Path:
Periodical volume

Full text: Berliner Stadtblatt Issue 2015,[3] Oktober

CHAR

ILMER
W
G
R
U
B
N
E
LOTT

SDORF

Finanzielle Mittel für Wachsende Stadt
Mit einem Sonder-Investitionsprogramm
werden zusätzlich 500 Mio. Euro in
Berlins Schulen, Bäder, Verkehrsinfrastruktur u. v. m. investiert –
Mehr Informationen über die genaue
Verteilung lesen Sie auf

Seite 3

WISSENSWERTES

Liebe Leserinnen
und Leser,
in diesem Jahr können wir
zusätzlich 500 Millionen
Euro mehr in Schulen,
bezahlbare Wohnungen,
Straßen, öffentlichen Nahverkehr und vieles mehr
investieren. Weil Berlin
eine wachsende Stadt ist,
die in den vergangenen
Jahren jährlich um 40.000
Bewohner zugenommen
hat, haben wir höhere
Steuereinnahmen, mehr
Arbeitsplätze und ein gutes
Wirtschaftswachstum. Das
kommt allen zugute. Deswegen ist es gut, dass Berlin für viele die attraktivste
europäische Metropole ist.
Berlin steht vor einem
Aufbruch in neue Zeiten.
Jahrelang mussten wir aufgrund der hohen Kosten
des Zusammenwachsens
der Stadt nach der Wiedervereinigung unseren Haushalt konsolidieren, Personal abbauen und konnten
nicht wie gewollt in unsere
Infrastruktur investieren.
Die Mühen haben sich
gelohnt. Natürlich bringt
die wachsende Stadt Herausforderungen mit sich.
Aber ich bin sicher, es
wird uns gelingen, diese
zu meistern und als solidarische Stadt gemeinsam
die neuen Chancen für ein
gutes Leben für alle Berlinerinnen und Berliner zu
nutzen.
Michael Müller
Regierender Bürgermeister

AU S

C HA R LO T T E N BU RG - W I L M E R SD OR F

UND

BERLIN

·

AU S G A B E

OKTOBER

2015

Foto: fotolia fontandy

Goldgelb umsäumt - das Schloss Charlottenburg taucht in ein herbstliches Meer von gold-gelben Blättern.

Willkommen in Charlottenburg-Wilmersdorf
Flüchtlinge gehören überall im Bezirk zum Alltag. Willkommenskultur auch.
Ob in der Westender
Eschenallee, Soor- und
Rognitzstraße, am Kaiserdamm oder rund um das
Rathaus Wilmersdorf am
Fehrbelliner Platz: Flüchtlinge gehören überall im
Bezirk zum Alltag. Und
Alltag ist auch die große ehrenamtliche Hilfe, die rund
um die Flüchtlingseinrichtungen geleistet wird.
Die Prognosen über die
Anzahl in Deutschland
und damit auch in Berlin
ankommender Flüchtlinge
müssen ständig nach oben
korrigiert werden – zurzeit
erwarten wir in 2015 mindestens 45.000 Flüchtlinge, Tendenz steigend. Und
wenn Krisen und Kriege in
der Welt zunehmen, so wird
auch die Anzahl der vor Tod
und Verfolgung flüchtenden weiter steigen. Der

Regierende Bürgermeister
Michael Müller findet klare
Worte: „Es ist ein Gebot der
Menschlichkeit, dass wir als
wohlhabendes Land mit einer guten Infrastruktur anderen helfen, die aus Krieg
und Not zu uns kommen.
Gerade wir Berliner wissen
aus unserer Geschichte, wie
wichtig Solidarität ist – die
großartige ehrenamtliche
Hilfe rund um die Flüchtlingseinrichtungen ist Ausdruck unserer Solidarität.
Dafür danke ich allen engagierten Berlinerinnen und
Berlinern.“
Neben einer zügigen Bearbeitung der Asylanträge ist
die wichtigste Aufgabe die
Unterbringung und medizinische Versorgung. Gerade
die Erstunterbringung stellt
das zuständige Landesamt
für Gesundheit und Soziales

(Lageso) vor immer größere
Probleme, so dass es ohne
unkonventionelle
Wege
nicht mehr zu bewältigen ist
– so wie beim alten Rathaus
Wilmersdorf.
Bis Dezember 2014 war
das Rathaus noch eine von
zwei Verwaltungszentralen
des Bezirkes, heute dient es
über 700 Flüchtlingen als
Erstaufnahme-Unterkunft.
Es war beeindruckend, wie
die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer sowie der
Arbeiter-Samariter-Bund in
kürzester Zeit das Rathaus
fit für die ersten Flüchtlinge
machten.
„Ich bin glücklich darüber, wie wir in Charlottenburg-Wilmersdorf unsere
Willkommenskultur leben
und ganz handfest gestalten“, stellte Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann

im Lichte der schnellen ehrenamtlichen Hilfe fest, die
auch rund um die anderen
Flüchtlingseinrichtungen im
Bezirk zum Alltag gehört.
Der Bezirk kann zu Recht
stolz auf seine Willkommenskultur sein. Wichtig
ist es jetzt, an den Stellen zu
helfen, an denen wirklich
Hilfe gebraucht wird. Oftmals sind es Kleinigkeiten
wie BVG-Fahrscheine oder
die Bereitschaft sportliche
Aktivitäten für Kinder und
Jugendliche zu initiieren,
die besonders helfen. Was
genau wo gebraucht wird
findet sich u. a. auf der Internetseite des Bezirksamts.
Dort werden all jene Initiativen aufgeführt, die sich
um die Flüchtlinge in unserem Bezirk kümmern.
www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ RD

IN DIESER AUSGABE
Wissenschaftliches
Potential der City-West
optimal nutzen – Innovationszentrum „CHIC“
eröffnet.

Seite 2

25 Jahre Deutsche
Einheit – wie die Museen
Berlins an die deutsche
Wiedervereinigung
erinnern.

Seite 5

Die Wohngelderhöhung
kommt – wie sich die
SPD auf Bundesebene für
mehr soziale Gerechtigkeit auf dem Wohnungsmarkt einsetzt.

Seite 8

Die Charlottenburg-Wilmersdorfer
Willkommenskultur ist beispielhaft

Kreuzung Horstweg/Wundtstraße
oder Neuer Kiezplatz!

Die Menschen in Syrien
und anderen Krisenherden
der Welt befinden sich in
einer verzweifelten Lage
und haben sich auf den
Weg zu uns gemacht.
Gehört man nicht zu den
wenigen Glücklichen, die
Angehörige in Deutschland
haben, bleibt nur der Versuch, sich bis nach Europa
durchzuschlagen. Das Bild
des ertrunkenen Jungen, das
um die Welt ging, ist Sinnbild für das Drama dieser
Menschen geworden, es gibt
uns eine Ahnung von den
Tragödien, die sich tausendfach auf dem Weg abspielen.

Ausgehend von den Diskussionen in der VerkehrsWerkstatt, wurde die Idee
der Umgestaltung der Kreuzung
Horstweg/Wundtstraße zu einem lebendigen
Kiezplatz geboren.
Die SPD hat die Vorschläge unterstützt und Anträge an die BVV formuliert.
Nunmehr liegen erste Vorschläge zur Umgestaltung
durch das Büro Topos vor.
Diese wurden bereits öffentlich vorgestellt und vor
Ort mit den Anwohnern
diskutiert. Im Grunde waren sich alle einig, dass die
kleine Stichstraße nördlich
der Verkehrsinsel sofort ge-

Ein wohltuender Gegensatz zur Kakophonie der
EU-Regierungschefs und
ihres teils menschenverachtenden und zynischen
Vorgehens ist das Miteinander von Bezirkspolitik und
Bürgerinnen und Bürgern
hier bei uns in Charlottenburg-Wilmersdorf. Mit dem
Rathaus Wilmersdorf, den
Sporthallen „Rudolf Harbig“ und „Horst Korber“ in
der Glockenturmstraße verfügt Charlottenburg-Wilmersdorf nun über acht
Flüchtlingsunterkünfte und
nimmt damit die meisten
Flüchtlinge im Land Berlin

auf. Zugleich haben Umfragen zufolge die Bürgerinnen
und Bürger Charlottenburg-Wilmersdorfs berlinweit die wenigsten Vorbehalte gegen Ausländer.
Fortsetzung auf Seite 8

Nachbarschaft spricht sich für Platz zum Verweilen im Kiez aus
schlossen werden kann, da
sie für den Verkehr definitiv
nicht gebraucht wird. Wir
freuen uns auf die weiteren

Diskussionen mit der Nachbarschaft und auf einen
schönen Platz zum Verweilen in Zukunft.
CB

Foto: topos

Die Solidarität im Bezirk setzt Zeichen für Solidarität
und gegen Fremdenfeindlichkeit

Potential für einen schönen Platz zum Verweilen

2

C HA R LO T T E N BU RG - W I L M E R SD OR F

Berliner Stadtblatt

Sommerlicher Stadtteiltag von Fréderic Verrycken
Mit dem Abgeordneten Fréderic Verrycken auf Entdeckungstour durch die Charlottenburger Spreestadt
Im Sommer veranstaltete
ich meinen jüngsten Stadtteiltag im Charlottenburger Norden.
Neben meinen regelmäßigen Sprechstunden im Kiezbüro, im Stadtteilzentrum
Halemweg und Ständen auf
den Straßen Charlottenburgs sind die Stadtteiltage
zu einer festen jährlichen
Einrichtung geworden. Diesmal ging es auf eine Entdeckungstour durch die Charlottenburger Spreestadt.
Den Anfang machte ein
Besuch im Fraunhofer-Ins-

titut für Produktionsanlagen
und Konstruktionstechnik
(IPK). Das Fraunhofer IPK
in Berlin spielt seit über 35
Jahren eine führende Rolle
in der Produktionswissenschaft. Unter vielem anderen
ist sie auch bekannt für die
Entwicklung der Software
zur virtuellen Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen im Auftrag der Stasi-Unterlagen-Behörde.
Danach ging es zusammen
mit Bezirksstadtrat Marc
Schulte auf Entdeckungstour auf einem öffentlichen

Rundgang am Spreebogen,
wobei innerhalb des Areals
fest geplante und spannende
neue Bauvorhaben besichtigt wurden.
Die Physikalische Bundesanstalt, als oberste Messinstitution in der Bundesrepublik und einer der ersten
Adressen in der internationalen Welt der Metrologie, stand gegen Mittag auf
dem Programm des Stadtteiltages. 1887 als Physikalisch-Technische Reichsanstalt in Charlottenburg unter
dem ersten Präsidenten Her-

Gute Stimmung bei Vernissage im Kiezbüro von Fréderic Verrycken

mann von Helmholtz in der
ehemaligen Residenz der
Familie Siemens gegründet,
steht die Gesamtanlage der
technischen Oberbehörde
in der Abbestraße heute unter Denkmalschutz.
Geschichtsträchtig ging es
auch beim Besuch des Gewerbehofs der Gewerbesiedlungs-Gesellschaft (GSG) in
der Helmholtzstraße weiter.
Die GSG feierte ihr 50jähriges Jubiläum. Im Laufe ihrer
Geschichte hat sie wie kaum
eine andere Institution die
Geschicke der Berliner Gewerbewirtschaft begleitet und
mitbestimmt. Im Juli 1965
vom Land Berlin, der Berliner Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer Berlin gegründet,
ist sie heute ein innovativer
Immobilien-Dienstleister,
der Firmen in Berlin Platz für
mehr als 15.000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen
zur Verfügung stellt.
Höhepunkt und Abschluss
des Stadtteiltages war die
Vernissage des jungen Fotografen Christian Lange
im Kiezbüro Verrycken in
der Tauroggener Straße. Bei
Speis, Trank und gemütlicher
Atmosphäre wurden die modernen Fotografien von Lange besichtigt und interessante
FV
Gespräche geführt.

Direkt vor Ort im Kiez Charlottenburg-Nord –
Fréderic Verrycken
Abgeordnetenhaus
Fréderic Verrycken, MdA
SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin
Niederkirchnerstraße 5
10117 Berlin
Tel.: 2325-1346
Fax: 2325-2229
telefonische Sprechzeiten:
montags und mittwochs
8.00–11.00 Uhr
frederic.verrycken@spd.
parlament-berlin.de
Kiezbüro
Fréderic Verrycken
Tauroggener Straße 45
10589 Berlin
Tel.: 5213 19 70
Mo. 12.00–17.00 Uhr
Di. 14.00–17.00 Uhr
Mi. und Fr. 9.00–14.00
Uhr (NEU!
ab 5. Oktober 2015)
Do. 9.00–12.00 Uhr
U7 Mierendorffplatz
BUS 109/ M27
Bürgersprechstunde
im Kiezbüro
Montags 17.30–18.30 Uhr
(und nach Vereinbarung)

Gemeinsame Sprechstunde mit dem Bezirksverordneten Wolfgang
Tillinger
im Kiezbüro
am 4. Montag im Monat
17.30–18.30 Uhr
Gemeinsame Sprechstunde mit den Bezirksverordneten Christel Dittner und
Wolfgang Tillinger
im Stadtteilzentrum am
Halemweg (!neu!)
Montag, 12.10.2015,
16.00–17.00 Uhr
Montag, 16.11.2015
16.00–17.00 Uhr
Montag, 14.12.2015
16.00–17.00 Uhr
Halemweg 18
13627 Berlin
Mobile Bürgersprechstunde
am 2. Samstag im Monat
10.00–12.00 Uhr
Heckerdamm 225
13627 Berlin
(vor Reichelt Edeka)
Kostenfreie Rechtsberatung im Kiezbüro
am 1. Dienstag im Monat
17.00–18.00 Uhr

Charlottenburger Innovations-Centrum „CHIC“ eröffnet
Im CHIC finden junge Gründerinnen und Gründer universitätsnah optimale Bedingungen für ihren Start.
Im September 2015 hat das Dies ist genau die Idee land Sillmann, der auch für CHIC nur als erste StatiCharlottenburger
Inno- der Zukunftsorte, wie sie die WISTA in Adlershof zu- on für Gründerinnen und
vations-Centrum „CHIC“ die Berliner SPD in ihrem ständig ist, stolz hervorhebt. Gründer konzipiert. Sobald
offiziell seine Pforten ge- Wahlprogramm gefordert Rund um den Campus Char- die Unternehmen eine geöffnet, nachdem in einem hat, wo Wissenschaft und lottenburg liegen Wohnstra- wisse Größe erreicht haTeil des Gebäudes an der Forschung ihren direkten ßen, gibt es Handel und zahl- ben und erfolgreich am
Bismarckstraße Ecke/Ma- Weg in die wirtschaftliche reiche Kultureinrichtungen, Markt sind, werden sie vom
rie-Elisabeth-Lüders-Str. Nutzung finden. In Adlers- die die Menschen anziehen. CHIC-Team und dem BeCharlottenburg-Wilbereits seit einigen Jahren hof ist das mustergültig ge- Die klassische Berliner Mi- zirk
die ersten jungen Unter- lungen und hat weit mehr schung aus Wohnen, Arbeit mersdorf dabei unterstützt,
nehmen ihren Platz gefun- als 10.000 Arbeitsplätze an und Freizeit an einem Ort ist möglichst nahe dem Cameinem zuvor eher vernach- hier bereits in hohem Maße pus Charlottenburg einen
den hatten.
Das markante Gebäude wur- lässigten Ort geschaffen. In gegeben – und das CHIC mit dauerhaften Firmensitz zu
de einst vom Gerling-Konzern der City-West hingegen be- seinen Startup-Unterneh- finden. Bezirksbürgermeisgenutzt und nach Jahren des finden sich die beiden Uni- men wird einen zusätzlichen ter Reinhard Naumann und
Leerstands mit Wirtschafts- versitäten und andere For- industriellen Schwerpunkt der Wahlkreisabgeordnete
fördermitteln sukzessive zu schungsinstitute in einem mit moderner Entwicklung Frank Jahnke, der das Koneinem großen Gründungszen- urbanen Umfeld, wie der und Produktion hinzufügen. zept der Zukunftsorte in der
Ganz bewusst ist das SPD-Fraktion mitentwickelt
trum ausgebaut.
CHIC-Geschäftsführer RoHiermit gewinnt der Campus Charlottenburg, in dem
die Technische Universität
(TU), die Universität der
Künste (UdK) und der Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf eng miteinander
kooperieren, um das enorme
wissenschaftliche Potential in
der City-West wirtschaftlich
noch stärker zu nutzen, weiteren Aufwind. Ausgründungen aus TU und UdK können
hier ihren ersten eigenständigen Firmensitz beziehen.
Auf 5.500 m2 Fläche finden
hier rund fünfzig junge Unternehmen optimale Bedingungen: Günstige Mieten,
gemeinsame Einrichtungen,
die sie gratis mitnutzen können, und kurze Wege zwischen den Unternehmen und Beim Nachbarschaftstreffen (von links nach rechts): CHIC - Geschäftsführer Roland Sillmann,
den Hochschulinstituten, de- UdK-Präsident Martin Rennert, Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann, Wahlkreisabgeordneter Frank Jahnke und TU-Präsident Christian Thomsen.
nen sie entstammen.

hat, konnten beim Nachbarschaftstreffen Ende August im CHIC miterleben,
welches Maß an Vernetzung
zwischen den Universitäten,

den Einrichtungen der Wirtschaftsförderung und den
Unternehmen im Umfeld des
Campus Charlottenburg sich
FJ
bereits entwickelt hat.

Für Sie vor Ort: Frank Jahnkes
Wahlkreisbüro Goethe15
Abgeordnetenhaus
Frank Jahnke, MdA
SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin
Niederkirchnerstraße 5
10117 Berlin
Tel.: 2325-2288
Fax: 2325-2229
frank.jahnke@spd.
parlament-berlin.de
www.frank-jahnke.de
Wahlkreisbüro
Goethe15
Goethestraße 15
10625 Berlin
Tel.: 313 88 82
Mo.–Fr.14.00–17.00 Uhr
und nach Vereinbarung
wahlkreis@frank-jahnke.de
Sprechstunde
in der Goethe15
01.10.2015, 17.00–18.00 Uhr
05.11.2015, 17.00–18.00 Uhr
03.12.2015, 17.00–18.00 Uhr
Kostenfreie Beratung im
Arbeits- und Sozialrecht:
montags 15.00–17.00 Uhr

30.9.2015, 19.00 Uhr:
Lesung in der
Goethe15
der Autor Dierk Spreen
liest aus seinem neuen
Buch „Upgrade Kultur“,
05.10.2015, 19.00 Uhr:
Charlottenburger
Gespräch mit
Dr. Andreas Knieriem,
Direktor von Zoologischem Garten, Aquarium
und Tierpark,
in der Goethe15
Der Zoo und der Tierpark
Berlin sind Attraktionen
Berlins, die sowohl für
den Tourismus als auch
für Berlins Renommee
als Wissenschaftsstandort
bedeutsam sind – mithin auch ein beachtlicher
Wirtschaftsfaktor.
Dr.
Andreas Knieriem hat die
Leitung beider Institutionen im vergangenen Jahr
übernommen und stellt
seine Pläne beim Charlottenburger Gespräch vor.

Berliner Stadtblatt

THEMA

3

Die neuen Spielräume genutzt
Berlin investiert wieder: Mehr Wohnungen, besserer Bürgerservice, mehr Geld für Polizei und Feuerwehr
Noch hat Berlin 60 Milliarden Euro Schulden. Aber
die Politik der vergangenen
Jahre hat neue Spielräume
eröffnet. Die braucht die
wachsende Stadt auch.
Es geht beides: Die Stadt
zahlt Schulden zurück und
macht sich gleichzeitig fit
für die Zukunft. „Berlin
wird wieder mehr in den
Ausbau und die Verbesserung seiner Infrastruktur
investieren, und für neue
oder wachsende Aufgaben
gibt es zusätzliches Personal“,
kündigte
Finanzsenator

Dr. Matthias Kollatz-Ahnen
Foto: Anno Dittmer/SenFin

Matthias Kollatz-Ahnen an.
„Dabei werden wir auch
künftig verantwortungsbewusst wirtschaften und ohne
neue Schulden auskommen.“
So fließt bereits die Hälfte der aktuellen Haushaltsüberschüsse über das spezielle Investitionsprogramm
SIWA in Schulen und Sanierungsmaßnahmen. Die
andere Hälfte geht in die
Schuldentilgung, um nicht
später von steigenden Zinsen überrascht zu werden.
Der Doppelhaushalt 2016/
2017 setzt mit seinen insgesamt 50,5 Milliarden Euro
einen Schwerpunkt beim
Wohnungsbau, u.a. mit dem
Neubau von jährlich rund
3000 Sozialwohnungen ab
2017. Mehr Geld fließt auch
in die Erneuerung der Klinikstandorte und der Notrufzentralen von Polizei und
Feuerwehr.
300 zusätzliche Stellen
werden in den Bezirken geschaffen, um den Bürgerservice zu verbessern. In den
beiden Jahren werden ins-

gesamt 2000 Stellen für die
Schulen bereitgestellt, davon etwa 1400 Lehrkräfte
sowie rund 600 Erzieherinnen und Erzieher. Der
Betreuungsschlüssel in den
Kitas wird verbessert. Um
der steigenden Nachfrage
nach Kitaplätzen gerecht zu
werden, sind Investitionen
von je 56 Mio. Euro in den
Jahren 2016 und 2017 vorgesehen. Für Investitionen
in den Hochschulbau und
die Charité-Universitätsmedizin stehen bis zum Jahr
2026 über eine Milliarde
Euro zur Verfügung.
Der Kulturetat steigt 2016
um 22 Millionen Euro, 2017
um 33 Millionen Euro.
Deutlich erhöht werden
die Ansätze für die Unterbringung geflüchteter Menschen. Allerdings werden
hier angesichts der aktuellen Entwicklung noch sehr
viel mehr Mittel notwendig
sein. Hier sei ganz klar der
Bund gefordert, so Berlins
Regierender Bürgermeister
Michael Müller.
uh

55 Mio. €
53 Mio. €

Krankenhäuser Schwimmbäder
Erneuerung Neubauten MarienErweiterung
dorf und Pankow

Charité
Erneuerung
Infrastruktur

30 Mio. €
Wohnungsbau
im preiswerten
Segment

60 Mio. €

Infrastruktur in den Bezirken
Sanierung, Umbau, Erweiterungen
von Schulen, Jugend-, Kinder-, Sportund Kultureinrichtungen

Erweiterung von
Schulgebäuden
Modulare Ergänzungsbauten

Verkehrs- und sonstige
Infrastruktur

5 Mio. €

9 Mio. €

Sporthalle
im Olympiapark

Feuerwehr
Sanierung, Erweiterung von Feuerwachen

10 Mio. €
Kitas
Neubauten

ÖPNV
Anschaffung
von 11 U-BahnFahrzeugen

40 Mio. €

120 Mio. €

18 Mio. €

58 Mio. €

Flüchtlingsunterkünfte

22 Mio. €
Polizei
Sanierung, Erweiterung von Trainingsstandorten

16 Mio. €
Justiz
Digitale Infrastruktur

Im Haushaltsjahr 2015 fließen weitere 496 Millionen Euro in die Ausstattung des Sondervermögens Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA). Diese stehen, zusätzlich zu den ohnehin
im Haushalt vorgesehen Investitionsmitteln, für wichtige Infrastrukturprojekte bereit.

Wo Berlin jetzt schwerpunktmäßig investiert – zwei Beispiele
WOHNUNGEN
Wohnen soll auch in Zukunft bezahlbar sein. Besonders unterstützt werden
Mieterinnen und Mieter
mit geringem Einkommen.
Dafür werden vom Senat
zusätzliche Gelder bereitgestellt. Und Berlin baut
mehr günstige Wohnungen.
55 Prozent der freiwerdenden Wohnungen städtischer Gesellschaften sollen
Menschen mit Wohnberechtigungsschein vorbehalten sein. Die Mieten in
Sozialwohnungen werden
auf 30 Prozent des Nettoeinkommens begrenzt. Rund
26.000 Haushalte können
diese Regelung in Anspruch
nehmen. Die Kosten wer-

den im kommenden Jahr
bei etwa 40 Mio. € liegen.
SPD und Senat hatten sich
gemeinsam mit den Initiatorinnen und Initiatoren
des Mieten-Volksbegehrens
zusammen gesetzt und diese Regelungen entwickelt.
Der Senat hat ein entsprechendes Gesetz eingebracht,
das Anfang kommenden
Jahres in Kraft treten soll.
„Damit helfen wir schnell
und effizient vor allem den
einkommensschwächeren
Haushalten“, so Stadtentwicklungssenator Andreas
Geisel (SPD). „Durch die
Dämpfung der Mietentwicklung und den Wohnungsneubau profitieren davon aber alle Mieterinnen
und Mieter Berlins.“

Zum Neubau von Wohnungen wird ein Fonds eingerichtet. Angesichts der
deutlich gestiegenen Zahl
von Schutzsuchenden werden die geplanten Neubauzahlen noch einmal nach
oben angepasst. Dazu sollen
Wohnungen auch in Leichtbauweise errichtet werden.
30.000 neue Wohnungen
sind so 2016 möglich.

CHARITÉ
Bei über 80 Jahren liegt
die Lebenserwartung in
Berlin, besonders hoch
ist sie in CharlottenburgWilmersdorf und in Treptow-Köpenick. Eine gute
medizinische Versorgung
trägt dazu bei – und das soll

auch so bleiben. Deshalb
gehört die Charité zu den
Einrichtungen, die von den
Investitionen des Landes
besonders profitieren.
Gerade wird das 21-geschossige Bettenhochhaus
in Mitte grundsaniert. Nach
der Fertigstellung 2016
wird es zu den modernsten
Klinikgebäuden
Europas
gehören. Ausstattung der
Stationen und Zimmer entsprechen neuesten medizinischen Erkenntnissen. Die
Mittel dazu kommen aus
dem laufenden Masterplan
mit 380 Millionen Euro.
Nun wird auch verstärkt in
die Charité-Standorte Wedding und Steglitz investiert.
Mit dem Entwurf des
Doppelhaushaltes
2016/

Charité Campus Benjamin
Franklin in Steglitz Foto: Charité

2017 wird den Hochschulen
verbindlich Geld für die
nächsten Jahre zugesagt.
So konnte ein Sanierungsplan entwickelt werden, der
zum Beispiel die vollständige Sanierung der Operationssäle im Klinikum Benja-

min-Franklin vorsieht, Fassadenerneuerungen oder eine Modernisierung der Psychiatrie. Nachdem der Bund
die BAföG-Kosten übernimmt, werden die freiwerdenden Mittel in Bildung
und Wissenschaft investiert.
Die Charité erhält daraus
in diesem Jahr 8 Millionen
Euro. 53 Millionen kommen
aus den Haushaltsüberschüssen des Landes, die
über das SIWA-Programm
zur Verfügung stehen. Damit kann am Charité-Klinikum Benjamin Franklin in
Steglitz u.a. ein neuer Landeplatz für den ADAC-Rettungshubschrauber finanziert werden. 2014 flog der
Hubschrauber rund 3700
Not-Einsätze.
uh

Lust auf den Unterricht
Berlin saniert und baut neue Schulen – Mehr Kinder und Jugendliche an den Schulen
Darauf haben viele Schulleiterinnen und Schulleiter
gewartet: Mit zusätzlichem
Geld aus dem Landeshaushalt können jetzt Schulen
renoviert, neue Sanitäranlagen gebaut und Schulergänzungsbauten verwirklicht werden.
Schulleiterin Ingrid Fuchs
von der Marienfelder Schule in Tempelhof-Schöneberg
ist optimistisch: „Ich freue
mich sehr, dass die Kinder
in der Marienfelder Schule
endlich neue Sanitäranlagen bekommen. Die Situation mit den provisorisch
errichteten Toiletten auf
dem Schulhof war ja in der
Vergangenheit nicht einfach. Besonders freut mich,
dass die neuen zusätzlich
gebauten Sanitäranlagen behindertengerecht errichtet
werden.“

Klar ist: Berlin wächst und
wird gleichzeitig jünger. Die
Bevölkerungsgruppe
der
Schulbevölkerung wächst
bis 2030 um bis zu 60.000
Einwohner und damit
doppelt so schnell wie die
Gesamtbevölkerung. Deshalb benötigt unsere Stadt
zusätzliche Schulgebäude.
Kurz- und mittelfristig kann
zusätzlicher Bedarf durch
den Bau von weiteren modularen Ergänzungsbauten
oder durch die Reaktivierung ehemaliger Schulstandorte gedeckt werden.
Langfristig muss Berlin zusätzliche Flächen für neue
Schulbauten sichern und
weitere Schulen bauen.
Um kurzfristig Schulraum
zu schaffen, wurden im
letzten Schuljahr an sieben
Schulstandorten barrierefreie Ergänzungsbauten er-

Bildungssenatorin Sandra Scheeres vor den neuen mobilen
Ergänzungsbauten an der Marienfelder Schule. Foto: Schulenberg

richtet. In diesem Jahr werden für 37 Mio. € zehn zusätzliche Ergänzungsbauten
in sechs Bezirken und im
nächsten Jahr 17 zusätzliche
Ergänzungsbauten in acht
Bezirken für 66 Mio. € errichtet.

Dabei war der Senat auch
bisher nicht untätig: In den
letzten fünf Jahren wurden 323 Mio. € über das
Schulanlagensanierungsprogramm, 355 Mio. € über
den sogenannten baulichen
Unterhalt und über sonstige

Sonderprogramme weitere 508 Mio. € investiert. In
der Summe sind das rund
1,2 Milliarden Euro. Hinzu
kommen weitere 12 Mio. €
für die Schul-Toiletten, von
denen auch die Marienfelder Schule profitiert, und
18 Mio. € für zusätzliche
modulare
Erweiterungsbauten in 2015. Geld ist also
zur Abwechslung mal nicht
das Problem. Es geht jetzt
eher um die Haltung und
den Willen aller Beteiligten,
die Mittel effektiv und nach
transparenten Kriterien zu
verbauen.
„Dort, wo dringender
Handlungsbedarf besteht
und die Standortsituation es
zulässt, müssen vorhandene
Schulgebäude durch Ergänzungsgebäude kurzfristig
erweitert werden. Es handelt
sich um moderne Gebäude,

die alle qualitativen Anforderungen wie Barrierefreiheit, niedriger Energieverbrauch, Gruppen- und
Teilungsräume und moderne Ausstattung wie Interaktive Whiteboards erfüllen“,
sagt Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend
und Wissenschaft.
„In Regionen, in denen
der Bedarf erst zu einem
späteren Zeitpunkt auftritt,
werden selbstverständlich
vollständig neue Schulgebäude errichtet, vorhandene erweitert oder teilweise
vorerst nur die Flächen gesichert. Solcher Neubaumaßnahme geht grundsätzlich
ein Partizipationsverfahren
voraus und es wird ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt“, so die Senatorin.
Frank Schulenberg

4

Berliner Stadtblatt

BERLIN

MELDUNGEN
ARBEITSMARKT:
WEITER STARKES
WACHSTUM
Zwischen 2012 und
2015 sind in Berlin rund
109.000 sozialversicherungspflichtige
Beschäftigungsverhältnisse hinzugekommen.
Allein zwischen Juni
2014 und Juni 2015
waren es 39.000 neue
Jobs, ein Zuwachs um
3,1 Prozent. Damit liegt
Berlin erneut deutlich
über dem Bundesdurchschnitt von 1,8 Prozent
Zuwachs.
Damit gab es nach den
Zahlen der Bundesagentur für Arbeit in Berlin
1,308 Millionen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte. Zuwachs
gibt es vor allem im
Dienstleistungssektor,
etwa in den Wachstumsbranchen Information
und Kommunikation.
FORSCHUNG:
BERLIN ERREICHT
SPITZENRANG
Berlin ist der Spitzenstandort für Wissenschaft und Forschung in
Deutschland. Das zeigt
der neue Förderatlas der
Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG.
Bei den eingeworbenen DFG-Mitteln liegt
Berlin nun deutlich vor
dem Standort München
auf Platz 1, so Wissenschaftssenatorin Sandra
Scheeres. Auch in der regionalen Verteilung der
Projektförderung
des
Bundes erreicht Berlin
erstmalig den Spitzenrang. Sandra Scheeres:
„Berlin ist nicht nur der
größte Wissenschaftsund Forschungsstandort
in Deutschland, sondern
er zeichnet sich auch
dadurch aus, dass die
Einrichtungen untereinander sehr dicht und
bundesweit am besten
vernetzt sind. Das sind
hervorragende Perspektiven für die Zukunft.“
MEDIEN:
BERLIN IST EUROPAS
TOP-FILMSTANDORT

Eine positive Bilanz des
Medienstandorts Berlin-Brandenburg zieht
Björn Böhning, Chef
der Senatskanzlei und
Aufsichtsratsvorsitzender des Medienboard
Berlin-Brandenburg.
Böhning: „Unsere Region ist Europas TopFilmstandort. Die digitale Medienwirtschaft
zeigt dynamisches und
kontinuierliches Wachstum. Wir arbeiten intensiv daran, diesen wichtigen Wirtschaftszweig
auszubauen und innovativ weiterzuentwickeln.
Ich bin überzeugt: Wir
haben viele gute Gründe,
optimistisch in die Zukunft zu schauen.“

Großartige Hilfe
Berlin unterstützt die schutzsuchenden Menschen – Europäische Lösungen gefordert
Die Hilfsbereitschaft ist
immens. Ehrenamtliche
Helferinnen und Helfer
sorgen mit für die Essensausgabe, sie unterstützen
den Unterricht in den
Willkommensklassen, begleiten geflüchtete Familien bei Behördengängen.
Spielzeug, Kleidung, Fahrräder werden gespendet.
Hilfe, die für viele Geflüchtete ein erster Einstieg in
ein neues Leben ist.
Die Einsetzung eines Koordinationsstabs durch den
Regierenden Bürgermeister
hat die Abstimmung zwischen den Behörden deutlich verbessert. Auch in den
kommenden Wochen stehen Fragen der Unterbringung und Gesundheitsversorgung im Vordergrund.
Schulplätze müssen gefunden werden. Noch muss vieles improvisiert werden. Die
Angebote der Erstversorgung werden ebenso parallel
mit Hochdruck organisiert,
wie die Folgeversorgung der

Macht sich vor Ort ein Bild: Berlins Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat

hier bleibenden Menschen,
sprich: Wohnungen werden
noch schneller gebaut als
bisher geplant und Integrationsangebote geschaffen.

Damit das Land Berlin diese
Herausforderung meistern
kann, braucht es Unterstützung vom Bund. Hier sind
die Länder im Gespräch

Alles im Netz –
auch die Arbeit?

Durch die immer schnellere Datenübertragung und
größeren Speichermöglichkeiten wird ein regelrechter
Sprung in der Digitalisierung möglich, der unter
„Industrie 4.0“ diskutiert
wird und die Arbeit insgesamt beeinflusst, weit über
die Industrie hinaus. Die
Politik agiert bisher technikgläubig, jeder will dabei sein
beim großen neuen Boom.
Ein schillerndes neues Wort
jagt das nächste. Zuwenig
wird auf ganz konkrete Veränderungen geschaut, die
nicht nur die Zukunft der
Technik und die Zukunft
von Unternehmensmodellen betreffen, sondern die
Arbeit von der wir alle leben, die meisten jedenfalls.
Die Gewerkschaften und
der DGB haben sich das
Ziel gesetzt, „Arbeit der
Zukunft“ offensiv zu diskutieren. Man kann grob in
vier Aufgabenbereiche unterscheiden, die in den Unternehmen und durch die
Politik anzugehen sind:
1. Wirtschaftliche Chancen erkennen und nutzen.
Wir müssen ein Interesse
daran haben, dass auch deut-

Das Netz
verändert unsere
Freizeit massiv.
Nun ist es Zeit,
auch über den
anderen Teil
des Lebens
zu sprechen,
die Arbeit.

Christian Hoßbach
ist stellvertretender
Vorsitzender des DGB,
Bezirk Berlin-Brandenburg.
Foto: DGB

sche (und Berliner) Unternehmen Lösungen für die
„Industrie 4.0“ anbieten
können, am besten als Systemanbieter.
2. Neue Herausforderungen für die Gestaltung der
Arbeit erkennen und lösen.
Beispiel: Die ständige Erreichbarkeit über Smartphones ist attraktiv, aber sie
macht auch krank. Erhebliche Datenschutzfragen sind
zu lösen.

und auch Berlin macht sich
für eine angemessene Finanzierung der Flüchtlingshilfe stark.
Berlins Regierender Bür-

INITIATIVEN: WO HILFE GEBRAUCHT WIRD

Christian Hoßbach: Gewerkschaften gestalten die Arbeit 4.0
Computer und Internet
sind allgegenwärtig. Einkaufen im Onlinehandel,
mit Freunden verabreden
über Facebook und Co.,
Reisen planen, Partner suchen: alles im „Netz“. Das
hat unsere Freizeit massiv
verändert. Es ist Zeit, auch
über den anderen Teil unseres Leben s zu sprechen,
über die Arbeit.

Foto: SenAIF

germeister Michael Müller
hat den zahlreichen Initiativen vor Ort für ihre Hilfe
gedankt. Berlin wolle den
schutzsuchenden Menschen
„eine friedliche und sichere
Heimstatt bieten, damit sie
zur Ruhe kommen können“.
Die meisten der Geflüchteten stammen aus den Bürgerkriegsregionen Syrien
und Irak, einige kommen
aus Pakistan und Afghanistan. In der Region befinden
sich Millionen Menschen
auf der Flucht, die Mittel
des Flüchtlingshilfswerks
UNHCR reichen nicht für
eine angemessene Versorgung, eine Aufstockung wäre dringend geboten. Den
Umgang vieler EU-Länder
mit den Flüchtlingen bezeichnete der Präsident des
Europäischen Parlaments,
Martin Schulz (SPD), als
„unwürdiges Spiel“ und
„Versagen“. Dringend erforderlich ist eine europäische
Lösung.
U.H.

3. Für ein nachhaltiges,
qualitätsorientiertes Produktionsmodell kämpfen.
Es ist noch nicht entschieden, wie sich die Digitalisierung auf die Strukturen
der Arbeit auswirkt. Möglich ist eine auseinanderstrebende Entwicklung mit
vielen schlecht bezahlten,
unsicher Beschäftigten, und
vielen Spezialisten am oberen Ende. Möglich ist aber
auch eine Weiterentwicklung des deutschen Erfolgsmodells mit einem starken gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Zentrum,
vereinfacht gesagt der Facharbeit. Die Entscheidungen
hierzu fallen in den Unternehmen, deshalb brauchen
wir bessere Möglichkeiten
für die Mitbestimmung. Und
sie fallen überall dort, wo
Bildung und Fortbildung
geregelt werden.
4. Die Digitalisierung ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Dafür brauchen
wir Regeln, um die bestehenden Unternehmen und
Arbeitsplätze nicht schutzlos auszuliefern und um Arbeitnehmer zu schützen.
„Clickworking“ und andere
Formen der HäppchenSelbständigkeit mit Verdiensten unter Hartz IV-Niveau gibt es schon hunderttausendfach in Deutschland.
Die Frage ist wie weit sich
dies kaum geregelt ausbreiten kann. Hier geht es nicht
nur um Verbote, aber auch.
Und hier geht es um veränderte Rahmensetzungen –
z. B. um einen neuen Anlauf
zu einer Bürgerversicherung für alle.

Viele Berlinerinnen und Berliner haben mit ihren
Spenden schon geholfen. Jetzt ist es vor allem wichtig, sich in den Unterkünften oder bei den Initiativen
vor einer Spende genau zu erkundigen, was tatsächlich
gebraucht wird. Am größten ist die Nachfrage nach
Geldspenden, Zeitspenden und persönlichem Engagement - aber auch dies variiert von Ort zu Ort.
Sommerkleidung ist inzwischen weniger gefragt, dafür
aber Winterbekleidung an einigen Orten. Große Kleidergrößen werden deutlich weniger gesucht als kleine.
Auch hier gilt es vor Ort nachzufragen oder sich im Internet zu informieren: In manchen Einrichtungen können die Spenden nicht mehr gelagert werden. Kleidung
muss selbstverständlich gewaschen und intakt sein, Unterwäsche neu und originalverpackt.
Nahrungsmittel können nur in Originalverpackung
entgegen genommen werden. Es muss erkennbar sein, ob
sie den religiösen Vorschriften entsprechend zubereitet
sind (halal). Auch mit gutgemeinten Schwarzbrotspenden wurde nicht immer der Geschmack getroffen.
Gerade dort, wo die Unterbringung in Zelten erfolgt,
sind Teppiche gern gesehen. Besteck und Geschirr werden immer wieder gesucht, auch Baumwolltaschen.
Hilfreich sind auch Geldspenden für Taxis, BVGFahrscheine (2 Stunden Tickets AB), Handy-Guthabenkarten (lebara, eplus, lycos) oder Smartphones
mit Ladekabel. Gutscheine für Drogeriemärkte werden ebenfalls benötigt, teilweise werden noch Regenkleidung und Schirme gesucht.
Das Netzwerk „Berlin hilft“, eine Kooperation der Berliner Flüchtlingshilfe-Initiativen, gibt auf seiner Internetseite regelmäßig einen tagesaktuellen Überblick über die
jeweils bei den verschiedenen Initiativen benötigten Gegenstände und Materialien.
www.netzwerkfluechtlingeberlin.wordpress.com
www.berlin-hilft-lageso.de
Die Arbeiterwohlfahrt engagiert sich in verschiedenen
Projekten für Flüchtlinge. Spenden: IBAN DE82 1203
0000 1020 0421 21, BIC BYLADEM1001, Deutsche Kreditbank AG, AWO Landesverband Berlin e.V., Blücherstr. 62, 10961 Berlin, Telefon: (030) 2 53 89-0
Die Berliner Stadtmission koordiniert mit ihrer Ehrenamts-Börse Einsatzstellen für freiwillige Helferinnen
und Helfer: Carolin Reifenberg, Tel. (030) 690 33-436
Der ASB-Fachdienst Katastrophenschutz und Notfallvorsorge betreut ehrenamtlich die Notunterkunft im
Gebäude des Rathauses Wilmersdorf. Spendenkonto:
IBAN: DE22 1002 0500 0001 1560 01, BIC: BFSWDE33BER, Stichwort: „Notunterkunft Wilmersdorf “
Die Caritas ist für die Campusorganisation auf dem
Gelände des Landesamt für Gesundheit und Soziales zuständig. Ansprechpartner: Peter Wagener, Leiter Ehrenamt und Fundraising, Telefon: (030) 666 33-10 44

Berliner Stadtblatt

BERLINER LEBEN

5

Auf den Spuren der Teilung
Berliner Museen und Gedenkorte erinnern an 25 Jahre Deutsche Einheit
Hunderttausende wollten
in der Nacht vom 2. zum 3.
Oktober 1990 dabei sein:
Vor dem Reichstag feierten
sie, als um Mitternacht die
deutsche Einheit auch juristisch Wirklichkeit wurde.
Ein paar Stunden später
begann das offizielle Fest
der Einheit Unter den Linden. Neben dem Palast der
Republik drehte sich ein
Riesenrad mit weitem Ausblick über die Stadt.
Ein Ausblick auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzungen, die
den politischen folgten, war
dagegen nur schwer möglich. Unterschiedslos gingen Tausende von Arbeitsplätzen in beiden Teilen der
Stadt verloren, manche Unterschiede im Rentenrecht
oder beim Lohnniveau sind
dagegen auch 25 Jahre nach
der deutschen Einheit noch
geblieben. Viele Spuren der
Teilung sind verschwunden
und finden sich heute nur
noch in Berliner Museen.
Deren Besuch lohnt sich
nicht nur für Touristen.
Längst vergessener Alltag
wird an vielen Orten wieder
lebendig. Zum Beispiel in
der Plattenbau-Museumswohnung in der Hellersdor-

In der Kieler Straße in Mitte steht einer von drei erhalten gebliebenen Wachtürmen der DDR-Grenzanlagen in Berlin (links).
Mauergedenken Bernauer Straße: Ein Modell zeigt den früheren Verlauf der Mauer (rechts).
Fotos: Ulrich Horb

fer Straße 179 (12627 Berlin,
geöffnet sonntags 14 bis 16
Uhr), 1986 gebaut, in der
auf 61 Quadratmetern liebevoll von Mitarbeitern und
Mietern der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land
zusammengetragene Einrichtungsgegenstände gezeigt werden.
Mehr davon finden sich
im privaten DDR-Museum (Karl-Liebknecht-Str. 1,
gegenüber dem Berliner
Dom), vom Winkelement
bis zur Karat Schrankwand
und zum orangefarbenen

Mixer. Wem der dort ausgestellte Trabi mit Fahrsimulator nicht ausreicht, findet unweit des Checkpoint
Charlie in der Zimmerstraße ein eigenes Trabi-Museum mit einer Vielzahl von
um- und ausgebauten Modellen. Ein paar Meter weiter versetzt der Künstler
Yadegar Asisi mit seinem
großformatigen Mauer-Panorama die Besucher zurück in die Zeit, als buntbemalter Beton in Richtung
Westen, Grenzstreifen und
Hinterlandmauer gen Osten

Berlins Stadthälften trennten.
Eine Bildergalerie mit 320
Tafeln stellt an der Friedrichstraße die bedrohliche
Konfrontation dar, die am
Schauplatz Berlin zwischen
Ost und West stattgefunden hat, etwa als 1961 amerikanische und sowjetische
Panzer in bedrohlicher Haltung am Checkpoint Charlie auffuhren. Die „Black
Box Kalter Krieg“ als Keimzelle eines künftigen Museums liefert dazu die historischen Hintergründe. Das
private Museum „Haus am

Checkpoint Charlie“ auf der
anderen Straßenseite zeigt
in seiner Sammlung u.a.
Fluchtutensilien und Werkzeuge von Fluchthelfern.
Vor einem Grenzabfertigungshäuschen am Checkpoint Charlie posieren
Schauspieler in Uniformen
der Alliierten für Touristen. Echte alte Grenzbefestigungsanlagen sind noch an
der Mauergedenkstätte an
der Bernauer Straße zu sehen, ein erhalten gebliebener Wachturm steht in der
Kieler Straße in Mitte, um-

geben von Neubauten. Einige Mauersegmente blieben
auch in der Nähe des Berliner Abgeordnetenhauses
erhalten.
Den Wandel vom Preußenschloss zum Amtssitz
des DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck, Sitz des Staatsrates der DDR und späterem DDR-Gästehaus zeigt
das Schloss Schönhausen in
der Pankower Tschaikowskistraße 1.
Das Schicksal politischer Häftlinge in der DDR
rückt die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen in
der Genslerstraße 66 in den
Blick. Hier werden Haftmethoden und Schikanen der
Staatssicherheit augenfällig, deren Sitz in der Normannenstraße war. Dort
zeigt eine neu eröffnete
Dauerausstellung nicht nur
das original eingerichtete Arbeitszimmer mit dem
Schreibtisch des Stasi-Chefs
Erich Mielke, im Stasi-Museum in der Ruschestraße
103 werden auch die Methoden der Überwachung
und Bespitzelung gezeigt.
Der Sänger Udo Lindenberg hat einige Objekte aus
seinem Privatarchiv für eine Sonderausstellung beigesteuert.
U.H.

Der Herr der Linien

Geschmackstest

Mondrian-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau

Müller besucht Eis-Imperium in Spandau

Foto: Thomas Platow/Landesarchiv

Piet Mondrian: »Komposition in Oval mit Farbflächen 2« (1914) · Selbstportrait (1918)

Die Neue Nationalgalerie
in Berlin, als architektonisches Meisterwerk der
klaren Linien von Ludwig
Mies van der Rohe konzipiert, öffnete im September 1968 ihre Pforten mit
Exponanten eines anderen
Vertreters der klaren Linien: Piet Mondrian. Nun
kehrt der Niederländer mit
50 Gemälden und Zeichnungen nach Berlin zurück: in den Martin-Gropius-Bau.
Kunstdrucke von Mondrians Werken schmücken
Schulflure ebenso wie jene

von Van Gogh oder Picasso.
Beiden aber war Mondrian
nah und doch so fern. Charakteristisch sind seine Bilder mit Linien, mehr oder
weniger rechteckigen Flächen.
Piet Mondrian, 1872 in
Amersfoort geboren, studierte in Amsterdam die
zeitgenössischen Impressionisten. Von ihnen inspiriert malt er Felder, Bauernhöfe, Türme und beginnt
in seiner Maltechnik zu experimentieren. In Paris beeinflusst ihn der abstrakte
Kubismus. In seinen Bildern

© Gemeentemuseum Den Haag, Niederlande

strebt er nach einer Harmonie von Linien, Flächen und
Farben, entfernt sich von Figuren. Er überrascht bereits
1913 im Berliner Herbtssalon.
In den 1920er/30er-Jahren
präsentiert er seine Werke in
Stockholm, Wien, Paris und
New York. Er experimentiert mit seinen Gitterstrukturen, nennt sie Kompositionen. Die von NaziDeutschland ausgehende
Bedrohung in Mitteleuropa ängstigt den Künstler. Er
siedelt 1938 nach London,
1940 nach New York um.

Dort findet er neue Inspiration und verändert seinen Stil, weicht von den
schnurgeraden Linien ab.
Piet Mondrian stirbt 1944
an der Folgen einer Lungenentzündung
Gunter Lange

„Piet Mondrian. Die Linie“.
Die Ausstellung ist bis
zum 6. Dezember 2015 im
Martin-Gropius-Bau zu sehen.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis
Montag 10-19 Uhr.
Eintritt 11,- €, ermäßigt 8,- €

Handgemacht, klimaneutral und lecker – Berlins
Regierender Bürgermeister Michael Müller besuchte die Spandauer Erfolgsgeschichte Florida-Eis.
Berlins Wirtschaft ist geprägt von kleinen und mittleren Unternehmen wie der
Firma Florida-Eis. 1984
vom Geschäftsführer Olaf
Höhn übernommen, hat
sich das Spandauer Traditionsunternehmen in den
letzten dreißig Jahren von
einer kleinen Eisdiele zu
einem
mittelständischen
„Eis-Imperium“ weiterentwickelt.
Im Rahmen seiner Wirtschafts- und Innovationstour, die den Regierenden Bürgermeister Michael
Müller im Sommer zu einer
Vielzahl von Unternehmen,
Startups und Forschungseinrichtungen geführt hat,
besuchte er auch den Ort,
an dem das begehrte Eis
hergestellt wird – die Manufaktur auf dem ehemaligen Spandauer Alliierten-

flughafen. Müller zeigte sich
dabei schwer beeindruckt
von den Produktionsmethoden, denn von der Bearbeitung der Zutaten bis zur
Portionierung erfolgt die
Herstellung in Handarbeit.
Und auch beim Bau der Manufaktur hat Geschäftsführer Höhn auf Nachhaltigkeit Wert gelegt. So ist
die gesamte Produktion
CO2-neutral und leistet damit einen vorbildlichen Beitrag zum Klimaschutz.
Diese Geschäftsphilosophie bleibt nicht ohne Folgen: In den letzten Jahren
hat der Umsatz auch dank
neuer Vertriebswege einen
dynamischen Zuwachs erfahren. Die erst vor drei
Jahren eröffnete Manufaktur könnte sogar schon bald
wieder zu klein sein. „Florida-Eis ist eine wahre Berliner Erfolgsgeschichte“, so
Michael Müller, der beim
Geschmackstest besonderen Gefallen an der Sorte
Latte Macchiato fand.
Dr. Thomas Letz

6

Berliner Stadtblatt

S E RV I C E · R ÄT S E L

Gut zu wissen
Stadtblatt-Service: Zuviel Vitamine – neue Erbschaftsregeln – Haushaltstipps – Einbruchschutz – Hilfe bei Krebs
ÜBERFLÜSSIGE VITAMINE
Wer sich etwas Gutes tun
will, schluckt oft Vitamine.
Immer mehr Mediziner
warnen jetzt allerdings vor
dem bedenkenlosen Griff
zur Pille oder Sprudeltablette. Denn so schlecht ist
trotz etlicher industrieller
Nahrungsmittel bei normaler, abwechslungsreicher Ernährung die Versorgung mit Vitaminen
und Mineralstoffen nicht.
Ein Zuviel kann dagegen
schwere Schäden anrichten.

Vitaminpräparate: Oft zuviel
des Guten. Foto: fotolia.com · Pixelot

So kann eine Überdosis
von Vitamin A Leber und
Nieren schädigen. In Studien wurde zudem bei Rauchern eine Erhöhung des
Lungenkrebsrisikos festgestellt. Empfehlenswerter ist
der Griff zu Obst und Gemüse, das Beta-Carotin enthält.
Hier reguliert der Körper
selbst die Vitaminumwandlung. Zuviel Vitamin E
beeinflusst die Wirkung
von Blutgerinnungsmitteln

und kann offenbar das Diabetes-Risiko steigern. Wer
hochdosiertes Vitamin C
über einen längeren Zeitraum einnimmt, neigt möglicherweise zu Nierensteinen. Den Tagesbedarf decken zwei frisch gepresste
Orangen oder 100 Gramm
Brokkoli. Insgesamt sollten
die Vitamin- und Mineralstoffpräparate sparsam
eingesetzt werden, die empfohlene Tagesdosis nicht
überschritten werden. Nur
wer sehr selten an die Sonne
kommt, könnte sich mit der
Einnahme von Vitamin D
behelfen.
EUROPÄISCHES ERBE
Seit dem 17. August 2015
gilt die neue EU-Erbrechtsverordnung. Sie ist für alle
diejenigen wichtig, die sich
längere Zeit des Jahres im
Ausland aufhalten. Denn
jetzt ist nicht die Nationalität entscheidend dafür,
welches Erbrecht gilt. Hat
sich der Erblasser beispielsweise überwiegend in
Spanien aufgehalten, wird
für das gesamte Erbe, also
auch den Besitz in Deutschland, das spanische Erbrecht angewandt.
„In der Vergangenheit
kam es vor, dass sich Gerichte aus verschiedenen
Ländern mit ein und demselben Erbfall befassen mussten.Jetzt ist von vorneherein
klar, welches Recht angewendet wird“, sagt Karolina
Wojtal, Juristin beim Eu-

ropäischen
Verbraucherschutzzentrum
Deutschland. Wer als Erblasser eine
andere Regelung will, sollte
in seinem Testament eine
klare Regelung treffen und
sich durch einen Notar oder
Rechtsanwalt beraten lassen.
Neu ist auch das Europäische Nachlasszeugnis.
Hiermit können Erben und
Nachlassverwalter überall in
der EU leichter ihre Rechtsstellung nachweisen, denn
es ähnelt dem Erbschein.
An der EU-Erbrechtsverordnung beteiligen sich 25
Mitglied staaten. Nur für
Dänemark, Großbritannien
und Irland gelten die neuen
Regelungen nicht.
ALLTAG IM GRIFF
Bei der Stiftung Warentest arbeitete Jutta Hertlein über Jahrzehnte als
Redakteurin, im Berliner
Abgeordnetenhaus war sie
einige Jahre verbraucherpolitische Sprecherin der

Berliner Preisrätsel
WAAGERECHT
Ä = AE

6
7

Effektiv
Kanadischer
Nationalbaum

9 Muttis Liebling
10 Zupackendes
Mitmachen
11 Uneins
13 Chemisches Element

SPD-Fraktion. Jetzt hat
sie auf 48 Seiten ihre verbraucherpolitischen Erfahrungen unter dem Titel
„Alltag im Griff “ veröffentlicht.
Ein Grundgedanke zieht
sich durch alle Kapitel: der
vernünftige, umweltschonende Umgang mit Ressourcen. Das gilt auch für die
Ressourcen Zeit und Geld.
Mit einer Bestandsaufnahme der Fixkosten lassen sich
Einsparpotentiale erkennen,
es gibt Tipps zu Vorsorge
und Versicherungen, aber
auch praktische Hinweise,
mit denen sich Ausgaben
vermeiden lassen. Erläutert
werden Grundprinzipien
der Zeiteinteilung, es gibt
jenseits von Geschmacksfragen
Einrichtungstipps
für eine praktische Küche
oder die funktionale Beleuchtung. Ein eigener Abschnitt ist dem Thema Essen gewidmet, der Lagerung
von Speisen ebenso wie
dem Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdaten. Gesundheitstipps und Hinweise auf
günstige Freizeitangebote
runden die Broschüre ab.
Manches klingt simpel,
aber immer sind die Tipps
hilfreich. Die Zusammenstellung gibt einen vielseitigen und einfachen Überblick über alles, was mit der
Haushaltsführung zusammenhängt.
Die Broschüre kostet 4,- €
zzgl. 1,- € Versandkosten. Zu
bestellen ist sie per E-Mail
unter hertag_25@web.de.

Wer sich besser gegen Einbruch schützen will, kann dafür ZuFoto: fotolia.com · Gina Sander
schüsse vom Staat beantragen.

SCHUTZ VOR EINBRUCH
Der Einbau von Alarmanlagen, sicheren Türen und
Fenstern sowie Gittern
zum Schutz gegen Einbrecher wird vom Staat mit
Zuschüssen von insgesamt
30 Millionen Euro gefördert.
Darauf weist die Bundestagsabgeordnete Eva Högl
(SPD) hin. Künftig werden
20 Prozent der Investitionen
bezuschusst, maximal bis zu
1500 Euro pro Auftrag. Das
Mindestvolumen der Investitionen liegt bei 500 Euro.
Die Statistik zeigt: Sicherheitstechnik an Häusern und Wohnungen kann
Wohnungseinbrüche verhindern. Daher werden
Hauseigentümer und Mieter künftig bei solchen Investitionen unterstützt.

Die Zuschüsse für Investitionen in einbruchsichere
Türen, Schlösser oder Fenster aus dem neuen Förderprogramm „Kriminalprävention durch Einbruchsicherung“ können zusätzlich
zu der steuerlichen Absetzbarkeit der Handwerkerleistungen in Anspruch genommen werden. Eva Högl:
„2014 scheiterten rund 40
Prozent der Wohnungseinbrüche wegen geeigneter
Sicherheitstechnik.“
RAT FÜR JUNGE
ERWACHSENE MIT KREBS
Sie sind zwischen 18 und
39 Jahren – junge Menschen mitten im Leben,
mit Träumen und Zielen.
Dann kommt der Krebs
und alles bekommt ein
Fragezeichen.

ZU GEWINNEN: BÜCHER ZUR BERLINER GESCHICHTE

mit dem Elementsymbol Bi
15 Regsam und wendig
17 Faserpflanze für die
Teppichproduktion

18 Markenzeichen
19 Hauptstadt der
Zentralafrikanischen
Republik
20 Unbezahlte, aber
dringend nötige
Tätigkeit
23 Vermerk
26 Saugwurm, der
gerne Blut leckt
27 Chinesisches
Zockerparadies
28 Injektionsbehälter

22 Gesichtszug
24 Dativ und Akkusativ
von ihr
25 Volk in Südostasien

SENKRECHT

Bitte schicken Sie dieses
Lösungswort auf einer
Postkarte bis zum
30. Oktober 2015
per Post an das
Berliner Stadtblatt
Müllerstraße 163
13353 Berlin
oder per E-Mail an raetsel@
berliner-stadtblatt.de

Ä = AE

1
2
3
4
5
6
8
12
14

16
17
21

Ehrenamtlich
und unbezahlt
Verbotene
„Wunder“-Faser
Giftiger Dunst
Fahrradteil, in das das
Rad eingehängt ist
Regelwerk in Technik
und Gesellschaft
Kanton in der Schweiz
Namentliche
Erwähnung
Durch sie musste
Landvogt Gessler
kommen
Element, das bei
Beleuchtung eine
elektrische Spannung
erzeugt
Grüner Star (med.)
Flotte Schneeklamotte
Gibt der Arzt,
nimmt der Apotheker

In die richtige Reihenfolge
gebracht ergeben die rot
umkreisten Buchstaben eine
soziale Eigenschaft, die
viele Berliner zu Hilfsbereitschaft und Engagement
beflügelt und antreibt.

DIE GEWINNE
Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir
zehn Bücher zur Geschichte
der Stadt.
DAS LÖSUNGSWORT
aus der letzten Ausgabe
des Stadtblatts war:
STRANDKORB
Die Gewinnerinnen und
Gewinner wurden per Post
benachrichtigt.

Junge Erwachsene fallen
oft durchs Raster. Sie haben besondere Fragen: Wie
weiter mit der Ausbildung?
Was ist mit meinem Kinderwunsch? Geht das mit
Krebs? Die Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs
will aufklären und helfen.
So werden Forschungsprojekte gefördert, in der Öffentlichkeit über das Thema
aufgeklärt – und bald soll
ein Beratungsportal freigeschaltet werden.
Mehr Informationen unter:
www.junge-erwachsenemit-krebs.de

IMPRESSUM
Berliner Stadtblatt
Wissenswertes aus Berlin und den Bezirken
und Berlin-Beilage (Seiten 3 bis 6) zu den
Bezirksausgaben in Mitte, CharlottenburgWilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg,
Treptow-Köpenick
Herausgeber:
SPD-Landesverband Berlin
Landesgeschäftsführer Dennis Buchner
(V.i.S.d.P.), Müllerstr. 163, 13353 Berlin
Redaktion der Landesseiten:
Ulrich Horb (CvD), Gunter Lange,
Ulrich Rosenbaum, Josephine Steffen
Rätselerstellung: Ulrich Schulte Döinghaus
Grafik: Hans Kegel
Druck: Henke Pressedruck, Berlin

Berliner Stadtblatt

C HA R LO T T E N BU RG - W I L M E R SD OR F

7

„Paradies Bundesplatz-Expedition in die Zukunft“
Werkstatt mit Straßenfest am 11. Oktober 2015 auf dem Bundesplatz
Während meiner Wilmersdorfer Sommergespräche
sprach ich mit Wolfgang Severin, Vorsitzender der Initiative Bundesplatz und wollte
wissen, was es Neues gibt.
Vor der Sommerpause begleitete mich Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel
zu einem Platzrundgang mit
der Initiative, dem eine städtebauliche Diskussion folgte.
Senator Geisel sagte an dem
Abend zu, den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
und die Initiative im bundesweiten Wettbewerb Zu-

kunftsstadt zu unterstützen.
Er machte jetzt sein Versprechen wahr und übernimmt die Schirmherrschaft
für die Raumwerkstatt am
Bundesplatz, dem zentralen
und wichtigsten Event des
Wettbewerbs.
Unter dem Titel „Paradies Bundesplatz-Expedition in die Zukunft“ findet
die Werkstatt am Sonntag,
11.10.2015, 12.00–18.00 Uhr,
auf dem Bundesplatz statt,
die der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, die Initiative Bundesplatz und die

Wissenschaftspartner CMS
und C.E.U.D. gemeinsam
veranstalten.
Anwohnende, städtebaulich interessierte BürgerInnen, Parteien und gesellschaftliche Initiativen sind
eingeladen, eine Vision für
den Bundesplatz und die
umliegenden Quartiere zu
entwerfen. Der Stadtraum
Bundesplatz und Bundesallee soll an diesem Sonntag
in ein Labor für nachhaltige
Mobilität und Stadtentwicklung verwandelt werden.
Temporäre
Stilllegungen

Foto: F. Guschmann

Im Mai führte ich mit Senator Andreas Geisel und vielen Mitgliedern der Initiative Bundesplatz
einen Rundgang vor Ort durch

von Straßen, sollen die normalerweise für FußgängerInnen und Radfahrende
nicht oder nur schwer zugänglichen Räume durch
Aktionen im Straßenraum
erlebbar gemacht werden,
etwa durch Abbau von Barrieren oder Markierung von
Flächen.
„Die Schirmherrschaft von
Senator Geisel ist eine besondere Anerkennung für
die erfolgreiche Teilnahme
der Initiative Bundesplatz am
bundesweiten Wettbewerb.
Ich werde am 11. Oktober
meinen Beitrag leisten und
eine „Vision Bundesplatz
2030“ mit entwickeln helfen,
damit aus dem einseitig von
Autoverkehr und Lärm dominierten Ort ein nachhaltiger und lebenswerter Raum
wird“, so Franziska Becker,
direkt gewählte Abgeordnete
in Wilmersdorf.
„Wir wollen den Blick auf
den Platz schärfen und die
Probleme des hochgradig
belasteten Verkehrsraums
ebenso wie seine Potentiale
als attraktivem Lebensraum
herausarbeiten“, so die Initiatoren. „Wir sperren eine
Spange und die Fläche unter
der A100, um den Raum für
neue Aktivitäten zu öffnen“.
Besuchende werden auf
spielerische Art an Themen
wie nachhaltiger Städtebau,
neue Verkehrsformen oder

alternative Formen der Mobilität herangeführt. Weiter
lädt das Schaufenster E-Mobilität zum Ausprobieren
von Pedelecs und ein Zukunftsforum zum Diskutieren ein. Umrahmt wird die

Veranstaltung von einem
Straßenfest mit einer Sportund Spielstraße für Kinder,
einem Open-Air-Kino unter
der A100 und einem Street
Food Markt.
FB

Franziska Becker: Für Sie aktiv im Wahlkreis
„Politik&Biographie“ neue Reihe mit Berliner
Zeitzeugen 1945-1989
Mo., 5.10.2015, 19.00 Uhr:
Walter Momper liest aus
seinem Buch „Berlin, nun
freue dich! Mein Herbst
1989“ (Das Neue Berlin,
2014).
Fr., 11.12.2015, 19.00 Uhr:
Horst Bosetzky (-ky) ist
Zeitzeuge für das Berlin
in den ersten Nachkriegsjahren, der Zeit, in der Lebensmittelkarten, Schwarzmarkt und „Kohleklau“
zum Alltag gehörten.
Bosetzkys Bücher „Brennholz für Kartoffelschalen“
(dtv, 1997) und „Razzia“
(Jaron, 2013, Kappes 20.
Fall) sollen Grundlage
der Erinnerungen für den
Abend sein.
Im Anschluss an die Lesungen kann diskutiert und
das Buch durch den Autor
signiert werden.

Mehr Infos unter:
www.becker2011.de
Anmeldung:
franziska.becker@spd.
parlament-berlin.de
Tel.: 01575-438 70 74
Veranstaltungsort:
Wahlkreisbüro
Franziska Becker
Fechnerstraße 6a
10717 Berlin
Öffnungszeiten
Wahlkreisbüro
(während dieser Zeiten nehmen wir Ihre Sachspenden
für die Flüchtlinge entgegen
Mo. 10.00–17.00 Uhr
Di. 10.00–14.00 Uhr
Mi. 14.00–18.00 Uhr
Fr. 10.00–14.00 Uhr
Sprechstunden:
Wahlkreisbüro: Mittwoch,
30.09.2015, 18.00–19.00 Uhr
im Bundesplatz-Kino (jeder
3. Freitag im Monat): Freitag,
16.10.2015, 15.00–16.00 Uhr

"LUJWF/BDICBSTDIBGUJOFJOFSXBDITFOEFO4UBEUHFTUBMUFO
Ķ‡tt-t)-ÀtJ-{š-7¤ŠĊŸtJŸt)ÀmšȰՊ-YĶš)šš-Ym»-tšŠ-tŽ{ŠJ-t7¤ŠÎ-J-JtŸtJ-t
Ein neuer Ort für nachbarschaftliche Begegnung ist
das interkulturelle Stadtteilzentrum Divan e.V. in
der Nehringstrasse 8, 14059
Berlin.
Der ehemalige Seniorenclub in den Räumlichkeiten
des jetzigen interkulturellen Stadtteilzentrums Divan
wurde durch einen einstimmigen Beschluss im Sozialausschusses des Bezirks und
auch mit großer Unterstützung der BVV an den Träger
Divan e.V, übergeben, mit
der Auflage die Angebote
des Seniorenclubs weiterzuführen und die Einrichtung in ein interkulturelles
Stadtteilzentrum zu überführen. Mit Divan e.V. hat
ein Verein die Trägerschaft
übernommen, der schon
Jahre im Klausenerplatz –
Kiez aktiv ist. Geleitet wird
das Zentrum von Cem Gömüsay, einem echten KiezKind, und Bilgin Lutzke,
der Vorsitzenden des interkulturellen Nachbarschaftzentrums Divan e. V. Das
Stadtteilzentrum hat alle
bisherigen Angebote für den
Seniorenclub übernommen.
Neben weiteren eigenen
Angeboten plant nun Divan
e.V. für den Herbst MSAVorbereitungskurse für Jugendliche und Konversati-

onskurse für Flüchtlinge.
Flüchtlinge.
Demnächst soll ein monatmonatliches Kiez-Café für Flüchtlinge im Stadtteilzentrum
Stadtteilzentrum
stattfinden. Hierfür werden
werden
gesucht,
die
noch Freiwillige
Freiwillige
gesucht,
sichsich
imimStadtteilzentrum
die
Stadtteilzentrum
direkt oder unter stadtteilstadtteilzentrum@divan-berlin.de
melden können. Die StadtStadtdurch
die
teilzentren werden
werden
durch
Sozialverwaltung
aus dem
die
Sozialverwaltung
aus
Infrastrukturprogramm
dem
Infrastrukturprogramm
Stadtteilzentren gefördert.
Stadtteilzentren
gefördert.
Unser Bezirk
Bezirk hat
hat nun
nun zwei
drei
Unser
neue Stadtteilzentren,
Stadtteilzentren,
neue
eins in
in
Charlottenburg Nord, und
im
Charlottenburg-Nord
Grunewald
und im Klauseeins
im Klausenerplatz-Kiez.

nerplatz
-Kiez. Als
Als
Sprecherin
fürSprecheSeniocherinund
für Seniorenund SorenSozialpolitik
der
zialpolitik der SPD-Fraktion
SPD-Fraktion
begrüße ich
begrüßefließenden
ich diesenÜbergang
fließendiesen
den Übergang
und die interund
die interkulturelle
Öffkulturelle
der Nachnung
der Öffnung
Nachbarschaftsarbarschaftsarbeit.
Das
Haus am
beit.
Das Haus am
Lietzensee
Lietzensee
nach Angaben
wird
nach wird
Angaben
aus dem
aus dem Bezirksamt
Bezirksamt
weiterhin weiterfür die
hin für die NachbarschaftsNachbarschaftsarbeit
zur
arbeit zur Verfügung
Verfügung
stehen. Einstehen.
neues
Ein neuesist
Konzept
ist in Arbeit.
Konzept
in Arbeit.
Auch im Lietzenseepark
wird das nachbarschaftliche
Zusammenleben gestärkt.
Hier wurden am 14. September der ParkHaus-Initiative die Schlüssel zum

Parkwächterhäuschen vom
Stadtrat Marc Schulte und
im Beisein vieler Gäste feierlich übergeben. Die Initi-

zur Verfügung stellen. Informationen zu dieser Initiative finden Sie unter:
www.parkhaus-lietzensee.de
ÜR

Termine im Kiezbüro von Ülker Radziwill
Brunch für
interessierte Frauen
Am 3. Oktober lade ich Sie
herzlich um 11.00 Uhr in
mein Wahlkreisbüro zum
Frauenbruch ein.
Im Gespräch mit der Landesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen in der
SPD (AsF) Eva Högl, MdB,
möchte ich mit Ihnen über
die Situation von Frauen in
„Ost“ und „West“ seit der
Wende diskutieren.
Öffnungszeiten Kiezbüro
Friedbergstr. 36
14057 Berlin
Mo & Di 10.00–16.00 Uhr
und Do 13.30–18.30 Uhr
Sprechstunden in
meinem Kiezbüro:
14.10.2015
von 16.30–18.00 Uhr oder
nach Vereinbarung.

Ülker Radziwill lädt in ihr Wahlkreisbüro zu verschiedenen
Veranstaltungen und Sprechstunden

ative möchte das Haus renovieren und neben einem
Cafe auch Räume zur nachbarschaftlichen Begegnung

Im interkulturellen Nachbarschaftszentrum Divan e. V.
Nehringstr. 26
14059 Berlin
18.09.2015
von 14.00–15.30 Uhr
19.10.2015
von 16.00–17.30 Uhr
Anmeldung für
Sprechstunden:
Tel.: 030-96604818 während
der Öffnungszeiten, oder
kiezbüro@uelker-radziwill.de
Wenn sie sich auch in der
Flüchtlingsarbeit engagieren wollen, können Sie das
Kontaktformular auf der
Webseite von charlottenburg-hilft.de ausfüllen. Sie
werden bei Bedarf kontaktiert. Spenden können während der Öffnungszeiten abgegeben werden.
Dankeschön für Ihre Unterstützung!

Weitere Veranstaltungshinweise
Finanzsenator KollatzAhnen im Kiezbüro
Gerne lade ich Sie zum
Gespräch mit dem Finanzsenator
Matthias
Kollatz-Ahnen in mein
Kiezbüro zum Thema „Die
finanzielle
Perspektive
Berlins“ am Montag, den
12. Oktober ab 19.00 Uhr
ins Kiezbüro, Friedbergstr.
36, 14057 Berlin, ein.
Veranstaltung zum
NSA-Skandal
Zum Gespräch lade ich
Sie auch am Mittwoch,
den 14. Oktober um 19.00
Uhr mit dem Sprecher der
SPD-Bundestagsfraktion
im NSA-Untersuchungsausschuss Christian Fliesek, MdB, in mein Kiezbüro, Friedbergstr. 36,
14057 Berlin, ein.

8

C HA R LO T T E N BU RG - W I L M E R SD OR F

Naumann meint:
Wi l l k o m m e n s k u l tu r
und Solidarität!
Fast 11 Jahre war das Rathaus Wilmersdorf mein
Arbeitsplatz. Es ist berührend zu erleben, dass
es inzwischen 750 Flüchtlingen ein Dach über dem
Kopf bietet. Seit Anfang
September sind zwei große Landessporthallen am
Glockenturm mit 1.100
Menschen belegt. Ohne
die schnelle Unterstützung des Gesundheitsamtes und der für den Zivilschutz verantwortlichen
Tag und Nacht arbeitenden Beschäftigten unseres
Bezirkes und der Landesbehörden wäre dies nicht
gelungen. Vor allem aber
ist den beauftragten Trägern und Hilfsdiensten
samt Bundeswehr und
den zahlreichen Ehrenamtlichen zu danken, die
überall tatkräftig helfen.

Berliner Stadtblatt

Geld für die soziale Infrastruktur des Bezirks
SPD-Fraktion setzt sozialen Akzent für den Bezirksdoppelhaushalt 2016/2017
Im September hat die
BVV mit den Stimmen der
rot-grünen Mehrheit den
Bezirksdoppelhaushalt für
2016/2017
beschlossen.
Wie üblich ist das Geld, das
den Bezirken zugewiesen
wird, knapp und lässt keine
großen Sprünge zu.
Trotzdem ist es uns – nach
dem Spardikdat der vergangenen Jahre – gelungen,
vor dem Hintergrund der
„Wachsenden Stadt“ endlich
wieder Akzente zu setzen:
Die Abteilung Stadtentwicklung wird personell
verstärkt, um soziale Erhaltungssatzungen (Milieuschutz) verwirklichen zu
können. Ebenso wird der
Bezirksbürgermeister eine
Stellenverstärkung erhalten,
damit ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept für
das Städtebauförderungsge-

biet Charlottenburg-Nord
erarbeitet werden kann. Für
die Bürgerbeteiligung bei
Planungsverfahren wird in

Zukunft mehr Geld zur Verfügung stehen als bisher.
Den sozialdemokratischen
Bezirksamtsmitgliedern und

Foto: fotolia/yetishooter

Beschlossene Sache: Bezirkshaushalt 2016/2017 setzt klare soziale Akzente in für Charlottenburg-Wilmersdorf.

Ihr
Reinhard Naumann
Bezirksbürgermeister

Archiv der sozialen Demokratie, Bonn

Es ist wunderbar, wie engagiert, solidarisch und
menschlich
zugewandt
Charlottenburg-Wilmersdorf diese Willkommenskultur lebt – Tag für Tag.
Bald kommen Kälte und
Schnee. Deswegen müssen alle von der Odyssee
ihrer Flucht geschwächte Menschen ein Dach
überm Kopf haben. Und
ich beziehe ausdrücklich
„unsere“
Obdachlosen
mit ein. Hier darf es keine
Verdrängung geben. Niemand darf dann draußen
leben müssen.
Die Spendenbereitschaft
ist unverändert groß. Und
weiter erforderlich, denn
jetzt wird warme Kleidung
benötigt. Und auch Geld,
zum Beispiel für die medizinische Erstversorgung.
Denn einen Zugang zum
Gesundheitswesen gibt es
erst nach der Registrierung, die oft zu lange auf
sich warten lässt. Mit der
Entlastung von Moabit
durch den neuen Standort
Bundesallee wird das hoffentlich schneller gehen.
Ich danke allen Spenderinnen und Spendern, die
mit kreativen Ideen oder
bei einem glücklichen
Anlass ihre Solidarität für
Menschen in Not zeigen.
Und es ist schön zu erleben, wie dies nicht allein
die Empfangenden, sondern auch die Gebenden
glücklich macht.

Wilhelm Leuschner:
Kampf für die Einheit
der Gewerkschaften!

werde ich gehängt, schafft die
Einheit!“ Leuschners Vermächtnis sollte nach 1945
mit der Gründung des DGB
als eines überparteilichen
und
überkonfessionellen
Einheitsgewerkschaftsbundes in Erfüllung gehen. YC

Ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge in Charlottenburg-Wilmersdorf
Fortsetzung des Artikels von Seite 1
Die BVV und das Bezirksamt
von
Charlottenburg-Wilmersdorf haben
die Flüchtlinge parteiübergreifend willkommen geheißen. Sie setzen sich in
vielfacher Weise für das
Gelingen der Aufnahme
der Flüchtlinge ein – denn

es fehlt an Wohnraum, Kitaund Schulplätzen und an
Personal. Die Bezirkspolitik
wird dabei von einem beispiellosen Engagement der
Bürgerinnen und Bürger
unterstützt. Wer sich ebenfalls engagieren möchte, findet auf der Webseite unseres

Holger Wuttig
Vorsitzender der SPDFraktion Charlottenburg-Wilmersdorf
Mehr Infos unter:
www.spd-fraktion-cw.de
info@spd-fraktion-cw.de

Weitere Verbesserungen für sozial Schwache

Vor 125 Jahren wurde der Sozialdemokrat, Gewerkschafter und
Widerstandskämpfer Wilhelm Leuschner (1890-1944) geboren.
Die Verschwörer vom 20. Juli
sahen für Leuschner, als herausragenden Vertreter der
Arbeiterbewegung, das Amt
des Vizekanzlers in einer Regierung nach Hitler vor.
Als die Gestapo Leuschner nach dem gescheiterten
Attentat in seiner Wohnung
in der Charlottenburger Bismarckstr. 84 verhaften wollte, gelang es seiner Frau die
Beamten abzulenken. Leuschner konnte fliehen und
zunächst noch untertauchen. Jedoch wurde er wenige Tage später in der Wilmersdorfer Straße verhaftet.
Am 9. September 1944
wurde er durch den „Volksgerichtshof “ zum Tode verurteilt und zwanzig Tage
später in Berlin-Plötzensee
hingerichtet. Am Tag vor der
Hinrichtung sprach Leuschner zu Gewerkschaftsfreunden im Gefängnis: „Morgen

wir dem Wunsch des Kinder- und Jugendparlamentes
nach, in diesem Sozialraum
künftig wieder ein Angebot
für Kinder und Jugendliche
realisieren zu können.
Weiterhin haben wir
durchsetzen können, dass
die Freien Träger in der Jugendarbeit und in der Obdachlosenhilfe mehr Geld
bekommen, damit sie die Tariferhöhungen an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
weiterreichen können, ohne
dass Angebotsstunden gekürzt werden müssen.

Wohngelderhöhung!

„Schafft die Einheit“
Nachdem das Attentat auf
Hitler vom 20. Juli 1944 gescheitert war, nahm das Regime blutige Rache. Auch
Wilhelm Leuschner geriet
ins Visier der Gestapo.
Vor 1933 war er stellvertretender Bundesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes
(ADGB). Mehrfach hatten
die Nationalsozialisten ihn
inhaftiert und ins Konzentrationslager gesperrt. Seinen
Widerstand gegen die Diktatur konnten sie hierdurch
nicht brechen.
Sein Ziel war, die Trennung und Schwächung der
Gewerkschaften durch konkurrierende freie, christliche
und kommunistische Organisationen, wie es sie noch in
der Weimarer Republik gab,
für eine Zukunft nach Hitler
zu überwinden. Sein Ziel war
die Einheitsgewerkschaft.

der SPD-Fraktion ist gelungen, Mittel für ein Jugendfreizeitheim in Westend bereitzustellen. Damit kommen

Bezirks unter www.berlin.de/
ba-charlottenburg-wilmersdorf/ Informationen dazu,
wo und welche Hilfe gebraucht wird.
Bilder von brennenden
Flüchtlingsunterkünften in
ganz Deutschland zeigen
uns, dass die bei uns im
Bezirk gepflegte Willkommenskultur keine Selbstverständlichkeit ist. Die
Bundesregierung hat zu
Recht darauf hingewiesen,
dass das Grundgesetz keine quantitative Begrenzung
des Asylrechts kennt. Es
liegen also noch viele Anstrengungen vor uns – für
Foto: I. Herrmann
die Flüchtlinge und gegen
Die Kinder haben auf ihrer Flucht viel Schlimmes erlebt, was sie, braune Dummheit und GeBA
wie hier im Rathaus Wilmersdorf, in Bildern verarbeiten können. walt.

Nach der Mietpreisbremse
hat die Koalition auf Initiative der SPD eine weitere soziale Verbesserung im Mietenbereich beschlossen: Die
Erhöhung des Wohngeldes.
Das hilft einkommensschwachen Bürgern und trägt dazu
bei, die soziale Mischung der
Städte zu erhalten.
Konkret wird das Wohngeld an die Mieten und Einkommensentwicklung angepasst. Künftig werden die
Warmmieten statt der Kaltmieten berücksichtigt. Hiervon profitieren rund 870.000
Haushalte. Demnächst erhalten mehr Menschen und
auch die jeweils Einzelnen
deutlich mehr Wohngeld.
Das ist wichtig, da wir wissen, dass vor allem in Ballungsräumen wie Berlin die
Mieter durch steigende Mieten und knapper werdenden

Wohnraum unter finanziellen Druck geraten. Durch
die regionale Staffelung steigt
das Wohngeld stärker in Gebieten mit überdurchschnittlichen Mietsteigerungen, also
entsprechend auch in Berlin.
Darüber hinaus haben wir
bei den Gesetzesberatungen erreicht, dass die Höhe
des Wohngeldes künftig alle
zwei Jahre zu überprüfen
ist. Das wird regelmäßige
Anpassungen an steigende
Mieten erleichtern. Wie die
Mietpreisbremse löst dieses
Gesetz alleine nicht alle Probleme. Doch mit diesen Maßnahmen und mit dem Bau
neuer preiswerter Wohnungen kommen wir Schritt für
Schritt voran zu einem sozial
gerechten Wohnungsmarkt.
Swen Schulz, MdB, Mitglied
im Haushaltsausschuss

Rechtsberatung
Unterstützung im Alltag
Die SPD CharlottenburgWilmersdorf setzt sich nicht
nur abstrakt für Ihre Rechte
ein. Auf Bitten der Abgeordneten Franziska Becker und
der SPD-Abteilung Wilmersdorf-Nord bieten schon über
ein Jahr drei Rechts- und
Fachanwälte kostenlose Erstberatungen für Verbraucher,
Mieter und Arbeitnehmer
an. Der nächste Termin findet am 14.10.2015, 17.30
Uhr, Nikolsburger Platz 6,
10715 Berlin statt. Im Charlottenburger Norden wird

das Angebot auf Initiative
des Abgeordneten Fréderic
Verrycken ergänzt. Dort findet die kostenfreie Beratung
durch einen Rechtsanwalt
jeden 1. Dienstag im Monat
um 17.00 Uhr im Kiezbüro
statt (Tauroggener Straße 45,
10589 Berlin). Die nächsten
Termine sind am 6. Oktober,
3. November und 1. Dezember 2015. Einschätzungen zu
Fragen des Sozialrecht, Arbeitsrecht, Zivilrecht und Familienrechts stehen dort im
Mittelpunkt.

In dieser Ausgabe schreiben für Sie:
Bassem Al Abed (BA), Franziska Becker, MdA (FB), Carolina Böhm (CB),
Robert Drewnicki (RD), Frank Jahnke, MdA (FJ), Bezirksbürgermeister
Reinhard Naummann (RN), Ülker Radziwill, MdA (ÜR), Swen Schulz,
MdB (SwS), Fréderic Verrycken, MdA (FV), Holger Wuttig (HW), Chefredaktion: Robert Drewnicki
Impressum: Herausgeber: SPD Charlottenburg-Wilmersdorf,
Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin, V.i.S.d.P.: Robert Drewnicki,
Druck: Henke Pressedruck GmbH & Co. KG
Kontakt zur Bezirksredaktion: presse@spd-citywest.de
Foto Michael Müller: Marco Urban
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.