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Ludwigshafen: Oggersheim West

Full text: Ludwigshafen: Oggersheim West

Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes „Soziale Stadt“
Ludwigshafen: Oggersheim West

im Auftrag der Stadt Ludwigshafen

Endbericht: April 2007

Sozioökonomische Forschung und Beratung Zwick und Schmidt-Fink GbR Saarbrücken Berlin

Forschungs- und Informations-Gesellschaft für Fach- und Rechtsfragen der Raum- und Umweltplanung Kaiserslautern Berlin Dresden Saarbrücken

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Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes „Soziale Stadt“
Ludwigshafen: Oggersheim West

im Auftrag der Stadt Ludwigshafen

Autoren: Martin Zwick, Vanessa Franz, Sabine Herz, Meike Dommes

Endbericht:

April 2007

Sozioökonomische Forschung und Beratung Zwick und Schmidt-Fink GbR Saarbrücken Berlin

Forschungs- und Informations-Gesellschaft für Fach- und Rechtsfragen der Raum- und Umweltplanung Kaiserslautern Berlin Dresden Saarbrücken

Vorwort
Mit dem hier vorgelegten „Integrierten Handlungskonzept“ für das Programmgebiet Oggersheim West wird die inhaltliche Grundlage für die Fortsetzung des Bund-LänderProgramms „Soziale Stadt“ geschaffen, das im September 2002 in diesem Ludwigshafener Stadtteil begonnen wurde. Nachdem der im Zuge der Programmumsetzung bisher erreichte Zustand in einer Zwischenevaluierung im Juli 2006 (Betrachtungsstand der investiven Projekte: April 2006) festgestellt worden war, stellte sich anschließend die Aufgabe, vor dem Hintergrund der Bewertungsergebnisse die existierenden Vorstellungen über die zukünftige Entwicklung des Stadtteils Oggersheim West und über einzelne Vorhaben systematisch zu ordnen und in ein konsistentes Ziel-MaßnahmenTableau, gegliedert nach Entwicklungsschwerpunkten zu übertragen. In die Entwicklung des Konzepts sind neben den fachlichen Inputs des Gutachters – der Arbeitsgemeinschaft isoplan CONSULT/FIRU – zahlreiche Anregungen von Seiten der Programmsteuerung und am Programm Beteiligter innerhalb der Verwaltung sowie von externen Experten eingeflossen. Allen Personen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, sei von dieser Stelle herzlich gedankt.

Saarbrücken und Kaiserslautern, Dezember 2006/April 2007

isoplan CONSULT GbR Martin Zwick Vanessa Franz

FIRU mbH Sabine Herz Meike Dommes

I

INHALTSVERZEICHNIS

1

Hintergrund und Aufgabenstellung..................................................................... 1 1.1 1.2 1.3 Umsetzungsstand im Programmgebiet Oggersheim West ................................ 1 Zentrale Ergebnisse der Evaluierung ................................................................ 3 Fragestellungen und Methodik des Handlungskonzepts ................................... 4

2

Stärken-Schwächen-Analyse............................................................................... 6 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 Ausgangslage: Die wichtigsten sozioökonomischen und städtebaulichen Entwicklungstrends (2000-2005)....................................................................... 6 Umsetzungsstand der investiven Projekte im Programmgebiet "Soziale Stadt" – Oggersheim West................................................................................ 8 Stärken und Potenziale ................................................................................... 10 Schwächen und Risiken.................................................................................. 11 Zusammenfassung der Stärken-Schwächen-Analyse ..................................... 12

3

Entwicklungsstrategie für Oggersheim West................................................... 13 3.1 3.2 Das Leitbild für den Stadtteil Oggersheim West im gesamtstädtischen Kontext ........................................................................................................... 13 Ziele, Entwicklungsschwerpunkte und Maßnahmenvorschläge....................... 13

3.2.1 Interventionslogik eines Integrierten Handlungskonzepts ........................... 13 3.2.2 Ziele, Entwicklungsschwerpunkte, Maßnahmen ......................................... 14 4 Maßnahmen- und Projektplanung ..................................................................... 18 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 5 6 Entwicklungsschwerpunkt 1: Städtebau, Verkehr und Umwelt ........................ 18 Entwicklungsschwerpunkt 2: Soziale Integration ............................................. 21 Entwicklungsschwerpunkt 3: Beschäftigung und Lokale Ökonomie................. 23 Entwicklungsschwerpunkt 4: Wohnen und Wohnumfeld ................................. 25 Querschnittsaufgaben ..................................................................................... 26 Verstetigung und Nachhaltigkeit des Programms............................................ 28

Strukturkonzept.................................................................................................. 30 Programmsteuerung .......................................................................................... 37 6.1 6.2 6.3 Struktur und Organisation ............................................................................... 37 Quartiersmanagement .................................................................................... 39 Zukünftige Struktur der Programmsteuerung .................................................. 40

II

7 8 9

Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit .................................................... 41 Kosten- und Finanzierungsübersicht................................................................ 43 Empfehlungen zur Prozessbegleitung und Fortschreibung des Handlungskonzepts ................................................................................. 47

Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Tabelle 2 Kosten- und Finanzierungsübersicht: Bewilligungsbescheide .............. 2 Kosten- und Finanzierungsübersicht............................................. 44-46

Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Abbildung 2: Abbildung 3: Abbildung 4: Abbildung 5: Gebietsabgrenzung „Soziale Stadt“ Oggersheim West ........................ 1 Ziele- und Maßnahmensystem „Soziale Stadt“ Oggersheim West ..... 17 Die Mitglieder des Lenkungskreises................................................... 38 Aufgabenspektrum des Stadtteilmanagements .................................. 39 Beteiligungsformen ............................................................................ 42

1

1
1.1

Hintergrund und Aufgabenstellung
Umsetzungsstand im Programmgebiet Oggersheim West

Die Programmumsetzung im Rahmen der „Sozialen Stadt“ wurde in Oggersheim West im September 2002 mit der personellen Besetzung des Quartiersmanagements aufgenommen. Die Abgrenzung des Programmgebiets erfolgte in erster Linie anhand städtebaulicher, wohnungsbaulicher und infrastruktureller Kriterien.

Abbildung 1: Gebietsabgrenzung „Soziale Stadt“ Oggersheim West

2

Der Stand der in den Jahren 2002 bis 2005/06 im Programmgebiet Oggersheim West realisierten investiven und nicht-investiven Projekte wurde im Evaluierungsbericht ausführlich dokumentiert. Insgesamt wurden bisher (ohne Verfügungsfonds) 12 investive Maßnahmen durchgeführt, wobei der Sanierung der Lärmschutzwand westlich B9, dem Rückbau von Bolzplätzen bzw. dem Bau eines Ersatzbolzplatzes sowie der Außenanlage der KTS Langgewann gemessen am Gesamtvolumen die größte Bedeutung zukommt. Bis Februar 2006 wurden für Oggersheim West Bewilligungsbescheide in einer Höhe von 1.820.372 € erteilt, davon 745.560 € Bundesmittel, 696.217 € Landesmittel und 378.595 € aus dem städtischen Haushalt.

Tabelle 1:

Kosten- und Finanzierungsübersicht: Bewilligungsbescheide
Bescheide Bund Land 36.301,72 61.355,02 241.000,00 197.600,00 86.960,00 73.000,00 696.216,74 696.216,74 Stadt 36.301,72 40.903,36 126.500,00 99.400,00 44.240,00 31.250,00 378.595,09 378.595,09 Insgesamt (=Bund/Land/Stadt) 108.905,17 204.516,75 632.500,00 497.000,00 221.200,00 156.250,00 1.820.371,92 1.820.371,92

2000 2001 2002 2003 2004 2005 Insgesamt 2006 2007 Insgesamt

36.301,72 102.258,37 265.000,00 200.000,00 90.000,00 52.000,00 745.560,09 745.560,09

Quelle: Stadt Ludwigshafen

Die Gesamtsumme der bis März 2006 ausgezahlten Mittel belief sich nach Angaben der Stadt auf 638.943 € (Bund/Land/Stadt), die Auszahlung von 600.997 € ist beantragt. Für die nicht-investiven Projekte (ausgenommen Quartiersmanagement und Beschäftigungsmaßnahmen) fielen im Zeitraum 2002 bis 2006 Kosten in einer Höhe von 23.446 € an. Viele dieser Projekte finden regelmäßig (z.B. wöchentlich, monatlich, jährlich) statt. Angesichts ihrer sozial-integrativen Wirkung können z.B. die Projekte „Döner mit alles - Integration ist mehr“ und das Straßenfest „Ganz normal anders“ als Leitprojekte angesehen werden. Das Projekt „Ganz normal anders“ z.B. ist eine jährliche Veranstaltung für Behinderte und Nichtbehinderte in Zusammenarbeit mit der Polizei, dem Rat für Kriminalitätsverhütung und vielen örtlichen Akteuren, die die Vernetzung und Zusammenarbeit vor Ort wesentlich gefördert hat.

3

1.2

Zentrale Ergebnisse der Evaluierung

In einem ersten Arbeitsschritt zur Entwicklung des vorliegenden Handlungskonzepts wurde im Frühjahr 2006 die bisherige Umsetzung des Programms einer Evaluierung unterzogen.1 Hauptaufgabe der Evaluierung war es, festzustellen, inwieweit die bisherige Umsetzung des Programms den Zielen und strategischen Ansätzen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ entspricht; festzustellen, welche messbaren Ergebnisse und Wirkungen sowohl im städtebaulichen als auch im sozialen Bereich erzielt wurden und zu prüfen, welche Schlussfolgerungen hieraus angeleitet werden können bezüglich der Fortführung des Programms. Im Ergebnis kam die Zwischenevaluierung zu folgenden Schlussfolgerungen und Empfehlungen: 1) Ausgehend von der Bestandsaufnahme wurden in Oggersheim West wichtige investive Maßnahmen ergriffen, die insgesamt zu deutlich sichtbaren Veränderungen geführt haben. Dabei konzentrieren sich die baulichen Verbesserungen in erster Linie auf zielgruppenspezifische Einrichtungen im sozialen Bereich. Die Arbeit des Quartiersmanagement im sozialen Bereich ist uneingeschränkt positiv zu bewerten: Die Projekte decken ein sehr breites Spektrum an Angeboten ab und sprechen die unterschiedlichsten Zielgruppen an. Die Projekte übernehmen eine wichtige Stabilisierungsfunktion im Quartier, insbesondere der Integration von Migranten wird hohe Bedeutung beigemessen. Das Quartiersbüro hat sich zu einem Anlaufpunkt für vielfältige Anliegen der Bewohnerschaft entwickelt. Ausbaufähig ist das Angebot für Ältere. Im Hinblick auf die Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes muss die zu entwickelnde Strategie für das Programm „Soziale Stadt“ in Oggersheim- West auf der Problemanalyse der Evaluierung aufbauen und ein schlüssiges System von Zielen, Entwicklungsschwerpunkten und Projekten aufstellen. Die Kooperation mit der GAG sowie den weiteren Wohnungsbaugesellschaften sollte verbessert werden, um investive Maßnahmen und die Aktivitäten im Wohnungsbau stärker zu verzahnen. Dazu sollten Projekte mit möglichen gemeinsamen Ansatzpunkten gefunden werden. Im Falle von freiwerdenden Flächen, z.B. durch Abriss o.ä. oder in Randbereichen muss dem Bedarf nach zusätzlichen Frei- und Spielflächen für Kinder und Jugendliche Rechnung getragen werden. Die sozialen Projekte sollten in ihrer inhaltlichen Differenziertheit und Vielfalt hinsichtlich der Zielgruppenansprache fortgeführt werden.

2)

3)

4)

5)

6)

1

Vgl. hierzu isoplan/FIRU: Bericht zur Zwischenevaluierung des Programmgebiets Oggersheim/West, August 2006

4

7)

Die beschäftigungsfördernden Projekte stellen eine wichtige und sinnvolle Ergänzung des Programms „Soziale Stadt“ dar und sollten fortgeführt werden. Auf der Ebene der ressortübergreifenden Gremien sollte der Strategiediskussion mehr Bedeutung beigemessen werden, damit die zu entwickelnden Projekte stets in einem sachlichen Zusammenhang mit übergeordneten Zielen der Stadtentwicklung gesehen und beurteilt werden. Die Einführung eines Verfügungsfonds (mit einem höheren Finanzvolumen als bisher) sowie eines Quartiersforums, das über diesen verfügt, sollte geprüft werden, um die Möglichkeiten der Beteiligung der Bewohnerschaft zu verstärken (wie bereits durch das Quartiersmanagement Oggersheim vorgeschlagen und ausgearbeitet). Ein Quartiersforum gäbe Stadtteilbewohnern unmittelbar die Möglichkeit, Veränderungsprozesse mitzugestalten.

8)

9)

10) Der Aufbau eines Monitoring-Systems mit quantitativen und qualitativen Indikatoren wird empfohlen. Ein solches System würde die laufende Erfolgskontrolle ebenso wie künftige Zwischenevaluierungen erheblich erleichtern.

1.3

Fragestellungen und Methodik des Handlungskonzepts

Die vorliegende Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes für das Programmgebiet Oggersheim West baut auf der Zwischenevaluierung der Programmumsetzung auf und umfasst folgende Arbeitsschritte: a) b) c) Zusammenfassende Analyse der Kontextindikatoren; Problemdiagnose in Form einer Stärken-Schwächen-Analyse; Strategie und Zielformulierung: Erarbeitung einer integrierten und ressortübergreifenden Strategie als Beteiligungsprozess, Darstellung strategischer Oberziele und spezifischer Ziele, Definition von Handlungsfeldern; Maßnahmenkonzept: Herleitung zielorientierter Maßnahmen, Zeitplan; Strukturkonzepte: Diese bilden eine Zusammenfassung aller vorgeschlagenen Maßnahmen, die räumlich verortbar sind. In diesem Sinne stellt das Konzept eine Zielplanung der weiteren Programmumsetzung dar; Durchführungsmodalitäten: Aussagen zu den Themenbereichen Programmsteuerung, Quartiersmanagement, Stadtteilforum, Öffentlichkeitsarbeit, begleitende Evaluierung und Erfolgskontrolle; Kosten- und Finanzierungsübersicht. Rahmen für ein mittelfristiges Finanzkonzept; Beteiligungsprozess: Einbindung öffentlicher und privater Akteure und der Bevölkerung, Sicherstellung der Akzeptanz des Programms, mögliche Mittelbündelung.

d) e)

f)

g) h)

Die Methodik der Untersuchung konzentrierte sich auf die Auswertung von Sekundärmaterial und eigenen Erhebungsschritten.

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Folgende Sekundärdaten wurden herangezogen: Allgemeine Programmdokumente (insbesondere Leitfaden ARGEBAU etc.), Zwischenevaluierung auf Bundesebene (lfs) und Fragebögen der Programmbegleitung (difu); Städtebauliche Entwicklungsstudie2, Projekt- und Kostenübersichten, ergänzende Materialien der Quartiersmanager/innen.

Darüber hinaus hat die Arbeitsgemeinschaft isoplan/FIRU folgende Erhebungsschritte durchgeführt: Begehungen der vier Programmgebiete und Besichtigung wichtiger Schlüsselprojekte, Expertengespräche mit der Programmleitung und den Quartiersmanager/innen, eine schriftliche Befragung der Akteure im Quartier (Träger von Institutionen, Kooperationspartner, Vereine, Schulen etc.), eine schriftliche Befragung der im Steuerungsteam vertretenen Ressorts der Stadtverwaltung hinsichtlich Zielen, Maßnahmen und Projekte für das Programmgebiet Oggersheim West.

2

Integrierte Handlungskonzepte als solche liegen für die Programmgebiete in Ludwigshafen nicht vor, sondern städtebauliche Entwicklungsstudien und Vorbereitende Untersuchungen

6

2
2.1

Stärken-Schwächen-Analyse
Ausgangslage: Die wichtigsten sozioökonomischen und städtebaulichen Entwicklungstrends (2000-2005)

In der Zwischenevaluierung der Umsetzung des Programms „Soziale Stadt“ in Oggersheim West erfolgte eine ausführliche Aktualisierung der soziökonomischen Kontextindikatoren, deren wichtigste Aussagen hier im Hinblick auf die Stärken-SchwächenAnalyse zusammengefasst werden. Bevölkerung und Sozialstruktur Im Fördergebiet Oggersheim West lebten im Jahr 2005 7.661 Einwohner. Entgegen der gesamtstädtischen Entwicklung war die Bevölkerungszahl in Oggersheim in den vergangenen fünf Jahren um 2 % rückläufig. Von starken Abwanderungstendenzen hingegen ist das Quartier nicht betroffen, die Wanderungssalden waren in den vergangenen Jahren überwiegend positiv. Die Altersstruktur macht deutlich, dass in Oggersheim sowohl die jüngeren als auch die älteren Jahrgänge stark vertreten sind. Mit rund 20 % liegt der Anteil der bis 18Jährigen unter allen Soziale Stadt-Gebieten am höchsten. Ebenso hebt sich Oggersheim mit einem Anteil von 26 % über 60-Jährigen von der Altersstruktur in den übrigen Quartieren ab. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung beläuft sich in Oggersheim West auf 18 % und liegt somit unter dem städtischen Durchschnitt. Die am stärksten vertretenen Nationen sind Türken, Italiener sowie Personen aus Serbien und Montenegro. Beschäftigung und Arbeitslosigkeit Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Betrachtungszeitraum sowohl im Fördergebiet als auch in der Gesamtstadt rückläufig. Ende 2004 waren in Oggersheim West 2.181 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gemeldet, dies entspricht einer Arbeitsplatzdichte3 von 28 %. Zum Vergleich: Auf der Ebene der Gesamtstadt beträgt dieser Wert 31 %. In Oggersheim West ist eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Personen von staatlichen Transferleistungen abhängig. Insgesamt waren im Jahr 2004 445 Personen arbeitslos registriert. Die Arbeitslosenquote liegt mit 16,9 % deutlich über dem städtischen Durchschnittswert von 14,7. Besorgniserregend ist insbesondere die hohe Zahl von Langzeitarbeitslosen. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen beläuft sich auf 43 % (Stadt: 38 %). Der Anteil der jüngeren Arbeitslosen (unter 25 Jahre) liegt mit 12 % geringfügig unter dem Durchschnittswert der Stadt (13 %). Auch die Ausländerarbeitslosigkeit stellt sich in Oggersheim West zwar als wichtiges, aber nicht als dringlichstes Problem dar (29 %; Stadt: 31 %).
3

Arbeitsplatzdichte hier: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort pro Einwohner.

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Städtebauliche Situation und Wohnen Die Einwohnerdichte ist im Stadtteil Oggersheim West mit 81,5 Einwohner/ha wesentlich höher als in der Gesamtstadt, wobei sie im Programmgebiet seit 2000 um ca. 1,4 Prozentpunkte sank. Dennoch ist es eines der dicht bebauten Quartiere Ludwigshafens. Das Gebiet an sich zeichnet sich durch eine starke bauliche Heterogenität aus, es finden sich sowohl Hochhaussiedlungen, Zeilenbebauung, größere soziale Einrichtungen als auch kleinstrukturierte Einfamilienhaussiedlungen. Ein großer Teil der Wohnungen befindet sich im Besitz verschiedener Wohnungsbaugesellschaften (z.B. GAG, DITRA, Anterra). Seit 2001 hat vor allem die GAG in einigen Bereichen (z.B. Comeniusstraße, Kerschensteinerstraße) durch Gebäudesanierungen Verbesserungen erreicht. Nach Informationen durch die Wohnungsbaugesellschaft DITRA sollen in den Bereichen Philip-Scheidemann-Straße und Adolf-Kolping-Straße ab 2007 Aufwertungsmaßnahmen (z.B. Pflasterung von Wegen, Überarbeitung von Spielplätzen und Hauszugangsbereichen) durchgeführt werden. Die Wohnungsgesellschaft Anterra dagegen hat nach eigenen Aussagen bisher keine Vorhaben bzw. Maßnahmen durchgeführt, auch ist diesbezüglich künftig nichts geplant. Die Anzahl der Wohnungen insgesamt ist im Programmgebiet wie auch in der Gesamtstadt weitgehend gleich geblieben, wobei der Anteil der Sozialwohnungen mit 27 % deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt liegt. Die vorherrschenden Leerstände haben sich im Zeitraum 2002 bis 2004 nur unwesentlich um 1,7 Prozentpunkte erhöht. Umwelt und Verkehr Das Programmgebiet Oggersheim West wird durch die stark befahrene Dürkheimer Straße sowie die Adolf-Diesterweg-Straße in Abschnitte unterteilt. Des Weiteren bestehen räumliche Trennwirkungen im Programmgebiet durch die Berthold-BrechtStraße, die Rhein-Haardt-Bahn und die stark belastete B94. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen kann in mehreren Teilbereichen, insbesondere im Einwirkungsbereich der B9, davon ausgegangen werden, dass ein hoher Geräuschund Emissionspegel vorherrscht. Die Versiegelung kann aufgrund von unterschiedlicher Einwohnerdichte, Baustruktur und baulicher Dichte sowie des visuell feststellbaren Freiflächenanteils als sehr heterogen bewertet werden. In Teilbereichen ist der Versiegelungsgrad als hoch zu bezeichnen (z.B. Einfamilienhausgebiet, nordöstliches Erweiterungsgebiet). In den weiteren Bereichen dagegen herrscht aufgrund der vorhandenen Baustruktur ein relativ niedriger Versiegelungsgrad vor. Im Vergleich zu den anderen Soziale Stadt-Gebieten kann der Versiegelungsgrad im Programmgebiet jedoch augenscheinlich als weit weniger hoch eingestuft werden.

4

An dieser Stelle wäre die Installation von weiteren Lärmschutzmaßnahmen zur Minderung der Lärmproblematik entlang der B9 sinnvoll. Solche Maßnahmen können jedoch im Rahmen des Soziale Stadt-Programms nicht mehr durchgeführt werden.

8

2.2

Umsetzungsstand der investiven Projekte im Programmgebiet "Soziale Stadt" – Oggersheim West

Seit Beginn des Programms „Soziale Stadt“ in Oggersheim West im Jahr 2002 sind bereits verschiedene investive Projekte umgesetzt worden, wodurch punktuell Missstände in den Bereichen Städtebau und Infrastruktur beseitigt wurden Durch die Umsetzung dieser Projekte wurden hauptsächlich Verbesserungen der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum (z.B. Naherholungsbereich Affengraben), der Spielanlagen (z.B. Spielplatz Affengraben, Bolzplatz IGSLO) und der Außenbereiche von sozialen Einrichtungen (z.B. KiTa Langgewann, KiTa Mörikestraße, Schulhof Langgewann-Schule) erreicht. Wichtigste Wirkung dieser Projekte ist - neben der zweckgebundenen Komponente die „Sichtbarkeit“. Die Projekte werden unmittelbar von der Bevölkerung als positive Veränderung und als „Kümmern um den Stadtteil“ bemerkt. Dadurch wird ein direkterer Bezug mit dem Programm „Soziale Stadt“ sowie der Stadt Ludwigshafen hergestellt als durch die Umsetzung der sozialen Maßnahmen, die erst längerfristig von der Bevölkerung wahrgenommen werden. Fertig gestellte Projekte:
-

Sanierung Bolzplatz Langgewann Neugestaltung Außenanlage KiTa Langgewann Gestaltung Spielbereich und Schulhof Langgewann- Schule Neugestaltung Spielplätze Kerschensteinerstraße Neugestaltung Spielplatz Affengraben Neugestaltung Außenanlage KiTa Mörikestraße Neubau Bolzplatz IGSLO Anlage Abenteuerspielplatz

Noch umzusetzende Projekte / noch vorhandene Missstände (Stand 04/2006):
-

Neugestaltung Friedhofsvorplatz/ Quartierseingang Verbesserung Unterführung Dürkheimer Straße (Projekt inzwischen umgesetzt mit LOS-Mitteln) Neugestaltung mittlerer Spielplatz Kerschensteinerstraße Außengestaltung Adolf-Diesterweg- Schule (zur Zeit in Ausführung) Sanierung und Neugestaltung Spielplatz Thomas-Mann-Straße (zur Zeit in Ausführung) Neugestaltung und Neuordnung Bereich „Wendeschleife“ Erweiterung Abenteuerspielplatz Sanierung Dachgarten und Umgestaltung Schulhof IGSLO Umbau Jugendfreizeitstätte Ernst Bloch (Innenausbau zur Zeit in Ausführung)

-

-

(vgl. hierzu nachfolgende Karte)

10

2.3

Stärken und Potenziale

Das Programmgebiet „Soziale Stadt Oggersheim West“ weist im Bereich Städtebau und Wohnen vor allem Stärken durch die sehr heterogene Baustruktur sowie die weniger dicht bebaute Stadtrandlage auf. Die gemischten Baustrukturen und Haus- und Wohnungsformen (Einfamilienhausgebiete, Zeilen, Hochhäuser) bieten eine gute Basis für eine gesunde Bevölkerungsmischung im Quartier. Diese Grundlage muss weiterentwickelt und den heutigen Erfordernissen angepasst werden. Trotz Stadtrandlage bietet Oggersheim West eine gute Verkehrsanbindung (sowohl Individualverkehr (IV) als auch öffentlicher Verkehr (ÖV) mit Straßenbahn und Bus) an die Innenstadt. Das Stadtquartier Oggersheim West stellt schwerpunktmäßig einen Wohnbereich dar, der mit einem geringen Anteil weiterer Nutzungen wie Einzelhandel, Dienstleistungen sowie sozialen Einrichtungen durchsetzt ist. Auch die Versorgung mit Gütern des kurzfristigen Bedarfs sowie mit Ärzten und Dienstleistungen kann als gerade ausreichend bezeichnet werden. Einige der vorhandenen sozialen Einrichtungen, wie Kindergärten und Schulen stellen die Basis für soziale und integrative Maßnahmen sowie für die Verbreiterung der sozialen Netzwerke dar. Des Weiteren zeichnet sich der Stadtteil Oggersheim West in den meisten Bereichen durch eine relativ niedrige Versiegelung sowie hohe Durchgrünung aus, was größtenteils durch die Block- und mehrgeschossige Bebauung und die dazugehörigen Abstandsflächen bedingt ist. Ein besonderes Potential stellt der Grünzug „Affengraben“ als Naherholungsgebiet dar. In sozialer Hinsicht ist der hohe Anteil an Kindern und Jugendlichen als Potenzial des Quartiers zu werten. Wenn es gelingt, dieser Zielgruppe eine geeignete Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und sie in die Quartiersentwicklungsprozesse aktiv einzubinden, sind dadurch vielerlei positive Effekte zu erzielen: eine Stärkung der sozialen Strukturen (z.B. durch eine Intensivierung und Verbesserung von Nachbarschaftskontakten), die Stärkung des Verantwortungsbewusstseins (z.B. durch Zuständigkeit für einzelne Teilaufgaben im Zusammenhang mit der Pflege der neu errichteten Schulhöfe) sowie weniger Ausschlusstendenzen von Benachteiligten (z.B. Migrantenkinder, Behinderte etc.).

-

Gleichzeitig sind in Oggersheim weniger Single-Haushalte vorzufinden als im städtischen Durchschnitt. Familienhaushalten kommt somit eine wichtige Bedeutung und Funktion zu. Sowohl die junge als auch die stark familiär ausgerichtete Bevölkerung bieten Potenzial im Hinblick auf eine dauerhafte Stärkung des Sozialgefüges im Stadtteil.

11

Als besondere Stärke ist in Oggersheim die große Anzahl von Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, insbesondere von Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Streetworker sowie von Einrichtungen zur Integration behinderter Menschen zu sehen. Die Kooperation mit diesen Einrichtungen ist als vorbildlich zu bezeichnen und sollte in gemeinsamen Projekten stabilisiert und weiterentwickelt werden.

2.4

Schwächen und Risiken

Neben den erläuterten Stärken und Potenzialen ergab die Bestandsaufnahme zahlreiche Schwächen und Problembereiche in Oggersheim, die die Fortschreibung des Handlungskonzeptes in angemessener Weise berücksichtigen muss. Im Stadtteil Oggersheim West sind städtebauliche Schwächen vor allem durch die noch nicht sanierte Bausubstanz des Geschosswohnungsbaus festzustellen, die weder in Wohnungsgrößen und -zuschnitt noch in energetischer Hinsicht den heutigen Ansprüchen entspricht.5 Bezüglich des privaten Besitzes im Programmgebiet kann kein offensichtlicher Modernisierungs- oder Sanierungsbedarf festgestellt werden. Hier sollte durch ein Gutachten der konkrete Bedarf geprüft werden. Der wohnungsnahe Freiraum weist in den Bereichen des Geschosswohnungsbaus gestalterisch und nutzungsbezogen erhebliche Defizite auf. Auch die meisten der übrigen, öffentlichen Freiflächen sind durch Defizite in Nutzbarkeit, Ausstattung und Gestaltung gekennzeichnet und können so ihre Funktion als Spiel-, Treff- und Kommunikationspunkte nur unzureichend erfüllen. Die Mängel, die bei öffentlichen Freiräumen auftreten, sind auch in öffentlichen Räumen vorhanden. Ein weiteres, das Programmgebiet prägendes Defizit besteht durch die Situation im Bereich der Wendeschleife an der Kreuzung Comeniusstraße und Raiffeisenstraße. Dieser Punkt im Quartier ist End- und Wendepunkt des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und nimmt somit eine zentrale Bedeutung ein. Um dieser gerecht zu werden, ist der heutige Zustand durch eine Neuordnung und Neugestaltung des Kreuzungsbereichs zu verbessern. Nutzungskonflikte im Stadtteil Oggersheim West bestehen hauptsächlich zwischen Wohnen und Verkehr, da Oggersheim westlich durch die stark befahrene B44 begrenzt sowie durch die viel genutzte Dürkheimer Straße unterteilt wird. Zusätzlich führt noch die Rhein-Haardt-Bahn durchs Quartier. Das Kernproblem im sozialen Bereich liegt in der hohen Arbeitslosigkeit im Gebiet begründet, zum Teil auch in der Verknüpfung von Arbeitslosigkeit mit einer Bevölkerung mit hohem Migrationsanteil, woraus soziale Segregationstendenzen entstehen können (betroffen sind insbesondere folgende Blöcke von Oggersheim West: der Bereich Adolf-Diesterweg-Str./Hans-Böckler-Str. bis hin zu Adam-Stegerwald-Str., Franzvon-Sickingen-Str., der Bereich Adolf-Kolping-Str./Philipp-Scheidemann-Straße, der Bereich Mörikestr. sowie Bertolt-Brecht-Straße/Stefan-Zweig-Straße).6 Insbesondere
5 6

Aussage des Quartiersmanagers bei der Begehung des Programmgebiets. Vergleiche Evaluierung.

12

Jugendliche müssen vor Arbeitslosigkeit bewahrt werden, damit die in Oggersheim ohnehin bereits vorhandene Jugenddelinquenz und Drogenproblematik nicht noch verschärft wird. Maßnahmen, die sich gezielt an (straffällige) Jugendliche richten, sollten daher im Rahmen des Programms einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Darüber hinaus drohen ethnische Segregationstendenzen, auch wenn der Ausländeranteil mit 18 % leicht unter dem städtischen Durchschnitt liegt. Aktive Integrationsmaßnahmen sind unerlässlich. Ein „Nebeneinander“ von deutschen und ausländischen Bewohnern wirkt einer positiven Stadtteilentwicklung entgegen. Demgegenüber gilt es, die Potenziale der Vielfalt zu nutzen. Wenn es gelingt, Deutsche und Migranten in Projekten gemeinsam zu aktivieren, Vorurteile abzubauen, voneinander zu lernen, Interesse für fremde Kulturen zu wecken sowie Deutsche und Migranten gleichermaßen in Quartiersentwicklungsprozesse einzubinden, würden nachhaltige Strukturen der Stadtteilentwicklung geschaffen. Ein wichtiges Augenmerk der sozialen Maßnahmen sollte deshalb auf diesen Bereich gerichtet sein. Eine wichtige Erkenntnis aus der Evaluation bezog sich auch auf den vergleichsweise hohen Anteil an Senioren im Quartier. Dies bedeutet, dass im Rahmen der Programmumsetzung auch diesbezüglich Aktivitäten geplant werden sollten, z.B. Projekte zum Generationendialog (siehe Projektvorschläge, Kap. 4.2).

2.5

Zusammenfassung der Stärken-Schwächen-Analyse

Städtebau, Wohnen, Umwelt, Verkehr
Stärken/Potenziale • • • • Gute Verkehrsanbindung Vielschichtige Bau- und Wohnformen Mischnutzung Relativ niedrige Versiegelung sowie hohe Durchgrünung Schwächen/Risiken • • • • • • Nutzungskonflikte Verkehrsbelastungen Qualität und Nutzbarkeit der Freiflächen Ungestaltete zentrale Punkte im Quartier Trennwirkungen durch Straßen Gestaltungsdefizit an den Stadtteilzentren und z.T. an der Wohnbebauung

Soziales
Stärken/Potenziale • • • • Hoher Anteil an Kindern und Jugendlichen Vergleichsweise geringe Abwanderungstendenzen Weniger Single-Haushalte als im städtischen Durchschnitt, hohe Bedeutung von Familien Zahlreiche Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, insbesondere Schulen und Einrichtungen zur Integration behinderter Menschen hoher Anteil an Migranten als Chance im Sinne der Vielfalt . Schwächen/Risiken • • • • Rückläufige Bevölkerungsentwicklung Großer Bedarf an kinder- und altersgerechter Infrastruktur Hoher Bedarf an familienfreundlichen Angeboten Hoher Anteil von Arbeitslosen, insbesondere sehr hoher Anteil Langzeitarbeitsloser, dadurch Gefahr sozialer Segregation Hoher Anteil an Migranten, dadurch Gefahr ethnischer Segregation Betreuung von (delinquenten) Jugendlichen noch weiter ausbaufähig

•

• •

13

Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Stärken/Potenziale • • Nahversorgung ist vorhanden Zu Schulen im Quartier wurde bereits ein guter Kontakt aufgebaut; diese könnten weiter intensiviert werden im Rahmen von Kooperationsprojekten, Schülerpraktika etc. Schwächen/Risiken • • • • Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung Hoher Anteil an Empfängern staatlicher Transferleistungen Hohe Arbeitslosenquote Hoher Anteil von Langzeitarbeitslosen

3
3.1

Entwicklungsstrategie für Oggersheim West
Das Leitbild für den Stadtteil Oggersheim West im gesamtstädtischen Kontext

Der Stadtteil Oggersheim West im gesamtstädtischen Kontext gesehen ist ein Wohnstandort in guter Verkehrsanbindung zu Stadt und Umland. Durch unterschiedliche bauliche Strukturen besteht eine gute Basis für eine positiv zu wertende Bevölkerungsmischung. Diese Mischstruktur der Bevölkerung gilt es weiterzuentwickeln sowie negative Entwicklungstendenzen („Negativaustausch“) zu kompensieren, um den Wohnstandort lebendiger und attraktiver zu machen. Im Gesamtzusammenhang ist der Stadtteil Oggersheim West als Wohnstandort für mittlere Bevölkerungsschichten zu erhalten und zu entwickeln. In diesem Zusammenhang sind die Wohnformen und -angebote dem vorhandenen Bedarf und heutigen Ansprüchen anzupassen.

3.2
3.2.1

Ziele, Entwicklungsschwerpunkte und Maßnahmenvorschläge
Interventionslogik eines Integrierten Handlungskonzepts

Das für das Programm „Soziale Stadt“ Oggersheim zu erarbeitende Ziele- und Maßnahmensystem findet seine Entsprechung in einer spezifischen Interventionslogik, die sich über folgende Ebenen erstreckt:

14

Die Interventionslogik: (1) Die Einzelprojekte verfolgen ein jeweils bestimmtes Projektziel und sind ... bestimmten Maßnahmen zugeordnet. Alle Maßnahmen finden sich in einem der Entwicklungsschwerpunkte wieder, die zu den sog. „spezifischen Zielen“ mit unterschiedlichem Gewicht beitragen. Die spezifischen Ziele sind Bestandteil des Gesamtprogramms und tragen alle zu dem „Globalziel“ bei.

... an einem Beispiel verdeutlicht: - Das Projekt „Neuordnung und Neugestaltung Wendeschleife“ verfolgt das Ziel, einen zentralen, stadtteilprägenden Platz zu schaffen. - Das Projekt ist Teil der Maßnahme „Aufwertung von Schulhöfen, Plätzen, Freiräumen“. - Damit wird ein Beitrag zu den spezifischen Zielen „Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum“ sowie „Verbesserung der städtischen Infrastruktur“ geleistet. - Gemeinsam tragen die spezifischen Ziele zu dem Globalziel „Nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung im Fördergebiet sowie dauerhafte Förderung der gesamtstädtischen Entwicklung“ bei.

(2) (3)

(4)

Im Sinne einer integrierten Vorgehensweise sollen die Entwicklungsschwerpunkte, Maßnahmen und vor allem die Projekte immer auch zu einem anderen spezifischen Ziel beitragen. Durch die Umsetzung so genannter Mehrzielprojekte entstehen vielfältige Querbezüge unterschiedlicher Handlungsbereiche, die den Mehrwert eines Integrierten Handlungskonzeptes markieren.

3.2.2

Ziele, Entwicklungsschwerpunkte, Maßnahmen

Mit Hilfe des Integrierten Handlungskonzepts „Soziale Stadt Oggersheim West“ sollen problematische Tendenzen wie hohe Arbeitslosigkeit sowie städtebauliche Abwertung im Programmgebiet durchbrochen werden. Eine klare Abgrenzung des Fördergebiets ist dabei Voraussetzung für eine sinnvolle Konzentration auf die definierten Problemfelder und den gezielten Einsatz finanzieller und personeller Ressourcen. Als Oberziel für das abgegrenzte Gebiet sollte die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen im Quartier sowie die dauerhafte Förderung der gesamtstädtischen Entwicklung verfolgt werden. Abgeleitet von diesem Oberziel ergeben sich gleichermaßen Handlungsfelder im Sinne von Entwicklungsschwerpunkten sowie diesen zugeordnete spezifische Ziele. Die Entwicklungsschwerpunkte sind: 1. Städtebau, Verkehr und Umwelt, 2. Soziale Integration, 3. Beschäftigung und Lokale Ökonomie, 4. Wohnen und Wohnumfeld. Im Bereich Städtebau, Verkehr und Umwelt sollten folgende spezifische Ziele verfolgt werden:

15

-

Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum sowie Verbesserung der städtischen Infrastruktur.

Im Bereich Soziale Integration sollte sich das Programm in Oggersheim an folgenden Zielen orientieren: Vermeidung sozialer und ethnischer Segregation sowie Auf- und Ausbau einer bedarfsgerechten Infrastruktur für Jüngere, Familien und Ältere.

Im Entwicklungsschwerpunkt „Beschäftigung und Lokale Ökonomie“ sind die Einflussmöglichkeiten des Programms „Soziale Stadt“ begrenzt. In Oggersheim sind insofern jedoch vergleichsweise günstige Rahmenbedingungen für dieses Handlungsfeld gegeben, da zum einen überhaupt Gewerbe im Quartier angesiedelt ist und zum anderen insbesondere zum Einzelhandel bereits Kontakte aufgebaut wurden und diese in Projekten als Sponsoren beteiligt worden sind. Das Programm kann – zumindest ansatzweise – durch Intensivierung der Kontakte zur Lokalen Ökonomie einen Beitrag leisten zur: Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit der Bevölkerung, Schaffung von Zukunftsperspektiven für Jugendliche sowie zur weiteren Förderung der lokalen Ökonomie .

Im Entwicklungsschwerpunkt „Wohnen und Wohnumfeld“ sind folgende Ziele von Bedeutung: Attraktivierung des Wohnumfelds sowie Verbesserung der Wohnqualität.

Das folgende Schaubild ordnet den Entwicklungsschwerpunkten die genannten spezifischen Ziele und vorgeschlagenen Maßnahmen zu, die einen Beitrag zum Abbau der identifizierten Probleme leisten sollen. Den Maßnahmen sind wiederum Einzelprojekte zugeordnet, die im folgenden Kapitel näher erläutert werden. Darüber hinaus gilt bei der Umsetzung der Ziele- und Maßnahmenhierarchie zu beachten, dass die Umsetzung des Programms „Soziale Stadt“ immer an so genannten Querschnittszielen orientiert sein muss. Diese Querschnittsziele sollen durch alle Aktivitäten hinweg Anwendung finden. Dazu zählen insbesondere: 1) Die Mitwirkung der lokalen Bevölkerung an der Umsetzung des Handlungskonzepts soll deren bürgerschaftliches Engagement im Programmgebiet fördern. Die Vernetzung von Zielen, Aktivitäten und Akteuren soll hinsichtlich der Erzeugung von Synergieeffekten wesentlicher Bestandteil des Programms sein. Die Projekte sollen möglichst als Mehrzielprojekte ausgestaltet werden, um dem integrierten Charakter des Handlungskonzeptes gerecht zu werden. Ferner soll die Verknüpfung investiver und nicht-investiver Projekte verfolgt werden.

2)

3)

16

4)

Die Finanzierung durch das Programm „Soziale Stadt“ kann nur einen Teilbeitrag zur erfolgreichen Umsetzung leisten. Wichtig ist darüber hinaus die Ausschöpfung weiterer öffentlicher und privater Finanzierungsmittel. Integrierte Handlungskonzepte im Sinne der „Sozialen Stadt“ beziehen sich zwar auf ein Programmgebiet, sollen jedoch grundsätzlich in die gesamte kommunale Entwicklung eingebunden sein und positiv zu dieser beitragen.

5)

17

Abbildung 2: Ziele- und Maßnahmensystem „Soziale Stadt“ Oggersheim West

Soziale Stadt Oggersheim West: Strategische Ziele, Entwicklungsschwerpunkte und Maßnahmen
Problemanalyse
Städtebau Bevölkerung und Sozialstruktur Wirtschaft und Beschäftigung Wohnen

Globalziel spezifische Ziele

Nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen im Quartier und dauerhafte Förderung der gesamtstädtischen Entwicklung
- Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum - Verbesserung der städtischen Infrastruktur - Vermeidung sozialer und ethnischer Segregation - Bedarfsgerechte Infrastruktur für Jüngere, Familien und Ältere - Förderung von Beschäftigungsfähigkeit - Zukunftsperspektiven für Jugendliche

- Attraktivierung des Wohnumfelds - Verbesserung der Wohnqualität

Entwicklungsschwerpunkte

1. Städtebau, Verkehr und Umwelt

2. Soziale Integration

3. Beschäftigung und Lokale Ökonomie

4. Wohnen und Wohnumfeld

Maßnahmen

1.1 Aufwertung von Freiräumen, Plätzen und Schulhöfen 1.2 Verbesserung der Verkehrsanbindung für Fußgänger und Radfahrer

2.1 Verbesserung der sozialen und freizeitbezogenen Infrastruktur 2.2 Entschärfung überforderter Nachbarschaften und Generationendialog 2.3 Integration von Migranten 2.4 Integration delinquenter Jugendlicher

3.1 Beschäftigungsund Qualifizierungsmaßnahmen 3.2 Verbesserung des Übergangs Schule Beruf 3.3 Zusammenarbeit zur Förderung der lokalen Ökonomie

4.1 Umfassende Modernisierung und Bedarfsanpassung (Wohnungsbaugesellschaften) 4.2 Schaffung von zielgruppenbezogenen und wohnungsnahen Freiräumen 4.3 Gemeinsame Projekte mit den Wohnungsbaugesellschaften

Querschnittsaufgaben

5.1 Quartiersmanagement 5.2 Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit 5.3 Verfügungsfonds 5.4 Gender Mainstreaming 5.5 Monitoring und Evaluierung 5.6 Fortschreibung der Integrierten Handlungskonzepte Grafik: © 08/2006

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4

Maßnahmen- und Projektplanung

Zur Umsetzung der Ziele des Integrierten Handlungskonzepts „Soziale Stadt“ Oggersheim West werden 13 investive und nicht-investive Maßnahmen vorgesehen (ohne Querschnittsaufgaben). Jedem Entwicklungsschwerpunkt wurden mehrere Maßnahmen zugeordnet, die durch ein oder mehrere Projekte ausgefüllt werden. Sowohl inhaltlich wie auch organisatorisch kommt der Vernetzung der Entwicklungsschwerpunkte auf der Maßnahmenebene eine große Bedeutung zu. Jede der 13 Maßnahmen trägt – auch wenn sie formal nur einem Schwerpunkt zugeordnet ist – zu mehreren Zielen bei. Die Maßnahmen und Einzelprojekte haben einen unterschiedlichen Konkretisierungsgrad. Die Realisierung wird derzeit für den Zeitraum 2006 bis 2013 vorgeschlagen. Entgegen anderen Quartieren wie etwa das bisherige Programmgebiet Mundenheim wird davon ausgegangen, dass in Oggersheim insbesondere im Hinblick auf die soziale Stabilisierung des Stadtteils ein längerer Zeitraum für die Programmumsetzung anzusetzen ist. Aufgabe des jetzt vorliegenden Handlungskonzepts ist es, den Fahrplan der Programmumsetzung zu beschreiben und finanziell zu untermauern. Gleichsam hat die Fortschreibung des Handlungskonzepts (2009) zur Aufgabe, das bis dahin umgesetzte Paket an Schwerpunkten und Maßnahmen kritisch zu beleuchten und ggf. die Ziele und Maßnahmen des Programms z.B. an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. An dieser Stelle wird nachdrücklich darauf verwiesen, dass die bislang in Ludwigshafen praktizierten Planungshorizonte von maximal drei Jahren nach Meinung des Gutachters dem Programm „Soziale Stadt“ nicht angemessen sind. Ein längerer Planungszeitraum wird empfohlen. Zum einen benötigen investive Projekte oftmals einen längeren Umsetzungszeitraum, zum anderen sind soziale Veränderungen oftmals Teil eines langwierigen, umfassenden gesellschaftlichen Prozesses. Soweit die einzelnen Projekte bereits konkretisiert sind, werden die Projektinhalte im nachfolgenden Kapitel in komprimierter Form vorgestellt. Die nicht-investiven Projekte sind bewusst nicht bis ins Detail durchgeplant, so dass dem Quartiersmanagement an dieser Stelle Handlungsspielraum gelassen wird.

4.1

Entwicklungsschwerpunkt 1: Städtebau, Verkehr und Umwelt

Überblick Im Bereich des Entwicklungsschwerpunktes Städtebau, Verkehr und Umwelt sind vor allem investive Maßnahmen gefordert, die für eine qualitative und für die Bewohner sichtbare Veränderung sorgen und so einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz des Programms "Soziale Stadt" in der Bevölkerung leisten.

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In diesem Zusammenhang ist vor allem die Aufwertung von Schulhöfen, Plätzen und Freiräumen von Belang, da so Identifikationsmöglichkeiten und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum geschaffen und Voraussetzungen für Kommunikations- und Begegnungsorten verbessert werden. Dies ist in Oggersheim West, wo ein hoher Anteil an Geschosswohnungsbau ohne private Freiflächen vorhanden ist, von besonderer Bedeutung. Die Verbesserung der Verkehrsbedingungen, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, sorgt für eine bessere Anbindung und damit bessere Einbindung des Programmgebietes in den gesamtstädtischen Kontext sowie für eine bessere Verknüpfung des Gebietes mit den Grün- und Freiräumen. Auch wird so für eine bessere Erreichbarkeit und verbesserte Austauschbeziehungen innerhalb des Programmgebiets an sich gesorgt. In diesem Zusammenhang spielt auch der Sicherheitsaspekt für Fußgänger und Radfahrer eine große Rolle. Des Weiteren kann die Umsetzung der städtebaulichen investiven Projekte das Abschwächen von Nutzungskonflikten bewirken und ein angenehmeres "Wohnklima" sowie ein verbessertes Wohnumfeld schaffen.

Projekt

Projektinhalt/ Projektziel

Maßnahme 1.1: Aufwertung von Schulhöfen, Plätzen und Freiräumen Projekt 1.1.1: Neugestaltung Friedhofsvorplatz/ Quartierseingang Neugestaltung des Friedhofsvorplatzes, der angrenzenden Grünfläche sowie des Eingangsbereichs des Friedhofs Oggersheim West, um so der Funktion als Quartierseingang gerecht zu werden, mehr Aufenthaltsqualität sowie eine Attraktivierung des Umfeldes für die angrenzende Wohnbebauung zu erreichen. Sanierung und Neugestaltung Schulhof Adolf-Diesterweg- Schule durch Teilflächenentsiegelung sowie Schaffung von altersgerechten Ruhe-, Kommunikations- und Rückzugsbereichen notwendig, um eine Anpassung an die heutigen Bedürfnisse der Schüler zu erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde bereits in einem 1. Bauabschnitt der Umbau des Atriums durchgeführt. Im Rahmen eines weiteren Bauabschnitts sind die Sanierung der Schulsportanlagen, der Einfriedungen sowie verschiedene Maßnahmen zur weiteren Aufwertung des Schulhofes vorgesehen. Kindgerechte sowie zeitgemäße Neugestaltung des wohnungsnahen Spielbereichs zur Verbesserung des Spielangebotes sowie des Wohnumfelds. Da der Spielplatz große Bedeutung für die angrenzende Blockbebauung und deren Bewohner hat, sollte die Konzeption mit Bürger- bzw. Kinderbeteiligung erstellt werden. Die Maßnahme ist zurzeit in Umsetzung. Neuordnung und Neugestaltung des zentralen End- und Wendepunktes des ÖPNV im gesamten Kreuzungsbereich Comeniusstraße und Raiffeisenstraße notwendig, um der Bedeutung dieses Bereiches für das Quartier gerecht zu werden. Aus diesem Grund sollte der Entwurf des Gestaltungskonzeptes unter Mitwirkung der Bewohner des Quartiers erfolgen. Da der Einzugsbereich des Abenteuerspielplatzes schwerpunktmäßig Wohngebiete des Soziale Stadt-Gebietes umfasst, bei dem erheblicher Bedarf an weiteren Spielflächen besteht, kann durch eine Erweiterung des Spielplatzes sowie des Um- und Ausbaus des Werkund Spielhauses eine Verbesserung der Situation erreicht werden. Des Weiteren käme eine Erweiterung auch der angrenzenden integrierten Gesamtschule zugute, die das Angebot des Abenteuerspielplatzes mitnutzt. Qualitativ hochwertige Neugestaltung der begehbaren Dachfläche (Dachgarten) sowie der Schulhoffläche (z.B. Beach-Volleyball-Platz,

Projekt 1.1.2: Sanierung Außenbereich und Neugestaltung Adolf-DiesterwegSchule

Projekt 1.1.3: Sanierung und Neugestaltung Spielplatz Thomas-Mann-Straße

Projekt 1.1.4: Neugestaltung und Neuordnung Bereich „Wendeschleife“

Projekt 1.1.5: Erweiterung Abenteuerspielplatz/ Um- und Ausbau Werk- und Spielhaus

Projekt 1.1.6: Sanierung begehbare Dachflä-

20

che IGSLO sowie Umgestaltung Schulhoffläche

Bewegungserfahrungsplatz, Fun-Park, Sitzgruppen, Grünes Klassenzimmer) zur Aufwertung der Aufenthaltsqualität sowie der Kommunikationsräume der IGSLO.

Maßnahme 1.2: Verbesserung der Verkehrsbedingungen, v.a. für Fußgänger, Radfahrer, ÖV Projekt 1.2.1: Verbesserung Unterführung Dürkheimer Straße Verstärkung der Beleuchtung sowie Verbesserung der Gestaltung im Bereich Fußgängerunterführung Dürkheimer Straße, um die Sicherheitsbedingungen der Fußwegeverbindung und damit das Sicherheitsempfinden von Anwohnern sowie Fußgängern zu verbessern. (Diese Maßnahme wurde in der Zwischenzeit bereits mit LOS-Mitteln durchgeführt.) Eine Querung der B9 für Fußgänger und Radfahrer ist vor allem im Bereich des Affengrabens notwendig, um das Naherholungsgebiet mit dem Freiraum westlich der B9 zu verbinden. Des Weiteren wären solche Querungen auch nördlich der Dürkheimer Straße sinnvoll. Im Programmgebiet sollten in verschiedenen Straßen sowie Wendehämmern Baumpflanzungen durchgeführt werden, um zu einer allgemeinen Verbesserung der Wahrnehmung des Bereichs beizutragen. Schwerpunktbereiche sollten vor allem Comeniusstraße, Kerschensteinerstraße, Wanderstraße, Thomas-Mann-Straße sowie die Begrünung und Neugestaltung der Parkplatzflächen Adolph-KolpingStraße (Einkaufszentrum) sein. Im Bereich der Kindertagesstätte Comeniusstraße sollten eine Querungshilfe installiert bzw. verkehrsberuhigende sowie verkehrssichernde Maßnahmen (z.B. Verlängerung der Kettenabsperrung im Eingangsbereich der Kindertagesstätte, Einbau von zwei Plateaus im Straßenbereich) durchgeführt werden, um ein verkehrssicheres Überqueren der Straße für Eltern und Kinder zu gewährleisten.

Projekt 1.2.2: Querungsmöglichkeiten B9/ Fußgängerbrücke Projekt 1.2.3: Baumpflanzungen im Straßenraum/ Neugestaltung von Straßenräumen

Projekt 1.2.4: Querungshilfe/ Verkehrsberuhigung Comeniusstraße

Friedhofsvorplatz/ Quartierseingang

Außengelände Adolf-Diesterweg-Schule

Spielplatz Thomas-Mann-Straße

Bereich „Wendeschleife“

21

Abenteuerspielplatz

Unterführung Bad Dürkheimer Straße (zwischenzeitlich umgesetzt)

4.2

Entwicklungsschwerpunkt 2: Soziale Integration

Überblick Das Programm „Soziale Stadt“ lebt nicht nur von investiven Maßnahmen. Vielmehr ist es von hoher Bedeutung, dass städtebauliche Projekte flankiert werden durch soziale Prozesse, die insgesamt zu einer größeren Wohnzufriedenheit der Bevölkerung, zur Intensivierung von Nachbarschaftskontakten und zur Vermeidung von Segregationstendenzen führen. In diesem Zusammenhang sind die Aktivitäten des Schwerpunkts 2 zu sehen. Es handelt sich hierbei sowohl um integrierende Projekte für bestimmte Zielgruppen als auch um Maßnahmen zur Stärkung der Stadtteilidentität.

Projekt Projekt 2.1.1: Umbau der JFS Ernst-Bloch

Zielgruppe Jugendliche

Projektinhalt/ Projektziel Die JFS soll in eine Einrichtung der Offenen Jugendarbeit umgewandelt werden, die vielfältige, an die verschiedenen Interessen und Lebenslagen der jungen Menschen im Quartier anknüpfende Angebote bieten und deren Entwicklung fördern soll. Die offene Kinderarbeit soll eingestellt, die aufsuchende Arbeit soll verstärkt werden. Die ursprünglich 15 Räumlichkeiten der JFS verteilen sich auf eine Fläche von 725 m². Im Rahmen der Umwandlung der Jugendfreizeitstätte ist ein Umbau der für die neue Funktion überdimensionierten Räumlichkeiten notwendig. Nicht mehr benötigte Räume werden dem Hort oder der Integrierten Gesamtschule (IGSLO) zugeordnet, in deren Untergeschoss die JFS angesiedelt ist. Um die neuen Anforderungen zu erfüllen, sind Umbaumaßnahmen v.a. in den Bereichen Raumstruktur, Innenraumerneuerung sowie Brandschutz erforderlich. Des Weiteren sind Maßnahmen zur Aufwertung der Außengestaltung erforderlich, um zu einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität beizutragen. Auf sanierten Flächen. sollen zur Steigerung der Akzeptanz der Flächen Kultur- und Sportveranstaltungen unterschiedlichster Art mit der Zielgruppe gemeinsam organisiert werden.

Maßnahme 2.1: Verbesserung der sozialen und freizeitbezogenen Infrastruktur

Projekt 2.1.2: Sport- und Kulturevents

Quartiersbewohner, Kunst- und Kulturinteressierte, Kinder und Jugendliche

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Projekt 2.1.3: Kunst im Quartier

Quartiersbewohner, insbesondere Kunst- und Kulturinteressierte Quartiersbewohner, insbesondere und Kinder und Jugendliche Quartiersbewohner

Angesichts eines Defizits an Kulturveranstaltungen und freizeitbezogener Infrastruktur hat sich die seit 2002 durchgeführte Reihe „Kunst im Quartier“ sehr bewährt und sollte fortgesetzt werden. Die bislang durchgeführten Fußballturniere stellen eine Bereicherung für Kinder und Jugendliche dar und sollten fortgeführt werden.

Projekt 2.1.4: Sportturniere

Maßnahme 2.2: Entschärfung überforderter Nachbarschaften und Generationendialog Projekt 2.2.1: Ausflüge Ausflüge zu touristisch oder wirtschaftlich interessanten Zielen bringen die Bewohner in Kontakt und können auf diesem Wege helfen, Vorurteile abzubauen. Es sollten gezielt Projekte initiiert werden, bei denen Jüngere von Älteren lernen und die Erfahrungen der Älteren demzufolge wertgeschätzt werden, z.B. Kochkurse, Handarbeitskurse, Erzählabende etc. Bislang sehr erfolgreich praktiziert wurde das Frauenfrühstück, bei dem ausländische und einheimische Frauen miteinander in Kontakt treten. Der zweiwöchige Rhythmus sollte beibehalten werden. Wettbewerbe wie „Die höchste Bohne im Quartier“ überwinden nachbarschaftliche Grenzen und bauen Kontakt auf. Sie sollten weiter ausgebaut werden. Das Quartiersbüro hat sich zu einem echten Treffpunkt und sozialen Anlaufstelle in Oggersheim West entwickelt. Aufgrund der zahlenmäßigen Bedeutsamkeit von (Migranten-)Familien, verbunden mit der vorhandenen Problematik von Jugenddelinquenz etc. sollte darüber nachgedacht werden, einmal monatlich eine Sozialpädagogin für einen Beratungsabend für Eltern zu gewinnen. Ebenso könnten in Kooperation mit den Schulen Elternsprechtage in den Räumen des Stadtteilbüros angeboten werden, da die Hemmschwelle für Eltern hier geringer ist, als direkt in die Schulen zu gehen. Das Straßenfest „Ganz normal anders“ oder das „Nachbarschaftsfest“ haben sich in Oggersheim etabliert und erfreuen sich großer Beliebtheit. Vergleichbare Fest stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bewohner und sollten ca. zwei Mal jährlich durchgeführt werden. Projektinhalt Um ein abgestimmtes und zielorientiertes Vorgehen bei den Integrationsmaßnahmen zu ermöglichen, sollte durch einen externen Gutachter und unter Einbeziehung aller relevanten Akteure und der Bewohner vor Ort ein stadtteilbezogenes Integrationskonzept auf der Basis einer aktuellen Bestandsaufnahme erarbeitet werden.

Projekt 2.2.2: Mehrgenerationenprojekte

Quartiersbewohner

Projekt 2.2.3: Frauenfrühstück

Frauen aus dem Quartier

Projekt 2.2.4: Wettbewerbe

Quartiersbewohner

Projekt 2.2.5: Familienberatung

Quartiersbewohner, insbesondere Eltern (mit Migrationshintergrund)

Projekt 2.2.6: Straßenfeste

Quartiersbewohner

Projekt Projekt 2.3.1: Stadtteilbezogenes Integrationskonzept

Zielgruppe Migranten

Maßnahme 2.3: Integration von Migranten

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Projekt 2.3.2: Deutsch-Sprachkurse für Erwachsene und für Kinder Projekt 2.3:3 Integrationsprojekte

Migranten

Bereits in der ersten Programmphase wurden erfolgreich Sprachkurse für Migranten, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder, angeboten. Auch diesbezüglich gab es in der ersten Programmphase bereits unterschiedliche Aktivitäten (z.B. Döner mit alles – Integration ist mehr). Diese haben dazu beigetragen, Vorurteile abzubauen und sich gegenseitig kennen zu lernen. Derartige Projekte sollten weiter fortgeführt und durch weitere innovative Projekte ergänzt werden: z.B. kultursensibler Koch- und Ernährungskurs, Gärten der Kulturen, Interkulturelle Werkstatt Ca. zwei Mal wöchentlich könnten in Räumlichkeiten der Kinder- und Jugendeinrichtungen des Quartiers verschiedene Trainingseinheiten für Jugendliche angeboten werden, z.B. Boxtraining, Selbstverteidigung etc. Beim Stadtteilbüro könnte eine Ehrenamtsbörse angesiedelt sein, mit Hilfe derer Jugendliche an die Übernahme von Verantwortung herangeführt werden. In Zusammenarbeit z.B. mit Studenten der FH für Sozialwesen könnten (delinquente) Jugendliche zum Streitschlichter „ausgebildet“ werden. Sie sollen fortan im Quartier als eine Art Mentor eingesetzt werden. Gleichzeitig wird das Selbstwertgefühl der Jugendlichen durch derart verantwortungsvolle Aufgaben enorm gesteigert. In Kooperation zwischen Schulen und Quartiersmanagement könnten Theaterstücke einstudiert werden, die der Oggersheimer Bevölkerung vorgeführt werden. Das Selbstbewusstsein der Jugendlichen wird dadurch gesteigert.

Migranten und deutsche Quartiersbewohner

Maßnahme 2.4: Integration delinquenter Jugendlicher Projekt 2.4.1: Sport gegen Jugenddelinquenz Jugendliche

Projekt 2.4.2: Jugendliches Ehrenamt

Jugendliche

Projekt 2.4.3: Streitschlichter

Jugendliche

Projekt 2.4.4: Jugendtheater

Jugendliche, Schulen

Über die im vorliegenden Handlungskonzept gemachten Projektvorschläge hinausgehend zeichnet sich hinsichtlich der sozialen Infrastruktur mittelfristig die Notwendigkeit zur Schaffung einer Jugendeinrichtung für Jugendliche über 14 Jahre im nördlichen Teil des Quartiers ab. Das Betreuungskonzept der im nördlichen Bereich des Quartiers gelegenen Spielwohnung 2 ist lediglich für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre ausgelegt. Daher sollte im Rahmen der Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes ein besonderer Fokus auf diese Fragestellung gelegt werden.

4.3

Entwicklungsschwerpunkt 3: Beschäftigung und Lokale Ökonomie

Überblick In Oggersheim sind überdurchschnittlich viele Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die beruflichen Perspektiven für viele Jugendliche sind beschränkt. Auch wenn das Programm die allgemein schlechte Arbeitsmarktlage nicht beeinflussen kann, so sind doch flankierende Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen förderfähig, die einen Beitrag zur Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit der Zielgruppe haben. Ebenso sollte im Rahmen des Programms die starke Kooperation mit Schulen fortgeführt wer-

24

den. Eine Möglichkeit, Jugendlichen bessere Zukunftsperspektiven zu eröffnen, ist eine experimentelle Erprobung des Kooperationsmodells Schule-Betrieb. Gleichzeitig ist es ein wichtiges Anliegen des Programms „Soziale Stadt“, die Nahversorgung zu stärken. In Oggersheim West existieren zwei Nahversorgungszentren, die in die bisherige Programmumsetzung z.B. bei Festen oder Wettbewerben, involviert waren. Wenn gleich die Einflussmöglichkeiten des Programms im Themenbereich „Lokale Ökonomie“ grundsätzlich beschränkt sind, sind die Voraussetzungen für weitere Aktivitäten durch die bereits etablierten guten Kontakte vergleichsweise positiv. Weitere Aktivitäten könnten z.B. im Bereich der Kooperation mit Schulen im Hinblick auf Schülerpraktika etc. gestartet werden.

Projekt Projekt 3.1.1: Weiterführung der Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte

Zielgruppen Arbeitslose

Projektinhalt/ Projektziel In der ersten Programmphase war die Umsetzung der „Sozialen Stadt“ verknüpft mit dem Programm LOS und der Strukturhilfemaßnahme Grün. Diese flankierenden Maßnahmen sollten fortgeführt werden, nicht zuletzt, weil diese Projekte eine positive Erfolgsbilanz hinsichtlich des Verbleibs der Maßnahmenteilnehmer aufweisen. In Oggersheim leben überdurchschnittlich viele Arbeitslose. Aus diesem Grund wird empfohlen, eine enge Kooperation mit dem bei der ARGE angesiedelten Fallmanager zu suchen und beispielsweise gemeinsame Informationsveranstaltungen durchzuführen, insbesondere zu den Themen Jobvermittlung und Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Die beruflichen Perspektiven für Jugendliche sollten dadurch verbessert werden, dass vor Ort eine enge Kooperation zwischen Schulen, der Agentur für Arbeit und den im Stadtteil angesiedelten Betrieben angestrebt wird. Ziel sollte es sein, gemeinsame Ausbildungsmessen zu organisieren oder – wenn vor Ort nicht möglich – Fahrten zu Ausbildungsmessen zu unternehmen. Eine Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben (Einzelhandel, Dienstleistungsbetriebe, Handwerk), nicht nur im Stadtteil Oggersheim West, sondern weitläufig, sollte aufgebaut werden, um Schülern die Möglichkeit von Schülerpraktika einzuräumen. Diese verbessern die Berufsaussichten der Jugendlichen. Diesbezüglich könnte das Quartiersbüro die bereits bestehende Kooperation mit dem Schulsozialarbeiter noch intensivieren, um im Hinblick auf Schülerpraktika gemeinsam möglichst viele Betriebe zu gewinnen. Bislang wurde seitens des Quartiersmanagements bereits versucht, die ansässigen Betriebe in Stadtteilfeste und Wettbewerbe zu integrieren. Diese Bemühungen sollten fortgesetzt werden, evtl. ergänzt durch weitere Maßnahmen: z.B. Aktionswochen, Unterstützung innovativer Geschäftsideen

Maßnahme 3.1: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit

Projekt 3.1.2: Kooperation mit dem Fallmanager der ARGE: lokale Jobvermittlung und Kinderbetreuung

Arbeitslose

Maßnahme 3.2: Verbesserung des Übergangs Schule-Beruf Projekt 3.2.1: Ausbildungsmessen in Kooperation mit Schulen, Arbeitsagentur und Betrieben Schüler

Projekt 3.2.2: Schülerpraktika: Kooperation Schule-Betrieb

Schüler, ortsansässiges Gewerbe

Maßnahme 3.3: Förderung der lokalen Ökonomie Projekt 3.3.1: Kooperationen mit ansässigen Betrieben/Geschäften Betriebe

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Projekt 3.3.2: Projekte der Public Private Partnership

Alle Zielgruppen

Ziel des Programms „Soziale Stadt“ muss es sein, private Unternehmen für die Beteiligung an der Stadtteilentwicklung zu gewinnen. Dies gilt für unterschiedliche Formen der PPP bis hin zu Projekten des „Social Sponsoring“ (Bereitstellung von Geld, Sachmitteln oder Dienstleistungen durch Unternehmen für die Förderung der sozialen Arbeit; das Unternehmen erwartet dabei eine Gegenleitung, die sei Image fördert). Diesbezüglich sollte ein erster Informationsaustausch darüber erfolgen, was überhaupt wünschenswert und machbar erscheint.

4.4

Entwicklungsschwerpunkt 4: Wohnen und Wohnumfeld

Überblick Im Entwicklungsschwerpunkt Wohnen und Wohnumfeld liegt das Augenmerk auf einer umfassenden Modernisierung der Wohnungen und einer Anpassung an heutige Anforderungen und Bedürfnisse zur Verbesserung der Wohnqualität in Oggersheim West. Durch diese Maßnahmen wird eine heterogene Alters- und Bevölkerungsstruktur im Gebiet angestrebt, um eine höchstmögliche Attraktivität des Programmgebiets als Wohnstandort zu gewährleisten. Dies wird durch die Herstellung von zielgruppenbezogenen wohnungsnahen Freiräumen unterstützt (z.B. mittlerer Spielplatz Kerschensteinerstraße),was zur Verbesserung des Wohnumfeldes beiträgt. Durch gemeinsame Projekte der Stadt Ludwigshafen mit der GAG sowie weiteren im Quartier ansässigen Wohnungsbaugesellschaften im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ können diese angestrebten Effekte weiter verstärkt und unterstützt werden. Im Bereich des privaten Besitzes im Programmgebiet sollte der konkrete Modernisierungsbedarf durch ein Gutachten geprüft werden.

Projekt

Projektinhalt/ Projektziel

Maßnahme 4.1: Umfassende Modernisierung der Wohnungen und Bedarfsanpassung Projekt 4.1.1: Sanierung Blockbebauung Comeniusstraße sowie Kerschensteinerstraße Projekt 4.1.2: Private Modernisierung Umfassende Modernisierung und Bedarfsanpassung der Wohnungen und Gebäude der GAG im Bereich Comeniusstraße sowie Kerschensteinerstraße Um den konkreten Bedarf an privaten Modernisierungsmaßnahmen festzustellen, sollte eine Untersuchung durch ein Gutachten durchgeführt werden sowie Beratung (z.B. in Kooperation mit den Wohnungsbaugesellschaften) als auch Mittel für solche Maßnahmen bereitgestellt werden.

Maßnahme 4.2: Schaffung von zielgruppenbezogenen wohnungsnahen Freiräumen Projekt 4.2.1: Neugestaltung Spielplatz mittlere Kerschensteinerstraße Kindgerechte sowie zeitgemäße Neugestaltung des wohnungsnahen Spielbereichs zur Verbesserung des Spielangebotes sowie des Wohnumfelds.

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Maßnahme 4.3: Gemeinsame Projekte mit Wohnungsbaugesellschaften. Projekt 4.3.1: Runder Tisch Einführung eines „Runden Tischs“ zwischen Wohnungsbaugesellschaften sowie den Akteuren des Programms „Soziale Stadt“ zur Verbesserung und Verstärkung der Kooperation zur besseren Verzahnung von Projekten der Sozialen Stadt und der Wohnungsbaugesellschaften. Konkrete Kooperationsmöglichkeiten bestehen beispielsweise in den neu zu gestaltenden Außenbereichen Hochhäuser und Blockbebauungen. In diesem Zusammenhang sollte eine Bewohnerbefragung zur Ermittlung der Wünsche und Bedürfnisse durchgeführt werden. Eine weitere Möglichkeit der Kooperation besteht auch in einer Beratungstätigkeit der GAG in Bezug auf private Modernisierungsmaßnahmen. Zur Diskussion am Runden Tisch kann man auch die Einführung einer Hausmeisterassistenz gestellt werden, die als Unterstützung der Hausmeister der Wohnungsbaugesellschaften tätig ist und einen Beitrag zur Minimierung der Vermüllung und Verschmutzung in den Gebäuden sowie im Wohnumfeld leistet.

4.5

Querschnittsaufgaben

Zum unverzichtbaren Bestandteil des Programms „Soziale Stadt“ gehört neben einer zielorientierten, ressortübergreifenden Projektsteuerung ein funktionsfähiges Stadtteilmanagement als „Scharnier zwischen der Verwaltung und der Bevölkerung des Programmgebiets“ (vgl. hierzu auch Kapitel 6). Die erfolgreiche Betreuung des Programmgebiets durch das Quartiersmanagement sollte von daher im bisherigen Umfang fortgeführt werden. Gleiches gilt für das Stadtteilbüro, welches sich als Anlaufstelle sehr hoher Beliebtheit erfreut. Ein weiteres Schlüsselelement liegt in der Aktivierung und Beteiligung der Bevölkerung bei der Planung und Umsetzung einzelner Projekte, verbunden mit einer kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit (vgl. Kapitel 7). Auch diesbezüglich sollten die bisherigen vielfältigen Formen der Bürgerbeteiligung weitergeführt werden, unterstützt durch gezielte Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Nachdem die Herausgabe einer eigenen Quartierszeitung aus finanziellen Gründen nicht fortgeführt werden konnte, sollen künftig andere Informationskanäle verstärkt genutzt werden. Überlegenswert ist die Beteiligung an Zeitungen der Wohnungsbaugesellschaften, verstärkte Information der Bevölkerung durch die „neue LU“ sowie über das „Internet“ (dialogfähiges Forum oder Chat-Rooms). Bereits heute ist im Internet ein Veranstaltungskalender der Stadt eingestellt. Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es, zu einer Imageverbesserung des Quartiers beizutragen, die ihrerseits zu einer stärkeren Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtteil führt. Als wirksames und unverzichtbares Mittel der Aktivierung hat sich die Einrichtung eines Verfügungsfonds für die Unterstützung Identität stiftender Mikroprojekte erwiesen. Der bestehende Fonds soll mindestens im bisherigen Umfang weitergeführt werden (15.000 €/anno). Es wird jedoch angeregt, den Verfügungsfonds einem so genannten Quartiersforum zur Verfügung zu stellen, das vergleichbar mit den Stadtteilgremien

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beim Programm LOS (Laufzeit bis 30.06.2007) über die Verwendung der Mittel im Rahmen von Mikroprojekten entscheidet. Da die Umsetzung des Programms LOS ebenfalls in den Stadtteilbüros angesiedelt ist, würden sich diesbezüglich sinnvolle Synergieeffekte ergeben. Darüber hinaus gilt im Rahmen der Umsetzung des Programms „Soziale Stadt“ Gender Mainstreaming als wichtiges Querschnittsziel. Dies bedeutet: Im Rahmen der „Sozialen Stadt“ sollen zum einen Frauen gleichberechtigt in die Planung von Projekten einbezogen werden als auch die Auswirkungen auf die Chancengleichheit bei der Vorbereitung, Durchführung, Begleitung und Bewertung aller Projekte berücksichtigt werden: „Gender Mainstreaming bedeutet, alle politischen Maßnahmen und Entscheidungen so zu gestalten, dass die Beteiligten die Gleichstellung von Frauen und Männern bzw. von Mädchen und Jungen in der Planung, der Durchführung, der Begleitung und Bewertung von Anfang an in allen Bereichen und auf allen Ebenen einbeziehen.“7 In Kapitel 9 wird ein Vorschlag für die Etablierung einer EDV-gestützten Datenbank sowie eines einfach handhabbaren Katalogs von Kontext- , Ergebnis- und Wirkungsindikatoren vorgestellt, der in Zukunft im Rahmen jährlicher Durchführungsberichte Anwendung finden soll. Auf der Grundlage des Evaluationssystems wird es der Verwaltungsspitze, der Programmsteuerung, aber auch den Fördermittelgebern möglich sein, zu beurteilen, ob und in welchem Maß die gesetzten Ziele erreicht wurden und ob ggf. eine Anpassung der Programmplanung erforderlich wird. Spätestens nach Ablauf von drei Jahren sollte das vorliegende Integrierte Handlungskonzept den geänderten Rahmenbedingungen und zwischenzeitlich erzielten Erfolge entsprechend überarbeitet werden (Fortschreibung). Entwicklungsschwerpunkt 5: Querschnittsaufgaben
Projekt Zielgruppe Projektinhalt Projektstatus

Maßnahme 5.1: Stadtteilmanagement 5.1.1 Quartiersmanagement 5.1.2 Stadtteilbüro Quartiersbewohner Fortführung der Tätigkeit des Stadtteilmanagements; Weiterführung des „Stadtteibüros“ laufend

Maßnahme 5.2: Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit 5.2.1 Bürgerbeteiligung 5.2.2 Pressearbeit/ Öffentlichkeitsarbeit (inkl. „neue LU“) 5.2.3 Internet Quartiersbewohner Öffentlichkeit Fortführung der bisherigen Maßnahmen der Bürgerbeteiligung Fortführung der Informationsarbeit in der „neuen LU“ sowie Pressearbeit; Flyer Ergänzung der Internet-Homepage durch Veranstaltungskalender und Foren laufend laufend

Quartiersbewohner

laufend

Maßnahme 5.3: Verfügungsfonds 5.3.1 Verfügungsfonds Quartiersbevölkerung Pauschal 15.000 € für diverse Aktivitäten und Mikroprojekte mit Bürgerbeteiligung (Feste, Aktionstage, usw.) laufend

7

www.gender-mainstreaming.rlp.de

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Maßnahme 5.4: Erfolgskontrolle und wissenschaftliche Begleitung 5.4.1 Datenbank 5.4.2 Jahresbericht 5.4.3 Erfahrungsaustausch Projektleitung; Fördermittelgeber ● Aufbau einer Projektdatenbank ● Einrichtung eines Systems der permanenten Verlaufs- und Erfolgskontrolle anhand eines einfachen Indikatoren-Katalogs als Basis der Entscheidungen der Verwaltungsspitze, Projektsteuerung und Fördermittelgeber ● Jährliche Fortschrittsberichte ggf. mit Unterstützung externer Sachverständiger 2. Fortschreibung des Konzepts im Jahr 2009

Idee/neu

Maßnahme 5.5: Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzepts 5.5.1 IHK Projektleitung geplant

4.6

Verstetigung und Nachhaltigkeit des Programms

Bei der Umsetzung aller mit öffentlichen Mitteln geförderten Programmen wird im Rahmen der Bewertung zunehmend stärkeres Augenmerk auf die Themen Verstetigung und Nachhaltigkeit gelegt. Diesbezüglich sollten folgende Fragen berücksichtigt werden: Inwiefern werden mit dem Programm Strukturen aufgebaut, die sich nach Auslaufen der Förderung selbst tragen können? Inwiefern werden mit dem Programm Prozesse sowohl in städtebaulicher als auch in sozialer Hinsicht in Gang gesetzt, die langfristig positiv auf den Stadtteil ausstrahlen?

Zum jetzigen Zeitpunkt kann konstatiert werden, dass die Nachhaltigkeit, der in den vergangenen vier Jahren durchgeführten städtebaulichen Projekte ohne Zweifel belegt ist, da diese Maßnahmen zu einer sichtbaren Aufwertung des Quartiers beigetragen haben. Bei baulichen Projekten kann aufgrund ihrer langfristig orientierten zeitlichen Ausrichtung grundsätzlich eine Verstetigung bzw. Nachhaltigkeit unterstellt werden. Diese Nachhaltigkeit kann und soll dadurch verstärkt werden, dass diese Projekte vielfältig und für mehrere Generationen nutzbar sind, da so positive Effekte in Bezug auf die Stabilisierung und Verbesserung des Soziale-Stadt- Gebietes erzielt werden können. Bei der Umsetzung dieser baulichen Maßnahmen muss vor allem auch darauf geachtet werden, dass diese zukunftsfähig sind (z.B. Erweiterung Abenteuerspielplatz), vorhandene Ressourcen nutzen (z.B. Sanierung Spielplatz Thomas-Mann-Straße) und dem Aufwand angemessen sind (z.B. Neuordnung und Neugestaltung Kreuzungsbereich Raiffeisenstraße/ Comeniusstraße). Weiterhin muss bei der Umsetzung der Maßnahmen ein räumliches und inhaltliches Gleichgewicht gefunden bzw. vorhandene Unausgewogenheiten gemindert werden, um eine gleichwertige nachhaltige Entwicklung für alle Teile des Soziale Stadt- Gebietes zu bewirken.

29

In sozialer Hinsicht wurden seit der Einrichtung des Quartiersmanagements zahlreiche, die investiven Projekte begleitende und ergänzende Maßnahmen umgesetzt, die an den wesentlichen sozialen Missständen ansetzen bzw. die wichtigsten Zielgruppen des Quartiers einbeziehen (in erster Linie Kinder und Jugendliche, Migranten). Die bereits vorhandenen sozialen Angebote im Quartier wurden so auf sinnvolle und notwendige Weise ergänzt. Aus Gutachtersicht hat sich das Quartiersmanagement zu einer maßgeblichen Anlaufstelle für alle Bürgerbelange entwickelt. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist dies insofern positiv zu werten, da neue Kontakte aufgebaut und bestehende intensiviert wurden und viele Bürger, z.B. durch Schuldner- oder Drogenberatungen in gewisser Weise „aufgefangen“ wurden. Gleichzeitig ist eine Einrichtung wie das Quartiersmanagement bzw. in erster Linie die personelle Besetzung auf die Förderung über das Programm „Soziale Stadt“ angewiesen, wenn nicht die Stadt selbst für derartige Institutionen aufkommen kann. Im Rahmen der künftigen Programmumsetzung sollte die bisher erfolgreiche Arbeit – sowohl hinsichtlich investiver Projekte als auch im sozialen Bereich – unbedingt fortgesetzt werden. Eine weitere Intensivierung der aufgebauten Netzwerk- und Kooperationsstrukturen trägt dabei dem Ziel der Nachhaltigkeit Rechnung. Auch die Bürgerbeteiligung ist ein wichtiges Instrument zur Sicherung der Nachhaltigkeit, da so die Identität mit dem Stadtteil gestärkt wird.

30

5

Strukturkonzept

Das Strukturkonzept für Oggersheim West dient der Zusammenfassung aller angestrebten Erneuerungsmaßnahmen, die räumlich verortbar sind. In diesem Sinne stellt das Konzept eine Zielplanung mit Planungsgrundsätzen dar. Mit dem Strukturkonzept können so die funktionalen Vernetzungen der Einzelmaßnahmen dargestellt und ihre Zuordnung und Verträglichkeit untereinander überprüft werden. Die fachlich-inhaltlichen Grundlagen ergeben sich aus der Zielanalyse und der Bewertung der Ergebnisse und Wirkungen sowie aus der Erstellung des Zielkonzepts und der Maßnahmenbenennung. Dabei werden alle für das Quartier vorhandenen städtebaulich- räumlichen Planungen und Zielvorstellungen auf ihre Relevanz und Gültigkeit überprüft. Das Strukturkonzept orientiert sich an den herausgearbeiteten Entwicklungsschwerpunkten. Es deckt jedoch v.a. die Bereiche Städtebau, Verkehr und Umwelt sowie Wohnen und Wohnumfeld ab. Dargestellt werden z.B. Gebäudemodernisierung, Neuund Umnutzungen, Aufwertung von sozialer Infrastruktur, zu erneuernde Plätze und Räume, Wohnumfeldverbesserungen, zu ergänzende Grünflächen und Begrünungen. Die neben den baulichen Aktivitäten wesentlichen sozialen Aspekte und weitergehenden Handlungsbereiche werden – sofern räumlich darstellbar – ebenfalls berücksichtigt. Neben den im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" angestrebten Maßnahmen werden auch solche Maßnahmenbereiche angesprochen, die diese ergänzen bzw. verstärken können bzw. zu deren Unterstützung erforderlich sind. Die zeichnerische Darstellung erfolgt im Originalmaßstab 1:2.0008 entsprechend abstrahiert und wird durch nachfolgende Erläuterungen sowie durch die Beschreibungen einzelner Leitprojekte ergänzt.

Konzept Das Strukturkonzept folgt dem Leitbild für das Programmgebiet, das Quartier als Wohnstandort für mittlere Bevölkerungsschichten zu erhalten und zu entwickeln und hierfür die Wohnformen und -angebote dem vorhandenen Bedarf anzupassen, die soziale Infrastruktur und Versorgung sicherzustellen und zu stärken und ausreichend Grün- und Freiräume zu schaffen bzw. zu verbessern. Das Strukturkonzept zeigt daher die Gesamtheit der diesem Ziel dienenden Maßnahmen auf. Weitere Verbesserungen im Wohnumfeld sind erforderlich, um das Wohnen im Quartier attraktiver zu machen sowie die Qualität zu erhöhen, wie z.B. durch die Aufwertung von Grünanlagen und Plätzen sowie die Erneuerung bestehender Spiel- und Schulhofflächen. Straßenbegrünungsmaßnahmen sind v.a. in der Dürkheimer Straße vorzusehen, um eine Abschirmung zu erreichen.
8

Der in diesem Bericht enthaltene DIN A 3 Ausdruck ist unmaßstäblich verkleinert.

31

Der End- und Wendepunkt des ÖPNV im Bereich der Wendeschleife an der Kreuzung Comeniusstraße und Raiffeisenstraße in Oggersheim West nimmt eine zentrale Bedeutung ein. Um dieser gerecht zu werden, ist eine Neuordnung der Straßenführung sowie eine anschließende Neugestaltung dieses Bereichs vorzusehen. Die Konzeption sollte mit Hilfe der Bürger des Quartiers Oggersheim West erarbeitet werden. Im Strukturkonzept wird die Verzahnung von investiven Maßnahmen und sozialen Einrichtungen deutlich. Als wichtige Steuerungs- und Anlauf- bzw. Vermittlungsstelle dient das Quartiersmanagement. Ihm fällt die Aufgabe zu, die im Programmgebiet vorhandenen sozialen Einrichtungen und Initiativen in die Arbeit des Quartiersbüros einzubinden und deren Potenziale für das soziale Miteinander zu bündeln. Die Kindergärten bzw. -tagesstätten spielen dabei eine herausragende Rolle, um die Kinder- und Jugendarbeit ebenso wie die Integrationsarbeit zu fördern. Auch den Schulen und sozialen Einrichtungen für Jugendliche kommt im Hinblick auf die Lebensqualität im Quartier erhebliche Bedeutung zu. Die in den Entwicklungsschwerpunkten genannten Maßnahmen und Einzelprojekte haben ebenso wie das Strukturkonzept einen längerfristigen Planungs- und Umsetzungshorizont. Dieser reicht mindestens bis ins Jahr 2013. Die Konkretisierungsgrade sind entsprechend unterschiedlich.

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Für die wichtigsten investiven Leitprojekte folgen drei Kurzbeschreibungen, eine vollständige Liste aller vorgeschlagenen Maßnahmen findet sich im Kapitel 4. Investive Leitprojekte in Oggersheim im Zeitraum bis 2010

Projektname Standort/ Lage des Projektes Projektinhalt

Sanierung Außenanlage Adolf-Diesterweg- Schule Ecke Adolf-Diesterweg- Straße und Comeniusstraße

Die Außenanlage der Adolf-Diesterweg- Schule besteht momentan aus einer versiegelten offenen Fläche ohne Rückzugs- und Aufenthaltsmöglichkeiten im Bereich des Schulhofes sowie aufgrund zahlreicher Schäden und Mängel nur noch eingeschränkt nutzbaren Schulsportanlagen. Im Rahmen der Sanierung des Schulhofs sollen Teilflächen entsiegelt und altersgerechte Ruhe-, Kommunikations- und Rückzugsbereiche geschaffen werden. Des Weiteren soll eine Spielzone mit Spielgeräten zur Aufwertung der Qualität des Schulhofes beitragen. Durch die Sanierung und Teilbegrünung des Schulhofes wird eine allgemeine Erhöhung der Aufenthaltsqualität geschaffen. Die Neugestaltung des Schulhofs ist notwendig, um eine Anpassung an die heutigen Bedürfnisse der Schüler zu erreichen. Des Weiteren wird durch den Umbau der Sportanlagen die Qualität erheblich aufgewertet und eine sichere Nutzung dieser Anlagen wieder sichergestellt. Im Rahmen eines ersten Bauabschnittes (2005/ 2006) wurden bereits Maßnahmen zur Aufwertung des Schulgeländes durchgeführt. Das Atrium wurde umgebaut, neu verfüllt und bepflanzt. In einem zweiten Bauabschnitt sollen nun die Schulsportanlagen (Rasenspielfeld, Leichtathletikanlagen) umgebaut werden sowie eine Erneuerung der Einfriedung vorgenommen werden. Des Weiteren sollten im Bereich Schulhof weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität durchgeführt werden. Die Konzeptionierung dieser Maßnahmen sollte unter Beteiligung der Schüler stattfinden.

Projektkosten Laufzeit (geschätzt)

229.000 Euro (179.000 Euro 2.BA + 50.000 Euro 3. BA) 2006 – 2007

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Projektname Standort/Lage des Projektes Projektinhalt

Neuordnung und Neugestaltung „Wendeschleife“ Kreuzungsbereich Comeniusstraße/ Raiffeisenstraße

Die Straßenbahn-Wendeschleife im Kreuzungsbereich Comenius-/ Berthold-Brecht- Straße ist ein zentraler Punkt im Quartier. In der nahen Umgebung befindet sich das Einkaufszentrum zur Deckung des täglichen Bedarfs sowie verschiedene soziale Einrichtungen (Kirche, Kindergärten, Schulen) sowie das Stadtteilbüro. Des Weiteren dient die Wendeschleife als Treffpunkt der Jugend im Stadtteil sowie als zentrale An- und Abfahrtsstelle für Schüler der Gesamtund Hauptschule. Im Rahmen der Neuordnung und Umgestaltung dieses Bereiches wurden bisher umfangreiche Rodungsmaßnahmen zur Beseitigung der Unterschlupfmöglichkeiten der Ratten sowie eine anschließende Raseneinsaat vorgenommen. Weiterhin ist eine verkehrliche Neuordnung und ggf. der Rückbau des überdimensionierten Kreuzungsbereichs vorgesehen. Die anschließende Erarbeitung der Neugestaltung soll mit Bürgerbeteiligung stattfinden, wobei Ziel der Konzeption die Verbesserung der Übersichtlichkeit und Verkehrssicherheit sowie ein attraktives Quartierszentrum mit erhöhter Aufenthaltsqualität ist.

Projektkosten Laufzeit (geschätzt)

1.600.000 Euro 2008 - 2010

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Projektname Standort/Lage des Projektes Projektinhalt

Umbau der JFS Ernst Bloch IGSLO-Gebäude/ Hermann-Hesse-Straße

Die JFS soll in eine Einrichtung der Offenen Jugendarbeit umgewandelt werden, die vielfältige, an die verschiedenen Interessen und Lebenslagen der jungen Menschen im Quartier anknüpfende Angebote bieten und deren Entwicklung fördern soll. Die offene Kinderarbeit soll eingestellt, die aufsuchende Arbeit soll verstärkt werden. Die ursprünglich 15 Räumlichkeiten der JFS verteilen sich auf eine Fläche von 725 m². Im Rahmen der Umwandlung der Jugendfreizeitstätte ist ein Umbau der für die neue Funktion überdimensionierten Räumlichkeiten notwendig. Nicht mehr benötigte Räume werden dem Hort oder der Integrierten Gesamtschule (IGSLO) zugeordnet, in deren Untergeschoss die JFS angesiedelt ist. Um die neuen Anforderungen zu erfüllen, sind Umbaumaßnahmen v.a. in den Bereichen Raumstruktur, Innenraumerneuerung sowie Brandschutz erforderlich. Des Weiteren sind Maßnahmen zur Aufwertung der Außengestaltung erforderlich, um zu einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität beizutragen.

Projektkosten Laufzeit (geschätzt)

230.000 € 2007

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Projektname Standort/ Lage des Projektes Projektinhalt

Neugestaltung Spielplatz Thomas-Mann-Straße Zwischen Thomas-Mann-Straße und Affengraben

Im Bereich der Hochhausbebauung südlich des Naherholungsgebietes Affengraben ist eine Neugestaltung des Kinder- und Jugendspielplatzes vorgesehen. Die zu erarbeitende Konzeption wurde zwischenzeitlich unter Beteiligung der Kinder des Quartiers sowie weiterer relevanter Personen begonnen und soll kind- und zeitgemäß mit Spiel-, Kommunikations- und Rückzugsbereichen ausgestaltet werden. Durch die Durchführung dieser Maßnahmen wird erheblich zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität zur Identitätsbildung sowie zur insgesamten Attraktivierung des südlichen Bereichs des Stadtteils beigetragen.

Projektkosten Laufzeit (geschätzt)

90.000 Euro 2006 - 2007

37

6

Programmsteuerung

Der Leitfaden der ARGEBAU für das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ (Stand 2005) hebt hervor, dass es Aufgabe der Städte und Gemeinden ist, ein leistungsfähiges Quartiersmanagement sicherzustellen. Das ausgeweitete Zielspektrum, das relativ offene Integrierte Handlungskonzept und die hohen Ansprüche an die Mitwirkung der örtlichen Akteure und der lokalen Wirtschaft erfordern besonders qualifizierte Träger und Quartiersmanager zur Lenkung des Stadtteil-Entwicklungsprozesses vor Ort.9 Die Einrichtung eines Quartiersmanagements bildet insofern den Rahmen für die übergeordnete und zielgebende Steuerung des integrierten Programms, um seine ressortübergreifende und vernetzte Planung und Umsetzung zu sichern. Quartiersmanagement ist ein strategischer Ansatz, der in eine gesamtstädtische Entwicklungspolitik integriert und bereichsübergreifend angelegt ist. Durch den gezielten Einsatz vorhandener kommunaler Ressourcen sollen systematisch selbsttragende und nachhaltig wirksame personelle und materielle Strukturen zur Entwicklung eines städtischen Quartiers aufgebaut werden.

6.1

Struktur und Organisation

Die Steuerung des Programms in Ludwigshafen hat sich in ihrer bisherigen Struktur bewährt und sollte dementsprechend beibehalten werden. Sie zeichnet sich der Philosophie des Programms entsprechend sowohl durch eine verwaltungsinterne Vernetzung als auch eine Vernetzung mit externen lokalen Aktivitäten aus. Gleichzeitig kann die Funktionalität der geschaffenen Gremien – wie bereits in der Evaluation angemerkt – verbessert werden. Die Arbeit in den Gremien wird bislang zu sehr von der Diskussion von Einzelprojekten dominiert. Insbesondere der Strategie, Zielfindungs- und Erfolgsdiskussion sollte breiterer Raum eingeräumt werden. (a) Die Programmsteuerung ist im Bereich Steuerung des Sozialdezernats angesiedelt. Ihr obliegen die Gesamtkoordinierung und das Projektmanagement. Darüber hinaus nimmt sie Aufgaben in folgenden Bereichen wahr: Antragstellung/Haushalt, Organisation/Moderation, Präsentation/Öffentlichkeitsarbeit sowie Ausarbeitung der Beschlussvorlagen für stadträtliche Gremien. Die AG Bau als städtisches Gremium ist zuständig für die Beratung investiver Projekte. Bewährt hat sich nach Ansicht des Gutachters, dass alle vier Quartiere gemeinsam besprochen werden, so dass auf dieser Ebene ein Erfahrungsaustausch und gegenseitiger Lernprozess ermöglicht wird. Das verwaltungsinterne Steuerungsteam, in dem auch das Quartiersmanagement vertreten ist, ist als fachübergreifendes Gremium konzipiert, welches die grundlegende Strategie des Programms erörtert. Positiv zu bewerten ist die resARGEBAU: Leitfaden zur Ausgestaltung der Gemeinschaftsinitiative „Soziale Stadt“, Kap. 4.2

(b)

(c)

9

38

sortübergreifende Zusammensetzung und Arbeitsweise, die unbedingt beibehalten werden sollte. (d) Der Lenkungskreis (Politik, Verwaltung, Quartiersmanagement, städtische Institutionen etc.) ist das strategische Entscheidungsgremium des Programms. Er entscheidet über die Durchführung von investiven Projekten. Auch hier trägt die Zusammensetzung den Anforderungen der Programmphilosophie im Sinne von Beteiligung und Vernetzung Rechung.

Abbildung 3: Die Mitglieder des Lenkungskreises

Mitglieder des Lenkungskreises
beraten und entscheiden über geplante Maßnahmen im Quartier entscheiden über die Verwendung eines Verfügungsfonds informieren über laufende und geplante Projekte

stimmberechtigte Mitglieder:

beratende Mitglieder:

Stadtvorstand

Bereiche der Stadtverwaltung

Stadtratfraktionen
je 2 Vertreter CDU/SPD

Quartiersmanagement

Andere Stadtratfraktionen
je 1 Vertreter

beraten die stimmberechtigten Mitglieder geben das Votum an die zuständigen Dezernenten weiter

Städt. Institutionen
(Schulen, Kitas etc.) (optional vertreten)

Ortsvorsteher /innen

Wohnungsbaugesellschaften
(optional vertreten)

Quelle: Stadt Ludwigshafen

© 03/06

(e)

Seit 2002 ist in Oggersheim ein Quartiersmanagement eingesetzt (vgl. Kap. 6.2), welches im Wesentlichen für die Bewohneraktivierung und die Vernetzung lokaler Akteure vor Ort zuständig ist. Ein wesentliches Element der Programmdurchführung bildet die Einbindung lokaler Akteure. Diese stellt sich in Oggersheim bislang sehr positiv dar. Der Beteiligung der lokalen Bevölkerung wurde im bisherigen Programmverlauf ein hoher Stellenwert beigemessen. Sie erfolgt durch verschiedenartige Gesprächskreise und projektspezifisch organisierte Beteiligungsverfahren. Eine wissenschaftliche Begleitung des Programms erfolgte bis 2005 nicht. Eine Zwischenevaluation der Programmumsetzung wurde im Juli 2006 vorgelegt.

(f)

(g)

(h)

39

6.2

Quartiersmanagement

Das Quartiersmanagement stellt eines der zentralen Aufgabenfelder im Kontext einer integrierten Stadtteilerneuerung dar. Es steht für eine innovative Quartiersentwicklung, die sich an den Grundsätzen der Bewohneraktivierung, der Vernetzung lokaler Akteure und der Verknüpfung verschiedener Politik- und Handlungsbereiche orientiert. Über eine stadtteilbezogene Gemeinwesenarbeit hinaus ist das Quartiersmanagement als ein Instrument zu verstehen, das mit der Organisation und Koordination des gesamten Erneuerungsprozesses des Quartiers befasst ist.

Abbildung 4: Aufgabenspektrum des Stadtteilmanagements

Imagearbeit für den Stadtteil leisten (Gemeinwesen-) Projekte entwickeln

Vernetzung anregen Aushandlungsprozesse unterstützen

selbsttragende Strukturen aufbauen

Kommunikationsstrukturen aufbauen

lokale Ökonomie fördern

Aufgaben des Stadtteilmanagements

Quartiersentwicklung steuern

(Kultur-) Angebote organisieren Bewohner aktivieren
Quelle: ils überarbeitet: isoplan

Dialog moderieren

endogene Potentiale ausloten

Bürger und Verwaltung informieren und beraten

In Oggersheim arbeitet das Quartiersmanagement seit 2002 sehr erfolgreich und kompetent an der Umsetzung des Programms. Ein besonderer Vorteil lag in der früheren Tätigkeit des Quartiersmanagers als Streetworker, wodurch er bereits über Kontakt zu den unterschiedlichsten Einrichtungen und Zielgruppen verfügte. Die Arbeit des Stadtteilbüros wird in hohem Maße von der Bevölkerung wahrgenommen. Bei investiven Leitprojekten erfolgte eine angemessene Bürgerbeteiligung. Soziale Prozesse, z.B. die Stärkung von Nachbarschaftskontakten, wurden in Gang gesetzt. Die Arbeit des Quartiersmanagements sollte in dieser Weise fortgeführt werden.

40

6.3

Zukünftige Struktur der Programmsteuerung

Das in Ludwigshafen praktizierte Verfahren hat sich – wie bereits in der Zwischenevaluierung herausgearbeitet – im Sinne der ressortübergreifenden Arbeitsweise nach Ansicht des Gutachters weitestgehend bewährt. Durch die Beteiligung verschiedener Ressorts und Ebenen (Verwaltung, Politik, externe Experten etc.) wird der Programmphilosophie Rechung getragen. Insgesamt sollten die beschriebenen Durchführungsmodalitäten demnach auch in der bevorstehenden Programmlaufzeit beibehalten werden, gleichzeitig sollte eine Verbesserung der Funktionalität des Verfahrens angestrebt werden. Insbesondere sollte der Strategiediskussion mehr Gewicht beigemessen werden. Folgende Verbesserungen werden seitens des Gutachters vorgeschlagen: Die Federführung des Programms liegt im Bereich „Steuerung“ (5-11). Der Projektleitung obliegt die organisatorische Steuerung des Programms. Die ressortübergreifenden Strukturen sollten im weiteren Verlauf noch stärker belebt werden. Insbesondere die AG Bau hat in der Vergangenheit nur noch in unregelmäßigen Abständen getagt und sollte wieder stärker aktiv werden. Aus Gutachtersicht wird befürwortet, dass im Steuerungsteam alle vier Soziale StadtQuartiere gemeinsam behandelt werden. Der Tendenz, einzelne Maßnahmen zu punktuell zu betrachten und der Strategiediskussion wenig Raum einzuräumen, wird empfohlen, das Steuerungsteam aufzuwerten. Im Steuerungsteam sollte Einvernehmen über die grundsätzliche Strategie des Programms erzielt werden. Das Gremium sollte demnach sowohl zuständig sein für die Diskussion der Strategie als auch die Abstimmung der Einzelmaßnahmen. Demzufolge handelte es sich bei dem Steuerungsteam gleichermaßen um ein strategisches wie um ein „Arbeitsgremium“ im engeren Sinne. Auf der Grundlage der im vorliegenden Handlungskonzept ausgearbeiteten Strategie sollte der Zielentwicklung und Beobachtung der Zielerreichung zukünftig stärkere Bedeutung beigemessen wird. Die Zuständigkeit hierfür sollte primär im Steuerungsteam angesiedelt sein. Der Lenkungskreis sollte als Beteiligungsgremium beibehalten werden. Ein ca. halbjährlicher Tagungsrhythmus scheint angemessen. Die Funktion des Lenkungskreises hingegen sollte anders gewichtet werden als bisher praktiziert: In seiner zum Teil politischen Besetzung sollte er sich nicht zu sehr in der „Detailarbeit“ verlieren. Nicht jede einzelne Maßnahme muss dem Lenkungskreis vorgestellt werden. Ziel sollte es vielmehr sein, den Lenkungskreis als eine Art Controllinggremium einzurichten. Dies bedeutet, dass auf der Grundlage der vom Steuerungsteam durchgeführten Zielentwicklung und Beobachtung der Zielerreichung dem Lenkungskreis in regelmäßigen Abständen eine Art Controllingbericht inklusive einer Beschreibung über den Verlauf des Programms insgesamt vorgestellt werden sollte, auf deren Grundlage die Zielerreichung kritisch hinterfragt werden sollte. Gleichsam sollte der Lenkungskreis Anregungen für Strategieänderungen einbringen dürfen. Die Diskussionen im Lenkungskreis sollten grundsätzlich eher auf der Schwerpunkt- oder Maßnahmenebene angesiedelt sein denn auf der Projektebene.

-

-

-

41

7

Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit

Das Programm „Soziale Stadt“ verfolgt - wie mehrfach betont - einen integrativen, beteiligungsorientierten Förderansatz. Zunächst steht hierfür die Transparenz von Prozessen und Ergebnissen, d.h., dass die betroffenen Bürger des Stadtteils über die Ziele, angedachten Projekte und den jeweils aktuellen Stand der Umsetzung des Programms informiert werden. Darüber hinaus sollen Lösungen auf Quartiersebene möglichst im Konsens mit betroffenen Bürgern gesucht werden. Im § 171 e, Abs. 4 Bau-Gesetzbuch ist unter Bezug auf § 137 bzw. § 139 die Beteiligung der Betroffenen sowie der öffentlichen Auftraggeber bereits in der Vorbereitungsphase rechtlich verankert. In § 171 e, Abs. 5 heißt es ergänzend: „Bei der Erstellung des Entwicklungskonzeptes und bei seiner Umsetzung sollen die Beteiligten in geeigneter Form einbezogen und zur Mitwirkung angeregt werden. Die Gemeinde soll die Beteiligten im Rahmen des Möglichen fortlaufend beraten und unterstützen.“ Den Bewohnern soll damit die Möglichkeit eröffnet werden, sich frühzeitig an der Mitgestaltung des Programms zu beteiligen. Ziel ist es, damit die Akzeptanz der Maßnahmen zu erhöhen und das Engagement der Bürger zu fördern. Verbunden hiermit wird angestrebt, dass Bewohner und andere Akteure im Quartier sich selbst organisieren und über Selbsthilfe und Kooperation selbsttragende Strukturen im Stadtteil schaffen. Um diese Ziele der Bürgerbeteiligung zu erreichen, können unterschiedliche Instrumente eingesetzt werden (siehe folgende Abbildung). So dient z.B. eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit (etwa über die örtliche Presse oder Informationsveranstaltungen) der Information der Bewohner. Mitgestaltung kann in Form von Bürgerbefragungen oder Workshops organisiert werden. Die gewählten Beteiligungsverfahren können dabei unterschiedliche Bezugsebenen haben: Sie können z.B. projekt- oder themenbezogenen, zielgruppenorientiert oder quartiersbezogen sein.10

10

Vgl. Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Analyse der Umsetzung des integrierten Handlungsprogramms für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf, Dortmund 2000, S.46f.

42

Abbildung 5: Beteiligungsformen

ZIELE, INSTRUMENTE und BEZUGSEBENEN der Bürgerbeteiligung

1. Information
- Infoblätter - Informationsveranstaltungen - örtliche Presse - Stadtteilzeitungen - etc.

2. Aktivierung
- Haustürgespräche - Diskussionsrunden - Stadtteilfeste - etc..

3. Mitgestaltung 4. Selbstorganisation
- Bürgerbefragungen - Workshops - Arbeitsgruppen - etc.. - Bürgerinitiativen - Arbeitskreise - (Mieter-)Beiräte - etc..

PROJEKT-/ THEMENSPEZIFISCHE BETEILIGUNG ZIELGRUPPENSPEZIFISCHE BETEILIGUNG
Quelle: ils überarbeitet: isoplan

STADTTEILBEZOGENE BETEILIGUNG

In Oggersheim West wurden bisher unterschiedliche Formen der Bürgerbeteiligungen verwirklicht. Möglichkeiten der Einflussnahme und Mitgestaltung im Programm „Soziale Stadt“ wurden der Oggersheimer Bevölkerung dadurch eingeräumt, dass sie bei den durchgeführten Gesprächsrunden konkrete Verbesserungsvorschläge für ihr Quartier einbringen konnte. Darüber hinaus wurde die Bewohnerschaft an der Ausgestaltung von investiven Projekten beteiligt, z.B. in Form von Bastelaktionen und Befragungen (vgl. dazu die Zwischenevaluierung zur Programmumsetzung). Auch für die Zukunft sind weitere Beteiligungen dieser Art geplant. Im Hinblick auf die zielgruppenspezifische Beteiligung konstatierte die Evaluation eine bislang ausgewogene Vorgehensweise, die sowohl Jugendliche, Frauen, als auch Migranten in die Programmumsetzung einbezieht. Die Beteiligung von Senioren hingegen ist verbesserungsfähig. Das IHK sieht im Rahmen des Schwerpunkts 2 unter anderem Mehrgenerationenprojekte vor. An dieser Stelle bietet sich eine stärkere Einbeziehung von Senioren an. Sie könnten sowohl ihre Erfahrungen einbringen (z.B. warum haben sich manche Problemlagen in Oggersheim West verschärft?) als auch nach ihren Visionen für den Stadtteil befragt werden (z.B. altersgerechte Infrastruktur). Darauf aufbauend sollten Projekte konzipiert werden, die Senioren mit Jüngeren in Kontakt bringen.

43

Die Öffentlichkeitsarbeit in Oggersheim West könnte insgesamt noch intensiviert werden. Bislang erfolgte eine regelmäßige, wenn auch „überschaubare“ Berichterstattung in den örtlichen Medien. Eine Stadtteilzeitung wäre ein sinnvolles Medium, wurde bislang jedoch aus Kosten- und Kapazitätsgründen nicht realisiert. Aus diesem Grund sollte zumindest versucht werden, die Präsenz in den ortsansässigen Medien zu verstärken und die Internetplattform der Stadt noch stärker zu nutzen.

8

Kosten- und Finanzierungsübersicht

Im Folgenden wird eine vorläufige Kostenschätzung für die vorgeschlagenen Projekte vorgenommen, ohne dass diese Liste bereits die Finanzierungsanteile von Bund, Land und Stadt benennen kann. Um einen möglichst großen Effekt für das Programmgebiet zu erzielen, sollen soweit möglich Synergien in Form der Mittelbündelung mit anderen Förderprogrammen, Projekten etc. (z.B. EU-Mittel, E&C11, Lokales Kapital für soziale Zwecke - LOS, Mittel der Wirtschaftsförderung, von Wohnungsunternehmen, aber auch sozialer Träger und Stiftungen, Mittel zur Förderung von Energieeinsparungen, Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau – KfW oder des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes) genutzt werden. Die Evaluation konstatierte für Oggersheim eine bislang erfolgreiche Strategie der Mittelbündelung, die jedoch noch ausbaufähig ist. Im städtebaulichen Bereich sollten die bisher eingesetzten Mittel zukünftig weiter geführt sowie ausgebaut werden. Hierbei handelt es sich um zusätzliche Fördermittel des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz nach dem Wohnungsraumförderungsgesetz (Bund und Land) sowie um Wohnungsbau- und Modernisierungsförderungsmittel (Programm zur Förderung der Modernisierung von Wohnungen durch Zinsverbilligung sowie Modernisierungsprogramm), die bei Sanierungsvorhaben von Wohnungsbaugesellschaften einfließen können. Im sozialen Bereich erfolgte bislang eine Verknüpfung zu Beschäftigungsmaßnahmen: LOS und die Strukturhilfemaßnahme Grün stellen sinnvolle Ergänzungen der „Sozialen Stadt“ dar und sollten zukünftig in gleicher Form fortgeführt werden. Darüber hinaus hat sich im sozialen Bereich gezeigt, dass zahlreiche Projekte entweder durch Sponsorgelder (örtliches Gewerbe) oder geringe Eigenbeiträge finanziert werden. Auch diese Praxis sollte fortgeführt werden. Die Höhe des Verfügungsfonds sollte sich auf jährlich 15.000 € belaufen, ergänzt um Ausgaben für das Quartiersmanagement/-büro und Öffentlichkeitsarbeit (siehe Tabelle Kosten- und Finanzierungsübersicht). Der Kosten- und Finanzierungsplan ist aufgeschlüsselt nach den Anteilen von Bund/Land (80 %) und Stadt (20 %).

11

Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten, ein Programm des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Kosten und Finanzierungsplan IHK Soziale Stadt Oggersheim West (Stand: November 2006; z.T. Schätzungen)
SP Priorität Projekt
Maßn./

Kostenschätzung in €

Finanzierungsanteil Stadt Zuschuss Land/Bund

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

1 Städtebau, Verkehr und Umwelt 1.1 Aufwertung von Schulhöfen, Plätzen und Freiräumen 1.1.1 Neugestaltung Friedhofsvorplatz/ Quartierseingang 1.1.2 Sanierung Außenbereich und Neugestaltung Adolf-Diesterweg- Schule 1.1.3 Sanierung und Neugestaltung Spielplatz Thomas-Mann-Straße 1.1.4 Neugestaltung und Neuordnung Bereich „Wendeschleife“ 1.1.5 Erweiterung Abenteuerspielplatz sowie Aufstockung-Erweiterung Gebäude Abenteuerspielplatz 1.1.6 Sanierung begehbare Dachfläche IGSLO sowie Aufwertung des Schulhofes 1.2 Verbesserung der Verkehrsbedingungen, v.a. für Fußgänger, Radfahrer, ÖV 1.2.1 Verbesserung Unterführung Dürkheimer Straße (bereits durchgeführt) 1.2.2 Querungsmöglichkeiten B9/ Fußgängerbrücke 1.2.3 Baumpflanzungen im Straßenbereich 1.2.4 Querungshilfe/Verkehrsberuhigung Comeniusstraße Summe SP 1: Städtebau, Verkehr und Umwelt 2 Soziale Integration 2.1 Verbesserung der sozialen und freizeitbezogenen Infrastruktur 2.1.1 Umbau der JFS Ernst Bloch 2.1.2 Sport- und Kulturevents auf sanierten/neu gestalteten Flächen 2.1.3 Kunst im Quartier 2.1.4 Sportturniere 2.2 Entschärfung überforderter Nachbarschaften und Generationendialog 2.2.1 Ausflüge 2.2.2 Mehrgenerationenprojekte 2.2.3 Frauenfrühstück 2.2.4 Wettbewerbe 2.2.5 Familienberatung 2.2.6 Straßenfeste 2.3 Integration von Migranten 2.3.1 Stadtteilbezogenes Integrationskonzept 2.3.2 Deutsch-Sprachkurse für Erwachsene und für Kinder 2.3.3 Integrationsprojekte 2.4 Integration delinquenter Jugendlicher 2.4.1 Sport gegen Jugenddelinquenz 2.4.2 Jugendliches Ehrenamt 2.4.3 Jugendtheater Summe SP 2: Soziale Integration 230.000 Verf.fonds Sponsoren Sponsoren Eigenbeiträge Verf.fonds Verf.fonds Sponsoren Verf.fonds Sponsoren 20.000 Verf.fonds Verf.fonds Verf.fonds Verf.fonds Sponsoren 250.000 50.000 200.000 250.000 4.000 16.000 20.000 46.000 184.000 230.000 450.000 50.000 90.000 1.600.000 50.000 150.000 450.000 90.000 10.000 18.000 320.000 10.000 30.000 90.000 360.000 40.000 72.000 1.280.000 40.000 120.000 360.000 30.000 25.000 90.000 350.000 25.000 70.000

250.000

60.000 1.000.000 50.000 150.000 100.000 100.000

540.000

1.000.000 50.000 20.000 3.910.000

200.000 10.000 4.000 782.000

800.000 40.000 16.000 3.128.000

100.000 25.000 420.000 25.000 20.000 780.000 1.170.000 640.000

900.000

900.000

Kosten und Finanzierungsplan IHK Soziale Stadt Oggersheim West (Stand: November 2006; z.T. Schätzungen)
SP Priorität Projekt
Maßn./

Kostenschätzung in €

Finanzierungsanteil Stadt Zuschuss Land/Bund

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

3 Beschäftigung und Lokale Ökonomie 3.1 Förderung der Beschäftigungsfähigkeit 3.1.1 Weiterführung der Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte 3.1.2 Kooperation mit dem Fallmanager der ARGE 3.2 Verbesserung des Übergangs Schule-Beruf 3.2.1 Ausbildungsmessen in Kooperation mit Schulen, AA und Betrieben 3.2.2. Schülerpraktika 3.3 Förderung der lokalen Ökonomie 3.3.1 Kooperation mit ansässigen Betrieben/Geschäften 3.3.2 Projekte der PPP Summe SP 3: Beschäftigung und Lokale Ökonomie 4 Wohnen und Wohnumfeld 4.1 Umfassende Modernisierung der Wohnungen und Bedarfsanpassung (GAG u.a.) 4.1.1 Sanierung Blockbebauung Comeniusstraße sowie Kerschensteinerstraße 4.1.2 Private Modernisierung (z.B. Gutachten sowie Zuschüsse) 4.2 Schaffung von zielgruppenbezogenen wohnungsnahen Freiräumen 4.2.1 Neugestaltung mittlerer Spielplatz Kerschensteiner Str. 4.3 Gemeinsame Projekte mit der GAG u.a. 4.3.1 Runder Tisch Summe SP 4: Wohnen und Wohnumfeld k.A. 130.000 70.000 k.A. 200.000 40.000 160.000 70.000 30.000 50.000 50.000 480.000 k.A. Verf.fonds k.A. k.A. k.A. 480.000 96.000 384.000 65.000 65.000 70.000 70.000 70.000 70.000 70.000 96.000 384.000 65.000 65.000 70.000 70.000 70.000 70.000 70.000

26.000 14.000

104.000 56.000 70.000

30.000

50.000

50.000

Kosten und Finanzierungsplan IHK Soziale Stadt Oggersheim West (Stand: November 2006; z.T. Schätzungen)
SP Priorität Projekt
Maßn./

Kostenschätzung in €

Finanzierungsanteil Stadt Zuschuss Land/Bund

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

5 Querschnittsaufgaben 5.1 Stadtteilmanagement 5.1.1 Quartiersmanagement (Personalkosten) 5.1.2 Quartiersbüro 5.2 Bürgerbeteiligung / Öffentlichkeitsarbiet 5.2.1 BT-Aktionen 5.2.2 Pressearbeit/Öffentlichkeitsarbeit 5.2.3 Ausbau Internet 5.3 Quartiersforum / Verfügungsfonds 5.3.1 pauschal pro anno 15.000 5.4 Erfolgskontrolle und wissenschaftliche Begleitung 5.4.1 Datenbank/Implementierung 5.4.2 Jahresberichte (z.T. extern) 5.4.3 Erfahrungsaustausch 5.5 5.5.1 Publikation des IHK 5.5.2 Fortschreibung des IHK Summe SP 5: Querschnittsaufgaben SUMME SP 1 - SP 5
Quelle: ARGE isoplan CONSULT/FIRU mbH

490.000 210.000 Verf.fonds 30.000 5.000 105.000 10.000 30.000 7.000 30.000 917.000 5.757.000

98.000 42.000

392.000 168.000

70.000 30.000

70.000 30.000

70.000 30.000

70.000 30.000

70.000 30.000

70.000 30.000

70.000 30.000

6.000 1.000 21.000 2.000 6.000 1.400 6.000 183.400 1.151.400

24.000 4.000 84.000 8.000 24.000 5.600 24.000 733.600 4.605.600 116.000 15.000

5.000 5.000 15.000 10.000 5.000 1.000

5.000

5.000

5.000

5.000

5.000

15.000

15.000

15.000

15.000

15.000

1.000

5.000 1.000

5.000 1.000 15.000

5.000 1.000

5.000 1.000 15.000

5.000 1.000

141.000

126.000

141.000

126.000

141.000 211.000

126.000 196.000
Apr 07

921.000 1.016.000 1.416.000

901.000 1.096.000

47

9

Empfehlungen zur Prozessbegleitung und Fortschreibung des Handlungskonzepts

Im Bericht zur Zwischenevaluierung des Programms im Gebiet Oggersheim West wurde als eine der Schwachstellung der bisherigen Programmumsetzung festgestellt, dass eine systematische Verlaufs- und Erfolgskontrolle bislang nicht existiert. Im Leitfaden der ARGEBAU wird dagegen zurecht betont, dass eine prozessbegleitende Evaluation als „integraler und aktiver Bestandteil des Programms“ etabliert werden sollte, da nur so Hinweise zur Überprüfung der Zielerreichung sowie zur „verbesserten Steuerung und Weiterentwicklung an Erneuerungsansätze“ gewonnen und – durch Rückkopplung der Untersuchungsergebnisse – Lernprozess in den Stadtteilen angeregt werden können“.12 Die ARGEBAU empfiehlt für ein Evaluierungskonzept, das dem inhaltlichen Spektrum integrierter Stadtteilerneuerungen gerecht wird und eine ausgewogenen Kombination quantitativer und qualitativer Untersuchungsmethoden gewährleistet, vier Bausteine: ● „Zielentwicklung und Beobachtung der Zielerreichung: Intendiert ist zunächst, die Zielformulierung in den Programmgebieten zu fördern und zu qualifizieren. Mit Hilfe von in den Kommunen in Eigenverantwortung anzuwendenden Verfahren soll eine Selbstevaluation der Ergebnisse und Wirkungen der Erneuerungsansätze ermöglicht werden. Eine solche prozessbegleitende Beobachtung der Zielerreichung liefert einen Zugewinn an steuerungsrelevanten Informationen und ist damit zugleich eine wichtige Grundlage für die interne Projektsteuerung und Weiterentwicklung der Ansätze. Sozialraum-Monitoring: Im Programmgebiet sollen aufbauend auf den vorhandenen Datengrundlagen nach einheitlichen Kriterien regelmäßig Kontextindikatoren analysiert werden, die vor allem die soziodemografische und -ökonomische Situation in den betroffenen Gebieten beschreiben und einen Vergleich mit der Gesamtstadt bzw. anderen Stadtteilen der jeweiligen Kommune ermöglichen. Ziel ist es, Entwicklungstendenzen in den Gebieten zu erfassen und handlungsrelevante Rahmenbedingungen der Erneuerungsansätze darzustellen.13 Analyse qualitativer Prozesse: Mittels diskursiver Untersuchungsmethoden wie Bewohnerbefragungen, Experteninterviews und Diskussionen mit örtlichen Akteuren sollen Einschätzungen zur Entwicklung in den Stadtteilen gewonnen werden. Im Blickpunkt stehen dabei zentrale Verfahrensqualitäten und „weiche“ Erfolgskriterien wie Organisations- und Kooperationsstrukturen, integrierte Projektentwicklung, Bewohnerbeteiligung und Imagewandel. Fallstudien: Um das Gesamtbild zu vervollständigen, bedarf es ggf. zusätzlich tiefergehender Einzelfalluntersuchungen.“
Leitfaden, a.a.O., S. 22 Die inhaltlichen Grundlagen für das Sozialraum-Monitoring finden sich im Kapitel 2 der Zwischenevaluierung (Juli 2006): Bevölkerungsentwicklung, Wanderungen, Altersstruktur, Anteile von Migranten, Sozialhilfeempfänger, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit, Wohnungsbestand und Wohndichte, Leerstände. Auch hier sind weitere Ergänzungen denkbar und mit dem Bereich Statistik der Stadt Ludwigshafen abzustimmen.

●

●

●

12 13

48

Ziel der prozessbegleitenden Evaluation ist es dabei immer, die ursprüngliche Zielsetzung zu hinterfragen, den Programmfortschritt zu überprüfen und ggf. erforderliche Umsteuerungsprozesse einzuleiten. Die Frage, anhand welcher Indikatoren der Grad der Zielerreichung bzw. Wirkungen beurteilt bzw. „gemessen“ werden können, ist nicht generell zu beantworten. Zum Teil können quantitative Indikatoren herangezogen werden (so z.B. Größe geschaffener Grünflächen etc.), zum Teil muss sich die Bewertung auf eine qualitative Einschätzung beschränken. Empfohlen wird in diesem Zusammenhang die Etablierung einer Projekt-Datenbank, in die sowohl quantitative wie qualitative Erfolgskriterien einfließen. Spätestens nach Ablauf von drei Jahren sollte auf der Grundlage der prozessbegleitenden Evaluierung eine Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzepts erfolgen. Unabhängig davon regen die Gutachter an, verstärkt an landes- und bundesweiten Erfahrungsaustauschen teilzunehmen. Sowohl für die Projektleitung wie für die Quartiersmanager bieten diese Austausche eine gute Möglichkeit, sich über innovative Projektideen zu informieren, Anregungen einzuholen und andere Beteiligungsund Vernetzungsstrukturen kennen zu lernen.
        
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