Path:
Periodical volume

Full text: Domus Issue 2014,06

Bundesverband für Wohnungswesen und Städtebau

KATHOLISCHER SIEDLUNGSDIENST E.V.

domus domus
Der Unternehmensreport des KSD Katholischer Siedlungsdienst e.V.
www.ksd-ev.de
Der KSD bei Google+

Ausgabe 2014/06 Liebe Leser,
01

Inhalt
domus erreicht etwa 4.000 Entscheider und Experten in Kirche, Politik, Wohnungswirtschaft, Verwaltung und Medien.

Editorial
Rückblick KSD-Fachtagung 2014 Weihnachts- und Neujahrsgruß 2014 / 2015

Unternehmensreport

02 - 03

St. Bruno-Werk eG – Wohnungsgenossenschaft im Bistum Würzburg

Projekte I bis III
I - Wohnungsbau II - Leuchtturm III - Kirchenimmobilien

04 - 07

Rezensionen/Personalia/Termine
Armut. Die Herausforderung für den Glauben Stefan Wieland, Manfred van Holtum, Andreas Frick, Rene Brülhart, Dr. Ulrich Neymeyr

08

I Familienheim Bruchsal eG erneuert Asylbewerberunterkunft. Schaffung von Wohnraum für Bedürftige. Seite 4

II Siedlungswerk GmbH errichtete familiengerechtes Wohnquartier. Argonnenpark in Weingarten/ Oberland. Seite 5

III Neues Raumgefühl und Blick auf einmalige Kunstwerke. KWS Regensburg steuerte Renovierung der Basilika St. Jakob in Straubing. Seite 6-7

die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens – „Corporate Social Responsibility“ (CSR) – erweckt das Interesse der Öffentlichkeit und spielt zunehmend eine Rolle für Entscheidungen bei Geschäftspartnern, Lieferanten oder Kunden. Unternehmungen mit Sozialauftrag, darunter insbesondere kirchliche Einrichtungen, haben dem CSR-Aspekt in der Praxis bisher wenig Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, da der Sozialaspekt in ihrem Geschäftszweck und ihrer Unternehmungskultur ohnehin von zentraler Bedeutung ist. Dabei eröffnen sich durch CSR- Bemühungen gerade für kirchliche Unternehmungen besondere Chancen. Vor diesem Hintergrund setzte sich der KSD im Rahmen seiner Fachtagung 2014 mit dem Thema Corporate Social Responsibility und Sozialberichterstattung in kirchlichen Unternehmungen auseinander. Einen Rückblick auf die Tagung bieten wir Ihnen auf Seite 7. Mit dieser Ausgabe von domus beenden wir den vierten Jahrgang des KSD-Unternehmensreportes und freuen uns auf den fünften Jahrgang 2015 mit weiteren wichtigen Projekten des kirchlichen Leistungsspektrums im Immobilienbereich. Der KSD wünscht Ihnen eine anregende Lektüre und gesegnete Weihnachten sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2015!

Editorial

Ihr

Ulrich Müller
Geschäftsführender Vorstand

Eine Auswertung der KSD Fachtagung 2014 und den Zugang zu den Präsentationen der Referenten finden Sie auf Seite sieben. domus 4. Jahrgang · Heft 2014/06 · © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 1

Unte r n e h me n s r e p o r t
St. Bruno-Werk eG – Wohnungsgenossenschaft im Bistum Würzburg
Wohnraum zu sozialverträglichen Mieten Unternehmen im Überblick
Name:
St. Bruno-Werk eG

Gründungsjahr:
23. Januar 1949

Regionales Tätigkeitsgebiet:
Region Bistum Würzburg

Vorstand:

Gründung und Geschichte
Die St. Bruno-Werk eG ist das in der Diözese Würzburg tätige kirchliche Wohnungsunternehmen des KSD. Es wurde von Bischof Dr. Julius Döpfner 1949 als Wohnungsgenossenschaft gegründet. Seit 1949 hat sich das St. Bruno-Werk auch angesichts vieler nach Deutschland kommender Flüchtlinge und Heimatvertriebener das Motto des Bischofs „Wohnungsbau ist Dombau und Wohnungssorge ist Seelsorge" zu eigen gemacht. So wurde seit der Gründung des Unternehmens für viele Menschen Wohnraum zu vertretbaren Mietkonditionen geschaffen. Von Anfang an unterstützte dabei die Diözese Würzburg das St. Bruno-Werk, zum einen durch die Bereitstellung kirchlicher Erbbaugrundstücke, zum anderen finanziell durch eigenkapitalersetzende Darlehen. Bischof Döpfner kümmerte sich erst nach der Lösung der Wohnraumfrage für die Menschen um die Sakralbauten in seinem Bistum. Es wurden unter seiner Leitung 48 Kirchen restauriert und 43 Neubauten errichtet. Der vom Gründungsvater übernommen Auftrag hat bis heute Bedeutung für das St. Bruno-Werk. Auch wenn der Wohnungsneubau heute nicht mehr vorrangige Aufgabe ist, so wird die von Anfang an gesetzte Aufgabe, Menschen Wohnraum zu sozialverträglichen Mieten

Frank Hermann (Geschäftsführend) Manfred Bätz Siegfried Issig

Aufsichtsratsvorsitzender:
Dr. Dr. h.c. (UCC) Adolf Bauer

Mitgliederzahl (31.12.2013): 3.473 Gezeichnete Geschäftsanteile: 103.740
Die zerstörte Innenstadt von Würzburg in der Nachkriegszeit.
Foto: St. Bruno-Werk

Wohneinheiten zum 31.12.2013:
Mietwohnungen: 2.669 Gewerbliche Einheiten: 33 Garagen- und Tiefgaragenstellplätze: 707

zur Verfügung zu stellen, als das Ziel schlechthin verfolgt. Die Mitglieder der Genossenschaft, der Aufsichtsrat, der Vorstand und die Mitarbeiter des St. Bruno-Werks fühlen sich dem Gründungsauftrag weiterhin verpflichtet. Wohnbautätigkeit und Daten Von 1950 bis 1955 sind vom St. Bruno-Werk 759 Wohnungen neu errichtet worden, darunter auch Eigenheime und Kleinsiedlungen, u.a. in Aschaffenburg, Gemünden, Kitzingen, Miltenberg, Münnerstadt, Ochsenfurt, Schweinfurt sowie Würzburg. Im September 1952 wurde das St. Bruno-Werk als Kleinsiedlungsträger anerkannt. Von 1956 bis 1970 konnten größere Objekte u.a. in der Gartenstraße und Spiegelstraße in Würzburg errichtet werden. Das erste Altenheim St. Thekla am Würzburger Ludwigskai entstand ebenfalls in dieser Periode. Von 2006 bis 2009 erfolgten Großinstandhal-

Treuhänderische Verwaltung:
Mietwohnungen: 532 Wohnheimplätze in Studentenwohnheimen: 437 Gewerbliche Einheiten: 225 Garagen- und Tiefgaragenstellplätze: 514

Geschäftsfelder:
Bewirtschaftung des eigenen Bestandes, Ausweitung des Bestandes durch Neubau, Bestandsverwaltung für Dritte, Modernisierung und Sanierung des Bestandes

Anzahl Mitarbeiter per 31.12.2013:
Mitarbeiter (gesamt): 32

Internet: www.bruno-werk.de

tungsmaßnahmen in Aschaffenburg, Bad Kissingen, Marktheidenfeld, Maßbach, Schweinfurt und Würzburg. Erstmals wurde ein systematisches Portfolio der Immobilien im Besitz des St. BrunoWerks für eine künftige Strategieanalyse erarbeitet. Zudem erfolgten u.a. die Modernisierung des Studentenwohnheims Thomas-Morus-Burse in Würz-

domus 4. Jahrgang · Heft 2014/06 · © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 2

Unte r n e h me n s r e p o r t
burg, der Bau von Eigentumswohnungen am Nikolausberg in Würzburg und die Sanierung des Seniorenstifts St. Anna in Würzburg. Am 31. Dezember 2013 gehörten der Genossenschaft 3.473 Mitglieder an. Diese halten Spatenstich für das 103.740 GeQuartier „Gartenstraße“ (o.) und Sanierung schäftsanteile zu von Gebäuden in der je 52,00 Euro. Breslauer Straße (u.). Das St. BrunoFotos: St. Bruno-Werk Werk verwaltet aktuell 2.669 Mietwohnungen und 33 gewerbliche Einheiten. In treuhänderischer Verwaltung befinden sich 532 Mietwohnungen und 437 Wohnheimplätze, letztere in sechs Studentenwohnheimen, für die das Unternehmen mit der Geschäftsbesorgung beauftragt ist. Trägerverein für die Wohnheime ist die Studentenburse Würzburg e.V. Aktuelle Projekte Bis Ende 2018 baut das St. BrunoWerk 71 neue Wohnungen in der Sanderauer Gartenstraße. Das für die Wohnungsgenossenschaft größte Neubauprojekt seit den 60er Jahren begann mit dem Abbruch der Gebäude Gartenstraße 4 und 6. In mehreren Bauabschnitten wurden insgesamt vier alte Wohnhäuser abgerissen und durch moderne, energieeffiziente und barrierefreie Neubauten ersetzt. Das Gesamtvolumen der Maßnahme beträgt 15,2 Mio. Euro. Um die Nebenkosten niedrig zu halten, setzt das St. Bruno-Werk innovative Gebäudetechnik und ein hochwertiges Energiekonzept mit der Nutzung von Erdwärme und Solarmodulen ein. Rund 7,4 Mio. Euro hat das Unternehmen 2013 insgesamt in Großmodernisierungen und in den Neubau investiert, darunter in die Anwesen Spiegelstraße und Breslauer Straße in Würzburg sowie Sudetenlandstraße in Bad Kissingen. Die Fertigstellung der Generalsanierung des Anwesens Breslauer Straße 4/6 konnte 2014 mit den Mietern gefeiert werden. Ab Herbst 2011 hatte die Wohnungsgenossenschaft begonnen, die Mieter der zu sanierenden Wohnungen in das bereits frei stehende Haus in der Gartenstraße umzuziehen. Innerhalb von zwei Jahren sind nun alle wieder zurück in ihren modernisierten Wohnungen. Rund 2,2 Mio. Euro investierte das St. BrunoWerk, um die 16 Wohnungen, das Gebäude und die Außenanlagen auf Verwaltete Studentenwohnheime: die z e i t g e m ä ß e n Thomas-Morus-BurStandard zu brin- se (o.), das EdithStein-Haus (m.) und gen. die Karlsburse (u.). Das St. BruFotos: St. Bruno-Werk no-Werk steht im KSD für zeitgemäßen, energetisch hochwertigen Wohnungsbau für alle Generationen.■ Autor: KSD

domus 4. Jahrgang · Heft 2014/06 · © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 3

Proje kt I - Wo h n u n g s b a u
Schaffung von Wohnraum für Bedürftige
Familienheim Bruchsal eG erneuert Asylbewerberunterkunft
Name: Mit einem symbolischen ersten Spatenstich hat die Familienheim Bruchsal Baugenossenschaft eG den ersten Bauabschnitt für die Erstellung neuer Unterkunftsgebäude für Asylbewerber begonnen. Damit wird im Ubstadt-Weiherer Orsteil Zeutern die älteste Asylbewerberunterkunft im Landkreis durch das Unternehmen erneuert. Mit dem Projekt richtet die Familienheim Bruchsal Baugenossenschaft eG ihren Blick auf aktuelle Problemlagen und verfolgt den für die kirchliche Wohnungswirtschaft grundlegenden Auftrag, die Wohnungsnot von bedürftigen Menschen aktiv zu lindern.
Erneuerung der Asylbewerberunterkunft in Ubstadt-Weiher-Zeutern

Projekt im Überblick

Bauherr:
Familienheim Bruchsal Baugenosssenschaft eG

Beschreibung:
Erneuerung einer Asylbewerberunterkunft durch Neubau von Unterkunftsgebäuden (1. BA), Abbruch von Bestandsgebäuden sowie energetische Sanierung von Verwaltungsgebäuden (2. BA)

Daten:
Wohnfläche: 4 Baukörper zu je 580 qm Volumen: 2.300 cbm je Gebäude Kapazität: Platz für 75 Personen bei 4,5
qm; 50 Personen bei 7 qm Sonstiges: Erneuerung der Heizung als Pellet-Heizanlage für Bestand und Neubau

Rahmendaten: Die Enereuerung der Asylbewerberunterkunft in Ubstadt-Weiher-Zeutern erfolgt mit vier Baukörpern mit einer jeweiligen Wohnfläche von 580 qm. Die Fertigstellung der ersten beiden Neubauten ist für Dezember 2014 geplant. Der Abbruch der bisherigen Bestandsgebäude und der anschließende Bau zweier weiterer Gebäude werden im zweiten Bauabschnitt erfolgen. Ebenso wird dann die energetische Sanierung des derzeitigen Verwaltungstraktes vollzogen. Künftig sollen rund 200 Asylbewerber auf dem Gelände untergebracht sein. Viele Jahre lang war die vormals auf dem Areal befindliche Gemeinschaftsunterkunft die einzige ihrer Art vor Ort. Mit der Erneuerung demonstriert die Familienheim Bruchsal Baugenossenschaft eG die Verfolgung eines Sozialauftrages und übernimmt Verantwortung. Technische Details: Durch eine quadratische Anordnung der Baukörper wird eine Art Campus mit zentraler Grünfläche entstehen. Die zweigeschossigen Neubauten in Holzständerbauweise sind modular gebaut und nach neuestem energetischen Standard geplant. Sie können flexibel von 4,5 auf sieben Quadratmeter erweitert werden, sind barrierefrei und behindertengerecht.

Termine:
Baubeginn: Mai 2014 (1. BA); Jan. 2015 (2. BA) Bezugsfertig: Dezember 2014 (1. BA)

Kosten/Finanzierung: 4 Mio. €
Kosten und Partner: Insgesamt vier Mio. Euro wendet die Familienheim Bruchsal Baugenossenschaft eG für die Baumaßnahme auf. Das Unternehmen tritt dabei als Bauherr und Partner des Landkreises Karlsruhe auf. Die Baugenossenschaft als Eigentümer vermietet die Räumlichkeiten anschließend an den Landkreis. „Die Unterbringung von Asylbewerbern stellt uns vor große Herausforderungen“, sagte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und wies darauf hin, dass sich die Zahl der unterzubringenden Asylbewerber innerhalb eines Zeitraumes von eineinhalb Jahren von 200 auf heute 1.000 verfünffacht habe. Im Laufe des Jahres müssen voraussichtlich weitere 500 Plätze eingerichtet werden, um die vom Land BadenWürttemberg zugewiesenen Asylbewerber aufnehmen zu können. Die neue Regelung, wonach jedem Asylbewerber anstatt 4,5 qm ab dem Jahr 2016 7,0 qm zur Verfügung stehen müssen, sei im Interesse der Menschen zwar

Kontakt / Ansprechpartner:
Familienheim Bruchsal Baugenossenschaft eG Martin Radke Philippsburger Str. 6a 76646 Bruchsal Telefon: +49 7251 24 48 E-Mail: service@familienheim-bruchsal.de Internet: www.familienheim-bruchsal.de

geboten, erleichtere die Aufgabe aber nicht. Gleichwohl wurden die neuen Räumlichkeiten in Zeutern schon im Hinblick auf die künftigen Anforderungen konzipiert. Zudem werden ehrenamtliche Helfer zusammen mit den hauptamtlichen Kräften die Betreuung der Asylbewerber sicherstellen.

Beim Spatenstich (v.l.n.r.): Architekt Heiko Zirpel, Bürgermeister Tony Löffler, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Geschäftsführer Martin Radke, Kreisräte Markus Rupp und Richard Schleicher, Vertreter der Baufirma, Amtsleiterin Sylvia Tröger.
Fotos: FH Bruchsal

domus 4. Jahrgang · Heft 2014/06 · © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 4

Proje k t I I - L e u c h ttu r m
Argonnenpark in Weingarten/Oberland
Siedlungswerk GmbH errichtete familiengerechtes Wohnquartier
Name: Die Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau Stuttgart hat ein umfassendes familiengerechtes Wohnquartier für unterschiedliche Haushaltsgrößen und Einkommensverhältnisse auf einem ehemaligen Kasernengelände in Weingarten errichtet. Zu dem Quartiersprojekt gehören Grundstücke für freistehende Einfamilienhäuser, Reihenhäuser (als teilweise „Preiswertes Wohneigentum“), Doppelhaushälften, Mietwohnungen und Eigentumswohnungen. Durch den Einsatz von regenerativen Brennstoffen konnte der CO2-Ausstoß bei dem Projekt gegenüber konventioneller Energieerzeugung um rund 85 Prozent gesenkt werden.
Argonnenpark in Weingarten/Oberland

Projekt im Überblick

Projektentwicklung/Bauherr:
Siedlungswerk GmbH Wohnungsund Städtebau Stuttgart

Beschreibung:
Errichtung eines familiengerechten Wohnquartiers für unterschiedliche Haushaltsgrößen und Einkommensverhältnisse

Daten:
Wohn- und Nutzfläche: ca. 12.422 qm Anzahl Wohneinheiten: 153 (gesamt),
bestehend aus: 77 Hauseinheiten als Eigenheim, 36 Eigentumswohnungen, zwölf Einzelbauplätze, vier Hauseinheiten zur Miete, 24 Mietwohnungen

Termine:
Baubeginn: 2002 Bezugsfertig: 2014

Gesamtinvestition: ca. 30 Mio. €
Familienfreundliches Wohnquartier: Die Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau Stuttgart errichtete als Projektentwickler und Bauherr mit dem Projekt „Argonnenpark“ ein umfassendes familienfreundliches Wohnquartier. Es ist ausgerichtet auf unterschiedliche Haushaltsgrößen und auf Bewohner mit unterschiedlichen Einkommensverhältnissen. Der Standort ist ein ehemaliges Kasernengelände in Weingarten. Projektdaten: Bei einer Gesamtinvestition von ca. 30 Mio. Euro entstehen in mehreren Bauabschnitten in Weingarten insgesamt 153 Wohneinheiten in Wohnungstypen vom Zwei-Zimmer-Appartement bis hin zur VierZimmer-Wohnung. Konkret entsanden 77 Hauseinheiten als Eigenheim, 36 Eigentumswohnungen, zwölf Einzelbauplätze und vier Hauseinheiten zur Miete. Zudem sind auch 24 Mietwohnungen Teil des Konzeptes. Die Wohn- und Nutzfläche liegt bei insgesamt ca. 12.422 qm. Energiekonzept und Partner: Die Energieversorgung wurde auf der Basis von regenerativen Brennstoffen konzipiert. Hauptenergieträger sind Holzpellets. Dadurch konnte der CO2-Ausstoß gegenüber einer konventionellen Energieerzeugung um ca. 85 Prozent gesenkt werden. Zudem gibt es einen Erdgaskessel zur Unterstützung bei Spitzenheizlast und ein zentrales Nahwärmenetz. Projektbeteiligt ist u.a. die ImmoTherm GmbH. Sie sieht ihre Kernaufgabe in der Planung, der Errichtung und der Bewirtschaftung von Wärmeerzeugungsanlagen im Rahmen eines Energiecontracting und ist ein Tochterunternehmen des Siedlungswerkes. Die Verwaltung der entstehenden Wohneinheiten liegt bei der SW Verwaltungsgesellschaft mbH. Sie ist eine hundertprozentige Tochter der Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau in Stuttgart. Derzeit verwaltet das Unternehmen ca. 16.600 Eigentumswohnungen, Büro- und Gewerbeeinheiten sowie ca. 6.200 Mietwohnungen Fazit: Das Quartiersprojekt ist ein Beispiel für die praktische Ausrichtung der Baumaßnahmen an den Zielen der kirchlichen Wohnungswirtschaft: familiengerechtes WohDie Abbildungen zeigen das Wohnquartier Argonnenpark.
Fotos: Siedlungswerk

Energiekonzept:
Zentrales Nahwärmenetz, Hauptenergieträger sind Holzpellets, Erdgaskessel zur Unterstützung bei Spitzenheizlast

Kontakt / Ansprechpartner:
Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau Postfach 10 41 42 70036 Stuttgart Telefon: +49 711 2381 0 E-Mail: info@siedlungswerk.de Internet: www.siedlungswerk.de

nen, eine sozial gemischte Einwohnerschaft, Wohnraum für Familien mit geringerem und höherem Einkommen und ein nachhaltiges Energiekonzept.

domus 4. Jahrgang · Heft 2014/06 · © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 5

Proje kt II I - K ir c h e n immo b ilie n
Neues Raumgefühl und Blick auf einmalige Kunstwerke
KWS Regensburg steuerte Renovierung der Basilika St. Jakob in Straubing
Name:
Basilika St. Jakob in Straubing

Projekt im Überblick

Zwei Jahre und zwei Monate war die Basilika St. Jakob in Straubing wegen ihrer aufwändigen Renovierung für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Inzwischen erstrahlt die Kirche nach ihrer Wiedereröffnung in neuem Glanz. Das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg (KWS) hatte das Großprojekt gesteuert. Es war bzw. ist mit der wirtschaftlichen Baubetreuung beauftragt.

Wirtschaftliche Baubetreuung:
Katholisches Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg GmbH (KWS)

Beschreibung:
Durchführung der Gesamtsanierung der Basilika

Ausmaße der Basilika:
Länge: Außen 89 m Breite: 28 m Höhe Gewölbe: 22 m Grundfläche: 2132 qm Turmhöhe: 90 m rahmen von 6,4 Mio. Euro einzuhalten. Das KWS Regensburg ist ein modernes Dienstleistungsunternehmen rund ums Planen, Bauen, Vermieten und Verwalten. Gesellschafter sind das Bistum Regensburg, der Caritasverband für die Diözese Regensburg, der Bischöfliche Stuhl Regensburg und die Bischöfliche Knabenseminar-Stiftung Regensburg. Der eigene Bestand des Unternehmens umfasst über 800 Wohneinheiten; darüber hinaus verwaltet es für Dritte rund 500 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Da die Aufträge selten so groß und umfangreich ausfielen, sei die Renovierung der Basilika St. Jakob der bisherige Glanzpunkt seiner Arbeit, stellte Architekt Michael Nadler fest. Weiter erklärte er, den Charakter des Gotteshauses zu bewahren, habe er als seine vornehmste Aufgabe betrachtet. Der Ruß der Kerzen habe in den drei Schiffen der Kirche seine Spuren hinterlassen. Ein neuer Anstrich – weiß für die Wände und ein leichter Ockerton für die Säulen – vermittle den Eindruck, dass die Basilika höher geworden sei. Die Fresken an den Wänden der Seitenschiffe würden durch eine LED-Beleuchtung ins rechte Licht gerückt. Die moderne Technik bildet laut Nadler keinen Widerspruch zum geschichtsträchtigen Bau. Die von den Ablagerungen befreiten Gemälde würden viele verborgene Details freigeben. Maßnahmen der Renovierung:
Innenansichten der renovierten Basilika St. Jakob. Fotos: KWS Regensburg

Maßnahmen:
u.a. neuer Anstrich, Anbringen von LED-Leuchten, Reinigung der Gemälde, Restaurierung der Seitenaltäre

Basilika St. Jakob und KWS Regensburg: Die Basilika St. Jakob in Straubing ist nach einer intensiven Renovierung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Den ersten Gottesdienst nach langer Schließung des prächtigen Bauwerks hielt Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer. Nicht nur er, sondern auch alle anderen Gäste zeigten sich begeistert angesichts der Pracht dieses Gotteshauses. Es hat eine Länge von 89 m (außen), eine Breite von 28 m, eine Höhe von 22 m (Gewölbe) und eine Grundfläche von 2.132 qm. Die Turmhöhe beträgt 90 m. In enger Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro aus Landshut schaffte es das KWS Regensburg, den veranschlagten Kosten-

Kosten Renovierung:
Gesamtkosten: 6,4 Mio. €

Kontakt / Ansprechpartner:
Katholisches Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg GmbH (KWS) Ludwig Gareis/Markus Jakob Großprüfening 7 93049 Regensburg Telefon: +49 941 396 08 0 E-Mail: mail@kws-regensburg.de Internet: www.kws-regensburg.de

Während der Renovierung stieß man auf Spuren anderer Handwerker, die in den vergangenen 500 Jahren in der Basilika tätig

waren. Architekt Nadler berichtete, dass Veränderungen des Originalzustands, die aus heutiger Sicht nicht als geglückt gelten, wieder beseitigt wurden, zum Beispiel die integrierten Abflussrinnen für Kondenswasser entlang der wertvollen Glasfenster. Aber natürlich habe auch unsere Generation in irgendeiner Form ihren unverkennbaren Fingerabdruck hinterlassen in dem gotischen Bau mit teils barocker Ausstattung. Abschließend sind im Laufe des Jahres 2014 noch die Seitenaltäre restauriert worden. Daher ist das Gotteshaus voraussichtlich bis 2015 meistens nur vom hinteren Eingang unter dem Glockenturm zu begehen. Pfarrer Hofmann findet, dass, wenn man die Basilika

domus 4. Jahrgang · Heft 2014/06 · © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 6

Me ld u n g e n
Basilika eröffnet. Zu Beginn segnete der Bischof den neuen Ambo, der in einem Wettbewerb ausgeschrieben und von der Kunstkommission der Diözese ausgewählt worden war. In seiner Predigt sagte der Bischof, dass die imposante Stiftskirche auch ein Zeichen für den Wohlstand der Menschen vergangener Jahrhunderte sei. Die gleichen Leute hätten aber auch gewusst, dass der Mensch nicht von materiellen Dingen allein lebe, sondern nach einem Glauben suche, der sein Herz erfülle. In der Kirche könne man zur inneren Ruhe und Besinnung kommen.

hinten betritt, deren Architektur am eindrucksvollsten zur Geltung komme. Innere Ruhe und Besinnung: In einem Festgottesdienst hatte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die neu renovierte

Innenansichten der Basilika St. Jakob. Fotos: KWS Regensburg

KSD-Fachtagung 2014 in Würzburg
Diskussion über soziale Verantwortung kirchlicher Unternehmungen
Immer häufiger steht nicht mehr nur die ökonomische Leistungsfähigkeit von Unternehmen auf dem Prüfstand der öffentlichen Meinung, sondern auch die moralische Integrität ihres Geschäftsgebarens. Aufgrund dieses Legitimationsdrucks erfährt das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) eine wachsende Bedeutung. Vor diesem Hintergrund führte der KSD Katholischer Siedlungsdienst e.V. seine Fachtagung 2014 über die Bedeutung von CSR und Sozialberichterstattung für kirchliche Unternehmen durch. Zur Klärung der Frage, was CSR bedeutet, sei nach Angaben der Referenten zunächst zu klären, welchen Beitrag das Unternehmen durch seine (guten) Geschäfte für eine gute und gerechte Gesellschaft sowie für zukünftige Generationen erbringen kann und soll. Es gehe dabei um freiwillige Leistungen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Hierbei könne nach Meinung einiger Referenten unterschieden werden zwischen sog. freiwilliger “Spendenethik” oder sozialer Verantwortung als fester Bestandteil in der Strategie und den Arbeitsabläufen einer Organisation. Gerade kirchliche Unternehmungen sollten sich - so stellte die Tagung heraus - mit den Themen CSR und CSR-Berichterstattung auseinander setzen. Sie sollten freiwillig Rechenschaft ablegen können über ihr unternehmerisches Tun und Transparenz gegenüber einer (zunehmend kritischen) Öffentlichkeit an den Tag legen. Die KSD-Fachtagung kam u.a. zu dem Ergebnis, dass die Katholische Soziallehre nicht einfach nur eine Handlungsoption sein könne. Sie sei tragendes Fundament bei kirchlichen Unternehmungen. CSR sei deshalb auch mehr als strategische Klugheit und mehr als das Reden über Nachhaltigkeit und Spenden. Zum erreichen von Geschäftsintegrität sei es notwendig, von vornherein das Geschäftsmodell im Ganzen hinsichtlich seiner ethischen Vertretbarkeit zu reflektieren und zu gestalten. Sie finden die Präsentationen zur Fachtagung 2014 im Internet hinterlegt.■ Autor: KSD

Aachener Grundvermögen
Auszeichnung bei IHK-Bestenehrung
Rund 9.000 junge Menschen haben 2014 in Köln, Leverkusen, dem Oberbergischen Kreis, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis eine IHK-Abschlussprüfung absolviert. Dabei wurde an 494 Absolventen die Abschlussnote „sehr gut“ vergeben. Diese Besten wurden in der IHK Köln mit einer Feierstunde geehrt. Zu den geehrten Ausbildungs-Absolventen gehört auch Alexander Goergens, der seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann bei der Aachener Grundvermögen Kapitalanlagegesellschaft GmbH in Köln durchlaufen hat. Von den insgesamt drei mit der Note „sehr gut“ ausgezeichneten Immobilienkaufleuten bei der IHK Köln hat Goergens mit 94 Punkten als Bester seines Jahrganges abgeschnitten. Die Aachener Grundvermögen hat Herrn Goergens im Anschluss an die Ausbildung in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Bereits seit 2008 bildet die Aachener Grundvermögen junge Menschen im eigenen Haus zu Immobilienkaufleuten aus und bereitet sie auf die Prüfungen bei der IHK und den Berufsstart vor. Das Unternehmen räumt der Ausbildung hohen Stellenwert ein.■
Autor: KSD

Herr Goergens und Ausbilderin Dorothea Theis.

Foto: AGV

domus 4. Jahrgang · Heft 2014/06 · © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 7

Re ze nsion / P e r s o n a lia / T e r min e
Rezension I
Der Präfekt der Glaubenskongregation der Katholischen Kirche war von 1988 bis 2002 jeden Sommer mehrere Wochen in verschiedenen südamerikanischen Ländern seelsorgerisch tätig. Dabei kritisierte er nicht nur die dortigen Lebensverhältnisse der verarmten Bevölkerung und die herrschenden sozialen Unterschiede, sondern auch die Untätigkeit und das mangelnde Engagement in Teilen des örtlichen Klerus. Er plädiert für einen kompromisslosen Einsatz gegen Armut und Unrecht. Ausgehend von diesen sehr persönlichen Erfahrungen, widmet sich Müller, der zu den wichtigsten Kardinälen in Rom zählt, dem Thema Armut. Auch Papst Franziskus hat auf seinen ersten Reisen nach Lampedusa und zum Weltjugendtag nach Brasilien und bei zahlreichen anderen Veranstaltungen das Thema „Armut“ immer wieder in den Mittelpunkt seiner Predigten gestellt. Im Sinne der Kath. Soziallehre spricht Müller für eine solidarische Gesellschaft.
Gerhard Ludwig Kardinal Müller: Armut. Die Herausforderung für den Glauben, 176 S., Kösel-Verlag, 2014, ISBN: 978-3-466-37106-8.

Personalia
Stefan Wieland wird ab Januar 2015 der neue Pressesprecher des Bistums Aachen. Er folgt in dieser Funktion Franz Kretschmann. Neuer Dompropst im Bistum Aachen wird der bisherige Generalvikar Manfred von Holtum. An seine Stelle als Generalvikar rückt der bisherige Eschweiler Pfarrer Andreas Frick. Der langjährige Chef der Deutschen Energie-Agentur (dena), Stephan Kohler, verlässt das Unternehmen zum Jahresende 2014. Kohler leitet die halbstaatliche dena seit dem Jahr 2000. Der bisherige Direktor der vatikanischen Finanzaufsicht (AIF), Rene Brülhart, ist von Papst Franziskus zu deren Präsidenten ernannt worden. Der Schweizer löst Kurienbischof Giorgio Corbellini ab. Bischof Dr. Ulrich Neymeyr ist in sein Amt als Bischof von Erfurt eingeführt worden und damit der zweite Bischof des 1994 neu gegründeten Bistums Erfurt nach Bischof Dr. Joachim Wanke. Der Generalvikar der Diözese Würzburg, Karl Hillenbrand, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Der Geistliche leitete seit 1996 das Bischöfliche Ordinariat. Der Generalsekretär der Deutschen Entwicklungshilfe für soziales Wohnungsund Siedlungswesen e. V. (DESWOS), Georg Potschka, ist am 27. November 2014 verstorben. Axel Guthmann wird zum 1. Dezember 2014 neuer LBS-Verbandsdirektor und folgt damit auf Dr. Hartwig Hamm, der in den Ruhestand geht. Monsignore Dr. Axel Mehlmann wird zum 1. Februar 2015 neuer Generalvikar der Erzdiözese Freiburg und damit Nachfolger von Generalvikar Dr. Fridolin Keck.

Termine
2015-03-10
BAG kirchlicher Wohnungsunternehmen im GdW, Berlin

2015-03-11
KSD Vorstand, Berlin

2015-03-18
KSD Hauptausschuss, Frankfurt/M.

2015-04-29/30
KSD-Jahrestagung und Mitgliederversammlung, Berlin

2015-04-30
AG Europa im KSD, Berlin

2015-10-01
BAG kirchlicher Wohnungsunternehmen im GdW, Berlin

2015-11-25
KSD Hauptausschuss, Würzburg

2015-11-26
KSD Fachtagung, Würzburg

Rezension II
Der Erwerb einer Immobilie, die Entscheidung zu mieten oder zu kaufen, kann für Privatleute mit einem Risiko verbunden sein. Dieser Praxisleitfaden von Guido Rennert gibt vor allem unerfahrenen Lesern in sehr anschaulicher Weise das Handwerkszeug, Grundlagen des Immobilienrechtes zu verstehen, die passende Immobilie zu finden und die geeignete Kreditfinanzierung auszuwählen. Ein dazugehöriges Berechnungstool für Kreditfinanzierungen soll dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Rennert schafft es, durch die Verwendung praktischer Beispiele, dem potentiellen Immobilienerwerber die Angst vor den Fallen dieses Geschäftes zu nehmen. Dieser Leitfaden ist auch für Immobilien-Profis geeignet und stellt eine absolute Bereicherung dar.
Guido Rennert: Praxisleitfaden Immobilienbeschaffung und Immobilienfinanzierung, 240 S., Springer-Verlag, Nachdruck 2012, ISBN: 3642226213

Impressum
Herausgeber und Verlag: KSD Katholischer Siedlungsdienst e.V. V.i.S.d.P.: Ulrich Müller Reinhardtstr. 13 10117 Berlin Tel.: +49 30 280 936 50 E-Mail: info@KSD-eV.de Netz: www.KSD-eV.de Erstellung und Vertrieb: KSD e.V. Copyright: Copyrightnachweis für Bilder/Grafiken (soweit nicht anders vermerkt) bei KSD e.V. Nachdruck mit Quellenangabe erlaubt. Belegexemplar erbeten. domus (ISSN 2191-4656) erscheint sechsmal im Jahr.

domus 4. Jahrgang · Heft 2014/06 · © Verlag Bauen und Siedeln c/o KSD e.V. Berlin · ISSN 2191-4656 8
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.