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Programmjahr 2011

Full text: Programmjahr 2011

Stadt Ulm Fachbereich Bildung und Soziales

Gleichstellungsorientierte Arbeitsmarktstrategie für die Umsetzung des Europäischen Sozialfonds im Stadtkreis Ulm ab dem Programmjahr 2011

INHALT

1. 2.

Vorbemerkung ........................................................................................................... 2 Analyse der Ausgangslage und des Handlungsbedarfs ................................................. 2

2.1. Übergang Schule – Beruf .................................................................................................... 2 2.2. Erwerbsbeteiligung und Erwerbsstrukturen im Stadtkreis Ulm ......................................... 4 2.3. Arbeitslosigkeit im Stadtkreis Ulm...................................................................................... 4 2.4. Handlungsbedarf für den ESF ............................................................................................. 6 2.5. ESF-Projekte 2010 im Stadtkreis Ulm ................................................................................. 7 3. Formulierung von Zielen; Definition der Zielgruppen .................................................. 7

3.1. Spezifisches Ziel B 4.1. Berufliche Integration von schwächeren Schüler/innen, Erhöhung der Ausbildungsreife .......................................................................................... 8 3.2. Spezifisches Ziel B 4.4. Verbesserung der Berufswahlkompetenz ..................................... 9 3.3. Spezifisches Ziel C 7.1. Integration in den ersten Arbeitsmarkt ......................................... 9 3.4. Spezifisches Ziel C 7.2. Erhöhung der Chancengleichheit von Frauen bei der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt........................................................................ 10 3.5. Spezifisches Ziel C 8.1. Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Gruppen, die auf dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind ................................................. 10 3.6. Spezifisches Ziel C 8.2. Stabilisierung von Lebensverhältnissen und Verbesserung der Teilhabe am Arbeitsmarkt von Gruppen mit besonderen Vermittlungshemmnissen. .... 10 4. 5. Umsetzung der Ziele ................................................................................................ 11 Festlegung der Evaluationsschritte ........................................................................... 11

Geschäftsführung des ESF-Arbeitskreises Ulm Tobias Rivoir Stadt Ulm - Fachbereich Bildung und Soziales Abteilung ABI / ESF-Geschäftsstelle Olgastr. 152, 89073 Ulm

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1.

Vorbemerkung

Das Operationelle Programm des Landes Baden-Württemberg ist die rechtliche und politische Grundlage für die regionale Umsetzung des Europäischen Sozialfonds für den Förderzeitraum von 2007 – 2013. Die regionale Umsetzung selbst erfolgt in Gestalt der Projektförderung auf der Grundlage der Förderempfehlungen als Ergebnisse der Rankingsitzungen. Basis der regionalen Projektumsetzung ist die Erstellung einer regionalen Arbeitsmarktsanalyse (Identifizierung der zentralen Problemlagen) und darauf basierend die Festlegung einer regionalen Arbeitsmarktstrategie (Benennung von Handlungsfeldern, Auswahl der spezifischen Ziele des Operationellen Programms und Festlegung der Arbeitskreisziele). Dabei ist es essentiell, dass die gleichstellungspolitischen Ziele des ESF im Sinne des Gender Mainstreamings-Gedankens sowohl auf der analytischen als auch auf der strategischen und operativen Ebene mit höchster Priorität umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund wird für das Strategiepapier für den Stadtkreis Ulm eine geschlechterdifferenzierende regionale Arbeitsmarktanalyse auf der Basis von entsprechendem Datenmaterial des Instituts für Mittelstandforschung (ifm) der Universität Mannheim, http://esf.uni-mannheim.de zugrunde gelegt. Das Kapitel 2 orientiert sich an den für die Handlungsfelder des regionalen ESF relevanten Datenauswertungen (Schule Beruf, Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Überblick ESF-Projekte in Ulm 2009/2010). Dabei geht es chronologisch vor - analog der möglichen Erwerbsbiographie einer exemplarischen Person. Desweiteren untergliedern sich die jeweiligen Unterkapitel in eine datenbasierte Situationsbeschreibung und deren Folge für die regionale ESF-Umsetzung. Kapitel 3 formuliert die Ziele und Zielgruppen des ESF in Ulm, Kapitel 4 gibt einen kurzen Einblick in die Prozesse der Strategieumsetzung und in Kapitel 4 werden notwendige Evaluationsschritte dargestellt.

2.

Analyse der Ausgangslage und des Handlungsbedarfs1

2.1. Übergang Schule – Beruf
Das schulische Fortkommen, das Erreichen eines Schulabschlusses sind neben anderen Faktoren wichtige Brücken, für die spätere soziale und berufliche Situation. Zwar wird inzwischen kognostiziert, dass junge Frauen in allgemeinbildenden Schulen bessere Erfolge/ Noten und Zeugnisse als junge Männer nachweisen- die Gründe hierfür sind vielfältig. Auf der anderen Seite holen junge Männer zeitverzögert etwas auf in beruflichen Schulen - hier überwiegt der Anteil der männlichen Absolventen. Im Stadtkreis Ulm ergibt die Strukturanalyse folgendes Bild: Schulabgänger/innen: Mithin zeigt sich, dass weibliche Schulabgängerinnen ihre Schulen mit überwiegend höheren Abschlüssen verlassen (42%), auch im Vergleich zu männlichen Absolventen (37%). Auf der anderen Seite ist der Anteil junger Frauen mit höchstens einem Hauptschulabschluss (23%) deutlich geringer als bei jungen Männern (29%). Das Verhältnis verschiebt sich deutlich mit Blick auf die Verteilung der Abschlüsse in beruflichen Schulen. Hier ist der Anteil der männlichen Absolventen höher (69%) als

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Im Folgenden werden in Kapitel 2 die Ergebnisse aus Lauxen-Ulbrich und Berwing (2010), aus dem Tabellenband/ Struktur und Entwicklung (Daten 2009) (ifm Mai 2010) und den Grafiken zur Auswertung und Interpretation der Daten für Ulm (ifm) zusammengefasst.

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bei jungen Frauen mit Abschluss (62%). Bezogen auf die Situation von ausländischen Schulabgänger/innen zeigt sich ein deutlich prekäreres Bild: Während ihr Bevölkerungsanteil in der Altersgruppe bei 20% liegt, ist der Anteil an den Abgänger/innen mit FH- oder Hochschulreife genau 3%. Auf der anderen Seite verlassen 36% der ausländischen Jugendlichen allgemeinbildende Schulen ohne Hauptschulabschluss.2
Abbildung 2-1 Schulabgänger/innen 2008 nach Schulform und Geschlecht
0% 20% 40% 60% 80% 100%

Allgemeinbildende Schulen Frauen Männer
5 7 18 22 34 34 42 37

Berufliche Schulen Frauen Männer
6 6 32 25 62 69

ohne HS-Abschluss

mit HS-Abschluss

mittlerer Abschluss

FH-/ Hochschulreife

Quellen: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, (Schulstatistik 2007/08), Berechnungen: ifm Universität Mannheim (2009)

Berufswahl und Auszubildende Das Berufswahlspektrum insbesondere der weiblichen Schulabgänger/innen in Ulm beschränkt sich auf wenige Berufe; ca. 87 % der weiblichen Auszubildenden interessieren sich für die 10 meistgefragten Ausbildungsberufe. Vermittlungswunsch 1 bei den jungen Frauen sind Warenkauffrauen mit 33 %- tatsächlich werden jedoch nur 17 % ausgebildet. Umgekehrt wünschen sich 16 % aller Bewerberinnen in Ulm eine Ausbildung im Bereich der Gesundheitsberufe, ausgebildet werden jedoch 22 %. Die Bewerberinteressen von jungen Männern sind insgesamt etwas breiter angelegt. Ein Viertel aller männlichen Auszubildenden wird in klassischen Männerberufen wie Elektriker, Schlosser oder Mechaniker ausgebildet. Auch bei Männern treten jedoch Diskrepanzen auf zwischen Erstpräferenz und reale Umsetzung: 21% wollen eine Ausbildung zum Büro- oder Warenkaufmann, tatsächlich werden 16 % darin ausgebildet. Insgesamt ergibt sich (2009) folgender Gesamtüberblick: o o o von Insgesamt 4.463 Auszubildenden sind 54,8% weiblich 10,1% aller Auszubildenden haben keinen deutschen Pass, darunter 56,2% weiblich 25,5% aller Auszubildenden sind jünger als 18 Jahre, 65,3% in der Altersgruppe von 19 – 24 Jahren Die Frage der Berufswahl hat letzten Endes auch Implikationen für die künftige berufliche Reputation, vor allem aber für die künftige Position und Einkommenssituation von Frauen und Männern. Dies wird neben anderen Fragen zu den Ulmer Erwerbsstrukturen im nachfolgenden Abschnitt erläutert.

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Vgl. Grafik 2 aus Lauxen-Ulbrich und Berwing (2010).

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2.2. Erwerbsbeteiligung und Erwerbsstrukturen im Stadtkreis Ulm
Im Stadtkreis Ulm liegt die Beschäftigungsquote am Wohnort von Frauen bei 46,6%, die der Männer bei 52,2%. Der Abstand zwischen den Geschlechtern ist auch im Vergleich zu anderen Landkreisen sowie zum Land Baden-Württemberg moderat. Der Pendlerüberschuss macht bei Frauen 50 %, bei den Männern dagegen 48 % aus, d.h. anteilig an den Beschäftigtenzahlen pendeln mehr Frauen als Männer nach Ulm ein3. Nicht zuletzt ist die Frage der Kinderbetreuung ein wesentlicher Bestimmungsfaktor für die Erwerbsbeteiligung vor allem alleinerziehender Eltern, insbesondere Mütter. Die Versorgungsquote über Ü 3 beträgt in Ulm 102,6 %; d.h. es gibt eine Reserve von 85 Plätzen; die Versorgungsquote U 3 beträgt in Ulm 35,1 %, d.h. für gut ein Drittel der Kinder zwischen 1 und 3 Jahren steht ein Betreuungsplatz in einer Kita, in Kindertagespflege oder einer Betriebskindertagesstätte zur Verfügung.4 Der Ulmer Arbeitsmarkt ist geprägt von Dienstleistungs- und Fertigungsberufen. Während im Bereich der Dienstleistungen insgesamt 66% aller Beschäftigten tätig sind, liegt der Anteil hier bei den Frauen bei knapp 84%, bei den Männern bei 50%. Fertigungs- und technische Berufe hingegen sind eher ‚männerdominiert’. Im Jahresvergleich 2008/2009 ging die Anzahl der Beschäftigten in Fertigungsberufen jedoch um 13,1% zurück, was aber Frauen und Männer in gleicher Weise traf.5 In Bezug auf die Formen der Beschäftigung lässt sich zusammenfassen, dass gut 33% der beschäftigten Frauen geringfügig beschäftigt sind (davon etwa 2/3 in ausschließlich geringfügiger Beschäftigung). Bei den männlichen Beschäftigten sind dies hingegen 18% (hiervon etwa die Hälfte ausschließlich geringfügig beschäftigt). Zudem sind knapp 34% der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in einer Teilzeitanstellung, bei Männern liegt der Anteil bei lediglich 5,8%.6 10,5% aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Ulm haben keinen deutschen Pass, dies entspricht der Hälfte des Anteils der ausländischen Bevölkerung in der erwerbsfähigen Altersgruppe. Vor allem in Fertigungsberufen ging die Erwerbstätigkeit für die Gruppe der Beschäftigten ohne deutschen Pass überproportional um 19,4% zurück (bei Männern um 21,2%).7 Im Hinblick auf die berufliche Segregation und Einkommensverteilung in Ulm verfügen vollzeiterwerbstätige Frauen über 71 % am Männerlohn, teilzeiterwerbstätige Frauen 69 % am Männerlohn. In absoluten Zahlen heißt dies: Vollzeitarbeitende Frauen verfügen über einen Bruttoarbeitslohn von 30 Tsd. €; teilzeitarbeitende Männer jedoch bereits über ein Bruttojahresentgelt in Höhe von 28 Tsd. €.8 Bei Betrachtung dieser Durchschnittswerte ist auch zu berücksichtigen, dass der Anteil vollzeitarbeitender Frauen weit unter dem der Männer liegt. Also kann davon ausgegangen werden, dass das verfügbare Einkommen von Frauen noch weit unter dem der Männer liegt.

2.3. Arbeitslosigkeit im Stadtkreis Ulm
Die Arbeitslosenquote im Stadtkreis Ulm , bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, betrug im Jahresdurchschnitt 2009 genau 5,8 % (5,3% Frauen; 6,3% Männer); in absoluten Zahlen waren im Jah-

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Lauxen-Ulbrich und Berwing (2010) Stadt-Ulm: Information der Abteilung Kindertagesstätten vom 25.5.10 5 Lauxen-Ulbrich und Berwing (2010) 6 Lauxen-Ulbrich und Berwing (2010) 7 Lauxen-Ulbrich und Berwing (2010) 8 Lauxen-Ulbrich und Berwing (2010)

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resschnitt 1.555 Frauen und 2.035 Männer arbeitslos. Im Vorjahresvergleich stieg die Zahl der arbeitslosen Männer um 47,0 an, wogegen sie bei Frauen mit +0,3% annähernd stagnierte. Der durchschnittliche Anstieg liegt bei +22,3%.9 Weitere Arbeitslosenzahlen sind nachfolgend als absolute Zahlen zusammengefasst.
Abbildung 2: Arbeitslose nach Rechtskreisen und ausgewählten Merkmalen Merkmale Frauen Arbeitslose gesamt ohne abgeschlossene Berufsausbildung Alleinerziehende Ohne deutschen Pass unter 25 Jahre über 50 Jahre 625 204 48 151 91 166 SGB III Männer 1.034 416 6 342 165 206 Frauen 930 653 236 355 72 238 SGB II Männer 1.001 679 7 371 87 246

Quelle: Lauxen-Ulbrich, Maria/ Berwing, Stefan/ Leicht, René: Geschlechterdifferenzierte Regionale Arbeitsmarktanalyse: Tabellen: Struktur und Entwicklung Mai 2009. Ulm, Universitätsstadt. Institut für Mittelstandsforschung, Universität Mannheim (2010)

Die Arbeitslosenquote von Personen ohne deutschen Pass liegt mit 11,5% doppelt so hoch wie bei Deutschen. Hier zeigt sich keine signifikante Abweichung im Hinblick auf die Geschlechter. Analog zur Gesamtentwicklung stieg die Arbeitslosigkeit bei ‚Ausländern’ im Vorjahresvergleich um 23,3% an – hier ausschließlich bei den Männern (+49,8%). Betrachtet man die Arbeitslosendaten nach Rechtskreisen SGB III und SGB II, ergibt sich folgendes Bild: 46% der Arbeitslosen sind dem Rechtskreis des SGB III zuzuordnen, knapp 54% dem SGB II. Gerade der Zugang im SGB III (Arbeitslosmeldungen aus vorheriger Beschäftigung) ist mit einer Steigerungsrate von über 60% sehr hoch (bei Männern sogar 111,5%, bei Frauen +14,9%). Während sich die Arbeitslosigkeit für Frauen im Rechtskreis des SGB III (also eher arbeitsmarktnah) weniger dramatisch zeigt als bei den Männern, steigt jedoch ihr Anteil an der Gesamtgruppe weiter an, je prekärer die individuelle soziale Situation ist. Das bedeutet, dass während der Frauenanteil im SGB III bei 37,7% liegt, beträgt er im SGB II bereits 48,2%. Der Frauenanteil unter den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in Bedarfsgemeinschaften liegt sodann bei knapp 54%. Das bedeutet, dass der Frauenanteil proportional zur Entfernung zum ersten Arbeitsmarkt steigt. Die Bewertung ergibt, dass der krisenbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Männern überproportional höher ist als der bei Frauen im Untersuchungsgebiet, aber auch überregional. Dabei ist zu berücksichtigen, dass während den der aktuellen Krise vorausgehenden Boomjahren sich die Arbeitsmarktsituation von Männern deutlich verbessert hat. Die Krise wiederum verursachte zuerst äußerst negative Veränderungen der Beschäftigungslage in typischen Männerberufen, im produzierenden Gewerbe. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass sich die Beschäftigungslage von Frauen, insbesondere in den Dienstleistungsberufen im Laufe des Jahres 2010 auch negativ verändert. Dies ist

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Werte aus Tabellenband/ Struktur und Entwicklung 2009 (ifm)

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bereits jetzt absehbar: Im Mai 2010 ist nach Auswertung aktueller Monatsstatistiken im Vergleich zum Vorjahresmonat eine leichte Zunahme der Zahl arbeitsloser Frauen von 2% erkennbar und ein Rückgang der Zahl arbeitsloser Männer von 15%10. Dieses entspricht auch empirischen Untersuchungen bezüglich des Verlaufs von Wirtschaftskrisen im Hinblick auf die zeitspezifischen Auswirkungen auf die einzelnen Beschäftigungssektoren- zuerst "Männer“ -dann "Frauenbranchen und -berufe".

2.4. Handlungsbedarf für den ESF im Stadtkreis Ulm
Hier sollen die zentralen Ergebnisse der Strukturanalyse im Hinblick auf die Interventionsfelder des regionalisierten ESF in Ulm aufgenommen und als Grundlage zur Bestimmung des Handlungsbedarfes genutzt werden. Dabei folgt die Gliederung den bereits oben vorgenommenen Arbeitsmarktbereichen. Übergang Schule Beruf und Berufswahlspektrum Ein besonders wichtiges Kriterium für eine Veränderung der Situation in Bezug auf Geschlechterstereotype und Segregation ist die Auseinandersetzung mit dem klassischen Rollenbild inklusive des besonders krisensensiblen Alleinernährermodells, sowie die geschlechtersensible Erweiterung der Berufsorientierung. Das bedeutet, jungen Frauen in besonderer Weise neue ‚frauenuntypische‘ Berufsbilder zu vermitteln und u.a. damit die geschlechterbezogene Segregation am Ausbildungsmarkt perspektivisch abzubauen. Angesichts der demografischen Entwicklung ist zudem absehbar, dass die Berufe bzw. Berufszweige, die im Gesundheits- Sozial- und pflegerischen Bereich angesiedelt sind, künftig eine größere gesellschaftliche Bedeutung erfahren werden. Von daher könnten ESF- Projekte, die darauf hinwirken, jungen Männern Informationen bzw. Bewerbungskompetenzen in diesen Zweigen zu vermitteln, hilfreich sein und den spezifischen Zielen B 4.1 und B 4.4 gerecht werden. Damit verbunden sollten junge Frauen und junge Männer die Gelegenheit haben, sich intensiv mit Geschlechterzuweisungen sowie Stereotypen auf verschiedenen Ebenen auseinanderzusetzen. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Zielgruppe Jugendliche mit Migrationshintergrund: neben soziokulturellen Fragen spielen hierbei biografische Hintergründe eine wichtige Rolle. Erwerbsbeteiligung Obschon die Interventionen im Rahmen der regionalisierten ESF-Ziele primär auf den Übergang Schule Beruf und Reintegration aus Arbeitslosigkeit zielen, muss es ebenso im Fokus der Projekte sein, geschlechterspezifischer Chancenungleichheit auf dem Arbeitsmarkt entgegenzutreten. Dies fängt bei der Verbreiterung der Berufswahlkompetenz an, geht über die Befähigung zur Teilhabe an Qualifizierung und Erwerbstätigkeit durch geeignete Unterstützungsmaßnahmen (nicht zuletzt durch Kinderbetreuung) und führt bis zu flankierenden Maßnahmen beim Wiedereinstieg in Arbeit und Beschäftigung. Anzusetzen wäre hierbei nicht erst im Stadium der arbeitsmarktsspezifischen (C)Ziele, sondern bereits früher beim Übergang von Schule zu Ausbildung/ Beruf. Besondere Berücksichtigung sollen in diesem Zusammenhang die Situation von Berufsrückkehrerinnen und alleinerziehende Mütter/ aus SGB II- und SGB III- Bereich, auch derjenigen über 25 Jahre.

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Bundesagentur für Arbeit (2010): Arbeitsmarkt in Zahlen, Report für Kreise und kreisfreie Städte, Ulm, Universitätsstadt (08421), Mai 2010. http://www.arbeitsagentur.de/nn_168600/Dienststellen/RD-BW/Ulm/AA/06Presse/Presseinformationen/43-2010.html

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Arbeitslosigkeit Vorhaben des regionalisierten ESF zielen u.a. auf die Gruppe der Arbeitslosen mit besonderen Vermittlungshemmnissen im Rahmen von einerseits berufsbezogener Qualifizierung und Integrationshilfen, andererseits aber auch durch die Stabilisierung von Lebensverhältnissen und durch niedrigschwellige Integrationsangebote. Es ist zu erwarten, dass die Zuwachsraten im SGB III des vergangenen Jahres künftig auch im SGB II eintreten werden, insofern gilt es, für besonders gefährdete Arbeitslosengruppen spezifische Unterstützungsangebote zu entwickeln. Dies etwa für an- und ungelernte Arbeitslose, für ältere Arbeitslose, aber auch für Jugendliche, deren Einstieg in das eigene Erwerbsleben misslungen ist. Menschen ohne deutschen Pass sowie Menschen mit Migrationshintergrund bedürfen nochmal besonderer Unterstützung, durch geeignete Zugänge der Personenerreichung und durch spezifische (deutschsprachliche) Fördermaßnahmen. Hier sind Frauen überproportional entsprechend ihrem Anteil an der jeweiligen Zielgruppe zu fördern (OP BW 2007).

2.5. ESF-Projekte 2010 im Stadtkreis Ulm
In diesem Abschnitt soll ein Blick geworfen werden auf die ESF-Projektlandschaft des Jahres 2010, wie vom AK ESF der Stadt Ulm in der Rankingsitzung vom 5.11.2009 beschlossen: 8 ESF-Projekte werden verwirklicht; dem spezifischen Ziel B 4.1. zuzuordnen sind 3 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 81.029 € ESF- Gelder = 34,7 % am Ulmer Budget; 2 Projekte befinden sind im Förderbereich B 4.4. mit einem ESF-Gesamtbetrag von 60.351,50 € = 25,8 %, 1 Projekt ist angesiedelt im Bereich C 8.1. , 27.000 € = 11,5 % und 2 Projekte entsprechen dem Ziel C 8.2. ; ESF-Betrag 65.000 € = 27,8 % des regionalen Fördertopfs. Ein B 4.4. Projekt mit der Zielgruppe junge Alleinerziehende ist nur an junge Frauen adressiert. Ein C. 8.2. - Projekt soll qualifizieren Menschen mit Behinderungen, die sich in einer ABM/ AGH- Maßnahme befinden, auf der Basis eine detaillierten Analyse eine eingehende Berufswahlunterstützung angeboten werden. Dies auch mit der Perspektive der Hinterfragung des Berufswahlverhaltens von Frauen und Männern, z.B. der spezifischen Förderung junger Frauen im Hinblick auf handwerkliche Fertigkeiten bei einem B 4.1. Projekt. Im Hinblick auf die Verwirklichung von Gender-Mainstreaming in der Projektpraxis werden begleitende Gender-Schulungen für Mitarbeiter/innen, die für das Projekt eingesetzt werden, angeboten.

3.

Formulierung von Zielen; Definition der Zielgruppen

Hier werden die spezifischen Ziele des Operationellen Programms, die vom Land für die Regionalisierung zur Verfügung gestellt werden, im einzelnen behandelt: B 4.1., B 4.4., C 7.1., C 7.2., C 8.1. , C 8.2. - die Frage ist, welche - gegebenenfalls alle - Ziele werden vom Arbeitskreis ausgewählt, mithilfe welcher konkreten Maßnahmen werden diese umgesetzt, welche Zielgruppen sollen angesprochen werden- hierzu: welche geschlechterspezifischen Kriterien sind zu berücksichtigen auf der Grundlage der vorgelegten differenzierten Analyse. Bei der Verwirklichung der spezifischen Ziele der Prioritätsachse B gilt der Grundsatz, dass Frauen mindestens entsprechend ihrem Anteil an der jeweiligen Zielgruppe gefördert werden, bei der Umsetzung der spezifischen Ziele der Prioritätsachse C sollen Frauen überproportional zu ihrem Anteil an der Zielgruppe gefördert werden.

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3.1. Spezifisches Ziel B 4.1. Berufliche Integration von schwächeren Schüler/innen, Erhöhung
der Ausbildungsreife
Im Wesentlichen geht es darum, die Schulabbrecherquote zu senken. Es sollen bildungsbezogene Projekte angeboten werden, die jungen Frauen und Männern den Einstieg in den Arbeitsmarkt bzw. den Übergang von Schule in den Beruf erleichtern unter Berücksichtigung des Querschnittsziels der Gleichstellung der Geschlechter. Ein qualitativer Aspekt dazu kann sein, dass beispielsweise bei B 4.1.-Projekten für junge Menschen auch diejenigen mit Migrationshintergrund- die auch dort immer noch z.T. vorhandenen traditionellen Rollenbilder als Hemmnis für das spätere Fortkommen von jungen Frauen berücksichtigt werden muss- sowohl bei Projektkonzeption als auch der Durchführung. Auf der anderen Seite könnten B 4.1.-Maßnahmen auch darauf ausgerichtet werden, das bei jungen Männern – aber auch bei vielen jungen Frauen - althergebrachte Bild vom Alleinernährermodell zu hinterfragen. Damit verbunden ist die Chance, sich verstärkt Familienkompetenzen anzueignen - dieser Gedanke ist natürlich auch im Besonderen bei B 4.4 von hoher Relevanz. Es sollten bei der Realisierung von Ziel B 4.1. neue Wege der Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure erprobt werden, bestehende Vernetzungen und Strukturen immer wieder aufs neue im Hinblick auf deren Effizienz überprüft werden. Dabei sollte immer wieder die Frage der Aktualität der Maßnahme aufgeworfen werden: Erreicht sie die Jugendlichen wirklich; sind die Beschäftigungs- und Freizeitinteressen der Jugendlichen an den neuen Medien / dem Internet hinreichend einbezogen? Gibt es Möglichkeiten, einer allzu einseitigen Beschäftigung mit dem Internet/ dem Surfen entgegenzusteuern, um die Vielseitigkeit des Lernens und der Interessensbildung wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Dieses Thema stellt sich bei jungen Frauen und jungen Männern in Intensität und Inhalt unterschiedlich. Auf der anderen Seite besteht mit Hilfe des Internets die Möglichkeit der Aneignung von Medienkompetenzen für Jugendliche, was wiederum förderlich ist im Hinblick auf einen hindernisfreien Übergang Schule/ Ausbildung / Beruf. Daher ist in diesem Zusammenhang zu fordern die Verwirklichung der Methode eines ganzheitlichen Lernens. Die B 4.1.-Aktivitäten sollten möglichst früh die Rolle der Ausbildungsbetriebe mit einbeziehen, die Kommunikation zwischen Schulabgänger/innen und der betrieblichen Praxis fördern; bestehende Bildungsdefizite von Schüler/innen im Bereich der Ökonomie und Technologie erkennen und aufgreifen. Hier sind wiederum Maßnahmen zum Aufbrechen von Geschlechterstereotypen von Bedeutung. Der Mindeststandard der Maßnahmen sollte die Erlangung des Hauptschulabschlusses sein, das Hauptziel jedoch die Erreichung mindestens der mittleren Reife. Die B 4.1.-Zielgruppe sollte insbesondere sein Schülerinnen und Schüler aus Haupt-, Real- Sonderund Förderschulen, BVJ, BEJ, darunter solche mit Migrationshintergrund. Berücksichtigt werden soll auch der Gedanke einer inklusiven Gesellschaft, d.h. bei der B 4.1.-Zielgruppe sollten auch junge Menschen mit Behinderung gemäß ihrer individuellen Potentiale gefördert werden. Dazu sollte auch das immer größer werdende Interesse der Öffentlichkeit an diesem gesellschaftlichen Thema - Tage der Menschen mit Behinderung, Informationsveranstaltungen, Selbsthilfenetzwerke, genutzt werden. Schließlich können hier Projektadressaten auch sein junge Menschen aus schwierigen Milieus, bspw. aus SGB II- Bedarfsgemeinschaften.

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3.2. Spezifisches Ziel B 4.4. Verbesserung der Berufswahlkompetenz
Dieses Ziel orientiert sich gleichfalls am Übergang von Schule zu Beruf, fokussiert aber insbesondere die Förderung einer aktiven Berufswahl von jungen Frauen und Männern. Die Eigeninitiative und das Interesse an der Berufswahl der Jugendlichen sollten durch B 4.4.-Maßnahmen aktiviert werden. Das Erkennen von Geschlechterstereotypen spielt hier eine zentrale Rolle. Wie in der Analyse dargelegt, wirkt sich eine Orientierung von jungen Frauen im Hinblick auf stereotypenkorrespondierende Berufe ungünstiger auf den weiteren beruflichen Werdegang aus, als die von jungen Männern. Daher kann angeregt werden, in diesem Bereich, B 4.4. eine überproportionale Förderung von jungen Frauen zuzulassen. Die Aktivitäten sollten darauf ausgerichtet sein, die Möglichkeit der Vermittlung von Jugendlichen in Praktika zu verbessern bzw. Betriebsbesuche zu erleichtern. Es geht darum, die Vermittlungschancen in zukunftsträchtige, moderne Berufe zu verbessern. Die Jugendlichen sollten frühzeitig, ab der 7. Klasse unterstützt werden, für die Zeit nach der Schule zu planen/ diese sorgfältig und mit angemessener Intensität vorzubereiten. B 4.4.-Projekte können auch zum Inhalt haben, die Information zu Berufsmöglichkeiten von Schulabgänger/innen zu verbessern; dabei sollten gesamtwirtschaftliche Komponenten/ Auswirkungen von Krisen als Modul eingearbeitet werden. An dieser Stelle kann wieder der Aspekt der gendersensiblen Herangehensweise bei der Berufs- und Studienberatung eingebracht werden: Die Frage der unterschiedlichen Lebensentwürfe von jungen Frauen und Männern, des Rollenverständnisses, die besondere Krisenanfälligkeit der Funktion des Haupt- bzw. Alleinernährers, welche neuen berufsbildspezifischen Entwürfe oder Modelle weiterentwickelt werden können? Die B 4.4.-Zielgruppe sollte bestehen, wie bei B 4.1. Schülerinnen und Schüler aus Haupt- , Real- Sonder- und Förderschulen, BVJ, BEJ, darunter solche mit Migrationshintergrund und solche mit Behinderungen.

3.3. Spezifisches Ziel C 7.1. Integration in den ersten Arbeitsmarkt
Auf die Bedürfnisse des regionalen Arbeitskreises heruntergebrochen können daraus folgende konkreten Ziele entwickelt werden: Die Verbesserung der Sprachkompetenzen/ der Deutschkenntnisse von arbeitslosen Migrant/innen; die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit; die Förderung erfolgversprechender Wege zum Übergang in Arbeit. Insbesondere zu letzterem ist wieder der Genderaspekt von zentraler Bedeutung: Bei der Reintegration ins Erwerbsleben sollten auch unterschiedliche Lebensläufe wie Erwerbsunterbrechungen durch Kinderbetreuung und Betreuung pflegebedürftiger Angehörige berücksichtigt werden. Die regionalen C 7.1.-Aktivitäten können bestehen in individuellen Vor- und Nachqualifizierungsmaßnahmen, der Förderung von denjenigen Deutschkenntnisse, die für die spätere Berufsaufnahme und -ausübung unerlässlich ist; die Verbesserung der Kontakte zu den Betrieben; die Intensivierung der Arbeitsvermittlung, die Nachbetreuung nach Aufnahme einer Tätigkeit- dazu gehören Ansprechfunktion für essentielle Fragen, auch bei Unsicherheiten, Problemen bei der individuellen Umstellung im Hinblick auf das Erwerbsleben o.ä. Bei den Sprachkursgestaltungen ist auch auf eine individuelle Ausrichtung zu achten, d.h. eine Unterbrechung aufgrund einer befristeten Arbeitsaufnahme sollte im Interesse der Integration ins Erwerbsleben möglich sein. Folgende Zielgruppen könnten mithilfe von C 7.1. Maßnahmen im Stadtkreis Ulm gefördert werden: Langzeitarbeitslose, Arbeitslose mit Migrationshintergrund, Menschen, die sich gerade in Integrationsbetrieben befinden, junge Arbeitslose bis 25 Jahre, An- und Ungelernte.

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3.4. Spezifisches Ziel C 7.2. Erhöhung der Chancengleichheit von Frauen bei der Eingliederung
in den ersten Arbeitsmarkt
Nach dem Beschluss der Teilnehmer/innen der Strategiesitzung vom 8.7.2010 ist dieses Ziel wieder aufzunehmen in den Katalog der regionalisierten Ziele für den Stadtkreis Ulm. Mögliche Zieldimensionen könnten die Verbesserung der Wiedereinstiegsmöglichkeiten für Frauen sein, oder auch die Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt durch Qualifizierungsangebote. Ziel sollte sein eine existenzsichernde Beschäftigung, möglichst sozialversicherungspflichtig. Wichtig bei dieser Prioritätsachse ist: C 7.2. ist nicht gleichbedeutend mit dem Gender Mainstreaming-Ansatz. Im Zuge der Doppelstrategie können hier auch Projekte umgesetzt werden, die nur die Förderung von Frauen zum Gegenstand haben. Zielgruppe für dieses spezifische Ziel (insbesondere, aber grundsätzlich auch für andere Ziele) können laut OP des Landes Baden-Württemberg auch Frauen aus dem Rechtskreis SGB III ohne Leistungsansprüche sein.

3.5. Spezifisches Ziel C 8.1. Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Gruppen, die auf
dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind
Entsprechend der Aussage des Operationellen Programms konzentriert sich das Ziel C 8 auf Personen, die eine erkennbar schlechtere Ausgangssituation auf dem Arbeitsmarkt haben als diejenigen, die im strategischen Ziel C 7 gefördert werden. In C 8.1. sind Langzeitarbeitslose förderfähig, die insbesondere der Gruppe der Personen mit multiplen Vermittlungshemmnissen zuzurechnen sind. Hier tritt zugleich die Bedarfsgemeinschaft SGB II als Zielgruppe in Erscheinung. Das bisherige regionalisierte Ziel lautet die "Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit im Rahmen einer ganzheitlichen Beschäftigungsstrategie". Geschlechterdifferenziert ist diesbezüglich die Situation von alleinerziehenden Frauen und arbeitslosen Frauen mit Migrationshintergrund herauszustellen. Daher ist in diesem Bereich die überproportionale Förderung von Frauen entsprechend ihrem Anteil in der jeweiligen Gruppe zugrundezulegen, d.h. z.B. Frauenanteil an alleinerziehenden erwerbsfähigen Hilfebedürftigen oder Frauenanteil an ausländischen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen. C 8.1.-Aktivitäten wären weiterhin die Vermittlung von sozialen und persönlichen Kompetenzen, die Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben, Vor- und Nachqualifizierungsmaßnahmen; die Qualifikation in marktnahe Berufe. Zudem Können Projekte gefördert werden, die auch die psychischen Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit als Integrationshemmnis berücksichtigen. C 8.1.-Zielgruppen in Ulm sind Menschen mit Behinderung, Langzeitarbeitlose, An- und Ungelernte, geringfügig Beschäftigte, Arbeitslose mit multiplen Vermittlungshemmnissen. .

3.6. Spezifisches Ziel C 8.2. Stabilisierung von Lebensverhältnissen und Verbesserung der
Teilhabe am Arbeitsmarkt von Gruppen mit besonderen Vermittlungshemmnissen.
Während gerade in den letzten zwei Jahren der Ulmer Arbeitsmarkt eine deutlich Dynamik durch zuund abnehmende Arbeitslosenzahlen im SGB III hatte, haben sich die Langzeitarbeitslosenzahlen nur unwesentlich verändert – mehr noch: Es verbleibt eine sehr große Gruppe von über 80% Langzeitar10

beitsloser im SGB II (im Landesschnitt sind dies unter 70%). Unter diesem Ziel sind daher langzeitarbeitslose SGB II-Bezieher/innen, insbesondere solche mit persönlichen Problemen der Lebensführung zu subsumieren. Hier geht es in erster Linie um die sukzessive Heranführung an den Arbeitsmarkt mit einer beruflichen Anschlussperspektive. Das weiterhin bestehende Arbeitskreisziel ist somit die Herstellung der Beschäftigungsfähigkeit im Rahmen einer ganzheitlichen Beschäftigungsstrategie; C 8.2.-Aktivitäten können sein Hilfen und Beratung zur Stabilisierung von Lebensverhältnissen.

4.

Umsetzung der Ziele

Die zur Ausschreibung zur Verfügung stehenden ESF-Mittel für den Stadtkreis Ulm betragen 200.000€ für den Zeitraum eines Jahres. Auf der Basis der im Arbeitskreis Ulm beschlossenen ESFArbeitsmarktstrategie wird die Ausschreibung für die Projektanträge 2011 veröffentlicht. Geeignet für die Gesamtdarstellung ist das Internet, unter www.ulm.de, sowie ein Verweis darauf im Amtsblatt bzw. in der Südwestpresse. Projektträger können bis zur Antragsfrist 30.09.2010 ihre Projektanträge zentral bei der L-Bank einreichen. Für interessierte Projektträger besteht die Möglichkeit der Rücksprache mit der der ESFGeschäftsstelle, um eine Projektidee vorzustellen bzw. Nachfragen zu klären. Nach dem Einreichen der Anträge werden die einzelnen Projekte innerhalb einer Arbeitskreissitzung von den jeweiligen Projektträgern vorgestellt. Im Anschluss findet die Priorisierung mit Hilfe des Ranking-Verfahrens statt. Ein Kriterium des Rankings ist insbesondere die nachgewiesene und detaillerte gleichstellungspolitische Ausrichtung der ESF- Projekte in der Projektbeschreibung. Darüberhinaus erfolgt die Auswahl der Projekte unter dem Abgleich und der Übereinstimmung der Projektanträge mit den regionalen Arbeitskreiszielen, Zielgruppen und dem Querschnittsziel der Gleichstellung der Geschlechter. Hierbei gilt es, einen gezielten Mitteleinsatz in Ulm zu erreichen. In allen Phasen muß der Auftrag des Operationellen Programms zur Gleichstellungspolitik umgesetzt werden und die Genderkompetenz der Akteurinnen und Akteure systematisch verbessert werden, etwa durch Weiter- und Fortbildungen, der Verbesserung der Genderdidaktik; langfristig soll ein Nachweis über geschlechtsspezifisches Vorgehen von den Projektträgern eingefordert werden.

5.

Festlegung der Evaluationsschritte

Die Evaluation der ESF- Projekte auf der lokalen Ebene hat sich nunmehr gut etabliert durch die Einführung des übersichtlichen Evaluationsbogens, der von den Projektträgern, die eine Verlängerung ihres Projektantrages bzw. eines vergleichbaren Projektes begehren, jeweils bis zum 30.9. des laufenden Jahres ausfüllen müssen. Es ist geplant, dieses Formular geschlechterdifferenziert weiterzuentwickeln bis zum nächsten Einsatz im September 2010. Die darin enthaltenen Aussagen werden von der Geschäftsstelle zusammengefasst und für die Rankingsitzung transparent gemacht. Von großer Bedeutung sind auch die Vorortbesuche der Geschäftsstelle bei den einzelnen Projekten, die zwar nicht jährlich, aber in gewisser Regelmäßigkeit stattfinden; über deren Ergebnisse wird dann im ESF- Arbeitskreis Bericht erstattet. Der Arbeitskreis wird ferner langfristig Output- und Ergebnisinidkatoren zu jedem spezifischen Ziel, das auf der regionalen Ebene verwirklicht wird, integrieren in der künftigen Strategiearbeit.

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Literaturverzeichnis
o Lauxen-Ulbrich, Maria & Berwing, Stefan (2010): Exemplarische Auswertung und Interpretation der Daten für Ulm (Stadtkreis) aus dem Projekt „Geschlechterdifferenzierende Arbeitsmarktanalyse“, Institut für Mittelstandsforschung, Universität Mannheim (Januar 2010, aktualisiert April 2010) Lauxen-Ulbrich, Maria/ Berwing, Stefan/ Leicht, René (2010): Geschlechterdifferenzierte Regionale Arbeitsmarktanalyse: Tabellen: Struktur und Entwicklung Mai 2009. Ulm, Universitätsstadt. Institut für Mittelstandsforschung, Universität Mannheim (2010) Stadt-Ulm, Abt. KITA, Information, 25.5.10

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