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Freilegung der Sieg und städtebauliche Neuordnung

Full text: Freilegung der Sieg und städtebauliche Neuordnung / Schumacher, Elke [Bearb.]

Siegen – Zu neuen Ufern
Freilegung der Sieg und städtebauliche Neuordnung Begrenzter freiraumplanerischer Wettbewerb | Dokumentation

Siegen – Zu neuen Ufern
Freilegung der Sieg und städtebauliche Neuordnung Begrenzter freiraumplanerischer Wettbewerb | Dokumentation

„Siegen - Zu neuen Ufern“ Freilegung der Sieg und städtebauliche Neuordnung Begrenzter freiraumplanerischer Wettbewerb nach VOF und RAW 2004 Dokumentation Ausloberin: Stadt Siegen Der Bürgermeister in Abstimmung mit der REGIONALE 2013 Südwestfalen Agentur GmbH Redaktion und Layoutbearbeitung: Elke Schumacher, Stadt Siegen Wettbewerbsbetreuung: pp a |s pesch partner architekten stadtplaner Zweibrücker Hof 2 58313 Herdecke

	
	
	 	 	

	 Inhalt
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	 	 Vorworte Wettbewerbsaufgabe Phase 1 Teilnehmer Phase 1

	 	 	

Phase 2 1. Preis Atelier Loidl, Landschaftsarchitekten, Berlin Schultz-Brauns & Reinhart, Architekten, München 	 BPR, Dr. Bernhard Schäpertöns & Partner, München 2. Preis YESDESIGN LANDSCAPES, Landschaftsarchitektur, Wien STATIK KERSCHBAUMER, Wien 3. Preis POLA landschaftsarchitekten, Berlin Klähne Beratende Ingenieure GmbH, Berlin Weitere Teilnehmer 	

		 	

	 	
	 	 	 	 	 	 	

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preisverleihung

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„Zu neuen Ufern“ – Wir gestalten unsere Stadt Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung hat die Stadt Siegen bereits 2008 begonnen, ein „Leitbild 2020“ zu erstellen, das alle Aktivitäten der Kommune darauf ausrichtet, Siegen zu einem urbanen Zentrum mit Strahlkraft für die gesamte Region Südwestfalen zu entwickeln. Als größte Stadt der Region haben wir mit unserer Innenstadt und der Universität das Potenzial, den Zuzug junger Menschen zu fördern und die Abwanderung zu stoppen. Die REGIONALE 2013 hat den Anstoß für drei ehrgeizige Projekte der Innenstadtentwicklung gegeben: Den Umzug der Universität in das ehemalige Gefängnis im Unteren Schloss und die Einrichtung        eines Museums und Dokumentationszentrums für regionale Industriegeschichte im Ringlokschuppen hinter dem Siegener Bahnhof. Das herausragende dritte Teilprojekt ist jedoch die Freilegung der Sieg, verbunden mit der Umgestaltung des gesamten Umfeldes sowie einer deutlichen Verbesserung der Verbindung der Unter- und Oberstadt. „Siegen – Zu neuen Ufern“ unter diesem Titel startete im Herbst 2009 der erste europaweite freiraumplanerische Wettbewerb Siegens zur Umgestaltung dieses zentralen innerstädtischen Bereichs. Ende Februar hat die Jury schließlich mit hoher Fachkompetenz einstimmig die drei Siegerentwürfe ermittelt. Noch nie ist ein städtebauliches Projekt auf so großes Interesse bei den Bürgerinnen und Bürgern gestoßen, wie die Freilegung „ihres Flusses“. Das zeigen die Besucherzahlen der Ausstellung mit allen Wettbewerbsarbeiten, deren Öffnungszeiten wir mehrfach ausweiten mussten. Großes Interesse an der Neugestaltung Siegens zeigten auch die zahlreichen Besuchergruppen aus unseren Nachbarkommunen. Mit der Etablierung des „Forums Innenstadt“ haben wir es geschafft, das hohe bürgerschaftliche Engagement in unserer Stadt für diese einmalige Chance zu nutzen. Und schließlich unterstützen die Siegener Medien mit ihrer engagierten und facettenreichen Berichterstattung diese positive Entwicklung. Wir sind also auf einem guten Weg, die REGIONALE 2013 in die Herzen und die Sieg zu neuen Ufern zu bringen. Daran lassen Sie uns in den nächsten drei Jahren gemeinsam arbeiten!

Steffen Mues Bürgermeister

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„Zu neuen Ufern“: Eine Stadt befindet sich im Aufbruch „Zu neuen Ufern“ – dieser Titel trifft es auf den Punkt. Siegen hat sich auf den Weg gemacht, ein einzigartiges und ambitioniertes Projekt der REGIONALE 2013 zu verwirklichen. Eine gesamte Stadt befindet sich im Aufbruch. Das Untere Schloss wird vom Gefängnis zu einem Wissensquartier der Universität; zudem findet dort die neue Mittelstandsakademie ihr Zuhause. Durch die geplante Freilegung der Sieg erhält die Innenstadt ein modernes, ein freundlicheres „Gesicht”. Dort, wo derzeit noch Beton den Fluss verdeckt, soll das Wasser wieder sicht- und erlebbar werden. Nicht nur das Stadtbild wird attraktiver, auch die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger steigt. Der Ringlokschuppen soll zu einem Eisenbahn- und Industriemuseum, einem Event-, Schulungs- und Lernort werden. Die Südwestfalen REGIONALE 2013 bietet uns die Möglichkeit, derart ambitionierte Vorhaben zu verwirklichen. Allerdings stellt sie auch Vorgaben an die Projekte, die nicht immer einfach zu erfüllen sind. Ganz wichtig ist zum Beispiel, die Bürgerinnen und Bürger mit einzubeziehen. Es ist unsere Regionale. Nicht nur die Funktionäre,  sondern alle Bürger Südwestfalens sind aufgerufen, diesen spannenden Prozess zu begleiten und sich zu beteiligen. Wichtig ist auch der Blick für Südwestfalen. Die Projekte müssen schließlich für die gesamte Region eine Bedeutung haben. Die Stadt Siegen hat beispielhaft vorgemacht, wie eine aktive Einbindung der Bevölkerung aussehen kann. Diese städtebauliche Maßnahme wurde und wird sorgfältig erarbeitet, offen kommuniziert und in einem breiten öffentlichen Dialog diskutiert. „Siegen – Zu neuen Ufern” war eine der ersten Projektideen der Südwestfalen REGIONALE 2013. Mittler­ weile sind bereits 35 Projekte mit einem oder mehreren Sternen ausgezeichnet, haben also mindestens die erste Hürde des Qualifizierungs-Prozesses genommen. Ob Musik, Kultur, Bildung oder Freizeitsport: Es sind Ideen, die unsere Region verändern, viele positive Impulse setzen und vorhandene Potentiale entdecken und entwickeln. Mit der REGIONALE 2013 kann Südwestfalen nur gewinnen. Wir haben die einmalige Chance, Lösungen und Perspektiven für die Herausforderungen des demographischen Wandels zu finden und als Region im wirtschaftlichen Standort-Wettbewerb zu überzeugen. Diese Chance werden wir nutzen. Damit wir unsere Jugend mit einer guten Ausbildung, attraktiven Arbeitsplätzen und Lebensräumen sowie echten Zukunftsperspektiven regional binden. Und damit wir die Lebensqualität für die hier lebenden Menschen weiter ausbauen. Alles natürlich im Sinne der Regionale-Idee: Nur gemeinsam sind wir stark.

Dirk Glaser, Geschäftsführer REGIONALE 2013, Südwestfalen Agentur GmbH, Olpe

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Die Wettbewerbsaufgabe. Mit ihrem Projekt „Siegen – Zu neuen Ufern“ bewirbt sich die Stadt Siegen für die REGIONALE 2013 in Südwestfalen. Sie will in ihrer Funktion als Oberzentrum der Region, als Universitätsstadt und als größte Stadt Südwestfalens mit einer integrierten Innenstadtentwicklung beispielhaft Kreativität, Wissen, Wirtschaft, Mobilität, Wohnen und Leben im Einklang von Natur und Tourismus miteinander verknüpfen und weiter entwickeln. 	 Neben der Verlagerung großer Teile der Universität Siegen mitten in die Innenstadt und der Aufwertung des Hauptbahnhofs, ist die Freilegung der Sieg und die städtebauliche Neuordnung des Umfeldes sicherlich das herausragende Teilprojekt dieses Vorhabens. Der hierfür ausgelobte Wettbewerb versteht sich dabei als wichtiger Baustein des Projektes „Siegen – Zu neuen Ufern“ und eines künftigen integrierten Handlungskonzepts zur Innenstadtentwicklung, das den zentralen Bereich vom Hauptbahnhof bis zur Oberstadt umfassen wird. 	 Durch die Freilegung und Öffnung der Sieg im Herzen der Stadt wird der Fluss ins Blickfeld der Menschen zurückkehren. Zusammen mit der Verbesserung des Übergangs am Kölner Tor ist dies ein wichtiger Beitrag, um die heutige Trennung zwischen Siegener Unter- und Oberstadt zu überwinden. 	 Erwartet wurden von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen Aussagen, wie durch die Umgestaltung die Sieg und das Umfeld wieder zu einem attraktiven, erlebbaren und nutzbaren Teil der Stadt werden können, der zu einem unverwechselbaren und hochwertigen Stadtbild beiträgt und gleichzeitig Impulse für private Maßnahmen setzt. 	 Die im Realisierungsteil vorgesehenen Flächen – das Sieg­ ufer mit seinen benachbarten Straßenräumen und die Kölner Straße – sollen im Anschluss an das Verfahren neu gestaltet werden. Um diese Flächen in einem schlüssigen innerstädtischen Zusammenhang gestalten zu können, wurden im Wettbewerb für einen erweiterten Betrachtungsraum eine Leitidee entwickelt und Aussagen zur städtebaulichen Einbindung gemacht. Das Verfahren. Der Wettbewerb wurde als begrenzter, zweiphasiger, freiraumplanerischer  Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungs- und Losverfahren ausgelobt. Dabei kamen die Regeln der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) und der RAW 2004 zur Anwendung. Der Wettbewerb war anonym.

Teilnahmeberechtigt waren Landschaftsarchitekten/innen, Stadtplaner/innen und Architekten/innen - auch in Arbeitsgemeinschaft. Wegen der Entwurfsaufgabe „Ingenieurbauwerk Siegbrücke“ war eine Arbeitsgemeinschaft mit einem Fachplaner oder einer Fachplanerin für konstruktiven Ingenieurbau mit Erfahrung im Brückenbau zwingend vorgeschrieben. Fünf Teilnehmer/innen wurden von der Ausloberin zur Teilnahme ausgewählt und zum Bewerbungsverfahren eingeladen: 	 Atelier Dreiseitl GmbH, Landschaftsarchitekten, Überlingen, mit Projektwerk, Ingenieurgesellschaft mbH, Netphen, und Thomas & Bökamp, Ingenieurgesellschaft mbH, Münster 	 Atelier Loidl, Landschaftsarchitekten, Berlin, mit SchultzBrauns & Reinhart, Architekten, München, und BPR, Dr. Bernhard Schäpertöns & Partner, Beratende Ingenieure, München 	 Atelier Fritschi-Stahl-Baum, Architekten und Stadtplaner, Düsseldorf, mit Schüßler-Plan, Ingenieurgesellschaft mbH, Düsseldorf 	 ISA Internationales Stadtbauatelier, Stadtplaner und Architekten, Stuttgart, mit sbp Schlaich Bergermann und Partner, Beratende Ingenieure GmbH, Stuttgart 	 WES & Partner, Landschaftsarchitekten, Hamburg/Berlin, mit Weyer, Beratende Ingenieure GmbH, Dortmund, und ASSMANN BERATEN + PLANEN GmbH, Dortmund In einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren wurden sieben weitere Arbeitsgemeinschaften ermittelt, ein Team wurde durch ein junges Büro gestellt: 	 Björnsen, Beratende Ingenieure GmbH, Koblenz, mit SPIEKERMANN AG, Beratende Ingenieure, Düsseldorf 	 Kreikenbaum + Heinemann GmbH & Co. KG, Architekten und Ingenieure, Bremen, mit Prof. Bellmer Ingenieurgruppe GmbH, Bremen 	 Lex-Kerfers, Landschaftsarchitekten, Bockhorn, mit  zillerplus, Architekten und Stadtplaner, München, und Sailer Stepan und Partner GmbH, Beratende Ingenieure, München 	 Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin, mit BUNG Inge­ nieure AG, Köln 	 POLA landschaftsarchitekten, Berlin, mit Klähne Beratende Ingenieure GmbH, Berlin 	 RMP Stephan Lenzen, Landschaftsarchitekten, Bonn, mit Brendebach Ingenieure GmbH, Wissen

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	 YESDESIGN LANDSCAPES, Ingenieurbüro für Landschaftsarchitektur, Wien, mit STATIK KERSCHBAUMER, Wien Elf der zwölf teilnehmenden Teams gaben ihre Arbeiten für die 1. Phase fristgerecht ab und wurden von der Jury zum Verfahren zugelassen. In der Preisgerichtssitzung am 11. Dezember 2009 wurden sechs Arbeitsgemeinschaften zur 2. Phase eingeladen. Am 26. Februar 2010 tagte das Preisgericht zur zweiten Phase. Dem Preisgericht der ersten und der zweiten Phase gehörten an: –	 Michael Arns, Architekt, Siegen/Freudenberg –	 Henry Beierlorzer, Stadtplaner, Witten –	 Prof. Bernd Borghoff, Architekt und Stadtplaner, Siegen/Aachen (Vorsitzender) –	 Rüdiger Brosk, Landschaftsarchitekt, Essen –	 Achim Dahlheimer, Ministerium für Bauen und Wohnen des Landes NRW, Düsseldorf –	 Dirk Glaser, REGIONALE 2013, Südwestfalen Agentur GmbH, Olpe –	 Prof. Martin Hoelscher, Architekt und Stadtplaner, Essen –	 Ludwig Latsch, für die FDP-Fraktion –	 Prof. Hildebrand Machleidt, Architekt und Stadtplaner, 	 Berlin –	 Steffen Mues, Bürgermeister der Stadt Siegen –	 Alexandra Oerter, für die Fraktion Die Linke –	 Rainer Oestereich-Rappaport, Architekt, Aachen –	 Detlef Rujanski, für die SPD-Fraktion –	 Prof. Dr.-Ing. Hildegard Schröteler-von Brandt, Stadtplaner/ in, Siegen/Aachen –	 Werner Schulte, für die CDU-Fraktion –	 Michael Stojan, Stadtbaurat, Stadt Siegen –	 Daniela Stoker, für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen –	 Friedhelm Terfrüchte, Landschaftsarchitekt, Essen –	 Wolfgang Vetter, für die UWG-Fraktion –	 Christine Wolf, Landschaftsarchitektin, Bochum Als stellvertretende Preisrichter/innen waren anwesend: –	 Karin Damrau, Architektin, Köln –	 Daniel Fühner, REGIONALE 2013, Südwestfalen Agentur GmbH, Olpe –	 Doris Hermann, Landschaftsarchitektin, Wilnsdorf –	 Gerald Kühn, Stadt Siegen

–	 Eckhard Schul, Stadt Siegen –	 Klaus Schulze, Landschaftsarchitekt, Soest/Duisburg Als sachverständige Berater ohne Stimmrecht fungierten: –	 Friedemann Diehl, Stadt Siegen –	 Dr. Torsten Frank, Universität Siegen –	 Thomas Griese, Stadt Siegen –	 Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen, Universität Siegen –	 Ulrich Sänger, Stadt Siegen –	 Walter Schwerdfeger, Initiativkreis Lebendige Innenstadt –	 Eckhard Weidt, Stadt Siegen –	 Ulrich Krumm, Kreis Siegen-Wittgenstein, Untere Wasserbehörde –	 Hermann-Josef Droege, IHK Siegen Die Vorprüfung erfolgte durch das Büro pp a|s pesch partner architekten stadtplaner, Herdecke, in Zusammenarbeit mit der Stadt Siegen, der Unteren Wasserbehörde des Kreises SiegenWittgenstein und der Universität Siegen. Alle sechs fristgerecht eingereichten Arbeiten wurden einstimmig zum Verfahren zugelassen. Aufgrund der Qualität der Arbeiten beschloss das Preisgericht folgende Rangfolge der Arbeiten: 1. Preis. Atelier Loidl, Landschaftsarchitekten, Berlin, mit Schultz-Brauns & Reinhart, Architekten, München, und BPR, Dr. Bernhard Schäpertöns & Partner, Beratende Ingenieure, München 2. Preis. YESDESIGN LANDSCAPES, Ingenieurbüro für Landschaftsarchitektur, Wien, mit STATIK KERSCHBAUMER, Wien 3. Preis. POLA landschaftsarchitekten, Berlin, mit  Klähne Be­ ratende Ingenieure GmbH, Berlin Im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren erfolgt die Vergabe der Planungsleistungen in einem Verhandlungsverfahren, an dem die drei Preisträger teilnehmen. In der weiteren Bearbeitung sollen die vom Preisgericht und von der Vorprüfung gewonnenen Erkenntnisse sowie die in der Einzelbeurteilung formulierten Kriterien berücksichtigt werden.

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Phase 1 Kolloquium und Begehung am 2. November 2009

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Phase 1 Preisgerichtssitzung am 11. Dezember 2009

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POLA Landschaftsarchitekten, Berlin, mit                                                                       Klähne Beratende Ingenieure GmbH, Berlin Zugelassen zur 2. Phase

YESDESIGN LANDSCAPES, Ingenieurbüro für Landschaftsarchitektur, Wien, mit STATIK KERSCHBAUMER, Wien     Zugelassen zur 2. Phase                                               

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Lex-Kerfers, Landschaftsarchitekten, Bockhorn, mit                                              zillerplus, Architekten und Stadtplaner, München, und                                                 Sailer Stepan und Partner GmbH, Beratende Ingenieure, München Zugelassen zur 2. Phase

Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin, mit                                                          BUNG Ingenieure AG, Köln

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Kreikenbaum + Heinemann GmbH & Co. KG, Architekten und Ingenieure, Bremen, mit Prof. Bellmer Ingenieurgruppe GmbH, Bremen

Björnsen, Beratende Ingenieure GmbH, Koblenz, mit                                       SPIEKERMANN AG, Beratende Ingenieure, Düsseldorf

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ISA Internationales Stadtbauatelier, Stadtplaner und Architekten, Stuttgart, mit           sbp Schlaich Bergermann und Partner, Beratende Ingenieure GmbH, Stuttgart Zugelassen zur 2. Phase

WES & Partner, Landschaftsarchitekten, Hamburg/Berlin, mit                                 Weyer, Beratende Ingenieure GmbH, Dortmund, und                                                     ASSMANN BERATEN + PLANEN GmbH, Dortmund Zugelassen zur 2. Phase

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Atelier Loidl, Landschaftsarchitekten, Berlin, mit                                      Schultz-Brauns & Reinhart, Architekten, München, und                                                  BPR, Dr. Bernhard Schäpertöns & Partner, Beratende Ingenieure, München Zugelassen zur 2. Phase

RMP Stephan Lenzen, Landschaftsarchitekten, Bonn, mit                                  Brendebach Ingenieure GmbH, Wissen

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Atelier Dreiseitl GmbH, Landschaftsarchitekten, Überlingen, mit                     Projektwerk, Ingenieurgesellschaft mbH, Netphen, und                                             Thomas & Bökamp, Ingenieurgesellschaft mbH, Münster

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Phase 2 Besichtigung des Forschungsinstituts Wasser und Umwelt am 26. Februar 2010

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Phase 2 Preisgerichtssitzung am 26. Februar 2010

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Perspektive Siegufer

1. Preis 	
	

Atelier Loidl, Landschaftsarchitekten, Berlin, mit Schultz-Brauns & Reinhart, Architekten, München, 		 und BPR, Dr. Bernhard Schäpertöns & Partner, Beratende Ingenieure, München

Bewertung des Preisgerichts (Auszug). Die Arbeit überzeugt durch eine städtebauliche Lösung, die einen attraktiven Stadtraum ausbildet. Im Mittelpunkt steht ein Gesamtkonzept, welches unprätentiös einen robusten öffentlichen Raum von hoher Aufenthalts- und Nutzungsqualität ausbildet. Der Verfasser gestaltet einen Stadtraum zwischen den Hauszeilen entlang von Bahnhofstraßenbrücke, Kunstweg und BrüderBusch-Straße und nimmt die Sieg in die Mitte. Es entwickelt sich vom Scheinerplatz aus wie selbstverständlich eine Konfiguration und Abfolge von Platzräumen und Aufenthaltsbereichen. Zwischen Ober- und Unterstadt entsteht ein Verbindungsgelenk mit hoher Orientierungs- und Führungsqualität. Insbesondere im Bereich der Bahnhofs- und Verbindungs­ brücke, die nach Lage und Breite eine klare und eindeutige

Führung Richtung Sandstraße erhält, entstehen Aufenthaltsflächen mit einer hohen Gebrauchsfähigkeit und Alltagstauglichkeit. Die Ausformung der Kanten zum Flussraum und die klar organisierten und zugleich zurückhaltenden Infrastrukturbänder (inkl. Abwasserführung) lassen Raum für vielfältige Nutzungen der Platzfläche. Die architektonisch klar strukturierte Lösung der westlich verlaufenden Treppenanlage wird durch einzelne Bäume als Elemente des städtischen Grüns aufgelockert. Die zurückhaltende, sachliche Gestaltung dieses Uferbereiches wird als wohltuende, selbstverständlich wirkende Uferbegrenzung angeboten, die ein Erleben der Sieg ermöglicht. Das Gesamtkonzept geht ruhig und angemessen mit den Maßstäblichkeiten des Stadtraums um.

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Lageplan

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Weiden Brüder-Busch-Promenade Treppenskulptur Holzdeck als Baumscheibe und Sitzmöglichkeit Treppen entwickeln sich nach Norden zur Rampe

StadtMitte an neuen Ufern Eine Treppenskulptur zur Sieg legt sich stadtmaßstäblich an den Fluss und wird zur bespielbaren Bühne für den Dialog zwischen Stadt und Fluss. Die südost-exponierten Sitzstufen leiten in einer großzügigen Geste zum Wasser und laden zum Verweilen ein. Rhythmisierende Holzdecks dienen als Baumscheiben und Sitzmöglichkeiten im Schatten der Weiden. Über barrierefreie Zugänge ist auch der flussnahe Uferweg für alle erreichbar.

Detail Siegufer

Schnittansicht Kölner Brücke					

Schnittansicht Siegufer

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Perspektive Kölner Tor Detail Kölner Tor

Märkte Freiluftkino/-theater Veranstaltungen/Konzerte Mögliche Bühnenstandorte Inszenierung der Weiß-Mündung

Erlebbare Ufer und Platz für Veranstaltungen Beides ist möglich in der Stadtmitte am Fluss: Die Sieg mit attraktiven und erlebbaren Ufern und ausreichende Veranstaltungsflächen in zentraler Lage und räumlicher Nähe, Maria-Rubens-Platz, Scheiner-Platz, auf den Siegbrücken. Die atmosphärischen Ufersituationen werden zu besonderen Attraktionen mit Konzerten im Sommer oder dem Weihnachtsmarkt im Winter.

Lichtkonzept Das Lichtkonzept unterstützt die klare Gestaltung der neuen Uferräume an der Sieg. Das Bild der freistehenden Weiden am Stadtufer wird am Abend über Bodenstrahler illuminiert. Hauptwegebeziehungen und Platzsituationen werden mit eleganten Mastleuchten stimmungsvoll inszeniert. Im Zusammenhang mit den Geschäften der Innenstadt bildet der beleuchtete Uferraum einen lebendigen Ort des Aufenthalts auch bis in die Abendstunden hinein.

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Perspektive Siegufer

2. Preis YESDESIGN LANDSCAPES, Ingenieurbüro für Landschaftsarchitektur, Wien, mit STATIK KERSCHBAUMER, Wien
Bewertung des Preisgerichts (Auszug). Alleinstellungsmerkmal der Arbeit 1002 ist die Verteilung der Fußwege auf mehrere, insgesamt fünf Überwegungen über die Sieg. Das vielleicht etwas „modische“, auf jeden Fall junge und frische Design, verzichtet auf eine dominante, eindeutige Platzformulierung. Aus diesen Übergängen formulieren die Verfasser ihr Entwurfskonzept. Dadurch entstehen vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten auf beiden Ufern, die Bezug nehmen zum vorhandenen und weiter zu entwickelnden Fußwegesystem der Innenstadt. Dabei haben die Verfasser es verstanden, die Brüstungen der Ostseite plastisch wirkungsvoll in ihr Gesamtkonzept einzubinden. Diese massiven Brüstungen „aus einem Guss“ wurden vom Preisgericht allerdings sehr kontrovers diskutiert. Einerseits wurden die Ausbildungen der Brückenwiderlager als Treppenpodest als besonders markant beurteilt mit der Chance für einen besonderen, individuellen „Siegener Charakter“, andererseits als zu massiv. Das anspruchsvolle Konzept verlangt allerdings nach gleichfalls anspruchsvoller Umsetzung. Orientierung, Führung und Aufenthaltsqualitäten sind in dieser klaren, modernen Arbeit ausreichend wieder zu finden. Kunstweg und Sandstraße haben bei dieser Lösung die Chance zur wirtschaftlichen Wiederentdeckung.

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Lageplan

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Möbel machen Stadt. Ein neues Vokabular an Stadtmöbeln baut eine gute lesbare und wieder erkennbare Corporate ldentity für die Stadt Siegen auf, Einfachheit formt eine zurück­ altende Sprache für die Stadt. h Alles an einem Strang. Als variabel einsetzbarer Möblierungskanon bündeln sich alle Austattungselemente an von dunkleren Platten geformten Streifen.

Detail Siegufer Schnitt Siegufer

Eyecatcher Siegpromenade 						

Beleuchtungskonzept

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Perspektive Kölner Tor Detail Kölner Tor

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Brücke Bahnhofstraße "Scheinerblick"

3. Preis POLA landschaftsarchitekten, Berlin, mit Klähne Beratende Ingenieure GmbH, Berlin
Bewertung des Preisgerichts (Auszug). Die Arbeit beeindruckt durch eine differenzierte Interpretation der Flussufer: Während das Ostufer – wie heute auch – städtisch und hart gestaltet wird, wird das Westufer in artifizieller Weise „landschaftlich“ und in organischer Formensprache ausgeprägt. Darüber hinaus werden räumliche Vernetzungen über eine Abfolge von Plätzen hergestellt, die gut geeignet sind, die Stadtteile über den Fluss hinweg zu verbinden. Die angebotenen Räume und Raumfolgen versprechen in diesem wichtigen Übergangsbereich durchaus gute und abwechslungsreiche Aufenthaltsqualitäten sowohl im Stadtraum wie auch am Ufer. Allerdings wird die funktionale und optische Verbindungsqualität durch die zu schmale Brücke empfindlich eingeschränkt. Auch die Überhöhung der Brückenkonstruktion mit Sitzgelegenheiten auf den Brücken konnte gestalterisch und handwerklich nicht überzeugen. Die Flächenabgrenzungen der gewählten Bodenbeläge erscheinen an mehreren Stellen willkürlich und sind nicht ausreichend auf eine selbstverständliche Vernetzung mit dem räumlichen Umfeld ausgelegt. Die zentrale und grundsätzliche Haltung des Entwurfes, das westliche Ufer gärtnerisch zu gestalten, wird vom Preisgericht jedoch für diesen innerstädtischen Ort gestalterisch und funktional kritisch gesehen.

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Lageplan

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Perspektive Siegufer

Neue Brücke

Neue Brücke Schnittansicht nach Süden

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Perspektive Kölner Tor

Beleuchtungskonzept					

Detail Platzband Kölner Straße

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Perspektive Siegufer

2. Rundgang Lex-Kerfers, Landschaftsarchitekten, Bockhorn, mit Zillerplus, Architekten und Stadtplaner, München, 	
	 	               und Sailer Stepan und Partner GmbH, Beratende Ingenieure, München

Bewertung des Preisgerichts. Die Arbeit besticht auf den ersten Blick mit ihrer städtisch großzügigen und ruhigen Lösung eines großen vermittelnden Brückenplatzes zwischen Bahnhofstraße und Kölner Tor sowie einer terrassierten geraden Uferkante.

und reduziert die anliegenden Wege auf enge Durchgänge. Die großzügige Verwendung von Holz auf stark belasteten 	 offenen Flächen verspricht keine dauerhafte Qualität und hohe Folgekosten. Die Uferterrassen sind nicht über Rampen erschlossen, wir-

Holzpodeste als Auskragungen am Kunstweg sollen interessante Aufenthaltsplätze anbieten. Die Durcharbeitung der Lösung offenbart aber ihre Schwächen: Der Brückenplatz als erhabenes Podest wirkt eher als Fremdkörper und sperriges Möbel, hat eingeschränkte Begehbarkeit

ken schematisch und münden im Süden im großen „Loch“ der Siegüberdeckelung des Brückenplatzes. Hier sind auch hydraulische Probleme bei Hochwasser zu erwarten. Die Darstellung der überkragenden Podeste am Kunstweg 	 offenbart – ebenso wie der Brückenplatz – wenig technischkon­ truktive und gestalterische Durchdringung der Lösung. s

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Lageplan

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Perspektive Siegufer

2. Rundgang 	 WES & Partner, Landschaftsarchitekten, Hamburg/Berlin, mit Weyer, Beratende Ingenieure GmbH, 	
	 	 Dortmund und ASSMANN BERATEN + PLANEN GmbH, Dortmund

Bewertung des Preisgerichts. Die Arbeit differenziert in ein von einer harten Kante begrenztes Ostufer und in ein weich modelliertes Westufer. Beide Seiten sind in Materialien und Formen urban gestaltet. Diese Haltung korreliert mit der urbanen Gestaltung von Bahnhof- und Sandstraße als den wichtigen angrenzenden Räumen. Die Intention, auf dem Westufer mit der Topografie

Räume zu bilden, überzeugt. Allerdings sind Anzahl und Gestik der Treppen und Sitzstufen dem Ort nicht angemessen. Die verbleibenden Erschließungsräume sind zu knapp bemessen. Wenig überzeugend ist auch der Versuch, mit temporär überfluteten Inseln und Uferzonen dem Flussbett einen naturnahen Charakter zu geben. In einem engen, städtischen Raum stellt diese Haltung keinen überzeugenden Beitrag zur Aufgabe dar.

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Lageplan

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Perspektive Siegufer

1. Rundgang
	

ISA Internationales Stadtbauatelier, Stadtplaner und Architekten, Stuttgart, mit sbp Schlaich Bergermann und Partner, Beratende Ingenieure GmbH, Stuttgart

Bewertung des Preisgerichts. Die Arbeit hat sich leider in der weiteren Bearbeitungsphase nicht weiterentwickelt. Die Konzentration auf einen einfachen und selbstverständlichen Gestaltungsansatz wurde gewürdigt.

Insgesamt fehlt es aber an einer gestalterischen und funktionalen Weiterentwicklung der Entwurfsidee.

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Lageplan

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Preisverleihung und Ausstellungseröffung am 9. März 2010

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