umgesetzter Maßnahme

Anzahl der direkt geschaffenen Arbeitsplätze für Jugendliche (umgerechnet auf Vollzeit-AK’s)? , bzw. Abschätzung der indirekten Arbeitsplatzeffekte für Jugendliche Anzahl der im Rahmen des LILE umgesetzten Projekte, die ein barrierefreies Angebot für Seniorinnen und Senioren geschaffen haben.

Beurteilung der erreichten Wirkungen: Experteninterviews Arbeitsgruppen/ Regionalmanagement und weitere Experten

Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Menschen mit und ohne Behinderung

Anzahl der im Rahmen des LILE umgesetzten Projekte, die zu einer Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Menschen mit und ohne Behinderung beigetragen haben Anzahl der im Rahmen des LILE umgesetzten Projekte, die ein barrierefreies Angebot für Menschen mit Behinderung geschaffen haben.

Erhöhung der Chancengleichheit zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

Im Rahmen der Umsetzung des LILE beteiligte Akteurinnen und Akteure mit Migrationshintergrund

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Horizontale Ziele 2.Nachhaltigkeit

Unterziele Ökonomischer Aspekt Ökologischer Aspekt Sozialer Aspekt

Indikator/ Fragestellung

Evaluierungsmethodik

3. Demografischen Wandel als Herausforderung annehmen

LEADER-Kriterium Innovationsgehalt

Indikator/ Fragestellung Anzahl der Projekte mit experimentellem Charakter Anzahl der Projekte mit Modellcharakter Wurden im Rahmen der Umsetzung des LILE neue Lösungen zu Fragestellungen in der Region entwickelt? neue Produkte neue Verfahren/-techniken neue Organisationsformen Erschließung neuer Märkte

Evaluierungsmethodik Befragung der Projektträger nach umgesetzter Maßnahme Beurteilung der erreichten Wirkungen: Experteninterviews Arbeitsgruppen/ Regionalmanagement und weitere Experten

Wurden im Rahmen der Umsetzung des LILE Lösungsansätze anderer Regionen übernommen und an die spezifischen Anforderungen in der Vulkaneifel angepasst? Wurden im Rahmen der Umsetzung des LILE traditionelle Lösungsansätze modernisiert? Wurden im Rahmen der Umsetzung des LILE neue Lösungsansätze entwickelt, die andere Programme nicht bieten?

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LEADER-Kriterium Integrierter Ansatz und Vernetzung

Indikator/ Fragestellung Anzahl der im Rahmen der Umsetzung des LILE realisierten Multisektoral ausgerichteten Projekte Projekte, die sich durch eine ganzheitliche Betrachtung langfristig tragfähigen Lösungen widmen Projekte, die sich in das Verhältnis zu anderen Maßnahmen und Initiativen setzen und Wechsel- und Folgewirkungen mitbetrachten Projekte, die bewusst interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Vulkaneifel suchen Projekte, die mit ihrer Arbeit einen Beitrag zur Netzwerkbildung in der Vulkaneifel und darüber hinaus leisten Projekte, die die (inter-) kommunale Zusammenarbeit nicht aus dem Blick verlieren

Evaluierungsmethodik

Gebietsübergreifender/ transnationaler Ansatz Optimierung des Humankapitals

Anzahl der gebietsübergreifend realisierten Projekte Anzahl der transnational realisierten Projekte Anzahl der im Rahmen der Umsetzung des LILE realisierten Projekte, die einen Beitrag zur Entwicklung der Fähigkeiten der regionalen Akteure leisten Projekte, die durch Qualifizierungsmaßnahmen zusätzliches Wissen in die Region bringen

Quelle: Eigene Zusammenstellung.

128

12.

Anhang

Vulkaneifel als Vorzeigebeispiel für ländliche Regionen, Eifel ist auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 18.27. Januar gut vertreten Eifelzeitung, 3. KW 2008

Große Bühne auf der Grünen Woche, „Besondere Ehre“: Vulkaneifel präsentiert sich bei der renommierten Ausstellung in Berlin TV, Dauner Zeitung, 16.01.2008

Vulkaneifel präsentiert sich in Berlin - Vielfältige Aktionen im Rahmen der „Grünen Woche“ Wochenspiegel, 16.01.2008

Nicht nur Wein und Genuss - Rheinland-Pfalz wirbt auf Grüner Woche Dauner Zeitung, 18.01.2008

Internationale Grüne Woche 2008 - Hering: Eindrucksvolle Visitenkarte der Region
MWVLW, 19. Januar 2008

„Spießbraten bleibt ein Muss- Auf Grüner Woche will Rheinland-Pfalz Regionen gezielt vermarkten“. Die Vulkaneifel demonstriert, dass auf dem Land auch reges Leben ist
TV, Dauner Zeitung, 21.01.2008

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