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Full text: Berliner Stadtblatt Issue 2017,[1] März

CHAR AU S C HA R LO T T E N BU RG - W I L M E R SD OR F UND SDORF Wer zieht für die SPD Charlottenburg-Wilmersdorf in den Bundestagswahlkampf? Das Ergebnis der Mitgliederbefragung gibt’s auf Seite 8 BERLIN · AU S G A B E Foto: Joachim Gern WISSENSWERTES ILMER W G R U B N E LOTT MÄRZ 2017 IN DIESER AUSGABE Das älteste Haus von Wilmersdorf – das Schoelerschlösschen soll neues soziokulturelles Zentrum werden Seite 2 Es bleibt viel zu tun für mehr Gerechtigkeit. Deshalb ist der Internationale Frauentag auch heute noch wichtig. Liebe Berlinerinnen und Berliner, Zeit für mehr Gerechtigkeit - darum geht es der SPD und daran will sie sich messen lassen. Gerade rund um den 8. März, dem Internationalen Frauentag, wird deutlich, wie viel dafür noch zu tun ist. Denn für viele Frauen ist Ungleichheit auch heute noch alltäglich. Besonders wichtig ist mir dabei, das Leben der gut 100.000 alleinerziehenden Mütter in Berlin zu erleichtern. Vorrangig sind hier der Ausbau und schnelle Zugang zu guten Kita- und Hortplätzen sowie zusätzliche Beratungs- und Qualifizierungsangebote für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zur Lohngerechtigkeit gehört auch, dass die vielen, insbesondere in sozialen Berufen arbeitenden Frauen mehr Wertschätzung und vor allem eine gerechtere Entlohnung erhalten. Eine aktive Politik für Frauen ist uns wichtig und wir wollen gerade auch im öffentlichen Bereich Vorbild sein für mehr Gerechtigkeit. Herzlich, Ihr Michael Müller Regierender Bürgermeister Seite 4 und 8 Das letzte Bier war schon ausgeschenkt. Doch dann konnte das Charlottenburger Traditionslokal „Hoeck“ doch gerettet werden. Seite 7 Foto: fotolia/Benshot Viel erreicht, aber noch viel zu tun: der Internationale Frauentag erinnert an das Erreichte und mahnt zugleich an das, was im Kampf zur Gleichberechtigung noch zu tun ist! Die Sozialdemokratin Jeanette Wolff kämpfte engagiert gegen den Nationalsozialismus Seite 8 Sozial gerechte Jugend- und Familienpolitik in Charlottenburg-Wilmersdorf Die SPD setzt mit der neuen Jugendstadträtin Heike Schmitt-Schmelz neue Akzente und will besonders die Dienstleistungen für Familien weiter verbessern Die SPD hat in Charlottenburg-Wilmersdorf immer schon einen besonderen Schwerpunkt auf die Möglichkeit zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen für die Gesellschaft gesetzt. So ist das von der SPD vor Jahren initiierte Kinder- und Jugendparlament ein hervorragendes Instrument junge Menschen an demokratischen Prozessen zu beteiligen, indem sie Problemstellungen und Ideen artikulieren und in den „normalen“ Geschäftsgang des Bezirksparlamentes ein- geben können. Diese frühe Form der politischen Einbindung möchte die SPD und ihre Jugendstadträtin Heike Schmitt-Schmelz weiter fördern und stärken. In den kommenden Jahren wird es im Bezirk durch den Zuzug vieler Menschen darum gehen, eine quantitative und qualitative Versorgung z.B. mit Schul- und Kitaplätzen sowie Freizeitangeboten sicherzustellen. Die SPD Charlottenburg-Wilmersdorf hat sich gegen manchen Widerstand schon in der Vergangenheit gegen Kürzungen z.B. bei den Ju- gendfreizeiteinrichtungen stark gemacht. Wichtig ist es auch, die außerschulischen Bildungseinrichtungen weiter zu stärken. Gerade bei den Jugendverkehrsschulen werden aktuell viele konstruktive Gespräche mit dem Senat geführt, um deren finanzielle Grundlage für die kommenden Jahre sicherzustellen. Ein wesentlicher Baustein für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche bietet auch der Sport. Dafür sind die Anstrengungen und die Entscheidung des neuen Senats zum schnellen Freizug der Sporthallen wichtig. Der neue Zuschnitt im Bezirksamt CharlottenburgWilmersdorf ermöglicht es Stadträtin Heike Schmitt-Schmelz insbesondere Schulen, Jugend- und Sporteinrichtungen mit dem breiten Angebot der Kulturund Weiterbildungslandschaft näher zusammenzubringen. Von besonderer Bedeutung ist auch die personelle Stärkung der Verwaltung. Der lange Prozess der Haushalts- und Personal- einsparungen hat Spuren in der Leistungsfähigkeit der Verwaltung hinterlassen. Natürlich bedingen sich Personalpolitik und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Haushaltes. Die größeren finanziellen Spielräume Berlins werden wieder bessere staatliche Dienstleistungen gegenüber jungen Familien zum Beispiel bei der schnellen Bereitstellung von Kitaplätzen und Familiengeld sowie in vielen weiteren Bereichen der wachsende Stadt ermöglichen. HSS Die Zukunft von TXL – Arbeiten und Wohnen In Tegel entstehen nach der Flughafen-Schließung tausende neue Studien- und Arbeitsplätze sowie Wohnungen Auch, wenn viele es nicht wahrhaben wollen: ein halbes Jahr nach Eröffnung des BER in Schönefeld im Laufe des Jahres 2018 wird der Flughafen Tegel endgültig schließen. So regelt es verbindlich und unwiderruflich die Genehmigung für den BER. Das ist gut so: Denn durch die Schließung von Tegel werden nicht nur endlich hunderttausende Berliner im Norden und Nordwesten Berlins von Fluglärm, Abgasen und Risiken ent- lastet. Vielmehr bietet TXL auch die einmalige Chance für eine innovative und zukunftsfähige Entwicklung. Hier entsteht ein HighTech-Standort für die Stadt von morgen, in dem bis zu 5.000 Studierende der Beuth-Hochschule studieren und Investoren, Gründer, Industrielle und Wissenschaftler zusammen forschen, entwickeln und produzieren werden. So entstehen in Tegel bis zu 17.500 Arbeitsplätze. Zusätzlich sollen am Kurt-Schuma- cher-Damm tausende neue Wohnungen gebaut werden. So lebt auf dem ehemaligen Flugfeld die Berliner Mischung von Arbeiten und Wohnen wieder auf. Die Planungen für TXL sind weit fortgeschritten. Die Beuth-Hochschule und Investoren warten auf diesen gut angebundenen Standort und städtische Wohnungsbaugesellschaften planen die in Berlin dringend benötigten günstigen Wohnungen. Bei soviel Zukunft wird der po- Foto: rha reicher haase associierte In Tegel wird ein innovativer und modernen Stadtteil für Tausende Studierende, Arbeitende und dort Lebende entstehen. pulistische, von der FDP initiierte Volksentscheid nicht nur nichts ändern an der beschlossenen Schlie- ßung von Tegel, sondern die FDP und neuerdings auch Teile der CDU stellen sich politisch gegen tausen- de Arbeitsplätze und Wohnungen, die Berlin dringend braucht. RD 2 C HA R LO T T E N BU RG - W I L M E R SD OR F Was hat das Schoelerschlösschen mit einer neuen Kulturpolitik der SPD zu tun? Ein Gastbeitrag von Rainer Wittek, Vorsitzender der Initiative Schoelerschlösschen 1976 hatte die SPD eine geniale kulturpolitische Idee: sie gründete die Kulturpolitische Gesellschaft. Mit dem Slogan „Kultur für alle“ propagierte sie die Neue Kulturpolitik, Soziokultur genannt, die als Gegenentwurf zur konsum- und unterhaltungsorientierten Hochkultur bereitgestellt wurde. Damit reagierte die SPD seinerzeit auf viele Bürgerinitiativen, die dafür eintraten, dass die Beschäftigung mit kulturellen Werten nicht mehr an bestimmte gesellschaftliche Schichten geknüpft sein darf. Durch Einschluss der Vielfalt ethnischer Kulturen, ebenso das Miteinander aller Genres und Disziplinen, entwic- kelte sich ein politisches Kulturverständnis, das für alle BürgerInnen mehr Beteiligung ermöglichte. Von Politik und Presse als linke Chaoten denunziert, besetzten einige Initiativen leerstehende Gebäude, um Foto: Anja Kehmeier Franziska Becker über das Schoelerschlösschen: „Ich unterstütze die Idee eines sozio-kulturellen Zentrums im SchoelerSchlösschen, weil Wilmersdorf dringend Angebote benötigt, in der sich die Bewohnerinnen und Bewohner unseres Kiezes engagieren und selbst mit anpacken können“. ihre Vorstellung von einer partizipatorischen Kultur umzusetzen. Es ist der große Verdienst der SPD, dass sie sich diesem Vorurteil verweigert hatte. Sie öffnete sich der Bewegung, legalisierte die Besetzungen und stellte für Ausbau und Betrieb selbstverwalteter Soziokultureller Zentren Landesmittel bereit. Obendrein wurden die Gebäude den Verwertungsinteressen der Immobilienwirtschaft entzogen – zu Gunsten einer kulturellen Stadtentwicklung. Heute bestehen über 500 dieser Zentren in Deutschland, die von 14 Mio. Menschen jährlich besucht werden. 3 Mio. Gäste zählt die Gastronomie; 48 % des Finanzbedarfs erwirtschaften sie selbst. Als Mitglied der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren, sind sie eingebunden in ein nationales und internationales Netzwerk, das Beratung, Fortbildung, Austausch und Unterstützung gewährleistet. Bei der Wahl im September 2016 erhielt Franziska Becker in Wilmersdorf das mit Abstand beste Ergebnis aller DirektkandidatInnen im Bezirk (30 %), trotz katastrophaler Verluste der SPD, da sie sich eindeutig für ein selbstverwaltetes Soziokulturelles Schoeler-Schlösschen aussprach. Die SPD wird Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückbekommen, wenn sie Kontakt Wahlkreisbüro Franziska Becker Fechnerstraße 6a 10717 Berlin Telefon 863 19 653 franziska.becker@ spd.parlament-berlin.de www.becker2011.de Öffnungszeiten Mo 10.00–17.00 Uhr Di 10.00–14.00 Uhr Do 10.00–18.00 Uhr Der Charlottenburger Norden profitiert von Rot-Rot-Grün! Gegen die hohe Kitaplatznachfrage auch in NordCharlottenburg werden bis Ende 2020, berlinweit 30.000 neue Kitaplätze geschaffen. Im Bereich Stadtentwicklung und Wohnen sollen ehrenamtliches Engagement in Nachbarschaften (FEIN-Programm) und die wichtige Arbeit der Stadtteilmütter gefördert und unterstützt werden. Der Berliner Senat strebt eine asbestfreie Hauptstadt bis 2030 an. Die landeseigenen Wohnungen mit Asbestbelastungen sollen saniert werden. Für den Charlottenburger Norden soll zur Nachnutzung des Flughafens Tegel ein Forschungs- und Industriepark entstehen. Dafür ist der Ausbau der ÖPNV-Anbindung unbedingt erforderlich. Im Mittelpunkt steht hierbei der Bau einer Straßenbahnverbindung MierendorffplatzJungfernheide-Tegel. Das Gesetz zum Verbot von Zweckentfremdung soll verschärft werden. Zudem weitet der Senat soziale Erhaltungsgebiete aus. So etwa das vom Bezirk beschlossene, aber leider noch nicht umgesetzte Milieuschutzgebiet am Mierendorffplatz. Der Senat plant die Mieten im alten sozialen Wohnungs- Neues aus der BVV Ob jung oder alt: Themen, die alle Generationen des Bezirks bewegen werden in der BVV entschieden Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird das Thema Wohnen im Alter immer mehr unverzichtbarer Bestandteil der politischen Arbeit der SPD sein. Aktuell fordert sie vom Bezirksamt einen Handlungsrahmen ein, in dem dargestellt wird, was nötig ist, um Wohnen im Alter generell zu erleichtern. Gleichzeitig soll aufgezeigt werden, wie der Bezirk Hilfestellungen zum Umzug in betreute Wohneinrichtungen geben kann oder er Projekte zum „Mehr Generationen Wohnen“ unterstützt. Dabei dürfen natürlich ent- sprechende Anlauf- und Beratungsangebote nicht fehlen. Die SPD sieht hier akuten Handlungsbedarf und geht davon aus, dass durch ihren Vorstoß die Verantwortlichen Mit starker Stimme im Rathaus Charlottenburg vertreten: die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Veranstaltungen Di, 28.03.2017, 19.00 Uhr: Tucholsky-Kulturabend mit Stimmspieler und Schausprecher Dirk Lausch Di, 4.04.2017, 19.00 Uhr: Leseabend über Gottfried Benn mit Holger Hof Sa, 8.04.2017, 10.0012.00 Uhr: Öffentliches Frühstück mit fair gehandelten Produkten: Aktive informieren über Möglichkeiten zum Mitmachen für die Fairtrade-Town Charlottenburg-Wilmersdorf (Anmeldung erbeten) Nächster Termin In den kommenden fünf Jahren sind eine Vielzahl von Projekten und Programmen vorgesehen, von denen der gesamte Charlottenburger Norden profitiert Das Bonus-Programm für alle Schulen in belasteten Sozialräumen, Investitionen in den Schulbau und die Schulsanierung sollen weiterentwickelt und ausgebaut werden. Dies betrifft unter anderem auch den Neubau der Anna-FreudOberschule. Durch die finanzielle Unterstützung und Absicherung von außerschulischen Lernorten möchte der Senat solche Erfolgsprojekte wie zum Beispiel die Jugendkunstschule und Jugendverkehrsschule im Charlottenburger Norden verstärkt unterstützen. sich mit dem versprochenen Politikwechsel öffnet und die Realisierung eines selbstverwalteten Soziokulturellen Schoelerschlösschens durchsetzt. – Genau das erwarten die bisher 1.350 UnterstützerInnen der Bürgerinitiative von der SPD. Foto: Claudia Masur Mit vollem Engagement für den Charlottenburger Norden: der Abgeordnete Fréderic Verrycken bau zu senken und einen Härtefallfond einzurichten, was etwa den Gewobag-Mietern in der Paul-Hertz-Siedlung zugutekommen wird. In Rahmen einer weiteren Maßnahme möchte der Senat bei Sozialwohnungen die Einführung von einkommensabhängigen Mietstufen und soziale Richtsatzmieten einführen, wovon viele Mieterinnen und Mieter im Charlottenburger Norden profitieren würden. Die Stärkung des Kündigungsschutzes und vor allem die Änderung der Kappungsgrenze auf 15 % in fünf Jahren bei Mieterhöhungen ohne Wohnwertverbesserung sind weitere wichtige Maßnahmen des Senats. Kleingärten sollen dauerhaft gesichert und Ersatzflächen in räumlicher Nähe geschaffen werden. FV im Bezirk hier aktiver werden, als sie es bisher waren. Aber auch dem Nachwuchs ist SPD-Unterstützung sicher. Kein anderer Bezirk leistet sie sich noch. Die SPD sichert sie jedes Jahr wieder aufs Neue finanziell ab: die unverzichtbaren Ferienerholungsmaßnahmen im hessischen Kirchvers und in der heimischen Jungfernheide (Kinder in Luft und Sonne). Auch Kinder, deren Eltern sich keinen Urlaub in den Sommerferien leisten können, dürfen hier in den Genuss kommen, ein paar schöne und unvergessliche Urlaubstage unter Gleichaltrigen zu verbringen. Über Jahre hat sich die SPD in den verschiedenen Fachausschüssen mit der Entwicklung rund um den Bahnhof Zoo beschäftigt. Verschiedene Neubauten, teils abgeschlossen, teils noch in der Umsetzung, zeugen vom wirtschaftlichen und qualitativen Aufschwung der City-West. Doch die Neugestaltung des Hardenbergplatzes existiert bisher nur auf Zeichnungen. Der Platz braucht dringend die verkehrliche und stadtgestalterische Qualifizierung dieses so wichtigen Ortes unter Federführung des Bezirks bei gleichzeitiger Unterstützung des Landes. Schließlich soll man hier gerne aus- und umsteigen, wenn in Zukunft hoffentlich alle Fernzüge in Ost-WestRichtung Station machen. Die SPD-Fraktion in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf ist der Ansprechpartner, wenn es um Anliegen hier im Bezirk geht. Am Dienstag, den 28. März 2017 um 19.00 Uhr lädt der Abgeordnete Fréderic Verrycken zu einer Diskussionsveranstaltung über Sicherheitspolitik in Berlin mit dem SPD- Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh im AWO- Treff ein. (Reichweindamm 5, 13627 Berlin) Anmeldung unter 030/2325 1346 oder frederic.verrycken@spd. parlament-berlin.de Kontakt Kiezbüro Fréderic Verrycken Tauroggener Str. 45 10589 Berlin Öffnungszeiten Di 12.00–17.00 Uhr Do 16.00–19.00 Uhr Fr 10.00–15.00 Uhr u. n. V. Haben Sie Ideen, Anregungen, Wünsche? Gibt es etwas, was Sie in Ihrem Kiez aufregt? Dann zögern Sie nicht, die SPD anzusprechen. Mehr Informationen www.spd-fraktion-cw.de. HW Kontakt zur SPD-Fraktion Tel.: 90 29-149 07 info@spd-fraktion-cw.de www.spd-fraktion-cw.de Sprechzeiten: Mo-Do: 10.00–12.00 Uhr Do (vor der BVV): 14.00–16.00 Uhr Fr (nach der BVV): 10.00–12.00 Uhr Berliner Stadtblatt THEMA 3 Mein Tag als Altenpflegerin Die SPD-Abgeordnete Derya Çağlar war Kurzpraktikantin im Neuköllner Altenpflegeheim Hermann-Radtke-Haus Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Trotz vieler Erfolge in der Gleichstellungspolitik gibt es immer noch viele Klischees. Zum Beispiel in typischen Frauen-und Männerberufen. Derya Çağlar, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, hat sich einen Tag lang einen „Frauenberuf “ angeschaut und mitgearbeitet. Als frisch gewählte Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses muss ich mich mit Themen beschäftigen, die bisher nicht zu meinem Alltag gehören. Der Bereich Pflege ist eines dieser Themen. Um einen Eindruck des Alltags einer Pflegekraft zu bekommen, mache ich ein Praktikum. Der Tag beginnt früh. Pünktlich um 7 Uhr werde ich von der Heimleitung empfangen. Herr Perkiewicz, groß, Brille, förmliches Auftreten, nimmt mich aufgeschlossen und herzlich im Berliner Seniorenpflegeheim HermannRadtke-Haus in Empfang. Die Altenpflegerin Bettina wird mich durch den Tag begleiten. Sie trägt ein pinkfarbenes Polo-Shirt, alles wirkt herzlich, nicht steril. In den ersten zwei Stunden gehen wir von Zimmer zu Zimmer. Zahlreiche Aufgaben werden von den Pflegekräften erledigt. Haare kämmen, Bettwäsche wechseln und Ankleiden sind Aufgaben, die ich ohne Fachausbildung auch selbst erledigen konnte. Vieles kann im Alter nicht mehr ohne professionelle Hilfe erledigt werden. Während ich Brote schmiere, fällt mir auf, wie einfühlsam und gut gelaunt die Pflegekräfte mit allen Bewohnern umgehen. Persönliche Gespräche, gepaart mit Fachwissen, erlebe ich hier hautnah. Medizinische Details sind genauso parat wie das persönliche Lieblingsgetränk. Bemerkenswert finde ich, wie emphatisch, geduldig und gut strukturiert alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hermann-RadtkeHauses den Arbeitsalltag gestalten. Seelische Fürsorge ist ein genauso wichtiger Teil der Pflegearbeit wie das medizinische und pflegerische Wissen und Können. Leider zeigt sich, dass für die Gespräche nicht immer die Zeit bleibt, die alle Beteiligten gerne hätten. Häufig unterbricht eine Klingel die Arbeit und signalisiert, wo die Pflegekräfte dringender gebraucht werden. Ich führe viele Gespräche. Hier zeigen sich die Probleme des Pflegeberufs. Die physischen und psychischen Belastungen sind hoch. Schichtdienst ist für Arbeitende und ihre Familien oft eine hohe Belastung. Der Pflegeberuf ist außerdem ein klassischer Frauenberuf. Lediglich 15 Prozent der Angestellten im HermannRadtke-Haus sind Männer. Oft werden typische Frauenund Männerberufe über den Grad der körperlichen Anstrengung definiert. Wenn ein pflegebedürftiger Mensch aber „mal kurz“ angehoben werden muss, merkt man, dass der Grad der körperlichen Belastung nicht der Grund sein kann, wieso der Beruf als typisch weiblich gilt. Der Job ist harte Arbeit. Frauen und Männer leisten hier Großartiges. Für die Heimleitung ist es nicht einfach, Nachwuchs Derya Çağlar bespricht mit Pflegerin Bettina den Tagesablauf. Fotos: Fabian Roth zu finden – trotz der zahlreichen Fortbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen und des recht sicheren Arbeitsplatzes. Neben aller Härte ist die Tätigkeit für alle geeignet, die Menschen helfen wollen und in einem familiären und teamorientierten Umfeld arbeiten möchten. Es ist geplant, beispielsweise an Schulen für die Attraktivität des Berufs zu werben und mehr junge Menschen für eine pflegeorientierte Ausbildung zu gewinnen. Mit gemischten Gefühlen und unzähligen Eindrücken habe ich meinen Praktikumstag beendet. Ich bin sehr beeindruckt von der menschlichen Wärme, die Pflegerinnen und Pfleger jeden Tag aufbringen. Viele Einzelschicksale haben mich zutiefst berührt. Alleinsein im Alter ist eine Vorstellung, die mich beängstigt. Es ist aber beruhigend zu wissen, dass es Menschen gibt, die einem in dieser Einsamkeit Halt geben. Derya Çağlar Verborgene Erfinderinnen Ein Gespräch mit Hannah Fitsch und Daniela Döring über Geschlechtergerechtigkeit in Museen Museen zeigen, was eine Gesellschaft als ihr kulturelles Erbe betrachtet. Frauen tauchen in Museen als Erfinderinnen weitaus seltener auf als Männer. Besonders auffällig ist ihre Randständigkeit in Technikmuseen, kritisieren Hannah Fitsch und Daniela Döring vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauenund Geschlechterforschung der TU Berlin. In ihrem kürzlich erschienenen Sammelband machen sie Vorschläge für eine geschlechtergerechte Museumspraxis. Berliner Stadtblatt: Sie kritisieren in Ihrer Studie, dass Frauen in Technikmuseen oft nur als Randfiguren vorkommen – etwa als Ehefrau, Konsumentin, im Haushalt oder als Beifahrerinnen im Auto. Doch ist dies nicht der damaligen gesellschaftlichen Rolle der Frau geschuldet? Schließlich konnten Frauen schon deshalb weniger erfinden, weil sie von Werkstätten und Laboren weitgehend ausgeschlossen waren. Hannah Fitsch und Daniela Döring: Ausgeschlossen ja, aber es hat ja dennoch Erfinderinnen gegeben. Der Mythos von dem männlichen Erfinder beruht auf einem zu kurz gegriffenen Technikverständnis. Erfindungen sind erstens nicht nur von einem singulären Genie erdacht, und zweitens müssen immer auch die Weiterentwicklungen und die Verwendungen kontextualisiert werden. Die historische Ausgeschlossenheit von Frauen aus den Universitäten und den Laboren wird in Technikmuseen nicht thematisiert, das heißt gesellschaftliche Rahmenbedingungen werden nicht benannt, und somit wird der männliche Erfinder als universelle Tatsache angenommen. Gibt es bestimmte Frauen, die in Ihren Augen als Erfinderinnen zu kurz kamen? Ja. Zum Beispiel Grace Hopper. Die US-Amerikanerin leistete wesentliche Vorarbeiten für die Entwicklung einer verständlichen Computer-Programmiersprache. Aber: Wenn wir sie alle benennen könnten, wären sie ja nicht zu kurz gekommen. Eine Aufgabe der Technikmuseen besteht ja genau darin nach eben diesen Frauen, die es definitiv gab, zu recherchieren und diese, wenn sie etwa auf Fotos dargestellt werden, zu benennen. Zudem werden Haushaltstechniken zumeist nicht als gleichwertig zu Eisenbahn- oder Flugzeugtechnologien anerkannt. Wie genau könnten Technikmuseen Frauen noch mehr würdigen? Es geht nicht nur darum Frauen mehr zu würdigen, sondern Männlichkeiten zu hinterfragen und Machthierarchien sowie weitere Machtmechanismen aufzudecken. Etwa sollten Berei- Grace Hopper war in den 1950er Jahren eine Pionierin auf dem Gebiet der Computer-ProgrammierFoto: computerhistory.org sprache. che im Museum neu kategorisiert werden, nicht mehr einzelne Objekte/Erfindungen aus dem Verkehr unter Eisenbahn, Flugzeug, Auto zu subsumieren, sondern unter dem Begriff Mobilität danach zu fragen, wer wie mo- bil sein kann/konnte. Das verweist nicht nur auf Geschlechterfragen, sondern auch auf Migration oder Klassenverhältnisse. Sie haben für Ihre Studie in fünf Museen – darunter das Deutsche Technikmuseum Berlin – Daten erhoben, welches Genderwissen, welche Kompetenzen in der Sammlungs-, Ausstellungs-, Vermittlungs- und Personalpolitik vorhanden sind. Wie wurde dort auf Ihre Forschung reagiert? Sehr positiv und offen – für Fragen, die sie als relevant ansehen. Museen sind derzeit stark darum bemüht, sich neu aufzustellen. Dabei stehen Fragen im Vordergrund, wie wir sie auch in unseren Interviews gestellt haben – nach dem Technikbegriff (also wie sozial sind Technologien) und auch danach, was Museen eigentlich leisten können. Und nicht zuletzt sind im Bereich der Technik auch immer Fragen der Sozial- und Geschlechtergeschichte von Belang. Ist die Sensibilität für geschlechtergerechte Museumsforschung vielleicht deshalb noch nicht so ausgeprägt, weil nur wenige Technikmuseum in Deutschland von Frauen geführt werden? Vielleicht. Das können wir so nicht beantworten. Allerdings lässt sich sagen, dass Frauen häufiger die Offenheit mitbringen, neu und aus anderen Perspektiven heraus auf Technik und ihre Geschichte zu blicken. Egal welchen Geschlechts, braucht es auf jeden Fall ein Bewusstsein, dass es historisch und gegenwärtig geschlechterbedingte Ausschlüsse und Zuschreibungen gab und gibt. Generell wären aber mehr Frauen in Führungspositionen sehr zu begrüßen. Interview: Christina Bauermeister Im Zuge des Projekts ist der Sammelband erschienen: Daniela Döring und Hannah Fitsch (Hg.): Gender Technik Museum. Strategien für geschlechtergerechte Museumspraxis. Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, TU Berlin 2016. ISBN 978-3-00-053782-0 4 Berliner Stadtblatt BERLIN MELDUNGEN POLIZEI WIEDER IN U-BAHNEN UNTERWEGS Polizisten und Wachleute der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gehen wieder gemeinsam in U-Bahnen und Bahnhöfen auf Streife. Ziel sei es, mehr Sicherheit im Nahverkehr zu erreichen, sagte Innensenator Andreas Geisel bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit der BVG am 24. Februar. Von nun an sollen täglich bis zu fünf Doppelstreifen – bestehend jeweils aus zwei Polizisten und zwei BVG-Mitarbeitern – im Einsatz sein, verteilt über den gesamten Betriebszeitraum. Mindestens zwei Streifen sollen nachts unterwegs sein – in der Zeit, in der sich Fahrgäste am unsichersten fühlten. 150 ANGEBOTE FÜR EHRENAMTLER In Berlin und Brandenburg gibt es seit diesem Jahr eine gemeinsame Ehrenamtskarte zur Anerkennung des freiwilligen Engagements. Inhaber können angebotene Vergünstigungen von etwa 150 Partnern in Anspruch nehmen. Freiwilliges Engagement begegnet uns an so vielen Stellen, oft nehmen wir es gar nicht wahr und unterschätzen die Kraft, die es erfordert, sich regelmäßig ohne Gegenleistung für einen guten Zweck einzusetzen“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller. Einen Anspruch auf die Karte haben Ehrenamtliche, die sich mindestens 200 Stunden pro Jahr ohne Entgelt und mit der Absicht, ihr Ehrenamt weiterhin auszuüben, engagieren. Bisher profitieren etwas weniger als 10.000 Engagierte von den Vorteilen der Ehrenamtskarte. Aktuelle Partner sind u. a. der Friedrichstadtpalast Berlin, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, der Filmpark Babelsberg, die Grün Berlin GmbH, die Weiße Flotte Potsdam, Hertha BSC und der Zoo Eberswalde. Infos: www.berlin.de/ buergeraktiv IMPRESSUM Berliner Stadtblatt Wissenswertes aus Berlin und den Bezirken (Seiten 4, 5, 6, 7) Herausgeber: SPD-Landesverband Berlin Landesgeschäftsführerin Anett Seltz (V.i.S.d.P.) · Müllerstraße 163 · 13353 Berlin Redaktion: Christina Bauermeister (CvD) Ulrich Horb Gunter Lange Ulrich Rosenbaum Rätselerstellung: Uli Schulte Döinghaus Satz & Grafik: Hans Kegel · SPD Berlin Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH Radikalumbau beim Berliner Verlag Die Betriebsratsvorsitzende Renate Gensch im Gespräch mit dem Berliner Stadtblatt Sie sind sehr froh, dass wir das alles ausgehandelt haben. Sie haben aber aufgrund der Erfahrungen mit dem Betriebsrat darauf vertraut. Das neue Verlagsgebäude an der Alten Jakobstraße in Kreuzberg Die Kölner DuMont Medien-Gruppe hat den Berliner Verlag kräftig umstrukturiert. Die Berliner Verlag GmbH, die Berliner Kurier GmbH und die DuMont Redaktionsgemeinschaft GmbH (ReGe2) sind nun geschlossen und die Zeitungen „Berliner Zeitung“ sowie „Berliner Kurier“ werden von der neuen Newsroom GmbH erstellt. Die Verlagsleitung verkauft das Vorhaben als „Neustart“. Über die Folgen sprach das Berliner Stadtblatt mit der Betriebsratsvorsitzenden Renate Gensch. Berliner Stadtblatt: Welche Folgen hat der Umbau für die Beschäftigten? Renate Gensch: Von 161 Angestellten haben mehr als 90 im neuen Unternehmen keinen Arbeitsplatz mehr. Es gibt einen Sozialplan und einen Sozialtarifvertrag, ersterer wird üblicherweise von den Betriebsräten, zweiter von den Gewerkschaften abgeschlossen. Beides ist bei uns identisch für den Berliner Verlag, den Kurier und die Redaktionsgemeinschaft. Für andere Teile, wie für das Anzeigenblatt, den ITBereich, Vertrieb & Marketing gelten andere Regelungen. Das Callcenter ist an die Firma Walter verkauft worden. Was hat der Betriebsrat im Sozialplan für die Beschäftigten durchsetzen können? Betriebsrat und Gewerkschaften haben gemeinsam verhandelt. Wir sind im Hause gut organisiert, was dabei von Vorteil ist. Schon in der Vergangenheit haben Foto: Bauermeister wir einiges gemeinsam an Problemen durchgestanden. Jeder der Betroffenen bekommt nach dem Sozialplan eine Abfindung von 0,5 Gehälter pro Beschäftigungsjahr, eine Arbeitsmarktzulage für Beschäftigte ab dem 50. Lebensjahr. Hinzu kommt eine Transfergesellschaft – finanziert aus Leistungen der Arbeitsverwaltung und dem Unternehmen. Sie dient der beruflichen Neuorientierung und hier bekommen die Kolleginnen und Kollegen für maximal ein Jahr 80 Prozent des letzten Nettogehalts. Außerdem gibt es über eine freiwillige Vereinbarung eine erhöhte Abfindung für jene, die sich schnell für eine Offerte entscheiden. Wie reagierten die Mitarbeiter auf den Sozialplan? Was wäre, wenn es keinen Betriebsrat gäbe? Die Mitarbeiter hätten einfach ihre Kündigung bekommen. Jeder hätte dann versuchen müssen, etwas beim Arbeitsgericht einzuklagen. Insofern ist es wichtig, wenn sich Mitarbeiter für einen Betriebsrat engagieren, der sich für günstige Regelungen einsetzt. Da geht es nicht allein nur ums Geld, sondern auch um Regelungen über Arbeitszeit und Urlaub oder Überstunden. Es geht um Arbeitnehmerdatenschutz, etwa um die Auswertung von Daten am Arbeitsplatz. Ich hoffe, dass es beim Newsroom irgendwann auch einen Betriebsrat geben wird. Renate Gensch ist Betriebsratsvorsitzende des Berliner Verlags Foto: Gunter Lange Besteht die Gefahr, dass Frauen in dieser Situation benachteiligt werden? Alle werden bei uns gleichbehandelt. Es gibt im Sozialplan einen sogenannten Arbeitsmarktfaktor, das betrifft ältere Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen. Über die Transfergesellschaft versuchen wir, ihnen eine neue berufliche Zukunft zu vermitteln. Bei der letzten Betriebsratswahl 2015 hatten wir rund 200 Beschäftigte. Die Frauenquote betrug seinerzeit 49,75 Prozent, von neun Betriebsratssitzen hatten wir Frauen vier inne. Zuvor war der Anteil höher, aber Teile des Verlags und damit angestellte Frauen waren ausgegliedert worden. Waren Frauen in der beruflichen Entwicklung benachteiligt? Also für die „Berliner Zeitung“ kann ich das nicht sagen. Bei der Bezahlung war das insgesamt recht ausgeglichen, dank eines guten Haustarifvertrages. Wir hatten eine gute Mischung: eine Chefredakteurin, die Stellvertretung hatte eine Frau inne, und bei den Ressortleitungen waren von sieben Positionen vier von Frauen besetzt. In der neuen Redaktion, bei der Newsroom GmbH, stehen drei Männer an der Spitze und eine Frau als Teamleiterin. Interview: Gunter Lange Aktive Nachbarschaft Vorrang für Seniorenwahlen vom 27. bis 31. März in Berlin Fast 900.000 Berlinerinnen und Berliner ab 60 Jahre sind vom 27. bis 31. März dazu aufgerufen, ihre Seniorenvertretungen in den Bezirken zu wählen. Jeder kann 10 Stimmen vergeben. Auf die Vorschlagsliste zur Berufung wird gewählt, wer die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Jeder neuen Seniorenvertretung können maximal 17 Mitglieder pro Bezirk angehören. Gesundheitsversorgung im Kiez. Seniorengerechter, bezahlbarer Wohnraum. Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Sicherheit und Barrierefreiheit in der Stadt. Gute Pflege. Dies sind nur einige der Themen, die für ältere Menschen von großer Bedeutung sind und um die sich die derzeit 189 Seniorenvertreter engagiert kümmern. Sie sind die ehrenamtlichen Interessenvertreter für ein Viertel der Berliner Bevölkerung, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. „Wir sind die Lobby für ältere Menschen“, sagt Jo- hanna Hambach, Vorsitzende der Landesseniorenvertretung Berlin. Sie ruft alle Seniorinnen und Senioren dazu auf, „ihr Wahlrecht zu nutzen und so das ehrenamtliche Engagement zu unterstützen. Wir sind ihre Mittler zur lokalen Politik und tragen entschieden dazu bei, die sozialen Strukturen in der Nachbarschaft zu erhalten und auszubauen.“ „Die SPD wird in allen Kreisverbänden für die Wahlen werben und dazu auch Listen mit den sozialdemokratischen Bewerbern erstellen“, versichert die Berliner Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60 plus in der SPD, Heidemarie Fischer. Die bezirklichen Seniorenvertretungen werden im April auf der Grundlage des Berliner Seniorenmitwirkungsgesetzes für fünf Jahre berufen. Das Gesetz wurde 2016 geändert. „Das Neue an den Seniorenwahlen ist die Möglichkeit, per Briefwahl an den Bezirklichen Seniorenwahlen teilnehmen zu können“, erklärt die seniorenpolitische Sprecherin der SPDFraktion im Abgeordnetenhaus Ülker Radziwill. „Mir ist es wichtig, dass viele Senioren und Seniorinnen an dieser Wahl ihrer Vertreter und Vertreterinnen teilnehmen können. Daher haben wir die Anzahl der Wahllokale erhöht und auch die Briefwahl zum ersten Mal ermöglicht.“ chb Hinweis: Die Briefwahlunterlagen für die Seniorenwahl werden nicht automatisch zugesandt, sondern müssen bis zum 12.03.2017 beantragt werden. Mehr Informationen finden Sie unter: www.ü60.berlin Mietwohnungen Verbot der Zweckentfremdung wirkt Das Zweckentfremdungsverbot in Berlin beginnt zu wirken. Bis Ende September vergangenen Jahres wurden insgesamt 1.518 ehemalige Ferienwohnungen wieder zu Mietwohnungen. Das geht aus einem Bericht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hervor. Weitere 744 Wohnungen, die anderweitig gewerblich genutzt wurden oder leer standen, werden ebenfalls wieder als Wohnraum genutzt. Die meisten Ferienwohnungen, die wieder als normale Mietwohnungen genutzt werden, befinden sich in Friedrichshain-Kreuzberg (526), gefolgt von Tempelhof-Schöneberg (279), Pankow (212), Mitte (183) und Charlottenburg-Wilmersdorf (95). Bei den Bezirken waren bis 31. Juli 2014 insgesamt 6.329 Unterkünfte offiziell als Ferienwohnungen registriert. 1.046 Wohnungen da- von sowie rund 500 nicht registrierte Wohnungen wurden bis Ende September vergangenen Jahres wieder normalen Wohnzwecken zugeführt. Die gewerbliche Nutzung von Wohnraum ist in Berlin seit April 2016 nicht mehr erlaubt. Die Eigentümer können zwar bei den Bezirken beantragen, dass sie ihre Unterkünfte als Ferienwohnung vermieten dürfen, doch wird dies in den wenigsten Fällen genehmigt. Die Behörden bewilligten bis Ende September nur für 58 Wohnungen den Betrieb als Ferienappartement, heißt es in dem Bericht der Senatsverwaltung an das Parlament. Das Land Berlin hat zur Durchsetzung des Gesetzes 30 neue Stellen in den Bezirken geschaffen, die für die Kontrolle und Sanktionierung zuständig sind. Illegale Ferienwohnungen können auch unter www.berlin.de/ zweckentfremdung gemeldet werden. SB Berliner Stadtblatt BERLINER LEBEN 5 Ein Spaßvogel meint es ernst Dieter Hallervorden hat aus dem Steglitzer Schlosspark Theater eine viel beachtete Bühne gemacht Berliner Ensemble, Schaubühne, Deutsches Theater, Volksbühne, RenaissanceTheater: Das sind die Bühnen, an die man in Berlin zuerst denkt. Doch die Vielfalt erschöpft sich nicht darin, wohin die meisten Steuergelder fließen. Ein gutes Beispiel ist das Schlosspark Theater in Steglitz. Schon vor knapp 100 Jahren wurde im 1804 errichteten Wrangel-Schlösschen des Guthauses Steglitz Theater gespielt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war man froh, hier eine unversehrte Spielstätte vorzufinden. Unter der Intendanz des legendären Boleslaw Barlog wurde 27 Jahre lang deutsche Theatergeschichte geschrieben. Doch mit der Neuordnung der Berliner Bühnen nach der Wiedervereinigung der Stadt begannen wechselvolle Jahre. Heribert Sasse versuchte, das Theater zu Dieter Hallervorden mit Katharina Schlothauer in „Vor Sonnenuntergang“ retten und war ebenso erfolglos wie der Unterhaltungskonzern Stage. 2008 schließlich rieb sich die Kulturszene die Augen: Dieter Hallervorden pachtete das Theater für zehn Jahre vom Land, um hier nicht etwa Klamauk, sondern durchaus anspruchs- Foto: DERDEHMEL/Urbschat volles Theater zu inszenieren. Man musste sich erst einmal daran gewöhnen, dass „Didi“ vom Spaßvogel zum gereiften Charakterdarsteller und Prinzipal mutierte. Er hat viel Geld in das Projekt gesteckt, aus dem Topf des Kultursenators bekommt er gerade mal 235.000 Euro im Jahr. Die ersten beiden Jahre wurde viel geunkt, dass Hallervorden wohl nicht lange durchhalten werde. Heute ist das Theater mit seinen 440 Plätzen gut besucht, und das liegt am durchaus anspruchsvollen Programm, das nicht nur das bürgerliche Publikum des Südwestens anzieht und mehr als seichtes Boulevardtheater bietet. Viel Lob gibt es für die derzeit laufende Inszenierung der „Minna von Barnhelm“. Eine Aufführung voll und ganz im Stil der Zeit, in der Lessings Lehrstück entstand. Keine Experimente, aber bestes Handwerk. Und in der Rolle des Majors von Tellheim ein fernsehbekanntes Gesicht: Tatort-Kommissar Oliver Mommsen. Auch in der neuesten Inszenierung „Fehler im System“ spielt mit Jürgen Tarrach eine TV-Größe mit. Die eigens für das Schloss Theater geschriebene Komödie spielt in der Welt 4.0. Zu allen Neuinszenierungen gibt es einen geselligen Abend mit Ulli Zelle und seinen „grauen Zellen“ und den Schauspielern. Ganz wichtig aber auch: YAS, das junge Schloss Theater, wo Schülerinnen und Schüler, Studierende und Azubis die Klassiker von Aristophanes bis Ibsen einstudieren können. Ein kluges Konzept, dem man den Erfolg über 2018 hinaus wünschen möchte, wenn die Verlängerung des Pachtvertrags ansteht. Ulrich Rosenbaum Mehr über das SchlossparkTheater finden Sie unter: www.schlosspark-theater.de Zeitreise in 1000 Bildern „Reich und sexy“ Bildband über den Alltag in Berlin Fotoalben zeigen meist die besonderen Momente: Hochzeiten, Geburtstage, Urlaub. Dahinter verblasst der Alltag, das Gewöhnliche. Dabei erzählt der Alltag das eigentliche Leben. Das macht der Blick in den großformatigen Bildband „Alltag in Berlin“ deutlich, der im Elsengold-Verlag erschienen ist. Tausend Fotos aus hundert Jahren beschreiben die Veränderungen einer Metropole, sie schreiben die Geschichte der Stadt im 20. Jahrhundert und wecken Erinnerungen. Ausgewählt und in Kapiteln übersichtlich geordnet, haben die Bilder der Historiker Hans-Ulrich Thamer und die ehemalige Leiterin der Fotosammlung des Berliner Landesarchivs, Barbara Schäche. Zwei Drittel des Bandes sind den Menschen der Stadt gewidmet, ihrer Arbeit, dem Wohnen, der Familie, den Schulen und der Kultur, ein Drittel zeigt Berlin als Hauptstadt der Deutschen mit all den politischen Kämpfen von der Kaiserzeit über die NS-Diktatur und den Wiederaufbau in zwei Teilstädten. Es lohnt sich, sich von den Geschichten der Bilder einfangen zu lassen, in ihnen nach Vertrautem und Fremdem zu suchen. Harte körperliche Arbeit ist zu sehen, Frauen in der Rüstungsindustrie des 1. Weltkriegs, Heimarbeit an der Nähmaschine in den dreißiger Jahren. Firmennamen, die längst verschwunden sind: AEG, Wittler-Brot, das Werk für Fernsehelektronik. Der Sche- renschleifer zieht nicht mehr von Haus zu Haus, die kleinen Drogerien sind verschwunden. Ein Foto zeigt die letzte Verkostung in der 1994 stillgelegten Bärenquell-Brauerei. Inschriften an den Häusern zeugen von längst überholten Geschäftsideen: Wer braucht noch eine Gardinenspannerei? Es sind Bilder von Armut und Elend dabei, verhärmte Gesichter, Kinder, die – 1919 – den Abfall an der Zentralmarkthalle in Mitte nach Essbarem durchsuchen, Frauen im Luftschutzkeller. Kriegsinvaliden gehören zum Stadt- C/O Berlin zeigt Plattencover, die Geschichte gemacht haben bild – nach 1918 und nach 1945. Daneben immer wieder die Suche nach dem privaten Glück: Familienfeste, eine Feier von Laubenpiepern, ein Kettenkarussell, auf dem Kinder vor der Kulisse des zerstörten Stadtschlosses durch die Luft fliegen. Berlin war und ist voller Veränderungen. Die Fotos erzählen von Zuzug und Integration, von Aufbau, Fortschritt und Irrtum, von der Auseinandersetzung der Systeme an der Grenzlinie zwischen Ost und West mitten in der Stadt. Eine spannende Zeitreise. Ulrich Horb Hans-Ulrich Thamer, Barbara Schäche, Alltag in Berlin – Das 20. Jahrhundert, 476 Seiten,1000 Abbildungen, ISBN 9783944594552, € 49,95 Vinyl ist „in“: Längst eingemottete Plattenpressen werden wieder in Betrieb genommen, ausgemusterte Plattenspieler vom Dachboden geholt. Aus den Rillen der analogen schwarzen Scheiben klinge es besser als aus der digitalen Sterilität der Compact Discs, sagen die Fans. Es gibt aber mindestens noch einen anderen Grund: Die Cover der Langspielplatten waren ein künstlerisches Genre für sich, welches – auf CDGröße geschrumpft – jeden Charme verloren hat. Was für Kunstwerke die Hüllen einst waren, kann man derzeit in der Galerie C/O Berlin im Amerikahaus am Bahnhof Zoo in der Ausstellung „Total Records“ mit fast 400 Exponaten bestaunen. Das Publikum: Mindestens zur Hälfte aus einer Generation, die die Schallplatten-Zeit gar nicht erleben konnte. Für die Älteren ist es ein Déjà-vu. Das prominenteste Beispiel: Die Beatles-LP „Abbey Road“ von 1969, auf deren Cover die vier Pilzköpfe barfuß über einen Zebrastreifen wandeln. Um das Motiv ranken sich bis heute mindestens so viele Mythen und Rätsel wie um Piero della Francescas mehr als 500 Jahre ältere „Geißelung Christi“. Daneben zum Schmunzeln gleich ein paar Plagiate. Die Generation 40plus entdeckt aber auch viele andere Highlights aus einer Zeit, als die Cover-Gestaltung Kunst war. Man sieht eine Banane von Andy Warhol oder düstere Szenen aus Die Ausstellung „Total Records“ bietet Höhepunkte aus einer Zeit, als die Cover-Gestaltung Kunst war. Foto: Ulrich Rosenbaum sterbenden Landschaften auf U2-Plattencovers. Natürlich sind die Rolling Stones dabei, darunter die LP „Beggars Banquet“, deren Titel „Sympathy for the Devil“ zum Motto einer ganzen Generation wurde. Gezeigt werden Wolf Biermanns legendäre, heimlich in der DDR aufgenommene und rausgeschmuggelte Liedersammlungen „Chausseestraße 131“ und „Warte nicht auf beß’re Zeiten“, die gesamtdeutsche Geschichte geschrieben haben. Eine Ecke ist dem Berliner KultFotografen Jim Rakete gewidmet, darunter – man staune – sogar eine LP von Harald Juhnke. Ansonsten: viel Sex. Nicht wenige Sänger und Gruppen versuchten, damit Käufer anzulocken. „Reich und sexy II“ zeigt die „Toten Hosen“ total nackt, Prince posiert für die LP-Hülle „Lovesexy“ lasziv hüllenlos und erhält dafür einen Ehrenplatz in der Ausstellung. Yoko Ono und John Lennon mit vollem Schamhaar – ein Klassiker. Doch das Lolita-Cover von „Virgin Killer“ (1976) der Scorpions könnte man heute auch unter Kinderpornografie einordnen. So ändern sich die Zeiten. Die Ausstellung gibt Anlass festzustellen, dass die Galerie der Fotokunst ihren Umzug von der Oranienburger Straße ins Amerikahaus allen Unkenrufen zum Trotz gut überstanden hat. Vielleicht haben sich die Besucher geändert, nicht aber die Themen. So wird parallel gezeigt: „Watched! Surveillance, Art & Photography“ zum Thema totale Überwachung. Ulrich Rosenbaum Die Ausstellung „Total Records“ ist noch bis zum 23. April täglich von 11 bis 20 Uhr zu sehen. Eintritt 10 Euro 6 Berliner Stadtblatt S E RV I C E · R ÄT S E L Gut zu wissen! Nutzung von Drohnen – DVB-T2-Umstellung – Haustiere in Mietwohnungen – Regeln für automatisiertes Fahren Besitzer von Drohnen müssen künftig Vorschriften beachten. Foto: Adobe Stock · Absurdov VORSCHRIFTEN FÜR DROHNEN Immer mehr Menschen in Deutschland besitzen eine Drohne. Mit dem wachsenden Flugbetrieb steigen auch die Risiken. Um die Sicherheit im Luftraum zu erhöhen, hat die Bundesregierung eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Um Abstürze, Unfälle und Eingriffe in die Privatsphäre zu verhindern, unterliegt der Betrieb von Drohnen der „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“. Diese umfasst mehrere Neuregelungen. Besitzer von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen mit mehr als 250 Gramm Gewicht sind nun zur Kennzeichnung, mit Namen und Adresse, verpflichtet. Für den Betrieb ab fünf Kilogramm muss eine Erlaubnis der Landesbehörde vorliegen. Zudem ist ein „Drohnen-Führerschein“ abzulegen. Um diesen zu erhalten, müssen Nutzer eine Prüfung bei einer anerkannten Stelle ablegen – dies soll auch online möglich sein. Vorgesehen ist ein Mindestalter von 16 Jahren. Die Bescheinigung soll zehn Jahre gelten. Bei der Nutzung muss außerdem die Sichtweite gewahrt werden. Verboten sind Flüge über sensible Bereiche, worunter Einsatzorte von Polizei und Rettungskräften, Naturschutzgebiete und Menschenansammlungen gehören. Die detaillierten Neuregelungen finden Sie unter www.bmvi.de/SharedDocs/ DE/Ar tikel/LR/151108drohnen.html. DVB-T2 KOMMT HAUSTIERE ERLAUBT Ab dem 29. März 2017 wird der DVB-T-Empfang von Fernsehprogrammen über Antenne auf DVB-T2 umgestellt. Durch die Umstellung werden sowohl der Fernsehals auch der Mobilfunkempfang modernisiert. Die DVB-T2-Übertragung ermöglicht den Empfang hochauflösender Bilder, während sie gleichzeitig weniger Frequenzen belegt. Die frei werdenden Frequenquenzen stehen dann zusätzlich für den Ausbau der Mobilfunknetze, also für den schnelleren mobilen Internetempfang, zur Verfügung. Je nach Geräteausstattung ist dabei die Anschaffung eines neuen Empfangsgeräts erforderlich (z.B. eine Set-Top-Box). Die Umstellung erfolgt in mehreren Teilschritten bis Mitte 2019. In Berlin und Brandenburg ist es am 29. März 2017 soweit. Dabei wächst das Angebot an privaten Programmen, allerdings ge-gen eine jährliche Abo-Gebühr von 69 Euro. Die öffentlich-rechtlichen Programme sind weiterhin kostenfrei. Nicht betroffen sind Verbraucher, die über Kabel, Satellit oder Internet fernsehen. Alle anderen erfahren unter www.dvb-t2hd.de/ empfangscheck, wann in ihrer Region umgeschaltet wird und was danach zu empfangen ist. Wie das Amtsgericht Köln (Az.: 210 C 26/15) entschied, dürfen Vermieter die Haltung bestimmter Haustiere nicht pauschal verbieten. Eine Klausel in Mietverträgen, die die Haustierhaltung auf bestimmte Tierarten beschränkt, die Genehmigung des Vermieters einfordert oder Haustiere generell untersagt, stellt eine unangemessene Benachteiligung der Mieter dar und verliert ihre Wirksamkeit. Zudem besteht auch kein Anspruch auf Benachrichtigung des Vermieters bei der geplanten Anschaffung eines Haustiers. Die Tierhaltung kann aber anhand der Größe des Haustiers im Verhältnis zur Wohnung untersagt werden. (Umlaute = 1 Buchstabe) 1 2 3 4 5 6 7 8 4 9 9 10 11 12 10 11 13 12 14 15 13 16 17 19 21 23 20 15 16 22 19 24 25 26 27 29 18 20 23 28 30 REGELN FÜR AUTOMATISIERTES FAHREN Automatisiertes Fahren soll bald auf deutschen Straßen möglich sein. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der eine entsprechende Änderung im Straßenverkehrsgesetz vorsieht. Wichtig dabei: Auch beim Einsatz des Computers bleibt die letzte Verantwortung grundsätzlich beim Menschen. Nach dem Entwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes dürfen zukünftig auch Fahrzeuge zum Einsatz kommen, die zeitlich Vermieter dürfen die Haltung von Tieren in Mietwohnungen nicht pauschal untersagen. Foto: Adobe Stock · javier brosch WAAGERECHT 1 Für weitere Fragen zum Mietrecht steht in den meisten Fällen der lokale Mieterverein zur Verfügung. 24 25 27 Sozialistin, die sich für »10 Waagerecht« einsetzte Interaktion zwischen Genen würzt Salat und Süßspeisen jedes Jahr am 8. März Verhaltensweise des US-Präsidenten Scharnier zwischen Ober- und Unterschenkel ärgster Feind des Radfahrers verbindet Knopf und Kragen hält einen Schiffsrumpf zusammen Bienen-, Eisen- oder Essigkraut im Theater muss sie Trauer tragen ihr Ende ist spätestens am 24. September 2017 um 18 Uhr besiegelt Bodenklappe Haut (engl.) Sie plädiert für die Abschaffung von »10 Waagerecht« 28 tätig, engagiert 29 öffnet oder schließt nur einen Stromkreis 30 verkleinertes Muster SENKRECHT Ein Gesetz soll das automatisierte Fahren regeln. Foto: Adobe Stock · nmann77 begrenzt und nur in bestimmten Situationen automatisch gesteuert werden. Die automatisierten Systeme müssen aber jederzeit vom menschlichen Fahrer deaktiviert werden können; ein den Fahrer komplett ersetzendes autonomes System ist nicht vorgesehen. Da die Verantwortung beim Menschen bleibt, aber technisches Versagen nicht auszuschließen ist, hilft in solchen Fällen eine Blackbox bei der Aufklärung von Unfällen. Der Gesetzesentwurf folgt der 2015 vom Kabinett beschlossenen „Strategie automatisiertes und vernetztes Fahren“. Deren Ziel ist es, Deutschland zum „Leitmarkt“ und „Leitanbieter für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge“ zu machen. Weitere Informationen zum Konzept der Bundesregierung finden Sie hier: www.bundesregierung.de/ Content/DE/Ar tikel/ 2015/09/2015-09-16-o-topautomatisiertes-fahren.html In die richtige Reihenfolge gebracht ergeben die rot umkreisten Buchstaben den Namen eines Mannes, der in kurzer Zeit viele Anhänger um sich geschart hat und der dabei ist, mit ihnen zusammen um ein hohes Amt zu kämpfen. (Umlaute = 1 Buchstabe) 1 2 3 5 6 7 8 10 14 17 18 21 22 26 anschauend Puter sein gößter Feind ist das Auto er schafft eine vertiefte, plane Fläche Bundespräsident amtliche Bescheinigung im Besitz von Eigenschaften Betrugsbekämpfungseinheit des Finanzministeriums leidenschaftlich musiziert verbietet ungebürliches Rülpsen am Aschermittwoch war alles vorbei Ortsteil der kreisfreien Stadt Amberg Nahrung zubereiten Spielkarte von niederem Wert Bitte schicken Sie dieses Lösungswort auf einer Postkarte bis 31.03.2017 per Post an das Berliner Stadtblatt, Müllerstr. 163, 13353 Berlin oder per E-Mail an raetsel@ berliner-stadtblatt.de. GEWINN: 10 BÜCHER ZUR BERLINER GESCHICHTE Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir 10 Bücher zur Berliner Geschichte. DAS LÖSUNGSWORT aus der letzten Ausgabe des Stadtblatts war: METEOR Die Gewinnerinnen und Gewinner wurden schriftlich benachrichtigt. C HA R LO T T E N BU RG - W I L M E R SD OR F Florian Dörstelmann, MdA, eröffnet sein Wahlkreisbüro am Rüdesheimer Platz Nun ist die SPD auch im Wilmersdorfer Süden und Schmargendorf mit einem Bürgerbüro vor Ort ansprechbar Foto: Dennis König Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann gratuliert Florian Dörstelmann zu seinem neuen Wahlkreisbüro Am 17. Februar 2017 wurde das Wahlkreisbüro von Florian Dörstelmann, Abgeordneter für WilmersdorfSüd und Schmargendorf, in der Landauer Straße 8 am Rüdesheimer Platz unter Teilnahme vieler Gäste aus dem Kiez und viel politischer Prominenz eröffnet. Für den Bezirk war Bürgermeister Reinhard Naumann ebenso wie die Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung, Annegret Hansen, und die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Constanze Röder, gekommen. Von der Bundesebene nahmen die Bundestagsabgeordneten Dr. Eva Högl, Mitte, Dr. Ute Finckh-Krämer, Steglitz-Zehlendorf, und Swen Schulz, Spandau, teil. Auch die Landesebene und das Berliner Abgeordnetenhaus waren mit den Abgeordneten Franziska Becker, Ülker Radziwill, Daniel Buchholz, Frank Jahnke und Staatssekretär Christian Gaebler, der den Wahlkreis bis zu seinem Wechsel in den Senat im Jahr 2011, selbst mehr als fünfzehn Jahre als Abgeordneter betreut hatte, prominent vertreten. Sein Nachfolger Florian Dörstelmann begrüßte in seiner Ansprache weiter auch herzlich die Vertreterinnen und Vertreter des Rüdi-Net, des Verbands der Kleingärtner, des Vereins der Berliner Künstlerkolonie und der Mieterinitiative Schlangenbader Straße, die sämtlich mit Vorstandsmitgliedern vertreten waren. Er betonte, dass er als der Abgeordneter für Wilmersdorf-Süd und Schmargendorf eine wichtige Aufgabe darin sehe, die Interessen vor Ort zu bündeln und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den örtlichen Initiativen und Verbänden den Kiez mit seiner überragenden Lebensqualität so lebenswert zu erhalten. Das nun eröffnete Wahlkreisbüro solle als „Bürgerbüro“ den Menschen offen stehen für das politische Anliegen ebenso wie für Veranstaltungen und Ausstellungen. Künftig werde es neben regelmäßigen Bürgersprechstunden und Gesprächsrunden für die Gewerbetreibenden und alle politisch Interessierten auch Vernissagen und Lesungen geben. Bis zum 15. April 2017 sind dabei als Leihgabe 7 von Herrmann Famulla, Mitglied der Berliner Künstlerkolonie, zunächst Werke von Frans Masereel in der „Landauer 8“ zu sehen. Ein echter Bürgertreff eben – im schönsten Wahlkreis der Stadt! FD Nächster Termin Sprechstunde 10.03.2017 14.30-16.30 Uhr im Wahkreisbüro Kontakt Wahlkreisbüro Florian Dörstelmann Landauer Straße 8 14197 Berlin Tel.: 47 052 760 Öffnungszeiten Mo-Do, 13.00-17.00 Uhr www.floriandoerstelmann.de Tradition und Gegenwart in der nördlichen Wilmersdorfer Straße Mit Tradition zu stadtweiter Bekanntheit: Rogacki, Hoeck und märklin + Spielwaren Die Wilmersdorfer Straße als eine der Haupteinkaufsstraßen unserer Stadt besteht nicht nur aus der bekannten Fußgängerzone in ihrem mittleren Verlauf. Der historisch interessantere Teil liegt nördlich der Bismarckstraße, wo teilweise noch Bauten aus dem 19. Jahrhundert, an der Ecke Haubachstraße sogar noch ein Haus aus dem frühen 18. Jahrhundert stehen. Und auch die Geschäfte im nördlichen Teil der Wilmersdorfer Straße können zum Teil auf eine lange Tradition zurückblicken. Als Wahlkreisabgeordneter und Wirtschaftspolitiker weiß Frank Jahnke um die Bedeutung dieser inhabergeführten Geschäfte für die Sozialstruktur im Kiez und versucht im steten Dialog mit den Geschäftsleuten, insbesondere die städtebaulichen und verkehrspolitischen Rahmenbedingungen zu verbessern. Der Delikatessenanbieter Rogacki, der zudem noch eine öffentliche Kantine unterhält, die das Geschäftsviertel tagsüber mitversorgt, gehört zweifellos zu den Magneten der nördlichen Wilmersdorfer Straße. 1928 eröffneten Paul und Lucia Rogacki ihren Räucherwarenhandel im Wedding. Doch schon vier Jahre nach der Eröff- nung zog Rogacki als erste und nach wie vor einzige Aal- und Fischräucherei an die Wilmersdorfer Straße. Noch immer ist der Betrieb in Familienbesitz und bietet den Kunden ein reiches Sortiment an Delikatessen. Gleich um die Ecke in der Zillestraße befindet sich der „Hamburger Laden“, ein seit 90 Jahren hier ansässiges Spezialgeschäft für maritime Berufsbekleidung, dessen Kunden von weither anreisen. Ebenso lange besteht auch das heute von Leonore Turberg geleitete Spielwarengeschäft „märklin + Spielwaren“ an der Wilmersdorfer/ Ecke Haubachstraße - ebenfalls eine Institution mit stadtweiter Bekanntheit. Das älteste Gasthaus CharNächster Termin Foto: Anja Kehmeier Der neue Inhaber des „Wilhelm Hoeck 1892“ Marko Tobjinski (rechts im Bild) mit dem Wahlkreisabgeordneten Frank Jahnke vor der historischen Theke das Traditionsgasthauses lottenburgs, bereits 1892 von Wilhelm Hoeck gegründet, befindet sich auch hier in der Wilmersdorfer Straße. Zu Beginn dieses Jahres sah es so aus, als würde das „Hoeck“, das mit seiner noch original erhaltenen Innenausstattung schon Heinrich Zille als Bildvorlage für seine „Destille“ diente und später in Filmen mit Tom Hanks oder Manfred ngsreihe Veranstaltu che“ rfer Gesprä „Wilmersdo Mittwoch, 8.03.2017 ab 19.00 Uhr: Unter dem Motto „Himmel über Berlin“ beginnen wir eine neue Reihe im Rahmen der Charlottenburger Gespräche zum Thema Luft- und Raumfahrtindustrie sowie wissenschaftliche, kulturelle und touristische Aspekte der Astronomie für den Wirtschaftsstandort Berlin. Zu Gast: Tim-Florian Horn, Leiter des ZeissGroßplanetariums Mittwoch, 15.03.2017, ab 17.00 Uhr Tür-zu-Tür-Gespräche in der Wilmersdorfer Straße Mittwoch, 26.04.2017, ab 17.00 Uhr Tür-zu-Tür-Gespräche in der Schillerstraße Krug auftauchte, für immer schließen. Doch der beliebte Treff im Kiez hat mit Marko Tobjinski einen neuen Pächter gefunden, der die Traditionsgaststätte im bewährten FJ Stil fortzuführen will. Wahlkreisbüro Frank Jahnke Goethestraße 15 10625 Berlin Tel. 313 88 82 wahlkreis@frankjahnke.de www.frank-jahnke.de www.facebook.com/ frank.jahnke Newsletter: einfach Mail senden Öffnungszeiten Mo–Fr, 13.00–17.00 Uhr Geschafft! Der Ausbau des Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende kommt Ab Juli 2017 gilt, dass der Unterhaltsvorschuss bis 18 Jahre und ohne Zeitbegrenzung gezahlt wird. Das ist gut für Berlin und für Charlottenburg-Wilmersdorf. Bisher mussten Alleinerziehende für ihre Kinder ab 12 Jahren säumigen Unterhalt selbst eintreiben. Für ihre Kinder unter 12 Jahren zahlte der Staat Vorschuss, allerdings nur sechs Jahre lang. Drei von vier Alleinerziehenden sind von Unterhaltsausfall betroffen. Und das ist ein großes Armutsrisiko. Nun zahlt der Staat endlich bis zum 18. Lebensjahr und ohne zeitliche Begrenzung bei Unterhaltsausfall. Kosten Foto: Joachim Gern Engagiert für Frauen und Familien: die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus Ülker Radziwill wird das 350 Millionen Euro pro Jahr, der Bund trägt 40%, die Länder 60%. Wegbereiterin des Ausbaus ist Familienministerin Schwesig, was auch der Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) klarstellt: „Unser besonderer Dank richtet sich an Familienministerin Schwesig, die sich unermüdlich für den längst überfälligen Ausbau des Unterhaltsvorschusses eingesetzt hat.“ den Elternteil großgezogen – in 90% der Fälle von Frauen. In Charlottenburg-Wilmersdorf sind 40% der Familien alleinerziehend. Alleinerziehend zu sein ist ein Armutsrisiko. Fast die Hälfte der Alleinerziehenden bezieht Hartz 4. Das können wir uns als Gesellschaft nicht leisten, denn Kinder zu kriegen darf kein Armutsrisiko sein. Als SPD wollen wir Armut verhindern und Teilhabe fördern. Ausbau ist gut für Familien in unserem Bezirk Berlin ist Zentrum der Kinderarmut. Ein Grund dafür ist, dass Berlin Hauptstadt der Alleinerziehenden ist. Jedes dritte Kind wird von einem alleinerziehen- Frauen weiter aus der Armutsfalle holen Armut ist in unserer Gesellschaft zu oft weiblich. Das möchte ich ändern und darüber müssen wir ins Gespräch kommen. Mein KiezBüro ist ein Ort des Dialogs. Hier habe ich regelmäßig Veranstaltungen zur Gleichstellung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder auch zur Situation Alleinerziehender durchgeführt. Am 8. März ist es wieder soweit. Der Weltfrauentag steht vor der Tür. Ich lade zum Empfang bei spannenden Rednerinnen in mein Kiez-Büro von 19.00 bis 21.00 Uhr ein. Alle sind herzlich eingeladen. ÜR Kontakt Nächster Termin Empfang anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März, ab 19.00 Uhr, im Kiez-Büro Weitere Veranstaltungshinweise und Einladungen findet ihr auf meiner Webseite unter www.uelkerradziwill.de Kiezbüro Ülker Radziwill Friedbergstr. 36 14057 Berlin Öffnungszeiten Mo & Mi 10.00-16.00 Uhr Do 13.30 bis 18.30 Uhr Tel: 96 60 48 18 www.uelker-radziwill.de info@uelker-radziwill.de Sprechstunden nach Vereinbarung möglich C HA R LO T T E N BU RG - W I L M E R SD OR F Ein mutiges Leben Die Sozialdemokratin Jeanette Wolff blieb unermüdlich im Kampf gegen die Nationalsozialisten und für die Demokratie Foto: Joachim Gern 19. Dezember 2016 – der schreckliche Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt im Herzen unserer City-West ist unvergessen. Ganz bewusst habe ich deshalb den monatlichen Kiezspaziergang im Februar auf dem Breitscheidplatz begonnen. Wie so viele zuvor haben wir gemeinsam auf den Stufen zur Gedächtniskirche neben den Kerzen und Blumen innegehalten und der 12 Todesopfer aus Deutschland, Polen, USA, Ukraine, Tschechien, Italien und Israel sowie der über 50 Verletzten gedacht. Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt ihren Familien, unsere Genesungswünsche den Verletzten, die zum Teil immer noch im Krankenhaus liegen. Auch an dieser Stelle sei den Rettungs- und Sicherheitskräften nochmals ausdrücklich Dank und Anerkennung gezollt. Bürgermeisterin Liat Shohat, meine israelische Kollegin aus Or-Yehuda, die im Rahmen unseres 50-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums mit ihrer Delegation dabei war, hat verdeutlicht: Lasst Terror und Hass nie siegen, die Opfer nicht vergessen und uns gemeinsam für Vielfalt, Freiheit, Frieden und Liebe eintreten! Mit großem Beifall ist ihr für diese Ermutigung und Solidarität gedankt worden. Und ich füge hinzu: Widersprechen wir in aller Klarheit jeder Form rechtspopulistischer Instrumentalisierung dieses Angriffs auf unsere freiheitliche Lebensweise und demokratische Werteordnung! In enger Abstimmung zwischen Senat und Bezirk ist es nun an der Zeit zu überlegen, wie Form, Sprache und Gestaltung für ein würdiges Gedenken vor Ort aussehen könnte. Mir ist dabei wichtig, dass insbesondere die betroffenen Angehörigen, evangelische Kirchengemeinde, AG City und der Schaustellerverband in den Dialog einbezogen werden. Denn es gilt: Die Opfer nicht vergessen... 8. März 2017 – ein Frauentag mit besonderer Tradition „Wir tragen leichter unser Leid, wenn wir den anderen ihr Leid tragen helfen.“ Hiervon war Jeanette Wolff überzeugt. Und sie wusste, was Leid bedeutet. 1888 als Jeanette Cohen geboren, überlebten in ihrer Familie nur 10 von 16 Geschwistern die ersten Lebensjahre. Ihr Vater, seit 1875 Sozialdemokrat, verlor im Kaiserreich aufgrund seines politischen Engagements seine Stellung als Lehrer. Durch ihr Elternhaus geprägt, stand auch Jeanette ihr Leben lang für die Arbeiterschaft und Sozialdemokratie ein. Eigene Schicksalsschläge, wie 1909 der Tod ihrer Tochter noch im Säuglingsalter und kurz darauf auch ihres Mannes nach nur einem Jahr Ehe, ließen sie nicht resignieren. Sie war ein kämpferischer Mensch. Seit Beginn der Weimarer Republik saß die gebürtige Westfalin für die SPD im Stadtrat Bocholts. Sie scheute sich trotz der damit für sie als Sozialdemokratin und Jüdin verbundenen Gefahren nicht, Veranstaltungen der Nationalsozialisten aufzusuchen und dort das Wort zu ergreifen, um deren demokratiefeindliche und rassistische Agitation zu entzaubern. Nach der Machteinsetzung Hitlers 1933 folgte die Rache der Nazis: Mit einem Schild um den Hals „Verräter am Nationalsozialismus“ wurde Wolff durch die Straßen geführt und kam in Haft. Im Holocaust verlor sie nahezu ihre gesamte Familie: nur sie selbst und eine ihrer drei Töchter überlebten die Konzentrationslager. 1945 ließ sie sich in Berlin nieder. Sie engagierte sich beim Wiederaufbau der SPD und der jüdischen Gemeinde, wurde Stadtverordnete und vertrat Berlin zehn Jahre Sozialdemokratin durch und durch: Jeanette Wolff lang im Deutschen Bundestag. Ihr rhetorisches Talent brachte ihr schon bald den Spitznamen „Posaune“ ein. Jeanette Wolff starb 1976. Ihr Grab findet sich auf dem Jüdischen Friedhof Heerstraße. Seit 1980 würdigt die jüdische Gemeinde die große Demokratin mit dem Jeanette Wolff Haus, einem Seniorenzentrum unweit des Lietzensees. YC gannen, einen Streik, der sich ausdehnte und damit die Geschichte veränderte. Die Bewegung, die dann zur Februarrevolution führte, gipfelte in der Abdankung des Zaren und der Ausrufung der Republik. Diese Bewegung führte auch in Deutschland zum Erstarken der demokratischen Bewegung, dem Wunsch nach Beendigung des Krieges und dem Beginn der Weimarer Republik. In einer Zeit, in der Forderungen nach Gleichberechtigung belächelt oder sogar bekämpft werden, sollten wir uns erinnern, dass die konsequente Gleichberechtigung von Frauen und Männern eine wesentliche Säule der Demokratie war und immer bleiben wird. CB Tatkräftige Hilfe vom Bund SPD ermittelt ihren Bundestagskandidaten für den Bezirk Überschüsse und Investitionen sollen Berlins Öffentliche Infrastruktur verbessern Die Basis hatte das erste Wort bei der SPD-Kandidatenkür für Charlottenburg-Wilmersdorf Berlin bekommt tatkräftige Hilfe vom Bund. Das teilt der Berliner Bundestagsabgeordnete und Haushaltsexperte Swen Schulz mit. „Im Bund haben wir ein kommunales Investitionspaket geschnürt, aus dem Berlin 138 Millionen Euro erhält. Ein Großteil des Geldes ist mit 85 Millionen Euro erfreulicherweise bereits mit konkreten Investitionsvorhaben belegt. Die Hauptstadt ist bei der Umsetzung des Sonderprogramms in der Spitzengruppe aller Bundesländer“, so Schulz. In Berlin werden Investitionen in Krankenhäuser, in Bäder und Schwimmhallen, sowie eine bessere Radinfrastruktur und der barrierefreien Ausbau von Bus- und Tramhaltestellen gefördert. Zweiter Schwerpunkt ist der Ausbau der frühkindlichen Bildung. „Aber es besteht noch ein deutlich größerer Investitionsbedarf. Das bis 2020 laufende Programm wird deshalb auf unsere Initiative hin verdoppelt. Schwerpunkt ist die kommunale Bildungsinfrastruktur. Gemeinsam mit dem Senat kämpfe ich darüber hinaus für einen besseren Verteilschlüssel der Bundesmittel, damit Berlin stärker zum Zuge kommt. Und wir wollen in der Koalition noch mehr erreichen, die Überschüsse des letzten Jahres dringend nötigen Investitionen zuführen anstatt Schäubles Bilanz zu hübschen. Mal sehen, was mit der CDU/CSU vor der Bundestagswal noch geht“, ergänzt Schulz. SwS Gleich fünf Kandidaten stellten sich dem Votum der über 2.200 SPD-Mitglieder in Charlottenburg Wilmersdorf, um die Frau oder den Mann zu ermitteln, die oder der den Wahlkreis bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 wieder für die SPD zurückgewinnen soll. Neben der Berliner Abgeordneten Ülker Radziwill kandidierten in einem spannenden und fair ausgetragenen innerparteilichen Vorwahlkampf Daniel Buchholz, ebenfalls Berliner Abgeordneter, der ehemalige Kultur-Staatssekretär Tim Renner und der bis Anfang Dezember im Bezirk als Stadtentwicklungsstadtrat arbeitende Marc Schulte. Fünfter im Kandidatenreigen war der Zwischen den beiden Kandidaten Tim Renner und Ülker Radziwill entscheidet sich am 17. März, wer für die SPD im Bundestagswahlkampf antritt. frühere Berliner Jusovorsitzende Fabian Schmitz-Grethlein. Am Ende hatten die Mitglieder nach mehreren interessanten Vorstellungsrunden, bei denen sich zeigte, dass die SPD über fünf ausgezeichnete Kandidaten verfügt, die berühmte Qual der Wahl. Im Ergebnis konnte keiner der fünf Kandidaten am 26.2. die notwendige absolute Mehrheit im Mitgliederentscheid erzielen. Deshalb werden die Delegierten der SPD-Kreisvertreterversammlung am 17. März zwischen den beiden Bestplatzierten Tim Renner (29,3%) und Ülker Radziwill (27,7%) entscheiden, wer den Wahlkreis für die SPD am 24. September gewinnen und in den Bundestag einziehen soll. Wer im Bezirk für die SPD in den Bundestagswahlkampf zieht, erfahren Sie nach dem 17.3. auf spd-citywest.de RD In dieser Ausgabe schreiben für Sie: Herzlich grüßt Sie Ihr Reinhard Naumann Bezirksbürgermeister Der Internationale Frauentag wurde in Deutschland erstmals 1911 begangen, damals allerdings am 19. März. Erst seit dem Jahr 1917, also vor genau 100 Jahren, wurde der 8. März als festes Datum kontinuierlich festgelegt. Die Kontinente befanden sich zum ersten Mal in einem Weltkrieg, einem Weltkrieg der Millionen sinnloser Menschenleben kostete. Frauen in allen kriegsbeteiligten Ländern rund um den Globus trugen die Hauptlast der Aufrechterhaltung eines Mindestmaßes an gesellschaftlicher Ordnung. Sie ernährten ihre Familien, pflegten Kranke und Verwundete und arbeiteten für Hungerlöhne. Es waren Textilarbeiterinnen in St. Petersburg, die am 8. März 1917 einen Streik be- Foto: Joachim Gern Die Opfer nicht vergessen... Foto: Olaf Heine Naumann meint: Foto: AdsD / Friedrich-Ebert-Stiftung 8 Foto: vivantis Das Vivantes-Klinikum Spandau profitiert mit neuer Medizintechnik vom Investitionspaket des Bundes. Franziska Becker, MdA (FB) Carolina Böhm (CB) Yves Clairmont (YC) Florian Dörstelmann, MdA (FD) Robert Drewnicki (RD) Frank Jahnke, MdA (FJ) Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (RN) Ülker Radziwill, MdA (ÜR) Swen Schulz, MdB (SwS) Fréderic Verrycken, MdA (FV) Holger Wuttig (HW) Chefredaktion: Robert Drewnicki Isabel Herrmann Impressum: Herausgeber: SPD CharlottenburgWilmersdorf, Otto-Suhr-Allee 100 10585 Berlin, V.i.S.d.P.: Robert Drewnicki, Druck: BVZ Berlinerzeitungsdruck GmbH Kontakt zur Bezirksredaktion: presse@spd-citywest.de
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