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Periodical volume

Full text: Berliner Stadtblatt Issue 2013, Juni

Berliner
BERLIN WÄCHST!
Seit 2001 ist unsere Stadt um 160.000 Einwohner gewachsen, allein in den letzten beiden Jahren haben wir 80.000 Berlinerinnen und Berliner hinzugewonnen. Und die Prognosen sagen weiteres Wachstum voraus – bis 2030 wird Berlin einen kompletten Bezirk wie Spandau hinzugewinnen. Diese Entwicklung ist Ausdruck unserer anziehenden Wirtschaftskraft und hohen Lebens qualität. Menschen kommen nach Berlin, weil es sich hier gut arbeiten und leben lässt. Nirgendwo sonst in Deutschland entstehen mehr neue Jobs, in keinem Bundesland wächst die Wirtschaft kräftiger. Das ist nach den schwierigen Nachwendejahren ein riesiger Erfolg! Gleichzeitig sind wir gefordert, Berlin als soziale und lebenswerte Stadt weiterzuentwickeln. So schafft der Berliner Senat neuen Wohnraum, dämpft den Mietanstieg und baut die nötige Infrastruktur aus – etwa im Kita- und Schulbereich. Wir sorgen dafür, dass Berlin eine Stadt für alle bleibt! Ihr Klaus Wowereit

EH STEGLITZ-Z

LENDORF

Stadtblatt
W I S S E N S W E R T E S AU S B E R L I N U N D D E M B E Z I R K S T E G L I T Z -Z E H L E N D O R F

Freiheit und Gerechtigkeit ziehen sich durch die Geschichte der SPD
Seite 3

150 JAHRE.

3 FVB-Kultur-Karten zu gewinnen
·

PREISRÄTSEL
Seite 6

A U S G A B E J U N I 2 013

Ziel: Bezahlbares Wohnen
Die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung soll in Berlin wieder einfacher werden. Das wollen der Berliner Senat und die Koalition mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen erreichen, darunter Regelungen im Mietrecht, ein Verbot der Zweckentfremdung und massive Investitionen in Neubau. Ende Mai trat eine Verordnung in Kraft, die den Mietanstieg für 1,2 Millionen Berliner Mieterhaushalte stärker begrenzt. Künftig dürfen Mieten in Berlin innerhalb von drei Jahren nur noch um maximal 15 % erhöht werden. Bislang waren 20 % möglich. Zusätzlich bleibt eine weitere Kappungsgrenze bestehen: Allgemeine Mieterhöhungen dürfen die im Berliner Mietspiegel festgelegte ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschreiten. Berlin machte damit als erstes Bundesland von einer Mietrechtsänderung auf Bundesebene Gebrauch. Sie reicht dem Senat allerdings nicht. „Wichtig ist jetzt, dass weitere dringend benötigte Schritte folgen“, erklärt Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). „Gerade in Berlin sind es die Angebotsmieten, die den Mietpreisanstieg vorantreiben. Wir werden weiter darum kämpfen, dass auch eine Neuvermietungsdeckelung kommt.“ Denn mit kräftigen Aufschlägen versuchen Vermieter, vor allem beim Wohnungswechsel zu profitieren. Ein Grund für den Engpass auf dem Wohnungsmarkt ist die wachsende Beliebtheit Berlins. 40.000 Menschen zogen im vergangenen Jahr in die Stadt und machten frühere Vorhersagen zu Makulatur. Eine Einwohnerprognose von Dezember 2012 hält nun bis 2030 ein Ansteigen der Einwohnerzahl Berlins um rund 254.000 auf ca. 3.755.000 für wahrscheinlich. „Dieser Zuwachs entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Städten wie Kiel oder Aachen“, stellt IBB-Vorstandschef Ulrich

Wie geht es eigentlich den Zwillingen Ferra und Remaong – hier noch klein und verspielt? Das lässt sich leicht bei einem Besuch im Tierpark Friedrichsfelde in Erfahrung bringen, wo die zwei im vorigen Jahr zur Welt kamen. Ungewöhnlich: Die schwarzen Panther sind eigentlich Einzelgänger. Nicht so das Elternpaar im Tierpark, das sogar die Jungen gemeinsam pflegt. In diesem Jahr haben übrigens die Uganda-Giraffen und die Schwarzbären Nachwuchs bekommen. Mehr Sommer-Ausflugstipps auf Seite 5. Foto: Tierpark Berlin

IN DIESER AUSGABE

Neue Regelungen zur Begrenzung des Mietanstiegs – Zweckentfremdung wird untersagt – Städtische Wohnungsunternehmen investieren in Neubau
Kissing im Wohnungsmarktbericht seiner Bank fest. Die Konsequenz: Zehn- bis zwölftausend neue Wohnungen müssten pro Jahr entstehen. Eine entscheidende Rolle kommt dabei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften zu. „Wir streben eine Zahl von mindestens 340.000 Wohnungen in Landesbesitz primär durch Neubau bis Ende 2020 an“, heißt es in einem gemeinsamen Konzept des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, des SPD-Landesvorsitzenden Jan Stöß und des Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh. Um günstige Mieten zu erreichen, muss günstig gebaut werden. Fortsetzung Seite 4

STEUER

Steuergerechtigkeit muss für kleine und für große Einkommen gelten. Seite 2

BILDUNG

Mehr Geld für Berlins Brennpunktschulen. Seite 4

KITA

So finden Eltern und Kinder den richtigen Platz. Seite 6

BEZIRKSSPORTBUND

Was macht eigentlich ein Bezirkssportbund - und was haben Bürger aus Steglitz davon? Seite 7

GESCHICHTSVERGESSEN

Seltsam, die kleinkarierte Geschichtspolitik von CDU und Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Seite 8

15 Millionen mehr Frühling made in Lichterfelde
Auch Schulen im Bezirk profitieren vom neuen, ehrgeizigen Senatsprogramm
15 Millionen Euro investiert der Senat im nächsten Jahr in Berliner Brennpunktschulen. Mit dabei sind auch drei Schulen aus Steglitz-Zehlendorf: Die Mercator-Grundschule und die Paul-Braune Schule aus Lichterfelde sowie die Peter-Frankenfeld-Schule in Lankwitz. Die 15 Millionen Euro sind keine „Reparaturmittel“ für gescheiterte Schulen, sondern eine zusätzliche Unterstützung, im Hinblick auf die schwierige Sozialstruktur des Schulumfeldes und eine Anerkennung der zusätzlich erbrachten und in Zukunft zu erbringenden Leistungen. Die Schulen sollen selbst bestimmen können, wofür sie die zusätzlichen Mittel einsetzen. Vor Ort wisse man am besten, was gebraucht wird, sagte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus Raed Saleh. Das ehrgeizige Ziel des Programms: Alle Brennpunktoder Problemschulen sollen sich zu leistungsstarken Schulen entwickeln.
Fortsetzung auf Seite 7

ZAHL DES MONATS

Der Imkerverein Lichterfelde gibt sein Wissen über das Leben der Bienen an Schülerinnen und Schüler weiter
Seit 135 Jahren kultivieren Hobby-Imker im Südwesten Berlins Stadtbienenvölker auf engstem Raum. Es kratzt im Hals? Schnell eine heiße Milch mit Honig! Die Haut ist trocken und rissig? Propolissalbe wirkt Wunder. Die ersten Sonnenstrahlen können die Frühjahrsmüdigkeit nicht vertreiben? Da helfen bekanntlich wenige Löffel Blütenpollen. Was der Mensch von der Biene hat, geht weit über das lecker bestrichene Frühstücksbrötchen hinaus. Das wissen in Lichterfelde auch 70 Hobbyimkerinnen und

6.192

So viele Berlinerinnen und Berliner wurden 2012 von der Polizei beim Fahren ohne Führerschein ertappt – eine Zunahme von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

ZITAT DES MONATS
»Ich habe großen Respekt vor dieser Partei – der einzigen deutschen Partei, die sich nach 1945 nicht schämen musste und ihren Namen beibehalten konnte. Die SPD ist für mich nicht nur Willy Brandt, der für mich natürlich der Größte war und bleibt, sondern auch Otto Wels.« Dieter Hildebrandt, Kabarettist

Honig & mehr: Bienen sind Statthalter der Natur.

Foto: LMB

Hobbyimker, die hier etwa 225 Bienenvölker betreuen. Im Imkerverein Lichterfelde geben sie seit 135 Jahren ihre Erfahrungen weiter, auch an Schülerinnen und

Schüler im Rahmen von Bienenprojekten und -arbeitsgemeinschaften an mehreren Grundund Berufsschulen.
Fortsetzung auf Seite 8

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MEINUNG

Berliner Stadtblatt

GUT FÜR BERLIN

So gesehen ...

Rein in die Sportsachen!
Wege in den Gesundheitssport. Von Isko Steffan
Sportliche Aktivität wirkt auch in der Rehabilitation. In Gesundheitssportbroschüre dem weit verbreiteten Be- beiden Bereichen gibt es zer- des Landessportbunds mit wegungsmangel als Risiko- tifizierte Angebote des Ver- Angeboten und Kontakten faktor für diverse Erkran- einssports in Berlin, die im liegt in vielen Arztpraxen aus. Die Männer sind bei der kungen wie zum Beispiel Regelfall keine VereinsmitDiabetes, Herz-Kreislaufer- gliedschaft voraussetzen und Beteiligung beim Gesundkrankungen oder Rückenbe- von den Kostenträgern (meist heitssport das „schwache Geschwerden effektiv entgegen. den Krankenkassen) finan- schlecht“, da sie ebenso wie bei Regelmäßiger Sport wirkt als ziell gefördert werden. Die den Vorsorgeuntersuchungen Schutzfaktor, zum einen we- zertifizierten Angebote – beim oft nur von der Familie fremdgen seiner Krankheit vermei- Präventionssport unter dem motiviert den Weg finden. Geben wir uns einen Ruck! denden Effekte, zum anderen Qualitätssiegel SPORT PRO weil Kraft, Ausdauer, Beweg- GESUNDHEIT zusammenlichkeit oder Koordination gefasst – garantieren eine quali- Mehr Informationen unter: fizierte Übungsleitung und ab- www.bsberlin.de oder verbessert werden. Viele von uns entfernen gestimmte Übungsinhalte. Die www.lsb-berlin.net/angebote sich im Laufe des Lebens von regelmäßigem Sport. Wenn aufgrund von Beschwerden die Erkenntnis reift, gezieltes Sporttreiben wäre gut, gibt es oft Schwellenängste – unbegründet, da die Gesundheitssportangebote kein Vorwissen oder vorhandene Fertigkeiten erfordern und sich viele TeilnehmerInnen in der gleichen Situation befinden. Auch Informationsdefizite müssen wir abbauen. Isko Steffan erhielt beim SPD-Sportempfang von der Vorsitzenden Gesundheitssport gibt es des Forums Sport Karin Halsch einen Ehrenpreis für sein Engasowohl in der Prävention als gement. Foto: Horb

Die Zahl der Arbeitsunfälle ist im Jahr 2011 auf 32.712 gesunken. Im Jahr zuvor waren es noch 33.501. Im bundesweiten Vergleich gehört Berlin damit zu den Ländern mit der geringsten Zahl an Arbeitsunfällen.

UNFALLFREI

MUSIK

Berlin wird Sitz der internationalen Musikdatenbank, einer weltweit gültigen und zentralen Datenbank für Musikrepertoires und ihre Rechte. Damit werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit erwartet zudem „weitere Sogeffekte für einen wachsenden Musikmarkt Berlin“.

BÜNDNIS FÜR PFLEGE

Ein Bündnis zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Pflege haben jetzt mehrere Senatsverwaltungen, Arbeitgeberverbände, die Arbeitsagentur, Wohlfahrtsverbände, Kranken- und Pflegekassen und Arbeitnehmervertretungen geschlossen. Arbeitssenatorin Dilek Kolat: „Die Zahl der Pflegebedürftigen in Berlin wird sich von jetzt rund 100.000 auf 170.000 im Jahr 2030 erhöhen – gleichzeitig nimmt die Zahl der Menschen im Erwerbsalter ab.“ Aufgabe des Bündnisses ist es, Zukunftskonzepte zu entwickeln und die Attraktivität der Arbeit und Ausbildung in der Pflege zu steigern.

Karikatur: Erich Rauschenbach

MEIN BLICK AUF BERLIN

STIMMEN ZUM STEUERBETRUG
I Joachim Gauck, Bundespräsident: »Ich finde es nicht unmoralisch, reich zu sein. Ich finde es unmoralisch, unmoralisch reich zu sein.« I Sigmar Gabriel, SPDVorsitzender: »Die wahren Asozialen sind die, die alles mitnehmen, was Deutschland zu bieten hat, aber Steuerbetrug begehen.« I Peer Steinbrück, SPDKanzlerkandidat: »Steueroasen sind Gerechtigkeitswüsten.« I Ulrich Hoeneß, Fußballmanager: »Es gab bislang Tausende von Selbstanzeigen, ich hatte noch von keiner gehört, die öffentlich wurde.« I Didier Burkhalter, Schweizer Außenminister: »Wenn Deutschland nach seiner Ablehnung das Gespräch mit uns suchen will, sind wir offen.«

Sorgen der Schulen werden ernst genommen
Von Bernd Jaeke, Schulleiter der Grundschule am Amalienhof
Die Initiative des SPDFraktionsvorsitzenden Raed Saleh für ein Brennpunktschulprogramm ist sehr zu begrüßen. Die über sechs Jahre hinweg verteilten Geldmittel erlauben eine sichere, verlässliche Planungsbasis und damit dann auch Nachhaltigkeit. Die Grundschule, die ich leite, gehört zu den sogenannten Brennpunktschulen, d.h. mehr als die Hälfte meiner Schülerinnen und Schüler sind von den Zuzahlungen zu Lernmitteln befreit. Auch an „meiner“ Schule arbeiten die pädagogischen Mitarbeiter bis an die Grenzen ihrer Kräfte, oft auch darüber hinaus. Deshalb freuen wir uns über das Signal aus der Politik, dass die Sorgen der Schulen ernst genommen werden. Es ist der richtige Ansatz, wenn die einzelne Schule entscheiden kann, wie die Geldmittel verwendet werden sollen. Dieser Ansatz zeugt von Vertrauen, das auch gerechtfertigt ist. Das Ansinnen, die Bürokratie möglichst klein zu halten, ist sehr zu begrüßen. Schreibtischarbeit hilft den Schulen nicht. Das Kollegium meiner Schule wird sich sehr sorgfältig Gedanken über den Verwendungszweck der Geldmittel machen. Auch bei uns wird es sehr wahrscheinlich um die Einstellung von zusätzlichem Personal gehen. Hier sind vor allem Sonderpädagogen sinnvoll, die sich mit den Schülern beschäftigen, die temporär eine besondere Betreuung benötigen. Dadurch erfahren die Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht eine deutliche Entlastung. Denkbar ist auch, das Angebot an Arbeitsgemeinschaften auszubauen, um den Schülern eine Alternative zur sonst oft unorganisierten Freizeit zu bieten. Ich denke, dass auch die Eltern dieses Angebot gerne annehmen werden.

SCHLECHT FÜR BERLIN KLAGE

Mit einer Klage wollen die von der CSU- und CDU-geführten Bundesländer Bayern und Hessen den Länderfinanzausgleich zu Fall bringen, der die vielfach historisch gewachsenen strukturellen Unterschiede in der Wirtschaftskraft zwischen den Bundesländern ausgleichen und für einheitliche Lebensverhältnisse sorgen soll. Berlin schließt sich einer Prozessgemeinschaft von 10 Ländern an, die die Klage erwidert.

Bernd Jaeke

Betrug an der Gesellschaft
Steuergerechtigkeit muss für kleine und für große Einkommen gelten
Es hoeneßt ganz gewaltig. Sogar in Berlin, nicht gerade als MillionärsDomizil bekannt, gingen bis Anfang Mai über 220 Selbstanzeigen von Steuerbetrügern ein. 303 waren es im gesamten Vorjahr. 2012 nahm Berlin durch Selbstanzeigen 22 Millionen Euro ein, in diesem Jahr flossen in den ersten Monaten bereits 6 Millionen Euro auf die Konten der Finanzverwaltung. Geld, das Schulen und Kitas vorenthalten wurde, das für Neueinstellungen fehlte. Und die Beträge dürften noch steigen: Als 2010 schon einmal der Ankauf von Steuer-CDs öffentlich wurde, meldeten sich in Berlin 854 Steuerhinterzieher und sorgten für Mehrsteuern von 55 Millionen Euro. Bundesweit haben seit 2010, so eine Umfrage der „Zeit“, 47.294 Steuerbetrüger 2,05 Milliarden Euro nachgezahlt. Derzeit wird eine von Rheinland-Pfalz angekaufte Steuer-CD ausgewertet, die Ergebnisse gehen an die Finanzbehörden der jeweiligen Bundesländer. Für Selbstanzeigen sorgt weniger die Einsicht als die Furcht vor Enttarnung. So wie Uli Hoeneß haben viele darauf vertraut, dass ihnen das von der schwarz-gelben Bundesregierung ausgehandelte Steuerabkommen mit der Schweiz weiter Deckung bietet. Die SPD-geführten Länder ließen es platzen, weil sie ein schärferes Abkommen forderten, wie es etwa die USA mit der Schweiz schlossen. Denn es muss klar sein, dass Steuergerechtigkeit nicht nur für kleine, sondern auch für große Einkommen gilt. Selbstjustiz kann es auch im Steuerrecht nicht geben. Wofür Steuern ausgegeben werden, kontrollieren Parlamente, Rechnungshöfe und Öffentlichkeit. Das erfährt derzeit etwa Verteidigungsminister de Maizière, der das 562 Millionen Euro teure Debakel um die MilitärDrohne „Euro Hawk“ zu verantworten hat. Geld, das man sicher sinnvoller hätte einsetzen können. Aber de Maizière und seine Partei können dafür am 22. September abgewählt werden. Und Steuerbetrüger kann man aburteilen. U. H.

IMPRESSUM
Herausgeber: SPD Landesverband Berlin, Müllerstr. 163, 13353 Berlin Chefredakteur: Mark Rackles (V.i.S.d.P.) Redaktion: Ulrich Horb (CvD), Gunter Lange, Ulrich Rosenbaum, Josephine Steffen Bezirksredaktion: Ulrike Dehmel, Heiko Hanschke (Mitte), Burkhard Hawemann, Kai Doering (FriedrichshainKreuzberg), Martina Krahl, Lucas Koppehl (Pankow), Robert Drewnicki (Charlottenburg-Wilmersdorf), Helene Sommer, Susanne Finsel (Spandau), Hans Kegel (Tempelhof-Schöneberg), Lisa Maren Bürger (Steglitz-Zehlendorf), Heinz StapfFiné, Frank Folger (Neukölln), Ralf Thies (Treptow-Köpenick), Enrico Stoelzel (Marzahn-Hellersdorf), Christian Paulus (Lichtenberg) Anschrift: Berliner Stadtblatt, Müllerstr. 163, 13353 Berlin, info@berlinerstadtblatt.de, berliner-stadtblatt.de Grund-Lay-out: Projektdesign Berlin Gestaltung: koko-berlin.de Anzeigen: Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft mbH, anzeigen@vorwaerts.de Druck: Henke Pressedruck GmbH & Co. KG Auflage: 402.000 Exemplare

NIEDRIGLÖHNE

Union und FDP haben im Bundestag die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro gestoppt. Ein entsprechender Antrag des Bundesrats, in dem es eine rot-grüne Mehrheit gibt, soll bis zur Wahl am 22. September nicht mehr beraten werden. Damit sind weiter Niedriglöhne möglich, die oft zu Altersarmut führen.

Berliner Stadtblatt

THEMA

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Und was war in Berlin?
Leipzig , Eisenach, Gotha – die Gründungsgeschichte der Arbeiterbewegung scheint zunächst nicht viel mit Berlin zu tun zu haben. Das aber täuscht.
Es geht um die Durchsetzung von Interessen der Fabrikarbeiter, der Handwerker, der Landarbeiter, um bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen, aber auch um Demokratie und Versammlungsfreiheit. 1863 wird in Leipzig der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein mit Lassalle an der Spitze gegründet, 1869 laden August Bebel und Wilhelm Liebknecht zur Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei nach Eisenach. Beide Organisationen vereinen sich 1875 in Gotha zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SAP). Früh geht es auch um die Gleichberechtigung der Frauen, ihre Möglichkeit, sich überhaupt politisch betätigen zu können. In Berlin, 1848 Schauplatz von Barrikadenkämpfen, ist der Freiheitswille stark, hier findet die „Allgemeine Deutsche Arbeiterverbrüderung“ von Stefan Born in der Alexanderstraße ihren Sitz. Lassalle lebt von 1859 bis 1863 in der Bellevuestraße 13, August Bebel wohnt in Schöneberg, u. a. in der Hauptstraße 97, Wilhelm Liebknecht bis zu seinem Tod 1900 in der Kantstraße 160. Aber in Berlin herrscht bis 1908 das harte preußische Vereinsrecht, ein politischer Verein darf nur örtlich aktiv

EINE IDEE WIRD 150
I Die Sozialdemokratie feiert. Auf das Fest zur Gründung im Mai in Leipzig folgt am 17. und 18. August eine lange Meile der Sozialdemokratie auf der Straße des 17. Juni in Berlin. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, diese Werte haben die SPD durch ihre 150jährige Geschichte begleitet. An ihnen lässt sie sich auch immer wieder messen.

sein, Versammlungen können von anwesenden Polizeibeamten aufgelöst werden, Frauen dürfen nicht mitreden. Während des Verbots der Sozialdemokratie wurden immer wieder Mitglieder und Unterstützer aus Berlin ausgewiesen. Dennoch: Bei der Reichstagswahl 1877 gewinnen Sozialdemokraten die Wahlkreise Luisenstadt jenseits des Kanals und den Wedding. 1890 kommt der Bran- Berlinwahl 1958: denburger Wahlkreis Lich- Mit Willy Brandt voran. tenberg dazu. 1912 gehen 5 der 6 Berliner zenden Wahlkreise werden Wahlkreise an Sozialdemokra- zur Hochburg der SozialdeU.H. ten. Berlin und die angren- mokratie.

Wege aus der Wohnungsnot
BERLIN WÄCHST DRAMATISCH.
1905 hat die Stadt 2.040.148 Einwohner. Noch schneller wachsen die benachbarten Städte wie Charlottenburg (zwischen 1867 und 1905 von 14.999 auf 239.559) oder Rixdorf (von 19.956 auf 153.513). Bis 1910 sind weitere 30.000 Menschen nach Berlin gezogen. Mit ihnen wächst die Wohnungsnot. Es ist die Zeit der Mietskasernen, der dunklen, engen Hinterhöfe. Zum Teil leben sechs und mehr Personen in Wohnungen mit nur einem beheizbaren Zimmer, es gibt „Schlafburschen“, Untermieter, die zu bestimmten Zeiten ein Bett nutzen können. Die liberalbürgerlichen Parteien sehen die Beseitigung der Wohnungsnot nicht als staatliche Aufgabe – ganz anders als die Sozialdemokratie. Es geht um bezahlbare Wohnungen, um menschenwürdige Verhältnisse. Genossenschaften engagieren sich, können aber nur begrenzt helfen. Nach 1918 entstehen acht städtische Wohnungsunternehmen, von 1920 bis 1923 werden 29.000 Wohnungen gebaut, bis 1929 weitere 114.700. International bedeutende Arbeitersiedlungen wie die Hufeisensiedlung Britz, die Gartenstadt Falkenberg, die Weiße Stadt oder die Siedlung Schillerpark entstehen. Die neue Art des Bauens senkt

Dreimal verboten, dreimal Widerstand
DIE IDEE IST ZU ERFOLGREICH.
1878 wird die deutsche Sozialdemokratie verboten, Reichskanzler Otto von Bismarck nutzt zwei gescheiterte Attentate auf den Kaiser als Rechtfertigung, obwohl die Polizeibehörden keine Verbindung feststellen. In Berlin wird der „Kleine Belagerungszustand“ verhängt und zahlreiche Sozialdemokraten werden aus ihrer Heimatstadt ausgewiesen. Selbst gewählte Berliner Reichstagsabgeordnete dürfen die Stadt nur an Sitzungstagen betreten. Druckschriften dürfen nicht verbreitet werden, Versammlungen müssen von der Polizei genehmigt werden. Trotz Verfolgung wächst der Stimmenanteil der SPD – 1890 wird sie mit knapp 20 Prozent die stimmenstärkste Partei im Reichstag. Das Sozialistengesetz wird aufgehoben. 1933 drückt Otto Wels in seiner Rede gegen das Ermächtigungsgesetz im Berliner Reichstag den Freiheitswillen der SPD aus, im Preußischen Landtag ist es der Sozialdemokrat Paul Szillat, der als einziger den Nazis Am 17. Juni 1945 treffen sich 1500 Berliner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten zur Wiedergründung ihrer Partei im „Luckauer Hof“ in Kreuzberg. Schon bald nimmt der Druck auf sie zu, sich mit der KPD zu vereinen. In den Westsektoren der Stadt entscheiden sich die SPDMitglieder in einer Urabstimmung für die Unabhängigkeit. Während es nach der Zwangsvereinigung in der übrigen sowjetischen Besatzungszone nur noch die SED gibt, bleibt die SPD

aber auch die Kosten. 1929 wirbt die Berliner SPD im Kommunalwahlkampf – neben dem Ausbau der Schulen, Volksbäder oder Bibliotheken - auch mit ihren wohnungspolitischen Erfolgen. Überall in den 20 Bezirken der Stadt gibt es Vorzeigeprojekte wie die Siedlung im Birkenwäldchen in Spandau oder die „Paradieskute“ an der Schönlanker Straße in Prenzlauer Berg. Die SPD Prenzlauer Berg wirbt 1929: „Ausschaltung privater Bodenspekulation durch Ankauf des gesamten BötzowGeländes. Billigste Abgabe des Baugrundes an gemeinnützige Baugesellschaften.“ Ideen, an die die SPD heute wieder mit ihrer neuen Liegenschaftspolitik anknüpft. Wohnungsbaupolitik zieht sich als Schwerpunkt durch Erkämpftes Frauenwahlrecht: Plakat vom Januar 1919. die Berliner SPD-Geschichte, ob es um den WiederaufFotos (5): AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung bau nach 1945 geht oder um die Programme des sozialen Wohnungsbaus in den folgenden Jahrzehnten. In West-Berlin entstehen neue Großsiedlungen mit dem Anspruch, bessere Wohnbedingungen zu schaffen. In den 80er Jahren steht die SPD an der Seite der Mieterinnen und Mieter, als die CDU-geführte Bundesregierung die Mietpreisbindung abschaffen will. Eine Mehrheit hat die SPD damals jedoch nicht. U.H.

bis zum Mauerbau in OstBerlin trotz großer Behinderungen aktiv. Im Sommer 1960 besucht Willy Brandt demonstrativ das Kreisbüro der SPD Friedrichshain. 1989 gründen Sozialdemokraten die erste Partei in der DDR, die dem Machtanspruch der Einheitspartei SED Paroli bietet. Freiheit

Schwante 1989: Heimliche Gründung der SDP in der DDR.

Kampf für die Freiheit: Der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher bei einer Rede auf dem Hertha-Sportplatz in Berlin am 14.8.1947.

widerspricht, als sie auch dort ein Ermächtigungsgesetz einbringen. Verhaftungen und Verfolgungen treffen viele Berliner SPD-Mitglieder. Dennoch bleibt der Zusammenhalt vielfach bestehen, getarnt in Sportvereinen oder Chören. Sozialdemokraten wie Julius Leber, der in Schöneberg eine KohlenKommunalwahl 1929: Die SPD präsentiert ihre Erfolge in der handlung betreibt, engagieWohnungspolitik. Foto: BS-Archiv ren sich im Widerstand.

und Gerechtigkeit gehören für sie zusammen. In den folgenden Monaten finden sich viele wieder ein, die schon vor 1961 der SPD angehörten und ihrer Idee treu geblieben waren. 1990 beschließen der (Ost-Berliner) Bezirksverband und der (West-Berliner) Landesverband noch vor der BundesSPD ihre Vereinigung. U. H.

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BERLIN AKTUELL

Berliner !"#$"%&#""

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Der Bedarf steigt weiter: Berlin schafft zusätzliche Kitaplätze - Ein Besuch in der „Casa Fantasia“
Die Kindergärten heißen „Naseweis“, „Wuselwiese“, „Schatzinsel“ oder - wie in der Anklamer Straße - „Casa Fantasia“. Und wer diese FröbelKita betritt, spürt sofort: Der Name stimmt. Hier ist jede Menge Phantasie zuhause. Das Ampelmännchen an der Tür zur „Bewegungsbaustelle“ - das ist ein heller Raum mit Trampolin, Krabbel-Röhren und Kletter-Leiter - zeigt zwar grün, aber trotzdem spielt hier heute niemand. Alle wollen bei strahlendem Sonnenschein draußen sein. Im Sandkasten, beim Matschen an der Wasserpumpe oder bei Hüpfspielen im geschützten Hof des schönen Altbaus. „Wir sagen den Kindern nicht, wie die Welt ist, sondern wir bieten ihnen die Gelegenheit, es selbst heraus zu finden“, sagt Birgit Mühle, die freundliche Kita-Leiterin lächelnd. Mit dieser Einstellung macht die „Casa Fantasia“ der FröbelGruppe alle Ehre, die in Berlin, z.B. wird auch italienisch gesprochen und im ganzen Haus gibt es Schilder, auf denen deutsche und italienische Begriffe zu lesen sind. Außerdem ist dieser Kindergarten „reggio-zertifiziert“. Das heißt, die Kinder werden hier nach dem „respektierenden, vermittelnden Erziehungsprinzip“ betreut, das seinen Ursprung in der italienischen Region Emilia hat. Und der Name Fröbel verpflichtet. Denn Friedrich Wilhelm Fröbel gilt weltweit als „Vater des Kindergartens“ und als Pionier der Reformpädagogik. Weil in den seit 1840 nach ihm benannten Kindergärten praktiziert wird, wofür Fröbel sich eingesetzt hat: dass Kindheit bedeutet, sich entdecken, erproben und spielen zu dürU.W. fen. casafantasia-berlin@froebelgruppe.de Wo und wie finde ich einen Kitaplatz? Informationen dazu auf unserer Service-Seite

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Die Wirkung der Zeitungspresse als NSMachtinstrument arbeitet eine Ausstellung in der Topographie des Terrors unter dem Titel „Zwischen den Zeilen?" heraus. Sie ist bis zum 20. Oktober 2013 täglich von 10 bis 20 Uhr in der Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin, zu sehen. Alle Veranstaltungen zum Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“ unter www.berlin.de/2013/

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Noch bis Ende September ist am Checkpoint Charlie das Mauer-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi zu sehen. Das Bild ist ein monumentaler Blick auf die Zeit des geteilten Berlins der achtziger Jahre. Geöffnet ist täglich von 10 bis 20 Uhr, der Eintritt kostet 11 Euro, ermäßigt 9,50 Euro (für Kinder unter 6 frei).

Ein freundlicher Raum für die Fantasie: Die Kita „Casa Fantasia“. Foto: Bettina Straub/Fröbel-Gruppe

vielen anderen Bundesländern und sogar in Sydney Kindergärten, Horte und Familienberatungsstellen betreibt. 20 Millionen Euro hat das Land 2012 und 2013 in den Kita-Ausbau gesteckt, das Landesprogramm wird 11.000 neue Plätze anschieben.

In Berlin sorgen viele unterschiedliche Vereine und Organisationen gemeinsam mit den Kita-Eigenbetrieben des Landes für ein breites Angebot an Kitaplätzen. So kommen unterschiedliche weltanschauliche und pädagogische Konzepte zum Tragen, Kitas setzen

musische oder sportliche Akzente oder profilieren sich als Integrationskita. Einige pflegen kleine Gewächshäuser, andere setzen stärker auf Sprachförderung. Die Fröbel-Gruppe setzt auf ein zweisprachiges Erziehungskonzept. In der „Casa Fantasia“

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Das 2012 in Kraft getretene Berliner Spielhallengesetz erfüllt seinen Zweck: Vorgeschriebene Mindestabstände zwischen Spielhallen sowie die Beschränkung der Automaten haben den Boom der Hallen gestoppt. Jetzt wollen die Koalitionsfraktionen ein Ausweichen erschweren. „Mich ärgert die steigende Zahl der Café-Casinos, die nur dem Zweck dienen, Automatenspiele zu betreiben“, so der SPD-Rechtspolitiker Sven Kohlmeier. Die Eindämmung der mit maximal drei Spielgeräten ausgestatteten Cafés ist im Rechtsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses bereits beschlossen. Ein weiterer Antrag fordert den Senat auf, Spielhallen und Wettbüros stärker zu kontrollieren.

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Das durchschnittlich verfügbare Jahreseinkommen jedes Berliners und jeder Berlinerin betrug im Jahr 2011 laut jüngsten Angaben des Statistischen Landesamts 16.927 Euro. Damit lag es deutlich unter dem verfügbaren ProKopf-Einkommen aller Bundesländer in Höhe von 19.933 Euro.

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Bis zu 100.ooo Euro zusätzlich für Schulen in sozialen Brennpunkten
Lange wurde das Problem tabuisiert, nun hat die SPD den Paradigmenwechsel eingeleia tet: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh und Bildungssenatorin Sandra Scheeres stellten an der Weddingr Grundschule ein Programm für Brennpunktschulen vor. Mehr als 200 Berliner Schulen werden künftig mit insgesamt 15 Millionen Euro im Jahr gefördert. Die Schulen können selbst entscheiden, wofür das Geld verwendet wird z.B. für mehr Sozialpädagogen, für Sprachmittler, Anti-Gewalt-Trainer oder Mediatoren. Das Konzept kündigte Saleh erstmals im Dezember 2012 bei einer Rotterdam-Reise mit dem Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky an. Dort gibt es ähnliche Probleme. Die Gießkanne, sondern gezielt.“ Entscheidend ist die Zahl der Lernmittelbefreiungen (LMB): Bereits ab 50 Prozent LMB sollen die Schulen zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten, ab 75 Prozent LMB den vollen Betrag von 100.000 Euro jährlich. Beide SPD-Politiker betonten, dass es sich nicht um ein Notprogramm handelt. „Die benannten Schulen sollen damit in die Lage versetzt werden, die Schülerinnen und Schüler noch besser als bisher zu fördern. Es sind keine ,Reparaturmittel' für gescheiterte Schulen, sondern zusätzliche Unterstützungsmittel“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Raed Saleh sprach von einem Programm der ErFF mutigung.

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Die Qualität des Schulmittagessens wird deutlich verbessert. Das Land Berlin investiert dafür zusätzlich 9,1 Millionen Euro. Damit steht künftig ein Betrag von 3,25 Euro pro Essen zur Verfügung. Die Zuzahlung für die Eltern erhöht sich leicht, ein ausgeweiteter Härtefallfonds unterstützt Familien in sozial schwierigen Situationen.

Im Gespräch in der Wedding-Grundschule: Raed Saleh (2.v.l.) und Bildungssenatorin Sandra Scheeres (2.v.r.). Foto: Stäuble

Überlegung: Eltern, Lehrer und Schüler kennen die Lage vor Ort sehr genau - eine Stigmatisierung der betroffenen Schulen braucht man also nicht zu fürchten. Saleh: „Brennpunktschulen heißen so, weil es dort eine

Häufung von Problemen gibt. An vielen Berliner Schulen arbeiten die Lehrerinnen und Lehrer teilweise bis zur Grenze der Erschöpfung. Wir haben Respekt vor dieser Leistung und wollen dort helfen, wo es notwendig ist. Nicht mit der

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Zehntausende von Wohnungen werden in Berlin in den kommenden Jahren neu enti stehen. Das ehrgeizige Neubauprogramm, das die SPD zum Jahresbeginn forderte, ist inzwischen fester Bestandteil der Wohnungspolitik der Koalition. Mindestens 775 Millionen Euro sollen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften dafür bis 2018 einsetzen, 175 Millionen Euro bringen sie selbst auf, 600 Millionen Euro sollen über Kredite finanziert werden. Weitere 29.500 Wohnungen können durch einen IBB-Wohnungsbaufonds gefördert werden, der von Bund und Land innerhalb von fünf Jahren mit insgesamt 320 Millionen Euro ausgestattet wird. Ein zusätzliches Anreizsystem in den Bezirken soll den Wohnungsbau beschleunigen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat zudem eine Wohnungsbauleitstelle als Anlaufstelle für die 12 Bezirke, Investoren und andere Akteure eingerichtet. Um Mieten niedrig zu halten, will das Land öffentliche Grundstücke günstig zur Verfügung stellen. Wie unterschiedlich allerdings Baukosten ausfallen können, erfuhren der SPD-Vorsitzende Jan Stöß und der Fraktionsvorsit-

Stärkere Begrenzung des Mietanstiegs - Zweckentfremdung wird untersagt - Mehr Investitionen in den Neubau
zende Raed Saleh bei Gesprächen in der österreichischen Hauptstadt. Der Stadt Wien entstehen pro Quadratmeter Wohnraum Kosten in Höhe von 1.600 Euro, in Berlin sind mindestens 2.200 Euro fällig. „Wir werden uns genau anschauen, was die Ursachen für die günstigen Baukosten in Wien sind und warum in Berlin wesentlich höhere Preise aufgerufen werden“, so Jan Stöß. Gemeindewohnungen kosten in Wien im Schnitt 3 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter, in Genossenschaften 4,73 Euro. Damit die Mieten in Berlin stabil bleiben, sollen dem Markt künftig keine Wohnungen mehr entzogen werden können. Die Umwandlung in Ferienwohnungen und spekulativer Leerstand sollen überall dort verhindert werden, wo der Wohnungsmarkt angespannt ist, also etwa in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg oder in Charlottenburg-Wilmersdorf. Für die bisherigen rund 12.000 Ferienwohnungen ist eine Übergangsfrist von zwei Jahren vorgesehen. Stadtentwicklungssenator Michael Müller: „Mit dem Verbot von Zweckentfremdung kann der Bestand an Wohnraum auch wieder vorrangig für Wohnen genutzt U.H. werden.“

Petriplatz in Mitte: Auch in der Innenstadt könnten städtische Unternehmen und Genossenschaften mehr Wohnungen bauen. Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß hat zudem eine Debatte über die Gestaltung der historischen Mitte angestoßen. Foto: Horb

Berliner Stadtblatt

BERLINER LEBEN

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So kurzweilig kann der Sommer werden
Badeseen, Klettergärten, Streichelzoos, Industriekultur: Tolle Tipps für die Freizeit
Die Schulferien in Berlin liegen mal wieder sehr früh im Sommer. Vorteil oder Nachteil? Es kommt darauf an, was man daraus macht. Für Familien heißt es: Der Sommer ist länger, denn auch diejenigen, die zunächst fern von Berlin Urlaub machen, haben viel Zeit, die verbliebenen Ferienwochen oder die Wochenenden bis in den September hinein für Tageausflüge zu nutzen. Wer es richtig macht, hat Spaß und Abenteuer und kann viel lernen. Wir geben ein paar Tipps, die viele noch nicht kennen. Sommer, Sonne, Wasser: Das Baden im Freien ist am schönsten. Wer nicht lange anreisen will, findet in Berlin nicht nur den Wannsee, sondern auch andere Seen, die sogar noch klarer sind. Zum Beispiel den Groß-Glienicker See, den Sacrower See, den Schlachtensee oder den Kleinen Müggelsee. Noch mehr Badespaß kann man in Brandenburg erleben. Der Liepnitzsee und der Wandlitzsee in Wandlitz oder auch „Mount Mitte“ direkt am Nordbahnhof bietet verschiedene Schwierigkeitsgrade. Oder aber der Kletterwald Wuhlheide. Oder der Abenteuerkletterpark Panketal in Hobrechtsfelde. Nicht nur Kinder mögen Tiere. Berlin hat mit Zoo und Tierpark gleich zwei große Anlagen, wobei sich vor allem der weitläufige Tierpark in Friedrichsfelde für FamilienSpaziergänge bestens eignet. Oder wie wäre es mit einem Ausflug zum „Hof der kleinen Tiere“ in Zerpenschleuse nördlich von Wandlitz? Seltene, kleinwüchsige Haustierrassen werden dort gehalten, man kann sie auf der Weide besuchen und sogar anfassen. Gleich um die Ecke am romantischen Alten Finowkanal ist einer der schönsten Trödelläden der Region: „Emma Emmelie“ von Ines Schweighöfer aus der gleichnamigen Schauspielerfamilie. Technik ist immer faszinierend für Jung und Alt. Einst kamen die roten Ziegel, aus denen halb Berlin erbaut ist, aus der Gegend um Zehdenick. Heute kann man den historischen Ziegeleipark Mildenberg nicht nur besuchen sondern auch bei einer Rundfahrt mit der Kleinbahn erleben. Ab und zu wird eine Dampflok vorgespannt. Wenn man schon mal hier ist, sollte man auch das schwimmende Schiffermuseum „Carola“ in Zehdenick nicht verpassen, das an die Geschichte der Havelschifffahrt erinnert. Geradezu gigantisch dagegen die Abraumförderbrücke F 60 im Braunkohlerevier zwischen Lauchhammer und Finsterwalde. Mit 502 Metern Länge, 202 Metern Breite, 80 Metern Höhe und 11.000 Tonnen Gewicht ist die stillgelegte Förderbrücke die größte ihrer Art in der Welt. Man darf sogar auf ihr herumklettern. Und sonst? Viele Familien wissen es längst: Der „Berliner Ferienpass“ ist ein Sesamöffne-dich nicht nur für zahlreiche Tipps, sondern auch für manchen Preisvorteil. U. R. Mehr zum Thema unter: jugendkulturservice.de

Der Sommer kommt! Ich kenn mich da aus.

Foto: Katja Heinroth

der Straussee in Strausberg sind zu nennen und vor allem auch gut mit S-Bahn und Hei-

dekrautbahn zu erreichen. Voll im Trend vor allem bei Heranwachsenden sind

die Klettergärten. Wussten Sie, dass es sogar einen mitten in der Stadt gibt? Der

Zeitgeschichte, spannend wie ein Krimi
MENSCHEN, DIE DIE STADT BEWEGEN: EGON BAHR
„Immer wenn ich nach Berlin zurückfliege, habe ich das Gefühl, ich komme nach Hause“, sagt Egon Bahr, der momentan wieder viel unterwegs ist. Zu Autorenlesungen, Interviews und Diskussionsveranstaltungen. Sein jüngstes Buch hat ein überwältigendes Echo hervorgerufen und erscheint gerade in vierter und fünfter Auflage. „Das musst Du erzählen“ nannte Egon Bahr seine Erinnerungen an Willy Brandt, dem er nahe war wie kein zweiter. Und erzählen kann der frühere RIAS-Journalist Bahr. Anschaulich, packend, präzise, uneitel und humorvoll. Wer sich für Zeitgeschichte aus erster Hand interessiert, für Berlin, die Ostpolitik und den schwierigen Prozess des Wandels durch Annäherung und dafür, wer dabei wann welche Rolle gespielt hat, wird Bahrs Buch so spannend finden wie einen Krimi. Und anrührend dazu. Weil es respektvoll und einfühlsam auch beschreibt, wie in jahrzehntelanger Zusammenarbeit Brandts Vertrauen zur Freundschaft wuchs. „Die mir zugewiesene Bezeichnung Architekt der Entspannungspolitik empfand ich als angemessen. Der Bauherr hieß Willy Brandt. Ohne den Bauherrn wäre ich nie Architekt geworden. Zu Recht werden die geschichtlichen Bauwerke Deutschland und Europa mit dem Namen Brandts verbun-

Geisterbahnhöfe: Als Aussteigen verboten war
AUSTELLUNGSTIPP: IM UNTERGRUND DES GETEILTEN BERLIN

den bleiben“, urteilt Egon Bahr. Auch wenn der prominente Sozialdemokrat, der in Berlin und in Bonn als Senatssprecher, Staatssekretär und Minister politische Verantwortung getragen hat, nun keine politischen Bauwerke mehr plant: Politik treibt ihn nach wie vor um. Er ist dem Radio treu geblieben, hört wann immer das möglich ist, die 7-Uhr-Nachrichten im Deutschlandfunk, liest gerade den neuen Gorbatschow und hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. „Ich vermisse eine wirklich inhaltliche Auseinandersetzung über Außen- und Sicherheitspolitik: a) im Land, b) in meiner Partei“, diktiert er der Reporterin in den Schreib- Ausstellung im Nordbahnhof. block. U. W. Der Bau der Berliner Mauer 1961, der markante Grenzverlauf zwischen zwei unterschiedlichen Gesellschaftssystemen, hat zugleich etwas Kurioses geschaffen: Geisterbahnhöfe. Drei Nord-SüdSchienenstränge durchtunneln grenzüberschreitend die Berliner Innenstadt. Dieses Politikum zeigt sehr anschaulich eine Ausstellung der Gedenkstätte Berliner Mauer auf der Zwischenetage der S-Bahnstation „Nordbahnhof“. Ein passender Ort, denn die Station war selbst fast drei Jahrzehnte lang ein Geisterbahnhof. Schautafeln und Mittendrin in „seiner“ Partei: Egon Bahr auf einem Landesparteitag der Berliner SPD. Foto: Horb Fotografien erklären die Ver-

Foto: Horb

kehrspolitik im geteilten Berlin bis zum Mauerbau, die Kappung der grenzüberschreitenden Verkehrsadern 1961 und die ständige Perfektionierung der unterirdischen Grenzsperren bei U- und S-Bahn. Nur wenigen ist über diese Ost-West-Schienenstränge die Flucht gelungen. Fotos zeigen, wie die Zugänge zu den Geisterbahnhöfen im Ostteil Berlin eliminiert, aus der Wahrnehmung der Bevölkerung getilgt wurden. Die ausgestellten Dokumente erinnern an die ideologischen Auseinandersetzungen um die Bahnlinien, etwa Warnungen vor politisch motivierten Entführungen und an

den S-Bahnboykott nach dem Mauerbau sowie wie an Streiks der Reichsbahner. Die kleine Ausstellung im Nordbahnhof mit den Grenz- und Geisterbahnhöfen zeigt ein Stück Berliner Alltagsgeschichte in der Zeit des Ost-West-Konflikts. G. L. I Informationen: berlinermauer-gedenkstaette.de I Ein Begleitband ergänzt wesentlich ausführlicher dieses verkehrspolitische Kuriosum: Gerhard Sälter/Tina Schaller: Grenz- und Geisterbahnhöfe im geteilten Berlin, Ch. Links Verlag, Berlin, 2013, 144 S., 53 Abb. und 38 Karten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-86153-723-6

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S E RV I C E – R ÄT S E L

Berliner Stadtblatt

Der Weg zum Kita-Platz
Wo und wie kann ich mein Kind anmelden? Zentrales Online-Portal wird jetzt geschaffen.
Aber auch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft bietet Orientierung. Auf ihrer Homepage www.berlin.de/ sen/familie kann nach KitaEinrichtungen in den jeweiligen Bezirken gesucht werden. Unter der Telefonnummer 030-90227 5050 hilft die Senatsverwaltung weiter. Der Nachwuchs kann frühestens sechs Monate und spätestens zwei Monate vor Beginn der Betreuung angemeldet werden. Die Nachfrage ist schon jetzt groß, weil es ab 1. August einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr gibt, vor allem aber, weil immer mehr Väter und Mütter auf qualifizierte Kinderbetreuung angewiesen sind, um Beruf und Familie vereinbaren zu können. In Berlin können Eltern Foto: Bettina Straub/Fröbel-Gruppe in Tageseinrichtungen die auch dann, wenn Sie sich be- haben. Den Anmeldebogen Halbtagsförderung (mindesreits für einen Platz in einem und Hilfe beim Ausfüllen tens vier, maximal 5 Stunden täglich), die Teilzeitförderung anderen Bezirk entschieden gibt es dort auch. (mindestens 5 bis max. 7 Stunden), die Ganztagsförderung mit mindestens 7 bis höchstens 9 Stunden oder sogar die erweiterte Ganztagsförderung mit über 9 Stunden täglich in Anspruch nehmen. Wenn kein passender KitaPlatz gefunden werden kann, gibt es auch noch das Angebot der Kindertagespflege. Diese Betreuungsform gibt es insbesondere für Knirpse unter drei Jahren, die zumeist in Gruppen zu vier bis acht Kindern betreut werden. Bis Ende 2015 soll es rund 19.000 neue Kita-Plätze in Berlin geben. 2012 und 2013 stellt das Land Berlin für den bedarfsgerechten Ausbau 20 Millionen Euro zur Verfügung. Um Eltern die Suche künftig zu erleichtern, soll es bis Ende des Jahres eine zentrale Warteliste geben. Über ein Onlineportal wird dann – wie schon jetzt in München – Postleitzahl bezogen der passende Platz gesucht werden können. U. W.

Begehrte Kita-Plätze: Berlin erhöht das Angebot weiter.

Unabhängig davon, welche Einrichtung ein Kind besuchen soll: Zuständig für

die Anmeldung ist immer das Jugendamt des jeweiligen Wohnbezirks, und zwar

Berliner Preisrätsel
ZU GEWINNEN:

3 Kulturkarten der Freien Volksbühne
18 ... ist, wer noch nicht out ist 19 Namensgeber eines Hauses im Tierpark Friedrichsfelde 21 Kfz-Kennzeichen für Ansbach 22 Deckschicht, lässt gern Schlaglöcher frei 24 Abkürzung für Finanzamt 27 Dorf im Norden von Berlin 29 altertüml. f. bei dieser Gelegenheit 31 Annelide 34 Fortbewegungsart von Walküren 36 ohne Unterlass 38 Schnelles Musikstück 39 der Daus 40 Komponist von „Summertime“ 41 nicht ganz SENKRECHT 1 Hape Kerkeling war dann mal ... 2 Psychische Störung 3 Reisschnaps 4 einen Weg öffnen oder frei machen 5 DGB-Chef bzw. Bravo-Aufklärer 6 Elektrisch neutrale Atome in Ionen verwandeln 7 Impfstoff 8 11 13 16 17 18 20 21 23 24 25 26 28 30 32 33 35 37 Dorf im Südwesten von Berlin Adverb mit Zeigefinger Lateinisch: Licht Nutznießer eines Testaments Vereinte Nationen (engl.) Geheimer Stasizuträger (Abk.) Netzwerkknoten auf Computerdeutsch Geiersmahlzeit Etwas festmachen Aufgekaufte Tageszeitung aus Hessen (Abk.) Hier züchtete Herr Müller erstmals den Rivaner Start in die Berliner Sommerferien Flächeninhalt Gewinn Er verbindet Stoffe durch Nähte Kosewort für Westgeborene durch Tschechien fl ießt sie als Labe Sommerwonne mit Waffel

WAAGERECHT 1 hier packte Conny die Badehose ein 5 im Sommer selten gut 7 Was beim Kochen übrig bleibt 9 Starenvogel, der sprechen kann 10 sie schrieb Schiller „An die Freude“ 12 ausbrüten 14 Herrschaftstitel 15 Auerochse 16 Fremdartiger 17 Summe der Flächeninhalte der kleinen Rechtecke

Bilderrätsel
WER IST HIER AUF DER STRASSE? Es ist viele Jahre her, dass sie auf die Straße gegangen sind. Aber auch heute sieht man sie dort, wo sie entlang gegangen sind. An welches Ereignis wird hier erinnert? Das Berliner Stadtblatt verlost unter den richtigen Einsendungen zum Bilderrätsel zehn Bücher „Freiheit,
Lösung des Kreuzworträtsels: WELTFRAUENTAG. Bilderrätsel: Die abgebildete Figur erinnert an die harte Arbeit der TRÜMMERFRAUEN im Nachkriegs-Berlin. Geschaffen wurde die Skulptur 1955 von der Bildhauerin Katharina Szelinski-Singer. Zunächst wurde sie auf der Rixdorfer Höhe eingeweiht, einem Hügel, der aus rund 700.000 Kubikmetern Schutt entstanden war. Heute steht sie nahe dem Eingang zur Hasenheide. Die Gewinner wurden schriftlich benachrichtigt. Wir danken allen Leserinnen und Lesern, die uns zum Teil bewegende Einsendungen zum Lösungsbegriff „Trümmerfrau“ geschickt haben:

DIE GEWINNE In die richtige Reihenfolge gebracht ergeben die rot umkreisten Buchstaben eine lästige Nebenerscheinung des Sommers, die wir gerne in Kauf nehmen: Hauptsache heiß!. Bitte schicken Sie das Lösungswort auf einer Postkarte bis zum 19. Juli 2013 per Post an das Berliner Stadtblatt, Müllerstraße 163, 13353 Berlin oder per E-Mail an raetsel@berliner-stadtblatt.de. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir drei Kulturkarten, die von der Freien Volksbühne Berlin gestiftet wurden und zum verbilligten Besuch zahlreicher Berliner Theater- und Opernaufführungen berechtigen. Die Karte im Wert von 36 Euro hat ein Jahr Gültigkeit. Und für den ersten Kulturbesuch ist sie vom Berliner Stadtblatt mit 40 Euro aufgeladen. Viel Spaß!

die ich meinte“ mit den Erinnerungen der Historikerin Helga Grebing an Berlin – eine spannende Lektüre! Einsendeschluss ist der 19. Juli 2013 (per Post an das Berliner Stadtblatt, Müllerstraße 163, 13353 Berlin oder per E-Mail an raetsel@berliner-stadtblatt.de).
„Damals war ich 12, heute bin ich 80, kann mich noch mit Schrecken an diese Zeit erinnern“, schrieb Gisela M., 10315 Berlin. „Trümmerfrauen – aber auch als solche musste man mal ein krummes Knie machen dürfen. Ich selbst war als Lehrling 1953 auch mal 1 Tag Trümmerjunge (Hausburgstr./Ecke Landsberger Allee)“, so Reinhard P., 12587 Berlin. Und Ingrid R. aus 10825 Berlin erinnert sich: „Das Bilderrätsel stellt in Stein eine Trümmerfrau dar. Die fleißigen Frauen haben fleißig die Trümmer aus dem 2. Weltkrieg abgeräumt, so dass Berlin wieder aufgebaut werden konnte. Bin Jahrgang 1930, in Berlin-Spandau geboren.“

RÄTSEL-LÖSUNGEN UNSERER AUSGABE MÄRZ 2013

Berliner Stadtblatt

STEGLITZ - ZEHLENDORF

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TERMINE FRIEDENSPOLITIK
Syrien, Iran, Mali: Aktuelle Herausforderungen für eine globale Friedenspolitik. Es diskutieren Gernot Erler, MdB (Foto) sowie Ute Finckh-Krä-

Drei Schulen im Bezirk profitieren
Zusätzliche Senatsmillionen für Bildung
15 Millionen Euro investiert der Senat im nächsten Jahr in t Berliner Brennpunktschulen. Mit dabei sind auch drei Schulen aus Steglitz-Zehlendorf. Die Mercator-Grundschule und die Paul-Braune-Schule aus Lichterfelde sowie die Peter-Frankenfeld-Schule in Lankwitz werden ab nächstem Jahr von den Unterstützungsmitteln profitieren. Die Schulen sollen selbst bestimmen können, wofür sie die zusätzlichen Mittel einsetzen. Viele Brennpunktschulen brauchen mehr Erzieher, Sprachmittler und Anti-Gewalt-Trainer. Die 15 Millionen Euro sind keine „Reparaturmittel“ für gescheiterte Schulen, sondern eine zusätzliche Unterstützung, z. B. wegen der schwierigen Sozialstruktur des Schulumfeldes. Ab 2014 werden Schulleiter eine verbindliche Qualifizierung erhalten, die sie für ihre Managementaufgaben besonders befähigen soll. Außerdem werden Schulen „belohnt“, wenn sie ihre Brennpunkt-Zulage in einen Topf werfen und daraus gemeinsame Maßnahmen bezahlen. Es wird einen „Leistungsbonus” von 15.000 Euro für jede Schule und jedes Jahr geben, wenn die Schulen belegen können, dass sie mit dem zusätzlichen Geld etwas bewirken konnten. Um den Effekt der Maßnahmen zu messen, soll das Programm wissenschaftlich begleitet („evaluiert“) werden, sagte Scheeres. Es würden Erfolgskriterien wie Sprachstand oder Schulabbrecherquote definiert und nach drei Jahren mit den Anfangswerten verglichen.
Ruppert Stüwe

mer, Direktkandidatin der SPD-Steglitz-Zehlendorf für den Bundestag. Wann? Dienstag, 4.6.2013, Beginn 19 Uhr. Wo? Vereinslokal Hertha 03, Onkel-Tom-Straße 54 A, 14169 Berlin.

Vereine und selbst Bürger, die keinem Sportverein angehören, profitieren vom Bezirkssportbund - auch beim Aikido, wie hier MdB-Kandidatin Ute Finckh-Krämer (SPD). Foto: TAB, Michael Titjung

DISKUSSION ZUM JUBILÄUM
Ohne Widerspruch kein Fortschritt - 150 Jahre SPD. Die demokratische und sozialistische Erneuerung der Sozialdemokratie: Steglitz-Zehlendorfer Juso-Vorsitzende in der Geschichte der SPD. Es führen durch den Abend u. a.: Franziska Drohsel, Klaus-Uwe Benneter, Dieter Scholz, alles ehemalige Juso-Landesund Bundesvorsitzende. Freitag, 7.6.2013, Beginn: 18 Uhr. Bezirksverordnetensaal im Rathaus Steglitz, Schloßstraße 37, 12163 Berlin.

Was macht eigentlich
…
... der Bezirkssportbund in Steglitz-Zehlendorf?
Treiben Sie Sport? Vielleicht sogar in einem Verein? Dann profitieren Sie direkt von der Arbeit des Bezirkssportbundes, dem Zusammenschluss von 180 Sportvereinen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Denn der Bezirkssportbund vertritt die Interessen der Sportvereine und ihrer Mitglieder gegenüber dem Bezirk, regelt die Vergabe von Trainingszeiten in Zusammenarbeit mit dem Schul- und Sportamt in den Schulsporthallen oder mit den Bäderbetrieben in den Schwimmbädern des Bezirks und sorgt auf diese Weise dafür, dass die knappen Trainingszeiten möglichst fair zwischen großen und kleinen Vereinen bzw. zwischen verschiedenen Sportarten verteilt werden.
Das nächste Bezirkssportfest findet am 8. Juni statt.

STADTFEST
Ein Fest der besonderen Art ist das Lesbischschwule Stadtfest in Berlin-Schöneberg. Organisiert vom Regenbogenfonds e.V. verspricht dieses Event am Nollendorfplatz in Schöneberg für alle Interessierten ein Fest der Lebensfreude und des Frohsinns zu werden. Mehrere hunderttausend Besucher werden erwartet. Wann? 15.-16.6.2013, Samstag ab 11 Uhr, Sonntag ab 10 Uhr. Wo? Nollendorfplatz, 10777 Berlin-Schöneberg. Stand der Schwusos Berlin: Eisenacher Straße.

Berlin hat gute Schulen & Kinder, die fröhlich lernen - ein Senatsförderprogramm kommt jetzt auch Schulen im Bezirk zugute. Foto: djd/Berufsverband Deutscher Präventologen

Der Bezirkssportbund hat ein Mitwirkungs- und Beratungsrecht bei Baumaßnahmen, die Sportstätten betreffen, und ist im Sportausschuss der Bezirksverordnetenversammlung vertreten. Jedes Jahr gibt es ein Bezirkssportfest, auf dem die Vereine ihre Angebote vorstellen – diesmal am Samstag, dem 8. Juni von 11 bis 18 Uhr im Stadion Lichterfelde.

Aber auch diejenigen im Bezirk, die keinem Sportverein angehören, profitieren von der Arbeit des Bezirkssportbundes: Sie können am Freizeit- und Erholungsprogramm für vereinsungebundene Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, das der Bezirkssportbund organisiert. Hier gibt es Angebote für alle Altersklassen vom Kindergartenalter an. Hinzu kommen Wettbewerbe für Kinder und Jugendliche, z.B. die „Entenstaffel“ für Grundschulkinder der 5. und 6. Klassen. Mehr Informationen unter www.sportarge.de

Was tun, um die groteske Ungerechtigkeit zu beenden?
Diskussion zu Gehaltsunterschieden bei Frauen und Männern
e Unter dem Motto „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Keine Gehaltsunterschiede bei Frauen n und Männern“ fand in Lichterfelde-Süd eine öffentliche Podiumsdiskussion der örtlichen SPD-Abteilung statt. Im AWO-Haus diskutierten die SPD-Bundestagskandidatin Dr. Ute Finckh-Krämer, die stellvertretende ver.di-Landesvorsitzende Astrid Westhoff und die stellvertretende Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen von Steglitz-Zehlendorf, Carolyn Macmillan, über die ungerechten Gehaltsunterschiede von Frauen und Männern. Was kann getan werden, damit diese Ungerechtigkeit endlich aufhört? Finckh-Krämer wünschte sich einen gesellschaftlichen Wandel, der durch die Politik begleitet werden soll, ähnlich wie beim bundesweiten „Girls-Day-Programm“. Dem stimmte Macmillan zu und forderte dazu die Überarbeitung des Ehegattensplittings. Dieses Steuermodell hindere Frauen an der Erwerbstätigkeit und halte sie hartnäckig „in der Rolle von Zuverdienerinnen“. „Die Entgeltgleichheit muss auch in den Tarifen wieder zu finden sein“, forderte Westhoff, denn es fehle den Betrieben der Wille, soziale Kompetenz angemessen zu bezahlen. „Daher ist der Mindeslohn schon ein wichtiger Schritt hin zu einer geschlechter-gerechten Entlohnung“, sagte Ute Finck-Krämer und verwies dazu auf das Entgeltgleichheitsgesetz, das ein wichtiger Teil vom SPD-Wahlprogramm sei.
Stefan Czenskowski

MELDUNGEN ONLINE DABEI
Für die Fortschreibung des Programms „Steglitz-Zehlendorf 2100“ wird derzeit eine online-Bürgerbeteiligung durchgeführt. Alle Bürgerinnen und Bürger im Bezirk können daran bis zum 15. Juli 2013 teilnehmen. Stimmen Sie mit ab und diskutieren Sie online zu brennenden Fragen: Wie können wir die Ziele - z.B. Senkung des CO2-Ausstoßes, mehr Rad- und Fußverkehr, gesunde Ernährung – noch besser erreichen? Können wir auch auf bezirklicher Ebene einen Beitrag zur internationalen Dimension nachhaltiger Entwikklung leisten, z.B. über unsere Städtepartnerschaften? Mehr Informationen unter www.sz2100.de oder www.berlin.de/ba-steglitzzehlendorf ist die vierte Einrichtung der „Campus für Generationen gGmbh“ in Zehlendorf, wo Kinder unterschiedlicher Herkunft und aus verschiedenen Kulturen betreut werden. Auf dem früheren Gärtnerei-Gelände sollen lehrreiche Stationen errichtet werden. www.daykita.com

BVV TAGT AM 19. JUNI
Die nächste öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung in SteglitzZehlendorf findet am Mittwoch, 19. Juni, statt. Sitzungssaal ist wie immer der Bürgersaal des Rathauses Zehlendorf, Kirchstaße 1/3, 14160 Berlin. Auskünfte zur Tagesordnung erhalten Sie hier: www.berlin.de/ba-steglitzzehlendorf

SOMMERFEST IN LANKWITZ
Die Mitgliederversammlung der SPD Lankwitz ist eingebunden in ein gutgelauntes Sommerfest. Wer? Funktionäre sind ebenso willkommen wie Genossinnen und Genossen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Es bietet sich die Gelegenheit des ungezwungenen Austauschs in geselliger Runde kurz vor den Schulsommerferien. Wann? 18. Juni, 18 Uhr. Wo? Rotter Sport Casino im Stadion Lichterfelde, Ostpreußendamm 3-17, 12207 Berlin.

WAHLHELFER GESUCHT KITA PLUS NATUR
Das Erleben der Natur mit viel Bewegungsfreiheit im Zehlendorfer Wäldchen steht im Mittelpunkt der neuen Kita „Kiddies Nature“, die am 16. Mai in der Fischerhüttenstraße 19 eröffnet wurde. Es Wer möchte Wahlhelfer bei der Bundestagswahl am 22. September werden? Fragen werden unter 90299-2194 (Frau Holland) und 902992183 (Frau Schlawack) beantwortet. E-Mail: wahlhelfer@ba-sz.berlin.de

Gerechte Entlohnung von Frauen und Männern fordern (von links nach rechts): Dr. Ute Finckh-Krämer, Carolyn Macmillan und Astrid Westhoff.

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STEGLITZ - ZEHLENDORF

Berliner Stadtblatt

NOTIZEN SÜDWESTWIND
Die aktuelle Ausgabe von „Südwestwind“, der sozialdemokratischen Mitgliederzeitung in SteglitzZehlendorf, steht zum Herunterladen als pdfDatei im Internet bereit. So stimmt Dr. Ute Finckh-Krämer, Direktkandidatin für SteglitzZehlendorf, schon jetzt auf ihren Bundestagswahlkampf ein und bittet Mitglieder wie Sympathisanten um fleißige Mithilfe. Sie will gegenüber den Wählerinnen und Wählern sozialdemokratischen Kernthemen zum Durchbruch zu verhelfen, die aktueller sind denn je: Soziale Gerechtigkeit, Mindestlöhne, sichere Renten, bezahlbare Wohnungen. Weitere Beiträge im „Südwestwind“, der auch Nicht-SPD-Mitgliedern eine interessante Lektüre bietet, beschäftigen sich unter anderem mit der leidigen Straßen-

Wie Berliner Bienen ihre Imker erfreuen
Aber: Die Agrarlobby und das CSU-geführte
Fortsetzung von Seite 1

Landwirtschaftsministerium machen ihnen das Leben schwer
An jedem zweiten Dienstag im Monat findet eine Vereinsversammlung statt, Neulinge werden von „Paten“ betreut und Fortbildungen stehen regelmäßig auf dem Programm. Denn ohne den regelmäßigen Austausch über die Pflege und Aufzucht der Völker, Überwinterung und die Produkte der Bienen funktioniert das Imkern nur schwer. Gemeinsam jedoch ist es eine einzigartige Naturerfahrung, Umweltschutz und eine entspannende Freizeitbeschäftigung. Zwar sind Bienen den meisten Menschen sympathisch, und das nicht erst seit der Verfilmung von Waldemar Bonsels‘ Geschichten von Maja und Willy. Aber von den Abläufen im Bienenstock ist kaum etwas bekannt. Fast schon legendär dagegen ist der sprichwörtliche Fleiß der Biene: Dreimal umLegendärer Bienenfleiß

rundet eine Arbeitsbiene rein rechnerisch den Erdball, um 1 Kilo Honig einzutragen. Ihr Leben währt 50 bis 60 Tage – in dieser kurzen Zeit ist sie zuerst für die Sauberkeit des Stockes, danach für die Brutpflege, den Wabenbau, die Bewachung des Fluglochs und schließlich für den Transport von Wasser, Blütenstaub und Nektar zuständig. Der Honig, der in den Bienenstöcken produziert wird, enthält lebenswichtige Vitamine, Mineralien, Enzyme und Kohlenhydrate. Bienen sind jedoch nicht nur Honiglieferanten, sondern von unermesslicher Bedeutung für die gesamte Nahrungskette: Etwa 80 Prozent aller Pflanzen werden von Bienen bestäubt. Ihr Verschwinden hätte katastrophale Folgen für die Menschheit. Das Sterben vieler Bienenvölker seit etwa sechs Jahren wird deshalb nicht nur von
Honig: Gesund und lecker

Manche mögen’s Gelb - wie diese Biene hier beim Pollensammeln auf Löwenzahn. Foto: Wikimedia Commons

Umweltschützern mit Sorge beobachtet. Als eine der Ursachen wurden inzwischen sogenannte Nikotinoide identifiziert. Die EU-Kommission wollte den Einsatz der Insektengifte in der Landwirtschaft deshalb zunächst für 2 Jahre verbieten. Sie scheiterte jedoch im März 2013 – unter anderem, weil sich das deutsche Agrarministerium (CSU) enthalten hat. Die SPD dagegen unterstützt das Verbot der Nikotinoide, um Zeit für wissenschaftliche Untersuchungen zu gewinnen. Auf EU-Ebene wird jetzt weiter verhandelt – hoffentlich zu Gunsten der Bienenvölker, die in wenigen Tagen, wenn die Temperaturen über 10 Grad klettern, erneut ausfliegen und mit ihrem „Summ summ summ“ den Frühling begleiten.
Jana Kellermann
EU verhandelt

Ist der Spielplatz in Lankwitz zu laut?
Klage der Anwohner wurde abgewiesen
Der Spielplatz am Döhlauer Pfad in Lankwitz gilt als Beispiel für einen besonders atp traktiven Spielplatz. Das liegt nicht nur an Sandkiste und Schaukel, sondern auch an seinem Schwerpunkt Cowboy und Indianer. Für einige Nachbarn hat der Spielplatz allerdings die Attraktivität ihrer Wohngegend beeinträchtigt. Der neu gestaltete Spielplatz wurde einigen Anwohnern zu laut. Sie entschlossen sich zu einer Klage. Das Berliner Verwaltungsgericht urteilte nun, „dass keine erheblichen Belästigungen für die Einwohner“ festzustellen sind und wies die Klage folgerichtig ab. Die Nachbarn seien sogar zur Duldung der etwaigen Belästigungen verpflichtet. Kinderlärm gilt im Regelfall nicht als umweltschädlich. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat das Immissionsschutzgesetz für Berlin sogar schon ein Jahr früher geändert, um zu verhindern, dass Kitas oder Kinderspielplätze aus dem Wohnumfeld verlagert werden müssen. Im Einzugsgebiet gibt es eine Unterversorgung mit Spielplätzen. Dies stellten die Mitarbeiter des Bezirksamtes in der Verhandlung dar. Mit 2.000 Quadratmetern sei der Spielplatz auch nicht übermäßig groß, sondern entspreche der allgemeinen Spielplatzgröße im Bezirk. Um in jedem Versorgungsgebiet einen eigenen kleinen Spielplatz zu errichten, fehle das Geld.
Ruppert Stüwe

Reicher Bezirk? Erzählen Sie das mal den Armen hier!
Ute Finckh-Krämer (SPD) besucht soziale Brennpunkte
Auch in einem vermeintlich wohlhabenden Bezirk wie in Steglitz-Zehlendorf ist spürbar: „Die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander.“ So macht die SPD-Bundestagskandidatin Dr. Ute FinckhKrämer deutlich, warum sie als ersten Schwerpunkt eine Tour zu den sozialen Brennpunkten des Bezirks unternimmt. An acht Tagen will FinckhKrämer nun in verschiedenen Teilen des Bezirks soziale Brennpunkte besuchen, mit Menschen in sozialen Einrichtungen sprechen und politische Lösungen diskutieren, um zu erfahren, welche sozialen Probleme es in Steglitz-Zehlendorf tatsächlich gibt, wo Lösungen erforderlich sind und welche dies sein können. „Viele verstecken sich dahinter, dass in Deutschland die Krise vermeintlich gut gemeistert wurde. Ich will nicht weg schauen, sondern mit den Menschen sprechen, die in ihrer täglichen Arbeit mit sozialen Missständen konfrontiert sind.“ Zusammengestellt haben die Termine die einzelnen SPD Mitglieder vor Ort, diese werden die Bundestagskandidatin auch zu den jeweiligen Veranstaltungen begleiten.
Ruppert Stüwe

umbenennung „Treitschkestraße“, mit dem Zukunftsprojekt „Wohnen am Landschaftspark Lichterfelde-Süd“ oder mit der versuchten RathausSanierung „Sarazenu“, bei der Schwarz-Grün rund 1,8 Millionen Euro in den Sand gesetzt hat. http://www2.spd-suedwest.de/uploads/sww_final_online.pdf

CDU und Grüne als Pfennigfuchser
Sie sperren sich dagegen, dass der Bezirk Hinweis auf KZ-Außenlager anbringt
An der Eugen-Kleine- Brücke (Wismarer Straße) erinnert die „Säule der Gefangenen“ an das c Schicksal der dort Inhaftierten. Direkt daneben im Ortlerweg sind noch heute die Häuser der angrenzenden SS-Siedlung zu sehen; die Straße hieß damals noch Leibstandartenweg. Die SPD-Fraktion setzt sich dafür ein, dass an der Kreuzung Goerzallee / Wismarerstraße entsprechende Hinweisschilder montiert werden und brachte einen Antrag in die BVV ein. Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Bürgerdienste hatte diesen Antrag am 16. Januar einstimmig – also mit den Stimmen der CDU – der BVV zur Annahme empfohlen. In der Sitzung des Haushaltsausschuss am 7. Februar relativierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Torsten Hippe dann diese Zustimmung und stellte die Bedingung, dass jemand anderes als der Bezirk die Schilder bezahlt. Die Bezirksverordneten der SPD waren schockiert. Sie wiesen darauf hin, dass die Erinnerung an ein Außenlager eines Konzentrationslagers nicht „irgendein Gedenkort“ sei. Wer die Hinweisschilder bezahlt, ist dabei nebensächlich – zwei Schilder anzuschrauben, würde auch den Bezirk finanziell nicht überfordern. Einige in der CDU SteglitzZehlendorf hatten schon immer Schwierigkeiten mit der Erinnerungspolitik im Bezirk. Aber entscheidend war auch diesmal wieder, dass nach sichtbarem Zögern die Grünen auf die Linie des CDU-Fraktionsvorsitzenden einschwenkten und das Anliegen nun an einem Finanzvorbehalt scheitern könnte. Hintergrund: Im Außenlager Lichterfelde des KZ Sachsenhausen waren bis zu 1.500 Häftlinge untergebracht und mussten auf dem SS-Bauhof zwischen Ortlerweg und Wismarer Straße arbeiten. Seit dem 31.10.2000 erinnert die „Säule der Gefangenen“ an der Wismarer Straße an das Außenlager. Viele wissen nichts von der Geschichte dieses Ortes im Schatten der SS-Offizierssiedlung. Von den Durchgangsstraßen Ostpreußendamm und Goerzallee aus ist der Gedenkort nicht ausgeschildert.
Martin Matz

NEUES AUS STEGLITZ-ZEHLENDORF WEITER FAHRDIENST
Der Betrieb des Sonderfahrdienstes für Menschen mit Behinderung ist für die kommenden Jahre gesichert. Dazu wurde unlängst ein Vertrag mit der Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Taxibesitzer (WBT) abgeschlossen, damit der Betrieb des Sonderfahrdienstes weitergeführt werden kann. Weitere Informationen über den Sonderfahrdienst unter: www.berlin.de/lageso/behinderung/sofa/ ten sich Interessierte schnell bei der Luke anmelden. Luke, Pankower Allee 51, 13409 Berlin, Tel. 4916633, (Mo.-Fr. 13 – 20 Uhr) oder EMail: bdp.luke@googlemail.com

KUNSTVERLEIH
Seit dem 1. März 2013 stehen in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek 90 gerahmte Grafiken und 10 ausgewählte Kleinplastiken zur Ausleihe bereit. Die Ausleihzeit beträgt 84 Tage, eine Verlängerung um 28 Tage ist möglich. Voraussetzungen: Ein Bibliotheksausweis sowie Verpakkungsmaterial für den Transport nach Hause. Die Kunstwerke sind Dauerleihgaben der Artothek in der AmerikaGedenkbibliothek. www.stadtbibliothek-steglitzzehlendorf.de

SOMMERREISE
Das Jugendzentrum Luke fährt mit interessierten Jugendlichen in der Zeit vom 19. Juni bis 26. Juni zum Campen nach Graal Müritz an die Ostsee. Der Preis für Reise beträgt 165 Euro. Da die Plätze begrenzt sind, soll-

Säule der Gefangenen. Foto: LMB
        
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