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Full text: Domus (Rights reserved) Issue2019,3 (Rights reserved)

www.ksd-ev.de Der KSD bei Google+ In dieser Ausgabe: Ausgabe 2019-03 Liebe Leserinnen und Leser, Editorial (1) Unternehmen (2–3) GSW Speyer GmbH: 70 Jahre Wohnungsbau in der Domstadt Projekte (3–8) Wohnungsbau: GSW Frankfurt/Main: Behutsame Nachverdichtung in Gonsenheim Leuchtturm: Katholisches Siedlungswerk München: Ein Zeichen gegen den Trend Kirchenimmobilien: KWS Regensburg: Neuer Glanz für St. Petrus in Ergolding KSD-Jahrestagung 2019 in Speyer (6) Unternehmensmeldungen (8–9) Personalia (9–10) Impressum/Termine (10) Die Filialkirche St. Petrus in Ergolding wurde durch das KWS Regensburg saniert. endlich ist es soweit: Nachdem die Bundesregierung gefühlt jede Woche in Antwort auf eine Kleine Anfrage der einen oder anderen Oppositionsfraktion die Einhaltung der vom Bundesverfassungsgericht gesetzten Frist zur Reform der Grundsteuer beteuern und die baldige Vorlage eines Gesetzentwurfs ankündigen musste, einigte man sich im Koalitionsausschuss nun tatsächlich auf einen solchen. Pünktlich zum neuen Jahr soll das Gesetz stehen und diese wichtige Finanzierungsgrundlage der Länder und Kommunen sichern. Während noch vor der politischen Sommerpause eine erste Lesung durchgeführt wurde, stehen nun Verhandlungen an, in denen hoffentlich noch der eine oder andere Schnitzer ausgefeilt wird. Kritisch sehen wir etwa die Ungleichbehandlung bei den steuerlichen Nachlässen für Wohnungsunternehmen: Hier werden kommunale Unternehmen und steuerbefreite Genossenschaften berücksichtigt, kirchliche Wohnungsunternehmen bleiben außen vor. Im Hinblick auf die positive Beeinflussung einer sozial orientierten Wohnungswirtschaft, deren Hauptzweck die günstige Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum ist, sollte diese Einschränkung dringend überdacht werden. Auch muss die Umlagefähigkeit der Grundsteuer erhalten bleiben – ein weiterer Aspekt, den wir im Blick behalten werden. Doch noch ist Geduld gefragt: Die erforderlichen ​Beschlüsse sollen bis Jahresende erfolgen, dann bleiben 5 Jahre Zeit zur Ermittlung der neuen Grundstückswerte, bevor 2025 die neue Grundsteuer fällig wird. Es wird also ein langsames Abschiednehmen von der alten, währenddessen noch einige ​do​ mus​-Ausgaben ins Land gehen. Eine erbauliche Lektüre mit der aktuellen Ausgabe wünscht Ihnen Ihr U ​ lrich Müller Geschäftsführer KSD e.V. d​omus 9. Jahrgang · Ausgabe 2019/03 – © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 1/10 GSW Speyer: Zum Jubiläum ein Großprojekt 70 Jahre Wohnungsbau in der pfälzischen Domstadt Das Bistum Speyer kann auf eine lange Tradition auch im Bereich des Engagements für Wohnraum zurückblicken – der entsprechende Aktenbestand im Bistumsarchiv umfasst nicht weniger als neun Archivkartons. Auf Initiative von Bischof DDr. Joseph Wendel (1943–1952) sollte der Wohnungsnot der Nachkriegszeit begegnet werden, Wohnungsbau vorangetrieben und selbstgenutztes Wohneigentum unterstützt werden. Am 06. Mai 1949 schließlich wurde das Gemeinnützige Siedlungswerk Speyer gegründet, das in diesem Jahr seinen 70. Gründungstag feiern konnte und im Jubiläumsjahr an einem bedeutenden Projekt arbeitet. Die Bewirtschaftung des eigenen Mietwohnungsbestands, die Planung, Errichtung under der Verkauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen als Bauträger, aber auch Projektentwicklungen für kirchliche Institutionen gehören zum Kerngeschäft des GSW Speyer, das in der Region für den pfälzischen Teil des Regierungsbezirks Rheinhessen-Pfalz (im Land Rheinland-Pfalz) und der Saarpfalz-Kreis (im Saarland) engagiert ist. Lebenswerte Mietwohnungen für die Region Knapp 900 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 57.291 qm befinden sich im Bestand des GSW – Zahlen, die sich mit Abschluss des derzeitigen Bauprojekts Wohnen am Priesterseminar (vgl. d​omus 2019-01​) bald noch erhöhen dürften. „Am Priesterseminar‟ geht es voran. Aktuelle Vorhaben Mit seinen siebzig Jahren zeigt sich das Siedlungswerk so tatkräftig und zuverlässig wie eh und je: Die Pfälzer befinden sich gerade in der Durchführung des größten Projekts seiner langen Geschichte, und einem der größten Bauvorhaben Speyers. Neben den im Wohnungsbestand des GSW verbleibenden Mietwohnungen realisiert das Siedlungswerk „Am Priesterseminar‟ auch Eigentumswohnungen und für den Verkauf bestimmte Doppelhaushälften, die bereits auf großes Interesse stießen. Viel Betrieb auf der Baustelle in Speyer. Soziale Ausrichtung Für seine an sozialen Kriterien und Familienförderung ausgerichteten transparenten Vergabekriterien haben die Speyerer viel Zuspruch erfahren auch von jenen, die leider nicht berücksichtigt werden konnten, und erhielten auch für den finanziellen „Kinderbonus” beim Verkaufspreis viel Lob. Doch nicht nur Wohnraum für Familien, auch lebendige Wohnkonzepte für Senioren und die Möglichkeiten betreuten Wohnens und pflegerischer Anbindung stellen Schwerpunkte moderner Wohn- und Lebenskonzepte dar, die dem pfälzischen Unternehmen ein großes Anliegen in der täglichen unternehmerischen Arbeit sind. Zur Projektbesichtigung haben sich interessierte Besucher neben GSW-Geschäftsführer Gerhard Müller (3. v. r.) auf der Baustelle versammelt. Erhöhung des Bestands geplant Doch auch wenn sich derzeit alles auf das Großprojekt „Wohnen am Priesterseminar‟ konzentriert, wird natürlich auch der Bestand nicht vernachlässigt: Bei einem Mieterwechsel wird stets umfangreich renoviert, und in der Wohnanlage in Rülzheim entstehen bis Jahresende durch Nachverdichtung neun barrierefreie Mietwohnungen. Mittelfristig wird sich der eigene Wohnungsbestand des Siedlungswerks auf gute 950 Wohnungen erhöhen. d​omus 9. Jahrgang · Ausgabe 2019/03 – © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 2/10 Auf die nächsten 70! Für die Zukunft sieht das GSW einen großen Fokus auf dem Bau barrierefreier Wohnungen für Senioren, zum Teil für den Verkauf, aber auch als Mietwohnungen im eigenen Bestand – ein Schwerpunkt, welcher der demographischen Entwicklung geschuldet ist. Nach dem großen Erfolg beim Verkauf der Doppelhaushälften am Priesterseminar soll aber auch die Schaffung von adäquatem Wohnraum für junge Familien weiterhin einen großen Stellenwert einnehmen. Mit seinen 70 Jahren zeigt sich das GSW Speyer also weiterhin engagiert und bereit für große Taten. Text und Fotos: KSD e.V. Gründung: 06. Mai 1949 Sanierung und Neubau plant die Gemeinnützige Siedlungswerk GmbH Frankfurt/Main auf seinem Bestandsgrundstück in Mainz-Gonsenheim. 12 neue Wohnungen entstehen hier, verteilt auf drei Etagen plus Dachgeschoss. Die im Erdgeschoss gelegenen Wohneinheiten werden als rollstuhlgerechte Zweizimmersowie zwei barrierefreie Dreizimmerwohnungen realisiert. Darüber sind jeweils drei Dreizimmerwohnungen zwischen 70 und 82 qm Größe sowie drei Zweizimmerwohnungen von 62–65 qm Größe geplant. Ein effizienter Schnitt mit großen Wohn- und Esszimmern soll den verfügbaren Raum optimal nutzbar machen. Geschäftsführer: ​Gerhard Müller Aufsichtsratsvorsitz: B ​ enjamin Schmitt, Vorsitzender; Vinzenz du Bellier, stellv. Vorsitzender (Stichtag jeweils 31.12.2017) eigener Wohnungsbestand: 8 ​ 88 Wohneinheiten (WE) Betreuungstätigkeit: ​566 WE Leerstandsquote: ​0,56 Prozent Bilanzsumme: ​37.316.980 Euro Anlagevermögen: ​30.705.161 Euro Eigenkapital: ​18.286.151 Euro Eigenkapitalquote: 4 ​ 9 Prozent Aufwendungen Instandhaltung: 1.136.000 Euro Mitarbeiter: ​17 Kontakt: Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH Obere Langgasse 18 67346 Speyer www.gsw-speyer.de Freiflächenplan des Grundstücks. Behutsame Umgestaltung Die Bestandgebäude des Grundstücks stammen aus den frühen 1960er Jahren und sollen im Zuge der Neubaumaßnahmen eine Modernisierung und Instandsetzung erfahren. Durch die behutsame Umgestaltung im Zuge der Verdichtung soll das Wohnumfeld insgesamt lebenswerter und wohnlicher werden. Der Neubau schließt sich in Architektur und Formensprache an die umliegenden Gebäude an, durch große Fensterflächen und Freisitze soll eine behagliche Atmosphäre geschaffen werden. Die Nachverdichtung ermöglicht die Schaffung dringend benötigten neuen Wohnraums, gleichzeitig ist das GSW Frankfurt/Main darauf bedacht, die Wohnqualität der Anlage zu erhalten und sensibel mit bestehenden Grünflächen zu verfahren. PKW-Stellplätze für bestehende und neue Bewohner sollen in offener Bauweise errichtet werden und die durch Verzicht auf eine Tiefgarage eingesparten Kosten dafür sorgen, die Mieten des Neubaus möglichst bezahlbar gestalten zu können. Text: KSD e.V., mit Material GSW Frankfurt/Main; Bild: GSW Frankfurt/Main Projekt: Wohnungsneubau und Bestandssanierung in Mainz-Gonsenheim Beschreibung: Nachverdichtung mit 12 Wohnungen auf Bestandsgrundstück, Instandsetzung und Modernisierung des Bestandsgebäudes Bauherr: G ​ SW Frankfurt/Main Wohneinheiten (WE): 1 ​ 2 WE (62–82 qm Wohnfläche) Sonstiges: ​Modernisierungsmaßnahmen am Bestandsgebäude; Umgestaltung/Nachverdichtung, Erstellung von 24 Bestands- und 11 neuen PKW-Stellplätzen Technische Details: V ​ ollwärmeschutz als WDVS nach EnEV, Erdgasbrennwertkessel in Verbindung mit Wärmepumpe Bauzeit:​ Fertigstellung Mitte 2020 Kontakt: Gemeinnütziges Siedlungswerk GmbH Frankfurt/Main Blumenstraße 12-16 60318 Frankfurt/Main www.gsw-ffm.de d​omus 9. Jahrgang · Ausgabe 2019/03 – © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 3/10 d​omus 9. Jahrgang · Ausgabe 2019/03 – © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 4/10 Katholisches Siedlungswerk München: Ein Zeichen gegen den Trend KSWM setzt Mieterhöhungen für die nächsten Jahre aus Das katholische Siedlungswerk München (KSWM) setzt ein Zeichen: Während in den Groß- und Universitätsstädten, den Ballungsgebieten und Metropolregionen von ganz Deutschland die Mieten steigen, widersetzt sich das kirchliche Siedlungswerk dem allgemeinen Trend. Bereits im vergangenen August hatte das Katholische Siedlungswerk München angekündigt, die Mieterhöhungen in seinen knapp 3.000 Wohnungen im Großraum München für die nächsten fünf Jahre auf maximal 20 Prozent zu begrenzen. Eine der Wohnanlagen des KSWM in München. Mit diesem selbst auferlegten „Mietenstopp‟ lagen die Münchner deutlich unter den gesetzlich vorgesehenen fünfzehn Prozent in drei Jahren und folgten einem Beschluss des Münchner Stadtrats, der eine ähnliche Begrenzung für die städtischen Wohnungen vorsah. Bedeutsamer Schritt Nun geht das kirchliche Siedlungswerk allerdings noch einen bedeutenden Schritt weiter: Ab dem 01. Juli 2019 verzichtet das KSWM nunmehr komplett auf Mieterhöhungen für seine Münchner Mietwohnungen, und das für die nächsten drei Jahre. Deutlich stellt sich das kirchliche Siedlungswerk damit dem Trend rasant steigender Mieten in der Bayerischen Landeshauptstadt entgegen und setzt ein Zeichen: Wohnen muss bezahlbar bleiben, insbesondere für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, für jene mit kleinem Geldbeutel, für Senioren, Studenten, Familien. Viel Grün und Platz für Familien: Wohnanlage des KSWM in München. Ein Beispiel setzen Der nun vereinbarte zeitweise Verzicht ergänzt den Beschluss von August 2018, der bereits viele positive Reaktionen erhalten hatte. Auch die aktuelle Entscheidung wird von der Hauptgesellschafterin des Siedlungswerks, der Erzdiözese München und Freising, ausdrücklich begrüßt: Angesichts der unverhältnismäßigen Entwicklung des Wohnungsmarktes stehe es gerade kirchlichen Akteuren gut an, der extremen Preisentwicklung nicht zu folgen, so Markus Reif, Finanzdirektor der Erzdiözese. Ziel sei es, möglichst viele bezahlbare Wohnungen anzubieten, weshalb das Erzbistum d​omus 9. Jahrgang · Ausgabe 2019/03 – © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 5/10 seit Jahren Gewinne im Unternehmen belasse, um hier finanziellen Spielraum zu schaffen. Bestand geförderten Wohnraums steigt laufend Von den 2.908 Wohnungen, die das kirchliche Unternehmen derzeit in der Metropolregion München vermietet, sind rund 25 Prozent öffentlich gefördert, entweder im Rahmen der einkommensorientierten Förderung (EOF) oder nach dem München Modell. Natürlich wird der Bestand in diesem Bereich weiter ausgebaut – München braucht nicht nur aktuell bezahlbare Mieten, sondern auch künftig neue Wohnungen. Derzeit entstehen in Markt Schwaben 32 neue Wohnungen, die nach der einkommensorientierten Förderung vergeben werden, und auch am Münchner Nockherberg plant das KSWM eine neue Anlage mit 55 geförderten Wohneinheiten. So sorgt das KSWM jetzt und in Zukunft für bezahlbares, lebenswertes Wohnen in München und Umgebung. Text: KSD e.V./KSWM Fotos: KSWM Projekt: M ​ ietenstopp für München Beschreibung: Aussetzung von Mieterhöhungen in der Großstadtregion München für die nächsten drei Jahre Idee:​ Katholisches Siedlungswerk München GmbH Betroffene Wohneinheiten (WE): 2908 WE Davon öffentlich/nach München Modell gefördert: ​rund​ 2 ​ 5 Prozent Kontakt: Katholisches Siedlungswerk München GmbH Adolf-Kolping-Straße 4 80336 München www.kswm.de Am 07. Mai 2019 trafen sich KSD-Mitglieder und Freunde des Verbands zur traditionellen Jahrestagung, die in diesem Jahr auf Einladung des GSW Speyer in der pfälzischen Domstadt stattfand. Neben der ordentlichen Mitgliederversammlung des Verbands gab es auch 2019 wieder eine Öffentliche Festveranstaltung, die reges Interesse fand. Dem Verbandsschwerpunkt entsprechend befasste sich die Öffentliche Veranstaltung unter der Überschrift „Bewahren und Gestalten – In Sorge um das gemeinsame Haus‟ mit dem Thema Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Schöpfungsverantwortung. Nach der Begrüßung durch Gerhard Müller, Geschäftsführer des GSW Speyer, betonte KSDGeschäftsführer Ulrich Müller die Aktualität der Thematik und rief eindringlich dazu auf, das eigene wie unternehmerische Handeln zu überdenken und sich noch stärker für mehr Klimaschutz zu bemühen. GSW-Speyer-Geschäftsführer Gerhard Müller begrüßt die Teilnehmer. Eindringliche Vorträge Die verheerenden Folgen, die ein bloßes „Weiter so‟ für unseren Planeten hätten, führte der erste Fachvortrag der Veranstaltung vor Augen: Kira Vinke vom PotsdamInstitut für Klimafolgenforschung legte die wissenschaftlichen Hintergründe des Klimawandels und die schwerwiegenden Folgen der Erderwärmung dar. Im Anschluss an die fachliche Darstellung stellte Weihbischof Franz Josef Gebert die christliche Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung heraus und nannte die Sorge um das „gemeinsame Haus‟ als kirchlichen Auftrag. Podiumsrunde zum nachhaltigen Bauen. Angeregte Diskussion Eine Podiumsrunde mit Thomas Hummelsbeck, Geschäftsführer der Rheinwohnungsbau-GmbH, und Reinhard Zingler, Vorstand der Joseph-Stiftung und Sprecher des AK Technik des KSD, befasste sich mit Möglichkeiten und Herausforderungen der Wohnungswirtschaft im Bereich Klimaschutz und nachhaltigen Bauens. Im Anschluss an die nach Meinung der Teilnehmer gelungene, interessante Festveranstaltung fand der Pontifikalgottesdienst mit S. E. Bischof Dr. Karl Heinz Wiesemann und Prälat Dr. Karl Jüsten als Konzelebrant in der Afra-Kapelle des Doms zu Speyer statt. Mit klangvollem Gotteslob und inspirierender Predigt bildete die Heilige Messe einen weiteren stimmungsvollen Höhepunkt der Jahrestagung, die im „Pfälzischen Festabend‟ in gemütlicher Runde ausklang. T ​ ext und Fotos: KSD e.V. d​omus 9. Jahrgang · Ausgabe 2019/03 – © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 6/10 Filialkirche St. Petrus: Neuer Glanz für Ergolding Das KWS Regensburg setzt umfangreiche Renovierung um Wenn sich ein Gebäude bereits seit dem 15. Jahrhundert gen Himmel reckt, so sei ihm von Zeit zu Zeit die erholsame Umsorgung gegönnt. Auch die Filialkirche St. Petrus in Ergolding hatte einmal wieder eine umfassende Sanierung nötig und erfuhr hier beste fachkundige Betreuung durch das Katholische Wohnungs- und Siedlungswerk für die Diözese Regensburg. In Ergolding erstrahlt die Kirche St. Petrus nun wieder in voller Pracht. Das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtete Kirchengebäude – der Turm soll gar noch mehr Jahre zählen – hatte zuletzt 2005 mit der Sanierung der Empore Baumaßnahmen erfahren. So war es im Winter 2016 an der Zeit für umfassendere Arbeiten, die auch kleinere Umgestaltungen des Innenraums vorsahen. Als Bauherr fungierte die Katholische Kirchenstiftung Mariä Heimsuchung in Ergolding. Arbeiten war groß und vielfältig: Die Kreuzrippen des Gewölbes drohten abzustürzen, Risse im Wand- und Deckenbereich, Verschmutzungen, Feuchteschäden und Schimmelbildung durchzogen die Raumschale. Wandmalerei aus dem 16. und 17. Jahrhundert Daneben zeigten sich die 1986 freigelegten Wandmalereien aus dem 16. und 17. Jahrhundert wiederum in gutem Zustand, lediglich lokale Holzstellen waren vom Putz freigelegt. Modernen Anforderungen und dem heutigen Stand der Technik genügten allerdings weder die ölbetriebene Warmluftheizung noch die Elektroinstallationen. Versetzung der Mutter-Gottes-Statue: Neue Möglichkeit zur Andacht. St. Petrus in der Außenansicht. Umfangreiche Arbeiten nötig Der Umfang der notwendigen Vielfältiger Sachverstand Doch mit baulichem, technischem und restauratorischem Sachverstand wurden umfangreiche Maßnahmen durchgeführt, die dem Gotteshaus wieder zu neuer Pracht und den Gottesdienstbesuchern zu einer sicheren Messe verhalfen: Die Gewölberippen wurden durch einen Restaurator wieder mechanisch im Ziegelgewölbe befestigt, es fand eine Trocken- und Feuchtreinigung der Raumschale mit Neufassung in Kalk-Lasurtechnik statt, die Wandmalereien wurden konservatorisch bearbeitet. Der renovierte Kirchenraum. Moderne Lüftungskontrolle Die Bodenschächte der Luftheizung wurden entfernt und durch eine Fußbodenheizung ersetzt, die Kirchenfenster mit neuen Schwitzwasserrinnen und einer Entwässerung nach außen ausgestattet; die Lüftung erfolgt zudem nun automatisch, gesteuert über Feuchte- und Temperaturfühler. Darüber hinaus wurde die Ölheizung auf Gasbetrieb umgestellt, die Elektroinstallationen erneuert. Kleinere Umgestaltungen des Innenraums Im Zuge der Maßnahmen wurde der Innenraum bzw. die liturgische Ausstattung nur behutsam umgestaltet: Durch Versetzung der Marienstatue nebst Kniebank und Opferlichtern entstand ein neuer Andachtsort für das Gebet an die Mutter Gottes. d​omus 9. Jahrgang · Ausgabe 2019/03 – © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 7/10 Gottesdienst und Einkehr, Andacht und Gebet sind nun wieder möglich in dieser traditionsreichen Kirche in Ergolding, und die umfassende Sanierung ist sicher nicht nur für die regelmäßigen Kirchgänger, sondern auch für gelegentliche Besucher aus Nah und Fern ein Gewinn. Text: KSD e.V., mit Material KWS Regensburg, Fotos: KWS Regensburg Projekt: I​ nnenrenovierung der Filialkirche St. Petrus in Ergolding Bauherr: K ​ atholische Kirchenstiftung Mariä Heimsuchung, Ergolding Baujahr: ​2. Hälfte 15. Jh. Durchführung aktuelle Maßnahme: 2016–2018 Kosten:​ rd. 1.330.000 Euro Kontakt: Katholisches Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg GmbH Großprüfening 7 93049 Regensburg www.kws-regensburg.de Katholische Pfarrei Ergolding Lindenstraße 21 84030 Ergolding www.pfarreien-ergolding-oberglaim .de Tradition und behutsame, moderne Neugestaltung für St. Petrus. St. Bruno-Werk: Spatenstich in Gerbrunn Das Würzburger St. Bruno-Werk hat vor kurzem mit den Bauarbeiten für sein wegweisendes Projekt im unterfränkischen Gerbrunn begonnen. Investiert werden hier rund 3,1 Mio. Euro, um auf dem rund 1.130 qm großen Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohneinheiten zu realisieren. Für die Hälfte der Wohnungen besitzt die Gemeinde 15 Jahre lang das Belegungsrecht. Das Energiekonzept sorgt dafür, die Betriebskosten dauerhaft günstig zu gestalten: Durch eine Erdwärmeheizung (Geothermie) können 75 Prozent des Energiebedarfs des Gebäudes gedeckt werden, eine Photovoltaikanlage versorgt die allgemeinen Bereiche wie Treppenhaus und Lift mit Strom. KWS Regensburg: Spatenstich für neues Wohnquartier in Regenstauf Das Katholische Wohnungsbauund Siedlungswerk der Diözese Regensburg (KWS) beging Ende April den ersten Spatenstich seines umfangreichen Bauprojekts in Regenstauf. Auf dem Nachbargrundstück der dortigen Gemeinschaftsunterkunft werden 60 neue Wohnungen realisiert, von denen zwei Drittel durch den Freistaat Bayern gefördert werden. Zudem wurde vereinbart, jede zehnte Wohnung an anerkannte Asylbewerber zu vermieten, um Integration zu fördern und eine gute Durchmischung des neuen Quartiers zu erreichen. Insgesamt d​omus 9. Jahrgang · Ausgabe 2019/03 – © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 8/10 entstehen zwei Gebäude mit je acht Reihenhaustypen, die für Familien vorgesehen sind, und vier Gebäude mit je sieben Wohneinheiten. Hinzu kommen zwei Gebäude mit insgesamt 16 kleineren Wohnungen für ältere Bewohner, zwei Drittel aller Wohneinheiten sind barrierefrei. Das Investitionsvolumen der gesamten Baumaßnahme liegt bei 20 Mio. Euro, die Finanzierung erfolgt überwiegend mit diözesanen Finanzmitteln in Form von Gesellschafterdarlehen. GSW Frankfurt/Main: Grundsteinlegung in Offenbach Die Gemeinnützige Siedlungswerk GmbH (GSW) Frankfurt/Main feiert die Grundsteinlegung für das Bauprojekt der LOUISA Wohn- & Werkhöfe in Offenbach. Das GSW hat das rund 4.350 qm große Grundstück erworben und plant den Bau von insgesamt 72 Mietwohnungen und Gewerbeeinheiten. Hierfür ist zunächst der Rückbau mehrerer Bestandsgebäude nötig, drei ehemalige Produktions- und Verwaltungsgebäude wiederum werden als Gewerbeflächen in das Gesamtkonzept integriert. Angestrebt wird eine Durchmischung von Wohnen und Gewerbe, die Fertigstellung ist für den Herbst 2020 geplant. Aachener SWG: Polis-Award für Wohnprojekt Klarissenkloster Im Rahmen der polis Convention 2019, veranstaltet vom „polis Magazin für urban development‟, wurden die gemeinsam mit der Bundesstiftung Baukultur ausgelobten polis Awards für Stadt- und Projektentwicklung verliehen. Bewerben konnten sich kooperative Projekte mit einer Vision für eine zukunftsfähige Stadt. Den ersten Preis in der Kategorie „Soziale Quartiersentwicklung‟ erhielt in diesem Jahr das Integrative Wohnprojekt Klarissenkloster in Köln-Kalk, ein Gemeinschaftsprojekt der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH in Zusammenarbeit mit dem Erzbistum Köln, dem Caritasverband der Stadt Köln, der Stiftung Die Gute Hand, des Amtes für Wohnungswesen der Stadt sowie der LK Architekten Regina Leipertz und Martin Kostulski Partnerschaftsgesellschaft mbH. Aachener Grundvermögen: 208 barrierefreie Komfortwohnungen Die Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH hat mit der TERRAGON AG einen Kaufvertrag zum Erwerb der Seniorenresidenz Riviera per Forward Deal abgeschlossen. Das Projekt Riviera, eine ServiceWohnanlage für Senioren, befindet sich in Berlin-Grünau. Hier werden von der TERRAGON AG 208 barrierefreie Wohnungen mit großen Begegnungsflächen errichtet, ergänzt durch eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für 12 Personen und eine Tagespflege für 15 Personen. Als Generalmieter fungiert eine Tochtergesellschaft der Agaplesion AG, eines der größten diakonischen Werke Deutschlands. Die Aachener Grundvermögen erwirbt das Projekt für ihren Aachener WohnenPlusFonds, der auf neue Wohn- und Betreuungsformen in Deutschland spezialisiert ist. Zum Projekt gehören fünf Gebäude mit einer Mietfläche von 15.500 qm, 208 Servicewohnungen sowie eine Tagespflege und eine Wohngruppe. Derzeit werden auf dem Gelände vorbereitende Abrissarbeiten durchgeführt, so dass im vierten Quartal 2019 mit dem Bau begonnen werden kann. 2021 soll die Fertigstellung erfolgen. KWS Regensburg: 10 Jahre Allmeind Das zehnjährige Bestehen seines Mehrgenerationen-Wohnprojektes Allmeind in Burgweinting konnte das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg (KWS) vor kurzem gemeinsam mit Bewohnern und Gästen aus dem Stadtteil feiern. Ludwig Gareis, früherer Geschäftsführer des KWS Regensburg, berichtete anlässlich der Feier von den Hindernissen in der Planungsphase des Projekts und freute sich über den letztendlichen Erfolg des Vorhabens. Die Berichte von Bewohnern und die Glückwünsche von Stadträtin Dagmar Kick zeigten, dass sich das Projekt Mehrgenerationen-Wohnen in Regensburg bewährt habe. Die Katholische Familienheimbewegung e.V. trauert um den langjährigen Vorsitzenden der Kreisgruppe Ruhr und stellvertretenden Vorsitzenden des Diözesanverbandes Essen, Rudolf Kleverbeck, der im Alter von 88 Jahren verstarb. Kleverbeck hat sich über viele Jahrzehnte für die Katholische d​omus 9. Jahrgang · Ausgabe 2019/03 – © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 9/10 Familienheimbewegung e.V. engagiert, 2011 erhielt er das „VKS-Ehrenzeichen in Gold mit Eichenlaub“. Das Bistum Würzburg trauert um seinen früheren Bischof Dr. Paul-Werner Scheele, der im Alter von 91 verstarb. Bischof em. Dr. Scheele leitete von 1979 bis 2003 das Bistum Würzburg, zuvor war er vier Jahre lang Weihbischof in Paderborn. Darüber hinaus leitete er 27 Jahre lang die Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Der Diplom-Kaufmann Jérôme-Oliver Quella wird zum 01. August 2019 neuer Leiter der Hauptabteilung Wirtschaftliche Angelegenheiten, Recht und Bauwesen des Bistums Augsburg. Der 47jährige folgt damit auf Dr. Klaus Donaubauer, der sein Amt auf eigenen Wunsch altersbedingt abgibt. Der gebürtige Hamburger Quella studierte an der Universität Augsburg Wirtschaftswissenschaften, juristische Zusatzqualifikationen erlangte er durch ein Masterstudium an der Dresden International University. Bereits seit 01. Juni 2019 ist er für das Bistum als stellvertretender Leiter der Hauptabteilung tätig. Neuer Generalvikar der Erzdiözese München und Freising wird Pfarrer Christoph Klingan, der damit den bisherigen Amtsinhaber Peter Beer nach einer Übergangsphase ablöst. Klingan wird zunächst zum stellvertretenden Generalvikar ernannt und leitet seine derzeitige Pfarrei St. Michael in Poing noch bis zum 01. September, bevor er in das Erzbischöfliche Ordinariat München wechselt. Nach der Einarbeitungsphase wird er von Kardinal Reinhard Marx zum neuen Generalvikar ernannt werden. Mit dem Wechsel ist eine weitgehende Veränderung auf der Leitungsebene verbunden: Bislang fungierte ein geweihter Priester im Amt des Generalvikars als allgemeiner Vertreter des Erzbischofs auch als oberster Chef des Erzbischöflichen Ordinariats. Die damit verbundenen Aufgaben und Funktionen werden künftig aufgeteilt, ein Amtschef übernimmt die operative Verwaltungstätigkeit, der Generalvikar ist mit inhaltlichen und theologischen Fragen befasst. Alexander Krebs wird ab dem 01. Juli 2019 die Geschäftsführung der SBW-Bauträger- und Verwaltungs-GmbH übernehmen. Der 31jährige Krebs ist seit 2011 in der Liegenschaftsabteilung des Bischöflichen Ordinariats Würzburg tätig, im Juli 2018 wurde er zum kommissarischen Abteilungsleiter ernannt. Krebs erwarb unter anderem das Diplom als Immobilienwirt bei der Deutschen Immobilien-Akademie an der Universität Freiburg. Die SBW ist eine Tochtergesellschaft des Bischöflichen Stuhls zu Würzburg und als Bauträger- und Verwaltungs-GmbH unter anderem in den Bereichen Projektsteuerung, Baugebietserschließung und Bauträgertätigkeit tätig. 2019-11-21 KSD Fachtagung, Würzburg 2020-04-23/24 KSD Jahrestagung, Freising Impressum Herausgeber und Verlag: KSD Katholischer Siedlungsdienst e.V. V.i.S.d.P.: Ulrich Müller Reinhardtstr. 13 10117 Berlin Tel.: +49 30 280 936 50 E-Mail: info@KSD-eV.de Netz: ​www.KSD-eV.de Erstellung und Vertrieb: K ​ SD e.V. Copyright: Copyrightnachweis für Bilder/Grafiken (soweit nicht anders vermerkt) bei KSD e.V. Nachdruck mit Quellenangabe erlaubt. Belegexemplar erbeten. d​omus​ (ISSN​ 2​ 191-4656) erscheint sechsmal im Jahr (zzgl. eventueller Sonderausgaben). KSD Termine 2019-07-09/10 KSD Hauptausschuss, Schwabach 2019-11-20 KSD Hauptausschuss/ BAG Kirchlicher Wohnungsunternehmen im GdW, Würzburg Dieses Gruppenfoto mit (v.l.n.r.) KSD-Referentin Dr. Julia Doborosky, KSD-Geschäftsführer Ulrich Müller, Bischof Dr. Wiesemann, Prälat Dr. Jüsten und Gerhard Müller, Geschäftsführer des GSW Speyer, entstand nach der Heiligen Messe im Dom zu Speyer im Rahmen der KSDJahrestagung. (Foto: KSD e.V.) d​omus 9. Jahrgang · Ausgabe 2019/03 – © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 10/10
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