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Periodical volume

Full text: Berliner Stadtblatt Issue 2013, März

Berliner
BERLIN: DIE DEUTSCHE GRÜNDUNGSMETROPOLE
Berlin ist nicht nur eine Stadt, in der es sich wunderbar leben lässt. Immer mehr Menschen entscheiden sich auch für unsere Stadt, wenn es darum geht, Ideen Wirk lich keit werden zu lassen. Insbesondere gilt das bei Unternehmensgründungen. In keinem Bundesland gehen mehr Menschen den Schritt in die Selbständigkeit. Seit Jahren ist Berlin die deutsche Gründerhauptstadt! Und das nicht ohne Grund. Wie kaum eine andere Stadt steht Berlin für kreatives und innovatives Denken und Arbeiten. Menschen aus aller Welt prägen ein internationales Flair. Das ist eine der wichtigen Voraussetzungen, warum sich Berlin neben dem Silicon Valley gerade zu einem führenden Anziehungspunkt für Internet-Start-Ups entwickelt. Junge Kreative ziehen innerhalb kurzer Zeit mittelständische Unternehmen hoch und schaffen in unserer Stadt Tausende Arbeitsplätze. Das ist eine großartige Chance für Berlin – und wir werden sie nutzen. Ihr Klaus Wowereit

M O SD LS DE RR F O R F ENBURG W A H N - H E L-L EIR M OTT C H A R LA R Z

Stadtblatt
W I S S E N S W E R T E S AU S B E R L I N U N D D E M B E Z I R K M A R Z A H N-H E L L E R S D O R F ·

PREISRÄTSEL
Zu gewinnen: 10 Jahreskarten für die Humboldt-Box.
Seite 6

A U S G A B E M Ä R Z 2 013

Sie sind Berlinerinnen – hier geboren oder zugezogen. Sie wohnen in verschiedenen Kiezen, gehen noch zur Schule, jeden Tag zur Arbeit oder engagieren sich ehrenamtlich. So verschieden sie sind, eines wollen sie alle - die gleichen Chancen und Herausforderungen wie ihre Brüder und Männer. Foto: AKP

Die Zeit der Frauen
Gute Ausbildung, verantwortungsvolle Jobs - aber noch immer weniger Gehalt. Die Gleichstellung hat lange Zeit gebraucht. Und noch ist einiges zu tun.
Es ist die Zeit der Frauen. Sie haben eine hervorragende Ausbildung, behaupten sich in schwierigen Jobs, wagen mit eigenen Unternehmen den Sprung in die Selbstständigkeit. Gleichstellung ist für viele Frauen kein Thema mehr. Aber in der Praxis hakt es immer noch an vielen Stellen. Bei der Bezahlung, beim Aufstieg in die letzte entscheidende Position in der Firma oder bei der sozialen Sicherheit im Alter. Vieles ist mühselig erkämpft worden. Erst im Mai 1908 durften Frauen in eine Parteien eintreten, zehn Jahre später setzten sie ihr Wahlrecht durch. Und noch bis 1977 schrieb das Bürgerliche Gesetzbuch Ehefrauen vor, ihren Mann vor einer Berufstätigkeit um Erlaubnis zu fragen. Heute sind Frauen im Berufsleben unverzichtbar. Und sie haben bei der Ausbildung die Nase vorn. Der Anteil junger Frauen auf den Berliner Gymnasien liegt bei 54 %. Von den Schulabgängerinnen des Jahrgangs 2009/10 haben 49 % die Hochschulreife erworben, bei den Männern nur 39 %. Bei den Einkommen macht sich das noch nicht bemerkbar. 2010 verdienten Frauen durchschnittlich 2.441 EUR im Monat und lagen damit um knapp 23 % unter den Verdiensten der Männer mit 3.163 EUR, so der Genderbericht der Senatsverwaltung für Frauen. Auf Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen bei gleicher Tätigkeit macht jedes Jahr der „Equal Pay Day“ aufmerksam. Was Männer 2012 als Jahreseinkommen verdienten, haben Frauen erst am 21. März 2013 erreicht. Ihre Lohnlücke: ganze 22 %. Frauenverbände, Gewerkschaften und SPD rufen deshalb am 21. März von 12 bis 14 Uhr wieder zu einer Aktion am Brandenburger Tor auf. Im Fokus stehen dabei die Gesundheitsfachberufe. Hier sind rund 80 % der Beschäftigten weiblich, die Bezahlung ist angesichts der wachsenden Bedeutung des Bereichs viel zu niedrig. So fordern etwa die Gesundheitspolitiker in der Berliner SPD eine „dauerhafte Anhebung der Ausbildungsvergütungen und der Gehälter der Pflegenden um 30 %“. Auch in den Spitzenpositionen der Unternehmen muss sich mehr bewegen. „Ich finde es sehr schade, dass Qualifikation und Leistung allein bei Frauen oft nicht ausreichen, um in Führungspositionen zu gelangen“, sagt Berlins Frauen- und Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD). „Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir eine gesetzliche Quote brauchen.“ Mehr zum Thema auf S. 3

IN DIESER AUSGABE

AUFATMEN

Schulsanierungen sind auf gutem Weg. Auch für Turnhallen in Mahlsdorf sind Lösungen in Sicht. Seite 7

ANMAILEN

Berliner Bürger können jetzt Behörden per Internet einschalten, sehr bald auch in MarzahnHellersdorf. Seite 8

BERLIN IM AUFSTIEG

Der SPD-Vorsitzende Jan Stöß über das Zukunftskonzept seiner Partei Seite 2

ENDLICH FRÜHLING

Im Überblick: Ausflugstipps, Ausstellungen und Konzerte rund um Berlin Seite 5

VORSICHT POLLEN

So halten Sie Allergien im Zaum. Seite 6

„Günstige Mieten!“ Spranger geht ins Rennen
Wie geht Berlin mit seinen landeseigenen Grundstücken um?
Die Große Koalition aus SPD und CDU hat sich im Zuge einer neuen Liegenschaftspolitik darauf verständigt, dass zukünftig Grundstücke nicht mehr nur an den Meistbietenden veräußert werden. Vorgesehen ist ein „Unterwertveräußerungsrecht“ und ein Initiativrecht des Parlaments. Den Bezirken wird künftig ein Vorlagerecht eingeräumt. Auch soll nicht mehr zugunsten von Erbbaupachtverträgen verkauft werden. Die Neuausrichtung der Liegenschaftspolitik sei an den künftigen Herausforderungen einer ständig wachsenden Stadt orientiert, sagte die Berliner SPD-Abgeordnete Liane Ollech. „Landeseigene Grundstücke müssen für die stetig wachsenden Bevölkerung sozial günstig bebaut werden“, erklärte Liane Ollech. „Besonders wichtig sind der Bau von Wohnungen zu bezahlbaren Mieten, von neuen Schulen, Kitas und einer modernen sozialen Infrastruktur in unserer Stadt.“
Mehr zum Thema Mieten auf den Seiten 7 und 8

ZAHL DES MONATS

Iris Spranger als SPD-Bundestagskandidatin mit großer Mehrheit gewählt
Mit über 88 Prozent wurde Iris Spranger als Direktkandidatin im Wahlkreis 85 Marzahn-Hellersdorf für die Bundestagswahl 2013 gewählt. „Ich bin hochmotiviert!“ In ihrer Rede machte die jetzige bau- und mietenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus deutlich, dass die Themen Renten-, Arbeitsmarkt- und Mietenpolitik Schwerpunkte des bevorstehenden Wahlkampfes sein werden. Der Marzahn-Hellersdorfer Bürgermeister und SPD-Kreisvorsitzende Stefan Komoß: „Die

11.500

Wohnungen müssen bis 2020 jährlich neu gebaut werden, um den gestiegenen Bedarf in der Hauptstadt zu decken. Nach Prognosen des Berliner Senats wächst die Stadt bis 2030 um rund 250.000 Menschen. Das entspricht einem kompletten Bezirk.

ZITAT DES MONATS
»Es gibt den wunderbaren Spruch von Karl Valentin: ‚Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit!‘. Ich glaube, dasselbe gilt auch für die Politik.« Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste, im Interview mit hr2-kultur zu seinem 75. Geburtstag.

Stefan Komoß gratulierte der Kandidatin Iris Spranger.

SPD im Bezirk schickt eine Kandidatin ins Rennen, die sich schon immer im Bezirk enga-

giert hat, als Abgeordnete und auch als Staatssekretärin für Finanzen.“ Mehr auf Seite 7 und 8.

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MEINUNG

Berliner!Stadtblatt

GUT FÜR BERLIN

So gesehen ...

Es klingt nur ähnlich
Ein Mindestlohn ist mehr als eine Lohnuntergrenze oder: Was wirklich hinter den beiden Begriffen steckt
In kaum einem Punkt sind die Deutschen so einig wie beim Mindestlohn: In Umfragen unterstützen rund achtzig Prozent der Befragten seine Einführung. Seit der Bundesrat am 1. März einem flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro zugestimmt hat, wächst der Druck auf die Bundesregierung. Schwarz-Gelb reagiert darauf – mit Begriffsverwirrung und angekündigter Verweigerung. Der Bundesrat, in dem seit der NiedersachsenWahl die rot-grün geführten Bundesländer eine Mehrheit haben, will mit seinem Gesetzentwurf eigentlich eine Selbstverständlichkeit regeln: Wer eine Vollzeitstelle hat, soll von seinem Verdienst leKarikatur: Erich Rauschenbach

In 20 der 22 in 1993 beschlossenen Berliner Sanierungsgebiete sind die Arbeiten nun abgeschlossen. Im Februar wurde der Kiez um den Teutoburger Platz im Prenzlauer Berg aus dem Programm entlassen. Insgesamt sind fast zwei Milliarden Euro in die Sanierung der Quartiere geflossen. Gerade im Ostteil der Stadt hatte es hohen Modernisierungsbedarf gegeben. Ein neuer Sanierungsplan sei bereits aufgelegt, hier stünden vermehrt Quartiere im Westteil auf der Liste, so Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD).

SANIERUNGEN

MEHR UMSATZ

Der Berliner Zughersteller Stadler konnte seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 47,6 % steigern. Das Unternehmen beschäftigt ungefähr 1.300 Mitarbeiter in Berlin und Umgebung. Neben der Ostdeutschen Eisenbahn gehört mittlerweile auch die BVG zu den Kunden des Zugbauers. 2015 soll die erste Stadler-U-Bahn getestet werden.

ben können, ohne dass der Lohn noch vom Jobcenter aufgestockt werden muss. Aufstocker sind mit rund einem Drittel heute die größte Gruppe der HartzIV-Empfänger. Kein Wunder: In den ostdeutschen Ländern liegt der durchschnittliche Stundenlohn geringfügig Beschäft igter unter 6,50 Euro, in Sachsen gibt es auch mal 3,82 Euro pro Stunde – der Lohn einer dort arbeitenden Friseurin. Ohne Mindestlohn reichen aber auch die Einzahlungen in die Rentenkasse nicht – schon heute ist damit Altersarmut programmiert. Ein Mindestlohn zieht so etwas wie eine Untergrenze ein, unter die Löhne nicht fallen dürfen – in jedem Bundesland, für jede Berufssparte und gesetzlich.

Hinter den „Lohnuntergrenzen“, wie sie SchwarzGelb unter großem Gezerre nun zugestehen will, verbirgt sich jedoch etwas anderes. Sie sollen nur für Branchen gelten, in denen es bislang keine Tarifverträge mit entsprechenden Regelungen gibt. Das würde tariflich Beschäft igte mit niedrigeren Löhnen ausschließen, genauso wie Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter. Statt einer klaren und eindeutigen Regelung mit einem einklagbaren Recht für alle entstünde ein Dickicht von unterschiedlichen Vereinbarungen. Auch wenn die Begriffe ähnlich klingen: Nur wo Mindestlohn drauf steht, ist auch Mindestlohn drin. U. H.

MEIN BLICK AUF BERLIN

STIMMEN ZUM AUFSTIEG
I Dr. Peter Neher, Caritas-

Berlin Stadt des Aufstiegs. Für Alle.
Von Jan Stöß, Landesvorsitzender der Berliner SPD
Berlin steigt auf. Unsere Stadt ist schon lange Anziehungspunkt für Menschen aus allen Ecken der Welt, die unsere Stadt für ihre Kultur, ihre Vielfalt und ihre fast unendlichen Möglichkeiten schätzen. Darum kommen jedes Jahr Millionen von Menschen nach Berlin, viele auch um zu bleiben. Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren zum Wirtschaftsmotor unserer Stadt entwickelt. Aber auch als Wirtschaftsstandort wird Berlin immer attraktiver. Vor allem junge Unternehmerinnen und Unternehmer gründen hier eigene Firmen und nutzen die Nähe zu Forschung und Kultur. Berlin ist attraktiv. Berlin zieht an. Viele Menschen mit guten Qualifikationen können die neuen Chancen nutzen, die unsere Stadt ihnen bietet, zu viele aber leider noch nicht. Auch diese negativen Seiten des Aufstieges können wir jeden Tag beobachten. Wir sehen z.B., dass Bewohnerinnen und Bewohner aus ihren Kiezen verdrängt werden, weil ihre niedrigeren Einkommen mit der Mietpreisentwicklung nicht Schritt halten können. Die Berliner SPD wird dafür kämpfen, dass unser Berlin nicht Stadt des Aufstieges nur für einige, sondern Stadt des Aufstieges für alle wird. Aufstieg für alle schaffen wir vor allem durch gute und gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule, durch eine moderne Arbeitsmarktpolitik, die niemanden abschreibt, und durch eine Wirtschaftspolitik, die dafür sorgt, dass weiter gute Arbeit zu fairen Löhnen in unsere Stadt kommt. Und wir wollen, dass es bezahlbaren Wohnraum in allen Teilen Berlins gibt. Darum haben Klaus Wowereit, Raed Saleh und ich das Papier „Berlin – Stadt des Aufstieges“ verfasst. Gerade im Bundestagswahljahr müssen wir deutlich machen: Es macht einen Unterschied wer regiert und wer nicht! Wir wollen dieses Jahr nutzen, um die Positionen der Berliner SPD auch im Bund deutlich zu machen, damit nicht nur in unserer Stadt sondern im ganzen Land gilt: Aufstieg für alle.

NEUE LEHRKRÄFTE

Berlin stellt in diesem Jahr 400 neue Lehrer ein. 375 der 400 Lehrkräfte hätten ihren Arbeitsvertrag bereits unterschrieben, so Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Damit beträgt die Personalausstattung in den Schulen 101 %. Bis spätestens Mai 2013 sollen die Plätze besetzt werden.

SCHLECHT FÜR BERLIN
Immer mehr Haushalte in Berlin klagen über steigende Stromkosten. Daran ist u. a. die einseitige Belastung privater Haushalte schuld. Denn die knapp 3.000 energieintensiven Unternehmen werden durch die Bundesregierung von der Erneuer bare-Energie-Umlage befreit. Damit wird die Energiewende fast komplett auf die privaten Stromverbraucher umgewälzt. Menschen mit niedrigen Einkommen sind besonders betroffen, denn sie müssen prozentual am meisten zahlen.

STROMKOSTEN

Jan Stöß

Wo graste das Pferd?
Lebensmittel-Skandale: Der Betrug ist zu einfach. Und wäre zu verhindern gewesen.
Verbraucher haben es nicht leicht. Denn das, was sie verbrauchen, wollten sie häufig gar nicht haben. Ob falsch etikettierte Eier oder beigemischtes Pferdefleisch – man muss nicht mehr ins Dschungelcamp fahren, um das Essen zur Mutprobe werden zu lassen. Und dann mussten die arglosen Käuferinnen und Käufer auch noch mit Vorwürfen leben. Sie selbst seien schuld an solchen Entwicklungen mit ihrer „Geiz ist geil“-Mentalität, so erste Reaktionen nach dem Pferdefleisch-Skandal. Bei Lasagne für 1,49 Euro müsste doch jede und jeder wissen, dass es nicht mit rechten Dingen zugehe. Nein, muss man nicht. Und der Bio-Eier-Skandal beweist ja das Gegenteil. Da gaben viele Menschen eigens etwas mehr Geld aus, um Hühnern eine qualvolle Haltung zu ersparen. Und dann zeigen die Bilder aus den Ställen doch wieder erbarmungswürdige Zustände mit gerupften Hennen. Ein höherer Preis kann auch einfach nur die Gewinnspanne der Betrüger erhöhen. Betrug und Kriminalität, auch im besonders sensiblen Bereich der Lebensmittel, lassen sich nirgendwo hundertprozentig vermeiden, sagt die Lebenserfahrung. Aber leicht gemacht werden darf es Betrügern auch nicht. 2011 scheiterten die Sozialdemokraten im Europäischen Parlament mit ihrem Plan, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für verarbeitetes Fleisch und eine elektronische Kennzeichnung von Rindern durchzusetzen. Die konservative Mehrheit fand das, was sie heute selbst fordert, unpraktikabel. Dann aber wäre die Herkunft des Fleisches schon jetzt im Detail nachvollziehbar gewesen. Oder wie es die Berliner Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt (SPD) formuliert: „Bei der falschen Kennzeichnung von Pferdefleisch als Rindfleisch hätte man mit nur einem Computerklick feststellen können, dass die Kuh mitnichten zerteilt in Frankreich in der Fabrik liegt, sondern stattdessen lebendig und wohlgemut auf einer Wiese in Deutschland, Irland oder woanders grast.“ Verbraucher wollen und müssen sich auf die Herstellerangaben verlassen können, die ohnehin schon zu oft im Kleingedruckten der Etiketten versteckt sind. Danach entscheiden dann Geschmack und der Geldbeutel. Das bedeutet mehr Kontrollen der staatlichen Aufsichtsämter, auch dann, wenn noch kein Skandal entdeckt ist, und eine regelmäßige Veröffentlichung der Ergebnisse. Und das geht nicht mit „weniger Staat“, wie es manche Partei noch immer propagiert. U.H.

Präsident: »Jeder Mensch hat Talente und Fähigkeiten. Befähigung heißt, Kindergärten, Schulen und auch Sozialsysteme so zu gestalten, dass sie Menschen stärken. Die Gesellschaft muss früh bei Kindern und Jugendlichen den Grundstein für die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs legen.« I Wolfgang Stadler, Bundesvorsitzender der AWO: »Das Netz von Institutionen, die Familien, Kindern und Jugendlichen beratend und unterstützend zur Seite stehen, muss so dicht werden, dass jede Familie, die Hilfe benötigt, diese auch bekommt. Dafür muss die Zahl der pädagogischen Fachkräfte entsprechend erhöht werden. Jeder Euro, der in Kinder investiert wird, muss als Investition in die Zukunft verstanden werden.« I Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender: »Aufstieg durch Bildung und Arbeit: Das war und ist das Kernversprechen der Sozialdemokratie.«

IMPRESSUM
Herausgeber: SPD Landesverband Berlin, Müllerstr. 163, 13353 Berlin Chefredakteur: Mark Rackles (V.i.S.d.P.) Redaktion: Ulrich Horb (CvD), Gunter Lange, Ulrich Rosenbaum, Josephine Steffen Bezirksredaktion: Ulrike Dehmel, Heiko Hanschke (Mitte), Burkhard Hawemann, Kai Doering (FriedrichshainKreuzberg), Martina Krahl, Lucas Koppehl (Pankow), Robert Drewnicki (Charlottenburg-Wilmersdorf), Helene Sommer, Susanne Finsel (Spandau), Hans Kegel (Tempelhof-Schöneberg), Lisa Maren Bürger (Steglitz-Zehlendorf), Heinz StapfFiné, Frank Folger (Neukölln), Ralf Thies (Treptow-Köpenick), Enrico Stoelzel (Marzahn-Hellersdorf), Christian Paulus (Lichtenberg) Anschrift: Berliner Stadtblatt, Müllerstr. 163, 13353 Berlin, info@berlinerstadtblatt.de, berliner-stadtblatt.de Grund-Lay-out: Projektdesign Berlin Gestaltung: koko-berlin.de Anzeigen: Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft mbH, anzeigen@vorwaerts.de Druck: Henke Pressedruck GmbH & Co. KG Auflage: 360.000 Exemplare

ASBEST

In rund 48.000 der 280.000 landeseigenen Wohnungen befindet sich Asbest im Fußboden der Wohnungen. Gesundheitsgefahr gehe davon nicht aus, erklärte der Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen. Der Stoff sei sicher gebunden und damit ungefährlich. Bei Schäden sollte die Hausverwaltung benachrichtig werden.

Berliner!Stadtblatt

THEMA

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Drei Berlinerinnen: Ihre Ideen und ihre Projekte
44.267 Neugründungen gab es 2011 in Berlin. Berlin ist zur Hauptstadt der Start-ups geworden. Und immer mehr Frauen setzen ihre Ideen um.
ULRIKE PIECHA
„Berlin ist toll für junge Leute“ Ulrike Piecha ist erfolgreiche GastronomieGründerin. Das Kulinarische Kino war auch dieses Jahr fester Bestandteil der Berlinale. Wer im Spiegelzelt neben dem Abgeordnetenhaus hinter den rian“ in Düsseldorf, eröffnete in Brasilien ein Bistro, doch das reichte ihr nicht. Sie studierte in Pollenzo bei Turin an der Slow-Food-Universität, die eng mit Berlinale-Chef Dieter Kosslick kooperiert. So kam sie nach Berlin, kaufte in der Kreuzberger Marheinike-Halle das „Bio-Buffet“. Den Erfolg kann man jeden Tag sehen: Konditorin, und demnächst wollen die beiden auch noch den besten Kuchen von Berlin anbieten. U.R.

NIKE MARQUARDT
Eine Chance für neue Ideen. Nike Marquardt startet das Magazin „S T I L L“. Auflagen sinken, vielen Zeitschriften droht die Einstellung. Nike Marquardt, 28, setzt dennoch auf ein neues gedrucktes Magazin, das dieser Tage erscheint. „S T I L L“ vereint junge Fotografie und Literatur. „Eine Kombination, die es so bisher nicht gab“, ist die Berlinerin überzeugt. Sie hat Politologie studiert, war in der Politikberatung tätig, seit einem Jahr ist sie PR-Beraterin in einer Agentur. Abends ist sie unterwegs in der Berliner Szene, hat viele kreative Köpfe kennengelernt. Mit ihnen und einem Mitherausge-

JOSEFINE STAATS
Einen Traum verwirklicht. Josefine Staats sorgt für 100 % Kokosnuss. Selbstverständlich hat sie wieder einen Stand beim Karneval der Kulturen. Aber ihre Produkte haben auch in den Regalen kleiner Bioläden, der BioCompany, der LPG oder der Galeria Kaufhof Einzug gehalten. Überall sorgt Josefine Staats (38) für „100 % Kokosnuss“. Angefangen hatte es 2007 mit einer Pina Colada direkt aus der grünen Kokosnuss am Strand von Thailand. Von da an wollte Josefine Staats hochwertige Kokosnussprodukte nach Deutschland bringen. Ein Jahr später gründete sie in Berlin „wirklich am Küchentisch“ ihre Firma Kulau. Geld lieh sie sich von Freunden, von der Familie. Ein mutiger Schritt: In der Lebensmittelbranche war sie noch fremd, studiert hatte sie Wirtschaft. In Brüssel

Vorhang zur Küche schaute, sah, wie hier eine junge Frau Regie führte: Ulrike Piecha, 33, alleinerziehende Mutter, aufgewachsen auf Rügen. Sie machte dort Abitur, doch ihr Traumberuf war Köchin. Sie ging nach Frankreich, machte dann eine Lehre im Sterne-Restaurant „Victo-

Die Gäste stehen Schlange nach dem Bio-Hamburger. „Berlin ist toll für junge Leute“, sagt Ulrike Piecha. „Hier kann man alles ausprobieren. Und die Kiezstruktur sorgt zugleich für KleinstadtWärme.“ Inzwischen ist ihre jüngere Schwester dazu gestoßen, eine ausgebildete

hatte sie zuletzt Firmen bei EU-Förderanträgen beraten. In Berlin fand sie 2008 ideale Bedingungen für den Firmenstart, in Asien suchte sie Produzenten, die BioQualität garantieren konnten. Heute bietet sie frische grüne Kokosnüsse, Kokosnusswasser und -öl an, sowie Kokosblütenzucker in drei Geschmacksrichtungen. Verkaufsschlager ist Kokoswasser. „Das einzige natürliche isotonische Getränk“, so die Firmengründerin. U.H.

ber macht sie nun ihr Magazin „für die stillen Kunstformen, die nur auf dem Papier leben“. Auf der Internetplattform „startnext.de“ hat sie das Projekt vorgestellt und Geld für die Erstausgabe gesammelt. Freunde wurden mobilisiert, neue Interessenten gewonnen. „Crowdfunding“ heißt das, Unterstützer sind mit Minibeträgen ab 9 Euro dabei. Die mehr als 3.100 Euro reichten für den Druck der ersten tausend Hefte. In Berlin, sagt Nike Marquardt, gibt es mehr Konkurrenz, aber auch mehr Chancen, Ideen umzusetzen. Jetzt geht es an die zweite Ausgabe. Noch bleibt die Arbeit unbezahlt. Vielleicht nicht mehr lange. U.H.

Von Familienernährern und Gleichstellungsbremsen
Frauen sind immer noch im Nachteil, wenn es um gleiche Startchancen, Gehälter und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht.
Das Ziel „absolute Gleichstellung“ scheint noch in weiter Ferne. Eine Zustandsbeschreibung. Frauen in Vorständen von Dax-Unternehmen? So gut wie Fehlanzeige: Unter zehn Prozent liegt ihr Anteil. Und Vorstandsvorsitzende gibt es keine einzige. Das hat die Debatte um Quoten in Wirtschaftsunternehmen verstärkt. Zwar haben die Mütter des Grundgesetzes einen Artikel 3 (2) durchgesetzt, der besagt: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Rechtlich scheint die Gleichheit also gesichert, doch der Teufel steckt im Detail und heißt zum Beispiel Aktiengesetz. Die SPD schlägt hier eine konkrete Änderung vor, die Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von über 15 MitarbeiterInnen verpflichtet, eine Frauenquote in den Führungspositionen von zunächst 20 und später 40 Prozent zu garantieren. Das Gesetz wurde von der schwarz-gelben Bundesregierung abgelehnt. Gerade in der Frauenpolitik werden die Konflikte entwickelt. Die Möglichkeit der geringfügigen Beschäftigung war vormals vor allem für Studierende, Rentner und im geringen Maße für hinzuverdienende Ehefrauen gedacht. Heute sind Niedriglöhne ein Massenphänomen, das zu dem auch noch weiblich geprägt ist. Damit werden althergebrachte Rollenmodelle wie der „Familienernährer Mann“ zementiert und die Grundbausteine für Altersarmut und Einkommensunterschiede gelegt. Zudem: Niedriglöhne hinterlassen nicht nur leere Konten bei Frauen, sie schwächen auch insgesamt die sozialen Sicherungssysteme und verursachen Kosten für die Allgemeinheit. Aus diesem Grund fordern die Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag, allen voran die SPD, die Umwandlung von gering bezahlten Minijobs und Teilzeitarbeit in reguläre Arbeitsverhältnisse. Die sichernde Sozialversicherung soll ab dem 1. Euro Gehalt eingeführt und Erleichterungen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht für Geringverdienende ermöglicht werden. JoS

FAKTEN ZUR GLEICHSTELLUNG
DAX notierten Unternehmen 15 weiblich. Das entspricht einem Anteil von 8 %. Kein einziges Unternehmen hat eine weibliche Vorstandsvorsitzende. I Mehr als die Hälfte aller Hochschulabsolventen ist weiblich. I Im Schnitt verdienen Frauen in Deutschland 22 % weniger als Männer. Das bedeutet: Für ein gleich hohes Jahreseinkommen müssen Frauen 14,5 Monate lang arbeiten. Oder anders gesagt: Frauen arbeiten von Januar bis Mitte März unentgeltlich. I Selbst bei gleichwertigen Bildungsabschlüssen werden Frauen zwischen 8 und 13 % schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. I 2011 waren 79,1 % aller Teilzeitbeschäftigten weiblich. Insbesondere in Westdeutschland ist diese Form weitverbreitet, mit schwerwiegenden Folgen: 2011 erhielten Männer im Westen durchschnittlich 868 Euro Rente, Frauen dagegen nur 484 Euro, also fast 50 % weniger.
I 2013 waren von ca. 180 Vorstandsmitgliedern aller im

Gleichstellung kommt nicht von allein: Frauen engagieren sich für ihre Rechte.

Foto: Horb

zwischen Regierung und Opposition deutlich. Statt eines 1,2 Milliarden Euro teuren Betreuungsgeldes als Ersatzleistung für notwendige Kitaplätze, setzen die SPD-geführten Bundesländer weiter konsequent auf den Kitaausbau. Berlin liegt da mit einer Quote von 93 Prozent bei den 3- bis 6-Jährigen deutlich an der Spitze. Um 20.000 Kitaplätze wird

die Berliner KindergartenLandschaft bis Ende 2015 erweitert, so Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Aktiengesetz und Kitaplatzausbau sind Stellschrauben, die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männer ermöglichen können. Sind mehr Frauen sichtbar in Spitzenfunktionen, erhöht dies die Motivation junger Frauen, eigene Karrierewege zu ge-

hen. Haben Frauen die Möglichkeit, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, verringert sich deutlich das Risiko von Altersarmut. Denn: Wer durch lange Erziehungszeiten im Job aussetzen muss, kann nur in geringem Maße für die Rente vorsorgen. Mit den Jahren haben sich früher sinnvolle Instrumente zu Gleichstellungsbremsen

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BERLIN AKTUELL

Berliner !"#$"%&#""

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Die Ausstellung „Zerstörte Vielfalt“ zeigt Menschen, Lebenswege und Stadtgeschichte
Die Verluste werden sichtbar. Auf großen Säulen sind in einer Ausstellung am Lustgarten Bilder und Lebensläufe zu finden. Sie zeigen Künstlerinnen und Künstler, Männer und a Frauen aus Wissenschaft und Politik, die die Stadt bereichert haben. Sie hätten noch viel für sie geleistet, wenn sie nicht von den Nazis verfolgt und unterdrückt, ins Exil gezwungen oder ermordet worden wät ren. Unter ihnen auch Albert Einstein, Claire Waldoff oder Bertolt Brecht. Achtzig Jahre nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten und 75 Jahre nach den Novemberpogromen wird in Berlin mit Ausstellungen und Veranstaltungen an die Zeit zwischen 1933 und 1945 erinnert und zugleich ein Blick nach vorn geworfen. Für Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit heißt lung, die nach einer Station am Brandenburger Tor mit ihren bald 200 Lebensläufen jetzt am Lustgarten zu sehen ist, gibt es viele weitere Ausstellungen. 40 der stadtweiten Projekte zum Themenjahr zeigt das Deutsche Historische Museum bis zum 10. November in einem Überblick. Am Wittenbergplatz, dem Tempelhofer Feld oder am Potsdamer Platz sind Stadtmarkierungen zu finden, die an die dortigen Ereignisse erinnern, an die Enteignungen und Verfolgungen, an die Zerstörung der Vielfalt, die Berlin einst ausgemacht hat und heute wieder ausmacht. Konzerte, öffentliche Führungen und viele bezirkliche Aktivitäten sind zu entdecken. Alle Informationen und Termine gibt es übersichtlich auf einer Themenseite im Internet: U.H. www.berlin.de/2013.

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Der Tag, der ihn unvergessen machte, ist der 23. März 1933. In der letzten freien Reichstagsrede wendet sich der SPDFraktionsvorsitzende Otto Wels gegen das Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten. Die kommunistischen Abgeordneten sind bereits verhaftet, viele SPD-Abgeordnete wurden massiv bedroht, SA-Leute sind im Saal. Dennoch stimmen die SPD-Abgeordneten mit Wels gegen das Gesetz, das den Nazis freie Hand für ihre Diktatur gibt. „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“, sagt Wels. Der in Friedrichshagen lebende Sozialdemokrat wird im August 1933 ausgebürgert. In Prag baut er die Exilorganisation der SPD auf, 1938 stirbt er in Paris.

Die Ausstellung mit Porträtsäulen ist jetzt am Lustgarten zu sehen.

Foto: Horb

die Lehre: „Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz sind Werte, um die wir uns gemeinsam und jeder in seinem persönlichen Umfeld bewusst küm-

mern müssen, das ist eine unserer Kernbotschaften des Themenjahres.“ Und dafür haben sich mehr als 120 Einrichtungen, darunter Museen, Vereine,

Verbände, Stiftungen, Unternehmen, Galerien, Gedenk-, Dokumentations- und Erinnerungsstätten, zusammengetan. Neben der Porträtausstel-

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Entgegen dem Bundestrend setzt sich in Berlin der Rückgang der Arbeitslosigkeit fort. So waren im Februar in Berlin 217.507 Arbeitslose gemeldet, 1.564 weniger als im Vormonat und 10.630 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitg wächst die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse in der Stadt. Im Jahr 2012 entstanden 34.500 neue Arbeitsplätze, eine Steigerung von 2,9 Prozent. Der bundesdeutsche Durchschnitt lag nur bei 1,2 Prozent. Arbeitssenatorin Dilek Kolat sieht darin eine Bestätigung der aktuellen Arbeitsmarktpolitik. Ihr gehe es aber auch um faire und gesunde Arbeitsbedingungen und eine existenzsichernde Entlohnung, sagte sie. Es können nicht sein, dass „Menschen, obwohl sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen, auf aufstockende Leistungen der Jobcenter angewiesen sind, weil ihr Einkommen nicht ausreicht“.

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Experten fordern mehr Wohnungsbau und ein sozialeres Mietrecht
Familie Faber* muss ihrem geliebten Prenzlauer Berg bald den Rücken kehren. Vor 15 Jahren waren Maren und Jürgen als Studenten in den Kiez gekommen. Heute sind sie eine fünfköpfige Familie und harren in 2 ½ Zimmern aus, nur um in der gewohnten Umgebung bleiben zu können. Jetzt ist das Mietshaus verkauft worden und soll modernisiert werden. Die 11 % Mieterhöhung, die der Vermieter nehmen darf, werden sie sich nicht leisten können. Fabers hoffen derzeit auf eine gute Abfindung und die Möglichkeit, eine Wohnung im Genossenschaftswesen zu beziehen - wenigstens in Weißensee. Was die Fabers erleben, betrifft immer mehr Familien in Großstädten. Gerade auch in Berlin werden Wohnungen knapp und damit teurer. „Die steigenden Mieten belarenden Maßnahmen durch finanzielle Unterstützung wie Heizkostenzuschuss und Zuschussförderung beim altersgerechten Umbau, muss eine soziale Wohnraumförderung aktiviert werden. In Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt wie Berlin, ist der Neubau von Sozialwohnungen unumgänglich. Daneben sind neue Ideen des genossenschaftlichen Wohnens gefragt.“ Die SPD-Bundestagsfraktion hat ein Konzept vorgelegt, das die Förderung des genossenschaftlichen Wohnens, die sozial gerechte Verteilung von Energiekosten, eine Deckelung des Mietanstiegs bei Neuvermietung und die sozialverträgliche energetische Sanierung vorsieht (http://goo.gl/VDpCR). Schulz: „Gute und energiesparsame Wohnungen müssen für alle erschwinglich sein.“ B.B. (*Namen geändert)

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Nach Angaben des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg kam es 2012 allein aufgrund von Problemen mit dem Schienennetz zu rund 11.000 Zugausfällen und Verspätungen. Hauptursache waren Überalterung und schlechte Wartung der Weichen, Stellwerke und Signalanlagen. Hinzukommen weitere Störungen, etwa in den Zügen. So gab es dadurch allein im letzten Dezember 6698 Verspätungen und 4411 Zugausfälle. Damit „lieferte“ die Bahn gerade einmal 87,4 Prozent des bestellten Angebots. Im Januar behielt das Land Berlin wieder rund 430.000 Euro an Zuschüssen ein. Zwischen 2010 und 2012 wurden insgesamt 97,5 Millionen Euro einbehalten.

In begehrten Kiezen wächst der Druck auf die Mieter.

Foto: Horb

sten nicht nur Geringverdiener und einkommensschwache Haushalte, sondern zunehmend auch die Mittelschicht“, stellt Swen Schulz, Berliner SPD-Bundestagsabgeordneter, fest. Zu steigenden Kaltmieten kommen zunehmende Energiekosten. Mit der Folge, dass die Wohngesamtkosten heute nicht selten 50 % des Haus-

haltseinkommens aufzehren. Die Einkommensentwicklung bleibt weit hinter dem gesetzlich zulässigen Mietanstieg zurück. „Um Wohnraum bezahlbar zu halten, muss der Wohnungsknappheit wirkungsvoll entgegengewirkt werden, so wie das in Berlin jetzt passiert“, sagt Schulz. „Neben flankie-

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Offenheit und Weite, wie sie in Großstädten kaum zu finden ist, bestimmen das Bild, o ein Gefühl von „Tempelhofer Freiheit“ kommt nach den ersten Schritten auf. Und das soll auch so bleiben, wenn am Rande des alten Flughafengeländes Wohnungen und die geplante Landeszentralbibliothek entn stehen. „Das, was heute als Park von den Berlinerinnen und Berlinern so gerne genutzt i wird, bleibt natürlich auch in Zukunft unbebaut“, stellt Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) klar. Ein Volksbegehren fordert jetzt, dass auf dem Tempelhofer Gelände gar nichts verändert werden soll. Gerhard W. Steindorf, Geschäftsführer der Tempelhof Projekt GmbH, hält das für falsch: „Sollte das Volksbegehren erfolgreich sein, wäre es nicht mehr möglich 4.700 neue, dringend benötigte Wohnungen für Berlin zu bauen. Flächen für ca. 7.000 Arbeitsplätze könnten am Rand des Tempelhofer Feldes nicht realisiert werden.“ Auch der benötigte Ersatzbau für die bislang auf zwei Standorte verteilte Landeszentralbibliothek (LZB) würde entfallen. Dabei, so Volker Heller, Direktor der ZLB, nehme die Bibliothek dem öffentlichen Raum keine Fläche weg,

Tempelhof bleibt vor allem grün - auch mit dem geplanten Wohnungsbau an den Randgebieten.
sondern sei Teil des öffentlichen Raums. „Das bedeutet eine enorme Bereicherung für die Freizeitfläche Tempelhofer Feld, weil hier Angebote zu Bildung und Informationen, Möglichkeiten zu arbeiten, zur Meinungsbildung und zum Meinungsaustausch bis hin zur Selbstorganisation von Meinungsgruppen frei zugänglich sind“, sagt Heller. Stadtentwicklungssenator Michael Müller stellte die Pläne für Tempelhof Anfang März vor. An den Rändern des Feldes - und nur dort - sollen neue Wohnungen entstehen. Müller: „Wir alle wollen möglichst bezahlbaren Wohnraum in der Stadt. Berlin wächst, es kommen Menschen in der Größenordnung eines ganzen Bezirks in Zukunft neu in unsere Stadt, die Nachfrage nach Wohnraum wächst mit. Wir brauchen also dringend mehr Wohnungen und müssen dafür neue bauen - in der ganzen Stadt.“ Und auch in den drei geplanten Wohnquartieren entstehen neue Grünflächen, zwischen 30.000 und 90.000 Quadratmeter groß. „Der Tempelhofer Park bleibt und neuer Wohnraum entsteht“, so Müller. Im denkmalgeschützten Flughafengebäude wird derzeit ein Kreativ- und GründerzenU.H. trum geschaffen.

Tempelhof bleibt grün: Eine 240 Hektar große Freifläche, so groß wie der Hyde Park, ist Kernbereich der Planung. Quelle: SenStadt

Berliner!Stadtblatt

BERLINER LEBEN

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche ...
Was man in den kommenden Wochen in Berlin und Umgebung erleben kann. Auch Konzerte und Ausstellungen stehen auf dem Kalender
„Im Märzen der Bauer ...“ Nur: Wo sind sie geblieben in Berlin, die Bauern. Als die Mauer noch stand, gab es für die West-Berliner ein Ziel: das Bauerndorf Lübars im Norden von Reinickendorf. Nach wie vor lohnt ein Ausflug dorthin. Auch die Domäne Dahlem ist ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Tieren, Gemüseanbau, Hofladen und Märkten. Doch wer das Landleben in der Stadt original erleben möchte, sollte sich auf den Weg nach Gatow machen. Der Vierfelderhof an der Straße 264 bietet Öko-Landwirtschaft zum Mitmachen. Vor allem an Kinder ist gedacht. Was gerade los ist, erfährt man auf www.vierfelderhof.de. Größer noch ist das Angebot für Gartenfreunde. Natürlich denkt man zuerst an die „Gärten der Welt“ in Marzahn, aber auch der Britzer Garten ist gerade im Frühjahr einen Besuch wert. Und natürlich der Botanische Garten in Dahlem sowie die Königliche Gartenakademie gleich gegenüber. Gerettet ist dank der Initiative von Kreuzberger Hirschaue zum Frühlingsspaziergang frei nach Goethe: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche ...“. Auf der einen Seite die buntgefleckten märkischen Sattelschweine, die frei herumtollen, auf der anderen Gatterwild von Rehkitzen bis zu röhrenden Zwölfendern. Speisen kann man in der Guts-Gaststätte. (www.gut-hirschaue.de). Und was bietet die Berliner Kulturszene? Für Klassikfreunde gibt es im Berliner Dom szenische Aufführungen von Bachs Johannes-Passion. Opernhäuser und Philharmonie stehen im Zeichen des Wagner-Jahres. Bei MaerzMusik, dem Festival aktueller Musik, kommen besonders Freunde des Schlagzeugs auf ihre Kosten. Popfans dürften dem Auftritt von Joe Cocker am 24. April in der O2 World entgegenfiebern. Wer sich für Kunst entscheidet, findet interessante Ausstellungen. Im Nordbahnhof kann man etwas über Grenz- und Geisterbahnhöfe im geteilten Berlin erfahren, im Bundesfinanzministerium über den Volksaufstand vom 17. Juni 1953. U. R.

Unterwegs beim Frühlingsspaziergang nach Gut Hirschaue.

Foto: Ulrich Rosenbaum

SPD-Kommunalpolitikern der Prinzessinnengarten am Moritzplatz, ein mittlerweile weltbekanntes Beispiel des Urban Gardening. Im März sprießt es dort wieder – einfach reingehen! Und natürlich lockt das brandenburgische Umland. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ausflug ins Oderbruch? An den Oderhängen bei Lebus

blüht das vom Aussterben bedrohte Adonisröschen. Wer es nicht verpassen will, fährt am 14. April zum Adonisröschenfest nach Lebus. Alle Tipps auf www.amt-lebus.de. Wunderbare Fischgerichte kann man im Anglerheim von Lebus genießen. Oder in Schecherts Hof in Marxdorf. Gute Küche bietet auch der Gasthof Wagner in Golzow, und

anschließend kann man das Filmmuseum der „Kinder von Golzow“, der Hauptdarsteller einer Langzeit-Dokumentation des DDR-Fernsehens, besuchen. Wer nicht so weit in Richtung Oder fahren möchte, fährt in Fürstenwalde-Ost von der Autobahn ab nach RietzNeuendorf, Ortsteil Birkholz. Hier lockt das weitläufige Gut

Zeitreise ins alte Ägypten
Nofretete und Tutanchamun treffen sich in Berlin
Die Repliken befinden sich mit der Ausstellung auf Wanderschaft durch Europa, 3,5 Millionen Besucher hatte die Ausstellung auf ihren bisherigen 11 Stationen. OriginalFundstücken, wie sie in der Armana-Ausstellung zu sehen sind, wäre die Tour nicht zuzumuten gewesen. Und die Rekonstruktion anhand von Fotografien und Aufzeichnungen bietet einen Anblick, der sonst an einem Ort nicht realisierbar gewesen wäre. So zeigt etwa die Armana-Ausstellung mit ihren 400 Objekten nur einen Bruchteil der Depot-Schätze des Ägyptischen Museums, aber immerhin 50 dazugehörige Leihgaben u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art, aus dem Louvre und dem British Museum. U. H.

Unter Einsatz des Lebens
MENSCHEN, DIE DIE STADT BEWEGEN: INGE DEUTSCHKRON
„Wow, sie soll 90 Jahre alt sein?! Großartige Lesung.“ Dieses Kompliment gilt Inge Deutschkron. Nachzulesen im Internet als Reaktion auf ihre viel beachtete Rede am Holocaust-Gedenktag im Deutschen Bundestag. Sie selbst sagt, sie empfände es als ihre Pflicht, „die lückenlose Wahrheit niederzuschreiben. Präzise und emotionslos, so wie ich es mit meinen eigenen Augen gesehen hatte“. Denn die Journalistin und Schriftstellerin Inge Deutschkron, die am 23. August 1922 in Finsterwalde geboren wurde und in Berlin aufgewachsen ist, bewegt vor allem eins: „dass die Jugend versteht, dass jeder das Recht auf Leben und gleiche Rechte hat“. Weil sie Jüdin war, musste die Tochter sozialdemokratischer Eltern ihre gymnasiale Ausbildung abbrechen, Zwangsarbeit leisten und sich mit ihrer Mutter zweieinhalb Jahre bei Freunden verstecken, um zu überleben. Eine Zuflucht in finsterer Zeit war Otto Weidt, der während des Zweiten Weltkriegs in seiner Bürstenwerkstatt hauptsächlich blinde und gehörlose Juden beschäftigte und auch Inge Deutschkron einstellte, obwohl die Nazis Büroarbeit für Juden strengstens verboten hatten. Am authentischen Ort, im Hinterhof der Rosenthaler Straße 39, gibt es nun ein Museum, das die Geschichte der Blindenwerkstatt Otto Weidt erzählt. Und im Frühjahr 2000 wurde unter dem Vorsitz von Inge Deutschkron der „Förderverein Blindes Vertrauen e. V.“ gegründet, dessen Ziel es ist, „zu zeigen, dass es auch im nationalsozialistischen Deutschland Menschen gegeben hat, die unter Einsatz ihres Lebens bereit waren, andere Menschen aus der Hand ihrer Mörder zu retten“. Informationen über den Schrecken des Nationalsozialismus vermitteln und dem Wiederaufleben rechtsradikaler Tendenzen entgegenwirken will auch die IngeDeutschkron-Stiftung. Der Aufgabe, junge Menschen zu Toleranz und Zivilcourage ermutigen, widmet sich die Stifterin kämpferisch und temperamentvoll, so oft sie kann, noch höchstpersönlich. Spenden an die IngeDeutsch kron-Stiftung können auf folgendes Konto über wiesen werden: KontoNr. 101 2617 100, Bankhaus Löbbecke, BLZ 100 305 00 U. W.
Figur des Tutanchamuns als Harpunierer.

Inge Deutschkron beim Festakt zu ihrem 90. Geburtstag im Berliner Rathaus.

Foto: Margrit Schmidt

Es ist eine Art Familienzusammenführung, die in diesen Tagen in Berlin stattfindet. Noch bis 13. April ist im Neuen Museum auf der Museumsinsel eine Sonderausstellung zur Amarna-Zeit des frühen Ägyptens zu sehen. In ihrem Mittelpunkt steht Nofretete, im 14. Jahrhundert vor Christus Hauptgemahlin des Pharaos Echnaton. Seit 1912 ist die Büste der „Schönen“ im Ägyptischen Museum zu bewundern. Jetzt kommt ihr Schwiegersohn Tutanchamun in die Stadt. In der „Arena“ in Treptow ist dafür ein Ausgrabungsfeld entstanden, 4.000 Quadratmeter groß. Hier ist bis zum September eine Nachbildung Goldmaske von Tutanchamun des Grabschatzes zu entdecken Fotos: A.-M. v. Sarosdy / © Semmel Concerts GmbH - ganz so, wie er 1922 vom britischen Archäologen Howard I „Im Licht von Amarna - 100 Carter vorgefunden worden Jahre Fund der Nofretete“, bis war. 1.000 ausgestellte Objekte 13. April 2013, Neues Museum, vermitteln einen Eindruck Bodestr. 1, täglich 10 – 18 Uhr, vom einst fast unversehrten Do 10 – 20 Uhr, Eintritt 14 Euro, Pharaonengrab. erm. 7 Euro I „Tutanchamun – Vor Betreten des Grabs Sein Grab und die Schätze“, lernen die Besucherinnen 9. März bis 1. September 2013, und Besucher in einer multi- Arena Berlin, Eichenstr. 4, 12435 medialen Einführung die Bio- Berlin, täglich 10 - 18 Uhr (letzgrafie Howard Carters, die Ge- ter Einlass 17 Uhr), Eintritt 17 schichte Tutanchamuns und Euro, erm. 9 Euro. (Sa und So die Kultur Ägyptens kennen. 19 Euro), Tickets 030/ 479 974 77

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S E RV I C E – R ÄT S E L

Berliner!Stadtblatt

Vorsicht: Pollen im Anflug
Mit dem Frühling kommen die Beschwerden: Wie können sich Allergiker am besten schützen?
ist, verträgt häufig auch Nahrungsmittel wie Haselnüsse oder Kernobst nicht. An den zum Teil heftigen Abwehrreaktionen des Körpers auf natürliche Stoffe leiden bis zu 30 Millionen Deutsche, allein neun Millionen haben Heuschnupfen. Haut und Schleimhäute tragen die Hauptlast dieses fehlgeleiteten Abwehrkampfes. Die Anlage dazu kann vererbt werden. Die Zunahme von Heuschnupfen oder Nahrungs- und Medikamentenallergien erklären Ärzte mit der ausgeprägten Hygiene, die das Immunsystem von Kindern wenig natürlicher Belastung aussetzt, aber auch mit stärkeren Umweltbelastungen. Heilen lassen sich Allergien nicht. So bleibt als erste wichtige Maßnahme der Allergietest beim Hautarzt, um zu wissen, auf welche Stoffe der Körper überhaupt reagiert. Dazu werden auf Rücken oder Arm verschiedene allergieauslösende Substanzen aufgetupft und die Haut leicht eingeritzt. Rötung oder Schwellung zeigt dann die jeweilige Empfänglichkeit an. Mit diesem Wissen können Allergiker auf bestimmte Lebensmittel verzichten, Besuche bei Katzenfreunden vermeiden, Schimmel aufspüren und beseitigen oder der Hausstaubmilbe das Leben schwer machen. Linderung gegen Heuschnupfen oder Hautausschläge bieten Medikamente mit Wirkstoffen wie Loratadin oder Cetirizin, die das vom Körper freigesetzte Histamin blockieren. In Tablettenform gibt es sie von mehreren Anbietern frei verkäuflich in der Apotheke zu sehr unterschiedlichen Preisen. Solche Antihistaminika bieten als Augentropfen oder Nasenspray auch lokale Linderung. Reichen diese Mittel nicht aus, kann ein Arzt auch neuentwickelte Antihistaminika der dritten Generation verschreiben. Etwas anders wirken sogenannte Mastzellstabilisatoren wie etwa die Cromoglicinsäure, die es ebenfalls als Tropfen und Spray für Augen oder Nase gibt. Sie sorgen dafür, dass das Beschwerden verursachende Histamin gar nicht erst freigesetzt wird, müssen also frühzeitig angewandt werden. Eine länger andauernde Wirkung soll mit der Hyposensibilisierung erreicht werden. Dabei wird der Patient in dosierter Form den allergieauslösenden Stoffen ausgesetzt, um sich an sie zu gewöhnen. In der Vergangenheit mussten Ärzte die individuell zusammengestellten Präparate über mehrere Wochen und Monate mit Spritzen verabreichen. Inzwischen gibt es auch Tropfen oder Tabletten zur Einnahme. Solche Verfahren können auch verhindern, dass aus einem Heuschnupfen ein allergisches Asthma wird. U. H. Pollenflug im Jahresüberblick: www.pollenflug.de

Apfelblüten: Des einen Freud, des anderen Leid.

Foto: Ulrich Horb

Da ist es wieder, dieses Kribbeln in der Nase. Das Atmen fällt schwerer, die Augen jucken. Allergiker brauchen keine Blüten zu sehen, um zu wissen: Jetzt ist der Frühling da. Irgendetwas fliegt fast im-

mer. Pollen von Erle und Haselnuss sind bereits ab Januar in der Luft. Aber von März an kommen immer mehr dazu, darunter Ulmen, Weiden oder Pappeln. Im April und Mai wollen sich Ahorn, Birke

und Eiche vermehren, ab Mai schwirren Gräserpollen durch die Lüfte. Nur im November und Dezember können Allergiker halbwegs aufatmen. Allerdings: Wer beispielsweise gegen Birkenpollen allergisch

Berliner Preisrätsel
ZU GEWINNEN:

10 Jahreskarten für die Humboldt-Box
24 Unangenehm auf Kölsch 26 Montenegro im Internet 27 Filmaufnahme (Schauspielerjargon) 30 Gewässer zwischen Japan, Nordkorea, Russland und Südkorea 33 Da staune ich aber 34 Zornig 35 Lausejunge (Umlaut=1Buchstabe) 37 Weiblicher Vorname & Berliner Kindergartenträger 38 Kletterpflanze 40 Abschnitt auf der Desoxyribonukleinsäure (DNA) 41 Gekonntes Spötteln 43 45 46 47 Ist jeder, der nicht out ist ... nun wieder Schweizer Flussbarsch Ihr Denkmal wurde neulich mit Spätzle verunziert

WAAGERECHT 1 Berlins einzige Bezirksbürgermeisterin (Umlaut = 1 Buchstabe) 6 Französischer Freund 11 Der in das Blasinstrument pustet 12 Nachplappernder Vogel 13 Mode präsentieren, Geld verdienen 17 Musikalischer Single 18 Algerischer Dinar (Abk.) 19 Organismus mit einer Mutation 20 Lieferant umstrittener Pelze 21 Südostasiatische Fluglinie 22 Lösbare Verbindung zwischen Rohren

SENKRECHT 2 Käsesorte - ursprünglich aus Südwestengland 3 Gefährliche Schicht auf Wasser od. Straße (Umlaut = 1 Buchstabe) 4 Brutto minus netto 5 Ihr Laub zittert wie ein Angsthase 7 Vielleicht, vielleicht aber auch nicht (Umlaut = 1 Buchstabe)

8 Mails für den Müll 9 Atemstillstand 10 Die vielleicht berühmteste Berliner Schauspielerin mit US-Hintergrund 14 Bobbie Gentrys Song für Billie Joe 15 Einzige reelle Zahl, die weder positiv noch negativ ist 16 Berliner Kultkomikerin († 1991) 17 Stahlstift zum Gravieren 20 Die wahrscheinlich schönste Berlinerin 23 Öffentliche Dienststelle 25 Ein Stück einer Hinterlassenschaft 28 Oft dickleibige Erzählung 29 Staatlich abgesegnete Paargemeinschaft 30 Himmelsrichtung 31 Durfte man früher nicht trennen, weil es tat ihm furchtbar weh 32 In Österreich heißt die Speise Eierschmalz 36 Da legst di nieda in Lüttich! 37 Internet Explorer in Kürze 39 Einfarbige Hochschule 40 Gehört neuerdings zur Barmer Ersatzkasse 42 Platz 44 Vorname eines Umweltschützers und ehem. US-Vizepräsidenten DIE GEWINNE In die richtige Reihenfolge gebracht, ergeben die rot umkreisten Buchstaben ein globales Datum, das an Gleichberechtigung und allgemeines Wahlrecht erinnert. Bitte schicken Sie dieses Lösungswort auf einer Postkarte bis zum 8. April 2013 an das Berliner Stadtblatt, Müllerstr. 163, 13353 Berlin oder per E-Mail an raetsel@berlinerstadtblatt.de. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir 10 Jahreskarten für die Humboldt-Box Unter den Linden. Dort wird gezeigt, dass das künftige Humboldt-Forum weit mehr als ein Schloss-Nachbau sein wird. Im Restaurant der Humboldt-Box erhalten Jahreskartenbesitzer 10 % Rabatt.

Bilderrätsel
AN WEN ERINNERT DIE FRAU MIT DEM HAMMER? Im April 1955 wurde diese Muschelkalkfigur in einem Berliner Park feierlich der Öffentlichkeit übergeben. An welche besondere Gruppe von Berlinerinnen erinnert die Frau mit dem Hammer? Das Berliner Stadtblatt verlost unter den richtigen Einsendungen zum Bilderrätsel 3 x 2 Eintrittskarten für das Kleine Theater am Südwestkorso. Dort läuft u. a. derzeit die Revue der Stunde Null „Schwarzer Jahrmarkt“ von Günter Neumann. Einsendeschluss ist der 8. April 2013 (per Post an das Berliner Stadtblatt, Müllerstraße 163, 13353 Berlin oder per E-Mail an raetsel@berliner-stadtblatt.de).

RÄTSEL-LÖSUNGEN UNSERER AUSGABE DEZEMBER 2012 Lösungswort des Kreuzworträtsels: ABGEORDNETENHAUS. Bilderrätsel: Die abgebildete Hirschfigur (der „Goldene Hirsch“) steht auf einer Säule im RudolphWilde-Park in Schöneberg in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus. Die Gewinner der Rätsel wurden schriftlich benachrichtigt.

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MARZAHN—HELLERSDORF

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Rote Rosen — wie im Hildegard-Knef-Klassiker — regnet es zum Frauentag am 8. März leider nicht. Aber traditionell werden rote Rosen von

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Einladung in den Friedrichstadtpalast Berliner Mieter hoffen auf Rot/Grün im nächsten Bundestag
Am 1. Februar wurde das Mietrechtsänderungsgesetz mit den Stimmen von Schwarzs Gelb beschlossen. Das Land Berlin hatte sich wegen des CDU-Koalitionspartners der Stimme enthalten müssen. Iris Spranger, mietenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus und Bundestagskandidatin, ist enttäuscht: „Leider ist das Mietrecht ein Bundesrecht. Da sind uns im Abgeordnetenhaus die Hände gebunden. Wir tun alles rechtlich Mögliche, die Berliner Mieterinnen und Mieter weitestgehend zu schützen. Mit unseren Wohnungsbaugesellschaften haben wir vereinbart, anders als vom Bund beschlossen, dass Mieten innerhalb von vier Jahren nur bis zu 15 Prozent steigen dürfen, statt binnen drei Jahren bis zu 20 Prozent. Wir brauchen eine andere Bundesregierung, wir brauchen Rot-Grün. Nur so können bezahlbare Mieten bundesweit sichergestellt werden.“ Spranger hätte sich zudem von Berliner Seite eine Ablehnung im Bundesrat gewünscht. „Man muss aber akzeptieren, dass unser Koalitionspartner, die CDU, dies nicht mitgemacht hätte.“
www.iris-spranger.de

Foto: Günther Gumhold pixelio.de der SPD-Marzahn-Hellersdorf an unterschiedlichen Orten im Bezirk als Dank an die Frauen verteilt. Auch der Kaulsdorfer SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier verteilte wie immer rote Rosen in seinem Wahlkreis. Am frühen Morgen des 8. März erfreuten Kohlmeier und die SPD viele Frauen am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord mit einer Rose, dabei leise summend: „Für Sie soll's Rote Rosen regnen.“ www.sven-kohlmeier.de Iris Spranger zusammen mit dem Intendanten des Friedrichstadtpalastes, Dr. Berndt Schmidt. Foto: FSP

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Auf rund 3000 Quadratmetern sollten in Kaulsdorf-Nord nach Vorstellungen des Abgeordnetenhauses 35 bis 40 neue Woh5 nungen entstehen. Jedoch sind die Wohnungsbaugesellschaften an den Grundstücksflächen LilyBraun-Straße 52A und Auerbacher Ring 23 nicht interessiert. Die dadurch geplante Entspannung des Wohnungsmarktes in Kaulsdorf bleibt damit vorerst aus, bedauert der Kaulsdorfer Abgeordnete Sven Kohlmeier. Im Rahmen des Mietenbündnisses, das zwischen Senat und Wohnungsbaugesellschaften geschmiedet wurde, sollten die kommunalen Wohnungsbauunternehmen den Wohnungsmarkt entspannen, unter anderem durch Neubau von Wohnungen. Dass die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften diese Chance in Kaulsdorf-Nord nicht nutzen, lässt nach Kohlmeiers Meinung darauf schließen, dass die Profitmaximierung wichtiger ist als die soziale Verantwortung der Wohnungsbaugesellschaften. „Angesichts eines neuen Standortmarketings für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf und steigender Einwohnerzahlen in Berlin wird auch in unserem Bezirk der Wohnungsbedarf in absehbarer Zeit steigen“, sagt Kohlmeier.

Iris Spranger, baupolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, e lädt am Donnerstag, dem 2. Mai 2013, zu einem „Blick hinter die Kulissen“ ein. Wieder bittet Iris Spranger in den Friedrichstadtpalast in Berlin-Mitte. Intendant Dr. Berndt Schmidt wird die Gäste um 16.45 Uhr bei Kaffee und Kuchen begrüßen und gemeinsam mit Iris Spranger durch das traditionsreiche Haus führen. Anschließend besucht die

Gruppe um 19.30 Uhr die Aufführung von Show-Me — Berlins größter Show. Kostenbeitrag pro Person: 26 Euro. Verbindliche Anmeldungen mit Namen und Anschrift bis spätestens 2.April 2013 per E-Mail an: nborkenhagen@aol.com, Tef lefax: 030/99 40 10 15, oder Post an das SPD-Kreisbüro, Blumberger Damm 158, 12679 Berlin. Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnehmerzahl begrenzt.

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Ein Geldautomat, um alltägliche Bankgeschäfte zu erledigen, sollte eigent-

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Lösung für Turnhallen in Mahlsdorf
Weil im Schulaltbau OttoNagel-Gymnasium bei einer zufälligen Kontrolle gravierens de Baumängel festgestellt wurden, hat das Schulamt alle Grundschulbauten aus den Zwanzigerjahren untersuchen e lassen — mit erschreckendem Ergebnis. An drei Standorten in Mahlsdorf und Kaulsdorf sind Schulturnhalle oder Aula einsturzgefährdet. Sie wurden sofort geschlossen. Die Kita Ulmenstraße, baulich mit einer betroffen Halle verbunden, ist komplett geschlossen worden. Die Schüler der Mahlsdorfer- und der Ulmengrundschule müssen nun zum Sportunterricht mit Bussen in weit entfernte Turnhallen gebracht werden. Eine Sanierung kostet Millionen, die der Bezirk nur durch Umplanung von Maßnahmen bereitstellen kann. Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) zeigt sich trotz dieser Widrigkeiten zuversichtlich: „Wir haben alles in Bewegung gesetzt, damit die Schulen in unsere Investitionsplanung aufgenommen werden konnten.“ Tatsächlich werden in der Ulmengrundschule die Bauarbeiten im nächsten Jahr abgeschlossen sein; für die Schillerschule rechnet der Bezirk sogar noch in diesem Jahr mit eine Fertigstellung der Aula. Nur die MahlsdorferGrundschule bereitet dem Bürgermeister noch Sorgen.

lich längst im Bahnhofsumfeld wieder aufgestellt werden. Darauf warten die Kaulsdorfer ebenso wie ihr Abgeordneter Sven Kohlmeier (Bild oben). Wie die Sparkasse nun mitteilte, ist der geplante Standort für den neuen Sparkassenautomaten bereits angemietet — er sei im Mädewalder Weg (neben dem Reisebüro) vorgesehen. Einen konkreten Termin konnte die Sparkasse nicht nennen.

Die Mieter der Hochhäuser am Helene-Weigel-Platz sind wegen der Kosten entsetzt.

Heizkosten explodieren
Spielen am Helene-Weigel-Platz die Lesegeräte verrückt?
Im vergangenen Jahr wurde das Ablesesystem der Heizungen am Helene-Weigel-Platz l verändert. Die Folgen sind teilweise extrem gestiegene Heizkosten für das zurückliegende Jahr. Bei manchen Mietern sind die Heizkosten um fast die Hälfte gestiegen. Die betroffenen Mieterinnen und Mieter der Hochhäuser am Helene-Weigel-Platz 13 und 14 sind fassungslos über diese Entwicklung. Die neue Technik hat offensichtlich ihre Tücken; besonders die neu angebrachten Wärmemengenzähler stehen in der Kritik der Mieterinnen und Mieter. Seit Oktober 2010 ersetzen die Zähler die alten Verdunsterröhrchen.
Wie denn nun? Sind die neuen Zähler kaputt — oder sind sie hochpräzise?

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Die Abteilung Wirtschaft und Stadtentwicklung hat eine Radwegekarte für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf erstellt. In dieser Karte sind alle Radwege, straßenbegleitende Radwege und Wege in Grünanlagen eingezeichnet, auf denen das Radfahren erlaubt ist. Die Radwegekarte Marzahn-Hellersdorf ist kostenfrei erhältlich in der Tourist-Info, Eisenacher Straße 99, 12685 Berlin oder in der Wirtschaftsförderung – ZAK.

Die Bewohner der beiden Hochhäuser vermuten, dass das neue Ablesesystem in Verbindung mit ihren Heizungen nicht richtig funktioniert. Die Gegenseite argumentiert, dass die neuen Wärmemengenzähler präziser messen und der DIN-Norm unterlägen. Mit der Bitte um schnelle Hilfe wandte sich die Vorsitzende des Mieterbeirates Hele-

ne-Weigel-Platz, Hannelore Baehr, gemeinsam mit den betroffenen Mieterinnen und Mietern an die SPD-Abgeordnete Liane Ollech (MdA). Sie sagt: „Wir erhalten täglich Post von betroffenen Mieterinnen und Mietern aus dem gesamten Bezirk, deren Heizkosten bei gleichem Heizverhalten beträchtlich gestiegen sind. Es ist an der Zeit, Experten zu Rate zu ziehen und der Ursache auf den Grund zu gehen, denn die digitalen Wärmemengenzähler sollen auch in anderen Mietshäusern eingeführt werden.“

Die Friedrich-Schiller-Grundschule in Mahlsdorf.

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MARZAHN—HELLERSDORF

Berliner !"#$"%&#""

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Berlin hat viele Rathäuser, von denen die meisten unter Denkmalschutz stehen. Als eines der jüngsten Denkmale ü der Stadt zählt auch das alte Rathaus Marzahn zu den denkmalgeschützten Gebäuden Berlins. r Das Rathaus entstand 1985-88 nach Plänen der Architekten Wolf Rüdiger Eisentraut und Karin Bock und zählt zu den wenigen Rathausneubauten, die in der DDR realisiert wurden. Aber auch hier nagt der Zahn der Zeit! Eine dringende Sanierung und Rekonstruktion wäre erforderlich, die besonders auch das Umfeld des Helene-Weigel-Platzes aufwerten würde. Die Gretchenfrage ist auch hier, wie bei vielen ande-

Mit „Maerker“ Missstände melden
Berliner Bürger können Behörden per Internet einschalten
Jeder von uns kennt die kleinen und großen Ärgernisse in unserer Nachbarschaft: Vermüllte Grünanlagen, abgestellter Sperrmüll oder eine Gefahrenstelle auf dem Gehweg. Mit dem aus Brandenburg stammenden System „Maerker“ soll es bald die Möglichkeit geben, seine Beschwerden an das Ordnungsamt auch im Internet einzugeben und z.B. ein Foto des Ärgernisses hochzuladen. Im Bezirk Lichtenberg lief in den letzten Jahren erfolgreich ein Pilotprojekt. Das Online-System soll jetzt auf ganz Berlin ausgedehnt werden. In diesen Tagen wird ein Antrag von SPD und CDU dazu im Parlament beraten. Dann steht einer flächendekkenden Einführung von Maerker in Berlin nichts mehr im Wege.
Anhand eines Ampelsystems ist der aktuelle Bearbeitungsstand schnell ersichtlich.

Das System Maerker, das in Brandenburg entwickelt wurde, wird demnächst in ganz Berlin eingeführt.

Geplant ist auch eine Smartphone-App, mit der die Bedienung des Online-Ordnungsamtes noch komfortabler werden soll. Das Erfolgsmodell aus Brandenburg kann mehr als nur

Beschwerden entgegennehmen. Der aktuelle Stand der Bearbeitung wird im Internet dokumentiert. Anhand eines Ampelsystems ist der aktuelle Bearbeitungsstand schnell ersichtlich. Für detailliertere Informationen gibt das Ordnungsamt auch den Bearbeitungsstand in einer Textantwort an. Für Marzahn-Hellersdorf hat Anfang Januar der Probebetrieb begonnen. Demnächst finden Sie auch Marzahn-Hellersdorf unter:
www.maerker.brandenburg.de/ berlin

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Rathaus Marzahn. Foto: Homer1967/wikipedia ren Projekten: Wer soll das bezahlen? Der Bezirk kann dieses Geld nicht aufbringen und beim Land sieht die Kassenlage nicht anders aus. Dennoch muss man sich Gedanken machen, wie mit diesem Gebäude weiterhin umgegangen wird. Die Sozialdemokraten im Land Berlin und im Bezirk sollten hier gemeinsam eine Strategie entwickeln, wie mittelfristig mit dieser Immobilie verfahren wird. Sie haben schon zugesichert, alles zu tun, um diesen Prozess auf Landesebene voranzutreiben.

Interview mit Iris Spranger, SPD-Bundestagskandidatin im Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf
Berliner Stadtblatt: Eine Bundestagskandidatur ist ja kein Osterspaziergang. Da z braucht es Durchsetzungsvermögen und konkrete Zielvorstellungen. Welche sind das ? Iris Spranger: In meinem bisherigen beruflichen und politischen Leben hatte ich das Glück, immer ganz nah am Alltag und bei den Problemen der Menschen zu sein, etwa als haushaltspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Finanzpolitik und die Frage, welche Prioritäten bei der Mittelverteilung gesetzt werden, haben mich seitdem nicht mehr losgelassen. Das war natürlich auch so in meiner Zeit als Staatssekretärin in der Finanzverwaltung. Da habe ich gegen manche Widerstände für eine angemessene Finanzausstattung der Bezirke gekämpft selbstverständlich auch für Marzahn-Hellersdorf. Seit Herbst 2011 - mit Beginn der neuen Legislaturperiode - bin ich baupolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Wieder ein Bereich, bei dem es direkt um den Alltag der Menschen geht, etwa beim Thema Mieten. Wie lässt sich beim Thema Mieten im Bundestag etwas für Berlin oder gar für den Wahle kreis erreichen ? Iris Spranger: Die Mietenund Wohnungspolitik ist für mich und für die Berliner SPD eine Kernaufgabe der Politik, die uns gewiss im kommenden Jahrzehnt beschäftigen wird. Aus Berliner Sicht müssen wir darauf achten, dass Wohnen in Berlin bezahlbar bleibt. Andernfalls wird es nicht gelingen, den sozialen Zusammenhalt in der Stadt und die wirtschaftliche Substanz von Berlin weiter auszubauen. Das Mietenbündnis, das in Berlin für landeseigene Wohnungen eine Begrenzung der Nettokaltmiete auf 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens und darüber hinaus notfalls Härteregelungen vorsieht, sollte bundesweit Vorbild sein. Das heißt: Auch auf Bundesebene - also in Bundestag und Bundesrat - fordern wir ein soziales Mietrecht in Anlehnung an unser Mietenbündnis in Berlin, damit faire Regeln in gleichem Maße für Mieterin-

Iris Spranger: „Die Mietenfrage war und ist mein Thema.“

nen und Mieter in nicht-öffentlichen Wohnungen gelten. Konkret: Ich werde auch im Bundestag dafür kämpfen, dass die Miete — wie im Mietenbündnis — künftig nur noch um 15 Prozent in vier Jahren erhöht werden darf. Und: Bei

Neuvermietungen darf der Mietpreis höchstens um zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Mit anderen Worten: Die Bundestagswahl wird zur Richtungswahl in der Mietenfrage - und genau das war und ist mein Thema.

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Interview mit Sven Kohlmeier über eine Verfassungsklage der „Tierschutzpartei“
r In Hamburg wurde die 3%Klausel für die Bezirksparlamente für verfassungswidrig erklärt. Nur Berlin und Bree men haben noch eine solche Sperrklausel für Bezirksparlamente. Dazu befragten wir Sven Kohlmeier, den rechtspolitischen Sprecher der SPD-Abgeordnetenhausfraktion. Berliner Stadtblatt: Sind i durch die Hamburger Entscheidung die Sperrklauseln nicht grundsätzlich hinfällig? Kohlmeier: Ich halte die 3%Klausel für sinnvoll. Das historische Beispiel der Weimarer Republik hat uns gezeigt, dass fehlende Sperrklauseln zu einer Zersplitterung der Parlamente führen. Die Tierschutzpartei hat gegen die Berliner 3%Klausel geklagt. Am 13. Mai 2013 wird das Berliner Verfassungsgericht entscheiden. Was spricht gegen mehr Parteienvielfalt im Bezirksparlament? Kohlmeier: Die Bezirksvertretungen haben die Rechte, über einen eigenen Bezirkshaushalt, Bauplanungen oder Förderungen zu beschließen. Kleinstparteien, die einen Sitz erringen, können nicht alle Ausschüsse besetzen. Je mehr Einzelpersonen mitdiskutieren, desto länger werden Entscheidungsprozesse. Dies kann dazu führen, dass sich Entscheidungen z.B. über Bauvorhaben oder Unternehmensansiedlungen immer länger hinziehen. Wollen Sie mit der Sperrklausel einzelne Parteien oder rechtsradikale Parteien aus den r Bezirksparlamenten heraushalten? Kohlmeier: Die Sperrklausel ist kein Instrument, um einzelne Parteien aus den Parlamenten herauszuhalten. Wenn rechtsradikale Parteien in die Bezirksparlamente gewählt werden, ist es Aufgabe aller Demokraten, mit guter Sacharbeit zu überzeugen. Wir Politiker müssen mit unserer Arbeit überzeugen, damit rechtsradikales Gedankengut nicht unterstützt wird.

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Ein vom Bezirksbürgermeister Stefan Komoß initiierter Plan soll bis 2016 allen Jugendlichen im Bezirk eine berufliche Zukunft sichern. Die Arbeitsgemeinschaft Migration des SPD-Kreisverbandes Marzahn-Hellersdorf lud Komoß neulich ein, um mit ihm über dieses Vorhaben zu diskutieren und über die Frage, ob und wie es auch jungen Einwanderern eine Perspektive bietet. Bei einem Treffen mit dem Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis wurde deutlich, dass die Betriebe händeringend Nachwuchs suchen, weil sie seit einiger Zeit keine Lehrlinge mehr finden. Viele Bewerber kommen oft mit falschen Vorstellungen. Für das Jobcenter wird die Zusammenarbeit mit den Eltern immer wichtiger. Oft zählen die Werte und Gepflogenheiten aus den Heimatländern. So dominieren im asiatischen Raum Maßstäbe wie Status, Geld und die Karriere, nach denen meist die Eltern für ihre Kinder den Beruf aussuchen. Auch den Jobcentern fehlen oft Gespür und Zeit, um auf spezielle Probleme einzugehen. Aber kann Beratung die Aufgabe von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Migrantenselbsthilfeorganisationen sein? Stefan Komoß bezeichnete es als einen Erfolg, wenn die Jugendlichen überhaupt erst einmal eine Berufsausbildung absolvieren und mit den dabei erworbenen Kompetenzen ihren weiteren Bildungsweg absolvieren.

Das Berliner Verfassungsgericht (im Kammergericht) entscheidet am 13. Mai über die 3-Prozent-Klausel. Foto: Axel Mauruszat

André Gaedecke
        
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