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Periodical volume

Full text: Berliner Stadtblatt Issue 2014, Dezember

I N Z U S A M M E N A R B E I T M I T D E M B E R L I N E R S TA D T B L AT T · T R E P T O W- K Ö P E N I C K · AU S G A B E D E Z E M B E R 2 0 1 4
KLARTEXT Wir müssen die Anwohner für eine Akzeptanz gewinnen – und das ist in einer Situation schwer, in dem sie den Eindruck haben könnten, es werde nur noch alles für die Flüchtlinge getan, aber nicht für die Anwohner. Richtig ist: wir müssen die Menschen in den Mittelpunkt stellen. Dazu gehört, dass wir Menschen, die auf der Flucht sind, beschützen. Wer verlässt schon gern seine Heimat? Vielleicht sogar für immer? Wer lässt sogar Familienangehörige zurück? Fragen wir doch mal nach den Schicksalen der Flüchtlinge und spekulieren nicht so viel über angebliche Fluchtgründe. Und lassen wir doch mal die Vorurteile über Kriminalität und Gewalt hinter uns, wenn Flüchtlinge noch gar nicht da sind. Wir haben seit mehr als zwei Jahrzehnten Flüchtlingsunterkünfte in unserem Bezirk. Ja – wo Menschen zusammenkommen kann es auch mal Probleme geben. Das kommt in den besten Familien vor. Fragt man Polizei und Schulen, wird man feststellen, dass an den Vorurteilen über wachsende Kriminalität um Flüchtlingsunterkünften nichts dran ist. Aber es ist ja so schön einfach, alles Flüchtlingen in die Schuhe zu schieben. Wir sollten Menschen, egal woher, immer willkommen heißen: es kann der Arzt darunter sein, der uns später behandeln wird, der Wissenschaftler, der hier seine Forschung fortsetzt oder der Ingenieur, der unsere Wirtschaft voranbringt. 	 Ihr Mehr auf den Seiten 4 und 7

IN DIESER AUSGABE GEDENKEN AN MICHAEL BRÜCKNER Ehrentafel für den ehemaligen Bezirksbürgermeister

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Menschen willkommen heißen Ärgerlich war die Art und Weise, wie vom Senat bekanntgegeben wurde, im Allende-Viertel eine Wohncontainereinrichtung für Flüchtlinge zu errichten. Ärgerlich nicht nur für die Bezirkspolitik, die einen Wimpernschlag vor der Presse darüber informiert wurde – ärgerlich für die engagierten Bürger im Allende-Viertel, die sich in der Flüchtlingsarbeit verdient gemacht haben und nun überrumpelt fühlten und nicht zuletzt für die Anwohner, die kaum glauben konnten, dass einerseits das Kriterium aufgestellt wurde, keine Modulbauten in der Nähe bestehender Flüchtlingsunterkünfte zu eröffnen, andererseits dies im AllendeViertel ignoriert wurde. Die Not ist groß: gegenüber den Prognosen haben sich die Flüchtlingszahlen in diesem Jahr vervielfacht. Niemand will Flüchtlinge als Obdachlose unter der Allende-Brücke sehen. Viele Kommunen haben Probleme, allen Flüchtlingen ein Dach über den Kopf zu geben. Deshalb hat der Senat von Anfang an klar gemacht: wir brauchen jeden Platz, jede Unterkunft. Aus diesem Grund hat die Landesebene keine Diskussion zu den einzelnen Standorten zugelassen – auch in den anderen Bezirken nicht. Ich sage aber klar: es sollte nicht auf Dauer zwei Flüchtlingseinrichtungen in einem Viertel geben.

FLÜCHTLINGE UND ASYLSUCHENDE Fragen und Antworten zum Thema finden Sie auf

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Der Nachfolger von Klaus Wowereit schaut mit Zuversicht auf die nächsten Aufgaben: Michael Müller, bisher Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, auf der Oberbaumbrücke.

TRINKWASSERBRUNNEN Stimmen Sie mit ab: Die Wasserbetriebe spenden, die Berliner entscheiden über die Standorte

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„Sicherheit im Wandel geben“
Michael Müller will Berlin „jeden Tag ein bisschen besser machen“
Berlin bekommt mit Michael Müller einen neuen Regierenden Bürgermeister. Der Wechsel ist gut vorbereitet. Und für Berlins neues Regierungsteam mit Michael Müller an der Spitze gibt es nach der Wahl zum Regierenden Bürgermeister im Abgeordnetenhaus am 11. Dezember keine Schonfrist: Wichtige Beratungen zum Länderfinanzausgleich und zum BER stehen noch im Dezember an. Zugleich sollen die Alltagsprobleme in der Stadt stärker in den Blick kommen. Der Anspruch von Michael Müller: „Mir ist wichtig, mit den Berlinerinnen und Berlinern gemeinsam daran zu arbeiten, unsere Stadt jeden Tag ein bisschen besser zu machen.“ Der Rückenwind für Michael Müller ist dabei groß. Beim Mitgliedervotum der Berliner SPD erreichte er schon im ersten Wahlgang knapp 60 Prozent der Stimmen. Der SPD-Landesparteitag im November nominierte ihn einstimmig für die Nachfolge von Klaus Wowereit, der sein Amt nach mehr als dreizehn Jahren aufgibt. Und die Umfragen für seine Partei gingen nach der Nominierung deutlich nach oben. In den Jahren seit 2001 hat Berlin an internationalem Renommee gewonnen, ist als Ort für Kunst und Kultur ebenso attraktiv wie für Firmengründer. In der Amtszeit von Klaus Wowereit hat Berlin erstmals Schulden zurückgezahlt, die Arbeitslosigkeit konnte halbiert werden und zahlreiche neue Jobs wurden geschaffen. Klaus Wowereit müsse man „Dank und Respekt zollen für 13 Jahre guter Arbeit“, sagt Michael Müller im Interview mit dem Berliner Stadtblatt. Die „Marke“ Klaus Wowereit könne man nicht kopieren: „Ich muss und ich werde meinen eigenen Weg gehen.“ Sein Regierungsteam hat Müller mit der Vorstellung von Andreas Geisel (49) und Matthias KollatzAhnen (57) vervollständigt. Der bisherige Lichtenberger Bürgermeister Geisel soll von Müller das Stadtentwicklungsressort übernehmen und will vor allem die Sozialmieten stabilisieren und mehr bezahlbaren Wohnraum in der Stadt schaffen. Matthias Kollatz-Ahnen, ehemaliger Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank, soll Finanzsenator Ulrich Nußbaum ablösen. Er steht vor der schwierigen Aufgabe, ohne neue Verschuldung für die wachsende Stadt mehr Gelder für Investitionen in Berlins Infrastruktur bereitzustellen – in Kitas, Schulen, Straßen und Brücken. Denn auch das gehört zu den erklärten Zielen des neuen Regierenden Bürgermeisters. Berlin wächst. Es wird deswegen auch künftig Veränderungen in der Stadt geben, stellt Müller fest. Sie sind notwendig, weil in Berlin mehr Arbeitsplätze und neue Wohnungen benötigt werden. Politik müsse aber für die notwendige „Sicherheit im Wandel“ sorgen. Dafür will er sich einsetzen, verspricht der neue „Regierende“. U. H. Lesen Sie das Interview mit Michael Müller auf Seite 3

Foto: Chris Landmann

Walter Momper: 25 Jahre Wiedergründung der „Berlin, nun freue Dich“ Sozialdemokratischen Partei in der DDR
Im Gespräch: der Mann mit den roten Schnürsenkeln und der Mann mit dem roten Schal. Matthias Schmidt, Mitglied des Bundestages, und Walter Momper, damals Regierender Bürgermeister von West-Berlin. Haben Sie‘s gewusst, Herr Momper? Oder wenigstens geahnt? Gab es Anzeichen, Hinweise, Vorwarnungen? Wie haben Sie die Wochen vor und nach dem 9. November 89 erlebt? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Politischen Frühschoppens. Politischer Frühschoppen am Sonntag, den 14.12.2014; 10 bis 12 Uhr; Freiheit 15 Sie sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenfrei! In den letzten Wochen wurde viel an die friedliche Revolution in der DDR im Herbst 1989 erinnert - an die Massenproteste, die Fluchtbewegung und schließlich der Fall der Mauer. Untrennbar von dieser Entwicklung ist die Gründung demokratischer Parteien. Die erste demokratische Parteigründung war die der Sozialdemokratischen Partei in der DDR. Mit der Gründung der SDP wurde die Machtfrage gestellt: das erste Mal seit Jahrzehnten sah sich die regierende SED mit ihren Blockparteien einer Konfalten“. Eine Wahl sollte auch eine „Auswahl“ sein. Die Wiedergründung der Sozialdemokratie war gleichzeitig ein Wiederaufleben des bis zum Mauerbau im Ostteil Berlins noch existierenden sozialdemokratischen Parteilebens. Viele Mitglieder, deren Mitgliedsstatus seither ruhte, konnten wieder aktiv werden. Mit der Gründung der SDP auch in Treptow und in Köpenick wurde die Grundlage für die freien Wahlen 1990 und für eine politische Erfolgsgeschichte der SPD in Treptow, Köpenick und Treptow-Köpenick seit 1990 gelegt. Eine Broschüre der SPD TreptowKöpenick informiert über die Gründungsphase in Treptow. Sie kann kostenfrei beim SPD-Büro abgeholt werden oder bei Zusendung eines frankierten A4-Umschlages zugesandt werden: SPD Treptow-Köpenick, Grünauer Str. 8, 12557 Berlin. Der SPDParteivorstand hat zur Gründung der Sozialdemokratie in Ostdeutschland vor 25 Jahren ebenfalls ein Broschüre herausgegeben, die ebenfalls über das SPD-Büro TreptowKöpenick erhältlich ist.

kurrenz ausgesetzt. Die Bürgerinnen und Bürger in der DDR forderten freie Wahlen und nicht mehr nur „Zettel-

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MELDUNGEN In Akten schauen Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hat als erstes in Berlin einen umfassenden Aktenplan im Internet veröffentlicht. Dieser gibt Orientierung, welche Bestände vorhanden sind. Die Benennung dieser ist insbesondere bei Anträgen auf Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz wichtig. „Damit soll den Bürgern ein Einblick in die umfassende Arbeit des Bezirksamts gegeben werden und eine spätere Akteneinsicht erleichtert werden“, sagte Bezirksbürgermeister Oliver Igel. Der Aktenplan ist unter der Rubrik „Politik und Verwaltung“ im Internetauftritt des Bezirksamtes zu finden. Hochzeitstermine sichern Das Standesamt bietet einen neuen Service an: ab sofort kann ein Termin für eine Eheschließung oder die Eintragung einer Lebenspartnerschaft für das gesamte Kalenderjahr im Voraus vereinbart werden. Bisher war es nur möglich, diese frühestens sechs Monate vorher anzumelden. Jetzt kann per E-Mail, Fax oder Post ein Wunschtermin mit Uhrzeit angemeldet werden. Das Standesamt teilt die Verfügbarkeit und das weitere Prozedere dann mit. Zahlreiche Samstagstermine in 2015 bereits ausgebucht. Baubeginn am Campus Die landeseigene Wohnungsgesellschaft degewo hat mit dem Bau von 91 Wohnungen in Adlershof begonnen. Unter den bis 2016 fertiggestellten Wohnungen auf dem WISTA-Gelände sollen ein Drittel der Wohnungen für eine Miete von 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Insbesondere die kleineren Wohnungen werden auch für Studenten attraktiv sein.

Spreekurier

Länderfinanzausgleich: Chance Neuer Vorsitzender und Notwendigkeit für Berlin der AWO im Bezirk
Seit nunmehr 25 Jahren profitieren die neuen Bundesländer vom Länder-Finanzausgleich. Nun verhandeln die Finanzminister aller Bundesländer über eine Neuordnung desselben. Der Länderfinanzausgleich ist nur noch bis 2019 gültig. Darin enthalten sind Finanzmittel, die im Rahmen des LFA als Bundesergänzungszuweisungen den ostdeutschen Ländern für den Abbau von teilungsbedingten Sonderlasten zukommen. Zudem greift die sogenannte Schuldenbremse, was nichts anderes bedeutet, als dass die Länder ab diesem Zeitpunkt keine neuen Kredite aufnehmen dürfen und ohne Neuverschuldung auskommen müssen. Für Berlin und auch für die neuen Bundesländer stellt dies eine große Herausforderung dar. Berlin fährt seit fast 10 Jahren einen strikten Sparkurs und laut dem Bund der Steuerzahler Berlin reduzieren sich die Schulden steht. Wir fordern auch, dass die Länderparlamente zukünftig mit in die Verhandlungen einbezogen werden. Die höhere Wertung der Einwohnerzahlen der drei Stadtstaaten von 135 % im Vergleich zu den Flächenländern soll auch beibehalten werden, denn Berlin, Hamburg und Bremen übernehmen viele Aufgaben in der gesundheitlichen Versorgung, in Kultur und Wissenschaft sowie bei der Verkehrsplanung, die auch dem Umland zugute kommen. Das lässt sich nicht ignorieren. Insgesamt erhält Berlin aus Bundeszuweisungen des Solidarpakts gut 6,3 Milliarden Euro. Das ist eine Viertel der Einnahmen des Berliner Haushaltes. Diese Zuwendungen aus dem LFA für Berlin sollen jedoch nicht als Spenden oder Almosen verstanden werden. Diese Gelder sind Investitionen in Berlin als Bundeshauptstadt und als Europas „Stadt der Freiheit“. gezogen und engagiert sich seitdem auch ehrenamtlich im Bezirk. Seit 2010 ist er der Kassierer der SPD in Treptow-Köpenick und seit Beginn dieses Jahres auch Bezirksverordneter. Dabei kann er auf Erfahrungen als Ratsmitglied seiner Heimatgemeinde aufbauen. Aber auch mit der AWO im Bezirk soll es vorangehen: „Wir haben in den letzten Jahren unseren Kreis mit dem Erwerb und der Verlängerung des Erbbaurechtes für unser Haus am Müggelseedamm für die Zukunft gewappnet, nun geht es daran, in Haupt- und auch Ehrenamt neue Wege einzuschlagen“ , so der neue Vorsitzende. “Auch neue Mitglieder sind uns herzlich willkommen, in unseren drei bisher aktiven Gruppen, aber auch in anderen Ortsteilen unseres schönen und großen Bezirkes“, betont Ralf Thies. Kontakt zum AWO Kreisverband Treptow-Köpenick: Tel.: 030/64 51 945 E-Mail: info@awo-tk.de

Transferleistungen des Länderfinanzausgleichs (Stand: 2012)

Berlins um ca. 3 Euro pro Sekunde, aber das soll nicht bedeuten, dass Berlin auf Gelder aus dem LFA verzichten könnte. Berlin braucht auch weiterhin für die Konsolidierung der Altschulden eine Entlastung von 62 Milliarden Euro. Deshalb fordern wir, dass bei den Verhandlungen zur Neuordnung des LFA Berlin nicht schlechter aufgestellt werden darf, als die Bundeshauptstadt zum derzeitigen Zeitpunkt da

Der AWO Kreisverband Treptow-Köpenick hat einen neuen Vorsitzenden. Ralf Thies (46) ist auf einer Kreisdelegiertenkonferenz in Friedrichshagen einstimmig gewählt worden. Er folgt damit Winfried Blohm, der nach seiner Zeit als BVV-Vorsteher lange Jahre AWO-Vorsitzender war und nun aus gesundheitlichen Gründen mit seinem bisherigen Stellvertreter die Funktionen getauscht hat. Ralf Thies stammt aus Niedersachsen, ist seit 2008 Mitglied der AWO und bereits seit 1990 Mitglied der SPD. 2006 ist er aus beruflichen Gründen nach Berlin

Forschung und Entwicklung für Spitzensport
1,4 Millionen Euro zusätzlich für Institut in Schöneweide
„Eine gute Entscheidung für den Sport und für meinen Wahlkreis TreptowKöpenick“, freut sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Schmidt. Es ist gelungen, zusätzliche Haushaltsmittel von 1,4 Millionen Euro für das Institut für Forschung und Entwicklung (FES) am Standort in Berlin Schöneweide zu erreichen. „Die Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt und das freut mich sehr“, so Matthias Schmidt. Mit den Mitteln lassen sich Eckpfeiler des Zukunftskonzepts des FES realisieren. So machen die 1,4 Millionen Euro es möglich, dass weitere Sportarten von der Arbeit des FES profitieren können, darunter auch der Behindertensport. „Das ist ein richtiger und notwendiger Schritt in Richtung Inklusion im Spitzensport“, so die Bewertung von Schmidt, der sich besonders für die Paralympischen Spiele und den Behindertensport engagiert. „Damit können Athletinnen und Athleten mit Behinderungen von der Spitzentechnologie und der wissenschaftlichen Betreuung, die das FES leistet, profitieren.“ Darüber hinaus schaffen die Mittel die Voraussetzung, dass die Projektteams nun durchgängig für die Sommerund Wintersportbereiche in den Olympiazyklen arbeiten können. Auch das kommt dem Spitzensport und seinen Sportlerinnen und Sportlern zugute. „Die Gelder schaffen zum einen Planungssicherheit und das ist das Entscheidende für die Forschung und Entwicklung im Spitzensport. Darüber hinaus schaffen sie den notwendigen Spielraum für Investitionen in die Zukunft“, fasst er die positiven Effekte zusammen. „Das Geld ist gut investiert. Ich kenne das FES seit vielen Jahren und konnte mich bei zahlreichen Besuchen von der hervorragenden Arbeit des Instituts überzeugen.“ Auch bei den Athletinnen und Athleten genießt dieses einen hervorragenden Ruf. „Ich freue mich für das FES und seinen Direktor Harald Schaale, der sich in zahlreichen Gesprächen für die Spitzensporttechnologie stark gemacht hat und wünsche viel Erfolg für die weitere Arbeit.“

IMPRESSUM
Herausgeber: SPD Treptow-Köpenick, Grünauer Straße 8, 12557 Berlin Kontakt: buero@spd-tk.de www.spd-tk.de V.i.S.d.P.: Oliver (Kreisvorsitzender) Igel

Gedenken an den ehemaligen Bezirksbürgermeister Michael Brückner
Der Heimatverein Köpenick wird in Zusammenarbeit mit der Frie d hofsver waltung die Treptow-Köpenicker Ehrengräber mit Erläuterungstafeln zu den verstorbenen Persönlichkeiten versehen. Zusätzlich wird am Grab von Michael Brückner eine Hinweistafel angebracht. Der Elektro-Ingenieur war nach der friedlichen Revolution der erste frei gewählte Treptower Bezirksbürgermeister von 1990 bis zu seinem plötzlichen Tod 1998. Seit November 1989 war Michael Brückner, der aus einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus stammte, Mitglied der SDP und baute den Ortsverein Niederschöneweide auf. Im April 1990 entschied eine Vollversammlung der Sozialdemokraten in Treptow, den Investbauleiter des Funkwerkes Köpenick als Kandidaten für das Amt des Bezirksbürgermeisters aufzustellen. Brückner kannte „die normalen Leute“, strahlte Ruhe und Sicherheit aus, zeigte auch Durchsetzungsvermögen. Die Probleme waren drängend: die Verwaltung musste umgebaut, die Wiedervereinigung vorbereitet, die Wohnraumknappheit bewältigt werden. Als seine wichtigsten Ziele nannte er daneben die VerkehrsinfraWissenschaftsstandortes Adlershof sowie den Um- und Neubau von Wohngebieten in Altglienicke und an der Elsenstraße. Michael Brückner ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, Vertrauen in die Demokratie aufzubauen und Treptow ein neues Gesicht zu geben: mit einer bürgerfreundlicheren Verwaltung und neuen Arbeitsplätzen in Wirtschaft und Wissenschaft. Diese Verdienste bleiben unvergessen. Die SPD Treptow-Köpenick nimmt diese Einweihung zum Anlass an Michael Brückner in seinem 75. Geburtsjahr und gleichzeitig am 25. Gründungstag der SDP Treptow zu gedenken. Im Anschluss werden die Grabinformationstafeln an den Ehrengräbern von Prof. Liselotte Welskopf-Henrich (1901-1979) – Althistorikerin und Schriftstellerin und Aktivistin im Antifaschistischen Widerstand – und Prof. Wolfgang Heinz (19001984) – zeitweise Leiter der Schauspielschule Berlin, Präsident des Verbandes der Theaterschaffenden der DDR – eingeweiht. Das stille Gedenken und die Einweihung der Informationstafeln finden am Sonntag, dem 14. Dezember ab 14 Uhr statt und beginnt am Grab von Michael Brückner (unweit der Kapelle) auf dem Waldfriedhof Adlershof in der Friedlander Straße 156.

An dieser Ausgabe haben mitgewirkt: Oliver Igel, Andy Jauch, André Rostalski, Matthias Schmidt, Gabriele Schmitz, Ralf Thies Druck: Henke Pressedruck GmbH & Co. KG, Auflage: 50.000 Exemplare

struktur, ein für alle offenes „gläsernes Rathaus“ und eine gute Zusammenarbeit mit anderen Städten und Gemeinden. In seiner Amtszeit beförderte er vor allem den Ausbau des Wirtschafts- und

Berliner Stadtblatt

THEMA

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„Berlin ernsthaft und bürgernah regieren“
Michael Müller im Stadtblatt-Interview über seinen Regierungsstil und die wichtigsten Ziele für die Stadt
Herr Müller, mehr als 13 Jahre lang hat Klaus Wowereit das Amt des Regierenden Bürgermeisters und die Stadt geprägt. Ist es schwer, ein solches Amt jetzt zu übernehmen? Erst einmal muss man Klaus Wowereit Dank und Respekt zollen für 13 Jahre guter Arbeit. Das spannende Berlin zieht jährlich viele Millionen Touristen an. Die Stadt wächst, weil sie so attraktiv ist und wir haben die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren halbieren können. Das und vieles mehr ist das Verdienst von Klaus Wowereit und der Berliner SPD. Ich freue mich, dass ich daran in den letzten 13 Jahren auch meinen Anteil hatte. Aber man kann die „Marke“ Klaus Wowereit nicht kopieren. Ich muss und ich werde meinen eigenen Weg gehen. Dabei ist es mir wichtig, mit den Berlinerinnen und Berlinern gemeinsam daran zu arbeiten, unsere Stadt jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Wird es so etwas wie einen erkennbaren Müllerschen Regierungsstil geben? Ich will Berlin ernsthaft und bürgernah regieren. Es ist mir wichtig zu wissen, wo die Menschen „der Schuh drückt“ und ich möchte durch meine tägliche Arbeit dazu beitragen, diese Probleme zu beseitigen. Für ernähren können. In vielen Branchen wurden viele Arbeitsplätze geschaffen. Um mehr gute Arbeit zu schaffen, müssen wir Berlin aber weiter re-industrialisieren. Neue, nachhaltige Industrien müssen für den Fortschritt forschen, entwickeln, für die ganze Welt Produkte „Made in Berlin“ produzieren und vor allem gute Arbeit schaffen. CHANCEN NUTZEN Großprojekten – und dazu gehört auch eine Bewerbung um die Olympischen Spiele – schlägt nicht nur in Berlin viel Misstrauen entgegen. Warum setzen Sie und die SPD sich dennoch für eine Olympia-Bewerbung ein? Ich halte Olympia für eine große Chance für die Stadt. In Berlin sind fast eine halbe Million Menschen in Sportvereinen organisiert, da lebt der olympische Gedanke. Eine erfolgreiche Bewerbung wird es aber nur mit der breiten Unterstützung der Bevölkerung geben. Ich will gemeinsam mit den Berlinerinnen und Berlinern einen breiten Stadtdialog führen, in dem wir gemeinsam erarbeiten, was wir von einer Olympiabewerbung erwarten. Es muss ganz klar sein, dass Berlin auch dauerhaft von den Olympischen Spielen profitiert.

„Es ist mir wichtig zu wissen, wo die Menschen der Schuh drückt“, sagt Michael Müller im Stadtblatt-Interview

Foto: Marco Urban

mich ist als Sozialdemokrat am wichtigsten, ein Berlin zu schaffen, in dem es gerecht zugeht und alle ihre Chance bekommen. Berlin muss Berlin bleiben: frei, bezahlbar, spannend. Als Senator für Stadtentwicklung und Umwelt haben Sie einen Schwerpunkt in der Wohnungspolitik gesetzt. Wie geht es weiter: Bleibt Berlin auch künftig eine „Mieterstadt“? Ein klares Ja. Wir haben schon viel in der Mieten-

und Wohnungsbaupolitik erreicht, damit Berlin Mieterstadt bleibt. Unsere landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften werden dabei weiterhin mit Mietenbündnis und Neubau eine wichtige Rolle übernehmen. Wir werden den kommunalen Wohnungsbestand spätestens 2016 auf 300.000 Wohnungen erhöht haben. Uns fehlt aber noch das Umwandlungsverbot von Mietin Eigentumswohnungen. Darüber werde ich mit der CDU reden.

Wer derzeit ein Bürgeramt aufsucht, muss sich auf längere Wartezeiten einrichten. Stimmt die Personalplanung im Öffentlichen Dienst noch? Für die wachsende Stadt brauchen wir auch mehr Personal. Das ist mittlerweile unumstritten. Wir müssen zuerst dort handeln, wo die Menschen schnell Verbesserungen brauchen wie in den Bürgerämtern und Elterngeldstellen. Und wir müssen konsequent unseren Nachwuchs ausbilden

und die jungen Menschen dann auch dauerhaft in der Berliner Verwaltung beschäftigen. Welche Bedeutung werden Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik haben? Ich sage das hier ganz deutlich. Ich werde mich nicht mit fast 200.000 Arbeitslosen abfinden. Für mich ist Vollbeschäftigung, wie es sie in anderen Regionen gibt, das Ziel - mit Arbeit, von der die Menschen leben und ihre Familien

„Berlin muss Berlin bleiben: frei, bezahlbar, spannend“
Michael Müller – Teamchef mit Bodenhaftung. Ein Porträt
Der Aufstieg ist geschafft: Berlin ist zum Ende der Ära Wowereit in der Champions League der Metropolen angekommen, spielt auf Augenhöhe mit New York, Paris, London oder Barcelona. Doch so schwer wie der Weg nach oben wird auch der Kampf um den Klassenerhalt sein, um im fußballerischen Bild zu bleiben. Der neue Teamchef Michael Müller ist für diese Aufgabe gut gerüstet. Und er will dabei seine eigenen Akzente setzen. Als zuverlässiger Arbeiter ist er in seiner Partei, aber auch bei den politischen Mitbewerbern im Abgeordnetenhaus geschätzt. Wichtige politische Erfahrungen hat der künftige Regierende Bürgermeister an der Seite von Klaus Wowereit gesammelt, dessen engster politischer Weggefährte der selbständige Drucker seit Jahrzehnten ist. Zehn Jahre lang hat er die SPD-Fraktion geführt, von 2004 bis 2012 als Landesvorsitzender auch die Partei. Und als gebürtiger Berliner weiß er überdies, wie die Berliner ticken.
Zur Politik gehört für den neuen Regierenden Bürgermeister Michael Müller auch die Fähigkeit, zuhören zu können. Foto: Marco Urban

An Ermunterungen für Michael Müller hat es nicht gefehlt. „Du packst das schon“, zeigte sich stellvertretend für viele Walter Momper, der Regierende Bürgermeister in der Zeit des Mauerfalls, überzeugt. Dass es ihm an Wowereits Glamour fehlt, trägt der verheiratete Vater zweier Kinder mit Gelassenheit und Humor: „Ich sehe aus wie ich aussehe.“ Daran werde sich in nächster Zeit auch nichts ändern. Beim Glamourfaktor sei noch „Luft nach oben“. Dafür kann ihm

in Punkto Bodenhaftung keiner etwas vormachen. VOLLBESCHÄFTIGUNG UND BEZAHLBARE MIETEN Stolz verweist Müller auf die Halbierung der Arbeitslosigkeit seit 2005 und nennt den fast vergessenen Begriff „Vollbeschäftigung“ als zentrales Ziel seines Handelns. „Berlin muss eine Stadt der Arbeit werden.“ Ein weiterer Punkt auf Müllers Agenda sind solide Finanzen. Denn Berlin ist zwar sexy und nicht mehr arm, aber

zu den Reichen zählt die Stadt noch lange nicht. Eine Stärke der Stadt, so Müller, seien bezahlbare Mieten. Bisher konnten in Berlin größere Verdrängungen von Städtern wie in Paris oder London mit ihren horrenden Mieten verhindert werden. Doch Müller weiß auch, dass als Kehrseite des Aufstiegs der Druck auf den Wohnungsmarkt zugenommen hat. Viele Menschen sorgen sich darum, sich ihre vier Wände nicht mehr leisten zu können. Für den Bause-

nator Müller gibt es auf diese Befürchtungen nur eine Reaktion: bauen, bauen, bauen. „Denn Wohnen ist keine Ware.“ Müller, der das größte Senatsressort leitet, verweist auf 20.000 Baugenehmigungen, die dieses Jahr erteilt werden - doppelt so viele wie 2013. Der künftige Regierungschef, der zwei Tage vor seiner Wahl im Abgeordnetenhaus 50 Jahre wird, hätte gerne noch ein paar weitere Genehmigungen über seinen Schreibtisch gehen lassen. Doch da haben ihm die Wähler im Frühsommer einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Sie lehnten die von Müller befürwortete Teilbebauung des früheren Zentralflughafens ab. Eine Enttäuschung für den Mann, der seit 1981 Mitglied der Partei August Bebels, Ernst Reuters und Willy Brandts ist. Die Antwort von Michael Müller lautete: zuhören, neue Lösungen suchen, den Dialog in der Stadt verstärken. MÜLLER KOMMT AN „Ich bin mit mir selbst im Reinen“, sagt Müller. Beim

Mitgliedervotum setzte er sich schon im ersten Wahlgang klar gegen seine zwei Mitbewerber durch. Und auch die Wählerinnen und Wähler haben das Votum der Berliner Sozialdemokraten für Müller gutgeheißen. Unmittelbar nach der Abstimmung zog die SPD in den Umfragen mit der lange führenden CDU gleich und überholte sie sogar. Das sind gute Voraussetzungen für die Abgeordnetenhauswahl 2016. Dem Koalitionspartner CDU stehen anstrengende Zeiten bevor. Denn es geht um mehr soziale Sicherheit in der Stadt. Und Müllers Forderung ist klar: „Die CDU muss sich bewegen.“ Sehnsuchtsort – so das Credo des künftigen Regierenden – könne Berlin nur bleiben, wenn es sich anders als andere Metropolen entwickele. „Berlin muss Berlin bleiben, frei, bezahlbar und spannend“, gibt der Tempelhofer die Richtung vor. Nur so könne die Millionenmetropole das Versprechen erfüllen, Heimat für alle zu sein – für die Alteingesessenen ebenso wie für die Neuen. Volker Warkentin

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BERLIN

Berliner Stadtblatt

MELDUNGEN NEUES NETZPORTAL FÜR JUGENDLICHE Noch in diesem Monat geht ein neues Internetportal online, das den Stimmen der Kinder und Jugendlichen Berlins mehr Gewicht im politischen Geschehen verschaffen soll. Für Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ist der Ausbau der Beteiligungsmöglichkeiten ein wichtiger Schwerpunkt: „Kinder und Jugendliche sind schließlich genauso Bürgerinnen und Bürger wie die Erwachsenen.“ Das geplante Portal ist eine Weiterentwicklung des von den jugendlichen Nutzerinnen und Nutzern gut angenommenen jugendnetz-berlin.de. Eine Redaktion von jungen Menschen soll unter Anleitung von erwachsenen Journalistinnen und Journalisten sowie mit medienpädagogischerBetreuung jugendrelevante Themen aufbereiten. BUNDESTAG MIT NEUEM ZUGANG Kein Parlament in Europa hat so viele Besucherinnen und Besucher wie der Deutsche Bundestag im Reichstagsgebäude. Derzeit ist der Zugang für die Gäste nur über das nach den Terrorwarnungen vor drei Jahren provisorisch errichtete Besucherempfangszentrum an der Westseite des Reichstagsgebäudes möglich. Künftig sollen die Besucherinnen und Besucher in einem ca. 6.000 Quadratmeter großen Besucher- und Informationszentrum auf der anderen Straßenseite bereits erste Informationen erhalten und hier auch das Sicherheitsprozedere durchlaufen. STEUEREINNAHMEN IN BERLIN STABIL Die aktuelle Steuerschätzung hat für das Land Berlin die bisherigen Prognosen zu den Steuereinnahmen weitgehend bestätigt. Für 2014 werden Einnahmen in Höhe von 17,2 Mrd. Euro erwartet; für 2015 liegen die vorausgeschätzten Einnahmen bei 17,7 Mrd. Euro. Ursachen für das stabile Steueraufkommen im Land Berlin sind zum einen das anhaltende Bevölkerungswachstum der Stadt und zum anderen die weiterhin überdurchschnittliche Entwicklung der eigenen Wirtschafts- und Steuerkraft Berlins. Diese Faktoren gleichen die bundesweit zu verzeichnende konjunkturelle Eintrübung teilweise aus.

Berlin hat mehr Arbeit
Arbeitssenatorin: Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit wird verstärkt
Die gute wirtschaftliche Entwicklung Berlins kommt am Arbeitsmarkt an. „Wir haben jetzt zum vierten Mal die wichtige Marke von 200.000 Arbeitslosen unterschritten – und die Marke von 10 Prozent bei der Jugendarbeitslosigkeit erreicht. Das sind zwei der zentralen Ziele der Berliner Arbeitsmarktstrategie BerlinArbeit, sagt Berlins Arbeits- und Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD). Die monatlichen Statistiken der Arbeitsagentur zeigen deutlich den positiven Trend. „Die Berliner Arbeitsmarktpolitik der letzten Jahre wirkt“, so die Arbeitssenatorin. Inzwischen wurde der niedrigste Stand seit 1991 erreicht. Die wichtigste Herausforderung auf dem Berliner Arbeitsmarkt bleibt für sie aber das Engagement gegen Jugendarbeitsgibt es dann Berufsberatung, Vermittlung in Ausbildung und Arbeit sowie Leistungen der Jugendhilfe. Für Jugendliche ein Weg zu schneller und effektiver Hilfe. „Ich möchte, dass alle Jugendlichen in Berlin ein passendes Angebot für eine Ausbildung erhalten“, so die Arbeitssenatorin. „Dafür brauchen wir mehr betriebliche Ausbildungsplätze, die seit 2005 in Berlin stark rückläufig sind. Die Arbeitgeber sollten wissen: Wer heute nicht ausbildet, hat morgen keine Fachkräfte!“ Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Startschwierigkeiten müssen die Betriebe eine zweite und dritte Chance geben, fordert die Senatorin. „Der Senat macht seine Hausaufgaben – die Unternehmen müssen ihre jetzt auch erledigen!“ SB

Arbeitssenatorin Dilek Kolat bei der Fachgemeinschaft Bau: Gute Ausbildung ist eine Grundlage für sichere Arbeitsplätze Foto: Sen AIF

losigkeit. Noch vor drei Jahren, im Oktober 2011, lag die Quote bei 13,1 Prozent. Dennoch geht ihr die Entwicklung nicht schnell genug. „Ich fordere die Unter-

nehmen deshalb erneut auf, mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Auch inklusive der offenen Ausbildungsplätze hat Berlin eine sehr geringe Ausbil-

dungsquote“, so Dilek Kolat. Um die Jugendarbeitslosigkeit weiter abzubauen, startet im nächsten Jahr die Jugendberufsagentur für Berlin. Unter einem Dach

Das Recht auf Leben
Flüchtlinge: Was zählt, sind Solidarität und Menschlichkeit
Es ist ein Menschenrecht: das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Flucht ist immer Ausdruck von Not. Niemand verlässt seine Heimat aus freien Stücken. Auch in Berlin finden Flüchtlinge eine neue vorübergehende Heimat. Die Konflikte in der Welt haben zugenommen. Kamen im Jahr 2012 rund 3000 Flüchtende in die Hauptstadt, waren es in diesem Jahr über 12.000 Menschen. Die Anzahl der Flüchtlinge, die ein Bundesland aufzunehmen hat, bemisst sich an der Bevölkerungszahl. Dass heißt auch: Kein Land muss mehr aufnehmen als es verkraftet. Deutschland nimmt, gemessen an der Einwohnerzahl und im Vergleich zu anderen europäischen Staaten, auch nicht die meisten Menschen in Not auf. Es sind Länder wie Italien, Griechenland und Spanien, die die Hauptlast tragen. Aber auch nach Berlin sind seit den 90er Jahren nicht mehr so viele Menschen ohne Hab und Gut gekommen. Das stellt alle Bezirke vor Herausforderungen, aktuell besonders Marzahn-Hellersdorf, TreptowKöpenick, Lichtenberg, Steglitz-Zehlendorf und Pankow. Dort entstehen neue Unterkünfte. Im Bezirk Mitte, in der Nähe des Landesamts für Gesundheit und Soziales, wurde bereits eine Traglufthalle errichtet. Hier können die gestrandeten und erschöpften Menschen die ersten Tage unterkommen, bis sie auf andere Standorte verteilt werden. Sie brauchen vor allem Ruhe und Unterstützung. Viele sind traumatisiert durch Krieg und Vertreibung. Vielerorts haben sich Bürgerinitiativen gegründet. Sie sammeln Spenden, begleiten die Menschen durch ihren Alltag an einem fremden Ort, organisieren Begegnungen. Dieses Zusammenkommen ist wichtig. Nur so können Ängste und Vorurteile abgebaut werden. Dass die Sorgen der Anwohner ernst genommen werden, machen Politik und Verwaltung deutlich. Jan Stöß, Landesvorsitzender der Berliner SPD: „Was jetzt zählt sind Solidarität und Menschlichkeit. Zugleich nehmen wir die Ängste und Befürchtungen von Anwohnern der Flüchtlingsunterkünfte ernst und werden alle Bemühungen anstellen, um vor Ort zu informieren und Ängste abzubauen.“ Die SPD hat ein Aktionsprogramm für die besonders betroffene Kommunen vorlegt. Mit bis zu einer Milliarde Euro sollen sie bei der Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge unterstützt werden. Die Bundesregierung hat bereits eine größere finanzielle Unterstützung zugesagt. JoS

HILFE FÜR FLÜCHTLINGE

Die AWO Mitte betreibt Erstaufnahmeeinrichtungen und Wohnheime (www.awo-mitte.de). Spenden können auch gezielt für Spielsachen oder Lehrbücher überwiesen werden. AWO Mitte, Bank für Sozialwirtschaft, Konto 1237305, BLZ 100 205 00, Betr.: Flüchtlingshilfe Die Beratungsstelle XENION (www.xenion. org) hilft Kindern und Jugendlichen, die allein nach Berlin kommen. Ehrenamtliche Hilfe oder Spenden sind gefragt! Bank für Sozialwirtschaft, Konto 3052403, BLZ 100 205 00

Spiele ohne Gigantismus
Diskussion über Olympiabewerbung Berlins ist angelaufen
Die Unterstützung für eine Olympiabewerbung Berlins wächst. Talkmaster Günter Jauch, Schauspieler Dieter Hallervorden oder Starkoch Tim Raue setzen sich für die Stadt ein. Berlin will mit seiner Bewerbung weg vom bisherigen Gigantismus sportlicher Großereignisse. Investiert werden soll in Sportanlagen, die Berlin ohnehin braucht. Und die Bewerbung soll durch einen gemeinsamen Diskussionsprozess in der Stadt entstehen. „Vor Abgabe der Bewerbung muss eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner dieses Konzept unterstützen“, heißt es in einem Beschluss, den die Berliner SPD auf ihrem Parteitag im November gefasst hat. „Dazu wird die Möglichkeit einer für Senat und Abgeordnetenhaus verbindlichen Abstimmung geschaffen.“ Im Berliner Abgeordnetenhaus haben sich SPD, CDU und Piraten auf eine gemeinsame Linie geeinigt. Ein Sonderausschuss soll die Bewerbung und die Bürgerbeteiligung begleiten. Die Voraussetzungen in der Stadt sind gut. Berlin verfügt bereits über entsprechende Hotelkapazitäten, einen ausgebauten öffentlichen Nahverkehr und zahlreiche Sportstätten, in die angesichts des Wachstums der Stadt ohnehin Investitionen notwendig werden. Im Internet sind die bisherigen Ideen auf Zustimmung gestoßen. „Spiele, die zu Berlin passen und auf Nachhaltigkeit setzen, wergramm für rund 200 Schulsporthallen. Zwei Drittel sehen im Flughafen Tegel einen geeigneten Standort für ein Olympisches und Paralympisches Dorf, das anschließend als Wohnquartier genutzt werden kann. Weitere Ideen sind gefragt und können in den kommenden Wochen und Monaten eingebracht werden. Am 21. März will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) festlegen, ob Hamburg oder Berlin die deutsche Bewerber-Stadt wird, danach soll dort eine Bürgerbefragung stattfinden. Gibt es in der ausgewählten Stadt keine Mehrheit, wird sich Deutschland nicht bewerben. U.H. Zur Online-Beteiligung: www.berlin.de/spiele-in-berlin

In Berlin stehen - wie hier am Olympiastadion - viele Flächen für den Sport zur Verfügung. Foto: Horb

den als Bereicherung für die Stadt wahrgenommen“, fasst Senatssprecher Richard Meng die ersten Erkenntnisse zusammen. 74 Prozent, so Meng, begrüßen die

Idee, im Vorfeld von Olympischen und Paralympischen Spielen ein großes internationales Jugendsportfest zu veranstalten – kombiniert mit einem Sanierungspro-

Berliner Stadtblatt

BERLINER LEBEN

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„Oder-Leopard“ mit Gemüse
Der Winter ist im Oderbruch traditionell Quappen-Saison. Man muss nur wissen wo
Einst gab es den Fisch im Überfluss, so dass man ihn trocknete, um Kienspäne zum Anzünden der Öllämpchen daraus zu machen. Die Rede ist von der Quappe, die typisch für das Oderbruch ist, sich heute aber rar macht und als Feinschmecker-Rarität gilt. Ein Landausflug zur Winterzeit gefällig? Kenner gehen auf die Suche nach Gaststätten, die den Raubfisch, im Volksmund Oder-Leopard genannt, auf der Karte stehen haben. Die aber sind gar nicht so leicht zu finden. Denn die Quappe, eine Dorschart, ist ein Wanderfisch. Im Spätherbst kommt sie von der Ostsee die Oder hinauf, um hier zu laichen. Die Saison beginnt Mitte Dezember und endet Anfang März. Ob es genügend Fang gibt, hängt davon ab, wann die Oder vereist. Wenn die Eisschollen die Fangnetze zerstören, wird es schwierig. Dann bleiben nur ein paar Angler. Da helfen dann Polen aus dem Warthebruch aus. Es hat sich herumgesprochen: Das Leit-Restaurant in Sache Quappen ist „Schechert`s Hof “ in Marxdorf nicht weit von der B1 zwischen Müncheberg und

WOHIN, WENN WEIHNACHTEN NAHT?
Es gibt sie auch dieses Jahr, die großen, eher kommerziell betriebenen Weihnachtsmärkte: Gendarmenmarkt, Alexanderplatz, Breitscheidplatz, Schloss Charlottenburg und andere. Und dann die kleinen, handwerklich geprägten Weihnachtsmärkte. Viele Besucher zieht es am 3. und 4. Advent zur Domäne Dahlem (Königin-Luise-Straße 49), die ein breites Angebot von Kunsthandwerklichem und Genussvollem bietet und zudem ein Paradies für Kinder ist. Sie können Tiere streicheln und Kutschfahrten machen oder reiten. Der Advents-Ökomarkt am Kollwitzplatz, veranstaltet von der GRÜNEN LIGA Berlin, ist an den Adventssonntagen von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Von der Tanne bis zum Baumschmuck, von Spielzeug bis Wein und Honig bieten Ökomarkthändler und Kunsthandwerker ihre vielfältigen Produkte aus ökologischem Anbau und fairem Handel.

Einer der wenigen Quappenfischer mit einem Prachtexemplar. Name und Ort des Betriebes müssen wir geheim halten. Foto: Wolfgang Schalow

Seelow. Fischkenner Wolfgang Schalow, der nach der Wende von Wilmersdorf auf den Hof der Familie zurückkehrte, hat vor acht Jahren als erster die Quappe wiederentdeckt. Seine Lieferanten hält er geheim, und die halten ihm dafür die Treue. Die Nachfrage ist so groß, dass man auf jeden Fall vorher anrufen sollte. Das gilt auch für die wenigen anderen Gasthöfe, die mittlerweile die Quappe auf der Karte stehen haben.

Wolfgang Schalow versteht es, den Fisch mit seinem festen Fleisch auf den Punkt zu garen. Er reicht Gemüse dazu. Andere bieten nach alter Oderbruch-Tradition „Fliedermus“ aus Holunderbeeren als Beigabe. Wer die Quappensaison verpasst, ist bei Schalow auch so gut aufgehoben: Dann gibt es Stör aus der Lausitz. In ein paar Jahren wird er auch in der Oder wieder heimisch sein. Ulrich Rosenbaum

Die Quappen-Gasthöfe: Schechert’s Hof, Marxdorf, Tel. (033470) 4950 Anglerheim, Lebus, Tel. (033604) 5691 Landfrauencafé, Groß-Neuendorf, Tel. (033478) 37077 Zur Alten Bäckerei, Altreetz, Tel. (033457) 469855 Zur Oderbrücke, Altglietzen, Tel. (033369) 525 Zum Alten Fritz, Altlewin, (033452) 4180

Die „Nordische Märchenweihnacht“ auf dem Gutshof Schloss Britz: Neben dem skandinavisch geprägten Weihnachtsmarkt gibt es Märchenspiele, Musik, Akrobatik und Fahrten mit Schlittenhunden. Geöffnet ist am 3. und 4. Adventswochenende, freitags von 14.00 Uhr bis 21.00 Uhr, samstags und sonntags von 11.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Den nordischen Ländern gewidmet ist auch der LuciaWeihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei Prenzlauer Berg. Er ist bis zum 22. Dezember täglich geöffnet. Lucia, die Lichtbringerin, wird in Schweden verehrt, sie lässt Träume wachsen, weckt Sehnsüchte, schenkt Hoffnung und gibt den Sorgenden ein Stück Wärme und Geborgenheit. Ulrich Rosenbaum

Kunst im Parlament
Abgeordnetenhaus bietet Führungen an

Die Zerstörung der Stadt
Ein Bildband zeigt Berlin zwischen 1933 und 1945
Bücher bieten die Chance, Geschichte von ihrem Ende her zu betrachten. Wer die letzten Seiten des großformatigen Bildbandes „Berlin im Dritten Reich“ aufschlägt, sieht das Ausmaß der Zerstörung, das die zwölfjährige Nazi-Herrschaft verursacht hat. Eine Doppelseite zeigt eine Luftaufnahme von Teilen Kreuzbergs im Jahr 1945. Dicht an dicht Häuser ohne Dächer, ausgebrannt und unbewohnbar. Und auf einem letzten Bild ist ein Schild mit einem aufgemalten Hitler-Zitat zu sehen, angebracht an einer zerstörten Hauswand: „Gebt mir zehn Jahre Zeit und ihr kennt Deutschland nicht wieder.“ Der Band, jetzt im Berliner Elsengold-Verlag erschienen, beschreibt die Veränderung der Stadt zwischen 1933 und 1945 in beeindruckenden Bildern. Rund 600 Aufnahmen aus den Beständen des Berliner Landesarchivs hat der Historiker Hans-Ulrich Thamer für den 400seitigen Band ausgewählt. Thamer gibt ihnen mit seinen kurzen Texten ihre Geschichte wieder und liefert notwendige Ergänzungen. Denn nicht alles zeigen die Bilder, die in jener Zeit entstanden, nicht alles konnte und durfte fotografiert werden. Schon 1933 sind die Sym-

Zuletzt wurden in der Wandelhalle des Abgeordnetenhauses 20 Portraits von „Starken Frauen der friedlichen Revolution 1989“ der Künstlerin Gudrun Boiar ausgestellt .
Foto: Abgeordnetenhaus von Berlin

Der Sitz des Abgeordnetenhauses von Berlin ist auch ein Ort für Kultur. Neben ständig wechselnden kleineren Ausstellungen zu meist politischen Themen, die regelmäßig in der Wandelhalle vor dem Plenarsaal zu sehen sind, können einige besondere Werke auch dauerhaft besichtig werden. Neben der Galerie der Berliner Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger, die schon auf Grund des unterschiedlichen Alters der Portraits eine sehr große Spannbreite bildender Kunst zeigt, gibt es mit der Büstengalerie der ehemaligen Präsiden-

tinnen und Präsidenten des Abgeordnetenhauses eine sehr vielfältige Sammlung. Besonders stolz sei man aber, so Parlamentspräsident Wieland, auf die fünf Richter-Bilder: „Diese beeindruckenden Bilder sind seinerzeit eigens für den Festsaal angefertigt worden. Dass wir mit Gerhard Richter einen der bedeutendsten deutschen Künstler der Gegenwart dafür gewinnen konnten, ist ein echter Glücksfall.“ Seit 2013 ist zudem unter dem Titel „Herzflattern“ in den Gängen des ehemaligen Preußischen Landtags eine Sammlung von Male-

rei und Skulpturen zu sehen. Zusammengestellt von der Artothek der Sozialen Künstlerförderung sind hier Arbeiten zu sehen, die im Berlin der Nachwendezeit entstanden sind. Der Besucherdienst des Abgeordnetenhauses, Telefon 030 / 2325-1064 bietet Führungen zum Thema Kunst an. Ein Katalog zu „Herzflattern“, aber auch weitere Informationen über andere Kunstgegenstände, die im Abgeordnetenhaus in der Regel öffentlich zugänglich sind, können im Referat Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 030 / 2325-1065, erfragt werden. S. Becker

Hans-Ulrich Thamer: Berlin im Dritten Reich, Herrschaft und Alltag unter dem Hakenkreuz, 400 Seiten, ca. 600 Abbildungen, 22 x 29 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, ISBN 9783944594170, EUR 39,95

bole der Arbeiterbewegung aus dem Stadtbild verschwunden. Die Fotografien zeigen jetzt Fahnenappelle und Jugendliche beim Arbeitsdienst. Massenaufmärsche. Bilder von der Emigration jüdischer Bürgerinnen und Bürger gibt es, von den später folgenden Deportationen sind keine Bilder im Archiv. Mit Kriegsbeginn starten große Sammelaktionen von Altmetallen, Papier und Knochen, am monat-

lichen „Opfersonntag“ darf nur noch Eintopf gegesssen werden. 1940 wird die Straße vor dem Brandenburger Tor mit grünen Stofffetzen überspannt, um Bomberpiloten zu täuschen. Kaum zu glauben, dass dieses pulsierende Berlin des Jahres 1933 zwölf Jahre später in Schutt und Asche liegt. Die Fotografien zeigen die Entwicklung nüchtern und dokumentarisch. U.H.

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S E RV I C E · R ÄT S E L

Berliner Stadtblatt

Ideen zum Einpacken und Verschenken
Stadtblatt-Service: Tipps und Adressen für ganz besondere Weihnachtsgaben
KRIPPE TO GO ist zudem ein Projekt, in dem Menschen Arbeit finden oder umlernen können. Wer hier vorbei schaut, macht deshalb alles richtig: Entweder er gibt sein – hoffentlich nicht letztes – Hemd oder erwirbt eines und unterstützt damit ein Projekt, das Mehrwert hat. Waldhochseilgarten Jungfernheide, Heckerdamm 260, 13627 Berlin, Tel. 030 - 34 09 48-18 (Mo. bis Fr. 10 - 19 Uhr) oder Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins, Seydlitzstr. 1, 10557 Berlin-Moabit, Tel. 030 - 33 09 98 - 636, täglich 10 - 23 Uhr geöffnet WILLY FÜR KINDER Ein Buch über Willy Brandt, das Kinder, Jugendliche und Eltern gemeinsam lesen können? Das gibt es. Die Geschichte des Katers Billy eignet sich hervorragend für gemeinsame Vorlese-Abende. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts kannte jedes Kind den Bundeskanzler, der mit seiner eigenen Fluchtgeschichte wie kein anderer für Aussöhnung und Frieden stand. Diese 84 Seiten mit Illustrationen von Maren Barber lohnen den Blick in die Geschichte – auch schon für die Kleinen und immer für die Großen. Bundeskanzlers. 84 Seiten, 20 x 20 cm, hardcover, gebunden, ISBN 978-39810097-8-1, 15,00 Euro WAT? HONIG AUS BERLIN? engagieren? Dabei ist Zeit schenken ein doppeltes Geschenk, denn es wird einem etwas zurückgegeben. Zahlreiche Vereine und Verbände bieten die Möglichkeit an, die eigene Zeit für Sinnvolles zu nutzen: einen alten und vielleicht einsamen Menschen begleiten, Flüchtlingen bei ihrer Ankunft helfen oder das Tierheim von Berlin mit Zeit zu unterstützen. Das Berliner Tierheim finanziert sich fast ausschließlich aus Spenden. Da wird jede helfende Hand gebraucht. Zeit zu schenken kostet keinen einzigen Cent oder Euro, aber gibt Freude und Mut – beides ist unbezahlbar. Zwei von vielen Möglichkeiten: Freunde alter Menschen e.V. – Geschäftsstelle: Tieckstraße 9, 10115 Berlin, Telefon: 030 - 13 89 57 90, E-Mail: info@famev.de, www.famev.de und Tierschutzverein für Berlin, www.tierschutz- berlin.de KREATIVE FÄCHER In einer kreativen Stadt wie Berlin gibt es unzählige kleine Designerläden. Wer sich aber lange Wege ersparen will, findet in der Nähe des Checkpoint Charlie ein Geschäft, dessen Regalfächer voller unterschiedlicher kreativer Produkte sind. Denn alle Fächer sind von verschiedenen KünstlerInnen oder DesignerInnen als kleine Verkaufsfläche gemietet worden. Kissen, Taschen, Keramik, Papierarbeiten und Grafiken, Seifen oder hölzerne Lautsprecher für Handys – all das ist hier von Fach zu Fach im Angebot. VIELFACH - Das Kreativkaufhaus, Zimmerstraße 11, 10969 Berlin, Mo-Fr: 11-19 Uhr, Sa. 11-16 /19 Uhr DAS NEUESTE Es soll ja Menschen geben, die schon alles haben. Nur das Neueste müsste ihnen eigentlich fehlen, eben das, was noch keiner hat. In solchen Fällen könnte ein Besuch an der Quelle helfen: im Erfinderladen. Hier haben sich allerlei Kuriositäten angesammelt. Da gibt es Stoffbeutel, in denen sich Gemüse länger halten soll, Pflanzsets, kleine Werkzeuge für unterwegs oder eine faltbare Zitronenpresse nach Origami-Art. Facebook-Freunde, die noch selbst auf Links klicken müssen, finden hier den „Gefällt-mir“-Stempel. Zugegeben, nicht alles scheint auf den ersten Blick wirklich nötig zu sein. Aber neu ist es.

Jeder kennt das: mit kleinen Kindern auf der Autobahn zum Weihnachtsfest mit den Lieben. Einige Zeit geht es gut, aber irgendwann kommt Langeweile auf. Für die Kleinen hat sich die kleine Firma edition.end etwas einfallen lassen. Entzückende, von Frauen in einem sozialen Projekt in Südamerika, handgefertigte Fingerpuppen schauen aus dem Eierbecher heraus. Alle sind da: Ochse, Esel und Engel. Wer es lieber ganzjährig mag, dem seien der Zirkus, der Ozean und der Bauernhof anempfohlen. Online-Shop: www.editionend.de DAS LETZTE HEMD So weit kommt es wohl nicht, aber dieser kleine feine Second Hemd-Laden im Wedding beherzigt das Sprichwort: jemandem sein letztes Hemd geben. Zum kleinen Preis wird extravagante, preisgünstige und stets qualitativ hochwertige Mode für den Mann und die Frau angeboten. Der AWO-Laden Second Hemd

Second Hemd-Laden, Prinzenallee 74, 13357 Berlin Mo. bis Fr. 11 - 18 Uhr, Sa. 10 - 16 Uhr IMMER HOCH HINAUS Als Kind haben wir das oft gemacht. Schwups, hoch hinauf auf den Baum. Unsere Eltern waren bestimmt nicht immer entzückt. Das Überwinden von Hindernissen und Höhen – das reizt viele heute noch. Aber wer hat schon einen Kletterbaum vor dem Haus? Und dann die Muskeln – jeder einzelne wird beansprucht. Aber, gemeinsames Klettern mit den Kindern, Freunden und Partnern im Hochseilgarten oder beim Deutschen Alpenverein hier in Berlin – das macht Spaß. Unsere Stadt bietet vieles an, im Sommer wie Winter.

Aber klar doch! Die Imkerinnen und Imker hinter diesem Projekt haben sich viel vorgenommen. In der grünsten Stadt Europas wollen sie durch fairen und innovativen Handel helfen, dass es wieder ‚Mehr Bienen in Berlin‘ gibt. Bienen sind weltweit in ihren Lebensräumen gefährdet. Um sie zu schützen, werden u.a. Bienenhäuser gebaut. Dieses original Berliner Produkt ist somit nachhaltig, lecker und hochwertig. In zahlreichen Einzelhandelshäusern ist er in Berlin zu finden. Verkaufsstellen und Online-Shop: www.berlinerhonig.de DAS WERTVOLLSTE Wir leben in hektischen Zeiten. Wer hat noch eine Minute, um mit dem Nachbarn zu plaudern, der alten Dame die Einkaufstüten zu tragen oder sich ehrenamtlich in einem Verein zu

Sabine Carbon und Barbara Lücker: Willy – die spannende Geschichte eines deutschen

Berliner Preisrätsel
WAAGERECHT 6 Jahrhundertpflanze 7 es ist, wie es ist 10 neun für mich, einer für dich 11 betrifft: Herzkranzgefäß
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ZU GEWINNEN: BÜCHER ZUR BERLINER GESCHICHTE
28 im Ärmel bringt es Ärger 30 schützender Überhang im Gebirge 31 Personalpronomen 3. Person Plural Dativ SENKRECHT 1 zusammen mit der Mauer abgebaut 2 legendärer Regierender Bürgermeister 3 herunterkommen 4 Vogelart 5 leckere und ansehnliche Obstpflanze 6 Maßeinheit für: Wer weiß wieviel 8 verheerende Windhose 9 macht glatt und schön 13 Christen glauben an seine Geburt zu Weihnachten 15 unter keinen Umständen 16 Autokennzeichen Soest (Westf.) 17 mal klingelt sie schön, mal hagelt sie schlecht 18 unter Druck und Protest 20 pusten, bis die Kerze erlischt 22 neuer Regierender Bürgermeister von Berlin 24 Regenbogenhautentzündung 26 Edelholz aus Asien 29 afrikanische Antilope In die richtige Reihenfolge gebracht ergeben die rot umkreisten Buchstaben einen Wunsch, den Ihnen das Berliner Stadtblatt sowohl zu Weihnachten als auch zu Neujahr übermittelt. Bitte schicken Sie diese Lösung auf einer Postkarte bis zum 4. Januar 2015 per Post an das Berliner Stadtblatt Müllerstraße 163 13353 Berlin oder per E-Mail an raetsel@ berliner-stadtblatt.de. DIE GEWINNE Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir: Ein handsigniertes Buch von Walter Momper: „Berlin, nun freue Dich“ sowie zehn weitere Buchpreise zur Berliner Geschichte.

Erfinderladen, Lychener Straße 8, 10437 Berlin, Mo. bis Sa. 11 - 20 Uhr, www.erfinderladen-berlin.de ALLES UMSONST Immer wieder kommt es vor, dass Beschenkte auch nach langem Nachdenken keine Verwendung für die ihnen zugedachte Aufmerksamkeit finden. Die aber hätte vielleicht ein anderer Mensch irgendwo in der Stadt. Auf dieser Erkenntnis beruhen die Schenk- oder Umsonstläden, die es in mehreren Bezirken gibt. Intakte Kleidung und Haushaltsgegenstände können dort abgegeben oder bei Bedarf mitgenommen werden – ein Beitrag zu einer solidarischen Wirtschaft. Die BSR hat im Internet auch eine Tauschbörse für Überflüssiges eingerichtet. Tauschbörse der BSR: www. bsr.de/verschenkmarkt Umsonstläden u.a.: Systemfehler, Jessnerstr. 41, 10247 Berlin-Friedrichshain / Umsonstladen Weißensee, auf dem KuBiZ-Gelände, Bernkasteler Straße 78, 13088 Berlin / Leila, Fehrbelliner Straße 92, 10119 Berlin / Umsonst Boutique im JUP, Unabhängiges Jugendzentrum Pankow e.V., Florastr. 84, 13187 Berlin JoS / U.H.

12 Kram für daheim 13 brutal 14 8,50 € ab 1. Januar 2015 19 Hausfarbe der Sozialdemokraten
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21 leise weinen 23 längliche Briefliteratur 25 Drehzahlbereich im Leerlauf des Motors 27 Tau aus Natur- oder Kunstfasern
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IMPRESSUM
Berliner Stadtblatt Wissenswertes aus Berlin und den Bezirken und Berlin-Beilage (Seiten 3 bis 6) zu den Bezirksausgaben in Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Treptow-Köpenick Herausgeber: SPD-Landesverband Berlin Landesgeschäftsführer Dennis Buchner (V.i.S.d.P.), Müllerstr. 163, 13353 Berlin Redaktion der Landesseiten: Ulrich Horb (CvD), Gunter Lange, Ulrich Rosenbaum, Josephine Steffen Rätselerstellung: Ulrich Schulte Döinghaus Grafik: Hans Kegel

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Aus der BVV-Fraktion Treptow-Köpenick

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Häufige Fragen und Antworten rund um die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland
Warum gibt es Asylsuchende? Das Recht auf Asyl ist ein grundlegendes Menschenrecht. Weltweit befinden sich mehr als 50 Mio. Menschen auf der Flucht, von denen ca. 80 Prozent in den direkten Nachbarstaaten aufgenommen werden. So viele Flüchtlinge gab es seit Ende des 2. Weltkrieges nicht. Während die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland in den 1990er Jahren kontinuierlich sank, nimmt sie aufgrund der anhaltenden Bürgerkriege im Nahen Osten sowie Nordafrika wieder zu. Aus welchen Ländern kommen die Menschen? In diesem Jahr waren Syrien und Serbien als Herkunftsländer am stärksten vertreten. In Syrien herrscht Bürgerkrieg. Bis heute haben über 200.000 Menschen ihr Leben in diesem Krieg verloren. Rund 6,5 Mio. Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Knapp 1 Mio. syrischer Flüchtlinge werden vom Libanon beherbergt, die Türkei und Jordanien haben jeweils 650.000 bzw. 585.000 Menschen aufgenommen. Wie viele Menschen stellen Antrag auf Asyl? In diesem Jahr haben bis 30. September 136.039 Menschen in Deutschland einen Asylantrag gestellt. 1992 kamen noch 438.191 Menschen nach Deutschland. In den Folgejahren sank die Zahl kontinuierlich auf den Stand von 28.018 im Jahr 2008. Seitdem steigen die Zahlen wieder an und sind mit 127.023 Anträgen im Jahr 2013 wieder auf dem Niveau von 1999. Wo werden Asylbewerber untergebracht? Sie werden über ganz Deutschland verteilt. Mit dem sog. „Königsteiner Schlüssel“ wird je nach Steuereinnahmen und Bevölkerungsanzahl festgelegt, welches Bundesland wie viele Asylsuchende aufnehmen muss. Berlin nimmt 5,1% aller Flüchtlinge auf und ist für die Unterbringung und Versorgung verantwortlich. In Berlin wird darauf geachtet, dass alle Bezirke ähnlich viel Verantwortung übernehmen. In TreptowKöpenick gibt es bisher vier größere Unterkünfte. In den Ortsteilen Grünau, Adlershof, Allende I und Baumschulenweg. Im Allende II und in Rahnsdorf werden weitere Unterkünfte vorbereitet. Die Zahl der Bewohner schwankt, da Asylanträge zwischenzeitlich entschieden werden. Derzeit sind rd. 900 Asylsuchende in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Dürfen Asylbewerber arbeiten? Ohne Arbeitserlaubnis dürfen Flüchtlinge nicht arbeiten und keine Ausbildung machen. Für Asylsuchende und Geduldete ist die Arbeit in den ersten 9 Monaten ihres Aufenthalts ganz verboten. Aber auch danach haben sie oft kaum Chancen auf einen Job, weil es derzeit noch „bevorrechtigte Arbeitnehmer“ gibt. Ein Arbeitsplatz muss zuerst an deutsche Arbeitssuchende vermittelt werden. Auch EU-Bürger sind per Gesetz zu bevorzugen. Derzeit diskutiert der Deutsche Bundestag den Vorschlag, dass Asylsuchende bereits nach 3 Monaten einen Antrag auf Arbeitserlaubnis stellen können. Das hat zum Ziel, dass Asylsuchende rascher ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Haben die Kinder Anspruch auf einen Schulplatz? Kinder und Jugendliche, die sich noch im Asylverfahren befinden, deren Aufenthalt in Berlin geduldet ist oder die als Flüchtlinge anerkannt wurden, unterliegen der allgemeinen Schulpflicht. An vielen Schulen sind Lerngruppen für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse, eingerichtet, in denen die Kinder Grundkenntnisse der deutschen Sprache erwerben. Dafür werden zusätzliche Lehrkräfte eingestellt. Ist durch Asylsuchende mit einer höheren Kriminalitätsrate zu rechnen? Nach Erkenntnissen der Polizei stellt keine der Berliner Flüchtlingsunterkünfte einen Kriminalitätsschwerpunkt dar. Im Gegenteil: Es ist nirgends eine Erhöhung der Kriminalität festzustellen. Es gibt auch keine Erkenntnisse darüber, dass es im Umfeld von Unterkünften zu „Vermüllung“ und „Belästigungen“ durch die Flüchtlinge kommt. Bei Fragen oder Hinweisen stehen die zuständigen Polizeiabschnitte zur Verfügung. Wie kann man helfen? Bei fast allen Einrichtungen begleitet ein Runder Tisch engagierter Bürger im Ortsteil das Leben in und um die Heime und organisiert ein Miteinander im Kiez. Deutschkurse, Kooperationen mit Sportvereinen, Weihnachtsfeste u.v.m. wird organisiert. Wer helfen will kann sich an die Einrichtungen und Träger direkt wenden oder bei InteraXion mehr erfahren. Das Projekt „InteraXion, Anlaufstelle für Migrant_innen | antirassistische Bildung Treptow-Köpenick“ bietet Unterstützung für Menschen, die Unterstützung anbieten und sich ehrenamtlich für geflüchtete Menschen engagieren möchten. Besuchsadresse: Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick, MichaelBrückner-Str. 1/Spreestraße, gegenüber vom S-Bhf Schöneweide, Tel.: 65487293, EMail: interaxion@offensiv91.de, zentrum-für-demokratie.de

NEUES AUS DER BEZIRKSVERORDNETENVERSAMMLUNG (BVV) TREPTOW-KÖPENICK Flüchtlinge willkommen. Das war die Hauptaussage der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 27. November. Anlass der Debatte waren die Entscheidung des Sozialsenators Czaja (CDU) eine weitere Flüchtlingsunterkunft im Allendeviertel in Kürze zu eröffnen und die darauf folgenden Demonstrationen, die von Rechtsextremen unterlaufen wurden. Asylrecht ist ein international anerkanntes Menschenrecht. Wir sind verpflichtet den Geflüchteten, die ihre Heimat verlassen müssen, in ihrer Not zu helfen. Auch wenn wir den neuen Standort für ungeeignet halten, sagen wir welcome refugees. Die Resolution und eine Empfehlung an das Landesamt für Gesundheit und Soziales, die Ansiedlungspolitik transparenter zu gestalten, wurden von den demokratischen Fraktionen mit breiter Mehrheit, bei zwei erwarteten Gegenstimmen der NPD-Verordneten und 1-2 überraschenden Enthaltungen bei der CDUFraktion, beschlossen. Weiterhin beschloss die BVV z. B. den Bebauungsplan für ein neues Wohngebiet in Wendenschloss mit etwa 1.100 Wohneinheiten im Marienhain (das bis 2025 auf der ehemaligen Gärtnerei der Humboldt-Universität in der Wendenschloßstraße 254 entstehen soll), Fahrbahnschwellen vor der Schule in der Hartriegelstraße zu errichten, den Pachtvertrag mit den Betreibern des Wagendorfes Lohmühle zu verlängern, sich für die Weiterarbeit des Mobilitätshilfesdienstes einzusetzen und einen Einwohnerantrag für den Betrieb einer barrierefreien Fähre beim Spreetunnel Friedrichshagen sowie die Forschreibung des Bibliot heks entwick lungsund strukturplanes 201417 in die Fachausschüsse zu überweisen. Die nächste Sitzung der BVV findet am 18. Dezember 2014 ab 16:30 Uhr im Rathaus Treptow statt. Wenn Sie eine Bürgerfrage zu Beginn der Sitzung an das Bezirksamt oder die BVV stellen möchten, müssen Fragen bis spätestens Montag, 15. Dezember um 10.00 Uhr beim Büro des Vorstehers eingereicht werden.

Rahnsdorf hilft –
Wir heißen Flüchtlinge willkommen.
Eine erste Auflage wird nach Eingang von mindestens 30 kleinformatigen Fotos erscheinen. In einem ersten Schritt wurden fünfzig Bürgerinnen und Bürger angeschrieben mit der Bitte um Unterstützung der Aktion. “Die ersten Reaktionen waren durchweg positiv”, so die Initiatoren. “Auch kritische Worte erreichten uns, aber die Aktion will bewusst keine Aussagen zu Flüchtlingspolitik und Asylverfahren treffen. Ziel ist eine freundliche Aufnahme und ein ungestörtes friedliches Miteinander mit den Menschen, die in Hessenwinkel und anderswo Zuflucht finden werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.”

Unter Schirmherrschaft des Bezirksbürgermeisters startete am 23.10.2014 eine gleichnamige Plakataktion, die im Ortsteil für ein friedliches Miteinander wirbt. Initiiert von Kiezpaten, Integrationsbeauftragtem und Regionalkoordinatorin wendet sich die Aktion an Bürgerinnen und Bürger, die Gesicht zeigen für eine Willkommenskultur, die Flüchtlingen in der neuen Hessenwinkler Gemein-

schaftsunterkunft ein friedliches Miteinander zusichert. Bürgerinnen und Bürger, die dieses Anliegen teilen, können ihr Foto mit Einverständnis einsenden an kiezpaterahnsdorf@ba-tk.berlin. de. Weitere Informationen können unter derselben Mail-Adresse angefordert werden. Auf den Plakaten werden Gesichter zu sehen sein, jedoch keine Namen oder Institutionen.

Bauboom in Treptow-Köpenick
Der Wohnungsneubau in Treptow-Köpenick boomt. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden bereits 2.402 neue Wohneinheiten genehmigt. Damit rangiert der Bezirk an zweiter Stelle im Vergleich aller zwölf Berliner Bezirke. Mit einer Studie konnten Wohnungsbaupotentialflächen für ca. 13.500 neue Wohneinheiten an 61 Standorten nachgewiesen werden, die kurz- oder mittelfristig errichtet werden könnten. Dabei wurden Standorte, die bereits in der Realisierung sind oder deren Neubaupotenzial unterhalb von 50 Wohneinheiten liegt, gar nicht erst berücksichtigt. Das langfristig nutzbare Potenzial für Wohnungsbau im Rewatexareal (Spindlerquartier). Für die Wohnsituation in Treptow-Köpenick ebenso bedeutsam sind die Wohnungsbauvorhaben der städtischen Wohnungsbaugesellschaften und der im Bezirk zahlreich vertretenen Wohnungsbaugenossenschaften. Konzentrieren sich die privaten Investoren vorwiegend auf den Bau von Eigentums- und eher höherpreisige Mietwohnungen, sind diese in der Lage, auch dringend benötigte preiswertere Mietwohnungen anzubieten. Dazu können sie ein Senatsförderprogramm nutzen, das dazu beitragen soll, die aktuell hohen Baukosten bei der Mietpreisbildung abzufedern. Die beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften Stadt & Land und DEGEWO werden mittelfristig jeweils über 1.000 neue Wohneinheiten im Bezirk errichten. Um den immensen Wohnungsneubau in geordnete Bahnen zu lenken, hat das Bezirksamt kürzlich das Bezirkliche Entwicklungskonzept Wohnen beschlossen. Es schafft die Basis, die mit Bevölkerungszuwachs und Wohnungsneubau erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen (wie Schul- und Kitaplätze, Grünflächen, Spielplätze, Verkehrsflächen) zu planen und zu entwickeln. Da die dafür benötigten Finanzmittel nicht allein aus dem bezirklichen Haushalt zu schöpfen sind, steht hier auch der Berliner Senat in einer besonderen Verantwortung.

IMPRESSUM
Herausgeber: SPD-Fraktion in der BVV Treptow-Köpenick Neue Krugallee 4 12435 Berlin Kontakt: buero@spd-fraktion-tk.de www.spd-fraktion-tk.de V.i.S.d.P.: Gabriele Schmitz (Fraktionsvorsitzende) An dieser Ausgabe haben mitgewirkt: Rainer Hölmer, Karin Geißler, André Rostalski, Gabriele Schmitz, Ralf Thies, Karin Zehrer

So könnte Wohnen bald im Marienhain aussehen. 	 Abb. Vorderwülbecke Gesellschaft von Architekten mbH

Bezirk ist noch weit höher. Treptow-Köpenick ist damit für den vom Senat für den Bezirk prognostizierten Bevölkerungszuwachs von etwa 20.000 Einwohner bis zum Jahre 2030 bestens gerüstet. Die Schwerpunkte der Wohnungsbauentwicklung liegen in den Ortsteilen entlang der Autobahn A113 so-

wie den Ufern von Dahme und Spree. Von besonderer städtebaulicher Bedeutung sind dabei vier größere, über Bebauungsplanverfahren zu entwickelnde Baugebiete: Wendenschloßstraße 254 (Marienhain), Regattastraße 11-35 (Regattaquartier), Friedrichshagener Straße 10-12 und das ehemalige

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KURZMELDUNGEN Historische Grenzsteine in TreptowKöpenick Nur noch an zwei Stellen im Bezirk existieren Grenzsteine. Dies geht aus einer Kleinen Anfrage an das Bezirksamt hervor. Demnach steht in Johannisthal an der Kreuzung Sterndamm/ Südostallee ein Stein mit der Inschrift „Rixdorf, Berlin“ und „Johannisthal, Rudow, Königswusterhausen Niederschöneweide“. Der zweite Stein befindet sich in Baumschulenweg an der Kreuzung Baumschulenstraße/ Königsheideweg mit der Inschrift „Köpenick - Alt Glienicke, Grünau, Schmöckwitz, Kgs-Wusterhausen - Niederschöneweide, Treptow, Berlin“ mit den dazugehörigen Richtungspfeilen. Im Altbezirk Köpenick sind keine historischen Grenzsteine erhalten. Bis 1973 stand an der Dorfgrenze Müggelheims, am Gosener Damm einer dieser Steine. Über dessen Verbleib gibt es keine Aufzeichnungen mehr. Sponsoren für Weltspielplatz gesucht Seit der Eröffnung des Weltspielplatzes im September 2013 gingen beim Bezirk Spendenmittel in Höhe von 1.500 Euro ein. Dies schreibt das Bezirksamt als Antwort auf eine Kleine Anfrage. Dies reicht natürlich noch lange nicht aus um zusätzlich zur bereits bestehenden Spielfläche Spielgeräte aufzustellen, damit Kinder die Welt spielerisch bereisen können. Zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 soll der Spielplatz präsentiert werden. Bis dahin sollen weitere Spendengelder gesammelt werden um diesen in Berlin einzigartigen Spielplatz zu realisieren. Informationen zum Sponsoring erhalten Sie beim Grünflächenamt (Tel.: 030/90297-5823). Parkplatz am Fürstenwalder Damm Der Parkplatz am Fürstenwalder Damm bleibt nunmehr Personen mit PKWs und vor allem Reisebussen vorbehalten, welche das Strandbad am Müggelsee, Friedrichshagen und weitere Sehenswürdigkeiten im Bezirk touristisch erkunden wollen. Dies ergibt sich aus der Antwort einer Anfrage an das Bezirksamt. In der Bölschestraße und Umgebung können Reisebusse nicht abgestellt werden. In der Vergangenheit kam es auf dem Parkplatz immer wieder zu Konflikten zwischen Motorradfahrschulen und Parkern, die nunmehr ausgeschlossen sind.

Aus der BVV-Fraktion Treptow-Köpenick

Bürgerstiftung Treptow-Köpenick
Erfolgreiche Unterstützung von gemeinnützigen Projekten
Gemeinsam mit Bürgern und Unternehmen will sich die 2013 gegründete Bürgerstiftung Treptow-Köpenick für das Gemeinwohl im Bezirk engagieren, soziales Miteinander fördern und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Ziel ist es, gemeinnützige Projekte zu unterstützen und damit guten Ideen und Einrichtungen „Rückenwind“ zu geben – vor allem in den Bereichen Bildung, Kinder, Jugendliche und Senioren, Sport, Kunst, Kultur und Naturschutz. 2014 konnten mithilfe von Spenden ein Sozialprojekt für Kinder sowie ein Bildungsprojekt für Familien unterstützt werden. Weitere Projekte und deren Unterstützung sind in Arbeit. Im Kinderprojekt „CheckIn“ der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Oberschöneweide können Mädchen und Jungen im Alter zwischen 7-12 Jahren ihre Nachmittage verbringen betreut durch Sozialarbeiter und ehrenamtliche Helfer. Angebote sind u. a. Spiel und Sport, Basteln, Kinderküche und Ausflüge. Ein auf dem Gelände stehender Zirkuswagen ist im Sommer der Treffpunkt und terhin Gäste und Mitspieler im Alter von 3-99 Jahren an dem Theater und seinen Aufführungen erfreuen können. Damit in Zukunft noch viele gemeinnützige Projekte in Treptow-Köpenick unterstützt werden können, würde sich die Bürgerstiftung über Ihre Spenden bzw. Unterstützung sehr freuen. Bitte nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf. Kontakt: Bürgerstiftung TreptowKöpenick Dornröschenweg 18 12555 Berlin Telefon: (030) 48625879 www.buergerstiftung-tk.de info@buergerstiftung-tk.de

Zirkuswagen des Kinderprojekte „Check-In“ und Handpuppen des Figurentheaters Grashüpfer

erfreut sich großer Beliebtheit. Mit Mitteln der Bürgerstiftung wird dieser saniert, so dass er auch in den nächsten Jahren weiter genutzt werden kann.	 Das Figurentheater Grashüpfer im Treptower Park ist ein Familien- und Kin-

dertheater mit Schwerpunkt Puppenspiel. Es gibt Stücke mit Marionetten, Schattenund Handpuppen, freie Animation auf der Bühne, Märchenabende und vieles mehr. Die Bürgerstiftung hat einen neuen Bühnenvorhang gespendet, so dass sich wei-

Gaslaternen werden Änderungen der BVG Flächendenkmale zum Winterfahrplan
Die historische Straßenbeleuchtung der Gaslaternen macht einen wesentlichen Teil des Alt-Berliner Ambientes aus und ist weltweit einzigartig. Die Gasleuchten haben eine geschichtliche, künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Bedeutung und sie sind in ihrer Konzentration und Fülle von Leuchttypen weltweit einzigartig. Die Denkmalschutzinitiative World Monuments Watch hat die Berliner Gasleuchten sogar auf ihre Liste der bedrohten Kulturgüter gesetzt. Zur Bewahrung dieses kulturellen Erbes erfolgte nun die Unterschutzstellung der Gasleuchten als Denkmal. Auch der Denkmalrat und die BVV Treptow-Köpenick hatten das Landesdenkmalamt dazu aufgefordert. Das Landesdenkmalamt Berlin teilte nun mit, dass einige Flächendenkmale festgelegt wurden, in denen die Gasbeleuchtung zu erhalten ist. Dazu gehören in unserem Bezirk die Bereiche um den Pflanzgartenplatz und der Siedlung Bahnhofstraße in Köpenick. Die Gasbeleuchtung in diesen Flächendenkmalen ist Teil des Schutzgutes und unterliegt nun bei Bauarbeiten und Erneuerungsmaßnahmen einem denkmalschutzrechtlichen Genehmigungsvorbehalt. Angesichts der stetig zunehmenden Fahrgastzahlen bei der BVG und der ebenso zunehmenden Meldung überfüllter Fahrzeuge hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt weitere Mehrleistungen bei der BVG bestellt, die mit dem Winterfahrplan zum 14. Dezember 2014 in Kraft treten. Der Bus 160 wird zur Anbindung des Kölner Viertels künftig anstatt über die Ewaldstraße entlang der Porzer Straße geführt. Damit reagiert die BVG auf eine langjährige Forderung der bezirklichen AG ÖPNV und der Anwohner des in den 90er Jahren gebauten Kölner Viertels. Die Buslinie 167 wird aus Neukölln zurückgezogen und verkehrt künftig wie bereits Linie 265 über Puschkinallee – Schlesische Straße – Köpenicker derart verstärkt, dass das volle Fahrtenangebot wie im bisherigen Zustand mit den Linien 104 und 167 erhalten bleibt. Die Betriebszeit der Tram 21 wird auf der gesamten Linie bis 24 Uhr verlängert. Zur Tram 61 teilt die BVG mit, dass die Untersuchung zur Erschließung Rahnsdorfs abgeschlossen ist. Im Ergebnis wird festgestellt, dass der weitere Betrieb der Straßenbahn nach Rahnsdorf mit einem gewissen vertretbaren Instandsetzungsaufwand bestätigt werden kann; jedoch der jetzige Gleisbereich zwischen Bölschestraße und Hartlebenstraße nicht mit Niederflurwagen befahren werden kann, dazu muss ein Umbau in diesem Bereich erfolgen. Die ÖPNVErschließung nach Rahnsdorf nach 2020 ist auf der Grundlage der Untersuchung noch abzustimmen.

Wasserbetriebe stiften Trinkbrunnen
...und Sie können mitentscheiden wo

Straße bis zum U-Bhf. Märkisches Museum und wird dabei umbenannt: aus der Linie 167 wird die Linie 165. Somit verkehren entlang der Spree auf der Strecke U-Bhf. Märkisches Museum – S Bhf. Treptower Park die Linien 165, 265 und N65 parallel. Zum Ausgleich für die zwischen S-Bhf. Treptower Park/ Puschkinallee und Neukölln/ U-Bhf. Boddinstraße nicht mehr verkehrende Linie 167 wird künftig eine Querverbindung mit der Linie 166 sowie zusätzliche Fahrten der bestehenden Linie 104 angeboten. Die Buslinie 104 wird zwischen Puschkinallee/Elsenstraße und U-Bhf. Boddinstraße

Treptow-Köpenick 2015 – Ein Jahr- und Lesebuch
Das neueste Werk, dieser berlinweit einzigartigen Buchreihe ist erschienen. Seit 2001 gibt die Kunstfabrik Köpenick dieses Almanachs über den Bezirk heraus. Diese Buchreihe hat inzwischen einen festen Platz in der Sparte der Heimatliteratur. Es lebt von den honorarfreien Beiträgen der Autoren aus allen Kiezen und zahlreicher Förderer. In kurzen Artikeln werden dem Leser Orte nahe gebracht, Persönlichkeiten näher beleuchtet und vor allen viel Wissenswertes, Lesenswertes und InteressanWUSSTEN SIE SCHON? ... dass in Treptow-Köpenick die Jugendarbeitslosigkeit bei 5,1% liegt (Stand: 31.10.2014)? Das ist der niedrigste Wert in Berlin bei der unter 25jährigen Bevölkerung. Berlinweit sinken die Zahlen der Jugendarbeitslosigkeit erfreulicherweise. Die Zielquote unseres Jobcenters lag bei 4,9%. Wir bleiben dran, jeder arbeitslose Jugendliche ist einer zu viel. tes in 52 Beiträgen über den Bezirk nahe gebracht. Von Berlins letzter Dampflok, über Nervenkitzel zwischen Baumkronen und dem Schokoladenparadies, längt verschwundenen GEbäuden bis zum Gedenken an 25 Jahre Deutsche Einheit, wird der Bezirk vorgestellt. Das Jahr- und Lesebuch ist zum Preis von 9,95 Euro in allen gut geführten Buchläden in TreptowKöpenick und direkt in der Kunstfabrik Köpenick in der Friedrichshagener Straße 9, 12555 Berlin (Telefon 030/65016230 erhältlich. Zusätzlich können in den

Foto: Berliner Wasserbetriebe

Die Berliner Wasserbetriebe spendieren der Stadt Trinkbrunnen - vielleicht auch in Treptow-Köpenick. Das Besondere: Die Standorte bestimmen die Berlinerinnen und Berliner selber. Im Rahmen der Aktion „Laufen, spenden, trinken!“ der Berliner Wasserbetriebe werden im Sommer 2015 vier neue Trinkbrunnen aufgestellt.Auf www.ohneunslaeuftnix.de/ wunschbrunnen kann aus 20 möglichen Standorten der

Wunschbrunnen gewählt werden. Wenn Sie sich für Ihren Kiez oder Bezirk einen neuen Trinkbrunnen wünschen, dann machen Sie die Aktion bekannt und stimmen Sie ab! Bei Redaktionsschluss lagen zwei Treptow-Köpenicker Standorte ganz vorne: S-Bahnhof Köpenick (Elcknerplatz) und der Marktplatz Bölschestraße. Also schnell abstimmen, damit in Treptow-Köpenick mehr Trinkbrunnen aufgestellt werden.

Bibliotheken des Bezirkes alle Ausgaben der Jahr- und Lesebücher seit 2001 ausgeliehen werden.
        
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