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Periodical volume

Full text: Der Ganghofer Issue 34.2015,Juni/Juli

der

Gang­hofer

Die Zeitung des Quartiersmanagements Ganghoferstraße

Visionen
Juni / Juli 2015

Neuigkeiten
Editorial

Dass es immer wieder zu Vandalismus kommt, daran hat man sich fast schon gewöhnt. Dass aber immer wieder Einrichtungen und Plätze betroffen sind, die kleinen Kindern gehören, ist nur schwer zu ertragen. Sowohl der Spielplatz zwischen Richard- und Karl-Marx-Platz, als auch die Kita Brüdergemeine werden regelmäßig vermüllt und verwüstet (s. S. 6). Wer dafür verantwortlich ist, lässt sich kaum ermitteln, und falls doch einmal, dürfte den Tätern keine allzu große Sympathie entgegenschlagen. Nach einem ersten Luftholen stellt sich allerdings die Frage, wie jemand auf eine derart dämliche Idee kommen kann, so etwas zu tun. Und anschließend stellt sich die Frage, ob in diesem Fall ein hartes Vorgehen hilft. Denn verhärtet sind die, die randalieren, sowieso schon. In einem Interview für die Online-Zeitung Huffington Post berichtete unsere Kollegin Sare Özer von den guten Erfahrungen, die das Quartiersmanagement Letteplatz in Reinickendorf in puncto Spielplätzen gemacht hat. Nach einer Neugestaltung des Letteplatzes, an der sich viele NutzerInnen und AnwohnerInnen beteiligten, kämen Vermüllung und Zerstörung kaum noch vor. Die Identifikation der Menschen mit dem Kiez sei hoch, weil sie echte Entscheidungsbefugnisse hätten, so Sare Özer. Wer zerstört, hat in der Regel nicht das Gefühl, dass er dazugehört oder ernst genommen wird. Wir brauchen deshalb Projekte, die Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass sie mitbestimmen können. Ihr Team vom Quartiersmanagement Ganghoferstraße

Durchwegung Gerlachsheimer Weg

Eröffnung 2.0

Foto: M. Hühn

Zur erneuten Eröffnung wird es ein Boule-Fest geben. Zwar wurde die neue Durchwegung Gerlachsheimer Weg/ Jan-Hus-Weg bereits 2014 nach längeren Umbauarbeiten offiziell eröffnet, richtig fertig ist sie aber noch immer nicht. Es fehlen hier und da ein paar Steine, die Pflasterarbeiten vor den Garagen in der Kirchgasse sind noch nicht abgeschlossen und an manchen Ecken muss repariert bzw. nachgebessert werden. So sind die Rankgitter zum Teil kaputt und die kleinen Holzschweinchen waren zu tief eingelassen. Zur großen Freude aller spazierenden und radfahrenden Nutzer werden außerdem an den Enden Kirchgasse und Jan-Hus-Weg große Findlinge gesetzt, damit keine Autos mehr über die Grünflächen fahren können. Das Quartiersmanagement feiert nach Abschluss der erneuten Bauarbeiten (vermutlich Ende Juli) die Fertigstellung mit einem Boule-Fest! Dazu findet im Jan-Hus-Weg ein Turnier mit kulturellem Begleitprogramm statt. Den genauen Termin werden wir mit Flyern, Plakaten und auf unserer Webseite rechtzeitig bekannt geben. Während der Bauarbeiten kann die Durchwegung weiterhin von Fußgängern genutzt werden.

QM Ganghoferstraße wird „Alpha-kompetent“
In Neukölln leben ca. 28.000 funktionale An-Alphabeten. Gemeint sind Menschen, die zwar einzelne Wörter lesen und schreiben können, nicht jedoch zusammenhängende – auch kürzere – Sätze. Die Mehrheit spricht deutsch als Muttersprache (58%) und ist erwerbstätig (57%). Um Menschen zur Teilnahme an Alphabetisierungskursen zu bewegen und um NeuköllnerInnen für das Thema zu sensibilisieren, wurde vor einiger Zeit das Alpha-Bündnis Neukölln gegründet. Bündnispartner sind verschiedenste Einrichtungen und engagierte Privatpersonen. Im Projekt “Kompetenz für Multiplikatoren” werden Einrichtungen u.a. darin geschult, wie sie die Hürden für Menschen mit mangelnder Schriftsprachenkompetenz verringern können. An diese Einrichtungen wird nach der Umsetzung eines Aktionsplans der „Alpha-Aufkleber“ vergeben. Damit können sie die erworbene Kompetenz an der Tür ihrer Einrichtung für alle sichtbar machen. Er zeigt einerseits Engagement und Bewusstsein um die Zielgruppe, andererseits signalisiert er Betroffenen, dass sie mit einer angemessenen Beratung rechnen und offen über ihr Defizit sprechen können. Das QM Ganghoferstraße hat sich beteiligt und hat am 16.6. feierlich den Alpha-Kompetenz-Aufkleber verliehen bekommen! QM Ganghoferstraße der Ganghofer

Kontakt Quartiersmanagement Ganghoferstraße Donaustraße 78/Ecke Roseggerstraße 50 12043 Berlin Telefon: 030-6808 5685 0 Telefax: 030-6808 5685 19 E-Mail: team@qm-ganghofer.de www.qm-ganghofer.de Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag: 10‑17 Uhr Freitag: 10‑14 Uhr Sprechstunde Mittwoch: 15‑18 Uhr u. Donnerstag: 10‑13 Uhr 2

Neuigkeiten

Die Nachbarn kennenlernen

„Auf halber Treppe“ im Kiez unterwegs
Sie sind neugierig auf Ihre Nachbarn? Bei Kaffee und Kuchen können Sie Ihre Nachbarn im eigenen Treppenhaus kennenlernen. Zwischen September und Dezember 2015 wandert die Initiative „Auf halber Treppe“ sonntags von Haus zu Haus. Das junge Team der Initiative kommt mit Sack und Pack, mit Kissen, Tassen, Kaffee und Kuchen, und macht aus Ihrem Treppenhaus ein gemütliches Café. Das Einzige, was Sie tun müssen, ist die Nachbarn in Ihrem Haus einzuladen (dafür bekommen Sie Einladungen zugeschickt), um sie dann in gemütlicher Atmosphäre kennenzulernen. Zu wissen, wer in der direkten Umgebung hinter der jeweiligen Tür lebt, kann so schön sein! Das QM fördert die Initiative für gute Nachbarschaft. Das Ganze für Sie kostenlos! Mehr Informationen über die Initiative finden Sie im Internet unter www.aufhalbertreppe.de oder bei facebook/aufhalbertreppe. C. Schulz
Foto: Auf halber Treppe

Gemütlich Kaffee trinken mit den Nachbarn. Kontakt: Auf halber Treppe, Tel.: 0152-13525161 Mail: info@aufhalbertreppe.de

Ab sofort im Quartiersbüro

Mieterberatung wird fortgesetzt
Flyer S. Seulberger

Trotz Mietpreisbremse ist die Verunsicherung vieler Mieter nach wie vor groß: Wie hoch könnte meine Miete steigen, was kann ich tun, wenn sie steigt, und wie kann ich mich wehren, wenn die Kündigung droht? Hinzu kommen Probleme wie Modernisierung oder der Anstieg der Betriebskosten. Seit 2009 ist die Anzahl der Einwohner im Ganghoferkiez

um 15 % gestiegen. Angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt kommt es immer wieder zu Situationen, in denen die Mieter ohne professionelle Beratung nicht mehr auskommen. Da es zu den erklärten Zielen des Quartiersmanagements gehört, die Lebensbedingungen der Menschen im Kiez zu verbessern und den Wegzug zu verringern, bietet das QM seit 2013 eine regelmäßige Mietrechtsberatung an. Die Mietrechtsberatung findet nach einer Pause jetzt wieder jeden 1. Montag im Monat von 17-19 Uhr und jeden 3. Montag von 10-12 Uhr im Büro des QM statt. Sie wird von Rechtsanwälten der Berliner Mietergemeinschaft durchgeführt und ist für Anwohner der QM-Gebietes Ganghoferstraße kostenlos. Es wird darum gebeten, Termine möglichst vorab mit dem QM-Büro zu vereinbaren, um unnötige Wartezeiten oder erfolgloses Erscheinen zu vermeiden. M. Hühn

Kontakt: QM Ganghoferstraße Tel.: 030-6808 5685 0 Mail: team@qm-ganghofer.de Juni / Juli 2015

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Thema

Bundesgartenschau und Europahaus

Visionen für Neukölln

Fotos: M. Hühn

So blumig könnte ganz Nord-Neukölln aussehen, wenn die Innenstadt-BUGA realisiert werden würde. Was wäre, wenn Neukölln erstens: der grünste Innenstadtbezirk Europas (oder der Welt) werden würde und zweitens: einen wahrhaft europäischen Ort bekäme? Die Ideengeber Brigitta Polinna und Rainer Schulz sind zwei Ur-Neuköllner, die sich seit Jahren im Kiez engagieren. Brigitta Polinna initiiert den „Tag der verborgenen Hofgärten“ im Böhmischen Dorf, der im Rahmen der offenen Gärten Berlin-Brandenburg stattfindet. Sie organisiert das Museum in der Kirchgasse und betreibt dienstags eine Puppenklinik in der Richardstraße. Rainer Schulz ist Rentner und unterstützt nach Kräften das Quartiersmanagement; unter anderem verteilt er ehrenamtlich den Ganghofer im Kiez. So verschieden beide sind, eines haben sie gemeinsam: Sie haben große Ideen für Neukölln. 1. Die Bundesgartenschau in Neuköllln 1985 fand in Neukölln-Britz zum ersten Mal eine Bundesgartenschau (BUGA) in Berlin statt. Erklärtes Ziel war damals der vom Umland abgeschnittenen Bevölkerung einen Landschaftspark mit Naherholungswert zu schaffen. 4 der Ganghofer Die Britzer BUGA unterschied sich nicht wesentlich von ihren Vorgängern und Nachfolgern: In der Regel werden für eine BUGA freie Flächen erschlossen oder umgestaltet, auf denen zwischen April und Oktober stadt- und landschaftsplanerische Konzepte zu sehen sind. Es gibt Sonderausstellungen zu botanischen Themen wie Dahlienschauen und häufig aufwendige Infrastrukturprojekte wie Seil- oder Schwebebahnen, mit denen die Besucher transportiert werden. Die neu gestalteten Flächen bleiben danach in der Regel als Parks erhalten. Die nächste Berliner Gartenschau, die 2017 in Hellersdorf stattfindet, bleibt diesem Konzept treu: Geplant ist eine neue Parklandschaft, die zukünftig Hellersdorf mit Marzahn verbinden soll. Die Idee von Brigitta Polinna ist vom traditionellen BUGA-Konzept so weit entfernt wie Hellersdorf atmosphärisch von Neukölln. Anstatt die BUGA auf eine Freifläche zu konzentrieren, soll, so ihre Idee, ganz Nord-Neukölln zum Ausstellungsraum werden. Frau Polinna träumt von Häuserreihen, in denen jeder Balkon bepflanzt wird, Innenhöfe begrünt werden und sich für BesucherInnen öffnen, vor den Geschäften stehen Pflanzenkübel. Wie genau das

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gärtnerische Gesamtkonzept aussehen könnte, lässt Brigitta Polinna offen - möglich sind alle Ideen und Lösungen, die den aktuellen Stand der urbanen Grünplanungen widerspiegeln. So könnten z.B. hängende oder vertikale Gärten angelegt werden, wie sie der französische Botaniker und Gartenkünstler Patrick Blanc weltweit realisiert (unter anderem hat er eine 18 Meter hohe Wand im Kaufhaus Dussmann mit über 6000 tropischen Gewächsen bepflanzt). Es könnten Straßenzüge entstehen, in denen die Internationalität Neuköllns thematisiert wird, indem dort Pflanzen aus den Herkunftsländern der BewohnerInnen präsentiert werden. Die U-Bahn-Eingänge werden mit blumenberankten Bögen verziert. Den besonderen Reiz in Neukölln sieht Brigitta Polinna gerade dort, wo es momentan eher trist ist: „Es gibt in Neukölln sehr viele kleine Plätze, die heruntergekommen sind. In einem Gesamtkonzept könnte man diese mit den darauf zulaufenden Straßen gärtnerisch verbinden.“ Ein weiterer Gedanke von Brigitta Polinna ist die gestalterische Bezugnahme auf das historische Berlin. „In der Roseggerstraße zum Beispiel wurden bis in die 50er Jahre hinein die Bäume rund geschnitten. Und im Böhmischen Dorf könnte man die barocke Tradition der Herrnhuter aufgreifen, die Bäume in Formschnitt bringen, weiße Bänke aufstellen, Kübel und Hochbeete anlegen.“ Für Neukölln, da ist sich Brigitta Polinna sicher, wäre eine solche BUGA in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn. Zum einen gewänne Neukölln an Lebensqualität, es entstünde eine „ganz andere Helligkeit“ und insgesamt wäre die Innenstadt-BUGA „für Neukölln ein starker Impuls“. Wie stehen die Realisierungschancen? In Anbetracht der kommenden BUGA 2017 in Hellersdorf dürfte eine erneute Berliner Gartenschau noch einige Jahre auf sich warten lassen. Zumal die BUGA für den Austragungsort immer auch ein finanzielles Risiko bedeutet: Die Finanzierung wird in der Regel von den Kommunen und Bundesländern übernommen, in denen sie stattfindet. Läuft alles gut, können die Kosten durch die Eintrittspreise wieder herein geholt werden. Interessant wäre die Neuköllner Innenstadt-BUGA gerade wegen der Kosten. Immerhin müsste keine Fläche neu erschlossen werden und auch in den Folgejahren dürfte das begrünte Neukölln eine enorme Anziehungskraft auf Besucher ausüben. 2. Das Europa-Zentrum in der Alten Post Rainer Schulz ist ein überzeugter Europäer. Bei aller Kritik, die man an der EU üben könne: Sie sei eine Gemeinschaft, die die Menschen einander näher bringe und zum Verschwinden von Grenzen beigetragen habe. Dass viele Men-

Was aus ihr tatsächlich wird ist unklar: Alte Post in der Karl-Marx-Straße. schen der EU skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen, hat für Rainer Schulz u.a. damit zu tun, dass Mitgliedstaaten „verstärkt ihr eigenes Süppchen kochen“, und - noch entscheidender - dass ein breites Informationsdefizit herrsche: Was genau macht die EU, wie sieht es in den einzelnen Ländern aus, welche Probleme und Chancen gibt es? Um über Europa aufzuklären, kam Schulz auf die Idee, mitten in Neukölln, genauer: in der alten Post oder im leerstehenden ehemaligen C&A-Gebäude, ein großes Europa­ haus einzurichten. Rainer Schulz hat genaue Vorstellungen, wie ein solches Zentrum aussehen könnte. Am Eingang, dem „Tor zu Europa“, wie Schulz es nennt, begrüßen Info-Tafeln die BesucherInnen, auf denen die wichtigsten Daten zu den einzelnen Ländern stehen. Daran schließt sich ein Info-Café an, in dem sich die BesucherInnen europäische Zeitschriften und Bücher beschaffen und in aktuellen Zeitungen lesen können. Auf der zweiten Etage wird die Geschichte der EU dargestellt. „In Wort und Bild“ werden dort Informationen zu ihrer Gründung und Entwicklung anhand von Filmen und Zeitungsausschnitten präsentiert. Die zweite Etage widmet sich den Institutionen. Hier werden die Zuständigkeiten erklärt, die Arbeitsweisen des Parlamentes, der Kommission, des Rates und der Bürokratie in Brüssel. Die dritte Etage gehört den einzelnen Mitgliedsstaaten: Welche Bevölkerung lebt in den Ländern, wie sehen die Juni / Juli 2015

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jeweiligen Sozialsysteme und die Wirtschaft aus, welche Arbeitsperspektiven gibt es, welche kulturellen Angebote und Trends existieren, welche Probleme drücken das Land und welche Diskussionen werden dort geführt? Im Hof des Europahauses schließlich könnte, so Rainer Schulz, während der warmen Jahreszeit monatlich ein kleines Europafest stattfinden, auf dem sich ein Mitgliedsland mit Musik und Essen vorstellt. Wie stehen die Realisierungschancen? Zwar gibt es in der Kreuzberger Stresemannstraße ein „Europahaus“ und am Charlottenburger Breitscheidplatz das „Europa-Center“ - allein mit Europa, geschweige denn der EU, haben beide nichts zu tun. Ersteres dient als normales Bürogebäude, letzteres als Konsumtempel.

Ein Haus, das sich ausschließlich dem Thema „Europa“ verschreibt, fehlt in Berlin - und wäre gerade in Neukölln gut aufgehoben. Der Bezirk profitiert stark von europäischen Förderprogrammen und übt seit einigen Jahren eine hohe Anziehungskraft auf Besucher und Einwanderer aus der EU aus. Um das Europahaus zu realisieren, müsste ein größeres Problem gelöst werden: Sowohl die Alte Post als auch das ehemalige C&A Gebäude befinden sich in Privatbesitz und im Moment ist noch unklar, wie sie einmal genutzt werden sollen. M. Hühn P.S. Rainer Schulz ist erkrankt. Wir wünschen ihm gute Besserung und dass er bald wieder im Kiez unterwegs sein kann!

Vandalismus

Kinder fordern mehr Respekt
Gedruckt wurden sie in der Druckwerkstatt der Schule, die vom QM gefördert wurde. Initiiert hatte die Aktion das demokratie- und sportpädagogische Bildungsprojekt „RespAct“, das Kinder und Jugendliche dazu befähigen will, ihre eigenen Interessen zu vertreten. Dazu organisiert RespAct Projekttage an Schulen, in denen die MitarbeiterInnen mit den Kindern Themen behandeln, die deren Lebensbereich direkt betreffen. Im beschriebenen Fall ging es darum, dass die Kinder ihr Recht auf einen friedlichen und sauberen Spielplatz sichtbar machen. Soweit die gute Absicht. Bereits am nächsten Tag jedoch waren fast alle Schilder abgerissen, zerschnitten oder sonst wie zerstört. Was sich bruchlos ins Gesamtbild einfügte, das der Spielplatz an vielen Tagen bietet: Rings um die Bänke und Spielgeräte liegt alles voller Müll. Einen zweiten Fall von sinnlosem Vandalismus gegen Einrichtungen für Kinder betrifft die Kita der evangelischen Brüdergemeine. Dort wurde das Glas des Schaukastens zerstört, der am Zaun im Gerlachsheimer Weg hängt. In dem Schaukasten präsentiert die Kita Zeichnungen, Sprüche und Fotos aus dem Kita-Alltag. Die Kita ist schon zum wiederholten Mal Zielscheibe von Vandalismus geworden. Allein die Fluchttür zum Gerlachsheimer Weg wurde schon mehrmals mit einer Eisenstange ramponiert. M. Hühn

Foto: M. Hühn

Kinder der Richard-Grundschule brachten am 13. Mai gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Alexandra Wagner und Studentinnen der Freien Universität Schilder an Bänken und Zäunen um den Richard-Platz und Richard-Spielplatz an. Warum das alles? Die Kinder hatten in einer Projektwoche Ideen gesammelt, wie sie aktiv ihr Umfeld verändern können. Dabei entstand die konkrete Aktion, Schilder zu basteln, auf denen in einfachen Worten die Nachbarschaft und die Spielplatzbesucher gebeten wurden, den Ort nicht zu vermüllen und freundlich miteinander umzugehen.

Was sich Fillis, Fiete, Jakub und Lilo aus der Kita Brüdergemeine wünschen „Ich wünsche mir, dass an alle Häuser Herzen, Sterne „Dass die Opas und Omas näher an den Häusern und Blumen kommen.“ wohnen, damit man sie immer besuchen kann.“ „Dass es in der Stadt weniger Autos gibt, weil die Aus„Dass die Bauarbeiter gucken, dass keine Tiere in puffe immer so stinken.“ Lebensgefahr geraten. Das ist schon mal passiert, dass „Dass hier nicht so viele Hunde hinkacken.“ die einen Stein auf eine Ameise geworfen haben.“ 6 der Ganghofer

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Staatsministerin Aydan Özoğuz zu Gast in der Eduard-Mörike-Grundschule

Über Bilder die Sprache vermitteln
Foto: M. Hühn

Für die Großen gab es Blumen: (v.li.n.re.) Dr. Franziska Giffey, Aydan Özoğuz, Manfred Stolpe und Jan-Christopher Rämer Mit Goethe in der Grundschule Deutsch lernen? Wie das funktioniert, erlebte am 28. Mai Staatsministerin Aydan Özoğuz in einem kleinen Klassenraum in der Eduard-Mörike-Grundschule. Özoğuz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, informierte sich zusammen mit Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey und Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer über das Sprachförderungsprojekt „Bilderbuchkino“, das die Bürgerstiftung Berlin mit finanzieller Unterstützung der F.C. Flick Stiftung in der Schule anbietet. Das Projekt richtet sich an SchülerInnen aus Familien in schwierigen sozialen Lagen, die in ihrer Sprach- und Lesekompetenz gefördert werden sollen. Hier sind es vor allem Kinder aus Rumänien und Bulgarien, die kein oder nur sehr wenig Deutsch können. Offiziell sind die SchülerInnen zwar den sogenannten Willkommensklassen zugeordnet, in der Praxis werden sie aber in normalen Klassen unterrichtet und erhalten eine zusätzliche Sprachförderung wie im Projekt Bilderbuchkino. Das Konzept ist einfach: Anhand eines illustrierten Kinderbuches erarbeiten die SchülerInnen zusammen mit einem Erwachsenen eine Geschichte. Am Tag des prominenten Besuchs ging es um die Ballade „Der Zauberlehrling“ von Goethe. Mathias Neumann, Mitglied der Bürgerstiftung Berlin und ehrenamtlich im Projekt engagiert, projizierte Seite für Seite des von Sabine Wilharm illustrierten Klassikers auf eine Leinwand; er las Textpassagen vor, stellte Fragen und erklärte unbekannte Begriffe. Die SchülerInnen waren hochkonzentriert bei der Sache: Sie stellten selbst schlaue Fragen, interpretierten die Gesichtsausdrücke, erkannten die Probleme, die sich der kleine Zauberlehrling eingebrockt hatte und erfassten ganz nebenbei den Kern der Geschichte. Zwar werden in der Stunde sprachliche Fehler der Kinder korrigiert, „aber ohne den Rückschlag, den sie durch eine Bewertung wie ‚das war nicht richtig‘ erhalten“, erklärt Mathias Neumann. Die Methode, über Bilder in einem lockeren Gespräch die Sprache zu vermitteln, eröffnet zudem ein breites Spektrum an Möglichkeiten. „Man kann sich mit den Kindern nebenbei über Zeichentechniken unterhalten, über Kunst, und manche sind anschließend motiviert, selbst zu zeichnen“, so Neumann. Die Interpretation von Gesichtern ermuntere die Kinder, über eigene Gefühle zu reden und die Gefühle des Gegenübers zu erkennen. Sowohl Schule als auch Bezirk sind froh über die Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung, da die frühe Sprachförderung ein zentrales Anliegen der Neuköllner Bildungspolitik ist. Ein Projekt wie das Bilderbuchkino wirkt dabei in die Familien zurück. „Wir wollen auch den Eltern vermitteln, wie wichtig frühkindliche Bildung und Vorlesen sind“, beschreibt die Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey den Ansatz. Das Bilderbuchkino macht beiden Seiten Spaß, Kindern wie Erwachsenen. Manfred Stolpe, Ex-Ministerpräsident von Brandenburg und als Vorstand der F.C. Flick Stiftung Gast der Veranstaltung: „So gut hat mir den ollen Goethe noch keiner vorgelesen.“ M. Hühn

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Am 9. Juli 2015 von 13 - 17 Uhr auf dem Alfred-Scholz-Platz

Neukölln für Frauen, Frauen für Neukölln: Die InfoBörse 2015
Themen Arbeitsmarkt, berufliche Orientierung und Qualifizierung, Karriere, Weiterbildung, Migration, Prävention von Gewalt gegen Frauen, Soziales und Gesundheit, Sport und Freizeit, Lebensgestaltung und zur Stärkung der Selbsthilfe. Neben den zahlreichen Informationsangeboten gibt es Vorführungen (Tanz und Performance) von den Neuköllner Mädcheneinrichtungen MaDonna, Schilleria, Szenenwechsel und Wilde Hütte. Außerdem wird die Kampagne „Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin“ vorgestellt. Erstmalig werden Visionen eines geschlechtergerechten Lebens in ganz unterschiedlichen Bereichen beschrieben und es wird aufgezeigt, wohin die gleichstellungspolitische Reise gehen soll. Initiiert wird die InfoBörse von der Neuköllner Gleichstellungsbeauftragten in Kooperation mit dem Netzwerk Frauen in Neukölln. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Sylvia Edler, Gleichstellungsbeauftragte Bezirksamt Neukölln von Berlin Weitere Infos unter www.berlin.de/ba-neukoelln/gleichstellungsbeauftragte

Die 8. InfoBörse spiegelt die Neuköllner Fraueninfrastruktur wider; es präsentieren sich mehr als 45 Initiativen, Vereine, Institutionen sowie Projekte von Frauen für Frauen. Frauen gestalten täglich das private, berufliche und gesellschaftliche Leben, zeigen Interesse und schaffen damit Perspektiven. Sie sind berufstätig oder wünschen sich eine Berufstätigkeit, erziehen Kinder, bilden sich weiter, studieren oder gründen ein eigenes Unternehmen. Die Info-Börse greift die Stärken und Ressourcen von Frauen und Mädchen auf und gibt neue Impulse zu den

STATTbereich, Zentrum für Alternativen
Auftakttreffen am Sonnabend, 22. August, 15 - 18 Uhr im Kirchsaal der Evangelischen Brüdergemeine, Kirchgasse 14 Es gibt immer mehr Menschen im Kiez, denen nachhaltiges Wirtschaften wichtig ist. Das schließt einen Lebensstil ein, der die Interessen der Menschen wie der Natur berücksichtigt. Das Zentrum STATTbereich ist als Forum geplant, in dem sich Akteure, Gruppen und Einzelpersonen über dieses Thema austauschen können. Ziele des Aufttakttreffens sind die Vorstellung des Vorhabens und erste Vereinbarungen zur Gründung des TeilnehmerInnenkreises STATTbereich. Dieser soll zukünftig mit dem Rixdorfer Kirchsaal und dem dazugehörigen Gelände seinen Ort bekommen. Kontakt: Tel. 030/ 688 091 21 | Mail: ch.hartmann@evbg-berlin.de
Unter Beteiligung von: Gefördert durch:

Impressum Herausgeber: Quartiersmanagement Ganghoferstraße Donaustraße 78, 12043 Berlin Tel.: 030-6808 5685 0 Fax: 030-6808 5685 19 E-Mail: team@qm-ganghofer.de www.qm-ganghofer.de V.i.S.d.P.: Mathias Hühn Redaktion/ Layout: Mathias Hühn Druck: Ronald Fritzsch Auflage: 2.000

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