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Periodical volume

Full text: Berliner Stadtblatt Issue 2011, Juli

Berliner
WISSENSWERTES
MEIN BERLIN
Berlins Wirtschaft wächst wieder. Seit 2006 sind 100.000 neue Arbeitsplätze entstanden und Berlin war in den letzten Jahren immer an der Spitze der Bundesländer beim Wirtschaftswachstum. Und wir haben immer noch Potenzial. Berlin muss sich in der Gesundheitswirtschaft, in der Energietechnik und in der Elektromobilität profilieren. Hier entstehen die Arbeitsplätze der Zukunft. Deshalb unterstütze ich mit der Wirtschaft, den Gewerkschaften und der Wissenschaft die Berliner Industrie. Berlins Erfolg war ein langer Weg. Und manchmal hat man den Eindruck, dass einigen der wirtschaftliche Erfolg wieder zu viel wird. Das kann sich Berlin nicht leisten. Berlin auf Wachstumskurs zu halten, heißt es zu verändern. Deshalb stehe ich zum Flughafen BER und den anderen Infrastrukturprojekten der Stadt. Unsere Stadt braucht ein Drehkreuz mit weltweiten Flugverbindungen. Natürlich mit dem größtmöglichen Lärmschutz. Berlin braucht eine hervorragende Infrastruktur. Das ist die Grundlage für Wachstum und Arbeitsplätze. Dazu muss man stehen – statt den Standort schlecht zu reden!

O REINICKEND

RF

SOMMER!

Stadtblatt
AU S BERLIN UND DEM BEZIRK REINICKENDORF

Zeit zur Entspannung, Zeit um die Stadt zu entdecken. Wir zeigen, wo es sich lohnt.  
 
Seite 5 und 6

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AU S G A B E

JULI

2011

Da wirken die Herren etwas hölzern: ab Juni gehört der Fußball den Frauen. Nach dem Auftakt in Berlin erwarten uns bis zum 17. Juli spannende Ballwechsel. Wir wünschen allen Frauschaften und Fans viel Erfolg und Spaß! Foto: zabalotta/photocase.com

Mietanstieg soll jetzt per Gesetz gebremst werden
Berliner Senat will Rechte der Mieterinnen und Mieter stärken
Mietsteigerungen sollen per Gesetz stärker gebremst werden. Das will das Land Berlin im Bundesrat durchsetzen. Seit vergangenem Herbst liegen die Vorschläge für einen besseren Mieterschutz dort vor. Mit den veränderten Mehrheiten in der Länderkammer sind die Erfolgschancen jetzt gestiegen. Um die Mietentwicklung vor allem in den Großstädten zu begrenzen, will der SPD-geführte Senat das Mietrecht ändern: Statt um 20 Prozent innerhalb von drei Jahren sollen Mieten künftig nur um 15 Prozent innerhalb von vier Jahren steigen dürfen. Mietwucher soll mit Bußgeldern von 50.000 Euro bestraft werden. „Für Berlin als Mieterstadt ist ein Mietrecht lebenswichtig, das den Mietpreisauftrieb bremst und bewirkt, dass die Mieten auch nach Modernisierung und energetischer Sanierung bezahlbar bleiben“, beschreibt Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer das Ziel. Die Bundesregierung plant derzeit das Gegenteil: Bei Modernisierungsmaßnahmen sollen die Mieter einen Großteil der Kosten tragen, ihr Recht auf Mietminderung während des Umbaus wird eingeschränkt. „Ein klassisches Beispiel für reine Klientelpolitik“, urteilt der Präsident des Deutschen Mieterbundes Georg Rips. Die Berliner Bundesratsinitiative soll die Mieter entlasten: Die Modernisierungsumlage soll von 11 auf 9 Prozent der aufgewandten Kosten gesenkt werden. „Klimaschutz darf nicht zu einseitigen sozialen Belastungen führen“, heißt es in einem Positionspapier des Senats. „Wir wollen in Berlin keine Münchner oder Hamburger Verhältnisse, wo die Mieterinnen und Mieter auch am Einkommen gemessen deutlich höhere Mieten zahlen müssen“, sagt der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller. Ein ganzes Bündel von Maßnahmen soll dazu beitragen. Der Zweckentfremdung von Wohnungen als Ferienappartements soll ein Riegel vorgeschoben werden, leerstehende Bürogebäude können umgebaut werden, es sollen mehr Wohnungen auch von Genossenschaften und öffentlichen Wohnungsunternehmen gebaut werden.
Siehe auch Seite 4

IN DIESER AUSGABE

ARBEITSMARKT

Die Bundesregierung plant weitere massive Kürzungen: Berlin soll eine Milliarde Euro an Fördermitteln verlieren. Seite 4

FUCHSBAU

Künstler wie Reinhard Mey traten hier einst auf. Zum 60. Jahrestag gibt es im Fuchsbau ein Programmfeuerwerk. Seite 8

KITAS

In den rund 100 Reinickendorfer Kindertagesstätten sind Kinder in guten Händen, sagt Stadtrat Andreas Höhne. Seite 8

ZAHL DES MONATS

11.599

Keine Schulfusion Gute Ideen für Tegel
CDU blockiert Gemeinschaftsschule im Märkischen Viertel
Das war deutlich: „Eine politische Entscheidung, wir sind einfach dagegen.“ Basta. Halsstarrig kommentierte die CDU-Vertreterin in einer Veranstaltung an der HannahHöch-Grundschule eine Initiative der Schule. Die wollte von Schulstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) die Genehmigung zur Gründung einer Gemeinschaftsschule mit der Greenwich-Oberschule erhalten. Abgelehnt. Im sozial schwierigen Umfeld des Märkischen Viertels arbeiten beide Schulen erfolgreich. Gemeinsam haben sie ein Konzept entwickelt, um als Gemeinschaftsschule bessere Lernerfolge und mehr Chancengleichheit für ihre Schüler zu erzielen. Das Konzept gewann breite Unterstützung im Bezirk. Lehrerverbände, Elternvertretungen und fast alle Parteien unterstützen die Fusionspläne. Nur die CDU und ihre Stadträtin Schultze-Berndt sprachen sich dagegen aus und verhinderten mit ihrer Mehrheit in der BVV die Gründung der Gemeinschaftsschule.
Fortsetzung auf Seite 8

so hoch ist die Zahl der Berlinerinnen, die Frauenfußball betreiben (Januar 2011)

Nach dem Airport: Reinickendorfer Sozialdemokraten entwickeln Konzept zur Flughafennachnutzung
Die Eröffnung des WillyBrandt-Flughafens BER in Schönefeld rückt näher. Wenn der neue Flughafen 2012 in Betrieb geht, wird der Flughafen Tegel geschlossen. Für Reinickendorf beginnt dann eine neue Zeit. Endlich Schluss mit dem Fluglärm über Reinickendorf! Und: Mit dem verwaisten Flughafengelände kann dann ein Flughafengebäude: Nachnutzer gesucht. Foto Axel Maurus riesiges Gebiet anders genutzt fassendes Nachnutzungskon- den. Mehr und größere Grünwerden. Aber wie? Mit dieser Frage hat sich die zept entwickelt: Gewerbe soll flächen sollen dort entstehen, SPD Reinickendorf intensiv angesiedelt, in Randgebieten wo früher die Düsenjets abhobeschäftigt, und sie hat ein um- sollen Wohnungen gebaut wer- ben. Fortsetzung auf Seite 8

ZITAT DES MONATS
»Klaus Wowereit ist ein charmanter Mann. Bei mir muss man halt zweimal hingucken, bis man es sieht.« Renate Künast

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MEINUNG

Berliner!Stadtblatt

GUT FÜR BERLIN
Die Berliner Industrie- und Handelskammer hat ihre Wachstumsprognose für 2011 von 2,5 auf 3 Prozent angehoben. Laut jüngster Umfrage wollen 38 Prozent der Unternehmen in der Hauptstadt neue Arbeitsplätze schaffen. Auch der Industriesektor spielt eine zunehmend wichtige Rolle.

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MEIN BLICK AUF BERLIN

WACHSTUM

Mehr Sicherheit in unsicheren Zeiten
Von Dr. Ehrhart Körting, Senator für Inneres
Auch wenn es manche erstaunen mag: Berlin ist in den letzten zehn Jahren sicherer geworden. 572.272 Straftaten wurden im Jahre 2001 erfasst. Im Jahre 2010 waren es nur noch 475.021 Den Rotstift angesetzt hat Frank-Walter Steinmeier an Merkels Energiewende – und damit mit Straftaten. Bei der JugendkrimiIronie und Wortwitz die doppelte Kehrtwende der Bundesregierung in der Energiepolitik kriti- nalität zeigt sich ein ähnliches siert. Die Anzeige der SPD-Bundestagsfraktion machte ordentlich Furore in Internet und Zeitun- Bild. Vor der Regierungsübergen. Deutschland darf sich auf jeden Fall freuen, dass nun endlich wieder gilt, was schon 2001 von nahme durch den Wowereit-Serot-grün beschlossen wurde – ein baldiges Ende der Atomkraft! Foto: Horb nat im Jahre 2001 gab es mehr Kriminalität und mehr Jugendkriminalität als heute. Natürlich heißt das nicht, dass wir uns jetzt zurücklehnen sollen. Jede Straftat ist eine zuviel. Aber wir dürfen uns auch in Wahlkampfzeiten nicht verunsichern Ein bunter Parteienmix hofft auf Stimmen lassen. Der Schwerpunkt der Der Landeswahlausschuss veröffentlichen wolle. Das ist und den Freien Wählern. Bis Sicherheitspolitik in Berlin tagte Anfang Juni: Der Raum unkonventionell, steht aber im zur höchstrichterlichen Klä- liegt in der Kriminalitätsbeist schwül, schlecht belüftet Ergebnis der Anerkennung der rung des Namensstreits treten kämpfung und zwar sowohl in und überfüllt. Überfüllt mit für die Wahlen notwendigen die zerstrittenen Parteien un- der Prävention wie auch in der vornehmlich männlichen Ak- Parteieneigenschaft im Wege. ter „Freie Wähler“ (FW) bzw. Strafverfolgung. Auf die großen Herausfordetivisten gehobenen Alters mit „Pi“ wird man im September „Freie Wähler Deutschland“ einer Mission: Teilnahme an ebenso wenig wählen können (FWD) an. Frohe Nachricht rungen der Inneren Sicherheit den Berliner Wahlen zum Ab- wie die Nicht-Parteien „Ehr- auch für Berliner Rentnerinnen haben wir reagiert: Wir haben die Zahl der Poligeordnetenhaus am 18. Sep- lich-Loyal-Fair-Deutschland und Rentner: hier konkurrieren Berlin (ELF)“ sowie die „Rent- „Die Grauen – Generations- zeivollzugsbeamten nach einem tember. partei“, „Die Grauen Panther“ Vergleich mit Hamburg, der Die Botschaft fast aller An- ner-Partei Deutschland“. Darüber trösten zumindest sowie die „Rentnerinnen und einzigen vergleichbaren Stadt wesenden: Wir sind anders als in Deutschland, auf 16.160 Podie etablierten Parteien. Nach namentlich abwechslungsrei- Rentner Partei“ um die Gunst. Alles in allem haben sich lizeibeamtinnen und -beamten zwei Stunden steht tatsächlich che Wahlalternativen wie die fest: Viele sind anders, unkon- Bergpartei, die Violetten, die zum Schluss 35 Parteien einen festgeschrieben. Das ist zweiventioneller, einige auch sper- Humanwirtschaft, die Partei für Platz auf dem Stimmzettel zur mal Hamburg plus ein deutlisoziale Gleichheit Sektion der Berliner Abgeordnetenhaus- cher Hauptstadt-Zuschlag. rig. Schwerpunkt Prävention: Sperrig wie die „Partei-Inte- vierten Internationalen (PSG) wahl erkämpft. Man ist fast dankbar, wenn in allen Abschnitten, in allen rim – Pi“ zum Beispiel. Auf die sowie die Tierschutzpartei hinnach dem Parteiengesetz not- weg. Nicht zu verwechseln mit einem vertraute und beständi- Direktionen der Polizei gibt es wendige Frage nach Mitglieds- der „Partei für Arbeit, Recht- ge Namen wie „Sozialdemo- jetzt Präventionsbeauftragte. Wir haben auf den Terror des zahlen, Finanzordnung und staat, Tierschutz, Elitenförde- kratische Partei Deutschlands Wahlprotokoll folgen Ausfüh- rung und basisdemokratische (SPD)“ über den Weg laufen ... 11. September 2001 mit neuen über mangelnde Vielfalt wird Befugnissen für Polizei und Verrungen zum Parteienstaat im Initiative („Die PARTEI“). Stichwort Verwechslungsge- sich jedenfalls niemand in der fassungsschutz und mit einer allgemeinen und der Tatsache im besonderen, dass man weder fahr: Ein munterer Streit tobt Wahlkabine am 18. September verbesserten Ausstattung reagiert. Beiträge erheben noch Zahlen zwischen den Freien Wählern beklagen können.

SPENDEN

572.000 Euro haben Berlinerinnen und Berliner im Rahmen einer Städtewette für die Stiftung „Menschen für Menschen“ von Karlheinz Böhm gespendet. Die Mittel kommen Kindern in Äthiopien zugute. Verfehlt wurde das Spendenziel von 1,15 Millionen Euro. Deshalb löst Wettpate Klaus Wowereit sein Versprechen ein, Gäste Berlins an einem Nachmittag durch die Hauptstadt zu führen.

Die Qual der Wahl

SCHLECHT FÜR BERLIN
55 Tonnen Hundekot fallen täglich in Berlin an, den Großteil davon muss bislang die Stadtreinigung entsorgen. Auf einer Tagung forderten Experten jetzt, Berlin flächendeckend mit Tütenspendern auszustatten.

HUNDEHAUFEN

FÖRDERUNG

Im Herbst lässt die Bundesregierung die Förderung der Mehrgenerationenhäuser auslaufen. Die Zahl geförderter Häuser wird reduziert, die Träger müssen sich zum 1. Januar 2012 neu bewerben. Bewährte Familien- und Seniorenarbeit wird damit infrage gestellt.
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Der Rechtsradikalismus hat in Berlin keinen Nährboden gefunden. Auftritte rechtsextremer Musikgruppen wurden weitgehend unterbunden. Hierbei sind wir nicht einäugig. Linksextremistische Gewalt ist genauso zu ächten wie rechtsextremistische Gewalt. Auch den Brandstiftern, die heimtückisch Brände legen und ihre Verbrechen mit politischen Parolen ummänteln, werden wir das Handwerk legen, so schwer es im Einzelfall auch ist, die Taten nachzuweisen. Unsere Sicherheitspolitik in den letzten zehn Jahren hat zweierlei berücksichtigt: zum einen den bestmöglichen Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Kriminalität, ohne falsche Versprechungen von absoluter Sicherheit zu machen, zum anderen den Schutz unserer Freiheitsrechte, unseres Rechts, möglichst frei in unserem Berlin zu leben, solange man andere nicht schädigt oder beeinträchtigt. Beide Ziele sind ein Markenzeichen Berlins, einer offenen, toleranten, aber auch sicheren Millionenstadt.

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࡯ 5. Tag Pergamon-Selcuk Entlang der Ägäisküste kommen wir heute nach Pergamon und sehen die Akropolis mit dem Tempel der Athene. Am Nachmittag Besuch einer Teppichknüpferei. Abends erreichen wir Selcuk. ࡯ 6. Tag Ephesus Die Ausgrabungsstätte der reichsten griechischen Stadt der Antike in Kleinasien mit ihrer CelsusBibliothek fasziniert jeden Besucher. Nach einem Rundgang sehen wir im archäologischen Museum auch noch originale Ausgrabungsstücke. ࡯ 7. Tag Milet-Didim (fakultativ) Tag zur freien Verfügung oder Teilnahme am Ausflug zu den Ausgrabungen von Milet und Didim. (Ausflug inkl. Mittagessen € 30,- p.P.) ࡯ 8. Tag Heimflug Bustransfer nach Izmir und Rückflug über Istanbul nach Deutschland. Hinweise: Änderungen im Reiseverlauf vorbehalten. Mindestteilnehmerzahl pro Reisetermin: 30 Pers. und pro Flughafen: 10 Pers. Einreise für deutsche Staatsbürger mit gültigem Personalausweis oder Reisepass. Veranstalter: SPD-ReiseService GmbH, 10963 Berlin
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࡯ 2. Tag Istanbul Ganztägige Stadtrundfahrt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wir besichtigen im Zentrum der Altstadt das byzantinische Hippodrom, die Hagia Sophia, die Sultan-Ahmet Moschee (Blaue Moschee), die Rüstem-Pascha-Moschee und die bestens erhaltenen Mosaiken und Fresken der Chora Kirche aus dem Jahre 1320. ࡯ 3. Tag Istanbul-Bosporus Besuch des legendären Topkapi Palastes. Anschließend Bummel über den ägyptischen Gewürzbasar „Misir Carsi“. Am Nachmittag unternehmen wir eine Bootsfahrt auf dem Bosporus. ࡯ 4. Tag Istanbul-Troja-Ayvalik Fährüberfahrt nach Canakkale. Hier hat Heinrich Schliemann sein Troja ausgegraben. Weiterfahrt zur Küstenstadt Ayvalik.

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Berliner!Stadtblatt

THEMA

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»Die Notbremse ziehen«
Präventionsexperte: So kommen Sie nicht in die Opferrolle
Der erste Faustschlag geht gegen die Brust, der zweite trifft das rechte Ohr. Ein Fußtritt reißt den jungen Mann zu Boden. Fernsehbilder. Nicht „Tatort“ oder „Polizeiruf 110“, sondern Realität. Gewaltexzesse ängstigen auch die Bürger Berlins. In Berlin ist im Gegensatz zum Bundestrend ein Rückgang feststellbar, heißt es im Polizeipräsidium. Beim Senator für Inneres und Sport, beim Landeskriminalamt sowie den Abschnittsdienststellen gibt es Beauftragte für Prävention gegen Gewalt. Kritische Orte sind Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, Kaufpassagen nach Ladenschluss und Parks. „Man sollte auf das Bauchgefühl vertrauen. Wenn man ein ungutes Gefühl hat, sollte man soweit möglich in der Nähe anderer Passanten bleiben, die Straßenseite oder den Waggon wechseln“, lautet der erste Rat von Polizeirat Volker-Alexander Tönnies. Gewalt komme meist nicht unvermittelt, sondern durch eine Eskalationsspirale, ausgehend von nonverbalen Gesten, provokanten Handlungen. Sie zu ignorieren, sich dem entziehen, sei auch für Männer keineswegs ehrenrührig. Tönnies rät zu selbstbewusstem Auftreten und sich nicht in eine „Opferrolle“ hineindrängen zu lassen. „Im Konfliktfall, als Betroffener wie auch als Helfer, sollte man den oder die Angreifer nicht duzen, sondern per Sie verbale Distanz halten. Sonst könnten Außenstehende den Konflikt als Rangelei unter Kumpels missdeuten“, sagt er. Bei Gewaltauseinandersetzungen in Zügen gibt er den Tipp, die Notbremse zu ziehen. „Sie lässt den Zug nicht sofort stehen, der fährt bis zur nächsten Station. Gleichzeitig bekommt man eine Sprechverbindung zum Fahrer. Er checkt an der nächsten Station den Waggon und kann weitere Hilfe holen“, so der Präventionsexperte. Wichtig ist ihm, dass man sich für Zeugenaussagen Details einprägt, Tattoos zum Beispiel, Narben oder Bart. Bei Kleidung könnten Angaben zu Schuhen hilfreicher sein als zu einer Jacke. Die Berliner Polizei nennt Prävention eine herausragende Tätigkeit. Sie organisiert auch Seminare, in denen mit Rollenspielen Situationen erfahrbar gemacht werden. Informationen unter www.berlin.de/polizei/praevention/ indes.html.

Sicherer Untergrund
Durchgreifen von Polizei und BVG zeigt Erfolge
Tatort Bahn- men. Seit Anfang Mai sind hof: Nach bru- Doppelstreifen aus Polizisten talen Überfällen und BVG-Wachleuten im Unin Lichtenberg tergrund unterwegs, auch die und am Bahnhof Landeseinsatzreserve der PoliFriedrichstraße hat zei ist aktiviert. Diese Maßnahder Senat die Sicher- men bilden nur den Auftakt: Es h e i t s m a ß n a h m e n werden neue Stellen bei der Poverschärft. Fahrgäste lizei geschaffen und die Videoüberwachung wird sollen sich wieder sicher » Der Rechts- ausgebaut. Statistisch ist fühlen. Die Bilanz der ers- staat beweist die Kriminalität im ten Tage ist poseine Kraft Nahverkehr bereits seit 2006 rückläusitiv. dadurch, fig: Raubüberfälle Auf dem UBahnhof Alex- dass er auch etwa sind um 44,5 %, Körperverletzunanderplatz nahm gegenüber gen um 11,8 % zueine ÖPNV-Streife gleich in den ersten Rechtsbre- rückgegangen. Die Aufklärungsquote Tagen einen Juchern oder schwerer Straftagendlichen fest, der einen Ob- vermuteten ten im Nahverkehr dachlosen anRechtsbre- liegt schon jetzt bei nahezu 100 %. Die gegriffen hatte. chern nur zunehmende VideoVier Tage später verhafteten rechtsstaat- überwachung werde die GewaltbereitPolizisten auf der Linie U 8 sechs lich vorgeht.« schaft der Täter senPersonen, bei denen Dr. Ehrhart Körting ken, so Staatsanwalt Rudolf Hausmann Drogen gefunden kürzlich bei einer wurden. Innerhalb von zehn Tagen im Mai führ- Diskussionsrunde zur Jugendten die Doppelstreifen 64, die kriminalität. Und aus der ErKräfte der Einsatzreserve 43 fahrung seiner Arbeit ist er Einsätze durch; dabei wurden zuversichtlich: „Wir werden sie rund 40 Personen festgenom- alle kriegen.“

Rechtlos, mittellos, arbeitslos
DGB-Beratungsstelle kämpft gegen moderne Sklaverei
Günstige Zeiten für moderne Sklavenhändler: Gewinnmargen von bis zu 1000 Euro pro Arbeitnehmer im Monat versprechen geschäftstüchtige polnische Juristen ihren Klienten, wenn sie Leiharbeiter nach Deutschland schicken (oder Arbeitnehmer entsenden). Leiharbeit bekommt erneut Auftrieb, und zwar seit dem 1. Mai 2011 als die Arbeitnehmerfreizügigkeit für weitere acht EU-Staaten in Kraft trat. Der DGB Berlin-Brandenburg hat reagiert und mit Senatshilfe eine EU-Beratungsstelle für „Entsandte Arbeitnehmer“ ins Leben gerufen. Zwei Fachfrauen arbeiten dort, beide mehrsprachig und Kennerinnen des Arbeitsrechts. Wer aus Polen oder dem Baltikum nach Berlin kommt, um hier zu arbeiten, der soll auch seine Rechte als Beschäftigter kennen. „Die Mobilität von Arbeitnehmern in der EU muss einhergehen mit ihrer Aufklärung über Arbeits- und Sozialrecht am neuen Arbeitsort“, sagt Bettina Wagner, Soziologin, eine der Expertinnen. Im Durchschnitt 40 Fälle bearbeiten die beiden Expertinnen im Monat, vor allem aus dem Bau- und Pflegebereich. Oft treibt der Mut der Verzweiflung die Hilfesuchenden in die Beratungsstelle, so drei rumänische Putzfrauen. Monatelang vegetierten sie in einer kleinen, von einem Subunternehmen der Dienstleistungsbranche angemieteten Wohnung, hatten kaum Arbeitseinsätze und kamen so auch nicht auf die versprochenen 800 Euro (!) im Monat. Keine Arbeit, kaum Geld für Verpflegung und keine Möglichkeit, in die alte Heimat zurückzukehren. Die Putzfrauen wandten sich an die Beratungsstelle und Dank privater Hilfe wurde es ihnen wenigstens ermöglicht, nach Rumänien zurückzukehren und die peinigende Odyssee zu beenden. Vom ausstehenden Geld erhielten sie nur einen Abschlag. Alle Vermittlungsversuche mit dem Arbeitskräfteverleiher schlugen fehl. Wenn möglich, arbeitet die EU-Beratungsstelle auch mit dem Hauptzollamt zusammen, das Schwarzarbeit nachspürt. Diese Form von Ausbeutung durch Leih- oder Zeitarbeit sei nichts typisch Deutsches, erklärt Bettina Wagner, sie kenne auch Beispiele aus Belgien und anderen europäischen Ländern. Die in der Öffentlichkeit hochgespielte Angst vor einer Migrationswelle sieht der DGB übrigens als unbegründet an. Wichtiger sei dagegen der Hinweis, die Arbeitsuchenden bräuchten einen gesetzlichen Mindestlohn, damit sie nicht als Lohndrücker missbraucht würden. Die Bundesregierung müsse gedrängt werden, endlich das Prinzip „gleicher Lohn am gleichen Ort für gleiche Arbeit“ durchzusetzen.

Auf Bahnhöfen und in Zügen sorgen Polizeistreifen für mehr Sicherheit. Und an vielen Stellen in der Stadt helfen Präventionsprojekte dabei, dass Gewalt gar nicht erst entsteht. So entspricht die „gefühlte Sicherheit“ vielleicht schon bald wieder der seit Jahren sinkenden Kriminalitätsrate. Aber Sicherheit ist mehr: Es geht auch um Schutz am Arbeitsplatz, um eine gute Versorgung, um bezahlbare Mieten. Berlin bietet das - mit Sicherheit..

STADTBLATT-THEMA: SICHERHEIT

»Gib Gewalt einen Korb!«
Bündnis wirbt für Zivilcourage und ehrt die Moabiter Basketballer
Für die Basketballer vom ASV-Moabit ist ihr Motto Programm: „Gib Gewalt einen Korb!“ Ihr Engagement für Jugendarbeit und Gewaltprävention in ihrem gebeutelten Bezirk wurde jetzt gewürdigt. Das Bündnis für Zivilcourage, dem u.a. die beiden Landesregierungen von Berlin und Brandenburg, Kirchen, Landessportbund, Wohlfahrtsverbände und DGB angehören, hat den Basketball-Club mit einem Toleranzpreis ausgezeichnet. Daneben erhielt Ursula Nikitenko aus Bernau eine Auszeichnung für ihre Integrationsbemühungen um russische Zuwanderer und der Berliner Dirk Stegemann wurde für seine Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Rechtspopulismus geehrt. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in seiner Laudatio: „Wir müssen Gesicht zeigen gegen jede Form rassistischer, antisemitischer und fremdenfeindlicher Gewalt. Das Band für Mut und Verständigung ist ein Preis, der Menschen und Initiativen auszeichnet, die sich in dieser wichtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzung auf vorbildliche Weise hervorgetan haben.“ Vor 20 Jahren ergriff der DGB Berlin-Brandenburg die Initiative und rief ein Bündnis gegen Ausländerfeindlichkeit und für ein friedliches Miteinander ins Leben. Ausgelöst wurden die Aktivitäten durch die gewalttätigen Übergriffe auf Migranten im sächsischen Hoyerswerda. Das Leitmotiv des Bündnisses ist und bleibt, Menschen ins Scheinwerferlicht zu rücken, die nicht weggeschaut haben, die über ihren Schatten sprangen, um sich couragiert für Toleranz einzusetzen. Regelmäßig würden Zahlen und Fakten über rechtsradikale Übergriffe oder neonazistische Umtriebe veröffentlicht, es komme jedoch auch darauf an, so die DGB-Vorsitzende Doro Zinke, die zahllosen Beispiele an Zivilcourage zu würdigen und zu verdeutlichen, dass sich viele Menschen gegen Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit engagieren. „Die gesamte Gesellschaft ist deshalb herausgefordert. Wir müssen verhindern, dass die Jugend den rechten Rattenfängern in die Arme getrieben wird: Schulen, Parteien, Betriebe, Gewerkschaften, alle Organisationen müssen ihren Beitrag leisten. Zivilcourage vorleben, Toleranz vermitteln und Pluralismus verteidigen. Unsere Demokratie lebt durch die Aktiven, nicht nur die Mitläufer und Ignoranten“, so die DGB-Vorsitzende.

Mit Ironie auf den Punkt gebracht: Cartoonist Tom stellte dem Bündnis einen seiner aus der TAZ bekannten Cartoons zur Verfügung, damit für Toleranz geworben werden konnte.

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BERLIN AKTUELL BERLIN AKTUELL

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Euro weniger für Berlin

Pläne von CDU und FDP: Eine Milliarde
Die schwarz-gelbe Bundes- Berlin gekürzt. Von dem Soziregierung plant erneut massive alkürzungspaket in Bereichen Kürzungen am Arbeitsmarkt, wie Wohngeld, Elterngeld, Sodie auch Berlin sehr hart tref- zialversicherung für Arbeitsufen werden. chende waren die BerlinerinVerpackt werden die Strei- nen und Berliner mit über 300 chungen als sogenannte Ver- Millionen Euro betroffen. Die neuen Plaeinfachung der nungen ergeben Instrumente. Die „Das ist ein in Ergänzung mit Bundesregierung Kahlschlag bei der den bereits erwill auf jährliche Unterstützung folgten KürzunEinsparungen in Höhe von 8 Milli- sozial Schwacher!“ gen eine Summe von über einer arden Euro kom- Swen Schulz Milliarde Euro, men. Dafür sollen (SPD), MdB die jährlich weunter anderem niger an Unterstützung nach die öffentlich geförderte Beschäftigung eingeschränkt, die Berlin fließen. Der Spandauer BundestagsFörderungen für Schwerbehinderte reduziert, der Anspruch abgeordnete Swen Schulz auf Nachholen eines Schulab- (SPD), der die Folgen für Berschlusses sowie der Qualifizie- lin aufdeckte, errechnete, dass rungszuschuss, der Ausbil- dies im Durchschnitt über 300 dungsbonus und die Entgeltsi- Euro weniger Unterstützung cherung für ältere Arbeitneh- für jede Berlinerin und jeden Berliner ausmacht. Schulz: mer gestrichen werden. Bereits in diesem Jahr hat die „Viele, die besonders wenig haBundesregierung bei den Ar- ben, werden stärker belastet beitsmarktmaßnahmen über sein. Das ist eine Politik der so250 Millionen Euro alleine in zialen Kälte!“

Vielfältiger Wohnungsmarkt: Je nach Größe und Lage sind die Mieten unterschiedlich gestiegen.

Foto: Paul Glaser

Spiegel mit vielen Bildern
Mietentwicklung regional unterschiedlich - Wohnungsangebot wird erweitert
Es ist ein Schutzinstrument, auf das Mieter bei ungerechtfertigten Mieterhöhungen zurückgreifen können. Aber der Berliner Mietspiegel gibt auch Anhaltspunkte, wo wieder für mehr Entspannung auf dem Wohnungsmarkt gesorgt werden muss. Begehrt sind Altbauten in guten Lagen in Zehlendorf, Köpenick, Frohnau, Pankow oder Alt-Mitte. Stärker von Steigerungen betroffen sind auch kleine Wohnungen unter 40 Quadratmetern und größere über 90 Quadratmeter. Dagegen ist der Anstieg im großen Bereich der Neubauten ab dem Baujahr 1965 deutlich geringer. Hierunter fallen viele Wohnungen in den Großsiedlungen im Ostteil. Um den Mietanstieg zu bremsen, soll der Wohnungsbau verstärkt werden. Unbebaute Grundstücke könnten Baugenossenschaften oder landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften kostenlos oder stark verbilligt angeboten werden, heißt es bei der SPDFraktion. Die Zahl der landeseigenen Wohnungen soll um 30.000 auf 300.000 erhöht werden, beim Klimaschutz sollen die Umlagen begrenzt werden. Schlecht vermietbare Wohnungen sollen wieder auf den Wohnungsmarkt kommen, indem Mieter bei der Renovierung unterstützt werden. Und noch bis zum August will Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer ein neues Konzept für einen verlängerten Kündigungsschutz für Mieterinnen und Mieter vorlegen, deren Wohnung in eine Eigentumswohnung umgewandelt wird. „Wir wollen keine Stadt, in der es Stadtteile nur für Reiche und andere nur für Arme gibt oder die Mieten für Normalverdiener nicht zu bezahlen sind“, so der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller. „Uns geht es darum, die Berliner Mischung in allen Stadtteilen zu erhalten.“

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Zu einem Familien-Sommerfest lädt die Berliner SPD am 2. Juli auf dem Wittenbergplatz ein. Von 14 bis 20 Uhr feiert die Berliner SPD bei einem bunten Musik- und Kulturprogramm zusammen mit Klaus Wowereit und Sigmar Gabriel

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Wirtschaftskonzept für fair bezahlte, neue Arbeitsplätze
Faire und gerecht bezahlte Arbeit soll künftig auf den ersten Blick erkennbar sein. Dafür könnte ein Gütesiegel „Fairer Betrieb“ sorgen, heißt es in einem Wirtschaftskonzept, das der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit jetzt vorstellte. Angelehnt an das Smiley-System in Restaurants sollen Unternehmen das Siegel nur bekommen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu gehören die Beschäftigung mindestens nach Tariflohn, die Gleichstellung von Männern und Frauen und die Qualität der Weiterbildungsangebote. Außerdem soll das Gütesiegel Arbeitgeber mahnen, in Ausbildung zu investieren. Auch eine Übernahmequote für Azubis sei denkbar.

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Mit einer 10-köpfigen Landesliste will sich die rechtsextreme NPD für das Berliner Abgeordnetenhaus bewerben. Spitzenkandidat ist der Bundesvorsitzende Udo Voigt. An fünfter Stelle steht der Neonazi und Landesvize Sebastian Schmidtke. Er war Anmelder für eine gewalttätige Demonstration der Neonazis am 14. Mai in Kreuzberg. Das Wahlkampfbudget wird sich für die Rechtsextremisten vermutlich eher bescheiden ausnehmen. Für den daneben gegangenen Wahlkampf in Bremen hat die NPD einen sechsstelligen Betrag in den Sand gesetzt. Vom Oberverwaltungsgericht wurde sie kürzlich wegen fehlerhafter Rechenschaftsberichte zu einer Strafzahlung in Höhe von 2,5 Millionen Euro verdonnert. Im Straßenwahlkampf übt sich die Rechtspopulistentruppe „pro Berlin“. Mit 31 Kandidatinnen und Kandidaten will man zur Wahl für das Abgeordnetenhaus antreten. In Berliner Bezirken werden Informationsstände durchgeführt, im Zuge der parteiinternen „Aktion 5000“ sollen die Wahlkämpfer/innen wöchentlich mindestens 5000 „pro“-Postkarten in den Stadtteilen verteilen. Konkurrenz macht ihnen allerdings die Partei „Die Freiheit“ des CDU-Abtrünnigen René Stadtkewitz.
Zusammengestellt vom Informationsdienst gegen Rechtsextremismus „Blick nach rechts“ www.bnr.de

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Berlin ist attraktivster deutscher Standort. Das ergab eine Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young. Sogar europaweit liegen nur Paris und London vor der deutschen Hauptstadt. Die über 800 befragten Manager schätzen an Berlin „die in den vergangenen Jahren neu geschaffene Infrastruktur“ und das hohe Fachkräftepotenzial

Wirbt für gute Ausbildung: Klaus Wowereit.

Foto: Paul Glaser

Berlin hat das Potenzial für eine neue Gründerzeit und für neue Arbeitsplätze in den Industrien „von morgen“. Dazu gehören in Berlin die Kreativwirtschaft, der man eine „bürokratiearme Zone“ einrichten

will und der Tourismus, an dem schon heute 160.000 Arbeitsplätze hängen. Hier sollen vor allem der Flughafen BER und ein umfassendes Marketingkonzept für eine Verstärkung des Booms sorgen.

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Die SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses hat bedauert, dass die Initiatoren des Volksbegehrens Grundschule keine Kompromisse eingehen wollten. In vielen Punkten liege man mit den Anliegen inhaltlich auf einer Linie, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Müller. Eine Zusage gab er für die Schließung der Hortlücke für Fünft- und Sechstklässler. Alles weitere könnte aber erst in den kommenden Haushaltberatungen festgelegt werden.

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Preisverleihung für ehrenamtlich Tätige vom SV Stern Britz, dem SC Berlin und dem SC Eintracht Berlin
Einfach war das nicht. Seit fast 20 Jahren ist Edelgard Baatz beim SV Stern Britz. Seit 1995 führt sie den Verein als Präsidentin zu sportlichen Erfolgen und einem hervorragenden Ruf. „Ich habe immer gekämpft“, sagt sie - für den Verein und für die Sportlerinnen und Sportler. Nun gibt sie den Staffelstab weiter, will den Verein aber auch in Zukunft unterstützen. Edelgard Baatz ist eine von drei ehrenamtlich engagierten Berlinerinnen und Berlinern, die beim sportpolitischen Empfang der SPD Berlin und des Forums Sport in der O2-World für ihren „selbstlosen Einsatz für die Gesellschaft“ ausgezeichnet wurden. Ebenfalls geehrt: Turner Jens Milbradt. Thomas Härtel, Staatsekretär für Sport, hob hervor, dass sich Milbradt, neben seinen eigenen sportlichen Erfolgen, nie zu schade war und ist, sich beim SC Berlin um die sportliche Entwicklung und den Nachwuchs zu kümmern. Momentan bereitet er die Turner im „Club London“ auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2012 vor. Als ein „Musterbeispiel und ein Vorbild für ehrenamtliches Engagement“ bezeichnete Härtel den gelernten Elektro-Meister Frank Seidel. Beim SC Eintracht Berlin ist er der Freund und Helfer, der beinahe rund um die Uhr für den Verein unterwegs ist. „Seit über 20 Jahren ist er immer einsatzbereit, wenn etwas organisiert werden muss oder wenn etwas kaputt geht“, so Härtel.

Preisverleihung Edelgard Baatz (r,) und Turner Jens Milbradt mit Karin Seidel-Kalmutzki vom Forum Sport der SPD. Foto: Ulrich Horb

Berliner!Stadtblatt

BERLINER LEBEN

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Summer in the City – Das pralle Leben von Berlin
Warum es sonnenverwöhnte Italiener jetzt nach Berlin zieht – 20 Tipps zur Steigerung Ihres Sommervergnügens
Professor Gian Enrico Rusconi von der Universität Turin, Italiens bekanntester Deutschland-Experte, muss es wissen: „Unsere jungen Leute sind verrückt nach Berlin. Früher wollten sie alle nach Barcelona, jetzt will jeder mindestens einmal in der deutschen Hauptstadt gewesen sein.“ Eine Fahrt mit den Buslinien 100, 200 oder TXL, ein Besuch auf dem Pariser Platz oder auf der Museumsinsel und immer das gleiche Bild: Skandinavier, Franzosen, Asiaten, Italiener, kurzum Touristen aus aller Herren Länder aber auch aus allen Ecken Deutschlands bevölkern unsere Stadt, genießen das Lebensgefühl. Sie besuchen die Museen, gehen in die Oper, shoppen durch die Einkaufsmeilen in Mitte und der City West, bevölkern die Strandbars und ziehen nachts durch Kneipen und Clubs. Berlin: Das ist das pralle Leben. Es scheint, als habe Berlin alle anderen europäischen Metropolen abgehängt. Und übernachten, ob im Luxushotel oder im Jugend-Hostel, kann man nirgendwo sonst so preisgünstig wie hier. Und die Berliner selbst: Wissen die eigentlich, welche tollen Angebote es in ihrer eigenen Stadt gibt? Wer Besuch von Freunden aus der Ferne bekommt, staunt oft, dass die tendamm“ wird über den ganzen Sommer gefeiert, trauriger dagegen ein anderes Datum: 50 Jahre Berliner Mauer am 13. August. Dass Berlin heute wie ein Magnet Menschen aus aller Welt anzieht, ist nicht zuletzt auch Ergebnis einer weltoffenen Politik, die Initiativen fördert und nicht bremst und tausend bunte Blumen blühen lässt. Es ist kein Wunder, dass viele Besucher diesen Geist im Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit verkörpert sehen, der selbst am lebendigen Geschehen teilnimmt.

DA IST WAS LOS!

DIE EVENTS DES SOMMERS 2011
1. Juli - 4. Sept.: Köpenicker Blues- und Jazzfestival 2. Juli: Sommerfest der Berliner SPD auf dem Wittenbergplatz (14 – 20 Uhr) 2. Juli: Waldbühnenkonzert der Berliner Philharmoniker 3. Juli und 7. August: Open Air Gallery auf der Oberbaumbrücke 6. - 8. Juli: Modemesse Bread & Butter (Flughafen Tempelhof) 7. - 12. Juli: Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt 15. - 30. Juli: Klassiktage Berlin (mehrere Orte) 16. Juli: Botanische Nacht im Botanischen Garten 28. Juli - 14. August: Deutsch-Amerikanisches Volksfest (Messe) 4. - bis 14. August: Berlin lacht (Alexanderplatz) 5. bis 7. August: Berliner Bier-Festival (Karl-Marx-Allee) 5. - 21. August: Young Euro Classics (Konzerthaus) 11. - 28. August: „Zauberflöte“ auf der Seebühne im Strandbad Wannsee 16. August: Anna Netrebko, Erwin Schrott und Jonas Kaufmann in der Waldbühne 20. - 21. August: Tage der Offenen Tür der Bundesministerien 25. - August - 20. November: „Gesichter der Renaissance“ im Bodemuseum 27. August: Lange Nacht der Museen 2. - 20. September: Musikfest Berlin 2. - 3. September: Pyronale (Olympiastadion) 2. - 25. September: Mauritius-Schau im Kommunikationsmuseum

In lauen Sommernächten bleibt die Stadt lebendig: Bummeln in der Bergmannstraße. Foto: Paul Glaser

viel besser darüber informiert sind, was alles los ist, weil sie sich vorher schlau gemacht haben. Sie wissen, wann und wo es Open-Air-Konzerte sogar zum Nulltarif gibt, wo man die Berliner Küche findet, welche Bar am Strand der Spree gerade „in“ ist, wo man noch ein Stück Mauer sehen kann und welche historischen Spuren es gibt. Da kann es eigentlich für den

Berliner nur eines geben: In die Haut eines Touristen zu schlüpfen und die eigene Stadt neu entdecken. Dieser Sommer bietet wieder mehr Attraktionen denn je: Klassische Konzerte zum Nulltarif, Mozarts Zauberflöte auf dem Wannsee, Anna Netrebko in der Waldbühne, Roxette und Bryan Adams in der Spandauer Zitadelle, die bisher umfangreichste Schau

von Mauritius-Briefmarken im Museum für Kommunikation und bunte Umzüge zum Christopher Street Day, zahlreiche Straßenfeste, tolle Lichteffekte quer durch die Stadt beim „Festival of Lights“ und vor allem einen sportlichen Leckerbissen: Die Eröffnung der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2011 im Berliner Olympiastadion. Das Jubiläum „125 Jahre Kurfürs-

Bildung auf der Straße
Menschen, die die Stadt bewegen: Gudrun Blankenburg
Um Gudrun Blankenburg in Aktion zu sehen, braucht man sich nur an Straßenecken in Berlin-Friedenau zu stellen. Irgendwann taucht sie an einer Ecke auf, einen Schwarm von Zuhörern im Schlepptau. Von Leuten, die hier mal gewohnt haben oder dort mal ihre Bücher einkauften, erzählt sie dabei so eindringlich wie verständlich, zeigt Fotografien von früher oder zitiert aus Romanen und Gedichten. „Ich vermittle Bildung auf der Straße“, sagt sie und hält ihr Publikum körperlich und geistig in Bewegung - seit mehr als 12 Jahren. Die gelernte Bibliothekarin und aktive Rentnerin Gudrun Blankenburg (70) ist Stadtführerin, spezialisiert auf Schöneberg, besonders auf den Stadtteil Friedenau und das Bayerische Viertel. Über beide Quartiere, die für Berlin so typisch wie untypisch zugleich sind, hat sie erfolgreiche Bücher geschrieben. Wenn sie ihre Gäste, irgendwie charmant und streng zugleich, durch Friedenau bewegt, dann erinnert sie an Literaten und Künstler, die der Disko wurden verletzt. Einmal hätten Opfer des Anschlags, einige noch gezeichnet von Brandverletzungen, an ihrer Führung teilgenommen, sagt Gudrun Blankenburg. Wenn die Stadtführerin ihre Gäste durch das Bayerische Viertel in Schöneberg bewegt, dann wird noch ein anderer Teil deutscher Geschichte lebendig. Wo die intellektuelle und wissenschaftliche Creme der Weimarer Zeit ein- und ausging, - Albert Einstein, Gottfried Benn, Erich Fromm, Erwin Piscator – dort wurden einige Jahre später die zahlreichen jüdischen Bewohner zu den Vernichtungslagern verschleppt, Eigentum und Wohnungen geraubt und die Synagoge geschändet. Buchtipps: Gudrun Blankenburg, ‚Friedenau. Künstlerort und Wohnidyll. Die Geschichte eines Berliner Stadtteils’. 120 S., 19,90 € „Das Bayerische Viertel in Berlin-Schöneberg. Hendrik Bäßler Verlag, 11.95 Euro.

Mit Thierse an die Moldau
CD-TIPP

Die Reihe „Klassik für Kinder“
Sie mache Eltern und Kindern Mut. Und dafür möchte er mit seiner Stimme werben. Mit der „Moldau“ können sich Eltern mit ihren Kinder auf eine klangliche Reise von der Quelle bis zur Mündung des Flusses begeben. Erhältlich ist die Benefiz-CD im Internet, in ausgewählten Berliner Buchhandlungen und gegen eine

Zeigt die schönsten Seiten im Schöneberger Kiez: Stadtführerin Gudrun Blankenburg. Foto: Ulrich Horb

hier gelebt und gearbeitet haben. Günter Grass, Max Fisch, Uwe Johnson, Kurt Tucholsky, Erich Kästner. Auch der Autor von „Emil und den Detektiven“ lebte in der Niedstraße, der „Literatenmeile“ zwischen Friedrich-Wilhelm- und Breslauer Platz. „Die Erinnerung an Erich Kästner“, sagt Frau Blankenburg, „lockt die Besucher zurzeit ganz besonders an.“ Auch vor dem Haus Hauptstraße 78/79 macht sie Station. Libyens Machthaber Gaddhafi ließ hier 1986 einen Bombenanschlag auf die Diskothek „La Belle“ verüben. Drei Menschen starben, zahlreiche Besucher

Er erzählt mit ruhiger Stimme. Das eigentliche sei ja die Musik, sagt Wolfgang Thierse. Als Sprecher will er lieber im Hintergrund bleiben, auch wenn „Die Moldau“ inzwischen schon die dritte CD ist, die er aufgenommen hat – wieder für einen guten Zweck, die Unterstützung der Björn-Schulz-Stiftung. „Klassik für Kinder“ heißt die Reihe, für die der Bundestags-Vizepräsident bereits bei „Peter und der Wolf “ und „Der Karneval der Tiere“ in die Rolle des Erzählers geschlüpft ist. Der Erlös aus den CDs fließt vollständig an die Stiftung, die vor 15 Jahren gegründet wurde. Benannt ist sie nach einem im Jahr 1982 an Leukämie verstorbenen Jungen.. Mit dem „Kinderhospiz Sonnenhof “ in Berlin-Pankow, mit den ehrenamtlichen „Familienbegleitern“ und mit dem „Nachsorgehaus Rosemarie Fuchs“ an der Nordsee helfe sie krebskranken, unheilbar- und schwerstkranken Kindern und ihren Familien in vorbildhafter Weise, sagt Wolfgang Thierse.

Sp e nd e bei der Björn-Schulz-Stiftung, Telefon 39 89 98 50.

AUFRUF
Am 13. August jährt sich der Tag des Mauerbaus zum 50. Mal. 50 Jahre Geschichte der Mauer, 50 Jahre Geschichte der Teilung der Stadt liegen dann hinter Berlin. Wir suchen aus diesem Anlass persönliche Ansichten und Eindrücke der Mauer. Eine Auswahl der Fotografien oder Zeichnungen wollen wir in der August-Ausgabe des „Berliner Stadtblatts“ abdrucken - Ansichten der Mauer aus Ost und aus West, von gestern und vorgestern. Wir freuen uns über Ihre Fotos und Dokumente. Berliner Stadtblatt, - Mauergeschichte - , Müllerstraße 163, 13353 Berlin oder per Mail an: mauerfall@berliner-stadtblatt.de

ERINNERN SIE SICH AN DIE MAUER?

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SERVICE

Berliner!Stadtblatt

Berlin für lau
Gratisangebote und verbilligte Tickets: So günstig ist die Stadt in diesem Sommer

Zieht Besucher aus der ganzen Stadt an: die sonntägliche Karaoke-Show im Mauerpark.

Foto: Ulrich Horb

Wer sich unterhalten lassen will, muss Geld bezahlen. Kino kostet immer mehr, Bücher werden auch nicht billiger und selbst das Strandbad am Badesee verlangt Eintritt. Doch gerade Berlin bietet vielfältige Möglichkeiten etwas zu unternehmen – auch „für lau“, also kostenlos. ࡯ Kultur nach dem „Tafel-Prinzip“ Der Verein „Kulturloge Berlin“ ermöglicht Menschen mit niedrigem Einkommen den Zugang zum kulturellen Leben der Hauptstadt. Theater, Kinos, Kabaretts und ähnliches stellen

Plätze, die sie nicht verkaufen können, der Kulturloge zur Verfügung. Wer sich bestimmte Freizeitaktivitäten (ehrlich) nicht leisten kann, findet hier gute Möglichkeiten. ࡯ Next Superstar? Der Ire Joe Hitchiban veranstaltet jeden Sonntag im Mauerpark ein großes KaraokeSingen. Das hat sich nicht nur im Prenzlauer Berg rumgesprochen, mittlerweile sorgen hunderte Menschen im Amphitheater für richtig Stimmung. Wer sich traut, darf auf die kräftige Unterstützung des Publikums hoffen.

࡯ Die Bretter, die die Welt bedeuten – Gegen Spende Im Stadtschloss Moabit findet jedes Jahr ein Theaterspektakel statt. Interessierte können dieses Jahr unter freiem Himmel das Stück „Der tolle Tag oder Figaro´s Hochzeit“ anschauen, das schon Mozart zu seiner berühmten Oper „Die Hochzeit des Figaro“ inspirierte. Aufführungen sind u.a. am 8. und 9. Juli (jeweils 20 Uhr), weitere Termine im Internet unter moabiter-theaterspektakel.de. Eintritt verlangt das Ensemble nicht, freut sich aber über Spenden. Jeder gibt, was er will und kann.

࡯ Der tägliche Rabatt-Deal Zwar nicht ganz kostenlos, dafür aber im Preis erheblich reduziert, kann man verschiedene Attraktionen im Internet erwerben. Unter dailydeal.de oder unter groupon.de steht jeden Tag ein anderes Angebot zum Verkauf. Einfach bestellen, bezahlen und in den nächsten Wochen Gutschein einlösen. Da gibt es beispielsweise ein entspannende Massage für 19 Euro statt 80, den Besuch im Kletterwald für die Hälfte und fast 1000 Menschen entschieden sich für 16 Bowlingspiele, die statt 75 nur noch zehn Euro kosteten.

GRATIS-ANGEBOTE IM INTERNET
࡯ Verbilligten Eintritt für Jugendliche bietet der Superferienpass: www.jugendkulturservice.de ࡯ Viele Berliner Museen bieten freien Eintritt. Eine Liste unter www.museumsportal-berlin.de ࡯ Kostenlose Veranstaltungen findet man unter: www.freeguide-berlin.de ࡯ Einmalige Gratis-Events, aber auch Dauertipps unter: www.gratis-in-berlin.de ࡯ Kaffeemaschine gegen Toilettenpapier? Im Internet unter: www.bsr.de/verschenkmarkt ࡯ Oder vor Ort in einem der Berliner Umsonstläden. Dort kann man hinbringen, was man nicht mehr braucht und mitnehmen, was einem gefällt. Z.B.: Friedrichshain: „Systemfehler“ (Jessnerstr. 41) Charlottenburg: „Umsonstlädin an der TU Berlin“ (Einsteinufer 25)

MANCHMAL MUSS ES SCHNELL GEHEN

WICHTIGE NOTRUFNUMMERN IM SOMMER:
Polizei Feuerwehr Behördennotruf DLRG Reise-Notrufe ADAC ACE Autoversicherer Zentralruf Impfauskunft Afrika Asien Süd- und Zentral-Amerika Verkehr BVG S-Bahn Berlin Verkehrsleitung Busse DB Reiseservice Handys sperren D1 T-Mobile E-Plus D2 Vodafone O2 110 112 115 (030) 36 20 95 - 0

Berliner!Stadtblatt

Auf der sicheren Seite
Rechtstipps für Mieter und Arbeitnehmer
࡯ Mietkaution Die meisten Vermieter verlangen bei Vertragsabschluss eine Mietkaution. Sie darf maximal so hoch sein wie drei Kaltmieten. Der Mieter darf sie in drei gleichen Monatsraten überweisen, die erste zu Beginn des Mietverhältnisses. Der Vermieter muss die Kaution getrennt von seinem Vermögen anlegen, sie muss mindestens mit dem Zinssatz für Sparbücher mit dreimonatiger Kündigungsfrist verzinst werden. Zinsen stehen dem Mieter zu. ࡯ Betriebskostenabrechnung. Zwölf Monate nach Ende des Berechnungszeitraums für die Nebenkosten muss der Vermieter eine formell korrekte Abrechnung an den Mieter geschickt haben. Bislang durfte nach Ende dieser Frist eine Abrechnung nicht mehr zum Nachteil der Mieter korrigiert werden. Der Bundesgerichtshof hat dies jetzt in einem Einzelfall (BGH VIII ZR 133/10) zugelassen. Dabei hatte die Mieterin Vorauszahlungen nicht in der geforderten Höhe geleistet, die Vermieterin hatte in ihrer Abrechnung aber diesen höheren Abgewogenes Urteil: Justitia. Betrag irrtümlich angesetzt und ein vermeintliches Gutha- ten Arbeitgeber verschoben ben zurückgezahlt. In diesem werden. Mit diesem Grundsatz Fall, so der Bundesgerichtshof, hat das Bundesverfassungsgesei der hier der Klägerin unter- richt die Arbeitnehmerrechte laufene Fehler für die beklagte bei Privatisierung öffentlicher Mieterin „auf den ersten Blick“ Betriebe gestärkt. Bei der Privatisierung von Kliniken waren erkennbar gewesen. die Arbeitsverträge der Beschäftigten auf das neue private ࡯ Schutz bei Privatisierung Arbeitnehmer des öffentlichen Klinikunternehmen übertragen Dienstes dürfen nicht gegen worden, ohne den Arbeitnehihren Willen zu einem priva- mern eine Widerspruchmög-

0180-2222222 0180-2343536 0180–25

030) 197 22 (030) 197 23 (030) 197 24

Foto: Paul Glaser

(030) 19449 (030) 29 74 33 33 (030) 302 53 61 0800-150 70 90

01803-302202 0177-1000 0800-1721234 0800-5522255

lichkeit einzuräumen. Die Bundesverfassungsrichter sahen darin einen Verstoß gegen die freie Arbeitsplatzwahl. Sie kritisierten zugleich, dass in diesem Konfliktfall das Land als Arbeitgeber und zugleich als Gesetzgeber für die Privatisierung aufgetreten sei. Geklagt hatte eine hessische Krankenschwester. BVerfG – Az: 1 BvR 1741/09

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U N T E R H A LT U N G

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ZAT´s life – völlig abgefahren
Berliner Krimiautor Horst Bosetzky lüftet Bahnhofsgeheimnisse
ZAT. Ich stehe auf dem SBahnhof Bundesplatz, warte und staune über diese drei Buchstaben. Wofür wird denn da schon wieder geworben. ZAT ist doch kein schöner Markenname, das assoziiert doch sofort zattrig, berlinisch für zähes Fleisch. Meint man vielleicht SAT, SAT 1 …? Nein. Der Duden bietet auch nicht viel und kennt nur die Zatteltracht, eine mittelalterliche Kleidermode. Da das Schild mit dem ZAT vorn am Ausfahrtsignal angebracht ist, stelle ich mir vor, dass es eine Aufforderung an die Triebwagenführer ist, ihre neue Dienstkleidung anzulegen. Nein, dieser Gedanke ist zu verwerfen, ebenso dass die SBahn GmbH damit den legendären tschechischen Langstreckenläufer Emil Zatopek ehren will, weil der immer als „die Lokomotive“ bezeichnet wurde. Allerdings, auf den Spitznamen Zat hat er nie gehört. Aber vielleicht ist das ZAT auch eine (nicht beim) Sex, und mich sicherlich gefragt hätte „Bist du zatt geworden?“ Nein, das kann es nicht sein, und ZAT ist bestimmt auch keine generalisierte Frage an die Triebfahrzeugführer, ob sie vor Dienstantritt ausreichend gefrühstückt haben. Wieder zu Hause, gurgele, nein: googele ich sofort, und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus, für welche Firmen und Institute die S-Bahn da wirbt. ZAT steht für Zahngesundheit am Tegernsee, für eine Firmengruppe der Automobiltechnik, den Zentralverband ambulanter Therapieeinrichtungen, die Zentralabteilung Technologie im Forschungszentrum Jülich und das Zentrum für Altertumswissenschaften an der Uni Trier. Eines Tages komme ich aber doch hinter das Geheimnis des ZAT, denn da sehe ich wie auf dem S-Bahnhof Pankow ein Triebfahrzeugführer aus seiner Kabine tritt und ein Mikrofon in der Hand hält, in das er im offiziellen Tonfall die Worte spricht: „Zug der S2 nach Bernau, einsteigen bitte!“ Da zündet es bei mir und ich weiß, was ZAT bedeutet, nämlich: Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer. Der braucht nun nicht mehr das Abfahrtzeichen der Bahnsteigaufsicht, sondern fertigt sich gleich selber ab. ZAT gleich Zeit der Alpträume, zumindest des Alptraums, dass nach der Bahnsteigaufsicht irgendwann auch der Triebfahrzeugführer wegfällt und alle Züge von der neuen DBZentrale im kostengünstigen Bangladesh abgefertigt werden. Horst Bosetzky, als Krimiautor –ky bekannt geworden, schreibt für das Berliner Stadtblatt Alltagsgeschichten aus dem Berliner Nahverkehr. Zuletzt erschien von ihm im Jaron-Verlag der Kriminalroman „Der Lustmörder“.

Bilderrätsel: Auf welchem Gebäude steht diese Figur?

„Mittig stehst Du auf des Daches Rund tänzelnd führst Du Paare zu der Ehe Bund“ Das Berliner Stadtblatt verlost unter den richtigen Einsendungen zum Bilderrätsel zwei Drei-Tageskarten für die Museumsinsel. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2011 (per Post an das Berliner Stadtblatt, Müllerstraße, 163, 13353 Berlin oder per Email: info@berliner-stadtblatt.de).
Mumienmaske eines Mannes, Römische Kaiserzeit, um 30 n. Chr., Meir; Leinwand, Gips, Gold, Glas. VÄGM 1989/111© Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Foto: Sandra Steiß

Hommage an den großen Louis Armstrong, hat der doch immer gesungen „´Zat You, Santa Claus?“ Doch sowohl mein gesunder wie mein ungesunder Menschenverstand sagen mir, dass das nicht sein kann. Ich erinnere mich auch an eine Kommilitonin, die jedes s scharf ausgesprochen hat, also wie bei

So gesehen
Erich Rauschenbach

Berliner Preisrätsel
Gewinnen Sie fünf Familientageskarten für die Berliner Freibäder
7 Berliner Bezirk 8 Die Lanke ist ein ... 10 Schmeckt im Sommer besser als im Winter 12 Der Berliner .... sich was! 14 Flughafen und See 16 Klingt (meistens) gut. 18 War mal Hort des Liberalismus 19 Lichtspielhäuser 20 Wenn die S-Bahn fährt, dann darauf. 22 Was taten sie im Parlament? Sie ... 24 Personalpronomen 25 Gelee 26 Berliner Freidenkerverband 27 Machen Politiker gerne 30 Wem hört wieder keiner zu? 32 Vorgänger Linkspartei 33 nein (frz.) Richtig gelöst ergibt sich in den markierten Feldern ein zeitgemäßes Wort aus sechs Buchstaben. Bitte schicken Sie dieses Lösungswort bis zum 15. Juli 2011 per Post an das Berliner Stadtblatt, Müllerstraße, 163, 13353 Berlin oder per Email: info@berliner-stadtblatt.de. Unter allen richtigen Einsendungen werden fünf Familienkarten für die Berliner Freibäder verlost. WAAGERECHT 1 Kann Politik auch manchmal machen ... 4 Politikum im Umfeld vom BBI 8 Bezirk mit Freistadt-Allüren 9 Will ins Rathaus (Nachname) 11 SPD-Reichskanzler 13 Attribut zum Berliner Rathaus 15 Bewohner eines Schuldenstaats (kein Berliner) 16 Das Ding unter der Quadriga 17 Affen sind ... 19 Ist im Roten Rathaus (Vorname) 21 Er/sie geht auf den Senkel, er/sie ... 23 Größte EU-Bevölkerungsgruppe in Berlin 24 Kürzel Zentrale einer Bundespartei 25 Öffentlich-rechtlicher Kanal 26 Berliner Ex-Bischof 28 Fluss durch Berlin 29 Stadt bei Berlin 31 Da soll der Müll eigentlich landen... 34 Ostdeutsche Spitzenpolitikerin (Amt) 35 Berliner Regierung SENKRECHT 2 Anfänger 3 Volkspartei 4 Ist da wo Rauch ist ... 5 Berliner Uni 6 Prüfungen

IMPRESSUM
Herausgeber: Rüdiger Scholz, SPD Landesverband Berlin, Müllerstr. 163, 13353 Berlin Chefredakteur: Mark Rackles (V.i.S.d.P.) Redaktion: Daniela Augenstein, Ulrich Horb, Gunter Lange, Dieter Pienkny, Ulrich Rosenbaum Autoren: Horst Bosetzky, Siegfried Heimann Bezirksredaktion: Ulrike Dehmel, Julian Zado (Mitte), Burkhard Hawemann (Friedrichshain-Kreuzberg), Wolf Witte (Pankow), Robert Drewnicki (Charlottenburg-Wilmersdorf), Ulrike Sommer (Spandau), Anne-Kathrin Helmstorf, Hans Kegel (Tempelhof-Schöneberg), Ruppert Stüwe (SteglitzZehlendorf), Stefan Aust (Neukölln), Ralf Thies (Treptow-Köpenick), Dmitri Geidel, Enrico Stoelzel (Marzahn-Hellersdorf), Henning Fahrenberg, Peter Müller (Lichtenberg), Gilbert Collé (Reinickendorf) Redaktionsassistenz: Teodora Gionova-Busch Anschrift: Berliner Stadtblatt, Müllerstr. 163, 13353 Berlin, Mail: info@berliner-stadtblatt.de, Internet: www.berliner-stadtblatt.de Gestaltung: Projektdesign Berlin Organisation: NetworkMedia GmbH Anzeigen: Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft mbH, Mail: anzeigen@vorwaerts.de Druck: Henke Pressedruck GmbH & Co. KG Auflage: 460.000 Exemplare

AUFLÖSUNG DER LETZTEN AUSGABE:

Das Gebäude mit dem Wandbild „Stimmen für den Mindestlohn“ befindet sich am Schiffbauerdamm - in Sichtweite des Reichstags. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

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REINICKENDORF

Berliner Stadtblatt

TERMINE SPD-WOCHEN
Noch bis zum 3. Juli gibt es die „Wochen der Reinickendorfer SPD“. Neben Diskussionsveranstaltungen und zahlreichen Infoständen sind auch zwei Sommerfeste vorgesehen. Am 25. Juni gibt es auf dem Egidyplatz in der Freien Scholle von 14 bis 19 Uhr bei Livemusik, Bratwürsten und Bier die Gelegenheit, mit Kommunalpolitikern der SPD ins Gespräch zu kommen. Am 26. Juni lädt die Abgeordnetenhauskandidatin Carmen Regin gemeinsam mit der AsF anlässlich der Eröffnung der Frauen-Fußball-WM zu einem Fußballfest nach Heiligensee ein. Nach Torwandschießen, Fußballzielschießen, einem Fußballparkour und anderen Spielen wird

CDU blockiert Schule für alle
Eltern empört über Schulstadträtin

Aus für den Airport: Wie Reinickendorf profitiert
Gute Arbeit, mehr Grünflächen, neue Wohnungen
Reinickendorf wird mit der Schließung des Flughafens Tegel über ein herausragendes wirtschaftliches Entwicklungspotential verfügen. Uwe Brockhausen, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Reinickendorfer BVV: „Diese einmalige städtebauliche Chance wollen wir nutzen“. Entscheidend für den Erfolg des neuen WirtschaftsstandorFortsetzung von Seite 1

tes sei eine attraktive Verkehrsanbindung. Die Sozialdemokraten setzen sich für die Gründung einer Entwicklungsgesellschaft ein. Brockhausen: „Eine erfolgreiche Ansiedlungs- und Wirtschaftspolitik ist kein Zufall, sondern hängt von guten Rahmenbedingungen für die Unternehmen ab“. Das Flughafengelände soll aber auch ökologisch weiter-

entwickelt werden. Die SPD will, dass Naturflächen ausgeweitet werden und der nördliche Bereich wieder aufgeforstet wird. Die Bürger haben Vorrang: Bei der Nachnutzung muss auch der Wohnungsbau berükksichtigt werden. Die SPD hatte sich schon frühzeitig für den Erhalt der Cité Pasteur und für die Siedlung Mäckeritzwiesen eingesetzt.

Bildungssenator Zöllner mit den Leitern von Greenwich-Schule und Hannah-Höch-Schule, S. Hasse und M. Tlustek. Foto: Borkenhagen

NOTIZEN AUS REINICKENDORF MASERN SIND ZURÜCK
Mittlerweile treten immer wieder Masernfälle auf, zuletzt im Märkischen Viertel. Grund dafür ist eine gewisse Impfmüdigkeit, aber auch fehlendes Wissen über den eigenen Impfschutz. Auch Erwachsene können an Masern erkranken. Das Risiko schwerer Folgeerkrankungen ist für sie sogar höher als bei Kindern. Gesundheits-Stadtrat Andreas Höhne (SPD) appelliert deshalb an die Reinickendorferinnen und Reinickendorfer, ihre Kinder impfen zu lassen und das eigene Impfbuch zu überprüfen. um Lebensmittel für geringes Geld zu erhalten. Der Verein ist auf Sach- und Geldspenden angewiesen. Nun wurden die Räume renoviert und mit modernen Kühlgeräten versehen. Ein Anlass für den stellvertretenden Bürgermeister Andreas Höhne, zur Eröffnung vorbei zu kommen. Gemeinsam mit Bettina König, SPD-Wahlkreiskandidatin in Reinickendorf-Ost, lobte er das Engagement der Feen.

Die SPD lädt zur Frauenfußball-WM ein - umsonst und draußen ab 18 Uhr gemeinsam das Eröffnungsspiel der Frauen-Fußball-WM Deutschland gegen Kanada geschaut. Ort der Veranstaltung ist das Vereinsgasthaus des Nordberliner SC, Elchdamm 171 in Heiligensee. Eine Übersicht über alle Veranstaltungen der „Wochen der Reinickendorfer SPD“ ist unter www.spdreinickendorf.de zu finden

Weil sich die Betroffenen damit nicht abfinden wollten, luden sie Schultze-Berndt und Bildungssenator Zöllner zur Diskussion ein. Schulleiter Michael Tlustek, einer der „Erfinder“ der Veranstaltung: „Wir hoffen, dass sich unsere guten Argumente doch noch durchsetzen und die Schulstadträtin ihre Blockadehaltung aufgibt“. Aber die CDU ist weiter bokkig und bringt Lehrer und El-

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tern gegen sich auf. Eine Lehrerin warf der CDU maßlose Arroganz vor: „Das ist rein ideologisch begründet und hat mit Pädagogik nichts zu tun“. Lehrer und Eltern wollen nun jeden Feitag in der Fußgängerzone Tegel gegen die Haltung der CDU protestieren. Sie hoffen, dass nach der Wahl im September eine andere Mehrheit in der BVV die Gründung der Gemeinschaftsschule im Märkischen Viertel doch noch möglich macht.

LOB FÜR GUTE FEEN
Die „Guten Feen von Berlin“ unterhalten eine Lebensmittelausgabestelle für bedürftige Menschen in der Kirchengemeinde Alt-Reinickendorf im Stegeweg. Zweimal pro Woche kommen etwa 50 Menschen,

Stars wurden im Fuchsbau geboren
Programmfeuerwerk zum 60. Jahrestag
Viele haben hier das erste Mal in die Saiten gegriffen, haben Schlagzeug oder Bass gelernt und das erste Mal vor Publikum gespielt. Einer der bekanntesten Künstler: Liedermacher Reinhard Mey. Aber auch sonst hat die Jugendfreizeitstätte „Fuchsbau“ in der Thurgauer Straße so einiges erlebt. Generationen von Jugendlichen waren oft und gerne hier, nutzten die zahlreichen Angebote und Möglichkeiten dieser Institution im Kiez, die weit über Reinickendorf bekannt ist. Unzählige nahmen die vielfältigen Kurse oder Angebote der Betreuung im Rahmen der offenen Jugendarbeit wahr. 60 Jahre gibt es den Fuchsbau jetzt, Grund genug, mit einem Feuerwerk von Veranstaltungen das Jubiläumsjahr zu begehen. Stolz präsentierte Stadtrat Andreas Höhne (SPD) neulich das Programm. Neben den normalen Angeboten gibt es immer wieder etwas Besonderes: Sommerfeste, Theaternachmittage, Konzerte mit Rockmusik oder Klassik und vieles mehr. Für Besuchergruppen aus aller Welt gibt es ein Hostel, das zum Fuchsbau gehört. 39 Betten stehen Schulklassen, Jugendgruppen und Einzelreisenden zur Verfügung und werden besonders von Gästen genutzt, die zu internationalen Austauschbegegnungen mit Reinickendorfer Jugendlichen in Berlin sind . Mehr Informationen gibt es im Internet unter
www.berlin-fuchsbau.de

SPRECHSTUNDE
Die nächste Sprechstunde von Bezirksstadtrat Andreas Höhne, zuständig für Jugend, Familie, Gesundheit und Soziales, findet am 27. Juni von 15:30 – 17 Uhr im Mieterberatungsbüro der Gewobag in der Zobeltitzstraße statt. Um telefonische Anmeldung unter 90 294 22 51 wird gebeten.

In den rund 100 Reinickendorfer Kitas sind Kinder in guten Händen.

Foto: Kobyakov/Fotolia.com

Klasse Kitas im Kiez
Andreas Höhne zu Besuch in Kindertagesstätten
Sie haben putzige Namen wie „Flitzesternchen“, „Kleine Füchse“ oder „Hokus Pokus“ die rund 100 Kindertagesstätten in Reinickendorf. Als ersten Schwerpunkt seiner Arbeit als Jugendstadtrat hat sich Andreas Höhne vorgenommen, die Kita-Struktur in Reinickendorf unter die Lupe zu nehmen. Immer wieder macht er sich an Ort und Stelle ein Bild, spricht ausführlich mit Eltern, Erzieherinnen und Erziehern. Höhne ist sicher: Nur so ist ein umfassender Eindruck möglich. Zahlreiche Kitas hat er bereits besucht, viele stehen noch auf dem Programm. Fazit: Die Qualität der Kitas in Reinikkendorf ist richtig gut! Höhne: „Jede Kita hat ihren eigenen Schwerpunkt, ihr besonderes pädagogisches Konzept“. Und: „Mit flexiblen Öffnungszeiten, dem großen Engagement der Erzieherinnen und Erzieher und der Mitarbeit der Eltern in Projekten und in der täglichen Arbeit sind die Kitas bestens ausgerichtet auf das, was die Familien im Kiez brauchen.“ Das Berliner Bildungsprogramm wird oft gelobt, wenn Höhne mit Erziehern und Eltern spricht. Auch die jüngste Verbesserung des Personalschlüssels durch den Senat findet viel Anerkennung. Dies und nicht zuletzt die Beitragsfreiheit für alle Kinder ab 3 Jahren führt dazu, dass die Eltern den Kitas geradezu die Bude einrennen. Und das, obwohl der Versorgungsgrad in Berlin ohnehin weit über dem anderer Bundesländer liegt. Könnte es vor lauter Attraktivität zu Engpässen kommen? Andreas Höhne ist vorsichtig optimistisch: Fast allen Wünschen der Eltern nach einigermaßen wohnortnaher Aufnahme ihres Kindes könne Rechnung getragen werden.

BRÜCKENFEST
Am Sonntag, 3. Juli, ist in Tegel wieder Sechserbrückenfest. Das Straßenfest direkt am Tegeler See geht auf die Initiative Tegeler Gewerbetreibender zurück. Von 10 bis 17 Uhr gibt es ein umfangreiches Programm das von Reinickendorfer und auswärtigen Vereinen, Künstlern, Chören, gastronomischen Betrieben und den christlichen Kirchen bestritten wird . Gegen 13 Uhr wird der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, das Fest besuchen.

Stolz präsentiert Stadtrat Höhne die Jugendfreizeitstätte Fuchsbau.
        
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