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Full text: Teilplan Kindertagesbetreuung

Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg

Teilplan Kindertagesbetreuung

Stand: Januar 2007

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Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg Teilplan Kindertagesbetreuung

Herausgeber: Landkreis Augsburg Amt für Jugend und Familie Prinzregentenplatz 4 86150 Augsburg

Verantwortlich: Fachstelle für Jugendhilfeplanung Regina Prestele Telefon: 0821/3102-484 Fax: 0821/3102-634

Facharbeitsgruppe zur Kindertagesbetreuung: Hannes Neumeier (Sachgebietsleiter des Amtes für Jugend und Familie) Angelika Steinbrecher (Fachstelle für Kindertagesstätten) Regina Prestele (Fachstelle für Jugendhilfeplanung)

Projektbegleitung: SAGS Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik Theodor-Heuss-Platz 1 86150 Augsburg

Augsburg, im Januar 2007

Vorwort
Die Lebensentwürfe, Lebensformen und Lebenslagen der Familien in Deutschland haben und werden sich immer weiter verändern. Wir brauchen deshalb ein Kinderbetreuungssystem, das auf die Bedürfnisse der Eltern flexibel reagieren kann. Der Landkreis Augsburg und seine 46 Kommunen bieten den Familien bereits heute ein hohes Maß an qualifizierten Kinderbetreuungsangeboten, die sich an den Arbeitsmarktbedingungen und den Lebenswelten der Eltern und ihrer Kinder orientieren. Im Vordergrund steht dabei das Wohl des einzelnen Kindes.

Kindertagesbetreuung ist nicht nur für die Eltern und im Hinblick auf deren Erwerbstätigkeit wichtig, sondern zunehmend auch für die Kinder selbst. Die hohe Zahl von Ein-Kind-Familien reduziert die Möglichkeit soziale Beziehungen mit Gleichaltrigen aufzubauen. Kinder, die keine Geschwister haben, brauchen umso mehr die Kinderkrippe oder den Kindergarten. Sie brauchen Freunde und Spielgefährten, damit sie ausreichend Kontakte zu anderen Kindern haben.

In Kindertageseinrichtungen soll die Entwicklung jedes einzelnen Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert werden. So lautet der Auftrag, den der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan den Kindertageseinrichtungen gibt. Und spätestens seit der Durchführung und den ernüchternden Ergebnissen der vieldiskutierten PISA-Studie muss uns klar sein, dass eine der Hauptaufgaben einer verantwortungsvollen Bildungspolitik lauten muss, allen Kindern frühzeitig die bestmöglichen Bildungschancen zu bieten. Denn Spielen und Lernen stellen keine Gegensätze dar, sie gehen gerade im frühen Kindesalter Hand in Hand.

Der Landkreis Augsburg hat im Rahmen der Jugendhilfeplanung die gesetzliche Aufgabe, eine bedarfsgerechte Versorgung mit Angeboten und Einrichtungen für Kinder aller Altersgruppen sicherzustellen. Ziel des Teilplans Kindertagesbetreuung ist es,

eine einheitliche Linie für den Landkreis und seine Gemeinden zu bieten, Impulse für die kommunale Familienpolitik zu geben und es den Verantwortlichen zu ermöglichen, bestehende Strukturen bedarfsorientiert weiterzuentwickeln.

Mit dem vorliegenden Teilplan haben wir eine solide Basis, um sowohl derzeitigen als auch künftigen Fragen und Herausforderungen in diesem wichtigen Bereich gezielt, wirtschaftlich und mit einem Höchstmaß an Wirksamkeit begegnen und damit unserer Verpflichtung als Landkreis gerecht werden zu können.

Mein Dank gilt all denen, die mit ihrem fachlichen Können und Wissen und ihrer großen Leistungsbereitschaft zur Entstehung dieses Werkes beigetragen haben.

Ihr

Dr. Karl Vogele Landrat

Inhaltsverzeichnis
Impressum Inhaltsverzeichnis ………………………………………………………………… Darstellungsverzeichnis …………………………………………………………. I III

Kurzzusammenfassung ………………………………………………………….

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Teil I 1. 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 2. 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 Teil II 1. 1.1 1.2 1.3 1.4 2. 2.1 2.2 2.3 2.3.1 2.3.2 2.3.3 2.3.4 3. 3.1 3.2 3.3 3.3.1

Allgemeiner Teil …………………………………………………………………… Allgemeine Ausführungen zur Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg ………………………………………………………….. Rechtliche Grundlagen …………………………………………………………….. Planungsgegenstand ………………………………………………………………. Vorgehensweise ……………………………………………………………………. Planungsziel ………………………………………………………………………… Gemeindegrößenklassen …………………………………………..……………… Bevölkerungsstruktur im Landkreis Augsburg ……………………………... Anteil der einzelnen Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung ……………… Anteil der allein Erziehenden ……………………………………………………... Zahl der Erwachsenen je Haushalt ………………………………………………. Anzahl der Geschwister …………………………………………………………… Herkunftsland der Eltern …………………………………………………………... Gesprochene Sprachen in der Familie …………………………………………... Kindertagesbetreuung im Landkreis Augsburg …………………………….. Bestandsübersicht ……………………………………………………………….. Einrichtungen im Rahmen der Jugendhilfe ……………………………………… Schulische Angebote ………………………………………………………………. Plätze und Zahl der Kinder ………………………………………………………... Bestandsverzeichnis ……………………………………………………………….. Befragung der Eltern mit Kindern unter 3,5 Jahren ………………………... Bestehende Angebote ……………………………………………………………... Betreuungsquote …………………………………………………………………… Betreuungsbedarf von Kindern unter 3,5 Jahren ……………………………….. Bedingungsfaktoren für den Betreuungsbedarf …………………………………. Struktur des Betreuungsbedarfs ..………………………………………………… Art der gewünschten Betreuung ………………………………………………….. Zeitprofile .…………………………………………………………………………... Befragung der Eltern der Kindergartenkinder ………………………………. Bestehende Angebote ……………………………………………………………... Betreuungsquote …………………………………………………………………… Betreuungsbedarf von Kindergartenkindern …………………………………….. Eintrittsdatum ……………………………………………………………………….. I

5 5 5 6 10 11 11 14 14 22 25 26 26 27 30 30 30 31 31 32 37 37 38 43 43 47 50 53 55 55 58 61 61

3.3.2 3.3.3 3.3.4 3.3.5 4. 4.1 4.2 4.3 4.3.1 4.3.2 4.3.3 4.3.4 5. 5.1 5.2 5.3 5.4 6. 6.1 6.2 6.2.1 6.2.2 6.2.3 6.3 6.4 6.4.1 6.4.2 6.4.3 6.5 7.

Betreuungszeiten …………………………………………………………………... Pädagogische Ausrichtung ………………………………………………………... Mittagessensversorgung …………………………………………………………... Zeitprofile ……………………………………………………………………………. Betreuung von Schulkindern …………………………………………………… Bestehende Angebote ……………………………………………………………... Betreuungsquote …………………………………………………………………… Betreuungsbedarf von Schulkindern ……………………………………………... Bedingungsfaktoren für den Betreuungsbedarf …………………………………. Struktur des Betreuungsbedarfs ……………………………………..…………… Art der gewünschten Betreuung ………………………………………………….. Zeitprofile ……………………………………………………………………………. Weitere Befragungsergebnisse ………………………………………………… Betreuungsbedarf während der Schließzeiten ………………………………….. Erwerbstätigkeit der Eltern ………………………………………………………… Bedarf an Plätzen in einer integrativen Betreuungsform ………………………. Auswertung der offenen Fragen ………………………………………………….. Empfehlungen ……………………………………………………………………... Empfehlungen zur Bedarfsplanung ………………………………………………. Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Kindern unter 3 Jahren ……………………………………………………….. Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Kindern unter 3 Jahren in kleinen Gemeinden …………………………………………………….. Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Kindern unter 3 Jahren in mittleren Gemeinden …………………………………………………… Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Kindern unter 3 Jahren in großen Gemeinden und Städten ……………………………………… Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Kindergartenkindern …………………………………………………………... Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Schulkindern …..…. Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Schulkindern in kleinen Gemeinden ……………………………………………………………… Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Schulkindern in mittleren Gemeinden ……………………………………………………………. Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Schulkindern in großen Gemeinden und Städten ………………………………………………. Allgemeine Empfehlungen …………………………………………………………

62 67 69 70 73 73 75 78 78 81 85 89 91 91 94 105 107 116 116 118 119 120 121 122 123 124 125 125 126

Erläuterungen zur Gastkinderregelung ..……………………………………... 129

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Darstellungsverzeichnis
1-1 1-2 1-3 1-4 1-5 1-6 1-7 1-8 1-9 1-10 2-1 2-2 2-3 2-4 2-5 2-6 2-7 2-8 2-9 2-10 2-11 2-12 2-13 2-14 2-15 2-16 2-17 2-18 2-19 Gemeindegrößenklassen im Landkreis Augsburg Anteil der unter 14-Jährigen an allen Einwohnern in den Gemeinden des Landkreises Augsburg Anteil der unter 3-Jährigen an allen Einwohnern in den Gemeinden des Landkreises Augsburg Anteil der 3- bis unter 6-Jährigen an allen Einwohnern in den Gemeinden des Landkreises Augsburg Anteil der 6- bis unter 14-Jährigen an allen Einwohnern in den Gemeinden des Landkreises Augsburg Anteil der allein Erziehenden an der Bevölkerung Anzahl der Erwachsenen je Haushalt Anzahl der Geschwister Herkunftsland der Eltern Gesprochene Sprachen in der Familie Betreuungsquote der unter 3-Jährigen in den Gemeinden des Landkreises Augsburg Betreuungsquote der unter 3-Jährigen (sonstige Betreuungsformen) in den Gemeinden des Landkreises Augsburg Betreuungsbedarf von Kindern unter 3,5 Jahren Betreuungsbedarf von Kindern unter 3,5 Jahren nach dem Alter Betreuungsbedarf von Kindern zwischen 3 und 3,5 Jahren Betreuungsbedarf von Kindern unter 3,5 Jahren nach der Zahl der Geschwister Zahl der gewünschten Betreuungstage Gewünschte Betreuungszeiten der Kinder unter 3,5 Jahren pro Tag nach dem Alter Benötigen Sie variable Betreuungszeiten? Kind bereits für Betreuung angemeldet? Wenn ja, wo haben Sie Ihr Kind angemeldet? Wenn Sie noch auf der Suche sind, welche Betreuungsform streben Sie an? Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang I Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang II Versorgungsquote der 3- bis unter 6-Jährigen in den Gemeinden des Landkreises Augsburg Betreuungsquote der 3- bis unter 6-Jährigen in den Gemeinden des Landkreises Augsburg Eintrittsdatum in den Kindergarten Derzeitige und gewünschte Betreuungszeiten / Buchungszeiten im Kindergarten Benötigen Sie variable Betreuungszeiten? III 13 17 18 19 20 24 25 26 27 28 40 42 44 45 45 47 48 49 50 51 52 53 54 54 57 60 62 63 63

2-20 2-21 2-22 2-23 2-24 2-25 2-26 2-27 2-28 2-29 2-30 2-31 2-32 2-33 2-34 2-35 2-36 2-37 2-38 2-39 2-40 2-41 2-42 2-43 2-44 2-45 2-46 2-47 2-48 2-49 2-50

Benötigen Sie außerhalb der Öffnungszeiten Ihres Kindergartens regelmäßig noch eine weitere Betreuung? Wenn ja, haben Sie Ihr Kind bereits für eine Kinderbetreuung angemeldet? Wenn ja, wo haben Sie Ihr Kind angemeldet? Entspricht die weltanschauliche / pädagogische Ausrichtung Ihres Kindergartens Ihren Wünschen? Falls nein: Welche weltanschauliche / pädagogische Ausrichtung würde Ihren Wünschen entsprechen? Bekommt Ihr Kind im Kindergarten ein Mittagessen angeboten? Zeitprofil für die aktuelle Anwesenheitszeit im Kindergarten I Zeitprofil für die aktuelle Anwesenheitszeit im Kindergarten II Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang I Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang II Betreuungsquote der 6- bis unter 14-Jährigen in den Gemeinden des Landkreises Augsburg Betreuungsbedarf von Schulkindern Betreuungsbedarf von Schulkindern nach dem Alter Betreuungsbedarf von Schulkindern nach der Zahl der Geschwister Gewünschte Betreuungszeiten / Buchungszeiten von Schulkindern pro Tag Gewünschte Betreuungszeiten / Buchungszeiten von Schulkindern pro Tag nach dem Alter Gewünschte Betreuungszeiten / Buchungszeiten von Schulkindern pro Tag nach der Gemeindegröße Benötigen Sie variable Betreuungszeiten? Haben Sie Ihr Kind bereits für eine Betreuung angemeldet? Wenn ja, wo haben Sie Ihr Kind angemeldet? Wenn Sie noch auf der Suche sind, welche Betreuungsform streben Sie an? Wo haben Sie Ihr Kind angemeldet – nach dem Alter Wenn Sie noch auf der Suche sind, welche Betreuungsform streben Sie an – nach dem Alter Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang I Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang II Betreuungsbedarf während der Schließzeiten Bedarf während der Schließzeiten – einzelne Ferien Bedarf während der Schließzeiten – Sommerferien nach Wochen Umfang der Erwerbstätigkeit der Eltern von Kindern unter 3,5 Jahren (ohne Elternzeit) Umfang der Erwerbstätigkeit der Eltern von Kindergartenkindern (ohne Elternzeit) Umfang der Erwerbstätigkeit der Eltern von Schulkindern (ohne Elternzeit)

65 66 66 68 68 70 71 72 72 73 77 78 80 81 82 83 84 85 86 87 87 88 89 90 90 92 93 94 96 97 97

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2-51 2-52 2-53 2-54 2-55 2-56 2-57 2-58 2-59 2-60 2-61 2-62

Eltern in Elternzeit Wird / Soll sich der Umfang Ihrer Erwerbstätigkeit innerhalb der nächsten Monate verändern? Wenn ja oder vielleicht: Soll sich der Umfang erhöhen oder verringern? Ermöglichen die zur Verfügung stehenden Betreuungsangebote Ihre angestrebte Erwerbstätigkeit im Jahr 2006 – Kinder unter 3,5 Jahren Ermöglichen die zur Verfügung stehenden Betreuungsangebote Ihre angestrebte Erwerbstätigkeit im Jahr 2006 – Schulkinder Ich / Wir würden gerne mehr arbeiten, benötigen hierfür aber eine (zusätzliche) Betreuung für das Kind Ich / Wir würden gerne mehr arbeiten, benötigen hierfür aber eine (zusätzliche) Betreuung für das Kind – nach den Gemeindegrößenklassen Benötigt Ihr Kind eine integrative Betreuungsform? Wenn ja, wird Ihr Kind bereits in dieser besonderen Betreuungsform gefördert? Haben Sie noch weitere Anregungen für uns? (Kinder unter 3,5 Jahren) Haben Sie noch weitere Anregungen für uns? (Kindergartenkinder) Haben Sie noch weitere Anregungen für uns? (Schulkinder)

98 99 100 101 102 103 104 106 106 108 111 114

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Kurzzusammenfassung Die Grundlagen der Jugendhilfeplanung und die Vorgehensweise im Landkreis Augsburg Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen für die Jugendhilfeplanung für den Bereich Kindertagesbetreuung finden sich im Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) und im Bayerischen Kinderbildungs- und –betreuungsgesetz (BayKiBiG). Dem Landkreis Augsburg obliegt als örtlichem Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Jugendhilfeplanung (§ 80 SGB VIII). Diese Planung wird durch die örtliche Bedarfsplanung der Gemeinden nach Art. 7 BayKiBiG ergänzt. Im Rahmen der Jugendhilfeplanung haben sowohl der Landkreis als auch die Gemeinden den Bestand an Einrichtungen zu erheben, den Bedarf unter Berücksichtung der Bedürfnisse der Eltern und ihrer Kinder zu ermitteln und die zur Deckung des Bedarfes notwendigen Plätze festzustellen. Die Anerkennung bedarfsnotwendiger Plätze obliegt den Gemeinden, sofern nicht der Landkreis selbst Plätze als bedarfsnotwendig anerkennt. Da die ersten drei Schritte der Jugendhilfeplanung der Landkreis und die Gemeinden gleichermaßen vornehmen müssen, haben der Landkreis Augsburg und die kreisangehörigen Gemeinden beschlossen, einen gemeinsamen Weg zu gehen. Der Landkreis Augsburg wurde deshalb von 42 der 46 Gemeinden beauftragt, die Bedürfnisund Bedarfsfeststellung für sie durchzuführen. Die Befragung wurde in drei Altersgruppen unterteilt. Befragt wurden dabei die Eltern der Kinder unter 3,5 Jahren, die Eltern der Kindergartenkinder und die Eltern der Schülerinnen und Schüler. In den kleineren Gemeinden wurde eine Vollerhebung durchgeführt, in den größeren Gemeinden eine Stichprobenbefragung. Insgesamt wurden rund 10.000 Fragebögen verschickt. Davon sind 6.995 beantwortete Fragebögen eingegangen, was einer Rücklaufquote von knapp 70 % entspricht. Die wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen Derzeit gibt es im Landkreis Augsburg 9 Kinderkrippen, 107 Kindergärten, 11 Kinderhorte und 115 Tagespflegestellen. Die Betreuungsquote bei den Kindern unter 3 Jahren liegt landkreisweit bei 5,8 %, die Betreuungsquote bei Kindern im Alter von 3 bis unter 6 Jahren bei 72,3 % und die Betreuungsquote bei den Schulkindern bei 6,8 %.

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Da die Eltern bei der Befragung ihren zukünftigen Betreuungsbedarf einschätzen sollten, wurden zu den Antwortmöglichkeiten „ja“ und „nein“ noch die beiden Kategorien „noch nicht absehbar, aber eher ja“ und „noch nicht absehbar, aber eher nein“ hinzugefügt. Für seine Jugendhilfeplanung hat der Landkreis Augsburg beschlossen, die beiden Antwort-Kategorien „ja“ und „eher ja“ als Kernbedarf zu werten.

Bei den Kindern unter 3,5 Jahren haben insgesamt 37,9 % der Eltern einen Bedarf an Kindertagesbetreuung angegeben. Bei der Auswertung dieses Bedarfes nach den unterschiedlichen Gemeindegrößenklassen wird ein Stadt-Land-Gefälle deutlich: je größer die Gemeinde, desto höher der Betreuungsbedarf. Insbesondere in kleinen und mittleren Gemeinden ist daher eine interkommunale Zusammenarbeit unerlässlich. Geringe Bedarfszahlen in den einzelnen Gemeinden müssen zusammengefasst und durch eine gemeinsame Einrichtung abgedeckt werden. Möglich wäre eine Bedarfsdeckung hierbei zum Beispiel durch die Umwandlung einer bestehenden Kindergartengruppe in eine Krippengruppe oder die Neueröffnung einer Krippengruppe in geeigneten Räumlichkeiten.

Kinder im Alter von 3 Jahren bis zu Einschulung haben einen gesetzlich verankerten Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Das bedeutet, dass das Angebot an Kindertagesbetreuung für diese Altersstufe so ausgebaut werden muss, dass eine Versorgungsquote mit Kindergartenplätzen von 100 % erreicht wird. Derzeit liegt die Versorgungsquote landkreisweit bei 99,8 %. Einige Gemeinden haben eine Überversorgung, in anderen Gemeinden dagegen liegt die Versorgungsquote noch deutlich unter 100 %. In diesen Gemeinden besteht dringender Handlungsbedarf, insbesondere da viele Eltern auf einen gesicherten Platz ab dem dritten Lebensjahr ihres Kindes angewiesen sind, weil dann die Elternzeit endet. Im Falle einer Überversorgung gibt es die Möglichkeit der Altersöffnung des Kindergartens. Das bedeutet, dass auch Kinder unter 3 Jahren und Schulkinder im Kindergarten betreut werden können, sofern die dafür notwendigen Voraussetzungen wie beispielsweise geeignete Räumlichkeiten, ausreichend Personal und eine angepasste pädagogische Konzeption erfüllt werden.

Bei den Schulkindern haben insgesamt 17,8 % der Eltern Betreuungsbedarf außerhalb der Familie. Wie auch bei den Kindern unter 3 Jahren ist ein deutliches Stadt2

Land-Gefälle erkennbar: je größer die Gemeinde, desto größer der Betreuungsbedarf. Wichtig ist außerdem, dass der Betreuungsbedarf mit zunehmendem Alter der Kinder zunächst abnimmt, dann aber zum Zeitpunkt des Wechsels auf eine weiterführende Schule wieder ansteigt. Die Betreuung der Grundschüler ist in vielen Gemeinden bereits sehr gut geregelt, da die meisten Schulen eine Mittagsbetreuung anbieten. Für die Schüler ab der 5. Klasse gibt es ein deutlich geringeres Betreuungsangebot. Insbesondere in dieser Altersstufe wünschen sich jedoch viele Eltern eine Nachmittags- oder Ganztagsbetreuung, während der die Kinder unter pädagogischer Aufsicht auch ihre Hausaufgaben erledigen können. Für die Betreuung von Schulkindern wird empfohlen, diese in der Schule selbst anzubieten, weil dadurch auf bestehende Räumlichkeiten wie beispielsweise ein Klassenzimmer für die Hausaufgabenbetreuung und einen Werkraum sowie die Turnhalle für die Freizeitbeschäftigung zurückgegriffen werden kann.

In allen drei Befragungen wurde deutlich, dass für viele Eltern die derzeitigen Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen nicht ausreichen. Gerade in kleinen und mittleren Gemeinden schließen viele Kindergärten bereits um 14.00 Uhr, auch die Mittagsbetreuung an den Grundschulen wird in der Regel nur bis 14.00 Uhr angeboten. Von den Eltern werden jedoch häufig Betreuungszeiten bis 16.00 Uhr und länger gewünscht. Dieser Bedarf kann entweder durch eine Ausweitung der Öffnungszeiten oder die Möglichkeit der Kindertagespflege als Anschlussbetreuung gedeckt werden. Letzteres ist vermutlich besonders für die kleinen und mittleren Gemeinden interessant, in denen zum Beispiel am Nachmittag kein Bedarf für eine ganze Kindergartengruppe besteht. Eine Anschlussbetreuung kann in Absprache mit dem Träger auch in den Räumen der Kindertageseinrichtung angeboten werden.

Ein großes Problem für berufstätige Eltern stellt außerdem die Überbrückung der Schließzeiten der Kindertageseinrichtungen dar. In den Sommerferien schließen viele Kindergärten für rund drei Wochen, was für Eltern zwar theoretisch zeitlich überbrückbar wäre, in der Praxis aber oft schwierig ist. In Gemeinden, in denen es mehrere Kindergärten gibt, sollten die Einrichtungen bzw. die Träger die Schließzeiten so aufeinander abstimmen, dass immer mindestens eine Einrichtung als „Notdienst“ geöffnet hat und Kinder aus den anderen Einrichtungen mitbetreuen kann. Deutlich mehr betreuungslose Zeiten müssen noch die Eltern von Schulkindern überbrücken,
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da die Schüler insgesamt 13 Wochen Schulferien haben. Das BayKiBiG eröffnet deshalb die Möglichkeit, dass in den Ferienzeiten auch die Vormittagsbetreuung von Schulkindern im Kindergarten unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden kann. Plätze, die von Kindergartenkindern in den Ferienzeiten nicht benötigt werden, können somit an nachfragende Schulkinder vergeben werden.

Ein in den drei Befragungen häufig geäußerter Wunsch war das Angebot einer Mittagessensversorgung in den Kindertageseinrichtungen. Gerade für berufstätige Eltern würde dies eine große Entlastung darstellen. Ob in den einzelnen Einrichtungen ein konkreter Bedarf besteht, sollte jedoch vor Ort nochmals direkt abgefragt werden. Auch hier wäre gegebenenfalls eine Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie beispielsweise Schule und Kindergarten, die nebeneinander liegen, zu empfehlen.

Grundsätzlich sollten Elternbefragungen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, um auf entstehende oder veränderte Bedürfnisse möglichst zeitnah reagieren zu können. Die Träger von Kindertageseinrichtungen sind gesetzlich verpflichtet, einmal jährlich eine Elternbefragung durchzuführen. Den Gemeinden wird empfohlen, ihre Bedarfsplanung alle drei Jahre zu aktualisieren und die Eltern in diesem zeitlichen Rhythmus regelmäßig zu befragen. Wichtig ist auch, dass der Planungsrhythmus mit benachbarten Gemeinden und mit der Jugendhilfeplanung des Landkreises abgestimmt wird, da sonst eine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gemeinden sehr erschwert wird. Das Amt für Jugend und Familie empfiehlt daher allen Gemeinden, auch künftig an den Bedarfserhebungen des Landkreises teilzunehmen anstatt eigene Befragungen durchzuführen. Bei der Bedarfsplanung können die Gemeinden außerdem auch auf die von den Trägern durchgeführten Befragungen zurückgreifen.

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Teil I Allgemeiner Teil 1. Allgemeine Ausführungen zur Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg 1.1 Rechtliche Grundlagen Die Rechtsgrundlage für die Jugendhilfeplanung findet sich im Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) – Kinder- und Jugendhilfegesetz. Der Gesetzgeber stellt in § 80 SGB VIII fest, dass die Planungsverantwortung bei den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe, also den Landkreisen und den kreisfreien Städten als örtlichen Trägern (§ 69 SGB VIII) liegt. Damit wird der Landkreis Augsburg verpflichtet, im Rahmen seiner Planungsverantwortung • • den Bestand an Einrichtungen und Diensten festzustellen den Bedarf unter Berücksichtigung der Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen und der Personensorgeberechtigten für einen mittelfristigen Zeitraum zu ermitteln und • die zur Befriedigung des Bedarfs notwendigen Vorhaben rechtzeitig und ausreichend zu planen.

Diese Bedarfsplanung wird durch die örtliche Bedarfsplanung der Gemeinden nach Art. 7 Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) ergänzt. Die Gemeinden haben demnach den Bedarf an Plätzen in Kindertageseinrichtungen und in Tagespflege unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Eltern und ihrer Kinder festzustellen und bedarfsnotwendige Plätze innerhalb ihres Gemeindegebiets, in bestimmten Fällen auch außerhalb, anzuerkennen. Die Gesamtverantwortung des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe lässt das BayKiBiG unberührt. Aufgabe des Landkreises ist es insbesondere, die Bedarfsplanungen der einzelnen Gemeinden zu koordinieren und auf Lösungen für überörtliche Bedarfe hinzuwirken. Außerdem hat der Landkreis die Aufgabe, seine Planungen mit den Planungen benachbarter Landkreise und kreisfreier Städte abzustimmen. Das Gesetz zum qualitätsorientierten und bedarfsgerechten Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder (Tagesbetreuungsausbaugesetz – TAG) , das am 01.01.2005 in Kraft getreten ist, verpflichtet die Träger der öffentlichen Jugendhilfe,
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darauf hinzuwirken, dass für Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsplätzen oder ergänzend in Tagespflege zur Verfügung steht. Zudem soll auch ein bedarfsgerechtes Angebot an Kindertagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren und für Schulkinder vorgehalten werden. Das Ziel, ein bedarfsgerechtes Angebot für alle Altersgruppen zu schaffen, soll im Jahr 2010 erreicht werden. Bis dahin sind die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe im Rahmen ihrer Jugendhilfeplanung verpflichtet, eine regelmäßige Evaluation der Ausbauaktivitäten durchzuführen. Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe (Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz – KICK), das am 01.10.2005 in Kraft getreten ist, enthält unter anderem Regelungen, die das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) flankieren. Eine wichtige Änderung, die in dem Gesetz festgeschrieben ist, ist die Neuregelung der Erlaubnispflicht für Tagespflegeeltern. 1.2 Planungsgegenstand Gegenstand der vorliegenden Jugendhilfeplanung ist die Kindertagesbetreuung für Kinder von 0 bis unter 14 Jahren im Landkreis Augsburg. Die Inhalte des Teilplanes Kindertagesbetreuung orientieren sich an den im BayKiBiG beschriebenen Angebotsformen zur außerschulischen Betreuung. Dies sind Kinderkrippen, Kindergärten, Horte, Häuser für Kinder und Kindertagespflege. • • • • • Kinderkrippen sind Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Kinder unter drei Jahren richtet, Kindergärten sind Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung richtet, Horte sind Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Schulkinder richtet, Häuser für Kinder sind Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich an Kinder verschiedener Altersgruppen richtet und Tagespflege ist die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern durch eine Tagespflegeperson im Umfang von durchschnittlich mindestens 10 Stunden wöchentlich pro Kind in geeigneten Räumlichkeiten (vgl. Exkurs „Kinder in Tagespflege“)

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Außerdem wurden die schulischen Angebote Mittagsbetreuung und Ganztagsbetreuung mit in die Jugendhilfeplanung aufgenommen. • Mittagsbetreuung: In der Mittagsbetreuung werden Kinder der Jahrgangsstufen 1 bis 4 nach dem Unterricht bis mindestens 13.00 Uhr, meist bis ca. 14.00 Uhr, betreut. Neben Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten wird zum Teil die Möglichkeit von Hausaufgabenerledigung angeboten. • Ganztagsbetreuung: In der Ganztagsbetreuung an der Schule werden Kinder ab der 5. Klasse im Anschluss an den regulären Unterricht bis in den Nachmittag hinein betreut. Neben Mittagessen werden in der Regel Hausaufgabenbetreuung, Lern-, Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten.

Des Weiteren wurden bei der Bestandserhebung auf Gemeindeebene auch die so genannten „Sonstigen Betreuungsformen“ mit erfasst. Zu dieser Kategorie gehören zum Beispiel Mutter-Kind-Gruppen, Krabbelgruppen, Vorkindergarten und ähnliches. Exkurs: Kinder in Tagespflege Die Kindertagespflege durch Tagesmütter oder Tagesväter ist eine familiennahe Form der Kindertagesbetreuung. Die Tagespflegeperson betreut, oft neben eigenen Kindern, ein oder mehrere Tageskinder. Die Betreuungszeiten werden nach den Bedürfnissen der Eltern und nach den Möglichkeiten der Tagespflegeperson individuell abgestimmt. Der Vorteil der Kindertagespflege gegenüber den Kindertageseinrichtungen ist die große Flexibilität: es gibt keine festen Öffnungszeiten und die Betreuungszeiten können mit der Tagespflegeperson individuell vereinbart werden. Außerdem sind gerade bei der Kindertagespflege der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen allen Beteiligten, behutsame, am Kind orientierte Eingewöhnung, Stabilität des Betreuungsverhältnisses und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit zwischen Eltern und Tagespflegeperson sehr wichtig.

Der größte Teil der in einem Tagespflegeverhältnis betreuten Kinder sind Babys und Kleinkinder von 0 bis 3 Jahren. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Tagespflege als ergänzende Betreuung von Kindergarten- und Schulkindern zu nutzen. In einer Tagespflegestelle können bis zu fünf gleichzeitig anwesende Kinder betreut werden. Eine Pflegeerlaubnis ist aber nach § 45 SGB VIII bereits ab dem ersten Tages-

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kind notwendig, wenn dieses Kind mehr als fünfzehn Stunden wöchentlich gegen Entgelt länger als drei Monate betreut wird. Was bedeutet „qualifizierte Tagespflege“? Qualifikation der Tagespflegepersonen • • Qualifizierte und geeignete Personen, die ihre Kompetenzen durch Weiterbildung ergänzen; Neue Tagespflegepersonen werden durch einen Grundkurs (standardisiertes Curriculum vom Bayerischen Landesjugendamt) gründlich vorbereitet, damit diese ihrer verantwortungsvollen Aufgabe gerecht werden können; • • Durch einen Aufbaukurs kann ein Zertifikat zur qualifizierten Kindertagespflege nach dem BayKiBiG erworben werden; Praxisbegleitend erhalten die Tagespflegepersonen fachliche Beratung und Begleitung sowie weitere Fortbildungsangebote. Vermittlung von Tagespflegeverhältnissen • • • • In Vorgesprächen, Hausbesuchen und durch Fragebögen werden Eignungsprüfungen durchgeführt; Durch ausführliche Beratung im Vorfeld versuchen die Vermittlungsstellen, passende Familien zusammenzubringen; Die getroffenen Vereinbarungen werden vertraglich geregelt; ein Mustervertrag wird von den Vermittlungsstellen zur Verfügung gestellt; Für Stadtbergen, Königsbrunn und Neusäß übernimmt der Deutsche Kinderschutzbund die Vermittlung von Tagespflegeverhältnissen und die fachliche Betreuung der Tagespflegepersonen, für die übrigen Kommunen ist das Landratsamt zuständig. Qualifizierte Betreuung der Kinder • • • Das familiäre Umfeld in einer kleinen überschaubaren Gruppe und mit individueller Betreuung kommt vor allem Babys und Kleinkindern entgegen; Die Eingewöhnungszeit richtet sich nach den Bedürfnissen des Kindes; Bei Ausfallzeiten der Tagespflegeperson wird eine adäquate Ersatzbetreuung organisiert.
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Organisationsformen Tagespflegepersonen, die Kinder im elterlichen Haushalt betreuen, werden Kinderfrauen genannt. Auch für sie gelten die genannten Qualitätsstandards. Eine weitere Möglichkeit der Kinderbetreuung ist die Großtagespflegestelle. Hier werden bis zu zehn Kinder in angemieteten Räumlichkeiten von zwei Tagespflegepersonen betreut, wobei eine der beiden Betreuungspersonen als Fachkraft (staatlich anerkannte Erzieherin) qualifiziert sein muss.

Das BayKiBiG bietet zudem noch die Möglichkeit, Kinder außerhalb des eigenen Haushalts der Tagespflegeperson bzw. des elterlichen Haushalts zu betreuen, was im Rahmen der bisherigen Gesetzgebung noch nicht möglich war. Die Tagespflege kann daher in Zusammenarbeit mit einer Kindertageseinrichtung als Anschlussbetreuung an die reguläre Öffnungszeit der Einrichtung angeboten werden. Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, aber auch andere geeignete Personen, können nach Absprache mit dem Träger in den Räumlichkeiten der Tageseinrichtung bis zu fünf gleichzeitig anwesende Kinder betreuen. Die Tagespflegeperson ist dabei selbstständig tätig. Auch für sie gelten die genannten Qualitätskriterien. Lediglich der Aufbaukurs ist für ausgebildete Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen nicht zwingend vorgeschrieben, eine Einführung in die Besonderheiten der Tagespflege wird jedoch empfohlen. Ausblick Die Kindertagespflege steht an einem Wendepunkt. Der zahlenmäßige Ausbau des Angebots an Plätzen in dieser familiennahen, flexiblen und für die öffentlichen Kassen vergleichsweise günstigen Betreuungsform ist das erklärte Ziel der Bayerischen Staatsregierung und der Bundesregierung. Insbesondere soll das Angebot für Kinder unter 3 Jahren deutlich erweitert werden.

Durch die neuen gesetzlichen Vorgaben wurde die Qualität der Kindertagespflege deutlich angehoben. Damit entwickelt sich auch ein neues Selbstverständnis der Tagespflegeperson als professionelle Kinderbetreuerin. Dies führt zu einer intensiveren

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Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Kindertagespflege und dürfte sich – langfristig gesehen – auch in finanziellen Förderungen niederschlagen. 1.3 Vorgehensweise Die Jugendhilfeplanung besteht aus vier Schritten: 1. die Bestandsfeststellung: Welche Plätze sind vorhanden? 2. die Bedürfniserhebung: Welche Bedürfnisse haben die Eltern? 3. die Bedarfsfeststellung: Welche Plätze werden benötigt, um die Bedürfnisse der Eltern und ihrer Kinder zu decken? 4. die Anerkennung der Bedarfsnotwendigkeit: Welche Plätze sind bedarfsnotwendig?

Die ersten drei Planungsschritte haben der Landkreis und die Gemeinden gleichermaßen vorzunehmen. Der vierte Schritt ist allein Aufgabe der Gemeinde, soweit nicht der örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe selbst die Plätze als bedarfsnotwendig anerkennt.

Der Landkreis Augsburg und die kreisangehörigen Gemeinden haben beschlossen, in der Bedürfnis- und Bedarfsfeststellung einen gemeinsamen Weg zu gehen. Im Rahmen eines Abstimmungsgespräches im Februar 2006 wurde deshalb ein gemeinsames Planungskonzept festgelegt. Der Landkreis Augsburg wurde von 42 der insgesamt 46 Gemeinden beauftragt, die Bedürfnis- und Bedarfsfeststellung für sie durchführen. Zudem wurde beschlossen, in den kleineren Gemeinden (bis 2.000 Einwohner) und auf Wunsch auch in größeren Gemeinden eine Vollerhebung, in den restlichen Gemeinden eine Stichprobenerhebung (40 % - Erhebung) durchzuführen.

Die Befragung wurde in drei Altersgruppen unterteilt. Befragt wurden a) die Eltern der Kinder unter 3,5 Jahren b) die Eltern der Kindergartenkinder c) die Eltern der Schülerinnen und Schüler

Insgesamt wurden im Februar, März und April 2006 rund 10.000 Fragebögen verschickt. Davon sind 6.995 beantwortete Fragebögen eingegangen, was einer Rücklaufquote von knapp 70 % entspricht. Die niedrigste Rücklaufquote war mit 51 % bei
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den unter 3,5-Jährigen zu verzeichnen. Von den Eltern der Kindergartenkinder kamen 71 % der Fragebögen beantwortet zurück, bei den Schulkindern betrug die Rücklaufquote 82 %. Die eingegangenen Fragebögen wurden ausgewertet und entsprechend des Stichprobenumfangs auf 100 % hochgerechnet. Die Erfassung und die Auswertung der Daten wurde zum Teil vom Landratsamt Augsburg selbst und zum anderen Teil vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS) übernommen. 1.4 Planungsziel Nach § 1 Abs. 3 Nr. 4 SGB VIII soll die Jugendhilfe dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen. Dieser Auftrag richtet sich auch an die Jugendhilfeplanung. Ziel der vorliegenden Jugendhilfeplanung zum Bereich Kindertagesbetreuung ist die Sicherstellung eines bedarfsgerechten Angebots an Kindertagsbetreuung im Landkreis Augsburg. Dazu soll das bestehende Angebot den Bedürfnissen der Eltern entsprechend ausgebaut werden. Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern, wollen zugleich in der Lage sein, eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Die Kindertagesbetreuung soll es den Eltern ermöglichen, frei zu wählen, welche Balance von Familie und Beruf sie leben wollen. Der Ausbau qualifizierter Formen der Kindertagesbetreuung soll die elterliche Erziehungsverantwortung nicht ersetzen, sondern unterstützen. Durch den Ausbau soll für alle Altersgruppen ein vielfältiges, zeitlich flexibles und bezahlbares Angebot an Kindertagesbetreuung geschaffen werden. Zudem ist es ein wichtiges Anliegen der Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, durch eine einheitliche Bestandserhebung und Bedürfnisabfrage auf Landkreisebene vergleichbare Ergebnisse für die Gemeinden untereinander zu erzielen. 1.5 Gemeindegrößenklassen Die Gemeinden des Landkreises Augsburg unterscheiden sich in Struktur, Größe und geographischer Lage derart, dass ein direkter Vergleich schwierig ist. Zur besseren Vergleichbarkeit der Ergebnisse der Befragung wurden die Gemeinden deshalb nach ihrer Größe klassiert.

Die Größenklassen der Gemeinden teilen sich dabei wie folgt ein:
11

Kleine Gemeinden (KG): bis unter 2.000 Einwohner Mittlere Gemeinden (MG): 2.000 bis unter 6.000 Einwohner Große Gemeinden (GG): 6.000 bis unter 12.000 Einwohner Städte (ST): über 12.000 Einwohner

Damit ergibt sich folgende Zuordnung zu den Gemeindegrößenklassen: Kleine Gemeinden: Allmannshofen, Bonstetten, Ehingen, Ellgau, Emersacker, Heretsried, Hiltenfingen, Kleinaitingen, Kühlenthal, Langenneufnach, Mickhausen, Mittelneufnach, Oberottmarshausen, Scherstetten, Ustersbach, Walkertshofen, Westendorf Mittlere Gemeinden: Adelsried, Aystetten, Markt Biberbach, Markt Fischach, Gablingen, Gessertshausen, Großaitingen, Horgau, Klosterlechfeld, Kutzenhausen, Langerringen, Nordendorf, Markt Thierhaupten, Wehringen, Markt Welden Große Gemeinden: Markt Diedorf, Markt Dinkelscherben, Langweid a. Lech, Untermeitingen, Markt Zusmarshausen Städte: Stadt Bobingen, Stadt Gersthofen, Stadt Neusäß, Stadt Schwabmünchen, Markt Stadtbergen

Die Angaben von Gemeindegrößenklassen für den Landkreis Augsburg beziehen sich im Folgenden immer auf diese Zahlen. Nicht teilgenommen an der Bedürfnisabfrage durch den Landkreis Augsburg haben die Gemeinden Altenmünster und Graben, sowie die Stadt Königsbrunn und der Markt Meitingen. Der Markt Biberbach und der Markt Thierhaupten haben sich lediglich an der Befragung der Eltern von Schulkindern beteiligt.

12

Darstellung 1-1: Gemeindegrößenklassen im Landkreis Augsburg

Gemeindegrößenklassen im Landkreis Augsburg
Kleine Gemeinden (17) Mittlere Gemeinden (17) Große Gemeinden (6) Städte (6)
Allmannshofen KG Ellgau KG Ehingen KG Nordendorf MG Kühlenthal KG Westendorf Thierhaupten KG MG Meitingen GG

Biberbach MG

Emersacker Langweid am Lech KG GG Heretsried Altenmünster KG Gablingen MG Welden MG MG Bonstetten Gersthofen KG Adelsried St MG Aystetten Zusmarshausen Horgau MG Neusäß GG MG St Kutzenhausen MG Dinkelscherben GG Ustersbach KG Fischach MG Langenneufnach KG Walkertshofen Mickhausen KG KG Großaitingen MG Stadtbergen St

Diedorf GG

Gessertshausen MG Bobingen St Königsbrunn St

Wehringen MG Oberottmarshausen KG

Schwabmünchen Graben Kleinaitingen KG St MG Scherstetten KG Mittelneufnach Hiltenfingen Untermeitingen KG KG GG Klosterlechfeld MG Langerringen MG

13

2. Bevölkerungsstruktur im Landkreis Augsburg

Der Landkreis Augsburg hat in den letzten Jahrzehnten eine ausgesprochen dynamische Entwicklung erlebt. Seit der Volkszählung 1950 stieg die Bevölkerungszahl bis heute um über 96 %. Ursache hierfür sind neben Geburtenüberschüssen vor allem die Zuwanderungen. Neben der Stadt-Umland-Wanderung im Augsburger Raum sind hier auch die seit Jahrzehnten bestehende innerdeutsche Nord-Süd-Wanderung, die Ost-West-Wanderung, die Zuwanderung von Ausländern und der Einfluss des Großraums München zu nennen.

2.1 Anteil der einzelnen Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung

Die Darstellungen auf den nächsten Seiten zeigen den Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung in den einzelnen Gemeinden. Die Zahlen basieren auf einer Bestandserhebung in den Gemeinden im Juni 2006. Die Einteilung der drei Altersgruppen „Kinder unter 3 Jahren“, „Kinder von 3 bis unter 6 Jahren“ und „Kinder von 6 bis unter 14 Jahren“ erfolgte in Anlehnung an die im BayKiBiG und im SGB VIII beschriebene Angebotsstruktur in der Kindertagesbetreuung. Den Darstellungen zum Anteil der einzelnen Altersgruppen geht die Darstellung des Anteils der Kinder unter 14 Jahren insgesamt voraus. Zusätzlich zu den Werten der einzelnen Gemeinden werden in den Darstellungen auch die prozentualen Vergleichswerte für den Landkreis Augsburg und den Freistaat Bayern aufgeführt, um entsprechende Vergleichsmöglichkeiten zu schaffen.

Die erste Darstellung zeigt den Anteil der unter 14-Jährigen an der gesamten Bevölkerung im Landkreis Augsburg. Insgesamt ist dieser Anteil mit 15,5 % aller Einwohner deutlich höher als der bayerische Vergleichswert mit 14 %. Der Landkreis Augsburg ist also ein sehr junger Landkreis. Lediglich in drei Gemeinden, nämlich Heretsried, Neusäß und Stadtbergen, liegt der Anteil unter dem bayerischen Schnitt. Die höchsten Werte an unter 14-Jährigen weisen die kleinen und mittleren Gemeinden im südlichen und südwestlichen Landkreis auf. Eine Häufung der hohen Anteile ist insbesondere in den Staudengemeinden zu beobachten. Den größten Anteil an unter 14-Jährigen hat die Gemeinde Langenneufnach mit 20,8 %. Insgesamt liegen 13
14

Gemeinden unter dem Landkreisdurchschnitt. Niedrige Werte sind insbesondere in den Städten zu verzeichnen. Mit Ausnahme der Stadt Schwabmünchen betragen die Anteile in allen Städten unter 15 %, den geringsten Anteil hat die Stadt Neusäß mit 12,8 %. Dabei ist jedoch zu beachten, dass beispielsweise die Stadt Königsbrunn zwar mit 14,7 % deutlich unter dem Landkreisdurchschnitt liegt, dort jedoch in absoluten Zahlen ausgedrückt die meisten unter 14-Jährigen (4.059) leben.

Bei der Unterteilung der Werte in die drei verschiedenen Altersgruppen fällt auf, dass bei den unter 3-Jährigen der Landkreisdurchschnitt gleich hoch ist wie der bayerische Durchschnitt, sich aber im weiteren Verlauf steigert. So liegt der Schnitt bei den 3- bis unter 6-Jährigen mit 3,1 % bereits leicht über dem bayerischen Wert (2,9 %). Bei den 6- bis unter 14-Jährigen ist der Anteil im Landkreis Augsburg mit 9,7 % dann deutlich höher als der vergleichbare Anteil in Bayern mit 8,5 %. Dies bedeutet, dass der Landkreis Augsburg zwar ein junger Landkreis ist, jedoch die wirklich geburtenstarken Jahrgänge bereits mehrere Jahre zurückliegen.

Bei der Darstellung der Anteile der Kinder unter 3 Jahren an allen Einwohnern in den Gemeinden zeigt sich, dass auch hier relativ viele hohe Werte in den Stauden zu finden sind, wobei bei fast allen Gemeinden im westlichen und südwestlichen Landkreis die Werte über dem Landkreisdurchschnitt liegen. Ausnahmen bilden hier lediglich die stadtnahen Gebiete und die nordwestlich gelegenen Randgemeinden. Ursache hierfür ist vermutlich, dass junge Familien eher in die ländlichen Bereiche ziehen, in denen Wohnbauland günstiger zu erhalten ist. So weisen auch die kleinen Gemeinden im nördlichen Teil des Landkreises relativ hohe Werte auf. Den höchsten Anteil an Kindern unter 3 Jahren haben die Gemeinde Langenneufnach und Ehingen mit jeweils 3,8 %, den geringsten Anteil der Markt Thierhaupten mit 1,9 %. Insgesamt 18 Gemeinden liegen unter dem bayerischen Durchschnitt.

Der Markt Thierhaupten kann dafür bei der Altersgruppe der 3- bis unter 6-Jährigen mit 4,8 % den höchsten Wert vorweisen. Die Gemeinden mit den höheren Anteilen sind bei dieser Altersgruppe über den gesamten Landkreis verteilt, so dass hier kaum eine Tendenz zu erkennen ist. Es ist lediglich festzustellen, dass weder eine der großen Gemeinden noch die Städte zu der Spitzengruppe zählen. Die niedrigeren Werte sind auch hier insbesondere in den stadtnahen Gebieten und zudem noch auf dem
15

nördlichen Lechfeld zu finden. Den geringsten Anteil in der Altersgruppe der 3- bis unter 6-Jährigen hat die Gemeinde Heretsried mit 2,1 %. Im Gegensatz zu den Werten bei den unter 3-Jährigen liegen hier jedoch nur noch sechs Gemeinden unter dem bayerischen Durchschnitt.

Bei den Kindern im Alter von 6 bis unter 14 Jahren sind es sogar nur noch drei Gemeinden, bei denen der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung geringer ist als im bayernweiten Durchschnitt. Die niedrigsten Werte haben auch hier die an die Stadt Augsburg angrenzenden Kommunen Neusäß mit 7,9 % sowie Stadtbergen und Gersthofen mit jeweils 8,3 %. Den mit Abstand höchsten Anteil kann die Gemeinde Ustersbach mit 15,2 % vorweisen. Insgesamt konnten sich vier Gemeinden über alle drei Altergruppen hinweg in der Spitzengruppe behaupten: Langenneufnach, Mickhausen, Ustersbach und Ellgau.

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Darstellung 1-2:

Anteil der unter 14-Jährigen an allen Einwohnern in den Gemeinden des Landkreises Augsburg, 2005
< 15 % (12) < 16 % (10) < 17 % (9) >=17 % (15)
Allmannshofen 116 Ellgau 14,1 187 Ehingen 18,6 0 Nordendorf 0,0 338 14,8 Kühlenthal 153 18,6 Westendorf Thierhaupten 226 609 15,2 15,8 Meitingen 1.649 14,9

Emersacker Langweid am Lech 233 1.252 Heretsried 16,4 Altenmünster 16,5 142 Gablingen 572 Welden 13,7 792 15,0 528 Bonstetten 16,2 14,7 Gersthofen 190 Adelsried 16,0 2.849 329 14,1 Aystetten Zusmarshausen 14,8 Horgau 502 Neusäß 1.065 429 16,8 2.753 16,8 17,2 12,8 Kutzenhausen 418 16,7 Diedorf 1.668 16,7 Stadtbergen 1.986 13,6

Biberbach 579 16,5

Dinkelscherben 1.057 Ustersbach 15,8 269 Gessertshausen 22,9 771 17,4 Fischach Bobingen 808 2.597 15,5 Langenneufnach 17,3 359 20,7 Großaitingen 856 17,7

Bayern: 1.744.594 unter 14-Jährige 14 % aller Einwohner am 31.12.2005
Königsbrunn 4.059 14,7

Landkreis Augsburg: 37.348 unter 14-Jährige 15,5 % aller Einwohner am 31.12.2005

Walkertshofen 217 Mickhausen 19,6 19,3 262 19,2 Schwabmünchen Graben Kleinaitingen 193 2.058 606 Scherstetten 14,2 15,5 18,5 Mittelneufnach 157 15,5 Hiltenfingen Untermeitingen 219 262 20,5 1.003 Klosterlechfeld 17,2 15,9 402 Langerringen 16,2 674 18,0

Wehringen 467 Oberottmarshausen 15,8 322

17

Darstellung 1-3:

Anteil der unter 3-Jährigen an allen Einwohnern in den Gemeinden des Landkreises Augsburg, 2005
< 2,4 % < 2,8 % < 3,2 % >= 3,2 % (12) (10) (13) (11)
Allmannshofen 16 Ellgau 33 Ehingen 1,9 3,3 0 Nordendorf 0,0 74 3,2 Kühlenthal 24 2,9 Westendorf Thierhaupten 42 66 2,8 1,7 Meitingen 329 3,0

Emersacker Langweid am Lech 37 279 Heretsried 2,6 Altenmünster 3,7 27 Gablingen 89 Welden 2,6 133 2,3 72 Bonstetten 2,7 2,0 Gersthofen 39 Adelsried 3,3 571 59 2,8 Aystetten Zusmarshausen Horgau 2,7 105 Neusäß 175 50 3,5 496 2,8 2,0 2,3 Kutzenhausen 71 2,8 Diedorf 228 2,3 Stadtbergen 343 2,4

Biberbach 92 2,6

Dinkelscherben 188 Ustersbach 2,8 38 Gessertshausen 3,2 152 3,4 Fischach Bobingen 138 434 2,6 Langenneufnach 2,9 66 3,8

Bayern: 332.754 unter 3-Jährige 2,7% aller Einwohner am 31.12.2005
Königsbrunn 673 2,4

Landkreis Augsburg: 6.436 unter 3-Jährige 2,7 % aller Einwohner am 31.12.2005

Walkertshofen Mickhausen 39 44 3,5 3,2 Schwabmünchen Graben Kleinaitingen 28 380 93 Scherstetten 2,1 2,9 2,8 35 Mittelneufnach 3,5 Hiltenfingen Untermeitingen 32 40 3,0 159 Klosterlechfeld 2,6 2,5 73 Langerringen 2,9 109 2,9

Wehringen 66 Großaitingen Oberottmarshausen 2,2 113 48 2,3 2,9

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Darstellung 1-4:

Anteil der 3 bis unter 6-Jährigen an allen Einwohnern in den Gemeinden des Landkreises Augsburg, 2005
Allmannshofen < 3 % (14) 25 Ellgau < 3,3 % (14) 43 Ehingen 3,0 >= 3,6 % (7) 4,3 0 Nordendorf 0,0 >=3,6 % (11) 63 2,8 Kühlenthal 33 4,0 Westendorf Thierhaupten 47 185 3,2 4,8 Meitingen 331 3,0

Emersacker Langweid am Lech 59 263 Heretsried 4,2 Altenmünster 3,5 22 Gablingen 128 Welden 2,1 150 3,4 116 Bonstetten 3,1 3,2 Gersthofen 42 Adelsried 3,5 602 64 3,0 Aystetten Zusmarshausen 2,9 Horgau 88 Neusäß 212 81 2,9 554 3,3 3,2 2,6 Kutzenhausen 75 3,0 Diedorf 307 3,1 Stadtbergen 425 2,9

Biberbach 107 3,0

Dinkelscherben 206 Ustersbach 3,1 52 Gessertshausen 4,4 181 4,1 Fischach Bobingen 157 517 3,1 Langenneufnach 3,4 79 4,5 Großaitingen 150 3,1

Bayern: 356.549 3 bis unter 6-Jährige 2,9 % aller Einwohner am 31.12.2005
Königsbrunn 768 2,8

Landkreis Augsburg: 7.509 3 bis unter 6-Jährige 3,1 % aller Einwohner am 31.12.2005

Walkertshofen Mickhausen 39 4,1 63 3,5 4,6 Schwabmünchen Graben Kleinaitingen 34 416 94 Scherstetten 2,5 3,1 2,9 23 Mittelneufnach 2,3 Hiltenfingen Untermeitingen 43 49 4,0 204 Klosterlechfeld 3,2 3,2 83 Langerringen 3,3 136 3,6

Wehringen 96 Oberottmarshausen 3,2 68

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Darstellung 1-5:

Anteil der 6 bis unter 14-Jährigen an allen Einwohnern in den Gemeinden des Landkreises Augsburg, 2005
< 9,0 < 10,0 < 11,0 >= 11,0 % (7) Allmannshofen 75 Ellgau % (17) 111 Ehingen 9,1 % (8) 11,0 0 Nordendorf % (14) 0,0 201
8,8 Kühlenthal 96 11,7 Westendorf Thierhaupten 137 358 9,2 9,3 Meitingen 989 8,9

Emersacker Langweid am Lech 137 710 Heretsried 9,7 Altenmünster 9,4 93 Gablingen 355 Welden 9,0 509 9,3 340 Bonstetten 10,4 9,4 Gersthofen 109 Adelsried 9,2 1.676 206 8,3 Aystetten Zusmarshausen 9,3 Horgau 309 Neusäß 678 298 10,3 1.703 10,7 11,9 7,9 Kutzenhausen 272 10,9 Diedorf 1.133 11,3 Stadtbergen 1.218 8,3

Biberbach 380 10,8

Dinkelscherben 663 Ustersbach 9,9 179 Gessertshausen 15,2 438 9,9 Fischach Bobingen 513 1.646 9,8 Langenneufnach 11,0 214 12,3 Großaitingen 593 12,3

Bayern: 1.055.291 6 bis unter 14-Jährige 8,5 % aller Einwohner am 31.12.2005

Landkreis Augsburg: 23.403 6 bis unter 14-Jährige 9,7 % aller Einwohner am 31.12.2005

Walkertshofen 139 Mickhausen 12,5 12,4 155 11,4 Schwabmünchen Graben Kleinaitingen 131 1.262 419 Scherstetten 9,6 9,5 12,8 99 Mittelneufnach 9,8 Hiltenfingen Untermeitingen 144 173 13,5 640 Klosterlechfeld 11,4 10,1 246 Langerringen 9,9 429 11,4

Wehringen 305 Oberottmarshausen 10,3 206

Königsbrunn 2.618 9,5

20

Bei der Auswertung auf Clusterebene wird deutlich, dass der Anteil der Kinder in den jeweiligen Altersgruppen mit zunehmender Gemeindegröße deutlich geringer wird. Während in den kleinen und mit einer Ausnahme auch in den mittleren Gemeinden die durchschnittlichen Anteile jeweils deutlich über dem Landkreisschnitt liegen, sind die Werte in den Städten stets darunter. Wie oben bereits ausgeführt, ist vermutlich der Aspekt des günstigeren Baulandes in den ländlichen Bereichen ursächlich für diese Tendenz. Interessant ist, dass augenscheinlich die Art der Anbindung der einzelnen Gemeinden an den öffentlichen Personennahverkehr keinen allzu großen Einfluss bei der Auswahl der Wohnortgemeinde zu haben scheint, da insbesondere in den Städten und in den stadtnahen Gebiete die Werte eher im Mittelfeld liegen.

Kinder unter 14 Jahren insgesamt
Gesamtbevölkerung Zahl der Kinder unter 14 Jahren Anteil der Kinder unter 14 Jahren

Landkreis Kleine Gemeinden Mittlere Gemeinden Große Gemeinden Städte

241.188 20.771 58.585 47.986 113.846

37.348 3.672 9.680 7.694 16.302

15,5 % 17,7 % 16,5 % 16,0 % 14,3 %

Kinder unter 3 Jahren
Gesamtbevölkerung Zahl der Kinder unter 3 Jahren Anteil der Kinder unter 3 Jahren

Landkreis Kleine Gemeinden Mittlere Gemeinden Große Gemeinden Städte

241.188 20.771 58.585 47.986 113.846

6.436 626 1.555 1.358 2.897

2,7 % 3,0 % 2,7 % 2,8 % 2,5 %

Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahren
Gesamtbevölkerung Zahl der Kinder von 3 bis unter 6 Jahren Anteil der Kinder von 3 bis unter 6 Jahren

Landkreis Kleine Gemeinden Mittlere Gemeinden

241.188 20.771 58.585
21

7.509 750 1.954

3,1 % 3,6 % 3,3 %

Große Gemeinden Städte

47.986 113.846

1.523 3.282

3,2 % 2,9 %

Kinder im Alter von 6 bis unter 14 Jahren
Gesamtbevölkerung Zahl der Kinder von 6 bis unter 14 Jahren Anteil der Kinder von 6 bis unter 14 Jahren

Landkreis Kleine Gemeinden Mittlere Gemeinden Große Gemeinden Städte

241.188 20.771 58.585 47.986 113.846

23.403 2.296 6.171 4.813 10.123

9,7 % 11,1 % 10,5 % 10,0 % 8,9 %

Quelle: Bestandserhebung bei den Gemeinden (Juni 2006)

2.2 Anteil der allein Erziehenden Die Anforderung, Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Erwerbstätigkeit in Einklang zu bringen, stellt insbesondere für allein Erziehende eine große Herausforderung dar. Entscheidender Punkt bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist daher ein zufriedenstellendes Angebot an Kindertagesbetreuung. Insbesondere in Gebieten mit hohem Anteil an allein Erziehenden ist daher von einem erhöhten Betreuungsbedarf auszugehen.

Die nachfolgende Darstellung des Anteils der allein Erziehenden mit Kindern unter 18 Jahren wurde aus der Sozialraumanalyse für den Landkreis Augsburg 1 übernommen. Bei der Darstellung des Anteils allein Erziehenden besteht auf Landkreisebene das Problem, dass entsprechende Daten nur anlässlich von Volkszählungen erhoben werden. Auswertungen der Mikrozensen sind auf Landkreisebene bisher nicht verfügbar. Aus diesem Grund wurden für die folgende Darstellung Daten erhoben, die eine Schätzung der Zahl der allein Erziehenden mit minderjährigen Kindern ermöglichen. Zum einen wurde bei den Gemeinden im Rahmen der Erstellung der Sozialraumanalyse die Zahl der ausgegebenen Lohnsteuerkarten der Klasse II erhoben, zum anderen wurde die Zahl der allein Erziehenden Empfänger von Hilfen zum
1

Sozialraumanalyse für den Landkreis Augsburg unter Berücksichtigung jugendhilferelevanter Fragestellungen – Fortschreibung – SAGS 2003

22

Lebensunterhalt in die Schätzung mit einbezogen. Die Lohnsteuerklasse II wird von den Gemeinden ausschließlich an nicht verheiratete Zusammenlebende mit im Haushalt lebenden Kindern unter 18 Jahren vergeben. Die Daten wurden im Jahr 2001 erhoben. Das Erhebungsjahr war somit noch unbeeinflusst vom (zeitweiligen) Wegfall der Lohnsteuerklasse II. Da nur rund 8 % der erwerbstätigen allein Erziehenden selbstständig tätig sind und damit im Regelfall keine Lohnsteuerkarte bekommen, konnte der Personenkreis der erwerbstätigen allein Erziehenden weitestgehend vollständig erfasst werden. Zum nicht erfassten Personenkreis zählen die allein Erziehenden, die ausschließlich von Unterhalt, Rente oder anderen Einkünften leben.

Die Gründe, aus denen Ein-Eltern-Familien entstehen, sind vielfältig. Rund 42,5 % der allein Erziehenden in Bayern sind geschieden, 13,8 % sind verheiratet, aber getrennt lebend. Jeder dritte allein Erziehende ist ledig. Verwitwet sind rund 7,9 %.
2

Während in Bayern die Zahl der allein Erziehenden mit minderjährigen Kindern zwischen 1999 und 2001 weiter angestiegen ist, sind die Werte im Landkreis Augsburg leicht rückläufig. Auf 100 Einwohner kamen im Landkreis Augsburg im Jahr 2001 1,86 allein Erziehende, bayernweit waren es im Vergleich 2,02 allein Erziehende je 100 Einwohner.

Bei der Analyse der Zahlen für den Landkreis Augsburg ist ein „Stadt-Land-Gefälle“ zu erkennen. Insbesondere die Städte weisen Werte über dem Landkreisdurchschnitt auf, da es allein Erziehende zieht oft in Wohngebiete mit vorhandener Infrastruktur (Kindertagesbetreuungsangebote, wohnortnahe Arbeitsplätze, öffentlicher Personennahverkehr etc.) zieht. Bei der Auswertung der Daten auf Gemeindeebene zeigt sich entsprechend eine relative Häufung von Werten in Höhe des Landesdurchschnittes um die Stadt Augsburg herum sowie entlang der Einfallstraßen. Der höchste Wert ist mit 3,6 allein Erziehenden je 100 Einwohner in Untermeitingen zu finden.

2

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen: Ratgeber „Allein erziehen in Bayern“

23

Darstellung 1-6: Anteil der allein Erziehenden an der Bevölkerung

Allmannshofen 7 Ellgau 0,8 16 Nordendorf 1,6 Ehingen 47 25 2,1 2,5 Westendorf Thierhaupten Kühlenthal 20 Gemeindenamen 30 11 1,3 Alleinerziehende, absolut 0,8 1,3 Meitingen Alleinerziehende 100 Einwohner 2004 240 2,2 Biberbach 66 1,9 Emersacker Langweid am Lech 31 150 2,2 Altenmünster 2,0 Heretsried Gablingen 59 Welden 15 64 1,5 78 Bonstetten 1,5 1,4 15 2,1 Gersthofen 1,3 466 Adelsried 33 Aystetten 2,3 Zusmarshausen Horgau 1,5 43 91 47 1,3 Neusäß 1,4 434 1,9 2,0 Kutzenhausen Diedorf 40 Dinkelscherben Stadtbergen 256 1,6 119 342 2,4 1,8 2,3 Ustersbach Gessertshausen 95 Landkreis Augsburg: 2,2 5.098 Alleinerziehende 2004 Fischach Bobingen Königsbrunn 84 2,11 Alleinerziehende je 100 340 764 1,8 2,0 Einwohner Langenneufnach 2,8 30 Wehringen Großaitingen 1,7 67 Oberottmarshausen 98 Walkertshofen 2,3 38 2,0 19 Mickhausen Kleinaitingen 2,3 1,6 17 11 Schwabmünchen 1,2 0,9 359 Scherstetten Graben 2,7 11 Mittelneufnach 1,1 75 Untermeitingen 24 2,3 150 2,2 Hiltenfingen 2,4 Klosterlechfeld 16 58 Bayern: 1,1 2,1 2,30 Alleinerziehende je 100 Einwohner Langerringen 67 1,8 30 2,6

< 1 (3) < 1,5 (11) < 2 (13) < 2,5 (15) >= 2,5 (4)

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2005

24

2.3 Zahl der Erwachsenen je Haushalt Die oben aufgezeigte Auswertung korrespondiert mit der Auswertung zur Zahl der Erwachsenen im Hauhalt. Im Vergleich der drei Befragungen zeigt sich, dass der Anteil der Haushalte mit nur einem Erwachsenen mit steigendem Alter der Kinder zunimmt. Während bei den Kindern unter 3,5 Jahren nur 4,4 % der Haushalte EinFamilien-Haushalte sind, beträgt der Anteil bei den Schulkindern bereits 10,8 %. Im Gegenzug geht der Anteil der Zwei-Personen-Haushalte mit steigendem Alter deutlich zurück. Grund für diese Entwicklungen ist vor allem die mit der Dauer des Zusammenlebens und damit mit dem Alter der gemeinsamen Kinder wachsende Zahl an Trennungen und Scheidungen.

Im Vergleich der drei Befragungen zeigt sich zudem, dass auch der Anteil der Haushalte mit drei oder mehr Erwachsenen mit zunehmendem Alter der Kinder ansteigt. Hier handelt es sich vermutlich um Familien, die zusammen mit den Großeltern in einem Haushalt wohnen.

Darstellung 1-7: Anzahl der Erwachsenen je Haushalt

91,5%

4,4% 4,2%

86,1%

8,5% 5,4%

10,8% 82,2% 7,0%

unter 3-Jährige

Kindergarten

Schulen

1 Erwachsener

2 Erwachsene

3 und mehr Erwachsene

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

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2.4 Anzahl der Geschwister Die Größe der Familie hat einen entscheidenden Einfluss auf den Betreuungsbedarf. Beim Vergleich der drei Befragungen wird deutlich, dass die Zahl der Geschwister mit steigendem Alter zunimmt und der Anteil der Einzelkinder deutlich sinkt. So sind auf Landkreisebene noch durchschnittlich 39,2 % der unter 3,5-jährigen Einzelkinder, bei den Schulkindern nur 13,6 %. Der Anteil der Kinder mit drei und mehr Geschwistern ist bei den Schulkindern mit rund 10 % am höchsten. Der größte Teil der Kinder bei allen drei Altersgruppen hat ein Geschwisterkind. Die Auswertung der Zahlen nach den Gemeindegrößenklassen weist keine großen Unterschiede auf.

Darstellung 1-8: Anzahl der Geschwister nach den Gemeindegrößenklassen

100,0% 80,0% 60,0% 40,0% 20,0% 0,0%

In Prozent
5,1 14,2 6,5 9,9 6,4 9,8 4,7 10,4 8,0 8,3 7,0 8,9 9,5 9,9 12,3 10,2 20,2 15,3 19,5 16,5 16,1 24,2 19,0 23,9

43,0 42,6 46,8 43,8 55,9 56,5 50,8 51,8 55,0 56,5 56,4 52,8

38,1 36,8 40,0 41,9 22,7 22,8 15,9 19,9
Kleine Mittlere Große Städte Gem. Gem. Gem. Kleine Mittlere Große Städte Gem. Gem. Gem.

17,3 11,3 14,6 11,0
Kleine Mittlere Große Städte Gem. Gem. Gem.

unter 3,5-jährige

Kindergarten

Schule

keine Geschwister 2 Geschwister

1 Geschwisterkind 3 und mehr Geschwister

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

2.5 Herkunftsland der Eltern Beim überwiegenden Teil der Familien im Landkreis Augsburg stammen beide Eltern aus Deutschland oder einem deutschsprachigen Ausland. Am größten ist dieser Anteil in den kleinen Gemeinden (durchschnittlich 89,4 %). Mit steigender Gemeindegröße nimmt dieser Anteil deutlich ab. In den Städten stammen nur noch in 76,2 % aller Familien beide Elternteile aus Deutschland oder einem deutschsprachigen Aus26

land. Im Gegenzug dazu nimmt sowohl der Anteil der Familien einem Elternteil aus einem nichtdeutschsprachigen Ausland als auch der Anteil der Familien mit beiden Elternteilen aus einem nichtdeutschsprachigen Ausland mit steigender Gemeindegröße deutlich zu. Der Anteil der Familien, in denen beide Elternteile aus einem nichtdeutschsprachigen Ausland stammen, liegt in den kleinen und mittleren Gemeinden unter 3 %, während es in den Städten durchschnittlich 10 % sind. Gerade in den Städten ist daher mit einem erhöhten Förderbedarf insbesondere im sprachlichen Bereich zu rechnen. Beim Vergleich der drei Altersgruppen untereinander ergeben sich keine großen Unterschiede.

Darstellung 1-9: Herkunftsland der Eltern nach den Gemeindegrößenklassen

100,0% 80,0% 60,0% 40,0% 20,0% 0,0%

In Prozent
7,1
2,5 0,3

3,7

7,2

2,7

7,6

3,8

2,8

2,2

8,6

3,8

10,4

5,1

3,0

9,1

3,2 2,1

4,2 7,0

3,8

2,7 1,8

10,6

5,6

4,7

10,1

5,3

2,7

11,7

7,4

5,8 4,8

6,2

11,5 6,4

90,1 86,4 85,8

78,8

88,1 85,6

78,7 73,9

89,9 87,3 82,0 75,9

Kleine Gem.

Mittlere Gem.

Große Gem.

Städte

Kleine Gem.

Mittlere Gem.

Große Gem.

Städte

Kleine Gem.

Mittlere Gem.

Große Gem.

Städte

unter 3,5-jährige

Kindergarten

Schule

Deutschland / deutschsprachiges Ausland beide nicht deutschsprachiges Ausland

einer nicht deutschsprachiges Ausland keine Angaben

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

2.6 Gesprochene Sprachen in der Familie Wichtig bei der Beurteilung des Bedarfs an sprachlicher Förderung ist auch die Auswertung der Angaben zu den Sprachen, die in der Familie gesprochen werden. Wie zu erwarten wird in 87,3 % der Familien nur Deutsch gesprochen. In rund einem Zehntel der Familien wird neben Deutsch noch eine andere Sprache gesprochen. Der Anteil der Familien, in denen kein oder nur wenig Deutsch gesprochen wird, ist mit ca. 1 % sehr gering. Allerdings könnte dieser verschwindend geringe Anteil auch
27

daraus resultieren, dass die Befragung nur auf Deutsch durchgeführt wurde und Eltern, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen, den Fragebogen nicht ausgefüllt haben.

Darstellung 1-10: Gesprochene Sprachen in der Familie

1,2%

12,3%

0,9%

13,2%

0,6% 9,9%

86,5%

85,9%

89,4%

unter 3,5-jährige

Kindergarten

Schule

Deutsch

zweisprachig, darunter Deutsch

wenig oder kein Deutsch

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Bei der Auswertung der Zahlen nach der Gemeindegrößeklasse wird deutlich, dass mit steigender Gemeindegröße der Anteil der rein deutschsprachigen Familien zu Gunsten des Anteils der Familien, in denen neben Deutsch noch eine andere Sprache gesprochen wird, deutlich zurückgeht. Während in den kleinen Gemeinden rund 94,8 % aller Familien nur Deutsch sprechen, sind dies in den Städten nur noch 81,1 %. Der Anteil der Familien, die Deutsch und eine andere Sprache sprechen, ist dagegen in den Städten rund 3,5 mal so hoch wie in kleinen Gemeinden. Auch der Anteil der Familien, in denen kein oder nur wenig Deutsch gesprochen wird, ist in den kleinen und mittleren Gemeinden geringer als in den Städten. Somit muss in den Städten, wie bereits ausgeführt, mit einem erhöhten Bedarf an sprachlicher Förderung gerechnet werden.

28

Darstellung 1-11: Gesprochene Sprachen in der Familie nach den Gemeindegrößeklassen
In Prozent

100,0% 80,0% 60,0% 40,0% 20,0% 0,0%

4,3

0,3

0,6

1,2

1,7

0,5

0,0

0,8

1,7

9,1

10,0

6,8 17,1

7,4

3,3

0,3

12,9

5,3

0,0

1,3

1,0

8,2

19,3

15,8

95,4 90,3 88,8

81,2

92,7 92,6

86,3

96,4 94,7 90,5 79,0

83,2

Kleine Mittlere Große Städte Gem. Gem. Gem.

Kleine Mittlere Große Städte Gem. Gem. Gem.

Kleine Mittlere Große Städte Gem. Gem. Gem.

unter 3,5-jährige

Kindergarten

Schule

Deutsch

zweisprachig, darunter Deutsch

wenig oder kein Deutsch

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

29

Teil II: Kindertagesbetreuung im Landkreis Augsburg 1. Bestandsübersicht Eine detaillierte Darstellung über den Bestand an Kindertagesbetreuungsgeboten in den einzelnen Gemeinden und deren Ausgestaltung liegt im Band III vor. Die nachfolgenden Ausführungen stellen insoweit nur eine kurze Übersicht über die bestehenden Angebote dar (Stand 01.09.2006): 1.1 Einrichtungen im Rahmen der Jugendhilfe

Im Landkreis Augsburg befinden sich insgesamt 9 Kinderkrippen, davon • • • 1 in kommunaler Trägerschaft 3 in katholischer Trägerschaft 5 in sonstiger Trägerschaft

insgesamt 107 Kindergärten, davon • • • • 43 in kommunaler Trägerschaft 46 in katholischer Trägerschaft 8 in evangelischer Trägerschaft 10 in sonstiger Trägerschaft, und zwar ∗ ∗ 5 Kindergärten in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt 5 Kindergärten in Trägerschaft sonstiger eingetragener Vereine

In 13 Gemeinden haben die Eltern die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Trägern zu wählen: Bobingen, Diedorf, Fischach, Gersthofen, Großaitingen, Königsbrunn, Langweid a. Lech, Meitingen, Neusäß, Schwabmünchen, Stadtbergen, Thierhaupten und Welden. In 16 Gemeinden werden die Kindergärten ausschließlich von der Kommune getragen: Adelsried, Altenmünster, Aystetten, Biberbach, Ellgau, Emersacker, Gessertshausen, Graben, Hiltenfingen, Kleinaitingen, Kühlenthal, Langerringen, Mittelneufnach, Scherstetten, Untermeitingen, Zusmarshausen

30

In 13 Gemeinden befinden sich die Kindergärten ausschließlich in katholischer Trägerschaft: Bonstetten, Dinkelscherben, Gablingen, Heretsried, Horgau, Klosterlechfeld, Kutzenhausen, Langenneufnach, Mickhausen, Nordendorf, Oberottmarshausen, Ustersbach, Westendorf In Wehringen wird der Kindergarten von einem freien Träger geführt. insgesamt 11 Kinderhorte, davon • • • 5 in kommunaler Trägerschaft 5 in katholischer Trägerschaft 1 in sonstiger Trägerschaft

Die Vermittlung von Tagespflegepersonen wird in Neusäß, Königsbrunn und Stadtbergen vom Deutschen Kinderschutzbund übernommen, für alle anderen Gemeinden im Landkreis Augsburg ist das Amt für Jugend und Familie selbst zuständig. 1.2 Schulische Angebote An insgesamt 44 Schulen (inklusive der Außenstellen) im Landkreis Augsburg wird für Schülerinnen und Schüler der 1. bis 4. Klasse eine Mittagsbetreuung angeboten.

Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse können an 3 Volksschulen das Angebot einer Ganztagsbetreuung wahrnehmen. Weitere Angebote zur Ganztagsbetreuung bestehen am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Gersthofen und an der International School Augsburg. 1.3 Plätze und Zahl der Kinder Einrichtung / Angebot Kinderkrippe Kindergarten Kinderhort Mittagsbetreuung Ganztagsbetreuung* Kindertagespflege
Quelle: Bestandserhebung der Gemeinden (Stand: Juni 2006) *Ohne International School Augsburg – ISA – GmbH

Anzahl der Plätze 125 7.606 342 1.414 50

Anzahl der betreuten Kinder 145 7.355 320 1.257 46 74

31

1.4 Bestandsverzeichnis

Kinderkrippen:
Kinderkrippe Kinderkrippe "Regenbogen-Mäuse" Krippe im Kindergarten Herz Mariä Wohlfühlhaus Westliche Wälder Kinderkrippe im Kindergarten St. Elisabeth Kinderkrippe St. Ulrich Montessori Kinderkrippe Kinderkrippe "Bärchenclub" Krippe im Kindergarten St. Dorothea Kinderkrippe "Schwabmünchner Wichtel" Anschrift Hochstraße 2 Marienplatz 4 Lehnersberg 4 Johannesstr. 6 PLZ 86399 86420 86850 86368 Ort Bobingen Diedorf Fischach Gersthofen

Lerchenstr. 21 Hauptstr. 33 Jahnstr. 2a Von-Ritter-Str. 6 Robert-Bosch-Str. 10

86368 86405 86356 86356 86830

Königsbrunn Meitingen Neusäß Neusäß Schwabmünchen

Kindergärten:
Kindergarten Gemeindekindergarten Adelsried Kindergarten Altenmünster Kindergarten Zusamzell Kindergarten Aystetten Kindergarten Biberbach Evang. Kindergarten Bobingen Kath. Kindergarten Arche Noah Kath. Kindergarten Zur Heiligen Familie Kath. Kindergarten St. Felizitas Kath. Kindertagesstätte St. Christophorus Waldwichtelkindergarten der AWO Kath. Kindergarten St. Stephan Integrativer Kindergarten "Kinderbrücke" Kath. Kindergarten Herz Mariä Kath. Kindergarten St. Adelgundis Kath. Kindergarten St. Andreas Kath. Kindergarten St. Martinus Kindertagesstätte Villa Kunterbunt Kath. Kindergarten St. Anna Kath. Kindergarten St. Simpert Kath. Kindergarten St. Ulrich Kindergarten "Pusteblume" Kindergarten St. Martin Kath. Kindergarten St. Vitus Kath. Kindergarten St. Michael Anschrift An der Laugna 5 Hennhofer Weg 1 Am Schulberg 1 Adalbert-Stoll-Str. 3 Pfarrer-Ginther-Weg 6 Regensburger Allee 8 Greifstr. 24 Sommerstr. 12 PLZ 86477 86450 86450 86482 86485 86399 86399 86399 Ort Adelsried Altenmünster Altenmünster Aystetten Biberbach Bobingen Bobingen Bobingen

Sudetenstr. 9 Pestalozzistr. 6 Herbststr. 4 Kirchstr. 3 Tannenstraße 5 Marienplatz 4 Heckenbergstr. 2 d Rommelsrieder Str. 2 Deubacher Str. 7 Lettenbachstr. 14 Auer Kirchweg 2 Köhlerstr. 6 B Oberbergstr. 6 Hauptstr. 23 Kirchberg 6 Bgm.-Bader-Weg 2 Schmutterweg 2 32

86399 86399 86399 86486 86420 86420 86420 86420 86420 86420 86424 86424 86424 86679 86494 86850 86850

Bobingen Bobingen Bobingen Bonstetten Diedorf Diedorf Diedorf Diedorf Diedorf Diedorf Dinkelscherben Dinkelscherben Dinkelscherben Ellgau Emersacker Fischach Fischach

Wohlfühlhaus Westliche Wälder Kath. Kindergarten St. Georg Kath. Kindergarten St. Martin Evang. Johanneskindergarten Kath. Kindergarten St. Martin Kindertagesstätte St. Elisabeth Kindergarten St. Hedwig Kindertagesstätte St. Ulrich Kolpingkindertagesstätte Kindergarten "Pusteblume" Kindergarten "Pfiffikus" Kindergarten Villa Kunterbunt Kath. Kindergarten St. Walburga Kindergarten St. Nikolaus Kath. Kindergarten St. Vitus Kindergarten Hiltenfingen Kath. Kindergarten St. Martin Kindergarten St. Martin Kath. Kindergarten Maria Hilf Evang. Kindergarten Arche Noah Evang. Johanneskindergarten Kath. Kindergarten St. Elisabeth Kath. Kindergarten St. Michael Kath. Kindergarten St. Ulrich Kindergarten "Rappelkiste" Kindergarten "Zur göttlichen Vorsehung" Kindergarten "Wichtelburg" Kath. Kindergarten St. Nikolaus Kath. Kindergarten St. Martin Kindergarten St. Gallus Kindergarten St. Johannes Kath. Kindergarten "Jesus, der gute Hirte" Kath. Kindergarten St. Peter und Paul Kath. Kindergarten St. Vitus Kindergarten "Spatzennest" Kindergarten Erlingen Kindergarten Herbertshofen Kindergarten an der Grundschule Kindergarten Meitingen Kindergarten Ostendorf Montessori Kinderhaus Kath. Kindergarten St. Wolfgang Kindergarten "Sonnenschein"

Lehnersberg 4 Pfarrer-WiedemannStr. 6 Feldstr. 13 Dietr.-BonhoefferWeg 6 Martinstr. 8 Johannesstr. 6 Böhmerwaldstr. 27 Sportallee 29 Roseggerstraße 29 Schulstr. 16 Via-Claucia-Weg 3 Harbigstr. 4 a Augsburger Str. 1 a Mittelstetter Weg 1 Hauptstr. 14 a Schulweg 6 Greuter Str. 35 Lechfeldstr. 34 Försterstr. 7 Friedhofstr. 4 Heimgartenstr. 4 Blumenallee 80 Donauwörther Str. 44 Bgm.-Wohlfarth-Str. 38 a Füssener Str. 121 Blumenallee 25 Am Sportplatz 2 St. Nikolausstr. 21 Schulstr. 10 Hauptstr. 2 Schulstr. 1 Pestalozzistr. 4 Klausstr. 2 Mittelfeldweg 1 Schulstr. 5 St. Martinstr. 2 a Pestalozzistr. 1 Schulweg 4 Gartenstr. 1 Kindergartenstr. 2 Hauptstr. 33 Am Kirchberg 3 Schulstr. 3 33

86850 86456 86456 86368 86368 86368 86368 86368 86368 86459 86836 86836 86845 86845 86465 86856 86497 86507 86836 86343 86343 86343 86343 86343 86343 86343 86707 86500 86863 86853 86853 86462 86462 86462 86462 86405 86405 86405 86405 86405 86405 86866 86868

Fischach Gablingen Gablingen Gersthofen Gersthofen Gersthofen Gersthofen Gersthofen Gersthofen Gessertshausen Graben Graben Großaitingen Großaitingen Heretsried Hiltenfingen Horgau Kleinaitingen Klosterlechfeld Königsbrunn Königsbrunn Königsbrunn Königsbrunn Königsbrunn Königsbrunn Königsbrunn Kühlenthal Kutzenhausen Langenneufnach Langerringen Langerringen Langweid Langweid Langweid Langweid Meitingen Meitingen Meitingen Meitingen Meitingen Meitingen Mickhausen Mittelneufnach

Evang. Kindertagesstätte Kath. Kindergarten Maria Himmelfahrt Kath. Kindergarten St. Ägidius Kath. Kindergarten St. Dorothea Kath. Kindergarten St. Thomas Morus Kath. Kindergarten St. Gallus Städt. Kindergarten Hainhofen Städt. Kindergarten Ottmarshausen Städt. Kindergarten Steppach Städt. Kindergarten Westheimer Straße Waldorf-Kindergarten Knospe Kath. Kindergarten Christkönig Kath. Kindergarten St. Vitus Kindergarten St. Peter und Paul Kath. Kindergarten St. Christophorus Kath. Kindergarten St. Michael Kath. Kindergarten Don Bosco Luise-Scheppler-Kindergarten DJK Waldkindergarten Leitershofen Evang. Kindergarten im Immanuelhaus Kath. Kindergarten St. Oswald Kindergarten am Reiterweg Kindergarten Elias Holl AWO-Kindergarten Deuringen Virchow-Kindergarten Kindergarten Neukirchen Kath. Kindergarten St. Peter und Paul Gießenburg-Kindergarten Lechfeld-Kindergarten Von-Imhof-Kindergarten Kindergarten St. Fridolin Kindergarten Wehringen "Vogelnest" Kath. Kindergarten St. Thekla Waldkindergarten Welden Kath. Kindergarten St. Georg Kindergarten "Die kleinen Strolche" Kindergarten "Purzelbaum" Kindergarten "Wichtelburg" Kindergarten "Wirbelwind"
Nachrichtlich: Naturkindergarten International School Augsburg - Kindergarten und Vorschule

Gartenstr. 4 Pestalozzistr. 10 Alfred-Schaffer-Str. 1 Von-Ritter-Str. 6 Gregor-Mendel-Str. 1 Kolpingstr. 6 Schlipsheimer Str. 23 Holzbachstr. 15 Ulmer Str. 47 Westheimer Str. 35 Hammeler Str. 24 Schäfflerstr. 29 Geschw.-Scholl-Str. 11 Brunnenstr. 8 Nebelhornstr. 26 Museumstr. 14 Freiweg 8 a Auenstr. 48 Hergottsberg 11 Riedstr. 28 Riedstr. 20 Reiterweg 15 Elias-Holl-Str. 18 Kapellenstr. 9 Von-Behring-Str. 2 Marktweg 6 Klostergarten 1 Nebelhornstr. 25 Röthstr. 177 Von-Imhof-Str. 8 Eisbühlstr. 6 Römerstr. 5 Auffenbergstr. 7 Burckhartstr. 26 Riedstr. 5 Schulweg 3 Wertinger Str. 16 Vitusberg 8 An der Nuß 3

86356 86356 86356 86356 86356 86356 86356 86356 86356 86356 86356 86695 86507 86872 86830 86830 86830 86830 86391 86391 86391 86391 86391 86391 86391 86672 86672 86836 86836 86836 86514 86517 86465 86465 86707 86441 86441 86441 86441

Neusäß Neusäß Neusäß Neusäß Neusäß Neusäß Neusäß Neusäß Neusäß Neusäß Neusäß Nordendorf Oberottmarshausen Scherstetten Schwabmünchen Schwabmünchen Schwabmünchen Schwabmünchen Stadtbergen Stadtbergen Stadtbergen Stadtbergen Stadtbergen Stadtbergen Stadtbergen Thierhaupten Thierhaupten Untermeitingen Untermeitingen Untermeitingen Ustersbach Wehringen Welden Welden Westendorf Zusmarshausen Zusmarshausen Zusmarshausen Zusmarshausen

Schloßberg 7 Ziegeleistr. 22

86399 86368

Bobingen Gersthofen

34

Haus für Kinder:
Wohlfühlhaus Westliche Wälder Lehnersberg 4 86850 Fischach

Horte:
Hort Hort im Kindergarten Aystetten Kath. Kindertagesstätte St. Christophorus Hort an der Volksschule Diedorf Wohlfühlhaus Westliche Wälder Kolpinghort an der Goetheschule Kinderhort St. Ulrich Kinderhort St. Ulrich Anschrift Adalbert-Stoll-Str. 3 Pestalozzistr. 6 PLZ 86482 86399 Ort Aystetten Bobingen

Kombi-Gruppe an der Grundschule Meitingen Kinderhort St. Ägidius Kinderhort St. Thomas Morus Kinderhort Maria Hilf

Stieglitzweg 1 Lehnersberg 4 Alpenstr. 4 Sportallee 29 Bgm.-Wohlfarth-Str. 38a Schulweg 4 Bgm.-Kaifer-Str. 8 Gregor-Mendel-Str. 1 Osterfeldstr. 9

86420 86850 86368 86368 86343 86405 86356 86356 86391

Diedorf Fischach Gersthofen Gersthofen Königsbrunn Meitingen Neusäß Neusäß Stadtbergen

Mittagsbetreuung:
Schule Anschrift PLZ Ort

Grundschule Adelsried Grundschule Altenmünster Grundschule Aystetten Grundschule Biberbach Laurentius-Volksschule Bobingen Grundschule Bobingen an der Singold Grundschule Bobingen an der Singold, Außenstelle Siedlung Grundschule Straßberg Grundschule Diedorf Grund- und Hauptschule Diedorf Grundschule Emersacker Grund- und Hauptschule Fischach Grund- und Teilhauptschule Gablingen Goetheschule Gersthofen Mozartschule Gersthofen Pestalozzischule Gersthofen Grund- und Teilhauptschule I Gessertshausen

Im Deutenloh 10 Schulstraße 11 Bäckergasse 2 Pfarrer-Ginther-Weg 3 Pestalozzistraße 3 Krumbacher Straße 13 Grenzstraße 7 Frieda-Forster-Straße 9a Pestalozzistraße 17 Heckenbergstraße 2d Schulstraße 7 Mühlstraße 15 Holzhauser Weg 1 Alpenstraße 2 Jahnstraße 2 Brucknerstraße 1 Schulstraße 18

86477 86450 86482 86485 86399 86399 86399 86399 86420 86420 86494 86850 86456 86368 86368 86368 86368

Adelsried Altenmünster Aystetten Biberbach Bobingen Bobingen Bobingen Bobingen Diedorf Diedorf Emersacker Fischach Gablingen Gersthofen Gersthofen Gersthofen Gessertshausen

35

Grundschule Graben Grund- und Hauptschule Großaitingen Grundschule Horgau Von-Imhof-Grundschule Klosterlechfeld Grundschule Königsbrunn Nord Grundschule Königsbrunn Süd Grundschule Königsbrunn West Grundschule Kutzenhausen Grund- und Teilhauptschule Langerringen Grundschule Langweid Grundschule Meitingen Grundschule Erlingen Grund- und Teilhauptschule I Herbertshofen Grund- und Hauptschule Neusäß Am Eichenwald Grundschule Neusäß bei St. Ägidius Grundschule Steppach Grundschule Täfertingen Grundschule Westheim Grund- und Teilhauptschule I Nordendorf Grundschule Oberottmarshausen (Außenstelle der LaurentiusVolksschule Bobingen) Grundschule St. Ulrich Schwabmünchen Grundschule Stadtbergen Grundschule Leitershofen Grund- und Hauptschule Thierhaupten Grundschule Untermeitingen Grund- und Hauptschule Welden Grundschule Zusmarshausen

Via-Claudia Weg 3 Schulstraße 6 Martinsplatz 7 Schulstraße 21 Lerchenstraße 21 Fuggerstraße 40 Mindelheimer Straße 26 Schulstraße 11 Viktor-von-ScheffelStr. 33 Schulstraße 3 Schulweg 4 St.-Martin-Straße 2 Pestalozzistraße 17 Am Eichenwald 51 Bgm.-Kaifer-Straße 10 Jahnstraße 2 Pestalozzistraße 8 Dr.-Rost-Straße 4 Schäfflerstraße 25 Geschwister-SchollStraße 3 Museumstraße 16 Sonnenstraße 7 Stadtberger Straße 9 Kreuzberg 1 Schulstraße 9 Ganghoferstraße 14 Stadionstraße 2

86368 86845 86497 86836 86343 86343 86343 86500 86853 86462 86405 86405 86405 86356 86356 86356 86356 86356 86695 86507

Graben Großaitingen Horgau Klosterlechfeld Königsbrunn Königsbrunn Königsbrunn Kutzenhausen Langerringen Langweid Meitingen Meitingen Meitingen Neusäß Neusäß Neusäß-Steppach Neusäß Neusäß Nordendorf Oberottmarshausen

86830 86391 86391 86672 86836 86465 86441

Schwabmünchen Stadtbergen Stadtbergen Thierhaupten Untermeitingen Welden Zusmarshausen

Ganztagsbetreuung:
Schule
Grund- und Hauptschule Dinkelscherben International School Augsburg Franziskus-Schule (Sonderpädagogisches Förderzentrum) Hauptschule Königsbrunn Nord Leonhard-Wagner-Volksschule

Anschrift
Kohlstattstr. 2 Ziegeleistr. 22 Theresienstr. 7 Schulstr. 6 Breitweg 16 a

PLZ

Ort

86424 Dinkelscherben 86368 Gersthofen 86368 Gersthofen 86343 Königsbrunn 86830 Schwabmünchen

36

2. Befragung der Eltern mit Kindern unter 3,5 Jahren 2.1 Bestehende Angebote Das BayKiBiG benennt für Kinder unter drei Jahren insbesondere Kinderkrippen und Häuser für als Betreuungsangebote. In der Kinderkrippe werden die Kinder von pädagogischen Fachkräften individuell und altersgemäß betreut, gebildet und erzogen. Die Kinderkrippe eröffnet vielfältige Entwicklungs- und Lernmethoden. Frühe Gruppenerfahrungen, anregende Spielumwelten und die Verlässlichkeit der Bezugspersonen spielen eine herausragende Rolle in der Förderung der emotionalen, sozialen und kognitiven Entwicklung der Kinder. Das Angebot richtet sich an Säuglinge (in der Regel ab der achten Lebenswoche) und Kinder bis zum dritten Lebensjahr. Im Landkreis Augsburg gibt es derzeit neun Kinderkrippen.

Das Angebot „Häuser für Kinder“ richtet sich an Kinder verschiedener Altersgruppen, das bedeutet, die Kindertageseinrichtung kann altersgemischt geführt werden, unabhängig davon, welche Altersgruppe überwiegend vorherrscht. Ein Haus für Kinder gibt es im Landkreis Augsburg derzeit nur in Fischach.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit der Betreuung von Kleinkindern im Kindergarten. Wenn ein Kindergarten, nachdem alle Kinder im Kindergartenalter aufgenommen wurden, noch Plätze frei hat, kann er unter bestimmten Voraussetzungen Kinder unter 3 Jahren aufnehmen. Gesetzlich ermöglicht wird dies durch die Formulierung in Art. 2 Abs. 1 Nr. 2 BayKiBiG, die Kindergärten definiert als Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Kinder im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung richtet. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Kinder, die den Kindergarten besuchen, zu dieser Altersgruppe gehören müssen, die anderen Kinder aber älter oder jünger sein können. Kinder unter 3 Jahren können stundenweise, halbtags oder auch ganztags aufgenommen werden.

Zur Betreuung von Kindern in Kindertagespflege wird auf die Ausführungen in Teil I dieses Jugendhilfeplanes verwiesen.

37

2.2 Betreuungsquote Grundlage für die nachfolgenden Darstellungen zur Versorgungsquote ist die Zahl der tatsächlich betreuten Kinder unter 3 Jahren. Dabei wurden alle Kinder erfasst, die in einer Kinderkrippe, einem Kindergarten oder einem durch das Jugendamt oder den Deutschen Kinderschutzbund vermittelten Tagespflegeverhältnis betreut werden. Nicht berücksichtigt wurde der zeitliche Umfang der Betreuung.

Insgesamt werden im Landkreis Augsburg 5,9 % der Kinder unter 3 Jahren in einer der genannten Angebotsformen betreut. Allerdings befinden sich in 21 von 46 Gemeinden überhaupt keine Kinder unter 3 Jahren in einer Kindertagesbetreuung. Den größten Anteil an betreuten Kindern unter 3 Jahren kann die Gemeinde Kleinaitingen mit 32,1 % aufweisen. In dieser Gemeinde wurde von der Möglichkeit der Altersöffnung des Kindergartens Gebrauch gemacht. Eine hohe Betreuungsquote haben auch die Märkte Diedorf (24,1 %), Meitingen (17,0 %) und Fischach (15,2 %). In allen drei Kommunen gibt es eine Kinderkrippe. Das Angebot einer Kinderkrippe gibt es zwar auch in den fünf Städten, dort liegen die Betreuungsquoten aber überall deutlich niedriger: den höchsten Betreuungsanteil unter den Städten hat Neusäß mit 7,7 %, den geringsten Gersthofen mit nur 2,5 %.

Betrachtet man die Darstellung nach den Gemeindegrößenklassen, zeigt sich, dass die kleinen Gemeinden mit 2,4 % die geringste Betreuungsquote haben. Grund hierfür ist, dass es in den kleinen Gemeinden kaum Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren gibt. Eine deutlich höhere Quote dagegen haben die großen Gemeinden mit 10,5 %. Damit ist die Betreuungsquote in den großen Gemeinden sogar doppelt so hoch wie in den Städten mit 5,5 %. Zwar gibt es in beiden Gemeindeclustern das Angebot von Kinderkrippen, jedoch wird deutlich, dass dieses Angebot in den Städten nur für einen kleinen Teil der Kinder unter 3 Jahren ausreicht.

38

Betreuungsquote in kleinen Gemeinden Einwohner 20.771 Kinder unter 3 626 Betreute Kinder* 15 Betreuungsquote 2,4 %

* nur Tagespflege und Kindergarten, da es in den kleinen Gemeinden keine Kinderkrippe gibt

Betreuungsquote in mittleren Gemeinden Einwohner 58.585 Kinder unter 3 1.555 Betreute Kinder 61 Betreuungsquote 3,9 %

Betreuungsquote in großen Gemeinden Einwohner 47.986 Kinder unter 3 1.358 Betreute Kinder 142 Betreuungsquote 10,5 %

Betreuungsquote in Städten Einwohner 113.846 Kinder unter 3 2.897 Betreute Kinder 159 Betreuungsquote 5,5 %

Quelle: Bestandserhebung im Juni 2006

39

Darstellung 2-1:

Betreuungsquote der unter 3-Jährigen in den Gemeinden des Landkreises Augsburg, 2006
= 0,0 % (21) < 4,0 % (8) < 8,0 % (9) >= 8,0 % (8)
Allmannshofen 0 Ellgau 0,0 0 Ehingen 0,0 0 Nordendorf 0,0 0 0,0 Kühlenthal 0 0,0 W estendorf Thierhaupten 0 1 0,0 1,5 Meitingen 56 17,0

Emersacker Langweid am Lech 0 2 0,0 Heretsried 0,7 Altenmünster 3 Gablingen 2 11,1 W elden 10 2,2 0 Bonstetten 7,5 0,0 Gersthofen 2 Adelsried 5,1 14 0 2,5 Aystetten Zusmarshausen 0,0 Horgau 1 0 Neusäß 1 1,0 0,0 38 2,0 7,7 Kutzenhausen 0 0,0 Diedorf 55 24,1 Stadtbergen 32 9,3

Biberbach 0 0,0

Landkreis Augsburg: Betreuungsquote unter 3-Jährige 5,9 %

Dinkelscherben 18 Ustersbach 9,6 0 Gessertshausen 0,0 0 0,0 Fischach Bobingen 21 22 Königsbrunn 15,2 5,1 28 Langenneufnach 4,2 0 W ehringen 0,0 0 Großaitingen Oberottmarshausen 0,0 7 Walkertshofen 0 6,2 0 0,0 Mickhausen 0,0 1 2,3 Schwabmünchen Graben Kleinaitingen 9 25 11 Scherstetten 32,1 6,6 11,8 0 Mittelneufnach 0,0 0 Hiltenfingen Untermeitingen 0,0 0 11 Klosterlechfeld 0,0 6,9 4 5,5 Langerringen 3 2,8

40

Nahezu in allen Gemeinden bestehen Betreuungsangebote, die in den Bereich „sonstige Betreuungsformen“ fallen. Betreuung ist in dem Fall nicht in jedem Fall als Fremdbetreuung zu verstehen, sondern wie zum Beispiel bei den Mutter-KindGruppen als Möglichkeit für Kinder unter Aufsicht der Eltern mit anderen Kindern zusammen zu kommen und gemeinsam zu spielen und zu lernen. Ein Großteil der Gruppen, die zu den sonstigen Betreuungsformen zählen, wird ehrenamtlich geführt. In der folgenden Darstellung wurden alle Kinder unter 3 Jahren erfasst, die dem Landratsamt bei der Bestandserhebung von den Gemeinden als in einer sonstigen Betreuungsform betreut gemeldet wurden.

Eine besonders hohe Betreuungsquote weisen hierbei die Gemeinden im Norden des Landkreises auf. In Nordendorf werden fast drei Viertel aller Kinder unter 3 Jahren in sonstigen Betreuungsformen betreut. Noch höher ist der Wert in Adelsried mit 85,9 %. In Kleinaitingen gibt es nach Auskunft der Gemeinde keine Gruppe, die unter die Kategorie „sonstige Betreuungsformen“ fällt. Von der Gemeinde Horgau wurde zwar das Bestehen einer Mutter-Kind-Gruppe gemeldet, die Zahl der dort betreuten Kinder wurde jedoch nicht angegeben. Insgesamt befindet sich im Landkreis Augsburg fast ein Viertel aller Kinder unter 3 Jahren in einer sonstigen Betreuungsform.

41

Darstellung 2-2:

Betreuungsquote der unter 3-Jährigen (sonst. Betreuungsformen) in den Gemeinden des Landkreises Augsburg, 2006
< < < >= 17,0 27,0 37,0 37,0 % % % % (11) (14) (10) (11)
Allmannshofen 12 Ellgau 48,0 20 Ehingen 20 Nordendorf 46,5 69,0 47 74,6 Kühlenthal 16 48,5 Westendorf Thierhaupten 18 38 38,3 20,5 Meitingen 176 53,2

Emersacker Langweid am Lech 15 88 Heretsried 25,4 33,5 Altenmünster 8 Gablingen 40 W elden 36,4 6 31,3 34 Bonstetten 4,0 29,3 Gersthofen 14 Adelsried 33,3 169 55 28,1 Aystetten Zusmarshausen Horgau 85,9 21 Neusäß 25 0 23,9 90 11,8 0,0 16,2 Kutzenhausen 41 54,7 Diedorf 100 32,6 Stadtbergen 59 13,9

Biberbach 25 23,4

Gessertshausen 14 7,7 Fischach Bobingen 35 118 Königsbrunn 22,3 22,8 66 Langenneufnach 8,6 18 Wehringen 22,8 17 Großaitingen Oberottmarshausen 17,7 24 Walkertshofen 20 26,9 10 25,6 Graben Kleinaitingen 0 103 8 Scherstetten 0,0 24,8 8,5 5 Mittelneufnach 21,7 Hiltenfingen Untermeitingen 15 20 34,9 46 Klosterlechfeld 40,8 22,5 5 6,0 Langerringen 45 33,1 16,0 Mickhausen 12 19,0 Schwabmünchen 29,4

Dinkelscherben 88 Ustersbach 42,7 14

Landkreis Augsburg Betreuungsquote unter 3-Jährige in sonstigen Betreuungsformen 24,2 %

42

2.3 Betreuungsbedarf von Kindern unter 3,5 Jahren 2.3.1 Bedingungsfaktoren für den Betreuungsbedarf Für seine Jugendhilfeplanung hat der Landkreis Augsburg beschlossen, die beiden Antwort-Kategorien „ja“ und „eher ja“ als Kernbedarf zu werten. Auf die Frage, ob die Eltern Betreuungsbedarf außerhalb der Familie haben bis das Kind drei Jahre alt ist, haben 27,8 % der befragten Eltern mit „ja“ und 10,1 % mit „eher ja“ geantwortet. Der Kernbedarf beziffert sich daher landkreisweit auf 37,9 %. Beim Vergleich der vier Gemeindecluster untereinander wird deutlich, dass die Gemeindegröße einen großen Einfluss auf den Betreuungsbedarf hat. Der Anteil der mit „ja“ antwortenden Eltern ist in den kleinen Gemeinden mit 17,5 % deutlich geringer als in den großen Gemeinden mit 33,2 % und den Städten mit 29,2 %. Der niedrigere Bedarf in den kleinen Gemeinden resultiert vermutlich daraus, dass insbesondere in ländlichen Gebieten noch oftmals bei der Kinderbetreuung familiäre Lösungen praktiziert werden. Unter Einbeziehung der „eher ja“-Antworten ist ein deutliches StadtLand-Gefälle erkennbar: in den Städten liegt der Kernbedarf „ja“ und „eher ja“ bei 40,6 %, in kleinen Gemeinden nur noch bei 26,9 %. Der Stadt-Land-Unterschied wird auch deutlich beim Vergleich der Anteile der Eltern, die einen Betreuungsbedarf klar verneint haben. Während in den kleinen Gemeinden über 60 % der Eltern keinen Bedarf haben, sind dies in den Städten nur 48,4 % und damit weniger als die Hälfte aller antwortenden Eltern. Landkreisweit geben knapp über die Hälfte der Eltern von unter 3,5-Jährigen an, keine Betreuung zu benötigen.

43

Darstellung 2-3: Betreuungsbedarf bei Kindern unter 3,5 Jahren
100,0%
In Prozent

80,0%
52,3 60,7 56,8

49,6

48,4

60,0%
9,8 10,1 12,4 9,4 27,8 17,5 26,5 33,2 29,2 7,9 8,0 8,7 9,3 11,0 11,4

40,0%

20,0%

0,0%
Landkreis Kleine Gem. Mittlere Gem. Große Gem. Städte

Ja

Eher ja

Eher nein

Nein

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Bei der Betrachtung des Betreuungsbedarfes nach dem Alter der Kinder wird deutlich, dass der Bedarf mit zunehmendem Alter steigt. Grund dafür ist wohl, dass viele Eltern nicht die gesamte Elternzeit zu Hause bleiben möchten, sondern wieder in ihren Beruf zurückkehren möchten. Nach der Vollendung des dritten Lebensjahres ist ein deutlicher Schnitt zu erkennen: der Bedarf wird wieder geringer. Dies hängt wohl damit zusammen, dass nach drei Jahren die Elternzeit zu Ende ist und die Eltern dadurch sozusagen gezwungen sind, eine Betreuungslösung zu finden. Dazu kommen noch die Eltern, die sich entweder nach der Erziehungszeit bewusst dazu entscheiden, ihr Kind zu Hause zu betreuen und diejenigen, die noch ein oder mehrere kleinere Kinder haben und sich deshalb noch länger in Elternzeit befinden. Der Anteil der Eltern, die sich bei der Bedarfsfrage nicht sicher sind und deshalb mit „eher ja“ oder „eher nein“ geantwortet haben, wird mit steigendem Alter deutlich geringer. So waren sich bei den Kindern unter einem Jahr noch 34,2 % unsicher ob sie eine Betreuung benötigen, während bei den 3- bis 3,5-jährigen Kindern nur noch 5,6 % der Eltern nicht sicher sagen können, ob sie Bedarf haben. Ähnlich dazu wird auch der Anteil der Eltern, die einen Betreuungsbedarf verneinen, mit steigendem Alter geringer. Von den Eltern der Kinder unter einem Jahr geben 41 % an, keine Kindertagesbetreuung zu benötigen. Bei den Kindern im Alter von 3

44

bis 3,5 Jahren dagegen haben knapp 70 % keinen Betreuungsbedarf. Dies korrespondiert auch mit den obigen Ausführungen zum geringeren Betreuungsbedarf in dieser Altersgruppe.

Darstellung 2-4: Betreuungsbedarf bei Kindern unter 3,5 Jahren nach dem Alter
In Prozent

100,0%

80,0%

41,0

46,7 58,9 69,2

60,0%
16,3 13,4 11,0 4,7 6,0

40,0%
17,9

2,8 2,8

20,0%
24,8 28,9

30,4

25,2

0,0%
< 1 Jahr 1 - < 2 Jahre 2 - < 3 Jahre 3 - < 3,5 Jahre

ja

eher ja

eher nein

nein

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Gerade für Eltern von Kindern von 3 bis 3,5 Jahren stellt ein ungedeckter Betreuungsbedarf wegen des Endes der Elternzeit ein großes Problem dar. Arbeitgeber gewähren in der Regel nach der Elternzeit keine weitere Frist bis zum Wiedereinstieg in den Beruf. Der Gesetzgeber hat daher in § 24 Abs. 1 SGB VIII festgelegt, dass Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr einen Anspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung haben. Die Gemeinden sind verpflichtet, die notwendigen Plätze rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Im Landkreis Augsburg gibt ein Viertel der Eltern in dieser Altersgruppe Betreuungsbedarf an. Dieser Bedarf muss dringend gedeckt werden.

45

Der Betreuungsbedarf der Kinder im Alter von 3 bis 3,5 Jahren wurde deshalb noch gesondert nach den Gemeindeclustern aufgeschlüsselt. Dabei zeigt sich, dass es zwischen den verschiedenen Gemeindegrößen deutliche Unterschiede gibt. Einen sehr hohen Betreuungsbedarf mit 41,0 % haben die Eltern in den großen Gemeinden. In den Städten liegt der Bedarf mit 33,3 % etwas darunter. Ein deutlich geringerer Bedarf besteht in den kleinen und mittleren Gemeinden: hier benötigen nur knapp 16 % eine Tagesbetreuung.

Darstellung 2-5: Betreuungsbedarf der Kinder zwischen 3 und 3,5 Jahren
100,0%
In Prozent

80,0%
68,8 70,5 78,3

49,0 60,0

60,0%

40,0%
3,0 3,6 4,5 9,1 15,9
Kleine Gem.

4,0 6,0

2,2 4,5

20,0%
24,6

3,5 2,6 15,6
Mittlere Gem.

41,0

33,3

0,0%
Landkreis Große Gem. Städte

Ja

Eher ja

Eher nein

Nein

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Großen Einfluss auf den Betreuungsbedarf hat auch die Struktur der Familie. Am größten ist der Bedarf an Kindertagesbetreuung bei Kindern, die keine Geschwister haben. Dieser Bedarf wird geringer je mehr Geschwister das Kind hat. Am geringsten ist der Anteil der Eltern, die eine Tagesbetreuung benötigen, bei Familien mit drei Kindern. Grund hierfür ist vermutlich, dass bei Familien mit mehreren Kindern oftmals ein Elternteil zu Hause bleibt und die Betreuung übernimmt. Ab vier Kindern und mehr steigt der Bedarf wieder an. Bei diesen kinderreichen Familien wird die Kindertagesbetreuung wohl eher als familienunterstützendes und –ergänzendes Angebot benötigt.

46

Darstellung 2-6: Betreuungsbedarf bei Kindern unter 3,5 Jahren nach der Zahl der Geschwister

100,0%

In Prozent

80,0%

44,5 55,2 64,7 63,0

60,0%
11,9

40,0%

13,2

8,1 8,1 10,8 7,6 5,8 8,5 22,7

20,0%

30,4

28,6 16,9

0,0%
keine Geschwister 1 Geschwisterkind 2 Geschwister 3 und mehr Geschwister

ja

eher ja

eher nein

nein

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

2.3.2 Struktur des Betreuungsbedarfs Die Auswertungen zum Betreuungsbedarf in der Altersgruppe der Kinder unter 3,5 Jahren ergeben mit 27,8 % „ja“- und 10,1 % „eher ja“-Antworten einen relativ hohen Kernbedarf. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dieser Kernbedarf an allen Tagen der Woche im gleichen Umfang besteht. In den folgenden Darstellungen wurden nur noch die Antworten ausgewertet von Eltern, die beim Betreuungsbedarf „ja“ oder „eher ja“ angegeben haben.

42,7 % der Eltern benötigen eine Betreuung an fünf Tagen in der Woche. Insgesamt 19 % beziffern ihren Betreuungsbedarf auf zwei oder drei Tage in der Woche. Zu dieser Gruppe gehören vermutlich überwiegend Eltern, die in Teilzeit beschäftigt sind und zwei oder drei volle Tage ihren Beruf ausüben. Eine Betreuung an nur einem Tag oder an vier Tagen in der Woche wird vergleichsweise selten gewünscht. Bei Kindern unter 3 Jahren sieht das BayKiBiG keine Mindestbuchungszeiten als Voraussetzung für die Förderung vor, während bei Kindern ab 3 Jahren bis zur Einschu47

lung Buchungszeiten von bis zu drei Stunden täglich nicht in die Förderung einbezogen werden. Insbesondere bei Kindern unter 3 Jahren ist daher ein MehrfachPlatzsharing möglich. Mehrfach-Platzsharing bedeutet, dass sich mehrere Kinder einen Platz in der Tageseinrichtung teilen können, sofern sie zu unterschiedlichen Zeiten Betreuungsbedarf haben. Die maximal erlaubte Zahl an gleichzeitig anwesenden Kindern darf dabei jedoch nicht überschritten werden. Knapp ein Drittel der Eltern hat zu den bei der Frage nach der Zahl der gewünschten Buchungstage keine Angaben gemacht. Hier sind wohl vor allem Eltern anzusiedeln, die planen, in den Beruf zurückzukehren und daher zwar wissen, dass sie Bedarf haben aber diesen Bedarf zeitlich noch nicht genau benennen können.

Darstellung 2-7: Zahl der gewünschten Betreuungstage

5 Tage 4 Tage
42,7% 2,4% 8,5%

3 Tage

10,5% 3,8% 31,9%

2 Tage

1 Tag keine Angaben
Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Auf der Zahl der Eltern, die ihren zeitlichen Bedarf bereits konkret beziffern konnten, basiert die folgende Darstellung zu den gewünschten Buchungs- bzw. Betreuungszeiten pro Tag. Rund 68 % aller Eltern mit Betreuungsbedarf haben hierzu Angaben gemacht. Da viele Eltern, deren Kinder bereits 2,5 Jahre und älter sind, bereits einen Betreuungsumfang anstreben, der ihren Bedürfnissen nach dem Ende der Elternzeit

48

entspricht, wurde bei der Auswertung zwischen den Kindern unter 2,5 Jahren und den Kinder ab 2,5 Jahren und älter unterschieden. An dem Schaubild wird sichtbar, dass der zeitliche Betreuungsbedarf mit dem Alter der Kinder steigt. Während bei den Kindern unter 2,5 Jahren rund 29 % einen Betreuungsbedarf von unter 3 Stunden täglich haben, sind dies bei den älteren Kindern nur 14,2 %. Der zeitliche Bedarf verschiebt sich dabei größtenteils zu den Betreuungszeiten zwischen 4 und 6 Stunden täglich: rund die Hälfte der Eltern der Kinder ab 2,5 Jahren siedeln ihren Bedarf in diesem Bereich an. In beiden Altersklassen jedoch hat ein relativ hoher Anteil der Eltern einen Betreuungsbedarf von über 6 Stunden täglich: bei den Kindern unter 2,5 Jahren 29,1 % und bei den älteren Kindern 35,1 %. Es ist zu vermuten, dass ein großer Teil des Bedarfs an solch langen Betreuungszeiten durch die Eltern bedingt wird, die variable Betreuungszeiten benötigen, da bei der Befragung 13,5 % aller Eltern mit Betreuungsbedarf die Notwendigkeit variabler Zeiten bejaht haben. Hinzu kommt noch, dass der Arbeitsmarkt von den Erwerbstätigen sehr viel Mobilität und Flexibilität erfordert, so dass oft lange Arbeitswege zurückgelegt werden müssen. Auch in dieser Zeit muss die Betreuung der Kinder sichergestellt werden.

Darstellung 2-8: Gewünschte Betreuungszeiten der Kinder unter 3,5 Jahren pro Tag nach dem Alter
<=4 Std. <=3 Std. 11,2% <=5 Std. 16,1% 14,5% 11,0% <=6 Std. <=7 Std. 5,1% 5,1% 7,9% 15,0% >9 Std. <=9 Std. <=8 Std. <=6 Std. 29,0% <=5 Std. 21,8% <=4 Std. 13,9% 14,2% <=3 Std.

6,5% 7,4% 11,0% 10,2%

>9 Std. <=9 Std.

<=7 Std.

<=8 Std.

Alter < 30 Monate 603 Eltern mit Betreuungsbedarf 428 Antworten mit Zeitangaben

Alter >= 30 Monate 544 Eltern mit Betreuungsbedarf 353 Antworten mit Zeitangaben

Basis: alle Eltern, die ihren Betreuungsbedarf bereits zeitlich einschätzen konnten Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

49

Darstellung 2-9: Benötigen Sie variable Betreuungszeiten?

Ja
13,5%

86,5%

Nein

Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

2.3.3 Art der gewünschten Betreuung 45,7 % der Eltern mit Betreuungsbedarf haben ihr Kind bereits für eine Betreuung angemeldet. Allerdings gab von diesen mehr als die Hälfte an, zum Zeitpunkt der Befragung, d. h. März 2006, noch keine Zusage oder Absage von der Kindertageseinrichtung erhalten zu haben.

Lange Wartezeiten zwischen der Anmeldung und der Mitteilung durch die Kindertageseinrichtung, ob das Kind den gewünschten Platz bekommt, stellen insbesondere für Eltern, die wieder eine Erwerbstätigkeit ausüben möchten ein Problem dar, denn solange die Eltern keine Platzzusage haben, haben sie keine Planungssicherheit. Arbeitgeber, die eine freie Stelle zu besetzen haben, warten aber nicht mehrere Monate auf die Zu- oder Absage eines Bewerbers. Die lange Phase der Unsicherheit erschwert den Eltern den Wiedereinstieg in den Beruf daher erheblich.

Knapp die Hälfte der Eltern ist noch auf der Suche nach einem geeigneten Betreuungsplatz oder hat ihr Kind noch nicht für eine Betreuung angemeldet.
50

Darstellung 2-10: Kind bereits für Betreuung angemeldet?
Ja

45,7%

4,4% 11,3% 38,6%

Keine Angaben

Noch auf der Suche Nein

Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Von den Eltern, die ihr Kind bereits für eine Betreuung angemeldet haben, hat sich fast die Hälfte für den Kindergarten entschieden. In der Mehrzahl werden dies wohl Eltern sein, deren Kinder zum Zeitpunkt der Befragung 30 Monate und älter waren. Auf die Ausführungen zur Möglichkeit der Betreuung von Kleinkindern im Kindergarten im Kapitel „bestehende Angebote“ wird hierbei Bezug genommen. Dazu kommt vermutlich noch der Umstand, dass Kindergärten im Landkreis Augsburg flächendeckend vorhanden sind, während es derzeit Kinderkrippen nur in einigen wenigen Gemeinden gibt. Diese Vermutung findet ihre Bestätigung in der Darstellung zur Frage, welche Betreuungsformen die Eltern, die noch auf der Suche sind, anstreben: hier sieht man deutlich den verstärkten Wunsch der Eltern nach einem Platz in einer Kinderkrippe. Ganz ähnlich verhält es sich auch mit der Kindertagespflege. Während nur 8,5 % der Eltern ihr Kind tatsächlich bei einer Tagespflegeperson angemeldet haben, würden sich diese Art der Betreuung jedoch 28,3 % wünschen. Eine Betreuung der Kinder im Kindergarten steht auf der Wunschliste der Eltern nur auf dem dritten Rang.

51

5,5 % der Eltern geben an, dass sie ihr Kind nicht nur für eine Betreuungsart angemeldet haben, sondern mehrere Angebote gewählt haben. In diese Kategorie gehören zum einen die Eltern, die noch keine Zusage von der Kindertageseinrichtung erhalten haben und ihr Kind bei mehreren Angeboten angemeldet haben, um sicher zu gehen, dass es auch wirklich einen Betreuungsplatz erhält. Zum anderen sind es Eltern, denen das Angebot der gewünschten Betreuungseinrichtung zeitlich nicht ausreicht und die noch ein ergänzendes Angebot wie beispielsweise Kindertagespflege als Anschlussbetreuung benötigen. Gerade Eltern mit unregelmäßigen und zum Teil recht langen Arbeitszeiten sind auf diese Art der Betreuung angewiesen.

Darstellung 2-11: Wenn ja, wo haben Sie Ihr Kind angemeldet?

Mehrere Angebote Kinderkrippe
14,0% 5,5% 22,2%

Sonstiges

8,5% 49,7%

Kindertagespflege

Kindergarten

Basis: 526 Kinder mit Betreuungsbedarf, die bereits für eine Betreuung angemeldet wurden Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

52

Darstellung 2-12: Wenn Sie noch auf der Suche sind, welche Betreuungsform streben Sie an?
Sonstiges

6,1%

Kindertagespflege Kinderkrippe
37,9% 28,3%

27,8%

Kindergarten

Basis: 130 Kinder mit Betreuungsbedarf, deren Eltern noch auf der Suche nach einer Betreuung sind Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

2.3.4 Zeitprofile Die folgende Darstellung zeigt das Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang von Kindern unter 3,5 Jahren. Ausgewertet wurden die Zeitangaben aller Eltern, die auf die Frage nach dem Betreuungsbedarf mit „ja“ oder „eher ja“ geantwortet haben. Das Schaubild zeigt, dass vor 7.00 Uhr nur ein geringer Bedarf an Betreuung besteht; danach steigt er deutlich an bis er um 8.00 Uhr fast doppelt so hoch ist wie um 7.00 Uhr. Der größte Bedarf besteht zwischen 9.00 Uhr und 12.00 Uhr. In diesem Zeitraum ist er gleichbleibend hoch, danach ist ein leichter Rückgang bis 13.00 Uhr zu verzeichnen. Ab 13.00 Uhr sinkt der Bedarf dann deutlich ab. Ab 17.00 Uhr besteht nur noch ein geringer Bedarf, ab 18.00 Uhr sind es nur noch vereinzelte Bedarfsmeldungen. Beim Vergleich der einzelnen Wochentage fällt auf, dass vormittags am Montag und am Dienstag am meisten Bedarf besteht und dieser Vormittags-Bedarf zum Wochenende hin geringer wird. Ab mittags ist der Bedarf an den Tagen von Montag bis Donnerstag in etwa gleich hoch, nur am Freitag besteht ein geringerer Bedarf. Nachmittags und abends zeigt sich deutlich, dass der Bedarf am Donnerstag höher ist als an den ersten drei Tagen in der Woche und am Freitag deutlich geringer. Das ist ver53

und viele Eltern an diesem Tag bis abends arbeiten müssen. Am Freitag hören dafür mutlich damit zu begründen, dass donnerstags der so genannte „Behördentag“ ist viele Berufstätige mittags auf zu arbeiten und haben deshalb am Nachmittag keinen

13:45 bis 14:00 13:30 bis 13:45 13:15 bis 13:30 13:00 bis 13:15 12:45 bis 13:00 12:30 bis 12:45

19:45 bis 20:00

19:30 bis 19:45

19:15 bis 19:30

19:00 bis 19:15

Darstellungen 2-14: Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang II

12:15 bis 12:30

Freitag

Darstellung 2-13: Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang I

12:00 bis 12:15 11:45 bis 12:00 11:30 bis 11:45 11:15 bis 11:30 11:00 bis 11:15 10:45 bis 11:00 10:30 bis 10:45 10:15 bis 10:30

18:30 bis 18:45

18:15 bis 18:30

Donnerstag

17:45 bis 18:00

17:30 bis 17:45

17:15 bis 17:30

Mittwoch

10:00 bis 10:15 9:45 bis 10:00 9:30 bis 9:45 9:15 bis 9:30 9:00 bis 9:15 8:45 bis 9:00 8:30 bis 8:45 8:15 bis 8:30 8:00 bis 8:15

16:45 bis 17:00

Mittwoch

17:00 bis 17:15

Donnerstag

18:00 bis 18:15

Freitag

18:45 bis 19:00

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

16:30 bis 16:45

16:15 bis 16:30

Dienstag

16:00 bis 16:15

15:45 bis 16:00

15:30 bis 15:45

Montag

Betreuungsbedarf mehr.

7:30 bis 7:45 7:15 bis 7:30

Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf

15:00 bis 15:15

Zahl der Kinder

7:00 bis 7:15 6:45 bis 7:00 6:30 bis 6:45 6:15 bis 6:30 5:45 bis 6:15

Zahl der Kinder

14:45 bis 15:00

14:30 bis 14:45

14:15 bis 14:30

14:00 bis 14:15

300

250

200

150

700

600

500

400

300

200

100

100

Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf

7:45 bis 8:00

50

0

0

Montag

15:15 bis 15:30

Dienstag

54

3. Befragung der Eltern der Kindergartenkinder 3.1 Bestehende Angebote Für Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung benennt das BayKiBiG insbesondere Kindergärten und Häuser für Kinder als Betreuungsmöglichkeiten. Der Kindergarten gehört in Bayern zum Elementarbereich des Bildungswesens. In der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Kinderbildungs- und betreuungsgesetzes (AVBayKiBiG) sind die Bildungs- und Erziehungsziele verbindlich festgelegt. Der Gestaltungsspielraum bei der Umsetzung dieser Bildungs- und Erziehungsziele ist jedoch groß. Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen und das Staatsinstitut für Frühpädagogik München haben deshalb einen Bildungs- und Erziehungsplan entwickelt, mit dem den Trägern und dem pädagogischen Personal ein Orientierungsrahmen und Anregungen an die Hand gegeben werden sollen, wie die Bildungs- und Erziehungsziele bestmöglich umgesetzt werden können. Er befürwortet auch ausdrücklich pädagogische Vielfalt und methodische Freiheit. Als Kindergärten mit besonderer pädagogischer Ausrichtung werden im Landkreis Augsburg derzeit Montessori-, Waldorf- und Waldkindergärten angeboten. Für Kinder mit Behinderung und solche, die von einer Behinderung bedroht sind, sieht der Gesetzgeber ausdrücklich so genannte integrative Kindergärten vor, in die Kinder zusammen mit Kindern ohne Behinderung betreut werden. Integrative Kindergartenplätze werden im Landkreis Augsburg bereits in mehreren Kommunen angeboten.

Bezüglich der Betreuungsformen „Haus für Kinder“ und „Kindertagespflege“ wird auf die obigen Ausführungen verwiesen.

Die nachfolgende Darstellung zeigt, wie hoch die Versorgungsquote mit Kindergartenplätzen im Vergleich zur Zahl der Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahren in den einzelnen Gemeinden ist. In 24 Gemeinden liegt die Versorgungsquote über 100 %. Zu beachten ist, dass die hohen Quoten in Nordendorf und Mickhausen daraus resultieren, dass der Einzugsbereich des Kindergartens in Nordendorf auch die Gemeinden Ehingen und Allmannshofen und der Einzugsbereich des Kindergartens in Mickhausen auch die Gemeinde Walkertshofen umfasst.
55

Die höchsten Versorgungsquoten weisen die Gemeinden Heretsried (227,3 %) und Graben (159,6 %) auf. Grund für diese hohen Quoten könnte mitunter der Rückgang der Geburtenzahlen sein, der bewirkt, dass in vielen Kindergärten nicht mehr alle Plätze belegt sind. Der Gesetzgeber hat deshalb im BayKiBiG die Möglichkeit geschaffen, dass auch Kinder unter 3 Jahren und Schulkinder im Kindergarten betreut werden können, unter der Voraussetzung, dass „überwiegend“, d. h. mehr als die Hälfte der betreuten Kinder im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung sind. Die geringste Versorgungsquote weisen die Gemeinde Langenneufnach mit 63,3 % und der Markt Thierhaupten mit 67,6 % auf. Insgesamt liegen 22 Gemeinden unter einer Versorgungsquote von 100 %. Landkreisweit liegt der Durchschnitt bei 99,8 % Versorgungsquote.

56

Darstellung 2-15:

Versorgungsquote der 3 bis unter 6-Jährigen in den Gemeinden des Landkreises Augsburg, 2006
< 80,0 < 100,0 < 120,0 >= 120,0 % (9) % (13) % (16) % (8)
Allmannshofen 0 Ellgau 0,0 40 Ehingen 93,0 0 Nordendorf 0,0 100 158,7 Kühlenthal 25 75,8 Westendorf Thierhaupten 50 125 106,4 67,6 Meitingen 359 108,5

Emersacker Langweid am Lech 50 250 Heretsried 84,7 95,1 Altenmünster 50 Gablingen 125 Welden 227,3 166 97,7 135 Bonstetten 110,7 116,4 Gersthofen 46 Adelsried 109,5 495 75 82,2 Zusmarshausen 117,2 Aystetten Horgau 100 200 Neusäß 100 113,6 94,3 645 123,5 116,4 Kutzenhausen 75 100,0 Diedorf 300 97,7 Stadtbergen 439 103,3

Biberbach 100 93,5

Landkreis Augsburg Versorgungsquote 3 bis unter 6-Jährige 99,8 %

Dinkelscherben 175 Ustersbach 85,0 50 Gessertshausen 96,2 125 69,1 Fischach Bobingen 186 500 Königsbrunn 118,5 96,7 725 Langenneufnach 94,4 50 Wehringen 63,3 75 Großaitingen Oberottmarshausen 78,1 165 Walkertshofen 50 110,0 0 73,5 Mickhausen 0,0 100 158,7 Schwabmünchen Graben Kleinaitingen 50 425 150 Scherstetten 147,1 102,2 159,6 25 Mittelneufnach 108,7 50 Hiltenfingen Untermeitingen 116,3 45 250 Klosterlechfeld 91,8 122,5 100 120,5 Langerringen 150 110,3

57

3.2 Betreuungsquote Basis der nachfolgenden Darstellung ist die Zahl der Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahren, die im Kindergarten betreut werden. Nicht berücksichtigt wurden die Kinder, die in einem Tagespflegeverhältnis sind, da es sich bei der Tagespflege in dieser Altergruppe meist um eine Betreuung handelt, die das Angebot der Kindertageseinrichtung ergänzt (Anschlussbetreuung). Die Darstellung der Betreuungsquote der Kinder im Kindergartenalter unterscheidet sich von der Darstellung der Versorgungsquote mit Kindergartenplätzen darin, dass in der nachfolgenden Grafik die Zahl der tatsächlich im Kindergarten betreuten Kinder in Relation gesetzt wird zur Gesamtzahl der Kinder im Kindergartenalter in den einzelnen Gemeinden statt wie vorher zu der Zahl der vorhandenen Kindergartenplätze. Nicht berücksichtigt wurden außerdem die Kinder unter 3 Jahren, die im Kindergarten betreut werden, da diese bereits in der Betreuungsquote der unter 3-Jährigen erfasst wurden. Zu beachten ist auch hier, dass die Kinder aus Allmannshofen und Ehingen bzw. Walkertshofen statistisch als Kinder aus den Gemeinden Nordendorf bzw. Mickhausen gewertet werden, da diese Gemeinden keinen Kindergarten auf ihrem Gemeindegebiet haben und die Kinder den Kindergarten in der Nachbargemeinde besuchen.

Die höchste Betreuungsquote hat die Gemeinde Heretsried mit 140,9 %. Hier besuchen wohl auch Kinder aus anderen Gemeinden den Kindergarten. Ähnlich verhält es sich auch in der Gemeinde Nordendorf, die eine Betreuungsquote von 120,6 % hat. Wie oben bereits ausgeführt fließen hier aber auch die Kinder aus den Gemeinden Allmannshofen und Ehingen in die Quote mit ein. Eine sehr hohe Betreuungsquote können auch die Gemeinden Adelsried mit 96,9 % und Großaitingen mit 96,0 % aufweisen. Ein sehr geringer Wert ist dagegen im Markt Thierhaupten zu finden: hier werden nur 37,3 % aller Kinder im Kindergartenalter auch tatsächlich im Kindergarten betreut. Auch in Langenneufnach und Gessertshausen besuchen weniger als die Hälfte der Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahren den Kindergarten. Insgesamt werden im Landkreis Augsburg 72,3 % der 3- bis unter 6-Jährigen im Kindergarten betreut.

Betrachtet man die Werte in den einzelnen Gemeindeclustern, zeigt sich, dass die Betreuungsquoten in den großen und mittleren Gemeinden mit 78,1 % bzw. 73,7 % deutlich höher sind als die Quote in den Städten mit 70,6 %. Die geringste Betreu58

ungsquote können die kleinen Gemeinden mit 60,3 % aufweisen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Bestandserhebung bei den Gemeinden im Sommer 2006 durchgeführt wurde und viele Kinder, die zu Beginn des Kindergartenjahres noch 5 Jahre alt waren, zum Erhebungszeitpunkt bereits 6 Jahre alt waren und damit nicht mehr in die Quote mit einfließen.

Betreuungsquote in kleinen Gemeinden Einwohner Kinder im Kindergartenalter 20.771 750 452 60,3 % Betreute Kinder Betreuungsquote

Betreuungsquote in mittleren Gemeinden Einwohner Kinder im Kindergartenalter 58.585 1.954 1.441 73,7 % Betreute Kinder Betreuungsquote

Betreuungsquote in großen Gemeinden Einwohner Kinder im Kindergartenalter 47.986 1.523 1.190 78,1 % Betreute Kinder Betreuungsquote

Betreuungsquote in Städten Einwohner Kinder im Kindergartenalter 113.846 3.282 2.318 70,6 % Betreute Kinder Betreuungsquote

Quelle: Bestandserhebung im Juni 2006

59

Darstellung 2-16:

Betreuungsquote der 3 bis unter 6-Jährigen in den Gemeinden des Landkreises Augsburg, 2006
< < < >= 60,0 70,0 85,0 85,0 % % % % (10) (11) (14) (11)
Allmannshofen 0 Ellgau 0,0 31 Ehingen 72,1 0 Nordendorf 0,0 76 120,6 Kühlenthal 22 66,7 Westendorf Thierhaupten 35 69 74,5 37,3 Meitingen 316 95,5

Emersacker Langweid am Lech 36 185 Heretsried 61,0 70,3 Altenmünster 31 Gablingen 78 Welden 140,9 126 60,9 94 Bonstetten 84,0 81,0 Gersthofen 34 409 Adelsried 81,0 67,9 62 Zusmarshausen 96,9 Aystetten Horgau 76 118 Neusäß 75 86,4 55,7 441 92,6 79,6 Kutzenhausen 45 60,0 Diedorf 248 80,8 Stadtbergen 308 72,5

Biberbach 56 52,3

Dinkelscherben 184 Ustersbach 89,3 28 Gessertshausen 53,8 86 47,5 Fischach Bobingen 133 358 Königsbrunn 84,7 69,2 530 Langenneufnach 69,0 34 Wehringen 43,0 58 Großaitingen Oberottmarshausen 60,4 144 Walkertshofen 53 96,0 0 77,9 Mickhausen 0,0 46 73,0 Schwabmünchen Graben Kleinaitingen 31 287 86 Scherstetten 91,2 69,0 91,5 15 Mittelneufnach 65,2 28 Hiltenfingen Untermeitingen 65,1 28 145 Klosterlechfeld 57,1 71,1 82 98,8 Langerringen 102 75,0

Landkreis Augsburg: Betreuungsquote 3 bis unter 6-Jährige 72,3 %

60

3.3 Betreuungsbedarf von Kindergartenkindern Bei der Befragung der Eltern der Kindergartenkinder wurde das Hauptaugenmerk vor allem auf die qualitativen Aspekte der Betreuung gelegt, da die Versorgung mit Kindergartenplätzen in fast allen Gemeinden im Landkreis Augsburg bei einer ausreichend hohen Quote liegt (vgl. Darstellung zur Versorgungsquote mit Kindergartenplätzen, Kapitel 3.1). 3.3.1 Eintrittsdatum 68 % der Kinder treten im Alter von 3 Jahren in den Kindergarten ein, rund 21,5 % erst mit 4 Jahren. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Angabe „mit 3 Jahren in den Kindergarten eingetreten“ nicht gleichzusetzen ist mit “mit dem 3. Geburtstag in den Kindergarten eingetreten“. Das Problem des Endes der Elternzeit und des damit verbundenen Betreuungsbedarfes wurde bereits bei der Auswertung der Befragungsergebnisse der Kinder unter 3,5 Jahren ausführlich behandelt. Im Zusammenhang damit steht auch die Frage, ob das Eintrittdatum in den Kindergarten dem Wunsch der Eltern entsprach. Darauf antworteten 8,4 % der Eltern, dass sie sich früher einen Platz gewünscht hätten. Bei der Aufschlüsselung dieses Prozentsatzes in die vier Gemeindegrößenklassen zeigt sich, dass insbesondere in den Städten Eltern bis zum Eintritt in den Kindergarten Wartezeiten in Kauf nehmen müssen: 14 % gaben hier an, dass sie den Kindergartenplatz erst später als ursprünglich gewünscht erhalten haben. In den kleinen Gemeinden dagegen waren 96,5 % mit dem Eintrittsdatum zufrieden, nur 2,6 % hätten früher einen Platz benötigt. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei den mittleren Gemeinden, die Zufriedenheit sinkt allerdings mit zunehmender Gemeindegröße. Die Wartezeiten, die die Eltern in Kauf nehmen müssen, sind zudem zum Teil recht lang. Knapp die Hälfte gab an, dass sie 6 Monate und länger auf den Kindergartenplatz warten musste, 21 % mussten 4 bis 6 Monate warten.

61

Darstellung 2-17: Eintrittsdatum in den Kindergarten
In Prozent
1,8

100,0%

8,4

2,6

0,9

3,7

2,6

0,9

6,6

2,0

14,0

80,0%

60,0%
89,8 96,5 93,7 92,5 84,0

40,0%

20,0%

0,0%
Landkreis Kleine Gem. Mittlere Gem. Große Gem. Städte

Ja

Nein, wir hätten uns früher einen Platz gewünscht

sonstiges / keine Angaben

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

3.3.2 Betreuungszeiten Beim Vergleich der Auswertung der aktuellen durchschnittlichen Buchungs- und Betreuungszeiten der Kinder mit den von den gewünschten Zeiten treten einige Differenzen zu Tage. Die nachfolgende Darstellung stellt die tatsächlichen und die gewünschten Buchungszeiten gegenüber. Im linken Kreis wurden die Antworten aller Eltern ausgewertet, die Zeitangaben gemacht haben. Der rechte Kreis basiert auf der Auswertung der Antworten der rund 12 % Eltern, die angegeben haben, dass der aktuelle Betreuungsumfang im Kindergarten nicht ihren Bedürfnissen entspricht. Mit einem Anteil von 71,7 % liegt der Schwerpunkt der Betreuung aktuell bei 4 bis 6 Stunden pro Tag. Auf die gleiche Betreuungsdauer entfallen bei der Auswertung der gewünschten Zeiten jedoch nur 35,2 %. Rund die Hälfte der Eltern gab eine gewünschte Betreuungszeit von über 7 Stunden täglich an, aktuell werden aber nur 13,9 % der Kinder länger als 7 Stunden am Tag betreut.

Anhand dieser Darstellung wird der Wunsch der Eltern nach einer Ausweitung der Öffnungszeiten deutlich. Gerade vor dem Hintergrund der Diskussionen über die Ladenschlusszeiten und mit Hinblick auf den mit 26,7 % recht hohen Anteil der Eltern mit variablem Betreuungsbedarf ist die Aus62

weitung der Öffnungszeiten ein Punkt, den jede Gemeinde bei ihrer örtlichen Bedarfsplanung unbedingt berücksichtigen muss.

Darstellung 2-18: Derzeitige und gewünschte Betreuungszeiten / Buchungszeiten im Kindergarten
<=5 Std. <=6 Std. <=5 Std.

31,9% 17,6%
1,1% 3,5%

<=4 Std.

<=7 Std.

19,5% 14,6% 11,6% 4,1% 0,6% 20,9% 11,8%

<=4 Std. <=3 Std.

22,2% 13,4%
<=6 Std.

5,3% 5,1%

<=3 Std. >9 Std. <=9 Std. <=8 Std. <=8 Std.

16,9%

>9 Std. <=9 Std.

<=7 Std.

tatsächliche Zeiten 4.773 Eltern von Kindergartenkindern 4.635 Antworten mit Zeitangaben
Basis linker Kreis: alle Eltern mit Zeitangaben

gewünschte Zeiten 4.773 Eltern von Kindergartenkindern 508 Antworten mit Zeitangaben

Basis rechter Kreis: alle Eltern, denen der aktuelle Betreuungsumfang nicht ausreicht und die Zeitangaben gemacht haben Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Darstellung 2-19: Benötigen Sie variable Betreuungszeiten?
Ja
26,7%

73,3%

Nein

Basis: 565 Kinder, bei denen der derzeitige Betreuungsumfang nicht den Bedürfnissen entspricht Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

63

Rund 12 % aller Eltern benötigen außerhalb des Kindergartens regelmäßig eine weitere Betreuung. Beim Vergleich der Gemeindeklassen wird deutlich, dass der Bedarf an zusätzlicher Betreuung in den kleinen und mittleren Gemeinden größer ist, als in den Städten. Grund dafür ist, dass die Kindertageseinrichtungen in den Städten längere Öffnungszeiten haben als die Einrichtungen in den kleineren Kommunen. Während in den Stadtgebieten in der Regel ein oder mehrere Kindergärten eine Betreuungsmöglichkeit von 07.00 bis 17.00 Uhr bieten, haben die Kindergärten insbesondere in den kleine Gemeinden meist nur bis 14.00 Uhr geöffnet. Wie oben aber bereits aufgezeigt, benötigen viele Eltern, vor allem diejenigen, die berufstätig sind, meist eine deutlich längere Betreuung.

In diesem Zusammenhang wird auf die Gastkinderregelung in Art. 23 BayKiBiG hingewiesen. Der Gesetzgeber gibt den Gemeinden zwar das Recht, einen Antrag auf Förderung eines Kindergartenplatzes außerhalb des Gemeindegebietes abzulehnen, wenn sie auf einen zumindest sechsstündigen freien Platz verweisen können, die objektiv-rechtliche Verpflichtung, ein bedarfsgerechtes Angebot unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Eltern vorzuhalten, schränkt er jedoch nicht ein. Eine etwaige Argumentation, man müsse nur 6-Stunden-Plätze vorhalten und könne damit dann alle Gastkinderanträge ablehnen, geht daher fehl.

Landkreisweit brauchen 64 % aller Eltern neben dem Kindergarten keine zusätzliche Betreuung mehr. 23,9 % geben an, dass eine weitere Betreuung nur in Ausnahmefällen notwendig ist.

64

Darstellung 2-20: Benötigen Sie außerhalb der Öffnungszeiten Ihres Kindergartens regelmäßig noch eine weitere Betreuung?
In Prozent
23,9 22,7 25,2 22,4 23,9

100,0% 80,0% 60,0% 40,0% 20,0%

64,0

63,5

60,0

64,9

66,6

12,1

13,8
Kleine Gem.

14,8
Mittlere Gem.

12,7
Große Gem.

0,0%
Landkreis

9,5
Städte

Ja, regelmäßig

Nein

Nur in Ausnahmefällen

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Von den Eltern, die regelmäßig eine weitere Betreuung außerhalb des Kindergartens benötigen, haben lediglich 24,1 % ihr Kind bereits für ein zusätzliches Angebot angemeldet. 7,7 % gaben an, sie seien noch auf der Suche. Die Eltern, die ihr Kind noch nicht für eine weitere Betreuung angemeldet haben, sind zum größten Teil vermutlich Eltern, die die Anschlussbetreuung an den Kindergarten privat geregelt haben, das heißt, dass bei der Betreuung wohl eine familiäre Lösung praktiziert wird. Von den Eltern, die ihr Kind bereits für eine weitere Betreuung angemeldet haben, hat knapp ein Fünftel die Kindertagespflege gewählt. Rund 10 % haben sich für eine zusätzliche Betreuungszeit im Kindergarten entschieden. Unter die Kategorie „Sonstiges“ fallen vermutlich nicht institutionalisierte Tagespflegeformen. Diese wurden jedoch nicht explizit abgefragt.

65

Darstellung 2-21: Wenn ja, haben Sie Ihr Kind bereits für eine Kinderbetreuung angemeldet?
Ja

Noch auf der Suche
24,1%

7,7%

68,1%

Nein
Basis: 568 Kinder, die regelmäßig eine weitere Betreuung benötigen Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Darstellung 2-22: Wenn ja, wo haben Sie Ihr Kind angemeldet?

Zusätzl. Betreuung im Kindergarten
10,6%

Kindertagespflege
18,8%

70,6%

Sonstiges

*Mehrfachnennungen möglich Basis: Kinder, die regelmäßig eine weitere Betreuung benötigen und bereits für eine Betreuung angemeldet sind Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

66

3.3.3 Pädagogische Ausrichtung In Art. 7 Abs. 1 BayKiBiG hat der Gesetzgeber das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern ausdrücklich verankert. Die Gemeinden sind danach verpflichtet, ein plurales Angebot, das heißt je nach Gemeindegröße betreffend der spezifischen Altersgruppen Angebote von mindestens zwei oder mehr verschiedenen Trägern anzubieten. Die Trägervielfalt kann auch über Gemeindegrenzen hinweg hergestellt werden. So kann beispielsweise eine Gemeinde mit einem kommunalen Kindergarten durch die Zusammenarbeit mit einer anderen Gemeinde mit einem kirchlichen Kindergarten ein plurales Angebot anbieten. Bei der Bedarfsplanung muss die Gemeinde jedoch nicht jeden individuellen Wunsch von Eltern und Kindern berücksichtigen, denn das Wunsch- und Wahlrecht besagt nur, dass den Eltern eine Wahlmöglichkeit geboten werden muss, es begründet aber keinen Anspruch auf einen bestimmten Kindergartenplatz. Die Zufriedenheit der Eltern mit der pädagogischen oder weltanschaulichen Ausrichtung ihres Kindergartens ist im Landkreis Augsburg mit knapp 90 % relativ hoch. Nur 6 % aller Eltern haben angegeben, sie würden sich eine andere Ausrichtung wünschen. Von den Eltern, die nicht zufrieden sind, möchten rund 40 % ihr Kind in eine Einrichtung mit integrativen Plätzen für behinderte Kinder schicken. 22,3 % wünschen sich einen Kindergarten mit einer anderen pädagogischen oder weltanschaulichen Ausrichtung. Dazu gehören die Ausrichtungen Montessori, Waldorf, Reggio und Waldpädagogik. 21,0 % der Eltern würden einen nicht konfessionell gebundenen Kindergarten bevorzugen, 16,6 % hätten lieber einen konfessionell gebundenen Kindergarten. Diese Antworten beziehen sich wohl auf Gemeinden, in denen entweder kein konfessionell gebundener bzw. kein nicht konfessionell gebundener Kindergarten angeboten wird oder in denen im von den Eltern gewünschten Kindergarten kein Platz mehr verfügbar war.

67

Darstellung 2-23: Entspricht die weltanschauliche / pädagogische Ausrichtung Ihres Kindergartens Ihren Wünschen?

4,1% 89,8% 6,0%

Keine Angaben

Ja

Nein

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Darstellung 2-24: Falls Nein: Welche weltanschauliche / pädagogische Ausrichtung würde Ihren Wünschen entsprechen?

Konfessionell gebund. Kindergarten
16,6%

Kindergarten mit integrativen Plätzen
40,1%

21,0% 22,3%

Nicht konfessionell gebund. Kindergarten Kindergarten mit anderer Ausrichtung

*Mehrfachnennungen möglich Basis: 287 Eltern, bei denen die Ausrichtung nicht den Wünschen entspricht Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

68

3.3.4 Mittagessensversorgung Die Mittagessensversorgung im Kindergarten bzw. in Kindertageseinrichtungen allgemein ist ein Angebot zur Unterstützung der Eltern. In Kindergärten, in denen eine Ganztagsbetreuung möglich ist, sollte die Mittagessensversorgung ein StandardAngebot sein, damit die Kinder mittags die Möglichkeit haben, ein warmes Essen zu erhalten. Auch in Kindergärten, die nur bis zum frühen Nachmittag geöffnet haben, würde das Angebot eines Mittagessens eine Entlastung der Eltern darstellen. Insbesondere Eltern bzw. Elternteile, die halbtags eine Erwerbstätigkeit ausüben, würde es entlasten, wenn ihr Kind schon im Kindergarten zu Mittag gegessen hat, wenn es nachmittags nach Hause kommt. Derzeit bekommen aber nur 42,4 % der Kinder ein Mittagessen im Kindergarten angeboten. Das heißt, über die Hälfte aller Kindergartenkinder hat nicht die Möglichkeit, im Kindergarten zu Mittag zu essen. Von diesen würden sich aber 27,7 % eine Mittagessensversorgung im Kindergarten wünschen.

Um den konkreten Bedarf in den einzelnen Kindergärten zu ermitteln, würde es sich empfehlen, diesbezüglich eine gesonderte Abfrage in den Einrichtungen durchzuführen und darauf die weiteren Planungen zu stützen. Die Organisation und Durchführung der Mittagessensversorgung stellt allerdings für viele Einrichtungen und ihre Träger ein Problem dar: in den Einrichtungen sind oftmals die notwendigen Räumlichkeiten nicht vorhanden, es wird zusätzliches Personal benötigt und die Frage der Kostenübernahme muss geklärt werden. Hier gilt es zu überlegen, ob die Mittagessensversorgung eventuell durch die Zusammenarbeit mit einer anderen Einrichtung (Schule, Altenheim etc.) oder einem privaten Anbieter (Metzgerei, Gastwirtschaft etc.) ermöglicht werden könnte.

69

Darstellung 2-25: Bekommt Ihr Kind im Kindergarten ein Mittagessen angeboten?

Bekommt Ihr Kind im Kindergarten ein Mittagessen angeboten?

Wenn nein: Besteht der Wunsch nach Mittagessensversorgung?

Ja 27,7% Ja 42,4% 57,6% Nein 63,4% Nein 8,9% Keine Angaben

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

3.3.5 Zeitprofile Die nachfolgenden Darstellungen zeigen die Zeitprofile für die tatsächliche aktuelle Anwesenheitszeit der Kinder im Kindergarten und für den eigentlich benötigten Betreuungsumfang von Kindergarten. Zu beachten ist hierbei, dass für das Schaubild zur aktuellen Anwesenheitszeit alle beantworteten Fragebögen ausgewertet wurden, während die Darstellung zum gewünschten Umfang auf den Antworten der Eltern basiert, die neben der aktuellen Betreuungszeit im Kindergarten noch einen zusätzlichen Betreuungsbedarf haben.

Das Zeitprofil für die aktuelle Anwesenheitszeit zeigt, dass vor 7.00 Uhr nur vereinzelt Kinder im Kindergarten betreut werden. Die eigentliche Betreuungszeit beginnt um 7.00 Uhr, um 7.30 Uhr ist die Zahl der Anwesenden bereits doppelt so hoch wie um 7.00 Uhr. Die Hauptbringzeit ist zwischen 8.00 Uhr und 9.00 Uhr. Deutlich ausgeprägt ist die Kernzeit zwischen 9.00 Uhr und 12.00 Uhr. Danach nimmt die Kinderzahl stufenweise in Halbstunden-Schritten ab. Zwischen 14.00 Uhr und 16.00 Uhr halbiert sich die Zahl der anwesenden Kinder, ab 17.00 Uhr findet nur noch eine vereinzelte Betreuung im Kindergarten statt. Die einzelnen Wochentage unterscheiden sich bei den aktuellen Anwesenheiten kaum, lediglich am Freitag ist die Zahl der Anwesenden ab 15.00 Uhr deutlich niedriger als an den anderen Tagen.

70

In der Darstellung des benötigten Betreuungsumfangs der Eltern, denen die aktuelle Anwesenheitszeit im Kindergarten nicht ausreicht, wird deutlich, dass rund 50 % der Eltern eine Betreuungszeit zwischen 7.30 Uhr und 15.00 Uhr wünschen. Vor 7.00 Uhr besteht ein vereinzelter Betreuungsbedarf. Ab 15.00 Uhr nimmt der Bedarf schrittweise ab, ab 17.00 Uhr besteht nur noch ein geringer Bedarf. Insbesondere in den Gemeinden, in denen die Kindergärten nur bis 14.00 Uhr geöffnet haben, besteht daher Handlungsbedarf. Es sollte unbedingt geprüft werden, ob eine Ausweitung der Öffnungszeiten von den Eltern gewünscht wird. Bei der Betrachtung der einzelnen Wochentage wird sichtbar, dass es bis mittags kaum Unterschiede gibt. Nachmittags ist der Bedarf am Mittwoch und am Donnerstag höher als an den anderen Tagen. Am geringsten ist der Nachmittags-Bedarf am Freitag, da vermutlich ein Teil der berufstätigen Eltern am Freitag bereits mittags zu arbeiten aufhört.

Darstellung 2-26: Zeitprofil für die aktuelle Anwesenheitszeit im Kindergarten I

5000 4000 3000 2000 1000 0

Zahl der Kinder

10:00 bis 10:15

10:15 bis 10:30

10:30 bis 10:45

10:45 bis 11:00

11:00 bis 11:15

11:15 bis 11:30

11:30 bis 11:45

11:45 bis 12:00

12:00 bis 12:15

12:15 bis 12:30

12:30 bis 12:45

12:45 bis 13:00

13:00 bis 13:15

13:15 bis 13:30

13:30 bis 13:45

13:45 bis 14:00

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

5:45 bis 6:15

6:15 bis 6:30

6:30 bis 6:45

6:45 bis 7:00

7:00 bis 7:15

Montag

7:15 bis 7:30

7:30 bis 7:45

7:45 bis 8:00

8:00 bis 8:15

Dienstag

8:15 bis 8:30

8:30 bis 8:45

8:45 bis 9:00

9:00 bis 9:15

9:15 bis 9:30

Mittwoch

71

9:30 bis 9:45

9:45 bis 10:00

Donnerstag

Freitag

19:45 bis 20:00 19:30 bis 19:45

13:45 bis 14:00

Darstellung 2-27: Zeitprofil für die aktuelle Anwesenheitszeit im Kindergarten II

19:15 bis 19:30 19:00 bis 19:15 18:45 bis 19:00

13:15 bis 13:30

13:00 bis 13:15

12:45 bis 13:00

12:30 bis 12:45

18:30 bis 18:45 18:15 bis 18:30 18:00 bis 18:15

12:15 bis 12:30

Darstellung 2-28: Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang I

12:00 bis 12:15

11:45 bis 12:00

Donnerstag

17:45 bis 18:00 17:30 bis 17:45 17:15 bis 17:30 17:00 bis 17:15 16:45 bis 17:00 16:30 bis 16:45 16:15 bis 16:30 16:00 bis 16:15 15:45 bis 16:00 15:30 bis 15:45 15:15 bis 15:30 15:00 bis 15:15

11:15 bis 11:30

11:00 bis 11:15

10:45 bis 11:00

10:30 bis 10:45

10:15 bis 10:30

Mittwoch

10:00 bis 10:15
Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

9:45 bis 10:00

Mittwoch

Donnerstag

11:30 bis 11:45

Basis: Kinder, bei denen der aktuelle Betreuungsumfang nicht den Bedürfnissen entspricht und die Wunschzeiten angegeben haben

13:30 bis 13:45

Freitag

Freitag

9:30 bis 9:45

9:15 bis 9:30

Dienstag

8:45 bis 9:00

8:30 bis 8:45

8:15 bis 8:30

8:00 bis 8:15

Montag

7:45 bis 8:00

7:30 bis 7:45
14:45 bis 15:00 14:30 bis 14:45 14:15 bis 14:30 14:00 bis 14:15

Zahl der Kinder

7:15 bis 7:30

Zahl der Kinder

7:00 bis 7:15

6:45 bis 7:00

6:30 bis 6:45

6:15 bis 6:30

5:45 bis 6:15

800

600

400

1200

1000

200

0

500

400

300

200

100

0

Montag

Dienstag

9:00 bis 9:15

72

Darstellung 2-29: Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang II
Zahl der Kinder

300 250 200 150 100 50 0

Basis: Kinder, bei denen der aktuelle Betreuungsumfang nicht den Bedürfnissen entspricht und die Wunschzeiten angegeben haben

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

4. Befragung der Eltern der Schulkinder 4.1 Bestehende Angebote Für Schulkinder werden im BayKiBiG insbesondere Horte und Häuser für Kinder als Betreuungsmöglichkeiten genannt.

Der Kinderhort ist eine familienergänzende und -unterstützende Tageseinrichtung für Schulkinder. In der Regel werden dort Kinder ab der Einschulung bis zum 10. Lebensjahr, teilweise auch bis zum 14. Lebensjahr betreut. Im Hort erhalten die Kinder ein Mittagessen und können ihre Hausaufgaben erledigen. Außerdem werden vielfältige Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten. Der Hort hat als Tageseinrichtung im Sinne des § 22 SBG VIII einen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Er soll die Bildung und Erziehung durch das Elternhaus und die Schule ergänzen und unterstützen und die Entwicklung des Kindes zu einer eigenständigen Persönlichkeit fördern. Im Landkreis Augsburg gibt es derzeit 11 Horte, die meisten davon sind jedoch nicht eigenständig, sonder in andere Institutionen wie einen Kindergarten oder eine Schule eingebunden.
73

14:00 bis 14:15

14:15 bis 14:30

14:30 bis 14:45

Montag

14:45 bis 15:00

15:00 bis 15:15

15:15 bis 15:30

Dienstag

15:30 bis 15:45

15:45 bis 16:00

16:00 bis 16:15

16:15 bis 16:30

Mittwoch

16:30 bis 16:45

16:45 bis 17:00

17:00 bis 17:15

Donnerstag

17:15 bis 17:30

17:30 bis 17:45

17:45 bis 18:00

18:00 bis 18:15

Freitag

18:15 bis 18:30

18:30 bis 18:45

18:45 bis 19:00

19:00 bis 19:15

19:15 bis 19:30

19:30 bis 19:45

19:45 bis 20:00

Durch die Möglichkeit zur Altersöffnung, die das BayKiBiG durch seine Definition des Kindergartens bietet, können Schulkinder auch im Kindergarten betreut werden, sofern der Kindergarten noch Plätze hat, die nicht von Kindern im Kindergartenalter nachgefragt werden. In der Regel sind es Kinder der 1. und 2. Jahrgangsstufe, die den Kindergarten besuchen, eine gesetzliche Altersbeschränkung gibt es jedoch nicht. Die Betreuung kann entweder in bestehenden Kindergartengruppen oder in eigens für Schulkinder eingerichteten Gruppen stattfinden.

Ein weiteres Angebot für Schulkinder stellt die Mittagsbetreuung dar. In der Mittagsbetreuung werden Kinder der 1. bis 4. Jahrgangsstufe im Anschluss an den regulären Unterricht bis mindestens 13.00 Uhr, meist aber bis ca. 14.00 Uhr betreut. Mittagessen wird meist nicht angeboten. Die Mittagsbetreuung dient nicht zur Fortsetzung oder Aufarbeitung des lehrplanmäßigen Unterrichts, sondern stellt ein vorwiegend sozial- und freizeitpädagogisch ausgerichtetes Angebot dar. Die Anfertigung von Hausaufgaben ist jedoch auf freiwilliger Basis möglich. Die Betreuung soll in den Räumen der Schule oder in der näheren Umgebung der Schule stattfinden. Eine Mittagsbetreuung wird im Landkreis Augsburg derzeit an 44 Schulen (inklusive Außenstellen) angeboten.

Die Ganztagsbetreuung ist ein Angebot für Schulkinder ab der 5. Klasse. Die Ganztagsbetreuung setzt sich aus drei Bausteinen zusammen: Mittagsverpflegung, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung. Im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung werden die Schülerinnen und Schüler von pädagogischem Fachpersonal bei der ordentlichen und vollständigen Erledigung ihrer Hausaufgaben unterstützt. Es handelt sich dabei aber nicht um Nachhilfe. Zur Freizeitgestaltung zählen beispielsweise sportliche und musische Aktivitäten, die Mitarbeit in Arbeitsgemeinschaften und Projekten oder sonstige Unternehmungen wie zum Beispiel Ausflüge. Die Betreuung findet im Anschluss an den regulären Schulunterricht meist bis ca. 16.30 Uhr statt. Die Möglichkeit zur Ganztagsbetreuung besteht im Landkreis Augsburg an fünf Schulen.

Bezüglich der Betreuungsformen „Haus für Kinder“ und „Kindertagespflege“ wird auf die obigen Ausführungen verwiesen.

74

4.2 Betreuungsquote Den folgenden Darstellungen wurde die Zahl der Schulkinder unter 14 Jahren zugrunde gelegt, die tatsächlich in der Mittagsbetreuung, im Hort, in der Ganztagsbetreuung oder im Kindergarten betreut werden. Nicht berücksichtigt wurden die Kinder, die durch eine Tagespflegeperson betreut werden, da es sich bei dieser Altersgruppe in den meisten Fällen um ein die Kindertagesstätte ergänzendes Angebot, d. h. um Anschlussbetreuung handelt. Diese Kinder wurden dann bereits an anderer Stelle (Kinderhort, Mittagsbetreuung etc.) in die Quote eingerechnet. Zudem wurden die Quoten ohne die Kinder berechnet, die zwar schon 6 Jahre alt, aber noch nicht schulpflichtig sind, sondern noch den Kindergarten besuchen, da es die Betreuungsquote der Schulkinder verfälschen würde, wenn die Anzahl der nicht schulpflichtigen Kindergartenkinder mit eingerechnet werden würden. In diesem Fall fungiert der Kindergarten nämlich nicht als zusätzliches Betreuungsangebot für Schulkinder, sondern als eigenständige Betreuungsform für die Kinder im Kindergartenalter.

Bei der Betrachtung der Betreuungsquoten ist zu beachten, dass viele Schulkinder im Anschluss an den regulären Schulunterricht nicht in ihrer Wohnortgemeinde betreut werden, sondern eine Betreuungsform besuchen, die von oder an der Schule angeboten wird. Das bedeutet, dass in den Gemeinden, in denen es eine Schule gibt, die Quoten höher sind, als in Gemeinden ohne eigene Schule. Dennoch gibt es auch viele Gemeinden, die zwar eine Schule am Ort haben, aber bei denen die Betreuungsquote dennoch sehr niedrig ist oder überhaupt keine Schulkinder betreut werden. Die höchste Quote bei der Schulkindbetreuung hat der Markt Fischach mit 15,2 %. Landkreisweit werden 6,8 % der Schüler in einem Kindertagesbetreuungsangebot betreut.

Die Auswertung der Daten für die einzelnen Gemeindecluster zeigt, dass die Städte mit 9,3 % die höchste Betreuungsquote haben, während dagegen in kleinen Gemeinden gerade einmal 1,2 % der Schulkinder betreut werden. Diese Zahlen sprechen für die oben ausgeführte Vermutung, dass viele Kinder nicht am Wohnort, sondern direkt an der Schule betreut werden.

75

Betreuungsquote in kleinen Gemeinden Einwohner Kinder im Schul- Betreute Kinder* kindalter bis unter 14 Jahre 2.296 27 Betreuungsquote

20.771

1,2 %

* nur Mittagsbetreuung und Kindergarten, da es in den kleinen Gemeinden keine Ganztagsbetreuung und keinen Kinderhort gibt

Betreuungsquote in mittleren Gemeinden Einwohner Kinder im Schul- Betreute Kinder* kindalter bis unter 14 Jahre 6.171 399 Betreuungsquote

58.585

6,5 %

* nur Mittagsbetreuung, Kindergarten und Kinderhort, da es in den mittleren Gemeinden keine Ganztagsbetreuung gibt

Betreuungsquote in großen Gemeinden Einwohner Kinder im Schul- Betreute Kinder kindalter bis unter 14 Jahre 4.813 233 Betreuungsquote

47.986

4,8 %

Betreuungsquote in Städten Einwohner Kinder im Schul- Betreute Kinder kindalter bis unter 14 Jahre 10.123 946 Betreuungsquote

113.846

9,3 %

Quelle: Bestandserhebung im Juni 2006

76

Darstellung 2-30:

Betreuungsquote der 6 bis unter 14-Jährigen* in den Gemeinden des Landkreises Augsburg, 2006
= 0,0 % (17) < 6,0 % (13) >= 6,0 % (16)
Allmannshofen 0 Ellgau 0,0 0 Ehingen 0,0 0 Nordendorf 0,0 17 8,5 Kühlenthal 0 0,0 Westendorf Thierhaupten 0 23 0,0 6,4 Meitingen 54 5,5

Emersacker Langweid am Lech 13 50 Heretsried 9,5 7,0 Altenmünster 0 Gablingen 19 0,0 Welden 30 5,4 29 Bonstetten 5,9 8,5 Gersthofen 0 Adelsried 0,0 172 15 10,3 Aystetten Zusmarshausen 7,3 Horgau 37 16 Neusäß 10 12,0 2,4 250 3,4 14,7 Kutzenhausen 11 4,0 Diedorf 73 6,4 Stadtbergen 170 14,0

Biberbach 17 4,5

Dinkelscherben 0 Ustersbach 0,0 0 Gessertshausen 0,0 16 3,7 Fischach Bobingen 78 97 Königsbrunn 15,2 5,9 212 Langenneufnach 8,1 0 Wehringen 0,0 0 Großaitingen Oberottmarshausen 0,0 31 Walkertshofen 14 5,2 0 6,8 Mickhausen 0,0 0 0,0 Schwabmünchen Graben Kleinaitingen 0 46 38 Scherstetten 0,0 3,6 9,1 0 Mittelneufnach 0,0 0 Hiltenfingen Untermeitingen 0,0 0 33 Klosterlechfeld 0,0 5,2 19 7,7 Langerringen 9 2,1

Landkreis Augsburg: Betreuungsquote der Schulkinder von 6 bis unter 14-Jahre 6,8 % *

*ohne nicht schulpflichtige Kinder im Kindergarten

77

4.3 Betreuungsbedarf von Schulkindern 4.3.1 Bedingungsfaktoren für den Betreuungsbedarf Insgesamt haben 17,8 % der Schüler der 1. bis 5. Jahrgangsstufe im Landkreis Augsburg Betreuungsbedarf außerhalb der Familie. Schlüsselt man diesen Bedarf in die einzelnen Gemeindegrößenklassen auf, tritt ein deutliches Stadt-Land-Gefälle zu Tage: je größer die Gemeinde, desto größer der Betreuungsbedarf. Während in den kleinen Gemeinden nur 9,5 % der Eltern eine Betreuung für ihr Kind benötigen, waren dies in den Städten 24,2 %, also knapp ein Viertel der Eltern. Grund für diesen eklatanten Unterschied könnte sein, dass in den ländlichen Bereichen die Betreuung der Kinder verstärkt über familiäre Lösungen geregelt wird. Deutlich wird der unterschiedliche Betreuungsbedarf auch bei der Betrachtung der Anteile der Eltern, die angeben, keiner Betreuung zu bedürfen: in den kleinen Gemeinden sind dies 64,7 % der Eltern, mit steigender Gemeindegröße sinkt der Anteil bis auf 49,4 % in den Städten. Die Unsicherheit bei der Frage nach dem Betreuungsbedarf ist in allen Gemeindegrößen etwa gleich groß: rund ein Viertel der Eltern war sich nicht sicher, ob eine Betreuung außerhalb der Familie benötigt wird.

Darstellung 2-31: Betreuungsbedarf bei Schulkindern
In Prozent

100,0%

80,0%
56,1 64,7 58,6 64,4

49,4

60,0%
15,8 15,1 11,0 17,8 14,7 11,1 9,5
Kleine Gem.

40,0%

15,9 12,1 13,4
Mittlere Gem.

11,2 9,3 15,1
Große Gem.

10,6

20,0%

24,2

0,0%
Landkreis Städte

Ja

Eher ja

Eher nein

Nein

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

78

Wie die folgende Darstellung zeigt, nimmt der Betreuungsbedarf zunächst mit zunehmendem Alter ab, steigt aber ab dem 11. Lebensjahr der Kinder wieder an. Ursächlich für diesen Anstieg könnte der in diesem Alter stattfindende Wechsel von der Grundschule auf eine weiterführende Schule sein. Bis zur 4. Klasse hat ein Großteil der Schüler die Möglichkeit, die Mittagsbetreuung zu besuchen. Diese Möglichkeit besteht ab der 5. Klasse nicht mehr. Zudem wünschen sich viele Eltern ab der 5. Klasse eine Hausaufgabenbetreuung für ihre Kinder, damit diese beim Lernen durch pädagogisches Fachpersonal betreut und gegebenenfalls gezielt gefördert werden. Die Unsicherheit bezüglich der Frage nach dem Betreuungsbedarf sinkt mit steigendem Alter von 35,1 % bei den 6-Jährigen auf 10,2 % bei den 12Jährigen. Nur bei den Schulkindern im Alter von 10 Jahren ist nochmals ein leichter Anstieg auf 28,4 % zu verzeichnen. Grund hierfür ist vermutlich ebenfalls der anstehende Schulwechsel.

Die Betreuung von Grundschülern ist im Landkreis Augsburg bereits sehr gut geregelt. Mittagsbetreuung wird an vielen Grundschulen angeboten. Wie die Bestanderhebung gezeigt hat, wird hier jedoch oftmals auch die Erledigung von Haushausgaben ermöglicht. Dies ist im Rahmen der Mittagsbetreuung aber eigentlich nicht vorgesehen. Auch in den höheren Klassen besteht ein Bedarf an Hausaufgabenbetreuung. Zudem besteht im Hinblick auf die zeitliche Lage der Betreuung ein längerer Betreuungsbedarf als nur bis zum frühen Nachmittag. Die Gemeinden sind deshalb gefordert, die Betreuungsangebote anhand der Bedürfnisabfrage nochmals zu überdenken und diese gegebenenfalls dem Bedarf der Eltern anzupassen.

79

Darstellung 2-32: Betreuungsbedarf bei Schulkindern nach dem Alter
In Prozent

100,0%

80,0%

42,4

43,6 54,2 63,8 68,3 72,0 72,0

60,0%
15,5 19,2 18,5 13,5 8,8 22,5 23,7 18,5 11,7 8,7 15,8 14,0 12,4 5,3

40,0%
19,6

20,0%

12,3 6,0 9,7

7,2
3,0

17,8

0,0% 6 Jahre 7 Jahre 8 Jahre ja eher ja

9 Jahre 10 Jahre 11 Jahre 12 Jahre eher nein nein

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Wie auch bei den Kindern unter 3,5 Jahren bereits festgestellt, hat die Struktur der Familie erheblichen Einfluss auf den Betreuungsbedarf. Mit 27,2 % ist der Bedarf bei Kindern, die keine Geschwister haben, am größten. Mit zunehmender Geschwisterzahl sinkt er bis auf rund 13 %. Auch hier ist wohl die Ursache darin zu sehen, dass oftmals ein Elternteil die Betreuung zu Hause übernimmt, wenn es mehr Kinder in der Familie sind. Der Anteil der Eltern, die die Frage nach dem Betreuungsbedarf nicht mit Sicherheit beantworten konnten, nimmt genauso wie der Anteil derer, die einen Betreuungsbedarf verneinen, mit zunehmender Zahl der Kinder ab.

80

Darstellung 2-33: Betreuungsbedarf bei Schulkindern nach der Zahl der Geschwister

100,0% 80,0% 60,0%

In Prozent

45,8

54,5

63,1

66,2

13,6

40,0%
13,4

16,1 13,6 11,6 10,2 13,1
2 Geschwister

14,3 6,1 13,4
3 und mehr Geschwister

20,0%
27,2

17,8
1 Geschwisterkind

0,0%

keine Geschwister

ja

eher ja

eher nein

nein

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

4.3.2 Struktur des Betreuungsbedarfs Bei den Schulkindern beginnt die eigentliche Betreuungszeit erst im Anschluss an den regulären Unterricht. Der größte Teil der Eltern benötigt daher mittlere Betreuungszeiten, also 3 bis 5 Stunden. Gerade mit Blick auf die Mittagsbetreuung, die in der Regel längstens bis 14.00 Uhr angeboten wird, bedeutet das, dass diese Art der Betreuung für viele Eltern nicht ausreichend ist. Betreuungszeiten von unter 3 Stunden werden nur von einem Viertel der Eltern nachgefragt. Ein Drittel der Eltern benötigt sogar eine Betreuung von 5 Stunden und mehr pro Tag; das heißt, dass die Eltern, je nach Dauer des Unterrichts in den verschiedenen Schularten, Betreuungsbedarf bis 16.00 Uhr und darüber hinaus haben.

81

Darstellung 2-34: Gewünschte Betreuungszeiten / Buchungszeiten von Schulkindern pro Tag
<=2 Std. >9 Std. <=3 Std. 17,7% 9,0% 11,4% 5,3% 4,0% 5,5% 18,2% 21,5% <=6 Std. 7,4% <=7 Std.

<=9 Std. <=8 Std.

<=4 Std.

gewünschte Zeiten 3.081 Eltern mit Betreuungsbedarf 1.537 Antworten mit Zeitangaben

<=5 Std.

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Die Annahme, dass für viele Eltern die Mittagsbetreuung an der Grundschule nicht ausreichend ist, bestätigt sich bei der Auswertung des zeitlichen Betreuungsbedarfes nach der Jahrgangsstufe, die die Kinder zum Zeitpunkt der Befragung besucht haben. Nur rund 28 % der Eltern der Grundschulkinder benötigen Betreuungszeiten unter 3 Stunden, was unter der Annahme, dass der Unterricht um ca. 11.30 Uhr endet, durch die Mittagsbetreuung abgedeckt werden kann. Mittlere Betreuungszeiten werden von rund 35 % nachgefragt. Ein Drittel der Eltern der Grundschüler benötigt eine Betreuung von mehr als 5 Stunden täglich. Damit hat insgesamt rund die Hälfte aller Eltern mit Kindern im Grundschulalter einen Betreuungsbedarf bis 16.00 Uhr und länger. Mit zunehmendem Alter der Kinder sinkt der Anteil derjenigen, die kurze Betreuungszeiten benötigen, deutlich. Von den Eltern, deren Kinder weiterführende Schulen besuchen, geben nur 16 % an, einen Betreuungsbedarf unter 3 Stunden zu haben. Mit einem Anteil von 52 % liegt der Schwerpunkt in dieser Altersgruppe eindeutig bei einem mittleren zeitlichen Betreuungsbedarf von 3 bis 5 Stunden. Knapp ein Drittel benötigt eine Betreuung von mehr als 5 Stunden pro Tag. Das bedeutet, dass trotz des längeren Unterrichts in den weiterführenden Schulen, der zeitliche Betreuungsbedarf
82

bei den älteren Schülern höher ist als bei den Grundschülern. Darin spiegelt sich vermutlich auch der Wunsch der Eltern nach einer qualifizierten Betreuung mit Hausaufgabenerledigung und gezielter Förderung der Kinder am Nachmittag wider, was für viele Familien eine deutliche Entlastung darstellen würde.

Darstellung 2-35: Gewünschte Betreuungszeiten / Buchungszeiten von Schulkindern pro Tag nach dem Alter
100% 80% 60% 40% 20% 0%
1. Klasse 3. Klasse 5. Klasse 7. Klasse

<=2 Std. <=7 Std.

<=3 Std. <= 8 Std.

<=4 Std. <=9 Std.

<=5 Std. > 9 Std.

<=6 Std.

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Beim Vergleich des zeitlichen Betreuungsbedarfes in den verschiedenen Gemeindegrößen tritt ein deutlicher Stadt-Land-Unterschied zu Tage. Insbesondere fällt auf, dass der Anteil derer, die Betreuungszeiten von über 5 Stunden am Tag benötigen, in den kleinen Gemeinden am größten ist und mit zunehmender Gemeindegröße geringer wird. So benötigen in den kleinen Gemeinden 46 % der Eltern eine Betreuung von mehr als 5 Stunden täglich, während der Anteil der Eltern mit dem gleichen zeitlichen Bedarf in den Städten nur bei 31 % liegt. Ein Viertel der Eltern in den kleinen Gemeinden haben einen Betreuungsbedarf von unter 3 Stunden täglich, in den mittleren und großen Gemeinden ist der Bedarf an kurzen Betreuungszeiten sogar noch geringer. In den Städten dagegen hat rund ein Drittel der Eltern diesen kurzen Betreuungsbedarf. Der größte Bedarf an mittleren Betreuungszeiten besteht mit einem Anteil von über 52 % in den großen Gemeinden.
83

Grund für den hohen zeitlichen Betreuungsbedarf der Schüler aus den ländlichen Gebieten könnte sein, dass hier die Zahl der möglichen Busverbindungen zum Teil sehr gering ist. Gerade in den kleinen und mittleren Gemeinden kann zwischen den einzelnen Verbindungen ein Zeitraum von mehreren Stunden liegen. In dieser Zeit muss die Betreuung der Schüler sichergestellt werden.

Darstellung 2-36: Gewünschte Betreuungszeiten von Schulkindern pro Tag nach der Gemeindegröße

100% 80% 60% 40% 20% 0%
Kleine Gem. Mittlere Gem. Große Gem. Stadt

<=2 Std. <=7 Std.

<=3 Std. <= 8 Std.

<=4 Std. <=9 Std.

<=5 Std. > 9 Std.

<=6 Std.

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Ein Fünftel der Eltern mit Betreuungsbedarf benötigt variable Betreuungszeiten. Dieser Anteil ist deutlich größer als bei den Kindern unter 3,5 Jahren (13,5 %), aber geringer als bei den Kindergartenkindern (26,7 %). Der Bedarf an variablen Betreuungszeiten in den verschiedenen Gemeindegrößenklassen liegt zwischen 15,2 % in den großen Gemeinden und 27,5 % in den kleinen Gemeinden.

84

Darstellung 2-37: Benötigen Sie variable Betreuungszeiten?

Ja
21,5%

78,5%

Nein

Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

4.3.3 Art der gewünschten Betreuung 41,2 % der Eltern mit Betreuungsbedarf hatten zum Zeitpunkt der Befragung ihr Kind bereits für eine Betreuung angemeldet, 7,8 % waren noch auf der Suche nach einem geeigneten Angebot. Rund die Hälfte aller Eltern mit Betreuungsbedarf hatte ihr Kind entweder noch nicht angemeldet oder keine Angaben zu dieser Frage gemacht. Grund hierfür könnte sein, dass die Befragung der Schulkinder erst Anfang Mai, also nur knapp drei Monate vor Ende des laufenden Schuljahres, durchgeführt wurde und viele Eltern ihre Bedarfsangaben bereits auf das folgende Schuljahr bezogen haben und daher noch nicht auf alle Fragen genaue Antworten geben konnten.

85

Darstellung 2-38: Haben Sie Ihr Kind bereits für eine Betreuung angemeldet?

Keine Angaben
11,2% 39,8%

Nein

Noch auf der Suche

7,8%

41,2%

Ja

Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Von den Eltern, die ihr Kind bereits für eine Betreuung angemeldet haben, haben sich zwei Drittel für die Mittagsbetreuung entschieden. Der Vergleich der tatsächlichen mit der von den Eltern gewünschten Betreuungsstruktur bestätigt die bereits oben ausgeführte Vermutung, dass für viele Eltern die Betreuungszeit in der Mittagsbetreuung nicht ausreichend ist. Nur 15,3 % der Eltern, die noch auf der Suche sind, wünschen sich diese Angebotsform. Die Ganztagsbetreuung dagegen wird von 34,7 % der Eltern favorisiert, jedoch nur 3,8 % der Schüler, die bereits für eine Betreuung angemeldet wurden, haben einen Platz in dieser Betreuungsform. Deutlich weniger gravierend ist der Unterschied zwischen der tatsächlichen und der gewünschten Betreuungsform bei der Betreuung im Hort. 14,6 % der angemeldeten Schüler werden in dort betreut, wünschen würden sich dies 17,5 %. Ein Problem ist jedoch, dass insbesondere in den ländlichen Gebieten kaum Hortplätze zur Verfügung stehen und auch die Ganztagsbetreuung nur an einigen wenigen Schulen angeboten wird. Auch die Kindertagespflege wird von einem deutlich größeren Anteil der Eltern angestrebt als der Anteil der Kinder, die tatsächlich von einer Tagespflegeperson betreut werden. Unter die Kategorie „Sonstiges“ fallen insbesondere nicht institutionalisierte Betreuungsformen, die nicht explizit abgefragt wurden.
86

Darstellung 2-39: Wenn ja, wo haben Sie Ihr Kind angemeldet?

Kindergarten Kindertagespflege Sonstiges
4,3% 7,3%
3,8%

Hort Ganztagsbetreuung
3,8%

14,6%

66,1%

Mittagsbetreuung
Basis: 1.270 Kinder, die bereits für eine Betreuung angemeldet sind Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Darstellung 2-40: Wenn Sie noch auf der Suche sind: Welche Betreuungsform streben Sie an?
Hort

17,5%

Kindergarten
6,6% 12,0% 34,7%

Ganztagsbetreuung

Kindertagespflege

13,9%

15,3%

Sonstiges

Mittagsbetreuung

*Mehrfachnennungen möglich Basis: 241 Kinder, deren Eltern noch auf der Suche nach einer Betreuung sind Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

87

Ein differenzierteres Bild ergibt sich in den folgenden Darstellungen, in denen die tatsächlich erfolgten Anmeldungen und die angestrebten Betreuungsformen nach den Jahrgangsstufen aufgeteilt sind. Die überwiegend gewählte Angebotsform in der Grundschule ist die Mittagsbetreuung. Vergleicht man dies mit der Darstellung der angestrebten Betreuungsformen, zeigt sich, dass die Mittagsbetreuung von vielen Eltern zwar akzeptiert wird, aber für einen großen Teil nicht die eigentlich gewünschte Betreuungsform ist. Bereits in der Grundschule streben viele Eltern einen Platz in der Ganztagsbetreuung an. Betreut wird in dieser Betreuungsform allerdings nur sehr geringer Anteil der Grundschulkinder. Deutlich größer ist der Anteil der für die Ganztagsbetreuung angemeldeten Kinder in der 5. Jahrgangsstufe.

Darstellung 2-41: Wo haben Sie Ihr Kind angemeldet – nach dem Alter
100% 80% 60% 40% 20% 0% 1. Klasse Hort Ganztagsbetreuung 3. Klasse Kindergarten Kindertagespflege 5. Klasse Mittagsbetreuung Sonstiges

Basis: 1.270 Kinder, die bereits für eine Betreuung angemeldet sind Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

88

Darstellung 2-42: Wenn Sie noch auf der Suche sind, welche Betreuungsform streben Sie an – nach dem Alter
100% 80% 60% 40% 20% 0% 1. Klasse Hort Ganztagsbetreuung 3. Klasse Kindergarten Kindertagespflege 5. Klasse Mittagsbetreuung Sonstiges

Basis: 241 Kinder, deren Eltern noch auf der Suche nach einer Betreuung sind Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

4.3.4 Zeitprofile Die Darstellung der Zeitprofile für den benötigten Betreuungsumfang der Schulkinder basiert auf den Antworten aller Eltern, die auf Frage nach dem Betreuungsbedarf mit „ja“ oder „eher ja“ geantwortet haben. Bei der Befragung haben 3,8 % der Eltern angegeben, dass sie eine Morgenbetreuung benötigen. Das Schaubild zeigt, dass vor 7.00 Uhr nur vereinzelt Bedarf besteht. Zwischen 7.00 Uhr und 8.00 Uhr ist ein geringer Bedarf an Betreuung zu erkennen. Der Hauptbetreuungsbedarf besteht im Anschluss an den Schulunterricht, das heißt, bei Schulkindern ungefähr ab 11.30 Uhr. Am höchsten ist Bedarf ab 13.00 Uhr, wenn bei den Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen der Unterricht endet. Ab 14.00 Uhr verringert der Bedarf in Halbstunden-Schritten stetig, bis ab 17.00 Uhr nur noch ein geringer Bedarf besteht. Bis mittags ist der Bedarf an allen Wochentagen in etwa gleich. Ab 13.00 Uhr ist der Bedarf am Montag höher als an den anderen Wochentagen, ab 15.00 Uhr ist der Bedarf am Donnerstag wie auch bei den beiden anderen Befragungen leicht erhöht. Der geringste Nachmittags-Bedarf besteht am Freitag.
89

13:45 bis 14:00 13:30 bis 13:45 13:15 bis 13:30 13:00 bis 13:15 12:45 bis 13:00 12:30 bis 12:45

19:45 bis 20:00

19:30 bis 19:45

19:15 bis 19:30

19:00 bis 19:15

Freitag

12:15 bis 12:30

18:30 bis 18:45

Darstellung 2-44: Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang II

Darstellung 2-43: Zeitprofil für den benötigten Betreuungsumfang I

12:00 bis 12:15 11:45 bis 12:00 11:30 bis 11:45 11:15 bis 11:30 11:00 bis 11:15 10:45 bis 11:00 10:30 bis 10:45 10:15 bis 10:30

18:15 bis 18:30

Donnerstag

17:45 bis 18:00

17:30 bis 17:45

17:15 bis 17:30

Mittwoch

10:00 bis 10:15 9:45 bis 10:00 9:30 bis 9:45 9:15 bis 9:30 9:00 bis 9:15 8:45 bis 9:00 8:30 bis 8:45 8:15 bis 8:30 8:00 bis 8:15 7:45 bis 8:00 7:30 bis 7:45 7:15 bis 7:30

16:45 bis 17:00

Mittwoch

17:00 bis 17:15

Donnerstag

18:00 bis 18:15

Freitag

18:45 bis 19:00

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

16:15 bis 16:30

Dienstag

16:00 bis 16:15

15:45 bis 16:00

15:30 bis 15:45

Montag

Montag

Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf

15:00 bis 15:15

Zahl der Kinder

7:00 bis 7:15 6:45 bis 7:00 6:30 bis 6:45 6:15 bis 6:30 5:45 bis 6:15

Zahl der Kinder

14:45 bis 15:00

14:30 bis 14:45

14:15 bis 14:30

14:00 bis 14:15

1400

1200

1000

1000

800

600

400

200

Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf

15:15 bis 15:30

800

600

400

200

0

0

Dienstag

90

16:30 bis 16:45

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

5. Weitere Befragungsergebnisse 5.1 Betreuungsbedarf während der Schließzeiten Die folgenden Ausführungen zum Betreuungsbedarf während der Schließzeiten beziehen sich zwar in erster Linie auf die Kinder unter 3,5 Jahren und die Kindergartenkinder, sie können jedoch in Übertragung auch auf die Schulkinder angewandt werden. Bei der Befragung der Schulkinder wurde der Bedarf an Betreuung während der Schließzeiten durch eine falsch gesetzte Ausschlussfrage versehentlich nicht vollständig erhoben.

Die Darstellung zum Betreuungsbedarf während der Schließzeiten bei den Kindern unter 3,5 Jahren basiert auf den Antworten der Eltern, die grundsätzlich Betreuungsbedarf haben. Von diesen benötigt landkreisweit knapp die Hälfte auch eine Betreuung, wenn die Tageseinrichtung geschlossen ist. Der größte Bedarf besteht bei den unter 3,5-Jährigen mit 51,4 % in den großen Gemeinden. In den kleinen und mittleren Gemeinden liegt der Bedarf leicht darunter, am geringsten ist er mit 41,5 % in den Städten. Der hohe Bedarf bei den Kindern unter 3,5 Jahren ist wohl damit zu begründen, dass es für diese Altersgruppe kaum Alternativangebote gibt, wenn die besuchte Kindertageseinrichtung geschlossen hat. Anders stellt sich die Situation bei den Kindergartenkindern dar. Hier hat nur rund ein Viertel aller Kindergartenkinder im Landkreis Augsburg Betreuungsbedarf während der Ferien. Den größten Bedarf an Betreuung während der Schließtage haben mit 28,4 % die Kinder aus mittleren Gemeinden. Am geringsten ist der Bedarf mit 21,3 % in den kleinen Gemeinden. Hier wird vermutlich oftmals die Betreuung während der Ferien über eine familiäre Lösung geregelt. In vielen großen Gemeinden und Städten, in denen es mehrere Kindergärten gibt, wechseln sich die Einrichtungen untereinander in einer Art „Ferien-Notdienst“ ab, das heißt, die Schließtage werden so geplant, dass immer mindestens ein Kindergarten offen hat, in dem dann Kinder aus den anderen Kindergärten, die eine Betreuung brauchen, aufgenommen werden. Der Bedarf an Betreuung während der Schließtage ist in diesen Gemeindegrößen deshalb etwas geringer als in den mittleren Gemeinden, in denen es vermutlich oftmals nur einen Kindergarten gibt, der an der nach dem BayKiBiG maximal möglichen Zahl von Schließtagen, also insgesamt 30 Tagen im Jahr, geschlossen hat.

91

Darstellung 2-45: Betreuungsbedarf während der Schließzeiten
In Prozent
5,4 8,4 12,5 10,4 7,8 9,6 8,6 8,3

100,0% 80,0%

46,8

44,0

36,1

60,0% 40,0% 20,0% 0,0%
Kleine Gem. Mittlere Gem. Große Gem.

48,1 70,9 62,0 66,6 65,7

47,8

47,6

51,4

41,5 21,3
Städte Kleine Gem.

28,4

24,8
Große Gem.

26,0

Mittlere Gem.

Städte

unter 3,5-jährige

Kindergarten

Ja
Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf

Nein

Keine Angaben

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Die Eltern, in der Befragung angegeben haben, während der Schließzeiten eine Betreuung zu benötigen, konnten ihren anschließend für die verschiedenen Ferienzeiten und die sonstigen Schließtage konkret benennen. Sowohl bei den Kindergartenkindern als auch bei den Kindern unter 3,5 Jahren ist der Bedarf an Betreuung in den Sommerferien am größten: bei beiden Altersgruppen bejahten rund 90 % der Eltern mit Bedarf während der Schließzeiten die Notwendigkeit einer Betreuung in den Sommerferien. Den Bedarf in den Sommerferien konnten die Befragten noch auf einzelne Wochen beziehen. Dabei zeigte sich, dass bei beiden Altersgruppen am meisten Bedarf für eine Betreuung für zwei bis vier Wochen besteht. Sowohl bei den unter 3,5-Jährigen als auch bei den Kindergartenkindern geben mehr als 80 % der Eltern mit Bedarf in den Sommerferien einen Bedarf für diesen Wochenzeitraum an. Deutlich geringer ist der Bedarf für eine Betreuung für sechs Wochen, da die wenigsten Kindertageseinrichtungen für Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, in den Sommerferien sechs Wochen geschlossen haben. Anders dagegen bei den Schulkindern: die Betreuungsformen, die von bzw. an der Schule angeboten werden, stehen während den Ferienzeiten nicht zur Verfügung. Dazu kommt, dass auch die Vormittagsbetreuung für die Schulkinder in den Ferien durch die Eltern sichergestellt werden
92

muss. Gerade für Eltern, die beide berufstätig sind, stellt dies ein großes Problem dar. Für die Oster- und Pfingstferien geben bei den Kindern unter 3,5 Jahren jeweils knapp zwei Drittel der Eltern mit Bedarf während der Schließzeiten an, eine Betreuung zu benötigen. Bei den Kindergartenkindern ist es bei beiden Ferienzeiten jeweils rund die Hälfte der Eltern. Etwas geringer ist bei beiden Altersgruppen der Bedarf für die Weihnachtsferien, nämlich jeweils rund 40 %. Unter die Kategorie „Sonstige Schließtage“ fallen beispielsweise Brückentage, Fasching, Buß- und Bettag und sonstige Tage, an denen die Einrichtung aus betrieblichen Gründen geschlossen ist. Für diese Tage ist der Bedarf bei den Eltern beider Altersgruppen deutlich geringer als für die Ferienzeiten, da einzelne Tage leichter durch Urlaub oder sonstige private Lösungen zu überbrücken sind als längere Zeiträume.

Darstellung 2-46: Bedarf während der Schließzeiten – einzelne Ferien

100% 80% 60% 40% 20% 0%
Weihnachten Pfingsten Sonstige Ostern Sommer Ostern Sommer Weihnachten Pfingsten Sonstige

Unter 3,5-jährige
Ja
Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Kindergarten
Nein

93

Darstellung 2-47: Bedarf während der Schließzeiten – Sommerferien nach Wochen

100% 80% 60% 40% 20% 0%
1 Woche 3 Wochen 5 Wochen 2 Wochen 4 Wochen 6 Wochen 1 Woche 3 Wochen 5 Wochen 2 Wochen 4 Wochen 6 Wochen

Unter 3,5-jährige

Kindergarten

Ja
Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Nein

5.2 Erwerbstätigkeit der Eltern Ziel der örtlichen Bedarfsplanung ist es, ein an den Bedürfnissen der Eltern orientiertes Angebot an Kindertagesbetreuung zu schaffen. Dabei muss natürlich auch das Erwerbsverhalten der Eltern berücksichtigt werden. In den drei Befragungen wurden die Eltern deshalb zum einen zu ihrer aktuellen Erwerbssituation befragt und zum anderen wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, ihre weiteren Planungen darzulegen. Die nachfolgenden Darstellungen zeigen die aktuelle Erwerbssituation der Eltern der Kinder in den drei Altersstufen unterteilt nach der Person, die den Fragebogen ausgefüllt hat („ich selbst“) und deren Partner („mein Partner“).

Bei den Kindern unter 3,5 Jahren sind von den Personen, die den Fragebogen ausgefüllt haben, rund 60 % der Erwerbstätigen in Teilzeit beschäftigt. Über die Hälfte davon übt diese Teilzeittätigkeit an weniger als 15 Stunden pro Woche aus. Ein etwas geringerer Teil arbeitet an 15 bis unter 25 Stunden pro Woche, über 25 Stunden arbeitet nur ein sehr geringer Anteil. Beim Vergleich der Gemeindegrößenklassen ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede.

94

Bei der Darstellung der Antworten zu „mein Partner“ zeigt sich, dass rund 89 % der Erwerbstätigen in Vollzeit tätig sind. Nur sehr wenige sind in Teilzeit beschäftigt. Am größten ist der Anteil der Teilzeitkräfte hierbei in den kleinen und mittleren Gemeinden. Die meisten davon arbeiten weniger als 25 Stunden pro Woche. Von dem Teil der erwerbstätigen Partner, die in den großen Gemeinden in Teilzeit beschäftigt sind, übt die Mehrheit diese Beschäftigung mehr als 25 Stunden pro Woche aus. Der Anteil der Arbeitssuchenden ist mit rund 15 % bei den ausfüllenden Elternteilen deutlich höher als bei den Partnern, bei denen nur rund 5 % auf Arbeitssuche sind.

In der Altersgruppe der Kindergartenkinder arbeiten die ausfüllenden Elternteile ebenfalls überwiegend in Teilzeit, allerdings erhöht sich die Stundenzahl im Vergleich zu den Eltern der Kinder unter 3,5 Jahren. Knapp die Hälfte aller Teilzeitbeschäftigten arbeitet 15 bis 25 Stunden. Der Anteil derjenigen, die über 25 Stunden beschäftigt sind, erhöht sich ebenfalls. Unter 15 Stunden arbeiten nur noch rund 39 % der Teilzeitbeschäftigten. Wie auch bei den ausfüllenden Elternteilen geht bei den Partner-Elternteilen der Anteil der Vollzeit-Beschäftigten geringfügig zurück, dafür steigt der Anteil der TeilzeitBeschäftigten leicht an. 87 % der Partner arbeiten Vollzeit, rund 9 % der Partner Teilzeit. Deutlich wird der Anstieg der Teilzeit-Beschäftigten insbesondere in den Städten. In den großen Gemeinden verändert sich außerdem die Stundenzahl. Während bei den unter 3,5-Jährigen die Mehrzahl über 25 Stunden tätig war, liegt jetzt der Schwerpunkt bei unter 25 Stunden.

Bei den Schulkindern steigt der Anteil der Vollzeit-Beschäftigten unter den ausfüllenden Elternteilen wieder leicht an, dafür geht der Anteil der Arbeitssuchenden deutlich zurück. Der überwiegende Teil ist aber wie auch bei den anderen beiden Altersgruppen in Teilzeit beschäftigt, der Schwerpunkt liegt bei einer Beschäftigung zwischen 15 und 25 Stunden. Bei den Partnern gibt es im Vergleich zu der Auswertung bei den Kindergartenkindern kaum Veränderungen. Auch hier arbeiten 87 % Vollzeit, rund 10 % sind in Teilzeit beschäftigt. Die Anteile der unterschiedlichen Stundenzahlen sind hierbei fast gleichmäßig verteilt, lediglich bei den großen Gemeinden lässt sich wie schon bei den unter 3,5-Jährigen ein Schwerpunkt bei über 25 Stunden erkennen. Der Anteil der Arbeitssuchenden geht im Vergleich zu den anderen beiden Altersgruppen leicht
95

zurück, eine Ausnahme bilden nur die kleinen Gemeinden: hier ist ein leichter Anstieg der Arbeitssuchenden zu verzeichnen.

Der Anteil der Eltern, die in Elternzeit sind, sinkt, wie zu erwarten war, mit zunehmendem Alter der Kinder deutlich ab. Bei den Kindern unter 3,5 Jahren sind mit 62,4 % in deutlich mehr der Hälfte aller Familien entweder ein oder beide Elternteile in Elternzeit. Bei den Kindergartenkindern ist es nur noch ein Fünftel aller Eltern und bei den Schulkindern sinkt der Anteil auf unter 10 %.

Darstellung 2-48: Umfang der Erwerbstätigkeit der Eltern von Kindern unter 3,5 Jahren (ohne Elternzeit)
100% 80% 60% 40% 20% 0%
Kleine Gem. Mittlere Gem. Große Gem. Städte Kleine Gem. Mittlere Gem. Große Gem. Städte

Ich selbst
arbeitssuchend
*Ohne Eltern in Elternzeit Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Mein Partner
15 - < 25 Std. > 25 Std. Vollzeit

< 15 Std.

96

Darstellung 2-49: Umfang der Erwerbstätigkeit der Eltern von Kindergartenkindern (ohne Elternzeit)
100% 80% 60% 40% 20% 0%
Kleine Gem. Mittlere Gem. Große Gem. Städte Kleine Gem. Mittlere Gem. Große Gem. Städte

Ich selbst
arbeitssuchend
*Ohne Eltern in Elternzeit Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Mein Partner
15 - < 25 Std. > 25 Std. Vollzeit

< 15 Std.

Darstellung 2-50: Umfang der Erwerbstätigkeit der Eltern von Schulkindern (ohne Elternzeit)
100% 80% 60% 40% 20% 0%
Kleine Gem. Mittlere Gem. Große Gem. Städte Kleine Gem. Mittlere Gem. Große Gem. Städte

Ich selbst
arbeitssuchend
*Ohne Eltern in Elternzeit Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Mein Partner
15 - < 25 Std. > 25 Std. Vollzeit

< 15 Std.

97

Darstellung 2-51: Eltern in Elternzeit
100,0% 80,0% 60,0% 40,0%
62,4 In Prozent
4,3 3,2 3,2

33,3

76,1 88,5

20,0%
20,7

0,0%
unter 3,5-jährige Kindergarten

8,3 Schule

ja

nein

keine Angaben

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Um die Bedürfnisse der Eltern in den nächsten Monaten und Jahren einschätzen zu können, wurden sie zum einen gefragt, ob sich der Umfang ihrer Erwerbstätigkeit in den nächsten Monaten voraussichtlich verändern wird. Der Anteil derjenigen, die diese Frage bejahen, liegt bei den unter 3,5-Jährigen bei 18,5 % und verringert sich mit zunehmendem Alter der Kinder bis auf 8,2 % bei den Schulkindern. Grund hierfür ist vermutlich, dass bei den Kindern unter 3,5 Jahren noch viele Eltern oder Elternteile in Elternzeit sind und nach dieser Zeit wieder in ihren Beruf zurückkehren möchten. Bei den Kindergarten- und Schulkindern hat ein größer werdender Teil der Eltern diesen Wiedereinstieg bereits hinter sich bzw. hat den Umfang seiner Erwerbstätigkeit an die eigenen Wünsche angepasst. Der Anteil derer, deren Umfang der Erwerbstätigkeit sich nicht verändern soll, nimmt daher mit steigendem Alter der Kinder zu. Rund ein Fünftel der Eltern kann diese Frage nicht mit Sicherheit beantworten.

98

Darstellung 2-52: Wird / Soll sich der Umfang Ihrer Erwerbstätigkeit innerhalb der nächsten Monate verändern?

18,5% 20,2% 4,0%

21,5%

11,4% 4,5%

8,2% 18,5%

4,7%

57,3%

62,6%

68,5%

unter 3,5-jährige

Kindergarten

Schule

ja

vielleicht

nein

keine Angabe

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Die Eltern, die angaben, dass sich der Umfang der Erwerbstätigkeit verändern soll bzw. vielleicht verändern soll, wurden im Anschluss daran gebeten, diese geplante Veränderung zu benennen. In allen drei Befragungen dominierte dabei der Wunsch nach einer Erhöhung der Arbeitszeit. In den kleinen Kommunen nimmt dieser Wunsch mit steigendem Alter der Kinder von 76,5 % auf 80,1 % zu, in den anderen Gemeindegrößenklassen ist die Tendenz gegensätzlich, das heißt, der Wunsch nach Erhöhung ist bei den anderen Gemeinden bei den unter 3,5-Jährigen am größten und wird danach geringer. Lediglich der Ausreißer bei den unter 3,5-Jährigen bei den großen Gemeinden stellt eine Ausnahme dar. Nur ein geringer Teil der Eltern gibt an, den Umfang der Erwerbstätigkeit verringern zu wollen.

99

Darstellung 2-53: Wenn ja oder vielleicht: Soll sich der Umfang erhöhen oder verringern?
100,0% 80,0% 60,0% 40,0% 76,5 77,2 20,0% 0,0%
Mittlere Große Städte Gem. Gem. Kleine Mittlere Große Städte Gem. Gem. Gem. Kleine Mittlere Große Städte Gem. Gem. Gem.

In Prozent
17,4 16,3 6,1 6,5 10,1 23,9 18,1
4,8

16,6 19,4 22,9 19,6
5,3

17,7
2,2

30,5
4,8

24,1 21,8 6,7
4,1

5,9

4,7

7,9

66,0

77,1

78,1 74,7 72,4 72,5

80,1

74,1 64,7 69,2

unter 3,5-jährige

Kindergarten

Schule

erhöhen

verringern

keine Angabe

Basis: Eltern, deren Erwerbstätigkeit vielleicht verändern soll Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Wichtig für die gemeindliche Planung sind zudem die Fragen, ob die zur Verfügung stehenden Betreuungsangebote die angestrebte Erwerbstätigkeit ermöglichen oder ob die Eltern gerne mehr arbeiten würden, dafür aber eine zusätzliche Betreuung benötigen. Bei den Kindern unter 3,5 Jahren gibt deutlich mehr als die Hälfte der Eltern an, dass die bestehenden Angebote eine Erwerbstätigkeit nicht oder nicht im gewünschten Umfang ermöglichen. Am größten ist dieser Anteil mit 68,5 % in den kleinen Gemeinden. In den größeren Gemeinden scheinen die bestehenden Angebote zwar besser auf die Bedürfnisse erwerbstätiger Eltern abgestimmt zu sein, dennoch beträgt auch hier der Anteil derjenigen, bei denen eine Erwerbstätigkeit nicht möglich ist, mit rund 55 % deutlich mehr der Hälfte aller Eltern.

Der Arbeitsmarkt erfordert von Arbeitnehmern viel Mobilität und Flexibilität, sodass die Kindertagesbetreuung zum einen teilweise unterschiedliche Arbeitszeiten und zum anderen oftmals lange Arbeitswege abdecken muss. Insbesondere in den kleinen und mittleren Gemeinden sind kaum noch Ar100

beitsplätze vor Ort vorhanden. Viele Eltern haben Arbeitswege von bis zu einer Stunde und mehr. Gerade in den ländlichen Gebieten ist daher der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren dringend notwendig, aber auch in den Städten ist das derzeit bestehende Angebot zur Deckung des Bedarfes nicht ausreichend.

Darstellung 2-54: Ermöglichen die zur Verfügung stehenden Betreuungsangebote Ihre angestrebte Erwerbstätigkeit im Jahr 2006 – Kinder unter 3,5 Jahre
In Prozent
14,0 9,8 13,1 12,0 15,9

100,0% 80,0% 60,0% 40,0% 20,0% 0,0%

57,8

68,5

60,1

55,3

55,7

28,2

21,7
Kleine Gem.

26,8

32,7

28,4

Landkreis

Mittlere Gem.

Große Gem.

Städte

Ja
Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf

Nein

Keine Angabe

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Bei den Schulkindern haben nur rund drei Viertel der Eltern Angaben zu dieser Frage gemacht. Sowohl in den großen Gemeinden als auch in den Städten hat dabei mehr als die Hälfte angegeben, dass die bestehenden Betreuungsangebote die angestrebte Erwerbstätigkeit ermöglichen. In den mittleren Gemeinden halten sich die Ja- und Nein-Antworten in etwa, in den kleinen Gemeinden überwiegt deutlich der Anteil derjenigen, deren angestrebte Erwerbstätigkeit durch die bestehenden Angebote nicht ermöglicht wird.

101

Auch für die Schulkinder gilt daher, dass die Betreuungsangebote in den ländlichen Gebieten unbedingt ausgebaut werden müssen. In vielen größeren Kommunen wird zumindest eine Mittagsbetreuung bis 14.00 Uhr angeboten. Dass der zeitliche Betreuungsbedarf jedoch bei den meisten Eltern über 14.00 Uhr hinaus besteht, wurde bereits oben erläutert. Auch in den größeren Kommunen ist daher eine Anpassung des Betreuungsangebots an die Bedürfnisse der Eltern dringend geboten.

Darstellung 2-55: Ermöglichen die zur Verfügung stehenden Betreuungsangebote Ihre angestrebte Erwerbstätigkeit im Jahr 2006 – Schulkinder
In Prozent
25,5 25,4 31,6 31,4 21,2

100,0% 80,0% 60,0% 40,0% 20,0% 0,0%

24,0 28,0 48,6 33,1 17,8

46,5 26,0

50,8 35,3

54,8

Landkreis

Kleine Gem.

Mittlere Gem.

Große Gem.

Städte

Ja
Basis: Eltern mit Betreuungsbedarf

Nein

Keine Angabe

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Für eine Anpassung des Betreuungsangebots an die Bedürfnisse der Eltern muss geklärt werden, inwieweit eine Erhöhung der Erwerbstätigkeit von den (künftigen) Kindertagesbetreuungsmöglichkeiten abhängig ist. Die folgende Darstellung zeigt, dass der Anteil der Eltern, die gerne mehr arbeiten würden, hierfür aber eine zusätzliche Betreuung brauchen, mit dem Alter der Kinder deutlich sinkt. Am höchsten ist der Anteil mit 27,4 % bei den unter 3,5-Jährigen. Bei den Kindergartenkindern benötigen noch 17,5 % der Eltern eine zusätzliche Betreuung, um ihre Erwerbstätigkeit im
102

gewünschten Umfang ausüben zu können. Am niedrigsten ist der Anteil der Eltern, die auf die Problematik der Vereinbarkeit von Kindertagesbetreuung und Beruf hinweisen, mit 15,9 % bei den Schulkindern.

Darstellung 2-56: Ich / Wir würden gerne mehr arbeiten, benötigen hierfür aber eine (zusätzliche) Betreuung für das Kind

27,4% 7,2%

17,5%

7,6%

15,9%

8,1%

65,4%

74,9%

76,0%

unter 3,5-jährige

Kindergarten

Schule

trifft zu

trifft nicht zu

keine Angaben

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Betrachtet man die Antworten auf diese Frage nach den verschiedenen Gemeindegrößen aufgeschlüsselt, wird deutlich, dass bei den Kindern unter 3,5 Jahren der Wunsch nach mehr Berufstätigkeit, wenn die Betreuung ausgeweitet werden kann, mit der Gemeindegröße wächst. In den kleinen Gemeinden möchten 23,9 % der Eltern mehr arbeiten, sofern eine zusätzliche Kindertagesbetreuung ermöglicht werden würde, in den Städten sind es 30 % der Eltern. Dieser Stadt-Land-Unterschied lässt, wie auch oben schon mehrfach ausgeführt, darauf schließen, dass in den ländlichen Gebieten oftmals eine familiäre Betreuungslösung praktiziert wird.

Bei den Kindergartenkindern ist diese Tendenz eher umgekehrt. Während in den Städten für 14,5 % der Eltern die Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit ein Problem darstellt, sind dies in den mittleren Gemeinden 21,7 % und in den kleinen Gemeinden 17,8%. In den Städten gibt es zumeist mindestens einen Kindergarten, der eine Ganztagsbetreuung bis 17.00 Uhr anbietet. Dagegen schließen viele Kindergärten in den kleinen und mittleren Gemeinden bereits um 14.00 Uhr. In den
103

großen Gemeinden, bei denen 17,4 % der Eltern bei einer Ausweitung der Betreuungsmöglichkeiten mehr arbeiten würden, besteht ein ähnliches Problem: die großen Gemeinden haben oftmals viele Ortsteile mit Ortsteilkindergärten, die nur eine Betreuung bis zum frühen Nachmittag anbieten.

Für die Schulkinder ist keine Tendenz mehr festzustellen. Hier variieren die Anteile derer, die bei einer zusätzlichen Betreuung mehr arbeiten würden, zwischen 13,1 % in den großen Gemeinden und 17,5 % in den mittleren Gemeinden.

Darstellung 2-57: Ich / wir würden gerne mehr arbeiten, benötigen hierfür aber eine (zusätzliche) Betreuung für das Kind – nach den Gemeindegrößenklassen

100,0% 80,0% 60,0% 40,0% 20,0%

In Prozent
5,9 5,2 5,8 9,3 7,2 7,8 8,8 7,0 6,3 7,1 8,1 9,2

70,2

71,1

65,2

60,7

75,0

70,5

73,8

78,5

80,4

75,4

78,8

74,7

23,9

23,7
Mittlere Gem.

29,0
Große Gem.

30,0

17,8
Kleine Gem.

21,7
Mittlere Gem.

17,4
Große Gem.

14,5
Städte

13,3
Kleine Gem.

17,5
Mittlere Gem.

13,1
Große Gem.

16,1
Städte

0,0%

Kleine Gem.

Städte

unter 3,5-jährige

Kindergarten

Schule

trifft zu

trifft nicht zu

Keine Angaben

Gewichtete Stichprobenauswertungen und Auswertung nur wenn Bedarf angemeldet wurde Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

104

5.3 Bedarf an Plätzen in einer integrativen Betreuungsform Die Sichtweise, wie Kindern mit besonderen Bedürfnissen am besten geholfen werden kann, hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Während früher die Ansicht vorherrschend war, dass die Kinder in Sondereinrichtungen besser aufgehoben sind, so hat sich heute Auffassung durchgesetzt, dass Kinder mit Behinderung und solche, die von einer Behinderung bedroht sind, in Kindertageseinrichtungen nach Möglichkeit gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung betreut und gefördert werden sollen. Dies hat der Gesetzgeber in Art. 11 BayKiBiG auch so festgelegt. Der Gedanke, der hinter dieser Sichtweise steckt ist, dass Kinder mit Behinderung vom positiven Vorbild der anderen Kinder profitieren können. Auch Kinder ohne Behinderung gewinnen durch diese gemeinsame Betreuung: sie machen die Erfahrung, dass Schwächen und Behinderungen ein Teil von „Normalität“ sind und lernen, mit diesen unbefangen umzugehen. Dass die gemeinsame Erziehung nicht nur der Wunsch der Eltern von behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindern ist, sondern auch vieler Eltern, deren Kind nicht behindert ist, hat die Auswertung der Frage nach der gewünschten pädagogischen Ausrichtung des Kindergartens bereits gezeigt.

Bei den Elternbefragungen wurde der Bedarf an integrativen Betreuungsformen in den drei Altersgruppen abgefragt. Dabei fällt auf, dass der Anteil der Kindergartenkinder mit Bedarf an integrativen Betreuungsformen mit 2,7 % fast doppelt so hoch ist wie bei den Kindern unter 3,5 Jahren mit 1,5 %. Grund dafür könnte sein, dass die Eltern von Kindern unter 3,5 Jahren zum Teil noch nicht genau wissen, ob ihr Kind durch eine mögliche Beeinträchtigung einer besonderen Betreuung bedarf. Am geringsten ist der Anteil der Kinder, die eine integrative Betreuung benötigen, mit 1,2 % bei den Schulkindern. 11,9 % der Eltern haben hierzu aber keine Angaben gemacht. Möglicherweise bestand bei den Eltern die Befürchtung, die Bejahung eines integrativen Betreuungsbedarfes könnte Nachteile für das Kind mit sich bringen, da die ausgefüllten Fragebögen über die Schulen zurückgegeben wurden.

Von den Kindern, die einer integrativen Betreuung bedürfen, wird die Hälfte bereits in einer integrativen Betreuungsform gefördert. Der Anteil derer, die noch nicht gefördert werden, nimmt mit dem Alter der Kinder ab: während es bei den Kindern unter 3,5 Jahren noch 47,1 % sind, die noch nicht gefördert werden, beträgt dieser Anteil

105

bei den Schulkindern nur noch 8,3 %. Allerdings hat auch hier ein großer Teil der Eltern der Schulkinder keine Angaben gemacht.

Darstellung 2-58: Benötigt ihr Kind eine integrative Betreuungsform?

1,5% 5,6%

2,7% 3,3%

1,2% 11,9%

92,9%

86,9% 94,0%

unter 3,5-jährige

Kindergarten

Schule

Ja

Nein

Keine Angaben

Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

Darstellung 2-59: Wenn ja: wird Ihr Kind bereits in dieser besonderen Betreuungsform gefördert?

52,9%

54,7%

50,0%

8,3% 47,1% 26,6% 18,8% 41,7%

Ja

Nein

Keine Angaben

Basis: Kinder, die einer intergrativen Betreuungsform bedürfen Quelle: Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, SAGS 2006

106

5.4 Auswertung der offenen Fragen Bei allen drei Befragungen hatten die Eltern am Ende des Fragebogens die Möglichkeit, sich auf die Frage „Zum Abschluss: Haben Sie noch weitere Anregungen für uns?“ frei zum Thema Kindertagesbetreuung zu äußern. Alle offenen Antworten wurden vom Landratsamt Augsburg im Wortlaut edv-technisch erfasst und durchgesehen. Daraus resultierend wurde ein Schema mit übergeordneten Themenblöcken und diesen untergeordneten Kategorien gebildet, in das dann die einzelnen Antworten eingeordnet wurden. Mehrfachnennungen waren möglich und auch relativ häufig.

Kinder unter 3 Jahren Bei der Befragung der Eltern mit Kindern unter 3,5 Jahren machten 17,5 % der antwortenden Personen Angaben bei der offenen Schlussfrage. Am häufigsten wurde dabei der Wunsch nach einem größeren Betreuungsangebot allgemein für Kinder unter 3 Jahren geäußert. Auch die Ausweitung der Öffnungszeiten und das Angebot von flexibleren Betreuungszeiten sind häufig genannte Anregungen der Eltern. Gerade in ländlichen Gebieten ist es problematisch, wenn die Betreuungszeit in der Kindertageseinrichtung die Arbeitszeit und einen langen Arbeitsweg abdecken muss: „Mütter, die auf dem Land wohnen, benötigen auch längere Öffnungszeiten, da die Wege zur Arbeit oft länger sind, als für Mütter, die schon in der Stadt wohnen.“ 3 Insbesondere wird im Bereich dieser Altersgruppe die Möglichkeit von stundenweiser oder tageweiser Betreuung der Kinder gewünscht: „Wünschenswert sind mehr Betreuungsangebote, die einzelne Tage oder stundenweise in Anspruch genommen werden können.“ 4 Ein großes Problem stellt für Eltern außerdem der dritte Geburtstag ihres Kindes und somit das Ende der Elternzeit dar, wenn danach ein längerer Zeitraum ohne Betreuung durch eine Kindertagesstätte überbrückt werden muss. Die garantierte Aufnahme von Kindern mit drei Jahren in den Kindergarten auch während des Jahres ist daher ein dringendes Anliegen der Eltern: „In (unserer Gemeinde) können Kinder nur ab September in den Kindergarten gehen, und nicht wenn sie 3 Jahre alt sind (z. B. Mai 2006). Wie soll man da zurück in den Beruf, wenn für diesen Zeitraum keine Betreuung zur Verfügung steht?“ 5

3 4 5

Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, Befragung der Eltern der unter dreieinhalbjährigen Kinder, offene Abschlussfrage a. a. O. a. a. O.

107

Bei den Nennungen zu den finanziellen Aspekten sind zwei Tendenzen erkennbar: Zum einen wird vielfach kritisiert, dass die Kindertagesbetreuung zu teuer ist und die Kosten dafür gesenkt werden sollten: „Kindergärten oder ähnliche Einrichtungen günstiger gestalten, denn die Kosten sind zu hoch, gerade wenn mehrere Kinder in einer Familie sind.“ 6 Zum anderen äußern viele Eltern den Wunsch nach finanzieller Unterstützung, um es zu ermöglichen, dass ein Elternteil zu Hause bleiben kann, um die Betreuung zu übernehmen: „Ich würde gerne meine Kinder überwiegend selbst betreuen. Dies scheitert jedoch an der finanziellen Lage. Mein Wunsch: Nicht nur Betreuung außer Haus fördern, sondern auch die durch die eigenen Eltern.“ 7 Mehrfach wird auch kritisiert, dass zwischen der Anmeldung der Kinder in der Kindertageseinrichtung und der Mitteilung über die Zu- oder Absage durch die Einrichtung teilweise lange Wartezeiten liegen. Eine Planung z. B. bezüglich des Wiedereinstiegs in die Erwerbstätigkeit während dieser Zeit nicht möglich, da die Eltern nicht wissen, ob ihr Kind zum gewünschten Termin einen Platz bekommt oder nicht.

Darstellung 2-60: Haben Sie noch weitere Anregungen für uns? Kategorien Nennungen zum zeitlichen Angebot längere Öffnungszeiten flexiblere Bringzeiten flexiblere Abholzeiten flexible Betreuungszeiten stundenweise Betreuung anbieten tageweise Betreuung anbieten weniger Schließzeiten Ganztagskindergarten fördern schnellere Platzzusage / Absage seitens der Kindertageseinrichtung* Nennungen zum Betreuungsangebot allgemein Betreuungsangebot für 0- bis 3-Jährige vergrößern mehr Krippenplätze schaffen mehr Kindergartenplätze schaffen Aufnahme der Kinder in den Kindergarten schon unter 3 Jahren garantierte Aufnahme der Kinder in den Kindergarten mit 3 Jahren (auch "Wickelkinder", auch während des Jahres) mehr integrative Plätze schaffen Schlafmöglichkeit schaffen
6 7

Summe

31 5 5 13 6 10 2 2 4

33 11 16 7 20 4 2

Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, Befragung der Eltern der unter dreieinhalbjährigen Kinder, offene Abschlussfrage a. a. O.

108

mehr Bildungsarbeit im Kindergarten Mittagessen anbieten Ferienbetreuung anbieten kleinere Gruppen im Kindergarten mehr Personal Minigruppen einrichten Maxigruppen einrichten mehr Hortplätze schaffen bessere Betreuung für Schulkinder Erziehung der Kinder in der Familie hat oberste Priorität sonstige Nennungen zum Betreuungsangebot Nennungen zu finanziellen Aspekten geringere Gebühren für Kindertageseinrichtungen kostenlose Kindertagesbetreuung staatliche Unterstützung für private Kindertageseinrichtungen Betreuung innerhalb der Familie ermöglichen / finanziell fördern sonstige Nennungen zu finanziellen Aspekten sonstige Nennungen Anregungen / Kritik zum Fragebogen Anregungen / Kritik zur Befragung Bustransfer in die Kindertageseinrichtung einrichten Zusatzbetreuung notwendig (z. B. Großeltern) mit Betreuung zufrieden weniger Bürokratie bei der Kindertagesbetreuung Kritik am BayKiBiG zentrale Anlaufstelle für Eltern schaffen (Beratung, Unterstützung) Kinderspielplätze errichten sonstige Nennungen

6 12 6 2 3 2 5 2 9 7 8

12 7 6 17 7

19 8 4 7 5 2 4 3 2 30 ∑ 366

Kindergartenkinder Bei der Befragung der Eltern der Kindergartenkinder nutzten 15,2 % der antwortenden Eltern die Möglichkeit bei der offenen Abschlussfrage Anmerkungen zu machen. Ähnlich wie bei den unter 3,5-Jährigen wird auch hier vielfach der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten und flexibleren Buchungs- und Betreuungszeiten geäußert, weil gerade von Erwerbstätigen oder Arbeitssuchenden viel Flexibilität gefordert wird. Insbesondere wird hierbei auch kritisiert, dass von den Eltern verlangt wird, sich bei den Buchungszeiten für das gesamte Kindergartenjahr festzulegen: „Nachdem ich selbstständig tätig bin und mein Arbeitsanfall sehr unterschiedlich ist, bräuchte ich

109

flexiblere Betreuungsmöglichkeiten und nicht eine starre Regelung fürs ganze Jahr.“ 8 Des Weiteren wünschen sich viele Eltern eine Ganztagsbetreuung im Kindergarten, damit nicht noch eine Anschlussbetreuung durch eine Tagespflegeperson notwendig wird. Gerade bei Personen, die nicht mit der Familie verwandt sind, wird hier durch die Eltern bemängelt, dass die Kinder sich an mehrere verschiedene Bezugspersonen gewöhnen müssen: „Längere Betreuung im Kindergarten ist besser als ein Wechsel zur Tagesmutter, da weniger wechselnde Bezugspersonen.“ 9 Mit dem Wunsch nach Ganztagsbetreuung einher geht der Wunsch nach dem Angebot von Mittagessen im Kindergarten. „Die Möglichkeit, flexibel und bei Bedarf das Kind auch den ganzen Tag im Kindergarten zu lassen, wäre eine enorme Erleichterung für alle Berufstätigen. Dazu müsst ein Mittagsessen gewährleistet werden.“ Gerade auch für Eltern, die halbtags berufstätig sind und ihr Kind nach der Arbeit vom Kindergarten abholen, stellt eine Mittagessensversorgung eine große Entlastung dar, da die Eltern dann nicht erst noch anfangen müssten zu kochen: „Es wäre toll, wenn bei einer Öffnungszeit bzw. Betreuungszeit bis 13.45 auch ein Mittagessen angeboten würde. Teilweise wird es nämlich 14.30 bis mein Kind essen kann.“ 10 Mehr Bildungsarbeit im Kindergarten, insbesondere auch im Vorschuljahr, ist ein weiteres großes Anliegen der Eltern. Genannt werden hierzu vor allem das Angebot von freiwilligen Kursen in den Bereichen Musik, Sport oder Kunst und die Möglichkeit, eine Fremdsprache spielerisch zu erlernen: „Ein zusätzliches freiwilliges(!) Angebot: z. B. Musik, Fremdsprache oder "Experimente für Kinder", Waldtage würde uns gefallen.“ 11 Ein Großteil der Eltern, die den Wunsch nach freiwilligen Zusatzkursen äußern, erklärt sich auch ausdrücklich dazu bereit, anfallende zusätzliche Kosten dafür zu übernehmen. In der Auswertung der offenen Antworten der Eltern der Kindergartenkinder wurde außerdem deutlich, dass vor allem der Wechsel der Kinder vom Kindergarten in die Schule für die Eltern bei der Kindertagesbetreuung ein Problem darstellt. Insbesondere die unregelmäßigen und zum Teil recht kurzen Unterrichtszeiten werden hierbei von den Eltern kritisiert: „Die richtigen Probleme für erwerbstätige Eltern beginnen mit der Einschulung der Kinder. Mal abgesehen von den Ferien stellt sich auch schon der Alltag als Problem dar. Die Schule beginnt teilweise erst um 8.45 Uhr und endet an anderen Tagen bereits um 11.25 Uhr. Da ist selbst ein Teilzeit-Job nahezu un8 9

Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, Befragung der Eltern der Kindergartenkinder, offene Abschlussfrage a. a. O. 10 a. a. O. 11 a. a. O.

110

möglich.“ 12 Wunsch vieler Eltern ist daher eine geregelte Betreuung der Grundschulkinder nach Unterrichtsende bis zum frühen Nachmittag im Kindergarten, wenn nicht an der Schule selbst eine Mittagsbetreuung angeboten wird: „Es wäre schön, wenn es ab Schulschluss bis ca. 14.00 Uhr eine Mittagsbetreuung mit Mittagessen am Wohnort gäbe, z. B. in den Räumen des Kindergartens für Schulkinder.“13

Darstellung 2-61: Haben Sie noch weitere Anregungen für uns? Kategorien: Nennungen zum zeitlichen Angebot längere Öffnungszeiten variable Öffnungszeiten anbieten sonstige Nennungen zu Öffnungszeiten flexiblere Bringzeiten flexiblere Abholzeiten flexiblere Buchungszeiten / Betreuungszeiten sonstige Nennungen zu Buchungs- / Betreuungszeiten Ganztagskindergärten fördern weniger Schließzeiten ganzjährig öffnen Aufnahme aller Kinder mit 3 Jahren (auch während des laufenden Kindergartenjahres) sonstige Nennungen zur Aufnahme von Kindern in den Kindergarten Nennungen zu Kernzeiten Nennungen zur Qualität der pädagogischen Betreuung mehr Aufenthalte in der Natur Fremdsprache spielerisch erlernen freiwillige Kurse anbieten (Musik, Töpfern, Sport, Tanz, Computer…) intensive Förderung von Vorschulkindern Sprachförderung für ausländische Kinder sonstige Nennungen zur Qualität der pädagogischen Betreuung Nennungen zum Personal / zur Gruppeneinteilung kleinere Gruppen mehr Personal Alterstrennung (ältere - jüngere Kinder) Wunsch nach qualifiziertem Personal sonstige Nennungen zum Personal Nennungen zu finanziellen Aspekten Wunsch nach finanzieller Unterstützung Kindergartengebühren verringern
12 13

Summe 36 2 1 3 6 22 6 9 9 5 8 4 3 8 13 10 12 3 7 12 13 2 3 4 7 3

Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, Befragung der Eltern der Kindergartenkinder, offene Abschlussfrage a. a. O.

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Kindergartengebühren abschaffen sonstige Nennungen zu Kindergartengebühren Mittagessen zu teuer Nennungen zur allgemeinen Betreuung Mittagessen / Brotzeit anbieten sonstige Nennungen zum Mittagessen Ruhe- / Schlafmöglichkeiten für Kinder Integrative Plätze im Kindergarten fördern zusätzliche Betreuung zum Kindergarten notwendig (z. B. Tagesmutter) mit Betreuung im Kindergarten zufrieden Bessere Betreuung für Schulkinder (z. B. im Kindergarten) Ferienbetreuung für Schulkinder anbieten Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule verbessern Angebot an Hortplätzen verbessern Betreuung von Kindern unter 3 Jahren verbessern Sonstiges größeres Angebot an Betreuungsmöglichkeiten schaffen sonstige Nennungen zum Betreuungsangebot Kritik / Anregungen zum Fragebogen Kritik / Anregungen zur Befragung weniger Verwaltung im KiGa / Bürokratieaufwand verringern Kritik am BayKiBiG Erziehung in der Familie ermöglichen sonstige Nennungen

4 1 1 30 3 3 4 11 17 50 16 2 13 26 7 7 13 7 5 9 5 20 ∑ 465

Schulkinder Bei der Befragung der Eltern der Schulkinder machten nur 9,9 % der antwortenden Personen von der Möglichkeit Gebrauch, sich zum Thema Tagesbetreuung frei zu äußern. Die meisten Eltern nannten dabei das Problem der Ferienbetreuung, das sich insbesondere dann stellt, wenn beide Elterteile berufstätig sind: „Es wäre dringend Betreuung während der Schulferien nötig. 13 Wochen Ferien können Eltern nicht alleine abdecken.“ 14 Vorgeschlagen wird neben Ferienhort und „Notgruppen“ an der Schule vor allem die Betreuung der Schulkinder im Kindergarten: „Eine kostengünstige Lösung wäre dafür die Nutzung des örtlichen Kindergartens am Ort, da viele Kindergartenkinder, die ältere Geschwister (also Schulkinder) haben zu Hause bleiben dürfen, wenn die Mutter nicht erwerbstätig ist. Die Folge ist, dass in einer Gruppe

14

Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, Befragung der Eltern der Schulkinder, offene Abschlussfrage

112

dann oft nur (wenige) Kinder da sind. Es wären also (…) Plätze für Schulferienkinder zur Verfügung.“ 15 Wie bereits bei den Kindergartenkindern ausgeführt kritisieren auch die Eltern Schulkinder die kurzen und unregelmäßigen Unterrichtszeiten insbesondere in der Grundschule. Durch alle Jahrgangsstufen gleichermaßen zieht sich das Problem der „Hitzefrei-Regelung“ und der kurzfristigen Unterrichtsausfälle, da dies für die Eltern nicht planbar ist und vor allem die Familien, die keine Verwandte oder Bekannte zur Hand haben, die spontan die Betreuung der Kinder übernehmen können, vor nahezu unlösbare Schwierigkeiten stellt: „Das größte Problem für berufstätige (nicht Lehrer-) Mütter sind die vielen unterrichtsfreien Zeiten: Ferien (12-13 Wochen), Schulausfälle, Hitzefrei, Buß- und Bettag u.v.a.; Anregung: geregelter Unterricht von 8 - 13 Uhr (…).“ 16 Mehrfach wird außerdem die Einführung der Ganztagsschule gefordert, nicht nur mit Blick auf die zeitliche Betreuung, sondern vor allem wegen der sich dadurch ergebenden Möglichkeiten der gezielten Förderung der Schüler durch pädagogische Fachkräfte: „Wir würden eine Ganztagsschule begrüßen, da dann mehr Zeit bliebe, schwächere Schüler zu fördern, auch für Gemeinschaftsaktionen bliebe dann Zeit.“ 17 In diesem Zusammenhang steht auch der von einigen Eltern geäußerte Wunsch nach qualifizierter Hausaufgabenbetreuung an der Schule oder im Rahmen der bestehenden Betreuungsangebote: „Mir geht es bei der Betreuung vor allem um eine fachliche Betreuung der Hausaufgaben, in der eine ruhige Atmosphäre herrscht und die Lehrer Kinder mit Fragen (Schwächen) unterstützen bzw. ihnen weiterhelfen.“ 18 Insbesondere bei Betreuungsangeboten, die über die Mittagszeit hinausgehen, wünschen sich die Eltern eine Mittagessensversorgung für ihre Kinder. Gerade in dem von vielen Schülern besuchten Angebot der Mittagsbetreuung ist ein Mittagessen jedoch nicht vorgesehen. „Die Schule bietet schon Mittagsbetreuung an, nur das Kind hat noch kein Essen gekriegt, wenn es evtl. bis 15.00 Uhr bleiben sollte.“ 19 „Es wäre förderlich, wenn in der Mittagsbetreuung ein Essen angeboten würde. Die Kinder hätten was Warmes zu Mittag und die berufstätigen Eltern wären entlastet.“ 20 Im Bereich der Nennungen zum zeitlichen Angebot wie auch bei den Nennungen zu den finanziellen Aspekten sind die in der Schulkind-Befragung gemachten Angaben den Angaben in der Befragung der anderen beiden Altersgruppen sehr ähnlich. Fle15 16 17

Jugendhilfeplanung im Landkreis Augsburg, Befragung der Eltern der Schulkinder, offene Abschlussfrage a. a. O. a. a. O. 18 a. a. O. 19 a. a. O. 20 a. a. O.

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xible Buchungs- und Betreuungszeiten und geringere Gebühren für Kindertageseinrichtungen sind augenscheinlich wichtige Anliegen der Eltern. Viele Eltern geben hierbei an, dass Sie bei der Betreuung der Kinder auf die Mithilfe von Verwandten oder Bekannten angewiesen sind und die Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne diese Mithilfe nicht im gleichen Maße oder überhaupt nicht möglich wäre.

Darstellung 2-62: Haben Sie noch weitere Anregungen für uns? Kategorie Nennungen zum zeitlichen Angebot längere Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen flexiblere Buchungs- / Betreuungszeiten Morgenbetreuung anbieten Ganztagsbetreuung anbieten Nennungen zur Qualität der pädagogischen Betreuung Gezielter Einsatz von Förderstunden je nach Förderbedarf Nachmittagskurse anbieten (Sport, Kunst, Musik etc.) qualifiziertes pädagogisches Personal Betreuung in geeigneten Räumen in der Schule oder zumindest nahe der Schule Nennungen zum Betreuungsangebot allgemein Mittagsbetreuung anbieten Hausaufgabenbetreuung anbieten Mittagessen anbieten mehr Hortplätze schaffen Ferienbetreuung anbieten Schulkindbetreuung im Kindergarten anbieten Ausbau des gesamten Betreuungsangebots Ausbau des Betreuungsangebots in ländlichen Bereichen Ausbau des Betreuungsangebots für Kinder unter 3 Jahren bei Aufnahme / Erhöhung der Erwerbstätigkeit mehr Betreuung benötigt Erwerbstätigkeit durch unzureichendes Betreuungsangebot erschwert Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit für Eltern verbessern (mehr Teilzeitjobs u. ä.) derzeit Betreuung durch Verwandte / Bekannte derzeit kein Betreuungsbedarf Betreuung in der Familie wichtig kurzfristige Betreuungsmöglichkeiten schaffen, z. B. bei Krankheit, Ausfall der Betreuungsperson Elterntauschbörse, Leih-Oma-Projekt, Eltern-Projekte u. ä. fördern / einführen sonstige Nennungen zum Betreuungsangebot Summe

6 15 4 6 6 6 6 3 11 19 20 9 66 2 11 7 6 5 2 5 20 14 12 4 4 8

114

Nennungen zu finanziellen Aspekten geringere Gebühren für Kindertageseinrichtungen kostenlose Kindertagesbetreuung Abbau finanzieller Belastungen, z. B. Büchergeld Betreuung innerhalb der Familie ermöglichen / finanziell fördern sonstige Nennungen zu finanziellen Aspekten sonstige Nennungen Anregungen / Kritik zum Fragebogen Anregungen / Kritik zur Befragung Bürokratieabbau Kritik am BayKiBiG bessere Busverbindungen nach Ende der Betreuung Unterstützung für allein Erziehende bessere Informationen für Eltern über bestehende Betreuungsangebote geregelte Unterrichtszeiten einhalten kleinere Schulklassen schulbezogene Anmerkungen zu G 8, Lehrplan, Lehrkräfte Ganztagsschule einführen keine Ganztagsschule sonstige Nennungen

13 2 2 13 5 11 11 2 2 3 2 1 8 4 7 24 2 7 ∑ 396

115

6. Empfehlungen

Das BayKiBiG ist als Ausführungsgesetz zum SGB VIII zu sehen. Der in § 24 SGB VIII festgelegte Rechtsanspruch von Kindern ab dem vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Einschulung ist daher uneingeschränkt zu beachten. Für Kinder unter drei Jahren und Schulkinder ist ein bedarfsgerechtes Angebot an Kindertagesbetreuungsplätzen vorzuhalten. Diese Verpflichtung muss bis spätestens 1. Oktober 2010 erfüllt werden. Für den Übergangszeitraum, bis das bedarfsgerechte Angebot gewährleistet werden kann, sind nach § 24 a SGB VIII jährliche Ausbaustufen festzulegen. Da das BayKiBiG von der Möglichkeit der Aufgabenübertragung in § 69 Abs. 5 SGB VIII Gebrauch macht, wonach Landesrecht bestimmen kann, dass die kreisangehörigen Gemeinden zur Durchführung von Aufgaben der Förderung von Kindern in der Kindertagesbetreuung und Kindertagespflege herangezogen werden können, sind in Bayern die Gemeinden für den Ausbau der Kinderbetreuung und damit auch für die Vorhaltung eines bedarfsgerechten Angebotes und die Festlegung von Ausbaustufen zuständig. Auf dieser rechtlichen Einordnung des BayKiBiG basieren die folgenden Maßnahmenempfehlungen des Amtes für Jugend und Familie im Landratsamt Augsburg (AJF). 6.1 Empfehlungen zur Bedarfsplanung Elternbefragungen alle 3 Jahre wiederholen Die Elternbefragungen sollten in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, damit auf geänderte Bedürfnisse möglichst zeitnah reagiert werden kann. Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen empfiehlt in seinem Praxisleitfaden zur kommunalen Bedarfsplanung, alle drei Jahre eine Elternbefragung durchzuführen. Wichtig ist auch, dass der Planungsrhythmus auch mit benachbarten Gemeinden und mit der Jugendhilfeplanung des Landkreises abgestimmt wird, da sonst eine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gemeinden sehr erschwert wird. Das Amt für Jugend und Familie empfiehlt daher allen Gemeinden, auch künftig an den Bedarfserhebungen des Landkreises teilzunehmen, anstatt eigene Befragungen durchzuführen.

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Auf die jährlichen Elternbefragungen der Träger zurückgreifen Die Träger von Kindertageseinrichtungen sind verpflichtet, die Eltern der Kinder, die die Einrichtung besuchen, mindestens einmal pro Jahr zu befragen. Diese Elternbefragung ersetzt den bisherigen Jahresplanungsbericht. Die Gemeinden sind berechtigt, die Ergebnisse dieser Befragungen einzusehen und sie für ihre weiteren Planungen zu verwenden.

Durch interkommunale Zusammenarbeit ein plurales Angebot schaffen Das in § 5 SGB VIII verankerte Wunsch- und Wahlrecht gibt den Eltern das Recht, zwischen den Einrichtungen verschiedener Träger wählen zu können. Im BayKiBiG ist dieses Wunsch- und Wahlrecht der Eltern in Art. 7 Abs. 1 ausdrücklich verankert. Es handelt sich dabei nicht nur um eine deklaratorische Wiederholung der Regelung in § 5 SGB VIII, sondern geht noch darüber hinaus. Die Gemeinden sind verpflichtet, die Wünsche der Eltern aktiv abzufragen und das Angebot daran auszurichten. Jede Gemeinde muss ein ausreichend plurales Angebot vorhalten. 21 Wann ein Angebot „ausreichend plural“ ist, bestimmt sich nach der Größe der jeweiligen Gemeinde. Mindestens müssen jedoch zwei verschiedene Angebote bereitgehalten werden, um den Eltern eine Wahlmöglichkeit zu bieten. Dabei muss es sich jedoch um die Angebote zweier verschiedener Träger handeln, das Angebot von zwei verschiedenen pädagogischen Ausrichtungen durch einen Träger genügt nicht, um dem Gebot der Pluralität Rechnung zu tragen. In größeren Gemeinden muss das Angebot entsprechend vielfältiger sein.

Beispiel 1: In einer mittleren Gemeinde gibt es zwei Kindergärten, einen in kommunaler Trägerschaft und einen in freier Trägerschaft. Die Gemeinde erkennt in beiden Einrichtungen Plätze an. Sie hat damit ein ausreichend plurales Angebot.

Beispiel 2: In der mittleren Gemeinde gibt es zwei Kindergärten, die sich beide in kommunaler Trägerschaft befinden. Eine dieser Einrichtungen bietet schwerpunktmäßig Montes-

Dunkl / Eirich: Kommentar zum Bayerischen Kinderbildungs- und –betreuungsgesetz (BayKiBiG), Gemeinde- und Schulverlag Bavaria GmbH, München 2006

21

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sori-Pädagogik an. Es besteht hier jedoch keine Pluralität, da für beide Einrichtungen die Kommune der Träger ist und damit keine Trägervielfalt angeboten wird.

Insbesondere kleinen und mittleren Gemeinden, die im eigenen Gemeindegebiet kein plurales Angebot bereithalten können, wird daher eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden empfohlen.

Beispiel: Eine Gemeinde hat auf ihrem Gemeindegebiet nur einen Kindergarten in kommunaler Trägerschaft, die Nachbargemeinde hat lediglich einen Kindergarten in freier Trägerschaft. Durch die gegenseitige Anerkennung einer gewissen Zahl an Plätzen in der jeweils anderen Gemeinde könnten beide Gemeinden ein plurales Angebot vorhalten. Die Ausgestaltung der Zusammenarbeit bleibt dabei den Gemeinden selbst überlassen. Aber: Die Gemeinden müssen nicht jedem Wunsch der Eltern folgen. Die Regelung in § 24 SGB VIII besagt nur, dass jedes Kind ab dem vollendeten 3. Lebensjahr bis zur Einschulung einen Anspruch auf einen Platz in einer Tageseinrichtung hat und das Wunsch- und Wahlrecht bedeutet lediglich, dass die Eltern das Recht haben, zwischen verschiedenen Einrichtungen zu wählen. Beides zusammen heißt jedoch nicht, dass die Eltern einen Anspruch auf einen Platz in einer bestimmten Einrichtung haben.

6.2 Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Kindern unter 3 Jahren Laut einer Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (StMAS) lag der bayernweite Versorgungsgrad für Kinder unter 3 Jahren zum Stichtag 1. Januar 2006 bei 7 %. Insbesondere bei dieser Altersgruppe hat die Kindertagesbetreuung einen rasanten quantitativen Ausbau erfahren. Zwischenzeitlich hat die Bayerische Staatsregierung das Versorgungsziel bei den Kindern unter 3 Jahren erhöht. Je nach Region und Gemeindegröße liegt die empfohlene Versorgungsquote jetzt bei 7 % bis 20 %.
118

Zum Zeitpunkt der Bestandserhebung gab es im Landkreis Augsburg 125 anerkannte Krippenplätze für 6.436 Kinder unter 3 Jahren. Ohne Berücksichtigung der Plätze in Kindertagespflege und der Möglichkeit zur Aufnahme im Kindergarten liegt die Versorgungsquote der Kinder unter 3 Jahren derzeit bei 1,9 %. In der Elternbefragung äußerten insgesamt 37,7 % der Eltern mit Kindern unter 3 Jahren einen Bedarf an Kindertagesbetreuung außerhalb der Familie. Die nachfolgenden Empfehlungen zu den in den verschiedenen Gemeindegrößenklassen anzustrebenden Versorgungsquoten basieren auf der aktuellen Bestandsauswertung, den Ergebnissen der Elternbefragung und der in der bayernweiten Fachdiskussion vorherrschenden Meinung zu Versorgungszielen in der Kindertagesbetreuung.

Aktuelle Versorgungsquote* 3,1 %

Bedarf aus Sicht der Eltern 37,7 %

Empfehlung des StMAS 7 % - 20 %

Empfehlung des AJF** 16 % bis 2010

* anerkannte Krippenplätze und tatsächlich belegte Plätze in Kindertagespflege ** alle Angebote zur Betreuung von Kindern unter 3 Jahren

6.2.1 Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Kindern unter 3 Jahren in kleinen Gemeinden Bei der Befragung der Eltern der Kinder unter 3,5 Jahren lag die Rücklaufquote in den kleinen Gemeinden bei 49 %. Von den antwortenden Eltern mit Kindern unter 3 Jahren äußerten 16,9 % einen Betreuungsbedarf. Weitere 8,6 % beantworteten die Frage mit „eher ja“.

Aktuelle Versorgungsquote* 0,2 %

Bedarf aus Sicht der Eltern 25,6 %

Empfehlung des AJF** 10 % bis 2010

* anerkannte Krippenplätze und tatsächlich belegte Plätze in Kindertagespflege ** alle Angebote zur Betreuung von Kindern unter 3 Jahren

119

Möglichkeiten zur Bedarfsdeckung in kleinen Gemeinden: • Altersöffnung der Kindergärten* Das Amt für Jugend und Familie empfiehlt eine Altersöffnung der Kindergärten für Kinder ab 2,5 Jahren. • Neueröffnung einer Kinderkrippe in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen** Es wird eine kommunale Zusammenarbeit auf Ebene der Verwaltungsgemeinschaften oder anderer regionaler Zusammenschlüsse empfohlen. • • Angebot von Kindertagespflege, unter anderem auch in freien Räumen einer bestehenden Einrichtung (z. B. Kindergarten, Mutter-Kind-Raum etc.) Anerkennung von Plätzen in anderen Gemeinden

* Bei der Altersöffnung der Kindergärten ist zu beachten, dass die überwiegende Zahl der Kinder im Kindergartenalter sein muss. Das bedeutet, dass der Anteil der Kinder aus anderen Altersstufen unter 50 % liegen muss. Voraussetzungen für die Aufnahme von Kindern anderer Altersstufen sind das Vorliegen einer altersdifferenzierten Konzeption sowie das Vorhandensein altersadäquater Räumlichkeiten und geeigneten Personals. Für die Aufnahme von Kindern unter 3 Jahren sind zusätzlich zum Gruppenraum ein separater Schlafraum und ein Wickeltisch mit Wechselkleidung in den Sanitärräumen erforderlich. Empfohlen wird ein Anstellungsschlüssel von 1 : 10.

** Für die Errichtung einer Krippengruppe im Kindergarten bzw. einer eigenständigen Kinderkrippe gilt: Ab sechs gleichzeitig betreuten Kindern kann eine eigene Krippengruppe im Kindergarten bzw. einen eigene Kinderkrippe errichtet werden. Wenn das Personal hierfür einen gesonderten Arbeitsvertrag hat, eine Konzeption vorliegt und eigene Räume zugewiesen sind, erhalten die Krippenkinder das gesamte Kindergartenjahr den Gewichtungsfaktor 2,0, auch wenn sie während des Jahres das 3. Lebensjahr vollenden.

6.2.2 Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Kindern unter 3 Jahren in mittleren Gemeinden In den mittleren Gemeinden kamen 53 % der ausgegebenen Fragebögen zurück. 27,5 % der Eltern von Kindern unter 3 Jahren beantworteten die Frage nach dem Betreuungsbedarf mit „ja“, 9,5 % mit „eher ja“.

120

Aktuelle Versorgungsquote* 1,4 %

Bedarf aus Sicht der Eltern 37,0 %

Empfehlung des AJF** 16 % bis 2010

* anerkannte Krippenplätze und tatsächlich belegte Plätze in Kindertagespflege ** alle Angebote zur Betreuung von Kindern unter 3 Jahren

Möglichkeiten zur Bedarfsdeckung in mittleren Gemeinden: • • • Altersöffnung der Kindergärten (siehe Kapitel 6.2.1) Neueröffnung einer Kinderkrippe (gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen) Neuerrichtung einer Krippengruppe im Kindergarten oder Umwandlung einer bestehenden Kindergartengruppe in eine Krippengruppe (siehe Kapitel 6.2.1) • • Angebot von Kindertagespflege, unter anderem auch in freien Räumen einer bestehenden Einrichtung (z. B. Kindergarten, Mutter-Kind-Raum etc.) Anerkennung von Plätzen in anderen Gemeinden

6.2.3 Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Kindern unter 3 Jahren in großen Gemeinden und Städten Die Rücklaufquote bei der Elternbefragung lag in den großen Gemeinden bei 48 % und in den Städten bei 51 %. In den großen Gemeinden beantworteten 32,7 % der Eltern von Kindern unter 3 Jahren die Frage nach dem Betreuungsbedarf mit „ja“, 10,5 % mit „eher ja“. In den Städten äußerten 27,7 % der Eltern einen Betreuungsbedarf. 11,5 % der Eltern gaben die Antwort „eher ja“

Aktuelle Versorgungsquote* 4,2 %

Bedarf aus Sicht der Eltern 41,2 %

Empfehlung des AJF** 17 % bis 2010

* anerkannte Krippenplätze und tatsächlich belegte Plätze in Kindertagespflege ** alle Angebote zur Betreuung von Kindern unter 3 Jahren

121

Möglichkeiten zur Bedarfsdeckung in großen Gemeinden und in Städten: • • • • Altersöffnung der Kindergärten (siehe Kapitel 6.2.1) Neueröffnung einer Kinderkrippe Umwandlung eines Kindergartens zu einer Kinderkrippe Neuerrichtung einer Krippengruppe im Kindergarten oder Umwandlung einer bestehenden Kindergartengruppe in eine Krippengruppe (siehe Kapitel 6.2.1) • • Angebot von Kindertagespflege, unter anderem auch in freien Räumen einer bestehenden Einrichtung (z. B. Kindergarten, Mutter-Kind-Raum etc.) Anerkennung von Plätzen in anderen Gemeinden

6.3 Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Kindergartenkindern Versorgungsquote von 100 % zum Ziel setzen Da Kinder vom vollendeten 3. Lebensjahr bis zur Einschulung nach § 24 Abs. 1 SGB VIII einen Anspruch auf den Besuch einer Kindertageseinrichtung haben, ist das Ziel in dieser Altersstufe eine Versorgungsquote von 100 %. Derzeit liegt die Versorgungsquote mit Kindergartenplätzen im Landkreis Augsburg bei 99 %, wobei einige Gemeinden eine Überversorgung haben und andere eine deutliche Unterversorgung. Die Versorgungsquoten in den einzelnen Gemeinden wurden bereits in Kapitel 3.1 beschrieben.

Bei Unterversorgung Angebot ausbauen oder auswärtige Plätze fördern Den Gemeinden, die eine Versorgungsquote von unter 100 % haben, wird empfohlen, ihr Angebot an Kindergartenplätzen auszubauen, wenn ein längerfristiger Bedarf besteht, bzw. Plätze in anderen Gemeinden anzuerkennen, wenn abzusehen ist, dass der zahlenmäßige Bedarf an Plätzen rückläufig ist und die Unterversorgung nur vorübergehend besteht. (vgl. Kapitel 7: Erläuterungen zur Gastkinderregelung)

122

Bei Überversorgung bestehendes Angebot umstrukturieren In den Gemeinden mit einer Versorgungsquote von über 100 % sollte eine Umstrukturierung des Angebots, beispielsweise eine Umwandlung einer Kindergartengruppe in eine Krippengruppe oder in eine Hortgruppe, in Erwägung gezogen werden. Auch sollte die Möglichkeit der Altersöffnung der Kindergärten geprüft werden, um so bestehende Ressourcen vollständig zu nutzen. 6.4 Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Schulkindern Das Versorgungsziel für Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren wird vom StMAS mit 15 bis 16 % angegeben. Für Kinder von 10 bis unter 14 Jahren wurde kein Versorgungsziel definiert.

Zum Zeitpunkt der Bestandserhebung lag die Versorgungsquote mit Betreuungsplätzen für Kinder im Alter von 6 bis unter 14 Jahren bei 7,7 %. Bei der Befragung der Eltern der Schulkinder antworteten auf die Frage nach dem Betreuungsbedarf 17,8 % mit „ja“ und 11,0 % mit „eher ja“. Betrachtet man diese Bedarfszahlen anhand der Unterteilung, die das Staatministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen in seinem Konzept zur Kindertagesbetreuung vornimmt, ergibt sich folgendes Bild: Von den Eltern mit Schülern im Alter von 6 bis 10 Jahren antworteten 18,2 % mit „ja“ und 11,5 % mit „eher ja“. Bei den Eltern mit Schülern im Alter von über 10 bis unter 14 Jahren äußerten 10,4 % einen Betreuungsbedarf. Weitere 5,3 % antworteten mit „eher ja“. Insgesamt lag die Rücklaufquote bei dieser Befragung landkreisweit bei rund 82 %.

Alter

Aktuelle Versorgungsquote

Bedarf aus Sicht der Eltern 29,7 %

Empfehlung des StMAS

Empfehlung des AJF 20 % bis 2010 13 % bis 2010

Kinder von 6 bis 10 Jahre Kinder über 10 bis unter 14 Jahre 7,7 %

15 – 16 % --

15,7 %

123

6.4.1 Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Schulkindern in kleinen Gemeinden In den kleinen Gemeinden äußerten 9,5 % der Eltern von Schulkindern einen Betreuungsbedarf. Weitere 11,1 % beantworteten die Frage mit „eher ja“.

Aktuelle Versorgungsquote 2,0 %

Bedarf aus Sicht der Eltern 20,6 %

Empfehlung des AJF 12 % bis 2010

Möglichkeiten zur Bedarfsdeckung in kleinen Gemeinden: • Altersöffnung der Kindergärten* Das Amt für Jugend und Familie empfiehlt eine Altersöffnung der Kindergärten für Kinder der 1. und 2. Jahrgangsstufe. • Neueröffnung eines Hortes in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen Es wird eine kommunale Zusammenarbeit auf Ebene der Verwaltungsgemeinschaften oder anderer regionaler Zusammenschlüsse empfohlen. • • • Ausbau der Mittagsbetreuung an der Schule** Angebot von Kindertagespflege, unter anderem auch in freien Räumen einer bestehenden Einrichtung (z. B. Kindergarten, Mutter-Kind-Raum etc.) Anerkennung von Betreuungsplätzen in anderen Kommunen

* Voraussetzungen für die Aufnahme von Schulkindern in den Kindergarten sind das Vorliegen einer pädagogischen Konzeption sowie das Vorhandensein geeigneter Räumlichkeiten und ausreichenden Personals. Für Schulkinder wird ein eigener Raum zur Hausaufgabenerledigung benötigt. Bei der Erledigung der Hausaufgaben müssen die Kinder von einer geeigneten pädagogischen Kraft betreut werden.

** Das Angebot einer Betreuung in der Schule bietet die Möglichkeit, auf bestehende Räumlichkeiten wie beispielsweise ein Klassenzimmer für die Hausaufgabenbetreuung und einen Werkraum sowie die Turnhalle für die Freizeitbeschäftigung zurückzugreifen. Vor Errichtung einer neuen Einrichtung wird daher empfohlen, zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, bereits vorhandene Ressourcen adäquat zu nutzen.

124

6.4.2 Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Schulkindern in mittleren Gemeinden In den mittleren Gemeinden beantworteten 13,4 % der Eltern die Frage nach dem Betreuungsbedarf außerhalb der Familie mit „ja“ und 12,1 % mit „eher ja“.

Aktuelle Versorgungsquote 7,5 %

Bedarf aus Sicht der Eltern 25,5 %

Empfehlung des AJF 15 % bis 2010

Möglichkeiten zur Bedarfsdeckung in mittleren Gemeinden: • • • • • • • Altersöffnung der Kindergärten (siehe Kapitel 6.4.1) Neueröffnung eines Hortes (gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen) Neuerrichtung einer Hortgruppe im Kindergarten oder Umwandlung einer Kindergartengruppe in eine Hortgruppe Ausbau der Mittagsbetreuung an der Schule (siehe Kapitel 6.4.1) Aufbau bzw. Ausbau einer Ganztagsbetreuung an der Schule für Kinder ab der 5. Jahrgangsstufe Angebot von Kindertagespflege, unter anderem auch in freien Räumen einer bestehenden Einrichtung (z. B. Kindergarten, Mutter-Kind-Raum etc.) Anerkennung von Betreuungsplätzen in anderen Kommunen

6.4.3 Empfehlungen zur Deckung des Betreuungsbedarfs von Schulkindern in großen Gemeinden und Städten In den großen Gemeinden beantworteten 15,1 % der Eltern von Schulkindern die Frage nach dem Betreuungsbedarf mit „ja“, 9,3 % mit „eher ja“. In den Städten äußerten 24,2 % der Eltern einen Betreuungsbedarf, weitere 10,6 % der Eltern gaben die Antwort „eher ja“

125

Große Gemeinden Städte

Aktuelle Versorgungsquote 6,0 % 9,9 %

Bedarf aus Sicht der Eltern 24,4 % 34,8 %

Empfehlung des AJF 16 % 26 %

Möglichkeiten zur Bedarfsdeckung in großen Gemeinden und Städten: • • • • • • • Altersöffnung der Kindergärten (siehe Kapitel 6.4.1) Neueröffnung oder Erweiterung eines Hortes Neuerrichtung einer Hortgruppe im Kindergarten oder Umwandlung einer Kindergartengruppe in eine Hortgruppe Ausbau der Mittagsbetreuung an der Schule (siehe Kapitel 6.4.1) Aufbau bzw. Ausbau einer Ganztagsbetreuung an der Schule für Kinder ab der 5. Jahrgangsstufe Angebot von Kindertagespflege, unter anderem auch in freien Räumen einer bestehenden Einrichtung (z. B. Kindergarten, Mutter-Kind-Raum etc.) Anerkennung von Betreuungsplätzen in anderen Kommunen

6.5 Allgemeine Empfehlungen für alle Altersstufen Öffnungszeiten der Einrichtungen erweitern oder Anschlussbetreuung anbieten In allen drei Befragungen wurde deutlich, dass für viele Eltern die derzeitigen Öffnungszeiten der Kindertagesbetreuungseinrichtungen nicht ausreichend sind. Insbesondere in den kleinen und mittleren Gemeinden schließen viele Einrichtungen bereits um 14.00 Uhr. Auch die Mittagsbetreuung an den Grundschulen wird in der Regel nur bis 14.00 Uhr angeboten. Die Ergebnisse der Befragungen zeigen jedoch, dass der zeitliche Bedarf vieler Eltern deutlich über den frühen Nachmittag hinausgeht. Das Amt für Jugend und Familie empfiehlt daher, vor Ort zu prüfen, ob und in welcher Form ein längerer zeitlicher Bedarf besteht und welche Möglichkeiten es gibt, diesen Bedarf zu decken. Grundsätzliche Möglichkeiten wären die Ausweitung
126

der Öffnungszeiten einer oder mehrer Einrichtungen oder die Sicherstellung der Betreuung durch das Angebot von Kindertagespflege als Anschlussbetreuung.

Schließzeiten minimieren und „Notdienst“ einrichten Ein großes Problem für Eltern stellt die Überbrückung der Schließzeiten der Kindertageseinrichtungen und der Ferienzeiten dar. Das Amt für Jugend und Familie empfiehlt daher, die Schließzeiten in den einzelnen Einrichtungen zu minimieren und die betreuungsfreien Zeiten auf ein Mindestmaß zu beschränken. In Gemeinden, in denen es mehrere Kindergärten gibt, sollten die Einrichtungen bzw. die Träger die Schließzeiten so aufeinander abstimmen, dass immer mindestens eine Einrichtung als „Notdienst“ geöffnet hat und Kinder aus den anderen Einrichtungen mitbetreuen kann. Für die Eltern von Schulkindern eröffnet das BayKiBiG die Möglichkeit, dass in Ferienzeiten auch die Vormittagsbetreuung von Schulkindern im Kindergarten unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden kann. Plätze, die von Kindergartenkindern in den Ferienzeiten nicht benötigt werden, können somit an nachfragende Schulkinder vergeben werden.

Mittagessen in der Einrichtung anbieten Ein häufig geäußerter Wunsch ist das Angebot einer Mittagessensversorgung in der Kindertageseinrichtung. Gerade für berufstätige Eltern würde dies eine große Entlastung darstellen. Ob in den einzelnen Einrichtungen ein konkreter Bedarf besteht, sollte jedoch vor Ort nochmals direkt abgefragt werden. Auch hier wäre gegebenenfalls eine Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie beispielsweise Schule und Kindergarten, die nebeneinander liegen, zu empfehlen. Trägern, in deren Kindertageseinrichtungen es keine Kochmöglichkeit gibt, wird empfohlen, zu prüfen, ob entweder eine Kooperation mit anderen sozialen Einrichtungen wie Altenheimen oder Krankenhäusern, in denen Mittagessen gekocht wird, möglich ist oder ob eine Möglichkeit der Lieferung des Mittagessens beispielsweise von einer Metzgerei oder ähnlichen Anbietern besteht.

127

Anstellungsschlüssel von 1 : 10 einhalten Der Anstellungsschlüssel wird in § 17 der Ausführungsverordnung zum BayKiBiG festgelegt. Vorgeschrieben ist ein Mindestanstellungsschlüssel von 1 : 12,5. Die Einhaltung dieses Mindestanstellungsschlüssels ist Voraussetzung für die Förderung. Das Amt für Jugend und Familie und auch die Modellkommission zur Entwicklung und Erprobung der kindbezogenen Förderung empfehlen aber einen Anstellungsschlüssel von 1 : 10, damit dem vielfältigen Bildungsanspruch der Kinder in angemessener Art und Weise entsprochen werden kann. Insbesondere bei einer Altersöffnung der Kindergärten sollte der Anstellungsschlüssel 1 : 10 unbedingt eingehalten werden, da bei Kindern verschiedener Altersgruppen auch unterschiedliche Bildungs- und Erziehungsziele umgesetzt werden müssen.

Tagespflege als Anschlussbetreuung in bestehenden Räumlichkeiten anbieten Das Angebot von Tagespflege als Anschlussbetreuung wird insbesondere den Gemeinden empfohlen, in denen zwar Betreuungsbedarf besteht, dieser Bedarf aber zu gering ist, um eine Nachmittagsgruppe im Kindergarten oder eine Hortgruppe an der Schule oder ähnliches zu errichten. Die Anschlussbetreuung sollte dann möglichst in bestehenden Räumlichkeiten angeboten werden, um so vorhandene Ressourcen adäquat zu nutzen. Bestenfalls findet die Betreuung in den gleichen Räumen statt, in denen die Kinder bereits vorher betreut wurden. Auch sollte möglichst auf bereits vorhandenes Personal wie beispielsweise eine Erzieherin aus dem Kindergarten zurückgegriffen werden.

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7. Erläuterungen zur Gastkinderregelung Die folgenden Erläuterungen zur Gastkinderregelung beziehen sich auf die Ausführungen im Kommentar zum Bayerischen Kinderbildungs- und –betreuungs-gesetz 22 .

Gastkindverhältnisse werden im BayKiBiG wie folgt geregelt: 1. Anerkennung der Bedarfsnotwendigkeit fremder Plätze nach Art. 7 Abs. 2 Satz 2 2. Zahlungspflicht, wenn bedarfsnotwendige Plätze fehlen, Art. 23 Abs. 1 3. Zahlung, wenn Härtefall vorliegt, Art. 23 Abs. 4 Fall 1: Eine Gemeinde kann Plätze, die nicht auf ihrem Gemeindegebiet gelegen sind, nach Art. 7 Abs. 2 Satz 2 als bedarfsnotwendig anerkennen. Das hat zur Folge, dass diese Gemeinde die kindbezogene Förderung übernehmen muss, wenn ein Kind aus der Gemeinde den auswärtigen Platz belegt. Fall 2: Eine Gemeinde muss auf Antrag des Trägers auswärtige Plätze finanzieren, wenn Eltern diese in Anspruch nehmen, weil die Gemeinde den festgestellten Bedarf nicht durch ausreichende, von ihr in der eigenen Gemeinde oder auswärtig anerkannte Plätze decken kann. Art. 23 Abs. 1 BayKiBiG setzt damit voraus, dass ein Bedarf für eine bestimmte Zahl von Plätze besteht, jedoch von der Aufenthaltsgemeinde keine ausreichende Zahl an Plätzen in Einrichtungen als bedarfsnotwendig bestimmt oder anerkannt wurde (Unterversorgung). Der Bedarf setzt sich dabei aus zwei Teilen zusammen: Bedarf besteht, wenn entweder die Zahl der Plätze nicht ausreicht und/oder wenn kein ausreichend plurales Angebot vorliegt. Plätze fehlen auch, wenn eine Gemeinde nur 6-Stunden-Plätze statt Ganztagsplätze anbieten kann. Die Zahlungspflicht nach Absatz 1 wird durch Absatz 2 eingeschränkt. Danach kann die Gemeinde einen Förderantrag ablehnen, wenn sie auf einen zumindest sechsstündigen freien Platz verweisen kann. Die objektiv-rechtliche Verpflichtung, ein bedarfsgerechtes Angebot unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Eltern bereitzustellen, schränkt Absatz 2 jedoch nicht ein. Eine etwaige Argumentation, man müsse nur 6-Stunden-Plätze vorhalten und könne damit dann alle Gastkinderanträge ablehnen, geht daher fehl. Die Möglichkeit einer Gemeinde, Anträge von Trägern auswärtiger Einrichtungen mit Verweis auf ein ausreichend plurales Angebot abzulehnen, besteht außerdem nur, wenn die Gemeinde eine Bedarfsplanung durchgeführt hat.
22

Dunkl/Eirich: Kommentar zum Bayerischen Kinderbildungs- und –betreuungsgesetz, Gemeindeund Schulverlag Bavaria GmbH, München 2006

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Eine Befreiung von der Förderverpflichtung ist zudem nach Absatz 3 möglich. Eine Gemeinde muss einen auswärtigen Platz auch dann nicht fördern, wenn sie einen freien Nachmittagsplatz anbieten kann, die Eltern jedoch einen Vormittagsplatz wünschen. Eingeschränkt wird diese Möglichkeit jedoch durch den Fall, dass Eltern aus einem besonderen Grund einen Vormittagsplatz benötigen, beispielsweise wegen Halbtagstätigkeit oder wenn bereits ein Geschwisterkind die Einrichtung vormittags besucht. Fall 3: Die Härtefallregelung in Art. 23 Abs. 4 kommt immer dann in Betracht, wenn die Gemeinde zwar einen freien geeigneten Betreuungsplatz anbieten bzw. auf ein freies Angebot nach den Absätzen 2 und 3 verweisen kann, die Eltern jedoch aus einem zwingenden persönlichen Grund einen Betreuungsplatz außerhalb der Gemeinde in Anspruch nehmen möchten. Wann ein zwingender persönlicher Grund vorliegt, wird im Gesetz nicht abschließend geregelt. Zwingende persönliche Gründe können beispielsweise die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder der Wunsch nach Erziehung des Kindes in einem Kindergarten eines Trägers der eigenen Religionszugehörigkeit sein.

Beispiel für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Die Kindergärten in der Aufenthaltsgemeinde bieten längstens eine Betreuungsmöglichkeit bis 15.00 Uhr. Die Eltern müssen jedoch bis 16.00 Uhr arbeiten und benötigen dann noch 30 Minuten vom Arbeitsplatz bis in ihre Heimatgemeinde. In der Nähe der Arbeitsstelle der Mutter gibt es aber einen Kindergarten, der bis 17.00 Uhr geöffnet ist und in dem das Kind während der gesamten Arbeitszeit der Eltern betreut werden könnte.

Wird der zwingende persönliche Grund bejaht, führt dies in der Regel auch zur Leistungspflicht der Gemeinde, es sei denn, es bestehen Einwände, die nicht in der Person des Antragstellers liegen. Die Aufenthaltsgemeinde kann aber von den Eltern verlangen, dass sie einen angemessenen Teil der kindbezogenen Förderung übernehmen. Die Höhe der Mitfinanzierung soll an der Leistungsfähigkeit der Eltern bemessen werden und darf höchstens 50 Prozent der kindbezogenen Förderung betragen. Die Mitfinanzierung stellt somit einen Ausgleich zwischen den Interessen der Gemeinde und der Eltern dar.

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