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Bestand, Bewertung

Full text: Bestand, Bewertung

Landschaftsplan der Hansestadt Lübeck
Band I - Bestand, Bewertung

Bereich Naturschutz Beschlussfassung: 4. März 2008

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Landschaftsplan der Hansestadt Lübeck
Beschluss: Die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck hat den Gesamtlandschaftsplan (GLP) in der vorliegenden Fassung unter dem Tagesordnungspunkt 13.3 am 4. März 2008 beschlossen.

Verfasser: Hansestadt Lübeck Bereich Naturschutz Moislinger Allee 3 23558 Lübeck Tel. 0451/122 39 20 0451/122 39 23

verantwortlich: Team Zukunftsplanung Leitung: Bearbeitung:

Frank D. Lammert

Dr. Ursula Kühn Ursula Hillebrand Wolfgang Nagel Olaf Niehus

Digitalisierung und Kartographie:

ArGe Landschaftsplan Lübeck ARUM Arbeitsgemeinschaft Umwelt- und Stadtplanung Hannover IFB - Ingenieurbüro für Bodenkunde und digitale Kartographie, Hannover Planungsbüro Mordhorst-Bretschneider GmbH, Nortorf

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Band I: Bestand, Bewertung
1. 2. 2.1 2.2 2.2.1 2.2.2 2.2.3 2.3 2.4 3. 4. Anlass Vorgaben, Grundlagen und Verfahren der Planung Räumlicher Geltungsbereich Aussagen der überörtlichen Landschaftsplanung Landschaftsprogramm Landschaftsrahmenplan Entwicklungskonzept für die Region Lübeck Flächennutzungsplan Datengrundlagen und Methodik Historische Landschaftsentwicklung Darstellung und Bewertung des vorhandenen Zustandes von Natur und Landschaft einschließlich seiner Beeinträchtigungen 4.1 4.2 4.2.1 4.2.2 4.3 4.3.1 4.3.2 4.3.2.1 4.3.2.2 4.3.2.3 4.3.2.4 4.4 4.5 4.5.1 4.5.2 4.6 4.7 5. Landschaftsbereiche des Planungsraumes Geomorphologie und Boden Geomorphologie Boden Wasser Grundwasser Oberflächenwasser Ostsee Fließgewässer Stillgewässer Quellen Klima / Luft Tiere, Pflanzen und Lebensräume Tiere und Pflanzen (Auswahl wichtiger Artengruppen) Lebensraumtypen Landschafts- und Ortsbild Kulturhistorisch und naturhistorisch bedeutsame Landschaftsbestandteile Darstellung und Bewertung der vorhandenen freiraumbezogenen Erholung und des Naturerlebens 5.1 5.1.1 5.1.2 5.2 Grünflächen und Naturerlebnisräume Grünflächen Naturerlebnisräume (NER) Erholungsgebiete
28 10 9 0

1 2 2 4 5 5 6 6 8

1

2

3

4

5

6

7

8

10

14 14 22 22 25 31 31 32 32 33 42 47 48 50 50 70 78 81

11

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22

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86 86 86 88 90

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6. 6.1 6.1.1 6.1.2 6.2 6.3 6.3.1 6.3.2 6.4 6.5 6.6 7.

Darstellung und Bewertung der vorhandenen und absehbaren Nutzungen Landwirtschaft und Gartenbau Landwirtschaft Gartenbau Waldwirtschaft Siedlung Wohngebiete Industrie- und Gewerbegebiete, Hafenanlagen Verkehr Ver- und Entsorgung Sport- und andere Freizeitanlagen Schutzgebiete
38

33

93 93 93 97 97

34

35

36

37

100 100 103 105 111 115 117

39

40

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Band II: Leitbild, Konflikte, Entwicklung
8. 8.1 8.2 8.2.1 8.2.2 8.2.3 8.2.4 8.2.5 9. 9.1 9.2 9.3 9.3.1 9.3.2 9.4 9.5 9.6 10. 10.1 10.2 10.2.1 10.2.1.1 10.2.1.2 10.2.1.3 Landschaftsplanerisches Leitbild für das Stadtgebiet der Hansestadt Lübeck 135
45

Gesamtstädtische Leitziele Landschaftsplanerische Leitziele für Teilgebiete Lübecks Ostsee und Untertrave, Landschaft zwischen Siems und Brodten Wakenitz, Wald und Wohnen Zentrale Stadt und städtisches Grün Zwischen Stadt und Dorf Wüstenei und Steinrader Feldflur Konfliktanalyse Landwirtschaft Waldwirtschaft Siedlung Wohngebiete Gewerbegebiete und Häfen Verkehr Ver- und Entsorgung Sport und Freizeit Entwicklungsplan - Erläuterungen Allgemeine Einführung Entwicklungs- und Schutzgebietskonzept Flächen zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft Gesetzlich geschützte Biotope Naturschutzgebiete (siehe Plan 18.2) Gebiete, die die fachlichen Voraussetzungen für eine Ausweisung als Naturschutzgebiet erfüllen (Bewertungsaussage, nicht zwangsläufig Entwicklungsziel) Landschaftsschutzgebiete und Gebiete, die die Voraussetzung für eine Unterschutzstellung als LSG erfüllen Naturdenkmale

46

135 138 138 139 139 139 140 141 142 143 144 144 145 150 156 158 160 160 161 162 162 163

47

48

49

50

51

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59

60

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62

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64

65

66

67

68

163 163 163

10.2.1.4 10.2.1.5 10.2.1.6 10.2.1.7 10.2.1.8 10.2.1.9 10.2.2

69

70

Geschützte Landschaftsbestandteile und Gebiete, die die Voraussetzung für eine Unterschutzstellung erfüllen 164 164 Biotopverbundflächen
71 72

Eignungsflächen für den Biotopverbund Festgesetzte Ausgleichsflächen (nachrichtliche Übernahme) bzw. in Kürze zu entwickelnden Ausgleichsflächen (siehe Plan 8) Sonstige Darstellungen

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164 165 166

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10.3 10.4 10.5 10.6

Konzept Grünzüge Agrarlandschaft und Wald Gültigkeit der Teillandschaftspläne (TLP) Übernahme von Darstellungen des Landschaftsplans in die Bauleitplanung und andere Planungen

76

168 168 169

77

78

79

169 171 172 174 175 176 181

10.7 10.8 11. 12. 13. 14.

Maßnahmensignaturen Exkurs: Naturschutzfachplan Erfolgskontrolle Fortschreibung des Gesamtlandschaftsplanes Glossar und Kürzellexikon Quellenverzeichnis

80

81

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Band III: Anhang 1
ANHANG 1: Entwicklungskonzept - Ziele und Maßnahmen 1. 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 2. 2.1 2.2 3. Natur und Landschaft Geomorphologie und Boden Wasser Klima / Luft / Lärm Tiere, Pflanzen und Lebensräume Landschafts- und Ortsbild Freiraumbezogene Erholung Grünflächen, Grünzüge und Naturerlebnisräume Erholungsgebiete Schutzgebiete
92 86

1 2 2 4 6 7

87

88

89

90

91

13 15 15 16 18

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Band IV: Anhang: 2
Pläne (Einzelthemen, Übersichten, Biotop- und Nutzungstypen) Thema Teil 1: Bestand Historische Landschaftsentwicklung Großräumige und besonders wertvolle Landschaftsbereiche Bodenwasserhaushalt Geomorphologische Objekte Oberflächengewässer Klima/Luft Biotop- und Nutzungstypen - zusammenfassende Darstellung - detaillierte Darstellung Nach § 25 geschützte Flächen, Ausgleichsflächen - detaillierte Darstellung Landschafts- und Ortsbild Landschaftliche Gliederung Kulturhistorische Landschaften Erholungsgebiete Landwirtschaft Energieversorgung und Telekommunikation Nationale Schutzgebiete und –objekte Gegenüberstellende Darstellung der gemeldeten Natura 2000-Gebiete sowie der von der HL abweichenden Abgrenzungsvorschläge Teil 2: Entwicklung Landschaftsplanerisches Leitbild Entwicklungskonzept auch als Übersichtsplan Schutzgebietskonzept auch als Übersichtsplan Konzept Grünzüge Agrarlandschaft und Wald
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Enddatum Bearbeitung

Plannummer

Maßstab

01.10.2004 01.10.2004

1 2a 2b 3a 3b 4 5a 5b 6 7a 7b 7c 8a 8b 8c 9 10 11 12a 12b 13a 13b 14 15a 15b 16

1 : 87.500 1 : 87.500 1 : 30.000 1 : 87.500 1 : 30.000 1 : 87.500 1 : 87.500 1 : 30.000 1 : 87.500 1 : 87.500 1 : 30.000 1 : 10.000 1 : 87.500 1 : 30.000 1 : 10.000 1 : 87.500 1 : 87.500 1 : 87.500 1 : 87.500 1 : 30.000 1 : 87.500 1 : 30.000 1 : 87.500 1 : 87.500 1 : 30.000 1 : 87.500

01.10.2004 01.10.2004 13.08.2007 01.10.2004 04.03.2008

04.03.2008

01.10.2004 15.03.2005 01.10.2004 01.10.2004 15.05.2006 15.05.2006 06.09.2006 15.05.2006

15.05.2006 04.03.2008 13.08.2007 15.05.2006 15.05.2006

17 18.1b 18.1c 18.2b 18.2c 18.3 18.4

1 : 87.000 1 : 30.000 1 : 10.000 1 : 30.000 1 : 10.000 1 : 30.000 1 : 30.000

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0

1.

Anlass

Alle Gemeinden Schleswig-Holsteins sind aufgrund des Landesnaturschutzgesetzes (LNatSchG) vom 06.03.2007 verpflichtet, für ihr Gebiet einen flächendeckenden Landschaftsplan aufzustellen. Die Hansestadt Lübeck kommt dieser gesetzlichen Anforderung mit der Aufstellung des Gesamtlandschaftsplanes nach. Die Inhalte der in der Vergangenheit beschlossenen Teillandschaftspläne (TLP) für verschiedene Stadtgebiete sind in den Gesamtlandschaftsplan in aktualisierter Form eingeflossen. Der Einfachheit halber wird der Gesamtlandschaftsplan in der Folge als ”Landschaftsplan” bezeichnet. Der Landschaftsplan soll lt. § 9 LNatSchG die örtlichen Erfordernisse und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege flächendeckend darstellen. Es sind sowohl die Freiflächen als auch die Siedlungsflächen Lübecks in den Landschaftsplan einzubeziehen. Der Landschaftsplan bildet die fachliche Grundlage für: • die Bauleitplanung (Flächennutzungsplan und Bebauungspläne) • andere Raum- und Flächenplanungen (z. B. Planung von Verkehrswegen, Hafenentwicklungsplanung, stadtteilbezogene Entwicklungsprojekte usw.) • die Planung sämtlicher flächenbezogener Maßnahmen des Naturschutzes (z. B. Lage von Ausgleichsflächen, Ausweisung von Schutzgebieten, Entwicklung neuer Wälder oder Kleingewässer, Sicherung und Entwicklung von Flächen für die naturverträgliche Erholung usw.) Der Landschaftsplan gliedert sich inhaltlich in zwei Hauptbereiche (vgl. § 9 Abs. 3 LNatSchG): • Grundlagenteil: Erfassung und ökologische Bewertung des aktuellen Zustands von Natur und Landschaft unter Berücksichtigung der vorhandenen und vorgesehenen Flächennutzungen (vgl. Bd. I und Bd. II tlw. des Textteiles sowie die Karten 1 – 17, 19). • Entwicklungsteil: Darstellung der Ziele und Maßnahmen zur Erreichung des zukünftig anzustrebenden Zustandes von Natur und Landschaft in Lübeck (vgl. Bd. tlw. sowie Bd. III des Textteiles sowie die Karten 18.1 – 18.4). Gemäß des Lübecker Modells der Integrativen Landschaftsplanung entsteht der Landschaftsplan in einem fortlaufenden Prozess: • Der vorliegende Landschaftsplan stellt mit seinen maßstäblich sehr groben Darstellungen als landschaftsplanerisches Zielkonzept die Basis für alle weiteren landschaftsplanerischen Konzepte, Beiträge, Begleitpläne etc. auf dem Stadtgebiet dar. • Die Fortschreibungen des Landschaftsplanes erfolgen, bei Bedarf, entweder für räumliche Ausschnitte des Stadtgebietes (z. B. bei umfangreichen Hafenbaumaßnahmen) oder wenn besondere fachliche Themen mit stadtweiter Betrachtungsnotwendigkeit (z. B. Mobilfunkanlagen, Erholung) es erfordern, in größerer Detailschärfe, insbesondere auf der Maßnahmenebene.

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2.

Vorgaben, Grundlagen und Verfahren der Planung
Räumlicher Geltungsbereich

2.1

Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 21.414 ha, damit ist Lübeck eine der flächengrößten Städte Deutschlands. Im Stadtgebiet leben z. Zt. ca. 215.000 Einwohner, das entspricht einer Bevölkerungsdichte von etwas über 1.000 Einwohnern pro Quadratkilometer. Naturräumlich befindet sich der überwiegende Teil des Lübecker Stadtgebietes als ”Lübecker Becken” am Rande des Östlichen Hügellandes Schleswig-Holsteins. Das Lübecker Becken wird im Norden durch die Ostsee, im Osten durch das Westmecklenburgische Seenund Hügelland sowie im Süden und Westen durch ausgeprägte Moränenzüge des Östlichen Hügellandes naturräumlich begrenzt. Die formenden Prozesse der letzten Eiszeit (Weichsel-Eiszeit) sind für die Relief- und Boden- und Wasserbildung sowie für das Landschaftsbild des Stadtgebietes von ausschlaggebender Bedeutung. Als Ergebnis der eiszeitlichen Formenbildung lassen sich drei relativ homogene Zonen unterscheiden: • Moränen der letzten Eiszeit mit Geschiebemergel im nördlichen Bereich zwischen Brodtener Ufer und Ivendorf (heute ertragreiche landwirtschaftliche Nutzflächen). • Geschiebesand durch abfließende Schmelzwässer früherer Vereisungsperioden im südlichen Anschluss zwischen Ivendorf und einer Linie Schlutup/Israelsdorf (heute durch umfangreichen Kiesabbau erkennbar). • Ablagerungen eines riesigen eiszeitlichen/nacheiszeitlichen Stausees, dem eigentlichen Lübecker Becken, mit Beckentonen (heute gekennzeichnet durch den Tonabbau im Bereich Vorrade) und Talsanden nehmen den weitaus größten Teil des Stadtgebietes (mittlere und südliche Bereiche) ein. Aufgrund dieser geomorpholgischen Entwicklung ergibt sich ein ebenes bis flachwelliges Relief mit Höhen zwischen 0 und 35 Metern über dem Meeresspiegel. Die Lübecker Landschaft gliedert sich weiterhin durch die drei großen Flussläufe Trave, Wakenitz und Stecknitz (heute Elbe-Lübeck-Kanal) mit ihren vielen Zuflüssen und z. T. seenartigen Ausbuchtungen in große, das ganze Stadtgebiet durchziehende Gewässer- und Niederungsflächen. Im Gegensatz dazu haben sich Trockengebiete mit ihrer besonderen Tier- und Pflanzenwelt als weitere bedeutsame Landschaftsform Lübecks herausgebildet. Bekannte Trockengebiete sind die Strandbereiche vor Travemünde und der ”Sandhaken” der Priwall-Halbinsel, die Trockenbereiche Schlutups (”Schwarze Heide”) und Israelsdorfs, die Binnendünen bei Eichholz sowie die umfangreichen Heide- und Trockenrasengebiete der Grönauer Heide im Süden des Stadtgebietes. Die ursprünglich dominierende Vegetationsform des Lübecker Beckens in der Nacheiszeit ist der Buchenwald. Ohne den Einfluss des Menschen wäre das Stadtgebiet fast vollständig als natürlicher Buchenwald ausgebildet. Die heutigen Wälder sind größtenteils zwar natürlichen Ursprungs, jedoch wegen ihrer jahrhundertlangen Nutzung forstwirtschaftlich überformt. Die flächenhafte Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzung in vergangenen Jahrhunderten und die städtebauliche Entwicklung Lübecks haben zur Verringerung der Wälder auf ihre heutigen (Rest-)Bestände geführt. Die größten geschlossenen Waldgebiete Lübecks sind das Lauerholz mit dem Israelsdorfer Forst und den Wesloer Tannen, der Waldhusener Forst, Kannenbruch, Falkenhusen und die Wüstenei.

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Die Landwirtschaft spielt für das Aussehen großer Teile des Stadtgebietes eine dominierende Rolle. Mineralische Böden werden in der Regel intensiv als Ackerflächen, organische Böden der Niederungen weniger intensiv als Wiesen- und Weideland genutzt. Die landwirtschaftlichen Flächen sind generell in reichstrukturierte kleinbäuerliche Flurformen und in großflächige, strukturarme Gutsflächen, vorwiegend im südwestlichen Teil Lübecks, zu unterscheiden. Der Anteil landwirtschaftlicher Flächen am gesamten Stadtgebiet nimmt seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts wegen der fortschreitenden Siedlungsentwicklung kontinuierlich ab. Bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es neben der befestigten Altstadt lediglich einige Dörfer (einschl. Travemünde) im äußeren Stadtgebiet Lübecks. Die mit Aufhebung der ”Torsperre” einsetzende rasante Erweiterung des Siedlungsgebietes durch den Bau neuer Wohn- und Gewerbegebiete, Hafenanlagen, militärischer Einrichtungen, Verkehrswege usw. vergrößerte die Siedlungsfläche um ein Vielfaches; ein Prozess, der bis heute nicht abgeschlossen ist. In Planung und z. T. in Realisierung befindliche Großprojekte sind beispielsweise die Hafen- und Flughafenerweiterungen, überregionale Verkehrswege oder der Hochschulstadtteil.

Die aktuelle Verteilung / Nutzung des Stadtgebietes zeigt die Graphik:

Aktuelle Flächenverteilung Lübecks

8000

8000
7000

7000 6000 6000 5000 5000 4000
3000 4000 2000 3000 1000 2000 0

Heide/Moor WaldHeide/Moor Wasser Wald Landwirtschaft Wasser Siedlung Landwirtschaft Sonstige Siedlung

Sonstige

1000 0 Flächenangaben in Hektar

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2.2

Aussagen der überörtlichen Landschaftsplanung

Der Landschaftsplan als gemeindlicher Landschaftsplan muss die übergeordneten Ebenen der Landschaftsplanung beachten, d. h., er darf in seinen inhaltlichen Aussagen den Darstellungen der übergeordneten Landschaftsplanwerke vom Grundsatz her nicht widersprechen. Die zu berücksichtigende oberste Ebene der Landschaftsplanung ist das landesweit gültige Landschaftsprogramm Schleswig-Holstein; die folgende zweite Ebene stellt der Landschaftsrahmenplan, der die Kreisgebiete von Ostholstein und Lübeck überplant, dar. Er spezifiziert die allgemein gehaltenen Aussagen des Landschaftsprogramms als landschaftsplanerisches Bindeglied zwischen der landesweiten und gemeindlichen Planungsebene. Schließlich sollen die Planungsergebnisse des Entwicklungskonzeptes für die Region Lübeck, das sowohl landschaftsplanerische Aussagen zu benachbarten Kreisen SchleswigHolsteins macht als auch den angrenzenden Kreis Nordwestmecklenburg betrachtet, berücksichtigt werden. Einen Überblick über die Planwerke der Landschaftsplanung gibt die nachfolgende Tabelle:

System der Landschaftsplanung
Planwerke der Landschaftsplanung -gebräuchliche AbkürzungLandschafts-programm Schleswig-Holstein - LPRO -

Planungsräume

Kurzbeschreibungen und Rechtsgrundlagen

Aufstellung durch - auf Lübeck bezogen -

Planwerke der räumlichen Gesamtplanung

- auf Lübeck bezogen Gesamtes Bundesland Schleswig-Holstein

Textliche und kartographische Darstel- Oberste Naturschutzlung der Ziele und Maßnahmen des behörde Naturschutzes auf Landesebene. Umweltministerium S-H Maßstab 1 : 250.000 § 8 Landesnaturschutzgesetz

Landesraumordnungsplan

Darstellung der überörtlichen Erfordernisse des Naturschutzes unter bes. Berücksichtigung der Ziele des ”Entwicklungskonzeptes Region Lübeck”. Maßstab 1 : 100.000 § 76 Landesnaturschutzgesetz Gesamtes (Stadt-) Gemein- Darstellung der örtlichen Erfordernisse Landschaftsplan degebiet - GLP und Maßnahmen zur Verwirklichung -----------------------------------------------------------der Ziele des Naturschutzes in BeSpezieller Bearbeitungsraum stand und Entwicklung. M. 1 : 5.000 / 1 FortschreibungsGesamtes Stadtgebiet mit Landschaftsplan : 10.000 speziellem Thema - FLP § 9 Landesnaturschutzgesetz Grünordnungsplan Teilbereich einer Gemeinde Vertiefender Landschaftsplan für Teile - GOP - z. B. Gewerbegebiet Gedes Gemeindegebietes nach Erfordernin-Süd, B 207 neu, Hochlichkeit. Maßstab 1 : 1.000 schulstadtteil § 6 Landesnaturschutzgesetz Landschaftsrahmenplan - LRP 5 Planungsregionen Schleswig-Holsteins - Kreis Ostholstein und Hansestadt Lübeck -

Oberste Naturschutzbe- Regionalplan hörde oder Zweckverbände Umweltministerium S-H

Gemeinde Stadtverwaltung der HL

Flächennutzungsplan

Gemeinde Stadtverwaltung der HL

Bebauungsplan

Anmerkung: Nach § 9 Abs. 2 des neuen Landesnaturschutzgesetzes (LNatSchG) vom 06.03.2007 müssen die Gemeinden bei der Aufstellung der Landschaftspläne zukünftig nur noch das Landschaftsprogramm als einzige übergeordnete Ebene der Landschaftsplanung beachten, während Landschaftsrahmenpläne zukünftig entfallen. Bereits bestehende Landschaftsrahmenpläne, die vor dem Inkrafttreten des neuen LNatSchG veröffentlicht worden sind, behalten aber ihre Gültigkeit bis zur Veröffentlichung eines auf der Grundlage des neuen LNatSchG fortgeschriebenen Landschaftsprogrammes (§ 76 LNatSchG). Auch die Aufstellung von Grünordnungsplänen ist nach dem neuen LNatSchG nicht mehr vorgesehen. Bereits bestehende Grünordnungspläne, die vor dem Inkrafttreten des neuen LNatSchG festgestellt worden sind, behalten jedoch ihre Gültigkeit bis zur Aufstellung oder Änderung der entsprechenden Bauleitpläne (§ 76 LNatSchG).

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2.2.1 Landschaftsprogramm

Das 1999 in Kraft getretene Landschaftsprogramm Schleswig-Holstein beinhaltet für das Lübecker Stadtgebiet folgende wesentliche landschaftsplanerische Vorgaben: • Gebiete mit besonderer Bedeutung für die Erhaltung der Funktionsfähigkeit von Böden und Gesteinen (Geotope): Brodtener und Dummersdorfer Ufer (Steilufer), Priwall (Strandwall), Waldhusen (Wallberge), Eichholz und Grönauer Heide (Dünen und Sanderflächen), Stecknitz-, Grienau und Travetal (Fluss-/Durchbruchstal). Gebiete mit besonderer Bedeutung für die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Gewässer: Der weitaus überwiegende Teil des Stadtgebietes (bis auf die Bereiche westlich der Eisenbahnlinie Lübeck-Büchen) wird als Wasserschongebiet dargestellt. Die Niederung der Trave ist bis zur Einmündung in die Kanal-Trave als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen. Neben den bereits ausgewiesenen Naturschutzgebieten (NSG) Lübecks (Südlicher Priwall, Dummersdorfer Ufer, Dassower See und Schellbruch) werden folgende Gebiete genannt, die die Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung als NSG erfüllen: Pöppendorfer Moor, Wakenitzniederung (zwischenzeitlich ausgewiesen) und Grönauer Heide. Der gesamte Untertraveraum ab Teerhofsinsel ist als Gebietsvorschlag zur Aufnahme in die ”Liste international bedeutender Feuchtgebiete” nach der Ramsar Konvention dargestellt. Achsenräume des landesweiten Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems sind die Bereiche der Untertrave, des Schlutuper und Herrnburger Landgrabens, des Stecknitztals und der Traveniederung bis zur Altstadt. Als Teilbereiche zum Aufbau eines europaweiten Schutzgebietssystems Natura 2000 (gem. Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU) sind folgende Flächen des Stadtgebietes vorgesehen bzw. werden vorgeschlagen: Dassower See, Dummersdorfer Ufer, Schellbruch sowie Steilküste und Flachwasserbank vor Brodten. Europäische Vogelschutzgebiete sind bzw. werden vorgeschlagen: Steilküste und Flachwasserbank vor Brodten, Pötenitzer Wiek, Dassower See, Schellbruch, Lauerholz und Grönauer Heide. Als Gebiete mit besonderer Bedeutung für eine landschaftsbezogene Erholung der Bevölkerung werden das Brodtener Ufer mit Hinterland, der Waldhusener Forst, das Lauerholz und die Wakenitzniederung aufgeführt.

• • •

• • •

• •

Fach- und/oder rechtsbezogene Erläuterungen zu den genannten landschaftsplanerischen Vorgaben sind Text und Karten des Landschaftsprogramms zu entnehmen.

60

2.2.2 Landschaftsrahmenplan

Für die Kreise Ostholstein und Lübeck ist im Jahre 2003 der Landschaftsrahmenplan (LRP) fortgeschrieben worden. Als wesentliche inhaltliche Vorgaben für das Lübecker Stadtgebiet sind zu nennen (Vgl. aber abweichende Auffassung der Hansestadt Lübeck im Plan 16 und Bd. II Ziffer 10.2.1): • Gebiete mit besonderer Eignung zum Aufbau eines landesweiten Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems (Schwerpunkt- und Verbundbereiche): Brodtener Ufer, südlicher Priwall, Untertrave ab Schlutup bis einschließlich Pötenitzer Wiek sowie Dassower See, Dummersdorfer Ufer mit Teilen des Dummersdorfer Feldes, Pöppendorfer Moor und Teile des Waldhusener Forstes sowie Kücknitzer Mühlbachtal, Schwartauwiesen, Teerhofsinsel, Schellbruch, Speckmoor-Niederung in Schlutup, Lauerholz, Wüstenei, Obere Trave, Elbe-Lübeck-Kanal, Grienau-Niederung, Ringstedtenhof und Niederung des Niemarker Landgrabens mit Krummesser Moor, Wakenitz-Niederung, Grönauer Heide.
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•

• •

•

Vorhandene und gemeldete Europäische Vogelschutzgebiete sowie die zur Eintragung in die Liste der FFH-Gebiete vorgesehenen Bereiche des Stadtgebietes: NSG Dassower See, NSG Dummersdorfer Ufer, NSG Schellbruch, Traveförde, Wulfsdorfer Heide und Blankensee-Niederung, Ostseeküste am Brodtener Ufer, Waldhusener Moor, Mittlere und Untere Trave, Wüstenei, Lauerholz, Herrnburger Dünen, Moorwälder am Wesloer Moor und entlang des Herrnburger Landgrabens. Als Gebiet, das die Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet erfüllt, wird die Grönauer Heide dargestellt. Gebiete, die die Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung als Landschaftsschutzgebiet erfüllen: Knicklandschaft bei Steinrade; Krummesse und Stecknitztal, Landgrabenniederung zwischen Roggenhorst und Krempelsdorf, Inzugsbereich des Niemarker Landgrabens zwischen Vorrade, Wulfsdorf und Stecknitz, Blankensee. Gebiete mit besonderer Erholungseignung: Brodtener Winkel und Lauerholz.

Die inhaltlichen Vorgaben des LRP sind bei der Erstellung des Landschaftsplanes berücksichtigt worden.

61

2.2.3 Entwicklungskonzept für die Region Lübeck

Für die Region Lübeck (Hansestadt Lübeck und Teilbereiche der Kreise Ostholstein, Segeberg, Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Nordwestmecklenburg) wurden in einem Entwicklungskonzept (ERL) planerische Grundlagen für die zukünftige Landschafts- und Flächennutzungsentwicklung der beteiligten Gebietskörperschaften aus kreis- und gemeindeübergreifender Perspektive erarbeitet. Der flächenbezogene Naturschutz und die Erholungsnutzung stellen wesentliche Elemente des Planwerkes dar. Dabei sind sowohl Vorranggebiete/Vorsorgegebiete für den Naturschutz und Schutzgebiete als auch Schwerpunkträume/Eignungsräume einer landschaftsgebundenen Erholung und Naturerlebnisräume der Region Lübeck dargestellt. Das ERL besitzt keinen rechtsverbindlichen Charakter, die Inhalte der Planung werden jedoch im Entwurf des Landschaftsrahmenplans und im Entwicklungsteil des vorliegenden Landschaftsplanes berücksichtigt.

18

2.3

Flächennutzungsplan

Der Flächennutzungsplan (F-Plan) der Hansestadt Lübeck ist 1990 von der Bürgerschaft beschlossen worden und gibt im Wesentlichen die vorhandene Bestandssituation für das Stadtgebiet wieder. Er wird seitdem durch die Stadt bei Bedarf, insbesondere bei umfangreichen Bauprojekten, entsprechend geändert. Fast gleichzeitig wurde der erste Landschaftsplan der Hansestadt Lübeck beschlossen. Seine Datengrundlagen stammen von 1980 und sind wegen der vielfältigen Veränderungen der Landschaft in den letzten zwei Jahrzehnten heute nicht mehr aktuell. Die übernahmefähigen Inhalte dieses Landschaftsplanes sind 1990 in den F-Plan übernommen worden. Von besonderer Bedeutung aus landschaftsplanerischer Sicht ist die flächennutzungsplanerische Darstellung umfangreicher, vor allem landwirtschaftlicher Flächen im Süden des Stadtgebietes als geplante Landschaftsschutzgebiete (LSG). Die ehemals geplanten NSG ”Wakenitz” und ”Priwall” sind zwischenzeitlich entsprechend ausgewiesen worden. Die Pötenitzer Wiek sowie die Travebuchten östlich der Fahrrinne der Untertrave werden ebenso als geplante NSG dargestellt. Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft gem. § 5 Abs. 2 Nr. 10 Baugesetzbuch (BauGB) finden im FPlan keine Berücksichtigung.
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§ 9 Abs. 4 LNatSchG schreibt vor, dass die übernahmefähigen Inhalte des von der Bürgerschaft beschlossenen Landschaftsplans als Darstellungen oder Festsetzungen in die Bauleitpläne zu übernehmen sind. Der vorliegende Landschaftsplan wird nach seinem Beschluss daher zu weiteren Flächennutzungsplanänderungen führen.

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2.4

Datengrundlagen und Methodik

Die Bestandsdarstellungen des Grundlagenteils basieren auf folgenden Daten: Flächendeckende Biotopkartierung (1993), Biotoptypenkartierung (1998) und Kartierung der gesetzlich geschützten Biotope nach § 15 a LNatSchG (alt) (1998) des Stadtgebietes mit Aktualisierungen in den Jahren 2000 bis 2006. Spezielle Kartierungswerke, wie Amphibien-, Fledermaus-, Vogelkartierung (1991 – 2006) usw. Diverse vorliegende Fachgutachten, wie z. B. ”Geologisch-geomorphologisch bedeutsame Objekte” (1992), ”Historische Kulturlandschaften Lübecks” (1999), Landschaftsbildbewertung in Lübeck” (1994), Faunistisch-ökologische Bewertung von Fließgewässern in SchleswigHolstein (1998) usw. Weitere Fachgutachten und Planungen (Landschaftspflegerische Begleitpläne, Umweltverträglichkeitsuntersuchungen, Grünordnungspläne, Gewässerunterhaltungsplan, Abwasserbeseitigungsplanung, Handlungskonzept Spielplätze, Hafenentwicklungsplan usw.). Ergebnisse aufgrund von Einzeluntersuchungen vor Ort. Für die Erarbeitung des Grundlagenteils eigens in Auftrag gegebene landschaftsplanerische Fachbeiträge, beispielsweise zu den naturräumlich zusammenhängenden Landschaftsbereichen des Stadtgebietes, den Baumreihen und Alleen oder der historischen Landschaftsentwicklung Lübecks. Die Quellen im Einzelnen werden unter Kapitel 14 genannt. Die Bewertungskriterien des Landschaftspotentials ”Boden” sind Nutzbarkeit für Tiere und Pflanzen, Umfang, Häufigkeit und Verteilung, anthropogene Überformung durch Realnutzung bzw. Nutzungswandel sowie Empfindlichkeit der Böden. Die Fließgewässer im Stadtgebiet werden nach den Kriterien Schutzwürdigkeit als gesetzlich geschützter Biotop, vorhandene Struktur (von naturnah bis verrohrt), faunistische Besiedelung des Gewässers und potentielle Bedeutung für den Biotopverbund bewertet. Tiere, Pflanzen und Lebensräume werden u. a. entspr. der Kriterien Seltenheit, Gefährdung, Natürlichkeit, Ersetzbarkeit und Entwicklungsfähigkeit bewertet. Das Landschaftsbild ist nach den Kriterien Vielfalt, Eigenart und Naturnähe bewertet worden. Für die Landschaftsbildtypen des Stadtgebietes werden fünf Wertstufen des ”ästhetischen Erlebens” (von außergewöhnlich hohem bis wenig/kein) unterschieden. Darüber hinaus sind die Flächengrößen der verschiedenen Landschaftselemente, soweit möglich, errechnet und in Relation zur gesamten Stadtfläche gesetzt worden, um ihre jeweilige räumlich-quantitative Dimension innerhalb Lübecks darzustellen. Die landschaftsplanerischen Leitbilder, Ziele und Maßnahmen des Entwicklungsteils basieren auf den durchgeführten Bewertungen der Landschaftspotentiale sowie auf deren ermittelten Beeinträchtigungen und Gefährdungen. Die vorliegende Verfahrensfassung des Landschaftsplanes ist durch den Bereich Naturschutz der Hansestadt Lübeck, auf der Grundlage von in Auftrag gegebenen landschaftsplanerischen Fachbeiträgen (s. o.), erstellt worden. Die digitale kartografische Bearbeitung des Planes ist mit dem System ”Arcview – Version 3.1” durchgeführt worden. Die Verfahrensfassung besteht aus folgenden Teilen:

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• Bestandsteil: Text zu den Kapiteln 1 bis 7 Anhang 2: 15 Bestandspläne (Maßstab 1 : 87.500, A 3-Format) 9 Bestandspläne (Maßstab 1 : 30.000, A 0-Format) 1 Bestandsplan Biotop- und Nutzungstypen (1 : 10.000, 7 Teilpläne) 1 Bestandsplan gesetzlich geschützte Biotope und Ausgleichsflächen (1 : 10.000) • Leitbild und Konfliktanalyse: Text zu den Kapiteln 8 und 9 Anhang 2: Landschaftsplanerisches Leitbild (Maßstab 1 : 87.500) Konfliktplan (Maßstab 1 : 40.000, 2 Teilpläne) • Entwicklungsteil: Text zu den Kapiteln 10 bis 12 Anhang 1: Texttabelle: Entwicklungskonzept – Ziele und Maßnahmen Anhang 2: Entwicklungspläne Entwicklungskonzept: Vorrangige Flächen u.a.(Maßstab 1:10.000, in 7 Teilen; Maßstab 1 : 30.000) Schutzgebietskonzept (Maßstab 1 : 10.000, Maßstab 1 : 30.000) Grünzüge (Maßstab 1 : 30.000) Land- und forstwirtschaftliche Nutzung (Maßstab 1 : 30.000) Alle für die Verfahrensfassung erstellten Fachbeiträge und sonstigen verwendeten Fachunterlagen sind im Bereich Naturschutz einsehbar.

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2

3.

Historische Landschaftsentwicklung
Im Rahmen einer quantitativen Bewertung der in der Vergangenheit abgelaufenen Strukturveränderungen der Lübecker Landschaft ist im Ergebnis festzuhalten, dass sich alle Nutzungsformen und –erweiterungen fast vollständig zu Lasten der ursprünglich im Stadtgebiet vorhandenen Wälder vollzogen haben. Die heute noch vorhandenen Wälder können lediglich als Reste der ehemals fast flächendeckenden Bewaldung Lübecks angesehen werden.

(siehe auch Plan Nr.1)
Die zeitlich-räumliche Entwicklung des Stadtgebietes wird in knapper, tabellarischer Form dargestellt. Es werden nur die historischen Ereignisse der Lübecker Geschichte berücksichtigt, die, auf Maßstabsebene des Gesamtlandschaftsplanes, Auswirkungen auf die Landschaftsstruktur des Stadtgebietes gehabt haben bzw. noch haben. Um die angesprochene Kürze der Darstellung zu wahren, werden die verschiedenen relevanten Daten in sechs thematische Gruppen zusammengefasst.

Zeit

Ereignis / Entwicklung
Allgemeine Siedlungsentwicklung

Lage im Stadtgebiet

Auswirkungen auf die heutige Struktur der Stadt
Beginn der Abholzung des natürlich vorh. Buchenwaldes Anfänge einer (noch punktuellen) Außenentwicklung Lübecks Z. T. siedlungsbildend für die späteren Stadtteile St. Gertrud und St. Jürgen Entstehung der Kuranlagen und des Siedlungsbandes an der Ostseeküste, erste Erholungseinrichtungen auf dem Priwall (Ferienkolonie, Pferderennbahn) Beginn der Erholungsnutzungen an der Wakenitz Verringerung landwirtschaftlicher und gärtnerischer Nutzflächen. Entwicklung der Vorstädte, zunächst entlang der Ausfallstraßen Inanspruchnahme vor allem von feuchten Wiesenflächen der Flussniederungen / Entstehung von Naherholungsgebieten vor insbesondere die Bevölkerung verdichteter Wohngebiete Verlust von vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen / Ausweitung der geschlossenen Stadtlandschaft Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen / Verstärkung der Zersiedelung städtischer Außenbereiche

1159 Seit 16.Jh. Seit 17. Jh. 1802

Gründung Lübecks Nachweis von Fischersiedlungen außerhalb des Stadthügels Anlage von Sommerhäusern vor den Stadttoren Erklärung Travemündes zum Seebad

Südteil des Stadthügels Gothmund und Schlutup an der Untertrave / Fischerbuden an der Wakenitz Zunächst entlang der Trave, später an der Wakenitz, Eschenburgstraße Ostseeküste

1821 Mitte des 19. Jh. Ende des 19. Jh.

Beginn der Entwicklung der Vorstädte Anlage von stadtnahen Badeplätzen Aufhebung der Torsperre

Stadtwakenitz St. Lorenz nordwestlich des Holstentores, St. Jürgen südlich des Mühlentores, St. Gertrud nördlich des Burgtores Schwerpunkte: Marli (an der Wakenitz), St. Jürgen (südlich der Eisenbahnstrecke), St. Lorenz (an der Trave, südlich von Krempelsdorf) Entwicklung in alle Richtungen, Auffüllung der noch unbesiedelten Zwischenräume Kücknitz, Schlutup, Travemünde (Teutendorfer Weg)

Zunehmende Verbreitung von Kleingärten

Beginn des 20. Jh. Beginn des 20. Jh.

Verdichtung und großflächige Erweiterung der Vorstädte

Entwicklung neuer und Erweiterung vorhandener Siedlungsschwerpunkte in der Nähe von Industriestandorten

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Zeit
19./20. Jh.

Ereignis / Entwicklung
Anlage geschlossener Villenviertel aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs Systematische Siedlungsentwicklung durch Errichtung sog. Kleinsiedlungen Ausgedehnte Neubaugebiete in den Stadtteilen aufgrund von Aussiedlern und Flüchtlingen Bau von Trabantensiedlungen ohne direkten räumlichen Bezug zum Stadtkern Trend zum Bau von Einfamilienhäusern ”im Grünen”, z. T. auch in Randlagen alter Dörfer Gewerbe- und Hafenentwicklung

Lage im Stadtgebiet
Stadtteile St. Jürgen, St. Gertrud (Schwerpunkte an Wakenitz und Stadtpark) Siedlungen Karlshof, Gärtnergasse, Strecknitz, Eichholz, Dornbreite usw. Schwepunkte: St. Lorenz (z. B. ”Papageiensiedlung”), Marli ”Roter Hahn” im Stadtteil Kücknitz, ”Buntekuh” im Stadtteil St. Lorenz, Moisling Krummesse, Kronsforde, Wulfsdorf, Ivendorf, Israelsdorf, Schlutup

Auswirkungen auf die heutige Struktur der Stadt
Beanspruchung landschaftlich reizvoller Bereiche; noch heute als traditionelle Villenquartiere im Stadtgefüge erhalten Großflächige Siedlungserweiterungen aufgrund stark flächenbeanspruchender Bauweise. Durchgrünte Wohnviertel Überbauung von Kleingartengebieten und landwirtschaftlichen Nutzflächen Weitere Verringerung von Landwirtschaftsflächen und Kleingartenanlagen / weitere Zersiedelung der freien Landschaft Störung historisch gewachsener Dorfstrukturen; Verstärkung der Uniformität ländlicher Siedlungsbereiche

Ab 1920

Ab 1950 Ab 60er Jahre Ab 60er Jahre

Seit 12. Jh.

Errichtung innerstädtischer Hafenanlagen

Holstenhafen

Ab 12. Jh. Bis 19. Jh. Ab Mitte 13. Jh. Beginn 19. Jh. Ab 19. Jh. Ab Ende des 19. Jh. Ab 50er Jahre Ab 60er Jahre Ab 70er Jahre 90er Jahre

Nutzung der Wasserkraft zum Antrieb von Mühlen zu vielfältigen gewerblichen Zwecken Tonabbau und Betrieb von Ziegeleien zur Backsteinfertigung Torfgewinnung zur Nutzung als Brennmaterial

Entwicklung der Werftindustrie Ansiedlung von Industriebetrieben mit entspr. Infrastruktur (z. B. Hochofenwerk, später Rüstungsbetriebe) Erweiterung des Vorwerker Hafens, Beginn des Ausbaus des Skandinavienkais, Schlutupkai (1994) Neuerschließung großflächiger Industrieareale (z. T. ohne direkten räumlichen Bezug zur Trave) Bedeutungsverlust und Rückbau der inneren Stadthäfen und der Werften Zusammenbruch und Demontage der Schwerindustrie

Wassermühlen an der Wakenitz, am Hüxterdamm, Struckbach, in Vorwerk, Siems, Kücknitz, Schlutup Schwerpunkte: bei Reeke/Moisling, Genin/Vorrade, Dänischburg Moorbereiche, Schwerpunkte: Wesloer u. Depenmoor, Schlutup, Siems, Oberbüssau, Krummesser Moor Zunächst stadtnah auf der Wallhalbinsel, später im Bereich Glashüttenweg und auf dem Priwall Schwerpunkte an der Untertrave (Glashüttenweg, ab 1913 Konstinkai, Schlutup, Dänischburg, Herrenwyk) Untertravebereiche von Vorwerk bis Travemünde Geniner Straße/Hinter den Kirschkaten, südöstlich von Genin, Gleisdreieck, Dänischburg, Breitling Holstentor-, Wall-, Hansa- und Klughafen; St. Lorenz, Travemünde Hochofenwerk in Herrenwyk

Ausgangspunkt für vielfältige und nachhaltige Eingriffe in die Gewässerlandschaften von Stecknitz, Wakenitz und vor allem Trave Ausbildung landschaftsbildprägender Mühlenteiche / seenartige Aufweitungen der Wakenitz Nachhaltige Veränderungen der Bodenstruktur in Abbaugebieten Weitgehender Verlust intakter Moore, heute vereinzelt Teichbiotope Aufspülungen sowie Uferbegradigungen und befestigungen Fortschreitende Eingriffe in natürliche Uferpartien mit Zerstörung von Niederungsflächen; Umwandlung von Waldflächen (bei Schlutup) Zerstörung natürlicher Uferzonen, zunehmende Versiegelung umfangreicher Niederungsflächen der Trave Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen, vereinzelt auch Kleingärten Schrittweise Konversion einiger Areale (Musik- und Kongresshalle, Altenheim usw.) Konversion zu neuem Gewerbegebiet

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Zeit

Ereignis / Entwicklung
Verkehrsentwicklung

Lage im Stadtgebiet

Auswirkungen auf die heutige Struktur der Stadt
Vielzahl von Eingriffen in den natürlichen Flußlauf führt z. T. zu kanalartigem Zustand Vielzahl von Eingriffen zur durchgängigen Schiffbarmachung der Stecknitz, insbesondere Aufstauungen (Schleusen) Alleen bilden die Leitlinien für die spätere flächenhafte Siedlungsentwicklung der Vorstädte Abschnittsweise Kanalisierung des Flusslaufes; Entstehung von Spülflächen und abgeschnittenen Altarmen; Bildung der Teerhofsinsel Eisenbahnstrecken sind im wesentlichen heute noch vorhanden; Zerschneidung und teilw. Neuordnung der Agrarflur; Vorbereitung späterer Industrieansiedlungen Straßenverbindungen ermöglichen/fördern die Entwicklung neuer Stadtteile (z. B. Marli) Abdämmung der Wakenitz, Zerschneidung eines Teils der Wallanlagen, weitere Kanalisierungsmaßnahmen an den Flüssen Zerschneidung der Agrarflur westlich der Stadt; Abtrennung des Hinterlandes von der Trave Zerschneidung der Agrarflur; tiefer Einschnitt in das Relief mit Anschnitt des Grundwassers

Seit Mittelalter 1397

Trave wichtigster Verkehrsweg Lübecks Vollendung des Stecknitz-Kanals als direkter Wasserverbindung zwischen Elbe und Trave Anlage der aus den Stadttoren hinausführenden Ausfallstraßen, durchweg als Alleen gestaltet Umfassende Traveregulierungen zur weiteren Verbesserung der Befahrbarkeit Beginn des Baus von Eisenbahnstrecken mit Bahnhof auf der Wallhalbinsel (später im Stadtteil St. Lorenz)

Trave, insbesondere Untertrave Stecknitzniederung

Bis Ende 18. Jh. Ab 1850

Heutige Kronsforder, Ratzeburger, Travemünder, Schwartaurer, Fackenburger und Moislinger Allee Trave, insbesondere Untertrave

Mitte des 19.Jh.

Ab Ende 19. Bau einer Vielzahl an Straßenbrücken im Stadtgebiet Jh. 1900 Bau des Elbe-Lübeck-Kanals

Strecken nach Büchen, Hamburg, Schwerin, Travemünde und Eutin; Indutriegleise im Bereich des Hafens Moltke-Brücke, Rehderbrücke, Herrenbrücke, Marienbrücke Obertrave, ehem. Stecknitz-Kanal

1937 1972

Fertigstellung der ersten Reichsautobahn (A 1 von Lübeck Von der Stadtgrenze bei Roggenhorst bis nach nach Hamburg) Rangenberg Gleisanbindung des Skandinavienkais Flächen zwischen Dummersdorf, Ivendorf und Pöppendorf Militärische Einrichtungen

Um 1300

Anlage der Landwehr zum Schutz der städtischen Außenbereiche

Meist vorhandenen Gewässern folgend (z. B. Strecknitz, Stecknitz, Trave, Padelügger Bach, Landgraben, Wakenitz) Altstadtrand, Wallhalbinsel

15. – 17. Jh. Kontinuierlicher Ausbau der Befestigungsanlagen um den Stadthügel mit drei Stadttoren 18./19. Jh. 30/40er Jahre

Bedeutungsverlust, Umgestaltung bzw. Abtrag der Wallan- Altstadtrand, Wallhalbinsel lagen; Aufhebung der Torsperre Bau und Betrieb einer Vielzahl militärischer Anlagen im Kasernenstandorte in St. Lorenz (3) und St. Stadtgebiet (Kasernen, Flugplatz, Bunker usw.) Jürgen (3); Flugplatz Blankensee; Übungsgelände

Als Gewässer mit der Bezeichnung ”Landgraben” noch weitgehend vorhanden; Verwallungen an einer Stelle (Wesloer Forst) noch erhalten; ehem. Übergangsstellen mit Ortsbezeichnungen ”Baum” (z. B. ”Grönauer Baum”) Noch heute bestimmend für die Grundstruktur der Innenstadt; Torsperre verhinderte die flächenhafte Außenentwicklung Lübecks bis zum 19. Jh. Teilw. noch heute prägender innerstädtischer Grünzug; Beginn der flächenhaften Außenentwicklung Erweiterungen der Vororte durch Kasernen; Nutzungsintensivierung der Grönauer Heide durch Flugbetrieb; Truppenübungsplätze mit z. T. relativ naturnaher Flächenentwicklung

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Zeit

Ereignis / Entwicklung
Waldentwicklung

Lage im Stadtgebiet

Auswirkungen auf die heutige Struktur der Stadt
Entstehung von Siedlungsinseln; Bewaldungsgrad ca. 90 % Weitere Entwaldung; Bewaldungsgrad ca. 50 – 60 %

Ca. 700 n Chr. Mittelalter

1650-1750

18./19. Jh.

1764-1861

Ende der Völkerwanderungszeit, Beginn der slawischen Besiedelung Inanspruchnahme der Wälder für die sich entwickelnde landwirtschaftliche Nutzung, aber auch für Haus- und Schiffbau Zunahme der Bevölkerung nach Dreißigjährigem Krieg, Hochzeit der landwirtschaftlichen Nutzung (Ausfuhr von Vieh und Getreide) Erhebliche Waldverluste durch Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzflächen (Verkoppelungen der Dorffeldmarken) sowie durch die Siedlungserweiterungen in Folge der Aufhebung der Torsperre, Regulierung der privaten und städtischen Güter 1. Wiederbewaldungsphase vor allem von extensiv genutzten Flächen 2. Wiederbewaldungsphase im Rahmen der Landeinkäufe für die vorgesehenen Hafenerweiterungen 3. Wiederbewaldungsaphase aufgrund städtebaulicher Planungen

Punktuell im Stadtgebiet Überall Stadtgebiet

Gesamtes Stadtgebiet

Moisling, Genin, Roggenhorst, Schönböcken, Falkenhusen, Mönkhof, Strecknitz, Steinrader Hof, Kiepershorst

Flächenhafte Waldrodungen, vor allem Zerstörung der Almendwälder durch Waldweide; Bewaldungsgrad: ca. 20 % Durch Verinselungseffekt der übrig gebliebenen Waldgebiete Verschlechterung der Lebensraumqualität des Waldes und Rückgang der spezifischen Arten; Bewaldungsgrad bis ca. 10 %

Bliesdorfer und Niendorfer Heide, Gut Wesloe und Wesloer Moor, Alt-Lauerhof

1890-1925

Ab ca. 1950

Veränderungen des Artenspektrums, Aufforstungen überwiegend mit Kiefern und Eichen; Waldanteil ca. 12 % Dummersdorfer Tannen, Siemser Tannen, Als vorübergehende Aufforstungen geplant, aber in Herrenfährländereien, Teerhofsinsel Folge des Ersten Weltkrieges erhalten geblieben; Waldanteil: ca. 12,5 % Grönauer Heide, Wakenitzniederung (z. T. auch Teilw. Verlust von Extremstandorten mit besonderen Sukzession), Dummersdorfer Ufer, KannenArten und Lebensräumen; teilw. standortungeeignete bruch, Israelsdorfer Forst, Lauerholz, RugenNadelwaldforste auf sandigen Böden; flächenhafte berg, Priwall, Strecknitz, Roggenhorst usw. Waldentwicklungen auf dem heutigen Stand: ca. 15 %

Landwirtschaftliche Entwicklung Ab 13.Jh. 16.Jh. Erste Nutzgärten vor den Toren Beginn der Güterwirtschaft und Beibehaltung der Bauernwirtschaft auf den kirchlichen Ländereien Vor dem Hüxtertor, auf den Wakenitzwiesen Güterwirtschaft: Krummesse, Moisling, Padelügge, Krempelsdorf, Mori, Marli usw. Bauerndörfer: Büssau, Genin, Vorrade, Ivendorf, Dummersdorf usw. Pöppendorf, Kücknitz, Waldhusen, Dummersdorf Durch Siedlungsentwicklung nicht mehr vorhanden Unterschiedliche Prägung der Flurstrukturen, zum großen Teil noch erkennbar: Große Schläge = Güterwirtschaft, kleine Schläge = Bauernwirtschaft

18./19. Jh.

Verkoppelung mit Flurneuordnung; Aufteilung der bis dahin gemeinschaftlich genutzten dörflichen Allmende Landwirtschaftliche Kultivierung von extensiv genutzten Flächen Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion

Ab 18. Jh. Ab ca. 1950

Anlage des noch heute prägenden Knicknetzes, aber auch Rückgang extensiv genutzter Flächen der Gemeinweiden, Heiden und Moore Heidegebiet bei Dummersdorf, Grönauer HeiVerlust von Extremstandorten mit besonderen Arten de, Klempauer Moor; und Lebensräumen Bereiche um Wulfsdorf u. Beidendorf, Oberbüs- Vergrößerung der Schläge, dadurch Verringerung der sau, Kronsforde, Niendorf, Teutendorf, Brodten Knickdichte, Feldgehölze sowie der Zahl der Einzelusw. bäume und Kleingewässer in der Agrarflur

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4. Darstellung und Bewertung des vorhandenen Zustandes von Natur und Landschaft einschließlich seiner Beeinträchtigungen
3

In den Kapiteln 4.1 bis 4.7 werden die großen Landschaftsbereiche, Böden, Luftverhältnisse und Gewässer, die Biotope und Arten sowie das Landschafts- und Ortbild in Lübeck beschrieben. Mögliche oder vorhandene Beeinträchtigungen und Gefährdungen sowie der Schutzstatus sind aufgeführt. Viele Landschaftsbereiche sind oder werden ggf. Bestandteile des Schutzgebietssystems „Natura 2000“. Pläne und Projekte, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Natura 2000-Systems führen, sind grundsätzlich unzulässig. Vor ihrer Zulassung sind Pläne und Projekte daher auf ihre Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen zu überprüfen (”FFH-Verträglichkeitsprüfung” gemäß § 30 LNatSchG bzw. Artikel 6 FFH-Richtlinie).

20

4.1

Landschaftsbereiche des Planungsraumes

(siehe auch Plan Nr. 2)
Es werden insgesamt 26 umfangreiche, zusammenhängende Landschaftsteile Lübecks, die überwiegend naturnah erhalten und/oder entwickelt sind und sich durch eine vergleichsweise geringe Nutzungsintensität auszeichnen, dargestellt. Diese naturnahen Komplexe stellen die vorhandenen oder potentiellen Hauptlebensräume vielfältiger und/oder gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensgemeinschaften im Stadtgebiet dar und besitzen deshalb aus örtlicher und überörtlicher Sicht eine große Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz. Sie enthalten zum großen Teil eine hohe Zahl gesetzlich geschützter Biotope (gem. § 15 a LNatSchG) und umfassen u. a. alle in Lübeck ausgewiesenen Naturschutzgebiete sowie vorgeschlagenen FFH-Gebiete und gemeldeten Vogelschutzgebiete (siehe auch Abschnitt 7). Die naturnahen Landschaftsbereiche sollen auch als Ausbreitungszentren für die Wiederbesiedelung bereits verarmter Lebensräume fungieren. Einige naturnahe Komplexe dehnen sich räumlich über die Stadtgrenze in benachbarte Gemeindegebiete aus (z. B. die Blankenseeniederung oder das Stecknitztal); ebenso steht eine Reihe naturnaher Landschaftsbereiche entlang der ehem. Innerdeutschen Grenze
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im Verbund zu Biotopkomplexen in Mecklenburg-Vorpommern als Teilbereiche des vom Bundesamt für Naturschutz initiierten und geförderten Projektes „Grünes Band“ von der Ostseeküste bis Bayern. Sie werden im Plan durch Pfeildarstellung kenntlich gemacht. Eine Reihe der aufgeführten Gebiete besitzt aufgrund ihrer landschaftlichen Attraktivität (Landschaftsbild) auch eine hohe Bedeutung für die Naherholung der Lübecker Bevölkerung (siehe Abschnitt 5.2). Eine Verringerung entstehender Konflikte durch Überschneidung der hier vorrangigen Belange des Naturschutzes mit denen einer Erholungsnutzung wird durch entspr. Lenkungsmaßnahmen vor Ort erreicht.

14

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Landschaftsbereiche
Brodtener Ufer

Charakteristik
Aktives und passives, bis 20 m hohes Steilufer mit vorgelagerter Flachwasserzone sowie landseitig angrenzenden naturbetonten Lebensräumen (Bruch- und Laubwälder, Feldgehölze, Kleingewässer, Sukzessions- und Grünlandflächen).

Lage
Nördlicher Randbereich des Stadtgebietes an der Ostsee

Beeinträchtigungen1 Gefährdungen
intensive Freizeit- u. Erholungsnutzung intensive ackerbauliche Nutzung in den Randbereichen Fischerei Schifffahrt verrohrtes Fließgewässer (Teutendorf-BrodtenerBach)

Bewertung
Reiche Meeresbodenfauna, bedeutender Rast- und Überwinterungsplatz für Vögel, bedeutendste Uferschwalbenkolonie Mitteleuropas. Bestandteil eines seit 1992 bestehenden LSG Die Flachwasserzone erfüllt die Kriterien für ein Feuchtgebiet internationaler Bedeutung gem. “Ramsar-Konvention” Steilufer und Flachwasserzone: Teil des Europäisches Vogelschutzgebietes und des FFH-Gebietsvorschlags des Landes Schleswig-Holstein “Ostseeküste am Brodtener Ufer” Seit 1998 NSG Wichtiges Brutgebiet für Sing- und Wasservögel Teil des FFH-Gebietsvorschlags des Landes Schleswig-Holstein “Traveförde und angrenzende Flächen“ Uferzonen mit offenen Wasserflächen: Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes „Traveförde“ Das Gebiet hat internationale Bedeutung als Rast- und Überwinterungsgebiet für Singschwan, Reiherente und besonders für die Bergente. Teil des FFH-Gebietsvorschlags des Landes Schleswig-Holstein „Traveförde und angrenzende Flächen“ Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes “Traveförde” Östlicher Uferbereich seit 1994 Geschützter Landschaftsbestandteil Bedeutendes Mauser-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel Seit 1983 NSG Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes “Traveförde”

Südlicher Priwall

Für die schleswig-holsteinische Ostseeküste charakteristische Nord-östliches Nehrungshaken mit Feuchtwäldern, Sanddorngebüschen, Stadtgebiet Brackwasserröhrichten, Kleingewässern, Magergrasfluren, Trockenrasen sowie Flachwasserbereichen der Pötenitzer Wiek mit z.T. gefährdeten Tier- u. Pflanzenarten. Als Teilbereich der Traveförde Biotopverbundfunktion für Gewässer- und Feuchtgebietsarten sowie Bestandteil mehrerer internationaler Zugvogelrouten. Seitenbucht des eiszeitlichen Talsystems der Trave einschließlich naturnaher Uferzonen. Als Teilbereich der Traveförde Biotopverbundfunktion für Gewässer- und Feuchtgebietsarten sowie Bestandteil mehrerer internationaler Zugvogelrouten. Nordöstlicher Randbereich des Stadtgebietes – südlich des Priwalls

unmittelbar angrenzende Kläranlage u. Seemannsschule generell Freizeit- u. Erholungsnutzung Schifffahrt

Pötenitzer Wiek

generell Freizeit- u. Erholungsnutzung Schifffahrt

Dassower See mit den Inseln Buchhorst und Graswerder

Seitenbucht des eiszeitlich geprägten Fördesystems der Trave einschließlich zweier Inseln mit Trockengrasfluren, Feldgehölzen und Röhrichtbeständen; Lebensraum einer artenreichen und landschaftstypischen Pflanzen- u. Tierwelt. Als Teilbereich der Traveförde Biotopverbundfunktion für Gewässer- und

Nord-östlicher Randbereich des Stadtgebietes westlich von Dassow

generell Freizeit- u. Erholungsnutzung

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Landschaftsbereiche

Charakteristik
Feuchtgebietsarten sowie Bestandteil mehrerer internationaler Zugvogelrouten.

Lage

Beeinträchtigungen1 Gefährdungen

Bewertung
Teil des FFH-Gebietsvorschlags des Landes Schleswig-Holstein „Traveförde und angrenzende Flächen“ Insgesamt bedeutender Lebensraum für charakteristische und schützenswerte Pflanzengesellschaften des Strandes und der Steilufer sowie seltener und spezialisierter , z.T. vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Hierunter auch störungsempfindliche Tierarten wie brütende und rastende Wasser- und Watvögel. Die unterschiedlich breite Uferzone ist seit 1994 Geschützter Landschaftsbestandteil. Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (“Traveförde und angrenzende Flächen“) Teilweise Europäisches Vogelschutzgebiet (“Traveförde”) Biogeographisch herausragender Lebensraum im Grenzbereich von subkontinental und ozeanisch verbreiteten Pflanzen- und Tierarten Seit 1991 (bzw. 1958) NSG Teilweise Europäisches Vogelschutzgebiet (“Traveförde”) Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein („NSG Dummersdorfer Ufer“) Seit 1981 NSG Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes “Traveförde” Teil des FFH-Gebietsvorschlags des Landes Schleswig-Holstein „Traveförde und angrenzende Flächen“ Die Dynamik einer feuchten, vom Rückstau des Altarmes der Schwartau beeinflussten Niederung mit episodischen Überschwemmungen ist der wesentliche ökologische Faktor dieses Bereiches, in dem eine Viel-

Untertrave

Buchtenreiche, kleinteilig strukturierte, weitgehend naturnahe Uferzone der Trave mit sandiger / lehmiger Flachküste sowie mit flachem Sand- und Kiesstrand und Strandwällen, Verlandungsbiotopen wie Brackwasserröhrichte und -tümpel, quellige Uferpartien, Schilf- und Großseggenflächen und eine unterschiedlich hohe Steilküste mit sowohl ruhendem als auch aktivem Steilufer sowie diversen Bachtälern. Als Teilbereich der Traveförde Biotopverbundfunktion für Gewässer- und Feuchtgebietsarten sowie Bestandteil mehrerer internationaler Zugvogelrouten.

Nord-östlicher Randbereich des Stadtgebietes Unterlauf der Trave

generell Freizeit- u. Erholungsnutzung Schifffahrt naturferner Uferverbau

Dummersdorfer Ufer und Dummersdorfer Feld (in Teilen)

Schellbruch

Schwartauwiesen

Wärmeexponierte Steilufer in einer sandig-kiesigen Grundmoränenlandschaft entlang der Trave mit angrenzendem Ufer und Flachwasserbereichen sowie relativ naturnahen bzw. extensiv genutzten Lebensräumen oberhalb des Steilufers. Hochspezialisierte, seltene und artenreiche Pflanzenwelt und eine besonders störungsanfällige Tierwelt auf wärmeexponierten Trockenrasen, in Niederwäldern, Hangsickerquellen, Erlenbrüchen, auf Brach- und Grünlandflächen sowie in Buchten und auf Wasserflächen der Trave. Als Teilbereich der Traveförde Biotopverbundfunktion für Gewässer- und Feuchtgebietsarten sowie Bestandteil mehrerer internationaler Zugvogelrouten. Brackwasserlagunen, Süßgewässer und durch diese beeinflusste Wiesen und Brüche mit einer zahl- und artenreichen, teilweise seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt. Als Teilbereich der Traveförde Biotopverbundfunktion für Gewässer- und Feuchtgebietsarten sowie Bestandteil mehrerer internationaler Zugvogelrouten. Vielfältiger und zusammenhängender Feuchtlebensraum mit ausgedehnten Grünländereien und Röhrichtflächen, einem abgetrennten Altarm der Schwartau sowie artenreiche Knicks und Gräben in einer weitgehend von Bebauung freien Landschaft. Als Teilbereich der Traveförde Biotopverbundfunktion für

Nord-östliches Stadtgebiet südlich des Skandinavienkais

intensive Freizeit- u. Erholungsnutzung Schifffahrt

Zwischen Israelsdorf, der Siedlung Karlshof und der Trave

unmittelbar angrenzende Wohnbebauung generell Freizeit- u. Erholungsnutzung Schifffahrt unterbleibende bzw. naturschutzfachlich nicht zielgerechte Nutzung

Westlicher Randbereich Lübecks südlich Autobahndreieck Bad Schwartau - west-

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Landschaftsbereiche

Charakteristik
Gewässer- und Feuchtgebietsarten sowie Bestandteil mehrerer internationaler Zugvogelrouten.

Lage
lich von Sereetz

Beeinträchtigungen1 Gefährdungen

Bewertung
zahl von flussmarschentypischen und zum Teil gefährdeten Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Verbundelement zwischen Schellbruch und der oberen Schwartau mit großen Wiesenrallenvorkommen Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein („Traveförde und angrenzende Flächen“) Seit 1993 LSG Der für die Vogelwelt bedeutsame Lebensraum bildet einen umfangreichen Biotopkomplex mit den benachbarten Schwartauwiesen und dem Schellbruch. Im Wechsel mit dem Schellbruch landesweit bedeutender winterlicher Massenschlafplatz von Saatkrähen (bis zu 25.000 Tiere) In 1999 und 2000 nachgewiesener Brutplatz des Seeadlers. Der gesamte Bereich der Traveförde wird gegenwärtig ganzjährig von Seeadlern als Nahrungsraum genutzt. (Nachrichtliche Übernahme einer Information der staatl. Vogelschutzwarte des Landesamtes für Natur und Umwelt SH. Dr. Knief u.a. Quellen) Bedeutender Lebensraum u.a. für Vögel, Tagfalter, Libellen, Heuschrecken sowie Amphibien. Seit 1996 LSG Generell bedeutender Lebensraum u.a. für Vögel, Tagfalter, Libellen, Heuschrecken sowie Amphibien und Reptilien (z.B. Kammmolch, Ringelnatter), aber auch seltene und gefährdete Pilzarten. Seit 1996 LSG Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein („Waldhusener Moore und Moorsee“)

Teerhofsinsel

Nach der Travekorrektur im 19. Jahrhundert entstandene und von der alten Trave-Schleife umflossene Insel mit ausgedehntem Landröhricht sowie einem vielfältigen Mosaik aus von intensiver menschlicher Nutzung weitgehend unbeeinflussten Biotoptypen auf nassen bis trockenen Standorten - Niedermoorböden bzw. humoser Sand (besonders Ruderalfluren, Gebüschstrukturen, Wälder und mesophiles Grünland). Als Teilbereich der Traveförde Biotopverbundfunktion für Gewässer- und Feuchtgebietsarten sowie Bestandteil mehrerer internationaler Zugvogelrouten.

an der nordwestlichen Stadtgrenze; direkt südlich der A1

Wassersport und einrichtungen potentielle Hafenerweiterung

Pöppendorfer Moor

Waldhusener Forst

Größerer Niederungskomplex auf Niedermoorböden mit angrenzenden sandigen Böden und überwiegender Grünlandnutzung mit hohem Anteil schutzwürdiger Biotope, wie z.B. Bruchwälder, Weidenfeuchtgebüsch, Tümpel und naturnahe Flachgewässer. Überwiegend naturnah forstwirtschaftlich genutzte Flächen auf Sanderflächen mit zahlreichen schutzwürdigen Biotopen insbesondere auf anmoorigen Böden bzw. Moorböden, u.a. Niedermoore, Feuchtgrünländer, Fließgewässer, Waldhusener Moorsee und sonstige Stillgewässer

Südwestlich von Pöppendorf an der Bundesstraße 75 Westlicher Randbereich des Stadtgebietes an der Grenze zur Gemeinde Ratekau

Entwässerung intensive (Rand)Nutzungen (Ackerbau, Grünlandwirtschaft) Entwässerung intensive (Rand)Nutzungen (vor allem Ackerbau)

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Landschaftsbereiche
Kücknitzer Mühlenbachtal

Charakteristik
Schmaler Taleinschnitt mit weitgehend naturnahem Fließgewässer auf Niedermoorböden im Niederungsbereich sowie angrenzenden sandigen Böden. Vielfältiges, mosaikartiges Nebeneinander unterschiedlicher Biotoptypen (u.a. Nassgrünland, Hochstaudenfluren, Röhrichte, kleinen Waldflächen und Gebüschstrukturen) mit hoher Bedeutung als (Teil-) Lebensraum besonders für Amphibien, Libellen. Vielfältiges, engräumiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume auf sandigen Böden bzw. Niedermoorböden (Still- und Fließgewässer mit ihren Verlandungsbereichen, Waldflächen, Brachen, Feldgehölze sowie unterschiedlichen Grünländereien) als Grundlage für den Erhalt von teilweise besonders gefährdeten bzw. seltenen Tier- und Pflanzenarten darstellt ( z. B. Fieberklee, Ringelnatter, Fledermaus-Azurjungfer). Naturnah bewirtschaftetes, altes Waldgebiet aus überwiegend Laubwald mit standortheimischen Gehölzen und einem hohen Anteil an Mooren, Bruchwäldern, Waldlichtungen und Feuchtgrünlandflächen sowie Stillgewässern und Bachläufen mit z.T. gefährdeten Tier- und Pflanzenarten (u.a. Moorfrosch).

Lage
Im Stadtteil Kücknitz zwischen Waldhusener Forst und Siemser Tannen

Beeinträchtigungen1 Gefährdungen
Standortfremder Gehölzaufwuchs Kreuzungsbauwerke Intensive Freizeitnutzung Gewässerausbau und unterhaltung Intensive Randnutzungen (Gewerbe, Wohnbebauung) Intensive Freizeitnutzung Intensive Grünlandnutzung generell Freizeit- u. Erholungsnutzung Luftschadstoffe Grundwasserabsenkung abschnittsweise hoher Nadelholzanteil mehrere Verkehrstrassen mit sehr hohem mot. Verkehrsaufkommen

Bewertung
Biotopverbundfunktion Bestandteil zweier ausgewiesener LSG

Speckmoorniederung mit umliegenden Bereichen in Schlutup

Zwischen Stau, Herrnburger Landgraben und Lauerholz im Stadtteil Schlutup

Besondere Bedeutung durch das enge räumliche Nebeneinander von Trockenstandorten und Feuchtflächen. Überwiegender Teil als LSG ausgewiesen

Lauerholz

Westlich des Stadtteils Schlutup

Wüstenei

Dichtes Knicknetz mit großen zusammenhängenden Grünlandbereichen, zahlreiche Klein- und Fließgewässer, Feldgehölzen und alten Laubwaldbeständen.

Nord-westlicher Randbereich des Stadtgebietes

Niederungs- und Fließgewässerkomplex im westlichen Stadtgebiet
1

Teilweise enge, teilweise weiträumige Täler mit Nebentälern, von naturnahen und naturfern ausgebauten Bächen, Gräben, Flüssen und Elbe-Lübeck-Kanal, die alle über die Untertrave in die Ostsee entwässern, durchflossen. Angrenzende Niederungsbereiche mit grundwasserbeeinflussten Böden (überwiegend Niedermoorböden) und dominierendem Feucht-, Nass-

Niederungsbereiche: Obertrave mit Nebentälern (bis Einmündung in Elbe-

Nutzungsintensivierung unterbleibende bzw. naturschutzfachlich nicht zielgerechte Nutzung Grundwasserabsenkung u. Entwässerung intensive Randnutzungen durch Landwirtschaft Intensive landwirtschaftliche Nutzung Grünlandumbruch Unterbleibende bzw. naturschutzfachlich nicht zielgerechte Nutzung

Das Lauerholz beherbergt z.B. das bedeutendste Mittelspechtvorkommen in Schleswig-Holstein. Für den Zwergschnäpper gehört das Gebiet zu den 5 besten Vorkommen in Schleswig-Holstein. Seit 1970 LSG Teil des Europäisches Vogelschutzgebietes “Traveförde” Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein („Lauerholz“; „Moorwälder am Wesloer Moor und am Herrnburger Landgraben“) Das Gebiet besitzt eine hohe Bedeutung für Vögel, Libellen sowie Amphibien (u.a. Kammmolch und Laubfrosch). Seit 1994 LSG Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (“Wüstenei“)

Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten Überwiegender Teil der Niederungen als LSG unter Schutz gestellt Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein („Travetal“)

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Landschaftsbereiche

Charakteristik
oder Intensivgrünland in kleinparzelliger Struktur. Punktuell naturnahe Biotope, wie Röhrichte, Großseggenriede, Hochstaudenflure, Einzelgehölze sowie Bruch- und Auwälder. Unterschiedlich stark reliefierte Hangbereiche mit überwiegend landwirtschaftlicher Nutzung, vereinzelte Quellaustritte. Große Teile des Stadtgebietes durchziehende lineare Biotopverbundachse vor allem für Feuchtgebiets- und Gewässerarten

Lage
Lübeck-Kanal) Fackenbur-ger Land-graben (ehem.) Stecknitz mit Kastorfer Mühlengraben Grienau und Quadebek Zwischen Oberlauf des Fackenburger Landgrabens und Trave Südlicher Stadtbereich zwischen Krummesser Moor und Wakenitz-Niederung

Beeinträchtigungen1 Gefährdungen
Entwässerung Gewässerausbau und – unterhaltung Kreuzungsbauwerke Punktuell intensive andere Nutzungen (z. B. Bebauung)

Bewertung

PaddelüggeHerrenholz

Bewaldeter Taleinschnitt auf überwiegend sandigen Böden mit Teichanlagen und einem insgesamt überwiegend naturnahen Fließgewässer sowie angrenzendem größeren Waldkomplex ebenfalls auf sandigen Böden mit einigen Stillgewässern. Weiträumiger, vielfältiger Talraum eines überwiegend naturfern ausgebauten Fließgewässers. Vermoorter Niederungsbereich mit Feuchtwiesen, Weidengebüsch, Bruchwäldern, Großseggenriede, Hochstaudenfluren, Kleingewässern, Quellmooren sowie generell hohem Grünlandanteil; angrenzende Hangbereiche mit überwiegend tonigen, teilw. sandigen Böden (überwiegend Ackernutzung mit linearen Gehölzstrukturen). Überwiegend Grünland mit hoher Knick- und Kleingewässerdichte; ökologischer Landbau.

Niederung des Niemarker Landgrabens

Ringstedtenhof

Südlich an die geschlossene Bebauung des Stadtteils St. Jürgen angrenzend

Kannenbruch

Krummesser Moor

Überwiegend naturnaher, großflächiger Laubwald (Buchenwald) Süd-westlicher mit Fließgewässern u. verschiedenen Stillgewässern. Randbereich des Stadtgebietes südlich von Kronsforde Unzerschnittener Niedermoorkomplex auf Beckenton, umgeben Südlicher Grenzvon z.T. mageren, teilweise aufgeforsteten Sandflächen; größe- bereich des re Flächenanteile werden nur extensiv bewirtschaftet; der Was- Stadtgebietes zur serstand ist vergleichsweise hoch. Gemeinde Krummesse

Relativ hoher Nadelholzanteil Gewässeraufstau, ausbau und – unterhaltung Entwässerung Intensive landwirtschaftliche Nutzung Gewässerausbau und – unterhaltung Querende Verkehrstrassen Gepl. Baugebiete unterbleibende bzw. naturschutzfachlich nicht zielgerechte Nutzung Grundwasserabsenkung u. Entwässerung intensive Randnutzungen durch Landwirtschaft generell Erholungs- u. Freizeitnutzung tlw. hoher Nadelholzanteil

Bachschluchten und diverse Stillgewässer gesetzlich geschützte Biotope Teilbereich eines seit 1998 ausgewiesenen LSG Lebensraum für eine Vielzahl von Arten (z. B. ca. 30 Brutvogelarten in Niederung) 2 Teilbereiche als LB ausgewiesen Hohe Bedeutung als (potentielle) Biotopverbundachse zwischen großen Feuchtgebieten Kulturelle Bedeutung (historische Landwehr) Bedeutende Laubfroschpopulation, für die Vogelwelt generell bedeutender Lebensraum sowie Verbreitungsschwerpunkt für Libellen. Seit 1992 LSG

Entwässerung intensive (Rand)Nutzungen (Ackerbau, Grünlandwirtschaft, Forstwirtschaft)

Bedeutender Lebensraum u.a. für Vögel, Tagfalter, Libellen sowie Amphibien und Reptilien (z.B. Kreuzotter, Ringelnatter), aber auch seltene und gefährdete Orchideen- und Pilzarten. Größtes zusammenhängendes Niedermoor in Lübeck und Umgebung (Teil-) Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter Vogelarten (Rote Liste), wie Weißstorch, Braunkehlchen, Bekassine, Wachtelkönig, Steinkauz usw.

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Landschaftsbereiche

Charakteristik

Lage

Beeinträchtigungen1 Gefährdungen
unterbleibende bzw. naturschutzfachlich nicht zielgerechte Nutzung potentielle Flughafenerweiterung Großveranstaltungen unterbleibende bzw. naturschutzfachlich nicht zielgerechte Nutzung, Aufforstung, inten. (Rand-) Nutzungen (Militärübungen , Flughafenbetrieb, Ackerbau) gepl. Gewerbeansiedlung und Sportplatzbau Entwässerung Intensive landwirtschaftliche Nutzung Grünlandumbruch Gewässerausbau und – unterhaltung Querende Verkehrstrassen

Bewertung

Grönauer (Wulfsdorfer) Heide

Das Gebiet wird als Übungsplatz durch den BGS sowie teilweise durch den Flughafen genutzt. Die trocken-warmen Sandstandorte des Gebietes mit einem Mosaik unterschiedlicher Sukzessionsstadien von genügend offenen Flächen bis zu Pionierformen des Eichen-Birken-Waldes sind für das Vorkommen zahlreicher auch gefährdeter und seltener Tier- und Pflanzenarten von entscheidender Bedeutung.

Südlicher Randbereich des Stadtgebietes – nördlich, östlich und südlich des Flughafens Blankensee

Das Gebiet gehört zu den letzten Brutplätzen des Brachpiepers in SchleswigHolstein. Teilweise Europäisches Vogelschutzgebiet („Grönauer Heide“) Teil des FFH-Gebietsvorschlags des Landes Schleswig-Holstein „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“ Teil des Naturschutzgebietes „NSG Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“ Wichtiger Lebensraum für Wiesenvögel Bedeutung als Biotopverbundachse zwischen Krummesser Moor und Blankenseeniederung Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein („Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“) Teilweise Naturschutzgebiet „NSG Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“ Lebensraum für stark gefährdete Pflanzenu. Tierarten (z.B. Besenginster, Dünensandlaufkäfer oder Kreuzkröte). Binnendüne ist 1988 als Naturdenkmal ausgewiesen Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein („Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“) Teilweise Naturschutzgebiet „NSG Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“ Gesetzlich geschütztes Fließgewässer Angrenzend hochwertige Biotope (Bruchwald, Sumpf, binsen- und seggenreiche Nasswiesen)

Klempauer Moor

Der zum Stadtgebiet gehörende Teil des Klempauer Moores ist ein z. T. entwässerter Niedermoorbereich mit unterschiedlich intensiver Grünlandnutzung und einzelnen Brachflächen sowie angrenzendem Hangbereich mit sandigen Böden (Acker, Grünland, Wald)

Südlicher Stadtrand zwischen Blankenseeniederung und Krummesser Moor

BlankenseeNiederung

Niederungsbereich beiderseits des Blankensee-Baches; Blankensee (glazialer Ursprung) mit Verlandungsbereichen sowie angrenzendem Feucht- u. Nassgrünland sowie Binnenlanddüne mit Trockenrasen.

Südrand des Stadtgebietes an der Grenze zur Gemeinde Groß Sarau

Entwässerung Gewässerausbau, -unterhaltung Fischereiliche Nutzung des Sees Beweidung der Uferzonen

Herrnburger Landgraben

Enger Talraum mit naturnahem Fließgewässer und angrenzenden kleinflächigen Hochstaudenfluren, Grünlandflächen sowie Gehölzstreifen. Niederungsbereich mit Moorerde im Kontakt zu angrenzenden sandigen Böden.

Zwischen Lauerholz und Wakenitz

Intensive Randnutzungen (Kleingärten, Wohnbebauung) Generell Freizeitnutzungen

1

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Landschaftsbereiche

Charakteristik
Der Landgraben ist Teil der historischen Landwehr Lübecks.

Lage

Beeinträchtigungen1 Gefährdungen

Bewertung
Unterlauf ist Bestandteil des NSG „Wakenitz“ Teilweise Bestandteil des LSG „Lauerholz“ Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein („Moorwälder am Wesloer Moor und am Herrnburger Landgraben“; „Herrnburger Dünen“) In Zusammenhang mit der weitgehenden Ungestörtheit vor intensiver Nutzung (ehemaliger Grenzstreifen) hat sich ein hoher Artenreichtum entwickelt. seit 1999 NSG Randbereiche seit 1970 LSG Verbundachse zwischen der Traveförde und dem Naturpark „Schaalsee“ Wichtigstes Eisvogel-Brutgebiet im Großraum Lübeck Teilweise FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein („Herrnburger Dünen“)

WakenitzNiederung

Flusslauf der Wakenitz mit umgebender Talraumlandschaft (überwiegend als Niederungszone). Verbund aus offenen Wasserflächen, ausgedehnten Schwimmblatt- und SchilfröhrichtVerlandungszonen, Nebenbuchten und Seitenarmen, Steilufern, randlichen Niedermoorflächen und breiten Bruchwaldzonen mit Übergängen zu trockenen Lebensräumen.

Südöstlicher Randbereich des Stadtgebietes (südl. Wakenitzbrücke)

generell Freizeit- u. Erholungsnutzung Entwässerungsmaßnahmen naturschutzfachlich nicht zielgerechte Nutzungen A 20-Querung

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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4.2

Geomorphologie und Boden

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4.2.1 Geomorphologie

(siehe auch Plan Nr. 4)
Die in der folgenden Tabelle aufgeführten geomorphologischen Objekte stellen insgesamt bedeutsame und damit schützenswerte Geländeformen, Ensembles, durch besondere Bodentypen gekennzeichnete Landschaftsbestandteile dar. Aufgrund ihrer Seltenheit und Naturnähe werden sie einheitlich als sehr wertvoll bewertet. Insbesondere Waldgebiete wurden aufgenommen, da es sich um Standort handelt, deren Böden langfristig ungestört waren und daher einen besonderen Wert haben. Auf den Schutz des Waldbodens soll besonderer Wert gelegt Typ, Bereich, Art etc.
Formenvielfältige Ensemble

werden. Auch einige künstlich entstandenen Formationen wurden als geomorphologisch bedeutsam eingestuft (z.B. die Wallanlagen), da ihre Entstehung bereits älteren Datums ist und das Objekt inzwischen landschaftsgestaltenden Charakter hat.

Charakteristik

Verbreitung, Lage, Anzahl etc. Obj.Nr.

Fläche/ Größe
26,82 ha 77,52 ha 73,85 ha 151,34 ha 21,62 ha 26,57 ha 60,73 ha 47,11 ha 49,31 ha 119,94 ha

Beeinträchtigungen, Gefährdungen1
landwirtschaftlich überformt, Moor entwässert, Pferdeweide, Kleingärten, Straßenbau A 20 tlw. landwirtschaftlich, tlw. baulich überformt (B 207 n) Straßen- und Bahnlinienquerung Straßenbau Straßenbau -stark landwirtschaftlich überformt Ferienhausbebauung, Freizeitaktivitäten z.T. ackerbaulich überformt; A 20 -z.T. ackerbaulich überformt, A 20 Bebauung Pferdeweide

Eiszeitzerfallslandschaften südwestlich Eckhorst (1) Moorsenken, Teiche, Krempelsdorfer Au (4) Waldböden Ensemble westl. Wulfsdorf (18 A) Ensemble Gut Mönkhof (18 B) Wesloer Ensemble (32) Schwarzmühlenteich (36) Altlauerhofer Ensemble (37) Rugenberger Ensemble (45) Traveensemble (52) Strandwall aus natürlichen und künstlichen AufspüPriwall (55) lungen Flüsse mit Altarmen und Travetal bei Rennsahl (6) Seitentälern und Mooren Traveostufer und Wieken der Trave (56) Grienautal, (8) AlterStecknitzverlauf bei Genin (9 A)

247,04 ha 476,23 ha 368,72 ha

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Typ, Bereich, Art etc.

Charakteristik

Verbreitung, Lage, Anzahl etc. Obj.Nr.
bei Niederbüssau (9 B) Altarm Lachswehrallee zur Kanaltrave (26) Schellbruch-Tilgenkrug (40) Teerhofsinsel (43) Sumpfwiesen Schwartauniederung und Alte Schwartau (44) Quelltopf bei Reeke (7)

Fläche/ Größe
22,90 ha 30.99 ha 23,85 ha 152,64 ha 84,07 ha 64,15 ha 2,42 ha 171,60 ha 75,94 ha 41,71 ha 2,33 ha 76,31 ha 131,37 ha 250,76 ha 3,72 ha 44,80 ha 54,35 ha 21,41 ha 37,49 ha 11,56 ha 1,85 ha 5,66 ha 53,55 ha 98,31 ha 25,15 ha 44,14 ha 23,77 ha 155,75 ha 12,29 ha 14,83 ha 39,50 ha 82,35 ha 132,17 ha 118,43 ha

Beeinträchtigungen, Gefährdungen1
Kleingärten, Sportboothafen Gewerbegebiete, Hafenbau

Quelltöpfe und Rinnen Moränenzüge mit Steilrändern und abflusslosen Moränenzug südl. Blankensee (16) Mulden Wulfsdorfer Heide (20) Bäche und Gräben postglazialen Ursprungs Landgraben nördl. Vorrade (19) Rothebekniederung (41) Kücknitzer Mühlbachtal (50)

Entwässerung Schadstoffeintrag -B 207 n, A 20 Flughafenausbau A 20 isolierte Lage, Gewerbegebiet --

Niedermoore

großflächige Niedermoore überwiegend vermoorte und bewaldete Auen

Waldgebiete

Nadel- und Mischwaldböden mit z.T. jahrhundertealter Waldnutzung

Wald mit vermoorten Flachteichen

Krummesser Moor (15) südliche Wakenitzniederung (22) Spieringshorst (24) Wesloer Moor (31) Kuhbrooksmoor (33) Deepenmoor (35) Waldhusener Moorsee (46) Pöppendorfer Moor (49) Teutentorfer Moorteich (51) Krebssee (54) Wüstenei (2) Herrenholz (5) Glindbruch (10 A + B) Hahnrade-Scheidebusch (11) Blatt Krummesse mit Heidteich (12) Kannenbruch (13) Vogelsang (14) Vierruten (17) Torfmoorholz (34) Schwerin-Sturbusch (38) Steinkrug-Buchenberg (39) Waldhusener Forst (47A+B)

teilweise abgetorft, tlw. intensive Grünlandnutzung Bebauung, Uferbefestigung -Bebauung, Entwässerung -Abtorfung tlw. Ackernutzung -Wasserstandsschwankung naturnaher Standortübungsplatz, -A 20 -Fischereinutzung --------

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Typ, Bereich, Art etc.
Glaziale Geländeformen Dünen

Charakteristik
Drumlin Oser Binnendünen mit Hügelgräbern (tlw. bewaldet, tlw. vernässt) junge Meeresdüne postglaziale Akkumulationsformen an Flüssen

Verbreitung, Lage, Anzahl etc. Obj.Nr.
bei Gut Roggenhorst (3) Os von Pöppendorf (48) nördlich Waldschule Falkenhusen (21) nördl. Wakenitzniederung (23) südwestl. von Herrnburg (25) Düne nördl. Gut Mönkhof (in 18 b enthalten) Priwalldüne (57) Grünanlage bei der Freilichtbühne (Wallanlagen) (27 A) Grünanlage gegenüber den Stadtwerken (27 B) Grünanlage Mühlen- und Krähenteich (28) Grünanlage Ecke Gertrudenstr/Konstinstr. (29) Terrassenhänge zur Trave (30) Travehänge Glashüttenweg (42 A) Gotmund (42 B) Dummersdorfer Ufer (53) Brodtener Ufer (58)

Fläche/ Größe
120,95 ha 51,32 ha 17,25 ha 135,62 ha 90,44 ha 54,78 ha 7,48 ha 6,36 ha 6,58 ha 2,94 ha 1,47 ha 9,19 ha 42,25 ha 290,76 ha 227,93 ha 4.924,09 ha 2.579,22 ha

Beeinträchtigungen, Gefährdungen1
landwirtschaftlich überformt, Bebauung tlw. Kiesgrube Waldbau --Ferienhausbebauung

Alte Aufschüttungen

---------1

Terrassen und Steilhänge

Terrassen an innerstädtischen Flussufern

Gesamtfläche davon bereits unter Schutz gestellt

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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4.2.2 Boden1

(siehe auch Plan 3)
Für die zusammengefassten Bodenarten wie Sand, Kies etc. wurden die Beurteilung nach den Bewertungskriterien Bodenqualitäten, Bodenpotentiale, Bodendegradation und Risiken vorgenommen: Die charakteristischen Bodentypen (Perkolationstyp, Zuschusstyp,Vorratstyp, Stautyp, Oberflächenentwässerungstyp, Untergrundentwässerungstyp) wurden für die Lübecker bodenökologische Konzeptkarte von BSD definiert und sind in der Spalte Charakteristik beschrieben. Die Bewertungsstufen sind: sehr hochwertig hochwertig bzw. überwiegend hochwertig mittel geringwertig bzw. überwiegend geringwertig ohne Wert

Typ, Bereich, Art etc.
Weitgehend unüberformte Bereiche: Kies

Charakteristik

Verbreitung, Lage, Anzahl etc.
Dummersdorfer Feld

Fläche/Größe 2

Beeinträchtigungen, Gefährdungen3

Bewertung 4

Dünensand

Perkolationstyp: Böden mit geringen Humusgehalten, hoher Infiltrationsrate, und geringer Speicherkapazität hohe Grundwasserneubildungsrate Perkolationstyp: Böden mit geringen Humusgehalten, hoher Infiltrationsrate und geringer Speicherkapazität hohe Grundwasserneubildungsrate

Perkolationstyp Abbau 6.136 ha entspricht 52,99 % des untersuchten Gebietes

überwiegend hochwertig

Blankensee, St. Jürgen, St. Hubertus

Perkolationstyp Versiegelung 6.136 ha Winderosion entspricht 52,99 % des untersuchten Gebietes

sehr hochwertig

1

Bodenschutzdienst f. Städte und Gemeinden (BSD): Bodenökologische Konzeptkarten und Karte der Vorranggebiete für den Bodenschutz als Grundlage der Landschaftspflege 1994, Aktualisierung (part.) 1999. 2 Das Untersuchungsgebiet für die bodenökologische Konzeptkarte umfasst 70 % der Stadtfläche
3 4

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen. Zusatzbewertung für die Darstellung der bodenökologischen Vorranggebiete im Anschluss an Tabelle

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Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Typ, Bereich, Art etc.
Weitgehend unüberformte Bereiche: Schwach humoser Sand

Charakteristik

Verbreitung, Lage, Anzahl etc.
Blankensee, St. Jürgen, St. Hubertus

Fläche/Größe 1

Beeinträchtigungen, Gefährdungen2
Winderosion Versiegelung Auswaschung von Nährstoffen in das Grundwasser Verfälschung der Flora durch Düngung Winderosion Versiegelung Auswaschung von Nährstoffen in das Grundwasser Verfälschung der Flora durch Düngung

Bewertung 3

Humoser Sand bis Sand

Perkolationstyp: Böden mit geringen Humusgehalten, mittlerer-hoher Infiltrationsrate und geringer Speicherkapazität hohe Grundwasserneubildungsrate Perkolationstyp mit Tendenz zum Vorratstyp: Böden mit geringen-mittleren Humusgehalten, mittlerer-hoher Infiltrationsrate und mittlerer Speicherkapazität mittlere-hohe Grundwasserneubildungsrate Perkolationstyp mit Tendenz zum Stautyp: Böden mit wechselnden Humusgehalten, mittlerer-hoher Infiltrationsrate und geringer Speicherkapazität mittlere Grundwasserneubildungsrate Zuschusstyp und Perkolationstyp: Böden mit hohen Humusgehalten, mittlerer-hoher Infiltrationsrate und mittlerer Speicherkapazität

Perkolationstyp 6.136 ha entspricht 52,99 % des untersuchten Gebietes

hochwertig

Blankensee, St. Jürgen, St. Hubertus

Perkolationstyp 6.136 ha entspricht 52,99 % des untersuchten Gebietes

hochwertig

Sand mit Ortsstein

Blankensee, St. Jürgen, St. Hubertus

Perkolationstyp 6.136 ha entspricht 52,99 % des untersuchten Gebietes

Winderosion Versiegelung Auswaschung von Nährstoffen in das Grundwasser Verfälschung der Flora durch Düngung Versiegelung Auswaschung von Nährstoffen in das Grundwasser Verfälschung der Flora durch Düngung Entwässerung

hochwertig

Anmooriger Sand

Perkolationstyp: 6.136 ha entspricht 52,99 % des untersuchten Gebietes Zuschusstyp: 1088 ha entspricht 9,4 % des untersuchten Gebietes

hochwertig

1 2
3

Das Untersuchungsgebiet für die bodenökologische Konzeptkarte umfasst 70 % der Stadtfläche Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen. Zusatzbewertung für die Darstellung der bodenökologischen Vorranggebiete im Anschluss an Tabelle

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Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Typ, Bereich, Art etc.
Weitgehend unüberformte Bereiche: Geschiebemergel

Charakteristik

Verbreitung, Lage, Anzahl etc.

Fläche/Größe 1

Beeinträchtigungen, Gefährdungen2

Bewertung 3

Tonmergel

Vorratstyp: Böden mit hohen Humusgehalten, geringer-mittlerer Infiltrationsrate und geringer-mittlerer Speicherkapazität geringe -mittlere Grundwasserneubildungsrate Stautyp mit Tendenz zum Vorratstyp:: Böden mit hohen Humusgehalten, geringer Infiltrations-rate und hoher Speicherkapazität geringe Grundwasserneubildungsrate Stautyp mit Tendenz zum Zuschusstyp: Böden mit hohen Humusgehalten, geringer Infiltrationsrate und hoher Speicherkapazität geringe Grundwasserneubildungsrate Zuschusstyp mit Tendenz zum Vorratstyp: Böden mit hohen Humusgehalten, mittlerer-hoher Infiltrationsrate und hoher Speicherkapazität geringe Grundwasserneubildungsrate

Vorwiegend im Nordwes- Vorratstyp: Meliorationszunahmen ten Lübecks und bei 734 ha Travemünde entspricht 6,34 % des untersuchten Gebietes

mittel-hochwertig

im Süden und Westen der Stadt beidseitig der Trave und des E-LKanals

Stautyp: Abbau 1.574 ha entspricht 13,59 % des untersuchten Gebietes

mittel-hochwertig

Tonmergel mit anmoorigen Bildungen

Stautyp: 1.574 ha entspricht 13,59 % des untersuchten Gebietes

Abbau Entwässerungen

überwiegend hochwertig

Moor

entlang der Flüsse, des Kanals, des Niemarker Landgra-bens und bei Krempelsdorf, aber auch vereinzelt über das ganze Gebiet verteilt

Zuschusstyp: Entwässerung 1.088 ha entspricht Nutzungsintensivierung entspricht 9,4 % des untersuchten Gebietes

sehr hochwertig

1 2 3

Das Untersuchungsgebiet für die bodenökologische Konzeptkarte umfasst 70 % der Stadtfläche Flächenanteil bezieht sich auf 70 % des Untersuchungsgebietes für die bodenökologische Konzeptkarte Zusatzbewertung für die Darstellung der bodenökologischen Vorranggebiete im Anschluss an Tabelle

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27

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Typ, Bereich, Art etc.
Überformte Bereiche: versiegelte, oberflächenentwässerte Böden

Charakteristik
Oberflächenentwässerungstyp Bodeneigenschaften treten bei versiegelten Flächen in den Hintergrund

Verbreitung, Lage, Anzahl etc.

Fläche/Größe 1
Oberflächenentwässerungstyp: 614 ha entspricht 5,3 % des untersuchten Gebietes Untergrundentwässerungstyp: 338 ha entspricht 2,9 % des untersuchten Gebietes

Beeinträchtigungen, Gefährdungen2
Versiegelung Entwässerung

Bewertung 3
geringwertig

grundwasserentwässerte Böden

Untergrundentwässerungstyp: Böden mit starker Regulierung der Vorflut; GrundwasserlabSenkung

Versiegelung Entwässerung, Grundwasserbeeinträchtigung

geringwertig

Aufschüttungen

im unmittelbaren Bereich des E-L-Kanals und an der Trave

künstliche Bodenstruktur

geringwertig

1 2 3

Das Untersuchungsgebiet für die bodenökologische Konzeptkarte umfasst 70 % der Stadtfläche Flächenanteil bezieht sich auf 70 % des Untersuchungsgebietes für die bodenökologische Konzeptkarte Zusatzbewertung für die Darstellung der bodenökologischen Vorranggebiete im Anschluss an Tabelle

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Bodenbewertung: Bodenökologische Vorranggebiete in Lübeck
Die bodenökologischen Vorranggebiete sind das Ergebnis der zusammenfassenden gutachterlichen Bewertung des Bodens aus den Kriterien Bodenmerkmale, Seltenheit, Nutzungsart und -geschichte, Raum, Empfindlichkeit und Überformung. Die wichtigsten Verbreitungsareale der Vorranggebiete in Lübeck werden in der folgenden Tabelle genannt. Bewertet werden Bodenqualitäten, Bodenpotentiale und Bodendegradation und Risiken. Bewertungskriterien sind: • Bodenmerkmale • Nutzbarkeit für Pflanzen- und Tierarten (für Arten mit spezifischen Ansprüchen und mit breiten Ansprüchen) • Raum (Größe, Flächenschluss, Häufigkeit, Verteilung) • Überformung (Art und Grad der anthropogenen Eingriffe gekennzeichnet durch die Realnutzung und den Nutzungswandel) • Empfindlichkeit von Standorte

Bezeichnung

Vorranggebiete (VG)

Verbreitung/Lage

Fläche in % der Stadtfläche ohne Innenstadt
18,5 %

A A1

Erhaltung und Wiederherstellung von Potentialen und Qualitäten des Bodens VG zum Schutz besonderer bodenökologischer Standorte in weitgehend naturnahen Bereichen Feucht- und Nassbereiche, Moore und anmoorige Gebiete Wesloer Moor, Falkenhusen in Wakenitznähe

9,1 % 3,1 %

A 1.1

A 1.2

Trockenstandorte

Lauerholz (tlw.) Ackerflächen in Falkenhusen Flächen im Grienautal und am EL-Kanal

6,0 %

A2 A3 A4

VG zum Schutz von Flächen mit vielfältiger Eignung als Pflanzenstandort in weitgehend naturnahen Bereichen VG zur Erhaltung von weitgehend naturnahen Bodenpotentialen VG zum Schutz besonderer Typen der Geo- und Pedogenese

1,4 % Kannenbruch Speckmoor, Schellbruch, Schwartauwiesen (tlw.), Talraum der Grienau (tlw.) 1,7 % 0,9 %

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Bezeichnung

Vorranggebiete (VG)

Verbreitung/Lage

Fläche in % der Stadtfläche ohne Innenstadt
5,4 %

A5

VG zur Wiedervernässung

Niederung des Niemarker LG, Teerhofinsel (tlw.), Schwartau-wiesen (tlw.), Krummesser Moor

B B1 B 1.1

Schutz vor Degradation VG zur Verhinderung von Erosion Potentielle Gefährdung einzelne verstreut liegende kleine Flächen

44,9 % 0,6 % 0,3 %

B 1.2

Aktuelle Gefährdung

Beidendorfer Niederung

0,3 %

B2 B3 B4

VG zur Verhinderung von Problemstoffanreicherung VG zur Verhinderung von Bodenverdichtung VG zur Vermeidung der Versauerung des Bodens

Ackerflächen im Brodtener und Travemünder Winkel und in Steinrade einzelne verstreut liegende kleine Flächen Dummersdorfer Tannen

17,7 % 3,1 % 2,4 %

B5 B6

VG für die Sicherung bodenverträglicher Nutzung

Kleingartengebiete, Flughafen

3,8 % 17,3 %

VG zur Verhinderung weiterer Versiegelung bzw. Rückbau nicht erforderlicher Versiege- Wohn- und Gewerbegebiete lung

C C1

Schutz vor Risiken VG zum Ausschluss von Risiken über Kontakt, Inhalation und Ingestion sowie über den Pfad Pflanze VG zum Ausschluss des zusätzlichen Risikos der Problemstoffabgabe an das Grundwasser Gewerbegebiete

32,3 %

6,3 % Grönauer Heide, Ackerflächen im SW Lübecks

C2

26,0 %

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Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

23

4.3

Wasser
• • • • • eine ganzheitliche Betrachtung des Grundwassers, der Flüsse, Seen und Küstengewässer neben chemischen auch strukturelle und biologische Güteziele für die Gewässer verbindliche und relativ kurze Fristen für das Erreichen dieser Ziele wirtschaftliche Instrumente, die den sorgsamen Umgang mit Wasser fördern eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Planung und Umsetzung der notwendigen Maßnahmenprogramme.

(siehe auch Plan Nr. 5) Der Schutz der Gewässer als Trinkwasserreservoir und als Lebensraum für Pflanzen und Tiere gewinnt immer mehr Bedeutung. Deswegen hat die Europäische Union ihre Gewässerschutzpolitik neu ausgerichtet und Ende 2000 eine EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verabschiedet. Die WRRL betrachtet die Gewässer, deren Auenbereiche und Einzugsgebiete als eine Einheit und berücksichtigt stärker als bisher deren Funktion als Lebensräume. Das Leitbild der WRRL für die Gewässer ist der natürliche Zustand: Die Vielfalt und Fülle des Gewässerlebens, die Gestalt und Wasserführung der Flüsse und Bäche und die Qualität des Wassers, möglichst unbeeinflusst von menschlichen Beeinträchtigungen. Zur Verwirklichung dieser Ziele werden neue, einheitliche Instrument in die europäische Wasserpolitik eingeführt, insbesondere: • eine auf das gesamte Flusseinzugsgebiet bezogene Bewirtschaftung der Gewässer

Für die Umsetzung gibt die WRRL einen straffen zeitlichen Ablauf vor. Spätestens im Jahr 2003 sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Richtlinie durch den Erlass von Rechts- und Verwaltungsvorschriften in nationales Recht umzusetzen. Danach sollen alle Gewässer bis 2004 einer Bestandsaufnahme und Erstbewertung unterzogen worden sein. Bis 2006 verlangt die Richtlinie die Aufstellung von Überwachungsprogrammen. Unterbreiter Beteiligung der Öffentlichkeit werden bis 2009 Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme verabschiedet, die bis 2015 Erfolge zeigen müssen.

63

4.3.1 Grundwasser
Gewässername
Grundwasser • •

Charakteristik
unterirdisches Wasser, das die Hohl- • räume der Gesteinsschichten aus• füllt; tritt nach Bodenpassage in Flüssen oder Quellen wieder zutage und bestimmt so in niederschlagsarmen Zeiten die Wasserführung von Gewässern mit:

Lage
flächendeckend in 3 unterschiedlich tief liegenden Grundwasserleitern •

Länge
unbegrenzt • • • •

Beeinträchtigungen, 1 Gefährdungen
flächenhafter Eintrag von Düngern und Pflanzenschutzmitteln Eintrag von Luftstickstoffen über Niederschlag unsachgemäßer Umgang mit wassergefährdenden Stoffen Baumassnahmen im Grundwasserbereich •

Bewertung
direkte Auswirkungen des obersten Grundwasserleiters auf die Natur, da er maßgeblich über das ökologische Potential eines Standortes mitentscheidet:

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Gewässername
•

Charakteristik
sehr langsame Fließgeschwindigkeit

Lage

Länge
• • • • •

Beeinträchtigungen, 1 Gefährdungen
Verminderte Regenwasserversickerung Abgrabungen Altlasten / Altstandorte Entwässerung von Flächen Absenkung des Tiefengrundwassers durch Grundwasserentnahmen, Versalzungsgefahr durch Aufstieg von salzhaltigen Tiefenwässern bzw. Intrusion von Ostseewasser •

Bewertung
hoher Wert für den Naturschutz Das Grundwasser, das für die Trinkwassergewinnung genutzt wird, hat einen sehr hohen Wert für den Naturschutz.

64

4.3.2 Oberflächenwasser
4.3.2.1 Ostsee Charakteristik
• • • Teil eines Randmeeres mit starkem Süßwasserzustrom windbedingte Wasserstandsschwankungen von bis zu 5 m Schichtungen des Wasserkörpers nach Salzgehalt: die Deckschicht weist salzarmes Wasser auf, die grundnahen Schichten salzreicheres Teilweise Europäisches Vogelschutzgebiet und vom Land Schleswig-Holstein vorgeschlagenes FFHGebiet •

82

Gewässername
Lübecker Bucht

Lage
Teilgebiet der Mecklenburger Bucht im Südwesten der Ostsee; •

Länge
ca. 70 km Küs- • tenlänge zwischen Dahmeshöved im Norden und GroßKlützhöved im Osten, ca. 8 km in der HL

Beeinträchtigungen, 1 Gefährdungen
zunehmende Eutrophierung seit den 60er Jahren; dadurch sowohl Erhöhung der Biomasse als auch der Produktivität des Planktons; durch verstärkte Abbauprozesse stetige Abnahme des Sauerstoffgehaltes des Tiefenwassers, bis zur Bildung von Schwefelwasserstoff im Spätsommer; bei Durchmischung der Wasserschichten im Herbst Gefahr des Sauerstoffmangels im Wasserkörper •

Bewertung
hoch bis sehr hochwertig

•

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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4.3.2.2 Fließgewässer Auf dem Gebiet der HL gibt es 3 Fließgewässer 1. Ordnung (gem. § 3 Abs. 1 Buchstabe c Landeswassergesetz Schleswig-Holstein).
83

Gewässername
Untertrave •

Charakteristik
fördeähnliches Flussästuar, dessen Erscheinungsbild durch die zahlreichen Wieken geprägt wird. Übergangszone zwischen Flusswasser und Ostseewasser: Der Süßwasserabfluss der Trave wird durch das spezifisch schwerere Ostseewasser unterschichtet; schwankungen der Ostsee werden durch die Trichterwirkung des Ästuars verstärkt auf die Untertrave übertragen, dadurch stark schwankende Umweltbedingungen; • • international bedeutsame Vogelzuglinie: Erfüllt die Kriterien für ein Internationales Feuchtgebiet nach der Ramsar-Konvention naturnaher Fluss zwischen Schlutuper Wiek und Priwall mit Ausnahme der Fahrrinne und damit geschützt gem. § 25 des LNatSchG Teilweise Europäisches Vogelschutzgebiet und vom Land Schleswig-Holstein vorgeschlagenes FFHGebiet •

Lage
Die Untertrave erstreckt sich von der Hubbrücke am nördlichen Ende der Altstadt bis zur Mündung der Trave in die Ostsee. •

Länge
Trave zwischen • Hub- u. Herrenbrücke: 8,2 km Trave Herrenbrücke abwärts: 13 km •

Beeinträchtigungen, Gefährdungen
jahrzehntelange übermäßige Sedimentation durch unzureichend geklärte Abwässer, dadurch Verschlickung der ehemals sandigen Böden der flachen Wieken; dadurch Vernichtung der Seegras- und Großalgenbestände und der dazugehörigen Fauna; Vom Lübecker Hafengebiet bis zur Teerhofsinsel weitgehender Verlust der Bodenfauna durch übermäßige Sedimentation und nachfolgend Sauerstoffzehrung und -mangel. Zwischen Teerhofsinsel und Herrenwyk ist nur in den obersten Zentimetern des Sedimentes Sauerstoff enthalten; hier leben wenige anpassungsfähige Arten in hoher Individuendichte; Von Herrenwyk aus traveabwärts sind auch typische Brackwassertiere und salztolerante, marine Wirbellose vorhanden, das Arteninventar entspricht aber nicht dem eines naturnahen Flusses. Vor allem in den oberflächennahen Wasserschichten tlw. zu hohe Ammonium- und Nitrit-Gehalte Baggerungen der Fahrrinne Schiffsverkehr (Wellenschlag und Sedimentverwirbelung) Naturferner Ausbau und Begradigungen in städtischen - und Hafenbereichen

Bewertung
in Teilen der Untertrave sehr hochwertig und mit sehr hohemBiotopverbundpotential

•

•

• windbedingte Wasserstands-

•

•

•

•

• • • •

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Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Gewässername
Elbe-Lübeck-Kanal •

Charakteristik
künstliches Fließgewässer, aufgrund von 7 Schleusen nur schwache Fließgewässerdynamik, aber Gefälle zur Trave hin wurde 1896 - 1900 als Nachfolger des ehemaligen ”Stecknitzkanales” ausgebaut Einzugsgebiet von ca. 390 km2 Ufervegetation wird durch Uferröhricht und Hochstaudenfluren gebildet, tlw. Befestigung durch Deckwerk unter Beseitigung der Vegetation; Kanal wird durch Deiche mit das Landschaftsbild prägenden Pappelreihen und durch Kanalseitengräben begleitet. für den Schiffsverkehr ausgebautes, kanalartiges Gewässer Teile der Kanaltrave sind vom Land Schleswig-Holstein vorgeschlagenes FFH-Gebiet

Lage
Der Elbe-Lübeck-Kanal verbindet die Elbe mit der Trave und verläuft im süd-westlichen Stadtgebiet von Krummesse bis zur Trave.

Länge
von der Stadtgrenze bis zur Trave 9,7 km, insgesamt ca. 67 km • • • •

Beeinträchtigungen, Gefährdungen
Schifffahrt Uferbefestigungen und Ausbau Stoffeinträge über Grundwasser u. Zuflüsse Maßnahmen der Mindestinstandhaltung • •

Bewertung
mittelwertig geringes – mittleres Biotopverbund-potential

• • •

Kanaltrave

• •

vom Zusammenfluss des ELK mit der Trave bis zur Hubbrücke

•

ca. 5,25 km

• •

Schifffahrt Uferbefestigungen und Ausbau

• •

hochwertig aufgrund der Bedeutung für FFH Hohes Biotopverbund-potential

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

Insgesamt gibt es auf dem Gebiet der HL ca. 150 Fließgewässer 2. Ordnung mit einer Länge von ca. 210 km auf dem Stadtgebiet der Hansestadt Lübeck. Die Bewertung der Fließgewässer ist in 5 Stufen gegliedert: 1. sehr hochwertig 2. hochwertig 3. mittelwertig 4. geringwertig 5. sehr geringwertig Für die Bewertung der Fließgewässer aus der Sicht des Naturschutzes werden folgende Kriterien berücksichtigt: 1. Schutzwürdigkeit nach dem § 25 LNatSchG: Fließgewässer bzw. Abschnitte von Fließgewässern, die dem
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Schutz des § 25 LNatSchG unterliegen, werden der Stufe 1: ”sehr hoher Wert für den Naturschutz” zugeordnet 2. Strukturbewertung Die Strukturbewertung gliedert sich in die 5 Stufen: • verrohrt (entspricht Wertstufe 5: kein Wert für den Naturschutz) • kanalisiert (entspricht Wertstufe 4: geringer Wert für den Naturschutz) • naturfern ausgebaut (entspricht Wertstufe 3: mittlerer Wert für den Naturschutz) • weist naturnahe Strukturen auf (entspricht Wertstufe 2: für den Naturschutz) • weist keine Eingriffe auf (entspricht Wertstufe 1: sehr hoher Wert für den Naturschutz) 34

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3. Bewertung der faunistischen Besiedlung der Gewässer Die Bewertung der faunistischen Besiedlung der Gewässer gliedert sich in 5 Stufen: • extrem gestört (entspricht Wertstufe 5: kein Wert für den Naturschutz) • stark gestört (entspricht Wertstufe 4: kein Wert für den Naturschutz) • erheblich gestört (entspricht Wertstufe 3: mittlerer Wert für den Naturschutz) • Reste natürlicher Besiedlung (entspricht Wertstufe 4: hoher Wert für den Naturschutz) • weitgehend naturnah (entspricht Wertstufe 5: sehr hoher Wert für den Naturschutz) 4. Potentieller Wert des Fließgewässers für den Biotopverbund Der potentielle Wert eines Fließgewässers für den Biotopverbund richtet sich nach folgenden Kriterien: • Verlauf in einem Naturschutzgebiet (entspricht sehr hohem Potential für den Biotopverbund.) • Verlauf in einem Landschaftsschutzgebiet (entspricht hohem Potential für den Biotopverbund.) • Verlauf in einem intensiv landwirtschaftlich genutzten Raum (entspricht mittlerem Potential für den Biotopverbund.) • Verlauf in einem extensiv oder waldwirtschaftlich genutztem Raum (entspricht hohem Potential für den Biotopverbund.) Die o.g. vier Kriterien gehen folgendermaßen in die Bewertung ein: Alle durch den § 25 geschützten Fließgewässer / -abschnitte haben einen sehr hohen Wert für den Naturschutz Sind die Fließgewässer nicht im Rahmen des § 25 LNatSchG geschützt, dann ergeben die Kriterien 2 und 3 (Struktur- u. faunistische Bewertung) die Wertstufe für den Naturschutz und das Kriterium 4 den potentiellen Wert für den Naturschutz.

Die Auswertung der gem. den § 25 LNatSchG geschützten Fließgewässerabschnitte ergibt: Ca. 28 Km oder 13 % der Fließgewässerkilometer in der Hansestadt Lübeck sind durch den § 25LNatschG geschützt. Die Auswertung der Strukturbewertung ergibt: 77 % der in der HL liegenden Gewässer und damit ca. 153 km wurden nach ihrer Struktur bewertet. Die Strukturbewertung beruht auf der Kartierung zum Fließgewässerunterhaltungsplan von 1991. Bekannte Strukturveränderungen, wie z.B. Entrohrungen, wurden nachgetragen. Insgesamt 23,6 km der bewerteten Gewässer oder 12 % sind verrohrt. 5,7 km oder 3 % der bewerteten Gewässer sind kanalisiert. 62,3 km oder 32 % der bewerteten Gewässer sind naturfern ausgebaut. 45,8 km oder 23 % der bewerteten Gewässer weisen naturnahe Strukturen auf. 12,7 km oder 6 % der bewerteten Gewässer weisen nur geringe Eingriffe auf. Auf 2,9 km oder 1 % der bewerteten Gewässern waren keine Eingriffe erkennbar. 1990/1991 wurden die biologisch-ökologische Untersuchungen an 43 Fließgewässern der Hansestadt Lübeck durchgeführt, auf die sich die faunistische Bewertung der Fließgewässer stützt. Die Auswertung der faunistischen Besiedlung der Fließgewässer ergibt: Insgesamt 2 Gewässer mit einer Gesamtlänge von 1,8 km sind extrem gestört. Insgesamt 13 Gewässer mit einer Gesamtlänge von 30,4 km sind erheblich – stark gestört. Insgesamt 19 Gewässer mit einer Gesamtlänge von 53,5 km weisen Reste natürlicher Besiedlung auf. Insgesamt 9 Gewässer mit einer Gesamtlänge von 20,8 km zeigten sich weitgehend naturnah. 35

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Im folgenden werden die bedeutenderen Fließgewässer auf dem Gebiet der HL, zunächst die größeren, dann die kleineren Fließgewässer von Osten nach Westen tabellarisch vorgestellt: Gewässername
Untere Trave

Charakteristik
mittlerer Abfluss: ca. 13 cbm/s geomorphologisch deutlich ausgeprägter Talraum (eiszeitliches Tunneltal) Salzwassereinfluss bis zum Wehr in Bad Oldesloe nachweisbar keine naturnahen Abschnitte Gewässergüteklasse II (1997, LANU) = mäßig belastet ca.1 km Altwasser (§ 25-Biotop) große Teile der unteren Trave sind vom Land Schleswig-Holstein vorgeschlagenes FFH-Gebiet Zur Sicherung des schadlosen Hochwasserabflusses ist an der unteren Trave ein Überschwemmungsgebiet festgesetzt worden Abfluss des Ratzeburger Sees in die Trave wurde im 13. Jhdt. aufgestaut für Mühlenbetrieb Flussabwärts bis zur Einmündung des Niemarker Landgrabens Gewässergüteklasse II (mäßig belastet) 3 Abschnitte: ”Langer Jammer” zwischen Ratzeburger See und Niemarker Landgraben: flussartiger Charakter mit begleitenden mehr oder minder breiten Erlenbrüchen (§ 25 Biotope) ”mittlere Wakenitz” bis zur Wallbrechtbrücke: seenartiger Charakter mit stark gebuchteten Ufern, begleitet von dichten Ufergehölzen und Röhricht (§ 25 Biotope)

Lage

Länge

Beeinträchtigungen, Gefährdungen
Ausbau, Begradigungen, Uferbefestigungen Stoffeinträge über Grundwasser u. Zuflüsse Verlärmung durch B 75 •

Bewertung
hochwertig aufgrund der Bedeutung für das Schutzgebietssystem „Natura 2000“ Altwasser sehr hochwertig hohes Biotopverbund-potential

Die Trave entspringt im bis zum ELK 8,68 Kreis Segeberg; verläuft km in Lübeck als Grenze des LSG ”TraveEinzugsgebiet zwischen Wesenberg u. ELK”

Wakenitz

Die Wakenitz verbindet Gesamtlänge den Ratzeburger See 14,505 km, davon mit der Trave. Sie verin HL 10,655 km läuft somit im südöstlichen Stadtgebiet und bildet teilweise die Grenze zu Mecklenburg.

Gewässerunterhaltung geringere Selbstreinigungskraft durch Aufstau starke Erholungsnutzung Querung durch die Autobahn A 20

Langer Jammer und mittlere Wakenitz: sehr hochwertig; Stadtwakenitz: mittelwertig sehr hohes Biotopverbundpotential

Langer Jammer: ausgewiesen als NSG ”Wakenitz”

Mittlere Wakenitz: ausgewiesen als NSG ”Wakenitz”

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Gewässername
-

Charakteristik
”Stadtwakenitz”: Stauseecharakter mit parallelen Ufern, geprägt von städtischer Bebauung vermutl. einzige Vorkommen des Welses und des Fischotters in Lübeck Wassertiefen: 1,60 - 2,50 m Durchschnitt. Abflussmenge: 5,3 m³/s Im Bereich des NSG als naturnaher Fluss als § 25 Fläche (ca. 6,4 km) verrohrt auf ca. 2,2 km kanalisiert auf ca. 840 m naturfern ausgebaut auf ca. 300 m faunistisch erheblich - extrem gestört keine naturnahen Abschnitte (§ 25) verrohrt auf ca. 630 m naturfern ausgebaut auf ca. 660 m ca. 350 m Bachschlucht als § 25 Fläche geschützt faunistisch vermutl. Erheblich – extrem gestört im unteren Drittel aufgrund eines Gewässeraufhebungsverfahren rechtlich nur noch “Kanalisation” verrohrt auf ca. 390 m naturfern ausgebaut auf ca. 730 m im Unterlauf 200 m Bachschlucht durch den § 25 geschützt faunistisch extrem gestört

Lage
Stadtwakenitz: ausgewiesen als LSG

Länge

Beeinträchtigungen, Gefährdungen

Bewertung

Teutendorf-Brodtener Bach

• • • • • • • • • • • • • •

Der TeutendorfBrodtener Bach liegt z.Teil im LSG Brodten

3,636 km

• •

Stoffeinträge durch landwirtschaftliche Nutzung naturferner Ausbau / Verrohrung

• •

geringwertig; hohes Biotopverbund-potential

Rönnau

Die Rönnau liegt im LSG Travemünder Winkel.

2,785 km

•

•
•

naturferner Ausbau bzw. Verrohrung angrenzend intensive landwirtschaftliche Nutzung rechtlich im unteren Drittel nur noch Kanalisation

• •

geringwertig, tlw. sehr hochwertig; hohes Biotopverbund-potential

Voßbek

Die Voßbek verläuft 1,557 km durch das LSG Dummersdorfer Feld und das NSG Dummersdorfer Ufer

• •

naturferner Ausbau und Verrohrung Verringerung der Wasserführung durch Absenkung des GW-Spiegels durch Stammgleisbau

• •

Kücknitzer Mühlenbach • • • •

verrohrt auf ca. 1,05 km naturfern ausgebaut auf ca. 2,8 km morphologisch deutlich beeinträchtigt, Fauna und Ufervegetation stark extrem gestört keine § 25 Abschnitte

Der Kücknitzer Mühlenbach verläuft z.Teil im LSG Kücknitzer Mühlenbach.

5,755 km

• • •

naturferner Ausbau und Verrohrung Durchschneidung bzw. Verkleinerung des Talraumes durch Straßenund Siedlungsbau Im Oberlauf Stoffeintrag durch landwirtschaftliche Nutzung

• • •

geringwertig, tlw. sehr hochwertig; mittleres Biotopverbund-potential durch Verringerung der Wasserführung geringwertig; hoher – sehr hoher Wert für Erholung; hohes Potential für den Biotopverbund

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Gewässername
Schwartau • • • •

Charakteristik
vollständig unverrohrt eingedeicht, dadurch Verhinderung des natürlichen Wasserregimes begradigter, kanalartiger Ausbau große Teile der Schwartau nördlich der Stadtgrenze sind vom Land Schleswig-Holstein vorgeschlagenes FFH-Gebiet verrohrt auf ca. 500 m sowohl der Altarm wie auch die gesamten Schwartauwiesen werden durch Pumpwerk entwässert; unterliegt auf der ganzen Länge dem Schutz des § 25 LNatSchG verrohrt auf ca. 570 m Gewässersedimente im Oberlauf schadstoffbelastet Gewässermorphologie deutlich beeinträchtigt bis stark gestört, Ufervegetation und Fauna stark - extrem gestört Ca. 4,6 km als naturnaher Bach unter Schutz des § 25 LNatSchG In Teilen ist Renaturierung und Anlage von Retentionsräumen durchgeführt ein großer Teil der Medebek ist Europäisches Vogelschutzgebiet und vom Land Schleswig-Holstein vorgeschlagenes FFH-Gebiet unverrohrt Auf ganzer Länge als naturnaher Bach unter Schutz des § 25 LNatSchG umgebende Nutzung ist in großen Teilen Waldwirtschaft Gewässermorphologie wie auch Ufervegetation und Fauna ist im Bereich der Wakenitz weitgehend naturnah, ansonsten deutlich beeinträchtigt bis stark gestört, die Fauna

Lage
Die Schwartau entspringt nördlich von Kleinmeinsdorf. Auf Lübecker Flächen verläuft die Schwartau im LSG Schwartauwiesen

Länge
Gesamtlänge: 48,485 km, davon in der HL: 0,750 km • • •

Beeinträchtigungen, Gefährdungen
Überbauung durch Autobahnkreuz Bad Schwartau naturferner Ausbau Eindeichung • •

Bewertung
geringwertig; hohes Biotopverbund-potential bei Rückbau der Deiche

Altarm der Schwartau

• • •

Der Altarm der Schwar- Gesamtlänge: tau mäandriert durch 4,035 km, davon in das LSG Schwartauwie- HL: 1.3 km sen

•

naturferner Ausbau

• •

sehr hochwertig; hohes Biotopverbund-potential bei Änderung des Wasserregimes hochwertig; sehr hohes Biotopverbundpotential

Medebek

• • •

Die Medebek fließt durch das LSG Lauerholz und das NSG Schellbruch in die Trave.

6,954 km

• •

naturferner Ausbau Vorfluter für angrenzende Siedlungen

• •

• • •

Herrnburger Landgraben

• • • •

Der Herrnburger Landgraben verläuft großenteils im LSG Lauerholz.

5,130 km

•

Stoffeinträge aus landwirtschaftl. Nutzung

• •

sehr hochwertig; sehr hohes Biotopverbundpotential als Verbindung zwischen Wakenitz und Trave, z.B. für Fischotter

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Gewässername
•

Charakteristik
stark-extrem gestört große Teile des Herrnburger Landgraben sind vom Land SchleswigHolstein vorgeschlagenes FFHGebiet verrohrt auf 2,9 km Länge auf 2,3 km Länge naturfern ausgebaut im Oberlauf durch Gewässeraufhebungsverfahren nur noch Kanali sation Keine § 25 Abschnitte kanalisiert auf 3,01 km Länge naturfern ausgebaut auf 1,75 km Länge im Unterlauf ca. 1,4 km Bachschlucht als § 25 Fläche faunistisch vermutl. erheblich – stark gestört naturfern ausgebaut auf ca. 3,43 km Gewässerlauf streckenweise begradigt, tief in Gelände eingeschnitten, mit starker Strömung Faunistisch erheblich – stark gestört potentielles Bruthabitat für Eisvogel im Unterlauf zwischen Krempelsdorfer Allee u. Tremser Teich ca. 2,6 km Bachschlucht als § 25 Fläche verrohrt auf ca. 36 m naturfern ausgebaut auf ca. 240 m Reste natürlicher faunistischer Besiedlung Ca. 500 m Bachschlucht als § 25 Fläche verrohrt auf ca. 360 m naturfern ausgebaut auf ca. 450 m ca. 546 m naturnaher Bach als § 25 Fläche

Lage

Länge

Beeinträchtigungen, Gefährdungen

Bewertung

Flutgraben

• • • • • • • •

nördliches Stadtgebiet, 5,73 km fließt durch die Siedlung Dornbreite in den Wallhafen

• • •

• naturferner Ausbau Siedlungseinwirkungen (Gartenabfäl- • le, Gartennutzung) Vorfluter für Straßenwässer • • naturferner Ausbau Stoffeinträge aus landwirtschaftl. und • gartenbaulicher Nutzung

mittelwertig; hohe Bedeutung für die Naherholung mittleres Biotopverbundpotential mittelwertig, tlw. sehr hochwertig; hohes Biotopverbund-potential

Roggenhorster Landgraben

Der Roggenhorster Landgraben verläuft zwischen Steinrader Damm und A 1

Gesamtlänge: 4,76 km

• •

Fackenburger Landgraben

• • • • • • • •

Der Fackenburger Landgraben verläuft zwischen Steinrader Damm und Tremser Teich.

6,835 km

• • • • • • •

naturferner Ausbau Vorfluter für Siedlungswässer Siedlungseinwirkungen (Gartennutzung, Gartenabfälle) Erholungsdruck durch Tritt und Beunruhigung fehlende Ufergehölze, bzw. nicht einheimische Gehölze naturferner Ausbau (steile Ufer) Stoffeintrag aus landwirtschaftl. Nutzung

• • •

mittelwertig bis sehr hochwertig; mittleres Biotopverbundpotential hohes Erholungspotential;

Poggenpohlgraben

Der Poggenpohlgraben verläuft zwischen A1 und Trave.

1,708 km

• •

hoch – sehr hochwertig sehr hohes Biotopverbundpotential mittelwertig bis sehr hochwertig sehr hohes Biotopverbundpotential

Billerbek

• • •

Die Billerbek liegt im LSG ”Trave-Einzugsgebiet zwischen Wesenberg und ElbeLübeck-Kanal”

1,675 km

• •

naturferner Ausbau Stoffeintrag aus landwirtschaftlicher Nutzung

• •

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Gewässername
Schäfergraben • • • • • • • • •

Charakteristik
verrohrt auf ca. 460 m naturfern ausgebaut auf ca. 585 m Gewässermorphologie: deutlich-stark gestört, Vegetation: stark gestört, Fauna: extrem gestört ca. 1000 m als § 25 Flächen Bis zur Brandenmühle bachabwärts deutliche Talraumausbildung vollständig unverrohrt naturfern ausgebaut und begradigt auf der Gesamtlänge Stauwehr an der Brandenmühle Ufervegetation und faunistische Besiedlung deutlich - extrem gestört, Gewässermorphologie deutlich stark gestört Keine § 25 Abschnitte Gesamtlänge auf Lübecker Gebiet außer Straßenunterquerung geschützt gem. § 25 Kaum unterhalten Vor der Mündung ausgeprägt schöne Bachschlucht Gewässermorphologie, Vegetation und Fauna deutlich-stark gestört vollständig unverrohrt begradigt speist die künstlichen Gewässer ”Heidteich”, ”Mittelteich” u. ”Mühlenteich” auf ca. 400 m Länge geschützt durch § 25 Ufervegetation naturnah – weitg. naturnah, Gewässermorphologie deutlich beeinträchtigt, faunistische Besiedlung extrem gestört

Lage
Der Schäfergraben liegt im LSG ”TraveEinzugsgebiet zwischen Wesenberg und ElbeLübeck-Kanal”; Die Grienau liegt im LSG ”Talraum und Umfeld von Grienau und Quadebek”.

Länge
3,604 km • •

Beeinträchtigungen, Gefährdungen
naturferner Ausbau Stoffeintrag aus landwirtschaftlicher Nutzung • •

Bewertung
mittel- bis sehr hochwertig Hohes Biotopverbundpotential

Grienau

Gesamtlänge: 19 • km, davon 5,874 • km auf dem Gebiet der HL •

naturferner Ausbau und Begradigung • Stoffeintrag durch landwirtschaftl. • Nutzung und durch die Kläranlage in Nienhüsen Entwässerung u. intensive Nutzung des Grünlandes im Talraum

mittelwertig; sehr hohes Biotopverbundpotential ( im Zuge des Baus der A 20 Renaturierungsmaßnahmen u. Flächenankäufe

Quadebek

• • • • •

s.o.

Länge auf Lübecker Gebiet: ca. 4,8 km

•

Stoffeinträge durch landwirtschaftliche Nutzung

• •

hoch bis sehr hochwertig sehr hohes Biotopverbundpotential, da in HL nur eine Straßenquerung

Brömbsen-Mühlenbach • • • • •

bildet zwischen Kannenbruch und ELK die Stadtgebietsgrenze; bildet Grenze des geplanten LSG ”Krummesse”

1,950 km

• •

Fischteichnutzung der durch den Brömbsenmühlenteich gespeisten Gewässer Intensivierung der Grünlandnutzung

• •

hochwertig; hohes Biotopverbundpotential bei Aufgabe der Fischteichnutzung

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

40

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Gewässername
Niemarker Landgraben • • •

Charakteristik
verrohrt auf ca. 74 m (Oberlauf) naturfern ausgebaut auf ca. 4 km Ufervegetation und faunistische Besiedlung extrem gestört, Gewässermorphologie erheblich - stark gestört Keine § 25 Abschnitte verrohrt auf ca. 620 m naturfern ausgebaut auf ca. 2 km ca. 350 m Bachschlucht als § 25 Fläche faunistisch vermutlich stark - extrem gestört

Lage

Länge
• •

Beeinträchtigungen, Gefährdungen
naturferner Ausbau Stoffeinträge durch landwirtschaftl. Nutzung • •

Bewertung
gering – mittelwertig sehr hohes Biotopverbundpotential

Der Niemarker Land8,663 km graben fließt vom Krummesser Moor in die Wakenitz.

• Rothebek • • • •

Die Rothebek mündet von Süden in die Kanaltrave und ist Teil des LB ”Rothebeck”;

3,146 km

• • •

naturferner Ausbau Überbauung durch Straßen Vorfluter für Siedlungswässer

• •

geringer, tlw. sehr hoher Wert für den Naturschutz geringes Biotopverbundpotential

Zusätzlich zu den Fließgewässern 2. Ordnung gibt es auf dem Gebiet der HL noch unzählige Gräben. Sie sind auf landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht vollständig und in Wäldern überhaupt nicht erfasst.

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Beschlussfassung: 04.03.2008

41

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

4.3.2.3 Stillgewässer Auf dem Gebiet der HL gibt es 1047 Stillgewässer mit einer Gesamtfläche von ca. 1010 ha.
84

7 der Stillgewässer mit einer Fläche von ca. 830 ha sind Seen, davon sind 4 gesetzlich geschützt. Es gibt 714 gesetzlich geschützte Kleingewässer mit einer Fläche von insgesamt ca. 120 ha und 177 sind künstliche oder künstlich überprägte Kleingewässer mit einer Fläche von ca. 64 ha, die keinem gesetzlichen Schutz unterliegen. Seen können je nach Ausbildung dem Schutz des § 25 LNatSchG unterliegen. Grundsätzlich zeichnen sie sich durch eine ausgebildete Tiefenzone aus. Folgende Seen gibt es in Lübeck: • Dassower See (§ 25) • Schlutuper Mühlenteich • Tremser Teich (mit 3 Teilstücken) • Krähenteich und Mühlenteich • Blankensee (§ 25) • Kiesgrube Krummesse (§ 25) • Kleiner See (§ 25) Gesetzlich geschützte Kleingewässer sind • Tümpel sind flache und dauerhafte Gewässer ohne Tiefenzone, die einer zeitweiligen Austrocknung unterworfen und größer als 25 m² sowie kleiner als 1 ha sind (FT): 301 Objekte mit einer Gesamtgröße von 11,52 ha • sonstige Kleingewässer von 25 m² bis 1000 m² Größe mit dauerhafter Wasserführung (FK): 176 Objekte mit einer Gesamtgröße von 5, 3 ha. • natürliche oder naturgeprägte Flachgewässer, Weiher mit einer Mindestgröße von 25 m² ohne Tiefenzone, die ganzjährig nicht austrocknen (FW): 320 Objekte mit einer Gesamtgröße von 77,17 ha • Nicht gesetzlich geschützt sind künstlich überprägte Stillgewässer (Stillgewässer mit technischer Befestigung oder Abdichtung sowie
HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

•

intensiv wirtschaftlich genutzte Kleingewässer (FX): 184 Objekte mit einer Gesamtgröße von 64,16 ha. Tümpel, Kleingewässer, Flachgewässer oder Weiher unter 25 m² Größe und nicht nach § 25 LNatSchG geschützt (FZ): 22 Objekte

Kleingewässer können auf verschiedenen Arten entstanden sein: • ehemalige Torfstiche • Altarme von Gewässern • Aufstau von Gewässern • ehemalige Mergelkuhlen • ehemalige Toteisblöcke Auch die Gestalt der Kleingewässer variiert. Während im Grünland solche mit flachen Ufern vorherrschen, die oftmals stark zertreten sind, liegen in Ackerflächen oft Gewässer mit steilen Ufern, deren Böschungen von Weidenarten, aber auch bereits von Gebüschen trockener Standorte eingenommen werden. Folgende Landschaftsbereiche in Lübeck sind Schwerpunkträume der gesetzlich geschützten Kleingewässer: • Raum Wüstenei (nördlich des Roggenhorster Landgrabens): ca.103 Kleingewässer • LSG Travemünder Winkel: ca.86 Kleingewässer • LSG Ringstedtenhof: ca.30 Kleingewässer • LSG Brodten: ca. 67 Kleingewässer • LSG Dummersdorfer Feld: ca. 21 Kleingewässer Die Bewertung der Stillgewässer erfolgt in folgenden Stufen: 1. Sehr hochwertig 2. Hochwertig 3. Mittelwertig 4. Geringwertig 5. Sehr geringwertig

42

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Für die Bewertung der Stillgewässer aus der Sicht des Naturschutzes werden folgende Kriterien berücksichtigt: • Gesetzlicher Schutz vorhanden (automatisch hoch – sehr hochwertig)

•
•

Art der Umgebungsnutzung (Grünlandnutzung: hoch – sehr hochwertig, Waldnutzung: mittel – sehr hochwertig, Ackernutzung gering – mittelwertig) Grad der Naturnähe und Nutzungsintensität des Gewässers

Im Folgenden werden einige Stillgewässer auf dem Gebiet der HL tabellarisch und im Raum von Osten nach Westen vorgestellt. Name
Dassower See • • •

Charakteristik
Sechstgrößter See von S-H Über 450 m breiten ”Mündungsarm” mit Traveförde verbunden Wassertiefe größtenteils zwischen 2,20 m und 3,20 m, von daher optimal zum Nahrungserwerb für Tauchenten geeignet Rast-, Mauser- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel mit europaweiter Bedeutung geschützt gem. § 25 der Dassower See ist Europäisches Vogelschutzgebiet und vom Land vorgeschlagenes FFH-Gebiet Natürlich entstanden durch die Abtrennung der Silkteichebene von der Untertrave durch einen Strandwall 1932 Verfüllung mit Baggergut 1984 Wiederherstellung mit einer geringeren Größe unterliegt leichtem Brackwassereinfluss Umgebung: Trockenrasen Umgebung u. Gewässer ist § 25 das Gewässer ist Teil eines Europäischen Vogelschutzgebietes „Traveförde“ und des vom Land SchleswigHolstein vorgeschlagenen FFHGebietes „NSG Dummersdorfer Ufer“ Grundwassersee in einer abflußlosen Senke

Lage
Der Dassower See ist als NSG ”Dassower See, Inseln Buchhorst und Graswerder (Plönswerder)” ausgewiesen.

Größe
ca.800 ha • •

Beeinträchtigungen, Gefährdungen
Erholungsverkehr und Freizeitnutzung Fischerei • • • • •

Bewertung
sehr hochwertig NSG Europäisches Vogelschutzgebiet (SPA) FFH-Gebiet – erfüllt die Kriterien für ein Internationales Feuchtgebiet nach der RamsarKonvention

• • • • • • • • • •

Silkteich

Der Silkteich liegt im NSG ”Dummersdorfer Ufer” am Stülper Huk.

1,08 ha

•

nicht erkennbar

•

sehr hochwertig

Krebssee

•

Der Krebssee liegt im LSG ”Dummersdorfer

2,6 ha

•

Wasserstandsabsenkungen des Sees und Absenkung des GW-

•

hochwertig

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

43

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Name
•

Charakteristik
Aufgrund des Baus des ”Stammgleises” zum Skandinavienkai Verringerung seiner Wasseroberfläche um ca. die Hälfte auf 1,3 ha 1978 Umgebungsnutzung: ausgedehnter Erlenbruch Ufervegetation: fast ausschl. Schilf Gewässer und Umgebung: § 25 geringe Wassertiefe < 2m durch Torfstich entstanden schwach eutroph kalkreicher, dystropher See mit geringem Phosphorgehalt weist artenreiche, mesotraphente Ufer- u. Unterwasservegetation auf Umgebungsnutzung: Feuchtgrünland, Birkenbruchwald, Kleingärten Umgebung und See: § 25 Umgebung und See sind vom Land Schleswig-Holstein vorgeschlagenes FFH-Gebiet künstlicher See, entstanden durch Aufstau des Speckmoorgrabens kaum naturnahe Uferzonen umgebende Nutzung: öffentliche Grünflächen mit Badestelle Feuchtgrünland am südwestlichen und nordöstlichen Ufer Privatgärten am Palinger Weg und an der Straße ”Am Teich” natürlicher See in abflussloser Mulde weist mit Wasserpflanzen, Schwingrasen und Röhrichtgürtel typische Gewässerverlandungs-vegetation auf: Umgebungsnutzung: Bruchwald, Bebauung, Feuchtgrünland Teich und Umgebung: § 25 entstanden durch Torfabbau Feld”.

Lage

Größe
•

Beeinträchtigungen, Gefährdungen
Spiegels durch das Stammgleis Entwässerung der Krebsseeniederung (s.o.)

Bewertung

• • • • • • • • • • • • • •

Waldhusener Moorsee

Der Waldhusener Moorsee liegt im LSG ”Travemünder Winkel”

21,02 ha

• •

Angelnutzung Eutrophierung

•

sehr hochwertig

Mühlenteich

Der Mühlenteich liegt in 8,27 ha der Speckmoorniederung in Schlutup und gehört zum LSG Schlutup.

• • • •

Freizeitaktivitäten Vertritt und Vegetationsschäden durch Beweidung Eutrophierung durch Speckmoorgraben (angrenzende Nutzung: Kleingärten und Landwirtschaft) Angelnutzung

•

gering – mittelwertig

Schwarzmühlenteich

• •

Der Schwarzmühlenteich liegt tlw. im LSG Schlutup. (Rest zu Mecklenburg.)

1,56 ha

• •

Vertritt am nördlichen Ufer durch Weidenutzung Angelnutzung

•

sehr hochwertig

• • •

Wesloer Moor

Das Wesloer Moor liegt im LSG Lauerholz.

ca.3,6 ha

•

geplanter Bau der Umgehungsstraße Schlutup

•

sehr hochwertig

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

44

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Name
• • • • • • • • • • Tremser Teich •

Charakteristik
ökologische Verhältnisse vermutl. vergleichbar Depenmoor Umgebungsnutzung: Wald § 25 Gewässer liegt mit Umgebung im vom Land Schleswig-Holstein vorgeschlagenen FFH-Gebiet entstanden durch Torfabbau mittlere Wassertiefe von 1 - 3 m, Wasserstand korrespondiert mit Niederschlagsmenge typischer Braunwasserweiher mit geringer Sichttiefe, geringem pHWert und geringer Gesamthärte geschützt gem. § 25 Umgebungsnutzung: Wald liegt mit Umgebung im Europäischen Vogelschutzgebiet „Traveförde“ 3 voneinander isolierte Teilbereiche, die von der Clever Au, dem Karpfenbruchgraben und dem Fackenburger Landgraben gespeist werden weist Verlandungsbereiche auf (Schilfröhrichte, Schwimmblattgesellschaften, Bruch-, Sumpf- u. Auwälder) (§ 25) entstanden durch Aufstau des aus dem Kannenbruch kommenden, auf den Gutsflächen verrohrten Gewässers dienen der Fischzucht umgebende Nutzung: schmale Röhricht (§ 25 ) -, Feldgehölz- und Buchenwald-streifen, ansonsten Acker entstanden durch den Aufstau des Brömbsenmühlenbaches bzw. seiner Zuflüsse dienen der Fischzucht umgebende Nutzung: unterschiedlich breite Röhrichtsäume und Seggenriede, Erlenbrüche und Arten der

Lage

Größe

Beeinträchtigungen, Gefährdungen

Bewertung

Deepenmoor

Das Deepenmoor liegt im LSG Lauerholz

5,71 ha Gesamtfläche, davon ca. 3.3 ha Wasserflächen

•

geplanter Bau der Umgehungsstraße Schlutup

•

sehr hochwertig

•

Der Tremser Teich liegt in 3 Teilstücken zwischen der A1 und der Schwartauer Landstraße.

18,17 ha

• • • • •

Teiche am Gut Krummesse

•

Die Teiche liegen nordwestlich des Gutes Krummesse in einem geplanten LSG.”.

2,45 ha

• • •

• • • • •

hohe Nährstoffeinträge über Fließgewässer Fischbesatz durch Weißfische Angelnutzung Vertritt u. Beunruhigung durch Erholungsnutzung umgeben von Bebauung und Straßen hohe Stoffeinträge durch Fischfütterung Ablassen des Wassers Stoffeinträge durch landwirtschaftliche Nutzung

• •

mittelwertig hoher Wert für die Erholung

•

geringwertig

Teiche an der Brömbsenmühle

Die Teichkette zieht sich im Südwesten der HL vom Kannenbruch bis zur Brömbsenmühle und liegt im geplanten LSG ”Krummesse”.

Heidteich: 3,8 ha Mittelteich: 4,3 ha Mühlenteich: 2,4 ha

• • •

hohe Stoffeinträge durch Fischfütterung Ablassen des Wassers Stoffeinträge durch landwirtschaftliche Nutzung

•

mittelwertig

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Beschlussfassung: 04.03.2008

45

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Name

Charakteristik
Hartholzauen und mesophilen Buchenwälder, kleinflächig Quellwald (§ 25) weitere Umgebung: unterhalb der Hangkanten Grünland, oberhalb Ackernutzung entstanden durch Kiesabbau im Grundwasser See mit Tiefenzone noch relativ nährstoffarmes Wasser umgebende Nutzung: Sukzessionsflächen geschützt gem. § 15 a natürliches Gewässer See mit Tiefenzone Ausbildung von Verlandungsbereichen mit Röhricht- u. Schwimmpflanzengürtel (§ 25) ursprünglich mesotroph, heute eutroph bedeutsam für Vogelschutz, Limnofauna, u. als Teillebensraum u.a. für Amphibien u. Libellen Umgebungsnutzung: Feuchtgrünland, Bruchwald, im Einzugsbereich intensiver Ackerbau geschützt gem. § 25 liegt mit Umgebung im vom Land Schleswig-Holstein vorgeschlagenen FFH-Gebiet natürlich entstanden in abflussloser Senke weist zwischenmoorartige, sphagnumreiche Verlandungszonen auf im Wasser Schwimmblattgesellschaften mit Froschbiss, gemeinem Wasserschlauch und Teichrose umgebende Nutzung: Bruchwald, trockener Erlenwald, tlw. EichenBirken-Wald und Magerrasen

Lage

Größe

Beeinträchtigungen, Gefährdungen

Bewertung

• • • • • • • • • • • • • • • • • •

Kiesgrube Krummesse

Die Kiesgrube liegt z.Teil im einem geplanten LSG in der HL , der kleinere Teil im geplanten LSG ”Naturpark Lauenburgische Seen”. Der Blankensee liegt z.Teil im geplanten LSG ”Naturpark Lauenburgische Seen”

2,8 ha

• •

Stoffeintrag über fischereiliche Nutzung Erholungsnutzung

•

sehr hochwertig

Blankensee

22,3 ha gesamt, 9,5 ha HL

• • • •

Stoffeinträge aus landwirtschaftl. Nutzung Angelsport Fischereiwirtschaft Einleitungen aus dem Flughafen Lübeck

•

sehr hochwertig

Teufelsmoor

Das Teufelsmoor liegt in ca.1 ha Eichholz nördlich der Bahnlinie Lübeck-Bad Kleinen im NSG ”Wakenitz”.

•

sehr hochwertig

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

46

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Name
• • • • • • • • • • • • •

Charakteristik
Gewässer und Umgebung: § 25 liegt mit Umgebung im vom Land Schleswig-Holstein vorgeschlagenen FFH-Gebiet natürlich entstanden in Senke, später durch Torfabbau vergrößert ist durch einen Graben mit der Wakenitz verbunden Umgebung und Gewässer: § 25 See mit Tiefenwasserzone Hat Verbindung zur Wakenitz Ausgedehnte Verlandungsbereiche und Erlenbruchwald (§ 25) geschützt gem. § 25 künstlich im Rahmen der mittelalterlichen Stadtbefestigung und zum Mühlenbetrieb entstanden Ufer befestigt werden durch die Wakenitz gespeist Höhenunterschied von 4 m zum Stadtgraben

Lage

Größe

Beeinträchtigungen, Gefährdungen

Bewertung

Bullensee

Der Bullensee liegt im NSG ”Wakenitz” südlich der Bahnlinie LübeckBad Kleinen. Der Kleine See liegt im NSG ”Wakenitz” in Eichholz

•

ca.3,6 ha

•

sehr hochwertig

Kleiner See

ca.15 ha

• •

Erholungs- und Freizeitbetrieb Angelnutzung

•

sehr hochwertig

Krähenteich und Mühlenteich

•

Die beiden Teiche liegen an der südlichen Altstadtgrenze.

• •

Krähenteich: 2,6 ha Mühlenteich: 3,25 ha

• • • •

Bebauung Naherholung Badebetrieb (nur im Krähenteich) Uferbefestigung

• •

mittelwertig hoher Wert für die Naherholung

4.3.2.4 Quellen Auf dem Gebiet der Hansestadt Lübeck gibt es 24 naturnahe und einen naturfern ausgebauten Quellbereich. Die Gesamtfläche der Quellbereiche beträgt ca. 1,75 ha, der Flächenmittelwert liegt bei 600 m2. Bei den in Lübeck vorhandenen Quellen handelt es sich um Sickeroder Rieselquellen. Hier sickert das Wasser flächig aus dem Boden. Es handelt sich meist um sumpfige oder moorige Bereiche mit typischer Vegetation. Die Quellbereiche befinden sich im wesentlichen in ausgeprägten Hangbereichen von Fließgewässern, wie z.B. der Trave, der Grienau oder dem Elbe-Lübeck-Kanal.
85

Alle Quellbereiche unterliegen dem Schutz des § 25 des Landesnaturschutzgesetzes. Aufgrund ihrer Seltenheit haben sie eine sehr hohe Bedeutung für den Naturschutz.

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Beschlussfassung: 04.03.2008

47

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

24

4.4

Klima / Luft
Darüber hinaus haben Gebiete mit durchschnittlich geringen Lufttemperaturen, sog. Kaltluftentstehungsgebiete (größere Gewässer, Niederungsbereiche etc.) ebenso eine Bedeutung für das Lokalklima Lübecks, wie „Frischluftbahnen“, die kühlere und feuchtere Luftmassen in die inneren Stadtgebiete transportieren ( z. B. unverbaute und unzerschnittene Fließgewässer-Niederungen) und somit auch zu einer Verbesserung der bioklimatischen Situation beitragen können.

Die Darstellung der Lübecker Klimasituation erfolgt differenziert nach “Klimatopen”. Klimatope sind die Kleinklimate relativ klar umgrenzter Teilgebiete der Stadtlandschaft, die aufgrund ihrer spezifischen Oberflächen- und Nutzungsstruktur jeweils unterschiedliche Klimaverhältnisse entwickeln. Es können im Stadtgebiet insgesamt sechs Klimatoptypen unterschieden werden. In der Zusammenschau stellen alle Klimatope das Lübecker Lokalklima, d. h., das Klima der bodennahen Luftschicht dar. Es ist selbstverständlich, dass die lokalklimatische Situation überwiegend vom Großklima beeinflusst wird. Klimatop
Waldklima

Charakteristik
Vergleichsweise hohe Luftfeuchtigkeit und –reinheit, niedrigere Temperaturen sowie geringere Windbewegung als in umgebenden Gebieten. Erhöhte Luftfeuchtigkeit und geringere Lufttemperatur als in der Umgebung, wenn größerer Gehölzanteil vorhanden ist.

Verbreitung/Lage
Alle Waldgebiete, die durch ihre Größe und Struktur ein Waldklima entwickeln.

Anteil
3243 ha = 15 %

Auswirkungen
Lokalklimatischer Ausgleichsraum für Siedlungsgebiete mit erhöhten Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit. Lokalklimatische Bedeutung für direkt angrenzende Siedlungsgebiete, kaum klimat. Fernwirkung (”Klimaoasen”). Kaltluftentstehungsgebiete in den Sommermonaten und Luftaustauschfunktion für Siedlungsgebiete. Kaltluftentstehung und Luftaustausch. Gute bioklimatische Verhältnisse für die Wohnbevölkerung. Relativ schlechte bioklimatische Verhältnisse für die Wohnbevölkerung. Keine klimaverbessernde Funktion. • • • •

Beeinträchtigungen/ Gefährdungen
Allg. Belastungen der Luft mit Schadstoffen (z. B. SO2, NOX) Rodung von Waldflächen Teilw. Kleinflächigkeit und/oder starke Parzellierung der Wälder Verringerung des Gehölzanteils

Grünflächenund Parkklima

Parkanlagen, Sportplätze, Friedhöfe, Kleingärten, Alleen etc. Klima über Hohe Luftfeuchtigkeit durch Verdunstung in Niederungen von Wasserflächen den Sommermonaten, Nebelbildung, relativ Trave, Wakenitz usw. und Niederun- geringe Tagestemperaturen und hohe sowie Seen im Stadtgen Nachttemperaturen. gebiet und Ostseeküste. Klima über Vergleichsweise hohe Windgeschwindigkei- Südliche, westliche landwirtschaftl. ten, tagsüber starke Erwärmung sowie und nördliche AußenFlächen starke Nachtabkühlung (Kaltluftentstehg.). bereiche. SiedlungskliDurchgrünte Wohngebiete mit vergleichsEinfamilienhausma weise gutem Luftaustausch und geringerer gebiete, Villenviertel Erwärmung im Sommer. und Dörfer Lübecks. Stadtklima Dichtbebaute Wohngebiete mit relativ hohen Innenstadt, BlockbeTages- und Nachttemperaturen sowie gebauung (Randbereiringem Luftaustausch. che der Innenstadt). Industrie und Relativ hohe Tagestemperaturen (AufheiGewerbegebiete im Gewerbeklima zung), Abkühlung durch Wärmeabstrahlung Stadtgebiet. in der Nacht.

1064 ha = 5%

4100 ha = 19 %

• • • • • •

Überbauung Nutzungsintensivierungen in den Niederungsgebieten Aufforstung Flächenhafte Siedlungserweiterungen im Außenbereich Verringerung des Gehölzanteils Bauliche Verdichtung - entfällt -

6384 ha = 30 % 3193 ha = 15 % 1761 ha = 8% 1047 ha = 5%

- entfällt -

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Beschlussfassung: 04.03.2008

48

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Luftqualität (siehe auch Plan Nr. 6)
Die Luftqualität Lübecks ist anhand des Flechtenbewuchses an Bäumen (Bioindikatoren) untersucht worden. Im Ergebnis lässt sich die Luftqualität in drei Stufen von “kritischer Belastung” bis “mittlerer Belastung” differenzieren. Von den vier Kernzonen der Luftbelastung verbessert sich die Luftqualität in Richtung ländliche Bereiche spürbar. Seit Anfang der neunziger Jahre (erste Flechtenkartierung) hat sich die Qualität der Luft signifikant verbessert: Eine damals ermittelte “hohe Belastung” der Luft in den Kernbereichen Lübecks konnte nicht mehr nachgewiesen werden. Gleichzeitig konnte sich die Luftgüte der meisten Stadtgebiete um jeweils eine Qualitätsstufe verbessern.

Qualitätsstufe
geringe Qualität (1,1 – 1,2)

Beschreibung
Die Bereiche mit einer vergleichsweise hohen Luftbelastung sind durch einen großen Anteil am Ort erzeugter Emissionen (z. B. durch Verkehr, Industrie oder Hausbrand) gekennzeichnet.

Lage/Verteilung
Altstadt mit stadtnahen Häfen sowie nördl. Teil von St. Jürgen. Gewerbegebiete Geniner Straße und Malmöstraße mit Ortsteil Genin. Ortsteile Siems und Dänischburg. Kernbereich von Travemünde.

Flächengröße/ Flächenanteil
1927 ha = ca. 9 %

Mittlere Qualität (1,3 – 1,5)

Durchmischte Bereiche (vor allem Wohngebiete, Waldgebiete, Grünflächen usw.) in direkter räumlicher Nachbarschaft zu den kritisch belasteten Bereichen Lübecks.

Stadtteile St. Lorenz, Nordhälfte von St. Jürgen, St. Gertrud, 8928 ha Schlutup und Kücknitz. = ca. 42 %

Hohe Qualität (1,6 – 1,8)

Überwiegend landwirtschaftlich geprägte Räume Lübecks in größe- Südliche Hälfte von St. Jürgen, westliche Außenbereiche rer Entfernung zu den Kernbereichen der Stadt. Geringer Anteil an von St. Lorenz, Bereich zwischen Dummersdorf und OstEigenemissionen. seeküste (mit Ausnahme der Ortslage Travemünde).

8747 ha = ca. 41 % (Wasserflächen sind nicht erfasst)

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

49

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

25

4.5

Tiere, Pflanzen und Lebensräume

65

4.5.1 Tiere und Pflanzen (Auswahl wichtiger Artengruppen)
Artengruppen
Säugetiere (exkl. Fledermäuse)

Vorkommen
ca.34 heimische Arten (ohne Fledermäuse)

Gefährdung
5 gefährdete Arten (ohne Fledermäuse): • Haselmaus, Brandmaus, Dachs, Waldiltis, Fischotter Gefährdungsfaktoren: • Verlust und Verinselung von Lebensräumen durch Überbauung • Beunruhigung sowie Verletzung und Tötung durch Straßenverkehr • Vernichtung und Entwertung von Lebensräumen durch intensive Landwirtschaft • Vernichtung und Entwertung von Lebensräumen durch Gewässerausbau und unterhaltung • Störungen durch Freizeitaktivitäten in der Landschaft • Verluste durch Bejagung und Fang • Verdrängung heimischer Arten (z.B. Dachs, Fischotter) durch Neozoen (z.B. Marderhund, Waschbär) sowie durch Kulturfolger (z.B. Steinmarder) und freilaufende oder ausgesetzte Hauskatzen und Hunden • •

Schutz
11 “besonders geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG und eine zusätzlich “streng geschützte Art” (Fischotter); 1 “Tierart von gemeinschaftlichem Interesse” gemäß Anhang II FFH-Richtlinie (Fischotter)

Gebiete von besonderer Bedeutung: Zusammenhängendes Gewässersystem Wakenitz – Grönau - – Herrnburger Landgraben – Niemarker Landgraben – Grienau – Quadebek - Trave – Schellbruch – Schwartau - Traveförde – Dassower See: • Teil des derzeit bedeutendsten Fischotterlebensraumes in Schleswig-Holstein (Raum Schaalsee-Wakenitz-Trave). Der Fischotter ist bundes- und landesweit vom Aussterben bedroht (RL 1) und eine Tierart von gemeinschaftlichem Interesse” gemäß Anhang II FFH-Richtlinie. • tlw. Naturschutzgebiet („NSG „Wakenitz“, NSG „Dummersdorfer Ufer“, NSG „Südlicher Priwall“, NSG „Dassower See“); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Wakenitz und Falkenhusen“, LSG TraveEinzugsgebiet zwischen Wesenberg und Elbe-Lübeck-Kanal“, LSG „Lauerholz“, LSG „Schwartauwiesen“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2031-401 „Traveförde“); • tlw. FFH-Gebietsvorschläge des Landes Schleswig-Holstein (DE 2030-302 „NSG Schellbruch“; DE 2031-303 „NSG Dummersdorfer Ufer“, DE 2031-304 „NSG Dassower See..“; DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“; DE 2127-391 „Travetal“; DE 2130-352 „Moorwälder am Wesloer Moor und am Herrnburger Landgraben“) • • 12 “besonders geschützte” und zusätzlich “streng geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG; 2 “Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse” gemäß Anhang II FFHRichtlinie (Großes Mausohr, Teichfledermaus)

Fledermäuse

12 heimische Arten Schwerpunktvorkommen: • Lauerholz • Wakenitz • Schellbruch • Grönauer (Wulfsdorfer) Heide/Blankensee • Waldhusener Forst

12 gefährdete Arten: • Braunes Langohr, Breitflügelfledermaus, Fransenfledermaus, Große Bartfledermaus, Großer Abendsegler, Großes Mausohr, Mückenfledermaus, Rauhhautfledermaus, Teichfledermaus, Wasserfledermaus, Zweifarbfledermaus, Zwergfledermaus

Gebiete von besonderer Bedeutung: Lauerholz: • Lebensraum von mindestens 7 Fledermausarten; • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Lauerholz“;)

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Beschlussfassung: 04.03.2008

50

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Artengruppen
• • • • • • • • • • • • • •

Vorkommen
Kannenbruch Wüstenei Dummersdorfer Feld Dummersdorfer Ufer Priwall Brodtener Winkel Scheidebusch u.a. Wälder im Südwesten Lübecks Ringstedtenhof Krummesser Moor Teerhofsinsel Niederungen von Trave, Grienau, Quadebek und Stecknitz Landgrabenniederungen Parks, städtische Grünanlagen und Friedhöfe Altstadt (insbesondere Kirchen)

Gefährdung
Gefährdungsfaktoren: • Mangel an struktur- und insektenreichen Lebensräumen • Mangel an ungestörten Quartieren (Baumhöhlen, Nischen und Ritzen an Gebäuden, Dachböden, Keller, Bunker) • Biozide und Schadstoffe • •

Schutz
Teil des Europäischen Vogelschutzgebiets DE 2031-401 „Traveförde“; tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE. 2130-301 „Lauerholz“; DE 2130-352 „Moorwälder am Wesloer Moor und am Herrnburger Landgraben“);

Kannenbruch: • Lebensraum von mindestens 6 Fledermausarten Raum Grönauer (Wulfdsdorfer) Heide/Blankensee: • Lebensraum von mindestens 10 Fledermausarten; • Vorkommen der Teichfledermaus und des Großen Mausohrs (Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang II FFH-Richtlinie) • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2130-491 „Grönauer Heide“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“) Wakenitz: • Lebensraum von mindestens 6 Fledermausarten; • Vorkommen der Teichfledermaus (Tierart von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang II FFH-Richtlinie); • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Wakenitz“); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Wakenitz und Falkenhusen“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-322 „Herrnburger Dünen“) Bereich Ivendorf-Borndiek-Bültwisch- Dummersdorfer Feld/Ufer: • Lebensraum von mindestens 10 Fledermausarten; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Dummersdorfer Ufer“); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Dummersdorfer Feld“, LSG „Travemünder Winkel“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2031-303 „NSG Dummersdorfer Ufer“) Raum Mönkhof-Ringstedtenhof: • Lebensraum von mindestens 10 Fledermausarten; • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Ringstedtenhof“) Scheidebusch: • Lebensraum von mindestens 5 Fledermausarten

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Beschlussfassung: 04.03.2008

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Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Artengruppen
Brutvögel der besiedelten Bereiche, Industrie- und Gewerbegebiete, Grünanlagen

Vorkommen
24 charakteristische Arten

Gefährdung
16 gefährdete Arten: • Mehlschwalbe, Hausperling, Star, Dohle, Haubenlerche, Steinkauz, Schleiereule, Rauchschwalbe, Gartenrotschwanz, Girlitz, Türkentaube, Trauerschnäpper, Saatkrähe, Erlenzeisig, Birkenzeisig, Karmingimpel •

Schutz
24 “besonders geschützte” und 4 zusätzlich “streng geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG

Schwerpunktvorkommen: • Altstadt • St.Lorenz-Süd • Häfen • Industrie- und Gewerbegebiete Gefährdungsfaktoren: • Ortsteile und Siedlungen • Mangel an natürlicher, hochwertiger Nahrung (Insekten, Wildkräuter) Verlust geeigneter Brutplätze 29 gefährdete bzw. ausgestorbene (*) Arten: • Schwarzmilan*, Wanderfalke*, TurteltauSchwerpunktvorkommen: be*, Kranich, Seeadler, Rotmilan, Wespenbussard, Baumfalke, Wendehals, • Lauerholz/Wesloer Forst Zwergschnäpper, Grünspecht, Sperber, • Kannenbruch Habicht, Waldschnepfe, Mittelspecht, • Waldhusener Forst Kleinspecht, Hohltaube, Kuckuck, Wald• Falkenhusener Forst ohreule, Schwarzspecht, Sprosser, Beu• Moorgarten telmeise, Pirol, Star, Kolkrabe, Uhu, Er• Wüstenei lenzeisig, Karmingimpel, Fichtenkreuz• Priwall schnabel 63 charakteristische Arten

Gebiete von besonderer Bedeutung: Travemünde/Kalvarienberg: • bedeutendste Saatkrähenkolonie in Lübeck

Brutvögel der Wälder und Waldränder

• •

63 “besonders geschützte” und 20 zusätzlich “streng geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG; 9 Arten des Anhang I EG-Vogelschutzrichtlinie

Gebiete von besonderer Bedeutung: Lauerholz: • bedeutendstes Vorkommen des Mittelspechtes in Schleswig-Holstein (50 BP); • eines der 5 besten Vorkommen des Zwergschnäppers in Schleswig-Holstein; • Brutgebiet von mindestens 61 Vogelarten (7 Arten der Roten Liste Deutschland); • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Lauerholz“); • Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde“; • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-301 „Lauerholz“, DE 2130-352 „Moorwälder am Wesloer Moor und am Herrnburger Landgraben“) Wälder im Untertraveraum: • Brutgebiet des Seeadlers (1999-2003), der gesamte Bereich der Traveförde wird gegenwärtig ganzjährig von Seeadlern als Nahrungsraum genutzt . (Nachrichtliche Übernahme einer Information der staatl. Vogelschutzwarte des Landesamtes für Natur und Umwelt SH. Dr. Knief u.a. Quellen) • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Südlicher Priwall“, NSG „Dummersdorfer Ufer“, NSG „Schellbruch“); • tlw. Landschafsschutzgebiet (LSG Travemünder Winkel, LSG „Lauerholz“) • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2031-401 „Traveförde“); • tlw. FFH-Gebietsvorschläge des Landes Schleswig-Holstein (DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“; DE 2031-303 „NSG Dummersdorfer Ufer“; DE 2030-351 „Waldhusener Moores und Moorsee“);

Gefährdungsfaktoren: • Waldsterben infolge Luftverschmutzung • Zerschneidung zusammenhängender Wälder durch Straßen • Beunruhigung und Verlärmung von Wäldern, insbesondere durch Straßenverkehr

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Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung
Kannenbruch: • u.a. Brutgebiet des Uhus

Schutz

Wälder im Lübecker Süden: • Brutgebiete des Kranichs; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Wakenitz“, NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2130-491 „Grönauer Heide“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“) Brutvögel der Feldmark mit Knicks, kleinen Feldgehölzen und Kleingewässern 24 charakteristische Arten Schwerpunktvorkommen: • Brodtener Winkel • Travemünder Winkel • Dummersdorfer Feld • Wüstenei und EckhorstSteinrade • Grienau • Oberbüssau-Kronsforde • Ringstedtenhof • Lübeck-Südwest (Niederbüssau-VorradeWulfsdorf) • Grönauer (Wulfsdorfer) Heide • Teerhofsinsel 16 gefährdete bzw. ausgestorbene (*) Arten: • Rotkopfwürger*, Grauammer, Wachtel, Wachtelkönig, Schafstelze, Sperbergrasmücke, Rebhuhn, Nachtigall, Feldlerche, Neuntöter, Gelbspötter, Waldohreule, Stieglitz, Feldsperling, Uhu, Wacholderdrossel Gefährdungsfaktoren: • Vernichtung von Kleinbiotopen (Hecken, Feldgehölze, Kopfbäume, Raine, Säume, Kleingewässer) aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft • • 24 “besonders geschützte” und 9 zusätzlich “streng geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG; 4 Arten des Anhang I EG-Vogelschutzrichtlinie

Gebiete von besonderer Bedeutung: Dummersdorfer Ufer: • mit 3-5 Brutpaaren eines der bedeutendsten Brutgebiete der Sperbergrasmücke in Schleswig-Holstein; • Naturschutzgebiet (NSG „Dummersdorfer Ufer“); • Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde“; • FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2031-303 „NSG Dummersdorfer Ufer“) Grönauer (Wulfsdorfer) Heide: • mit 5-8 Brutpaaren eines der bedeutendsten Brutgebiete der Sperbergrasmücke in Schleswig-Holstein; • außerdem u.a. bedeutendes Brutgebiet von Wachtel, Feldlerche, Neuntöter und Grauammer; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2130-491 „Grönauer Heide“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“) Wüstenei/Eckhorst-Steinrade • u.a. Brutgebiet von Wachtelkönig, Rebhuhn, Feldlerche und Neuntöter; • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Wüstenei“) • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2129-353 „Wüstenei“)

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Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung

Schutz
Ringstedtenhof • u.a. Brutgebiet von Nachtigall, Feldlerche und Neuntöter; • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Ringstedtenhof“) Feldflur zwischen Mönkhof/LSG Ringstedtenhof und Vorrade: • Schwerpunktvorkommen der Wachtel und der Grauammer in Lübeck; • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Ringstedtenhof“) Dummersdorfer Feld/Borndiek: • Lebensraum von mindestens 87 Vogelarten (21 Arten der Roten Liste Deutschland); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Dummersdorfer Feld“)

Brutvögel der Wiesen und Weiden, des Feuchtgrünlands und der Niedermoore

25 charakteristische Arten Schwerpunktvorkommen: • Priwall • Schwartauwiesen • Ringstedtenhof • Krummesser Moor • Wakenitz-Niederung • Traveniederung • Niemarker Landgrabenniederung • Grienauniederung • Stecknitz-Niederung • Grönauer (Wulfsdorfer) Heide

21 gefährdete bzw. ausgestorbene (*) Arten: • Wiesenweihe*, Kornweihe*, Uferschnepfe*, Bruchwasserläufer*, Kampfläufer*, Sumpfohreule, Wiedehopf*, Blauracke*, Raubwürger, Wachtelkönig, Weißstorch, Steinkauz, Schleiereule, Bekassine, Rotschenkel, Schafstelze, Kiebitz, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Neuntöter, Graugans Gefährdungsfaktoren: • Entwässerungen von Nass- und Feuchtgrünland • Zerstörungen von Tümpeln, feuchten Senken und Gräben • Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland • Nutzungsintensivierungen • Anwendung von Mineraldünger und Bioziden • Einsatz schwerer Maschinen • Aufforstung • Aufgabe extensiver Bewirtschaftung, natürliche Sukzession, spontane Verbuschung • Rückgang der Kopfbaumnutzung • Störungen während der Brutzeit (z.B. durch freilaufende Hunde)

• •

25 “besonders geschützte” und 19 zusätzlich “streng geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG; 9 Arten des Anhang I EG-Vogelschutzrichtlinie

Gebiete von besonderer Bedeutung: • • • • • • Niederungen im Süden Lübecks: Brutgebiet von mindestens 67 Vogelarten (15 Arten der Roten Liste Deutschland): eines der bedeutendsten Brutvorkommen des Wachtelkönigs in SchleswigHolstein; Nahrungsgebiete der letzten Brutvorkommen des Weißstorches in Lübeck; tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Wakenitz“); tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Talraum und Umfeld zwischen Grienau und Quadebek“; LSG „Trave-Einzugsgebiet zwischen Wesenberg und ElbeLübeck-Kanal“; tlw. FFH-Gebietsvorschläge des Landes Schleswig-Holstein (DE 2127-391 „Travetal“; DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“)

Priwall: • Lebensraum von mindestens 87 Vogelarten (19 Arten der Roten Liste Deutschland); • eines der letzten Brutgebiete des Rotschenkels in Lübeck; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Südlicher Priwall“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (Teil von DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“)

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Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung

Schutz
Schwartauwiesen: • Lebensraum von mindestens 85 Vogelarten (18 Arten der Roten Liste Deutschland); • eines der letzten Brutgebiete des Rotschenkels in Lübeck; • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Schwartauwiesen“) • • •

Brutvögel der 6 charakteristische Arten Sandtrockenrasen, ehemaligen Heiden Schwerpunktvorkommen: und trockenen • Grönauer (Wulfsdorfer) Brachen Heide • Trockenrasen an der Wakenitz südlich von Eichholz • (Dummersdorfer Ufer)

6 gefährdete Arten: • Schwarzkehlchen, Ziegenmelker, Brachpieper, Heidelerche, Raubwürger, Steinschmätzer Gefährdungsfaktoren: • Aufforstung • Aufgabe extensiver Bewirtschaftung, natürliche Sukzession, spontane Verbuschung • Überbauungen mit Siedlungen, Gewerbegebieten und Verkehrsflächen • Stickstoffeintrag aus der Atmosphäre (Staub, Abgase, Niederschläge) • Störungen während der Brutzeit (z.B. durch freilaufende Hunde)

6 “besonders geschützte” und 3 zusätzlich “streng geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG; 3 Arten des Anhang I EG-Vogelschutzrichtlinie

Gebiete von besonderer Bedeutung: Grönauer (Wulfsdorfer) Heide: • Vorkommen von mindestens 85 Vogelarten (13 Arten der Roten Liste Deutschland, 23 Arten der Roten Liste Schleswig-Holstein); • einer der letzten Brutvorkommen des Brachpiepers (Anthus campestris) in Schleswig-Holstein (2 von ca. 5 Brutpaaren; letzte Brut 1996); • bedeutendstes Brutgebiet der Heidelerche sowie einziger Lebensraum des Raubwürgers und des Ziegenmelkers in Lübeck; • tlw. geplantes Naturschutzgebiet (gepl. NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2130-491 „Grönauer Heide“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“) • • 43 “besonders geschützte” und 18 zusätzlich “streng geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG; 9 Arten des Anhang I EG-Vogelschutzrichtlinie

Brutvögel der Binnengewässer, einschl. Uferzonen, Röhrichte, Hochstaudenrieder

43 charakteristische Arten Schwerpunktvorkommen: • Schellbruch • Wakenitz und Kleiner See • Krebssee • Waldhusener Moorsee • Blankensee • Trave/Untertrave • Grienau und Quadebek • Schwartauwiesen • Spülflächen Stau und Kattegatt • Teerhofsinsel

32 gefährdete bzw. ausgestorbene (*) Arten: • Zwergdommel*, Knäkente*, Trauerseeschwalbe*, Flußseeschwalbe*, Blaukehlchen, Rothalstaucher, Schwarzhalstaucher, Rohrdommel, Krickente, Rotmilan, Tüpfelsumpfhuhn, Gebirgsstelze, Drosselrohrsänger, Bartmeise, Schnatterente, Löffelente, Gänsesäger, Eisvogel, Rohrschwirl, Schilfrohrsänger, Zwergtaucher, Rohrweihe, Wasserralle, Strurmmöwe, Graugans, Kuckuck, Uferschwalbe, Schlagschwirl, Beutelmeise, Graureiher, Schellente, Flussuferläufer

Gebiete von besonderer Bedeutung: Schellbruch: • Lebensraum von mindestens 206 Vogelarten; Brutgebiet von mindestens 97 Vogelarten (26 Arten der Roten Liste Deutschland); • nationale Bedeutung für Wasservögel (insbesondere für Löffelente, Gänsesäger, Zwergsäger, Zwergtaucher); Rast- und Überwinterungsgebiet für mindestens 19 Wasservogelarten; • bedeutendstes Vorkommen der Bartmeise in Schleswig-Holstein; • einziges Vorkommen der Rohrdommel in Lübeck; • Naturschutzgebiet (NSG „Schellbruch“);

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Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung
Gefährdungsfaktoren: • Gewässerausbau und -unterhaltung • Störungen durch Freizeitaktivitäten • Belastungen durch Nähr- und Schadstoffe • •

Schutz
Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde“; FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2030-302 „NSG Schellbruch“; Teil von DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“)

Wakenitz: • Lebensraum von mindestens 110 Vogelarten; • eines der bedeutendsten Brutvorkommen des Eisvogels in SchleswigHolstein; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Wakenitz“); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Wakenitz und Falkenhusen“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-322 „Herrnburger Dünen“) • • 16 “besonders geschützte” und 8 zusätzlich “streng geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG; 1 Art des Anhang I EG-Vogelschutzrichtlinie (Zwergseeschalbe)

Brutvögel der Ostseeküste und Strandzone sowie deren Ersatzbiotope (z.B. Spülflächen und Kiesgruben)

16 charakteristische Arten Schwerpunktvorkommen: • Brodtener Ufer • Priwall • Traveförde inkl. Ostufer Untertrave • Schellbruch • Schwartauwiesen • Spülflächen Stau und Kattegatt • Kiesgruben Dummersdorfer Feld-BorndiekBültwisch-Sandfeld

14 gefährdete bzw. ausgestorbene (*) Arten: • Seeregenpfeifer*, Alpenstrandläufer*, Säbelschnäbler*, Zwergseeschwalbe, Mittelsäger, Austernfischer, Sandregenpfeifer, Brandgans, Flußregenpfeifer, Steinschmätzer, Uferschwalbe, Silbermöwe, Zwergmöwe, Karmingimpel Gefährdungsfaktoren: • Störungen durch Freizeitaktivitäten • Belastungen durch Nähr- und Schadstoffe • Stellnetzfischerei • Verfüllen von Kiesgruben oder Rekultivierung zu Ackerland

Gebiete von besonderer Bedeutung: Brodtener Ufer • eine der größten Brutkolonien der Uferschwalbe in Mitteleuropa (bis zu 2.600 Brutröhren); • Teil des Landschaftsschutzgebietes LSG „Brodtener Winkel“; • Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes „Ostseeküste am Brodtener Ufer“ (DE 1931-301); • Teil des FFH-Gebietsvorschlags des Landes Schleswig-Holstein DE 1931301 „Ostseeküste am Brodtener Ufer“ Priwall: • Lebensraum für mindestens 124 Vogelarten; Brutgebiet für mindestens 87 Vogelarten (19 Arten der Roten Liste Deutschland und 14 Arten der Roten Liste Schleswig-Holstein); • früher bedeutendes Brutgebiet für Seevögel, u.a. bedeutende Kolonie der Zwergseeschwalbe; • heute u.a. Brutgebiet von Brandgans, Mittelsäger, Flussregenpfeifer, Sandregenpfeifer und Sturmmöwe; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Südlicher Priwall“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (Teil von DE 2031-401 „Traveförde“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (Teil von DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“)

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Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung

Schutz
Traveförde und Dassower See • u.a. Brutgebiet von Brandgans, Mittelsäger, Flussregenpfeifer, Sandregenpfeifer, Austernfischer, Silbermöwe, Sturmmöwe und Uferschwalbe; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Dassower See ..“. NSG „Dummersdorfer Ufer“, NSG „Südlicher Priwall“); • Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde“; • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2031-304 „NSG Dassower See“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (Teil von DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“) Kiesgruben Dummersdorfer Feld-Borndiek-Bültwisch-Sandfeld: • Lebensraum von mindestens 28 Vogelarten (10 Arten der Roten Liste Deutschland); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Dummersdorfer Feld“)

Brutvögel, allgemein

170 heimische Arten,

112 gefährdete bzw. ausgestorbene Arten Gefährdungsfaktoren (s.a. oben): • Verlust von Lebensräumen durch Überbauung und intensive Landnutzung • Zerschneidung der Landschaft durch Straßen • Verletzung und Tötung durch Straßenverkehr • Vogelverluste und Entwertung von Vogellebensräumen durch Freileitungen und Windkraftanlagen • Bejagung, Vergrämunng • Störungen durch Freizeitaktivitäten Gefährdungsfaktoren: • Beunruhigung durch Straßenverkehr (Lärm, optische Reize, Vibrationen usw.) • Vogelverluste und Entwertung von Vogellebensräumen durch Freileitungen und Windkraftanlagen • Bejagung, Vergrämung • Entwässerungen von Nass- und Feuchtgrünland • Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland

• •

170 “besonders geschützte” und 70 zusätzlich “streng geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG; 33 Arten des Anhang I EG-Vogelschutzrichtlinie

Gastvögel (durchca. 110 nachgewiesene ziehende. überwin- Arten ternde, mausernde, nahrungssuchende Vögel)

Gebiete von besonderer Bedeutung: Traveförde (Untertrave inkl. Pötenitzer Wiek): • Erfüllt die Kriterien für ein “Feuchtgebiet internationaler Bedeutung” gemäß Ramsar-Konvention; • internationale Bedeutung für Wasservögel (insbesondere für Singschwan, Blässgans, Saatgans, Zwergsäger, Gänsesäger, Reiherente, Bergente, Tafelente, Schellente, Kormoran); • Rast- und Überwinterungsgebiet für mindestens 31 Wasservogelarten; maximaler Bestand: 90.900 Tiere;

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Artengruppen

Vorkommen
• • • •

Gefährdung
Nutzungsintensivierungen Gewässerausbau und -unterhaltung Störungen durch Freizeitaktivitäten Belastungen durch Nähr- und Schadstoffe • • • • • •

Schutz
bedeutendstes Winterquartier für Tafelenten in Schleswig-Holstein; wichtige Leitlinie für den Vogelzug (täglich 15.000 Durchflüge); Nahrungsrevier des Seeadlers . (Nachrichtliche Übernahme einer Information der staatl. Vogelschutzwarte des Landesamtes für Natur und Umwelt SH. Dr. Knief u.a. Quellen); tlw. NSG (NSG „Schellbruch“, NSG „Südlicher Priwall“); Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 “Traveförde”; tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“)

NSG “Dassower See ...” • Erfüllt die Kriterien für ein “Feuchtgebiet internationaler Bedeutung” gemäß Ramsar-Konvention; • internationale Bedeutung für Wasservögel (insbesondere für Bergente, Tafelente, Schellente, Blessgans, Saatgans); • Rast- und Überwinterungsgebiet für mindestens 31 Wasservogelarten; maximaler Bestand 56.833 Tiere; • zweitwichtigstes Mausergebiet für Schellenten in Westeuropa (wichtigstes Mauergebiet in Deutschland); • wichtigstes Überwinterungsgewässer für Schell-, Reiher- und Tafelenten in Schleswig-Holstein; • Brutgebiet von mindestens 96 Vogelarten (23 Arten der Roten Liste Deutschland); • Lebensraum von mindestens 165 Vogelarten (59 Arten der Roten Liste Deutschland); • Nahrungsrevier des Seeadlers; • Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde“; • FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2031-304 „NSG Dassower See“; Teil von -DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“) Steilküste und Flachwasserbank vor Brodten: • Erfüllt die Kriterien für ein “Feuchtgebiet internationaler Bedeutung” gemäß Ramsar-Konvention; • internationale Bedeutung für Wasservögel (insbesondere für Blessralle, Eiderente, Bergente, Reiherente, Schellente); maximaler Bestand: 57.000 Tiere; • Rast- und Überwinterungsgebiet für mindestens 20 Wasservogelarten; • eine der größten Brutkolonien der Uferschwalbe (Riparia riparia) in Mitteleuropa (bis zu 2600 Brutröhren);

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Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung
• • •

Schutz
tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Brodtener Winkel“); Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 1931-301 „Ostseeküste am Brodtener Ufer“); FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 1931-301 „Ostseeküste am Brodtener Ufer“)

Spülfläche “Stau”: • einer der bedeutendsten Limikolenrastplätze im schleswig-holsteinischen Binnenland (mindestens 24 Limikolen-Arten); • Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde“ Teerhofsinsel/Schellbruch: • zeitweise einer der landesweit bedeutendsten winterlichen Massenschlafplätze der Saatkrähe in Schleswig-Holstein (zeitweise mehr als 25.000 Vögel); • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Schellbruch“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (Teil von DE 2031-401 „Traveförde“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (Teil von DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“) Priwall: • bedeutender Rast- und Nahrungsplatz für Zugvogelarten und Wintergäste (mindestens 116 Arten); • winterlicher Schlafplatz für Waldohreulen und Saatkrähen; • tlw. Naturschutzgebiet „NSG „Südlicher Priwall“; • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (Teil von DE 2031-401 „Traveförde“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (Teil von DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“) Reptilien 5 heimische Arten Schwerpunktvorkommen: • Grönauer (Wulfsdorfer) Heide • Dummersdorfer Ufer • Südlicher Priwall • Waldhusen-Pöppendorf • Schellbruch • Lauerholz • Wüstenei • Wakenitz • Kannenbruch 5 gefährdete Arten: • Kreuzotter, Zauneidechse, Ringelnatter, Waldeidechse, Blindschleiche Gefährdungsfaktoren: • Überbauungen mit Siedlungen, Gewerbegebieten und Verkehrsflächen • Kultivierung bzw. Beseitigung von trockenen Rainen, Säumen und Brachen • Verbuschung von Sandtrockenrasen, Heiden und trockenen Brachen (z.B. Zauneidechse) • Verlust ausreichend großer und ungestörter Heiden, Trockenrasen, Moore und lichter Wälder (Kreuzotter) • 5 “besonders geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG , darunter 1 zusätzlich “streng geschützte Art” (Zauneidechse)

Gebiete von besonderer Bedeutung: Bereich Dummersdorfer Ufer/Dummersdorfer Feld, Borndiek/Bültwisch/Stammgleis: • größtes Vorkommen der Zauneidechse in Lübeck; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Dummersdorfer Ufer“); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Dummersdorfer Feld“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2031-303 „NSG Dummersdorfer Ufer“)

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Artengruppen

Vorkommen
• • • • •

Gefährdung
Verlust von Kleingewässern (Ringelnatter) Einsatz von Bioziden Verinselung der Lebensräume, Biotopzerschneidung Beunruhigung sowie Verletzung und Tötung durch Straßenverkehr Klimaänderung

Schutz
Grönauer (Wulfsdorfer) Heide • Lebensraum aller 5 in Lübeck heimischen Reptilienarten (3 Arten der Roten Liste Deutschland); • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2130-491 „Grönauer Heide“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“) • 11 “besonders geschützte” und 7 zusätzlich “streng geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG; • 1 “Tierart von gemeinschaftlichem Interesse” gemäß Anhang II FFH-Richtlinie (Kammmolch) Gebiete von besonderer Bedeutung: Grönauer (Wulfsdorfer) Heide • eines der wertvollsten Amphibienlebensräume Schleswig-Holsteins; • Lebensraum aller 11 heimischen Amphibienarten (8 Arten der Roten Liste Deutschland); • eines der landesweit bedeutendsten Vorkommen des Kammmolches (2000: 500 Tiere); • einziges bekanntes Vorkommen der Wechselkröte und des Bergmolches in Lübeck; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2130-491 „Grönauer Heide“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“) Priwall • Lebensraum von mindestens 7 Amphibienarten (3 Arten der Roten Liste Deutschland); • Schwerpunktvorkommen des Laubfrosches und der Kreuzkröte in Lübeck; • tlw. Naturschutzgebiet „NSG „Südlicher Priwall“; • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (Teil von DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“) Ringstedtenhof • Lebensraum von mindestens 8 Amphibienarten; • Schwerpunktvorkommen des Laubfrosches und der Knoblauchkröte in Lübeck; • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Ringstedtenhof“)

Amphibien

11 heimische Arten Schwerpunktvorkommen: • Wüstenei, Groß Steinrade, Eckhorst, Mori • Ringstedtenhof, Vorrade • Grönauer (Wulfsdorfer) Heide • gewässerbeeinflusste Bereiche im Nahbereich der Wakenitz • Lauerholz (Wesloer Wiesen, Wesloer Moor, Deepenmoor, Alt Lauerhof) • Priwall • Brodtener Winkel

11 gefährdete Arten: • Bergmolch, Knoblauchkröte, Wechselkröte, Laubfrosch, Kammmolch, Kreuzkröte, Teichmolch, Erdkröte, Grasfrosch, Moorfrosch, “Wasserfrosch” Gefährdungsfaktoren: • Verlust bzw. Beeinträchtigung von Laichgewässern • Gewässerverschmutzung • Straßenverkehr (Zerschneidung von Amphibienwanderwegen zwischen Überwinterungshabitat, Laichgewässer und Sommerhabitat durch Straßen) • Intensive Landwirtschaft (Entwässerungsmaßnahmen, Einsatz von Bioziden, Mineraldünger und Gülle, Einsatz schwerer Maschinen, schneller Umbruch nach Ernte, Verlust von Feldrainen) • Fischereiliche Nutzung von Gewässern (z.B. Fischbesatzmaßnahmen in Kleingewässern) • Grundwasserabsenkungen, • Verhinderung von dynamischen Prozessen in der Natur durch Gewässerregulation, -ausbau, - unterhaltung usw. • Rekultivierung oder Verfüllung ehemaliger Kiesgruben

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Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung

Schutz
Brodtener Winkel • Schwerpunktvorkommen des Laubfrosches in Lübeck; • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Brodtener Winkel“) Wüstenei • Lebensraum von mindestens 7 Amphibienarten; • landesweit bedeutendes Vorkommen des Kammmolches; • Schwerpunktvorkommen des Laubfrosches in Lübeck; • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Wüstenei“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2129-353 „Wüstenei“) Bereich Dummersdorfer Ufer/Feld/Borndiek/Sandfeld/ Bültwisch: • Lebensraum von mindestens 8 Amphibienarten; • Schwerpunktvorkommen der Kreuzkröte und der Knoblauchkröte in Lübeck; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Dummersdorfer Ufer“); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Dummersdorfer Feld“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2031-303 „NSG Dummersdorfer Ufer“)

Süßwasserfische

38 heimische Arten Schwerpunktvorkommen: • Trave (inkl. Wieken und Lagunen) • Wakenitz • Elbe-Lübeck-Kanal • Niemarker Landgraben • Herrnburger Landgraben • Grienau • Kücknitzer Mühlenbach • Medebek • Tremser Teich • Waldhusener Moorsee • Blankensee • Schlutuper Mühlenteich

14 gefährdete bzw. ausgestorbene (*) Arten: • 2 “besonders geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG (Bachneunauge, Flussneunauge); • Flussneunauge*, Bachneunauge*, Meerforelle, Bachforelle*, Stint*, Moderlieschen, • 8 “Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse” gemäß Anhang II FFHGründling, Ukelei, Bitterling, SchlammRichtlinie peitzger*, Steinbeißer*, Wels, Hecht, Quappe Gebiete von besonderer Bedeutung: Gefährdungsfaktoren: • Gewässerausbau und Unterhaltung (betrifft insbesondere kleine und mittelgroße Fließgewässer) • Eutrophierung (Stillgewässer) und Wasserverschmutzung • Wasserstandsregulierung • Verlust von Kleingewässern • Überfischung und Besatz Wakenitz: • Lebensraum von ca. 24 Fischarten; • Einziges Vorkommen der Ukelei, des Bitterlings (Anhang II FFH-Richtlinie), des Steinbeißers (Anhang II FFH-Richtlinie) und des Welses in Lübeck; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Wakenitz“); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Wakenitz und Falkenhusen“) Trave: • Lebensraum von mindestens 33 Fischarten; • tlw. Naturschutzgebiet („NSG Dummersdorfer Ufer“, NSG „Südlicher Priwall“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2031-401 „Traveförde“); • tlw. FFH-Gebietsvorschläge des Landes Schleswig-Holstein (DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“ und DE 2127-391 „Travetal“))

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Artengruppen
Insekten

Vorkommen
ca. 12.000 heimische Arten (Schätzung), u.a.: • 2.747 Käferarten • 232 Wespenarten (Aculeata) • 164 Wildbienenarten • 79 Tagfalterarten • 50 Libellenarten • 29 Ameisenarten • 29 Heuschreckenarten Schwerpunktvorkommen: • Grönauer (Wulfsdorfer) Heide/Blankensee • Trockenrasen bei Eichholz • Dummersdorfer Ufer • Schellbruch • Südlicher Priwall • Wakenitz • Schwartauwiesen • Lauerholz • Wüstenei • Brodtener Winkel • Niemarker Landgraben(niederung) • Trave(niederung) • Grinau- und Quadebek(niederungen) • Herrnburger Landgraben(niederung) • Kannenbruch und Heidteich • Waldhusener Forst und Moorsee • Teerhofsinsel • Schwarzmühlenteich • Pöppendorfer Moor • Siemser Moor

Gefährdung
gefährdete bzw. ausgestorbene Arten: u.a.: • 1.042 Käferarten (RL SH) • 43 Wespenarten (RL D) • 22 Wildbienenarten (RL D) • 72 Tagfalterarten (RL HL) • 50 Libellenarten (RL HL) • 11 Ameisenarten (RL D) • 23 Heuschreckenarten (RL HL) Gefährdungsfaktoren: • • Überbauungen mit Siedlungen, Gewerbegebieten und Verkehrsflächen Intensivierung der Grünlandnutzung (Entwässerungsmaßnahmen, Flächennivellierung, Einsaat von Futtergräsern, Maschineneinsatz, Düngung, Biozideinsatz, hoher Viehbesatz) Düngung, Nährstoffeintrag aus der Atmosphäre (Staub, Abgase, Niederschläge) Umbruch von Dauergrünland Beseitigung bzw. Kultivierung von trockenen Rainen, Säumen und Brachen Beseitigung von Kleingehölzen Fehlende oder unsachgemäße Knickpflege Aufgabe extensiver Nutzungsformen, natürliche Sukzession, spontane Verbuschung Abbau von Sand oder Kies Verfüllen von Kiesgruben oder Rekultivierung zu Ackerland Intensive gewerbliche Nutzung, Müllablagerungen Biotopzerschneidung, Verinselung der Lebensräume Klimaänderung Verlust wertvoller Alltholzbestände durch Waldsterben Beseitigung von Alt- und Totholz • • •

Schutz
“besonders geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG : u.a. alle 164 Wildbienenarten, 1 Wespenart (Hornisse), mehrere Ameisenarten, alle 50 Libellenarten, mehrere Schmetterlingsarten, mehrere Käferarten; 4 zusätzlich “streng geschützte Arten”: Heldbock, Breitrandkäfer, Grüne Mosaikjungfer, Große Moosjunger); 2 “Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse” gemäß Anhang II FFHRichtlinie: Heldbock, Große Moosjungfer

Gebiete von besonderer Bedeutung: Grönauer (Wulfsdorfer) Heide/Blankensee: • Lebensraum von mindestens 400 Großschmetterlingsarten (43 Arten der Roten Liste Schleswig-Holstein), darunter mindestens 48 Tagfalterarten; • bedeutendstes Vorkommen der Arten Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) und Espen-Zahnspinner (Notodonta tritophus) in Schleswig-Holstein; • einziges Vorkommen der Arten Heidemoor-Bodeneule (Protolampra sobrina), Braunes Ordensband (Minucia lunaris) und Mittleres Jungfernkind (Archiearis notha) in Schleswig-Holstein; • Lebensraum von mindestens 1234 Käferarten (373 Arten der Roten Liste Schleswig-Holstein); • einziges Vorkommen der Käferart Henricis Stutzflügel-Zwergkäfer (Acrotrichis henrici) in Deutschland; • einziges Vorkommen der Käferarten Veränderlicher Schwimmkäfer (Haliplus variegatus), Westlicher Tauchschwimmer (Agabus melanocornis), Großaugen-Wasserkäfer (Berosus signaticollis), Dunkler Schilfkäfer (Donacia obscura), Kräftiger Uferrüssler (Bagous robustus), Vielstreifiger KleeschotenRüssler (Tychius polylineatus), Kapuziner Schenkelrüssler (Coryssomerus capucinus), Kapuziner Schalenrüssler (Lepyrus capucinus), Schlehenstecher (Rhynchites auratus), Großer Aaskäfer (Necrophorus fossor) und Einfarbiger Laub-Augenhornhalbflügler (Phloeopora concolor) in Schleswig-Holstein; • Lebensraum von mindestens 290 Hautflüglerarten, darunter mindestens 98 besonders geschützte Wildbienenarten und mindestens 9 landesweit vom Aussterben bedrohten Arten; • einziges Vorkommen der Wildbienenarten Biastes truncatus (Kuckucksbienen-Art), Dufourea inermis (Glanzbienen-Art), Megachile alpicola (Blattschneiderbienen-Art) und Bombus soroeensis (Glockenblumen-Hummel) in Schleswig-Holstein; • Lebensraum von mindestens 34 Libellenarten (14 Arten der Roten Liste Deutschland bzw. Schleswig-Holstein); einziges bekanntes Vorkommen der Großen Königslibelle (Anax imperator) und der Nordischen Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda) in Lübeck; Vorkommen der bundesweit vom Aussterben bedrohten Grünen Mosaikjungfer (Aeshna viridis);

• • • • • • • • • • • • •

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Artengruppen
• • •

Vorkommen
Industriebrachen und Trockenfluren an der Untertrave Spülflächen Stau und Kattegatt Kiesgruben • • • • • • • • • • • • •

Gefährdung
Beseitigung oder Beeinträchtigung von Waldsäumen und -mänteln Asphaltierung von Waldwegen Aufforstung von offenen Trockenbiotopen, Feuchtwiesen und -brachen Anpflanzung nichtheimischer oder nicht bodenständiger Gehölzarten Ausbreitung nichtheimischer Pflanzenarten (Neophyten) Absenkungen des Grundwasserspiegels, Entwässerungen Beseitigung und Beeinträchtigung von Kleingewässern Gewässerverbauung, Gewässerausbau (Verrohrung, Begradigung, Uferbefestigung, Sohlenvertiefung usw.) Gewässerunterhaltung (Entkrautung, Sohlenräumung, Mahd) Gewässerverschmutzung intensive fischereiliche Nutzung (Fischbesatz, Zufüttern, Kalken, Beseitigung von Ufervegetation und Wasserpflanzen) Gewässerbelastungen durch Belastungen durch Nähr- und Schadstoffe intensive fischereiliche Nutzung von Gewässern (Fischbesatz, Zufüttern, Kalken, Beseitigung von Ufervegetation und Wasserpflanzen) intensive Freizeit- und Sportnutzung von Lebensräumen • • • •

Schutz
Lebensraum von 21 Heuschreckenarten (8 Arten der Roten Liste Deutschland bzw. Schleswig-Holstein); tlw. NSG (NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“); tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2130-491 „Grönauer Heide“) tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“)

Schellbruch: • Lebensraum von mindestens 560 Käferarten (165 Arten der Roten Liste Schleswig-Holstein, davon 13 Arten landesweit vom Aussterben bedroht; 28 Arten der Roten Liste Deutschland, davon 1 Art bundesweit vom Aussterben bedroht); • Naturschutzgebiet (NSG „Schellbruch“); • Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde“; • FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2030-302 „NSG Schellbruch“; Teil von DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“) Dummersdorfer Ufer: • einziges Vorkommen des bundesweit stark gefährdeten Mondhornkäfers (Copris lunaris) in Schleswig-Holstein; • Lebensraum von mindestens 413 Käferarten (162 Arten der Roten Liste Schleswig-Holstein, davon 26 Arten landesweit vom Aussterben bedroht; 35 Arten der Roten Liste Deutschland, davon 1 Art bundesweit vom Aussterben bedroht); • Lebensraum von mindestens 27 besonders geschützten Wildbienenarten (2 Arten der Roten Liste Deutschland), mindestens 43 Wespenarten (3 Arten der Roten Liste Deutschland), mindestens 14 Ameisenarten (5 Arten der Roten Liste Deutschland); • Lebensraum von mindestens 29 Tagfalterarten; • Naturschutzgebiet (NSG „Dummersdorfer Ufer“); • Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde“; • FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2031-303 „NSG Dummersdorfer Ufer“) Wakenitz (Trockenrasen südlich von Eichholz): Lebensraum von mindestens 215 Käferarten (102 Arten der Roten Liste Schleswig-Holstein, davon 7 Arten landesweit vom Aussterben bedroht; 17 Arten der Roten Liste Deutschland); Lebensraum von mindestens 47 besonders geschützten Wildbienenarten (7 Arten der Roten Liste Deutschland), mindestens 70 Wespenarten (7 Arten der Roten Liste Deutschland). mindestens 13 Ameisenarten (4 Arten der Roten Liste Deutschland);

•

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Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung

Schutz
Lebensraum von mindestens 25 Tagfalterarten, mindestens 32 Libellenarten und mindestens 16 Heuschreckenarten; Habershorst: Vorkommen der bundesweit vom Aussterben bedrohten Grünen Mosaikjungfer (Aeshna viridis); Teil des Naturschutzgebietes „Wakenitz“; • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-322 „Herrnburger Dünen“) Lauerholz/Wesloer Forst: Lebensraum von mindestens 42 besonders geschützten Wildbienenarten (4 Arten der Roten Liste Deutschland), mindestens 60 Wespenarten (4 Arten der Roten Liste Deutschland), mindestens 18 Ameisenarten (5 Arten der Roten Liste Deutschland); Lebensraum von ca. 170 Käferarten der Roten Liste Schleswig-Holstein, davon 21 Arten landesweit vom Aussterben bedroht; sowie ca. 40 Arten der Roten Liste Deutschland, davon 2 Arten bundesweit vom Aussterben bedroht); • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Lauerholz“); • Teil des Europäischen Vogelschutzgebiets DE 2031-401 „Traveförde“; • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-301 „Lauerholz“; 2130-352 Moorwälder am Wesloer Moor und am Herrnburger Landgraben“) Kannenbruch: • Lebensraum von mindestens 890 Käferarten (286 Arten der Roten Liste Schleswig-Holstein, davon 12 Arten landesweit vom Aussterben bedroht; 79 Arten der Roten Liste Deutschland, davon 2 Art bundesweit vom Aussterben bedroht) Priwall: Dünen- und Strandbereich: Lebensraum von landesweiter Bedeutung für Wildbienen und Wespen; Lebensraum von mindestens 56 Stechimmen-Arten (8 Arten der Roten Liste Deutschland bzw. Roten Liste Schleswig-Holstein; 36 besonders geschützte Wildbienenarten); einziges Vorkommen der Kegelbienen-Art Coeloxys conoidea in SchleswigHolstein; Lebensraum der landesweit vom Aussterben bedrohten Arten Podalonia luffii (Kurzstiel-Sandwespe) und Oxybelus quatordecimnotatus; Dünen- und Strandbereich: Lebensraum von landesweiter Bedeutung für Laufkäfer (mindestens 53 Laufkäferarten; darunter 16 Arten der Roten Liste Deutschland bzw. Roten Liste Schleswig-Holstein);

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Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung

Schutz
Lebensraum von mindestens 17 Heuschreckenarten (2 Arten der Roten Liste Deutschland; 6 Arten der Roten Liste Schleswig-Holstein); tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Südlicher Priwall“); tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (Teil von DE 2030-392 „Traveförde und angrenzende Flächen“)

•

Genin, Friedhof: einziges Vorkommen des bundesweit vom Aussterben bedrohten und streng geschützten Eichenbock-Käfers (Cerambyx cerdo) in Schleswig-Holstein (Tierart von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang II der FFHRichtlinie); • FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-357 „Friedhofseiche Genin“) Walkenkrug: einziges Vorkommen der Maskenbiene Hylaeus moricei in Nordwestdeutschland; einziges bekanntes Vorkommen der Hummelart Bombus semenoviellus in Westeuropa (!); Teil des Landschaftsschutzgebietes LSG „Schwartauwiesen“ Gebiete von besonderer Bedeutung: Raum Borndiek-Dummersdorfer Ufer/Feld: • Vorkommen der Bauchigen Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) (Tierart von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang II der FFH-Richtlinie); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2031-303 „NSG Dummersdorfer Ufer“) • ca. 74 “besonders geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG Gebiete von besonderer Bedeutung: Dummersdorfer Ufer: • Lebensraum der in Lübeck vom Aussterben bedrohten Arten Stranddistel (Eryngium maritimum) (letztes Vorkommen), Kelch-Steinkraut (Allyssum alyssoides), Echter Sellerie (Apium graveolens), Echte Mondraute (Botrychium lunaria), Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia), BinsenKnorpellattich (Chondrilla juncea), Deutscher Ginster (Genista germanica), Baltischer Enzian (Gentianella baltica), Baltische Binse (Juncus balticus), Zwerg-Schneckenklee (Medicago minima), Echte Katzenminze (Nepeta cataria), Sprossende Felsennelke (Petrorhagia prolifera), Dunkles FrühlingsFingerkraut (Potentilla heptaphylla), Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis) und Kali-Salzkraut (Salsola kali);

Sonstige Tiergruppen

Farn- und Blütenpflanzen

1.071 heimische Arten

574 gefährdete bzw. ausgestorbene Arten Beeinträchtigungen: • Intensivierung der Grünlandwirtschaft (Verwandlung artenreicher Wiesen in gleichförmiges Wirtschaftsgrünland) • vermehrte Anwendung chemischer Düngemittel • Herbizidanwendung, Saatgutreinigung • Aufgabe der Nutzung von Extensivgrünland, Seggenrieden und Heiden • Umbruch von Dauergrünland • Aufforstung offener Trockenbiotope, Feuchtwiesen und -brachen • Eutrophierung der Böden und Gewässer

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Artengruppen

Vorkommen
• • • • • • •

Gefährdung
Änderung des Grundwasserspiegels, Dränagen von Feuchtstandorten Gewässerausbau und -unterhaltung Verdrängung heimischer Pflanzenarten durch Neophyten intensive Freizeitnutzung empfindlicher Standorte (Tritt, Lagern, Befahren, Wellenschlag durch Motorboote) Überbauungen mit Siedlungen, Gewerbegebieten und Verkehrsflächen Kiesabbau, Abgrabungen, Aufschüttungen Beseitigung oder Beeinträchtigung von Kleingewässern, Kleingehölzen, Waldmänteln und -Säumen, Feldrainen und Sonderstandorten Verstädterung der Dorflagen, Übernutzung oder zu intensive Pflege städtischer Freiflächen • • •

Schutz
Naturschutzgebiet (NSG „Dummersdorfer Ufer“); Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde; FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2031-303 „NSG Dummersdorfer Ufer“)

•

Grönauer (Wulfsdorfer) Heide: • Lebensraum von mindestens 438 Farn- und Blütenpflanzen (32 % der Landesflora; 65 Arten der Roten Liste Schleswig-Holstein); • Lebensraum der in Schleswig-Holstein und Lübeck vom Aussterben bedrohten Arten Sprossende Felsennelke (Petrorhagia prolifera) und Feinblättrige Wicke (Vicia tenuifolia), der in Schleswig-Holstein stark gefährdeten und in Lübeck vom Aussterben bedrohten Arten Sumpfquendel (Peplis portula), Mittlerer Wegerich (Plantago media), Salomonssiegel (Polygonatum odoratum) und Dreifinger-Steinbrech (Saxifraga tridactylites) sowie der in SchleswigHolstein gefährdeten und in Lübeck vom Aussterben bedrohten Arten Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) , Königsfarn (Osmunda regalis) und Quirlblütiges Tausendblatt (Myriophyllum verticillatum); • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2130-491 „Grönauer Heide“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“) Kannenbruch: • Lebensraum von mindestens 6 Orchideenarten, u.a. der in Lübeck vom Aussterben bedrohten Art Nestwurz (Neottia nidus-avis) Wüstenei: • Lebensraum von mindestens 5 Orchideenarten; • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Wüstenei“; • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2129-353 „Wüstenei“) Schellbruch: • Lebensraum der in Lübeck vom Aussterben bedrohten Art Bunge (Samolus valerandi); • Naturschutzgebiet (NSG „Schellbruch“); • Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde“; • FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2030-302 „NSG Schellbruch“; Teil von DE 2030-392 Traveförde und angrenzende Flächen“)

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Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung

Schutz
Wakenitz: • Lebensraum der in Lübeck vom Aussterben bedrohten Art Krebsschere (Stratiotes aloides)(Habershorst); • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Wakenitz“); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (LSG „Wakenitz und Falkenhusen“) Priwall: • Östliche Exklave des Naturschutzgebietes und Dünenkette: Lebensraum von landesweiter Bedeutung für Blütenpflanzen: Hauptvorkommen der landesweit vom Aussterben bedrohten Arten Kegel-Leimkraut (Silene conica) und Frühlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana) und der landesweit stark gefährdeten Art Sand-Lieschgras (Phleum arenarium) in Schleswig-Holstein; • Lebensraum von mindestens 28 Pflanzenarten der Roten Liste SchleswigHolstein; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Südlicher Priwall“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (Teil von DE 2030-392 Traveförde und angrenzende Flächen“)) Industriebrachen an der Untertrave: • Lebensraum der in Lübeck vom Aussterben bedrohten Pflanzen RispenFlockenblume (Centaurea stoebe), Binsen-Knorpellattich (Chondrilla juncea), Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum), Sprossende Felsennelke (Petrorhagia prolifera), Kali-Salzkraut (Salsola kali), Dreifinger-Steinbrech (Saxifraga tridactylites), Streifen-Klee (Trifolium striatum) und Mäuseschwanz-Fuchsschwingel (Vulpia myuros Kücknitzer Mühlbachtal: • Lebensraum der in Lübeck vom Aussterben bedrohten Art Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris); • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Kücknitzer Mühlenbach und Söhlengraben“);

Algen

Grönauer (Wulfsdorfer) Heide: • Lebensraum von 6 Armleuchteralgen-Arten (Characeae), darunter die 2 bundes- und landesweit vom Aussterben bedrohten Arten Nitella capillaris und Tolypella intricata, die bundes- und landesweit stark gefährdete Art Chara hispida sowie die bundes- und landesweit gefährdete Art Chara delicatula; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2130-491 „Grönauer Heide“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“)

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Artengruppen
Großpilze

Vorkommen
1.403 heimische Arten

Gefährdung
492 gefährdete bzw. ausgestorbene Arten Gefährdungsfaktoren: • Schadstoffimmissionen • Fällen von Altbäumen • Beseitigung von Altholz • gartentechnische Maßnahmen (Parks und Friedhöfe) und Maßnahmen zur Verkehrssicherung • Nutzungsintensivierung • Überdüngung • Umbruch • Verbuschung offener Lebensräume • Überbauung • Nutzungsintensivierung • Entwässerung von Feuchtgebieten •

Schutz
38 “besonders geschützte Arten” i.S. des § 42 BNatSchG

Gebiete von besonderer Bedeutung: Lauerholz: • einer der drei wichtigsten Großpilzlebensräume in Lübeck (neben Kannenbruch und Dummersdorfer Ufer); • einer von zwei Standorten des Cremeroten Täublings (Russula boralis) im Nordwestdeutschen Tiefland; • einer von drei Standorten des Grünling-Klumpfusses (Cortinarius pseudosulphureus) in Nordwestdeutschland; • Landschaftsschutzgebiet (LSG „Lauerholz“); • Teil des Europäischen Vogelschutzgebiets „Untertrave“ (DE 2031-401); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-301 „Lauerholz“; 2130-352 „Moorwälder am Wesloer Moor und am Herrnburger Landgraben“) Kannenbruch: • einer der drei wichtigsten Großpilzlebensräume in Lübeck (neben Lauerholz und Dummersdorfer Ufer); • einer von sechs Standorten des Fleischroten Schildborstlings (Parascutellinia arctespora) in Deutschland; • einziger Standort des Winzigen Fälblings (Hebeloma pusillum) in SchleswigHolstein; • einer von vier Standorten des Teichrand-Schwefelkopfes (Hypholoma subericaeum) in Schleswig-Holstein Dummersdorfer Ufer: • einer der drei wichtigsten Großpilzlebensräume in Lübeck (neben Kannenbruch und Lauerholz) mit mindestens 350 Arten; • einer von drei Standorten des Heide-Bovisten (Bovista polymorpha) in Schleswig-Holstein; • einer von zwei Standorten des Violettblättrigen Risspilzes (Inocybe reisnerii) in Norddeutschland; • einer von zwei Standorten des Kupferbrauenen Egerling (Agaricus cupreobrunneus) und des Rissigschuppigen Egerling (Agaricus fissuratus) in Schleswig-Holstein; • einer von vier Standorten des Veilchenblauen Schönkopfes (Calocybe ionides) nördlich der Elbe; • einziger Standort des Schwarzbräunlichen Saftlings (Hygrocybe spadicea) in Norddeutschland;

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Artengruppen

Vorkommen

Gefährdung
•

Schutz
einziger Standort des Nichtrötenden Nitratsaftling (Hygrocybe nitrata) in Nordwestdeutschland; • Langremenkoppel: einer von zwei Standorten des Kleinen Ackerlings (Agrocybe pusiola) in Norddeutschland (zweiter Standort: Gothmund) • Naturschutzgebiet (NSG „Dummersdorfer Ufer“); • Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes DE 2031-401 „Traveförde“; • FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2031-303 „NSG Dummersdorfer Ufer“) Grönauer (Wulfsdorfer) Heide: • Standort der in Lübeck vom Aussterben bedrohten Arten Agaricus cupreobrunneus und Calocybe ionides; • tlw. Naturschutzgebiet (NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“); • tlw. Europäisches Vogelschutzgebiet (DE 2130-491 „Grönauer Heide“); • tlw. FFH-Gebietsvorschlag des Landes Schleswig-Holstein (DE 2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“) Parks und Friedhöfe: Waldhusener Friedhof: • einer von zwei Standorten des Leuchtenden Prachtbechers (Caloscypha fulgens) in Schleswig-Holstein; • einziger Standort des Metrods Rißpilzes (Inocype glabrescens) in Nordwestdeutschland; • einziger Standort des Dunklen Schönkopfes (Calocybe ionides var. obscurissima) und des Weiden-Risspilzes (Inocybe salicis) in Schleswig-Holstein; • einer der wenigen Standorte des Erlengrüblings (Gyrodon lividus) in Schleswig-Holstein; • einer von zwei Standorten des Pfützen-Milchlings (Lactarius lacunarum) in Schleswig-Holstein (zweiter Standort: Deepenmoor); • tlw. Landschaftsschutzgebiet (Teil des LSG „Travemünder Winkel“) Ehrenfriedhof: • einer von drei Standorten des Hainbuchen-Täublings (Russula carpini) nördlich der Elbe; • einer von zwei Standorten des Scharfen Kupfer-Täublings (Russula cuprea) in Schleswig-Holstein Stadtpark: • einer von drei Standorten des Hainbuchen-Täublings (Russula carpini) nördlich der Elbe; • einer von zwei Standorten des Scharfen Kupfer-Täublings (Russula cuprea) in Schleswig-Holstein

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4.5.2 Lebensraumtypen

(siehe auch Plan 7 [Lebensraumkarte] und Plan 8 [Gesetzlich geschützte Biotope]
Die nachfolgende Tabelle fasst das Ergebnis der in Lübeck durchgeführten Biotoptypenkartierung zusammen. Die Einteilung der Lebensraumtypen orientiert sich an den Vorgaben der Standardliste der Biotoptypen in Schleswig-Holstein (LANU 2003). Einige Lebensraumtypen sind nach § 25 des Landesnaturschutzgesetzes (LNatSchG) in der Fassung vom 06.03.2007 besonders geschützt (in der ehemaligen Fassung § 15 a und § 15 b). Sie sind in der Spalte „Schutzstatus“ aufgeführt. Da derzeit noch keine offiziellen Definitionen vorliegen, handelt es sich hier um eine vorläufige Einstufung. Maßnahmen, die zu einer Zerstörung oder sonstigen erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung der geschützten Biotope führen können, sind verboten. Einige Lebensraumtypen sind darüber hinaus „Natürliche Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse“ gemäß Anhang I der FFHRichtlinie. Sie sind in der Spalte „FFH-Lebensraumtyp“ mit ihrem offiziellen Zahlencode aufgeführt. Nach der FFH-Richtlinie müssen die für den Erhalt dieser Lebensräume am besten geeigneten Gebiete als FFH-Gebiete (s. auch Tabelle 7 und Plan 18.2) geschützt werden. FFH-Lebensräume sind auch bei FFH-Verträglichkeitsprüfungen von Plänen und Projekten zu berücksichtigen. Die besonders streng zu schützenden „prioritären Lebensraumtypen“ sind mit einem * vor dem Zahlencode gekennzeichnet. Die Abkürzung tlw. vor den Codes bedeutet, dass nicht alle, sondern nur bestimmte Formen des jeweiligen Lebensraumtyps FFH-Lebensraumtyp sind.

Kürzel

Lebensraumtyp

Flächengröße, Länge, Anzahl
1.038,53 ha 68,04 ha

Flächenanteil
4,85 % 0,32 %

Schutzstatus gemäß Landesnaturschutzgesetz
i.d. Fassung vom 06.03.07

FFH-Lebensraumtyp

K KF§

Meer und Meeresküste Flachwasserzonen mit Seegraswiesen und sonstige marine Makrophytenbestände, Riffe, sublitorale Sandbänke der Ostsee sowie artenreiche Kies-, Grobsand- und Schillbereiche im Meeres- und Küstenbereich Salzgrünländereien der Ostsee Brackwasser-Röhricht der Ostsee Brackwasser-Hochstaudenflur der Ostsee Sande und Strände (nicht näher bestimmt) als Teil artenreicher Kies-, Grobsand- und Schillbereiche im Küstenbereich Strandsee Sandstrand (ohne Schutz nach § 25 LNatSchG)

§ 25 LNatSchG

tlw. 1160, 1170, 1110

KOg KOr KOh KS(§) KSe KSs

3,88 ha 103,80 ha 7,57 ha 0,36 ha 784,98 ha 22,64 ha

0,02 % 0,48 % 0,04 % 0,002 % 3,67 % 0,11 %

§ 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

1330 tlw. 1330 tlw. 1330

*1150

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

70

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Kürzel
KSs§ KSg§ KSb KSb§ KSw KD KDh KK W WBe WBb WBw WA WE WEg WM WMs WL WLb WG WGf WGf§

Lebensraumtyp
Sandstrand als Teil artenreicher Kies-, Grobsand- und Schillbereiche im Küstenbereich Geröllstrand als Teil artenreicher Kies-, Grobsand- und Schillbereiche im Küstenbereich Blockstrand Blockstrand in Verbindung mit Fels- oder Steilküste Strandwall Küstendünen Gehölzbestandene Dünen Fels- und Steilküste Wälder, Gebüsche und Kleingehölze Erlenbruchwald Birkenbruchwald Weidenfeuchtgebüsch Auenwald und –gebüsch Sumpfwälder Artenreiche Laubmischwälder grund- oder stauwasser-beeinflusster Standorte (inkl. feuchter Eichen-Hainbuchenwald) Mesophytische Buchenwälder Schluchtwälder Bodensaure Wälder Birken-Eichenwald Gebüsche feuchter und frischer Standorte Gebüsche feuchter und frischer Standorte Gebüsche feuchter und frischer Standorte als uferbegleitende natürliche oder naturnahe Vegetation Gebüsche trockener Standorte Gebüsche trockener Standorte als Gebüsche trockenwarmer Standorte Sonstiger Niederwald Sonstiger Niederwald als Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte

Flächengröße, Länge, Anzahl
11,62 ha 3,63 ha 0,05 ha 2,72 ha 4,78 ha 1,28 ha 23,17 ha 3.419,25 ha 163,21 ha 57,32 ha 28,33 ha 9,19 ha 124,06 ha 68,47 ha 671,97 ha 172,26 ha 22,69 ha 0,21 ha 36,79 ha 23,89 ha

Flächenanteil
0,05 % 0,02 % 0,0002 % 0,01 % 0,02 % 0,006 % 0,11 % 15,97 % 0,76 % 0,27 % 0,13 % 0,04 % 0,58 % 0,32 % 3,14 %

Schutzstatus gemäß Landesnaturschutzgesetz
i.d. Fassung vom 06.03.07 § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

FFH-Lebensraumtyp

§ 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

tlw. 2110, 2120, *2130 tlw. 2160 1230

§ 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

tlw. *91D0 tlw. *91E0 tlw. 9160 tlw. 9160 tlw. 9110, 9130 *9180 tlw. 9110

§ 25 LNatschG 0,80 % 0,11 % 0,001 % 0,17 % 0,11 %

§ 25 LNatSchG

WGt WGt§ WNn WNn§

16,10 ha 42,39 ha 7,39ha

0,08 % 0,20 % 0,03 %

§ 25 LNatSchG § 25 LNatSchG 9190

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

71

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Kürzel
WFp WFl WFm WFn WFxy WP WP§ WPs WPs§ WO WR WR§ H HW HW HWr HWr(-) HWr/ SVs HWr/SW HG HGf HGf§ HGy HGx HGb

Lebensraumtyp
Sonstige Laubwälder feuchter bis nasser Standorte Sonstige Laubwälder frischer bis trockener Standorte Nadel-/Laubwald-Mischbestände Nadelforsten Sonstige Forstflächen (z.B. junge Aufforstungen) Pionierwald Pionierwald als Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte Weiden- und Birken-Pionierwald auf nassen Standorten Weiden- und Birken-Pionierwald auf nassen Standorten als uferbegleitende natürliche oder naturnahe Vegetation Waldlichtungsflur Waldrand Staudenfluren der Wäldränder: Gehölze und sonstige Baumstrukturen Knicks (inkl. Knicks in Reddern) Knicks (inkl. Knicks in Reddern) Redder Zugewachsener brachliegender Redder Biotoptypenkomplex aus Redder und Straßenverkehrsfläche Biotoptypenkomplex aus Redder und Wirtschaftsweg Gehölzsaum, Einzelgehölz Fließgewässerbegleitender Gehölzsaum Fließgewässerbegleitender Gehölzsaum als uferbegleitende natürliche oder naturnahe Vegetation Sonstiges naturnahes Feldgehölz Standortfremdes Feldgehölz Herausragender Einzelbaum / Baumgruppe

Flächengröße, Länge, Anzahl
158,71 ha 167,66 ha 314,57 ha 862,60 ha 318,01 ha 66,53 ha 21,38 42,33 ha 3,34 ha 22,49 ha 1,71 ha 10,69 km

Flächenanteil
0,74 % 0,78 % 1,47 % 4,03 % 1,49 % 0,31 % 0,10 % 0,20 % 0,20 % 0,11 % 0,01 %

Schutzstatus gemäß Landesnaturschutzgesetz
i.d. Fassung vom 06.03.07

FFH-Lebensraumtyp

§ 25 LNatSchG

§ 25 LNatSchG

§ 25 LNatSchG 144,76 ha 474, 81 km 9,32 ha 7,39 ha 1,58 ha 17,57 ha 12,48 ha 12,48 ha 28,30 km 0,68 % 0,68 % 0,04 % 0,01 % 0,08 % 0,06 % 0,06 % -

§ 25 Abs. 3 LNatSchG § 25 Abs. 3 LNatSchG § 25 Abs. 3 LNatSchG § 25 Abs. 3 LNatSchG tlw. § 25 Abs. 3 LNatSchG tlw. § 25 Abs. 3 LNatSchG

§ 25 LNatSchG 64,78 ha 6,98 ha 1,09 ha 12 Objekte 0,30 % 0,03 % 0,005 %

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

72

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Kürzel
HGa Hga(SVs) HGr HGr HGo HF HFx FQ/FB/FF /FG FQ FQx FB FBn FBa FBs FBx FFn FFn/SE FFa FFx FFx/SE FFx/SVs FFx/SVx Allee Allee Baumreihe Baumreihe Streuobstwiese Hecken Standortfremde Hecken Fließgewässer

Lebensraumtyp

Flächengröße, Länge, Anzahl
1,25 ha 3 Objekte 3,64 ha 209,47 km 1,10 ha 13,39 ha 1,19 ha 0,04 ha 1.836,69 ha 1,74 ha 0,02 ha 1,01 ha 4,87 km 10,78 ha 22,75 km 0,05 ha 24,58 ha 5,17 km 22,50 ha 53,39 km 945,08 ha 13,89 km 1,32 ha 6,12 ha 717,39 ha 38,66 km 8,67 ha 0,12 ha 2,54 ha

Flächenanteil
0,01 % 0,02 % 0,01 % 0,06 % 0,01 % 0,001 % 8,58 % 0,008 % 0,0001 % 0,009 % 0,05 % 0,001 % 0,11 % 0,11 % 4,41 % 0,006 % 0,03 % 3,35 % 0,04 % 0,0006 % 0,01 %

Schutzstatus gemäß Landesnaturschutzgesetz
i.d. Fassung vom 06.03.07 § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

FFH-Lebensraumtyp

Naturnaher Quellbereich Ausgebauter Quellbereich Bach (nicht näher bestimmt) Naturnaher Bach Altarm Naturnaher Bach in Bachschlucht Ausgebauter Bach Naturnaher Fluss Hafen-/Steganlagen an naturnahem Fluss Fluss-Altwasser Ausgebauter Fluss Hafen-/Steganlagen an ausgebautem Fluss Brücke über ausgebautem Fluss Uferbefestigung an ausgebautem Fluss

§ 25 LNatSchG

§ 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

tlw. 3260 tlw. 3260 tlw. 3260

§ 25 LNatSchG

tlw. 3260

§ 25 LNatSchG

tlw. 3260

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

73

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Kürzel
FG

Lebensraumtyp
Künstliche Fließgewässer / Gräben

Flächengröße, Länge, Anzahl
15,41 ha unverrohrt: 66,16 km verrohrt: 39,61 km 78,68 ha 18,871 km 0,66 ha 0,15 ha 276,60 ha 1035 Gewässer

Flächenanteil
0,07 %

Schutzstatus gemäß Landesnaturschutzgesetz
i.d. Fassung vom 06.03.07

FFH-Lebensraumtyp

FGk FGk/SE FGk/SVs

Kanal Hafen-/Steganlagen an Kanal Brücke über Kanal

0,37 % 0,003 % 0,0007 % 1,29 %

Stillgewässer FT/FK/ FW/FZ/FS /FX/ FV FT Tümpel FK FW FZ FS FS§ FX FX/SAy FV N NS NSs Andere stehende Kleingewässer Natürliche oder naturgeprägte Flachgewässer, Weiher Tümpel, Kleingewässer, Flachgewässer oder Weiher unter 25 qm Größe und nicht nach § 25 LNatSchG geschützt Seen (offene Wasserflächen) natürliche oder naturnahe Bereiche stehender Binnengewässer Künstlich überprägte Stillgewässer Künstlich überprägtes Stillgewässer/Abgrabungsgewässer Verlandungsbereich Gehölzfreie Biotope der Niedermoore, Sümpfe, Ufer Niedermoore, Sümpfe Seggenried

19,96 ha 317 Gewässer 5,18 ha 174 Gewässer 102,11 ha 326 Gewässer 22 Gewässer 21,06 ha 5 Gewässer 43,57 ha 4 Gewässer 51,24 ha 186 Gewässer 12,46 ha 1 Gewässer 21,01 ha 138,65 ha 11,67 ha 3,42 ha

0,09 % 0,02 % 0,48 % 0,10 % 0,20 % 0,24 % 0,06 % 0,10 % 0,65 % 0,05 % 0,02 %

§ 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

tlw. 3140, 3150, 3160 § 25 LNatSchG tlw. 3140, 3150, 3160

§ 25 LNatSchG

§ 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

tlw. 7230 tlw. 7230

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

74

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Kürzel
NR NR/SV NUs T TD TH TR TR/GM§ TR/RH§ TR/W§ TRns TRs G G G/SV GM GN GF GF§ GI GI/GF GI/GM A AA AAb

Lebensraumtyp
Landröhrichte Landröhrichte unter Brücke Uferstaudenflur Heiden und Magerrasen Binnendüne Zwergstrauchheiden Mager- und Trockenrasen Mager- und Trockenrasen in Mosaik mit mesophilem Grünland Mager- und Trockenrasen in Mosaik mit Ruderalfuren Mager- und Trockenrasen in Mosaik mit Pionierwald Borstgras- Rasen Artenarme Sukzessionsstadien Grünland Grünland (nicht näher bestimmt) Grünland (nicht näher bestimmt) unter Brücke Mesophiles Grünland Seggen- und binsenreiche Nasswiesen Sonstiges artenreiches Feucht- und Nassgrünland natürliche oder naturnahe regelmäßig überschwemmte Bereiche an natürlichen oder naturnahen Binnengewässern Artenarmes Intensivgrünland Mosaik wechselfeuchtes, artenarmes Intensivgrünland Mosaik mesophiles, artenarmes Intensivgrünland Acker- und Gartenbau-Biotope Acker Stilllegungsflächen (Ackerbrachen)

Flächengröße, Länge, Anzahl
121,69 ha 0,05 ha 1,82 ha 212,55 ha 3,50 ha 6,21 ha 123,42 ha 18,66 ha 14,46 ha 6,67 ha 0,72 ha 48,87 ha 2.097,01 ha 5,63 ha 0,31 ha 713,83 ha 153,65 ha 248,30 ha

Flächenanteil
0,55 % 0,0002 % 0,01 % 0,99 % 0,02 % 0,03 % 0,58 % 0,09 % 0,07 % 0,03 % 0,001 % 0,23 % 9,79 % 0,03 % 0,001 % 3,33 % 0,72 % 1,16 %

Schutzstatus gemäß Landesnaturschutzgesetz
i.d. Fassung vom 06.03.07 § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

FFH-Lebensraumtyp
tlw. *7210 tlw. *7210 tlw. 6530

§ 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

tlw. 2330 tlw. 4010, 4030 ( ) tlw. * 6210,. *6230 ( ) tlw. * 6210,. *6230 ( ) tlw. * 6210,. *6230 ( ) tlw. * 6210,. *6230 *6230

§ 25 LNatSchG § 25 LNatSchG

tlw. 6510 tlw. 6410

956,65 ha 0,56 ha 18,08 ha 3.947,19 ha 3.771,07 ha 63,52 ha

4,47 % 0,001 % 0,08 % 18,43 % 17,61 % 0,30 %

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

75

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Kürzel
AG ABb ABw AO R RHf RHf§ RHm RHm§ RHt RHt§

Lebensraumtyp
Gartenbaufläche Baumschule Weihnachtsbaum-Plantage Obstplantage Ruderalfluren Halbruderale Gras- und Staudenflur feuchter Standorte Staudenfluren stehender Binnengewässer Halbruderale Gras- und Staudenflur mittlerer Standorte Staudenfluren stehender Binnengewässer oder naturnaher Waldränder mittlerer Standorte Halbruderale Gras- und Staudenflur trockener Standorte Staudenfluren stehender Binnengewässer oder naturnaher Waldränder trockener Standorte Siedlungsbiotope Biotope der gemischten Bauflächen / Stadtgebiete Einzel- und Reihenhausbebauung (ohne Parkvillen) Alte Villen mit parkartigen Gärten Biotope der gemischten Baufläche / Dorfgebiete Industrieflächen und stark versiegelte ver- und Entsorgungsanlagen Gewerbegebiete, Gewerbebetriebe Kläranlagen / Rieselfelder Bauschutt- und Mülldeponien Industrielle Absetzbecken (Öffentliche) Grün- und Parkanlagen Parkanlage / historische Gartenanlage Sport- und Erholungsanlagen Freibad an Seen etc. (ohne Betonbecken) Schwimmbad (Betonbecken, Gebäude, Rasenflächen etc.) Campingplatz Golfplatz Ballspielanlage, Sportplatz

Flächengröße, Länge, Anzahl
77,27 ha 9,67 ha 4,30 ha 21,36 ha 741,33 ha 82,19 ha 647,45 ha

Flächenanteil
0,36 % 0,05 % 0,02 % 0,10 % 3,46 % 0,38 %

Schutzstatus gemäß Landesnaturschutzgesetz
i.d. Fassung vom 06.03.07

FFH-Lebensraumtyp

§ 25 LNatSchG 3,02 % § 25 LNatSchG 82,19 ha 0,38 % § 25 LNatSchG

S SB SBe SBv SD SIi SIg SIk SId SIa SP SPp SE SEf SEs SEc SEg SEb

7.478,27 ha 1.708,14 ha 1.264,58 ha 41,90 ha 453,21 ha 157,22 ha 694,14 ha 18,10 ha 52,86 ha 12,21 ha 209,02 ha 12,76 ha 50,64 ha 3,54 ha 3,96 ha 20,40 ha 97,85 ha 141,13 ha

34,92 % 7,98 % 5,90 % 0,20 % 2,12 % 0,73 % 3,24 % 0,08 % 0,25 % 0,06 % 0,98 % 0,06 % 0,24 % 0,02 % 0,02 % 0,10 % 0,46 % 0,66 %

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

76

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Kürzel
SEk SGf SGk SGa SGh SVb SVs SVf SVk SVd SVx SW SAg SAs Si X XSh XSh§

Lebensraumtyp
Kinderspielplatz Friedhof Kleingartenanlage Gärten Ferienhaussiedlunge Bahn-/Gleisanlage Straßenverkehrsfläche Flugplatz Schifffahrtskanal / Hafenanlage Damm oder Deich Sonstiges Küstenschutz- bzw. Hochwasserschutzbauwerk Wirtschaftsweg Abgrabungsfläche Aufschüttungsfläche im Bau / Baugebiet Geowissenschaftlich-landeskundlich bedeutende Objekte Steiler Hang im Binnenland artenreiche Steilhänge im Binnenland Gesamtfläche der Hansestadt Lübeck

Flächengröße, Länge, Anzahl
52,65 ha 88,82 ha 445,13 ha 1,70 ha 11,32 ha 176,25 ha 1.085,69 ha 36,19 ha 129,26 ha 23,38 ha 1,07 ha 138,30 ha 43,80 ha 9,46 ha 82,05 ha 97,14 ha 88,50 ha

Flächenanteil
0,25 % 0,41 % 2,08 % 0,008 % 0,05 % 0,82 % 5,07 % 0,17 % 0,60 % 0,11 % 0,005 % 0,65 % 0,20 % 0,04 % 0,38 % 0,45 % 0,41%

Schutzstatus gemäß Landesnaturschutzgesetz
i.d. Fassung vom 06.03.07

FFH-Lebensraumtyp

§ 25 LNatSchG 21.414,49 ha 100 %

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

77

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

26

4.6

Landschafts- und Ortsbild

(siehe auch Plan Nr. 9 und 10)
Der Begriff Landschaftsbild in § 8 BNatSchG umfasst die sinnlich wahrnehmbare Expression des Naturhaushaltes. Er umfasst all das, was den Eindruck von Landschaft mitbestimmt. Dazu gehören z.B. Berge, Täler, Flüsse, Pflanzengruppen und Tiere ebenso wie vom Menschen geschaffene Anlagen. Gem. der europäischen Landschaftskonvention des Europarats vom Oktober 2000 sind die Vertragsparteien verpflichtet, “Landschaften als wesentlichen Bestandteil des Lebensraums der Menschen als Ausdruck der Vielfalt ihres gemeinsamen Kultur- und Naturerbes und als Grundstein ihrer Identität rechtlich anzuerkennen”. In Untersuchungen zum Landschaftsbild wurden Lübecker BürgerInnen nach ihren Ansprüchen und Wünschen befragt. Die 3 folgenden landschaftsästhetisch wirksamen Kriterien “Vielfalt”, “Naturnähe” und “Eigenart” wurden im Ergebnis als entscheidend ermittelt. Die insgesamt ca. 11.000 Einheiten, in die sich das Lübecker Landschaftsbild unterteilen lässt, wurden in 164 Landschaftsbildtypen untergliedert und anhand der o.g. Kriterien bewertet. Diese LandTyp
Landschaftsbildtypen Freie Landschaft: Naturnahe Stillgewässer Tiefeingeschnittenes Fließgewässer Bachschlucht Traveuferabschnitt mit bewachsenem Steilufer Altarm Bachschlucht Trave-/Ostseeabschnitt mit vegetationsarmem Kliff Gehölzbegleiteter, unbefestigter Bach Naturnaher Lauf der Wakenitz Alter Laubwald Feuchtwald Hangwald/Gehölzbestandene Böschung

schaftsbildtypen sind zusammengefasst zu 9 Typengruppen der freien Landschaft (Gewässer, Wald, Gehölz, Brachen, Landwirtschaft, Bebauung, Verkehrsanlagen, Deponie/Halde, Sonderflächen) sowie 10 Typengruppen des besiedelten Bereiches (Wohnbebauung, Siedlungsbereiche, Gemeinflächen, Einzelgebäude, Gewerbe/Industrie, Verkehrsanlagen, Nutzgärten, naturnähere Bereiche, Gewässer, Sonderflächen). Anhand dieses Bewertungsansatzes kann die ästhetische Qualität des Lübecker Orts- und Landschaftsbildes, das im Rahmen von geplanten Eingriffen gem. § 10 LNatSchG besonders zu berücksichtigen ist, systematisch in Entscheidungen über die Flächennutzung eingebracht werden. Ergänzend wird auf Gebiete hingewiesen, die gem. § 172 des Baugesetzbuches (BauGB) von der Gemeinde “zur Erhaltung der städtebaulichen Eigenart eines Gebietes...” in einem B-Plan oder durch sonstige Satzung ausgewiesen sind (oder lediglich Aufstellungsbeschluss) und für die der Abbruch, die Änderung oder die Nutzungsänderungen baulicher Anlagen sowie die Errichtung der Genehmigung bedürfen.

Charakteristik
Die Flächen erfüllen die wertbestimmenden Kriterien Vielfalt, Naturnähe und Schönheit in sehr hohem Maße. Alte Laubwälder, naturnahe Gewässer und ihre Ufer sind für diese Landschaftsbildtypen dieser Wertstufe in Lübeck besonders charakteristisch.

Lage
Schwerpunkträume: Brodtener Steilufer Dummersdorfer Ufer Kannenbruch Lauer Holz Westseiter Untertrave Südliche Wakenitz

Größe
Insgesamt: ca. 1902 ha 574 Einzelflächen; das entspricht 8,9% des Stadtgebietes

Bewertung
Landschaftsbildtypen mit sehr hohem Wert (Wertstufe 1) und zumeist sehr großer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz sowie die Erholung.

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

78

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Typ
Beispielhafte Aufzählung: Landschaftsbildtypen Freie Landschaft: Bach Teich/See mit natürl. Uferbereich Priwallstrand/Dünen Alter Nadelwald Junger Laubwald Niederwald Feldgehölz/Feuchtgebüsch Knicks/Hecke/Redder/Allee Baumreihe/Feldbaum/-gruppe Feuchtbrache Stark strukturiertes Grünland Feuchtgrünland Gutshof/Gehöft/alte Wassermühle Landschaftsbildtypen Besiedelter Bereich: Villenähnl. Einzel- u. Doppelhäuser Alter Siedlungskern/locker bebauter Ortsbereich Gedenkstätte/alter Friedhof Park/Parkanlage Historische Gebäude Wäldchen in Ortslage Markanter Einzelbaum Badeanstalt -

Charakteristik
Die Flächen erfüllen die wertbestimmenden Kriterien Vielfalt, Naturnähe und Schönheit in hohem Maße. Stark strukturiertes Grünland, alte Nadelwälder, Knicks, Teiche, villenähnliche Einzel- und Doppelhäuser sind die charakteristischen Landschaftsbildtypen dieser Wertstufe in Lübeck.

Lage

Größe
Insgesamt: ca. 5483 ha 3533 Einzelflächen; das entspricht 25,66 % des Stadtgebietes

Bewertung
Landschaftsbildtypen mit hohem Wert (Wertstufe 2) und zumeist großer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz sowie die Erholung.

Beispielhafte Aufzählung: Landschaftsbildtypen Freie Landschaft:

-

Kiesgrube Golfplatz bei Brodten Wald-Tierpark See mit genutztem Uferbe- Landschaftsbildtypen Besiedelter Bereich: reich Einzel-/ u. Doppelhäuser Gehölzfreier, unbefestigter Bach Mehrparteienhaus Junger Nadelwald Behelfssiedlung/ MehrgePappel/Fichtenforst schossbau Windwurf/Kahlschlag Öffentliche GrünanlaBrachfläche/Ackerbrache ge/Friedhof Gering bis mittel struktur. Grünland Alter Gebäudekomplex Strukturiertes Ackerland Industrie/Gewerbe im Wald Obstplantage Alte Brücke Straße mit Alleecharakter Bahnhof Eingleisige Bahnanlage Kleingärten/Gartenland Begrünte Deponie/Halde Seebad/Strand Militärisch genutztes Gelände

Schwerpunkträume: Pötenitzer Wiek/Priwall Dassower See Untertrave zw. Teerhofsinsel u. Breitling bis südliches Lauerholz Westlicher Kannenbruch Altstadt Lübeck (in Teilen) Altstadt Travemünde (in Teilen) Siedlungskern Schlutup (in Teilen) Die Flächen erfüllen die wertbeSchwerpunkträume: stimmenden Kriterien Vielfalt, Wüstenei Naturnähe und Schönheit bedingt. Stecknitz Gering bis mittel strukturiertes Grönauer Heide Grünland, Einzel-, Doppel- u. Groß-Steinrade Mehrparteienhäuser, öffentliche Fackenburger LandGrünanlagen, junger Nadelwald, grabenniederung Windwurf u. Kahlschlag und Golfplatz Brodten Kleingärten sind die charakteristiDummersdorfer schen Landschaftsbildtypen dieFeld/Ivendorf ser Wertstufe in Lübeck. Priwall Siedlung Brandenbaum/Wakenitz/Streck nitz

Insgesamt: ca. 6532 ha 3405 Einzelflächen; das entspricht 28,66 % des Stadtgebietes

Landschaftsbildtypen mit mittlerem Wert (Wertstufe 3) und unterschiedlich großer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz sowie die Erholung.

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

79

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Typ
Beispielhafte Aufzählung: Landschaftsbildtypen Freie Landschaft: Gehölzfreier, befestigter Bach/Graben Schwach strukturiertes Ackerland Hunde-/Pferdesportplatz Kläranlage Tiefer Landschaftseinschnitt mit Gleisanlagen Verkehrsreiche Straße im Wald Spülfläche Campingplatz Flugplatz Landschaftsbildtypen Besiedelter Bereich: Reihenhäuser/Zeilenbebauung Verdichteter Siedlungsbereich Beispielhafte Aufzählung: Landschaftsbildtypen Freie Landschaft: Windkraftanlage Autobahnähnlicher Verkehrsweg Abfalldeponie/Halde/Deponieufer Überlandhochspannungsleitung Flugtechnische Anlage Kieswerk Landschaftsbildtypen Besiedelter Bereich: Hochhaus Sportplatz/Spielplatz Festplatz/Minigolfplatz Kaserne Kleingewerbe/Tankstellen Großgewerbe Gärtnerei Mehrgleisige Bahnanlage Straße mit einreihiger Baumreihe Bahnbetriebsgelände Verkehrskreisel Stillgewässer mit vollständig versiegeltem Ufer Trave-Abschnitt mit befestigtem Uferbereich Hafenbereich mit technischen Anlagen Großgewerbe/Supermarkt Lagerfläche/ungenutzte Gewerbefläche Mehrspurige Straße ohne Begleitgehölze Parkplatz/Garagenhof Schlichte Straßenverkehrsbrücke Trave-Abschnitt mit vollständig versiegeltem Uferbereich

Charakteristik

Lage

Größe
Insgesamt: ca. 6124 ha 2543 Einzelflächen; das entspricht 6,2% des Stadtgebietes

Bewertung
Landschaftsbildtypen mit geringem Wert (Wertstufe 4) und sehr geringer bis keiner Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz sowie die Erholung.

Die Flächen erfüllen die wertbeSchwerpunkträume: Brodten/Gneversdorf/ stimmenden Kriterien Vielfalt, Teutendorf/Rönnau/ Naturnähe und Schönheit in geIvendorf/Pöppendorf ringem Maße. Schwach struktuNördlicher Breitriertes Ackerland, Zeilenbebauling/Schlutuper Wiek ung, Reihenhäuser, moderne Gebäudekomplexe, Kleingewerbe/Tankstellen, Hafenbereiche mit technischen Anlagen, naturferne Fließ- und Kleingewässer und Sportplätze sind die charakteristischen Landschaftsbildtypen dieser Wertstufe in Lübeck.

-

Die Flächen erfüllen die wertbestimmenden Kriterien Vielfalt, Naturnähe und Schönheit in sehr geringem Maße. Versiegelte Flächen, z.B. mehrspurige Straßen, Hochhäuser, Parkplätze/Garagenhöfe, Hafenbereiche mit Gewerbe, Großgewerbe sind die charakteristischen Landschaftsbildtypen dieser Wertstufe in Lübeck.

Schwerpunkträume: Vorwerker Hafen Untertrave bei Siems/Dänischburg Herrenwyk

Insgesamt: ca. 1325 ha 801 Einzelflächen

Landschaftsbildtypen mit sehr geringem Wert (Wertstufe 5) und sehr geringer bis keiner Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz sowie die Erholung.

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

80

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

27

4.7

Kulturhistorisch und naturhistorisch bedeutsame Landschaftsbestandteile

(siehe auch Plan Nr. 11)
Der Begriff “Kulturhistorisch bedeutsame Landschaftsbestandteile” umfasst alle Zeugnisse der Besiedlung und Kultivierung Lübecks, Formen land- und forstwirtschaftlicher Flächennutzung sowie Spuren vergangener und gegenwärtiger Infrastrukturen. Anhand dieser “Zeitzeugen” lässt sich Lübecker Geschichte nachvollziehen. Die Darstellung der historischen Kulturlandschaften und – landschaftsteile von besonders charakteristischer Bedeutung soll Nr. Typ Charakteristik Entstehungszeitpunkt auf diese Besonderheiten Lübecks und deren Schutzwürdigkeit aufmerksam machen. Auf die aufgrund ihrer Größe und ihres Ensembles ganz besonders prägenden Bereiche der Lübecker und der Travemünder Altstadt sowie des Siedlungskernes Schlutup wird hiermit gesondert hingewiesen.

Verbreitung./. Lage

Elemente Beeinträchtigungen, 1 Objektnummer gem. GutachGefährdungen ten
Niederbüssau, Wulfsdorf, Ivendorf, Brodten 22, 28, 60, 66, 71 Umgestaltung von Straßen u. Plätzen Siedlungserweiterungen und Innenverdichtung Umgestaltung im Rahmen der Dorferneuerung o.ä.

Dorf/Siedlung
1.1 Dorf Dörfer, die in ihrer Grundstruktur und verschiedenen Einzelelementen typische historische Merkmale aufweisen: Angerdorf, Straßendorf, Haufendorf Einzelelemente, die auf historische Formen des Dorflebens zurückzuführen sind und noch entsprechende Erscheinungsbilder aufweisen: Dorfteich, Dorfstrasse Ensembles aus verschiedenen Gebäudetypen mit Gartenanlagen und landwirtschaftlichen Hofstrukturen ab 12. Jhdt. (deutsche Zeit) ländliche Bereiche im Süden der Stadt u. im Travemünder Winkel

1.2

Dörfliches Einzelelement

Unbestimmt

wenige Elemente vor allem westlich und südlich der Stadt

1.3

Hof- / Gutsanlage

Vorwiegend im 18. Jhdt. durch Lübecker Patrizier oder als große bäuerliche Hofanlagen entstanden, oft auf frühere Burgplätze zurückzuführen

ländliche Zonen südl. der heutigen Stadt im Nordwesten im Siedlungsgefüge im Travemünder Winkel

Dorfteich Kronsforde, Dorfteich Oberbüssau, Dorfstraße Reecke, Dorfteich und Brink Vorrade, Dorfteich Teutendorf, Dorfteich Israelsdorf 10, 13, 17, 26, 63, 81 Krummesse, Niemark, Niendorf, mangelnde FinanzierStrecknitz, Falkenhusen, Padelügge, barkeit notwendiger ErRoggenhorst, Steinrader Hof, Mori, haltungsmaßnahmen Krempelsdorf, Höfe in Teutendorf, Umnutzung u. ParzelEvershof, Hof Brandenbaum lierung der Gesamtkomplexe 3, 7,14, 30, 38, 45, 46, 49, 51, 54, 62, 69, 85

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Nr.

Typ

Charakteristik

Entstehungszeitpunkt
seit dem 18. Jhdt. mit den Anfängen der gezielten Gestaltung öffentlicher Grünanlagen

Verbreitung./. Lage

Elemente Beeinträchtigungen, 1 Objektnummer gem. GutachGefährdungen ten
Christinental, Wallanlagen, Holsten- Um- und Neugestaltor-Anlage, Stadtpark, Behnhaustungsmaßnahmen, die /Bürgergärten, Eschenburg Park., die historischen Bezüge Godewindpark, Schulgarten, Kurverwischen saal-Garten, Kurgebiet Travemünde; Privatgärten, Gneversdorfer Kamp, Linde'sche Villa, Curtiusstr.13 u. 27, Wakenitzstr.67, Tor der Hoffnung 15 Fischersiedlung Müggenbusch, Fischerhaus Harbershorst, Fischersiedlung Gothmund 33, 34, 83 - Störung der charakteristischen Lagequalität durch Gewässerumbauten - Siedlungserweiterungen, Innenverdichtung u.ä Heidteich - Zerstörung der Stauanlagen und des Wasserzu5 flusses - Verlanden des Gewässers - Vernachlässigung u. Brömbsenmühle, Brandenmühle, Verfall von Gebäuden u. Tremser Teich, Windmühle in RönStaueinrichtungen nau, Mühlenhügel in Gneversdorf, Schwarzmühlenteich, Mühlenanlage - Zerstörung von Mühlenbächen, -gängen durch Schlutup, Mühlendamm (innerstädwasserbauliche Maßnahtisch) men, Verrohrungen 4, 16, 55, 61, 65, 86, 87 Flachsröste in Krummesse, Mergel- - Intensivierung (landwirtschaftlicher) Nutzung grube bei Gut Strecknitz, Mergelgrube am Grönauer Baum, Mergelkuh- - wasserbauliche Maßnahmen an Trave (Reetwerlen bei Roggenhorst, Ziegelteich bei der) und Mooren Travemünde, Reetwerder an der - Rekultivierung Trave, Torfstiche Wesloer Moor - Überbauung 8, 31, 32, 47, 64, 82, 84

1.4

Park- / Gartenanlage

öffentliche Parks und private Gartenanlagen mit besonderer künstlerischer u. historischer Bedeutung: Gartendenkmäler

Schwerpunkt in den Stadterweiterungsgebieten (Lübeck u. Travemünde) des 18./19.Jh.

Gewerbe
2.1 Fischersied- in direktem Bezug zum Gewässer lung / -haus liegende Siedlungen und -häuser der Berufsfischer außerhalb der von der Torsperre betroffenen Stadt seit dem 16. Jhdt. als an Untertrave und Wakenitz Arbeits- und Übernachtungsplätze der Fischer - sog. 'Buden' - entstanden Unbestimmt einmal im Bereich Krummesse

2.2

Fischteich

durch Stau- und Wehranlagen künstlich angelegte Teiche zur Fischzucht

2.3

Mühlenanlage

Gesamtanlagen und Einzelelemente von wasser- und windgetriebenen Mühlen: Mühlenbach, Mühlenteich, Mühlenhügel, Mühlengebäude, Wassermühle, Windmühle

seit dem 12. Jhdt. meist außerhalb der innezentrale Bedeutung als ren Stadt Energiequelle für die verschiedensten handwerklichen Betriebe

2.4

Rohstoffgewinnung und Rohstoffverabeitung

in der Landschaft erkennbare Relikte Ziegeleien seit dem in den Randbereichen ehemaliger Gewinnung und Verarbei- 13.Jhdt. verteilt tung von Rohstoffen für Bautätigkeiten, Torfstiche um Haushaltsführung u.o. landwirtMergelgruben schaftliche Anwendungen: Ziegelei, Schwerpunkt im 18. / Reetwerder, Torfstich, Flachsröste, 19.Jhdt. Mergelgrube

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Nr.

Typ

Charakteristik

Entstehungszeitpunkt

Verbreitung./. Lage

Elemente Beeinträchtigungen, 1 Objektnummer gem. GutachGefährdungen ten

Straße/Verkehr
3.1 Allee, Baum- straßenbegleitende gezielte Anpflanreihe zungen von Alleen u.o. Baumreihen seit dem 18.Jhdt. an Landstraßen und zur Gestaltung von Spazierwegen Alleensystem in St. Kronsforder Hauptstraße, Niendorfer - Straßenausbau Lorenz und St. Gertrud Straße, Kronsforder/Krummesser - Beschädigungen durch Kurgebiet Travemünde Landstr., Ratzeburger Landstr., ruhenden und fließenden motorisierten Verkehr Israelsdorf, div. in St. Gertrud, St. Lorenz u. Vorwerk, Teerhofinsel, Kücknitz, Travemünde 9, 18, 23, 36, 78 nur einmal zwischen Krons- Hohlweg an der Quadebek - Wegeausbau forde und Rothenhausen 11

3.2

Hohlweg

Teil einer historischen Wegetrasse, der vor 1789 sich durch künstlichen Geländeeinschnitt auszeichnet künstlich angelegte Wasserstraße mit Schleusen 14. Jhdt., 19. / 20.Jhdt

Schifffahrt
4.1 Kanal Elbe-Lübeck-Kanal vom Elbe-Lübeck-Kanal Burgtor bis zur Stadtgrenze 21 bei Krummesse - Verlust charakteristischer Merkmale durch Modernisierung und technische Anpassung des Schifffahrtsweges - Modernisierung und Neubau - Beeinträchtigung der Lagequalität durch Veränderungen in der Umgebung - Rückbau der Reliefmodellierung (Dammabtrag, Auffüllung) - Überbauung

4.2

Leuchtturm

nach technischen Gesichtspunkten gebaute Anlage als Orientierungsmerkmal in der Seefahrt

Anfang 14. Jhdt.

einmal in Travemünde

Leuchtturm in Travemünde

Eisenbahn
5.1 Bahndamm / -trasse Relikte ehemaliger Bahnstrecken Ende 18.Jhdt./ Anf. 19.Jhdt. bei Krempelsdorf u. bei Brodten Bahndamm bei Krempelsdorf, Bäderbahn bei Brodten 53, 70

Landleben / Landwirtschaft
6.1 Flur- / Knick- ländliche historische Nutzungs- und truktur Eigentumsstrukturen, die sich in ihrem Bestand weitgehend erhalten konnten und eng mit der Siedlungsgeschichte verknüpft sind Verkoppelung mit Schwerpunkt 18.Jhdt. in wenigen Teilbereichen der ländlichen Gebieten westl. u. südlich der Stadt sowie in Dummersdorf Knicknetz Oberbüssau, Flurstruktur - Siedlungstätigkeiten Vorrade, Knicknetz bei St. Hubertus, - Intensivierung der landKnicknetz bei Steinrade, Knicknetz wirtschaftlichen Nutzung Dummersdorf mit Zerstörung der Knicks 12, 24, 35, 50, 76

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Nr.

Typ

Charakteristik

Entstehungszeitpunkt
verschiedene Epochen, bis ins 19.Jhdt.

Verbreitung./. Lage

Elemente Beeinträchtigungen, 1 Objektnummer gem. GutachGefährdungen ten

6.2

Wiesen u. Weiden

6.3

Landschaftliches/Landwirtschaftliches Einzelelement

flächige Elemente, deren Erscheinungsbild noch heute Ausdruck einer ehemaligen bäuerlichen Landnutzung ist: Streuwiese, Hangweide punktuelle Einzelelemente, deren Erscheinungsbild noch heute Ausdruck einer ehemaligen bäuerlichen Landnutzung ist: Schneitel-/Kopfbaum, Weiher, Trift, Knickeichen, Hudeeichen

nur wenige Einzelelemente Streuweise an der Trave, Hangweide Dummersdorf 44, 75,

verschiedene Epochen, bis Anf. 20.Jhdt.

- Siedlungstätigkeiten - Intensivierung oder Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung - Intensivierung der landnur wenige Einzelelemente Schneitelesche, Trift zur Grönauer wirtschaftlichen Nutzung Heide, Kopfweiden bei Gneversdorf, mit der Zerstörung von Weiher mit Kopfweiden, Hudeeichen Kleinstrukturen bzw. Aufam Schellbruch gabe der landwirtschaftl. 27, 29, 67, 68, 77 Nutzung

Wald / Forstwirtschaft
7.1 Niederwald besondere Waldnutzungsform zur Holzgewinnung, bei der die Bäume regelmäßig auf den Stock gesetzt werden Gehöft, das hauptsächlich der Forstverwaltung und –bewirtschaftung dient 18. / 19.Jhdt. - als sog. geringe Bestände in Brod- Eschen-Niederwald bei Brodten, - Aufgabe d. regelmäßigen bäuerlich genutzte ten und am Dummersdorfer Niederwald am Dummersdorfer Ufer Nutzung bzw. Pflege 'Buschkoppeln' Ufer 72, 74 Mitte 18.Jhdt. Ausdruck des Beginns einer geregelten Waldwirtschaft 18.Jhdt. Forst Waldhusen, Wesloer Tannen Forsthof Waldhusen, Försterei Wes- - Funktionsverlust und Verfall bzw. Aufgabe der loe Anlage 57

7.2

Forsthof

Freizeit
8.1 Freizeiteinrichtung speziell als Ausflugsziele entstandene Bereiche, die noch heute über ursprüngliche Merkmale verfügen: Lustholz, Ausflugsgaststätte in Israelsdorf Lustholz Israelsdorf, Ausflugsgaststätte Twiehaus 79, 80

Gräber / Bestattungen
9.1 Friedhof Friedhofsanlagen mit besonderen historischen Merkmalen: Jüdischer Friedhof, Kirchhof verschieden Vielzahl von Objekten, im Gebiet verteilt Jüdischer Friedhof Moisling, Kirchhof - durch Erweiterungen und Neubelegung Verlust hisGenin, Kirchhof Klein Grönau, Burgtorischer Grundstrukturen tor Friedhof, Ehrenfriedhof Burgtor, und historischer GrabFriedhof Lorenzkirche, Friedhof mal-Ausstattung Jürgen Kapelle, Vorwerker Friedhof, Friedhof St. Andreas in Schlutup, Friedhof Waldhusen 19, 20, 37

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Nr.

Typ

Charakteristik

Entstehungszeitpunkt
vor 12. Jhdt. Steinzeit, Bronzezeit, Slawenzeit

Verbreitung./. Lage

Elemente Beeinträchtigungen, 1 Objektnummer gem. GutachGefährdungen ten
Steingrab Blankensee, GroßSteingrab Waldhusen, diverses 40, 58 Reliefveränderungen

9.2

Grabhügel, Steinkammer

Einzelgräber u.o. Grabfelder; z.T. offengelegte Grabkammern, z.T. Erdhügel

Vielzahl von Objekten mit Schwerpunkten bei Blankensee und in Waldhusen

Verwaltung / Grenzen
10.1 Landwehr, Landgraben Wall- und Grabenanlagen zur Sicherung des dem Lübecker Stadtrecht unterstehenden Territoriums ca. 1300 umfassende Abschnitte mit punktuell gut erhaltener Wall-Graben-Abfolge in ca. 7 km Entfernung zur Stadtmitte im Nordwesten und Südosten Untertrave (Alt Lübeck u. Hirtenberg), Pöppendorf Landwehr u. Landgraben (zwischen Wakenitz u. Elbe-Lübeck-Kanal), Landwehr u. Landgraben (zwischen Obertrave u. Untertrave), Landwehr u. Landgraben zwischen Schlutuper Wiek u. Wakenitz) 1, 2, 41, 42, 43 Slawische Ringburg 'Alt Lübeck', Pöppendorfer Ring, Ringburg auf dem Hirtenberg 56, 59, 73 - Garbenausbau bzw. Verrohrung - Nutzungsintensivierung von Randflächen und Niederungsbereichen

10.2

Ringburganlage

Relikte ehemaliger Befestigungsanlagen, heute meist durch markante Reliefstrukturen sichtbar

8.-9. Jhdt. (slawische Besiedlung) 12. Jhdt.

10.3

Grenzstreifen Turmhügel

10.4

durch besondere Landschaftsstruktu- vor 1789 ren gekennzeichneter Verlauf historischer Grenzen Relikte ehemaliger kleinerer Burganla- 17. Jhdt. gen, heute meist von Gräben umgebene Hügel, sog. Motten mit Hoheits- und Eigentumszeichen versehene Steine, die alte Grenzverläufe markieren 16. – 19. Jhdt.

nur einmal, südlich Rothebek überwiegend nahe der Landwehr Roggenhorst, Hof Steinrade, Mori sowie Siems, Krummesse ca. 100, über das Stadtgebiet verbreitet

10.5

Flur- und Grenzstein

- Reliefveränderungen - Störung der charakteristischen Lagequalität durch Eingriffe in die Umgebung Grenzstreifen Vorrader Straße - Nutzungsintensivierung mit Verlust prägender 25 Knickstrukturen bei Gut Krummesse, bei Gut Rog- Reliefveränderungen genhorst, Turmhügel Mori, bei Stein- - Bebauung rader Hof, in Siems 3, 46, 52 über das ganze Stadtgebiet verteilt - Verlagerung vom ursprünglichen Standort - Beseitigung

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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4

5. 5.1

Darstellung und Bewertung der vorhandenen freiraumbezogenen Erholung und des Naturerlebens Grünflächen und Naturerlebnisräume

28

67

5.1.1 Grünflächen
Grünflächentyp
Grün- und Parkanlagen

Charakteristik
Im Stadtgebiet existieren ca. 270 städtische Grün- und Parkanlagen. Parkanlagen sind intensiv gepflegte Grünflächen, i. d. R. mit Scherrasen- und Gehölzflächen, Blumenrabatten, Einzelbäumen sowie vorgegebener Wegeführung. Sie sind uneingeschränkt zugänglich und dienen vornehmlich der kurzzeitigen wohnungsnahen Feierabend- und Wochenenderholung. Dagegen stellen kleinflächigere Grünanlagen beispielsweise isolierte Gehölzpflanzungen, Rasenflächen usw. dar und können faktisch selten betreten werden. Sie dienen vornehmlich der Auflockerung und Verbesserung des Ortsbildes. In Lübeck gibt es 62 Anlagen in unterschiedlicher Größe mit insgesamt ca. 10.000 Kleingartenparzellen. Die in der Regel abgezäunten Parzellen besitzen eine Größe bis ca. 400 m² mit Blumen- und Gemüsebeeten, Obstgehölzen, Rasenfläche und Gartenlaube. Gem. Flächennutzungsplan besitzt Lübeck im Vergleich eine auf die Einwohnerzahl bezogene überdurchschnittlich große Kleingartenfläche. In den letzten Jahrzehnten hat ein genereller Funktionswandel vom ”Versorgungsgarten” zum ”Freizeitgarten” stattgefunden. Die Wege der Anlagen sind i. d. R. tagsüber öffentlich begehbar. Im Stadtgebiet sind z. Zt. 227 städt. Spielplätze als Ballund/oder Gerätespielplätze vorhanden. Überwiegend uniforme Ausstattung mit Geräten sowie Ziergehölzpflanzungen im Randbereich.

Lage
In der Regel in unmittelbarer Nähe zu oder innerhalb von Wohngebieten.

Flächenanteil
ca.224 ha = 1,1 %

Beeinträchtigungen, 1 Gefährdungen
• • Z. T. artenarme Lebensräume durch intensive Pflege. Defizit an öffentl. Parkanlagen vor allem in den dichtbesiedelten Wohngebieten von St. Lorenz Nord und Süd, der Innenstadt etc.

Bewertung und Empfehlung
Parkanlagen stellen das Kernstück der öffentlichen freiraumbezogenen Erholungsmöglichkeiten im Stadtgebiet dar. Die vorh. Einrichtungen sollten vor allem in den dichtbesiedelten Wohngebieten um weitere Anlagen ergänzt werden.

Kleingartenanlagen

Im Randbereich von Wohngebieten, als Übergang zur freien Landschaft.

ca.387 ha = 1,8 %

• • •

Teilw. intensiver Einsatz von Bioziden und Düngemitteln. Monotone Struktur der Anlagen mit linearer Wegeführung. Große Zahl von KFZStellplätzen.

Die Nutzung des Kleingartens ist für viele Bewohner verdichteter Wohngebiete die zentrale Erholungsmöglichkeit. Eine stärkere Nutzung der Anlagen durch die Öffentlichkeit wäre durch Steigerung ihrer Attraktivität und bessere Einbindung in Naherholungsgebiete mögl.

Spielplätze

I. d. R. innerhalb der Wohngebiete.

ca.61 ha = 0,3 %

• • •

Unterversorgte Stadtteile. Z. T. schlechte Erreichbarkeit. Veralterte Ausstattung bei ca. 75 % der Plätze.

Insgesamt ausreichende Zahl an Spielplätzen, bei z. T. unausgewogener räumlicher Verteilung. Geringe Attraktivität vieler Plätze.

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Grünflächentyp

Charakteristik

Lage

Flächenanteil

Beeinträchtigungen, 1 Gefährdungen
• Verschmutzung durch störende Personen (Alkoholabhängige etc.) oder durch Hunde Periodisch auftretend schlechte Wasserqualität führt zur zeitweiligen Schließung der Flussbadestellen. Ungesicherte städt. Finanzierung des Badebetriebes gefährdet Erhalt der Freibäder. Erhebliche Lücken in vielen Wegebeziehungen Genormte Breiten- und Qualitätsanforderungen verzögern die Erweiterung des Wegenetzes. Teilweise Konflikte mit Reitsportlern (Wälder). Nicht ausreichende Ausstattung (Wegweisung, Eingangssituation usw.) für eine ruhige, erholungsbezogene Sekundärnutzung (Spazierengehen).

Bewertung und Empfehlung

Freibäder

Es existieren 4 Flussbadestellen und 2 (künstl. errichtete) Freibäder. Neben den Wasserflächen gehören umfangreiche Freiflächen (Liegeflächen) als Rasen- oder Strandflächen mit Ziergehölzen sowie Funktionsgebäude (Umkleide-, Duschräume) zu den Anlagen. Daneben sind umfangreiche Bademöglichkeiten an den Stränden in Travemünde und auf dem Priwall vorhanden.

Alle Flussbadestellen ca.7,2 ha befinden sich an der = 0,03 % Wakenitz bzw. am Krähenteich. Freibäder in Moisling und Schlutup.

•

•

Die Frequentierung der Freibäder und Badestrände in den Sommermonaten ist stark witterungsabhängig. Durch die Erhebung von Eintrittsgeldern hat die Benutzung der Einrichtungen in jüngster Zeit deutlich abgenommen. Rad- und Wanderwege besitzen eine besondere Bedeutung für eine stadtweite Naherholung der Bevölkerung. Qualität der Wege und Attraktivität des Landschaftsbildes sind wesentliche Voraussetzungen für die Nutzung. Friedhöfe können mit entspr. Ausstattung ein vorh. Defizit an wohnungsnahen Erholungsflächen in den Stadtteilen z. T. kompensieren. Kulturhistorische Bedeutung einiger Friedhöfe.

Rad- und Wanderwege

Straßenbegleitende Wege, Waldwege sowie Wege in der freien Landschaft (teilweise auch als Wirtschaftswege genutzt) bilden das Gerüst eines stadtweiten Wegenetzes als Erholungsmöglichkeit für Radfahrer und Spaziergänger. Wegebeziehungen von überregionaler Bedeutung sind der “Europäische Fernwanderweg” sowie der Fernwanderweg “Alte Salzstraße”. Sonderregelungen für Radfahrer in der Innenstadt sollen zum verstärkten Radfahren motivieren. Friedhöfe Neben 5 städtischen, existieren noch 3 kirchliche Friedhöfe im Stadtgebiet. Parkähnliche Anlage der Friedhöfe mit intensiv gepflegten Rasenflächen, Hecken- und Baumbestand. Grabfelder mit engmaschigem Wegenetz (Haupt- und Nebenwege). Die allg. Entwicklungssituation der Friedhöfe ist durch eine Abnahme der Erdbestattungen und damit auch einer langfristigen Verringerung der Grabfelder gekennzeichnet. Vor- und Hausgärten Hintergärten werden zur Erholung der Bewohner genutzt. Rasenflächen, Blumenrabatten und Gehölze dominieren; kaum noch Nutzgärten. Vorgärten als Ziergärten besitzen vorwiegend Abstandsfunktion.

Überall im Stadtgebiet.

- nicht ermittelt -

• •

• Städt. Friedhöfe in den “alten” Stadtteilen sowie in Waldhusen; kirchl. Anlagen in Genin, Schlutup und Travemünde. ca.93 ha = 0,4 % •

Umfangreichere Hausgärten vorwiegend im Bereich der Kleinsiedlungen. Kaum Gärten in der Innenstadt sowie in großen Teilen von St. Lorenz.

- nicht ermittelt -

• •

Rückgang von großkronigen Bäumen führt zu Attraktivitätsverlust Aufhebung von Vorgärten zugunsten von KFZStellplätzen.

Eine intensive Erholungsnutzung von Hausgärten kann eine entlastende Wirkung auf stark frequentierte Naherholungsgebiete (freie Landschaft, Wälder, Strände usw.) haben.

1

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Grünflächentyp
Abstandsgrün

Charakteristik
Private Grünflächen (vorwiegend Scherrasen mit Einzelgehölzen) zwischen Blockbebauung der Nachkriegszeit.

Lage
Schwerpunkte: Buntekuh, Moisling, Kücknitz

Flächenanteil
- nicht ermittelt -

Beeinträchtigungen, 1 Gefährdungen
• Artenarme und z. T. strukturlose Gestaltung führen zu geringer Attraktivität für eine wohnungsnahe Erholung.

Bewertung und Empfehlung
Eine Erhöhung der Attraktivität von Abstandsgrünflächen (z. B. durch die Einrichtung kleiner Mietergärten) würde ihre Erholungsfunktion verbessern.

68

5.1.2 Naturerlebnisräume (NER)

(siehe auch Plan Nr. 15)
Naturerlebnisräume sind gem. § 19 Abs. 3 (ehemals § 29) LNatSchG wie folgt definiert: “Naturerlebnisräume sollen den Besuchern ermöglichen, Natur, Naturzusammenhänge und den unmittelbaren Einfluss des Menschen auf die Natur zu erfahren.” Daran anknüpfend hat die Lübecker Bürgerschaft im November 1994 beschlossen, dass im Rahmen der Bauleitplanung dem Bedürfnis des Naturerlebens, v.a. für Kinder, durch Festlegung geeigneter Flächen Rechnung getragen wird. Typ, Bereich, Art etc.
Naturerlebnisraum “Plankenwiese”

Wichtig ist, dass diese nicht weiter als 300-800 m von der Wohnbebauung entfernt liegen und dadurch v.a. von Kindern und Jugendlichen einfach und täglich zu erreichen sind. Inzwischen gibt es 6 Naturerlebnisräume in einer Gesamtgröße von ca. 64 ha auf städtischen Flächen, auf denen Natur zum unreglementierten “Erleben mit allen Sinnen” zur Verfügung gestellt wird.

Charakteristik
Feuchte Wiesenbereiche in der Niederung des Herrnburger Landgrabens mit Ufergehölz, Hochstauden, Obstgehölzen, einem Kleingewässer. Die Grünlandflächen werden zeitweise von Galloways beweidet. Ausgestattet mit weiteren Naturerlebniselementen wie Baumwippe, Wasserplattform, Obstgehölzen, Kletterbaum Erholungswald und Grünlandflächen mit Kleingewässern, Gehölzbeständen und einem Fließgewässer im Bereich der Traveniederung. Ausgestattet mit weiteren Naturerlebniselementen wie 3 Baumwippen, Kletterbaum, Hüttengerippe, (“Schutzgott”)

Verbreitung, Lage, Anzahl etc.
Ortsteil Eichholz, Schulen in der Nähe: Schule Eichholz angrenzend

Flächen- Gefähranteil dungen
4,5 ha entfällt

Bewertung
Ausgewiesen gem. § 29 LNatSchG (alt) am 01.03.96

Naturerlebnisraum “Moislinger Aue und Krähenwald”

Ortsteil Moisling, Schulen in der Nähe: Brüder-Grimm-Schule, Realschule Moisling; HansChristian AndersenSchule, Schule Moisling

21 ha

entfällt

Ausgewiesen gem. § 29 LNatSchG (alt) am 29.09.98. Liegt im Bereich des LSG “Trave-Einzugsgebiet zwischen Wesenberg und ElbeLübeck-Kanal”

1

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Typ, Bereich, Art etc.
Naturerlebnisraum “Fackenburger Landgraben” (gemeindeübergreifender NER mit Stockelsdorf)

Charakteristik
Vielgestaltige Flächen beidseitig des Fackenburger Landgrabens (Stadtgrenze von Lübeck) mit Grünland- und Bracheflächen, bachbegleitenden Gehölzen und Hangwald sowie den nordwestlichen Teil des Tremser Teiches. Ausgestattet mit weiteren Naturerlebniselementen wie Baumwippe, Tipi, 2 Findlingsraupen

Verbreitung, Lage, Anzahl etc.
Ortsteil Vorwerk (und Gemeinde Stockelsdorf), Schulen in der Nähe: Paul-Gerhardt-Schule, Schule Vorwerk Gerhardt-HauptmannSchule (Stockelsdorf)

Flächen- Gefähranteil dungen
25 ha entfällt

Bewertung
Ausgewiesen gem. § 29 LNatSchG SchleswigHolstein am 15.02.99

Naturerlebnisraum “Stecknitztal”

Feuchte Grünlandflächen mit Gräben und gehölzreiche Hangflächen am Trave-Elbe-Lübeck-Kanal

Naturerlebnisraum “Söhlengraben”

Kleinräumig gestaltete Flächen mit altem Baum- und Buschbestand sowie feuchtem Grünland im Bereich des renaturierten Söhlengrabens

Ortsteil Moisling, am Elbe- 5,5 ha Lübeck-Kanal Schulen in der Nähe: Mühlenweg-Schule und s. NER “Moislinger Aue und Krähenwald” Ortsteil Siems, 2,2 ha Schulen in der Nähe: Luisenhofschule

entfällt

entfällt

Naturerlebnisraum „Schafberg Dummersdorf“

Kleinräumig gestaltete Flächen mit einzelnen Baum- und Gebüschgruppen auf und um eine Geländeanhöhe („Schafberg“) mit Naturschutz-Station im Landschaftsraum Dummersdorfer Feld. Neben Naturerlebnismöglichkeiten können BesucherInnen auch Landnutzungsformen (Obst- und Ackerbau, Viehhaltung, Holzwirtschaft etc.) kennen lernen.

Ortsteil Dummersdorf / Roter Hahn Kindertagesstätte in der Nähe: Naturkindergarten „Erkwichtel“

6 ha

entfällt

Ausgewiesen gem. § 29 LNatSchG (alt) am 31.12.99. Liegt im Bereich des LSG “Trave-Einzugsgebiet zwischen Wesenberg und ElbeLübeck-Kanal” Ausgewiesen gem. § 29 LNatSchG (alt) am 28.09.00. Liegt im Bereich des LSG “Kücknitzer Mühlenbach und Söhlengraben” Ausgewiesen gem. § 29 LNatSchG (alt) am 15.7.2003. Liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum LSG „Dummersdorfer Feld“.

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5.2

Erholungsgebiete

(siehe auch Plan Nr. 12)
Neben innerstädtischen Grünflächen (s. Abschnitt 5.1) existieren umfangreiche Landschaftsbereiche im Stadtgebiet, die für die (Nah-) Erholung, d. h. für eine Feierabend-, Tages- und Wochenenderholung außer Haus, von besonderer Bedeutung sind. Zu diesen Erholungsgebieten zählen insbesondere Landschaften und Landschaftsteile im Außenbereich Lübecks, die aufgrund ihres Landschaftsbildes einen vergleichsweise hohen Wert für das ästhetische Erleben der Menschen besitzen und zugleich gut erreichbar/zugänglich sind sowie eine gewisse Infrastruktur für die Erholungsnutzung (z. B. Wanderwege) aufweisen. Dabei kann sich die Erholungsfunktion dieser Gebiete durchaus mit anderen räumlich-funktionalen Schwerpunkten, wie z. B. Naturschutz oder Fremdenverkehr, überschneiden. So haben in einigen besonders hochwertigen Gebieten Belange des NaErholungsgebiet
Ostseeküste

turschutzes Vorrang vor der Erholungsnutzung, z. B. im Schellbruch, am Dummersdorfer Ufer oder in südlichen Teilbereichen der Wakenitzniederung (ausgewiesene Naturschutzgebiete). In anderen reizvollen Landschaftsteilen (z. B. in den Waldgebieten) ist die Erholungsfunktion gleichrangig mit der des Naturschutzes zu sehen, d. h., ausgewiesene Schutzziele dieser Gebiete sind z. B. bei Vorhaben im gleichen Maße wie die neuen Nutzungsbelange zu berücksichtigen. Eine besondere Bedeutung für die Erholung der Bevölkerung besitzen die Wälder im Stadtgebiet aufgrund ihrer hohen landschaftlichen Qualität, ihrer vorhandenen Infrastruktureinrichtungen für Erholungssuchende und der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten (Spazierengehen, Joggen, Radfahren, Reiten usw.). Flächenanteil
ca.335 ha = 1,6 % • •

Charakteristik
Sand- und Grünstrand, Dünen und Flachwasser mit umfangreichen Erholungs- und Freizeiteinrichtungen sowie Steilufer mit Wanderweg und Ausflugslokal und umfangreichem Golfplatz. Gehölzbestände, zentrale Weidefläche und Kleingewässer mit Wander- und Reitwegen (Reiterhof) im Bereich des südlichen Priwalls.

Lage
Küstenbereiche Travemündes und des Priwalls (einschl. des Südteils) sowie das Brodtener Ufer

Beeinträchtigungen, 1 Gefährdungen
Auswirkungen von Großveranstaltungen (z. B. Powerboat-Rennen) pot. Bebauung des Grünstrands

Bewertung
Die Ostseeküste muss ihre Erholungsfunktion vor allem in den Sommermonaten mit den Belangen des Fremdenverkehrs sowie des Naturschutzes (Schutz der Dünen und des Steilufers) teilen. Südl. Priwall als NSG, Steilufer als LSG ausgewiesen. Die für die Erholung wichtigen Biotope und Einrichtungen liegen fast alle im gesetzlich geschützen Erholungsschutzstreifen bis 100 m landeinwärts der Uferlinie).

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

90

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Erholungsgebiet
Dummersdorfer Ufer

Charakteristik
Besonders strukturreicher Landschaftsteil, bestehend aus Steilufer, Trockenrasen- und Strandabschnitten sowie Gehölzen, Feuchtwiesen und Weiher. Umfangreiches Netz an Wanderwegen auch in das benachbarte Dummersdorfer Feld hinein.

Lage

Flächenanteil
• • • • • • • • • • • • • • • • •

Beeinträchtigungen, 1 Gefährdungen
Ausbau des Skandinavienkais Lärmemissionen vom Betrieb benachbarter Kaianlagen Schifffahrt (Sog und Wellenschlag) Abbau von Bodenschätzen in unmittelbarer Nachbarschaft Unzulässige Freizeitnutzungen Vandalismus Luftschadstoffe Lärmbelastung durch angrenzende Straßen Zu hohe Wilddichte Monotone Aufforstungen Unangeleinte Hunde Konflikte zwischen Reitern und anderen Erholungssuchenden Privatgenutzte Grundstücke bis an die Uferlinie Querende Hauptverkehrstrassen Nährstoffeinträge in das Wasser durch Zuflüsse Großschifffahrt Ausbau und Betrieb von Hafen- und ufernahen Industrieanlagen

Bewertung
Das Gebiet ist als wohnungsnahes Erholungsgebiet vor allem für die Kücknitzer Bevölkerung von großer Bedeutung. Belange des Naturschutzes haben grundsätzlich Vorrang (ausgewiesenes NSG). Das angrenzende Dummersdorfer Feld besitzt hohe Entwicklungspotentiale für die Erholungsnutzung. Aufgrund ihrer Stadtnähe und z. T. umfangreichen Größe sind die Wälder - neben anderen Funktionen - überaus wichtige Erholungseinrichtungen für die Bevölkerung. Ein großer Teil der Wälder ist als LSG gesichert.

Westufer der Trave ca.262 ha zwischen den Stadttei- = 1,2 % len Kücknitz und Travemünde

Wälder

Umfassendere Laub-, Nadel- und Mischwälder, durch Wander- und Reitwege für die Erholungsnutzung weitgehend erschlossen (Wegedichte von 50 – 100 lfdm Wanderweg/ha). Hohe Frequentierung der Wälder durch Erholungssuchende (bis zu 6000 Besucher/Tag). Es existieren drei ausgewiesene Erholungswälder im Stadtgebiet. Z. T. seenartig erweiterter Flusslauf mit angrenzenden Niederungsgebieten (Grünflächen, Bruchwälder, Grünland). Umfangreiche Infrastruktureinrichtungen für die Erholungsnutzung: Durchgängiger Wanderweg, Badestellen, Bootsverleih, Personen-Schifffahrtslinien, Sportboothäfen, Angelplätze, Ausflugslokale. Die Wasserfläche der fördeartigen Untertrave wird von der Herreninsel bis zur Mündung als Wassersportgebiet vor allem von Seglern und Motorbootfahrern genutzt. Es existiert eine Vielzahl von Bootshäfen in den Bereichen Herreninsel, Schlutup und Travemünde. Wasserskibahn in der Bucht der Großen Holzwiek.

Überall im Stadtgebiet, ca.2141 ha wie beispielsweise = 10 % Lauerholz, Waldhusener Forst, Wälder südl. der MUL, Kannenbruch etc.

WakenitzNiederung

Südöstliches Stadtge- ca.926 ha biet, Weiterführung in = 4,3 % den Kreis Herzogtum Lauenburg. Bundesland MecklenburgVorpommern grenzt an Nordöstliches Stadtgebiet zur Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern ca.729 ha = 3,4 %

Untertrave

Der nördliche Teil (Stadtwakenitz) eignet sich als Erholungsgebiet aufgrund seiner vorhandenen Ausstattung und stadtnahen Lage in besonderem Maße. Im südl. Teil haben Belange des Naturschutzes Vorrang (ausgewiesenes NSG). Die Untertrave besitzt aufgrund der Schönheit ihrer vielerorts noch erhaltenen naturnahen Uferbereiche, ihrer räumlichen Breite und der Nähe zur Ostsee eine herausragende Bedeutung für den Wassersport. In ufernahen Bereichen haben Belange des Naturschutzes oft Vorrang (Schutzgebiete).

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

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Beschlussfassung: 04.03.2008

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Erholungsgebiet
Schellbruch

Charakteristik
Naturnahes Niederungsgebiet der Trave mit Lagunen, Teichen, großen Röhrichtbeständen, Feuchtwiesen und Bruchwäldern. Wanderwege auf Dämmen erschließen die Landschaft und bieten gute Aussichtsmöglichkeiten auf die Vogelwelt. Informationstafeln erläutern Entstehung, Lebensräume und Arten des Schellbruches. Der auf befestigtem Damm verlaufende Uferwanderweg zwischen dem Flusslauf der Trave und dem Schellbruch ist Teil des Europäischen Fernwanderweges. Uferwanderweg ist Teilstrecke des Ökologischen Fahrradpfades mit Informationstafeln und Rastplatz. Verlängerung des linearen Erholungsgebietes in südlicher Richtung als Fernwanderweg “Alte Salzstraße” mit benachbarten Kleingartenanlagen, landwirtschaftlichen Nutzflächen, dem ausgewiesenen Naturerlebnisraum “Stecknitztal”, dem Wald “Vogelsang” und mehreren Dorflagen. Die Wasserfläche des Kanals wird auch für eine wasserbezogene Erholung, z. B. Rudern, Angeln etc., genutzt. Überwiegend staunasse landwirtschaftlich genutzte Flächen mit engem Knicknetz und einigen Kleingewässern. Teilbereiche werden als Jugendnaturschutzhof mit Naturerlebnispfad genutzt. Die Anlage eines “Kleingartenparkes” mit umfangreichen, öffentlich zugänglichen Grünflächen ist geplant.

Lage
Zwischen Untertrave und den Stadtteilen Karlshof und Israelsdorf

Flächenanteil
ca.152 ha = 0,7 % •

Beeinträchtigungen, 1 Gefährdungen
Unzulässige Freizeitnutzungen (vor allem Freilaufenlassen von Hunden)

Bewertung
Bedeutung als stadtnahes Erholungsgebiet, vor allem für ornithologisch Interessierte. Erhöhung der Wertigkeit für die Naherholung durch angrenzende Waldgebiete, das historische Fischerdorf Gothmund und Ausflugslokale. Der Naturschutz besitzt generell Vorrang (ausgewiesenes NSG).

Kanal-Trave und Elbe-Lübeck-Kanal

West- und Ostuferbe- ca.140 ha reich der Kanal-Trave = 0,65 % zwischen Innenstadt und Genin sowie Westufer des ElbeLübeck-Kanals in südl. Richtung.

• •

Zerschneidungseffekte durch querende Verkehrslinien Binnenschifffahrt (gegenüber Wassersportlern)

Neben einer direkten Erholungsfunktion besitzt das Erholungsgebiet auch eine Verbindungsfunktion als zentrale Wegebeziehung zwischen innerstädtischen Bereichen und dem südl. Außenbereich der Stadt.

Ringstedtenhof

Südlich an die geschlossene Bebauung des Stadtteils St. Jürgen angrenzend.

34 ha = 0,16 %

•

Auswirkungen der angrenzenden Bebauungen

Das Gebiet ist für die Naherholung nur begrenzt nutzbar und erschlossen; Belange des Naturschutzes haben aufgrund der überragenden Bedeutung von Amphibienvorkommen Vorrang (ausgewiesenes LSG). Der Erholungsdruck auf den Ringstedtenhof wird mit den wachsenden Baugebieten erheblich zunehmen.

1

Bei den hier aufgeführten Beeinträchtigungen/Gefährdungen handelt es sich häufig auch um potentielle Ursachen, die nicht in jedem Fall alle auftreten müssen.

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
Beschlussfassung: 04.03.2008

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5

6.

Darstellung und Bewertung der vorhandenen und absehbaren Nutzungen

siehe auch Plan 7 (Biotop- und Nutzungstypen), Plan 13 (Landwirtschaft und Gartenbau) und Plan 14 (Energieversorgung und Telekommunikation)

30

6.1

Landwirtschaft und Gartenbau
sestadt Lübeck. Der allergrößte Teil der landwirtschaftlichen Nutzflächen (Acker, Grünland) unterliegt der konventionellen, intensiven Bewirtschaftung. Nur ein geringer Teil der Flächen wird bisher nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Die in Lübeck ansässigen Landwirte bemühen sich jedoch, nach den Grundsätzen des integrierten Landbaus zu wirtschaften

(siehe auch Plan Nr. 13)
Schwerpunkträume landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Nutzung (Gesamtfläche 6400 ha) sind folgende Bereiche im Lübecker Stadtgebiet: Südwesten (zwischen Trave und Elbe-Lübeck-Kanal), Nordwesten (von Kücknitz bis Brodten), Nordosten (zwischen Wüstenei und Roggenhorst) (s. o.g. Plan). Die in vorliegender Tabelle aufgeführten Daten basieren auf Auswertungen der Biotoptypenkartierung der Han69

6.1.1 Landwirtschaft
Vorhandene Nutzungen
Grünland (insgesamt)

Charakteristik

1

Lage

Größe
ca. 102 ha ca. 101,5 ha ca. 188 ha ca. 143 ha ca. 114 ha ca. 175 ha ca. 181ha s.o. ca. 40 ha ca. 23 ha ca. 19 ha ca. 25 ha Insgesamt: ca. 170 ha

Geplante Nutzungen
Auf Teilflächen: Siedlungserweiterung und Straßenbau

Davon: Seggen- und binsenreiche Nasswiesen

Schwerpunkträume: Ringstedtenhof Reecke Wüstenei/Eckhorst Beidendorf Groß-Steinrade Niemarker Landgraben zw. Ratzeburger Allee und Krummesse Dummersdorf/Pöppendorf/Ivendorf Feuchte bis nasse Wiesen (geschützt gem. § 25 Schwerpunkträume: LNatSchG) mit vergleichsweise hoher Artenanzahl und Travewiesen südwestlich Genin sehr großer Bedeutung für den Arten- und BiotopTravenahe Flächen nördlich Karlshof schutz, vergleichsweise seltene Vorkommen, vorwieMedebekniederung gend in Niederungsbereichen, häufig auf Niedermoor. Südlicher Priwall Bewirtschaftung extensiv oder lediglich Pflege.

Auf dem Gebiet der Hansestadt Lübeck befinden sich Grünlandflächen unterschiedlichster Ausprägung mit einer Gesamtgröße von ca. 2200 ha.

1

Zu Konflikten mit Schutzgütern und Bewertung s.a. Kap. 9 “Zusammenfassende Konfliktanalyse”

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Beschlussfassung: 04.03.2008

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Vorhandene Nutzungen
Davon: Sonstiges extensives Feucht- und Nassgrünland

Charakteristik

1

Lage

Größe
Insgesamt: s.o. ca. 340 ha

Geplante Nutzungen

Artenreiches Feucht- und Nassgrünland, für den Arten- Schwerpunkträume: und Biotopschutz von großer Bedeutung, aufgrund der Saures Bruch Artenkombination kein § 25-Biotop. Niemarker Landgraben zw. Ratzeburger Allee und Krummesse Grienauniederung Teilflächen westlich des Elbe-LübeckKanals Schwartauwiesen Mit mittlerer Intensität bewirtschaftetes Grünland, mittlere bis geringe Artenanzahl. Schwerpunkträume: Wüstenei Travewiesen südwestlich Genin Schwartauwiesen Schlutup Teilbereiche Waldhusener Forst Schwerpunkträume: Südöstlich Beidendorf Pöppendorf/Ivendorf/Dummersdorf Traveniederung bei Reecke Eckhorst/Groß Steinrade Landgrabenniederung nordwestlich Gut Roggenhorst “Ringstedtenhof Stadtgut Falkenhusen

Davon: Mesophiles Grünland

insgesamt: s.o. ca. 530 ha

Davon: Intensivgrünland

Intensiv bewirtschaftetes Grünland, vergleichsweise geringe Artenanzahl (insbesondere geringer Kräuteranteil).

insgesamt: s.o. ca. 1100 ha

Davon: ökologisch bewirtschaftet

Ackerland (insgesamt)

Richtlinien des ökologischen Landbaus besagen u.a.: Keine Anwendung synthetischer Düngemittel Keine Anwendung chemisch synthetischer Biozide. Für den Arten- und Biotopschutz wichtige Flächen Auf dem Gebiet der Hansestadt Lübeck befinden sich Schwerpunkträume: Lübecker Südwesten (Reecke, NiendorfAckerflächen unterschiedlichster Ausprägung (Anbau v.a. von Futterpflanzen, Getreide, Zuckerrüben, KartofMoorgarten, Ober-/Niederbüssau, Kronsfeln) mit einer Gesamtgröße von ca. 4253 ha. forde, Krummesse, Beidendorf, Wulfsdorf, Vorrade Lübecker Westen (Eckhorst, Groß-Steinrade) Lübecker Nordosten (Brodten, Gneversdorf, Teutendorf, Rönnau, Ivendorf, Pöppendorf, Dummersdorf

ca. 28 ha --ca. 24 ha

Auf Teilflächen: ca. 2551ha Siedlungserweiterung und Straßenbau ca. 273 ha ca. 981 ha

Insgesamt: ca. 4253 ha

1

Zu Konflikten mit Schutzgütern und Bewertung s.a. Kap. 9 “Zusammenfassende Konfliktanalyse”

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Vorhandene Nutzungen
Davon: ökologisch bewirtschaftet

Charakteristik

1

Lage
Ringstedtenhof Stadtgut Falkenhusen Stadtgut Krummesse Stadtgut Niemark (tlw.)

Größe
ca. 17 ha --ca. 41 ha 214 ha 37 ha

Geplante Nutzungen

Richtlinien des ökologischen Landbaus besagen u.a.: Keine Anwendung synthetischer Düngemittel Keine Anwendung chemisch synthetischer Biozide. Für den Arten- und Biotopschutz wichtige Flächen. Bereiche mit sehr ertragreichen Böden, werden (fast) ausschließlich ackerbaulich genutzt.

Bodenwerte Bereiche mit hohen Bodenwerten (Bodengüte 56 – 100) Schwerpunktraum: Brodten/Gneversdorf/Teutendorf /Ivendorf/Rönnau Insgesamt --kartiert: ca. 1445 ha

Bereiche mit mittleren Bodenwerten (Bodengüte 36 – 55) Bereiche mit geringen Bodenwerten (Bodengüte 21 – 35)

Böden werden überwiegend ackerbaulich genutzt.

Schwerpunkträume: Lübecker Südwesten und Westen

Bereiche mit sehr geringen Bodenwerten (Bodengüte 1-20)

Stadtgüter

Schwerpunkträume: Kücknitz/Dummersdorf Teilbereiche Waldhusener Forst/Pöppendorf Niederung des Elbe-Lübeck Kanals südlich Oberbüssau Ringstedtenhof Zwischen Wulfsdorf und Beidendorf Bereiche mit sehr ertragsarmen Böden, werden im Schwerpunkträume: wesentlichen landwirtschaftlich nicht genutzt. Aus Sicht --des Naturschutzes (sehr) hochwertig, hohes Potential für die Entwicklung von Biotopen auf mageren Standorten (v.a. auf sandigen Böden). Die landwirtschaftliche Nutzung der Stadtgüter soll Falkenhusen entsprechend Lübecker Bürgerschaftsbeschluss vom Krummesse 19.06.86 bei Neuverpachtung entsprechend der Krite- Mönkhof rien des ökologischen Landbaus erfolgen (s.o.). Bisher Niemark wird lediglich das Gut Falkenhusen dementsprechend Niendorf bewirtschaftet.

Böden werden ackerbaulich und als Grünland genutzt.

Insgesamt --kartiert: ca. 4558 ha Insgesamt kartiert: ca. 3709 ha

Insgesamt --kartiert: ca. 6341 ha

94 ha --214 ha 144 ha 107 ha 172 ha

1

Zu Konflikten mit Schutzgütern und Bewertung s.a. Kap. 9 “Zusammenfassende Konfliktanalyse”

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Vorhandene Nutzungen
Landwirtschaftlich genutzte Bereiche, die für den Artenund Biotopschutz sowie den Biotopverbund eine wichtige Rolle spielen

Charakteristik

1

Lage

Größe

Geplante Nutzungen
Auf Teilflächen ggf. Ausgleichsflächen

Bereiche mit großem Strukturreichtum und/oder insbe- Schwerpunktbereiche: Ringstedtenhof sondere linearen Strukturelementen (z.B. FließgeTravewiesen wässer, Knicks). Die im Rahmen der Verkoppelung Schwartauwiesen von Flächen zwischen dem 16. u. 18 Jhdt. EntstandeGrienauniederung nen Knicks (Wallhecken), die für die Tier- und Pflanzenwelt eine besondere Bedeutung haben –insbesonLandgrabenniederung zwischen Krummdere innerhalb intensiv landwirtschaftlich genutzter Bereiche- sind geschützt gem. § 25 Abs. 3 LNatSchG. esse und Ratzeburger Allee Auf Lübecker Stadtgebiet befinden sich Knicks unterTraveniederung zwischen Moisling und Klein Wesenberg schiedlicher Ausprägung in einer Gesamtlänge von ca. Dummersdorfer Ufer/Feld 462 km, direkt angrenzend an landwirtschaftliche Flächen (insgesamt 6633 ha) ca. 436 km. Die durchschnittliche Knickdichte bezogen auf landwirtschaftliche Flächen beträgt somit durchschnittlich ca. 66 m/ha., in einigen Bereichen mit Resten von Nutzungsstrukturen kleinbäuerlicher Bewirtschaftung, z.B. GroßSteinrade (136 m/ha) und Bereich Oberbüssau/Kronsforde (108 m/ha) liegt sie wesentlich höher. Bereiche, für die ExtensivieSchwerpunktbereiche: rungsprogramme in AnNordöstlich des Dorfes Brodten spruch genommen werden Dummersdorfer Ufer und Dummersdorfer können. Feld Siems Schwartauwiesen Ringstedtenhof Talraum der Grienau Teilbereiche der Niederung des ELK zw. Genin und Kronsforde Teilbereiche der Traveniederung zw. Genin und Reecke Krummesser Moor Wakenitznähe südlich des Kleinen Sees Teilbereiche der Wüstenei Landgrabenniederung zw. Gut Mönkhof und Kronsforde Niederungsbereiche südlich Beidendorf Pöppendorf/Ivendorf/Rönnau/Teuten-dorf Teilbereiche südlicher Priwall

Ggf. Extensivierung

1

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6.1.2 Gartenbau
Vorhandene Nutzungen
Gartenbau (u.a. Baumschulen, Obst- und Weihnachtsbaumplantagen)

Charakteristik1
Auf dem Gebiet der Hansestadt Lübeck befinden sich Gartenbauflächen in einer Größe von ca. 116 ha. Diese setzen sich zusammen aus: Gartenbaufläche (81 ha), Obstplantage (21 ha), Baumschule (3 ha), Weihnachtbaumkulturen (2 ha).

Lage
Einzelne Flächen in: Schönböcken Krempelsdorf Vorwerk Rothebeck Nähe Niederbüssau Betrieb im Bereich Gärtnergasse Marliwerkstätten

Größe
Insgesamt: --ca. 116 ha

Geplante Nutzungen

Ökolog. Gartenbau (gem. den offiziellen Kriterien)

---

31

6.2

Waldwirtschaft
Vorhandene Nutzungen Charakteristik1
Flächenbilanz: Auf dem Gebiet der Hansestadt Lübeck befinden sich insgesamt 3300 ha Waldflächen. Das entspricht einem Flächenanteil von 15 % der Stadtfläche. Im städtischen Besitz befinden sich davon ca. 12 % der Stadtfläche Darüber hinaus ist die Hansestadt Lübeck noch Eigentümerin von weiteren ca. 2.300 ha Wald außerhalb der Stadtgrenzen Waldflächen sind bis auf ausgewählte sog. Referenzflächen gem. LWaldG forstwirtschaftlich zu nutzen. Priwall Scheidebusch Vierruten, Tannenkoppel, Haidberg Strecknitzer Tannen Dummersdorfer Ufer und Tannen Glindbruch

Lage

Größe
Zusammenhängende Forstflächen > 100 ha: 875 ha 248 ha 257 ha 273 ha 105 ha 156 ha Forstflächen zwischen 20 ha und 77 ha: 54 ha 65 ha 62 ha 63 ha 23 ha

Geplante Nutzungen
Der Flächenanteil des städtischen Waldes in Lübeck soll von gegenwärtig 12 % der Stadtfläche auf bis zu 15 % erhöht werden.

Forstflächen/Wald

Lauerholz Falkenhusen Kannenbruch Waldhusen Moorgarten Schellbruch

Unabhängig von den Ausweisungen im Landschaftsplan ist gem. LWaldG jede mit Forstpflanzen bestandene Fläche von mehr als 0,2 ha als Wald anzusehen.

Das Konzept der “Naturnahen Waldnutzung”, das 1995 einstimmig von der Bürgerschaft beschlossen wurde, sieht auch in Zukunft vor, die natürlichen Prozesse im Wald zu stärken, die Erholungsmöglichkeiten zu fördern und gleichzeitig eine angemessene Nutzung wahrzunehmen.

1

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Vorhandene Nutzungen

Charakteristik1

Lage

Größe
Forstflächen im Privatbesitz oder im Besitz von Landesoder Bundesbehörden > 40 ha: 118 ha 45 ha 98 ha 131 ha 1663 ha

Geplante Nutzungen

Wüstenei Paddelügger Forst Grönauer Heide Rugenberg

naturnaher Laubwald

Z.B. Waldhusen, Lauerholz, Kannenbruch (tlw.) Z.B. Priwall Z.B. Lauerholz z.B. Falkenhusen, Kannenbruch tlw.

naturferner Laubwald (Pappel) Laub-/Nadelmischwald Nadelwald Referenzflächen

231 ha 395 ha 926 ha 479,2 ha, d.h. 11% der Gesamtwaldfläche, davon 268,5 ha im Lübecker Stadtgebiet Ungenutzte Referenzflächen sollen dauerhaft erhalten und dem forstlichen Vergleich mit genutzten Waldflächen unterliegen.

Forstliche Nutzung

Die Referenzflächen stellen neben den forstlich genutzten Waldflächen einen Querschnitt der wichtigsten in Lübeck vorkommenden Forsten dar. Sie werden nicht forstlich genutzt und dienen dem forstlichen Vergleich der Waldentwicklung in genutzten und ungenutzten Wäldern. Die forstliche Nutzung findet in den städtischen Wäldern alle städtischen Wälder nach dem 1995 von der Bürgerschaft einstimmig beschlossenen Konzept zur naturnahen Waldnutzung statt. Die wichtigsten Kennziffern dieser Bewirtschaftung sind: Wenig Eingriffe in natürliche ökologische Prozesse im Wald keine Betriebszieltypen Naturverjüngung keine Bodenbearbeitungen Ausschließliche Verwendung von standortheimischer Baumarten verminderte Kultur- und Jungwuchspflege, keine Kronenpflege . Nutzung einzelstammweise; keine Kahlschläge

1

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Vorhandene Nutzungen

Charakteristik1
mindestens 10 % als Alt- und Totholz Ausweisung von Referenzflächen Verringerung der waldgefährdenden Schalenwilddichte (insbesondere Reh-, Rot- und Damwild) Förderung der natürlichen Waldlebensgemeinschaft Die stadteigenen Wälder sind aufgrund ihrer besonders naturnahen Nutzungsweise in Form des Konzeptes der naturnahen Waldnutzung mit dem nationalen “NaturlandGütesiegel” und dem weltweiten “FSC-Zertifikat” ausgezeichnet. Durch diese Zertifikate ist der Mindeststandard der Waldnutzung in den stadteigenen Wäldern vorgegeben.

Lage

Größe

Geplante Nutzungen

Erholungswald

Wald als Erholungsfläche: ausgewiesener Erholungswald Darüber hinaus werden aber auch fast alle anderen Wälder für die Naherholung gut bis sehr gut genutzt. Gemäß dem Waldschadensbericht von 1999 sind 61 % der Lübecker Wälder immissonsbedingt geschädigt. Im Vergleich waren 10 Jahre früher (1989) nur 48 % geschädigt. Der Schadstoffeintrag in den Boden hat sich fortgesetzt.

Waldschäden

Erholungswälder sind: Israelsdorf 140 ha 207 ha Siemser Tannen - Mühlenbach (ca. 8 % der 51,9 ha GesamtwaldfläKrähenwald 15,3 ha che in der Stadt). 61 % der Waldfläche geschädigt

1

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32

6.3

Siedlung

71

6.3.1 Wohngebiete
Vorhandene Nutzungen
Gemischte Bauflächen / Stadtgebiete

Charakteristik
Umfasst: • Dicht bebaute Zentrumsgebie- • te u. Gebiete mit geschlosse- • ner Blockrandbebauung und • unverbauten Innenhöfen • Einzel- und Reihenhausbebauung • • • • Mehrfamilienhaus / Hochhausgebiete mit reichlich Abstandsgrün Wohnsiedlungen mit (tlw. relativ kleinen) Ziergärten • • •

Lage
Innenstadt St. Lorenz Süd tlw. St. Lorenz Nord (Holstentor Nord, Falkenfeld /Vorwerk, Dornbreite) tlw. St. Gertrud (Burgtor Marli-Brandenbaum) tlw. St. Jürgen (Hüxtertor) Buntekuh tlw. Moisling (Alt-Moisling) tlw. St. Gertrud (Karlshof, Burgtor, Eichholz) Schlutup tlw. Kücknitz (Alt-Kücknitz, Dänischburg) tlw. Travemünde (Alt-Travemünde) tlw. St. Jürgen (Strecknitz) Gesamt • • • • • • • • • • • •
-

Fläche / EinwohnerInnen
ca.13.500 E ca.15.600 E Insgesamt ~ 42.000 E (20.200 E / 11.000 E / 8.000) Insgesamt ~ 42.100 E (7.500 E / 20.400 E) Insgesamt ~ 49.100 E ( 26.500 E) ca.11.500 E Insgesamt ~ 12.300 E (ca.11.000 E) Insgesamt ca. 42.100 E (ca.6.300 E, 7.500 E, 8.000 E) ca.6.000 E Insgesamt ca. 19.400 E (~ 10.500 E, 4.500 E) Insgesamt ca. 13.700 E (ca. 11.700 E) Insgesamt ~ 39.100 E (ca. 8.500 E) ca.3.030 ha oder 14,2 % der Stadtfläche; • • • • • • • • • •

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung
Vorhaben in Umsetzung: Baugebiet Arnimstr./ Tesdorpstr. Baugebiet Bornkamp Baugebiet Gartenstadt Rothebek Baugebiet Hochschulstadtteil Baugebiet Kapitelsdorfer Kirchweg/ Kronsforder Landstr. Baugebiet Lindenpark Baugebiet Roeckstr. Baugebiet Steinrader Damm/Hagenkoppel Baugebiet Wisbystr. Baugebiet Wulfsdorf/Stiephörn

• • •

Gemischte Bauflächen / Dorfgebiete

Umfasst: • Die Dorfkerne mit alter Bausubstanz und meist hohem Gehölzanteil • Wohnsiedlungen mit großen bis relativ kleinen Ziergärten

•

Groß Steinrade Brodten Teutendorf Ivendorf Pöppendorf Blankensee

• • • • • •

ca.2.900 E ca.120 E ca.130 E ca.290 E ca.180 E ca.607 E

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100

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Vorhandene Nutzungen

Charakteristik

Lage
Beidendorf Wulfsdorf Vorrade Niederbüssau einschl. Schleusenstraße Krummesse Kronsforde Oberbüssau Niendorf Reecke Gesamt • • • • • • • • •

Fläche / EinwohnerInnen
ca.109 E ca.390 E ca.110 E ca.670 E ca. 1055 E ca.520 E ca.180 E ca.1.400 E ca.110 E

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung

•

Gesamtfläche: 455 ha das entspricht ca. 2,12 % des Stadtgebietes • • Betroffene EinwohnerInnen tags: 24.600 E oder ca. 11 % der EinwohnerInnen Betroffenen EinwohnerInnen nachts: 27.300 E oder ca. 13 % aller EinwohnerInnen

Lärmimmissionen

Betroffenen- und Betroffenheits• analyse der durch Straßenverkehr hervorgerufenen Belastungen, ausgedrückt in der Lärmkennziffer (LKZ) Zu Grunde gelegte Grenzwerte nach der 16. BImSchV für straßennahe Bebauung: - Krankenhäuser, Kur- u. Altenheime: Tag: 57 dB (A) Nacht: 47 dB (A) - Schulen: 57 dB(A) - Wohngebiete: • 59 dB(A) / 49 dB (A) - Mischgebiete: 64 dB (A) / 54 dB (A)

Im gesamten Stadtgebiet

Unterschieden nach Stadtteilen: Buntekuh Innenstadt Kücknitz Moisling Schlutup St. Gertrud St. Jürgen St. Lorenz Nord St. Lorenz Süd Travemünde

•

Betroffene Einwohner-Innen Tag / Nacht 1.100 / 2.100 2.000 / 1.800 1.500 / 2.000 800 / 900 200 / 300 4.800 / 5.300 4.400 / 4.600 6.300 / 6.700 3.000 / 3.000 500 / 600

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101

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Vorhandene Nutzungen

Charakteristik
Bei Straßenverkehrslärmpegeln • von tagsüber mehr als 65 dB (A) ist eine lärmbedingte Gesundheitsgefährdung nicht mehr auszuschließen; Bei Straßenverkehrslärmpegeln • von nachts mehr als 45 dB (A) ist eine Störung des Schlafes bei gekipptem Fenster zu erwarten (entspricht städtebaulichem Orientierungswert des Beiblatts 1 zur DIN 18005 für allgemeine Wohngebiete) •

Lage
.Gesamt - Lübeck

Fläche / EinwohnerInnen
• ca. 12.800 E oder 6 % aller EinwohnerInnen Lübecks sind tagsüber durch Lärm potentiell gesundheitsgefährdet • ca. 35.000 E oder 16,2 % aller EinwohnerInnen Lübecks sind nachts durch Lärm potentiell schlafgestört

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung

Gesamt - Lübeck.

Stadtteil Buntekuh Innenstadt Kücknitz Moisling Schlutup St. Gertrud St. Jürgen St. Lorenz Nord St. Lorenz Süd Travemünde

•

Gesundheitsgefährdete / Schlafgestörte 200 / 3.100 1.700 / 3.400 500 / 2.800 300 / 1.200 0 / 500 2.300 / 6.600 2.300 / 5.800 3.400 / 8.300 2.000 / 3.300 100 / 1.300

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102

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72

6.3.2 Industrie- und Gewerbegebiete, Hafenanlagen

(Lärmimmissionen werden nicht aufgeführt, da die hier aufgeführten Gebiete als Emittenten gelten.) Vorhandene Nutzungen
Industrieflächen •

Charakteristik
Flächen der Groß- und Schwerindustrie, die flächenmäßig ganzen Stadtteilen entsprechen können Vor allem alte großindustrielle Komplexe können relativ große unversiegelte Bereiche enthalten Meist Kontamination der Böden Extremer Wasserhaushalt (nass / trocken) Starker Flächenrückgang durch Umnutzung, so z.B. durch Hafenanlagen (Seelandkai, Schlutupkai) Flächen, auf denen sich kleinere Industrie- und größere Handwerksbetriebe und Einkaufszentren konzentrieren technische Zweckbauten, meist in der Flächen- und Höhenausdehnung aus der sonstigen Bebauung herausfallend; großflächig versiegelt z.T. steriles Abstandsgrün verstärkte Emissionen hohes Verkehrsaufkommen großflächig versiegelt und mit Hallen versehen befestigte Ufer (Kais) verschiedenartige Emissionen Schiffsverkehr. Hinterlandverkehr Passagieraufkommen sank von 2.265.845 1980 auf 336.114 in 2002 (ohne Priwallfähre und • •

Lage
Entlang der Untertrave zwischen Villeroy & Boch und Metallhüttengelände Schlutup (vgl. Plan Nr. 7 c) •

Größe
ca. 176 ha und damit ca. 0,8 % des Stadtgebietes

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung

•

• • •

Gewerbegebiete

•

•

Häfen

• • • • • • • • •

• • • • • • • • •

Roggenhorst Herrenholz Genin Schlutup Lübeck-Vorwerk Teerhofsinsel Glashüttenweg Wesloe Travemünde (vgl. Plan Nr. 7c) Burgtorkai, Konstinkai Vorwerker Hafen Lehmannkai I, II, III Container Terminal Lübeck Seelandkai Schlutupkai II Skandinavienkai Ostpreußenkai (für Kreuzfahrtschiffe)

•

Größe insgesamt ca. 685 ha und damit ca. 3,2 % des Stadtgebietes

Vorhaben in Umsetzung • Gewerbegebiet Dänischburger Landstr./Schäferkamp (V&B) • Gewerbegebiet Genin-Süd • Gewerbegebiet Gneversdorfer Weg • Gewerbegebiet ehem. Metallhütte, TB I • Gewerbegebiet Paddelügger Weg Nord • Gewerbegebiete Skandinavienkai

• • • • • • • •

• Hafenflächen gesamt (lt.
Flächenstatistik GLP): 129,26 ha

Vorhaben in Planung • Teerhofkai

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103

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Vorhandene Nutzungen
•

Charakteristik
Ausflugsfahrten) Umschlag stieg von 4.271.965 t 1981 auf ca. 30,5 Mill. t 2006 in 2006 • Die Binnenschifftransporte sanken von 1980 743.525 t ca. 400.000 – 500.000 t in 2006 Anfall von Baggergut im Rahmen von Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen von 1986 - 2000 • •

Lage
Verschiedene kleine private Hafenanlagen und öffentliche Hafennebenflächen Sportboothäfen (vgl. 6.6)
-

Größe

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung

• •

in öffentlichen Häfen in privaten Häfen

• ca. 960.000 cbm • ca. 70.000 cbm

•

•

Von 1986 bis 2010 insgesamt ca. 1.400.000 m³, davon ca. 650.000 m³ unbelastete, 340.000 m³ gering belastete und 410.000 m³ belastete Böden (gem. Baggergutkonzept von Schleswig-Holstein aus öffentlichen Häfen) Von 1986 bis 2010 insgesamt ca. 200.000 m³, davon ca. 135.000 m³ unbelastete, 5.000 m³ gering belastete und 60.000 m³ belastete Böden (gem. Baggergutkonzept von S-H) aus privaten Häfen

HANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
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104

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

33

6.4

Verkehr 1

Straßenverkehr
Ca. 5% der Stadtgebietsfläche von Lübeck und damit ca. 1090 ha sind Straßenverkehrsflächen. Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes in Lübeck: 1980 - Gesamt: 75.821, davon 68.554 PKW 2003 - Gesamt 112.509, davon 95.774 PKW Beförderungsleistungen der Stadtwerke Lübeck: 1980: Streckenlänge 183,4 km - Passagiere (in Tausend) 41.650 2002: Streckenlänge 190,9 km - Passagiere (in Tausend) 28.504

Vorhandene Nutzungen
Bundesautobahnen • • • • • • •

Charakteristik

Lage

Größe

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung
Weiterführung der A 20 Richtung Segeberg

I. KLASSIFIZIERTE STRASSEN
mind. 4-spuriger Ausbau mit Randstreifen Kreuzungsfrei Breite einer Spur: 3,75 m im Regelfall bepflanzte Mittelstreifen und Böschungen Lärmemissionen (Berechnung nach ”Richtlinien f. Lärmschutz an Straßen) mind. 2 - spuriger Ausbau Fahrbahnbreite innerorts: 6,50 m Fahrbahnbreite außerhalb der Ortschaft: 7,50 m nicht kreuzungsfrei Kurvenradien und Steigungen für 100 km Höchstgeschwindigkeit Lärmemissionen • • • Autobahn A 1 im Norden von Lübeck Zubringerautobahn A 226 A 20 1. und 2. Bauabschnitt • • • • • • • Länge insgesamt ca. 11,9 km • befestigte Fläche ca. 36 ha (mit Randstreifen und Auffahrten) Länge insgesamt ca. 3,6 km • • •

tagsüber (6 – 22 Uhr) nachts (22 – 6 Uhr) • • • • • • B 207 von Ratzeburg nach Ahrensbök B 206 von Lübeck nach Segeberg B 75 von Hamberge nach Neustadt B 104 / B 106 von Schwerin / Wismar nach Lübeck B 207n (Nordteil bis Anschluss Hsst) B207 tagsüber nachts

mehr als 75 dB (A) 70 – 75 dB (A) Länge innerorts ca. 17,6 km, Fläche ca. 11 ha Länge außerhalb der geschlossenen Ortschaft ca. 31,7 km, Fläche ca. 24 ha (ohne Randstreifen).

s.o.

Bundesstraßen

B 207n Pogeez – HL Umgehungsstraße Schlutup (B 104 neu)

• •

•

• •

70 – 75 dB (A) 60 – 65 dB(A)

•

s.o.

1

Zu Konflikten mit Schutzgütern und Bewertung s.a. Kap. 9 “Zusammenfassende Konfliktanalyse”

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105

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Vorhandene Nutzungen

Charakteristik
• • B 206 tagsüber nachts B 75 tagsüber

Lage
• •

Größe
Vgl. B 207

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung

nachts

•

• • • • • • • • • Lärmemissionen • • •

Landesstraßen

s. Bundesstraßen (Fahrbahnbreiten stellenweise reduziert gegenüber Bundesstraßen)

B 104 / B 106 tagsüber nachts L 92 Kronsforder Allee L 221 Lübecker Straße L 182 Brandenbaumer Landstraße L 309 Schwartauer Allee L 290 Schwartauer Landstraße Tagsüber nachts im gesamten Stadtgebiet verteilt

• • • •

Hamberge-Padelügger Weg: 60 – 65 dB (A), danach 65 – 70 dB (A), ab Travemünder Allee 70 – 75 dB (A) Hamberge-Padelügger Weg: 55 – 60 dB (A), danach 60 – 65 dB (A), Travemünder Allee bis Siems 65 – 70 dB (A), danach 60 – 65 dB (A) 65 – 70 dB (A) 55 – 60 dB (A) Ortsdurchfahrten ca. 10,5 km; Freie Strecken ca. 45,7 km

• • • • • • •

Kreisstraßen

s. Bundesstraßen

größtenteils zwischen 65 –75 dB (A) zwischen 55 – 65 dB (A) Ortsdurchfahrten ca. 66,2 km freie Strecken ca. 42,0 km

•

K 13 von Groß Steinrade nach Eckhorst

II. Nicht klassifizierte Straßen
Gemeindestraßen • • • dienen nur lokalem Verkehr • sowohl inner- wie außerorts umfassen auch Fahrwege in Wald und Feld Fahrbahnbreiten variieren nach öffentlichen Anforderungen und liegen zwischen 5,50 – 6,50 m; Im gesamten Stadtgebiet Innerorts ca. 434,7 km Außerorts ca. 64,3 km Fahrwege in Wald und Feld ca. 50,5 km Neubau Nordtangente

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106

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Vorhandene Nutzungen
Radwege • Straßenbegleitende Radwege • Selbstständige Radwege • Selbstständige Radu. Fußwege • •

Charakteristik
Radverkehrsanlagen sind in • der Regel beidseitig anzulegen Regelmaß nach VwV zur StVO: 2,00 m; Radfahrstreifen: 1,85 m

Lage
Im gesamten Stadtgebiet verteilt

Größe
Gesamtlänge: I. an klassifizierten Straßen: • Straßenbegleitende Radwege: ca. 150 km • Str.begl. Rad- und Fußwege: ca. 41 km II. an nicht klassifizierten Straßen: • Str.begl. Radwege ca. 4^2,8 km • Str.begl. Rad- und Fußwege: ca. 8,6 km • Selbstständige Radwege ca. 0,2 km Selbstst. Rad- und Fußwege ca. 16,7 km Salzmenge: 7 g Feuchtsalz / qm

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung
Planungen zum Radwegenetz (nur tlw. in Umsetzung) • rd. 20 km Neubau von Radwegen • rd. 14 km Ausbau von Radwegen • rd. 13 km Anlage von Radfahrstreifen oder Schutzstreifen • rd. 13 km Anlage von Fahrradstraßen

Verkehrswege allgemein

•

•

• Winterdienst durch Salzstreuung nur auf verkehrsreichen und unfallträchtigen Straßen Streuung sonstiger Straßen bzw. von Fuß- und Radwegen mit anderen Materialien

Im Stadtgebiet verteilt

•

Keine Reduktion geplant

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107

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Schienenverkehr
Vorhandene Nutzungen
Bahnanlagen allgemein • •

Charakteristik
Regelmäßige Herbizidbehandlung der Gleisanlagen Bahngleise und – dämme weisen geringere Feuchtigkeits- und Stickstoffgehalte, aber höhere Temperaturen als sonstiges Stadtgebiet auf Sind häufig Biotopverbundlinien für Lebensgemeinschaften trockener Standorte wg. extensiver Nutzung außerhalb der Gleise 1-2-gleisige Strecken, nicht elektrifiziert, Lärmemissionen •

Lage

Größe

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung

Vgl. Plan Nr. 14 ”vorhande- Die Deutsche Bahn betreibt in ne und absehbare Nutzungen” Lübeck ca. 52 km Schienenstrecken. Insgesamt gibt es in Lübeck ca. 180 ha Flächen für Bahn- u. Gleisanlagen, das entspr. ~ 0,85 % der Stadtfläche.

•

Bahnverkehr

• •

(Die angegebenen Bahnlinien überschneiden sich in Teilbereichen)

(Die Lärmemissionen werden z.Z. (9/2007) vom Eisenbahnbundesamt nach der neuen Umgebungslärmrichtlinie neu berechnet und liegen noch nicht vor.) ca. 14,7 km ca. 16,2 km

•

Elektrifizierung der Strecke HH – Lübeck - Travemünde

HH - HL- Puttgarden Lüneburg - HL – Kiel

HL - Bad Kleinen HL - Travemünde

ca. 9,5 km ca. 20,6 km

Industrie- und Hafenverkehr

•

1-2-gleisige Strecken, nicht elektrifiziert

• •

Hafenbahnanlagen zu und auf den Hafenterminals Uferbahn Dänischburg -Siems Hauptgüterbahnhof

•

ca. 83 km

•

tlw. Elektrifizierung der Hafenbahn Skandikai und Vorwerker Hafen inklus. Gleiszuführung

•

Rangier- und Verschiebebahnhöfe

•

•

Größe nicht ermittelt

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Vorhandene Nutzungen

Charakteristik
• • • Lärmemissionen • • •

Lage
Div. Bahnhofsanlagen im Bereich der Hafenterminals oder deren Gleiszuführung KV-terminal am Skandinavienkai Tagsüber Nachts Pegelspitzen

Größe

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung

• • •

60 – 65 dB (A) 60 – 65 dB (A) deutlich erhöht gegenüber o.g. Mittelungspegeln

Flugverkehr
Vorhandene Nutzungen
Flughafen Lübeck• Flughafengebäude und Rollfeld • Parkflächen • Flughafenaffines Gewerbe • • •

Charakteristik
• Start- und Landebahn ca. 1800 m lang und 60 m breit; keine Nachtflugbeschränkung 1998 7402 gewerbliche Flugbewegungen, 2005 8838 gewerbliche Flugbewegungen Passagierzahlen (gewerblich): 1998 60.520, 2002 244.684, 2005 695.771 flugbetriebsbezogenes Gewerbe Vegetation des nicht versiegelten Teiles der Startu. Landebahn sind Kurzrasenflächen, in größeren Bereichen in HL auch Trockenrasen Hindernisfreiheit in der Sicherheitzone muss gewährleistet sein Lärmemissionen

Lage
ca. 8 km südlich vom Lübecker Zentrum • • •

Größe
Gesamtfläche ca. 213 ha Größe des Rollfeldes ca. 12,6 ha Gesamtfläche der Gebäudeu. Parkflächen ca. 6 ha

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung
• • • • • Neubau von Entwässerungssystemen

Verlegung und Neubau des Zaunes Planfeststellungsverfahren in Vorbereitung

• • •

• •

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Schifffahrt
Vorhandene Nutzungen
Bundeswasserstraße •

Charakteristik
Elbe - Lübeck - Kanal; 7 Schleusen (bis Lauenburg) (2 davon in HL), Höhenunterschied: 19.03 m Wasserstraßenklasse IVa, damit grundsätzlich für ”Europaschiffe” geeignet mit folgenden Einschränkungen: zulässige Länge: 80 m zulässiger Tiefgang: 2m Brückendurchfahrtshöhe nur 4,40 m zulässige Länge für Schubverbände nur 125 m Schiffsaufkommen: ca. 5 Passagen täglich Trave - schiffbar für Binnen- und Seeschiffe mündungsaufwärts bis zum ELK - Ausbauzustand stromabwärts des Konstinkais: Wasserspiegelbreite von 90 – 130 m, Sohlbreite von 60 – 100 m Wassertiefe von 9,50 m Gewässerunterhaltung/ Baggerarbeiten •

Lage
im südwestlichen Stadtgebiet •

Größe
insgesamt ca. 60 km, in Lübeck ca. 10 km •

Zugelassene Vorhaben in Umsetzung
Mindestinstandhaltungsmaßnahmen: Brücke in Krummesse ist in Planung Brücke in Oberbüssau ist beabsichtigt Ersatz der Schleusen durch Neubauten oder Grundinstandsetzungen Sukzessives Entfernen der abgängigen Pappeln, Nachpflanzen von standortgerechten, einheimischen Baumarten

•

• • •

Kanaltrave bis Hubbrücke: Innenstadthäfen bis Herreninsel: Herreninsel traveabwärts:

• • •

ca. 4,8 km ca. 8,2 km

Erhöhung des Schiffsverkehrs aufgrund neuer Hafenanlagen an der Untertrave

ca. 13 km

•

von 1986-2000 insgesamt ca. Bis 2010 ca. 340.000 cbm Baggergut zur Erhaltung der Solltiefe, davon ca. 90.000 cbm unbe280.000 cbm Baggergut lastete Böden, 130.000 cbm gering belastete Böden und 130.000 cbm belastete Böden (Richtwerte des Baggergutkonzeptes des Landes S-H)

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110

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34

6.5

Ver- und Entsorgung 1

(Plan 14) Versorgung
Vorhandene Nutzungen
Wasserversorgung

Charakteristik
Wasserwerke Kleinensee Schlutup Vorwerk Klein Disnack Travemünde Kücknitz Gewerbliche Wasserentnahmen Wasserschongebiet Kraftwerke - 7 Blockheizkraftwerke - 16 Heizwerke - 10 Heizzentralen Windkraftanlagen

Lage
Anzahl der Tiefbrunnen: - 13 Brunnen – 5 Brunnen – 5 Brunnen – 7 Brunnen - 4 Brunnen - 3 Brunnen Nicht bekannt umfasst ganz Lübeck mit Ausnahme des Südwestens im Stadtgebiet

Größe
Fördermengen: - 7.775.698 m3 – 794.011 m3 – 558.295 m3 – 3.853.897 m3 – 415.832 m3 – außer Betrieb ca.500.000 m3

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung

Brunnen sollen 2000 stillgelegt werden Brunnen sollen wieder in Betrieb genommen werden Wasserschutzgebiet im Raum Grönauer Heide geplant; Umsetzung noch ungewiss; keine neuen Bauanträge bekannt

Energieversorgung

380 KV – Leitung

- 3 Windräder zwischen Travemünde u. Brodten - 1 Windrad auf Herrenwyk - 1 Windrad in Ivendorf - 1 Windrad am Resebergw. am nördlichen Traveufer zwischen Herrenwyk und ehem. Kraftwerk Siems

erzeugte Energie: - ca. 124.000 kWh - ca. 58.000 kWh - ca. 8.000 kWh ca. 400 KW, Höhen 40,5 m und 45,5 m 500 KW, Höhe 77 m 600 KW, Höhe 71,5 m 100 KW, Höhe 52,5 m

3 Windkraftanlagen im Raum Ivendorf/Ovendorf und 1 WKA im Bereich Metallhütte, Herrenwyk sind geplant Die HL gehört entsprechend des Regionalplanes für den Planungsraum II des Landes Schleswig-Holstein zu den Windkraftausschlussgebieten des Landes. Weitere Abschnitte der geplanten 380 KV – Leitungen werden nicht realisiert.

110 KV – Leitungen / 30 KVLeitungen

Schwerpunkte: Umspannwerk Niendorf, Umspannwerk Siems

von Niendorf aus westlich 4 Leitungen über die Trave, 3 parallel bei Legan, 1 bei Hamberge;

1

Zu Konflikten mit Schutzgütern und Bewertung s.a. Kap. 9 “Zusammenfassende Konfliktanalyse”

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111

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Vorhandene Nutzungen
Energieversorgung

Charakteristik
110 KV – Leitungen / 30 KVLeitungen

Lage

Größe

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung

von Niendorf aus östlich 4 Leitun- Eine der parallelen 110 KV-Leitungen über die gen über die Grienau, davon 2 Grienau soll abgebaut werden parallel; die nördlichste der Leitungen kreuzt ELK bei Grienaumündung vom Umspannwerk Siems aus 3 Leitungen parallel nach Norden; 1 weitere Leitung quert Trave zwischen Breitling und Schlutuper Wiek zwischen Siems über Bad Schwartau nach Stockelsdorf Von Herrenwyk aus d.d. Trave u. ü. Priwall nach Schweden Travemünder Allee Ratzeburger Landstraße Wedenberg neben Windpark Schlutup Blankenseer Straße Roter Hahn Ivendorf Ivendorfer Straße im Südwesten der HL Dummersdorfer Feld bis Pöppendorf / Ivendorf westlich der Kronsforder Landstraße an der Ziegelei östl. d. Kronsforder Landstraße u. bei Moisling Im ganzen Stadtgebiet

220 kV-Leitung

HGÜ – Kabel (Baltic-Cable) Mobilfunk Funkmasten Windmess-Stelle

Bodenabbau

Sand- und Kiesabbau

Höhe: 44 m Höhe: 45 m Höhe: 30 m Höhe: 30 m Höhe: 30 m Höhe: 30 m Höhe: 19 m Höhe: 19 m ca. 12,5 ha ca. 200 ha Abbau vor 1961: ca. 25 ha ca. 84 ha

Kies u. Sandabbau auf ca. 40 ha Fläche im Dummersdorfer Feld (planfestgestellt)

Tonabbau

Wasserwirtschaft

Landesverteidigung

Unterhaltung der Fließgewässer II. Ordnung durch die Hansestadt Lübeck auf der Grundlage des Fließgewässerunterhaltungsplanes der HL von 1990 Übungsflächen in der Grönauer Heide Teerhofsinsel Wüstenei

ca.200 km Fließgewässer II. Ordnung

Fortschreibung des Fließgewässerunterhaltungsplanes ist erforderlich

im Stadtgebiet verteilt

ca. 36,27 ha oder 1,7 % der Stadtgebietsfläche

Bau eines Sprengbunkers auf der Teerhofsinsel

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112

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Entsorgung
Vorhandene Nutzungen
Abfallentsorgung

Charakteristik
Sondermüll Haus- und Gewerbeabfälle Bauschutt Grünabfälle Wertstoffe

Lage
Sondermülldeponie Rondeshagen (außerhalb HL) Mülldeponie Niemark Bauschutt-Recyclinganlage Niemark Kompostwerk Niemark Recyclinghöfe Niemark, Herrenwyk, Schwartauer Allee

Größe
•

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung
mechanisch-biologische Abfallvorbehandlung (MBA) in einer Halle auf der Erweiterungsfläche im NO der Deponie bis 2005 (planfestgestellt) Restmüll wird entweder verwertet , abgelagert oder verbrannt. Erweiterung des Kompostwerkes

•

Spülflächen

Spülfläche in Betrieb: Stau Ehemalige Spülflächen: am ELK an der Wakenitz an der Trave

Westlich des Breitlings Moisling / Brandenmühle Krummesse ”Feenwiese” Kattegatt Teerhofsinsel Walkenkrugswiesen am Petroleumhafen Abwasserreinigung mit Nährstoffelimination u. Filtration sind bis Ende 2006 installiert an der Herrenbrücke das Klärwerk ist außer Betrieb genommen worden. auf dem Priwall

ca.17 ha ca. 8 ha ca.1,5 ha ca.18 ha ca. 17 ha ca. 14 ha 16,06 mill. cbm Abw./J

Abwasserentsorgung

Zentralklärwerk (ZKW)

Klärwerk Ochsenkopf

1,51 mill. cbm Abw./J Die dort anfallenden Abwässer sollen durch eine neue Druckrohrleitung zum ZKW gepumpt werden. 1,64 mill. cbm Abw./J

Klärwerk Priwall am Graben ”Hellkamp” Klärwerk Nienhüsen Hauskläranlagen Sammelgruben Schmutzwasserleitungen Regenwasserleitungen Mischwasserleitungen im ganzen Stadtgebiet

0,04 mill. cbm Abw./J 1122 Stück 841 Stück 336 km 353 km 167 km

Im ganzen Stadtgebiet

Ziel ist, möglichst viele Hauskläranlagen und Sammelgruben an die zentrale Kanalisation anzuschließen; Es ist geplant, zukünftig pro Jahr ca. 10 km Mischwasserleitung in Trennwassersystem umzuwandeln;

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113

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Vorhandene Nutzungen

Charakteristik
54 Mischwassereinleitungsstellen für durch Regenwasser verdünntes Schmutzwasser Regenklärbecken für die Einleitung von behandlungsbedürftigem Niederschlagswasser von Gewerbegebieten und Hauptverkehrsstraßen 1953 Altlastenverdachtsflächen davon 232 bearbeitet und 1721 noch unbearbeitet

Lage
Einleitung in Trave, Kanaltrave und Stadtgraben

Größe

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung
Abhängig von der Trennung der Mischwasserkanalisation können Einleitungsstellen entfallen

Im Stadtgebiet verteilt

Altlasten / Altstandorte (Status quo Bericht vom Mai 2001)

im ganzen Stadtgebiet verteilt, die Altstandorte vorzugsweise in Industrieregionen (entlang der Trave)

Grobeinschätzung: - 874 Altlasten unterliegen Dringlichkeitsstufe 1 - 1052 Altlasten unterliegen den Dringlichkeitsstufen 2/3 Von den bearbeiteten Fällen sind 137 abgeschlossen und 95 noch in Bearbeitung (61 Altstandorte, 34 Altablagerungen)

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Beschlussfassung: 04.03.2008

114

Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

35

6.6

Sport- und andere Freizeitanlagen
d. h., kleine Sport- und Freizeiteinrichtungen finden keine Berücksichtigung. Mögliche Beeinträchtigungen und Gefährdungen für Natur und Landschaft, die von Errichtung und Betrieb der Sport- und Freizeitanlagen ausgehen können, werden im Abschnitt 9 “Zusammenfassende Konfliktanalyse” behandelt.

Sport- und Freizeitanlagen sind wegen ihres in der Regel monofunktionalen Nutzungszwecks und/oder ihres vergleichsweise erheblichen Eingriffsumfanges in Natur und Landschaft grundsätzlich von Einrichtungen einer “freiraumbezogenen Erholung” (s. Abschnitt 5) zu unterscheiden. Es werden nur Anlagen dargestellt, die auf der grobmaßstäbigen Ebene des Landschaftsplanes von Bedeutung sind,
Anlagentyp
Sportplätze

Charakteristik
In Lübeck gibt es gegenwärtig 43 Sportplätze und 57 Tennisplätze zur schul-, betriebs- oder vereinssportorganisierten Ausübung von Leichtathletik und Ballspielen. Genormte Größe und Struktur (Laufbahn, Spielfeld/er aus Kunststoff, Schotter, Rasen). In der Regel mit Gehölzabpflanzung umsäumt. Z. T. Zusatzeinrichtungen wie PKW-Stellplätze, Zuschauerränge, Umkleideräume etc. Daneben existieren spezielle Sportanlagen wie Modellflugplatz, Bogenschießplatz, Hundesportplätze usw. Es sind 14 Sport- und 59 Turnhallen sowie 20 Gymnastikräume mit Nebeneinrichtungen, meistens in Verbund mit Schulgebäuden, vorhanden. Daneben gibt es kommerzielle Fitness-, Tennis-, Squashanlagen usw. Es existieren 3 Schwimmhallen sowie 2 (gemauerte/betonierte) Schwimmbäder mit angrenzenden Liegewiesen, Gehölzbeständen usw.

Lage
Überall im Stadtgebiet, insbesondere in räuml. Nachbarschaft zu Schulen.

Flächenanteil
Nicht ermittelt •

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung Sportanlagen Krummesse

Sporthallen

Schwimmbäder

Wochenendhäuser

Campingplätze

2 Wochenendhauskolonien mit insgesamt ca. 480 Parzellen. Relativ klar strukturierte Aufteilungen, Parzellen- und Hausgrößen sowie Ziergehölze, kleine Rasenflächen und Blumenrabatten bestimmen das Bild. Es existieren z. Zt. insgesamt 727 Standplätze auf 7 Campingplätze (4 Lübeck-Schönböcken, Ivenkommerziell betriebene und zwei vereinseigene Anlagen sowie ein dorf, Priwall (5x) Jugendferienlager) mit jeweils zentralen Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Teilweise auch Wintercamping möglich. Rasenflächen mit Gehölzen und Einzelbäumen prägen das Bild.

Innerhalb bzw. am Rande von Nicht ermittelt Wohngebieten. Kommerzielle Hallen auch innerhalb von Gewerbegebieten. Innenstadt, St. Lorenz Nord, Nicht ermittelt Der dauerhafte Erhalt aller Hallen und BäKücknitz / Travemünde / der ist vor allem aus finanziellen Gründen Schlutup, Moisling nicht gesichert. Das Erlebnisbad in Travemünde muss grundlegend saniert werden. Neue Anlagen sind nicht gepl. Beidendorf (ca. 20 Parzellen), ca.12,7 ha Erweiterung bzw. Neuanlage von WochenPriwall (ca. 460 Parzellen) = 0,06 % endhauskolonien sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorgesehen. ca.12,7 ha = 0,06 % Es stehen die Campingplätze des Priwalls aufgrund einer gepl. räumlichen Umstrukturierung zur Disposition.

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115

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Anlagentyp
Wohnmobilplätze Golfplatz

Charakteristik
Wohnmobilplätze befinden sich in Travemünde auf dem Parkplatz Kowitzberg und Baggersand Ein Golfplatz mit 27 Bahnen. Intensiv bespielte und gepflegte Teilflächen wechseln mit anderen Grünflächen (Feldgehölze, Randstreifen, Stillgewässer) ab. Ergänzende Infrastruktureinrichtungen (Stellplätze, Clubgebäude usw.) Der Pferdebestand hat sich in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt. Im Lübecker Stadtgebiet existieren ca. 10 Reitschulen mit Reitsportplätze/-hallen. Die Zahl der vorhandenen Reiterhöfe und Reitställe ist nicht bekannt. Im Flächennutzungsplan sind bisher in Krummesse-Langenfelde, Niemarker Weg/Kronsforder Landstr., Groß Steinrade und Bültwisch Reiterhöfe dargestellt. Etwa 600 Reiter sind z. Zt. in 9 Reitervereinen organisiert. Die Zahl der nichtorganisierten Reiter ist vermutlich 3 bis 4 mal höher. Öffentliche Reitwege gibt es nur im Lauerholz; das hieraus resultierende Defizit an Reitwegen begründet ein hohes Konfliktpotential mit anderen Erholungssuchenden bezüglich der Wegenutzung. Private und städtische Steganlagen mit insgesamt ca. 2500 Liegeplätzen für Motor- und Segelyachten, Sportboote sowie dazugehörige Einrichtungen (Clubhäuser, Lagerhallen, Stellplätze) an Land. Zusätzlich umfangreiche Stellflächen für die Boote in den Wintermonaten.

Lage

Flächenanteil

Planungen und zugelassene Vorhaben in Umsetzung
Ein weiterer Standplatz ist an der Lohmühle geplant Annähernde Verdoppelung der Anlagengröße in jüngster Zeit auf insgesamt 113 ha.

Oberhalb des Brodtener Ufers ca.113 ha zwischen den Ortslagen Brod- = 0,5 % ten und Travemünde Im ländlichen Umfeld der Stadt, vor allem in den Dorflagen des südl. Stadtgebietes (einschl. Stadtgut Niemark)

ReitsportEinrichtungen

Nicht ermittelt Der Reiterbund Lübeck erstellt z. Zt. ein Reitwegekonzept für das Stadtgebiet, um das Wegedefizit und das vorh. Konfliktpotential mit anderen Erholungssuchenden zu verringern.

Sportboothäfen

Tierpark

Es existiert seit 1952 ein privat geführter Tierpark mit Haustieren und exotischen Tieren in ca. 25 Gehegen. Nebengebäude, Kinderspielplatz, KFZ-Stellplätze etc. Der Tierpark ist landschaftlich integriert in den Israelsdorfer Forst.

An der Wakenitz (8 Anlagen); an der Kanal-Trave, am Stadtgraben sowie an der Untertrave (Schwerpunkte: Herreninsel, Schlutup, Travemünde und Priwall) mit insgesamt 16 Häfen Israelsdorfer Forst

Nicht ermittelt

ca.2,4 ha = 0,01 %

Es sind qualitative Verbesserungen des Tierparks im Hinblick auf eine artgerechtere Unterbringung der Tiere erfolgt und vorgesehen.

Veranstaltungsplätze

• • • •

Volksfestplatz Moisling (Oberbüssauer Weg) Krummesse Kücknitz/Solmitzstr. Vorhaben in Umsetzung;

Ferienhausanlagen Sonstige Freizeitbezogene Einrichtungen

Gewerbl. Ferienhausanlage Priwall TB I
Die Umgestaltung des Parkplatzes „Leuchtenfeld“ in Travemünde für freizeitbezogene Bebauung bzw. Nutzung ist mittelfristig geplant. Die dort festgesetzte Ausgleichsfläche (Maßnahmen bisher nicht umgesetzt) soll verlagert werden.

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Beschlussfassung: 04.03.2008

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Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

6

7.

Schutzgebiete

(siehe auch Pläne 15, 16 und 18.2)
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die in Lübeck vorhandenen Schutzgebiete. Je nach Schutzwürdigkeit und Schutzzweck sieht das Naturschutzrecht verschiedene Kategorien von Schutzgebieten vor. Die gemeldeten FFH-Gebiete und die europäischen Vogelschutzgebiete (Natura 2000-Gebiete) sowie das vorgeschlagene Feuchtgebiet internationaler Bedeutung gemäß Ramsar-Konvention sind im Plan 18.2 dargestellt. Dabei handelt es ausschließlich um eine nachrichtliche Übernahme der vom Land Schleswig-Holstein an die EU gemeldeten bzw. zur Meldung an das Ramsar-Sekretariat vorgesehenen Gebiete. Die Abgrenzung der von der Landesregierung gemeldeten Natura 2000-Gebiete stimmt teilweise nicht mit der fachlichen Bewertung der Gebiete durch die Hansestadt Lübeck überein. Insbesondere zu den FFH-Gebieten „Traveförde und angrenzende Flächen“, „Travetal“ und „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“ (ehemalige Bezeichnung: „Wulfsdorfer Heide und Blankenseeniederung“) hat die Hansestadt Lübeck andere Umgrenzungen vorgeschlagen, die jedoch vom Land nicht in seine Meldung übernommen worden sind (vgl. Plan 16 - Erläuterung). Die vom Land gemeldeten Gebiete sind aber für die Hansestadt Lübeck verbindlich. Die gleichzeitige Darstellung einiger gemeldeter Natura-2000-Gebiete als „Gebiet, das die fachlichen Voraussetzungen für ein NSG besitzt“ resultiert ebenfalls aus der Abgrenzung der vom Land gemeldeten Gebiete und entspricht nicht vollständig der eigenen Bewertung der Hansestadt Lübeck. Zuständig für die Ausweisung der Gebiete als NSG ist die oberste Naturschutzbehörde (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein). Darüber hinaus erfüllen auch andere Gebiete die fachlichen Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung. Dazu gehören das Pöppendorfer Moor, die östlichen Teile der Teerhofsinsel und die Ausgleichsflächen, die nördlich an das NSG Dummersdorfer Ufer angrenzen.
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Naturschutzgebiete (NSG) sind gemäß § 16 Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) Gebiete, in denen ein besonderer Schutz der Natur in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen • zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten, • aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder • wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit erforderlich ist. Naturschutzgebiete stellen die stärkste Schutzform dar, die das deutsche Naturschutzrecht einer Landschaft verleihen kann. In einem NSG sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebietes oder seiner Bestandteile oder zu einer erheblichen oder nachhaltigen Störung führen können. Naturschutzgebiete dürfen ohne besondere Zulassung nur auf Wegen oder dafür ausgewiesenen Flächen betreten werden. Soweit es der Schutzzweck erlaubt, können aber auch Naturschutzgebiete der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Soweit es der Schutzzweck erfordert, können auch bestimmte Einwirkungen, die von einem Naturschutzgebiet unmittelbar benachbarten Flächen ausgehen, verboten werden. Die Ausweisung von Naturschutzgebieten erfolgt durch Verordnung der obersten Naturschutzbehörde (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein).

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Landschaftsschutzgebiete (LSG) sind gemäß § 18 LNatschG Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft • zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungsund der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, • wegen der Vielfalt, Eigenart und Schönheit oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder • wegen ihrer besonderen Bedeutung für die naturverträgliche Erholung erforderlich ist. In einem Landschaftsschutzgebiet sind nach Maßgabe näherer Bestimmungen alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen. Landschaftsschutzgebiete werden durch Verordnung der unteren Naturschutzbehörde (UNB) ausgewiesen. Naturparke nach § 19 Abs. 1 und 2 LNatSchG sind derzeit in Lübeck nicht ausgewiesen oder vorgesehen. Naturerlebnisräume (NER) nach § 19 Abs. 2 bis 3 LNatSchG werden in Kapitel 5.1 behandelt. Naturdenkmale (ND) sind gemäß § 20 LNatschG Einzelschöpfungen der Natur oder entsprechende Flächen bis fünf Hektar, deren besonderer Schutz • aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder • wegen Ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit erforderlich ist. Soweit es zum Schutze des Naturdenkmals erforderlich ist, kann seine Umgebung mit einbezogen werden. Als Einzelschöpfungen der Natur sind insbesondere Kolke, Quellen sowie alte oder seltene Bäume anzusehen. Als Naturdenkmale können auch Fundstellen der erdgeschichtlichen Pflanzen- und Tierwelt ausgewiesen werden. Die Beseitigung des Naturdenkmals und alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Veränderung oder nachhaltigen Störung des NaturHANSESTADT LÜBECK , Bereich Naturschutz
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denkmals oder seiner geschützten Umgebung führen oder führen können, sind verboten. Es kann auch die erhebliche Beeinträchtigung oder nachhaltige Störung der im Bereich des Naturdenkmals wild lebenden Pflanzen und Tiere verboten werden. Naturdenkmale werden durch Verordnung der unteren Naturschutzbehörde (UNB) ausgewiesen. Geschützte Landschaftsbestandteile (LB) sind gemäß § 21 LNatschG Teile von Natur und Landschaft, deren besonderer Schutz • zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungsund Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts, • zur Belebung, Gliederung oder Pflege des Orts- oder Landschaftsbildes, • zur Abwehr schädlicher Einwirkungen oder • wegen ihrer Bedeutung als Lebensstätten bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten erforderlich ist. Der Schutz kann sich in bestimmten Gebieten auf den gesamten Bestand an einseitigen Baumreihen, Bäumen, Hecken oder anderen Landschaftsbestandteilen erstrecken. Die Beseitigung des geschützten Landschaftsbestandteils sowie alle Handlungen, die zu seiner Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung führen können, sind verboten. Geschützte Landschaftsbestandteile werden durch Verordnung der unteren Naturschutzbehörde (UNB) oder Satzung der Gemeinde ausgewiesen. Europäische Vogelschutzgebiete sind Gebiete, die aufgrund ihrer besonderen Bedeutung • als Brutgebiet für europaweit gefährdete Vogelarten oder • als Vermehrungs-, Rast-, Mauser- oder Überwinterungsgebiet von Zugvögeln gemäß der EG-Vogelschutzrichtlinie von den Mitgliedsstaaten der EU unter besondern Schutz gestellt werden müssen. Europäische Vogelschutzgebiete sind nach rein naturschutzfachlichen Kriterien auszuwählen. Die Auswahl erfolgt durch die oberste Naturschutzbehörde (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume). Die Gebiete sind entsprechend den jeweiligen Erhaltungszielen als Besondere Schutzgebiete (SPA) auszuweisen, d.h. in der Regel zu nationalen Schutzgebieten im Sinne der §§ 16, 17, 18, 20 118

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oder 21 LNatSchG (s.o.) zu erklären. Die Schutzerklärung kann unterbleiben, soweit durch vertragliche Vereinbarungen, nach anderen Rechtsvorschriften, nach Verwaltungsvorschriften oder durch die Verfügungsbefugnis eines öffentlichen oder gemeinnützigen Trägers ein gleichwertiger Schutz gewährleistet ist. Die bisher ausgewählten und an die Europäische Kommission gemeldeten Europäischen Vogelschutzgebiete wurden durch § 29 LNatSchG pauschal unter Schutz gestellt. Demnach sind in diesen Gebieten alle Vorhaben, Maßnahmen, Veränderungen oder Störungen, die zu erheblichen Beeinträchtigungen des Gebietes in seinen für die Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteilen führen können, verboten. Pläne und Projekte sind vor ihrer Zulassung auf ihre Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen möglicherweise betroffener Europäischer Vogelschutzgebiete zu überprüfen (”FFH-Verträglichkeitsprüfung” gemäß § 30 LNatSchG bzw. Artikel 6 FFH-Richtlinie). Europäische Vogelschutzgebiete bilden gemeinsam mit FFH-Gebieten (s.u.) das europaweite zusammenhängende Schutzgebietssystem ”NATURA 2000”. FFH-Gebiete gemäß Artikel 4 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU sind Gebiete, die aufgrund ihrer besonderen Bedeutung • als Lebensraum für europaweit gefährdete Tier- und Pflanzenarten oder • als Vorkommen europaweit gefährdeter Lebensraumtypen gemäß der FFH-Richtlinie von den Mitgliedsstaaten der EU ausgewählt und der EU-Kommission zum besonderen Schutz vorgeschlagen werden müssen (FFH-Gebietsvorschläge (pSCI)). Die FFH-Gebietsvorschläge sind nach rein naturschutzfachlichen Kriterien auszuwählen. Die Auswahl der Gebietsvorschläge erfolgt durch die oberste Naturschutzbehörde (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein). Die anschließend erforderliche verbindliche Auswahl der Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung (SCI) trifft die EU-Kommission gemeinsam mit den EU-Mitgliedsstaaten. Die Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung sind entsprechend den jeweiligen Erhaltungszielen als Besondere Schutzgebiete (SAC) auszuweisen, d.h. in der Regel zu nationalen Schutzgebieten im Sinne der §§ 16, 17, 18, 20 oder 21 LNatSchG
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(s.o.) zu erklären. Die Schutzerklärung kann unterbleiben, soweit durch vertragliche Vereinbarungen, nach anderen Rechtsvorschriften, nach Verwaltungsvorschriften oder durch die Verfügungsbefugnis eines öffentlichen oder gemeinnützigen Trägers ein gleichwertiger Schutz gewährleistet ist. Die bisher ausgewählten und bis zum 31.12.2009 im Amtsblatt der Europäischen Kommission bekannt gemachten Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung werden durch § 29 LNatSchG ab dem 01.01.2010 pauschal unter Schutz gestellt. Demnach sind in diesen Gebieten alle Vorhaben, Maßnahmen, Veränderungen oder Störungen, die zu erheblichen Beeinträchtigungen des Gebietes in seinen für die Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteilen führen können, verboten. Pläne und Projekte sind vor ihrer Zulassung auf ihre Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen möglicherweise betroffener FFH-Gebiete zu überprüfen (”FFH-Verträglichkeitsprüfung” gemäß § 30 LNatSchG bzw. Artikel 6 FFH-Richtlinie). Die besonderen Schutzgebiete gemäß FFH-Richtlinie und Europäische Vogelschutzgebiete (s.o.) bilden gemeinsam das europaweite zusammenhängende Schutzgebietssystem ”Natura 2000”. ”Faktische Vogelschutzgebiete” und ”Potenzielle FFH-Gebiete” sind Gebiete, die ggf. die fachlichen Voraussetzungen für eine Benennung als Europäische Vogelschutzgebiete oder FFH-Gebiet erfüllen, aber bisher nicht benannt wurden. Sie müssen ggf. im weiteren Verfahren nachgemeldet werden. Solange das Europäische Schutzgebietssystem ”NATURA 2000” nicht vollständig verwirklicht ist, sind faktische Vogelschutzgebiete und potenzielle FFH-Gebiete nach herrschender Rechtsauffassung im Interesse der Rechts- und Planungssicherheit bei FFH-Verträglichkeitsprüfungen von Plänen und Projekten zu berücksichtigen. Die Darstellung faktischer Vogelschutzgebiete und potenzieller FFHGebiete ist nicht Bestandteil des Landschaftsplanes, steht aber als gutachterlicher Fachbeitrag zur Verfügung.

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Feuchtgebiete internationaler Bedeutung gemäß RamsarKonvention sind Gebiete, die aufgrund ihrer internationalen Bedeutung als Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wat- und Wasservögel, von den Unterzeichnerstaaten der Ramsar-Konvention besonders geschützt werden sollen. Die Auswahl soll nach naturschutzfachlichen Kriterien erfolgen. Zuständig für die Auswahl ist die oberste Naturschutzbehörde (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein).

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Naturschutzgebiete gem. § 16 LNatSchG
NSG Dassower See, Inseln Buchhorst und Graswerder

Flächengröße, Flächenanteil
814,1 ha (3,80 %)

Schutzzweck (Kernaussagen) (Einzelheiten sind den jeweiligen Schutzgebietsverordnungen zu entnehmen; zur Charakteristik siehe auch Tabelle 4.6.)
Erhaltung und, soweit erforderlich, Entwicklung und Wiederherstellung der Natur in diesem Gebiet in ihrer Gesamtheit, insbesondere • Schutz einer fast abgeschlossenen Seitenbucht des eiszeitlichen Talsystems der Trave einschließlich zweier Inseln mit Trockengrasfluren, Feldgehölzen und Röhrichtbeständen als Lebensraum einer artenreichen und landschaftstypischen Pflanzen- und Tierwelt, u.a. als Sommerrast- und Überwinterungsgebiet für nordische Wasservögel am Schnittpunkt von zwei bedeutenden Vogelzugstraßen • Schutz und dauerhafte Sicherung eines für Schleswig-Holstein biogeographisch herausragenden Lebensraumes im Grenzbereich von subkontinental und ozeanisch verbreiteten Pflanzen- und Tierarten; • Dauerhafte und vollständige Erhaltung der Eigenart, Vielfalt und Schönheit der Natur in diesem Gebiet; • Dauerhafte Existenzfähigkeit der Arten und Lebensgemeinschaften zur Sicherung und Fortentwicklung der natürlichen genetischen Vielfalt; • Erhalt sowie Entwicklung kulturhistorisch geprägter Lebensräume • Dauerhafte Erhaltung und Entwicklung der Natur im Gebiet in ihrer Gesamtheit, insbesondere Erhaltung Schutz und gegebenenfalls Entwicklung • der für diesen Naturraum typischen nährstoffarmen und teilweise auch kulturhistorisch geprägten Lebensräume der Heiden, Mager- und Trockenrasen (insbesondere des europaweit bedeutsamen prioritären Lebensraumtyps des Borstgrasrasen), Stillgewässer, Pfeifengraswiesen, bodensauren Wälder und Gebüsche, Übergangs- und Schwingrasenmoore, Moorwälder und feuchten Hochstaudenfluren, • der auf diese Lebensräume spezialisierten, für dieses Gebiet charakteristischen Pflanzen- und Tierarten, vor allem der großen Artenvielfalt der Insekten- und Amphibienfauna, insbesondere der Art Kammmolch (Art des Anhang II der FFH-Richtlinie) und der seltenen und in ihrem Bestand bedrohten Brutvogelgemeinschaft mit den Arten Brachpieper, Ziegenmelker, Neuntöter, Heidelerche, Sperbergrasmücke, Grauammer, Wachtelkönig, Mittelspecht und Wespenbussard (Arten nach Anhang I der Vogelschutzrichtlinie) sowie der Arten Schilfrohrsänger, Feldlerche und Wachtel, • der natürlichen Grundwasserdynamik und • des in Teilen des Naturraums noch erhaltenen charakteristischen und ästhetischen Landschaftsbildes. • Erhaltung und, soweit erforderlich, Entwicklung und Wiederherstellung der Natur in diesem Gebiet in ihrer Gesamtheit, insbesondere • Erhaltung einer Landschaft, die durch Brackwasserlagunen, Süßgewässer und durch diese beeinflusste Wiesen und Brüche mit einer zahl- und artenreichen, teilweise seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt geprägt ist Dauerhafte Erhaltung der Natur in diesem Gebiet in ihrer Gesamtheit, insbesondere Erhaltung und Schutz • der ostseeküstentypischen Biotope in brackwasserbeeinflussten Bereichen, • der charakteristischen, zum Teil gefährdeten Pflanzen- und Tierarten dieser Lebensräume, • der Bedeutung des Priwalls, insbesondere als Teil einer bedeutenden Vogelzugstraße, im Schutzgebietesund Biotopverbundsystem zwischen der Lübecker Bucht und der Elbe, • der zentral gelegenen, extensiv genutzten Weidefläche, • der strukturreichen Gehölzbestände

NSG Dummersdorfer Ufer

337,4 ha (1,60 %)

NSG Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee (nur teilweise auf Lübecker Gebiet)

ca. 266 ha (1,2 %) (Lübecker Teil) (Gesamtgröße: 354 ha)

NSG Schellbruch

147,3 ha (0,69 %)

NSG Südlicher Priwall

146,8 ha (0,69 %)

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Naturschutzgebiete gem. § 16 LNatSchG
NSG Wakenitz (nur teilweise auf Lübecker Gebiet)

Flächengröße, Flächenanteil
490,4 ha (2,29 %) (Lübecker Teil) (Gesamtgröße: 607 ha)

Schutzzweck (Kernaussagen) (Einzelheiten sind den jeweiligen Schutzgebietsverordnungen zu entnehmen; zur Charakteristik siehe auch Tabelle 4.6.)
Dauerhafte Erhaltung der Natur in diesem Gebiet in ihrer Gesamtheit, insbesondere Erhaltung und Schutz • des Gewässerökosystems der Wakenitz mit seiner charakteristischen Pflanzen- und Tierwelt, • der natürlichen Entwicklung der Bruch-, Feucht- und Steiluferwälder, • des Niedergrünlandes, der Niedermoorflächen und Hochstaudenfluren unterschiedlicher Ausprägung, • der Magergras- und Trockenwaldflächen auf Binnendünen als Lebensraum selten gewordener Pflanzen und Tiere, • des Teufelsmoores und seiner umgebenden Mager- und Brachflächen, • der geologisch-geomorphologisch wertvollen Talraumlandschaft der Wakenitz als erdgeschichtlich wichtiges Dokument des großen weichseleiszeitlich angelegten Abflusssystems von Schmelzwassern aus dem Lübecker Becken zum Urstromtal der Elbe, • des charakteristischen Landschaftsbildes einer stadtnahen Flusslandschaft mit hohem Erlebniswert als zentrales Verbundelement im Schutzgebietssystem an der Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern

Naturschutzgebiete auf Lübecker Gebiet gesamt

2202 ha (10,3 %)

Landschaftsschutzgebiete gem. § 18 LNatSchG
LSG Brodtener Winkel

Flächengröße Flächenanteil
434,4 ha (2,03 %)
(ohne Flachwasserbereich außerhalb des Lübecker Gebietes)

Schutzzweck (Kernaussagen) (Einzelheiten sind den jeweiligen Schutzgebietsverordnungen zu entnehmen; zur Charakteristik siehe auch Tabelle 4.6.)
• • • • • Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes; Sicherung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des sinnlich wahrnehmbaren, abwechslungsreichen Landschaftsbildes; Sicherung als Erholungsgebiet sowie Ordnung und Lenkung des Erholungsverkehrs Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, insbesondere der Bruchwälder, artenreichen Knicks, Abbruchhänge einschließlich mehrerer Kleingewässer als Lebensräume wasserund landgebundener Tier- und Pflanzenarten; Sicherung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des sinnlich wahrnehmbaren, abwechslungsreichen Landschaftsbildes, das geprägt wird durch die für Schleswig-Holstein charakteristische alte Kulturlandschaft, durch die infolge der Kiesgewinnungswirtschaft beeinflussten Reliefformen sowie durch die aufgrund abgeschlossener Renaturierungsmaßnahmen naturnah gestalteten Biotope; Gewährleistung der Sicherung und Entwicklung des Raumes als Erholungsgebiet sowie der Ordnung und Lenkung des Erholungsverkehrs unter größtmöglicher Rücksichtnahme auf Natur und Landschaft

LSG Dummersdorfer Feld

386,7 ha (1,81 %)

•

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Landschaftsschutzgebiete gem. § 18 LNatSchG
LSG Kücknitzer Mühlenbach und Söhlengraben

Flächengröße Flächenanteil
92,0 ha (0,43 %) •

Schutzzweck (Kernaussagen) (Einzelheiten sind den jeweiligen Schutzgebietsverordnungen zu entnehmen; zur Charakteristik siehe auch Tabelle 4.6.)
Erhaltung der Vielfalt und Eigenart des abwechslungsreichen und charakteristischen Landschaftsbildes der im wesentlichen durch den Kücknitzer Mühlenbach und den Söhlengraben geprägten Landschaft; • Sicherung der reizvollen Landschaft für eine naturverträgliche landschaftsbezogene Erholung; • Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und der Regenerationsfähigkeit der Naturgüter (Die Schutzgebietsverordnung enthält keine Aussagen zum Schutzzweck)

LSG Lauerholz LSG Ringstedtenhof

1.086,0 ha (5,07 %) 143,4 ha (0,67 %)

LSG Schlutup

134,3 ha (0,63 %)

LSG Schwartauwiesen

107,1 ha (0,50 %)

LSG Talraum und Umfeld von Grienau und Quadebek

604,7 ha (2,82 %)

LSG Trave-Einzugsgebiet zwischen Wesenberg und Elbe-Lübeck-Kanal

972,7 ha (4,54 %)

LSG Travemünder Winkel

1.335,3 ha (6,24 %)

LSG Wakenitz und Falkenhusen

433,8 ha (2,03 %)

Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes Sicherung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des abwechslungsreichen, sinnlich wahrnehmbaren Landschaftsbildes • Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes; • Sicherung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des abwechslungsreichen, sinnlich wahrnehmbaren Landschaftsbildes; • Sicherung und Entwicklung als Erholungsgebiet sowie Ordnung und Lenkung des Erholungsverkehrs • Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes; • Sicherung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des abwechslungsreichen, sinnlich wahrnehmbaren Landschaftsbildes; • Sicherung und Entwicklung als Erholungsgebiet sowie Ordnung und Lenkung des Erholungsverkehrs • Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und der Regenerationsfähigkeit der Naturgüter; • Erhaltung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes; • Erhaltung der bäuerlichen Nutzung als Voraussetzung für die Sicherung der landschaftlichen Eigenart und der besonderen kulturhistorischen Bedeutung des Gebietes • Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes durch die Sicherung der Trave-Niederung zwischen Reecke und Elbe-Lübeck-Kanal sowie angrenzender Bachtäler; • Sicherung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes; • Sicherung von Landschaftsteilen mit besonderer kulturhistorischer Bedeutung; • Erhalt und Weiterentwicklung der Landschaft für eine naturverträgliche Erholung • Erhaltung , Wiederherstellung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und der Regenerationsfähigkeit der Naturgüter durch Sicherung der vorhandenen naturnahen Landschaftselemente; • Sicherung der Vielfalt und Eigenart des Bildes der hügeligen, eiszeitlich geprägten Landschaft einschließlich der vor- und frühgeschichtlichen Stätten; • Erhalt der Landschaft für eine naturverträgliche Erholung (Die Schutzgebietsverordnung enthält keine Aussagen zum Schutzzweck)

• •

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Landschaftsschutzgebiete gem. § 18 LNatSchG
LSG Wüstenei

Flächengröße Flächenanteil
330,3 ha (1,54 %) •

Schutzzweck (Kernaussagen) (Einzelheiten sind den jeweiligen Schutzgebietsverordnungen zu entnehmen; zur Charakteristik siehe auch Tabelle 4.6.)
Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes durch Sicherung der strukturreichen Landschaft im Schutzgebiet mit allen ihren Bestandteilen und Erscheinungsformen, wie einem dichten Knicknetz, zahlreichen Klein- und Fließgewässern, Wiesen, Feldgehölzen und Waldflächen als Grundlage für die Bewahrung der heckenbrütenden Vogelarten, der reichhaltigen Amphibienvorkommen und der seltenen Pflanzenarten; Wiederherstellung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes durch einen weitgehenden Rückbau versiegelter Flächen und die Renaturierung der beiden Fließgewässer ”Eckhorster Lauf” und” Heckkatenlauf”; Sicherung der Schönheit des Landschaftsbildes durch den Erhalt der in diesem Landschaftsraum einzigartigen Kulisse des alten Laubmischwaldbestandes als prägendes Element sowie des durch ein dichtes Knicknetz durchzogenen, zusammenhängenden Grünlands; Sicherung und Entwicklung der naturverträglichen Erholung nach Aufgabe der militärischen Nutzung Erhaltung der Vielfalt und Eigenart des abwechslungsreichen und charakteristischen Landschaftsbildes, das durch verschiedene Teilbereiche geprägt wird; Sicherung der kulturhistorischen Bedeutung des Fackenburger Landgrabens und des Tremser Teiches; Sicherung der reizvollen Landschaft für eine naturverträgliche innerstädtische Erholung; Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und der Regenerationsfähigkeit der Naturgüter

• • • • • • •

LSG Fackenburger Landgraben und Tremser Teich

66,4 ha (0,31 %)

Landschaftsschutzgebiete auf Lübecker Gebiet gesamt

6.127,1 ha (28,61 %)

Naturdenkmale gem. § 20 LNatSchG
(flächenhafte Naturdenkmale) ND Alte Stecknitz ND Binnendüne Blankensee ND Nachtkoppel ND Teutendorfer Moorteich

Flächengröße, Flächenanteil
7,57 ha (0,035 %) 1,66 ha (0.0078 %) 1,20 ha (0,0056 %) 0,56 ha (0,0026 %) • • • •

Schutzzweck (Kernaussagen) (Einzelheiten sind den jeweiligen Schutzgebietsverordnungen zu entnehmen)
Sicherung und Erhaltung einer Einzelschöpfung der Natur wegen ihrer Seltenheit, Eigenart und Schönheit Erhaltung einer offenen Binnenlanddüne sowie deren außergewöhnlicher Vegetation Erhaltung einer Feuchtwiese und eines Röhrichtbereiches Sicherung und Erhaltung einer Einzelschöpfung der Natur wegen ihrer Seltenheit, Eigenart und Schönheit

Naturdenkmale gesamt

10,99 ha (0,051 %)

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Geschützte Landschaftsbestandteile gem. § 21 LNatSchG
LB Am Krog

Flächengröße, Flächenanteil
1,54 ha (0.0072% • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •

Schutzzweck (Kernaussagen) (Einzelheiten sind den jeweiligen Schutzgebietsverordnungen zu entnehmen)
Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes; Belebung, Gliederung und Pflege des Landschaftsbildes; Abwehr schädlicher Einwirkungen Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes; Belebung, Gliederung und Pflege des Landschaftsbildes; Abwehr schädlicher Einwirkungen Sicherung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes; Belebung, Gliederung und Pflege des Landschaftsbildes; Sicherung der Bedeutung als Lebensstätte wildlebender Tier- und Pflanzenarten; Sicherung eines Landschaftsbestandteiles als Zeugnis des menschlichen Umgangs mit der Natur Erhaltung und Entwicklung von Biotopverbundstrukturen; Sicherung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und Erhalt einer Lebensstätte für zum Teil landesweit gefährdete Tier- und Pflanzenarten; Belebung, Gliederung und Pflege des Landschaftsbildes; Abwehr schädlicher Einwirkungen auf die Naturgüter; Sicherung eines Landschaftsbestandteiles als Zeugnis des menschlichen Umgangs mit der Natur Sicherung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes durch Erhalt und Wiederherstellung des reich strukturierten, durch weitgehend naturnahe Lebensräume im Übergangsbereich von Küste und Binnenland geprägten Uferbereiches Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes; Gliederung des Landschaftsbildes; Abwehr schädlicher Einwirkungen Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes; Belebung, Gliederung und Pflege des Landschaftsbildes Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes; Belebung, Gliederung und Pflege des Landschaftsbildes; Abwehr schädlicher Einwirkungen

LB Grienauhang

1,22 ha (0,0057 %)

LB Lauerhofer Feld

3,53 ha (0,017 %)

LB Medebekwiesen

3,17 ha (0,015 %)

LB Ostufer der Untertrave

16,7 ha (0,078 %)

LB Rothebek-Niederung

1,76 ha (0,0082 %)

LB Rustwiesen LB Schmiederedder

4,77 ha (0,022 %) 1,86 ha (0,0087 %)

Geschützte Landschaftsbestandteile gesamt

34,52 ha (0,16 %)

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Europäische Vogelschutzgebiete gem. Art. 4 EGVogelschutzrichtlinie
Grönauer Heide (Gebietsnummer DE 2130-491) (es bestehen großflächige Gebietsüberschneidungen mit dem FFHGebietsvorschlag NSG „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee)

Flächengröße, Flächenanteil
195 ha (0,9 %)

Erhaltungsziele (Kernaussagen, Stand 09/2006) 1:

Übergreifende Ziele: Das Gebiet ist als besonders komplexer, strukturreicher Landschaftsausschnitt überwiegend nährstoffarmer Lebensräume mit z. T. langer Habitatkontinuität zu erhalten. Die Erhaltung eines offenen bis halboffenen Charakters mit kleineren, auch geschlossenen, Gehölzbeständen als Lebensraum der Waldvogelarten wie Wespenbussard und Mittelspecht steht im Vordergrund. Eine Ausweitung des Waldanteils soll nicht erfolgen. Nutzungsformen, die eine Offenhaltung der Flächen unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher Ziele sicherstellen, sind möglichst zu erhalten. Für den Brachpieper, der hier einen seiner letzten Brutplätze in Schleswig-Holstein hat, und seinen Lebensraum soll ein günstiger Erhaltungszustand in Einklang mit den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten wiederhergestellt werden. Ziele für Vogelarten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Vogelarten und ihrer Lebensräume zu erhalten oder ggf. wiederherzustellen. Arten von besonderer Bedeutung: Brachpieper (Anthus campestris), Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), Neuntöter (Lanius collurio), Heidelerche (Lullula arborea), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria), Grauammer (Miliaria calandra); Arten von Bedeutung: Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus), Feldlerche (Alauda arvensis), Wachtel (Coturnix coturnix), Wachtelkönig (Crex crex), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Wespenbussard (Pernis apivorus).

Ostseeküste am Brodtener Ufer (Gebietsnummer DE 1931-301) (nur teilweise auf Lübecker Gebiet) auch FFH-Gebiet (Gebiet gemeinschaftlicher Bedeutung)

17 ha (0,08 %) (Lübecker Teil) (Gesamtgröße: 2.084 ha)

Übergreifende Ziele: Erhaltung eines der markantesten Steilufer der schleswig-holsteinischen Ostseeküste einschließlich der dynamischen Prozesse und der Lebensraumtypen der vorgelagerten Meeresbereiche. Weiterhin ist die Bedeutung der Steilküste als Koloniestandort für Uferschwalben sowie der Meeresbereiche als günstiger Nahrungslebensraum für Rastvögel sowie als möglichst störungsfreier Überwinterungslebensraum für Meeresenten zu erhalten. Ziele für Vogelarten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Vogelarten und ihrer Lebensräume zu erhalten. Rastvogelarten von besonderer Bedeutung: Reiherente (Aythya fuligula), Blässhuhn (Fulica atra), Bergente (Aythya marila), Eiderente (Somateria mollissima)

1

Anm.: Es liegen detaillierte „Gebietsspezifische Erhaltungsziele (gEHZ)“ zu den einzelnen Arten von besonderer Bedeutung und ihrer Lebensräume vor ( Bekanntmachung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vom 04.09.2006). Die aktuellen Erhaltungsziele können beim Landesamt für Natur und Umwelt (Tel. 04347/7040) erfragt werden bzw. sind im Internet unter www.natura2000-sh.de abrufbar.

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Europäische Vogelschutzgebiete gem. Art. 4 EGVogelschutzrichtlinie
Traveförde (Gebietsnummer DE 2030-401)] (umfasst auch die ehemaligen eigenständigen Vogelschutzgebiete „NSG Dassower See“, „NSG Dummersdorfer Ufer, „NSG Schellbruch“ sowie „Lauerholz“; es bestehen großflächige Gebietsüberschneidungen mit dem FFHGebietsvorschlag „Traveförde und angrenzende Flächen“)

Flächengröße, Flächenanteil
3.287 ha (15,3 %)

Erhaltungsziele (Kernaussagen, Stand 09/2006) 1:

Übergreifende Ziele: Das Vogelschutzgebiet „Traveförde“ wird unterteilt in einen westlichen gehölzdominierten und einen östlichen gewässerdominierten Teil. Im Teilgebiet „Traveförde und angrenzende Flächen mit NSG Dummersdorfer Ufer“ sind die Erhaltung des einzigen und vielbuchtigen Ästuars der schleswig-holsteinischen Ostsee und der größten Lagune in Schleswig-Holstein in ihrer typischen Ausprägung als Rast- und Überwinterungsgebiet insbesondere für Singschwan, Reiherente, Bergente sowie Zwerg- und Gänsesäger zu gewährleisten. Das NSG Dummersdorfer Ufer beherbergt eines der bedeutendsten Brutgebiete der Sperbergrasmücke in Schleswig-Holstein. Im Teilgebiet „Lauerholz“ ist die Erhaltung des jahrtausende alten Waldgebietes in seiner artenreichen, naturnahen typischen Zusammensetzung als Lebensraum zur Erhaltung stabiler Brutbestände von Waldarten, wie z.B. dem Mittelspecht, anzustreben. Ziele für Vogelarten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Vogelarten und ihrer Lebensräume zu erhalten. Rastvögel von besonderer Bedeutung: Blässgans (Anser albifrons), Saatgans (Anser fabilis), Reiherente (Aythya fuligula), Bergente (Aythya marila), Schellente (Bucephala clangula), Singschwan (Cygnus cygnus), Zwergsäger (Mergus albellus), Gänsesäger (Mergus merganser), Kormoran (Phalacrocorax carbo); Brutvögel von besonderer Bedeutung: Mittelspecht (Dendrocopos medius), Zwergschnäpper (Ficedula parva), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria); Brutvögel von Bedeutung: Rohrdommel (Botaurus stellaris), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Neuntöter (Lanius collurio), Pirol (Oriolus oriolus).

Europäische Vogelschutzgebiete auf Lübecker Gebiet gesamt

3.499 ha (16,3 %)

Anm.: Hinsichtlich der Flächengrößen und Flächenanteile (Spalte 2) ist zu beachten, dass ein Großteil der aufgeführten Europäischen Vogelschutzgebiete gleichzeitig als Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebietsvorschlag oder Feuchtgebiet internationaler Bedeutung flächenmäßig erfasst ist. Der genaue Grenzverlauf der Europäischen Vogelschutzgebiete und FFH-Gebiete wird noch vom Land festgelegt.

1

Anm.: Es liegen detaillierte „Gebietsspezifische Erhaltungsziele (gEHZ)“ zu den einzelnen Arten von besonderer Bedeutung und ihrer Lebensräume vor ( Bekanntmachung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vom 04.09.2006). Die aktuellen Erhaltungsziele können beim Landesamt für Natur und Umwelt (Tel. 04347/7040) erfragt werden bzw. sind im Internet unter www.natura2000-sh.de abrufbar.

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Beschlussfassung: 04.03.2008

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FFH-Gebiete Art. 4 FFH-Richtlinie
(FFH-Gebietsvorschläge und Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung) Friedhofseiche Genin (Gebietsnummer DE 2129-357)

Flächengröße, Flächenanteil

Erhaltungsziele (Kernaussagen, Stand 10/2006) 1

1 ha (0,005 %) Übergreifende Ziele: Erhaltung der einzigartigen Heldbockpopulation in einer abgängigen Eiche als Wirtsbaum sowie der benachbarten Alteichengruppe als mögliche zukünftige Wirtsbäume. Ziele für Arten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Art von besonderer Bedeutung zu erhalten. 1088 - Großer Eichenbock, Heldbock (Cerambyx cerdo)

Herrnburger Dünen (Gebietsnummer DE 2130-322)

88 ha (0,4 %) Übergreifende Ziele: Erhaltung der im Südosten des Lübecker Beckens liegenden, nacheiszeitlich entstandenen, die WakenitzNiederung begleitenden Sandfelder, Dünen- und Moorkomplexe. Hierbei kommt vor allem den Offenflächen, aber auch den langjährig ungenutzten, weitgehend störungsfreien Niederungsbereichen eine besondere Bedeutung zu. Für die Lebensraumtypen 2330 und 9190 soll ein günstiger Erhaltungszustand im Einklang mit den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten wiederhergestellt werden. Ziele für Lebensraumtypen und Arten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Lebensraumtypen und Art zu erhalten oder ggf. wiederherzustellen. Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung: 2310 – Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista, 2330 – Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis, 9190 – Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur, 91F0 – Hartholzauenwälder mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris); Art von Bedeutung: 1355 - Fischotter (Lutra lutra).

1

Anm.: Es liegen detaillierte „Gebietsspezifische Erhaltungsziele (gEHZ)“ zu den einzelnen Arten von besonderer Bedeutung und ihrer Lebensräume vor ( Bekanntmachung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vom 02.10.2006). Die aktuellen Erhaltungsziele können beim Landesamt für Natur und Umwelt (Tel. 04347/7040) erfragt werden bzw. sind im Internet unter www.natura2000-sh.de abrufbar.

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FFH-Gebiete Art. 4 FFH-Richtlinie
(FFH-Gebietsvorschläge und Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung) Lauerholz (Gebietsnummer DE 2130-301)

Flächengröße, Flächenanteil

Erhaltungsziele (Kernaussagen, Stand 10/2006) 1

339 ha (1,6 %) Übergreifende Ziele: Erhaltung eines komplexen, typisch ausgeprägten und naturverträglich genutzten Laubmischwaldgebietes auf jahrtausendealtem Waldstandort mit naturgemäßen Grund- und Bodenwasserständen, insbesondere auch als Lebensraum z.B. für den Mittelspecht. Ziele für Lebensraumtypen und Arten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung zu erhalten: 9139 – Waldmeister-Buchenwald (Aperulo-Fagetum), 9160 – Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli)

Moorwälder am Wesloer Moor und am Herrnburger Landgraben (Gebietsnummer DE 2130-352)

91 ha (0,4 %) Übergreifende Ziele: Erhaltung einer durch Nährstoffarmut und Vielgestaltigkeit gekennzeichneten Landschaft mit großräumigen Moorwäldern, torfmoosreichen Erlen-Eschenwäldern, bodensauren Eichenwäldern, Heideresten sowie Erhalt des Landgrabebereiches als naturnaher, typischer Otterlebensraum. Für den Lebensraumtyp 91D0* soll ein günstiger Erhaltungszustand in Einklang mit den ANforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten wiederhergestellt werden. Ziele für Lebensraumtypen und Arten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Lebensraumtypen sowie folgender Art zu erhalten. Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung: 4030 – Trockene europäische Heiden, 91D0* - Moorwälder; Lebensraum von Bedeutung: 9190 - Alte Bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur; Art von Bedeutung: 1355 - Fischotter (Lutra lutra).

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FFH-Gebiete Art. 4 FFH-Richtlinie
(FFH-Gebietsvorschläge und Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung) NSG Dummersdorfer Ufer (Gebietsnummer DE 2031-303) Gebiet gemeinschaftlicher Bedeutung(auch Teil des Europäischen Vogelschutzgebiets „Traveförde“)

Flächengröße, Flächenanteil

Erhaltungsziele (Kernaussagen, Stand 10/2006) 1

340 ha (1,6 %)

Übergreifende Ziele: Erhaltung der im Naturschutzgebiet Dummersdorfer Ufer heimischen Arten- und Biotopvielfalt, v.a. der artenreichen, wärmebegünstigten und relativ kalkreichen, teilweise mit Wald, Gebüsche oder Niederwald bewachsenen, teilweise offenen Steilufer und Trockenrasenabhänge der Untertrave. Erhaltung vielfältiger, naturnaher Biotopkomplexe, Übergangszonen und Saumstrukturen, mit angemessenen Anteilen natürlicher Entwicklung, insbesondere der ungestörten natürlichen Küstenformung. Das FFH-Gebiet „NSG Dummersdorfer Ufer“ steht in enger Wechselbeziehung zum direkt angrenzenden FFHGebiet „Traveförde und angrenzende Flächen“ und ist gleichzeitig Teilbereich des Vogelschutzgebietes „Traveförde“. Ziele für Lebensraumtypen und Arten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Lebensraumtypen sowie folgender Art zu erhalten. Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung: 1130 – Ästuarien, 1150* - Lagunen des Küstenraumes (Strandseen), 1210 - Einjährige Spülsäume, 1220 - Mehrjährige Vegetation der Kiesstrände, 1230 - Ostsee-Fels- und Steilküsten mit Vegetation, 1330 - Atlantische Salzwiesen (Glauco-Puccinellietalia maritimae), 4030 - Trockene Europäische Heiden, 6210 - Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (FestucoBrometalia). 9130 - Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum), 9180 - Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-Acerion; Art von besonderer Bedeutung: 1016 - Bauchige Windelschnecke (Vertigo moulinsiana).

Ostseeküste am Brodtener Ufer (Gebietsnummer DE 1931-301) (nur teilweise auf Lübecker Gebiet) Gebiet gemeinschaftlicher Bedeutung(auch Europäisches Vogelschutzgebiet)

17 ha (0,08 %) (Lübecker Teil) (Gesamtgröße: 2.084 ha)

Übergreifende Ziele: Erhaltung eines der markantesten Steilufer der schleswig-holsteinischen Ostseeküste einschließlich der dynamischen Prozesse und der Lebensraumtypen der vorgelagerten Meeresbereiche. Weiterhin ist die Bedeutung der Steilküste als Koloniestandort für Uferschwalben sowie der Meeresbereiche als günstiger Nahrungslebensraum für Rastvögel sowie als möglichst störungsfreier Überwinterungslebensraum für Meeresenten zu erhalten. Ziele für Lebensraumtypen und Arten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Lebensraumtypen sowie folgender Vogelarten und ihrer Lebensräume zu erhalten. Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung: 1110 - Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser, 1170 - Riffe, 1210 - Einjährige Spülsäume, 1220 - Mehrjährige Vegetation der Kiesstrände, 1230 - Atlantik-Felsküsten und Ostsee-Fels- und -Steilküsten mit Vegetation, 2160 - Dünen mit Hippophae

1

Anm.: Es liegen detaillierte „Gebietsspezifische Erhaltungsziele (gEHZ)“ zu den einzelnen Arten von besonderer Bedeutung und ihrer Lebensräume vor ( Bekanntmachung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vom 02.10.2006). Die aktuellen Erhaltungsziele können beim Landesamt für Natur und Umwelt (Tel. 04347/7040) erfragt werden bzw. sind im Internet unter www.natura2000-sh.de abrufbar.

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FFH-Gebiete Art. 4 FFH-Richtlinie
(FFH-Gebietsvorschläge und Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung)

Flächengröße, Flächenanteil

Erhaltungsziele (Kernaussagen, Stand 10/2006) 1

rhamnoides, 9110 - Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), 9180* - Schlucht- und Hangmischwälder TilioAcerion; Lebensraumtypen von Bedeutung: 9190 - Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur; Rastvögel von besonderer Bedeutung: Reiherente (Aythya fuligula), Bläßhuhn (Fulica atra), Bergente (Aythya marila), Eiderente (Somateria mollissima). Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee (Gebietsnummer DE 2130-391) (nur teilweise auf Lübecker Gebiet) (tlw. auch Europäisches Vogelschutzgebiet) ca. 266 ha (1,2 %) (Lübecker Teil) (Gesamtgröße: 354 ha) Übergreifende Ziele: Das ausgewählte Gebiet ist eines der artenreichsten Gebiete Schleswig-Holsteins mit vor allem reicher Wirbellosenfauna und Flora. Es ist als besonders komplexer, kleinstrukturierter Landschaftsausschnitt durchweg auf natürliche Nährstoffarmut eingestellter Lebensräume mit zum z.T. langer Habitatkontinuität und herausragender biozönotischer Ausstattung zu erhalten. Die Erhaltung oder ggf. Wiederherstellung einer naturnahen Trophie, eines intakten naturraumtypischen Wasserhaushaltes und -chemismus sowie die extensive Nutzung oder Pflege bestimmter Lebensraumtypen ist im ganzen Gebiet erforderlich. Bei Zielkonflikten hat die für die langfristige Sicherung der Artenvielfalt wichtige Erhaltung offener Bereiche in der Regel Vorrang. Für den Lebensraumtyp 6230* soll ein günstiger Erhaltungszustand in Einklang mit den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten wiederhergestellt werden. Ziele für Lebensraumtypen und Arten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Lebensraumtypen und Arten zu erhalten oder ggf. wiederherzustellen. Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung: 2310 - Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista, 2330 Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis (Dünen im Binnenland), 3130 - Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoeto-Nanojuncetea, 3140 - Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen, 4010 - Feuchte Heiden des nordatlantischen Raums mit Erica tetralix, 4030 - Trockene Europäische Heiden, 6230* - Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden, 6430 Feuchte Hochstaudenfluren, 7140 - Übergangs- und Schwingrasenmoore, 9190 - Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur, 91D0* - Moorwälder; Lebensraumtyp von Bedeutung: 6410 - Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden und Lehnboden; Art von besonderer Bedeutung: 1166 - Kammmolch (Triturus cristatus). Traveförde und angrenzende Flächen (Gebietsnummer DE 2030-392) (umfasst auch die ehemaligen eigenständigen FFH-Gebietsvorschläge der 1. 2.476 ha (11,6 %) Übergreifende Ziele: Erhalt des einzigen und vielbuchtigen Ästuars der schleswig-holsteinischen Ostsee mit komplexen, artenreichen Wasser-Lebensgemeinschaften in den unterschiedlichen Salzgehaltszonen und der größten Lagune in Schleswig-Holstein in seiner typischen Ausprägung und als Lebens- und Wanderraum für den Fischotter und Neunaugenarten.

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FFH-Gebiete Art. 4 FFH-Richtlinie
(FFH-Gebietsvorschläge und Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung) Tranche und Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung NSG Dassower See und NSG Schellbruch sowie den 2006 nachgemelden FFH-Gebietsvorschlag P2030321 "Traveförde“; es bestehen großflächige Gebietsüberschneidungen mit dem Europäischen Vogelschutzgebiet „Traveförde“) Travetal (Gebietsnummer DE 2127-391) (nur teilweise auf Lübecker Gebiet)

Flächengröße, Flächenanteil

Erhaltungsziele (Kernaussagen, Stand 10/2006) 1

Ziele für Lebensraumtypen und Arten: Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes der folgenden Lebensraumtypen und Arten von besonderer Bedeutung: 1130 - Ästuarien, 1150* - Lagunen des Küstenraumes (Strandseen), 1210 - Einjährige Spülsäume, 1220 - Mehrjährige Vegetation der Kiesstrände, 1330 - Atlantische Salzwiesen (Glauco-Puccinellietalia maritimae); Arten von besonderer Bedeutung: 1099 - Flußneunauge (Lampetra fluviatilis), 1095 - Meerneunauge (Petromyzon marinus), 1355 - Fischotter (Lutra lutra).

70 ha (0,3 %) (Lübecker Flächenanteil) (Gesamtgröße:1.057 ha)

Übergreifende Ziele: Erhaltung eines weiträumigen ökologischen Verbundes verschiedener Lebensräume und intakter Talräume auch als Wanderkorridor für Arten zwischen der Holsteinischen Vorgeest über und innerhalb des Östlichen Hügellandes bis hin zur Ostsee. Besondere Bedeutung kommt dabei der Erhaltung naturnaher bzw. weitgehend naturnaher Gewässerstrecken und dem vielfältigen, in Teilbereichen noch dynamischen Erscheinungsbild der Trave mit Tunnel- und Durchbruchstälern im Wechsel mit weitläufigen Niederungen einschließlich der offenen Seitengewässer zu. Zu erhalten ist das Gewässersystem der Trave auch als Lebensraum u.a. einer ursprünglichen Molluskenfauna, des Steinbeißers, des Bachneunauges sowie des Fluss- und Meerneunauges. Die Erhaltung eines naturraumtypischen Wasserhaushalts und einer guten Wasserqualität ist im gesamten Gebiet erforderlich. Für die Lebensraumtypen 1340*, 7230, 9180*, 91E0* und die Art 1032 soll ein günstiger Erhaltungszustand im Einklang mit den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten wiederhergestellt werden. Ziele für Lebensraumtypen und Arten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Lebensraumtypen sowie folgender Arten zu erhalten oder ggf. wiederherzustellen. Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung: 1340* -Salzwiesen im Binnenland, 3260 -Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion-fluitantis und des Callitricho-Batrachion, 6430 -Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, 7230 -Kalkreiche Niedermoore, 9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum), 9160 - Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli), 9180* - Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion), 91E0* - Auwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alno incanae, Salicion albae); Lebenraumtypen von Bedeutung: 3150 - Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, 7140 - Übergangs- und Schwingrasenmoore; Arten von besonderer Bedeutung: 1149 - Steinbeißer (Cobitis taenia), 1095 - Meerneunauge (Petromyzon marinus), 1096 - Bachneunauge (Lampetra planeri), 1099 - Flussneunauge (Lampetra fluviatilis), 1318 - Teichfledermaus (Myotis dasycneme), 1032 - Kleine Flussmuschel, Gemeine F. (Unio crassus); Artn von Bedeutung: 1355 -Fischotter (Lutra lutra).

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FFH-Gebiete Art. 4 FFH-Richtlinie
(FFH-Gebietsvorschläge und Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung) Waldhusener Moore und Moorsee (Gebietsnummer DE 2030-351)

Flächengröße, Flächenanteil

Erhaltungsziele (Kernaussagen, Stand 10/2006) 1

41 ha (0,2 %)

Übergreifende Ziele: Erhaltung eines dystrophen, basenreichen Moorgewässers mit artenreicher Unterwasservegetation und charakteristischen Verlandungsbereichen in typischer Gesamtausprägung mit Moorwäldern und Pfeifengraswiesen. Ziele für Lebensraumtypen und Arten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Lebensraumtypen zu erhalten. Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung: 3140 - Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen, 6410 - Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonigschluffigen Böden (Molinion caeruleae), 91D0* - Moorwälder.

Wüstenei (Gebietsnummer DE 2129-353) (nur teilweise auf Lübecker Gebiet)

165 ha (0,8 %) (Lübecker Teil) (Gesamtgröße: 325 ha)

Übergreifende Ziele: Erhaltung eines aus mageren, artenreichen Mäh- und Weiderasen, Staudenfluren, eines alten und dichten Knicknetzes mit Einzelbäumen, Gehölzgruppen und Gebüschen mit Alt- und Totholz sowie eines naturnahen Buchenwaldgebietes mit natürlichen Feucht- und Bruchwaldanteilen bestehenden, insgesamt ungestörten Lebensraumkomplexes mit unverbautem Gewässernetz, insbesondere auch als Lebensraum für den Kammmolch. Ziele für Lebensraumtypen und Arten: Es ist ein günstiger Erhaltungszustand der folgenden Lebensraumtypen sowie folgender Art zu erhalten. Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung: 3150 - Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, 9130 - Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum), 9160 - Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli); Art von besonderer Bedeutung: 1166 - Kammmolch (Triturus cristatus).

FFH-Gebietsvorschläge auf Lübecker Gebiet gesamt

3.894 ha (18,2 %)

Anm.: Hinsichtlich der Flächengrößen und Flächenanteile (Spalte 2) ist zu beachten, dass ein Großteil der aufgeführten FFH-Gebietsvorschläge gleichzeitig als Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Europäisches Vogelschutzgebiet oder Feuchtgebiet internationaler Bedeutung flächenmäßig erfasst ist. Der genaue Grenzverlauf der Europäischen Vogelschutzgebiete und FFH-Gebiete wird noch vom Land festgelegt

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Beschlussfassung: 04.03.2008

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Gesamtlandschaftsplan der Hansestadt Lübeck

Feuchtgebiete internationaler Bedeutung (Gebiete, die die fachlichen Kriterien gemäß Ramsar-Konvention erfüllen)
Traveförde von der Mitte der Schlutuper Wiek flussabwärts einschließlich NSG Dassower See und Pötenitzer Wiek sowie NSG Schellbruch und LSG Lauerholz nördlich der Travemünder Landstraße Vorschlag des gemäß Umweltatlas Schleswig-Holstein 2003 Ostseeküste am Brodtener Ufer (nur teilweise auf Lübecker Gebiet) Bisher vom Land nicht vorgeschlagen -

Flächengröße, Flächenanteil

Schutzzweck, Erhaltungsziele

nicht bekannt

•

Erhalt der Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum internationaler Bedeutung für Wat- und Wasservögel. (Offizielle Schutz- und Erhaltungsziele liegen noch nicht vor)

nicht bekannt (außerhalb der Stadtfläche gelegen)

•

Erhalt der Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum internationaler Bedeutung für Wat- und Wasservögel. (Offizielle Schutz- und Erhaltungsziele liegen noch nicht vor)

Feuchtgebiete internationaler Bedeutung auf Lübecker Gebiet gesamt

nicht bekannt

Anm.: Hinsichtlich der Flächengrößen und Flächenanteile (Spalte 2) ist zu beachten, dass ein Großteil der aufgeführten Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung gleichzeitig als Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Europäisches Vogelschutzgebiet oder vorgeschlagenes FFH-Gebiet flächenmäßig erfasst ist

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Beschlussfassung: 04.03.2008

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