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Die aktive Stadt

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Dokumentation

DOKUMENTATION EXPERTENGESPRÄCH 3
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Wissenschaftsstadt Darmstadt / Freischlad + Holz / Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg / Caritasverband Darmstadt e.V.

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

Impressum Auftraggeber: Landeshauptstadt Hannover: Der Oberbürgermeister Baudezernat Rudolf-Hillebrecht-Platz 1 30159 Hannover Tel. 0511 / 168 - 46464 Fax 0511 / 168 - 41390 Uwe Bodemann Michael Heesch Hanne Lahde-Fiedler Dr. Reinhard Wolf

Auftragnehmer Moderation: Freischlad + Holz Planung und Architektur Spreestraße 3 a 64295 Darmstadt Tel. 061 51 / 331 31 Fax 061 51 / 331 32 Brigitte Holz Eva Koch Auftragnehmer Planung: Machleidt + Partner - Büro für Städtebau Leuschnerdamm 31 10999 Berlin Tel. 030 / 609 777-0 Fax 030 / 609 777-29 Prof. Hildebrand Machleidt Juliane Schonauer Benjamin Wille bgmr Landschaftsarchitekten_AG Giseke / Fenk Prager Platz 6 10779 Berlin Tel. 030 / 214 59 59-0 Fax. 030 / 214 59 59-59 Prof. Undine Giseke Anne-Katrin Fenk mbup Michael Braum + Partner Kreuzbergstraße 30 10965 Berlin Tel. 030 / 850 70 57 20 Fax 030 / 850 70 57 10 Christiane Axer Thomas Richter Florian Hutterer

Darmstadt, Oktober 2009

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' Inhalt 1. 2. 3. 4. 5. 6. Begrüßung .........................................................................................................................3 Kontext der Veranstaltung / Resümee des ersten Veranstaltungszyklus...........................4 Partner für die Entwicklung der Innenstadt .......................................................................5 Aussprache im Plenum ......................................................................................................6 Erkenntnisse aus den Foren 1 + 2 ....................................................................................8 Regelwerk Hannover City 2020........................................................................................11 6.1 6.2 6.3 6.4 7. 8. Maßnahmen- / Strategievorschläge.............................................................................11 Stadt als Labor / Aktionen..............................................................................................16 Wettbewerb Hannover City 2020 – Programmvorschläge .........................................21 Aktive Partner ...................................................................................................................37

Anmerkungen des Plenums .............................................................................................39 Dank und Verabschiedung ...............................................................................................40

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

Dokumentation 003 Anlass: Termin: Ort: Teilnehmer/innen Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' 26.08.2009, 14.00 – 18.00 Uhr Neues Rathaus, Gobelinsaal, Trammplatz 1, 30159 Hannover s. Anhang

1. Begrüßung

Uwe Bodemann, Stadtbaurat der Landeshauptstadt Hannover
Herr Bodemann begrüßt alle Anwesenden und gibt zu Beginn des Gesprächs einen kurzen Überblick über den Stand des Prozesses 'Hannover City 2020', in dessen Kontext bislang drei Behördenrunden sowie zwei Expertengespräche und Innenstadtforen zu den Themen 'Die lebendige Stadt' und 'Die schöne Stadt' und 'Die aktive Stadt' durchgeführt wurden. Im Ergebnis ist ein großes Interesse an der Innenstadtentwicklung und den damit verbundenen Überlegungen und Konzepten festzustellen.

Abb. 1: Prozessablauf Hannover City 2020

Er betont, dass es beim heutigen Termin auch darum geht, explizit mit den Teilnehmenden, als Akteuren der 'aktiven Stadt' und Partnern für die Innenstadt, ins Gespräch zu kommen.

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' 2. Kontext der Veranstaltung / Resümee des ersten Veranstaltungszyklus

Brigitte Holz, Freischlad + Holz
Durch Frau Holz wird nach Vorstellung des Podiums1 ein kurzer Überblick über den gesamten Dialog- und Planungsprozess sowie den 1. und 2. Veranstaltungszyklus gegeben. Der erste Veranstaltungszyklus des öffentlichen Dialogs Hannover City 2020 verfolgte das Thema 'Die lebendige Stadt'. Im Mittelpunkt des von Frau Holz moderierten 1. Expertengesprächs sowie des 1. öffentlichen Innenstadtforums stand die Vorstellung und Diskussion des funktionalen Profils der Innenstadt. Erörtert wurden Stärken und Schwächen der Innenstadt als Wohnort, als Arbeitsort, als Kulturort und als Handelszentrum. Thema des 2. Veranstaltungszyklus war 'Die schöne Stadt'. Hans Werner Dannowski führte als Mentor in das Thema ein. Nach der Präsentation des aktuellen Planungsstandes durch die Büros Machleidt + Partner / mbup Michael Braum + Partner / bgmr Landschaftsarchitekten_AG Giseke/Fenk standen die Interventionsräume City – Nordstadt, Altstadt – Südstadt und Altstadt – Calenberger Neustadt zur Diskussion. Im Innenstadtforum wurden durch Prof. Dr. Wolfgang Haller (SHP Ingenieure) ergänzend verkehrliche Fragestellungen zum Cityring behandelt. Beide Veranstaltungszyklen wurden dokumentiert und stehen im Internet unter www.Hannovercity2020.de zur Verfügung. Zur Einstimmung in die heutige Veranstaltung werden die wesentlichsten Anregungen und Hinweise des 2. Veranstaltungszyklus kurz zusammengefasst: City - Nordstadt

2. Expertengespräch
Historische Bedeutung des Klagesmarkts würdigen / Zwischen Bebauung (u.a. Wohnen) und Freiraumgestaltung (u.a. Veranstaltungsort, insbesondere 1. Mai) des Klagesmarktes abwägen / Identität der Orte (Klagesmarkt / Nikolaifriedhof) herausarbeiten / Durch Umgestaltung und Schaffung neuer Wohnangebote die angrenzenden Quartiere stärken und in Beziehung setzen

2. Innenstadtforum
Rückbau des Goseriedekreisels umsetzen / Bebauung der Mitte zur Verdichtung der Nutzungen und Schließung der Bebauung andenken / Behutsam Bebauung und Nicht-Bebauung abwägen Altstadt - Südstadt

2. Expertengespräch
Umbau des Köbelinger Marktes zu einem innerstädtischen, gemischt genutzten Quartier vornehmen / Verbindung Altstadt – Rathaus über den Friedrichswall stärken / Trammplatz u.a. durch Anheben des Niveaus zu einem attraktiven städtischen Platz umgestalten / Bebauung östlich des Rathauses prüfen

2. Innenstadtforum
Stadtumbau in diesem Bereich vornehmen / Trammplatz anheben und zum Stadtplatz umbauen, zeitgleich Friedrichswall zurückbauen / Abwägung weiterer Bebauung in Symmetrie oder Asymmetrie zum Rathaus im städtebaulichen Wettbewerb behandeln Altstadt – Calenberger Neustadt

2. Expertengespräch
Verbindung zwischen Altstadt und Calenberger Neustadt stärken / Freiraum des Leibnizufers gestalterisch aufwerten / Leine erlebbar machen, Wasserspiegel anheben, Brücken qualifizieren / Hohes Ufer stärken und gestalten / Verkehrstrassen zurückbauen / Bebauung am Wasser (Wohnen / Kultur) mit Freiraum1

Uwe Bodemann (Stadtbaurat), Prof. Hildebrand Machleidt, Juliane Schonauer, Prof. Undine Giseke (Planungsgemeinschaft Machleidt + Partner /mbup Michael Braum + Partner / bgmr Landschaftsarchitekten_AG Giseke/Fenk), Prof. Rolf Wernstedt (Mentor) 4

Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' aufwertung abwägen / Erdgeschosszonen auf der Seite der Calenberger Neustadt attraktivieren / Gesamträumlichen Kontext beachten

2. Innenstadtforum
Leine erlebbar machen / Breite des Cityrings minimieren / Bebauung nicht gegen Freiflächen ausspielen, beide Komponenten zusammenbringen. Auf den Umgang mit den Arbeitsergebnissen und Anregungen wird Juliane Schonauer unter dem Stichwort 'Erkenntnisse aus den Foren' eingehen. Prof. Rolf Wernstedt wird als Mentor in das Thema des heutigen Tages 'Die aktive Stadt' einführen. 3. Partner für die Entwicklung der Innenstadt

Prof. Rolf Wernstedt, Mentor für das Projekt Hannover City 2020
Im Rahmen des Projektes Hannover City 2020 können die Überlegungen zu einer aktiven Stadt nur bedeuten, die bisher erarbeiteten und diskutierten Zielvorstellungen der Stadtentwicklung Hannovers zu benennen und diese zur Grundlage für weitere Diskussionen und Entscheidungsprozesse für alle Akteure zu machen. Das betrifft sowohl die Akteure der 'Hardware' - Immobilienwirtschaft, Eigentümer, Planungsbevollmächtigte - als auch der 'Software' - Kulturwirtschaft, Eventplanung und -organisation, öffentliche Räume etc.. Diese Zielaspekte müssen in einem regelmäßigen Verständigungsprozess überprüft und ggf. angepasst werden. Berücksichtigung der Zielaspekte bedeutet, dass jede Einzelmaßnahme im Horizont der Gesamtzielvorstellungen gesehen werden muss. Bisher im Prozess HC 2020 erkennbar gewordenen Ansprüche, die Bestandteil von Leitvorstellungen sein können und sollen, sind: – Ökonomische Prosperität und ihre städtebaulichen Faktoren; Immobilienwirtschaft und Liegenschaftsbewirtschaftung müssen daran interessiert werden und bleiben, dass ihre ökonomischen Interessen eine auf die Allgemeinheit bezogene Komponente hat, die sich auch in der sichtbaren Gestalt des Stadtbildes wiederfinden sollte. Ermöglichung von mehr Wohnvielfalt und ihre Einbindung in die Stadtquartiere Bei allen Neubauten sollte der architektonische Reiz nicht vernachlässigt werden. Anspruchsvolle und gefällige Architektur müssen sich nicht ausschließen. Einheitsarchitektur von Los Angeles über London bis Wladiwostok gibt es genug. Mit Schönheit hat diese Architektur nichts zu tun Balance zwischen Verkehrsgünstigkeit und -belästigung Künstlerische Anregungsvielfalt und kulturell-sportliche Dynamik; Zusammenarbeit der Museen, Kunst im öffentlichen Raum in Hannover mit Vorbildcharakter und Entwicklungspotential, Perspektivwechsel der Museen Bewahrung, Sichtbarmachung und evtl. Rekonstruktion historischer Identität; Nikolaikapelle, LavesAchsen, Wasser, Innenstadtfriedhöfe usw. Repräsentations- und Inszenierungsfähigkeit; Platzdenomination, Blick auf die Stadt von den Freiflächen aus Umweltgerechtigkeit und landschaftsräumliche Gestaltung; 'Stadt der Gärten' oder 'Stadt als Garten'. Muss das Verständnis von Urbanität und Natur / Kulturlandschaft neu definiert werden? Ergeben sich hierdurch neue Interventionsräume? Integrationskraft unterschiedlicher kultureller und ethnischer Einflüsse; Steintorviertel Fähigkeit zur Interaktivität; Wie aktiviert man die verschiedenen Ethnien? Nachtleben; Was ist eine lebendige nächtliche Stadt? Verhältnis von privaten und öffentlichen Räumen; Gestaltung von Straßen und Plätzen, Lange Laube, Platz der EXPO, Ernst-August-Platz, Raschplatz usw. Respektierung verschiedener Nutzer der Innenstadt zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten; Einkäufer, Touristen, Kinder, Jugendliche, Flaneure, Wohnbevölkerung, Arbeitende und Dienstleister.
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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' Es ist davon auszugehen, dass die Prozesse der Stadtentwicklung vielfältiger geworden sind. Die verantwortliche Kommunalpolitik mit ihrer politischen Repräsentanz (Rat und Oberbürgermeister) und ihrer Fach- und Planungskompetenz (Dezernate, Baudezernat und nachgeordnete Behörden wie Denkmalschutz etc.) bleibt die erste, weil einzig demokratisch legitimierte Instanz jeder Stadtentwicklung. Sie muss sich jedoch darauf einstellen, dass sich jeweils lokal spezifische Akteurskonstellationen und Kooperationsstrukturen etablieren. Insofern wird sie je nach Konstellation verschiedene Rollen einnehmen, mal als Ermöglicherin, mal als Reguliererin, mal als Impulsgeberin, mal als Unternehmerin, mal als Kommunikatorin, mal als Mediatorin, mal als Vorschiftengeberin usw. Eine aktive Stadt ist eine interaktive Stadt. Alle möglichen Akteure haben die Aufgabe, die Entwicklung der Innenstadt insgesamt im Blick zu haben. Es reicht für eine aktive Stadt nicht aus, wenn die Akteure nur die eigenen spezifischen und möglicherweise legitimen Interessen vertreten. Die aktive Stadt ist insofern auch eine kommunizierende Stadt. Für die weitere Entwicklung dieses Prozesses muss man die Akteure identifizieren (Expertenliste u. a.), um – – – – – – – ihre Interessen zu verstehen und zu beurteilen, ihr Engagement zu stimulieren, die Interdependenzen ihrer Interessen zu beschreiben und bewusst zu machen, ihr Interesse an der Weiterentwicklung zu verstetigen, ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit glaubwürdig zu organisieren, Ermutigungen zu öffentlichen Meinungsäußerungen, Vorschlägen und Interventionen zu leisten, Formen zu entwickeln, in denen aus der Diskussion, der Interessenbekundung, der Informationsverarbeitung und der Akzeptanz von gefundenen Lösungen die Realisierung von Projekten betrieben werden kann.

Die Organisierung eines solchen Prozesses ist nicht einfach. Man muss auch die Demokratie nicht neu erfinden. Ob für komplexe Strukturen und Anforderungen aber schon alle Möglichkeiten bedacht worden sind, ist eine immer wieder neu zu stellende Frage. Hannover City 2020 hat mit seinen mehrgestaltigen Akzenten - Mentoren, Bauverwaltung, Öffentliche Foren, Beauftragung von Architekten- und Stadtplanungskompetenz, moderierte Beteiligungsgespräche, moderierte öffentliche Präsentation, Wettbewerbsvorbereitung und -durchführung etc. - neue Elemente eingeführt und zu einem respektabeln Zwischenstand geführt. Gleichwohl bleiben einige Frage offen: Wie geht es weiter? Wie soll der Wettbewerb, dessen Gestaltung die Grundlage des bisherigen Vorgehens war, gestaltet sein; einstufig / mehrstufig? Im Kern geht es um die Frage, ob es im Interesse der Weiterentwicklung der Stadt erweiterte demokratische Beratungsrechte geben kann und wie man ein solches Mitwirkungsrecht so gestaltet, dass nicht nur geredet, sondern auch qualitätvoll gedacht und gehandelt werden kann. Überzeugende städtebauliche Pläne erleichtern schon aufgrund ihrer Qualität die Realisierung der mit ihnen verbundenen Ziele. Ihre Verankerung in den Köpfen möglichst vieler Akteure ist daher ein wichtiges Ziel der weiteren Stadtentwicklung. Dieser Ansatz wird umso wichtiger, wenn die Leitfunktion öffentlicher Investitionen immer seltener eingesetzt werden kann. Sichere Rahmenbedingungen sind deshalb gerade für die privaten Akteure wichtig, um die öffentliche Verantwortung der Stadtentwicklung durchzusetzen und sichtbar zu machen. Dies setzt voraus, dass sich die verschiedenen Dezernate der Stadtverwaltung in diesen Prozess aktiv einbringen. Die Zuständigkeit ist fachlich begründet, die Verantwortung allgemein. 4. Aussprache im Plenum Frau Holz bedankt sich bei Herrn Prof. Wernstedt für die Einführung. Sie hält fest, dass eine aktive Stadt gleichzeitig eine interaktive Stadt ist. D.h. alle möglichen Akteure haben die Aufgabe, die Entwicklung der Stadt und der Innenstadt neben ihren eigenen spezifischen und legitimen Interessen als Gesamtentwicklung im Blick zu haben. Die aktive Stadt ist folglich eine kommunizierende Stadt. Spannend ist dabei natürlich die Frage, wer mit wem, worüber und wann spricht? Wer in welchem Kontext agiert?
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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' Brigitte Holz weist darauf hin, dass Juliane Schonauer im Rahmen der Vorbereitung des Veranstaltungszyklus zur 'aktiven Stadt' festgehalten hat, dass – – – eine aktive Stadt eine breite Beteiligung und Mitwirkung am Stadtentwicklungsprozess im Sinne des Gemeinwohls erfordert jede Bürgerin und jeder Bürger durch ihr / sein Verhalten bewusst oder unbewusst die Innenstadt gestaltet jeder im Gegenzug von einer funktionierenden und attraktiven Innenstadt profitiert.

Herr Bodemann weist darauf hin, dass das Thema der Vernetzung und Kommunikation einen hohen Abstraktionsgrad hat. An die Immobilienwirtschaft richtet er die Frage, ob diese neben den eigenen Partikularinteressen auch die gesamtstädtische Entwicklung im Blick hat. Bezugnehmend auf den Vortrag von Herrn Prof. Wernstedt hält er fest, dass die erweiterte Beteiligung der Stadtgesellschaft an der Stadtentwicklung konsequenter Weise dazu führen muss, dass demokratisch implementierte Runden bzw. Gremien auch Aufgaben abgeben.

Akteure
Seitens der Immobilienwirtschaft wird ein großes Interesse an einer schönen, aktiven Stadt bekundet, da davon auch der Erfolg einer Immobilie abhängt. Gleichzeitig wird festgehalten, dass es immer sowohl engagierte und weniger engagierte Akteure gibt. Das Interesse ist meist ähnlich, die Aktivierung der Eigentümer jedoch oft schwierig. Bezugnehmend auf die Frage, welche Akteure in einer Innenstadt tätig sein müssen, werden Handel, Mieter, Grundstückseigentümer und Architekten, aber auch die Landeshauptstadt Hannover benannt. Erfolg versprechend in der Kommunikation sind Netzwerke wie die City-Gemeinschaft, die unterstützend wirken und organisatorisch als Ansprechpartner fungieren. Es wird darauf hingewiesen, dass sich die Akteure der Innenstadt in Gruppen abbilden. Der Handel, häufig Hand in Hand mit großen Investoren, ist als Partner klar identifizierbar. Daneben gestaltet eine Vielzahl Eigentümer/innen kleiner Immobilien, zu denen wenig oder kein Kontakt besteht, die Innenstadt erheblich mit. Diese Gruppe hat nahezu keine Interessensvertreter, d.h. sie ist schwer in die Diskussion der Innenstadtentwicklung und in den Prozess des Wettbewerbs zu integrieren. Im Fazit wird festgehalten, dass Kleineigentümer, die sich nicht in Prozesse einbringen, Management und Beratung benötigen. Dies könnte als 'aufsuchendes Eigentümermanagement' bezeichnet werden. Eine intensive Beratung und Anlaufstelle ist auch nötig, wenn die Entwicklung des innerstädtischen Wohnens mit kleinteiligen Eigentumsformen einhergehen soll. Darüber hinaus besteht breites Einvernehmen, dass auch informelle Gruppen und ihre Interessen kaum zu erfassen sind. Allerdings ist bei diesen häufig viel Wissen und Bereitschaft zum Engagement vorhanden. Bei der Freiraumplanung ist u.a. das Zusammenspiel mit Jugendlichen sehr wichtig, da sie öffentliche Räume entscheidend nutzen und bespielen. Auch hier ist oft keine Lobby vorhanden. Zu bedenken gegeben wird, dass die Innenstädte bereits heute und in der Zukunft noch vermehrt von Großinvestoren beeinflusst sein werden. Es ist daher nötig, sich mit den positiven und negativen Wirkungen dieser Tendenz auseinander zu setzen. Ein weiterer Handlungsansatz wird in der plakativeren Darstellung der Stadtquartiere und ihren vielfältigen Angeboten gesehen, die häufig bislang keine Außenwirkung entfalten. Dabei sind sie für das äußere Erscheinungsbild Hannovers ggf. von hoher Relevanz. Auch hier muss überlegt werden, wie Interessenlagen eingebunden werden können. Im Resümee wird festgehalten, dass über die Mitwirkung der Eigentümer hinaus auch die Stadtverwaltung in der Innenstadt selbst aktiv werden muss. Dies kann sich über die Schaffung guter Ansiedlungs- und Standortbedingungen, aber auch über die Förderung eines breiten Spektrums an Nutzungen und die Attraktivierung des öffentlichen Raums vollziehen. Ein erfolgreiches Beispiel städtischer Aktivität ist das kommunale Stadtplatzprogramm 'Hannover schafft Platz', das in diesem Jahr einen Preis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) im Wettbewerb 'Stadt bauen Stadt leben' erhalten hat. Das Stadtplatzprogramm fokussiert die
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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' gestalterische Aufwertung des öffentlichen Raumes und aktiviert darüber hinaus bürgerschaftliches Engagement durch die prozessbegleitende Bürgerbeteiligung

Quartiersinitiative Niedersachsen
Durch die Quartiersinitiative Niedersachsen (QiN), eine Modellförderung vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit für die Belebung der Innenstädte, werden Grund- und Immobilieneigentümer für Belange der Stadtentwicklung aktiviert und in der Profiliierung ihres Quartiers bzw. Umfeldes unterstützt. QiN war auch in Hannover ein wichtiger Einstieg zur Entwicklung von Quartieren, da das Programm andere Denk- und Finanzierungsstrukturen als die klassische städtebauliche Sanierung aufweist. Aus QiN sind wichtige, nachhaltige Initiativen entstanden, wie vor Kurzem auch das Beispiel Luisenstraße in Hannover. Ein BID-Gesetz wird vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen als nicht notwendig erachtet.

Beteiligung und Kommunikation
Grundsätzlich wird dafür plädiert, den begonnenen Prozess Hannover 2020 transparent, kommunikativ und öffentlich informativ fortzusetzen. Festgehalten wird in diesem Zusammenhang, dass insbesondere die Behandlung konkreter Quartiere und Orte Interesse und Beteiligung hervorruft. Angemerkt wird, dass z.B. die Einzelhändler der Innenstadt aktiv wurden, als sich Planungen der ECE konkretisierten. In diesem Kontext ist die Bereitstellung von Geldern u.a. durch die LHH für die Instandsetzung von Plätzen letztendlich auch dem Einfluss von außen geschuldet. Mit Hannover City 2020 und dem eingeleiteten Stadtdialog, der Außenwirkung des Projektes und dem geplanten Wettbewerb ist eine neue qualitätsvolle Informations- und Beteiligungskultur verbunden, die auf viel Zuspruch stößt. Auch die Beteiligung am weiteren Prozess, zu dem wesentlich das Austauschen von Meinungen und Interessen während des Wettbewerbs gehört, wird als sehr wichtig erachtet. Hier sind innovative Verfahren zu implementieren. Hannover City 2020 hilft, Sensibilität für die Innenstadt zu entwickeln und Konflikte bzw. unterschiedliche Interessenlagen frühzeitig zu erkennen. Diese Effekte sind zu kultivieren. Beim Prozess Hannover City 2020 wird die Kunst in der Verstetigung und der Aufrechterhaltung des Interesses über einen längeren Zeitraum liegen. Brigitte Holz resümiert, dass es ein großer Erfolg wäre, wenn die städtebaulichen Vorplanungen des Regelwerks für die Innenstadt Hannover, die in ein Innenstadtkonzept münden sollen, als öffentlich legitimiertes Regiebuch für die weitere Entwicklung der Innenstadt verabschiedet werden könnten. Damit verbunden wäre eine vielschichtige Sensibilisierung für die Belange der Innenstadt einerseits, für die stadttragenden Gruppierungen andererseits, womit nicht nur die klassischen Dialoggruppen gemeint sind. 5. Erkenntnisse aus den Foren 1 + 2

Juliane Schonauer, Planungsgemeinschaft Machleidt + Partner, Michael Braum + Partner, bgmr Landschaftsarchitekten_AG Giseke / Fenk
Frau Schonauer erläutert die abgestimmten Erkenntnisse aus den bisherigen Gesprächen und Foren:

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' Wohnen in der Innenstadt – – – – – – – Wohnen in der Innenstadt fordern und fördern, als gemischte Immobilien (Mindestwohnanteil) und als innerstädtische Wohnform Modellvorhaben für Wohnen und Arbeiten, Generationsübergreifendes Wohnen, Baugruppen etc. in der Innenstadt durchführen Geeignete Standorte identifizieren (Kataster) Voraussetzungen für Wohnungsbau schaffen (geeigneter Bodenpreis und Liegenschaftspolitik, Planungsrecht schaffen, entsprechendes Flächenmanagement etc.) Bauherren und Nutzer aktiv suchen und im Prozess begleiten Wohnumfeld/Quartiersverbesserung betreiben Leerstehende Parkhäuser, Büro-/Handelsgebäude und -geschosse bei Eignung zu Wohnen umnutzen

Arbeits-/Handelszentrum City – – – – – – Vielfalt/ Nutzungsmischung fordern und fördern, im Block, auf der Parzelle, im Gebäude Rückseiten mit Nutzungen qualifizieren, Servicezonen normalisieren, Bedarf an Parkgaragen prüfen und ggf. umnutzen Verbindung von der Einkaufscity in die Altstadt, zur Leine und zum Maschpark attraktiver machen, Orientierung und Führung verbessern Vielfältige Qualität der Innenstadt nutzen, mit der besonderen Erlebniswelt von Kultur, Altstadt und Landschaft werben und sie fördern Mit der Verästelung der Handelslagen bewusst arbeiten und diese qualifizieren Keine weiteren Handelsflächenkonzentration à la Einkaufs - Galerie/Center

Nutzung öffentlicher Räume (siehe Abb. 3) – – – – – – – Öffentliche Räume offen nutzbar halten - ohne zu starke Privatisierung und Kommerzialisierung Aufenthalt und Verweilen ermöglichen Genaue Prüfung und Auswahlkriterien für Sondernutzungen - zwischen belastbaren und sensiblen Stadträumen differenzieren Räume neu entdecken und ins Gedächtnis bringen, Rückseiten beleben Verkehrsräume zurückgewinnen Kulturelle Schwerpunkte bei der Nutzung öffentlicher Räume setzen Kunst im öffentlichen Raum gezielt einsetzen – Konzept

Räumliche Gestalt (siehe Abb. 4) – – – – – – Räumliche Zusammenhänge in der Altstadt wieder herstellen Laves-Achsen und Plätze aufräumen und durch abgestimmte Gestaltung kenntlich machen Weite offene Räume um Steintorplatz, St. Nicolaifriedhof / Klagesmarkt fassen und konturieren Wasserläufe in der Stadt und in der Landschaft erlebbar machen Besondere Landschaftsräume und Freiraumqualitäten deutlicher herausarbeiten Den Übergang von Stadt und Landschaft prägnanter gestalten (Regierungsviertel)

Höhenentwicklung, Blicke und Stadtsilhouette (siehe Abb. 5 und 6) Frau Schonauer erläutert, dass sich die Erarbeitung des Regelwerks auch auf die Dreidimensionalität der Stadt bezieht. In Hannover sind die Höhendominanten gesetzt. Es geht nun darum, die Blicke zu öffnen und zu führen. Damit ist nicht gemeint, dass überall in der Stadt alles zu sehen sein muss, sondern dass Charakteristika herausgearbeitet werden.
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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' Welches Leitbild verfolgt Hannover? Bei der Erarbeitung eines Leitbildes / eines Mottos für Hannover geht es um folgende Fragen: – – – Was ist das Motto der Stadt? Was ist das Programm? Was ist das Bild?

Ein Slogan muss mit Programm gefüllt werden. Aus Sicht der Planer sind hier keine 'Neuerfindungen' nötig. Für Hannover waren und sind Titel wie 'Expostadt', 'Stadt als Garten', 'Stadt der Gärten' und 'Messestadt' aktuell. Leitbilder für die Innenstadt Frau Schonauer geht darauf ein, dass nicht 'ein' städtebauliches Leitbild, sondern dass ortsbezogen und behutsam ein Programm erarbeitet wird. Maximen hierzu sind u.a.: – – – – – – mit dem Bestehenden arbeiten Stadt behutsam weiterentwickeln Prägnanz und Kontur schaffen Stadtverkehr verträglich gestalten Wohnen zurück in die Stadt bringen - Nutzungsvielfalt stärken besondere Orte/ Lagen herausarbeiten

Im Fazit hält sie fest, dass in Hannover das Bild der Innenstadt stark auch von Landschaftsräumen, wie z.B. dem Flusslauf der Leine geprägt ist (siehe Abb. 2).

Abb. 2: Stadtbildprägende Strukturen (Machleidt + Partner / mbup)

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' 6. Regelwerk Hannover City 2020

Juliane Schonauer, Planungsgemeinschaft Machleidt + Partner, Michael Braum + Partner, bgmr Landschaftsarchitekten_AG Giseke / Fenk
Frau Schonauer erläutert für das Planungsteam die Maßnahmen- und Strategievorschläge für die Interventionsräume. 6.1 Maßnahmen- / Strategievorschläge Potenzielle Interventionsräume (siehe Abb. 7) Die behandelten Interventionsräume kristallisierten sich bereits in den Rundgängen der Mentoren heraus; sie wurden danach zunehmend präzisiert. In den Plänen 7-9 werden Maßnahmen und Strategien für die Interventionsräume vorgeschlagen und verortet. Im Folgenden werden beispielhafte Maßnahmen aufgezeigt. Interventionsraum City – Nordstadt (siehe Abb. 8) Der Klagesmarkt ist der verbindende Ort zwischen dem Quartier nördlich Postkamp und Körnerstraßenviertel. Die Quartiere sind durch die Hauptverkehrsstraßen räumlich begrenzt und können aufgrund ihres 'Inselcharakters' wenig Entwicklungsdynamik entfalten. Durch die Gestaltung und ggf. Neubebauung des Klagesmarktes werden Entwicklungsimpulse erwartet, die die Quartiere stärken. Über Aufwertungsmaßnahmen in den einzelnen Quartieren sollte dies flankiert werden. Hier sind Akteure für Wohnungsvorhaben zu gewinnen. Von Bedeutung ist auch die Umnutzung des Postscheckamts und des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs. Interventionsraum Altstadt – Südstadt (siehe Abb. 9) Ziel ist, die Stadt zum Landschaftsraum zu führen; u.a. ist die attraktive Nähe zum Maschpark zu nutzen. Im besonderen Fokus steht in diesem Kontext u.a. der Weg zum Neuen Rathaus. Für schwierige Grundstücke, wie den Köbelinger Markt, sind mit Fingerspitzengefühl Partner und Investoren für die Entwicklung zu finden. Private Aktivitäten, u.a. zur Belebung von leer stehenden oberen Geschossen, sollten auch durch die öffentliche Hand gefördert werden. Der Umbau des Cityrings ist eine große Aufgabe, die gemeinsam getragen werden sollte. Interventionsraum Altstadt – Calenberger Neustadt (siehe Abb. 10) Die Verzahnung Calenberger Neustadt – Altstadt / Innenstadt, u.a. über die Schmiedestraße, bietet beispielhaft die Möglichkeit 'shared space' einzuführen. Am Leineufer kann sich eine Pegelerhöhung der Leine gewinnbringend auswirken. Dabei sind gleichzeitig Überlegungen anzustellen, was am Ufer stattfinden kann. Bauflächen sollten geschaffen und veräußert werden, um Interventionen der öffentlichen Hand mitzufinanzieren.

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

Pläne Erkenntnisse aus den Foren 1 + 2 Machleidt + Partner

Abb. 3: Öffentlicher Raum

Abb. 4: Raumkanten

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

Abb. 5: Höhenentwicklung, Blicke und Stadtsilhouette

Abb. 6: Höhenentwicklung, Blicke und Stadtsilhouette

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

Pläne Interventionsräume Machleidt + Partner

Abb. 7: Potenzielle Interventionsräume

Abb. 8: City - Nordstadt

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

Abb. 9: Altstadt - Südstadt

Abb. 10: Altstadt – Calenberger Neustadt

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

6.2 Stadt als Labor / Aktionen Durch Juliane Schonauer wird einleitend daraufhingewiesen, dass sich die aufgezeigten Projekte und Maßnahmen zur Entwicklung der Interventionsräume über Jahrzehnte erstrecken werden. Um die mit der Realisierung verbundenen Qualitäten im Voraus zu entdecken, werden vielfältige temporäre Aktionen vorgeschlagen. Relevante Ziele und damit verbundene Aktionen sind im folgenden aufgeführt und mit Assoziationen belegt. Uferzonen wahrnehmen – Temporäre Nutzung der Uferbereiche; Beispiel: Leine Suite (bereits realisiert) Die Leine Suite könnte Beispiel für weitere Nutzungen am Ufer sein, die die Wasserlage Hannovers stärker ins Bewusstsein rufen. Bespielung öffentlicher Räume – Temporäre Nutzung öffentlicher Plätze, z.B. Waterlooplatz (wie z.B. Public Viewing während der WM, Zirkus etc) Beispiele: Openair Theater, Kino, Konzerte, Fête de la musique Der deutlich untergenutzte Waterlooplatz ist aufgrund seiner Größe prädestiniert für große Musik-, Theater-, Kino- und Kulturveranstaltungen. Man sollte die Chance seiner Belebung und den damit verbundenen Brückenschlag zwischen der Calenberger Neustadt und den umgebenden Quartieren noch stärker nutzen.

Leine-Suite

Waterlooplatz

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

Orte/Plätze aktivieren – Mobile Bühnen / Stege, z.B. Trammplatz Beispiele: Flutstege, Venedig; Schlossplatz, Berlin Eine erste Möglichkeit den Trammplatz in einer neuen Höhenlage zu testen, können Stege oder Tribünen und das Ausrichten von Festen auf dem Platz sein. Blicke verändern – Temporäre Kulissen, z.B. Klagesmarkt Beispiele: Bauakademie, Berlin; Leipziger Platz, Berlin Mit temporären Kulissen können Sehgewohnheiten beeinflusst und Wirkungen von Gebäuden erprobt werden. Diese könnten auch die Möglichkeit bieten, Planungen öffentlich zu visualisieren. In Berlin hat dieses Vorgehen an wichtigen Orten bereits Tradition.

Trammplatz

Venedig

Klagesmarkt

Berlin Bauakademie

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

City und Altstadt stärker vernetzen – Installationen und (Stadtteil-)Feste zur Belebung und Verknüpfung von Quartieren, z.B. Schmiedestraße stärken durch Verlegung des Flohmarktes vom Leineufer und des Wochenmarktes vom HannsLilje-Platz Beispiele: Weihnachtsmarkt (wie am Platz der Weltausstellung), Markttreiben Über Märkte und Feste in der Schmiedestraße könnte diese stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Verkehrsräume minimieren – Temporäre Umnutzung von Fahrspuren, z.B. am Cityring Beispiel: Strand an der Seine in Paris, Frankreich In einem ersten Schritt des Cityring-Umbaus könnte im Sommer eine Fahrspur abmarkiert werden, um diese für Skater und Radfahrer freizugeben. Hierüber könnte gleichzeitig ausgelotet werden, wie sich ein Umbau des Cityrings auf alle Verkehrsarten auswirkt.

Schmiedestraße

Leibnizufer

Paris, Seine

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

Verkehrsräume aufwerten – Shared-Space zur Verbesserung der Fuß-/Radverkehre, z.B. unter der Hochstraße am Raschplatz Beispiele: Studentenprojekt, Bremen Die Verkehrsräume um den Raschplatz könnten ein Beispiel sein, wie Verkehrsräume gerecht verteilt werden, wenn der untere Bereich den Fußgängern vorbehalten ist. Verkehrsräume zurückerobern – Temporäre Sperrung von Straßen, z.B. Culemannstraße Beispiele: Blade-nights, Tag der Stadtnatur, Autofreier Sonntag

Berliner Allee (Raschplatz)

Culemannstraße

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

Bestandsgebäude updaten / Redevelopment – Temporäre Zwischen-, Umnutzung von leer stehenden Gebäuden, wie z.B. Sinn Leffers (Kunstausstellung etc.) Beispiele: Frapant, Hamburg; Wohnen im Bürohaus, Hamburg Durch Zwischennutzungen werden nicht nur Gebäude reanimiert, sondern auch Lagen attraktiviert. Gleichzeitig bieten sie experimentellen Nutzungen und Start-Ups Raum. Potenziale kennenlernen – Alternative Stadtführungen, z.B. Leineufer, Georgsplatz, Marstall, Beispiele: Sight-Jogging, Berliner Unterwelten (Bunker, U-Bahn) Hierbei könnte es sich u.a. um Projekte an Hochschulen handeln, die neue Sichtweisen auf die Stadt eröffnen.

Leerstehendes Kaufhaus (Sinn Leffers)

Leineufer (Gerberviertel)

Bsp. Stadtspaziergang

Im Fazit wird nochmals betont, dass sich die Umsetzung von Maßnahmen und Projekten im Kontext Hannover City 2020 über einen langen Zeitraum erstrecken wird. Temporäre Maßnahmen können besonders geeignet sein, das Interesse und die Motivation der Stadtöffentlichkeit zur Entwicklung der Innenstadt wach zu halten und immer wieder zu mobilisieren.

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt'

6.3 Wettbewerb Hannover City 2020 – Programmvorschläge Durch Juliane Schonauer wird erläutert, dass geplant ist, den städtebaulichen Ideenwettbewerb 2-phasig unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchzuführen. In der Phase 1 werden 25 – 30 Teams aus Stadtplanern und Landschaftsplanern eingeladen sich im vordefinierten Raum mit der Entwicklung der Innenstadt als Ganzes auseinander zu setzen. Nach Durchführung der Vorprüfung ist angedacht, die Arbeiten in ihren wesentlichen Aussagen der Öffentlichkeit in einem Bürgerforum unter Anwesenheit des Preisgerichtes zu präsentieren. In der zweiten Phase bearbeiten 2 – 3 Teams konkurrierend jeweils einen Teilraum der Innenstadt vertiefend. Im Anschluss werden die Entwürfe durch das Preisgericht bewertet. Die Ergebnisse werden in das Innenstadtkonzept Hannover City 2020 eingestellt. Städtebaulicher und landschaftsarchitektonischer Ideenwettbewerb Gesamtraum für die 1. Phase (siehe Abb. 12) 4 Vertiefungsräume für die 2. Phase (siehe Abb. 13) – – – – Klagesmarkt Marstall Leibnizufer / Hohes Ufer Köbelinger Markt.

Abb. 11: Wettbewerbsverfahren (Machleidt + Partner)

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Pläne Wettbewerb Machleidt + Partner

Abb. 12: Gesamtraum

Abb. 13: Vertiefungsräume

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Ziele, Programmpunkte und Testentwürfe für die Vertiefungsräume Im Folgenden werden Ziele, Programmpunkte und Testentwürfe für die Vertiefungsräume aufgezeigt und zur Diskussion gestellt. Auf ihrer Basis soll die Auslobung des Wettbewerbes erarbeitet werden. Klagesmarkt (siehe Abb. 14 und 15) Programmvariante – Freihalten und Gestalten des nördlichen Platzsegmentes als Markt und öffentlichen Platzraum – – – Vorschläge für eine baulich-räumliche Neufassung des Klagesmarktes Vorschläge für angemessene Bebauungsformen und -typologien (innerstädtisches Wohnen) Vorschläge für den Grünen Platz mit der ehemaligen Friedhofsanlage St. Nikolai

Testentwürfe Die Bebauungsformen sind schematisch zu sehen.

Vorschlag 1 (siehe Abb. 16 und 17)
– Vorschlag für Blockbebauung und eine mögliche Parzellierung

Vorschlag 2 (siehe Abb. 18)
– – – Vorschlag für eine Bebauung mit Town-Houses und eine mögliche Parzellierung

Nutzung (siehe Abb. 19) halböffentliche Nutzungen in der Erdgeschosszone zum Klagesmarkt und zur Otto-Brenner-Straße überwiegend Wohnen, aber auch Büros / Praxen in den Obergeschossen

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Abb. 14: Klagesmarkt – vorläufige Abgrenzung Wettbewerbsgebiet

Abb. 15: Klagesmarkt - Testentwurf

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Abb. 16: Klagesmarkt - Testentwurf

Abb. 17: Testentwurf Visualisierung

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Abb. 18: Klagesmarkt – Testentwurf

Abb. 19: Klagesmarkt / Nutzungsprogramm

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' Köbelinger Markt (siehe Abb. 20 und 21) Programm – – – Vorschläge für die Neuordnung am Köbelinger Markt (Mischnutzung) Innerstädtisches Wohnen auf besonderen Parzellenzuschnitten in Nachbarschaft zur Markthalle und zum Maritim-Hotel Gestaltungsvorschläge für den Köbelinger Markt

Testentwürfe

Vorschlag 1 (siehe Abb. 22)
– Vorschlag für einen Bebauungstypus und eine mögliche Parzellierung (Blockstruktur)

Vorschlag 2 (siehe Abb. 23)
– Vorschlag für einen Bebauungstypus und eine mögliche Parzellierung (Town-houses)

Nutzung – halböffentl. Nutzungen und Wohnen in der Erdgeschosszone – Wohnen in den Obergeschossen Hier gilt es Vorschläge für den Umgang mit evtl. Nutzungskonflikten mit der Markthalle und dem Maritim zu entwickeln.

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Abb. 20: Köbelinger Markt – vorläufige Abgrenzung Wettbewerbsgebiet

Abb. 21: Köbelinger Markt / Testentwurf potenzielle Bauflächen

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Abb. 22: Köbelinger Markt - Testentwurf

Abb. 23: Köbelinger Markt - Testentwurf

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Abb. 24: Köbelinger Markt / Nutzungsprogramm

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Marstall (siehe Abb. 25) Programm – Vorschläge zur Neugliederung und Gestaltung des Marstalls 7

Hier sind u.a. die Übergänge zum Steintor und die Entwicklung des Hohen Ufers / Leineufers (offen / geschlossen) zu betrachten. Leibnizufer / Hohes Ufer (siehe Abb. 26) Programm – – – – Partieller Rückbau des City-Rings Umbau des Kreuzungspunktes am Friederikenplatz Neue Fußgängerbrücke in Verlängerung der Kramerstraße Baukontur der ehemaligen Wasserkunst aufnehmen

Testentwürfe Im Wettbewerb wird es den Teilnehmern überlassen, ob eine Bebauung am Leibnizufer vorgeschlagen oder ob rein landschaftsplanerisch agiert wird.

Vorschlag 1
Option: Freiräumliche Gestaltung des Leineufers; Leine-Aue, Fluten der Leine (siehe Abb. 27) Strategie 'Einblenden': Freiräumliche Interpretation einzelner historischer Relikte und Spuren (siehe Abb. 28) Strategie 'Fluten': Freiräumliche Interpretation des Wasserlaufs (siehe Abb. 29)

Vorschlag 2
Option – Bebauen des Leineufers: Neuordnen und Gliedern des Raumes im Wechsel von Stadtfeld und Garten (siehe Abb. 30) Vorschlag für einen neuen Bebauungstypus (Bauen am Fluss) und eine mögliche Parzellierung (siehe Abb. 31) Vorschlag für eine Blockstruktur und eine mögliche Parzellierung (siehe Abb. 32) Nutzung (siehe Abb. 33) Orientierung von nicht empfindlichen Nutzungen zur Straße, Orientierung der Wohnnutzungen zum Wasser

Frau Schonauer merkt an, dass die Teilnehmer/innen des Wettbewerbs selbst bei Nichteinstellung der Testentwürfe in die Auslobung über das Internet Zugang zu den Dokumentationen des Prozesses Hannover City 2020 haben. Vor diesem Hintergrund werden die Testentwürfe vermutlich in den Informationsteil der Auslobung eingestellt.

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Abb. 25: Marstall – vorläufige Abgrenzung Wettbewerbsgebiet

Abb. 26: Leibnizufer / Hohes Ufer – vorläufige Abgrenzung Wettbewerbsgebiet

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Abb. 27: Planungsoption Freiräumliche Gestaltung des Leineufers

Abb. 28: Strategie 'Einblenden' (bgmr_AG Giseke / Fenk)

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Abb. 29: Strategie 'Fluten' (bgmr_AG Giseke / Fenk)

Abb. 30: Leibnizufer / Hohes Ufer: Planungsoption – Teilbebauung

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Abb. 31: Leibnizufer / Hohes Ufer Testentwurf

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Abb. 32: Leibnizufer / Hohes Ufer – Testentwurf Blockstruktur

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Abb. 33: Leibnizufer / Hohes Ufer Nutzungsprogramm

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6.4 Aktive Partner Zur Abrundung des Themas 'Die aktive Stadt' werden durch das Planungsteam beispielhafte Projekte vorgestellt, die in besonderen Partnerschaften realisiert wurden bzw. werden oder wie Wohnnutzung in der Innenstadt ausgebaut werden kann. Hierzu gehören u.a. – – – – Umbau Luisenstraße Umbau Lange Laube Gestaltung Opernplatz Gebäudesanierung und -umbau in der Sophienstraße.

Beispiel Luisenstraße Anliegerinitiative zum Umbau der Straße, als QIN-Projekt ausgezeichnet, Entwurf WES Hamburg

Fotomontagen: WES Hamburg

Beispiel Umbau Lange Laube Initiative Wettbewerb / Vorplanung Verlagsgruppe Madsack, Entwurf netzwerkarchitekten, Darmstadt mit GTL, Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten GbR, Kassel

Perspektiven: netzwerkarchitekten, Darmstadt mit GTL, Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten GbR, Kassel

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Hannover City 2020 Expertengespräch 3 'Die aktive Stadt' Beispiel Opernplatz Anliegerinitiative 'Rund um die Oper' – – – Änderung der Verkehrsführung Gestaltung der inneren Platzfläche Umgestaltung der Georgstraße.

Entwurf Kamel Louafi, landschaftsarchitektur – landschaftskunst

Opernplatz

Planung Opernplatz (Kamel Louafi, landschaftsarchitektur – landschaftskunst)

Beispiel Sanierung und Umbau eines denkmalgeschützten Gebäudes in der Sophienstraße Nutzung: 1-3 Etage Büroeinheiten, plus 1 WE im EG, neue WE mit 240m² im DG, Architektin/Bauherrin Anne Peters

Gebäude in der Sophienstraße

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7. Anmerkungen des Plenums

Gesamtprozess – Rückblick und Ausblick
Herr Bodemann geht im Vorfeld der Diskussion nochmals eingehend auf den Gesamtprozess Hannover City 2020 ein. Im Jahr 2008 beschäftigte sich die Öffentlichkeit gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover in vier großen Foren mit Grundlagen und allgemeinen Fragen der Stadtentwicklung, insbesondere der Entwicklung von Innenstädten. Bei den in drei Zyklen gegliederten Veranstaltungen im Jahr 2009 ging es um die Behandlung planerischer Fragestellungen und Themen, die für die Entwicklung der Innenstadt Hannovers von Bedeutung sind. Auf Basis der im Prozess gewonnenen Erkenntnisse wird zurzeit der zweiphasige städtebaulich-landschaftsplanerische Wettbewerb vorbereitet. Im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens soll wie von Frau Schonauer dargestellt, zwischen der 1. und 2. Phase erneut die breite Öffentlichkeit einbezogen und beratend gehört werden. Im Ergebnis des Wettbewerbs werden konkrete Planungsvorschläge zur Diskussion stehen, für deren Umsetzung Partner zu gewinnen sind. Frau Holz verweist auf die Besonderheit des Prozesses, an dem relativ einmalig ist, dass die Fachöffentlichkeit und die Öffentlichkeit bereits im Vorfeld des Wettbewerbs, d.h. an seiner Vorbereitung, umfassend und breit gefächert beteiligt wurde.

Wettbewerbsverfahren
Seitens der Anwesenden wird das zweiphasige Verfahren befürwortet; begrüßt wird insbesondere, dass den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geboten wird, sich zwischen beiden Phasen mit den Ergebnissen vertraut zu machen und sich zu diesen zu äußern. Im Ergebnis der Diskussion unterschiedlichster Verfahrensmöglichkeiten zur Durchführung des Wettbewerbs wird festgehalten, dass die Auslobung so präzise wie möglich formuliert werden sollte, damit der Rat der Stadt auf Basis der Preisgerichtsentscheidung klare Aussagen zur Einstellung des Ergebnisses in das Innenstadtkonzept Hannover City 2020 treffen kann.

Bebauung / Freiraum
Diskutiert wird eingehend, wie die Vorgaben in der Abwägung von Bebauung und Freiraumgestaltung in den einzelnen Interventionsräumen formuliert sein sollten. Dabei stehen das Leineufer und der Klagesmarkt im Vordergrund. Frau Prof. Giseke geht darauf ein, dass das Verhältnis bebaut / unbebaut am Leineufer im Programm nicht vorgegeben werden sollte. Es soll darum gehen, die 'hannoversche Prägnanz' herauszukitzeln, ein Kapitel der Geschichte Hannovers weiter zu schreiben und die Frage zu beantworten, wie und in welcher Form die Leine wichtig für Hannover ist. Frau Schonauer weist darauf hin, dass im Interventionsraum Klagesmarkt breite Übereinstimmung bestand, dass eine räumliche Fassung und eine Stärkung der Nutzungen zur Belebung und Stabilisierung der umgebenden Quartiere notwendig sind. Herr Prof. Machleidt ergänzt, dass es darum geht, die Geschichte der Stadt fortzuschreiben und neue Kraft und Motivation in die Stadt einzubringen. 'Wenn eine Stadt nicht baut, dann gibt sie sich auf und fällt zurück'. Aufgabe der am Wettbewerb teilnehmenden Büros ist, bauliche Ergänzungen und die Ausformung eines städtischen Freiraumes in enger Symbiose zueinander aufzuzeigen. Aus seiner Sicht ist der Umbau des Friedrichswalls nur im Kontext einer 'Gegenfinanzierung' zu realisieren; 'daher ist eine rein 'grüne' Lösung eher schwierig'. Herr Bodemann macht unter Bezug auf eine jüngst gezeigte Ausstellung mit historischen Bildern der Stadt Hannover nochmals deutlich, dass sich Räume durch Bebauung bzw. durch die Dialektik von Bebauung und Freiraum definieren. Nur in dieser Synergie sprechen sie die Menschen an. Im Rahmen des Wettbewerbs geht es um Projekte an den richtigen Stellen; sie sollen bewegen und Strahlkraft entwickeln.

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Parkraumangebote
Es wird darauf hingewiesen, dass bei einer Verdichtung Parkplätze auf der O-Ebene entfallen und dass damit verbunden der Bedarf an Parkplätzen in Parkhäusern wieder steigen kann. Dies ist bei der skizzierten Umnutzung von Parkhäusern zu berücksichtigen. Frau Schonauer fügt hinzu, dass die Ausnutzung der Parkhäuser in der Innenstadt bisher nicht hinreichend belegt ist und dass hier ggf. ergänzender Untersuchungsbedarf besteht. Seitens der Anwesenden wird betont, dass im Falle der Notwendigkeit der Abwägung eher der Raum auf der Straße an Stelle des Raums in den Parkhäusern für die Bürger/innen zurück erobert werden sollte.

Leineufer / Hohes Ufer
Die Auflösung des Flohmarktes wird als ein Tabu angesehen, eine Veränderung des Standortes hingegen nicht. Er kann als Magnet wirken und eine Brückenfunktion haben. Eine Verlegung sei auch auf der Schmiedestraße oder dem Marstall vorstellbar. Für einen naturnahen Zustand des Leineufers und das Vermeiden einer engeren Verkopplung von Natur und Bebauung wird nochmals plädiert. Der große Stadtraum des Waterloo- und Friederikenplatzes ist ohne Kontur. Hier wird - statt am Leineufer - Potenzial zur Verdichtung, z.B. des Regierungsviertels, gesehen.

Landeshauptstadt / Landesregierung
Obwohl das Leineufer von Einrichtungen der Landesregierung gesäumt ist, entfaltet sich das Regierungsviertel als innerstädtischer Imagegeber nur unzureichend. Die Funktion der Stadt als Landeshauptstadt sollte stärker betont und auch städtebaulich genutzt werden. Vor diesem Hintergrund wird bedauert, dass der Wettbewerb für den Neubau des Landtags sich nicht im Kontext des Prozesses Hannover 2020 vollzieht. Im Plenum wird festgehalten, dass viele der Gebäude der Landesregierung als 'blackbox', ohne Integration in das städtische Umfeld wirken, dass ihre Zukunft vielfach unklar ist. Konstatiert wird, dass im Prozess Hannover City 2020 viel über Handel und Freiflächen geredet wurde, nicht aber über die Entwicklungsmöglichkeiten des Regierungsviertels. Hierzu fehlen zukunftsorientierte Aussagen seitens der zuständigen Stellen der Landesregierung. Um die damit verbundenen Themen kurzfristig erörtern zu können, wird durch Herrn Bodemann ein Termin zum bilateralen Austausch vorgeschlagen. 8. Dank und Verabschiedung Brigitte Holz bedankt sich bei den Anwesenden für die engagierte Mitwirkung am bisherigen Prozess, die im Sinne der 'aktiven Stadt' als keinesfalls abschließend zu betrachten ist. Sie spricht nochmals die Einladung zum 3. Innenstadtforum am 9. September um 19.00 Uhr aus, das im Sprengelmuseum Hannover stattfindet. Für den gesamten Veranstaltungszyklus bedankt sie sich bei Herrn Heesch, Frau Lahde-Fiedler und Herrn Dr. Wolf für die sehr gute organisatorische Vorbereitung sowie bei Frau Koch für die Führung des Protokolls und die Begleitung des Onlineforums. Herr Bodemann schließt die Veranstaltung verbunden mit dem Dank für das 'aktive' Gespräch.

Hannover / Darmstadt, Oktober 2009 gez. Brigitte Holz / Eva Koch, Freischlad + Holz

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lfd. Nr. 1. 2. 3. 4. 5. Institution / Firma Name

6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 35. 36. 37. 38.

Mentoren Mentoren Mentoren Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen in der Region Hannover c/o GBH GmbH Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen in der Region Hannover c/o Gundlach GmbH & Co Wohnungsunternehmen Architektenkammer Niedersachsen Baupolitischer Sprecher FDP Baupolitischer Sprecher Bündnis 90 / Die Grünen Baupolitischer Sprecher SPD BDLA Landesgruppe Niedersachsen + Bremen e.V. bgmr – Landschaftsarchitekten_AG Giseke / Fenk Bürgerbüro Stadtentwicklung City Gemeinschaft Hannover Dehoga Region Hannover, c/o Gastronomie Bell´Arte Direktor beim Niedersächsischen Landtag Freischlad + Holz Freischlad + Holz Hannover Concerts GmbH & Co. KG Haus + Grundeigentum, Hannover, Verband der privaten Wohnungswirtschaft e.V. Leibniz Universität Hannover Fakultät für Architektur und Landschaft LHH, Baudezernat LHH, Fachbereich Planen und Stadtentwicklung LHH, Fachbereich Planen und Stadtentwicklung LHH, Fachbereich Planen und Stadtentwicklung Liberale jüdische Gemeinde Machleidt + Partner - Büro für Städtebau Machleidt + Partner - Büro für Städtebau Machleidt + Partner - Büro für Städtebau mbup Michael Braum + Partner Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit Niedersächsisches Finanzministerium Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege Polizeipräsidium Hannover Propsteikirche St. Clemens Ratsherr, SPD Raschplatz Pavillon SRL e.V. Regionalgruppe Bremen / Niedersachsen Union Boden GmbH

Hans Werner Dannowski Jürgen Eppinger Prof. Rolf Wernstedt Dieter Cordes Herr Dr. Frank Eretge

Wolfgang Schneider Wilfried Engelke Michael Dette Thomas Hermann Thomas Ostermeyer Prof. Undine Giseke Dr. Sid Auffarth Dirk Aigner Christian Stöver Wolfgang Göke Brigitte Holz (Moderation) Eva Koch Wolfgang Besemer Florian Mosig Prof. Dr. Dr. Margitta Buchert Uwe Bodemann Michael Heesch Hanne Lahde- Fiedler Dr. Reinhard Wolf Ingrid Wettberg Prof. Hildebrand Machleidt Juliane Schonauer Benjamin Wille Florian Hutterer Christian Kuthe Doris Nordmann Dr. Reiner Zittlau Uwe Binias Martin Tenge Manfred Müller Uwe Kalwar Karin Kellner Walter Richter

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