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Periodical volume

Full text: Berliner Stadtblatt Issue 2016,[1] März

I N Z U S A M M E N A R B E I T M I T D E M B E R L I N E R S TA D T B L AT T · T R E P T O W- K Ö P E N I C K · AU S G A B E M Ä R Z 2 0 1 6

KLARTEXT

Großstadt Bezirk
Es ist eine typische Diskussion in Berlin: wenn es
mal irgendwo nicht läuft,
dann muss es an der zweistufigen Verwaltung in der
Stadt liegen, also daran,
dass es Senat und Bezirke
gibt. Gern sollen dann mal
schnell die Bezirke abgeschafft werden. Komisch,
dass diese Diskussion gerade wieder an Fahrt gewinnt, wo reihenweisen
Landesbehörden nicht so
gut dastehen – ob nun das
in aller Munde befindliche Lageso oder die für
Verkehrs- und Baustellenregelungen zuständige
Verkehrslenkung Berlin
des Senats. Die Bezirke
haben als Schlechtleistung
die Bürgerämter zu bieten – schlimm genug, aber
das sollte dann doch lieber nicht in Landeshand
geraten. In Bayern – da
gibt es eine vierstufige (!)
Verwaltung – würde darüber keiner diskutieren,
sondern jeder fragen, an
welchen Ressourcen hakt
es denn nun? In Berlin
wird darüber schwadroniert, eine Landesbehörde
für den Schulbau zu gründen, damit es dann mit
der Schulsanierung besser
läuft. Hoffentlich wird die
Entscheidung darüber erst
nach Erreichen meines
Pensionsalters, also 2045,
getroffen. Solange würde
ich lieber die Frage diskutieren, ob wir nicht mehr
Geld für die praktische Sanierung von Schulen und

IN DIESER AUSGABE
Kitas zur Verfügung stellen
und die Vorbereitungen
dafür mit eigenem Personal treffen. Dann müssen in den Bezirken mehr
Mitarbeiter in den Hochbauämtern eingestellt und
ein paar Millionen Euro
jedes Jahr mehr für Bauarbeiten überwiesen werden.
Die Bezirke muss man dafür nicht abschaffen, auch
nicht ihre Aufgaben und
schon gar nicht Ressourcen in den Aufbau eines
weiteren Landesamtes oder sollte man besser sagen „Landesanstalt“ – stecken.
Jeder der zwölf Berliner
Bezirke ist so groß wie eine
Großstadt. Die Hälfte der
sechzehn deutschen Landeshauptstädte ist genauso groß oder sogar kleiner
als ein einzelner Berliner
Bezirk! Wer würde da auf
die Idee kommen, dass
diese Städte auf eine eigenständige Verwaltung mit
gewählter Stadtspitze verzichten sollen? Oder glaubt
jemand, wenn in Berlin
alle Fragen in der Mitte der
Stadt konzentriert werden,
dass sich dort jemand eingehend mit einer verstopften Regenentwässerung
oder einem Schlagloch in
der Kunibertstraße beschäftigt?
Nein, die zwölf Berliner
Großstädte in den Bezirken
müssen eher noch in ihrer
Einflussnahme und damit
Verantwortung
gestärkt
werden. Es versteht niemand, dass Bezirke in einer Nebenstraße ein Tempo-30-Schild
anbringen
dürfen, in der Hauptstraße
daneben aber den Senat
fragen müssen. Nicht nur
hier gilt: mehr Verantwortung für die Bezirke wagen.
Ihr

Rentenangleichung
nicht aufschieben
Mit Unverständnis reagiert Matthias Schmidt,
MdB, auf die Ankündigung des Vorsitzenden
der CDU/CSU-Fraktion
Volker Kauder, die Rentenangleichung in dieser
Wahlperiode nicht mehr
voranzutreiben.
„Das wäre Verrat an Menschen mit ostdeutscher Erwerbsbiographie, die mehr
als 25 Jahre nach der Deutschen Einheit endlich eine
Gleichstellung der Renten
erwarten dürfen.“ Bundesministerin Andrea Nahles

bleibt hartnäckig und wird
im Sommer einen Bericht
über den Angleichungsprozess vorlegen und darauf basierend einen Gesetzentwurf
zur weiteren Angleichung
erarbeiten. Das Ziel sei nach
wie vor, eine vollständige
Rentenangleichung 2020 zu
erreichen. „Das haben wir
im Koalitionsvertrag verankert und wir lassen uns nicht
durch die Hintertür davon
abbringen“ unterstützt der
Treptow-Köpenicker SPDAbgeordnete die Arbeitsund Sozialministerin.

BAUSTELLEN
Planungen für
Friedrichshagen

Seite 2
GLÜCK ODER STRESS?
Die Vereinbarkeit von
Arbeit und Familie

Seite 3
ÄLTER, JÜNGER,
VIELFÄLTIGER
Bevölkerungswachstum
und demografischer
Wandel

Seite 7
INVESTITIONEN
Straßen, Rad-, Gehwege

Seite 8
Foto: Fridolin Freudenfett

Tagen und Lernen am Strandbad
Machbarkeitsstudie zum Strandbad Müggelsee vorgestellt
Dieser Vorschlag krönt die
Machbarkeitsstudie zum
Strandbad Müggelsee: Aufgrund hoher Auflagen zu
Umwelt- und Denkmalschutz könne die Entwicklung nur in Richtung
Waldbad gehen, so das
Büro dwif, das die Studie
im Auftrag des Bezirksamtes erstellt und Mitte Februar öffentlich im Rathaus
Köpenick vorgestellt hatte.
Damit untermauert sie alle
bisherigen Aussagen und
Pläne zum künftigen Charakter des Strandbadareals.
Das denkmalgeschützte
Strandbad-Gebäude,
das
Bungalowdorf Jugenddorf,
die marode Großgaststätte
und das Saunagebäude wurden unter die Lupe genom-

men – und immer beschränken hohe Auflagen Möglichkeiten der Entwicklung.
Für
das
denkmalgeschützte Gebäude sieht der
Gutachter eine Zukunft als
Tagungs- und Lernort vor.
Eine ausschließliche Nutzung für die Gastronomie
sei nicht wirtschaftlich. Das
Saunagebäude könne in
eine moderne Strandsauna
entwickelt werden, aus dem
Bungalowdorf könne ein
kleiner
Mobilehomepark
am Wasser werden. Dieses
Gelände gehört den Berliner
Forsten und kann nur mit
dem Waldcharakter ohne
weitere ortsfeste Bauten
entwickelt und betrieben
werden. Die Großgaststätte
jedoch habe keine Zukunft,

eine Sanierung sei unverhältnismäßig und ein wirtschaftlicher Betrieb unmöglich, so der Leiter des dwif,
Dr. Mathias Feige.
Deutlich wurde, dass sich
die Betriebskosten auch
weiterhin nicht annähernd
decken lassen werden. Das
Gelände ist seit Jahren in bezirklichem Vermögen und
verursacht jährlich Kosten
in sechsstelliger Höhe. Es
muss darum gehen diese
zu minimieren, betonte Bezirksbürgermeister Oliver
Igel und appellierte an die
Verantwortung der Landesebene. Immerhin habe der
Bund nun auch Verantwortung übernommen, ergänzte Matthias Schmidt, für
Treptow-Köpenick im Deut-

schen Bundestag. Er hatte
vier Millionen Euro aus
Bundesmitteln eingeworben. Weitere vier Milionen
stellt das Land Berlin aus
SIWA-Mitteln zur Verfügung. Diese Mittel können die
lang erwartete Initialzündung für die weitere Entwicklung des Strandbadgeländes werden und möglich machen, das Strandbad Müggelsee als Denkmal
zu sichern und modern zu
nutzen.
Die Studie kann online
eingesehen werden:
www.berlin.de/ba-treptowkoepenick/politik-undverwaltung/service-undorganisationseinheiten/
wirtschaftsfoerderung/

„Aktives Zentrum“ Dörpfeldstraße
Bei der Auftaktveranstaltung zum Städtebauförderprogramm „Aktives Zentrum“ für die Wiederbelebung der Dörpfeldstraße
in Adlershof wurden erste
Schwerpunkte vorgestellt:
Die Straße soll wieder zu
ihrer früheren Funktion
als Geschäftsmeile und
Mittelpunkt des Stadtteils
kommen.
Unter dem Motto „Adlershof für Jung und Alt –
Traditionell und Innovativ“
beschreibt das integrierte
Stadtentwicklungskonzept,
wie das alte mit dem neuen
Adlershof jenseits der neuen
S-Bahnbrücke zusammenwachsen und als Eingang zu
Berlin sichtbar gemacht werden kann. Insgesamt soll der
Kiez rund um die Dörpfeldstraße für alle erschlossen

Einladungsflyer des Bezirksamts zur Auftaktveranstaltung am 10. Februar

werden. Maßnahmen könnten Mehrgenerationen-Wohnen, die Schaffung neuer und
der Erhalt alter Begegnungspunkte sowie die höhere
Sichtbarkeit lokaler Kultur
im öffentlichen Raum sein.
Schwerpunkte liegen auch
in einer besseren und sichereren Verkehrsanbindung, in
der größeren Vielfalt von niedrigschwelligen Beratungs-

und Informationsangeboten
und der Öffnung von Bildungsstätten mit seinen
Sport- und Grünflächen.
„Durch Baumaßnahmen und
den Aufbau sozialer Infrastruktur wird die Umgebung
der Dörpfeldstraße erlebbarer für die Alteingesessenen
und für die Neuen“, so Ellen
Haußdörfer (SPD), für Adlershof im Abgeordnetenhaus.

Um von Anfang an maximale Transparenz zu gewährleisten, zeichnet sich
das Förderprogramm durch
eine hohe Bürgerbeteiligung
aus, die vor Ort Bewohner,
Eigentümer und Gewerbetreibende, Bezirks- und Landespolitiker in den Prozess
einbezieht: „Alle sollen ein
großes Netzwerk bilden und
das öffentliche Bild der Dörpfeldstraße mit Marketingideen, attraktive Angebote
für jedermann, Events und
gutem Baustellenmanagement prägen. Jetzt ist der
Startschuss für ein tolles Programm gefallen, das mit vielen Projekten große Wirkungen erzielen wird“, ist Ellen
Haußdörfer zuversichtlich,
dass der Mittelpunkt des alten Ortskerns bald wieder im
alten Glanz erstrahlen wird.

2
TERMINE
SPRECHSTUNDEN
DER SPD-POLITIKER
Oliver Igel
Bezirksbürgermeister
14. März 2016
10.30 bis 11.30 Uhr
im Rathaus Köpenick,
Zimmer 173
Rainer Hölmer
Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt
16. März 2016
15.00 bis 17.00 Uhr
im Rathaus Köpenick,
Zimmer 165,
mit Anmeldung unter
Telefon 90297-2202
Robert Schaddach
Mitglied des Abgeordnetenhauses für Dammvorstadt, Kölln.Vorstadt /
Spindlersfeld, Bohnsdorf,
Grünau, Schmöckwitz
8. März 2016, 17-18 Uhr
in der Kiezspindel,
Rudower Straße 37/39,
12557 Berlin
15. März 2016, 17-18 Uhr
im Kiezklub Bohnsdorf,
Dahmestraße 33,
12526 Berlin
Tom Schreiber
MdA für Altstadt/Kietz,
Allende-Viertel, Wendenschloss, Müggelheim
15. März 2016,
9.30 - 10.30 Uhr
in der Begegnungsstätte
Allende II, AlfredRandt-Straße 42
30. März 2016, 19-20 Uhr
im Dorfclub
Müggelheim,
Alt-Müggelheim 21

TRÄGER DES QUARTIERSMANAGEMENT KOSMOSVIERTEL STEHT FEST
Das Quartiersmanagement der Sozialen Stadt
im Altglienicker Kosmosviertel kann losgehen. Die „Stadtkümmerei Gesellschaft für
integrierte
Stadtentwicklung mbH“ steht
nach Bewerbungs- und
Auswahlverfahren als
Träger fest.
Aktuell betreut die
Stadtkümmerei zwei Gebiete in Neukölln: die
Donaustraße-Nord und
die Flughafenstraße, bis
zum letzten Jahr war
man im Wrangelkiez in
Kreuzberg erfolgreich.
Viele Projekte konnten
mit Bürgerbeteiligung
und Vernetzung lokaler
Akteure umgesetzt werden. Nach Ende des Programms tragen sich viele
davon selbst. „Ich bin
optimistisch, dass die
Stadtkümmerei mit ihrer
Erfahrung viele positive Impulse für das Kosmosviertel setzen kann
und wir am Ende einen
blühenden, lebendigen
Kiez haben werden“, so
Ellen Haußdörfer, Abgeordnete für Altglienicke
und stadtentwicklungspolitische Sprechern der
SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses.

Spreekurier

„Vom Ergebnis werden alle profitieren“
Baustellen in Friedrichshagen: Früher Fluch, später Segen
Die Christophoruskirche
war bei der Veranstaltung
zur Baustellenplanung für
Friedrichshagen bis auf
den letzten Platz besetzt.
Beginn ist im März 2016
und ein Ende ist nicht vor
2018 zu erwarten.
Friedrichshagen wird profitieren von Lärmschutzwänden an der S-Bahn- und
Fernbahn sowie von besseren und leiseren Gleisbetten
der Straßenbahn auf dem
Müggelseedamm und auf
dem Fürstenwalder Damm
zur Vorbereitung des Einsatzes von barrierefreien Niederflurbahnen, ab frühestens 2017 auch von einer
Neuordnung des Straßenraums der Bölschestraße.
Eine Sperrung des Müggelseedamms für die Maßnahmen am Straßenbahngleisbett ist vom 8.8. bis 5.9.
vorgesehen, danach folgt
der Fürstenwalder Damm
von Bölsche- bis Hartlebenstraße vom 5.9. bis 5.12..
Die Bahn wird auf einer
Länge von 2 Kilometern
Schallschutzwände mit 4 bis
5 Metern Höhe errichten.
Der Bahnhof Friedrichshagen wird zur besseren Erreichbarkeit einen Südzu-

Bölschestraße: Eine Neuordnung ist in Planung

gang erhalten. Hierfür wird
der Bogen gegenüber dem
Nordzugang zum Fürstenwalder Damm und zur Bölschestraße geöffnet, damit
der enge und gefährliche
Zugang unter der Brücke
entfallen kann. Der Bahnbetrieb werde – bis auf zwei
Wochenenden mit Vollsperrungen – aufrechterhalten,
eine Beeinträchtigung für
den motorisierten Verkehr
wird es aber geben: Von
Ende März bis Ende November 2016 wird die Bahnunterführung am Bahnhof
Friedrichshagen gesperrt.
Die Dahlwitzer Landstraße
wird über Rahnsdorf und

Foto: SPD TK

Schöneiche umgeleitet. Die
Wasserbetriebe werden in
mehreren Straßen insgesamt
680 Meter Schmutzwasser-,
150 Meter Trinkwasser- und
185 Meter Regenwasserkanal erneuern. Beeinträchtigungen hierdurch werden
kaum den Durchgangsverkehr betreffen. Mit den jeweiligen Anliegern werden
beschränkte Erreichbarkeiten individuell geplant.
Sorgen der Anlieger werden berücksichtigt, indem
Polizei und Rettungsdienste
über die längeren Anfahrtswege informiert werden.
Auch der Trinkwasserschutz wird beachtet: Die

Trinkwasserschutzzone
I
werde gar nicht betreten
und ein Bauzaun zur Abgrenzung der Schutzzone
II werde frühzeitig errichtet, so der Vertreter der
Deutschen Bahn. BVG und
Wasserbetriebe werden sehr
bald Bautafeln errichten,
eine Anwohnerinformation
herausgeben und mit einer
Anwohnerbeauftragten vertreten sein.
Von den Baumaßnahmen
sind zuerst nur die Straßen
um die Bölschestraße herum betroffen. Für letztere
wird die gesamte Neuordnung des Straßenraums
derzeit geplant. Die Planfeststellung zum Umbau der
südlichen Straßenbahngleise läuft. Nach den Bauarbeiten soll die Fahrbahn
zwischen dem Müggelseedamm und der Haltestelle
Marktplatz wie im nördlichen Abschnitt von der
Tram und dem Pkw-Verkehr gemeinsam genutzt
werden. Dadurch kann Platz
für Radfahrstreifen auf jeder Seite geschaffen werden.
Die Pkw-Stellplätze bleiben
erhalten.
„Mit der Umsetzung ist
nicht vor Abschluss der an-

deren Maßnahmen zu rechnen“, so Baustadtrat Rainer
Hölmer. Die Maßnahmen
seien eine Belastung, aber
vom Ergebnis werden alle
profitieren. Dass dieser
vergleichsweise frühe und
so außerordentlich gut besuchte Informationsabend
stattfinde, sei keine Selbstverständlichkeit,
betonte
Hölmer anerkennend und
lobte die Mitveranstalter
Werbegemeinschaft
und
Bürgerverein. Für die späteren Baumaßnahmen auf der
Bölschestraße sagte er zu,
erneut so früh wie möglich
zu informieren. Bezirksbürgermeister Oliver Igel
ergänzt, dass die BVV ein
sorgfältiges und umfassendes Baustellenmanagement
gefordert hat und sagt zu,
dass das Bezirksamt alles in
seiner Macht stehende tun
werde, damit die Abläufe
so reibungslos wie möglich
seien.
Eine wichtige Zusage beendete die Veranstaltung:
Am Bölschefest-Wochenende soll es keine Bahnsperrung geben: Tram und
S-Bahn sollen die Gäste
ungehindert zur Festmeile
bringen.

Starkes Team für die Wahlen Akteneinsicht
Treptow-Köpenick: SPD-Kandidatinnen und Kandidaten
für die Wahlen am 18. September aufgestellt

SPD-Bundestagsabgeordneter Matthias
Schmidt nahm Einsicht in TTIP-Akten

Die SPD Treptow-Köpenick
hat auf ihrer Kreisdelegiertenversammlung ihre
Kandidatinnen und Kandidaten für die Abgeordnetenhaus-Wahlkreise und
die Bezirksliste sowie für
die Bezirksverordnetenversammlung aufgestellt.
Als Spitzenkandidat der
BVV-Liste wurde Bezirksbürgermeister Oliver Igel
einstimmig gewählt, der
damit auch 2016 wieder als
Bezirksbürgermeisterkandidat für die SPD ins Rennen gehen wird. Ihm folgen
die
Fraktionsvorsitzende
Gabriele Schmitz auf Platz
2 und Baustadtrat Rainer
Hölmer auf Platz 3, der von
der Versammlung erneut
als Stadtrat nominiert wurde. „In einem wachsenden
Bezirk Treptow-Köpenick
müssen in den kommenden
Jahren die sozialen Angebote für alle Menschen ausgebaut werden. Das gilt für
Kitas und Schulen genauso
wie für Freizeitangebote für
Jung und Alt und den öffentlichen Nahverkehr. Das
ist unsere Herausforderung,
der wir uns als Sozialdemokraten stellen. Ich bedanke
mich für den Rückenwind,
den mir die SPD-Mitglieder
mit ihrer einstimmigen Nominierung gegeben haben.“
Insgesamt gibt es 49 Kandidatinnen und Kandidaten
auf der SPD-Liste für die
BVV.
Zu den Wahlen für das
Berliner Abgeordnetenhaus

Mitte Januar informierte
Thomas Jurk, Berichterstatter für Wirtschaft im
Haushaltsausschuss
des
Bundestages, in Köpenick
über den Sachstand zum
geplanten Freihandelsabkommen zwischen Europa
und den USA. Matthias
Schmidt stellte sich dabei
den Fragen der Bürgerinnen und Bürger in Treptow-Köpenick.
Gleich nach der Öffnung
für die Mitglieder des Bundestages Anfang Februar
beschäftigte sich Schmidt
mit den Akten und stellte
fest: „Die vielen Hinweise
aus Treptow-Köpenick haben mir geholfen, die wesentlichen Punkte näher
zu betrachten.“ Hilfreich
waren auch die Einschätzungen der europäischen
Verhandlungspartner über
Fortschritte oder Defizite auf US-Seite. Für einen
tieferen Einstieg in das
Thema empfiehlt der Treptow-Köpenicker Bundestagsabgeordnete die Internetseiten der Europäischen
Kommission unter dem
Stichwort „TTIP Faktenblätter“.
Aus Sicht der SPD müssen
vier konkrete Forderungen
erfüllt werden: Transparenz
und
Nachvollziehbarkeit
der Verhandlungen, keine
Gefährdung der sozialen,
ökologischen und kulturellen Standards, Umsetzung
internationaler Normen in
den Bereichen Umwelt, Ar-

SPD-Team aus und für Treptow-Köpenick

gibt es drei neue Gesichter
bei den Sozialdemokraten:
Für den Wahlkreis 1 im
Treptower Norden tritt der
Jugendpolitiker Alexander
Freier als neuer Kandidat
an. Beim Wahlkreis 2 für
Schöneweide und Johannisthal wurde Lars Düsterhöft
als neuer Kandidat nominiert. Für den Wahlkreis
3 Adlershof / Altglienicke
tritt die Wahlkreisabgeordnete Ellen Haußdörfer erneut an. Für den flächengrößten
Wahlkreis
4 im Köpenicker Süden
und Bohnsdorf wurde der
Wahlkreisabgeordnete Robert Schaddach nominiert.
Im Wahlkreis 5, der vom
Allende-Viertel bis nach
Müggelheim reicht, tritt der
Innen- und Sicherheitspolitiker Tom Schreiber wieder an. Für den Wahlkreis
6 in Köpenick Nord, Fried-

Foto: SPD TK

richshagen und Rahnsdorf
wurde die Bildungspolitikerin Karin Zehrer aufgestellt. „Unser Ziel ist es,
wieder alle sechs Wahlkreise zu gewinnen.“, sagte
die einstimmig nominierte
Spitzenkanditin Ellen Haußdörfer.
Die Bezirksliste umfasst
insgesamt neun Kandidatinnen und Kandidaten und
wird von Ellen Haußdörfer
angeführt, die stadtentwicklungspolitische Sprecherin
der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ist.
Ihr folgen der Innenexperte
im Abgeordnetenhaus Tom
Schreiber und die neue Kandidatin Karin Zehrer. Die
SPD Treptow-Köpenick geht
somit mit einer Mischung
aus neuen und erfahrenen
Kandidatinnen und Kandidaten in die Wahlen am 18.
September 2016.

beit und Verbraucherschutz
und letztlich keine privaten
Schiedsgerichte beim Investorenschutz.
Die amerikanischen Präsidentschaftswahlen lassen
fraglich erscheinen, ob der
Vertrag kurzfristig zustande kommt. Wenn er unter
neuer amerikanischer Präsidentschaft wieder aufgegriffen werden sollte, müssen
die nationalen Parlamente
über den ausverhandelten
Vertrag abstimmen. Dieser
Verantwortung sei er sich
bewusst, betont Matthias
Schmidt und verspricht,
weitere
Veranstaltungen
zumThema anzubieten.
Mehr dazu: http://ec.europa.
eu/ deutschland/service/
ttip_de.htm

IMPRESSUM
Herausgeber:
SPD Treptow-Köpenick,
Grünauer Str. 8, 12557 Berlin
Kontakt: buero@spd-tk.de
www.spd-tk.de
V.i.S.d.P.: Oliver Igel
(Kreisvorsitzender)
An dieser Ausgabe
haben mitgewirkt:
E. Haußdörfer, O. Igel,
A. Rostalski, M. Schmidt,
G. Schmitz, R. Thies, K. Zehrer
Druck: BVZ Berliner
Zeitungsdruck GmbH
Auflage: 50.000 Exemplare

Berliner Stadtblatt

THEMA

3

Mehr Frauen im Chefsessel
Ein langer Weg: Vom Landesgleichstellungsgesetz zur Quote im Aufsichtsrat
Anfang des Jahres gab es
in Berlin etwas zu feiern,
doch kaum jemand bekam
es mit. Seit 25 Jahren gibt
es das Landesgleichstellungsgesetz. Ein Gesetz,
das für gleiche Chancen
von Männern und Frauen
im öffentlichen Dienst und
bei den Unternehmen des
Landes sorgt. Auch bei den
Chefsesseln.
Schon lange fordern Verbände, Initiativen und Parteien wie Grüne, SPD oder
DIE LINKE, dass die Ungleichbehandlung von Frauen in allen Lebensbereichen
ein Ende haben muss. So
arbeiten Frauen häufig als
Krankenschwestern, Erzieherinnen und Reinigungskräfte, weniger häufig als
Ärztinnen, Schuldirektorinnen oder Leiterinnen von
Reinigungsfirmen. An den
Spitzen sitzen Männer – in
der Wirtschaft, den Verbänden und leider auch immer
noch in der Politik. Das hat
etwas mit Strukturen zu tun.
Lange wurde nur appelliert, mehr Frauen in Vorständen und Geschäftsführungen zu berücksichtigen.

Im Januar dieses Jahres war
die Geduld aufgebraucht.
Das „Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von
Frauen und Männern an
Führungspositionen in der
Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ trat in
Kraft. Jetzt müssen die 100
größten deutschen Unternehmen, in denen die Mitbestimmung der ArbeitnehmerInnen Pflicht ist und
die börsennotiert sind, eine
Quote von 40 Prozent einhalten. Ist sie für das unterrepräsentierte Geschlecht
nicht erfüllt – das können
auch Männer sein – bleibt
der Sessel leer. 3.500 Unternehmen in Deutschland
müssen zumindest Zielgrößen zur Erhöhung des
Frauenanteils vom obersten
Management bis zum Aufsichtsrat festlegen. Und sie
können sich nicht herausreden: Frauen erlangen in
Deutschland bessere Bildungsabschlüsse als ihre
männlichen Kollegen. In
den nordischen Staaten
wird die Frauenquote zum
Teil sehr konsequent durchgesetzt – das führte zum

Die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz und in Führungspositionen
macht Fortschritte – auch dank des Landesgleichstellungsgesetzes. Foto: Adobe Stock · contrastwerkstatt

deutlichen Abbau von Geschlechterstereotypen.
Und in der Hauptstadt?
Seit dem Inkrafttreten des

Landesgleichstellungsgesetzes wird regelmäßig auf die
Zahlen geschaut. Berlin liegt
weit vorne bei den Frauen

in Führungspositionen. 43
Prozent der Referatsleitungen im öffentlichen Dienst
werden von Frauen besetzt.

Auf der Abteilungsleiterinnen-Ebene stieg die Zahl
von 8 Prozent (2004) auf
31 Prozent (2014) an. 37
Prozent der Vorstände und
Geschäftsführungen in den
landeseigenen Unternehmen werden von Frauen besetzt. Sigrid Nikutta (BVG)
und Tanja Wielgoß (BSR)
sind nur zwei positive Beispiele. So kann die Senatorin für Arbeit, Integration
und Frauen, Dilek Kolat, mit
Recht sagen: „Berlin ist die
Stadt der Frauen“. Wenn in
den Schulen das nächste Mal
für den Girls Day als Möglichkeit zum Ausprobieren
„typischer Männerberufe“
aufgerufen wird, dann ist
das ein kleiner Schritt auf
dem Weg hin zum Aufbrechen muffiger Denkmuster.
Frauen und Männer haben
ein Recht darauf, dass nicht
ihr Geschlecht die Besetzung
eines Chefsessels bestimmt,
sondern ihre Qualifikation.
Erst wenn diese Botschaft
überall angekommen ist, ist
der ursprüngliche Auftrag
des Landesgleichstellungsgesetzes erfüllt.
Josephine Steffen

Spagat zwischen
Glück und Stress

Über Männer
ohne Sex-Manieren

Wie Arbeit und Familie besser miteinander vereint werden

Haarsträubende Geschichten aus dem Puff

Die bessere Vereinbarkeit
von Familie und Beruf ist
derzeit eine der großen
gesellschaftspolitischen
Herausforderungen. Für
die einen geht es dabei
um die „Zukunftsfähigkeit
Deutschlands“, für die anderen ist die Vereinbarkeit ein „Mythos“:
Einerseits haben sich Familienstrukturen stark verändert. Alleinerziehende mit
minderjährigen
Kindern
kommen als Familienform
immer häufiger vor, auch
in Berlin. Etwa die Hälfte
aller Paare hier ist ledig.
Andererseits wirkt sich der
demografische Wandel auf
den Arbeitsmarkt aus.
Familie, in welcher Form
sie auch gelebt wird, ist für
die meisten Menschen von
größter Bedeutung. Überall
lesen und hören Eltern die
Botschaft der Vereinbarkeit
mit dem Beruf. Der gesellschaftliche Anspruch und ihr
eigenes Gefühl, dass immer
etwas oder jemand dabei auf
der Strecke bleibt, stressen.
Erschöpft versuchen Mütter
und Väter, mehrere Leben in
einem einzigen zu führen.
Das funktioniert, irgendwie,
nur nicht immer gut.
Vor allem die Generation
zwischen 25 und 45 Jahren,
in der „Rush Hour“ des Lebens, fühlt sich zwischen
Beruf und Familie hin- und
hergerissen. Mütter wollen
entsprechend ihrer sehr
guten Ausbildung Karriere

Karolina Leppert arbeitet
unter dem Namen „Vera“
als Domina in Berlin. Nach
einer Laufbahn als Verkäuferin sowie im Mediengeschäft entschloss sie sich
zu einem Berufswechsel in
die Prostitution. Neben
dieser Arbeit kämpft sie
in leitender Funktion bei
der Initiative „Hydra“ für
eine größere Wertschätzung für den SexarbeiterInnen-Beruf in der Gesellschaft. Hydra berät seit vielen Jahren SexarbeiterInnen und setzt sich für eine
Anerkennung der Prostitution als Dienstleistung wie
jede andere ein.
Seit zwanzig Jahren hat
Karolina Leppert Einblick
in einen Beruf, der auf Diskretion setzt. In Ihrem Buch
„Männermanieren – Standpauke aus dem Rotlicht“
gewährt sie einen Blick in
diese Welt und zieht dabei
auch Rückschlüsse zu unserer Gesellschaft. Das Berliner Stadtblatt sprach mit ihr:

Foto: Adobe Stock · misu

machen, Väter mehr Zeit
mit den Kindern verbringen. Alleinerziehende haben
oft gar keine Wahl als Vollzeit
zu arbeiten, um den Lebensunterhalt selbst zu sichern.
Für Manuela Schwesig,
Bundesfamilienministerin,
ist der Kern der modernen
sozialdemokratischen Familienpolitik, die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf im Lebensverlauf zu
stärken. Eine Menge wurde
auch schon erreicht: Freibeträge und das Kindergeld,
der Kinderzuschlag und
der Entlastungsbetrag für
Alleinerziehende wurden
angehoben, das „ElterngeldPlus“ eingeführt. Die Quote
bei der Betreuung der Kinder von 3 bis 6 Jahren beträgt 98 Prozent, 70 Prozent
bei der Betreuung der 1 bis
3-jährigen. Rund 90 Millionen Euro aus Bundes- und
Landesmitteln stehen für

2016 und 2017 zur Verfügung, um das Berliner KitaAngebot bedarfsgerecht auszubauen. In den nächsten
Jahren werden 10.000 neue
Kitaplätze in Berlin geschaffen. Im Doppelhaushalt
2016/17 wurde außerdem
die Abschaffung der Kitagebühren bis 2018 verankert.
Manuela Schwesig weiß,
dass noch viel getan werden
muss, um der geforderten
Generation gerecht zu werden. In ihrer Agenda unter
anderem: neue Splittingmodelle bei der Steuer, das
Schaffen verlässlicher Ganztagsgrundschulen, Lohngerechtigkeit für Frauen, flexible familienbewusste Arbeitszeitmodelle, die den Lebensphasen der Menschen
angepasst werden können.
Dann wird es wieder einfacher, festzustellen: Kinder
sind ein großes Glück.
Anja Hoffmann

Sie beschreiben in ihrem
Buch, wie sehr sich die
Manieren der Männer im
Umgang mit SexarbeiterInnen verändert haben. Was
ist anders geworden?
Der permanente Konsum
und die allgegenwärtige
Verfügbarkeit von Internetpornographie verfälscht das
Bewusstsein für die Realität
und stumpft ab. Filme spiegeln eine künstliche Welt

wider. Daraus leitet sich eine
Erwartungshaltung ab, die
es früher nicht gab.
Wie hat sich Ihr Beruf und
auch Ihr Engagement bei
Hydra dadurch verändert?
Ich selbst als Domina bin
in der privilegierten Situation, meine Kunden in die
Schranken zu weisen. Für
die Arbeit von Hydra hat
sich schon etwas verändert.
Wir müssen einfach zur
Kenntnis nehmen, dass die
Erfahrungen der Sexarbeiterinnen heute eine andere
Realität haben.
Welche Schlüsse können
wir allgemein durch dieses
Verhalten der Männer über
die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft ziehen?
Dass die Gleichberechtigung keine selbstverständliche Sache ist. Dass jede Frau
in ihrem Selbstbewusstsein
unterstützt werden soll, dass
wir immer wieder lernen
müssen, „nein“ zu sagen.
Dass zwar nicht alle, aber
viel zu viele Männer einem
falschen Rollenverständnis
vom „Mann sein“ folgen.
Denken Sie, dass die geplante Neufassung des
Prostiuiertenschutzgesetzes dazu führen wird, dass
SexarbeiterInnen mehr Ansehen in der Bevölkerung
genießen und Männer sich
dadurch wieder respektvoller verhalten?

Nein, das denke ich nicht.
Prostituierte müssen nicht
beschützt werden, sie sind
keine Kinder. Ausgenommen vor Kriminalität und
Gewalt. Die Gesetze dazu
sind vorhanden, sie müssten konsequenter umgesetzt
werden. Und was das Ansehen in der Bevölkerung
betrifft: Ich fürchte, da wird
sich so schnell nichts ändern, vor allem nicht durch
ein weiteres, sehr fragwürdiges Gesetz. Sexworkerinnen sehen ihre Tätigkeit als
Erwerbsquelle, und sie sehen das ganz nüchtern. Wir
sollten sie respektieren und
das auch kolportieren.
Josephine Steffen

Karolina Leppert
Männermanieren –
Standpauke aus
dem Rotlicht
ISBN: 978-3990011560
edition a, 2016
128 Seiten, 16,90 Euro

4

Berliner Stadtblatt

BERLIN

MELDUNGEN

Abschied vom Daddelautomaten

MEHR LEHRERINNEN
UND LEHRER

Spielsüchtige sollen durch eine Gesetzesverschärfung besser geschützt werden

Berlin wird in diesem
Jahr insgesamt rund
2.100 Lehrerinnen und
Lehrer einstellen.
Mehr als 960 sind bereits zu Beginn des
Schulhalbjahres 2016 an
die Berliner Schulen gekommen. Dabei wurden
alle offenen Stellen an
allen Schularten besetzt.
Die Einstellungszahlen
lagen im Februar dieses
Jahres deutlich über den
Einstellungen der vergangenen Jahre (2015:
700 Lehrkräfte). Von den
978 Berliner Referendarinnen und Referendaren, die ihre Ausbildung
im Februar 2016 beendeten, hatten 514 bereits
frühzeitig eine Einstellungsgarantie für die
Berliner Schulen erhalten. Die nächsten Einstellungsverfahren beginnen
Ende April. Die Bewerbungsfrist läuft bis Ende
März. Angesichts des zunehmenden Bedarfs rief
Bildungssenatorin Sandra Scheeres die Hochschulen auf, mehr Studienplätze anzubieten.

Die Verlockung ist groß.
Immer wieder werfen sie
Münzen in den Automaten
und verfolgen das schnelle
Drehen der Zahlen: Etwa
50.000 Berlinerinnen und
Berliner gelten als anfällig für Glücksspiele, von
ihnen sind rund 27.600
krankhaft glückspielsüchtig. Eine weitere Verschärfung des Spielhallengesetzes soll sie jetzt besser
schützen.
Um die Flut von Spielhallen einzudämmen, hat Berlin bereits im Juni 2011 eines
der strengsten Spielhallengesetze Deutschlands eingeführt. Nach einer Übergangsfrist von fünf Jahren
erlöschen am 31. Juli 2016
alle Genehmigungen für bestehende Hallen. Spielhallen
müssen dann Mindestabstände zueinander und zu
Schulen und Jugendeinrichtungen einhalten. „Die Zahl
der Spielhallen wird sich in
Berlin von 544 Ende 2014
schätzungsweise auf rund
150 reduzieren“, sagt der
SPD-Abgeordnete Daniel
Buchholz, einer der Initiatoren des Gesetzes. Von
Spielhallen geprägte Straßenzüge werden der Vergangenheit angehören.
Jetzt soll es eine weitere
Verschärfung des Berliner

BERLIN WÄCHST
SEHR VIEL SCHNELLER
Das höchste Wachstum
hat der Bezirk Pankow
zu erwarten, gefolgt
von Treptow-Köpenick,
Lichtenberg und Reinickendorf.
Die neue Bevölkerungsprognose für Berlin weist bis zum Jahr
2030 eine Zunahme um
266.000 Personen von
3,562 Mio. (31. Dezember 2014) auf dann 3,828
Mio. Berlinerinnen und
Berliner aus. Zusätzlich
rechnet der Senat bis zum
Jahr 2020 mit 94.000 bis
174.000 Geflüchteten,
die in Berlin bleiben.

Geldautomaten neben einer Spielhalle sollen verboten werden.

Foto: Horb

Euro, damit endlich spürbare Bußgelder bei Gesetzesverstößen verhängt werden können.“
Um Spielsüchtige davor
zu bewahren, sich weiter zu
verschulden, wird erstmals
eine landesweite Sperrdatei
für Spielsüchtige eingerich-

tet, die in allen Spielhallen
gilt. Automaten zur Bargeldabhebung oder Zahlungsdienste in Spielhallen werden verboten. Die Zuverlässigkeit von Betreibern muss
künftig regelmäßig von Polizei und Ordnungsämtern
kontrolliert werden. U.H.

Spielhallengesetzes geben.
Buchholz: „Nicht einmal
jeder fünfte Betreiber von
Spielhallen, Café-Casinos
und Wettbüros hält sich an
Recht und Gesetz. Darauf
reagieren wir mit einer Verzehnfachung des Bußgeldrahmens auf bis zu 500.000

Zusammenhalt stärken
SPD-Vorsitzender Jan Stöß gegen gesellschaftliche Verrohung

Verbot wird
noch einmal
verschärft
Das vor zwei Jahren eingeführte Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum wird verschärft.
So müssen Anbieter von
Internet-Wohnungsvermittlungsportalen den Bezirksämtern künftig Auskunft über die Anbieter von
Ferienwohnungen geben.
Die Zahlen der Anzeigen
und der aufgedeckten Verstöße zeigen nach Ansicht
von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel, „dass
das Zweckentfremdungsverbot ein notwendiges und
sinnvolles Instrument ist,
um der zunehmenden Wohnungsknappheit in Berlin
entgegenzuwirken“.
Bislang wurden rund
6.300 Ferienwohnungen registriert und etwa 1.200
mögliche Verstöße gegen das
Zweckentfremdungsverbot
ermittelt. Hinzu kommen
rund 2.800 Hinweise aus der
Bevölkerung zu möglichen
Verstößen gegen das Verbot, die ebenfalls überprüft
werden. Um die Zweckentfremdung wirkungsvoll zu
verfolgen, erhalten die Bezirke zusätzliches Personal,
so der Stadtentwicklungssenator.

HISTORISCHES STICHWORT

Urabstimmung
Der Kampf um Berlins Freiheit

Andreas Geisel
Foto: SenStadtUm

„Berlin erlebt eine dritte
Gründerzeit“, so Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel. „Das anhaltende Wachstum Berlins
wird sich fortsetzen und
überall in der Stadt spürbar werden. Die steigende Bevölkerungszahl ist
eine Chance für Berlin,
die wir ergreifen müssen
und werden. Wir brauchen mehr Wohnraum,
mehr Arbeitsplätze, aber
auch mehr Kitas und
Schulen und mehr Busse
und Bahnen. Die Zahlen der Bevölkerungsprognose belegen, dass
ein Mehr an Nachfrage
in allen Bereichen des
städtischen Lebens zu
erwarten ist.“

FERIENWOHNUNGEN

Putzaktion: Die Stolpersteine in der Friedenauer Stierstraße waren bereits mehrfach Ziel rechtsradikaler Schmierereien
Foto: Matthias Geisthardt

Beschmierte Stolpersteine
und Angriffe auf geflüchtete Menschen, aber auch in
Brand gesetzte Autos und
zerstörte Fensterscheiben
von Abgeordnetenbüros
oder einer Beratungseinrichtung des Quartiersmanagements: Gewalt hat
in der politischen Auseinandersetzung nichts zu
suchen. Darin sind sich
die demokratischen Parteien in Berlin einig. „Der
Staat muss zeigen, dass er
handlungsfähig ist“, sagt
Jan Stöß, Vorsitzender der
Berliner SPD.
Gewaltbereite Gruppen
gibt es in der rechtsradikalen Szene ebenso wie bei

den autonomen Gruppen.
Büros von SPD, Grünen und
CDU wurden beschmiert, es
gab persönliche Drohungen
gegen den SPD-Abgeordneten Tom Schreiber. Auf
das Wohnhaus der Bundestagsabgeordneten Eva Högl
wurde ein Farbanschlag verübt. „Ich sehe diese Vorfälle und die Angriffe auf die
Kolleginnen und Kollegen
der Polizei und Feuerwehr
in den letzten Wochen in
einem Zusammenhang. Das
zeigt eine zunehmende Verrohung in unserer Gesellschaft, die den friedlichen
Zusammenhalt zerstören
kann“, so Jan Stöß.
Anfang Februar wurden

in zwei Nächten in der
Flottwellstraße und der
Weserstraße Autos in Brand
gesetzt. Stöß: „Die Menschen in der Flottwellstraße
und Weserstraße haben einen Anspruch darauf, dass
dem mit aller Entschiedenheit nachgegangen wird und
die Gewalttäter dingfest gemacht werden.“
Verfolgt werden müssen
ebenso die Täter, die in der
Friedenauer Stierstraße Stolpersteine schändeten, die an
die früheren jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser erinnern,
und eine Jugendeinrichtung
mit einem Hakenkreuz beschmierten.
U.H.

Wenige Monate nach ihrer
Wiedergründung kämpfte
die Berliner SPD im Jahre
1945 erneut um ihre Existenz. Nachdem die Kommunistischen Parteien in
freien Wahlen in Österreich und Süddeutschland
verheerend abgeschnitten
hatten, fürchtete die KPD
ähnliche Ergebnisse auch
für sich. In der sowjetischen
Besatzungszone setzte sie
daher auf die Fusion mit
der SPD.
Während die von Kurt
Schumacher geführte Sozialdemokratie in Westdeutschland dies entschieden ablehnte, gab der Berliner SPD-Zentralausschuss
mit seinem Vorsitzenden
Otto Grotewohl dem zunehmenden Druck nach.
Die Berliner SPD-Mitglieder
setzten dagegen Anfang 1946
eine Urabstimmung durch,
die allerdings nur in den drei
Westsektoren Berlins stattfinden durfte. Ende März
gab es ein klares Ergebnis:
82,3 Prozent der Mitglieder lehnten zu diesem Zeitpunkt eine Vereinigung mit
der KPD ab.
Mit dieser Selbstbehauptung legte die Berliner SPD
vor siebzig Jahren den
Grundstein für Freiheit und
Demokratie im Westteil der
Stadt. Am 7. April 1946 kamen rund 500 Sozialdemo-

kratinnen und Sozialdemokraten in der Aula der Zehlendorfer Zinnowwaldschule zum Bezirksparteitag der
„alten“ Berliner SPD zusammen, im sowjetischen Sektor
wurde dagegen auch unter
Anwendung von Zwang die
Vereinigung zur SED vollzogen. Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung
am 20.10.1946 wurde der
Kurs der SPD eindrucksvoll
bestätigt. Mit 48,7 Prozent
gewann sie die Wahl vor der
CDU (22,2), der SED (19,8)
und der LDP (9,3).

Zinnowwaldschule: Bild aus
einem SPD-Flugblatt von 1946

Eine
Gedenkveranstaltung, mit der die SPD am
historischen Ort in der
Zinnowwaldschule an den
Kampf um Demokratie vor
siebzig Jahren erinnern wollte, kann nun, nachdem sie
zunächst vom CDU-geführten Bezirksamt untersagt
wurde, doch noch stattfinden: am 7. April 2016 um
18.30 Uhr in der Aula der
Zinnowwaldschule, Wilskistraße 78, 14163 Berlin.

Berliner Stadtblatt

BERLINER LEBEN

5

Der Garten und die Sehnsucht nach Grün
Verlockende Ausflugsziele im Frühling: Botanischer Garten, Gärten der Welt und Späth’sche Baumschule
Tja, wenn es April wäre,
dann käme die Gärtnerin
kaum mehr aus den Gummistiefeln heraus: pflanzen, düngen, schneiden,
Unkraut zupfen… Aber
lassen wir die Gärtner
träumen und genießen die
ersten Sonnenstrahlen auf
einem Spaziergang.
Zum Beispiel durch den
Botanischen Garten in
Dahlem. Hier blüht es. Tausendfaches Goldgelb, der
Crocus flavus und Hellviolett, der Crocus tommasianus. Sie leben seit Jahrzehnten im Gartenbereich
„Balkanhalbinsel“ und gedeihen so prächtig, dass sie
längst über ihr ursprüngliches Pflanzgebiet hinaus gewandert sind, sich sorglos
sortenfremd mischen und
neue Standorte erobert haben. Was das leichte Herz
des bummelnden Blumenfreundes höher schlagen
lässt, bringt die um wissenschaftliche Korrektheit
bemühten Mitarbeiter des
Beschilderungstrupps
zu
schierer
Verzweiflung.
Schneeglöckchen, Blaustern
und Traubenhyazinthe tun
es den Krokussen gleich und
weben einen Blütenteppich,
der zart und kraftvoll zugleich den Boden bedeckt.

Gewächshaus im Botanischer Garten

Start für die neue Saison
in den Gärten der Welt ist
am 25. März. Es wird Zeit,
den neuen Picknickkorb
auszuprobieren und mit
Köstlichkeiten zu füllen und
den Rucksack der Kinder
mit Buddelzeug. Los geht’s:
ein langer schöner Tag in

China, Japan, Bali, Korea,
im Orient, im Okzident und
bei Karl Förster erwartet den
gartenlosen Städter: Winterlinge, Narzissen, Blausterne
und Traubenhyazinthen erblühen, ganz ohne ihm Rückenschmerzen und Muskelkater dafür zu bescheren.

Foto: Horb

Und wenn man auch schon
zehn Mal im vergangenen
Jahr mit den Kindern, Großeltern, Freunden und Gästen
durch das Heckenlabyrinth
geirrt ist, wird man sich nun
zum elften Mal verlaufen.
Wer sich die Schönheit
nach Hause holen will, findet

in der ältesten deutschen
Baumschule ein passendes
Ausflugsziel. 1720 eröffnete
Christoph Späth vor dem
Hallischen Tor eine kleine
feine Gemüsegärtnerei. Das
war der Ausgangspunkt für
die Spät’sche Baumschule,
die einmal zu einer der
größten der Welt zählte.
König Friedrich Wilhelm I
war gern und oft zu Gast bei
Späth’s und ernannte den geschäftstüchtigen Christoph
zum „Kunstgärtner und voll
berechtigten Berliner Bürger“. Das Unternehmen
wuchs, wurde räumlich verlegt, umgestaltet, eine Musteranstalt und Studienort,
umorientiert auf Blumenund Topfpflanzen, Exporte
kamen dazu, die Handelsgärtnerei war geboren. Mit
der Ermordung Ludwig
Späth’s am 15.2.1945 im KZ
Sachsenhausen endete das
traditionsreiche Familienunternehmen, aber nicht die
Tradition der Späth’schen
Baumschule. Und so kann
man Montag bis Freitag von
9 bis 18 Uhr zwischen alten Backsteinhäusern und
Scheunen im Hofladen einkaufen, ausgefallene und
seltene alte Pflanzensorten
kaufen. Und im Hofcafé
lassen sich die Lieblings-

stauden so schön loben, bei
Kaffee und Kuchen, fast wie
auf dem heimischen Balkon. Vom 19. bis 24. März
2016 werden in alter sorbischer Tradition Ostereier
bemalt. Anja Hoffmann

Botanischer Garten
Unter den Eichen 5-10,
12203 Berlin (Bus M48),
Königin-Luise-Platz, 14195
Berlin (Bus X83, Bus 101),
Öffnungszeiten: 9–18 Uhr,
Eintritt: 6 €, ermäßigt 3 €,
große Familienkarte 12 €,
kleine Familienkarte 7 €
Gärten der Welt
Eingang Eisenacher Straße,
S7 Marzahn/Bus 195 bis Haltestelle „Gärten der Welt“ oder
U5 Cottbusser Platz/Bus 195
bis Haltestelle „Gärten der Welt“
Öffnungszeiten: 9–18 Uhr,
Eintritt: bis Mitte März 3 €,
Kinder (bis 14 J.) 1 €,
ab Mitte März 5 €,
Kinder (bis 14 J.) 1,50 €
Späth’sche Baumschule
Späthstraße 80/81, S6, 8, 9, 10,
45, 46 bis Baumschulenweg/
Bus 265, 170 bis Königsweg,
U7 bis Blaschkowallee/Bus 170,
Öffnungszeiten: 9–18 Uhr

Aus der Höhle geholt

Fundort Berlin

Felsbilder aus der Sammlung Frobenius im Gropius-Bau

Objekte zeigen die Geschichte der Region

Begräbnisszene mit Mumie im Ochsenfell

Wie Kunst die Kunst beeinflusst hat, zeigt bis zum 16.
Mai eine Ausstellung im
Martin-Gropius-Bau, die
sich der Zeichnungen aus
der Vorzeit annimmt.
Zu sehen sind rund 100
Felsbildkopien des Frobenius-Institutes, viele davon
großformatig und wandfüllend. Ergänzt werden sie
durch fotografisches und archivalisches Material.
Der deutsche Ethnologe
Leo Frobenius (1873-1938)
hatte diese weltweit bedeutendste Sammlung von Kopien angelegt. Seit seiner
sechsten Afrikareise im Jahre 1912 hatte er Malerinnen
und Maler als Kopisten auf
seine zahlreichen „Deutschen Inner-Afrika ForschungsExpeditionen“ mitgenom-

men. Entstanden sind die
Bilder an teils schwer zugänglichen Stellen Nordafrikas, der inneren Sahara
und des südlichen Afrika.
Später entsandte Frobenius
auch Expeditionen in die
europäischen Felsbildgebiete Spaniens, Frankreichs,
Norditaliens und Skandinaviens sowie nach Indonesien und Australien. Bis zu
seinem Tode 1938 entstand
so eine Sammlung von fast
5.000 Felsbildkopien, farbig
und meist in Originalgröße mit Formaten von bis zu
2,5 x 10 Metern, die sich bis
heute im Frobenius-Institut
an der Frankfurter GoetheUniversität befinden.
Welche Wirkung diese zuvor ungesehenen Bilder auf
die Moderne hatten und

© Frobenius-Institut Frankfurt am Main

wie sie Künstlerinnen und
Künstler inspirierten, ist
Thema dieser Ausstellung.
Zunächst waren die Arbeiten als transportable Faksimiles, d.h. als reine Wissenschaftsbilder gedacht,
mit deren Hilfe kulturhistorische Entwicklungen der
fernsten Vorgeschichte belegt werden sollten. Die Kopisten der Felsbilder verfolgten jedoch ganz eigene
Wege im Spannungsfeld
zwischen wissenschaftlicher
Dokumentation und künstlerischem Anspruch. Das
Interesse der künstlerischen
Avantgarde an den prähistorischen Bildern blieb ihnen
nicht verborgen. Die Bilder
waren, so der deutsche Ethnologe Mark Münzel, Ausdruck eines „wissenschaft-

lichen Expressionismus“.
Die zahlreichen Werkschauen der Felsbilder befeuerten einen regen Diskurs zu den Anfängen der
Kunst und der menschlichen Kreativität in der damaligen zeitgenössischen
Kunstszene. Im Schaffen einiger Künstler zeichnet sich
die Wirkung dieser Ausstellungen deutlich ab. Im Werk
Willi Baumeisters gab es
beispielsweise um 1929/30
einen Stilwechsel, in dem
verschiedene von den Felsbildern bekannte Gestaltungselemente und Techniken zur Anwendung kamen.
Bei anderen Künstlern ist
die Beeinflussung subtiler.
Sicher haben die Surrealisten in Europa maßgeblich
vom Dialog mit der prähistorischen Kunst profitieren
können. Die Ausstellung
zeigt die Urkunst als vitale
Inspirationsquelle der Moderne. SB
Kunst der Vorzeit
Felsbilder aus der Sammlung
Frobenius, bis 16. Mai 2016,
Martin-Gropius-Bau,
Niederkirchnerstraße 7,
10963 Berlin, Mi–Mo 10–19
Uhr, Di geschlossen, an Feiertagen geöffnet
Eintrittspreise 10 € / ermäßigt
6 €, Eintritt frei bis 16 Jahre,
Online-Tickets:
www.gropiusbau.de/tickets

Berlins Boden hat einiges
längst Vergessene wieder
freigegeben: Skelette von
Tieren, Kunsthandwerk,
Gebrauchsgegenstä nde
vergangener Jahrhunderte.
Aufbewahrt werden die
Funde im Museum für
Vor- und Frühgeschichte.
Ein großformatiger Bildband aus dem ElsengoldVerlag zeigt jetzt 50 ausgewählte Objekte aus 10.000
Jahren Geschichte im
Raum Berlin.

Noch bevor es Berlin gab,
gab es Elche. Ein Skelettfund vom Hansaplatz, bei
U-Bahnarbeiten 1956 entdeckt, ist das erste der 50
ausführlicher beschriebenen
Objekte. Es erzählt auch
vom Wandel der Landschaft, hervorgerufen durch
Klimaveränderungen.
Claudia Maria Melisch,
die die Ausgrabungen am
Petriplatz in Mitte leitet und
Matthias Wemhoff, Direktor des Museums für Vorund Frühgeschichte, haben

den Band zur „Archäologie
Berlins“ vorgelegt. Großformatige Fotos geben einen
Eindruck von den Ausstellungsräumen im Neuen Museum auf der Museumsinsel,
einführende Texte beschreiben Zeitalter und die Situation im Berlin-Brandenburger Raum. Jeweils auf einer
Doppelseite sind die 50 Objekte beschrieben.
Darunter befinden sich
Opfergaben aus der Spree,
die 1881 in Spandau entdeckt wurden, tausend Jahre
alte Trinkgefäße aus Lichterfelde, die vergoldete Ausrüstung eines Spandauer
Ritters, mittelalterliche Spardosen, am Petriplatz gefunden, aber auch ein großer
Blasenstein, der in einem
Männergrab gefunden wurde und wohl einst für heftige Schmerzen gesorgt haben dürfte. Und schließlich
hilft Archäologie, selbst die
jüngste Geschichte sichtbar
zu machen, etwa mit der
Stacheldrahtrolle, die 1992
auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers
Berlin-Lichterfelde ausgegraben wurden. Ulrich Horb
Claudia Maria Melisch,
Matthias Wemhoff, Archäologie
Berlins, 50 Objekte erzählen
10.000 Jahre Geschichte,
Elsengold Verlag, ca. 160 Seiten,
21x28 cm, rund 70 Abbildungen
Hardcover mit Schutzumschlag,
ISBN 9783944594378, 24,95 €

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Berliner Stadtblatt

S E RV I C E · R ÄT S E L

Gut zu wissen

Telefonseelsorge

Stadtblatt-Service: Mahnungen – Ernährung – Energie sparen – Online-Shopping

Gut, dass ich mit jemandem reden kann

MAHNGEBÜHREN
BEGRENZT
Im Falle eines Zahlungsverzugs dürfen Verbraucherinnen und Verbrauchern nur die tatsächlich
entstandenen Kosten für
die Mahnung in Rechnung
gestellt werden.
Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Berlin sind
dies Kosten für Material und
Porto. „Mahnkosten von 5
und mehr Euro werfen daher die Frage nach deren
Rechtmäßigkeit auf “, heißt
es bei den Verbraucherberatern, die auch vor Gericht
damit erfolgreich waren. So
unterlag das Versandunternehmen Schwab mit seiner
Forderung nach einer Mahngebühr in Höhe von 6,95
Euro. Und Stromanbieter
primastrom musste aus seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Regelung
streichen, die für die erste
Mahnung 5,00 € und für die
zweite und dritte Mahnung
einen Betrag von 10,00 €
vorsah.
ANGELN VERBOTEN
Fisch gilt als gesunde Alternative zum Fleischkonsum.
Doch ein neuer Ratgeber
der Umweltschutzorganisation Greenpeace rät jetzt
vom Kauf der meisten
Fischsorten ab.
Bei Aal, Makrele oder Alaska-Seelachs ist die Greenpeace-Empfehlung eindeutig:
„Finger weg, nicht nachhaltig“. Die Fischbestände der
Meere schrumpfen dramatisch, die Fangmethoden,
aber auch die Abwässer von
Zuchtfarmen zerstören empfindliche Ökosysteme, eine
Erholung der Bestände ist
häufig nicht in Sicht. Greenpeace rät dazu, weniger
Fisch auf die Speisekarte zu
setzen und beim Einkauf
1

2

genauer auf die Herkunft zu
achten. Noch gibt es einige
Fische aus gesunden Beständen. Grundsätzlich empfehlenswert ist Karpfen. Beim
Hering sind nur einzelne
Fanggebiete nicht empfehlenswert, etwa die Färöer, Island, die nördliche Nordsee.
Bei der Scholle gibt es nur
für die Pazifische Scholle
Entwarnung. Der Fischratgeber 2016 von Greenpeace
mit detaillierten Empfehlungen ist jetzt als gedruckte
Broschüre, als App oder als
Poster für den Kühlschrank
erhältlich.
https://www.greenpeace.
de/themen/meere/fischerei/
einkaufsratgeber-fisch
ENERGIEBERATUNG
AM BÜCHERTISCH
Die Verbraucherzentrale
geht mit ihrer Energieberatung in die Bezirke.
In der Steglitz-Zehlendorfer Ingeborg-Drewitz-Bibliothek gibt es jetzt zweimal
im Monat individuelle Tipps,
um Energiekosten zu sparen.
Das entlastet nicht nur das
persönliche Budget. Bis 2050
soll Berlin klimaneutrale
Stadt werden und dabei die
CO²-Emmissionen um 85
Prozent reduzieren. Das geht

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nur, wenn alle in der Stadt
einen Beitrag leisten.
Jeden zweiten und vierten
Montag im Monat von 16
bis 19 Uhr berät der Energieberater der Verbraucherzentrale Berlin, Karl-Heinz
Dubrow, im Veranstaltungsraum der Ingeborg-Drewitz
Stadtteil-Bibliothek in der
Grunewaldstraße 3, 12165
Berlin. Termine können
unter der kostenfreien Rufnummer 0800–809 802 400
oder während der Beratungszeiten direkt beim Berater
vereinbart werden. Pro Beratung wird ein Kostenbeitrag von 7,50 Euro erhoben.
Für einkommensschwache
Verbraucher mit entsprechendem Nachweis ist die
Beratung kostenfrei. Mehr
Informationen gibt es auf
www.verbraucherzentraleenergieberatung.de.
ONLINE-WIDERRUFSRECHT
Beim Einkauf im Internet
haben Kunden bei gewerblichen Anbietern ein Widerrufsrecht.

Online einkaufen: Beim Widerruf sind ein paar Regeln zu beachten Foto: © Adobe Stock • adam121

Innerhalb von 14 Tagen
können sie vom Kauf per
Brief, per Mail oder telefonisch zurücktreten. Eine
bloße Rücksendung oder
eine Annahmeverweigerung
der gelieferten Ware reicht
nicht aus, so die jüngste
Entscheidung eines Amtsge6

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richts. Für die Rücksendung
von Produkten die weniger
als 40,00 Euro kosten, muss
der Käufer das Rückporto
tragen, wenn der Verkäufer
in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine entsprechende Regelung vorgesehen hat.
ENERGIEDRINKS
Getränke, die vorübergehend Flügel verleihen, stehen bei Medizinern unter
dem Verdacht, ungewollte
Nebenwirkungen zu erzielen.
„Energydrinks werden mit
Herzrhythmusstörungen,
Krampfanfällen, Nierenversagen und sogar Todesfällen
in Verbindung gebracht“,
warnt die Verbraucherorganisation „Foodwatch“. Einer
europaweiten Studie zufolge
konsumiert ein Drittel der
Erwachsenen Energiedrinks,
bei den Jugendlichen sind es
jedoch zwei Drittel. Bereits
2009 kam ein Gutachten vom
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zum Schluss,
vor allem die hochkonzentrierte Form der Energy
Drinks, die so genannten
Energy Shots, seien „nicht
sicher“. In Lettland gilt – wie
bereits in Litauen – vom Juni
an ein Verkaufsverbot für
Energiedrinks an Jugendliche unter 18 Jahren.

IMPRESSUM
Berliner Stadtblatt
Wissenswertes aus Berlin und den Bezirken
und Berlin-Beilage (Seiten 3 bis 6) zu den
Bezirksausgaben in Mitte, CharlottenburgWilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg,
Treptow-Köpenick
Herausgeber:
SPD-Landesverband Berlin
Landesgeschäftsführer Dennis Buchner
(V.i.S.d.P.), Müllerstr. 163, 13353 Berlin
Redaktion der Landesseiten:
Ulrich Horb (CvD), Gunter Lange,
Ulrich Rosenbaum, Josephine Steffen
Rätselerstellung: Ulrich Schulte Döinghaus
Grafik: Hans Kegel, Anett Lupelow
Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH

Seit 60 Jahren sind Berliner
Telefonseelsorger für ihre
Anrufer zu erreichen – viele sind einsam und sozial
isoliert.
„Kann ich mit Ihnen ein
paar Minuten telefonieren?“
„Selbstverständlich, dafür
bin ich hier.“ „Auch vertraulich? Es ist ein bisschen heikel.“ „Wir Telefonseelsorger
sind zur Anonymität verpflichtet, das ist die Grundlage jedes Gespräches.“
So oder so ähnlich beginnen viele Telefonate, die
über die Rufnummer 08001110111 die Nansenstraße
27 in Berlin-Neukölln erreichen. Dort sind die Dienstund Ausbildungsräume der
Telefonseelsorge Berlin, die
in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feiert. Sie ist damit
die älteste Einrichtung ihrer
Art in Deutschland, vielleicht sogar auf dem europäischen Kontinent. In Berlin
startete damit eine Bewegung, die heute einen ausgezeichneten Ruf genießt.
Viele Anrufe kreisen um
ein soziales Grundübel, das
man eigentlich im umtriebig-hippen, total vernetzten
Berlin nicht erwartet: Einsamkeit. Vor allem Frauen
und Männer der mittleren
und älteren Generationen
beklagen am Telefon ihre soziale Isolation, nachdem ihre
Familien auseinander sind,
durch Arbeitslosigkeit oder
Krankheit der Kontakt zu
den Kolleginnen und Kollegen abhandengekommen
ist, Nachbarschaften und
Kiezkontakte eingeschlafen
sind. Oft gehen Verarmung
und Vereinsamung Hand
in Hand. In solchen Augenblicken kann ein Gespräch
mit einer Telefonseelsorgerin, einem Telefonseelsorger der Rettungsanker sein.
Manche Anrufer haben seit
Tagen kein Gespräch mehr

gehabt. Die Möglichkeit, für
eine halbe oder dreiviertel
Stunde Zwiesprache zu halten, auf Verständnis zu treffen, vielleicht auch einen Rat
zu holen – das wissen die
Anrufer zu schätzen.
Die Telefonseelsorger sind,
in ganz Deutschland und
überall auf der Welt, rund
um die Uhr zu sprechen und
während des ganzen Jahres.
Bis zu 150 solcher Telefongespräche, die von Krisen,
Verzweiflung, Liebesproblemen und Einsamkeit handeln, werden täglich allein
in der Berliner Telefonseelsorge geführt. Sie spiegeln
oft ein graues Bild der Metropole wider, erzählen von
gesellschaftlichen und persönlichen Konflikten – aber
auch von Hoffnung, Lebensmut und der Kraft, wieder
auf die eigenen Beine zu
kommen.
Samt und sonders ehrenamtlich und unbezahlt arbeiten die rund 140 Frauen
und Männer in ihren sechsbis achtstündigen Schichten. Für ihren freiwilligen
Dienst, den sie meist zwei
Mal monatlich tun, werden
sie rund eineinhalb Jahre
gründlich in Seminaren und
Praktika ausgebildet und
geschult, bevor sie sich Telefonseelsorger nennen dürfen.
Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit in der
Telefonseelsorge Berlin e.V. hat,
der kann sich hier informieren:
Telefonseelsorge Berlin e.V.,
Konfliktberatung –
Suizidverhütung
Nansenstraße 27; 12047 Berlin
Telefon: 030 / 613 50 23
mail@telefonseelsorge-berlin.de
www.telefonseelsorge-berlin.de
Das Rund-um-die-Uhr-Tagfür-Tag-Krisentelefon:
0800-1110111

Berliner Preisrätsel
WAAGERECHT
1 Mit Glück alle Neune
4 ... lässt sein blaues Band
9 Bauelemente fixieren
10 Frühling in der Stadt
der Liebe
11 Tasche für Stift, Telefon
und Kosmetik
12 Versicherung für Versicherungen (Kurzform)
13 milder Abgrund
15 lateinischer Kasus
16 entspringt im Sauerland,
mündet in den Rhein
19 Gefäß zum Ölen
20 zurzeit unruhigster
Kulturraum der Welt
23 bedeutendster
US-Südstaat
24 Autovermietung
25 Meer auf dem Rückzug
27 darauf freut sich ganz
Berlin im Frühling
28 wetterwendischer
Frühjahrsmonat
29 auswärtiger Mitarbeiter
eines Nachrichtendienstes
30 Frühling für
Angelsachsen

SENKRECHT
1 mal in der Dose,
mal im Glas
2 Extrabonus
3 Frühling für Poeten
5 Wiedergeburt (lat.)
6 ein seltenes Unglück
im Frühjahr
7 gewaltig, großmächtig
8 christliche Musik in
Nordamerika
10 Testmethodik
14 nichts geht mehr
17 alles nur geklaut
18 Frontmann ist Der Graf
21 ungeliebter Krakeeler
22 massenhafte
Auswanderung (lat.)
26 höchst extravagante
Frau im Showbusiness

In die richtige Reihenfolge
gebracht ergeben die rot
umkreisten Buchstaben
einen Kalenderstreit zwischen Wetterforschern und
Sternenkundlern, der immerhin 20 Tage ausmacht.

GEWINN: BÜCHER
ZUR BERLINER
GESCHICHTE
Bitte schicken Sie dieses
Lösungswort auf einer
Postkarte bis zum
16. April 2016
per Post an das
Berliner Stadtblatt
Müllerstraße 163
13353 Berlin
oder per E-Mail an raetsel@
berliner-stadtblatt.de
DIE GEWINNE
Unter allen richtigen
Einsendungen verlosen wir
zehn Bücher zur Berliner
Geschichte.
DAS LÖSUNGSWORT
aus der letzten Ausgabe
des Stadtblatts war:
HATSCHI
Die Gewinnerinnen und
Gewinner wurden schriftlich benachrichtigt.

7

Aus der BVV-Fraktion Treptow-Köpenick

Bezirksamt Treptow-Köpenick investiert
Die Investitionen in öffentliche Gebäude des Bezirks
werden 2016 deutlich ausgeweitet. Wie berichtet kann als
Schwerpunkt dafür auf Sonderprogramme des Senats
zurückgegriffen werden. So
werden aus dem Sondervermögen Infrastruktur Wachsende Stadt (SIWA) im Jahre
2016 in die Schule am Heidekampgraben, die Sophie-Brahe-Schule und die Kiefholzschule 6,3 Millionen Euro
investiert sowie in die ener-

getische Sanierung zweier
Dienstgebäude in Adlershof
2,3 Millionen Euro. Aus dem
Landesprogramm für Schulen und Sportanlagen können
5,3 Millionen Euro eingesetzt
werden. „Der Bezirk setzt aus
seinen Haushaltsmitteln zusätzliches Geld ein. Für die
bauliche Unterhaltung der
Gebäude des Bezirks sind
2016 9,3 Millionen Euro vorgesehen, davon allein 2,8 Millionen Euro für Wartung und
Reparaturen in Schulen. Die

Prioritäten sind jetzt festgelegt worden“, sagte Bezirksbürgermeister Oliver Igel, der
im Bezirksamt für Hochbau
zuständig ist. Von den knapp
drei Millionen Euro für Schulen fließen allein 1,7 Millionen Euro in weitere Sanierungsmaßnahmen. Dahinter
verbergen sich eine Vielzahl
an Einzelmaßnahmen an
mehr als 20 Schulen. So wird
damit begonnen, die Fenster
an der Schule am Altglienicker Wasserturm zu sanieren

NEUES AUS DER BEZIRKSVERORDNETENVERSAMMLUNG (BVV) TREPTOW-KÖPENICK
Das Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Union
war auch in der Januar-Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung wieder
Thema. Gleich zwei Fraktionen: SPD und B´90/Grüne hatten Große Anfragen
dazu eingebracht. Der 1.
FC Union sucht einen
Standort für ein leistungsfähiges
Nachwuchsleistungszentrum. Das jetzige
Nachwuchsleistungszentrum entspricht zwar den
Vorgaben des DFB, jedoch
durch seine Verteilung
auf zwei Standorte (Bruno-Bürgel-Weg und Hämmerlingstraße) nicht den
Zielsetzungen des Traditionsvereins. Der Antwort

des Sportstadtrates war zu
entnehmen, dass der Ausbau im Bruno-Bürgel-Weg
und ein mögliches Bebauungsplanverfahren für die
Sportfläche im FEZ weiter
geprüft werden.
Die BVV beschloss u.a.
die neue Spreebrücke
nach Mathilde Rathenau
zu benennen, für die vielen Baumaßnahmen in
Friedrichshagen eine zusätzliche Baustellenkoordinierung
anzustreben,
ein Kuratorium für die
Gedenkstätte Köpenicker
Blutwoche einzuberufen,
für die ehrenamtlichen
Helfer in der Flüchtlingsarbeit eine Geste der Anerkennung zu initiieren und

an die freien Kommunalwahlen 1946 zum 70jährigen Jubiläum im Oktober
dieses Jahres zu gedenken.
Das Bezirksamt gab der
BVV Vorlagen aus dem
Friedhofsamt zur Kenntnis, die eine Neueinrichtung der Urnengemeinschaftsanlage auf dem
Friedhof Müggelheim sowie für die Urnenwahlgrabanlage auf dem Friedhof
Bohnsdorf und die Aufhebung der Friedhofswidmung auf einem Flurstück
am Rande des Friedhofs
Baumschulenweg vorsehen.
Die nächste BVV findet
nach Redaktionsschluss
am 3. März 2016 statt.

Älter, jünger und vielfältiger
Bevölkerungswachstum und demografischer
Wandel in Berlin und Treptow-Köpenick
Nach einer aktuellen Prognose der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung wächst die
Berliner Bevölkerung bis 2030
um 266.000 Menschen auf 3,8
Mio. Einwohnerinnen und
Einwohner. . Bis 2030 werden
etwa 24.000 mehr Menschen
in Treptow Köpenick leben.
Gleichzeitig verändert sich
die Bevölkerung. Die guten
Lebensbedingungen und der
technische Fortschritt ermöglichen eine immer längere Lebensdauer. Es ist eine neue Lebensphase entstanden - nach
dem Berufsleben und vor der
Pflege sind viele Menschen
noch viele Jahre aktiv. Sie engagieren sich für die Familie,
im Ehrenamt und genießen
ihre Freizeit. Der Anteil der
65- bis 80Jährigen wird sich
in Treptow-Köpenick bis 2030
um mehr als 40% erhöhen,
die Zahl der Über-80-Jährigen steigt sogar um 140%. In
Treptow-Köpenick ist damit
der demografische Wandel
bald vollzogen, der für weite Teile der Bundesrepublik
Deutschland erst viel später
prognostiziert wird.
Gleichzeitig steigt der Anteil
der jungen Bevölkerung. Mit

oder Fenster an der Hauptmann-von-Köpenick-Grundschule auszutauschen und
mit Elektro- und Malerarbeiten zu verbinden. Schallschutz- und Brandschutzverbesserungen stehen ebenfalls
auf der Aufgabenliste mehrerer Schulen wie auch der
Neubau von naturwissenschaftlichen Klassenräumen.
Neben Schulen werden 150
000 Euro in das Kulturzentrum Alte Schule in Adlershof
eingesetzt. Weitere Mittel sind

für die Feierhalle auf dem
Friedhof Oberschöneweide,
die Friedhofskapelle Rahnsdorf, die berühmte Skulptur
„Die sich Erhebende“ von
Ingeborg Hunzinger, die Kiezklubs in der Bohnsdorfer
Dahmestraße, der Kiezklub
Rahnsdorf und das Rathaus
Johannisthal eingeplant. „Ein
Schwerpunkt werden schließlich auch Maßnahmen sein,
die zu einer Reduzierung von
Nutzungskosten führen. Deshalb werden wir an mehreren

Boomtown Berlin
Berlin ist auf dem Weg zur
Vier-Million-Stadt. Nach der
jüngsten Bevölkerungsprognose des Berliner Senats
wird die Bevölkerung der
Hauptstadt bis zum Jahr
2030 um 266 Tsd. auf dann
3,828 Mio. Berlinerinnen
und Berliner wachsen. Dies
entspricht stadtweit einer
Zunahme von 7,5 Prozent.
Dabei sind die möglichen
weiteren Zuwächse durch
den Verbleib geflüchteter
Menschen in Berlin noch
nicht berücksichtigt.
Auch Treptow-Köpenick ist
einer der Wachstumsbezirke; für unseren Bezirk wird
ein Bevölkerungswachstum
von 9,3 Prozent prognostiziert. Die Bevölkerung
Treptow-Köpenicks würde
demnach um ca. 23,2 Tsd.
Menschen auf dann insgesamt ca. 273 Tsd. BewohnerInnen anwachsen.
Daher ist es gut, dass der
Wohnungsneubau auf Hochtouren läuft. Im Jahr 2015
wurden insgesamt 411 Anträge auf Baugenehmigungen für Wohnraum für 6.164
Wohneinheiten gestellt; bis
Ende letzten Jahres wurden
davon 4.407 Wohneinheiten
genehmigt.
Mehr Wohnungen und
mehr Menschen erfordern

allerdings auch ein Mehr an
Infrastruktur. Das Bezirksamt fixiert derzeit ämterübergreifend die künftigen
Bedarfe, um eine anpasste
Planung und Realisierung zu
gewährleisten.
Darüber hinaus erfolgt der
Wohnungsneubau
nicht
per se bedarfsorientiert. In
Treptow-Köpenick wächst
insbesondere der Bevölkerungsanteil der Menschen
stark an, die 65 Jahre und
älter sind. Dadurch entsteht
ein erhöhter Bedarf an seniorengerechten Wohnungen.
Zudem realisieren die zahlreichen privaten Bauherren
ihre Wohnungsbauvorhabe
zumeist im höherpreisigen Segment. Dringend gebraucht werden aber auch
bezahlbare
Neubauwohnungen. In beiden Fällen
sind daher die städtischen
Wohnungsbaugesellschaften besonders gefordert, den
benötigten Wohnraum zu
schaffen.
Vor diesem Hintergrund
werden die Bauvorhaben der
städtischen Wohnungsbaugesellschaften mit Priorität
bearbeitet. Diese wiederum
setzen ihre Vorhaben unter Berücksichtigung eines
mindestens 30prozentigen
Anteils an mietpreisgebun-

denem Wohnraum, des altersgerechten Wohnens und
der ein oder anderen sozialen Infrastrukturmaßnahme
um. Im Vergangenen Jahr
wurden von den städtischen
Wohnungsbaugesellschaften
in Treptow-Köpenick 142
Wohnungen fertiggestellt,
242 sind im Bau und 651
befinden sich im Baugenehmigungsverfahren.
Über
derzeit laufende Bebauungsplanverfahren planen die
städtischen Wohnungsbaugesellschaften absehbar über
2 Tsd. weitere Mietwohnungen.
Die in unserem Bezirk vertretenen Wohnungsbaugenossenschaften leisten ebenfalls einen aktiven Beitrag
zur Entspannung des Wohnungsmarktes. In ihrer Trägerschaft sind aktuell ca.1
Tsd. weitere Wohnungen bereits im Bau oder im Baugenehmigungsverfahren.
Der prognostizierte Bevölkerungszuwachs stellt zweifelsohne eine Herausforderung dar, bietet zumindest
in Treptow-Köpenick aber
keinen Anlass zu der Befürchtung, dass es in den
nächsten Jahren an Wohnraum mangeln wird. Treptow-Köpenick ist gut aufgestellt!

Grün Berlin betreibt Spreepark
Foto: Simone Hainz / pixelio.de

über 20% ist die Altersgruppe
der bis 25Jährigen relativ hoch.
Durch Zuzüge aus dem Ausland und die Flüchtlinge wird
unsere Bevölkerung vielfältiger.
All das erfordert eine vorausschauende Politik. Der Druck
auf öffentliche Mittel und
Flächen erhöht sich. Neben
dem Wohnungsbau bedeutet
dies auch mehr Investitionen
in Kitas, Schulen, die Qualität
der Bildung, Vereinbarkeit
von Familie und Beruf, Integration, Förderung des Ehrenamts, Ausbau der Barrierefreiheit, Verbesserung der
Nachbarschaftshilfe, Erweiterung der ambulanten Pfle-

ge, verbessertes Fachärzteangebot und vieles mehr. Das
Bezirksamt hat daher Ende
letzten Jahres ein Demografiekonzept beschlossen. Darin werden viele verschiedene
Handlungsfelder aufgezeigt.
Leben im Alter, Kinder/Jugend und Familien, Arbeit
und Verwaltung, Gleichstellung und Teilhabe sowie Bürgerschaftliches Engagement
aufgezeichnet. Insgesamt 27
Ziele mit 109 Maßnahmen
hat sich der Bezirk vorgenommen, damit das Leben
in Treptow-Köpenick für alle
Menschen, aller Generationen attraktiv bleibt.

Am 1. Januar diesen Jahres hat die Grün Berlin
GmbH das etwa. 30 ha
große Areal vom Liegenschaftsfonds Berlin
übernommen. Aufgabe
der Grün Berlin ist es,
ein hochwertiges und
kulturaffines Nutzungsund Betriebskonzept mit
touristischer Strahlkraft
zu entwickeln und zu
realisieren, das der Lage
im Plänterwald angemessenen ist. Das weithin sichtbare 40 m hohe
Riesenrad soll sich bald
wieder drehen. Zunächst
muss die Verkehrssicherheit für das Gelände hergestellt werden, bevor
der Spreepark wieder be-

sucht werden kann. Die
vielen Gefahrenstellen,
maroden Gebäude, Fahrgeschäfte und Stolperstellen müssen beseitigt
und die Altlasten abgefahren werden. Im Rahmen der Verkehrssicherung wurden im Februar
der Aufwuchs von Gehölzen und Sträuchern
sowie bruchgefährdete
Bäume entfernt. Für die
Sanierung der Fläche
stehen SIWA Mittel zur
Verfügung. Für die Finanzierung der weiteren
Entwicklungsbausteine
sollen u.a. GRW Mittel
(Mittel zur Förderung
der regionalen touristischen Wirtschaftsstruk-

Sondermittel in Treptow-Köpenick
Die Sondermittel der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick in
Höhe von 50.000 Euro pro
Jahr bieten die Möglichkeit,

Standorten die Umstellung
auf Fernwärme einplanen
oder fortsetzen sowie an neuen Standorten eine Gebäudeleittechnik einführen. Und
schließlich schauen wir auch
ins nächste Jahr: die beliebte Plansche in Plänterwald
muss saniert werden. Wir
bemühen uns derzeit aber
auch um Landesmittel, um
die Plansche 2017 sanieren zu
können“, sagte Bezirksbürgermeister Oliver Igel.

wichtige Projekte für den
Bezirk und seine Bürger zu
bezuschussen, die ohne diese
Unterstützung nicht durchgeführt werden könnten.

Das Formular zur Beantragung von BVV-Sondermitteln und das entsprechende
Merkblatt finden Sie im Internet unter:

www.berlin.de -> Bezirksamt Treptow-Köpenick ->
Politik und Verwaltung ->
BVV -> BVV-Sondermittel

Ausführliche Informationen
zur Arbeit der SPD-Fraktion in der BVV finden Sie auf
der Internetseite www.spdfraktion-tk.de

tur) akquiriert werden.
Das benachbarte Eierhäuschen wird ebenfalls
aus dem Sondervermögen des Landes SIWA saniert und als bedeutenden
Anziehungspunkt
für Erholungssuchende
wieder reaktiviert.

IMPRESSUM
Herausgeber:
SPD-Fraktion in der BVV
Treptow-Köpenick
Neue Krugallee 4
12435 Berlin
Kontakt:
buero@spd-fraktion-tk.de
www.spd-fraktion-tk.de
V.i.S.d.P.:
Gabriele Schmitz
(Fraktionsvorsitzende)
An dieser Ausgabe
haben mitgewirkt:
Sabine Bock, Oliver Igel,
Rainer Hölmer, Gabriele
Schmitz, Romana Seth,
Karin Zehrer

8
KURZMELDUNGEN
EINE MILLION EURO
ZUSÄTZLICH ZUR SANIERUNG VON SANITÄRANLAGEN IN SCHULEN
Abgeordnetenhaus und
Senat haben erneut für
jeden Bezirk eine Million
Euro zusätzlich zur Sanierung von Sanitäranlagen
in Schulen und Sporthallen bewilligt.
Treptow-Köpenick profitiert hiervon in drei
Objekten von dieser zusätzlichen Summe. Zum
Teil können bereits begonnene
Maßnahmen
fortgesetzt werden. „Ich
freue mich mitteilen
zu können, dass 2016
folgende Schule vom
Sanitärsanierungsprogramm profitieren: das
Archenhold-Gymnasium
(555.000 Euro), die Sporthalle der Bouché-Schule (190.000 Euro) sowie
S ophie-Brahe-S chule
(255.000 Euro). Die Maßnahmen sollen in diesem
Jahr abgeschlossen werden“, sagte Bezirksbürgermeister Oliver Igel.
STÄDTEPARTNERSCHAFTSVEREIN WÄHLT
NEUEN VORSTAND
Bei seiner Mitgliederversammlung am 11. Februar wählte der Verein Partner Treptow-Köpenick
e.V. seinen neuen Vorstand. Volker Thiel bekleidet wieder das Amt
des Vorsitzenden. Seine
Stellvertreter sind Peter
Groos und Oliver Igel.
Wolfgang Knack wurde
zum Schatzmeister gewählt. Als BeisitzerInnen
sind im Vorstand Hasan
Coetok, Harald Neumann, Heidrun Meißner,
Matthias Schmidt und
Karin Zehrer.
350.000 KWH SOLARSTROMERZEUGUNG AUF
DÄCHERN DES BEZIRKS
PRO JAHR
Insgesamt 15 Photovoltaikanlagen mit einer
Gesamtleistung von 367
kWp befinden sich inzwischen auf bezirkseigenen Dächern. Laut
einem Bericht des Bezirksamtes
entspricht
der jährlich erzeugte
Solarstrom einer Reduzierung von CO2-Emissionen in Höhe von ca.
210 Tonnen pro Jahr.
Die Photovoltaikanlagen
befinden sich überwiegend auf Schulgebäuden,
so zum Beispiel auf den
Dächern der Turnhalle
der
Uhlenhorst-Schule, der Friedrichshagener Ahorn-Schule, der
Grundschule in der
Köllnischen
Vorstadt,
der Amtsfeld-Schule, der
Grünauer Schule, der
Schule am Pegasueck,
der
Melli-Beese-Schule und der Sonnenblumen-Grundschule. Aber
auch auf dem Dach des
O rd nu n g s a mt s s it z e s
in der Salvador-Allende-Straße befindet sich
eine Photovoltaikanlage.

Aus der BVV-Fraktion Treptow-Köpenick

Investitionen in Straßen, Rad- und Gehwege
In Treptow-Köpenick werden die Mittel für die Straßeninstandsetzung
voll
ausgeschöpft. 2015 wurden
über 5,1 Mio. Euro in die Sanierung von Straßen, Radund Gehwegen investiert.
Darüber hinaus wurden
288.563,52 Euro für die Errichtung von Fußgängerüberwegen und Mittelinseln
sowie knapp 50.000 Euro

für Bordsteinabsenkungen
ausgegeben.
Fahrradsaison kann beginnen
Aus dem Radwegeprogramm des Senats wurden
2015 knapp 400.000 Euro
für die Sanierung von Radwegen, den Bau neuer Radverbindungen sowie den
Ausbau des Dahme-Rad-

weges und dessen Beschilderung genutzt. Inzwischen
ist der Dahme-Radweg mit
123 km Länge fast fertig gestellt. An der Dammbrücke
in der Nähe der Mündung
steht eine der beiden Informationstafeln, die andere
befindet sich am Fähranleger Wendenschloß und die
nächste dann in Wernsdorf.
In diesem Jahr ist u.a. die

Sanierung der Radwege Am
Treptower Park (stadtauswärts zwischen Elsenstraße
und Am Plänterwald), Fürstenwalder Allee (stadtauswärts zwischen Hochlandstraße bis Lagunenweg),
Wegedornstraße (beidseitig zwischen Rudower Str.
und Ernst-Ruska-Ufer), die
Errichtung von Radverkehrsanlagen in der Werns-

dorfer Straße (zwischen
Adlergestell und Schwarzer
Weg), die Errichtung eines Schutzstreifens An der
Wuhlheide (stadteinwärts
zwischen der Spindlersfelder Brücke und Treskowallee), sowie die Weiterführung der Radverbindung
in der Oberspreestraße und
restliche Arbeiten am Dahme-Radweg geplant.

Neue Spreebrücke wird Mathilde Rathenau heißen
Wenn alles nach Plan läuft,
dann soll der 420 m lange Brückenschlag, der im Zuge der
Süd-Ost-Verbindung zwischen
Ober- und Niederschöneweide
entsteht, 2017 fertig sein. Die
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bat den Bezirk jetzt
schon einen Vorschlag für Brückennamen zu unterbreiten.
Es ist Aufgabe des Bezirksparlaments, sich darüber Gedanken zu machen und in der AG
Gedenkkultur und ein paar
Tage später in der BVV fiel
die Entscheidung für Mathilde
Rathenau als Namensgeberin
der neuen Brücke.
Sabine
Mathilde
Rathenau (*17.3.1845 in Mainz,
†28.7.1926 in Bad Freien-

walde) war die Ehefrau des
AEG-Gründers Emil Rathenau und Mutter des späteren
Reichsaußenministers
Walther Rathenau. Sie engagierte sich in der von ihr und
ihrem Ehemann gegründeten
„Mathilde-Rathenau-Stiftung für weibliche Angehörige und Hinterbliebene von
Angestellten der AEG und
Berliner Elektrizitätswerke“.
Nach der Ermordung ihres
Sohnes Walther Rathenau war
sie um sein öffentliches Andenken sehr bemüht, ordnete
seinen Nachlass und übergab
die Villa in der Königsstraße in Berlin-Grunewald dem
Staat für ein Museum und
als Sitz der neu gegründeten

Walther-Rathenau-Stiftung.
Mathilde Rathenau wurde im
Familiengrab auf dem Waldfriedhof
Oberschöneweide
beerdigt. Nach ihr ist auch die
Mathildenstraße in Oberschöneweide benannt.
Die Straßenverbindung zwischen Rummelsburger und
Köpenicker Landstraße wird
den Namen „Minna-Todenhagen-Straße“ erhalten. Die
Sozialdemokratin Minna Todenhagen (*14. August 1880
in Greifswald; †16. November
1950 in Berlin) war Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt
und gehört zu den bedeutenden
Frauen in der Sozialpolitik, die
eng mit unserem Bezirk verbunden sind. Sie war 6 Jahre

Bezirksverordnete in Treptow,
bevor sie sich von 1925 bis 1932
als Berliner Stadtverordnete vor
allem um die Jugend- und Kinderfürsorge sowie Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik kümmerte. Minna Todenhagens
besonderes Fürsorgebedürfnis
galt den Kindern. Aufgrund der
knappen finanziellen Mittel der
Arbeiterwohlfahrt organisierte
sie 1924 die erste AWO-Lotterie
zugunsten eines Kinderheims.
Zudem baute sie die Schulung
der Helferinnen und Helfer auf,
um die Arbeit auf eine breite
Basis zu stellen. Publizistisch
machte sie ihre fortschrittlichen Ideen im Organ der sozialdemokratischen Frauenbewegung „Die Gleichheit“ in

mehreren Aufsätzen bekannt,
in denen sie unter anderem für
die Trennung von Kirche und
Staat und die gleichberechtigte
Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen Leben eintrat.
Mit der Machtergreifung der
Nationalsozialisten wurde sie
aus ihren Ämtern entfernt und
unter Polizeiaufsicht gestellt.
Nach dem Hitler-Attentat 1944
wurde sie für einige Wochen
in Haft genommen. Nach dem
Krieg war sie als Beisitzerin im
AWO-Landesvorstand
tätig
und wirkte von 1946 bis 1948
wieder als Stadtverordnete.
Minna Todenhagen verbrachte
einen Großteil ihres Lebens im
damaligen Bezirk Treptow in
Johannisthal.

Berliner Kinder mit überwiegend guter Gesundheit
Auswertung der Einschulungsdaten vorgelegt
Berliner Kinder sind grundsätzlich in einer guten gesundheitlichen Verfassung.
Das belegen die Daten der
Einschulungsuntersuchungen des Jahres 2014, die
von der Senatsverwaltung
für Gesundheit und Soziales ausgewertet und jetzt
vorgelegt wurden. In den
Kinder- und Jugendgesundheitsdiensten der Berliner
Bezirke sind zum Schuljahr
2014/15 insgesamt 16.446
Jungen und 15.015 Mädchen
erstmals untersucht worden.
Die Zahl der vor ihrer
Einschulung
untersuchten Kinder hat sich in den
letzten Jahren durch Geburtenanstieg und Zuzug

Foto: Monkey Business Images / shutterstock.com

kontinuierlich erhöht. Der
aktuelle hohe Zugang von
Flüchtlingsfamilien spiegelt
sich in dieser Auswertung
der Einschulungsuntersuchungen noch nicht wieder.

Die Ergebnisse des Berichts:
• Die Kinder wachsen mehrheitlich in einem Haushalt
mit beiden Elternteilen auf,
der Anteil Alleinerziehender
ist leicht zurückgegangen.

• Das familiäre Gesundheits- und Risikoverhalten
hat sich gegenüber dem
Jahr 2005 verbessert. Kinder-Früherkennungsuntersuchungen werden häufiger
in Anspruch genommen.
• Der Anteil der Nichtraucherhaushalte ist weiter
angestiegen.
• Leichter Anstieg der Impfquote.
• Kinder erlernen leichter die
deutsche Sprache und profitieren von der Förderung
ihrer sozialen, körperlichen
und geistigen Entwicklung.
Das kommt nicht nur Kindern nicht-Deutscher Herkunftssprache zu Gute.
• Fast 90 Prozent der Kinder

Köpenicker SC gewinnt gegen Potsdam
Sieg der Volleyballerinnen in der 1. Bundesliga
In der 1. Bundesliga trafen
sich in der Hämmerlingstraße, am 30. Januar 2016,
die Volleyball-Frauen des
Köpenicker SC (KSC) gegen die Lokalrivalinnen des
SC Potsdam. Von Anfang an
war es ein intensives Spiel,
in dem die Berlinerinnen
schlussendlich ein Mehr
Siegeswillen auch in einen
Matcherfolg münden lassen
konnten. Unter den knapp
750 anwesenden Volleyballfans befand sich auch
der Bezirksbürgermeister
von Treptow-Köpenick Oliver Igel sowie der Bundestagsabgeordnete Matthias
Schmidt (SPD). Sie feierten

109:109 - so lautete der Punktestand nach 2 Stunden effektiver
Spielzeit.
Foto: Oliver Igel

ihre Lieblinge, die damit den
zweiten Erfolg in Serie für
die Verbesserung des Tabellenbildes nutzten.
Der erste und zweite Satz
gingen nach einer grandiosen Aufholjagd an den
KSC. Leider gingen der
dritte und vierte Satz dann
an Potsdam. Es kam zum
Satzausgleich. Nun musste
der 5. entscheidende Satz
gewonnen werden.
Unter jubelnden Zuschauer „Auf geht’s KSC!“
gewannen dann schließlich
die KSC-Frauen mit 15:10
diesen entscheidenden Satz
und damit das Spiel mit 3:2.
Herzlichen Glückwunsch!

besuchen zum Zeitpunkt
der Einschulungsuntersuchung bereits seit mehr als
zwei Jahren eine Kita.
• Der Anteil übergewichtiger
(einschließlich adipöser) Kinder liegt berlinweit seit 2011
konstant unter 10 %. Betroffen sind jedoch mehrheitlich
Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Auch in den
Tests zur motorischen, kognitiven und sprachlichen Entwicklung zeigten diese Kinder häufiger Auffälligkeiten.
• Die Deutschkenntnisse der
Kinder mit Migrationshintergrund werden mehrheitlich
als genauso gut oder sogar
besser eingeschätzt als die der
sie begleitenden Elternteile.
WUSSTEN SIE SCHON?
…dass Treptow-Köpenick
das sparsamste Berliner
Bezirks-Parlament hat?
Diese Information war
der 29. Ausgabe des Berliner Amtblatts zu entnehmen. Für die BVV
Treptow-Köpenick sind
in diesem Jahr 855.100
Euro im Bezirkshaushaltsplan für Personal,
Sachmittel, Repräsentationszwecke, Aufwandsentschädigungen für die
Bezirksverordneten und
Zuschüsse für die Fraktionen eingestellt. Die teuerste BVV hat der bevölkerungskleinste Bezirk
Spandau. Dort können
in diesem Jahr knapp
1,03 Mio. Euro ausgegeben werden.
        
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