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Periodical volume

Full text: Berliner Stadtblatt Issue 2013,[4] Dezember

Berliner
WISSENSWERTES
IN BERLIN GEHT’S WEITER VORAN
Der Aufwärtstrend, den Berlin seit etwa 2005 verzeichnet, hat sich auch 2013 fortgesetzt. Es war ein gutes Jahr für unsere Stadt. Wieder liegen wir beim Wirtschaftswachstum an der Spitze, wieder wurden rund 30.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und wieder haben wir zehntausende neue Berlinerinnen und Berliner hinzugewonnen. Der wirtschaftliche Erfolg und die Attraktivität Berlins machen gleichzeitig weitere Investitionen etwa in den Bereichen Wohnen, Bildung und Infrastruktur nötig. Der Senat setzt deshalb trotz enger haushaltspolitischer Spielräume wichtige Schwerpunkte: So sieht der Doppelhaushalt 2014/15 mehr Geld für Kitas, Schulen und Hochschulen vor. Und ab 2014 wird ein Wohnungsbaufonds eingerichtet, um auch künftig bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. Berlin ist eine lebenswerte Stadt und wird daher auch in den kommenden Jahren wachsen und sich dadurch verändern. Diesen Wandel im Wachstum gilt es aktiv zu gestalten. Ihr Klaus Wowereit

SPANDAU

Stadtblatt
AUS BERLIN UND DEM BEZIRK S PA N DAU · AUSGA BE

Am 18. Dezember wäre der 100. Geburtstag des früheren Regierenden Bürgermeisters, Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt.
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WILLY 100

DEZEMBER

2013

Es duftet nach Zimt und frischen Tannenzweigen, nach Glühwein und Zitrusfrüchten. In stimmungsvolle Lichter getaucht bieten derzeit rund 60 Berliner Weihnachtsmärkte – wie hier der Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg – den Besucherinnen und Besuchern Kunsthandwerk und winterliche Köstlichkeiten. Und dazu ein paar erholsame Minuten außerhalb des Trubels der Einkaufszentren. Weitere Tipps für die Wintertage finden Sie auf Seite 5. Foto: AKP

Eine Koalition der großen Verbesserungen
Das bringt die künftige Bundesregierung für Berlin
Im Koalitionsvertrag sind zahlreiche Verbesserungen vorgesehen, von denen auch Berlin profitieren wird. Dazu gehören neben dem gesetzlichen Mindestlohn, der doppelten Staatsbürgerschaft und Verbesserungen bei der Rente auch mehr Bundesmittel für den Landeshaushalt. Gut zwei Monate nach der Bundestagswahl haben sich CDU, CSU und SPD auf einen Koalitionsvertrag verständigt, über den in diesen Tagen die SPD-Mitglieder abstimmen. Die zukünftige Koalition im Bund hat sich zahlreiche Verbesserungen vorgenommen, von denen Berlin im besonderen Maße profitieren wird. Der Berliner SPD-Vorsitzende Jan Stöß sieht gute Gründe für eine Zustimmung zur Koalition: „Im Koalitionsvertrag sind wichtige Forderungen der SPD Berlin enthalten. Gerade für kleine Leute gibt es deutliche Verbesserungen“. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen ist die Einführung eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro ab dem Jahr 2015 sicherlich eine der wichtigsten Nachrichten. Allein in Berlin verdienen zurzeit rund 21 Prozent der 1,78 Millionen Beschäft igten weniger, darunter etwa Bäckereiangestellte und Friseure oder Wachpersonal. Auch bei der Rente werden Beschäftigte mit geringem Einkommen zukünftig bessergestellt: Wer langjährig in die Rentenkasse eingezahlt hat, erhält voraussichtlich ab 2017 mindestens 850 Euro Rente und rutscht so nicht mehr in die Grundsicherung. Im Staatsbürgerschaftsrecht wird der Optionszwang abgeschafft. Bisher müssen sich in Deutschland geborene Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte zum 23. Geburtstag zwischen dem deutschen Pass und dem Pass ihrer Eltern entscheiden. Dieses Integrationshindernis wird nun endlich abgeschafft, was gerade für Berlin von großer Bedeutung ist. Auch für den Berliner Landeshaushalt wird eine Große Koalition im Bund neue Spielräume eröffnen. So wird der Bund zukünftig ein Drittel der Kosten für die Eingliederung von Menschen mit Behinderungen übernehmen – für Berlin ist das jedes Jahr eine Entlastung von 230 Millionen Euro. R. H.
Mehr zum Thema auf S. 2

IN DIESER AUSGABE

NEUBAU

Am Rande des Tempelhofer Felds sollen bezahlbare Wohnungen entstehen. Seite 2 und 4

FREIE ZEIT?

Die Stadtblatt-Tipps: Heimelige Weihnachtsmärkte, Wanderungen im Winterwald, spannende Ausstellungen. Seite 5

RÄTSEL

Interessante Preise zu gewinnen. Seite 6

NEUE BÄUME

Umweltsenator und Spandauer Abgeordneter pflanzten die ersten von 800 neuen Stadtbäumen. Seite 7

STADTTEILTAG

Raed Saleh unterwegs im Kiez. Seite 8

FALKENSEE

Keine Kürzungen
Schulsozialarbeiter sind sehr wertvoll für das Miteinander und helfen Schülern, Lehrern und Eltern, den Schulalltag zu bewältigen. Auf Bundesebene haben die SPD-Länder vor drei Jahren mehr Stellen für Schulsozialarbeit bundesweit durchgesetzt. Nun soll dieses Programm nach dem Willen der Bundesregierung auslaufen – das heißt für Berlin: 19 Stellen für Schulsozialarbeiter würden wegfallen. Ich finde: Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Schulsozialarbeiter. Mit dem Brennpunktschulprogramm können Schulen Sozialarbeiter, Psychologen und Pädagogen anfordern. Dann können wir nicht auf der anderen Seite eine Kürzung zulassen. Schließlich schafft Schulsozialarbeit Bildungschancen und ist ein wichtiger Beitrag für den sozialen Aufstieg von vielen Schülerinnen und Schülern. Wir lassen die Lehrer und die Schulen nicht alleine mit den Problemen und werden eine Lösung finden. Raed Saleh

Schuldenabbau in Spandau
Die konsequente Haushaltspolitik der rot-grünen Mehrheit im Bezirksparlament stellte die Weichen, dass von 18 Millionen Schulden Ende 2012 nur 8 Millionen blieben, die Ende dieses Jahres fast völlig ausgeglichen sein werden. Dieser gewonnene finanzielle Spielraum kann nun vorsichtig genutzt werden. Durch den rot-grünen Doppelhaushalt 2014 und 2015 in Spandau stehen im nächsten Jahr mehr finanzielle Mittel zur Verfügung. Für die Jugendarbeit werden insgesamt 2,1 Mio. Euro in Spandau zur Verfügung gestellt. Durch eine Neufinanzierung kann eine Wochenendöffnung in den Jugendfreizeiteinrichtungen Hakenfelde, Neustadt, Haselhorst, Siemensstadt, Staaken, Falkenhagener Feld, Kladow und Wilhelmstadt erfolgen. Neben den bestehenden vier Schulstationen geht eine neue an der Astrid-Lindgren-Schule ans Netz. Auch die fünf Spandauer Familienzentren werden weiter gefördert. „Ein Erfolg der Vernunft“, so Christian Haß, SPDFraktionsvorsitzender.

SPD setzt sich für S-BahnSeite 8 Verlängerung ein.

Raed Saleh: Schulsozialarbeit erhalten, Neue Spielräume können für Jugendarbeit, Schulstationen Bildungschancen verbessern und Familienzentren genutzt werden

ZAHL DES MONATS

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So viel neue Schulden will Berlin vom kommenden Jahr an aufnehmen.

ZITAT DES MONATS
»Wo Hunger herrscht, ist auf die Dauer kein Friede.« Willy Brandt, aus der Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen, 26. September 1973

Der Rathausturm ist kein Schuldturm mehr, die Finanzen sind ok!

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MEINUNG

Berliner!Stadtblatt

GUT FÜR BERLIN

„Es gibt gute Gründe für diese Koalition“
Im Stadtblatt-Interview: der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß über den Koalitionsvertrag auf Bundesebene und das Mitgliedervotum seiner Partei
Herr Stöß, Sie haben sich nach der Bundestagswahl skeptisch über eine große Koalition im Bund geäußert. Werden Sie nun dem Koalitionsvertrag zustimmen? Das stimmt, ich hatte keine großen Erwartungen an eine Koalition mit der Union. Umso überraschter bin ich nun, was wir in den kampf ohne Inhalte geführt hat. Jetzt, wo der Koalitionsvertrag vorliegt, kann ich sagen: Ja, ich werde dieser Koalition zustimmen. Es gab ja Kritik daran, dass die SPD ihre Mitglieder über den Koalitionsvertrag abstimmen lässt. Mit dem Mitgliedervotum setzt die SPD neue Maßstäbe Ein Schwerpunkt der Berliner Landespolitik ist die Wohnungspolitik. Können Sie bei diesem Thema mit dem Koalitionsvertrag zufrieden sein? Ja, gerade in der Wohnungspolitik hat sich die SPD weitgehend durchgesetzt: Es wird eine Mietpreisbremse geben, die Mieterhöhungen bei Wiedervermietungen auf maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete beschränkt. Das ist eine sehr wichtige Maßnahme, weil es ja gerade bei Wieder vermietungen die größten Mietsteigerungen gibt. Der Bund wird den Ländern weiterhin die Mittel für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stellen. Und bei Maklern wird endlich das Prinzip durchgesetzt: Wer den Makler bestellt, bezahlt. Im Koalitionsvertrag wird an Bonn als Standort der Bundesregierung festgehalten. Wird es denn auch für das Land Berlin durch die große Koalition Verbesserungen geben? Klar, dass die Chance für einen Komplettumzug der Bundesregierung vertan wurde, ist schade. Aber Berlin profitiert trotzdem im erheblichen Maße von der neuen Bundesregierung. Der Landeshaushalt wird ganz deutlich entlastet. Allein durch die Übernahme eines Drittels der Kosten bei der Eingliederungshilfe wird das Land Berlin jedes Jahr 230 Millionen Euro mehr zur Verfügung haben. Außerdem wird der Bund zusätzliche Mittel für Kitas, Schulen und Hochschulen zur Verfügung stellen und mehr in die Verkehrsinfrastruktur der Länder investieren. Und zum anderen wird es für viele Berlinerinnen und Berliner spürbare Verbesserungen geben. Heute verdienen über 370.000 Beschäftigte in Berlin weniger als 8,50 Euro. Sie werden durch den Mindestlohn also unmittelbar mehr Geld in der Tasche haben.

In Berlin können Wohnungen nicht mehr ohne weiteres in Ferienappartements umgewandelt werden. Ein entsprechendes Verbot der Zweckentfremdung hat das Abgeordnetenhaus nun beschlossen. Das Gesetz ist ein weiterer Baustein gegen Wohnungsnot und steigende Mieten.

FÜR WOHNZWECKE

WIRTSCHAFT

Siemens, mit rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern größter industrieller Arbeitgeber der Stadt, bekennt sich zum Standort Berlin. Im Gespräch mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit erklärte Joe Kaeser, neuer Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG: „Siemens kommt aus Berlin und gehört zu Berlin. Die Stadt bietet nicht nur zahlreiche Hochschulen und gut ausgebildete Fachkräfte, sondern ist auch ein attraktiver Standort für Siemens und die Menschen aus dem In- und Ausland.“

SO GESEHEN:

MEHR FRAUEN

Knapp 43 % der Aufsichtsratssitze in landeseigenen Unternehmen haben inzwischen Frauen inne. Nachholbedarf gibt es noch bei den Geschäftsführungspositionen: Jedes siebte Unternehmen wird bislang von einer Frau geleitet.

Verhandlungen alles an sozialdemokratischen Inhalten durchsetzen konnten. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass es nun ausgerechnet mit CDU und CSU möglich ist, den Optionszwang im Staatsbürgerschaftsrecht abzuschaffen? Oder einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro einzuführen? Bei den Koalitionsverhandlungen hat sich für die CDU offensichtlich gerächt, dass sie einen Wahl-

in der innerparteilichen Demokratie. Das ist ein mutiger Schritt, der auch ein gewisses Risiko birgt: Wenn man eine Frage zur Abstimmung stellt, dann muss man grundsätzlich auch mit jedem Ergebnis rechnen. Das ist ein grundlegendes Merkmal der Demokratie, dass das Ergebnis nicht bereits im Voraus feststeht. Ich bin aber davon überzeugt, dass beim Koalitionsvertrag die Argumente für die Zustimmung überwiegen.

Karikatur: Erich Rauschenbach

SCHLECHT FÜR BERLIN FACHKRÄFTEMANGEL

MEIN BLICK AUF BERLIN

Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen
Im Kampf gegen steigende Mieten ist auch Wohnungsneubau notwendig. Ein Kommentar von Stadtentwicklungssenator Michael Müller
Berlin ist eine wachsende Stadt. Und täglich zieht es mehr Menschen hierher. Für kurze Zeit, für länger oder für immer. Wie lange sie auch bleiben, sie brauchen ein Zimmer oder eine Wohnung. Besonders Wohnraum für kleine und mittlere Einkommen wird in Berlin aber immer knapper. Deswegen war es mir als Stadtentwicklungssenator von Anfang an wichtig, alle Instrumente zu nutzen, die zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt führen können. Dazu gehören die wichtigen Mietenbündnisse mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften genauso wie die Verlängerung der Kündigungsfristen bei Eigentumsumwandlung auf zehn Jahre oder, dass in Berlin die Mieten in drei Jahren höchstens um 15 % und nicht wie vorher um 20 % erhöht werden dürfen. Gerade hat das Abgeordnetenhaus zusätzlich unserer Vorlage zum ZweckentfremHier haben zwei städtische Wohnungsbaugesellschaften und eine Genossenschaft mit mir vereinbart, dass von den bis zu 1.700 Wohnungen mindestens 50 % Wohnungen mit Mieten von 6 – 8 Euro/m2 für untere und mittlere Einkommen gebaut werden sollen. So garantieren wir bezahlbare Wohnungen im innerstädtischen Bereich und können Berlin trotzdem die Weite des Tempelhofer Michael Müller (2. v. l.) mit den Vertretern der Wohnungsbau- Feldes erhalten. Eine Stadt wie Berlin muss unternehmen Frank Bielka, Michael Abraham und Ingo Malter Foto: Tempelhof Projekt GmbH zu Kompromissen fähig sein, (v. l. n. r.). wenn es darum geht, allen dungsverbot zugestimmt und Wohnungsbaugesellschaften Berlinerinnen und Berlinern aus tausenden von Ferien- – bauen können. Am Rand erschwingliche Wohnunwohnungen werden wieder des Tempelhofer Feldes wol- gen zu bieten. Wer da für normale Mietwohnungen. len wir genau das tun - na- 100 % Verhinderung ist, der Das, was wir auf Landesebene türlich mit Respekt vor der kann sich das vielleicht auch machen konnten, haben wir Geschichte des Ortes und leisten, weil er in einer begetan. Auf Bundesebene gibt unter Beibehaltung der gro- zahlbaren Wohnung in der ßen, zentralen Freifläche, Innenstadt wohnt. Mir ist es es noch einiges zu tun. Aber wir brauchen viele die auch bei einer Randbe- wichtig, dafür zu sorgen, dass neue bezahlbare Wohnun- bauung noch größer als der sich der Wohnungsmarkt gen. Und natürlich Flä- Große Tiergarten sein wird wieder entspannt und wir chen, wo wir – am besten und für Sport und Freizeit in der ganzen Stadt, in allen mit unseren landeseigenen erhalten bleibt. Bezirken gutes Wohnen und attraktive Kieze mit einer guten sozialen Mischung anbieten können! Deswegen ist für mich die Devise: Berlin baut.
Siehe auch Seite 4.

Nach Untersuchungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) fehlen bis 2015 jedes Jahr durchschnittlich 49.000 Fachkräfte in Berlin. Bis 2030 könnten es den Betrieben an bis zu 460.000 FacharbeiterInnen mangeln.

ÜBERSCHULDUNG

IMPRESSUM
Herausgeber: SPD Landesverband Berlin, Müllerstraße 163, 13353 Berlin Chefredakteur: Mark Rackles (V.i.S.d.P.) Redaktion: Ulrich Horb (CvD), Gunter Lange, Ulrich Rosenbaum, Josephine Steffen Bezirksredaktion: Ulrike Dehmel, Heiko Hanschke (Mitte), Burkhard Hawemann, Kai Doering (Friedrichshain-Kreuzberg), Martina Krahl, Lucas Koppehl (Pankow), Robert Drewnicki (CharlottenburgWilmersdorf), Manfred Boettcher (Spandau), Hans Kegel (TempelhofSchöneberg), Lisa Maren Bürger (Steglitz-Zehlendorf), Christopher King (Neukölln), Ralf Thies (Treptow-Köpenick), Enrico Stoelzel (Marzahn-Hellersdorf), Christian Paulus (Lichtenberg) Anschrift: Berliner Stadtblatt, Müllerstraße 163, 13353 Berlin, info@berliner-stadtblatt.de, berliner-stadtblatt. de Grund-Layout: Projektdesign Berlin Gestaltung: koko-berlin.de Anzeigen: Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft mbH, anzeigen@ vorwaerts.de Druck: Henke Pressedruck GmbH & Co. KG Auflage: 400.000 Exemplare

13,1 % der Berlinerinnen und Berliner können ihre Schulden in absehbarer Zeit nicht zurückzahlen. Damit liegt Berlin deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt, hier sind 9,8 % überschuldet.

IMPFSCHUTZ FEHLT

In Berlin sind im Laufe des Jahres 487 Fälle von Masern gemeldet worden. Betroffen waren mehrheitlich ältere Menschen, bei denen der Krankheitsverlauf schwerer ist. Von den Erkrankten über 30 Jahre bedurfte mit 46 % fast die Hälfte einer mehrtägigen Krankenhausbehandlung.

Berliner!Stadtblatt

THEMA

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Willy 100
Am 18. Dezember wäre der 100. Geburtstag des früheren Regierenden Bürgermeisters, Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt.

In tiefer Verbundenheit mit Berlin
Am Anfang stand Willy Brandts Entscheidung, seine Rückkehr nach Deutschland mit der Stadt Berlin zu verbinden. Er schlug alle anderen Angebote aus, als er im Oktober 1946 gefragt wurde, ob er Presseattaché bei der norwegischen Militärmission in Berlin werden wolle. Der Ort Berlin, so sagte er später, gab den Ausschlag: „Der Entschluss, mein Schicksal mit dem Berlins zu verknüpfen, war ebenso reiflich überlegt wie zwangsläufig.“ Seit 1957 war Willy Brandt Regierender Bürgermeister in Westberlin. Aufgrund seiner mutigen, aber auch öffentlichkeitswirksamen Politik während der Zeit des Chruschtschowschen Berlin-Ultimatums 1958 und noch mehr nach dem Mauerbau 1961 gewann er als Politiker binnen kurzer Zeit große Anerkennung. Die von ihm angeführte Berliner Sozialdemokratie errang 1958 und 1963 die absolute Mehrheit im Berliner Abgeordnetenhaus. Einen Höhepunkt erreichte Brandts Ansehen 1964. Eine repräsen-

Willy Brandt

Foto: Paul Glaser

tative Umfrage ergab damals, dass über 89% der Westberliner mit Willy Brandt und mit seiner Politik in und für Berlin zufrieden waren. Brandt wollte und konnte von Anfang an nicht nur Berliner Lokalpolitiker sein. Sein Interesse galt, gerade weil er sich um die Freiheit Westberlins sorgte, auch deutschlandpolitischen und außenpolitischen Fragen. Und er war von Anfang an ein Politiker, der Realitäten zur Kenntnis nahm und bereit war, eingefahrene Gleise der Politik zu verlassen, wenn deutlich war, dass sie nur im Kreise herumführten. Willy Brandt war - wie ein innerparteilicher Widersacher im Rückblick selbstkritisch formulierte - der Mann, der schon in den 50er Jahren nach vorne ging. Das galt bei der Formulierung von neuen Akzenten und später auch von Alternativen in der Deutschland- und Außen-

politik. Schon zur Zeit der Blockade 1948 agierte er als pragmatischer Realist ohne ideologische Scheuklappen und wog die Interessen der politischen Akteure klug ab. In den folgenden Jahren war er zunächst verhalten und seit dem Beginn seiner Tätigkeit als Berliner Parlamentspräsident 1955 verstärkt bereit, Tabus im politischen Denken zu durchbrechen und zusammen mit seinen engeren politischen Freunden Alternativen zu den wechselseitigen Schuldzuweisungen während des Kalten Krieges zu suchen. 1966 ging Brandt als Außenminister und VizeKanzler nach Bonn. Sein Weggefährte Egon Bahr: „Was von Berlin aus zu bewegen war, war mit den Passierscheinen ausgereizt. Wer mehr wollte, sogar für die Stadt, musste nach Bonn.“ Siegfried Heimann

ZITATE
»Der Tag wird kommen, an dem das Brandenburger Tor nicht mehr an der Grenze steht.« Willy Brandt bei einer Kundgebung in West-Berlin, 1. Mai 1959 »Wir wollen ein Volk bleiben. Wir werden von unserem Recht auf Selbstbestimmung nicht ablassen. Damit dienen wir auch dem Frieden der Welt.« Willy Brandt in seiner Rede vor dem Berliner Abgeordnetenhaus, 13. August 1961 »Berlin bleibt eine große und großartige politische Aufgabe.« Willy Brandt auf dem Landesparteitag der SPD Berlin am 10. Dezember 1966

Vertrauen in die Vernunft
Peter Brandts Erinnerungen an Kindheit und Vater
Zweifellos profitierte ich davon, dass unsere Wohnung, hauptsächlich das väterliche Arbeitszimmer, immer voller Bücher war: Nachschlagewerke, Belletristik, darunter preiswerte Klassikerausgaben verschiedener Ursprungsgebiete und Sprachen, Sachbücher, nicht nur politische und historische, sozialistische Broschüren und Hefte aus vergangenen Jahrzehnten, doch auch Schriftgut ganz anderer ideologischer Ausrichtung, nicht zuletzt aus der NS-Zeit. Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater mich jemals gebremst oder angeleitet hätte, wenn ich in seinen Schätzen stöberte und schmökerte. Nur Zurückstellen sollte man das Entnommene. Die Vorstellung, dass man durch „falsche“ Lektüre infiziert werden könnte wie von einem Bazillus, war ihm fremd. Zumindest bei den Söhnen vertraute er auf die letztendliche Kraft der Vernunft. Wenn Vater da war und sich Zeit für die Familie, die Söhne oder einen von ihnen nahm, dann war er auch präsent. Ich erinnere mich an Brett- oder Kartenspiele, an Fahrten mit dem Ruderboot auf dem Schlachtensee, an Museums- und Theater-, seltener an Kinobesuche. Auch an Ausflüge in dörfliche Ortsteile und zu den um Berlin reichlich vorhandenen Wäldern und Seen. Gelegentlich ging es in den Ostsektor. Die sowjetisch besetzten Stadtbezirke konnten bis August 1961 problemlos besucht werden. So fuhren wir 1960 zum berühmten Pergamonaltar. Diese privaten Besuche in Ost-Berlin hatten wohl auch etwas Demonstratives. Der Westberliner Senat beanspruchte (wie ursprünglich der Ostberliner Magistrat), die legale und legitime Regierung ganz Berlins zu sein. Und der Viermächtestatus beinhaltete bis zum Mauerbau nach allgemeiner Auffassung eben auch die Freizügigkeit in der ganzen Stadt. Mit freundlicher Genehmigung von Peter Brandt aus seinem Buch „Mit anderen Augen“, Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 2013

25. August 1960 – Willy Brandt zeigt Präsenz in Ost-Berlin, besucht das Kreisbüro der SPD Friedrichshain am Boxhagener Platz Foto: FES/AdsD

MEHR WILLY
I Buchtipp. Peter Brandt,

Mit anderen Augen - Versuch über den Politiker und Privatmann Willy Brandt. Das Buch des ältesten Sohns von Willy Brandt über seinen Vater. 280 Seiten, Dietz-Verlag Bonn, 2013, 24,90 Euro, ISBN 978-3-8012-0441-9

I Theaterabend. Willy 100

– Im Zweifel für die Freiheit. Ein Theaterabend zum 100. Geburtstag von Willy Brandt über seinen konspirativen Aufenthalt in Berlin 1936, Otto-Suhr-Saal, Parochialstraße 1–3, 10179 Berlin, Vorstellungstermine unter www.willy100.de

I Ausstellung. Das Forum Willy Brandt Berlin bietet eine attraktive und informative Ausstellung zu Willy Brandt und den politischen Entwicklungen im 20. Jahrhundert. Unter den Linden 62–68, 10117 Berlin, Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Eintritt frei.

Willy-Brandt-Ausstellung Unter den Linden 62–68. Foto: Horb

„Das war meine schönste Zeit“
URSULA SCHURIG WAR HAUSMÄDCHEN BEI DEN BRANDTS
Der Tipp „Willy Brandt sucht ein Hausmädchen für seine Kinder“ kam von einer Tante, die beim Arbeitsamt arbeitete. Aber dass sie die Stelle dann auch tatsächlich bekam, hat Ursula Schurig wohl vor allem Peter Brandt zu verdanken. „Ach Mutti, nimm sie doch!“ hat der älteste BrandtSohn damals gebettelt. Ursula Schurig war noch sehr jung – „keine 18 Jahre alt“ - als sie sich im Marinesteig 14 in Schlachtensee der Familie vorstellte. Die beiden Brandt-Brüder fanden sie aber genau richtig.“ Und so zog Ursel, wie sie fortan hieß, 1958 in die Mansarde des Mietshauses der Familie, kümmerte sich um Kinder, Haushalt und Hunde und sagt heute: „Das war meine schönste Zeit. Die haben mich aufgenommen, als ob ich dazu gehöre.“ Die Brandts haben ein ganz normales Familienleben geführt: Rut Brandt hat eingekauft, gekocht und sich um die Kinder gesorgt, „hat sogar aus Amerika angerufen, um mich zu bitten, darauf zu achten, dass Peter nicht bis zum Morgengrauen liest“. Sehr offen und großzügig sei Rut Brandt gewesen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass sie einmal mit mir geschimpft hätte – auch mit den Jungs nicht. Wenn aber doch, sprach sie norwegisch und die Söhne haben das verstanden“. Und Willy Brandt? Freundlich sei er gewesen und aufmerksam. „Na, wartet der Helmut schon?“ neckte Willy Brandt an einem Sonntag (früher gab es nicht jeden Sonntag frei) die frisch verliebte Ursel und entschied: „Wir trinken hier noch Kaffee und dann gehen Sie mal!“ Dass Willy Brandt gerade Berliner Bürgermeister geworden war und weltweit zunehmende Aufmerksamkeit genoss, spielte in der Familie keine Rolle. „Brandt kam nachhause, zog sich um und war nur noch Privatmann. Auch die Jungen wuchsen ganz normal auf, schwammen im Schlachtensee und spielten mit den Nachbarskindern. Wenn Gäste kamen, gab es das, was im Hause war. Das war bei den Brandts so.“ Für Politik oder prominente Besucher hat sich Ursel nicht interessiert. Da war sie „oben in meiner Mansarde“, freute sich über ihr TransistorRadio, das die Brandts ihr aus Amerika mitgebracht hatten. Für das tägliche gemeinsame Familienessen fehlte Willy Brandt meist die Zeit. Aber „Weihnachten waren wir immer zuhause“. Gefeiert wurde wie in den meisten deutschen Familien: mit selbst gebackenen Kek-

sen, einem guten Essen am Heiligabend und Fernsehen. Weihnachten 1961 war Ursel dann schon nicht mehr dabei: Sie hatte geheiratet und am 30. September ihren letzten Arbeitstag - eine Woche vor der Geburt des dritten Sohns Matthias. Als Ursula Schurig selbst Mutter wurde, hat Rut Brandt ihr viele Babysachen gebracht. Und die gelben Gardinen aus dem Wohnzimmer des Hauses am Marinesteig, die Ursel so gefallen haben. U. Wöhning-Wenckebach

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BERLIN AKTUELL

Berliner !"#$"%&#""

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Genossenschaft IDEAL will in Tempelhof Wohnungen mit sozial verträglichen Mieten errichten
Zusammen mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften degewo und Stadt und Land will die Baugenossenn schaft Ideal am Rande des Tempelhofer Felds 1700 Wohnungen bauen. Das Berliner Stadtblatt sprach mit IdealVorstand Michael Abraham. Wie sieht die Planung aus, wann kann mit dem Baubeginn gerechnet werden? Zurzeit führen wir Planungsgespräche mit den Partnern dieses möglichen Projektes. Der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan muss zunächst noch gemäß Baugesetzbuch erarbeitet werden. Die Grundlage hierfür bildet der bereits veröffentlichte Masterplan. Parallel dazu muss noch die Erschließung sicher gestellt werden, so dass dann bestenfalls im Jahr 2016 mit dem Wohnungsbau begonnen werden kann. In Berlin fehlen vor allem bezahlbare Wohnungen. Mit einen erheblichen Teil der Wohnungen Mieten von 6 bis 8 Euro je Quadratmeter zuzüglich Betriebskosten zu erreichen. Um dort später eine Wohnung zu beziehen, muss man Genossenschaftsmitglied sein. Wie leicht oder wie schwer ist die Aufnahme? Die Baugenossenschaft IDEAL zählt bereits über 7.000 Mitglieder. Einige haben schon jetzt ihr Interesse an einer Wohnung am Tempelhofer Feld signalisiert. Sobald es mehr Planungssicherheit gibt, werden wir mit der Vermarktung beginnen. Dabei wollen wir den künftigen Bewohnern unbedingt vorab Gestaltungsmöglichkeiten bei der Wohnungsausstattung geben. Hier können auch neue Mitglieder mitwirken. Für die Aufnahme müssen Genossenschaftsanteile gezeichnet werden: Drei Anteile à 180 Euro zuzüglich 30 Euro Aufnahmegebühr.

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An 25 großen Standorten werden in den kommenden Jahren fast 48.000 Wohnungen entstehen, mehr als die Hälfte davon in der Innenstadt oder ihrer unmittelbaren Nähe. Die SPD-geführte Koalition hat einen Wohnungsbaufonds mit 320 Millionen Euro eingerichtet. Zusammen mit den Investitionen der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften können in den kommenden Jahren Wohnungen für über 1,5 Milliarden Euro gebaut werden. So startete die degewo Ende November ihr zweites Neubauprojekt, diesmal an der Joachimstraße in Köpenick, wo 250 Wohnungen entstehen. Auch Genossenschaften wie die Ideal bauen weiter: Im Frühjahr 2014 beginnt der Bau von 100 Wohnungen in Buckow.

Die Randbebauung schafft dringend benötigten Wohnraum und erhält die große Freifläche des Tempelhofer Feldes. Foto: SenStadt

Michael Abraham, Vorstand der Baugenossenschaft Ideal.

welchen künftigen Mieten rechnen Sie bei diesem Projekt, m gibt es eine besondere Förderung? Die Miethöhen sind ein ganz zentrales Thema auch bei der Bebauung des Randes des Tempelhofer Feldes. Die Wohnungen sollen für breite Schichten der Bevölkerung ge-

baut werden und sind somit exzellent auch für Mitglieder von Genossenschaften geeignet. Trotz dieser herausragenden Lage sehen wir keine Luxuswohnungen vor. Als Genossenschaft bleiben wir auch hier unserem Anspruch treu, sozial verträgliche Mieten zu realisieren: Die Angestellte, die Kran-

kenschwester und der Polizist sind ebenso Zielgruppe wir die Alleinerziehende, die auf Transferleistungen angewiesen ist. Zurzeit wird eine öffentliche Förderung intensiv diskutiert. Es bleibt sicher abzuwarten, ob hier die Mieten mit einer Förderung reduziert werden können. Angestrebt ist für

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Während im Bundestrend die Arbeitslosigkeit im November stieg, ist sie in Berlin weiter gesunken. Erstmals seit September 1993 gibt es wieder weniger als 200.000 Arbeitssuchende in der Stadt. Nicht nur Zuzügler profitieren von neuen Jobs. Die Zunahme an Arbeitsplätzen, so Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD), führe auch dazu, „dass wir in Berlin Langzeitarbeitslosigkeit abbauen“. Für fast 3000 Familien bedeute das ein „ganz besonderes Weihnachtsgeschenk“. Auch die Jugendarbeitslosigkeit ist in Berlin weiter gesunken: 17.362 Jugendliche von 15-25 Jahren waren im November arbeitslos, das sind 665 weniger als im Oktober und 1.753 weniger als im November vorigen Jahres.

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Mit Spenden der Initiative „Das Berliner Eichentor“ sowie Geldern des Senats und des Bezirks wurden jetzt in der Potsdamer Chaussee in Steglitz-Zehlendorf 25 Eichen nachgepflanzt. Die Pflanzungen fanden im Rahmen der „Stadtbaumkampagne“ des Senats statt, rund 1600 Bäume wurden bereits gepflanzt. Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD): „Unser Ziel ist es, bis zu 10.000 zusätzliche Bäume zu pflanzen. Ab Dezember 2013 kann für diejenigen Bezirke gespendet werden, die im Frühjahr 2014 bepflanzt werden: Lichtenberg, Pankow, Reinickendorf und Treptow-Köpenick.“ Die vorgesehenen Standorte sind im Internet einzusehen. www.berlin.de/stadtbaum

Was Berlinerinnen und Berliner von der Rekommunalisierung zu erwarten haben
Nach dem vollständigen Rückkauf der Wasserbetriebe werden die Preise für Frischwasser dauerhaft um mindem stens 15% gesenkt. Im Landeshaushalt sind für 2014 rund 60 Millionen Euro weniger Einh nahmen veranschlagt. „Die Senatsvertreter im Aufsichtsrat der Wasserbetriebe werden beauftragt, auf eine Neukalkulierung der Tarife zum 1.1.2014 hinzuwirken“, so Torsten Schneider, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. „Für die Bürgerinnen und Bürger heißt das, dass sie sich auf dauerhaft günstigere Wasserpreise ab dem neuen Jahr freuen können.“ Mit den aktuell sehr niedrigen Zinsen lässt sich der Kaufpreis für die Rekommunalisierung aus dem Unternehmen selbst finanzieren. Für den hat. Ein inzwischen gegründetes Stadtwerk wird in die Energieverorgung einsteigen. So könnten auf dem Areal der Berliner Stadtgüter Windräder errichtet werden. Das Berliner Stadtwerk wird mit einem Jahresetat von 5,5 Millionen Euro ausgestattet. Es wurde den nun wieder vollständig landeseigenen Wasserbetrieben als Tochterunternehmen zugeordnet. „Auf diese Weise entsteht ein landeseigenes Unternehmen der Daseinsvorsorge mit echter Perspektive und Milliardenwert“, so Torsten Schneider. Dabei geht es nicht nur um den Einfluss auf die Energiepreise. Das Stadtwerk soll wirtschaftlich arbeiten, aber auch die energie- und sozialpolitischen Ziele des Landes verfolgen, so der SPD-UmweltexperU.H. te Daniel Buchholz.

Ortstermin mit dem SPD-Vorsitzenden Jan Stöß und dem Abgeordneten Daniel Buchholz: Auf Flächen der Berliner Stadtgüter könnten Windräder Strom erzeugen. Foto: Steffen

Rückkauf spricht also die wirtschaftliche Vernunft; das Unternehmen schreibt mit knapp 400 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern schwarze Zahlen. Auch bei der Energie will

Berlin künftig wieder mitbestimmen. Der Senat hat bereits zum 1. März 2012 eine Berliner Netzgesellschaft gegründet, die sich bis zum Fristablauf am 16. April 2012 förmlich um den Betrieb der Netze beworben

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Feuerwehr und „Mädchen für alles“: 2014 finden wieder Betriebsratswahlen statt
Von einer Wahlbeteiligung von 81 Prozent träumt der Deutsche Bundestag: Bei den letzten Betriebsratswahlen war s dies ein Durchschnittswert. Bereits ein halbes Jahr vor den Wahlen (März-Mai 2014) packen die DGB-Gewerkschafe ten ihre virtuellen Instrumentenkoffer mit Powerpoint-Präsentationen, Giveaways und v guten Ratschlägen für das Wahlprozedere. Die Gewerkschaft ver.di listete „Die 10 wichtigsten Argumente auf, 2014 einen Betriebsrat zu wählen“ (1. Wer auf einen Betriebsrat verzichtet, verzichtet auch auf Rechte als Arbeitnehmer). Das Motto der BR-Wahlen lautet: „Deine Wahl - Mitdenken.Mitbestimmen.Mitmachen.“ Optimistisch zeigt sich der Berliner IG Metall-Vorsitzende Arno Hager. Bislang existieren in 450 Berliner Betrieben des Metallbereichs Arbeitnehmervertretungen, Tendenz steigend. Die größte Herausforderung für alle Gremien sei, prekäre Arbeitsbedingungen in den Griff zu bekommen. Leiharbeit spalte die Belegschaften in zwei Klassen, zudem drücke der Niedriglohnbereich im Lande auf das allgemeine Tarifniveau. Den Einzelhandel mit seinen Trend-Modeketten wie Primark, Zara oder H&M nimmt ver.di bei den bevorstehenden Betriebsratswahlen gen die Atomisierung von Arbeitsverhältnissen und Ladenöffnungszeiten, die kaum noch Atempausen zuließen. Damit Unternehmern der Wind aus den Segeln genommen wird, die engagierte Arbeitnehmer einschüchtern wollen, regt die Gewerkschaft IG BCE einen besonderen Kündigungsschutz für Beschäftigte an, die einen Betriebsrat gründen wollen. Das Zauberwort lautet Mitbestimmung: Geht es um Fragen der Arbeitszeit, Datenschutz (keine Videokameras in Umkleideräumen) oder Arbeitsschutz, dann können Betriebsräte Betriebsvereinbarungen abschließen. Selbst in kleineren Betrieben existieren durchschnittlich sieben Betriebsvereinbarungen. Allerdings: Ohne Betriebsrat keine Betriebsvereinbarung. Studien des WSI (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut des DGB) belegen, wo ein Betriebsrat agiert, wird auf ordentliche Eingruppierung geachtet und deshalb liegen dort in der Regel die Löhne höher als in Firmen ohne Betriebsrat. Wenn es um die Arbeitsorganisation oder professionelle Personalplanung geht, kommen aufgeklärte Unternehmer ohne die Unterstützung der betrieblichen Interessenvertretung gar nicht mehr aus, so das D.P. WSI.

Einkaufscentren: Betriebsräte wollen die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Einzelhandel verbessern. Foto: Horb

wegen teilweise miserabler Bezahlung und ungünstiger Arbeitszeiten aufs Korn: Susanne Stumpenhusen, ver.di-Vorsitzende von Berlin-Branden-

burg: „Wir müssen für Stundenlöhner ein geregeltes Einkommen sichern und die Prekarisierung zurückdrängen.“ Es werde auch ein Kampf ge-

Berliner!Stadtblatt

BERLINER LEBEN

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... und dann raus in den Winterwald
Von Weihnachtsmärkten und Waldspaziergängen – Tipps für die Tage bis zum neuen Jahr
Am Ende des Jahres locken die Berliner Weihnachtsmärkte. Da sind einerseits die eher kommerziellen, die zum Teil auch über die Feiertage geöffnet haben, aber auch solche, auf denen Kunst- und Genusshandwerker eigene Produkte anbieten. An die „gute alte Zeit“ erinnern die Märkte auf dem Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg, auf der Domäne Dahlem oder auf dem Gutshof dern zu Fuß oder mit der Kutsche die Tiere aufsuchen und streicheln kann. Der größte Berliner Weihnachtsmarkt mit 250 Ständen ist übrigens bis zum 23. Dezember in der Spandauer Altstadt. Ein wenig schade ist, dass die wenigsten Adventsmärkte noch am 3. und 4. Advent stattfinden, weil offenbar viele Veranstalter glauben, sie müssten ihr Geschäft machen, solange das Geld noch locker sitzt. gendwo ein Gasthaus, wo man sich mit einem Glühwein aufwärmen kann. Warum nicht – und warum nicht in Berlin? Selbst wenn es in den letzten Wochen des Jahres nicht schneien sollte: Ein Waldspaziergang tut gut. Und wenn noch der eine oder andere Erlebnisfaktor dazu kommt – nichts wie los. Und alles geht mit Bahn- oder Busanschluss. Der Klassiker unter den Berliner Wäldern ist der Grunewald. Wir starten am S-Bahnhof Grunewald, wandern durch eine Wald- und Seenlandschaft vom Hundekehlesee über den Grunewaldsee zum Jagdschloss Grunewald. Auf dem Weg kommt man am Restaurant Paulsborn vorbei, in dem eine Rast eingelegt werden kann. Im Jagdschloss angekommen, kann es besichtigt werden – Gemälde bedeutender Meister des 15. bis 18. Jahrhunderts. Unser Weg verläuft weiter am Rand des Naturschutzgebiets Langes Luch. Über das Riemeisterfenn kommt man zur Krummen Lanke. Vielleicht sieht man auch mal eine Wildschweinrotte – aber Vorsicht! Weiter am Ufer des Schlachtensees – hier kann man an

Abenteuer Waldspaziergang: Auch in den Berliner Forsten sind Wildschweine beheimatet.
Foto: Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research (IZW) Berlin

Weihnachtsmarkt in Britz

Foto: Horb

am Schloss Britz. In Dahlem kommt als Besonderheit dazu, dass man mit den Kin-

Für viele aber ist der Wintertraum: Wandern im verschneiten Wald und dann ir-

der Fischerhütte einkehren. Direkt am Wasser befinden sich ein Imbisspavillon und ein beheiztes Zelt. Eingepackt in warme Decken, kann man direkt am Wasser sitzen. Die Wanderung endet am S-Bahnhof Nikolassee. Ein Kontrastprogramm bietet der Südosten Berlins. Hier starten wir an der Straßenbahnhaltestelle Fürstenwalder Damm (Linie 61). Die Wanderung geht am Ufer des Müggelsees entlang zur Revierförsterei Müggelsee. Leicht bergab führt der Weg

in einen sumpfartigen Erlenbruch. Der Weg wird von beeindruckenden alten Eichen gesäumt. Am Ufer des Fredersdorfer Mühlenfließes geht es weiter, schließlich erreicht man die Waldschänke, wo man sich mit heißen Getränken aufwärmen kann. Zurück geht es dann vom S-Bahnhof Rahnsdorf. Vor der S-Bahnbrücke kann man noch im Wald-Café einkehren. Noch ein Tipp: Eine Wanderung durch den Spandauer Forst. Vorteil: Man kann das hier geschossene Wild an

Ort und Stelle verzehren – im Forsthaus Spandau, Schönwalder Allee 55. Wer gern den Waldspaziergang im Advent damit verbinden will, den Tannenbaum selbst zu schlagen, muss ein wenig fahren. Zum Beispiel in den Krämerwald bei Oberkrämer am Dreieck Havelland. Oder südwärts nach Mellensee zur Christbaum-Schonung an der alten Bahntrasse. Das besondere hier: Man kann eine Draisine bestellen, um dort hinzukommen. U. R.

Taffe Berlinerinnen
BUCHTIPP
Ihre Namen kennt man. Schulen und Straßen sind heute nach ihnen benannt. Aber sie alle mussten kämpfen. Zwanzig Lebensgeschichten von prominenten Berlinerinnen aus 300 Jahren hat Martha Wilhelm in einem reich illustrierten Band zusammengestellt. Es sind Frauen, die die Stadt bewegten. Da ist die hinreißende Fanny Hensel, mit 14 komponiert sie ihr erstes eigenes Musikstück. Aber zunächst wird nicht sie berühmt, sondern ihr Bruder Felix Mendelssohn Bartholdy – obwohl sie musikalisch mindestens genauso begabt ist. Als Frau, so ihr ansonsten liberaler Vater, sei Musik für sie nur Zierde, für den Bruder hingegen ein Beruf. Fanny Hensel lässt sich nicht entmutigen, sie lädt zu „Sonntagsmusiken“, auf denen sie ihre Gäste musikalisch verzaubert. Über 400 Stücke schreibt sie, ihr Werk wird heute neu entdeckt. Franziska Tiburtius ist eine der ersten Ärztinnen Berlins. Ihr Studium nimmt sie 1871 in der Schweiz auf, in Deutschland kann sie als Frau noch nicht studieren. Und in Berlin darf sie sich trotz Züricher Abschluss nicht einmal Ärztin nennen. Für wenige Pfennige behandelt sie Ar-

Besondere Momente
Theater und Fotografie: Aktuelle Ausstellungen in Berlin
AUSSTELLUNGSTIPPS
I Mitten im Trubel der Kreuzberger Marheineke Markthalle an der Bergmannstraße erzählt die Initiative Theatermuseum Berlin, wie spannend die Geschichte des Theaters in der Stadt seit mindestens 300 Jahren ist. Bis zum 11. Januar 2014 ist in der Browse galleryberlin im Obergeschoss der Markthalle die Ausstellung Faszination des Theaters zu sehen. An einem großen Modell wird die Technik des Barocktheaters mit vielen Effektgeräten gezeigt. Alt und Jung können selbst die Techniken bedienen und für sich entdecken. Auf Bildtafeln erzählt die Initiative die spannende wechselreiche Geschichte der Oper in Berlin und ihre Wandlung vom Barock zur heutigen Technik. I Es sind flüchtige Momente, die von Pressefotografen festgehalten werden. Und auch ihre Bilder selbst sind nach ihrem Erscheinen meist schnell vergessen. Anders sieht es mit vielen Fotografien von Barbara Klemm aus. Die Tochter eines Malers, geboren 1939, arbeitete von 1959 bis 2004 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, ab 1970 als Redaktionsfotografin mit den Schwerpunkten Politik und Feuilleton. Ihre

Frauen, die die Stadt bewegten

Begegnungen mit Prominenten, ihre Beobachtungen am Rande großer politischer Konferenzen, aber auch im Alltag, sind bis zum 9. März im Martin-Gropius-Bau zu sehen. 300 einfühlsame Aufnahmen von Künstlerinnen und Künstlern, von politischen Ereignissen, von Straßenszenen aus allen Erdteilen, immer in SchwarzWeiß aufgenommen, lassen die Ausstellungsbesucher am besonderen Blick von Barbara Klemm teilhaben. MartinGropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Mi bis Mo 10–19 Uhr, Di geschlossen, Eintritt 9 Euro, erm. 6 Euro. I Persönliche Gegenstände aus dem Besitz des Fotogra-

fen Helmut Newton, darunter Kameras, aber auch Originalaufnahmen aus seiner Kindheit in Berlin, zeigt die Ausstellung Private Property bis Ende kommenden Jahres im Museum für Fotografie in der Jebensstraße. Bis Mitte Mai ist dort zugleich die erste umfassende retrospektive Ausstellung seit dem Tod von Helmut Newton zu sehen, die mehr als 200 Aufnahmen umfasst, darunter Porträts, Modebilder, Akt- und Produktaufnahmen. Gezeigt wurde sie zuletzt in Paris. Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, Di–So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr, Eintritt 10 Euro, erm. 5 Euro. S. B.

Martha Wilhelm, Berlinerinnen. 20 Frauen, die die Stadt bewegten, Elsengold Verlag 2013, 128 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, gebunden, 19,95 Euro

beiterfrauen und genießt bald einen hervorragenden Ruf. 1898 werden Frauen erstmals in Deutschland zur Medizinprüfung zugelassen. Prinzessin Luise, Rosa Luxemburg, Nina Hagen, Käthe Kollwitz, Berlins Bürgermeisterin Louise Schroeder, die erste Fliegerin Melli Beese, Schriftstellerin Christa Wolf

und Künstlerinnen wie Marlene Dietrich oder Hildegard Knef – es sind so spannende wie unterschiedliche Lebensgeschichten, die Martha Wilhelm für ihr Buch ausgewählt hat. Sie alle haben Berlin bereichert und verändert. Und ihre Werke erfreuen auch heute noch Menschen weit über Berlin hinaus. U. H.

Michail Gorbatschow 1989 in Berlin

Foto: Barbara Klemm

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S E RV I C E – R ÄT S E L

Berliner!Stadtblatt

Gut zu wissen
Stadtblatt-Service: Mieten, Sparen, Umwelt schützen

Obststand in Zehlendorf: Um aufwendige Importe zu vermeiden, kann regionales Obst bei richtiger Lagerung auch als Vorrat zu Hause aufbewahrt werden. Foto: Horb

Obst einlagern. Für eine gesunde Ernährung ist Obst unverzichtbar. Oft aus Übersee importierte und mit Folien oder in Kunststoffschalen verpackte Ware, darunter auch Äpfel, Birnen

oder Pflaumen führen wegen langer Transportwege zu unnötigen Umweltbelastungen. Hingegen ist das Angebot von ökologisch angebautem Obst aus der eigenen Region derzeit besonders groß.

Der BUND empfiehlt, sich für Herbst und Winter einen kleinen Vorrat regionaler Produkte anzulegen. Bei niedrigen Temperaturen – optimal sind 4° C – und hoher Luftfeuchtigkeit

lassen sich zum Beispiel Äpfel und Birnen je nach Sorte zwischen zwei und fünf Monate lagern. Dafür eignen sich unbeheizte Keller, frostsichere Garagen oder kühle Dachböden. Kernobst sollte getrennt aufbewahrt werden. Die Früchte sollten ohne sich zu berühren nebeneinander liegen. Das klappt am Besten in flachen Holzkisten, sogenannten Apfelstiegen oder in flachen Pappkartons. Nüsse sind kühl, trocken und dunkel zu lagern. Die ganzen Schalenfrüchte sind monatelang haltbar, während geschälte und geriebene Nüsse rasch verbraucht werden müssen, sie würden sonst verderben. Zu bunt getrieben. Mieter, die eine neutral renovierte Wohnung mit ausgefallenen bunten Farben streichen, müssen dies beim Auszug wieder rückgängig machen. Andernfalls droht eine Schadensersatzforderung. Das ist auch dann der Fall, wenn Mieter laut Mietvertrag überhaupt nicht verpflichtet waren, Schönheitsreparaturen durchzuführen. Ein entsprechendes Urteil hat jetzt der Bundesgerichts-

hof gefällt (BGH VIII ZR 416/12). Im konkreten Fall hatte ein Mieter die Wohnung in Rot, Gelb und Blau gestrichen, was ihn 2.700 Euro Schadenersatz kostete. Altersgerechte WG. Selbstbestimmt leben – das wollen immer mehr Berlinerinnen und Berliner auch im hohen Alter. Dafür sorgen sie rechtzeitig vor. So bieten gemeinschaftlich organisierte Wohnprojekte eine Möglichkeit, in guter Wohnqualität auch eine gegenseitige Unterstützung zu erhalten. Beispielhafte Projekte in Berlin sind u.a. die AltenWG Cheruskerstraße in Schöneberg, Allein Wohnen in Gemeinschaft (Al WiG) im Neuköllner Rollbergviertel oder das Generationenwohnen Sophie Charlotte 113 in Charlottenburg. Um die Planung und Gründung einer solchen Wohngemeinschaft zu erleichtern, gibt es das Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V., das einen bundesweiten Überblick bietet und über allgemeine Fragen zu Wohnprojekten informiert. Mehr im Internet: www.fgw-ev.de Energie sparen. Steigende Strom- und Heizungskosten machen vielen Haus-

halten zu schaffen. Es gibt je nach Haushaltssituation Möglichkeiten, Energie einzusparen. So gibt ein durchschnittlicher Haushalt im Jahr etwa 100 Euro nur dafür aus, Geräte im Standby zu halten. Rund 6 % Heizenergie können eingespart werden, wenn beim Heizen die Raumtemperatur um nur 1° C abgesenkt wird. Zu all dem kann man individuelle Beratung erhalten. So bietet die Umweltorganisation BUND eine Energieberatung vor Ort an, die für alle Haushalte mit geringen finanziellen Mitteln kostenlos ist. Alle anderen zahlen 40 Euro. Vor Ort werden Messungen durchgeführt und die Ergebnisse analysiert (www.berlinerenergiecheck.de, Tel. 78 79 00-0). Auch die Verbraucherzentrale Berlin berät umfassend zu Fragen des Energiesparens: Telefon 301 60 90. Die Deutsche EnergieAgentur GmbH (dena) bietet eine Hotline für Fragen zum effizienten Umgang mit Energie und zum Einsatz erneuerbarer Energien an. Kostenlose Energie-Hotline, Tel. 08000 - 736 734.

Berliner Preisrätsel
ZU GEWINNEN:

3 x 2 Eintrittskarten für die Neuköllner Oper
14 48-stündig 15 Waschmittel, sowohl von Henkel (West) als auch vom VEB (Ost) 16 Von Katholiken verehrte Menschen 18 Unterhose 21 Stern am Prominentenhimmel 23 Hündisches Betteln 26 Verrückt 27 Hat Zähne, die sich ins Holz verbeißen 29 Staatlich verbürgte Partnerschaft 31 wenn Ehre, dann unbezahlt 32 so kann bisweilen eine Annahme sein 33 Säule, Grabstein 34 Angesehene US-amerikanische Zeitung (Abk.) 35 Christliches Fest SENKRECHT 1 Maßzahl, die zur Einordnung dient 2 Hier gibt‘s Margherita, Funghi, Cappriciosa und Co. 3 Nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin 4 Ihre Wende ist richtig, aber nicht kostenlos 5 Wärme, die aus Russland kommt 6 Zweckgemeinschaft zum Regieren 7 West-Berliner Stadtteil 8 Berliner SPD-Chef 12 Ratzfatz, im ... 17 Wenn Journalisten fragen und Politiker antworten 19 Aufbewahrt 20 Dagegen hilft nur bügeln 22 Mal Geschwindigkeitsrausch, mal Wutausbruch 23 Adverb: gegen welche Sache 24 Kostenfaktor, der wieder begrenzt werden soll 25 Das tut der Beamte, manchmal nach Vorschrift 28 Betagte Programmiersprache 30 Älteste Berliner Universität (Abk.)

WAAGERECHT 1 Leichteste natürliche hohle Textilfaser der Welt 4 Philosophie vom richtigen menschlichen Handeln 7 Obstbrei 9 Hafenstadt an der Cote d‘Azur 10 Heidekraut 11 Auslandsniederösterreicher (Abk.) 13 1.400 davon rollen für Berlin und die BVG

Bilderrätsel
WIE HEISST DIESES GEBÄUDE? Unter diesem Turm befand sich lange Zeit der Arbeitsplatz eines bedeutenden Berliners. Wie heißt das Gebäude? Das Berliner Stadtblatt verlost unter den richtigen Einsendungen zum Bilderrätsel fünf mal zwei Karten für das Kleine Theater am Südwestkorso. Dort ist im Januar u.a. das Stück „Ich bin ein Berliner“ zu sehen, das sich mit der Biographie von John F. Kennedy befasst. Einsendeschluss ist der 2. Januar 2014 (per Post an das Berliner Stadtblatt, Müllerstraße 163, 13353 Berlin oder per E-Mail an raetsel@ berliner-stadtblatt.de).

DIE GEWINNE In die richtige Reihenfolge gebracht ergeben die rot umkreisten Buchstaben einen ganz besonderen Tag im Jahr. Bitte schicken Sie dieses Lösungswort auf einer Postkarte bis zum 2. Januar 2014 per Post an das Berliner Stadtblatt, Müllerstr. 163, 13353 Berlin oder per E-Mail an raetsel@berlinerstadtblatt.de. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir drei mal zwei Eintrittskarten für die Neuköllner Oper, Berlins viertes Opernhaus. Die Neuköllner Oper bietet ein vitales, engagiertes und angewandtes Musiktheater mit neuen Opernkompositionen, aber auch mit zeitgerechten Inszenierungen klassischer Stoffe.

RÄTSEL-LÖSUNGEN UNSERER AUSGABE SEPTEMBER 2013 Lösung des Kreuzworträtsels: WAHLURNE. Bilderrätsel: Der Ausschnitt zeigte einen Teil des Denkmals DIE FLAMME am Ernst-ReuterPlatz, das an den früheren Regierenden Bürgermeister erinnert. Die Gewinner wurden schriftlich benachrichtigt. Wir danken allen Leserinnen und Lesern für die Einsendungen.

Berliner Stadtblatt

S PA N D AU

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Asylbewerber menschenwurdig ̈ in Spandau unterbringen (Teil 1)
Unerträgliche Debatte um die Unterbringung von Asylbewerbern – „Schwarzer-Peter-Spiel“ zwischen den Bezirken und Berlin
In der aufgeheizten Stimmung fühlen sich diejenigen ermutigt, die schon immer gegen „Fremde“ oder „Wirtschaftsflüchtlinge“ waren. An manchen Stellen bilden sich Bürgerinitiativen gegen „Asylanten“, sobald auch nur das Gerücht aufkommt, im eigenen Quartier könnte ein Haus als Notunterkunft in Betracht kommen. Wo aber können wir Asylsuchende unterbringen? In der Diskussion dieser Frage sollte zwischen den verschiedenen Einrichtungen unterschieden werden. Eine Gemeinschaftsunterkunft wird von den einzelnen Asylbewerbern teilweise für Monate und Jahre bewohnt. Sie muss daher den Anforderungen entsprechen, die wir auch an reguläre Wohngebiete stellen. Es kommen also Wohn- und Mischgebiete in Frage. Eine geeignete Infrastruktur (Kitas, Schulen, öffentliche Verkehrsmittel, Einkaufsmöglichkeiten) muss vorhanden sein. Die Integration in ein vorhandenes Wohnumfeld und eine vorhandene Sozialstruktur muss angestrebt werden. Industrie- und Gewerbeflächen kommen wegen der erlaubten Emissionen (Lärm, Gerüche, etc.) für eine Gemeinschaftsunterkunft nur in ganz besonderen Ausnahmefällen in Betracht. Schädliche Belastungen durch Gewerbe und Industrie müssen ausgeschlossen sein. In einer Erstaufnahmeeinrichtung (zurzeit z. B. Motardstraße) verbleiben die Asylbewerber wenige Wochen bis Monate. Die Anforderungen müssen daher nicht ganz so streng sein. Dennoch müssen im Wesentlichen die gleichen Bedingungen erfüllt sein wie bei der Gemeinschaftsunterkunft. Ob die Motardstraße diese Bedingungen erfüllt, ist wegen der Lage mitten im Industriegebiet mehr als fraglich. In besonderen Notlagen – und derzeit haben wir eine solche wegen des wachsenden Zustroms von Asylbewerbern – kann das Landesamt für Gesundheit und Soziales geeignete Gebäude als Notunterkunft nutzen. Ob in der Folge die Notunterkunft zu einer Dauernutzung wird, z. B. als Erstaufnahme oder

AUS DER SPANDAUER BEZIRKSVERORDNETENVERSAMMLUNG

KRIMINELLE PARKBÄNKE
Warum sind die Parkbänke verschwunden? Das fragten sich Anwohner der Wilhelmstadt, die an der Seeburger Straße/ Ulrikenstraße zuhause sind. Die Bänke waren weder marode noch kaputt. Die Anfrage lautete: „Aus welchem Grund wurden die drei offensichtlich intakten Bänke am Carlo-SchmidPlatz an der Lutoner/Ecke Ulrikenstraße im Mai 2013 entfernt? Wie lange werden die Bänke den Bürgerinnen und Bürgern noch vorenthalten?“ Die Antwort vom Baustadtrat verursachte doch Erstaunen. Denn die Bänke wurden auf Wunsch des zuständigen

Der Spandauer Bezirksburger̈ meister Helmut Kleebank (SPD) wirbt fur einen menschlichen ̈ Umgang mit den Fluchtlingen. ̈

Gemeinschaftsunterkunft, oder ob sie wieder aufgegeben wird, hängt von vielen Faktoren ab. Jedenfalls steht hier die Vermeidung von Obdachlosigkeit im Vordergrund – ein verständliches Anliegen. Fazit: Asylbewerber sollten dort untergebracht werden, wo auch reguläres Wohnen möglich ist und stattfindet. Wo die Kinder in die reguläre Kita oder Schule gehen können. Wo der Kontakt mit einem Wohnumfeld gegeben ist und eine gute Anbindung an den ÖPNV. Helmut Kleebank Bezirksbürgermeister Vorankündigung: Teil 2: Welche Spandauer Liegenschaften kommen in Frage? Teil 3: Wie wird die Betreuung der Asylbewerber sicher gestellt?

Polizeiabschnittes entfernt, da es auf diesem unübersichtlichen Platz zu Drogenhandel und -konsum kam, den die Polizei nicht ausreichend kontrollieren kann. Das kann man wohl auch anders angehen, z.B. indem man Hecken herunter schneidet und für Beleuchtung sorgt. Dass ein Großstadtmensch auf einen Ruheplatz in einer kleinen Grünanlage verzichten muss, weil es dort zu kriminellen Handlungen gekommen ist, ist schwer nachvollziehbar und erholungssuchenden Bürgerinnen und Bürgern schwer zu vermitteln. Da hat man es sich im Bauressort sehr einfach gemacht! Brünetta Tesch

Besondere Notlage: Das Landesamt fur Gesundheit und Soziales ̈ nutzt seit dem letzten Oktober ein Gebäudekomplex in Gatow, fur ankommende Fluchtlinge ̈ ̈ Foto: mb

Spannendes Spandau: Bei gutem Winterwetter ist die Industriekulisse hinter der Havel einfach schön anzuschauen. Man hofft, dass der Rauch aus den Schornsteinen so wenig belastet wie möglich ist. mb

Alles sicher
Neu: Brigittes Spaziergänge, die so lang sind, wie ihr Merkzettel reicht. Diesmal geht sie vom Bahnhof Spandau in Richtung Altstadt
Die S-Bahn ist angekommen. Um die Riesenkreuzung Altstädter Ring am Rathaus zu umgehen, nehme ich die Treppe ganz am Ende des Bahnsteigs. Kein Mensch zu sehen. Aber hatte nicht ein Schild versprochen: „Dieser Bahnhof wird zu Ihrer Sicherheit kontrolliert“? Na, alles im grünen Bereich. An der Ampel ist gerade rot. Also zwischen den Autos im Stabholzgarten durchgezwängt. Jetzt stehe ich zwischen Rathausrückseite und Autostellplatzsilo. Geradezu das Rathausnebengebäude. Ein gelbes Din-A6-Schild weckt Aufmerksamkeit: „Spandau gegen Gewalt - Eine Aktion des Rathauses Spandau für Zivilcourage“. Ich entsinne mich: Vor Jahren geklebt, sollten die jetzt verblassten Schilder bedrängten Bürgern im Innern des Hauses Hilfe bieten. Drinnen ist’s duster, ob überhaupt jemand hinter den Türen sitzt, der Hilfe geben könnte? Schnell wieder raus und an den Fahrradständern vorbei um’s Rathaus vorne herum. Eingang zum Ratskeller. Im „Basement“ (Sind die Briten nicht schon weg?) wird eine „Event location“ angepriesen. Früher hieß das mal Ratskeller. An der fest geschlossenen Tür hinter Glas diesmal vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: „Jugendschutz: Wir halten uns daran“. Ist hier nicht sonnabends manchmal Seniorentanz? Der Treppenlift lässt darauf schliessen. Und wozu ist der Jugendschutz? Vorbei am ebenfalls mit Schutzaufkleber versehenen Rathaus-Haupteingang zum Nebeneingang. Wieder ein Sicherheitsaufkleber. Hinter der noch spätabends geöffneten Tür eine Treppe und endlose Behördengänge. Im Fall der Fälle sicher keine Hilfe. Aber tröstlich: Im Bereich des Eingangs, in den Ecken und auf den Stufen liegt noch Split vom vorigen Winter. Das nächste Glatteis kann kommen. Aber jetzt: Beim Eingang zum Kleidungsparadies piept es: In den Flügeltüren mit den Sicherheitsdetektoren stehen zwei sprachlose Frauen. Beim Passieren der Kontrollbögen wurde ein Kontakt ausgelöst. Eine Verkäuferin eilt herbei. Fachkundiger Blick in die Einkaufstüte: „Fehlalarm. Entschuldigen Sie.“ Na, da kann man wirklich nur sagen: Alles sicher in Spandau. bae

Baumpflanzungen im November
Umweltsenator und Abgeordneter pflanzen den ersten von 800 neuen Stadtbäumen
An einem regnerischen Novembertag pflanzte der Spandauer Abgeordnete Daniel Buchholz mit dem der Berliner Umweltsenator Michael Müller „seinen“ Baum. Für diesen ersten neuen Straßenbaum hat Daniel Buchholz, SPD-Abgeordneter und Umweltexperte, 500 Euro aus der privaten Geldbörse gespendet. Das war der erste der neuen Runde der Berliner Stadtbaumkampagne. 800 Bäume sollen in dieser Saison gepflanzt werden. Buchholz: „Berlin ist eine grüne Metropole, das ist Teil der Lebensqualität unserer Stadt. Darum hat Berlin im Herbst 2012 die erste Runde einer Stadtbaumkampagne gestartet. Ich freue mich sehr, dass Umweltsenator Michael Müller diesen ersten Baum der neuen Saison gemeinsam mit mir in Spandau gepflanzt hat.“ Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt arbeitet eng mit den Berliner Bezirken zusammen, um bis zum Jahr 2017 bis zu 10.000 zusätzliche Bäume an Berlins Straßen zu pflanzen. Für diese Saison liegt der Schwerpunkt für die 800 neuen Bäumen in den Bezirken Spandau, SteglitzZehlendorf, CharlottenburgWilmersdorf und MarzahnHellersdorf. Buchholz weiter: „Die Stadtbaumkampagne setzt auf gemeinsames Handeln: Kommen 500 Euro an Spenden aus der Berliner Bevölkerung oder von Unternehmen zusammen, verdoppelt die Umweltverwaltung aus Landesmitteln die Summe. Das haben wir auch im Haushalt 2014/2015 gesichert. Vielleicht kann ich mit meiner persönlichen Spende auch andere Berlinerinnen und Berliner animieren, es mir gleich zu tun.“ Gepflanzt wurde am Burscheider Weg in Spandau eine Stadtlinde. Das ist ein sehr stadtklimafester Straßenbaum mit hoher Resistenz gegen Hitze, Trockenheit und Schädlinge, der bis zu 20 Meter hoch wachsen kann. Mehr Informationen zur Stadtbaumkampagne gibt es im Internet unter www.berlin.de/ stadtbaum oder unter Telefon: 030 / 9025-1234. mb

Blick vom Bahnhof Spandau in Richtung Altstadt: Am Rathaus Foto: mb ist der Split fur das nächste Eis schon da. ̈

Daniel Buchholz (MdA, SPD) pflanzt trotz ungemütlichen Foto: Josef Zimmermann Novemberwetters „seinen“ Baum.

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S PA N D AU

Berliner Stadtblatt

S-Bahn nach Falkensee
Bis zum Mauerbau gab es diese sinnvolle Verbindung
Seit Jahren setzen sich die Spandauer Politiker Daniel Buchholz, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, und der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz für den Ausbau der S-Bahn nach Falkensee ein – genauer – für den Wiederbetrieb. Denn bis zum Mauerbau gab es eine solche S-Bahnverbindung. Im Zuge der Wiedervereinigung war eigentlich zugesagt worden, dass der Bund diese stillgelegten Strecke wieder belebt. Doch die Linie liegt noch immer brach. Teils weil die Ertüchtigung anderer S-Bahnstrecken Vorrang hatte, teils weil Brandenburg befürchtete, dass der Ausbau zu Lasten der schnelleren Regionalbahnverbindung ginge. Mit einer neuen parlamentarischen Initiative will nun die SPD einen neuen Vorstoß unternehmen und die Verlängerung auf den Weg bringen. Sie fordert vom Bund die Zusage zur Finanzierung ein. Aktueller Anlass: Mit einer Verstärkung des Fernverkehrs in Richtung Hamburg und die Inbetriebnahme der neuen Fernverkehrsstrecke über Erfurt nach Nürnberg erwarten Schulz und Buchholz, aber auch die Bahn AG, einen Engpass am Bahnhof Spandau. „Das wird sich vor allem auf die Regionalbahnverbindungen auswirken, da der ICE Vorrang hat. Eine S-Bahn würde hier die Situation für die Pendler aus Brandenburg verbessern“, so Swen Schulz. Es gibt aber noch weitere objektive Kriterien den Ausbau voranzutreiben. „Eine Kosten-Nutzen-Analyse hat den Ausbau deutlich positiv bewertet, vor allem den Ausbau bis zur Berliner Stadtgrenze. Daher haben wir und die CDU uns im Koalitionsvertrag auch zum Wiederausbau bekannt“, begründet Daniel Buchholz die Initiative. „Nun wird es Zeit, dass der Bund sein Versprechen von damals einlöst“, so Schulz.

ZEHNTER DIALOG DER RELIGIONEN

Toleranz und Vielfalt in der multireligiösen Gesellschaft
Zu diesem Thema hat Raed Saleh eingeladen und begrüßt im August 2013 im Saal der Josua-Gemeinde in der Spandauer Bismarckstraße eine große, erwartungsvolle Versammlung. Ein besonderes „herzlich Willkommen“ gilt Sigmar Gabriel. Der gratulierte der Spandauer SPD für die Initiative zu diesem Dialog, der nun zum zehnten Mal in drei Jahren stattfindet. Swen Schulz stellte die übrigen Teilnehmer auf dem Podium vor: Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Berlin, Jörg Gerasch, Pastor der Josua-Gemeinde, und Chalid Durmosch, Vertreter einer Gruppe junger Muslime. Zuerst kommen aber die jungen Leute von „Stark ohne Gewalt“ zu Wort mit Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit der Polizei, von den gemeinsamen Streifen, bei denen sie durch

Foto: Jürgen Jänen

So schön der Spandauer Bahnhof auch ist, Endstation fur die ̈ S-Bahn darf er nicht bleiben.

sprachliche oder interkulturelle Verständigung Vertrauen bildend wirken. Vertreterinnen des Mädchen-Ladens erzählen vom letzten Jahr, als sie gegen fremdenfeindliche Drohbriefe der „Reichsbürger“ ihre Plakat- und Postkarten-Aktion gesetzt haben: „Wir sind ein Kiez!“ Dann berichten die Vertreter aus der jüdischen, islamischen und christlichen Religion über Initiativen zur religiösen und kulturellen Zusammenarbeit. Dabei ergibt sich, dass sie alle im Gespräch mit anderen Religionen gute Erfahrung machen. Schwieri-

ger sei die Begegnung mit Nicht-Religiösen, bei denen oft starke Vorurteile gegenüber den Religionen auffallen. Ganz am Ende erklärt eine jüngere Frau, dass sie sich als Nicht-Religiöse benachteiligt fühlt, weil der Staat die Religionen durch seine Gesetze bevorzuge. Den Zeitpunkt ihres Todes zum Beispiel könne sie nicht selbst bestimmen. - Das wäre ein Ansatz gewesen, auch auf Nichtreligiöse verständnisvoll einzugehen. Der Berichterstatter hofft, dass dies in Zukunft besser gelingt. Reinhard Auener
Luzie Ross heißt die Figur – sie ist neu im Stadtblatt. Luzie Ross steht für Satire, Schräges und Grundsätzliches. Sie ist auf Besuch, vielleicht darf sie mal wiederkommen!?

STADTTEILTAG IN SPANDAU: RAED SALEH (MdA) VOR ORT

Im Herzen Spandaus
Bei seinem Stadtteiltag im letzten Oktober besuchte der Abgeordnete Raed Saleh die Spandauer Ortstteile Neustadt, Altstadt, Falkenhagener Feld und Klosterfelde. Gleich am Anfang suchte er die Polizeiwache in der Moritzstraße auf. Mit dem Führungsteam des Abschnitts diskutierte der Spandauer Abgeordnete über 90 Minuten intensiv über die aktuelle Sicherheitslage. Kriminalitätsschwerpunkt in Spandau ist laut Polizei der Auto- und Fahrraddiebstahl. Die Fahrräder werden bandenmäßig gestohlen. Mit einer besseren Überwachung des Bahnhofsumfelds versucht die Polizei, das Problem zu reduzieren, die Aufklärung ist aber immer schwierig. spricht mit vielen Spandauerinnen und Spandauern darüber – und immer mehr Einbrüche scheitern, was den Erfolg der Prävention zeigt. Danach besuchte Raed Saleh die Obdachloseneinrichtung „Herberge zur Heimat“ und traf das engagierte Team um Marco Berfels wieder. Gemeinsam mit Bewohnern ging es um die geplanten zusätzlichen Plätze, die die Herberge dringend braucht, weil sie voll ausgelastet ist. Denn der zunehmende Wohnungsmangel in Berlin führt dazu, dass immer weniger Obdachlose eine neue Wohnung finden, obwohl ihre persönliche Lebenssituation sich wieder stabilisiert hat. Im Anschluss ging es bei einem Bürgerforum im Café Paule um die Entwicklung der Neustadt, um Probleme und Chancen, die sich aus dem Wandel der Einwohnerstruktur ergeben. Neben der Freude an Verbesserungen ging es dabei auch um Befürchtungen, dass nach der Schließung des Flughafen Tegels die Verdrängung aus der Neustadt beginnt – schließlich handelt es sich um ein charmantes Viertel mit guter Altbausubstanz und ruhigen Wohnlagen. Neben Mieterhöhungen waren es aber auch Gewaltvorfälle und eine steigende Ausgrenzung durch Zuzug ärmerer Menschen aus der Stadtmitte, die als Themen aufkamen. Letztlich wurde der Abend so bunt und vielfältig wie die Neustadt. Felix Frenzel

Charmantes „China“ am Rande des Falkenhagener Feldes. Häuser im expressionistischen Architekturstil aus dem Jahre 1926 – Architekt: Richard Ermisch

schützen, oft ist Vorsicht statt Gutgläubigkeit wichtig, meinen die Beamten. Auch mit den Wohnungsbaugesellschaften sind die Präventionsbeamten im Gespräch. So

können beispielsweise Kellertüren robuster gebaut werden. Auch Flügeltüren bei Altbauwohnungen können durch einfache Maßnahmen besser gesichert werden. Die Polizei

Charmante Neustadt: Nach Schließung des Tegeler Flughafens können Begehrlichkeiten entstehen ...

Luzie Ross hat die Bundestagswahl fast schon vergessen, weil sie immer noch hofft, in Amerika zum Tee eingeladen zu werden. Bei einer richtigen Tea-Party wollte sie mitmachen, aber nun, seit Mitte Oktober müssen ihre amerikanischen Freunde wieder arbeiten gehen. Aber vielleicht gibt es im Februar nächsten Jahres endlich den Tee, vorausgesetzt, man einigt sich nicht darüber, ob es Steuererhöhungen geben wird oder Sozialausgaben gekürzt werden. Das ist Engelbert Max, das männliche Pendant zu Luzie Ross. Engelbert Max denkt darüber nach, ob eine Partei mit einem solchen Pogramm ein Koalitionspartner für die SPD wäre: Inhalt und Ziel der sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert. Schade, die Partei gibt es nicht mehr, das war die CDU von 1947. mb

Freundlich, aber nicht immer amusiert – Raed Saleh bei seï nem Stadtteiltag

Zweites Schwerpunktproblem ist – wie in ganz Berlin – das Thema Wohnungs- und Kellereinbrüche. Schon mit einfachen Maßnahmen könnten sich Bewohner besser

Fahrrad- und Autodiebstahl im Bahnhofsumfeld: Mit einer besseren Überwachung versucht die Polizei, das Problem zu reduFotos: mb zieren

Charmante Neustadt: Hahn parkt neben Auto – Bemerkenswert, aber kein Politikum
        
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