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Periodical volume

Full text: Berliner Stadtblatt Issue 2014,1 Mai

Berliner
NAH DRAN

NBURG-WI CHARLOTTE

LMERSDORF
Mehr über die Kandidatin, die Europa verändert hat.
Seite 5

Stadtblatt

NAH DRAN:

W I S S E N S W E R T E S AU S B E R L I N U N D D E M B E Z I R K C H A R L O T T E N B U R G -W I L M E R S D O R F · AU S G A B E M A I 2 014

Sylvia-Yvonne Kaufmann, SPD-Kandidatin für das Europäische Parlament Europa sei weit weg, heißt es oft. Aber stimmt das? Ich meine: Nein. Europa ist hier! Unser Berlin ist eine europäische Metropole, weltoffen, wunderbar lebendig. Jeden Tag aufs Neue, für Gäste wie für Menschen, die hier zu Hause sind. Überall ist Europa zu entdecken, an Straßen, Plätzen oder Gebäuden. Viele große und kleine Projekte können sich dank EUFördermitteln entwickeln. Und der Fall der Berliner Mauer vor 25 Jahren verlieh unserer Stadt, unserem Land und dem vereinten Europa einen gewaltigen Schub. Doch unser Europa ist noch nicht zukunftsfähig. Es muss dringend verändert werden, damit alle Menschen in der Europäischen Union hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können. Es geht um mehr Demokratie, weniger Bürokratie. Soziale Gerechtigkeit und neue Chancen für gute Arbeit und faire Löhne. In diesem Sinne will ich meine Heimatstadt im Europaparlament mit ganzer Kraft vertreten. Dafür werbe ich um Ihr Vertrauen.

Tempelhofer Feld: Eine Freifläche größer als das Fürstentum Monaco bleibt auch bei einer behutsamen Randbebauung erhalten. Sitzbänke und einige wenige schattenspendende Bäume sollen, wenn der Gesetzentwurf 2 eine Mehrheit findet, dafür sorgen, dass auch ältere Besucherinnen und Besucher oder Familien die Wiese zur Erholung nutzen können. Foto: Horb / Montage: Kegel

Ein Kreuz für Wohnraum
Volksentscheid: Gesetzentwurf 2 steht für den Interessenausgleich in der Großstadt - Tempelhofer Feld bietet Raum für Freizeit und bezahlbaren Neubau
Sattes Grün, soweit das Auge reicht, davor Radlerinnen und Radler, Drachensportler, Skater. Ein Bild, das sich nicht ändern wird - auch wenn an den Rändern des Tempelhofer Feldes Wohnungen entstehen. Neue bezahlbare Wohnungen helfen der ganzen Stadt, können den Mietanstieg bremsen. Deshalb werben Sozialverbände, Gewerkschaften, Landessportbund und Unternehmer gemeinsam für ein Gesetz, das die Randbebauung in Tempelhof ermöglicht. Beim Volksentscheid am 25. Mai steht es als zweites zur Abstimmung. „Die Wohlfahrtsverbände spüren über ihre Sozialberatungsstellen und Schuldnerberatungen, wie angespannt der Wohnungsmarkt für Haushalte mit geringen bis durchschnittlichen Einkommen inzwischen ist“, sagt Martin Matz, Vorsitzender der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Berlin. Der Wohnungsbau müsse in Tempelhof eine Chance bekommen. Die große Freifläche in Tempelhof bleibt erhalten, wird gesetzlich geschützt. Privatisiert wird nichts. Städtische Unternehmen und Genossenschaften sollen am Rand kostengünstig bauen. Eine Schule und Kitaplätze werden gebraucht, kleine Läden. „Am Tempelhofer Feld bietet sich die Möglichkeit, stadtverträgliches Gewerbe im Einklang mit Wohn- und Erholungsflächen zu etablieren“, so Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin. 50.000 Menschen zogen allein im vergangenen Jahr nach Berlin. Ihnen hilft der Hinweis der Bebauungsgegner nicht, es gebe anderswo genug Freiflächen. Denn konkret werden solche Hinweise nie. Mietpreise von 6 bis 8 Euro, wie sie bei mindestens der Hälfte der Wohnungen am Tempelhofer Damm geplant sind, werden als zu teuer kritisiert. Kein Neubau aber würde Mieten auf Dauer noch teurer machen. „Wohnen, Arbeiten, Sport und Erholung muss auf dem Tempelhofer Feld möglich sein“, findet Radsportler Robert Bartko. Er wirbt für Zustimmung zum Gesetzentwurf 2, den das Abgeordnetenhaus mit den Stimmen von SPD und CDU beschlossen hat. Dafür wirbt auch der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß: „Nein zum ersten Gesetzentwurf, Ja zum zweiten“, sagt er im Interview mit dem Berliner Stadtblatt. Es gehe nicht an, „dass da eine Minderheit diese riesige Freifläche allein für sich beansprucht“, weil sie Kite-Surfen wolle. Schon einmal hatte sich Berlin für die Öffnung Tempelhofs entschieden – damals gegen die Privatflieger.
Mehr zum Thema auf S. 3

IN DIESER AUSGABE

SOZIALES EUROPA

DGB-Vorstandsmitglied Reiner Hoff mann warnt vor populistischen Splitterparteien im EU-Parlament. Seite 2

DIE WAFFEN NIEDER

Das Antikriegsmuseum im Wedding zeigt die Folgen von Kriegen. Seite 4

RÄTSEL

Interessante Preise zu gewinnen. Seite 6

BÜRGERNAH

Abgeordnete öff nen ihre Büros. Seite 7

NATURNAH

Kleingärten sichern. Seite 7

LEBENSNAH

Ein besonderes Frauenprojekt. Seite 8

Willkommenskultur 50 Jahre Europa Center
Charlottenburg-Wilmersdorf bietet Flüchtlingen ein Zuhause
Zwei neue Flüchtlingseinrichtungen sind in Charlottenburg-Wilmersdorf eröffnet worden. Im letzten Jahr war es die Notunterkunft in der Soorstraße und zu Neujahr die Notunterkunft am Kaiserdamm. Darüber hinaus ist der Mietvertrag mit dem Flüchtlingsheim in der Rognitzstraße verlängert worden. Diese befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der neu eröffneten BMW-Niederlassung am Kaiserdamm. Die gute Nachbarschaft ist ein Beweis mehr für die Vielfalt der City-West, in der wirtschaftliche Entwicklung und humanitäre Flüchtlingspolitik in unmittelbarer Nachbarschaft vereinbar sind. Diese gute Nachbarschaft ist wichtig. Denn Flüchtlinge haben oft traumatische Erfahrungen hinter sich, fliehen vor Kriegen oder politischer Verfolgung, haben oft Familienangehörige und Freunde verloren. Viele haben auch eine binneneuropäische Odyssee hinter sich. Hier angekommen suchen sie eine Lebensperspektive. Mehr auf Seite 8.

Vor 50 Jahren war Baubeginn für ein neues Wahrzeichen West-Berlins mit dem Mercedesstern auf dem Dach
Wo bis zu seiner Zerstörung im 2. Weltkrieg Berlins legendärer Künstlertreff, das Romanische Café, stand, drehten sich vor 50 Jahren die Baukräne: Vis-a-vis zur Gedächtniskirche entstand von 1963-1965 das EuropaCenter. Den Namen „Europa-Center“ wählte der Bauherr Karl H. Pepper, weil er von der Idee eines geeinten Europas fasziniert war. Die Architekten Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg errichteten eines der ersten Shopping-Center Deutsch-

Prägt die City-West: Das Hochhaus mit dem Stern.

Foto: Horb

lands mit einer Mischung aus Gewerbe, Unterhaltung und Kultur. Das 22-stöckige Haupt-

gebäude war zudem eines der ersten Bürohochhäuser in Berlin überhaupt. Mehr auf Seite 8.

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MEINUNG

Berliner!Stadtblatt

GUT FÜR BERLIN

„Kurswechsel für ein soziales Europa“
Im Stadtblatt-Interview: Reiner Hoffmann, Kandidat für den DGB-Vorsitz
REINER HOFFMANN, 58,
kandidiert auf dem DGBKongress in Berlin für das Amt des Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Er absolvierte seine Berufsausbildung bei den Farbwerken Hoechst, studierte über den zweiten Bildungsweg Wirtschaftswissenschaften, arbeitete bei der Hans-Böckler-Stiftung, bevor er als Direktor des Europäischen Gewerkschaftsinstituts nach Brüssel ging. Er wurde 2003 stellvertretender Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaf tsbundes. Von 2009 bis 2013 war er Landesbezirksleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie in Nordrhein-Westfalen und gehört seit Februar 2014 dem DGB-Vorstand an. Er ist seit 1972 SPDMitglied.

Der Senat verzichtet auf die Ausschüttungen aus den Bilanzgewinnen der Berliner Wasserbetriebe (BWB) für die Jahre 2012 bis 2015. In diesem und im kommenden Jahr macht das jeweils 26,5 Mio. Euro jährlich aus. Damit können die Berliner Wasserbetriebe die Absenkung der Trinkwasserpreise für die Jahre 2012 und 2013 endgültig umsetzen.

WASSERPREIS

LANDESHAUSHALT Berlin hat bereits im vergangenen Jahr keine neuen Schulden mehr aufgenommen. Ursprünglich war eine Nettokreditaufnahme von 485 Mio. Euro eingeplant, tatsächlich aber schloss der Landeshaushalt mit einem Überschuss von 476 Mio. Euro ab, von dem der größte Teil in die Schuldentilgung floss. LANGZEITARBEITSLOSE
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles stockt die Mittel für die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit auf. Insgesamt sollen sie in den kommenden 4 Jahren um 1,4 Mrd. Euro erhöht werden. Für 2014 ist dies ein Mehr von 325 Mio. Euro. Allein für das Jobcenter Neukölln bedeutet das in diesem Jahr eine Erhöhung der Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik um rund 2.84 Mio. Euro.

Jüngst haben 50 000 Gewerkschafter gegen die EUKommission und für ein soziales Europa demonstriert. Was läuft falsch in Brüssel? In der EU sind die Wachstumsraten zu niedrig und die Arbeitslosenquoten zu hoch, vor allem für die jüngere Generation. Die verordnete Sparpolitik für die Krisenländer vermehrt die Armut und verhindert wirtschaftliche Gesundung. Deshalb fordern die Gewerkschaften in Europa von der EU-Kommission einen Kurswechsel. Dazu hat der DGB einen Marshallplan für ein Konjunktur-, Investitions- und Aufbauprogramm für Europa entwickelt, das Krisen überwinden hilft. Worauf kommt es nun bei der Wahl zum Europäischen Parlament an?

Ein friedvolles, soziales Europa braucht ein handlungsfähiges Parlament, keine populistischen Splitterparteien, die mit Diskriminierung, Ausgrenzung und Rückschritten zum Nationalismus auf Stimmenfang gehen. Wir brauchen ein Parlament, das Zukunftsprojekte anpackt, und die Arbeit der Kommission auf ihre sozialen Konsequenzen überprüft, um Nachteile für die Bürger abzuwehren. Wir brauchen im Europäischen Parlament eine Politik, die sich der unsozialen Spaltung unserer Gesellschaft widersetzt. Das ist der Kurswechsel, den wir meinen. Ist Deutschland dabei ein Vorbild? Deutschland hat sicher

eine starke Position in der EU. Die Große Koalition hat in den ersten Monaten mehr zustande gebracht, als die schwarz-gelbe Koalition in vier Jahren. Mindestlohn und Rentenpaket gehen in die richtige Richtung, auch wenn wir einige Details kritisieren. Ausnahmen beim gesetzlichen Mindestlohn darf es nicht geben. Die Koalition muss sich in dieser Legislaturperiode deutlich der Humanisierung der Arbeit zuwenden, denn die zunehmenden psychischen Erkrankungen haben zumeist ihre Ursachen in den Arbeitsbedingungen und in unsicheren Arbeitsverhältnissen. Zur Begrenzung von Werkvertragsarbeit und Leiharbeit brauchen Betriebs- und Personalräte wirkungsvollere Mitbestimmungsrechte. Interview: Gunter Lange Foto: DGB / S. M. Neumann

SO GESEHEN:

Karikatur: Erich Rauschenbach

BLICK AUF DIE BUNDESPOLITIK

SCHLECHT FÜR BERLIN
An drei Messpunkten in Berlin – an der Silbersteinstraße und an der Karl-MarxStraße in Neukölln sowie an der Frankfurter Allee in Friedrichshain – sind in den ersten vier Monaten bereits über 30 Tage gezählt worden, an denen die Feinstaubkonzentration die EURichtwerte überschritten hat. Insgesamt dürfen im Jahr die Messwerte nur an 35 Tagen höher liegen als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Als Hauptursache für den Feinstaub gilt der Autoverkehr.

Was ändert sich jetzt?
Mietpreisbremse, Rentenpaket und Mindestlohn: Die Gesetzesvorhaben der Bundesregierung
Es tut sich etwas: In den vergangenen Wochen hat die Bundesregierung viele neue Gesetze auf den Weg gebracht. Vor allem in Metropolen wie Berlin profitieren zahlreiche Bürgerinnen und Bürger. Beispiel Mietpreisbremse: Bei einem Mieterwechsel darf die neue Miete künftig höchstens zehn Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegen. Bisher wurde von den Nachmietern oft eine kräftige Erhöhung verlangt. Ausgenommen sind nur Erstvermietungen im Neubau, um den Wohnungsbau nicht zu bremsen. Wo die Regelung gilt, entscheiden die Bundesländer. Berlin hat bereits angekündigt, sie für die ganze Stadt umzusetzen. Beschlossen ist auch, dass Maklergebühren ab 2015 nicht mehr einfach auf die Mieter abgewälzt werden können. Hier gilt dann die einfache Regel: Wer bestellt, bezahlt. In den nächsten Monaten soll das Mietrecht weiter verändert werden, kündigte Bundesjustizminister Maas (SPD) an. Im Interesse der Mieter wird genauer defirifbindung. Auch für Langzeitarbeitslose, die in nicht-tarifgebundenen Unternehmen eine neue Arbeit aufnehmen, gilt ein halbes Jahr eine Sonderregelung. Sollte die Ausnahme missbraucht werden, werde sie wieder abgeschafft, kündigte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) an. Für langzeitarbeitslose Hartz-IV-Empfänger, die ganz ohne oder ohne geeigneten Berufsabschluss sind, wird es ein spezielles Förderprogramm geben. 30.000 Lange Arbeitstage im Bundestag: Die Große Koalition hat zahl- Plätze sind vorgesehen. Die Optionspflicht für in Foto: Horb reiche Gesetze auf den Weg gebracht. Deutschland geborene und niert, was eine „umfassende“ bzw. Väter, deren Kinder vor aufgewachsene Kinder wird oder eine „energetische“ Sa- 1992 geboren sind, sollen in abgeschafft. In der großen nierung ist. Prüfen will Maas Zukunft ein zweites Kinder- Mehrzahl der Fälle wird das zudem, ob Vermieter, die erziehungsjahr angerechnet Aufwachsen in Deutschland eine Wohnung sanieren oder bekommen. Verbessert wird von der Behörde anhand dämmen, die Miete wie bis- die Situation derer, die aus der Meldedaten mit wenig her dauerhaft erhöhen kön- gesundheitlichen Gründen Aufwand selbst festgestellt. nen oder nur so lange, bis die nicht mehr arbeiten können. Durch diese BeweislastumAb dem 1.1.2015 gilt ein kehr müssen die Betroffenen Kosten gedeckt sind. Als erstes größeres Geset- bundesweiter allgemein ver- nicht mitwirken. Nur in Auszesvorhaben der Großen Ko- bindlicher Mindestlohn. 4 nahmefällen werden sie von alition tritt zum 1. Juli 2014 Millionen Menschen pro- den Behörden angeschrieben. das Rentenpaket in Kraft. fitieren davon. Bis 1.1.2017 Der Vorschlag berücksichtigt Alle, die 45 Jahre lang Beiträ- sind Ausnahmen vom Min- internationale Lebensläufe ge gezahlt haben, können jetzt destlohn nur im Rahmen von und die europäische Freizwei Jahre früher abschlags- Tarifverträgen zulässig - ein zügigkeit. In Deutschland frei in Rente gehen. Mütter Anreiz für eine stärkere Ta- aufgewachsen ist, wer acht Jahre in Deutschland gelebt hat, sechs Jahre zur Schule ging oder einen Schul- oder Berufsabschluss hat. Eine im Gesetzesentwurf enthaltene Härtefallklausel sorgt für Gerechtigkeit im Einzelfall. Die doppelte Staatsbürgerschaft ist ein wesentlicher Schritt zu einem modernen Staatsbürgerschaftsrecht. U. H.

FEINSTAUB

IMPRESSUM
Herausgeber: SPD Landesverband Berlin, Müllerstraße 163, 13353 Berlin Chefredakteur: Mark Rackles (V.i.S.d.P.) Redaktion: Ulrich Horb (CvD), Gunter Lange, Ulrich Rosenbaum, Josephine Steffen Bezirksredaktion: Clarissa de Sielvie, Julian Zado (Mitte), Burkhard Hawemann, Kai Doering (Friedrichshain-Kreuzberg), Martina Krahl, Lucas Koppehl (Pankow), Robert Drewnicki (CharlottenburgWilmersdorf), Hans Kegel (Tempelhof-Schöneberg), Lisa Maren Bürger (Steglitz-Zehlendorf), Christopher King (Neukölln), Ralf Thies (Treptow-Köpenick), Enrico Stoelzel (Marzahn-Hellersdorf), Christian Paulus (Lichtenberg) Anschrift : Berliner Stadtblatt, Müllerstraße 163, 13353 Berlin, info@berliner-stadtblatt.de berliner-stadtblatt.de Grundlayout: Projektdesign Berlin Gestaltung: koko-berlin.de Anzeigen: Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft mbH, anzeigen@vorwaerts.de Druck: Henke Pressedruck GmbH & Co. KG Auflage: 412.500 Exemplare

WOHNUNGSVERKÄUFE

Rund 1.700 bundeseigene Wohnungen sollen in nächster Zeit von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Berlin verkauft werden. Eine verbilligte Abgabe an städtische Wohnungsunternehmen lehnt die Bima bislang ab. Das Land Berlin hat ein Interesse daran, den Wohnungsbestand bei städtischen Unternehmen wieder zu erhöhen, um den Mietanstieg zu dämpfen.

Berliner Stadtblatt

THEMA

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„NEIN zu 1 – JA zu 2“
Im Interview: Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß zum Volksentscheid über das Tempelhofer Feld
Berlin braucht Wohnungen – aber wo können die dringend nötigen Neubauten entstehen? Das „Stadtblatt“ sprach mit dem Vorsitzenden der Berliner SPD, Jan Stöß, über das Volksbegehren zum Tempelhofer Feld und die Kampagne zur Randbebauung des riesigen Areals mitten in der Innenstadt. Herr Stöß, Ihre Partei wirbt überall in der Stadt mit „Wohnungen statt Stillstand“. Was meinen Sie eigentlich damit? Uns es geht um das Tempelhofer Feld und darum, dass da eine Minderheit diese riesige Freifläche allein für sich beansprucht. Weil sie KiteSurfen wollen und da sogar Bäume stören würden, die Schatten spenden können. Bäume? Ja. Käme das Volksbegehren so durch, wie es die Initiative will, dann könnte auf dem inneren Feld nichts verändert werden. Absoluter Stillstand. Wir könnten tatsächlich nicht einmal Baumgruppen pflanzen oder Bänke für die weniger sportlichen Besucher aufstellen. Es wird behauptet, der SPDgeführte Senat wolle das ganze Areal bebauen? Das ist Unsinn. Wir wollen lediglich am Rand des Feldes Wohnungen bauen und zwar vor allem mit unseren landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Es geht darum, preiswerten Wohnraum auch mitten in der Stadt zu schaffen. Berlin braucht dringend Wohnungsneubau – und Wohnungen, die bezahlbar sind. Geht es nur um Wohnungen? Nein, nicht nur. Es werden dort Kindergärten, eine Schule, Radwege und vor allem auch Vereinssportplätze entstehen. Aber, und das ist das Wichtigste: In der Mitte wenn sie im Volksbegehren die Mehrheit bekommt. Sie reden von dem Stimmzettel? Genau. Zeitgleich mit der Europawahl rufen wir die Menschen am 25. Mai auf, für eine gute Zukunft dieser Stadt abzustimmen. Dafür, notwendige Veränderungen mit zu gestalten, statt sie einfach abzulehnen. Wir appellieren an alle, am 25. Mai zur Wahl zu gehen, für ein soziales Europa zu stimmen – also das Kreuz bei der SPD zumachen – und bei der Tempelhof-Abstimmung zum 2. Gesetzentwurf Ja zu sagen.
Jan Stöß, Landesvorsitzender der SPD Berlin
Foto: Ralf Höschele

des Feldes bleibt eine Freifläche erhalten, die größer ist als der Tiergarten. Eine Freifläche für alle – für die Sportlichen, aber eben auch für Spaziergänger, für Familien,

für Seniorinnen und Senioren. Politiker sagen viel. Moment mal. Das ist kein vages Versprechen. Im Gegen-

teil. Das Abgeordnetenhaus hat bereits mit der Mehrheit von SPD und CDU ein Gesetz vorgelegt, in dem genau das garantiert wird. Diese Variante 2 wird angenommen,

Man kann ja beiden Gesetzentwürfen zustimmen. Ich finde, entweder – oder. Die beiden Entwürfe widersprechen sich ja: Entweder Stillstand – oder eine vernünftige Nutzung des Feldes an den Rändern. Deshalb: NEIN zu 1 – JA zu 2.

Raum für Wohnen und Freizeit
Tempelhofer Feld: Randbebauung hilft Wohnungssuchenden
Fest steht: Das Gelände des Tempelhofer Feldes bleibt frei von privaten Investoren, die große Innenfläche von 230 Hektar wird nicht bebaut. Wenn der Volksentscheid den Weg frei macht für eine Bebauung, wollen zwei städtische Unternehmen und eine Genossenschaft am Tempelhofer Damm bis zu 1.700 Wohnungen bauen.

DER STIMMZETTEL WIR HABEN DA MAL ZWEI FRAGEN
Bisherige Volkentscheide, ob zum Religionsunterricht oder zum Stromnetz, hatten nur eine Fragestellung. Erstmals gibt es nun am 25. Mai in Berlin einen Volksentscheid, bei dem über gleich zwei Fragen abgestimmt werden muss. Bei beiden Fragen gibt es jeweils die Möglichkeit mit Ja und mit Nein zu stimmen. Die Fragen ähneln sich, denn beide Gesetzentwürfe wollen den großen Innenbereich des Tempelhofer Feldes vor jeglicher Bebauung schützen. Die erste Abstimmungsfrage gilt dem Gesetzentwurf der Initiative, die sich gegen jegliche Bebauung des Tempelhofer Feldes wendet. Wer Veränderungen zulassen will, muss hier mit Nein stimmen. Bei der zweiten Abstimmungsfrage geht es um den Gesetzentwurf des Berliner Abgeordnetenhauses. SPD und CDU hatten ihn eingebracht, um klarzustellen, dass eine behutsame Bebauung nur am Rande des Feldes erfolgen soll. Wer für eine Randbebauung eintritt, muss hier mit Ja stimmen. Angenommen ist eines der beiden Gesetze, wenn die Mehrheit der Abstimmenden und zugleich mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten – also rund 625.000 Berlinerinnen und Berliner – dafür stimmen.

Freie Parkfläche
Tempelhofer Damm 230 Hektar groß, für Sport, Freizeit und Erholung, mit neuen Fuß- und Radwegen, Naturschutz- und Ruhezonen, Bäumen, Sitzbänken, Sanitäranlagen sowie Informationen zur Historie des Tempelhofer Feldes Oderstraße

Mindestens die Hälfte der Wohnungen am Tempelhofer Damm wird zu Mieten von sechs bis acht Euro errichtet. Das ist möglich, weil städtische Gesellschaften auf landeseigenem Grund bauen können. Solche Möglichkeiten gibt es sonst in der Innenstadt nicht. Für die Bebauung an den Rändern gibt es einen Masterplan des Senats. Er wird im Rahmen von Wettbewerben

Südring

Sportpark

und Bürgerbeteiligung nach und nach konkretisiert. Festlegungen über die Architektur gibt es noch nicht. In den zwei weiteren Quartieren am Südring und an der Oderstraße steht die Planung erst am Anfang. Auf allen drei Baufeldern sollen insgesamt 4.700

Wohnungen gebaut werden, darunter auch Wohnraum für Studierende. Die Höhe der Gebäude sollen sich an die Umgebung anpassen. In der Planung sind zudem mehrere Kitas und eine Schule, in Neukölln sind Sportflächen vorgesehen.

Gewerbe soll es am Tempelhofer Damm nur direkt an der Straße in den unteren Etagen geben, um den Nahversorgungsbedarf zu decken. Am Südring, wo unmittelbar an der Stadtautobahn kein Wohnungsbau sinnvoll ist, ist mehr Gewerbe vorgesehen.

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BERLIN AKTUELL

Berliner !"#$"%&#""

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Die Bürgerinnen und Bürger der EU wählen zwischen dem 22. und 25. Mai zum achten Mal das Europäische Parlament. In der Bundesrepublik findet die Wahl am Sonntag, dem 25. Mai 2014 statt. Wahlberechtigt sind Deutsche und Angehörige der EU-Mitgliedsstaaten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens drei Monaten in der Bundesrepublik oder in den übrigen EU-Mitgliedstaaten eine Wohnung haben. Die Wahlbenachrichtigungen sind im April versandt worden. In Berlin sind 2.517.746 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt. Das sind knapp 45.000 Personen mehr als bei der Europawahl 2009.

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Mehr Kinder in Berlin und 10.000 neue Kitaplätze - Ausbaupläne bei Kitas weit übertroffen
Berlin setzt Maßstäbe bei der Kinderbetreuung: Im vergangenen Jahr sind rund 10.000 e neue Plätze geschaffen worden. Allein durch das Berliner Landesprogramm „Auf die Plätze, n Kitas, los!“ entstanden 2013 nach Angaben von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) 4818 neue Kindergarten-Plätze 6 in 161 Projekten freier und öffentlicher Kita-Träger. „Seit dem Start im Juli 2012 konnten im Rahmen des Landesprogramms über 6900 neue Kita-Plätze geschaffen werden“, sagt Sandra Scheeres. „Damit haben wir das ursprüngliche Ziel von insgesamt 3200 Plätzen um mehr als das Doppelte übertroffen.“ Die meisten neuen Plätze entstanden in den Bezirken Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Pankow. „Entgegen dem Bundestrend steigen die Kinderzahlen in Berlin stetig an“, stellt die Bildungssenatorin fest. „Es ziehen nicht nur viele te der Ein- bis Zweijährigen liegt bei 69 Prozent. Eine Quote, die Bildungssenatorin Sandra Scheeres eigentlich erst für das Jahr 2016 angestrebt hatte. Damit komme Berlin aber auch dem Ziel gerechter Bildungschancen für alle Kinder, unabhängig von Herkunft und sozialer Situation, immer näher. Das soll sich an der Schule nahtlos fortsetzen, so Bildungssenatorin Scheeres: „Gerade durch die Schulstrukturreform bietet Berlin allen Jugendlichen die Chance auf einen höchstmöglichen Abschluss. Ob auf dem Gymnasium oder auf der Sekundarschule: Wir müssen die Kinder so individuell wie möglich fördern, damit sie ihre Potentiale ausschöpfen können. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft haben wir 400 Kooperationen geschlossen, die dabei helfen, Schülerinnen und Schüler mit Betrieben in KonU.H. takt zu bringen.“

Bildungssenatorin Sandra Scheeres.

Foto: Frank Schulenberg

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Deutschland entsendet künftig 96 Abgeordnete ins Europaparlament. Auf dem Stimmzettel finden sich 24 Parteien. Die Reihenfolge richtet sich nach der Zahl der Stimmen, die sie 2009 erreicht haben. So findet sich die Sozialdemokratische Partei zum Beispiel auf Listenplatz 3. Die Parteien haben Bundeslisten aufgestellt.

Familien nach Berlin, sondern viele Familien werden hier auch gegründet. In einigen Bezirken geht der Trend schon zum Drittkind." Zudem besuchen anteilig immer mehr Kinder die Kitas, so die Bildungssenatorin. „Das sind beides sehr erfreuliche Entwicklungen, die aber zugleich auch ei-

ne Herausforderung für das Kita-System unserer Stadt darstellen. Deshalb ist der KitaAusbau in Berlin ein Schwerpunkt meiner Arbeit.“ Das 2012 zusätzlich zu den laufenden Bundesprogrammen gestartete Landesprogramm habe dem Ausbau deutlich mehr Rückenwind verschafft.

„Berlin löst den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ein. Damit das so bleibt, bauen wir auch in den kommenden Jahren weiter aus. Im aktuellen Doppelhaushalt stehen 18 Millionen Euro für unser Landesprogramm bereit“, sagt Sandra Scheeres Die aktuelle Betreuungsquo-

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Besucherrekord in den Berliner Museen: Die Ausstellungen von Technikmuseum, e Stadtmuseum, Schwulem Museum oder Berlinischer Galerie lockten im vergangenen Jahr rund 1,3 Millionen Menschen a an - das sind 100.000 mehr als im Jahr 2012. Sogar um 20 Prozent auf insgesamt 2.536.161 h stieg die Besucherzahl der Gedenkstätten. Stand im vergangenen Jahr die Machtübernahme der Nazis vor 80 Jahren im Mittelpunkt von Sonderausstellungne, ist es in diesem Jahr der 25. Jahrestag des Mauerfalls. „Es ist überlebenswichtig für eine freiheitliche Gesellschaft, dass auch nachwachsende Generationen verstehen, dass De-

Berliner Museen und Gedenkstätten mit Besucherrekord

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Passgenaue Beratung für Jugendliche
Der Einstieg ins Berufsleben soll für Jugendliche einfacher werden. Für passende individuelle Hilfe und Unterstützung wird ab 2015 eine Berliner Jugendberufsagentur sorgen.

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Die Wahllokale haben am Wahlsonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

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Mit der Wahlbenachrichtigungskarte können die B r i e f w a h l u nt e r l a g e n schriftlich angefordert werden. Der Wahlbrief muss spätestens am Wahltag um 18:00 Uhr eingehen. Die Briefwahl ist auch persönlich im Bezirkswahlamt möglich.

Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße: Die Besucherzahlen steigen. Foto: Horb

mokratie und Rechtstaat immer wieder von neuem verteidigt werden müssen und keine Selbstverständlichkeit sind“, so Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Deshalb setze das Land Berlin hier

auch Schwerpunkte. So halten u.a. die Gedenkstätte Hohenschönhausen, die Topografie des Terrors, das Haus der Wannseekonferenz und die Stiftung Berliner Mauer die ErBS innerung wach.

Mit ihrer Hilfe sollen Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahren über alle Angebote nach der Schulzeit informiert werden. „Wir verstehen sie als Signal für ein aufeinander abgestimmtes Übergangssystem aus einem Guss“,

sagt der stellvertretende DGBVorsitzende Christian Hossbach. Senat, Arbeitsagentur, Kammern und Gewerkschaften unterstützen das Projekt. Die bessere Verzahnung der Angebote soll auch dazu beitragen, die Jugendarbeitslosigkeit von derzeit 11,4 Prozent auf unter 10 Prozent zu senken. Arbeitssenatorin Dilek Kolat forderte die Arbeitgeber auf, mehr zukunftsfähige Ausbildungsplätze zur Verfügung zu BS stellen.

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Nach dem opulenten Bildband über Ost-Berlin hat der Elsengold-Verlag jetzt den Berlinerinnen und Berliner aus dem Westteil ein ebenso gewichtiges Werk gewidmet. Tausend Fotografien aus dem Bestand der dpa-Tochter Picture Alliance erzählen - geordnet in thematische Kapitel - von der spannenden Zeit zwischen 1945 und 1990. Die Bilder zeigen den Wiederaufbau der zerstörten Stadt, Hamsterfahrten, Notbeleuchtung während der Blockade und in den Gesichtern Durchhaltewillen. Die Fotografen blicken in enge Küchen mit Kohleöfen, treffen Ausflügler beim Baden am Humboldthain. Die Alliierten haben ihren festen Platz in der Stadt. Das Wirtschaftswunder wirkt auch im Westteil Berlins, auf den Laufstegen ist neue Mode zu sehen, Charlottenburg entwickelt sich zur modernen City der Halbstadt, aber selbst Ende der

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Jubel und Hurra-Patriotismus begleitete den Weltkriegsbeginn vor hundert Jahn ren. Die Schrecken dieses Krieges wurden erst Jahre später öffentlich sichtbar - in Ernst r Friedrichs Berliner Antikriegsmuseum in der Parochialstraße. Der Pazifist Ernst Friedrich hatte in den 20er Jahren in Berlin das Buch „Krieg dem Kriege“ veröffentlicht. 1925 eröffnete er sein Museum, das in zahlreichen Bildern die Verwundungen und Verstümmelungen der Soldaten zeigte und von Grausamkeiten und Tod berichtete. Seine Ausstellung war eine einzige Anklage gegen den Krieg. 1933 zerstörte die SA das Museum, Ernst Friedrich wurde inhaftiert. Ende 1933 ging er in die Emigration.

Tommy Spree setzt die Arbeit Ernst Friedrichs im Antikriegsmuseum fort
suchergruppen vermittelt Tommy Spree dort unten anschaulich, was Kriege auch für die Zivilbevölkerung bedeuten. „Vieles, was hier ausgestellt wird, haben Nachbarn mitgebracht“, sagt Tommy Spree. Darunter etwa ein „Gas-Bettchen“, in dem Säuglinge im 2. Weltkrieg vor Gasangriffen geschützt werden sollten. Eine Karte im Antikriegsmuseum zeigt die aktuellen Konflikte auf der Welt, im Nebenraum stellen Bildtafeln eine Auswahl jener Persönlichkeiten vor, die sich für Frieden und Abrüstung einsetzten. „Junge Menschen sollen aus den Fehlern und Kriegen der älteren Generationen lernen“, sagt Tommy Spree. Das Antikriegsmuseum soll dazu einen U.H. Beitrag leisten.

Der Fotoband mit 1000 Aufnahmen ist im Elsengold-Verlag erschienen und kostet 49,95 Euro. siebziger Jahre finden die Fotografen noch einen Milchbauern in einem bröckeligen Hinterhof. In vielen Bildern wird die Enge der eingemauerten Stadt sichtbar, in der die verschiedensten Lebenswelten und -entwürfe aufeinanderprallen. Große Momente der Berliner Nachkriegsgeschichte stehen neben ganz persönlichen Begegnungen. Der Band ist ein fotografisches Geschichtsbuch und sicher für viele ein Erinnerungsalbum. U.H.

Tommy Spree in den Räumen des Antikriegsmuseums in der Brüsseler Straße 21. Geöffnet ist täglich 16 - 20 Uhr, auch sonn- und feiertags. Der Eintritt ist frei. Foto: Horb

Sein Enkel Tommy Spree hat Berlin das Museum seines Großvaters zurückgegeben. 1982, 15 Jahre nach dem Tod des Gründers Ernst Friedrichs, öffnete es zunächst in einem Keller in der Kreuzberger Stresemannstraße. Seither wuchs die Ausstellung ständig weiter,

unterstützt von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Heute ist sie in einem Laden in der Weddinger Brüsseler Straße 21 zu finden. Eine kleine Treppe führt vom Ausstellungsraum in den Keller, der im 2. Weltkrieg Schutz vor Luftangriffen bieten sollte. Be-

Berliner Stadtblatt

E U R O PA

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Europäerin mit Überzeugungskraft
Europa hat Sylvia-Yvonne Kaufmann verändert – und sie hat Europa verändert
Es geht um Europa. Anderthalb Stunden lang. SylviaYvonne Kaufmann ist an diesem Abend in Neukölln. Man sitzt im schmucklosen Vorraum einer Turnhalle auf dem Campus Rütli, einem Projekt, das mit EU-Fördermitteln zu einer Modellschule für den Bezirk wurde. Aus dem Publikum kommen Fragen. Viele Fragen. Sylvia-Yvonne Kaufmann hat Antworten. Und manchmal ist Europa auch einfach zu erklären. Zum Beispiel mit der langen Zeit des Friedens, die aus der Partnerschaft der europäischen Staaten entstanden ist. Mit der Förderung sozialer Projekte im Kiez durch EU-Gelder. Oder mit ganz praktischen Vorteilen für die Bürgerinnen und Bürger wie dem Wegfall von Umtauschgebühren bei Währungen oder niedrigeren Roaming-Gebühren beim Telefonieren. Manchmal ist es auch schwieriger. Denn Europa ist noch lange nicht vollkommen. „Nur als demokratisches Gemeinwesen, das die Bürgerinnen und Bürger mitgestalten und über dessen Geschicke sie mitentscheiden, wird die Europäische Union dauerhaft zukunftsfähig sein“, sagt Sylvia-Yvonne Kaufmann. „Ihr“ Europa soll sozialer und demokratischer werden. gen aufgehoben. Von 1993 bis 2000 war sie stellvertretende Vorsitzende der PDS. Damals und in den Jahren danach kämpfte sie im Europäischen Parlament erfolgreich für eine demokratische Verfassung und mehr Bürgerbeteiligung. Zum Teil allerdings gegen den heftigen Widerstand der eigenen Partei, die sich aus ideologischen Gründen wie wahltaktischen Überlegungen europaskeptisch verhält. Eine „europapolitische Geisterfahrt“ nennt sie das in ihrer Austrittserklärung. Zur Politik kam SylviaYvonne Kaufmann auf Umwegen, in der Wendezeit, als alles in Bewegung war – und sie etwas bewegen konnte. Geboren 1955, verbrachte sie die ersten Kindheitsjahre in Mitte. Als 1961 die Mauer gebaut wurde, war sie in Peking. „Mein Vater war im DDRAußenhandel tätig, er hat Textilien aller Art aus China importiert“, erinnert sie sich. Eingeschult wurde sie in um sie bemüht.“ Europa ist der Sozialdemokratin zu wichtig, als es von Populisten zerreden zu lassen. Das EUParlament dürfe nicht zum Spielfeld von Kleinstparteien werden, die die schwierigen Einigungsprozesse weiter behindern. Es braucht ernsthaftes Engagement, Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft. Neun Jahre hat es zum Beispiel bis zum Inkrafttreten der EU-Grundrechtecharta gedauert. Der Artikel 23 stammt aus der Feder von Sylvia-Yvonne Kaufmann: „Die Gleichheit von Frauen und Männern ist in allen Bereichen, einschließlich der Beschäftigung, der Arbeit und des Arbeitsentgelts, sicherzustellen. Der Grundsatz der Gleichheit steht der Beibehaltung oder der Einführung spezifischer Vergünstigungen für das unterrepräsentierte Geschlecht nicht entgegen.“ Millionen Menschen können sich heute darauf berufen. Oder ihre Meinung über eine Europäischen Bürgerinitiative einbringen, wie zuletzt gegen die Wasserprivatisierung. Ein Instrument, für das die Europapolitikerin lange gekämpft hat.

Sylvia-Yvonne Kaufmann (rechts) unterwegs im Wahlkampf

Foto: Horb

der DDR-Botschaftsschule, sie blieb in den sechziger Jahren dort, allerdings mit Unterbrechungen: „Während der Kulturrevolution wuchsen die Spannungen zwischen China und der Sowjetunion, das Personal in den Botschaften und

Handelsvertretungen wurde reduziert und auch die Kinder nach Hause geschickt.“ Massendemonstrationen, innerparteiliche Säuberungen und die Jagd auf Menschen bestimmten den Alltag in China. Der geplante Wechsel an die sowjetische Botschaftsschule war nicht mehr möglich, den erweiterten Russisch-Unterricht gab es nun wieder in Berlin, in der Hans-Coppi-Schule in Karlshorst, getrennt von den Eltern, die sie in den Sommerferien in Peking besuchte.

Systeme im Vergleich
Dieser frühe Einblick in die unterschiedlichen politischen Systeme hat ihr neue Sichtweisen eröffnet. „Ich bin mit politischen Konflikten und Debatten groß geworden.“ Der Ost-West-Konflikt steht für sie dabei nicht im Vordergrund, spielt aber privat eine Rolle: „Meine Großmutter lebte in West-Berlin, als Kind konnte ich sie nie besuchen.“ Bei den Weltjugendfestspielen 1973 staunt sie fassungslos über westdeutsche Studenten, die das chinesische System verherrlichten. „Wovon redet ihr da, dachte ich damals.“ 1973 nimmt sie ihr Studium der Japanologie auf, ganz pragmatisch: Für Sinologie hätte sie ein Jahr warten müssen. 1976 tritt sie in die SED ein, im Vergleich zum Moskauer und Pekinger System

„Nah dran“
Im Sommer vergangenen Jahres wurde sie auf einem Landesparteitag der Berliner SPD als Spitzenkandidatin für die Europawahl aufgestellt. Seither ist sie auf ungezählten Veranstaltungen unterwegs. Auf größeren Bühnen, auf Festveranstaltungen, in kleinen Gesprächsrunden. Oder auf der Straße, in Einkaufszonen, an SPD-Ständen. Sie geht auf die Menschen zu. „Nah dran“ steht auf ihren Wahlplakaten und Flyern. Ihre Stärke bei all den Begegnungen heißt: Überzeugung. Für die tritt sie ein, auch wenn es schwierig wird. Das hat sie 2009 in die SPD geführt. Hier fühlt sie sich mit ihren Ideen und Überzeugun-

erscheint ihr das DDR-Modell freier, obwohl die Risse sichtbar werden. Die BiermannAusbürgerung wird im Studenten- und Freundeskreis ganz offen kritisiert, auch von ihr. „Meine Eltern hatten mir früh auf den Weg gegeben, über den Tellerrand zu schauen, mir eine eigene Meinung zu bilden.“ Die ist gefragt, als das erstarrte DDR-System 1989 am Ende ist. Sylvia-Yvonne Kaufmann will Verantwortung für den Neuaufbau übernehmen. 1990 zieht sie für die PDS als Abgeordnete in die DDRVolkskammer ein, vertritt ihre Fraktion im Europarat, wird Mitglied des Deutschen Bundestages. Als Abgeordnete mit Beobachterstatus nimmt sie von 1991 bis 1994 an den Beratungen des Europäischen Parlaments teil und sieht die Chancen, die Europa bietet. Von 1999 bis 2009 ist sie Mitglied des Europäischen Parlaments, wo sie intensiv die Verfassungsdebatte begleitet, und ist 2004 bis 2007 dessen Vizepräsidentin. Jetzt will sie für die SPD ins Parlament zurückkehren.

Kurswechsel nötig
Es ist schwer, die Interessen der 500 Millionen Menschen in den 28 EU-Ländern zusammenzuführen. Europa dürfe keine neoliberale Freihandelszone werden, es braucht eine soziale Balance, sagt die SPDKandidatin. „Überwindung der Finanzmarktkrise, Sicherung des Euro und soziale Gerechtigkeit in Europa – das sind Kernfragen der kommenden Jahre. Daher sind grundlegende Veränderungen notwendig. Ein Kurswechsel hin zu Wachstum und Beschäftigung, ein gezielter Einsatz von Investitionen in den sozial- und umweltverträglichen Umbau der europäischen Volkswirtschaften ist erforderlich.“ Im Campus Rütli in Neukölln hat sie an diesem Abend die Menschen überzeugt. Mit nicht immer einfachen Antworten. Auch das geht. UH

Noch viel zu tun
„Die Einigung Europas ist weder vollendet noch unumkehrbar“, warnt SylviaYvonne Kaufmann. „Sie ist nur von Dauer, wenn man sich immer wieder aufs Neue

1962: Sylvia-Yvonne Kaufmann als Kind in einem Pekinger Foto: privat Tempel mit einem Mönch.

MARTIN SCHULZ TOUR
Montag, 19. Mai 2014 · 18-21 Uhr

19. MAI 2014
18 - 21 UHR

MONTAG

Berlin-Mitte · Alexanderplatz

ALEXANDERPLATZ
BERLIN-MITTE

MARTIN SCHULZ AUF DEM ALEX

SYLVIA-YVONNE KAUFMANN FRANK-WALTER STEINMEIER KLAUS WOWEREIT JAN STÖß

neu MUSIK: LASTREL UND CITY Europa Wowereitdenken. Kaufmann Stenmeier
Martin Schulz Sylvia-Yvonne Klaus

Frank-Walter

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S E RV I C E – R ÄT S E L

Berliner!Stadtblatt

Gut zu wissen ...
Unser Stadtblatt-Service: Mehr Sicherheit im Internet - Besserer Schutz für Mieterinnen und Mieter bei Umwandlung - Vorsicht bei Kosmetika

jeweils der erste Buchstabe eines Wortes benutzt wird. www.bsi-fuer-buerger.de Mieterschutz. Eigenbedarf gehört zu den häufigsten Kündigungsgründen von Vermietern. In Berlin genießen die Bewohnerinnen und Bewohner von Mietwohnungen, die in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, jedoch einen erweiterten Schutz: Sie können nach einem Verkauf der Wohnung zehn Jahre lang nicht wegen Eigenbedarf des Käufers gekündigt werden. Eine frühere Regelung, die nur für sieben Jahre und nur in sechs Bezirken galt, ist im vergangenen Jahr von Stadtentwicklungssenator Michael Müller ausgeweitet worden. In allen anderen Fällen lohnt sich die Überprüfung der Kündigung bei einer Mieterberatung. Denn der Vermieter muss vernünftige und nachvollziehbare Gründe nennen, warum er oder eine begünstigte Person die Wohnung beziehen wollen. Gesundheit. Als Einwickelfolie ist Aluminium in vielen Küchen vorrätig.

Passwörter bleiben im Internet leider oft nicht geheim.

Foto: koko-berlin.de

Sicherheit im Internet. Mehr als drei Viertel aller Deutschen nutzen das Internet, im Schnitt verfügt jede Nutzerin und jeder Nutzer über drei Mailadressen. Schon zweimal innerhalb kurzer Zeit wurden jetzt von der Polizei mehrere Millionen Mail-Adressen inklusive der dazugehörigen Passwörter

sichergestellt, die aus Datendiebstählen stammen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat die betroffenen Nutzer entweder direkt informiert oder eine Abfragemöglichkeit eingerichtet. Sicherheitsexperten empfehlen dringend, unterschiedliche Passwörter für alle Websites mit Anmeldefunkti-

on zu nutzen, damit Hacker, die in den Besitz eines Zugangs gekommen sind, die Passwörter nicht auch anderweitig einsetzen können. Zudem wird ein regelmäßiger Wechsel der Passwörter empfohlen. Um einen Diebstahl von Zugangsdaten auf dem eigenen Rechner zu verhindern, ist eine aktuelle Virensoftware nötig.

Verdächtige Mailanhänge oder von Unbekannten zugesandte Links zu Internetseiten sollten nicht geöffnet werden. Passwörter sollten mindestens zwölf Zeichen enthalten, darunter gemischt Klein- und Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Als Merkhilfe für Passwörter können ganze Sätze dienen, von denen

Das Metall, das in höherer Dosierung von Gesundheitsexperten als Risiko eingeschätzt wird, gelangt aber auch über Lebensmittel in den Körper. Es kann in Kohl, Getreide oder Hülsenfrüchten vorkommen, in Schokolade oder Lebensmittelfarbstoffen enthalten sein oder als Abrieb aus Kaffeekapseln in das Getränk gelangen. In Form von Aluminiumchlorhydraten ist es in vielen Deodorants enthalten, da es die Hautporen zusammenzieht und so die Schweißbildung unterbindet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält zwar die natürliche Aufnahme über Lebensmittel für tolerabel, warnt aber vor dem zusätzlichen Einsatz der Deos: Bereits bei einmaliger täglicher Benutzung aluminiumhaltiger Antitranspirantien könnte die wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge (TWI) von 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht ausgeschöpft werden, so das Institut. Da auch die Entstehung von Brustkrebs nicht ausgeschlossen werden kann, mahnen die Experten zur Vorsicht. U. H.

Berliner Preisrätsel
ZU GEWINNEN:

3 x 2 Karten für das Weddinger Primetime-Theater
20 Labsal für die Ohren (nicht immer) 22 Kleidung (engl.) 24 Macht oder Kraft, die auf die Natur und den Menschen einwirkt 25 Größte Eulenart 26 Eigene Identität 27 Europas Thema Nummer 1 30 Längster Fluss Italiens 31 Anspannungsphase des Herzens 34 Götter(?)gatte 35 Azubi oder Azubiene 36 Klanglich SENKRECHT 1 Narrenwährung 2 Äußeres Erscheinungsbild 4 Bleigewicht, fällt senkrecht 5 Einst hieß der Club Wismut, heute Erzgebirge 6 Weidenkorb mit Tragegeschirr 7 Wenn kein Blatt dazwischen passt, wird‘s ... 8 Abscheu zeigen 9 Nordeuropäisches Hirschtier 13 Einer der erfolgreichsten Leichtathleten der Sportgeschichte 15 Energieträger 16 Herausragender Sportstar 19 Geradewegs nach unten 20 Er schrieb die Buddenbrooks mit 26 21 Berliner Kandidatin fürs Europaparlament 23 Sittsam, tugendhaft 25 Chronometer 26 Umzingelt von Wasser 27 Ringförmiges Korallenriff 28 Stacheliges Säugetier 29 In Berlin gibt es auch einen deutschen und einen französischen 30 Andenstaat 32 Unbestimmter männlicher Artikel 34 Österreichische Fluglinie

WAAGERECHT 1 EU-Parlamentspräsident und Kommissionskandidat 4 Sie treibt den Kuchen an 10 Welträumlich 11 Vollzieht gerade eine Wende 12 Ganz 14 Stadtteil von Hagen / Westf. 16 Vorfahr in grauer Vorzeit 17 Mal gefährlich, mal lecker. Immer kalt 18 Aus welcher Richtung?

Bilderrätsel
WO STEHT DIESER TURM? Hier drehte sich bis vor einigen Jahren alles um die Sicherheit. Heute schaut der weiße, gut 71 Meter hohe Turm, der 1982 entstand, etwas verlassen hinter einem großen, dunklen Gebäude hervor. Wie heißt das Gelände, an dessen Rand sich der Turm befindet? Das Berliner Stadtblatt verlost unter den richtigen Einsendungen zum Bilderrätsel drei mal zwei Karten für die Vagantenbühne. Das Theater hatte jetzt großen Erfolg mit dem Stück „Hurra! 1914“, das den HurraPatriotismus vor 100 Jahren bloßstellt. Im Juni wieder auf dem Spielplan: „Shakespeares Sämtliche Werke“ in 110 Minuten. Einsendeschluss ist der 27. Mai 2014 (per Post an das Berliner Stadtblatt, Müllerstraße 163, 13353 Berlin oder per E-Mail an raetsel@berliner-stadtblatt.de).

DIE GEWINNE In die richtige Reihenfolge gebracht ergeben die rot umkreisten Buchstaben eine europäische Institution, die am 25. Mai zur Wahl steht und in der die Menschen aus Kiruna in Schweden ebenso vertreten sind wie die Bürger von Kreta. Bitte schicken Sie das Lösungswort auf einer Postkarte bis zum 27.5. 2014 per Post an das Berliner Stadtblatt, Müllerstr. 163, 13353 Berlin oder per E-Mail an raetsel@berliner-stadtblatt.de. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir drei mal zwei Karten für das Weddinger Primetime-Theater, das in diesen Tagen die 91. Folge von „Gutes Wedding, Schlechtes Wedding“ aufführt und danach die 92. Folge auf dem Spielplan hat.

RÄTSEL-LÖSUNGEN UNSERER AUSGABE DEZEMBER 2013 Lösung des Kreuzworträtsels: SILVESTER. Lösung des Bilderrätsels: Unser Foto zeigte einen Ausschnitt aus dem TURM DES RATHAUSES SCHÖNEBERG, dem früheren Arbeitsplatz Willy Brandts. Die Gewinner wurden schriftlich benachrichtigt. Wir danken allen Leserinnen und Lesern für die Einsendungen.

Berliner Stadtblatt

CHARLOT TENBURG - WILMERSD ORF

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Vier neue Wahlkreisbüros für Sie
Seit Frühjahr 2014 können die Berliner Abgeordneten Walkreisbüros eröffnen. Damit bringen sie die Berliner Politik in die Kieze und sind für die Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort ansprechbar. Für die vier SPD-Abgeordneten aus Charlottenburg-Wilmersdorf war es sofort klar, dass sie davon Gebrauch machen wollen. Denn die Devise nah dran an den Bürgerinnen und Bürgern ist für sie ein l selbstverständlicher Anspruch politischer Arbeit. Hier stellen die vier Abgeordneten kurz ihre neuen Wahlkreisbüros vor. Wahlkreisbüro von Franziska Becker Ich musste nicht überlegen, ob ich der eindeutigen Botschaft unserer Parlamentsreform „Hin zur Bürgerin und zum Bürger“ nachkommen soll. Volksnähe im Kopf, auf Tuchfühlung mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort, verbunden mit einem Wissen, was läuft im Wahlkreis, hatte ich rasch den idealen Standort für das Wahlkreisbüro gefunden. Seit dem 1. März 2014 bin ich Mieterin in der Fechnerstraße 6a mitten im Wilmersdorfer Wahlkreis, den ich 2011 direkt für das Abgeordnetenhaus von Berlin gewonnen hatte. Während der Öffnungszeiten Mo. 10-18 Uhr, Die. 10-14 Uhr und Mi. 10-13 Uhr stehen wir Ihnen für Ihre Anliegen zur Seite. Wahlkreisbüro von Frank Jahnke Mein Wahlkreisbüro für die City-West ist in der Goethestr. 15 schon seit einiger Zeit eine feste Institution im Kiez. Denn bis 2013 nutzte ich es gemeinsam mit der langjährigen Bundestagsabgeordneten von Charlottenburg-Wilmersdorf, Petra Merkel (SPD), die es ebenfalls für ihre Wahlkreisarbeit nutzte und dort auch bereits kulturelle Veranstaltungen durchführte. Am 10. Mai werde ich die Veranstaltungstätigkeit mit einem großen Eröffnungsfest wieder aufnehmen und intensivieren. Während der Öffnungszei-

Die vier Charlottenburg-Wilmersdorfer SPD-Abgeordneten beziehen ihre neuen Bürgerbüros in den Wahlkreisen
der Tauroggener Str. 45, 10589 Berlin. Das Kiezbüro soll Ihre zentrale Anlaufstelle im Charlottenburger Kiez sein, wenn Sie mit Ihren Ideen und Sorgen mit der Politik in Kontakt treten wollen. Neben regelmäßigen Bürgersprechstunden finden sie im Kiezbüro verschiedene Publikationen und Informationsmaterialien. Als besonderen Service wird es ab April 2014 einmal im Monat eine kostenfreie Rechtsberatung geben. Des Weiteren biete ich regelmäßig allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zusammen mit Franziska Becker, MdA einen Besuch im Abgeordnetenhaus von Berlin an. Während der Öffnungszeiten Die. 14-17 Uhr und Do. 912 Uhr, den Bürgersprechstunden jeweils Mo. 17.30-18.30 Uhr und der kostenlosen Rechtsberatung jeden 1. Dienstag im Monat von 17-18 Uhr stehen wir Ihnen für Ihre Anliegen zur Seite. Weitere Informationen zu den Bürgersprechstunden finden Sie im Infokasten auf dieser Seite.

Der SPD-Kreisvorsitzende und Staatssekretär für Umwelt und Verkehr Christian Gaebler mit den Charlottenburg-Wilmersdorfer SPD-Abgeordneten Ülker Radziwill, Fréderic Verrycken, Franziska Becker und Frank Jahnke (v. l. n. r.)

ten Mo.-Mi. und Fr. von 12-17 Uhr und Do. von 15-18 Uhr stehen wir Ihnen für Ihre Anliegen zur Seite. Wahlkreisbüro von Ülker Radziwill Mein neues Wahlkreisbüro (Wahlkreis Klausenerplatz,

rund um den Lietzensee bis zum Adenauerplatz) wird im Sommer eröffnet. Alle Details rund um das neue Wahlkreisbüro finden Sie auf meiner Internetseite unter www.uelker-radziwill.de. Bis zur Eröffnung finden meine Bürgersprechstunden wie gewohnt im

Divan e. V. und im Abgeordnetenhaus statt (siehe Kasten auf dieser Seite). Das Kiezbüro von Fréderic Verrycken Besuchen Sie mich in meinem neuen Kiezbüro für den Charlottenburger Norden in

SPRECHSTUNDEN IHRER WAHLKREISABGEORDNETEN
Für die vier direkt in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählten Charlottenburg-Wilmersdorfer SPD-Abgeordnete ist eine regelmäßige Präsenz im Wahlkreis selbstverständlich. Nutzen Sie die Möglichkeit, die Abgeordneten im Wahlkreis zu treffen. Franziska Becker (MdA) Wilmersdorfer BürgerSprechstunden jeweils Mo. 10-12 Uhr im Wahlkreisbüro Fechnerstraße 6a, 10717 Berlin, am Fr, 16.5. und 20.5., jeweils 15-16.30 Uhr im Café des Bundesplatz-Kinos Mehr Infos auf: www.becker2011.de Frank Jahnke (MdA) Eröffnung des Wahlkreisbüros am 10.5., 16-19 Uhr mit der Europakandidatin SylviaYvonne Kaufmann, Walter Momper u. a.; BürgerSprechstunden Do, 15.5. und 12.6., jeweils 17-18 Uhr im Wahlkreisbüro, Goethestr. 15, 10625 Berlin Mehr Infos auf: www.frank-jahnke.de Ülker Radziwill (MdA) Bürger-Sprechstunden am Fr, 16.5. von 15.30-17 Uhr und 20.6. von 14-15.30 Uhr im Divan, Nehringstraße 26, 14059 Berlin sowie Mi, 11.6. von 17-18.30 Uhr und 2.7. von 15-16.30 Uhr im Abgeordnetenhaus von Berlin, Niederkirchnerstr 5, 10117 Berlin (Anmeldung erbeten: info@uelker-radziwill.de oder unter 23 25 22 15, unregelmäßige Bürozeiten) Mehr Infos auf: www.uelker-radziwill.de Fréderic Verrycken (MdA) Jeden Montag von 17.3018.30 Uhr im Kiezbüro Tauroggener Straße 45, 10589 Berlin und mobile Sprechstunde an jedem 2. Samstag im Monat, jeweils 10-12 Uhr vor Edeka/Reichelt, Heckerdamm 225 am Infostand. Mehr Infos auf: www.verrycken.de In dieser Ausgabe schreiben für Sie: Franziska Becker, MdA (FB), Carolina Böhm (CB), Yves Clairmont (YC), Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann, Ülker Radziwill, MdA (ÜR), Fréderic Verrycken, MdA (FV), Holger Wuttig (HW), Chefredaktion: Robert Drewnicki (RD). Kontakt Bezirksredaktion: presse@spd-citywest.de

Kleingärten schützen
„Kleingartenanlagen leisten einen erheblichen Beitrag zu mehr Lebensqualität in der l Stadt und erfüllen zudem eine wichtige ökologische und soziale Aufgabe“, so steht es im n Antrag der beiden Regierungsfraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus SPD und CDU zum „Dauerhaften Schutz für Kleingärtner in Berlin“, der von den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern sehr positiv aufgenommen wurde. Um dieser wichtigen Funktion nun auch Rechnung zu tragen, fordert die Parlamentsmehrheit aus SPD und CDU den Senat zu verschiedenen Maßnahmen zur Sicherung der bestehenden Kleingartenflächen auf. Gefordert wird die Fortschreibung des Kleingartenentwicklungsplans mit der klaren Zielsetzung, die vorhandenen Kleingärten so weit wie möglich dauerhaft und verbindlich zu sichern sowie die Bekanntmachung, stichhaltige Begründung und Unterlegung mit einer verbindlichen zeitlichen Perspektive bei Nutzungsänderungen. Der Berliner Abgeordnete Fréderic Verrycken (SPD) begrüßt die im Antrag geforderten Maßnahmen, hatte er sich im Vorfeld doch bereits stark für die Kleingärten im Bezirk, etwa für die Verlängerung der Schutzfrist der Kolonie Bleibtreu II eingesetzt. „Das Kleingartenwesen ist sehr wichtig in seiner sozialen Funktion, seinen ökologischen Wirkungen,

SPD und CDU wollen Kleingärten dauerhaft sichern
seinen landschafts- und städtegestalterischen Aspekten, seinen Schutzfunktionen für Flora und Fauna - dies ist ein Gut, das es unbedingt zu schützen gilt“, so der Abgeordnete. Besonders wichtig ist Fréderic Verrycken auch die im Antrag eingebrachte Forderung nach einer stärkeren Öffnung der Anlagen für die Allgemeinheit und Integration in den Kiezen. So sind die Einrichtung von Flächen, auf denen zum Beispiel Kitas und Schulklassen in der Stadt nicht alltägliche Naturerfahrungen sammeln können, sowie öffentliche Durchwege, Sitzplätze und Spielflächen ein erklärtes Ziel der Berliner Regierungskoalition. FV

Wohnen im Herzen Berlins muss bezahlbar bleiben!
SPD Charlottenburg-Wilmersdorf fordert Milieuschutz im Bezirk und Wohnungsneubau in ganz Berlin
Wohnen in der City-West ist attraktiv - bezahlbarer Wohnraum leider knapp. Die Attrakr tivität Berlins steigt auch bei Finanzinvestoren stetig. Berlin zieht viele Menschen an - jung e wie alt - Pendler wie Familien. Mehr und mehr geht es darum, die bisherigen Milieus und Kieze im Bezirk zu sichern. Mit der Willkommenskultur muss auch eine „Milieu-Sicherungs-Kultur“ einher gehen. Mit dieser Zielsetzung hat die SPD in Charlottenburg-Wilmersdorf im Februar einen Leitantrag verabschiedet, in dem umfangreiche Maßnahmen zum Mietenschutz im Bestand und zum Bau neuer, bezahlbarer Wohnungen genauso gefordert werden wie die Prüfung der Einrichtung von vier Milieuschutzgebieten im Bezirk. (Mehr unter www.spd-citywest.de). Die Situation beschreibt die SPD mit den Worten „Wohnen ist Menschenrecht. Es ist unser vorrangiges Thema, dieses Recht in unserer Stadt zu gewährleisten. Wir treten dafür ein, dass Menschen in ihrem Kiez bleiben können. Die ungebändigte Dynamik des Immobilienmarktes ist ordnungsrechtlich zu beschränken, sonst produziert sie gesellschaftliche Spaltung, die sich in Gentrifizierung niederschlägt. Der kaum gehemmten Immobilienentwicklung werden wir mit zusätzlichen Maßnahmen entgegentreten.“ Schon früh hat die SPD deshalb die Mietpreisbremse auf Bundesebene gefordert, die von der SPD jetzt in der großen Koalition umgesetzt wird. In Berlin werden alle bestehenden Instrumente für die Mieterinnen und Mieter genutzt, so die Zweckentfremdungsverbotsverordnung, städtebauliche Verträge zur Durchsetzung der Sozialorientierung von Bauvorhaben, die Mietpreisbremse, die Erhöhung des Bestandes der städtischen Wohnungsbaugesellschaften und im Bezirk die Einrichtung von Milieuschutzgebieten. Auch eine Randbebauung auf dem Tempelhofer Feld trägt zur Entlastung des Wohnungsmarktes im Innenstadtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bei. Daher wirbt die SPD am 25. Mai für Grün & Wohnen und ein „Ja“ bei der Abstimmungsfrage 2 zum Gesetz des ÜR Abgeordnetenhauses.

Wohnen wie hier im Klausenerplatz-Kiez ist beliebt, aber bezahlbare Wohnungen werden Mangelware.

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CHARLOT TENBURG-WILMERSD ORF

Berliner Stadtblatt

NAUMANN MEINT WIR SIND EUROPA!
Unser Bezirk pflegt in Kooperation mit den Partnerschaftsvereinen Charlottenburg und Wilmersdorf 13 internationale Städtepartnerschaften und eine freundschaftliche Beziehung. „Städtepartnerschaften wat solln ditte?“, bin ich unlängst gefragt worden, als ich von der bevorstehenden Reise in unsere beiden israelischen Part-

Angekommen in der neuen Heimat
Fortsetzung von Seite 1
Beispielhaft hießen die Nachbarn die Flüchtlinge am Kaiserdamm willkommen. Diese Willkommenskultur war nach der letztjährigen anfänglichen Skepsis in der Soorstraße und den schlimmen Erfahn rungen in Hellersdorf sehr erfreulich. Dafür kann man den Anwohnerinnen und Anwohnern und den vielen Engagierten nur herzlich danken. Nach dem Willkommensfest für Flüchtlinge in der Soorstraße im letzten Jahr fand im März ein Willkommensfest für die Flüchtlinge am Kaiserdamm statt. Bei interkulturellem Buffet und Musik konnten sich Flüchtlinge, Nachbarn und Engagierte im Jugendclub Schloß 19 unbeschwert austauschen. Besonders die SPD-Abteilungen aus dem Kiez engagieren sich seit langem für die Flüchtlingen. So waren SPDMitglieder mehrmals in der Flüchtlingseinrichtung am Kaiserdamm, um sich vor Ort ein Bild zu machen, Unterstützung zu organisieren und einfach mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen. Die Berliner Abgeordnete Ülker Radziwill (SPD) setzt sich dafür ein, dass Flüchtlinge eine menschenwürdige Unterkunft bekommen, ein gerechtes Asylverfahren erhalten und ihnen eine Lebensperspektive geboten wird, z.B. durch die Abschaffung der Residenzpflicht und einer legalen Regelung, arbeiten zu dürfen. Auch Sie können die Flüchtlinge, z. Bsp. durch Kleiderspenden (besonders Herrenkleidung) unterstützen und sich dabei auch gleich selbst ein Bild von den Einrichtungen machen. ÜR

Die SPD-Abgeordnete Franziska Becker (r.) besucht regelmäßig Einrichtungen in ihrem Wahlkreis. Bei Raupe und Schmetterling überzeugte sie die vorbildliche Frauenarbeit.

nerstädte erzählte. Meine Antwort: „Städtepartnerschaften sind gelebte Völkerverständigung, denn sie tragen durch Begegnung zum Abbau von Vorurteilen und zu einem friedlichen Miteinander bei.“ In diesem Jahr jährt sich der Ausbruch des I. Weltkrieges zum 100. Mal, vor 75 Jahren hat mit Hitlers Überfall auf Polen der II. Weltkrieg begonnen. Für meine Großmutter war Frankreich noch der „Erbfeind“. Ich hingegen lernte völlig vorurteilsfrei Französisch als erste Fremdsprache. Die positive Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft wäre ohne die zahlreichen kommunalen Kontakte undenkbar. Zwischen Deutschland und Frankreich oder auch Polen gibt es keine Grenzkontrollen mehr. Für mich ist es gerade als Berliner ein wunderbares Gefühl, nach der bitteren Erfahrung der Teilung Deutschlands und Europas. Am 25. Mai findet in Deutschland die Wahl zum Europäischen Parlament statt. Auch für mich ist „Brüssel“ mitunter weit weg und doch freue ich mich, dass die Bedeutung dieses Parlaments stetig wächst. Und ich möchte, dass uns der Frieden in Europa mit Blick auf die Ukraine und dessen Selbstbestimmungsrecht erhalten bleibt. Auch deshalb braucht es ein starkes Europäisches Parlament, legitimiert durch Ihre Stimmabgabe am 25. Mai! Wie immer bin ich für Sie unter naumann@charlottenburg-wilmersdorf.de erreichbar. Ich freue mich auf Ihre Meinung und Anregungen. Eine schöne Frühlingszeit wünscht Ihnen Ihr Reinhard Naumann

Raupe & Schmetterling
Vorbildliche Projekte brauchen kontinuierliche Finanzierung
In Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es viele vorbildliche Projekte für Frauen wie Raupe t und Schmetterling - Frauen in der Lebensmitte e.V. in der Pariser Straße 3, das seit 30 Jahg ren bezirksübergreifend arbeitet. Frauen können hier Angebote zur finanziellen Existenzsicherung wie zur beruflicher Neuorientierung nach der Familienphase, für Wege in die Selbstständigkeit annehmen oder lernen, wie man mit der Angst vor Altersarmut oder Arbeitslosigkeit umgehen kann. Eine Rechtsberatung rundet das Angebot ab. Die professionelle Arbeit von Raupe und Schmetterling wird u. a. aus öffentlichen Geldern des Senats sowie des europäischen Sozialfonds finanziert. Auch die Aktion Mensch gehört zu prominenten Unterstützern. Beim Wahlkreisbesuch der Wilmersdorfer Abgeordneten Franziska Becker (SPD) zeigte sich, dass die Mitarbeiterinnen eine Tarifanpassung bei ihren Trägereinrichtungen angemessen fänden. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass dieses Anliegen in meiner Fraktion breite Unterstützung bei der nächsten Haushaltsberatung findet“, so Franziska Becker, die von dem Problem der fehlenden finanziellen Kontinuität für Projekte nicht zum ersten Mal hörte. „Die sehr gute geleistete Arbeit sollte kontinuierlich und nicht von Maßnahme zu Maßnahme finanziert werden.“ Die Senatsfrauenverwaltung hatte die Qualität von Raupe und Schmetterling als sehr gut und die Erfordernis für die Infrastruktur als unverzichtbar eingestuft. Der Verein ist gut vernetzt. Er erreicht seine Zielgruppe, Frauen in der Lebensmitte, und integriert sie sehr gut in den Arbeitsmarkt. „Frauen, die sich nach der Familienphase wieder in den Arbeitssmarkt integrieren wollen, stehen oft vor einer Mammutsaufgabe. Das Thema Weiterbildung ist daher sehr wichtig“, so Frau Keukert, Pädagogin in dem Team von Raupe & Schmetterling. Es gelte eine Abwärtspirale aufzuhalten, die in Altersarmut münden FB kann.

Beim großen Frühlingsfest im Jugendclub Schloß 19 kamen sich die neuen Nachbarn bei interkulturellem Buffet und Musik näher und feierten miteinander. Foto: Ülker Radziwill

Es boomt in der City-West
Fortsetzung von Seite 1

Interkultureller Nachbarschaftstreff Divan
Ein europäisches Wohnzimmer im Klausenerplatz-Kiez
In der Nehringstraße 26 in Charlottenburg befindet sich n Divan e.V., ein interkultureller Nachbarschaftstreff und Mehrgenerationenhaus. Seit zwei Jahren ermöglichen europäische Fördermittel hier ein stetig wachsendes Angebot für die Nachbarschaft mit kostenloser Rechtsberatung, Schwimmkursen für Frauen, Sprachkursen in Deutsch, Englisch und Türkisch auf unterschiedlichen Niveaustufen bis hin zu regelmäßigen Ferienausflügen für Familien, die nicht in Urlaub fahren. Das kreative Team im Divan findet ständig neue Möglichkeiten. All dies funktioniert nur durch großes Engagement von Ehrenamtlichen, die sich im Divan e.V. engagieren. Wie attraktiv das ist, zeigt deren ständig steigende Zahl. Wer einmal durch die Tür getreten ist, lässt sich von der offenen Atmosphäre anstecken und findet einen Platz für die eigenen Ideen. Nur so konnte der neuerdings etablierte Yoga-Kurs entstehen. Im Divan wirkt sozialdemokratischer Elan, im Vorstand wirken ehrenamtlich Bilgin Lutzke, Carolina Böhm und Rainer Eurskens. Unterstützt wird der Vorstand durch die Berliner Abgeordnete Ülker Radziwill. Der Dank geht also nach Europa für das Fundament und an die handelnden CB Personen vor Ort!

Für den Charlottenburg-Wilmersdorfer Abgeordneten und wirtschaftspolitischen Sprecher Frank Jahnke (SPD) ist die Entwicklung der City-West eine Herzenssache. Foto: Büro Frank Jahnke

NEUES AUS DER BEZIRKSVERORDNETENVERSAMMLUNG (BVV)
In Charlottenburg ist er etabliert - der Altstadtpfad. Mit Start am Rathaus führt er durch die Historie des Stadtteils. Auf Stelltafeln wird die Geschichte historischer Bauwerke erläutert - Heimatkunde zum Erleben. Die SPD-Fraktion fordert nun vom Bezirksamt, auch für den Ortsteil Wilmersdorf ein Stelltafelkonzept zu erarbeiten, das die Entwicklung rund um den alten Dorfkern der interessierten Öffentlichkeit darstellen soll. In der Wilhelmsaue steht mit dem Schoelerschlösschen das älteste erhaltene Bürgerhaus Wilmersdorfs. Später haben dann Familien wie Blisse, Gieseler, Mehlitz und Schramm die Entwicklung Wilmersdorfs nachhaltig geprägt. Die nach ihnen benannten Straßen zeugen von ihrer Bedeutung. Die Historie des Stadtteils für alle Wilmersdorferinnen und Wilmersdorfer erlebbar zu machen, das ist unser Interesse. Und wir hoffen, dass wir damit auch Ihr Interesse geweckt haben. HW Mehr Informationen auf www.spd-fraktion-cw.de

Heute steht das EuropaCenter als Hochhaus in der City West nicht mehr allein. Für Frank Jahnke, Mitglied des Abgeordnetenhauses und direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis City-West, zeigen sich spannende Parallelen zwischen dem damaligen Boom rund um das EuropaCenter und dem der City-West heute. „Neue spektakuläre Bauten wie das Zoofenster ent-

stehen, Nachkriegsgebäude wie das Bikini-Haus oder der ZooPalast erstrahlen in neuem Glanz. Auch das Europa-Center erfindet sich immer wieder neu. Mit dem Umzug der C/OGalerie ins Amerika-Haus gibt es einen weiteren Ort für kreative Begegnungen. Diese Entwicklungen gilt es durch vorausschauende Stadtentwikklungspolitik weiter zu unterYC stützen“, so Jahnke.
        
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