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Full text: Beteiligungsbericht ... über die Unternehmen und Einrichtungen der Stadt Hildesheim in der Rechtsform des privaten Rechts und die Zweckverbände Issue 2019

Beteiligungsbericht 2019 www.hildesheim.de Stadt Hildesheim Beteiligungsbericht 2019 über die Unternehmen und Einrichtungen sowie Beteiligungen in der Rechtsform des privaten Rechts, die kommunalen Anstalten des öffentlichen Rechts und die Zweckverbände auf Basis der Jahresabschlüsse 2017 __________________________ Stadt Hildesheim Der Oberbürgermeister Dezernat B - Beteiligungsmanagement _ Markt 2 31134 Hildesheim Hildesheim im Oktober 2018 Vorwort Ihnen liegt der 22. Beteiligungsbericht der Stadt Hildesheim vor. Er gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Situation der Unternehmen und Zweckverbände, an denen die Stadt Hildesheim am 31.12.2017 beteiligt war. Der Beteiligungsbericht ist ein wichtiges Instrument, um die Bedeutung der einzelnen Unternehmen und Zweckverbände im Konzern Stadt Hildesheim, deren Struktur und Aufgaben darzustellen. Daneben vermittelt er ein stichtagbezogenes Bild über die wirtschaftliche Lage und gibt Auskunft über Chancen und Risiken, die sich in den Unternehmen und Zweckverbänden abzeichnen. Neben dem Haushaltsplan, den Jahresrechnungen und Bilanzen der Stadt Hildesheim ist der Beteiligungsbericht unabdingbar, um sich einen Überblick über den gesamten Konzern Stadt zu verschaffen. Wie in allen größeren Städten Deutschlands werden auch in Hildesheim wesentliche Aufgaben nicht von der Stadt selbst, sondern von Unternehmen und Zweckverbänden wahrgenommen, an denen die Stadt beteiligt ist. Dabei handelt es sich um Aufgaben der Daseinsvorsorge, wie Energieversorgung und Abwasserentsorgung, Abfallwirtschaft und Öffentlicher Personennahverkehr, die in Unternehmen wahrgenommen werden, an denen die Stadt entweder direkt als Gesellschafterin oder indirekt in einer Konzernstruktur beteiligt ist. Darüber hinaus werden eine Vielzahl von freiwilligen Aufgaben in ausgegliederten Unternehmungen erfüllt, wie z.B. in der Marketinggesellschaft, dem Theater für Niedersachsen oder dem Roemer-und Pelizaeus-Museum. Diese verzweigte Struktur verdeutlicht, wie wichtig Instrumente sind, die hier Transparenz schaffen. Der Beteiligungsbericht 2019 leistet dazu einen erheblichen Beitrag. Die im Beteiligungsbericht dargestellte Konzernstruktur ist seit mehreren Jahren unverändert. Die Rechtsform der Aufgabenwahrnehmung der ausgelagerten Bereiche der Stadt wird insoweit als sinnvoll angesehen. Der Fokus im Beteiligungsmanagement liegt derzeit auf der Frage, wie die Steuerungsmöglichkeiten der Stadt effektiver wahrgenommen werden können und, wie unterjährig die wirtschaftliche Entwicklung der Beteiligungen besser beurteilt werden kann. Zur qualifizierten Steuerung soll eine sukzessive Einbindung der Beteiligungen in die derzeit im Aufbau befindlichen strategischen Ziele der Stadt erfolgen und zur besseren Lagebeurteilung eine Neuinitiierung der Quartalsberichte ab Ende 2018. Der Beteiligungsbericht 2019 dient als Informationsgrundlage für alle Bürgerinnen und Bürger sowie zur Unterstützung der verantwortlichen Gremien und Mandatsträger. Er wird zur Einsichtnahme für jeden Interessierten im Internet unter www.hildesheim.de zur Verfügung gestellt. (Antje Kuhne) Stadtkämmerin Stadt Hildesheim Konzernportfolio der Stadt Hildesheim (Stand 31.12.2017) 2% 100% * in Gründung Hannoversche Informationstechnologien AöR Stadtentwässerung Hildesheim AöR Sparkassenzweckverband Hildesheim 11,11 % 25 % Zweckverband Förderzentrum im Bockfeld 50 % 50 % 19,6 0,1% 3,7% 0,065% 12,6% 24,9 % Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim DEULA Hildesheim GmbH Theater für Niedersachsen GmbH Hafenbetriebsgesellschaft m.b.H Hildesheim Entwicklungsgesellschaft Gewerbepark Hildesheim-Giesen m.b.H* Flugplatz Hildesheim GmbH Technologiezentrum Hildesheim Betriebsgesellschaft mbH 100 % 50 % 10 % 48,79 % 50 % 51 % 75 % 100 % Hildesheim Marketing GmbH 100 % Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim Service GmbH 100 % 100 % 74,8 % 74,8 % 100 % Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim GmbH Stadtwerke Hildesheim AG Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim AG 100 % 100 % 100 % Kommunale Nährstoffrückgewinnung Niedersachsen GmbH* Photovoltaik-Park Heinde /Lechstedt Verwaltungs GmbH Photovoltaik-Park Heinde/Lechstedt GmbH & Co. KG WV Energie AG Harzwasserwerke GmbH Avacon AG Stadtwerke Sangerhausen GmbH RVHI Regionalverkehr Hildesheim GmbH SVHI Stadtverkehr Hildesheim GmbH & Co.KG SWH Verwaltungs und Betriebs-GmbH Energieversorgung Hildesheim Verwaltungs-GmbH Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co.KG gbg Immobilien GmbH 74,9% 74,9% 25,1% 14,7 % 1,24% 39,37% 7,66% 2,67% 65 % 18,06 % 20 % 13,45 % 28,89 % 70 % 50 % EVI Solarmeile Hildesheim VerwaltungsGmbH EVI Solarmeile Hildesheim GmbH & Co.KG Stadtwerke Bad Salzdetfurth Gemeindewerke Peiner Land GmbH & Co. KG Bürger-Energie Gronau/Leine eG Bürger-Energie Schellerten eG Bürger-Energie Harsum eG Bürger-Energie Giesen eG EnergieZukunft Hildesheim GmbH TOBI Gaskraftwerksbeteiligungs GmbH & Co. KG TOBI Windenergie GmbH & Co. KG TOBI Management GmbH Wasserkraftanlage Johanniswehr GmbH & Co. KG ebz Energie-BeratungszentrumHildesheim GmbH Arbeitsgemeinschaft Produktionszentrum TfN-GbR Abkürzungsverzeichnis AG Aktiengesellschaft k.A. keine Angaben AFG Arbeitsförderungsgesetz KG Kommanditgesellschaft AKtG Aktiengesetz LK HI Landkreis Hildesheim BIP Bruttoinlandsprodukt Nds. GVBl. Niedersächsisches Gesetzund Verordnungsblatt BGB Bürgerliches Gesetzbuch NKAG CO. Kommanditgesellschaft Niedersächsisches Kommunalabgabengesetz DSD Duales System Deutschland NKomVG Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz EHG Erdgastankstelle Hildesheim GmbH NSpG Niedersächsisches Sparkassengesetz EK-Quote Eigenkapitalquote OB Oberbürgermeister EStG Einkommensteuergesetz OHG Offene Handelsgesellschaft EU Europäische Union ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr EuGH Europäischer Gerichtshof p.a. per anno EVI Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co. KG PersVG Personalvertretungsgesetz ff. folgende (Seiten) RPM Roemer- und PelizaeusMuseum Hildesheim GmbH GEMA Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte RVHi Regionalverkehr Hildesheim GmbH GVFG Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz SEHi Stadtentwässerung Hildesheim Kommunale Anstalt des öffentlichen Rechts GWG Geringwertiges Wirtschaftsgut SVHi GBG Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim Stadtverkehr Hildesheim GmbH SWH Stadtwerke Hildesheim GbR Gesellschaft bürgerlichen Rechts SWHI AG Stadtwerke Hildesheim AG GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung T€ Tausend Euro TZH Technologiezentrum Hildesheim GmbH VuB SWH Verwaltungs- und Betriebs-GmbH ZAH Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim GuV Gewinn- und Verlustrechnung HBG Hafenbetriebsgesellschaft HGB Handelsgesetzbuch HWK Handwerkskammer IHK Industrie- und Handelskammer i.H.v. in Höhe von i. Vj. im Vorjahr Inhaltsverzeichnis Seite I. Einführung 1. Wirtschaftliche Betätigung der Stadt Hildesheim 1 2. Steuerung der Beteiligungen 3 3. Rechtliche Rahmenbedingungen 4 4. Personal im Konzern Stadt Hildesheim 5 5. Ausschüttungen und Zuschussbedarf 6 6. Gesamtübersichten über Wirtschaftsdaten der Unternehmensbeteiligungen 7 zum 31.12.2016 zum 31.12.2015 zum 31.12.2014 II. Eigengesellschaften, Anstalten des öffentlichen Rechts, Beteiligungen und Zweckverbände der Stadt Hildesheim 1. Eigengesellschaften  Stadtwerke Hildesheim AG 10  Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim AG 53  Technologiezentrum Hildesheim Betriebsgesellschaft mbH 81  Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim gGmbH 90  Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim Service GmbH 104  Hildesheim Marketing GmbH 113 2. Kommunale Anstalten des öffentlichen Rechts  Stadtentwässerung Hildesheim AöR 131 Seite 3. Beteiligungen  Flugplatz Hildesheim GmbH 167  Hafenbetriebsgesellschaft m.b.H Hildesheim 173  Theater für Niedersachsen GmbH 183 4. Zweckverbände  Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim 202  Zweckverband Förderzentrum im Bockfeld 258  Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 259 III. Anlagen  Anlage 1 Gemeindewirtschaftsrecht (NKomVG §§ 136 – 152) 315  Anlage 2 Mögliche Betriebsformen 324  Anlage 3 Liste der Abschlussprüfungsunternehmen größerer Beteiligungen und der Zweckverbände der Stadt Hildesheim 326  Anlage 4 Beteiligungsrichtlinie (Stand 01.01.2009) 328 I. Einführung 1. Die wirtschaftliche Betätigung der Stadt Hildesheim Der vorliegende 22. Beteiligungsbericht der Stadt Hildesheim gibt einen generellen Überblick über die privatrechtlichen Unternehmen und Einrichtungen, die kommunalen Anstalten des öffentlichen Rechts und die Zweckverbände, an denen die Stadt Hildesheim am 31.12.2017 beteiligt war und erläutert deren Entwicklung in der jährlichen Fortschreibung. In der Stadt Hildesheim werden – wie in anderen Kommunen auch – eine Vielzahl von Aufgaben durch kommunale Unternehmen wahrgenommen, die ihr entweder zu 100 % gehören oder an denen die Stadt zusammen mit anderen Gesellschaftern beteiligt ist. In dem hier vorgelegten Beteiligungsbericht werden die einzelnen Unternehmen mit ihrem spezifischen Unternehmenszweck beschrieben und wichtige ökonomische Daten auf der Basis der Prüfberichte zum 31.12.2017 abgebildet. Zum Vergleich sind die Abschlussergebnisse der beiden Vorjahre 2016 und 2015 in den nachgestellten Übersichten beigefügt. Ausgehend von der kommunalpolitischen Zielsetzung eines transparenten und überprüfbaren Beteiligungsmanagements wird in dem Beteiligungsbericht in Form eines Nachschlagewerkes über die Unternehmensziele, die Leistungskraft und über die wirtschaftliche Situation der Unternehmen informiert. Dabei werden folgende Unternehmen und Betriebe dargestellt: Eigengesellschaften:       Stadtwerke Hildesheim AG Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim AG Technologiezentrum Hildesheim Betriebsgesellschaft mbH Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim gGmbH Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim Service GmbH Hildesheim Marketing GmbH Anstalt des öffentlichen Rechts:  Stadtentwässerung Hildesheim AöR Mehrheitsbeteiligungen:  Flugplatz Hildesheim GmbH (Anteil der Stadt Hildesheim 75 %)  Hafenbetriebsgesellschaft m.b.H. Hildesheim (Anteil der Stadt Hildesheim 50 %) 1 Minderheitsbeteiligungen:  Theater für Niedersachsen GmbH Hildesheim (Anteil der Stadt Hildesheim 33,33 %) Die folgenden Minderheitsbeteiligungen der Stadt Hildesheim  DEULA Hildesheim GmbH (Anteil der Stadt Hildesheim 10 % bzw. 5.200 €)  HannIT AöR (Anteil der Stadt Hildesheim 2 % bzw. 1.000 €) sind hier und im Organigramm nur nachrichtlich dargestellt. Diese werden im nachfolgenden Bericht jedoch nicht weiter erläutert. Zweckverbände:    Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim Zweckverband Förderzentrum im Bockfeld Sparkasse Hildesheim Goslar Peine In dem hier vorliegenden Beteiligungsbericht wird über den Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH), über den Zweckverband Förderzentrum im Bockfeld und die Sparkasse Hildesheim berichtet. Originär unterliegen die Zweckverbände nicht der Berichtspflicht des Beteiligungsberichtes gemäß § 151 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG), da es sich bei diesen nicht um Gesellschaften in Privatrechtsform oder kommunale Anstalten, sondern um andere öffentlich-rechtliche Unternehmensformen handelt. Aufgrund des starken öffentlichen Interesses wurden die Zweckverbände inzwischen jedoch durch Beschluss des Rates in das allgemeine Beteiligungsmanagement integriert und entsprechend in den Beteiligungsbericht aufgenommen. Die folgenden Ausführungen sollen dem Leser einen Einblick in die wirtschaftliche Betätigung der Stadt Hildesheim vermitteln und der Pflicht zur Erstellung eines Beteiligungsberichtes nach § 151 NKomVG genügen, mit dem Ziel, Rat und Öffentlichkeit zu informieren. 2 2. Steuerung der Beteiligungen Der Steuerung der Unternehmen durch die zuständigen Organe der Stadt Hildesheim kommt eine besondere Bedeutung zu. Die Gemeinde hat die Unternehmen und Einrichtungen im Sinne der von der Gemeinde zu erfüllenden öffentlichen Zwecke zu überwachen und zu koordinieren (§ 150 NKomVG - Beteiligungsmanagement). Diese Regelung des NKomVG trägt somit dem Steuerungsbedürfnis der städtischen Beteiligungen Rechnung. Die schwierige Koordinierungsaufgabe der Beteiligungssteuerung liegt darin, die zum Teil konkurrierenden Ziele und Anforderungen, die an die Unternehmen gestellt werden, zu entflechten und optimale Lösungen aus gesamtstädtischer Sicht aufzuzeigen. Das Spannungsfeld zwischen fiskalischen, fachpolitischen, stadtpolitischen und strategischen Zielen sowohl der Gesellschafterin Stadt Hildesheim als auch den Unternehmen ist fortlaufend zu optimieren. Des Weiteren hat ein effektives Beteiligungsmanagement die Aufgabe, Aufsichtsgremien und Ratsgremien im jeweils erforderlichen und gerechtfertigten Umfang zu informieren und fachlich zu begleiten. Die Aufgabe, die Beschlüsse des Verwaltungsausschusses und des Rates bezüglich der städtischen Beteiligungen weiter vorzubereiten, wird in Hildesheim vom Ausschuss für Finanzen, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften wahrgenommen. Die Bedeutung der wirtschaftlichen Betätigung der Stadt Hildesheim in Form von rechtlich selbstständigen Gesellschaften, Eigenbetrieben sowie Public Private Partnership (PPP) – Modellen wird aufgrund stetig zunehmender Aufgaben, der Veränderung sowie Liberalisierung der Märkte und der finanziellen Lage der Stadt Hildesheim, die zu restriktivem Umgang mit Vermögenswerten zwingt, weiter zunehmen. Vor diesem Hintergrund erhält die Steuerung und Koordinierung der kommunalen Beteiligungen zunehmende Bedeutung und erfordert eine Intensivierung, um eine ganzheitliche Steuerung des „Konzerns Stadt“ durch den Rat der Stadt Hildesheim zu ermöglichen. Die zum 01.01.2009 in Kraft getretene Beteiligungsrichtlinie leistet ihren Beitrag dazu. Die Stadt Hildesheim plant für das Jahr 2019 die Verabschiedung eines Public Corporate Governance Kodex (PCGK), der künftig die Beteiligungsrichtlinie ersetzen wird, indem er diese maßgeblich erweitert. Aufgrund dieser herausgehobenen Bedeutung bildet das Beteiligungsmanagement im Haushalt der Stadt Hildesheim seit 2011 ein wesentliches Produkt. Dieses wird mittels verschiedener Zielvorgaben und dazugehöriger Kennzahlen gesteuert. Dementsprechend sind u. a. Sollwerte zur Anzahl der Beteiligungen (Leistungsmengen) und zum Beteiligungs- und Konzessionsergebnis (monetäre Perspektive) definiert. 3 3. Rechtliche Rahmenbedingungen In dem NKomVG ist abschließend geregelt, unter welchen Voraussetzungen eine wirtschaftliche Betätigung der Gemeinde und damit der Stadt Hildesheim zulässig ist. Gemäß §§ 136 ff. NKomVG dürfen die Gemeinden zur Erledigung von Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft wirtschaftlich tätig werden. Sie dürfen Unternehmen nur errichten, übernehmen oder wesentlich erweitern, wenn und soweit 1. der öffentliche Zweck das Unternehmen rechtfertigt, 2. die Unternehmen nach Art und Umfang in einem angemessenen Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit der Gemeinden und zum voraussichtlichen Bedarf stehen, 3. der öffentliche Zweck nicht ebenso gut und wirtschaftlich durch einen privaten Dritten erfüllt wird oder erfüllt werden kann. Unternehmen und sonstige Einrichtungen, zu denen die Gemeinden gesetzlich verpflichtet sind, Einrichtungen des Unterrichts-, Erziehungs- und Bildungswesens, des Sports und der Erholung, des Gesundheits- und Sozialwesens, des Umweltschutzes sowie solche ähnlicher Art und Einrichtungen, die ausschließlich der Deckung des Eigenbedarfs dienen, sind keine wirtschaftlichen Unternehmen im Sinne der o.g. NKomVG - Regelungen (§ 136 Abs. 3 NKomVG). Für die Beteiligung an einer Gesellschaft oder einer anderen Vereinigung in einer Rechtsform des privaten Rechts sind die Kriterien des § 137 in Verbindung mit § 136 NKomVG zu erfüllen. Da die Voraussetzungen für die wirtschaftliche Betätigung unabhängig von der gewählten Rechtsform festgelegt sind, muss die Einhaltung der Voraussetzungen in angemessenen Zeitabständen überprüft werden. Maßstab für den Erfolg oder Misserfolg der wirtschaftlichen Betätigung ist neben der Erfüllung der festgelegten Ziele, auch als Effizienzkriterium, eine angemessene Gewinnerzielung. Ein Auszug zum Gemeindewirtschaftsrecht aus dem NKomVG ist diesem Bericht als Anlage 1 beigefügt. Mögliche Betriebsformen werden in Anlage 2 dieses Berichtes dargestellt. Anlage 3 bildet eine Auflistung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die für die Beteiligungsunternehmen der Stadt Hildesheim tätig wurden. Die Beteiligungsrichtlinie bildet Anlage 4. 4 4. Personal im Konzern Stadt Hildesheim Im Konzern Stadt Hildesheim waren im Berichtsjahr 2017 insgesamt 4.078 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die folgende Übersicht zeigt die anteilige Verteilung der Beschäftigten in den Beteiligungen und bei der Konzernmutter Stadt: Beteiligung Beschäftigte Stadtwerke Hildesheim AG (Konzern) 478 Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim AG 57 Technologiezentrum Hildesheim Betriebsgesellschaft mbH Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim GmbH Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim Service GmbH 3 51 5 Hildesheim Marketing GmbH 25 Stadtentwässerung Hildesheim AöR 84 Flugplatz Hildesheim GmbH 1 Hafenbetriebsgesellschaft m.b.H. Hildesheim 8 Theater für Niedersachsen GmbH 267 Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim 159 Zweckverband Förderzentrum im Bockfeld 120 Sparkasse Hildesheim 1.735 Stadt Hildesheim* 1.085 Gesamt Konzern Stadt Hildesheim 4.078 *lt. Stellenplan 2017 5 6 Summe: SEHi AöR Stadtwerke AG Unternehmen Konzessionen Summe: 2014 4.880.000 € 200.000 € 5.080.000 € 2013 5.647.000 € 200.000 € 5.847.000 € 10% 5.494.071 € 3.452.661 € Finanzierungsbedarf: 41% 6.070.877 € 5.862.861 € Summe: Verlustabdeckung: 250.000 € 3.372.797 € TfN GmbH - Zuweisung 200.000 € Marketing GmbH - Stadtjubiläum 3.239.781 € 40.580 € 775.000 € 40.580 € 365.200 € 775.000 € 1.267.300 € 576.806 € 365.200 € 290.400 € 290.400 € 2.410.200 € 1.242.300 € 18.406 € - € 2014 268.000 € 268.000 € 2013 2014 1.851.800 € 2013 1.851.800 € Marketing GmbH Stadtmuseum - Betriebsführungsentgelt Stadtmuseum - Betriebskostenzuschuss RPM gGmbH Unternehmen Zuschussbedarf der Beteiligungen Sparkassenzweckverband Hafen Betriebsgesellschaft mbH gbg AG Stadtwerke AG Unternehmen (Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres) 5. Ausschüttung der Beteiligungen (steuerbereinigt) Dezernat B Beteiligungsmanagement 2015 5.080.000 € 200.000 € 4.880.000 € 2015 29% 4.535.455 € 6.356.480 € 3.428.400 € 350.000 € 775.000 € 40.580 € 365.200 € 1.397.300 € 2015 1.821.025 € 290.400 € - € 268.000 € 1.262.625 € 2016 5.080.000 € 200.000 € 4.880.000 € 2016 35% 3.731.852 € 5.746.480 € 3.428.400 € - € 775.000 € 40.580 € 365.200 € 1.137.300 € 2016 2.014.628 € 290.400 € - € 268.000 € 1.456.228 € - € 5.990.000 € 200.000 € 5.790.000 € 2017 10% 5.443.180 € 6.026.580 € 3.473.500 € - € 880.000 € 40.580 € 365.200 € 1.267.300 € 2017 583.400 € 290.400 € 25.000 € 268.000 € 2017 2018 5.990.000 € 200.000 € 5.790.000 € 2018 28% 4.491.330 € 6.253.180 € 3.700.100 € - € 880.000 € 40.580 € 365.200 € 1.267.300 € 2018 1.761.850 € 290.400 € 25.000 € 268.000 € 1.178.450 € 2019 5.990.000 € 200.000 € 5.790.000 € 2019 32% 4.458.721 € 6.578.580 € 3.781.500 € - € 1.024.000 € 40.580 € 365.200 € 1.367.300 € 2019 2.119.859 € - € - € 268.000 € 1.851.859 € 2020 5.990.000 € 200.000 € 5.790.000 € 2020 20% 5.287.705 € 6.649.980 € 3.852.900 € - € 1.024.000 € 40.580 € 365.200 € 1.367.300 € 2020 1.362.275 € - € - € 268.000 € 1.094.275 € 2021 5.990.000 € 200.000 € 5.790.000 € 2021 29% 4.771.680 € 6.723.180 € 3.926.100 € - € 1.024.000 € 40.580 € 365.200 € 1.367.300 € 2021 1.951.500 € - € - € 268.000 € 1.683.500 € 2022 5.990.000 € 200.000 € 5.790.000 € 2022 29% 4.846.680 € 6.798.180 € 4.001.100 € - € 1.024.000 € 40.580 € 365.200 € 1.367.300 € 2022 1.951.500 € - € - € 268.000 € 1.683.500 € 28.11.2018 7 2 225 0 100 100 100 314 993 33 0 148.690 50 75 100 62 138.141 100 100 93.781 2 1 100 T€ % Kapitalanteile der (Sach-) Stadt Anlagevermögen 3 T€ 2.667 305 33 8.687 218 141 524 452 12.021 50.323 Umlaufvermögen 4 T€ 2.680 409 30 22.383 77 50 282 399 16.522 62.130 Eigenkapital 5 3.829 619 33 157.531 357 141 761 456 150.195 144.256 T€ Bilanzsumme 6 % 70 66 91 14 22 35 37 88 9 43 7 T€ 10.647 k.A. -1.616 410 10 2 2.782 -847 16 188 18 2.906 2.324 Eigenkapitalquote Gewinn/ Verlust Zweckverbände Zweckverband Abfallwirtschaft 50 19.506 24.045 9.324 43.611 21 Hildesheim Zweckverband Förderzentrum 50 k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. im Bockfeld* Sparkasse Hildesheim Goslar 50 79.248 6.805.238 536.095 7.126.703 8 Peine *Zweckverband Zum Zeitpunkt der Erststellung dieses Berichtes befanden sich die Abschlussunterlagen 2017 noch in der Prüfung. Förderzentrum im Bockfeld: Hafenbetriebsgesellschaft m.b.H. Hildesheim Theater für Niedersachsen GmbH Flugplatz Hildesheim GmbH Kommunale Anstalten des öffentlichen Rechts: Stadtentwässerung Hildesheim AöR Hildesheim Marketing GmbH Eigengesellschaften Stadtwerke Hildesheim AG (Konzern) Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim Technologiezentrum Hildesheim Roemer- und PelizaeusMuseum Hildesheim gGmbH Roemer- und PelizaeusMuseum Hildesheim Service Gesamtübersicht zum 31.12.2017 6. Gesamtübersicht 8 Sparkasse Hildesheim Zweckverbände Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim Zweckverband Förderzentrum im Bockfeld: Hafenbetriebsgesellschaft m.b.H. Hildesheim Theater für Niedersachsen GmbH Flugplatz Hildesheim GmbH Kommunale Anstalten des öffentlichen Rechts: Stadtentwässerung Hildesheim AöR Hildesheim Marketing GmbH Eigengesellschaften Stadtwerke Hildesheim AG (Konzern) Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim Technologiezentrum Hildesheim Roemer- und PelizaeusMuseum Hildesheim gGmbH Roemer- und PelizaeusMuseum Hildesheim Service Gesamtübersicht zum 31.12.2016 6. Gesamtübersicht 2 238 0 100 100 100 59.357 12.204 50 50 19.290 1.053 33 50 350 0 146.570 50 75 100 74 135.875 100 100 92.700 2 1 100 T€ % Kapitalanteile der (Sach-) Stadt Anlagevermögen 11.612 24.789 3.408 405 32 4.478 335 148 256 429 13.287 44.783 4.034.902 3 T€ Umlaufvermögen 4 21.458 11.908 2.270 439 29 19.601 54 50 95 366 13.934 56.090 320.170 T€ Eigenkapital 23.825 44.489 4.573 762 32 151.180 466 148 531 433 149.218 137.680 4.100.078 5 T€ Bilanzsumme 6 % 8 90 27 50 58 91 13 12 34 18 85 9 41 7 T€ 10.637 812 -969 779 41 2 2.282 -936 29 227 17 2.900 -2.420 Eigenkapitalquote Gewinn/ Verlust 9 100 100 100 Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim GmbH Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim Service GmbH Hildesheim Marketing GmbH 50 33 Hafenbetriebsgesellschaft m.b.H. Hildesheim Theater für Niedersachsen GmbH 50 50 50 Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim Zweckverband Förderzentrum im Bockfeld Sparkasse Hildesheim Zweckverbände 75 Flugplatz Hildesheim GmbH Beteiligungen Stadtentwässerung Hildesheim AöR 100 100 Technologiezentrum Hildesheim Betriebsgesellschaft mbH Kommunale Anstalten des öffentlichen Rechts: 100 Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim AG 65.232 12.336 19.364 1.077 349 0 143.824 87 0 231 3 132.707 94.277 3.958.093 10.282 25.876 2.339 501 29 1.062 727 35 301 402 12.815 40.719 310.223 20.646 11.908 26 448 25 17.318 486 61 0 365 11.353 58.926 T€ 4 T€ 3 T€ 2 % 1 100 Eigenkapital Umlaufvermögen (Sach)Anlagevermögen Kapitalanteile der Stadt Stadtwerke Hildesheim AG Eigengesellschaften Gesamtübersicht zum 31.12.2015 6. Gesamtübersicht 3.958.158 22.636 43.342 3.537 940 30 147.093 839 118 688 406 146.586 135.160 T€ 5 Bilanzsumme % 6 8 91 27 1 48 83 12 58 52 0 90 8 44 Eigenkapitalquote 25 47 15 1776 2204 10584 246 2101 -832 51 2 1563 -1.120 T€ 7 Gewinn/ Verlust Stadtwerke Hildesheim AG – Konzern Anschrift: Römerring 1 31137 Hildesheim Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: 05121 / 508-0 05121 / 508-108 info@evi.SWHI.de www.stadtwerke-hildesheim.de Gegenstand des Konzerns: In den Konzernabschluss wurden die SWH AG, die SVHI Stadtverkehr Hildesheim GmbH & Co. KG, die SVHI Stadtverkehr Hildesheim Verwaltungs-GmbH, die SWH Verwaltungs- und Betriebs-GmbH Hildesheim, die EVI Energieversorgung Hildesheim Verwaltungs-GmbH, die EVI Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co. KG und die Energiezukunft Hildesheim GmbH als vollkonsolidierte Gesellschaften einbezogen. Die RVHI Regionalverkehr Hildesheim GmbH, die Gemeindewerke Peiner Land GmbH & Co. KG, die TOBI Windenergie GmbH & Co. KG sowie die Stadtwerke Bad Salzdetfurth GmbH wurden im Rahmen der at-equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Beschäftigte: Im Konzern waren durchschnittlich 478 (i.Vj: 455) Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. Stadtwerke Hildesheim AG 74,8 % EVI Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co.KG 70 % ebz Energie-Beratungszentrum-Hildesheim GmbH 74,8 % EVI Energieversorgung Hildesheim Verwaltungs-GmbH 28,89 % Wasserkraftanlage Johanniswehr GmbH & Co. KG 100 % 100 % 24,9 % 12,6% 0,065% 3,7% 0,1% SWH Verwaltungs und Betriebs-GmbH SVHI Stadtverkehr Hildesheim GmbH & Co. KG RVHI Regionalverkehr Hildesheim GmbH Stadtwerke Sangerhausen GmbH Avacon AG Harzwasserwerke GmbH WV Energie AG 13,45 % 20 % 18,06 % 65 % 2,67% 7,66% 39,37% 1,24% TOBI Management GmbH TOBI Windenergie GmbH & Co. KG TOBI Gaskraftwerksbeteiligungs GmbH & Co. KG EnergieZukunft Hildesheim GmbH Bürger-Energie Giesen eG Bürger-Energie Harsum eG Bürger-Energie Schellerten eG Bürger-Energie Gronau/Leine eG 14,7 % Gemeindewerke Peiner Land GmbH & Co. KG 25,1% Stadtwerke Bad Salzdetfurth GmbH 74,9 % EVI Solarmeile Hildesheim GmbH & Co. KG 74,9 % EVI Solarmeile Hildesheim Verwaltungs-GmbH Wirtschaftliche Situation des Konzerns in 2017: Die Aufgabe der Stadtwerke Hildesheim AG liegt vornehmlich in der Sicherstellung der Versorgung mit Energie, Wasser und Wärme im Versorgungsgebiet sowie dem Betrieb des Sport- und Freizeithallenbades und des öffentlichen Personennahverkehrs in Hildesheim. Sie fungiert als Holding für ihre Tochtergesellschaften und Beteiligungen und übernimmt die Geschäftsführungsaufgaben in allen wesentlichen Beteiligungsunternehmen. Die Bilanz zum 31.12.2017 wies folgende wesentliche Positionen aus: Bilanzsumme Anlagevermögen Umlaufvermögen Eigenkapital Verbindlichkeiten 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ T€ 144.256 137.680 135.160 131.955 131.402 93.781 92.700 94.277 91.736 95.899 50.323 44.783 40.719 40.029 35.273 62.130 47.629 56.090 46.611 58.926 39.552 56.787 41.996 50.331 49.294 Die Bilanzsumme des Konzerns hat sich insgesamt erhöht. Zu begründen ist dies maßgeblich mit der Erhöhung des Umlaufvermögens auf der Aktivseite sowie dem erhöhten Eigenkapital auf der Passivseite. Bei dem Umlaufvermögen hat sich insbesondere der Kassenbestand bei Kreditinstituten positiv entwickelt (+3.900 T€). Das Eigenkapital hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt: Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen a) Gesetzliche Rücklage b) Andere Gewinnrücklagen Konzernbilanzverlust/-gewinn Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter Summe 31.12.2017 T€ 20.000 6.709 31.12.2016 T€ 20.000 6.709 192 21.606 192 20.225 2.324 -2.420 11.299 62.130 11.384 56.090 Die Gewinn- und Verlustrechnung weist zum 31.12.2017 folgende wesentliche Ergebnisse aus: 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ T€ Umsatzerlöse 204.277 179.194 162.124 153.277 160.089 Abzgl. Energiesteuern -15.227 -12.743 -10.900 -9.590 10.814 Sonst. Betriebliche Erträge 2.603 7.400 4.558 8.055 2.721 Materialaufwand 132.196 110.976 101.617 93.912 98.281 Personalaufwand 24.342 33.025 24.230 23.687 23.154 Abschreibungen 7.919 12.161 7.809 8.035 8.148 Sonst. betrieb. Aufwendungen 14.508 14.019 13.304 13.364 14.528 Zinsen und ähnliche Aufwendungen 807 1.171 1.370 1.113 1.402 Ergebnis vor Steuern 12.330 3.665 9.487 13.882 6.891 Jahresüberschuss 8.629 1.428 6.162 10.696 3.186 Ergebnisanteile fremder Gesellschafter -2.503 -2.976 -2.634 -2.585 -1.960 Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 1.381 1.346 2.167 4.035 0 Verlust-/Gewinnvortrag Vorjahr -3.891 -814 -728 141 372 Eigenkapitalbuchungen aus Konsolidierungsmaßnahmen der Vorjahre 1.471 1.288 1.471 508 667 Konzernbilanzverlust/-gewinn 2.324 -2.420 2.204 4.443 2.568 Der Jahresabschluss 2017 ist nur eingeschränkt mit Vorjahr vergleichbar, da dieses durch einmalige Sondereffekte beim SVHI in Höhe von 8,1 € negativ beeinflusst worden war. Im Wirtschaftsjahr 2017 konnte ein Jahresüberschuss von 6,1 Mio. € erzielt werden, gegenüber einem Fehlbetrag von 1,5 Mio. € im Vorjahr. Der größte positive Ergebnisbeitrag erfolgte wie in den Vorjahren durch die EVI mit 7,5 Mio. €. Zukünftige Geschäftsentwicklung: Allgemein sind im Branchenumfeld der Beteiligungen der SWHI AG weiterhin eine große Anzahl an Unsicherheiten im Vergleich zu früheren Geschäftsjahren zu beobachten. Insbesondere der teilweise kurze Änderungszyklus von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien auf Europa- und Bundesebene macht es schwieriger, langfristige Strategien zu verfolgen. Trotz dieser Entwicklung gibt es jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass einzelne Risiken den Fortbestand der Konzernunternehmen im Berichtszeitraum gefährdet haben oder zukünftig kurz- oder mittelfristig gefährden könnten. Die wesentlichen Risikofaktoren resultieren aus dem Witterungsverlauf, aus der Preisfluktuation, aus der Entwicklung der konventionellen Erzeugungskapazitäten, aus Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen und aus möglichen Eingriffen von Regulierungsbehörden und Politik. Das Ergebnis des Konzerns wird auch zukünftig maßgeblich durch die Ergebnisse der EVI, der SVHI und der VuB bestimmt. Stadtwerke Hildesheim Aktiengesellschaft, Hildesheim Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017 Aktiva 31.12.2017 EUR 31.12.2016 EUR EUR EUR A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.217.233,27 2. Geleistete Anzahlungen 371.663,41 5.371.397,00 5.588.896,68 234.240,88 5.605.637,88 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 15.229.951,96 13.252.678,74 2. Technische Anlagen und Maschinen 16.018.057,00 15.948.989,00 3. Verteilungsanlagen 33.910.808,00 33.072.704,00 4. Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen 5. 372.778,00 434.667,00 Fahrzeuge für Personenverkehr 5.925.197,00 5.765.468,00 6. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.322.111,02 7. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.272.561,11 3.344.986,00 76.051.464,09 2.294.144,84 74.113.637,58 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 255.386,00 70.000,00 2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 4.603.809,54 5.977.977,81 3. Beteiligungen 4.877.614,53 4.877.614,53 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein 2.178.160,47 1.855.047,51 Beteiligungsverhältnis besteht 5. Sonstige Ausleihungen 94.235,77 6. Genossenschaftsanteile 131.000,00 69.035,21 12.140.206,31 131.000,00 93.780.567,08 12.980.675,06 92.699.950,52 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2. Unfertige Leistungen 3. Waren 1.111.152,56 1.011.993,40 201.076,00 25.792,38 163.650,00 1.338.020,94 25.675,81 1.201.319,21 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein 19.267.383,33 Beteiligungsverhältnis besteht 3. Sonstige Vermögensgegenstände 17.708.820,67 583.800,75 2.206.957,09 402.504,55 22.058.141,17 2.443.505,07 20.554.830,29 III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 26.926.988,78 23.027.047,69 50.323.150,89 44.783.197,19 C. Rechnungsabgrenzungsposten 1. Disagio 2. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 15 40.000,00 60.000,00 112.148,15 136.830,79 152.148,15 196.830,79 144.255.866,12 137.679.978,50 Passiva 31.12.2017 EUR 31.12.2016 EUR EUR EUR A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital II. Kapitalrücklage 20.000.000,00 20.000.000,00 6.709.047,74 6.709.047,74 III. Gewinnrücklagen 1. Gesetzliche Rücklage 2. Andere Gewinnrücklagen 192.158,32 21.605.886,95 IV. Konzernbilanzgewinn (i. Vj. Konzernbilanzverlust) V. Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter B. Sonderposten für Zuschüsse Dritter C. Empfangene Ertragszuschüsse 192.158,32 21.798.045,27 20.225.090,88 20.417.249,20 2.324.156,56 -2.420.310,32 11.298.864,00 11.384.408,28 62.130.113,57 56.090.394,90 12.455.596,95 12.562.837,32 697.270,00 1.044.745,00 3.169.377,10 3.031.532,40 D. Rückstellungen 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2. Steuerrückstellungen 3. Sonstige Rückstellungen 150.779,00 544.769,11 16.392.033,94 16.044.895,59 19.712.190,04 19.621.197,10 24.205.361,45 25.004.523,12 E. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2. Erhaltene Anzahlungen 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5. Sonstige Verbindlichkeiten 99.819,00 0,00 10.011.162,28 7.541.149,40 145.589,77 117.966,65 13.167.279,26 13.947.475,70 47.629.211,76 46.611.114,87 1.470.883,80 1.510.889,31 160.600,00 238.800,00 144.255.866,12 137.679.978,50 --davon aus Steuern EUR 3.262.497,81 (i. Vj. EUR 2.924.928,95)-- F. Rechnungsabgrenzungsposten G. Passive latente Steuern 16 Stadtwerke Hildesheim Aktiengesellschaft, Hildesheim Konzerngewinn- und -verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 1. Umsatzerlöse Energiesteuern 2. Erhöhung des Bestandes an unfertigen Leistungen 3. Andere aktivierte Eigenleistungen 4. Sonstige betriebliche Erträge 5. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 6. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung --davon für Altersversorgung EUR 1.311.605,37 (i. Vj. EUR 1.170.935,95)-- 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 9. Erträge aus Beteiligungen 10. Erträge aus assoziierten Unternehmen 11. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 13. Abschreibungen auf Finanzanlagen 14. Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen 15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 16. Ergebnis vor Steuern 17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 18. Ergebnis nach Steuern 19. Sonstige Steuern 20. Jahresüberschuss 21. Ergebnisanteile fremder Gesellschafter 22. Jahresüberschuss (i. Vj. Jahresfehlbetrag) nach Drittanteilen 23. Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 24. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 25. Eigenkapitalbuchungen aus Konsolidierungsmaßnahmen der Vorjahre 26. Konzernbilanzgewinn (i. Vj. Konzernbilanzverlust) 17 2017 EUR 2016 EUR 204.276.776,39 -15.226.600,64 -12.743.225,90 166.451.036,99 37.426,00 42.350,00 915.741,78 805.283,28 2.602.602,16 7.400.171,65 106.708.541,23 132.195.978,43 19.363.015,80 4.978.663,60 EUR 179.194.262,89 189.050.175,75 129.650.830,89 2.545.147,54 EUR 4.267.922,47 110.976.463,70 26.687.522,12 24.341.679,40 6.337.323,74 33.024.845,86 7.918.935,64 12.161.192,47 14.508.052,22 14.019.390,46 670.802,06 568.797,15 204.251,20 377.322,28 85.596,92 82.121,80 35.952,63 69.669,77 1.413.703,40 715.787,16 86.653,40 63.986,67 807.108,00 1.170.556,38 12.330.438,01 3.664.530,22 3.565.103,16 2.106.602,23 8.765.334,85 1.557.927,99 136.736,36 129.995,57 8.628.598,49 1.427.932,42 -2.503.335,54 -2.976.165,39 6.125.262,95 -1.548.232,97 1.380.796,07 1.346.400,00 3.891.045,86 813.848,91 1.470.735,54 1.288.171,56 2.324.156,56 -2.420.310,32 18 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � KONZERNLAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2017 Stadtwerke Hildesheim AG 1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Beteiligungsstruktur Die Stadtwerke Hildesheim AG (im Folgenden „SWH AG“) fungiert als Holding für ihre Tochtergesellschaften und Beteiligungen. Ganz oder mehrheitlich im Besitz der SWH AG befinden sich unmittelbar die EVI Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co. KG (im Folgenden „EVI“) (74,8 %), die EVI Energieversorgung Hildesheim Verwaltungs-GmbH (74,8 %), die SVHI Stadtverkehr Hildesheim GmbH (im Folgenden „SVHI“) (100,0 %) und die SWH Verwaltungs- und Betriebs-GmbH Hildesheim (Betreibergesellschaft des Wasserparadieses) (im Folgenden „VuB“) (100,0 %). Mittelbar über die EVI befinden sich mehrheitlich im Besitz der SWH AG die EVI SOLARMEILE Hildesheim GmbH & Co. KG (74,9 %), die ebz EnergieBeratungs-Zentrum GmbH (70,0 %) sowie die EnergieZukunft Hildesheim GmbH (im Folgenden „EZHI“) 65,0 %. Über die SVHI befindet sich darüber hinaus mittelbar die SVHI Stadtverkehr Hildesheim Verwaltungs-GmbH (100,0 %) mehrheitlich im Besitz der SWH AG. Rahmenbedingungen Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. ist der Primärenergieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 % gestiegen (i. Vj. ebenfalls Erhöhung um 1,1 %). Insgesamt erreichte der Verbrauch ein Niveau von 13.550 Petajoule (PJ) (i. Vj. 13.428 PJ) beziehungsweise 462,3 Mio. Tonnen Steinkohleeinheiten (t SKE) (i. Vj. 458,1 Mio. t SKE). Nach vorläufigen Schätzungen ist der Stromverbrauch in Deutschland in 2017 mit 599,8 Mrd. kWh um ca. 0,5 % höher als im Vorjahr. Der Verbrauch fiel damit immer noch um ca. 3,6 % geringer aus als gegenüber dem bisherigen Höchstwert im Jahr 2007. Die inländische Stromerzeugung ist ebenfalls um etwa 0,6 % gestiegen. Demnach wurden in Deutschland 654,8 Mrd. kWh (i. Vj. 650,6 Mrd. kWh) Strom erzeugt. Dies bedeutet, dass im Saldo etwa 55,0 Mrd. kWh (i. Vj. 53,7 Mrd. kWh) exportiert wurden, der höchste Wert seit Jahrzehnten. 19 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � Die Struktur der Bruttostromerzeugung in Deutschland stellt sich in ihrer Entwicklung wie folgt dar: Struktur der Bruttostromerzeugung in % Energieträger 2017 2016 2000 Erneuerbare Energien 33,4 29,2 6,6 Braunkohle 22,5 23,0 25,7 Steinkohle 14,1 17,2 24,8 Kernenergie 11,7 13,0 29,4 Erdgas 13,2 12,5 8,5 Mineralöl 0,9 0,9 1,0 Sonstige 4,2 4,2 4,0 100,0 100,0 100,0 Bruttostromerzeugung Quellen: BMWi, BDEW, Statistik der Kohlewirtschaft e.V., Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. Auf Grund der Erweiterung der installierten Leistung der Windkraftanlagen von knapp 5.300 MW onshore auf etwas mehr als 50.000 MW und dank teilweise hervorragender Windbedingungen hat sich der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung nach der Stagnation im Jahr 2016 wieder erhöht. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich insbesondere die Bruttostromerzeugung aus Windkraftanlagen um 33,1 %. Zum Jahresende 2017 waren insgesamt knapp 30.000 Windenergieanlagen in Betrieb. Der gesamte Rechtsrahmen für den Öffentlichen Personennahverkehr ist geprägt von einer Vielzahl nationaler und europäischer Gesetze, Verordnungen, Richtlinien und Sonderbestimmungen. Beispielhaft sind hier das Personenbeförderungsgesetz, das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), die Vergaberichtlinien der Europäischen Union, das Entflechtungsgesetz und die EU-Verordnung 1370/2007 zu nennen. Geschäftsbedingungen Das Geschäftsjahr 2017 war geprägt durch eine gegenüber dem Vorjahr etwas geringeres Ergebnis der EVI, dem erstmaligen, positiven Ergebnisbeitrag des SVHI und einen deutlich verringerten Verlust der VuB. Wie in den Vorjahren leistete die EVI mit EUR 7,5 Mio. (i. Vj. EUR 7,7 Mio.) den größten positiven Ergebnisbeitrag. Der Gesamtumsatz der EVI ist im Geschäftsjahr 2017 um EUR 22,3 Mio. (14,5 %) auf EUR 176,0 Mio. gestiegen. Darin enthalten ist mit EUR 39,5 Mio. (i. Vj. EUR 27,4 Mio.) die Vereinnahmung der EEG-Umlage, die im Zuge des gesetzlichen Abrechnungsmechanismus an die Übertragungsnetzbetreiber weitergereicht wird. Insgesamt konnte trotz des herausfordernden Marktumfelds ein Jahresüberschuss von EUR 10,1 Mio. (i. Vj. EUR 12,1 Mio.) erzielt werden. Dies entspricht einer Umsatzrendite von 5,7 % (i. Vj. 7,9 %). Das Ergebnis liegt damit um EUR 0,8 Mio. unter dem Planwert von EUR 10,9 Mio. Ursächlich hierfür sind erhöhte Belastungen für die Risikovorsorge bzgl. der Beteiligungsunternehmen. 20 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � Hinsichtlich des Ergebnisses der SVHI ist eine Vergleichbarkeit mit dem von Sondereffekten geprägten Vorjahr und den veränderten Geschäftsbedingungen nur eingeschränkt möglich. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Ergebnis deutlich verbessert. Ursächlich hierfür sind der Wegfall von negativen Sondereffekten sowie die geänderten Rahmenbedingungen des nunmehr durchgeführten eigenwirtschaftlichen Betriebs von Verkehrsleistungen. Das Ergebnis des Jahres 2017 weist einen Überschuss von EUR 0,5 Mio. (i. Vj. Fehlbetrag in Höhe von EUR 9,7 Mio.) aus und liegt damit über dem im Herbst 2016 geplanten Überschuss gemäß Wirtschaftsplan von EUR 0,4 Mio. Ursächlich für den höheren Überschuss gegenüber dem Wirtschaftsplanansatz sind insbesondere erhöhte Umsatzerlöse und geringere Material- und Personalkosten. Gegenläufig wirkten die höheren Abschreibungen. Bezüglich des Jahresergebnisses der VuB war ein deutlich geringerer Verlust in Höhe von EUR 0,59 Mio. (i. Vj. EUR 0,77 Mio.) zu verzeichnen. Es ist der geringste Fehlbetrag seit 10 Jahren. Die Ergebnisverbesserung gegenüber dem Jahr 2016 wurde im Wesentlichen durch die mengen- und preisbedingte Steigerung der Umsätze im Bad- und Saunabereich sowie einem geringeren Materialaufwand erzielt. 2. Personal und Organisation Um den weiterhin steigenden Anforderungen des Wettbewerbs gerecht zu werden, ist die Sicherung und Erweiterung der fachlichen Kompetenzen der Mitarbeiter von erheblicher Bedeutung. Durch sich stetig verändernde gesetzliche Rahmenbedingungen im Bereich der Energiewirtschaft und den durch Wettbewerbsdruck ausgelösten Kundenwechsel sind die Anforderungen an die Mitarbeiter nachhaltig auf einem hohen Niveau. Zusätzlich bringen neue Geschäftsfelder, wie Wärme, Contracting, Mieterstrom, Elektromobilität, kaufmännische und technische Dienstleistungen, neue Herausforderungen mit sich. Um darüber hinaus auch dem demografischen Wandel Rechnung tragen zu können, stehen eine effiziente Kapazitätsplanung sowie die Personalentwicklung weiter im Fokus strategischer Entscheidungen. Im Rahmen von internen und externen Weiterbildungsmaßnahmen wird den Mitarbeitern die Gelegenheit zur Entwicklung ihrer beruflichen Qualifikationen gegeben. Die Unternehmen des Konzerns Stadtwerke Hildesheim werden auch weiterhin jungen Menschen einen attraktiven Ausbildungsplatz anbieten. Damit wird dem u. a. demographisch verursachten zukünftigen Fachkräftemangel entgegengewirkt und den Auszubildenden nach Abschluss ihrer Ausbildung ein zukunftsorientierter Arbeitsplatz angeboten. Inklusive der Besetzung des Ausbildungsjahrgangs 2017 sind im Konzern aktuell 26 (i. Vj. 19 Auszubildende) angestellt. Die im Jahresdurchschnitt beschäftigte Anzahl an Mitarbeitern im Konzern betrug im Berichtsjahr 478 (i. Vj. 455). Trotz der Erhöhung der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl und der Tariferhöhung von 2,35 % zum 1. Februar 2017 bei der EVI reduzierte sich der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahr deutlich auf EUR 24,3 Mio. (i. Vj. EUR 33,0 Mio.). Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahresaufwand Sondereffekte in Höhe von EUR 8,1 Mio. enthalten waren. Unter Herausrechnung des Sondereffektes verringerte sich der operative Personalaufwand der Konzernunternehmen um EUR 0,6 Mio. gegenüber dem Vorjahr. Ursächlich hierfür ist das seit dem 1. Januar 2017 geltende geringere Tarifniveau für die Mitarbeiter des 21 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � SVHI. Der durchschnittliche Personalaufwand je Mitarbeiter verringerte sich dementsprechend um 7,1 % auf TEUR 50,9 (i. Vj. TEUR 54,8). 3. Geschäftsverlauf 2017 3.1 Ertragslage Ertragslage Konzern gesamt Der Konzernjahresüberschuss (i. Vj. Konzernjahresfehlbetrag) nach Drittanteilen beträgt EUR + 6,1 Mio. nach EUR- 1,5 Mio. im Vorjahr. Das Unternehmensergebnis des Berichtsjahres war dabei insbesondere positiv geprägt durch den erstmaligen, positiven Ergebnisbeitrag des SVHI im Zuge des seit dem 1. Januar 2017 im Rahmen eines eigenwirtschaftlichen Betriebs durchgeführten öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt Hildesheim. Hinzu kommt, dass das Vorjahresergebnis durch Sondereffekte beim SVHI in Höhe von EUR 8,1 Mio. negativ beeinflusst war. Die Konzernumsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 22,6 Mio. auf EUR 189,1 Mio., bedingt vor allem durch höhere Strom- und Gaserlöse. Ursächlich hierfür sind insbesondere Mengeneffekte. Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich von EUR 7,4 Mio. auf EUR 2,6 Mio.. Der Wert des Vorjahres war insbesondere geprägt von den periodenfremden Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von EUR 4,5 Mio.. Im Berichtsjahr waren entsprechende Erträge lediglich in Höhe von EUR 0,5 Mio. zu verzeichnen. Der Materialaufwand erhöhte sich vor allem aufgrund höherer Bezugsmengen im Strom- und Gasbereich um EUR 21,2 Mio. auf EUR 132,2 Mio.. Gegenläufig wirkten sich eine geringere Rückstellungsbildung für Risiken aus Erzeugungskapazitäten bei der EVI aus. Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen verringerten sich auf EUR 7,9 Mio. (i. Vj. EUR 12,2 Mio.). Der Vorjahreswert beinhaltete einen einmaligen, außerplanmäßigen Abschreibungseffekt von EUR 4,5 Mio.. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 3,5 % auf EUR 14,5 Mio. (i. Vj. EUR 14,0 Mio.). Der Anstieg entfällt größtenteils auf die höhere Konzessionsabgabe von EUR 5,8 Mio. gegenüber EUR 4,7 Mio. im Vorjahr. Nachdem im Zuge des Zensus 2013 die Einwohnerzahl der Stadt Hildesheim unter die Grenze von 100.000 Einwohnern gefallen war, konnte diese relevante Einwohnermarke durch die Zuwanderung der letzten Jahre wieder überschritten werden. Insofern galten erstmals für das Jahr 2017 wieder höhere Konzessionsabgabensätze. Neben der Konzessionsabgabe waren vor allem Aufwendungen für Wartung, Reparaturen und Instandhaltung von EUR 2,2 Mio. (i. Vj. EUR 1,9 Mio.), für Werbungskosten von EUR 1,1 Mio. (i. Vj. EUR 1,0 Mio.), für Mieten, Pachten, Gebühren und Beiträge von 22 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � EUR 0,9 Mio. (i. Vj. EUR 0,9 Mio.), für Abschreibungen auf Forderungen sowie Zuführungen zu Einzelwertberichtigungen auf Forderungen von EUR 0,6 Mio. (i. Vj. EUR 0,8 Mio.) und für Prüfungs- und Beratungskosten von EUR 0,5 Mio. (i. Vj. EUR 1,0 Mio.) zu verzeichnen. Die außerplanmäßige Abschreibung auf Finanzanlagen in Höhe von EUR 1,4 Mio. (i. Vj. EUR 0,7 Mio.) betrifft die at equity konsolidierte Beteiligung an der TOBI Windenergie GmbH & Co. KG, Hameln (im Folgenden „TOBI Wind“), und wurde im Zuge der langfristigen Ertragssituation vorgenommen. Bereich Energie- und Wasserversorgung Der Gesamtumsatz der EVI ist im Geschäftsjahr 2017 um EUR 22,3 Mio. (14,5 %) auf EUR 176,0 Mio. gestiegen. Darin enthalten ist mit EUR 39,5 Mio. (i. Vj. EUR 27,4 Mio.) die Vereinnahmung der EEGUmlage, die im Zuge des gesetzlichen Abrechnungsmechanismus an die Übertragungsnetzbetreiber weitergereicht wird. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Rohmarge preisbedingt um EUR 0,9 Mio., insbesondere in der Sparte Strom. Die Gesamteffekte aus der Rückrechnung führten in 2017 zu einer Erlösminderung von EUR 0,6 Mio. (i. Vj. Erlösminderung von EUR 0,9 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich gegenüber dem Vorjahr insbesondere aufgrund der deutlich geringeren periodenfremden Erträge auf EUR 1,8 Mio. (i. Vj. EUR 6,1 Mio.). Die periodenfremden Erträge des Vorjahres resultieren insbesondere aus der Auflösung von Rückstellungen. Der Materialaufwand erhöhte sich aufgrund höherer Bezugsmengen im Strombereich um insgesamt EUR 22,2 Mio. auf EUR 130,0 Mio.. Die Bezugsaufwendungen inkl. Netzkosten für den Stromvertrieb erhöhten sich insbesondere von EUR 60,2 Mio. auf EUR 80,9 Mio., wovon allein EUR 39,5 Mio. (i. Vj. EUR 27,4 Mio.) auf die EEG-Umlage entfallen. Bei der Stromerzeugung erhöhten sich die Bezugsaufwendungen auf EUR 6,1 Mio. (i. Vj. EUR 3,6 Mio.). Diese Entwicklung ist bedingt durch den erstmaligen, ganzjährigen Kraftwerksbetrieb des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks in Bremen-Mittelsbüren. Die Bezugsaufwendungen inkl. Netzkosten für den Gasvertrieb reduzierten sich mengen- und preisbedingt auf EUR 14,9 Mio. (i. Vj. EUR 19,6 Mio.). Die Abschreibungen verringerten sich auf EUR 4,5 Mio. (i. Vj. EUR 9,2 Mio.). Im Vorjahreswert war eine außerplanmäßige Abschreibung auf ein Erzeugungsprojekt in Höhe von EUR 4,5 Mio. enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um EUR 0,6 Mio. auf EUR 13,2 Mio.. Der Anstieg entfällt größtenteils auf die höhere Konzessionsabgabe von EUR 5,8 Mio. gegenüber EUR 4,7 Mio. im Vorjahr. 23 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � Bereich Öffentlicher Personennahverkehr Eine Vergleichbarkeit des Jahresabschlusses des SVHI mit dem Vorjahr ist mit dem von Sondereffekten geprägten Jahr 2016 und den veränderten Geschäftsbedingungen nur eingeschränkt möglich. Im Vergleich zum Ist-Jahresergebnis des Vorjahres hat sich das operative Ergebnis deutlich verbessert. Ursächlich hierfür sind der Wegfall von negativen Sondereffekten sowie die geänderten Rahmenbedingungen des nunmehr durchgeführten eigenwirtschaftlichen Betriebs von Verkehrsleistungen. Der Gesamtumsatz ist trotz der Tariferhöhungen auf Grund des negativen Effektes bei der Beförderung von Schwerbehinderten und planmäßig reduzierten Erträgen aus der Busvermietung auf EUR 12,4 Mio. (i. Vj. EUR 12,5 Mio.) gesunken. Die Verkehrseinnahmen erhöhten sich dabei auf EUR 10,5 Mio. (i. Vj. EUR 10,2 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich vor allem durch die geringeren periodenfremden Erträge von EUR 0,1 Mio. (i. Vj. EUR 0,4 Mio.) sowie den Erträgen aus Schadenersatzleistungen von EUR 0,1 Mio. (i. Vj. EUR 0,2 Mio.) auf EUR 0,4 Mio. (i. Vj. EUR 0,9 Mio.). Der Materialaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich auf EUR 3,2 Mio. (i. Vj. EUR 4,4 Mio.) verringert. Dies resultiert in erster Linie aus den planmäßig verringerten Verkehrsleistungen Dritter von EUR 0,6 Mio. (i. Vj. EUR 2,0 Mio.). Dies korrespondiert zum Teil mit den geringeren Umsatzerlösen aus der Busvermietung. Der Personalaufwand hat sich bereinigt um Einmaleffekte um EUR 0,9 Mio. auf EUR 5,2 Mio. verringert. Kostensteigerungen durch den erhöhten Mitarbeiterbestand konnten durch die geringere Tarifeinstufung des neuen Tarifvertrags kompensiert werden. Übriger Geschäftsbereich Der Gesamtumsatz der VuB ist im Geschäftsjahr 2017 um EUR 0,16 Mio. (5,2 %) auf EUR 3,14 Mio. gestiegen. Damit wurde erstmals die Grenze von EUR 3,0 Mio. übertroffen. Die Umsatzerlöse aus dem Badbetrieb insgesamt erhöhten sich um 11,0 %, wobei dies sowohl aus dem Mengeneffekt der um 12.911 erhöhten Besucherzahlen und dem Preiseffekt durch die Tarifanpassung zum 1. Januar bzw. 1. August 2017 resultiert. Das Ergebnis der EZHI für das Berichtsjahr 2017 weist einen Fehlbetrag von EUR - 0,13 Mio. (i. Vj. EUR - 0,19 Mio.) aus. Der Fehlbetrag liegt damit um EUR 0,04 Mio. unter dem geplanten Fehlbetrag von EUR – 0,17 Mio.. Ursächlich hierfür ist trotz geringerer Umsatzerlöse gegenüber dem Planansatz vor allem ein geringerer Materialaufwand sowie geringere sonstige betriebliche Aufwendungen, als ursprünglich geplant. 24 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � Im Geschäftsjahr 2017 wurden mit der Wärmeproduktion Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt EUR 1,56 Mio. (i. Vj. EUR 1,54 Mio.) erwirtschaftet. Mit der Stromproduktion wurden Erlöse in Höhe von EUR 0,40 Mio. (i. Vj. EUR 0,39 Mio.) realisiert. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von EUR 1,04 Mio. (i. Vj. EUR 1,01 Mio.) beinhalten im Wesentlichen Beschaffungskosten für Holzhackschnitzel, Gas und Strom. 3.2 Vermögenslage Im Berichtsjahr 2017 wurden Investitionen in einer Gesamthöhe von EUR 10,8 Mio. (i. Vj. EUR 11,8 Mio.) getätigt. Hiervon entfielen auf die EVI EUR 6,2 Mio. (i. Vj. EUR 8,5 Mio.), auf die SWH AG EUR 2,6 Mio. (i. Vj. EUR 0,5 Mio.), auf die SVHI EUR 1,8 Mio. (i. Vj. EUR 2,5 Mio.), und auf Konsolidierungsmaßnahmen EUR 0,2 Mio. (i. Vj. EUR 0,3 Mio.). Die Investitionen wurden überwiegend aus dem Cash Flow der laufenden Geschäftstätigkeit sowie durch Darlehensaufnahmen in Höhe von EUR 3,4 Mio. finanziert. Die Bilanzstruktur weist eine Deckung des Anlagevermögens durch das Eigenkapital (nach Abzug der vorgeschlagenen Ausschüttungen), durch Zuschüsse und durch langfristiges Fremdkapital in Höhe von 90,0 % (i. Vj. 87,8 %) auf. Die Eigenkapitalquote (nach Abzug der vorgeschlagenen Ausschüttungen) erhöhte sich aufgrund des ausgewiesenen Konzernbilanzgewinns trotz erhöhter Bilanzsumme auf 40,3 % (i. Vj. 38,9 %). Die Bilanzsumme des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um EUR 6,6 Mio. auf EUR 144,3 Mio. gestiegen. Auf der Aktivseite hat sich das Anlagevermögen im Zuge der Investitionstätigkeit und unter Berücksichtigung der durchgeführten außerplanmäßigen Abschreibung im Finanzanlagevermögen um EUR 1,1 Mio. auf EUR 93,8 Mio. erhöht. Das Umlaufvermögen hat sich wiederum deutlich auf EUR 50,5 Mio. (i. Vj. EUR 45,0 Mio.) erhöht. Die Erhöhung betrifft vor allem die Guthaben bei Kreditinstituten mit EUR 26,9 Mio. (i. Vj. EUR 23,0 Mio.) sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit EUR 19,3 Mio. (i. Vj. EUR 17,7 Mio.). Auf der Passivseite hat sich u.a. im Zuge des ausgewiesenen Jahresüberschusses nach Drittanteilen das Eigenkapital um EUR 6,1 Mio. auf EUR 62,1 Mio. erhöht. Die Rückstellungen sind mit insgesamt EUR 19,7 Mio. (i. Vj. EUR 19,6 Mio.) auf Vorjahresniveau. Der Sonderposten für Zuschüsse Dritter bzw. die empfangenen Ertragszuschüsse haben sich um EUR 0,4 Mio. auf EUR 13,2 Mio. verringert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind im Zuge der Anlagegutbezogenen Darlehensaufnahme unter Berücksichtigung planmäßiger Tilgungen um EUR 0,8 Mio. auf EUR 24,2 Mio. gesunken. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich stichtagsbezogen um EUR 2,5 Mio. auf EUR 10,0 Mio.. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind aufgrund planmäßiger Zahlungen von EUR 13,9 Mio. auf EUR 13,2 Mio. gesunken und enthalten vor allem Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern und Steuerverbindlichkeiten. 25 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � 3.3 Finanzlage Die Konzernkapitalflussrechnung wurde nach den geltenden Vorgaben des Deutschen Rechnungslegungsstandards 21 (DRS 21) erstellt. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug EUR 16,7 Mio. (i. Vj. EUR 20,5 Mio.). Die Verringerung gegenüber dem Vorjahr resultiert trotz eines deutlich erhöhten Konzernjahresüberschuss insbesondere aus der gegenüber dem Vorjahr deutlich geringeren Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind und geringeren Abschreibungen. Der negative Cash Flow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von EUR - 9,3 Mio. (i. Vj. EUR - 10,6 Mio.) konnte durch Darlehensneuaufnahmen in Höhe von EUR 3,4 Mio. nur teilweise finanziert werden. Die übrige Finanzierung erfolgte aus dem positiven Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit war neben der Auszahlung der Ergebnisbeiträge an die Unternehmenseigner der EVI durch die Auszahlungen für die Tilgung von Darlehen geprägt. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit betrug dementsprechend EUR - 3,5 Mio. (i. Vj. EUR - 7,2 Mio.). Im Zuge des im Konzern implementierten Cash Poolings wird die von den Tochtergesellschaften erwirtschaftete Liquidität grundsätzlich an die SWH AG überstellt. Der Finanzmittelfonds (inkl. der Kontokorrentverbindlichkeiten) erhöhte sich zum Bilanzstichtag um EUR 3,9 Mio. auf EUR 26,9 Mio.. 4. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung 4.1 Risikomanagementsystem Die Steuerung von Chancen und Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung. Für die Konzernunternehmen ist ein Risiko- und Chancenmanagementsystem implementiert. Mit diesem System werden die Unternehmensleitungen in die Lage versetzt, frühzeitig Risiken zu erkennen und gegenzusteuern, sowie Chancen zu identifizieren und zu realisieren. Der Risiko- und Chancenmanagementprozess unterliegt einer periodischen Erfassung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Chancen und Risiken. Die Risiken werden dabei von den einzelnen Fachbereichen identifiziert und quantifiziert. Dabei werden das Risiko, die Risikoursache, die Schadenshöhe, die Eintrittswahrscheinlichkeit, Frühwarnindikatoren sowie Steuerungsmaßnahmen dokumentiert. So können frühzeitig Informationen über Risiken und Chancen und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen bewertet werden. Allgemein sind im Branchenumfeld der Beteiligungen weiterhin eine große Anzahl an Unsicherheiten im Vergleich zu früheren Geschäftsjahren zu beobachten. Insbesondere der teilweise kurze Änderungszyklus von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien auf Europa- und Bundesebene macht es schwieriger, langfristige Strategien zu verfolgen. Trotz dieser Entwicklung gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass einzelne 26 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � Risiken den Fortbestand der Konzernunternehmen im Berichtszeitraum gefährdet haben oder zukünftig kurz- bis mittelfristig gefährden könnten. Die wesentlichen Risikofaktoren resultieren aus dem Witterungsverlauf, aus der Preisfluktuation auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten, aus der Entwicklung der konventionellen Erzeugungskapazitäten, aus den Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen und aus möglichen Eingriffen von Regulierungsbehörden und Politik. 4.2 Chancen und Risiken des Bereiches Energie- und Wasserversorgung Regulatorische Risiken Seit dem 1. Januar 2009 werden die zulässigen Netzentgelte von Strom- und Gasnetzbetreibern durch die Anreizregulierung bestimmt. Mit Wirkung zum 1. Januar 2014 wurden die Aufgaben der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, Bonn (im Folgenden „BNetzA“) bzgl. der in Niedersachsen ansässigen Netzbetreiber mit weniger als 100.000 Kunden auf die Regulierungskammer Niedersachsen, die beim Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz in Hannover ansässig ist, übertragen. Regulierungsrisiken werden insbesondere hinsichtlich der zukünftigen Weiterentwicklung der Anreizregulierung langfristig gesehen. Bzgl. der Regulierungsperioden ab 2018 (Gasverteilung) und 2019 (Stromverteilung) gelten zunächst die Regelungen der am 17. September 2016 in Kraft getretenen, novellierten Anreizregulierungsverordnung. Die im Rahmen der zweiten Anreizregulierungsperiode festgelegten Erlösobergrenzen stellen für die EVI eine große wirtschaftliche Herausforderung dar. Die Auswirkungen der Regulierung sollen durch Maßnahmen zur Kostenoptimierung und Effizienzverbesserung nachhaltig begrenzt werden. Hierbei ist es aber wichtig, einen effizienten, aber dennoch qualitativ hochwertigen und sicheren Netzbetrieb zu gewährleisten. Chancen und Risiken aus dem Vertrieb Aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität im Strom- und Erdgasgeschäft ergeben sich potentielle Absatzrisiken. Insbesondere im Erdgasbereich ist eine unverändert hohe Anzahl an Wettbewerbern im Netzgebiet der EVI zu beobachten. Der damit einhergehende verstärkte Preiskampf und die Wechselbereitschaft der Kunden können zu Margenverlusten führen. Diesem Risiko wird durch attraktive und marktgerechte Produkte sowie insbesondere einem flexiblen Beschaffungsmanagement entgegengewirkt. Eine zielgruppenorientierte Ansprache der Kunden soll die Verbundenheit zum örtlichen Grundversorger EVI weiter stärken. Darüber hinaus können langfristig steigende Beschaffungskosten ebenfalls zu einem Ertragsrückgang im Vertrieb führen, wenn diese Kostensteigerungen nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können. Die aktuellen Indikatoren weisen kurz- und mittelfristig auf relativ stabile Beschaffungskosten beim Strom- und Gasbezug hin. 27 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � Neben den marktbedingten Vertriebsrisiken bestehen darüber hinaus noch klimabedingte Absatzrisiken im Erdgas- und Wärmebereich. Insbesondere der Witterungsverlauf während der Heizperiode ist ein entscheidender Faktor für die Vertriebsmengen in diesen Sparten. Mittel- bis langfristig kann auch ein verändertes Abnahmeverhalten im Zuge durchgeführter energetischer Effizienzmaßnahmen (Wärmedämmung) oder veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu Mengenreduzierungen führen. Weitere Preisrisiken können sich aus kartellrechtlichen Prüfungen und Feststellungen ergeben. Um diesem entgegenzuwirken, verfolgt die EVI die Strategie, auch zukünftig nachvollziehbare und angemessene Preise zu erheben. Der Wettbewerb im Strom- und Gasvertrieb bietet der EVI aber auch grundsätzlich die Möglichkeit und Chance, die Versorgung von Kunden auch außerhalb des Versorgungsgebietes Stadt Hildesheim vorzunehmen. Chancen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung bestehen vor allem darin, die Neukundenakquisition weiter auszubauen und zu optimieren, insbesondere in der örtlichen Nähe zur Stadt Hildesheim. Die Kundenbindung beziehungsweise Kundengewinnung soll vor allem durch Angebote von variablen Produkten weiter ausgebaut beziehungsweise sichergestellt werden. Mittlerweile bietet die EVI in fünf Kundenbüros außerhalb Hildesheims ihren Kundenservice an. Zum Stichtag 31. Dezember 2017 wurden ca. 27.300 Abnahmestellen außerhalb des Versorgungsgebietes Hildesheim von der EVI versorgt. Im Zuge der Digitalisierung der Energiewende und dem in Kraft gesetzten Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) besteht zukünftig eine Einbauverpflichtung für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme. Damit verbunden ist eine Veränderung im Bereich des Messstellenbetriebs, der zukünftig als eigenständige Marktrolle neben dem Netzbetrieb und dem Vertrieb agieren wird. Chancen und Risiken können sich aus der zukünftigen Marktrolle des wettbewerblichen Messstellenbetreibers ergeben, verbunden mit dem Angebot weiterer Dienstleistungen im Bereich Smart Home. Der Markteintritt branchenfremder Unternehmen ist denkbar und würde zu einer verschärften Wettbewerbssituation im Endkundengeschäft führen. Chancen und Risiken aus Erzeugungskapazitäten Im Bereich der erneuerbaren Energien und beim Thema Energiewende hat die EVI bereits vor Jahren Entscheidungen bzgl. langfristiger Investitionen getroffen. Dabei lag und liegt der Fokus auf dem Ausbau eigener Erzeugungskapazitäten u.a. auf der Basis verschiedener Beteiligungsmodelle, insbesondere über die Beteiligungen an der TOBI Wind und der TOBI Gas. Die mit der Energieerzeugung verbundenen operativen Unsicherheiten bei der TOBI Wind verbleiben dabei zunächst auf der Ebene des Beteiligungsunternehmens. Das Risiko auf Ebene der EVI besteht in geringen oder ausbleibenden Ausschüttungen, verbunden mit der Werthaltigkeitsprüfung des Beteiligungsansatzes. Ein weiteres Risiko besteht hinsichtlich notwendiger Liquiditätsunterstützungsmaßnahmen im Zuge nicht fristenkongruenter Ausfinanzierung der Windenergieinvestitionen. Dieses Risiko hat sich zwischenzeitlich im Jahr 2017 bereits teilweise realisiert. 28 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � Die Beteiligung bietet aber auch die Chance, bei entsprechend positiver Windenergieausbeute positive Ergebnisbeiträge zu generieren. Zudem wird das Investitions- und Betreiberrisiko aufgrund der diversifizierten Gesellschafterstruktur minimiert. Im Zuge der Novellierung des EEG gestaltet sich die Akquise attraktiver Neuprojekte jedoch zunehmend schwieriger, da durch Kürzung der Einspeisevergütung die konsortial vereinbarte Zielrendite nur schwer erreichbar scheint. Aus der Beteiligung an der TOBI Gas resultieren auf Ebene der EVI mittlerweile erhebliche Risiken aus dem Betrieb des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks. Die EVI ist als Kommanditistin langfristige Stromabnahmeverpflichtungen im Zusammenhang mit der Beteiligung eingegangen. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Betriebs dieses Kraftwerks entstehen der EVI vor allem Risiken aus drohenden Verlusten im Zuge negativer Strommargen aus den langfristigen Stromabnahmeverpflichtungen. Hier wurde bereits in Vorjahren sowie im abgelaufenen Geschäftsjahr langfristig Risikovorsorge getroffen und eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet. Die Rückstellung umfasst das Risiko zum Bilanzstichtag für die gesamte Vertragslaufzeit bis zum Jahr 2041. Die Rückstellungsbildung wurde notwendig, da durch die zunehmende Einspeisung der erneuerbaren Energien und der Preisentwicklung im CO2-Handel eine kostendeckende Stromproduktion selbst in einem hochmodernen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk auf Basis des derzeitigen Marktumfelds nicht darstellbar ist. Das Kraftwerk zeichnet sich dadurch aus, dass es auf Grund seiner CO2-armen Stromproduktion auch aus klimapolitischen Gesichtspunkten die ideale Ergänzung bei der Integration der erneuerbaren Energien ist. Hinsichtlich der Strompreisentwicklung bleibt abzuwarten wie sich die derzeitige Marktsituation für konventionelle Kraftwerke, insbesondere Gas- und Dampfturbinenkraftwerke, weiter entwickelt. Aus dem im Jahr 2009 mit der RWE Vertrieb AG, Dortmund, abgeschlossenen langfristigen Stromlieferungsvertrag resultieren auf Grund der allgemeinen Marktentwicklung auf dem Sektor der konventionellen Stromerzeugung ebenfalls hohe Risiken. Im Zuge der mehrjährigen Abnahmeverpflichtung von 43.800 MWh p. a. drohen Verluste im Zuge negativer Strommargen. Hier wurde ebenfalls bereits in Vorjahren langfristig Risikovorsorge getroffen. Chancen und Risiken aus Wärmeprojekten Weitere Marktchancen werden insbesondere im Ausbau der Fernwärme- und Nahwärmeinfrastruktur sowie im Geschäftsfeld Contracting gesehen. Der Neuanschluss von Fernwärmekunden bzw. die Realisierungschancen von Contractingprojekten sind dabei im Wesentlichen abhängig von der Preisentwicklung des Konkurrenzproduktes Erdgas. Beide Geschäftsfelder sollen zukünftig eine größere Rolle spielen als bisher. 29 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen - Berichterstattung gemäß § 289 Abs. 2 Nr. 2 a) und b) HGB In Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten bestehen außer den im Folgenden genannten keine weiteren wesentlichen Preisänderungsausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen, denen die EVI ausgesetzt ist. Im Bereich Stromvertrieb finden zur Absicherung von Preisrisiken Finanzderivate ihren Einsatz. Die getätigten Geschäfte unterliegen einer kontinuierlichen Überwachung. Wir verweisen diesbezüglich auf die Ausführungen im Anhang unter F. 4. Derivative Finanzinstrumente. Durch das bei der SWH AG implementierte konzerninterne Cash Pooling, in dem die voll konsolidierten Konzernunternehmen integriert sind, wird das Liquiditätsrisiko minimiert und das Zinsergebnis positiv beeinflusst. Forderungsausfallrisiken können entstehen, wenn Kunden die gegen sie bestehenden Forderungen nicht oder nur anteilig begleichen. Um dieses Risiko zu begrenzen, wählen die Konzernunternehmen ihre Geschäftspartner mit der gebotenen kaufmännischen Vorsicht aus. Dabei ist es die Strategie, das Portfolio zu diversifizieren, um das Risiko eines größeren Einzelausfalls zu vermeiden. 4.3 Chancen und Risiken des Bereiches Öffentlicher Personennahverkehr Die Bedingungen der zukünftigen Durchführung des Öffentlichen Personennahverkehrs im Stadtgebiet Hildesheim durch den SVHI haben sich mit Wirkung zum 1. Januar 2017 grundlegend verändert. Der SVHI erbringt die Verkehrsleistungen zukünftig im Rahmen eines eigenwirtschaftlichen Betriebs, was erhebliche Auswirkungen auf die künftige Steuerung des Unternehmens haben wird. Statt Defizitminimierung steht nunmehr der Fokus in der Realisation einer angemessenen Unternehmensrendite, bei weiterhin hoher Zuverlässigkeit bei der Durchführung des ÖPNV. 2010 hat die Stadt Hildesheim eine integrierte Verkehrsentwicklungsplanung erarbeitet. Darin sind die Ziele der Verkehrsentwicklung bis zum Jahr 2025 definiert. Kernaussage ist, dass durch eine stärkere Nutzung des ÖPNV, des Rades und des Zu-Fuß-Gehens, weniger Fahrten mit dem Pkw, insbesondere auf kurzen Wegen, erfolgen sollen. Der Anteil des ÖPNV soll von 11 % im Jahr 2007 auf 12 bis 14 % steigen. Damit wird die Bedeutung des ÖPNV zunehmen, was sich im neuen, im Laufe des Jahres 2017 umgesetzten Liniennetzkonzept bereits widerspiegelt. Eine Maßnahme zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV ist die geplante Einführung eines Tarifverbunds. Dieser bietet die Chance, wieder Fahrgäste zu gewinnen und so mehr Erlöse zu generieren. Jedoch birgt der Tarifverbund auch Risiken, dass die geplanten Erlösziele nicht erreicht werden können und die Infrastrukturkosten höher ausfallen als bisher angesetzt. 30 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � Auf der Aufwandsseite liegt ein Risiko in der Entwicklung der Kraftstoffpreise. Unsicherheiten aufgrund anhaltender politischer Spannungen in den wichtigen Förderländern Osteuropas und des Nahen Ostens sowie mögliche nationale, oligopolbedingte Wettbewerbsverzerrungen lassen systembedingt keine sichere Prognose der Preisentwicklung zu. Nach dem sich das Preisniveau in den letzten Jahren auf einem moderaten Niveau eingependelt hat, ist das Risiko eines wiederholten Anstiegs der Kraftstoffpreise gegenüber den Vorjahren existent, was zu zusätzlichen Belastungen führen würde. Um dem entgegenzuwirken, werden Teilmengen im Rahmen von Terminkontrakten eingekauft. In der Mittelfristplanung sind steigende Kraftstoffpreise angenommen. Hinzu kommen langfristige Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung der Personalaufwendungen. Der im Jahr 2016 abgeschlossene neue, firmenbezogene Tarifvertrag berücksichtigt die Notwendigkeit der Tarifgruppenanpassung, damit der SVHI überhaupt in die Lage versetzt werden konnte, ab 1. Januar 2017 eigenwirtschaftlich Verkehrsleistungen anbieten zu können. Der Tarifvertrag hat zunächst eine Laufzeit bis zum 29. Februar 2020. Die weitere Entwicklung nach Laufzeitende der Tarifvereinbarung ist nur schwer prognostizierbar. Es wird aber auch dann weiterhin die Notwendigkeit bestehen, angemessene Tarifanpassungen zu vereinbaren, die eine Eigenwirtschaftlichkeit des SVHI bis mindestens 2026 nicht gefährden. Aufgrund der Fahrgastentwicklungen sind mögliche Kompensationen durch Umsatzsteigerungen hauptsächlich durch Vornahme weiterer Preisanpassungen vorstellbar. Im Zuge der insbesondere in den Jahren 2014 und 2015 zu beobachtenden steigenden Preiselastizität der potenziellen Fahrgäste, sind dieser Kompensationsmöglichkeit jedoch aus heutiger Sicht enge Grenzen gesetzt. Zukünftige Investitionen sind hinsichtlich ihrer finanzwirtschaftlichen Risiken intensiv zu überprüfen, und durch eine fristenkongruente Finanzierung, z. B. bei der Busbeschaffung, zu minimieren. 4.4 Chancen und Risiken der übrigen Geschäftsbereiche Die Entwicklung der Umsatzerlöse der VuB hängt neben der Akzeptanz der Preisgestaltung von der Angebotspalette ab. Diesen Risiken wird mit einer transparenten Preispolitik, der fortlaufenden Analyse der angebotenen Leistungen und attraktivitätssteigernden Maßnahmen entgegengewirkt. Letzteres wurde im Jahr 2017 durch den Umbau der Wasserrutsche forciert und wird beim umfassenden Investitions- und Sanierungsprogramm der Jahre 2018 und 2019 seine Fortsetzung finden. Darüber hinaus unterstützen Handlungsvorgaben zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit diese Maßnahmen. Hinzu kommen die nicht kalkulierbaren Witterungsverhältnisse, die einen relativ großen Einfluss auf die Besucherzahlen im zweiten und dritten Quartal eines Jahres haben. Auf der Aufwandsseite bestehen Risiken aus steigenden Personal- und Energiekosten sowie erhöhten Reparatur- und Wartungskosten aufgrund unvorhersehbarer Störungen bzw. steigende Bau- und Materialkosten. Dem Risiko steigender Energiekosten wurde durch Investitionen in die Gebäudeleittechnik und der raumlufttechnischen Anlagen bereits in der Vergangenheit begegnet. Hierdurch konnte der Strombezug bereits deutlich reduziert werden. Durch einen optimierten Personaleinsatz wird dem Risiko steigender Personalkosten entgegengewirkt. Durch turnusmäßige Reparatur- und Wartungsarbeiten wird das Risiko unvorhersehbarer Störungen gemindert. Notwendige Investitionen sowie die jährlichen Reparatur- und 31 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � Instandhaltungsmaßnahmen sind aktuell auch darauf ausgerichtet, dass die Mindestbetriebsdauer des Hallenfreizeitbades durch ein umfassendes Investitions- und Sanierungsprogramm in den Jahren 2018 und 2019 langfristig gesichert wird bzw. eine zusätzliche Attraktivitätssteigerung erfahren wird. Bezüglich des Weiterbetriebs des Wasserparadieses über den 31. Dezember 2019 hinaus haben die Gremien der SWH AG bzw. der Stadt Hildesheim im Sommer 2015 eine positive Fortführungsprognose am bestehenden Standort getroffen. In Folge dieses Beschlusses ist für die Jahre 2018 und 2019 gemäß Wirtschaftsplan ein Investitions- und Sanierungsprogramm in Höhe von ca. EUR 6,1 Mio. vorgesehen. Die weitere nachhaltige Steigerung der Umsatzerlöse aus Wärmelieferungen durch Mengenzuwachs bei der EZHI ist abhängig vom Vertriebserfolg der EVI bzgl. neuer Fernwärmenutzer. Das Erreichen der maximalen Wärmemenge und die damit verbundene Volllast des Kraftwerks sind insbesondere abhängig von der Abnahmestruktur der zukünftig angeschlossenen Fernwärmekunden. Die Akquise erfolgt derzeit vor allem am bestehenden Leitungsnetz. Mit der Entwicklung des neuen Hildesheimer Stadtteils Ostend und der dort geplanten Versorgung mit Fernwärme besteht die Chance, einen signifikanten Mengenzuwachs zu realisieren. Zur Erschließung dieser Potentiale ist eine Erweiterung des Leitungsnetzes ab 2018 vorgesehen. Vor dem Hintergrund des weiterhin niedrigen Marktpreises für Erdgas sind die aktuellen Rahmenbedingungen auf Basis des aktuellen Holzhackschnitzelpreises jedoch nach wie vor als äußerst schwierig einzustufen. Das Produkt Wärme ist unter den derzeitigen Bedingungen nur bedingt wettbewerbsfähig. Aus diesem Grund sind zur Spitzenabdeckung und zur Reserve zusätzliche Heizzentralen vorgesehen, die mit Erdgas betrieben werden sollen und dadurch eine wettbewerbsfähige Mischkalkulation ermöglichen. Neben den marktbedingten Vertriebsrisiken bestehen darüber hinaus noch klimabedingte Absatzrisiken. Insbesondere der Witterungsverlauf während der Heizperiode ist ein entscheidender Faktor für die Vertriebsmenge. Risiken können sich auch aus technischen Herausforderungen ergeben. Für das ORC-Modul wurde eine qualifizierte Wartungsfirma gefunden. Es könnten ggf. bei Sonderkomponenten an dem Modul Schwierigkeiten in der zeitnahen Beschaffung von Ersatzteilen auftreten. Auf der Bezugsseite können sich Risiken aus steigenden Beschaffungspreisen ergeben. Diesem Risiko wurde durch einen langfristigen Vertrag über die Lieferung von Energieholz mit den NLF entgegengewirkt. Durch mehrere Vertragsanpassungen konnte in der Vergangenheit eine vorteilhaftere Preisgleitklausel vereinbart werden. Aufgrund der anhaltend schwierigen Marktsituation durch den weiteren Preisverfall des Konkurrenzproduktes Erdgas sind nachhaltige Preisreduzierungen für den Fortbestand der EZHI zwingend erforderlich. 32 'tswH I Stadtwerke Hildesheim � 5. Prognosebericht – Ausblick 2018 und 2019 Das Ergebnis des Konzerns wird maßgeblich durch die Ergebnisse der EVI, der SVHI und der VuB bestimmt. Für 2018 und 2019 bedarf es bei der EVI weiterhin hoher Anstrengungen, die geplanten Absatzmengen im Strom-, Gas- und Fernwärmebereich zu erzielen. Die Entwicklung des Gas- und Fernwärmeabsatzes ist dabei überwiegend temperaturabhängig. Aufgrund der etwas kühleren Temperaturentwicklung im 1. Quartal 2018 ist davon auszugehen, dass die geplanten Absatzmengen im Gas- und Fernwärmebereich erreichbar sind. Die für 2018 geplante weitere Verdichtung der Anschlusspunkte im Fernwärmenetz sowie der Beginn der Erschließung des Baugebietes Ostend und die damit verbundene mittelfristige Erhöhung der Anzahl der angeschlossenen Kunden wird beim prognostizierten normalen Temperaturverlauf zu einer weiteren Steigerung des Fernwärmeabsatzes führen. In den Folgejahren werden die Bemühungen zu einer Verdichtung weiter aktiv fortgesetzt. Aus heutiger Sicht ist damit zu rechnen, dass die Auswirkungen der Regulierung der Netzentgelte, von Klimaschutz und Energieeffizienzmaßnahmen, der Energiewende auf den konventionellen Kraftwerkspark sowie der starke Wettbewerb innerhalb des Netzgebietes der EVI beim Strom und Gasabsatz auch weiterhin wesentliche Auswirkungen auf die künftigen Unternehmensergebnisse haben werden. Entsprechend den Prognosen gemäß den Wirtschaftsplänen 2018 und 2019 wird in den nächsten beiden Jahren ein Umsatzniveau entsprechend des Jahres 2017 erwartet. Dabei wird ein Ergebnisziel von jeweils ca. EUR 9,7 Mio. angestrebt. Das die angenommenen, langfristigen Planungsprämissen auch tatsächlich eintreten ist dabei ganz entscheidend davon abhängig, wie sich die marktrelevanten Parameter im Strom-, Gas- und Wärmemarkt und die Wettbewerbssituation innerhalb des Netzgebietes der EVI weiter entwickeln. Bei den Umsatzerlösen des SVHI wird auf Grund von leicht rückläufigen Fahrgastzahlen mit einer Verringerung gegenüber dem Vorjahr gerechnet, insb. bei den statistisch ermittelten Fahrgastzahlen für die Beförderung von Schwerbehinderten. Der Ausgleich für die unentgeltliche Beförderung schwerbehinderter Menschen gemäß § 148 SGB IX ist abhängig von der alle zwei Jahre durch Fahrgastzählungen zu erhebenden, betriebsindividuellen Schwerbehindertenquote. Auf der Aufwandsseite wird von moderat steigenden Treibstoffpreisen ausgegangen. Hinzu kommen Belastungen für den Personalbereich im Zuge der beschlossenen Tariferhöhungen. Für die Jahre 2018 und 2019 sind vor allem Investitionen in den Fuhrpark geplant. In diesen Jahren ist die Anschaffung von zwei Gelenkbussen und drei Solobussen bzw. fünf Gelenkbussen vorgesehen. Insgesamt beträgt das geplante Investitionsvolumen für 2018 ca. 1,6 Mio. EUR, wovon 1,4 Mio. EUR auf die Busbeschaffung entfallen. Im Jahr 2019 sind Investitionen in Höhe von 1,8 Mio. EUR geplant, wovon 1,7 Mio. EUR auf Fuhrparkinvestitionen entfallen. Unter Berücksichtigung der aufgezeigten Ertrags- und Aufwandsentwicklung wird auf Basis des verabschiedeten Wirtschaftsplans für die Jahre 2018 und 2019 mit einem Jahresüberschuss von ca. 0,4 Mio. EUR gerechnet. 33 34 Stadtwerke Hildesheim AG Anschrift: Römerring 1 31137 Hildesheim Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: 05121 / 508-0 05121 / 508-108 info@evi.SWHI.de www.stadtwerke-hildesheim.de Gegenstand des Unternehmens: Zweck der Gesellschaft ist vorrangig die Versorgung mit Elektrizität, Gas, Wasser und Wärme sowie der öffentliche Nahverkehr. Die Gesellschaft kann weitere Geschäftsfelder betreiben. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die den Gesellschaftszweck fördern, wobei das Erfordernis eines öffentlichen Zwecks zu berücksichtigen ist (§ 136 Abs. 1 Nr. 1 NKomVG). Sie kann sich hierbei anderer Unternehmen bedienen, sich an ihnen beteiligen oder solche Unternehmen sowie Hilfs- und Nebenbetriebe errichten, erwerben oder pachten. Gesellschaftskapital: 20.000.000,00 € gezeichnetes Kapital Gesellschafter: Alleinaktionärin ist die Stadt Hildesheim Aufsichtsrat: (Stand: 31.12.2017) Herr Dr. Ingo Meyer*, Vorsitzender Herr Christof Engelke*, Vors. (bis 10.09.2017) Herr Detlef Hansen*, stellv. Vorsitzender Herr Robert McDonald*, stellv. Vorsitzender Herr Clemens Aue Frau Berit Burgdorf (seit 11.09.2017) Herr Martin Eggers Frau Monika Höhler (seit 11.09.2017) Her Thomas Kittel (bis 10.09.2017) Herr Ralf Kriesinger (seit 11.09.2017) Herr Konrad Krüger Herr Dr. Ulrich Kumme* (seit 11.09.2017) Herr Ingo Lippert* Herr Bernd Lynack (bis 10.09.2017) Herr Ulrich Räbiger * Mitglieder des Arbeitsausschusses Vorstand: Herr Michael Bosse-Arbogast Herr Wolfgang Birkenbusch Beschäftigte: 4 Mitarbeiter/innen (Vorjahr: 3) 35 Wirtschaftliche Situation der Gesellschaft in 2017 Das Geschäftsjahr 2017 der Stadtwerke Hildesheim AG schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 5,626 Mio. € ab. 2,845 Mio. € hiervon kompensieren den Verlustvortrag aus dem Vorjahr. Ein Vergleich zum Vorjahr ist nur eingeschränkt möglich, da das Unternehmensergebnis des Jahres 2016 geprägt war durch eine deutlich erhöhte Verlustübernahme für die SVHI (9,7 Mio. €). Ursächlich hierfür waren außerordentliche Personalaufwendungen im Zuge der Vorbereitung eines eigenwirtschaftlich durchzuführenden öffentlichen Personennahverkehrs. Die Abschlussbilanz weist zum 31.12.2017 folgende wesentliche Positionen aus: 2017 2016 T€ T€ Veränderung zum Vorjahr T€ Bilanzsumme 54.169 53.833 +336 Anlagevermögen 42.036 33.994 +8.042 Umlaufvermögen 12.128 19.831 - 7.703 9.335 15.671 -6.336 Eigenkapital 45.569 39.943 +5.626 Davon gezeichnetes Kapital 20.000 20.000 0 Davon Gewinnrücklagen 17.460 16.079 +1.381 Bilanzgewinn 1.400 -2.845 +4.245 Rückstellungen 3.594 3.884 -290 Verbindlichkeiten 3.211 10.002 -6.791 Davon Liquide Mittel Die Gewinn- und Verlustrechnung weist zum 31.12.2017 folgende wesentliche Ergebnisse aus: 2017 2016 T€ T€ Veränderung zum Vorjahr T€ Rohergebnis 2.418 2.381 +38 Erträge aus Beteiligungen 8.225 8.247 -22 36 Erträge aus Gewinnabführungen 467 0 +467 Personalaufwand 1.071 741 +330 Abschreibungen 1.040 798 +242 Aufwendungen aus Verlustübernahme Jahresüberschuss 590 10.433 -9.843 5.626 -2.845 +8.471 Verlustvortrag 2.845 0 +2.845 Einstellung in andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn 1.381 0 +1.381 1.400 -2.845 +4.245 Die sich überwiegend aus Geschäftsführungsumlagen sowie Miet- und Pachteinnahmen von anderen Konzerngesellschaften zusammensetzenden Umsatzerlöse erhöhen sich auf 2,0 Mio. € (Vorjahr 1,9 Mio. €). Der im Berichtsjahr um 0,3 Mio. € gestiegene Personalaufwand basiert in erster Linie auf den höheren Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen. Das Ergebnis der Stadtwerke Hildesheim AG wird maßgeblich durch die Beteiligungsergebnisse getragen. Ergebnisbeeinflussend sind insbesondere die Ergebnisse der EVI, der SVHI und der VuB. Die Beteiligungsergebnisse haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt: Beteiligungsergebnis 2017 2016 T€ T€ Veränderung zum Vorjahr T€ 7.561 7.684 -123 Avacon 124 72 +52 SW Sangerhausen 298 295 +3 Harzwasserwerke 242 195 +47 SVHI 467 0 +467 8.692 8.246 +446 0 -9.665 9.665 -590 -769 +179 EVI Erträge aus Beteiligungen SVHI VuB 37 Aufwendungen aus Verlustübernahmen Insgesamt -590 -10.434 +9.844 8.102 -2.188 +10.290 Wie in den Vorjahren leistete die EVI mit 7,5 Mio. € (7,7 Mio. €) den größten positiven Ergebnisbeitrag. Ursächlich für das leicht reduzierte Ergebnis unterhalb des Planwertes und dem Vorjahresniveau waren primär erhöhte Belastungen für die Risikovorsorge bzgl. der Beteiligungsunternehmen der EVI. Die SVHI erzielte mit 0,5 Mio. € erstmals einen positiven Ergebnisbeitrag im nunmehr eigenwirtschaftlich durchgeführten Betrieb von Verkehrsleistungen. Für die VUB war die niedrigste Verlustübernahme seit zehn Jahren i.H.v. 0,59 Mio. € notwendig. Diese Ergebnisverbesserung wurde im Wesentlich durch Umsatzsteigerungen in Verbindung mit geringerem Materialaufwand realisiert. Zukünftige Geschäftsentwicklung: Das nachhaltige Ergebnis der Stadtwerke Hildesheim AG wird maßgeblich durch die Beteiligungsergebnisse getragen. Ergebnisbeeinflussend sind hierbei insbesondere die Ergebnisse der EVI, der SVHI und der VuB. In Summe werden für die Folgejahre geringere Beteiligungsergebnisse und damit auch niedrigere Jahresüberschüsse als im Geschäftsjahr 2017 erwartet. 38 Stadtwerke Hildesheim Aktiengesellschaft, Hildesheim Bilanz zum 31. Dezember 2017 Aktiva 31.12.2017 EUR A. 31.12.2016 EUR EUR EUR Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2. 126.700,00 Geleistete Anzahlungen 0,00 197.848,00 126.700,00 2.760,06 200.608,06 II. Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten 2. Technische Anlagen und Maschinen 10.975.083,67 1.230.983,00 892.162,00 3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 840.347,00 415.101,00 4. Anlagen im Bau 76.491,86 5.934.758,72 13.122.905,53 265.451,03 7.507.472,75 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2. Beteiligungen 3. Sonstige Ausleihungen 23.912.727,19 21.412.727,19 4.872.344,53 992,48 4.872.344,53 28.786.064,20 1.015,88 42.035.669,73 B. 26.286.087,60 33.994.168,41 Umlaufvermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen 3. 1.657.297,95 ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.660,90 Sonstige Vermögensgegenstände 1.132.634,14 2.753.707,74 3.207,36 2.792.592,99 1.402.888,67 4.159.803,77 II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten C. Rechnungsabgrenzungsposten 39 9.335.359,35 15.671.298,41 12.127.952,34 19.831.102,18 5.058,66 7.808,63 54.168.680,73 53.833.079,22 Passiva 31.12.2017 EUR A. 31.12.2016 EUR EUR EUR Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital II. Kapitalrücklage 20.000.000,00 20.000.000,00 6.709.047,74 6.709.047,74 III. Gewinnrücklagen 1. Gesetzliche Rücklage 2. Andere Gewinnrücklagen 192.158,32 17.267.486,95 IV. Bilanzgewinn (i.Vj. Bilanzverlust) B. Sonderposten für Zuschüsse Dritter C. Rückstellungen 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 192.158,32 17.459.645,27 15.886.690,88 16.078.849,20 1.400.000,00 -2.844.846,45 45.568.693,01 39.943.050,49 1.795.906,00 4.220,00 3.169.377,10 3.031.532,40 2. Steuerrückstellungen 150.480,00 544.604,11 3. Sonstige Rückstellungen 273.659,73 308.071,05 3.593.516,83 3.884.207,56 1.853.406,54 1.200.914,03 D. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 361.502,72 65.147,43 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 974.446,42 8.707.460,07 21.209,21 28.079,64 3.210.564,89 10.001.601,17 54.168.680,73 53.833.079,22 4. Sonstige Verbindlichkeiten --davon aus Steuern EUR 21.184,21 (i. Vj. EUR 24.360,74)-- 40 41        LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2017 Stadtwerke Hildesheim AG, Hildesheim 1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Beteiligungsstruktur Die Stadtwerke Hildesheim AG (im Folgenden „SWH AG“) fungiert als Holding für ihre Tochtergesellschaften und Beteiligungen. Ganz oder mehrheitlich im Besitz der SWH AG befinden sich unmittelbar die EVI Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co. KG (im Folgenden „EVI“) (74,8 %), die EVI Energieversorgung Hildesheim Verwaltungs-GmbH (74,8 %), die SVHI Stadtverkehr Hildesheim GmbH & Co. KG (im Folgenden „SVHI“) (100,0 %) und die SWH Verwaltungs- und Betriebs-GmbH Hildesheim (Betreibergesellschaft des Wasserparadieses) (im Folgenden „VuB“) (100,0 %). Mittelbar über die EVI befinden sich mehrheitlich im Besitz der SWH AG die EVI Solarmeile Hildesheim GmbH & Co. KG (74,9 %), die ebz Energie-Beratungs-Zentrum GmbH (70,0 %) sowie die EnergieZukunft Hildesheim GmbH (im Folgenden „EZHI“) 65,0 %. Rahmenbedingungen Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. ist der Primärenergieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 % gestiegen (i. Vj. ebenfalls Erhöhung um 1,1 %). Insgesamt erreichte der Verbrauch ein Niveau von 13.550 Petajoule (PJ) (i. Vj. 13.428 PJ) beziehungsweise 462,3 Mio. Tonnen Steinkohleeinheiten (t SKE) (i. Vj. 458,1 Mio. t SKE). Nach vorläufigen Schätzungen ist der Stromverbrauch in Deutschland in 2017 mit 599,8 Mrd. kWh um ca. 0,5 % höher als im Vorjahr. Der Verbrauch fiel damit immer noch um ca. 3,6 % geringer aus als gegenüber dem bisherigen Höchstwert im Jahr 2007. Die inländische Stromerzeugung ist ebenfalls um etwa 0,6 % gestiegen. Demnach wurden in Deutschland 654,8 Mrd. kWh (i. Vj. 650,6 Mrd. kWh) Strom erzeugt. Dies bedeutet, dass im Saldo etwa 55,0 Mrd. kWh (i. Vj. 53,7 Mrd. kWh) exportiert wurden, der höchste Wert seit Jahrzehnten. 42        Die Struktur der Bruttostromerzeugung in Deutschland stellt sich in ihrer Entwicklung wie folgt dar: Struktur der Bruttostromerzeugung in % Energieträger 2017 2016 2000 Erneuerbare Energien 33,4 29,2 6,6 Braunkohle 22,5 23,0 25,7 Steinkohle 14,1 17,2 24,8 Kernenergie 11,7 13,0 29,4 Erdgas 13,2 12,5 8,5 Mineralöl 0,9 0,9 1,0 Sonstige 4,2 4,2 4,0 100,0 100,0 100,0 Bruttostromerzeugung Quellen: BMWi, BDEW, Statistik der Kohlewirtschaft e.V., Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. Auf Grund der Erweiterung der installierten Leistung der Windkraftanlagen von knapp 5.300 MW onshore auf etwas mehr als 50.000 MW und dank teilweise hervorragender Windbedingungen hat sich der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung nach der Stagnation im Jahr 2016 wieder erhöht. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich insbesondere die Bruttostromerzeugung aus Windkraftanlagen um 33,1 %. Zum Jahresende 2017 waren insgesamt knapp 30.000 Windenergieanlagen in Betrieb. Der gesamte Rechtsrahmen für den Öffentlichen Personennahverkehr ist geprägt von einer Vielzahl nationaler und europäischer Gesetze, Verordnungen, Richtlinien und Sonderbestimmungen. Beispielhaft sind hier das Personenbeförderungsgesetz, das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), die Vergaberichtlinien der Europäischen Union, das Entflechtungsgesetz und die EU-Verordnung 1370/2007 zu nennen. Geschäftsbedingungen Das Geschäftsjahr 2017 war geprägt durch eine gegenüber dem Vorjahr etwas geringere Ergebnisübernahme von der EVI, dem erstmaligen, positiven Ergebnisbeitrag der SVHI und einer deutlich verringerten Verlustübernahme für die VuB. Wie in den Vorjahren leistete die EVI mit EUR 7,5 Mio. (i. Vj. EUR 7,7 Mio.) den größten positiven Ergebnisbeitrag. Der Gesamtumsatz der EVI ist im Geschäftsjahr 2017 um EUR 22,3 Mio. (14,5 %) auf EUR 176,0 Mio. gestiegen. Darin enthalten ist mit EUR 39,5 Mio. (i. Vj. EUR 27,4 Mio.) die Vereinnahmung der EEG-Umlage, die im Zuge des gesetzlichen Abrechnungsmechanismus an die Übertragungsnetzbetreiber weitergereicht wird. Insgesamt konnte trotz des herausfordernden Marktumfelds ein Jahresüberschuss von EUR 10,1 Mio. (i. Vj. EUR 12,1 Mio.) erzielt werden. Dies entspricht einer Umsatzrendite von 5,7 % (i. Vj. 7,9 %). Das Ergebnis liegt damit um EUR 0,8 Mio. unter dem Planwert von EUR 10,9 Mio. Ursächlich hierfür sind erhöhte Belastungen für die Risikovorsorge bzgl. der Beteiligungsunternehmen. 43        Hinsichtlich des Ergebnisses der SVHI ist eine Vergleichbarkeit mit dem von Sondereffekten geprägten Vorjahr und den veränderten Geschäftsbedingungen nur eingeschränkt möglich. Im Vergleich zum Jahresfehlbetrag vor Verlustübernahme des Vorjahres hat sich das Ergebnis deutlich verbessert. Ursächlich hierfür sind der Wegfall von negativen Sondereffekten sowie die geänderten Rahmenbedingungen des nunmehr durchgeführten eigenwirtschaftlichen Betriebs von Verkehrsleistungen. Das Ergebnis des Jahres 2017 weist einen Überschuss vor Gewinnabführung von EUR 0,5 Mio. (i. Vj. Fehlbetrag vor Verlustübernahme in Höhe von EUR 9,7 Mio.) aus und liegt damit über dem im Herbst 2016 geplanten Überschuss gemäß Wirtschaftsplan von EUR 0,4 Mio. Ursächlich für den höheren Überschuss gegenüber dem Wirtschaftsplanansatz sind insbesondere erhöhte Umsatzerlöse und geringere Material- und Personalkosten. Gegenläufig wirkten die höheren Abschreibungen. Bezüglich des Verlustes der VuB war eine deutlich geringere Verlustübernahme in Höhe von EUR 0,59 Mio. (i. Vj. EUR 0,77 Mio.) notwendig. Es ist die geringste Verlustübernahme seit 10 Jahren. Die Ergebnisverbesserung gegenüber dem Jahr 2016 wurde im Wesentlichen durch die mengen- und preisbedingte Steigerung der Umsätze im Bad- und Saunabereich sowie einem geringeren Materialaufwand erzielt. 2. Personal und Organisation Die Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter ohne Vorstand betrug 4 Mitarbeiter. Der Personalaufwand in Höhe von EUR 1,1 Mio. (i. Vj. EUR 0,7 Mio.) ist insbesondere auf Grund höherer Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen von EUR 0,3 Mio. (i. Vj. EUR 0,04 Mio.) gestiegen. Die für ehemalige Vorstände der Gesellschaft gebildete Pensionsrückstellung besteht in Höhe von EUR 3,17 Mio. (i. Vj. EUR 3,03 Mio.). 3. Geschäftsverlauf 2017 Ertragslage Im Geschäftsjahr 2017 wird ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 5,6 Mio. (i. Vj. Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 2,8 Mio.) ausgewiesen. Die deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr resultiert in erster Linie aus dem erstmaligen, positiven Ergebnisbeitrag der SVHI. Das Unternehmensergebnis des Vorjahres war insbesondere durch eine erhöhte Verlustübernahme für den SVHI im Zuge von Sondereffekten negativ geprägt. Vom Jahresüberschuss werden EUR 2,84 Mio. zum Ausgleich des Bilanzverlustes verwendet. Ein Betrag von EUR 1,38 Mio. wurde den Rücklagen zugeführt. Der verbleibende Bilanzgewinn von EUR 1,40 Mio. ist zur Ausschüttung an die Stadt Hildesheim vorgesehen. 44        Die Umsatzerlöse haben sich auf EUR 2,0 Mio. (i. Vj. EUR 1,9 Mio.) geringfügig erhöht. Sie setzen sich grundsätzlich zusammen aus Miet- und Pachteinnahmen sowie Geschäftsführungsumlagen von anderen Konzerngesellschaften. Das Unternehmensergebnis wird auf der Ertragsseite geprägt durch die Ergebnisübernahmen von der EVI und den Aufwendungen aus der Verlustübernahme. Der Anteil der EVI am Ergebnis der Stadtwerke Hildesheim AG lag mit EUR 7,5 Mio. leicht unter dem Niveau des Vorjahres (i. Vj. EUR 7,7 Mio.). Hinzu kommen Erträge aus übrigen Beteiligungen in Höhe von EUR 0,7 Mio. (i. Vj. EUR 0,6 Mio.) sowie aus der Gewinnabführung des SVHI in Höhe von EUR 0,5 Mio. (i. Vj. EUR 0,0 Mio.). Die Aufwendungen aus der Verlustübernahme reduzierten sich auf EUR 0,6 Mio. (i. Vj. EUR 10,4 Mio.) und betreffen nunmehr nur noch die VuB. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich dementsprechend auf EUR 7,2 Mio. (i. Vj. negatives Ergebnis vor Steuern von EUR - 2,4 Mio.). Unter Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und Ertrag bzw. der sonstigen Steuern in Höhe von EUR 1,6 Mio. (i. Vj. EUR 0,4 Mio.) wird ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 5,6 Mio. (i. Vj. Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR - 2,8 Mio.) ausgewiesen. Vermögenslage Die Bilanzstruktur weist eine Deckung des Anlagevermögens durch das Eigenkapital (nach Abzug der vorgeschlagenen Ausschüttung) und durch langfristiges Fremdkapital in Höhe von 116,9 % (i. Vj. 126,4 %) aus. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich aufgrund des Ausgleichs des Bilanzverlustes und der Einstellung in die Gewinnrücklagen auf 81,5 % (i. Vj. 74,2 %). Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um EUR 0,4 Mio. auf EUR 54,2 Mio. gestiegen. Auf der Aktivseite hat sich das Anlagevermögen im Zuge der Übernahme des Betriebshofes von der SVHI durch Abspaltung zum 1. Januar 2017 und der Kapitalerhöhung bei der SVHI deutlich um EUR 8,0 Mio. auf EUR 42,0 Mio. erhöht. Im Gegenzug hat sich das Umlaufvermögen, hier insbesondere die Flüssigen Mittel auf Grund des Ausgleichs der Verlustübernahmen des Vorjahres, auf insgesamt EUR 12,1 Mio. (i. Vj. EUR 19,8 Mio.) reduziert. Auf der Passivseite entfällt die Erhöhung vor allem auf das um EUR 5,6 Mio. auf EUR 45,6 Mio. erhöhte Eigenkapital vor Ausschüttung. Hinzu kommen ein erhöhter Sonderposten für Zuschüsse Dritter von EUR 1,8 Mio. (i. Vj. EUR 0,0 Mio.) sowie erhöhte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von EUR 1,9 Mio. (i. Vj. EUR 1,2 Mio.). Beides steht im Zusammenhang mit der Übernahme des Betriebshofes der SVHI durch Abspaltung. Eine Neuaufnahme von Darlehen war im Berichtsjahr nicht notwendig. Im Gegenzug dazu reduzierten sich die Verbindlichkeiten aus der Konzernfinanzierung durch Zahlung der Verlustübernahmen auf EUR 1,0 Mio. (i. Vj. EUR 8,7 Mio.). Die Rückstellungen reduzierten sich auf Grund durchgeführter Steuerzahlungen auf EUR 3,6 Mio. (i. Vj. EUR 3,9 Mio.) und betreffen nunmehr hauptsächlich die Pensionsrückstellungen. 45        Finanzlage Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug EUR 0,5 Mio. (i. Vj. EUR - 2,4 Mio.). Das Vorjahr war insbesondere negativ geprägt durch Ertragsteuerzahlungen. Die Auszahlungen für die Investitionen in das Anlagevermögen konnten durch die erhaltenen Beteiligungserträge nicht vollständig ausgeglichen werden. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit beträgt demnach EUR - 0,8 Mio. (i. Vj. EUR 4,5 Mio.). Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit betrug insgesamt EUR - 6,1 Mio. (i. Vj. EUR - 1,7 Mio.) und resultiert aus den Auszahlungen für Verlustübernahmen des Vorjahres. Im Zuge des im Konzern implementierten Cash Poolings wird die von den Tochtergesellschaften erwirtschaftete Liquidität grundsätzlich an die SWH AG überstellt bzw. bei Liquiditätsbedarf zur Verfügung gestellt. Der Finanzmittelfonds zum Bilanzstichtag verringerte sich nicht zuletzt durch den negativen Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit um EUR 6,3 Mio. auf EUR 9,3 Mio.. 4. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung 4.1 Risikomanagementsystem Die Steuerung von Chancen und Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung. Die SWH AG ist in das konzernweite Risiko- und Chancenmanagementsystem integriert. Mit diesem System wird die Unternehmensleitung in die Lage versetzt, frühzeitig Risiken zu erkennen und gegenzusteuern, sowie Chancen zu identifizieren und zu realisieren. Der Risiko- und Chancenmanagementprozess unterliegt einer periodischen Erfassung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Chancen und Risiken. Die Risiken werden dabei von den einzelnen Fachbereichen identifiziert und quantifiziert. Dabei werden das Risiko, die Risikoursache, die Schadenshöhe, die Eintrittswahrscheinlichkeit, Frühwarnindikatoren sowie Steuerungsmaßnahmen dokumentiert. So können frühzeitig Informationen über Risiken und Chancen und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen bewertet werden. Allgemein sind im Branchenumfeld der Beteiligungen eine große Anzahl an Risikofaktoren zu beobachten. Es gibt jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass einzelne Risiken den Fortbestand des Unternehmens und der Beteiligungen im Berichtszeitraum gefährdet haben oder zukünftig gefährden könnten. Bei den Beteiligungen resultieren die wesentlichen Risikofaktoren aus dem Witterungsverlauf, Preisfluktuation auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten, Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, Auslaufen von Linienkonzessionen und Eingriffen von Regulierungsbehörden. 46        4.2 Chancen und Risiken der Beteiligung EVI Regulatorische Risiken Seit dem 1. Januar 2009 werden die zulässigen Netzentgelte von Strom- und Gasnetzbetreibern durch die Anreizregulierung bestimmt. Mit Wirkung zum 1. Januar 2014 wurden die Aufgaben der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, Bonn (im Folgenden „BNetzA“) bzgl. der in Niedersachsen ansässigen Netzbetreiber mit weniger als 100.000 Kunden auf die Regulierungskammer Niedersachsen, die beim Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz in Hannover ansässig ist, übertragen. Regulierungsrisiken werden insbesondere hinsichtlich der zukünftigen Weiterentwicklung der Anreizregulierung langfristig gesehen. Bzgl. der Regulierungsperioden ab 2018 (Gasverteilung) und 2019 (Stromverteilung) gelten zunächst die Regelungen der am 17. September 2016 in Kraft getretenen, novellierten Anreizregulierungsverordnung. Die im Rahmen der zweiten Anreizregulierungsperiode festgelegten Erlösobergrenzen stellen für die EVI eine große wirtschaftliche Herausforderung dar. Die Auswirkungen der Regulierung sollen durch Maßnahmen zur Kostenoptimierung und Effizienzverbesserung nachhaltig begrenzt werden. Hierbei ist es aber wichtig, einen effizienten, aber dennoch qualitativ hochwertigen und sicheren Netzbetrieb zu gewährleisten. Chancen und Risiken aus dem Vertrieb Aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität im Strom- und Erdgasgeschäft ergeben sich potentielle Absatzrisiken. Insbesondere im Erdgasbereich ist eine steigende Anzahl an Wettbewerbern im Netzgebiet der EVI zu beobachten. Der damit einhergehende verstärkte Preiskampf und die Wechselbereitschaft der Kunden können zu Margenverlusten führen. Diesem Risiko wird durch attraktive und marktgerechte Produkte sowie insbesondere einem flexiblen Beschaffungsmanagement entgegengewirkt. Eine zielgruppenorientierte Ansprache der Kunden soll die Verbundenheit zum örtlichen Grundversorger EVI weiter stärken. Darüber hinaus können langfristig steigende Beschaffungskosten ebenfalls zu einem Ertragsrückgang im Vertrieb führen, wenn diese Kostensteigerungen nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können. Die aktuellen Indikatoren weisen kurz- und mittelfristig auf relativ stabile Beschaffungskosten beim Strom- und Gasbezug hin. Neben den marktbedingten Vertriebsrisiken bestehen darüber hinaus noch klimabedingte Absatzrisiken im Erdgas- und Wärmebereich. Insbesondere der Witterungsverlauf während der Heizperiode ist ein entscheidender Faktor für die Vertriebsmengen in diesen Sparten. Mittel- bis langfristig kann auch ein verändertes Abnahmeverhalten im Zuge durchgeführter energetischer Effizienzmaßnahmen (Wärmedämmung) oder veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu Mengenreduzierungen führen. Weitere Preisrisiken können sich aus kartellrechtlichen Prüfungen und Feststellungen ergeben. Um diesem entgegenzuwirken, verfolgt die EVI die Strategie, auch zukünftig nachvollziehbare und angemessene Preise zu erheben. 47        Der Wettbewerb im Strom- und Gasvertrieb bietet der EVI aber auch grundsätzlich die Möglichkeit und Chance, die Versorgung von Kunden auch außerhalb des Versorgungsgebietes Stadt Hildesheim vorzunehmen. Chancen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung bestehen vor allem darin, die Neukundenakquisition weiter auszubauen und zu optimieren, insbesondere in der örtlichen Nähe zur Stadt Hildesheim. Die Kundenbindung beziehungsweise Kundengewinnung soll vor allem durch Angebote von variablen Produkten weiter ausgebaut beziehungsweise sichergestellt werden. Mittlerweile bietet die EVI in fünf Kundenbüros außerhalb Hildesheims ihren Kundenservice an. Zum Stichtag 31. Dezember 2017 wurden ca. 27.300 Abnahmestellen außerhalb des Versorgungsgebietes Hildesheim von der EVI versorgt. Im Zuge der Digitalisierung der Energiewende und dem in Kraft gesetzten Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) besteht zukünftig eine Einbauverpflichtung für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme. Damit verbunden ist eine Veränderung im Bereich des Messstellenbetriebs, der zukünftig als eigenständige Marktrolle neben dem Netzbetrieb und dem Vertrieb agieren wird. Chancen und Risiken können sich aus der zukünftigen Marktrolle des wettbewerblichen Messstellenbetreibers ergeben, verbunden mit dem Angebot weiterer Dienstleistungen im Bereich Smart Home. Der Markteintritt branchenfremder Unternehmen ist denkbar und würde zu einer verschärften Wettbewerbssituation im Endkundengeschäft führen. Chancen und Risiken aus Erzeugungskapazitäten Im Bereich der erneuerbaren Energien und beim Thema Energiewende hat die EVI bereits vor Jahren Entscheidungen bzgl. langfristiger Investitionen getroffen. Dabei lag und liegt der Fokus auf dem Ausbau eigener Erzeugungskapazitäten u.a. auf der Basis verschiedener Beteiligungsmodelle, insbesondere über die Beteiligungen an der TOBI Wind und der TOBI Gas. Die mit der Energieerzeugung verbundenen operativen Unsicherheiten bei der TOBI Wind verbleiben dabei zunächst auf der Ebene des Beteiligungsunternehmens. Das Risiko auf Ebene der EVI besteht in geringen oder ausbleibenden Ausschüttungen, verbunden mit der Werthaltigkeitsprüfung des Beteiligungsansatzes. Ein weiteres Risiko besteht hinsichtlich notwendiger Liquiditätsunterstützungsmaßnahmen im Zuge nicht fristenkongruenter Ausfinanzierung der Windenergieinvestitionen. Dieses Risiko hat sich zwischenzeitlich im Jahr 2017 bereits teilweise realisiert. Die Beteiligung bietet aber auch die Chance, bei entsprechend positiver Windenergieausbeute positive Ergebnisbeiträge zu generieren. Zudem wird das Investitions- und Betreiberrisiko aufgrund der diversifizierten Gesellschafterstruktur minimiert. Im Zuge der Novellierung des EEG gestaltet sich die Akquise attraktiver Neuprojekte jedoch zunehmend schwieriger, da durch Kürzung der Einspeisevergütung die konsortial vereinbarte Zielrendite nur schwer erreichbar scheint. Aus der Beteiligung an der TOBI Gas resultieren auf Ebene der EVI mittlerweile erhebliche Risiken aus dem Betrieb des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks. Die EVI ist als Kommanditistin langfristige Stromabnahmeverpflichtungen im Zusammenhang mit der Beteiligung eingegangen. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Betriebs dieses Kraftwerks entstehen der EVI vor allem Risiken aus drohenden Verlusten im Zuge negativer Strommargen aus den langfristigen Stromabnahmeverpflichtungen. Hier wurde bereits in 48        Vorjahren sowie im abgelaufenen Geschäftsjahr langfristig Risikovorsorge getroffen und eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet. Die Rückstellung umfasst das Risiko zum Bilanzstichtag für die gesamte Vertragslaufzeit bis zum Jahr 2041. Die Rückstellungsbildung wurde notwendig, da durch die zunehmende Einspeisung der erneuerbaren Energien und der Preisentwicklung im CO2-Handel eine kostendeckende Stromproduktion selbst in einem hochmodernen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk auf Basis des derzeitigen Marktumfelds nicht darstellbar ist. Das Kraftwerk zeichnet sich dadurch aus, dass es auf Grund seiner CO2-armen Stromproduktion auch aus klimapolitischen Gesichtspunkten die ideale Ergänzung bei der Integration der erneuerbaren Energien ist. Hinsichtlich der Strompreisentwicklung bleibt abzuwarten wie sich die derzeitige Marktsituation für konventionelle Kraftwerke, insbesondere Gas- und Dampfturbinenkraftwerke, weiter entwickelt. Aus dem im Jahr 2009 mit der RWE Vertrieb AG, Dortmund, abgeschlossenen langfristigen Stromlieferungsvertrag resultieren auf Grund der allgemeinen Marktentwicklung auf dem Sektor der konventionellen Stromerzeugung ebenfalls hohe Risiken. Im Zuge der mehrjährigen Abnahmeverpflichtung von 43.800 MWh p. a. drohen Verluste im Zuge negativer Strommargen. Hier wurde ebenfalls bereits in Vorjahren langfristig Risikovorsorge getroffen. Chancen und Risiken aus Wärmeprojekten Weitere Marktchancen werden insbesondere im Ausbau der Fernwärme- und Nahwärmeinfrastruktur sowie im Geschäftsfeld Contracting gesehen. Der Neuanschluss von Fernwärmekunden bzw. die Realisierungschancen von Contractingprojekten sind dabei im Wesentlichen abhängig von der Preisentwicklung des Konkurrenzproduktes Erdgas. Beide Geschäftsfelder sollen zukünftig eine größere Rolle spielen als bisher. Es wird zudem auf die Lageberichterstattung der EVI verwiesen. 4.3 Chancen und Risiken der Beteiligung SVHI Die Bedingungen der zukünftigen Durchführung des Öffentlichen Personennahverkehrs im Stadtgebiet Hildesheim durch den SVHI haben sich mit Wirkung zum 1. Januar 2017 grundlegend verändert. Der SVHI erbringt die Verkehrsleistungen nunmehr im Rahmen eines eigenwirtschaftlichen Betriebs,was erhebliche Auswirkungen auf die künftige Steuerung des Unternehmens haben wird. Statt Defizitminimierung steht nunmehr der Fokus in der Realisation einer angemessenen Unternehmensrendite, bei weiterhin hoher Zuverlässigkeit bei der Durchführung des ÖPNV. 2010 hat die Stadt Hildesheim eine integrierte Verkehrsentwicklungsplanung erarbeitet. Darin sind die Ziele der Verkehrsentwicklung bis zum Jahr 2025 definiert. Kernaussage ist, dass durch eine stärkere Nutzung des ÖPNV, des Rades und des Zu-Fuß-Gehens, weniger Fahrten mit dem Pkw, insbesondere auf kurzen Wegen, erfolgen sollen. Der Anteil des ÖPNV soll von 11 % im Jahr 2007 auf 12 bis 14 % 49        steigen. Damit wird die Bedeutung des ÖPNV zunehmen, was sich im neuen, im Laufe des Jahres 2017 umgesetzten Liniennetzkonzept bereits widerspiegelt. Eine Maßnahme zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV ist die geplante Einführung eines Tarifverbunds. Dieser bietet die Chance, wieder Fahrgäste zu gewinnen und so mehr Erlöse zu generieren. Jedoch birgt der Tarifverbund auch Risiken, dass die geplanten Erlösziele nicht erreicht werden können und die Infrastrukturkosten höher ausfallen als bisher angesetzt. Auf der Aufwandsseite liegt ein Risiko in der Entwicklung der Kraftstoffpreise. Unsicherheiten aufgrund anhaltender politischer Spannungen in den wichtigen Förderländern Osteuropas und des Nahen Ostens sowie mögliche nationale, oligopolbedingte Wettbewerbsverzerrungen lassen systembedingt keine sichere Prognose der Preisentwicklung zu. Nach dem sich das Preisniveau in den letzten Jahren auf einem moderaten Niveau eingependelt hat, ist das Risiko eines wiederholten Anstiegs der Kraftstoffpreise gegenüber den Vorjahren existent, was zu zusätzlichen Belastungen führen würde. Um dem entgegenzuwirken, werden Teilmengen im Rahmen von Terminkontrakten eingekauft. In der Mittelfristplanung sind steigende Kraftstoffpreise angenommen. Hinzu kommen langfristige Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung der Personalaufwendungen. Der im Jahr 2016 abgeschlossene neue, firmenbezogene Tarifvertrag berücksichtigt die Notwendigkeit der Tarifgruppenanpassung, damit der SVHI überhaupt in die Lage versetzt werden konnte, ab 1. Januar 2017 eigenwirtschaftlich Verkehrsleistungen anbieten zu können. Der Tarifvertrag hat zunächst eine Laufzeit bis zum 29. Februar 2020. Die weitere Entwicklung nach Laufzeitende der Tarifvereinbarung ist nur schwer prognostizierbar. Es wird aber auch dann weiterhin die Notwendigkeit bestehen, angemessene Tarifanpassungen zu vereinbaren, die eine Eigenwirtschaftlichkeit des SVHI bis mindestens 2026 nicht gefährden. Aufgrund der Fahrgastentwicklungen sind mögliche Kompensationen durch Umsatzsteigerungen hauptsächlich durch Vornahme weiterer Preisanpassungen vorstellbar. Im Zuge der insbesondere in den Jahren 2014 und 2015 zu beobachtenden steigenden Preiselastizität der potenziellen Fahrgäste, sind dieser Kompensationsmöglichkeit jedoch aus heutiger Sicht enge Grenzen gesetzt. Zukünftige Investitionen sind hinsichtlich ihrer finanzwirtschaftlichen Risiken intensiv zu überprüfen, und durch eine fristenkongruente Finanzierung, z.B. bei der Busbeschaffung, zu minimieren. Es wird zudem auf die Lageberichterstattung der SVHI verwiesen. 4.4 Chancen und Risiken der Beteiligung VuB Die Entwicklung der Umsatzerlöse hängt neben der Akzeptanz der Preisgestaltung von der Angebotspalette ab. Diesen Risiken wird mit einer transparenten Preispolitik, der fortlaufenden Analyse der angebotenen Leistungen und attraktivitätssteigernden Maßnahmen entgegengewirkt. Letzteres wurde im Jahr 2017 durch den Umbau der Wasserrutsche forciert und wird beim umfassenden Investitions- und Sanierungsprogramm der Jahre 2018 und 2019 seine Fortsetzung finden. Darüber hinaus unterstützen Handlungsvorgaben zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit diese Maßnahmen. Hinzu kommen die 50        nicht kalkulierbaren Witterungsverhältnisse, die einen relativ großen Einfluss auf die Besucherzahlen im zweiten und dritten Quartal eines Jahres haben. Die Umsatzentwicklung der Dienstleistungserlöse ist bei den Ingenieur- und Beratungsleistungen abhängig von Einzelfallbeauftragungen. Die Erlöse aus konzerninternen Betriebsführungsleistungen basieren auf Jahres- bzw. Zweijahresverträgen. Hier bleibt abzuwarten, wie sich die entsprechenden Geschäftsfelder der Schwesterunternehmen weiter entwickeln. Auf der Aufwandsseite bestehen Risiken aus steigenden Personal- und Energiekosten sowie erhöhten Reparatur- und Wartungskosten aufgrund unvorhersehbarer Störungen bzw. steigende Bau- und Materialkosten. Dem Risiko steigender Energiekosten wurde durch Investitionen in die Gebäudeleittechnik und der raumlufttechnischen Anlagen bereits in der Vergangenheit begegnet. Hierdurch konnte der Strombezug bereits deutlich reduziert werden. Durch einen optimierten Personaleinsatz wird dem Risiko steigender Personalkosten entgegengewirkt. Durch turnusmäßige Reparatur- und Wartungsarbeiten wird das Risiko unvorhersehbarer Störungen gemindert. Notwendige Investitionen sowie die jährlichen Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen sind aktuell auch darauf ausgerichtet, dass die Mindestbetriebsdauer des Hallenfreizeitbades durch ein umfassendes Investitions- und Sanierungsprogramm in den Jahren 2018 und 2019 langfristig gesichert wird bzw. eine zusätzliche Attraktivitätssteigerung erfahren wird. Bezüglich des Weiterbetriebs des Wasserparadieses über den 31. Dezember 2019 hinaus haben die Gremien der SWH AG bzw. der Stadt Hildesheim im Sommer 2015 eine positive Fortführungsprognose am bestehenden Standort getroffen. In Folge dieses Beschlusses ist für die Jahre 2018 und 2019 ein Investitions- und Sanierungsprogramm in Höhe von ca. EUR 6,1 Mio. vorgesehen. Es wird zudem auf die Lageberichterstattung der VuB verwiesen. 5. Prognosebericht – Ausblick 2018 und 2019 Das nachhaltige Ergebnis der SWH AG wird maßgeblich durch die Beteiligungsergebnisse getragen. Ergebnisbeeinflussend sind hierbei unverändert insbesondere die Ergebnisse der EVI, der SVHI und der VuB. Aus heutiger Sicht ist damit zu rechnen, dass die Auswirkungen der Regulierung der Netzentgelte, von Klimaschutz und Energieeffizienzmaßnahmen, der Energiewende auf den konventionellen Kraftwerkspark sowie der starke Wettbewerb innerhalb des Netzgebietes der EVI beim Strom und Gasabsatz auch weiterhin wesentliche Auswirkungen auf die künftigen Unternehmensergebnisse haben werden. Entsprechend den Prognosen gemäß den Wirtschaftsplänen 2018 und 2019 wird in den nächsten beiden Jahren ein Umsatzniveau entsprechend des Jahres 2017 erwartet. Unter Berücksichtigung der Entwicklung der Aufwandsstruktur wird ein Beteiligungsergebnisziel von ca. EUR 7,2 Mio. angestrebt. 51        UCX XL>*X XN8C*X'L-X (+>+X*+FX!$X(+8X*+>X#X'L-4CL>*XMA>X"'C8-'>B'FFL>4+>XL>*X *+J+>X "'C81+C(L>*X <8JX +8>+CX C7T7L>4X 4+C+)7>+JX L-X *+CX L2'>*FF+8J+X N8C*X MA>X *+>X"C+8(FJA/BC+8F+>X'LF4+4'>4+>X 8>OLX:A<<+>X+;'FJL>4+>X-UCX*+>X +CFA>';(+C+8)7X8+>X "'C8.+C7T7L>4+>X #>J+CX +CU):F8)7J84L>4X *+CX 'L-4+O+84J+>X CKC'4F L>*X L2'?*F+>JN8):;L>4X N8C*X 'L-X 'F8FX *+FX M+C'(F)78+*+J+>X%8CKF)7'0FB;'>FX.UCX *8+X '7C+X X L>*X X <8JX +8>+X )'X #X  X 8AX 4+C+)7>+JX FX N8C*X'>4+FJC+(JX*8+X BAF8J8M+>X'7C+FQ +C4+(>8FF+X'L-X(+>+X*+CX!$XOLXJ7+F'LC8+C+>X +8X*,CX$LXN8C*X-UCX X8XMA>X)'X # X X8AX (ONX-UCX*'FX'7CX X F'>8+CL>4F(+*8>4JX <8JX #X MA>X )'X #X  X 8AX 4+C+)7>+JX CL>*;'4+X *8+F+CX >>'7<+X 8FJX *'FFX +MJ;X >AJN+>*84+X C+8F'>B'FFL>4+>X *+>X BCA4>AGJ8O8+CK+>X +FL)7+CCU):4'>4X 'LF4;+8)7+>X 8>OLX :A<<+>X #FJ;+8FJL>4F(+C+8)7X *8+X -UCX *'FX '7CX X 8>X T7+X MA>X )'X #X X 8AX L>*X3CX X8>XT7+XMA>X)'X #X X 8AX '>4+>A<<+>XN+C*+>X L.X*+CX AFJ+>F+8J+XN+C*+>X.UCX X 4+C8>4-U484+X !J+84+CL>4+>X *+FX 'J+C8';'L2'>*+FX L>*X 7T7+C+X ;>GJ'>*7';JL>4F'L2+>*L>4+>X +E'CK+JX >F4+G'+'7<+X'L-X+8>+X #X X 8AX 4+C+)7>+JX 'FX '7CX X 8FJX'L-X CL>*X *+CX<+7C'J84+>X!)7;8+RL>4FO+8JX84X*+CX4CL>*;+4+>*+>X>M+FJ8J8A>F L>*X!'>8+CL>4G<'R>'7<+>XMA>X!A>*+C+/+:J+>X4+BCS4JX*8+XHANA7;X *8+X CKC'4GF+8J+X';FX'L)7X*8+XL2'>*GF+8J+X+C7+(;8)7X(++8>-;LFF+>X ?G4+G'=JXN8C*X-UCX*'FX'7CX X<8JX +8>+'7<+X'L-X+8>++JX #>J+CX +CU):F8)7J84L>4X *+CX (+I)7C8+(+>+>X CA6>AF+>X (+OU4;8)7X *+CX +E'CK+J+>X +J+8;84L>4G+C4+(>8GF+X *+CX$X!$XL>*X$LXN+C*+>X.UCX*8+X'7C+X XL>*X X'7C+FU(+CF)7UFF+X8>XT7+XMA>X)'X #X X 8AX (ONX #X X8AX+E'CK+JX          UCX *'FX '7CX  X 7'(+>X N8CX +8>+>X (7S>484:+8JF(+C8)7JX >')7X PX  X(FX X :JX +CFJ+;;JX +CX $ACFJ'>*X *+CX!J'*JN+C:+X8;*+F7+8*X  W#>F+C+X +F+;;F)7'0X 7'JX (+8X ';;+>X 84+>X OLX M+C(L>*+>+>X #>J+C>+7<+>X 'L-4+-U7CK+>X +)7JF4+F)7S0+>X >')7X *+>X #*+>X *8+X L>FX 8:JX 8>X *+A<<+>X NLC*+>X (+:'>>JX N'C+>X (+8X 9+*++X '>4+<+FF+>+X +4+>;+8FJL>4X +C7';J+>XL>*X8FJX*'*LC)7X>8)7JX(+>')7J+8;84JXNAC*+>X 8;*+F7+8<X*+>XXBC8;X X %A;.4'>4X8C:+>(LF)7X 52 Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim AG Anschrift: Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: Eckemekerstr. 36 31134 Hildesheim 05121 / 967-0 05121 / 967-125 info@gbg hildesheim.de www.gbg hildesheim.de Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft stellt Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen bereit. Die Gesellschaft errichtet, betreut, bewirtschaftet und verwaltet Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen, darunter Eigenheime und Eigentumswohnungen. Sie kann außerdem alle im Bereich der Wohnungswirtschaft, des Städtebaus und der Infrastruktur anfallenden Aufgaben übernehmen, Grundstücke erwerben, belasten und veräußern sowie Erbbaurechte ausgeben. Sie kann Gemeinschaftsanlagen und Folgeeinrichtungen, Laden- und Gewerbebauten, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen und Dienstleistungen bereitstellen. Die Gesellschaft ist berechtigt Zweigniederlassungen zu errichten, andere Unternehmen zu erwerben oder sich an solchen zu beteiligen. Sie darf auch sonstige Geschäfte betreiben, sofern diese dem Gesellschaftszweck (mittelbar oder unmittelbar) dienlich sind. Gesellschaftskapital: 4.900.000 € Gesellschafter: Alleinaktionärin ist die Stadt Hildesheim Aufsichtsrat: (Stand: 31.12.2017) Herr Dr. Ingo Meyer (Vorsitzender) Herr Lars Weimann (stllv. Vorsitzender) Frau Kerstin Angermann Herr Adrian Dams Herr Klaus Heitmann Herr Thomas Kittel Frau Antje Kuhne Herr Matthias König (bis 31.12.2017) Herr Frank Satow Vorstand: Herr Jens Mahnken Beteiligungen: gbg Immobilien GmbH Personal: 41 Vollzeitbeschäftigte 12 Teilzeitbeschäftigte 4 Auszubildende 53 1. Wirtschaftliche Situation der Gesellschaft in 2017: Der Jahresüberschuss beläuft sich im Berichtsjahr auf 2.906.406,08 € und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres (2.899.670,04 €). Die Eigenkapitalquote konnte von 9,3% auf 11,0% gesteigert werden. Die Abschlussbilanz weist zum 31.12.2017 folgende wesentliche Positionen aus: 2017 2016 Veränderung zum Vorjahr T€ T€ T€ Bilanzsumme 150.195 149.218 +977 Anlagevermögen 138.141 135.874 +2.267 Umlaufvermögen 12.021 13.287 - 1.266 5.099 5.363 -264 16.522 13.934 +2.588 Davon gezeichnetes Kapital Davon Gewinnrücklagen 4.900 4.900 0 8.861 6.279 +2.582 Davon Bilanzgewinn 2.761 2.755 +6 Rückstellungen 8.161 8.217 -56 125.512 126.940 -1.428 Davon Liquide Mittel Eigenkapital Verbindlichkeiten Die Gewinn- und Verlustrechnung weist zum 31.12.2017 folgende wesentliche Ergebnisse aus: 2017 2016 T€ T€ T€ % 25.044 24.827 +217 +0,9 9.434 9.944 -510 -5,1 16.520 15.396 +1.124 +7,3 Personalaufwand 3.450 3.230 +220 +6,8 Abschreibungen 4.622 4.523 +99 +2,1 Umsatzerlöse Aufwendungen für bez. Lieferungen und Leist. Rohergebnis 54 Veränderung zum Vorjahr Sonstige betriebliche Aufwendungen Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis nach Steuern 1.261 837 +424 +50,6 3.302 3.492 -190 -5,4 3.796 3.806 -10 -0,2 Jahresüberschuss 2.906 2.900 +6 +0,2 Diesem Ergebnis lagen folgende wirtschaftliche Tätigkeiten der gbg zu Grunde: Bewirtschaftung des Hausbesitzes Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die im Bestand der Gesellschaft befindlichen Mietobjekte wie folgt entwickelt: Bestand 2017 2016 Veränderung zum Vorjahr Wohnungseinheiten: 4.195 4.214 -19 58 72 -14 25 33 -8 33 39 -6 638 633 +5 davon Leerstand: 6 7 -1 Gewerbeobjekte: 51 53 -2 davon Leerstand: 0 3 -3 264.909 265.306 -397 63,15 62,96 +0,19 davon Leerstand: - marktbedingt: - modernisierungsbedingt: Einstellplätze/Garagen: Wohn/Nutzfläche (qm) Durchschnittliche Wohnungsgröße (qm) Die Verminderung der Bestände resultiert im Wesentlichen aus der Veräußerung von 26 öffentlich geförderten Wohneinheiten. Positiv entwickelte sich 2017 die Leerstandsquote, die von 1,70% auf 1,38% gesenkt werden konnte. Die durchschnittliche Nettokaltmiete für Wohnungen im Bestand der gbg lag im Jahr 2017 bei 5,34 €/qm (Vorjahr: 5,27 €/qm). Der Vergleichswert in Hildesheim bei abgeschlossenen Neuverträgen liegt bei 5,90 €/qm (Vorjahr: 5,78 €/qm). Investitionen in den Bestand: Im Berichtsjahr 2017 hat die gbg die energetische Sanierung der Gebäude nachhaltig fortgeführt. Das Gesamtvolumen für Instandhaltung und Modernisierung betrug 7,1 Mio. € (Vorjahr: 8,9 Mio. €). 55 Investitionen in den Neubau: An dem Phoenixgelände (Moritzberg) entsteht bis Ende 2019 ein Neubau mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 15,6 Mio.€. Insgesamt wurden 2017 3,5 Mio. € in den Neubau investiert. Bauträgertätigkeit Auf dem Bauland in der Tietzstraße (Drispenstedt) sind vier Doppelhaushälften und ein Einfamilienhaus im Bungalowstil errichtet worden. Ein weiterer Bungalow wird 2018 fertiggestellt und ist bereits verkauft. Verwaltungsbetreuung Im Rahmen der Eigentumsverwaltung nach dem Wohnungseigentumsgesetz werden 19 (Vorjahr: 18) Eigentümergemeinschaften mit insgesamt 263 (Vorjahr: 260) Wohnungen und für eine Eigentümergemeinschaft 303 Tiefgarageneinstellplätze verwaltet. Beteiligungen Die Gesellschaft hält 100% Anteile an der gbg Immobilien GmbH, deren Unternehmenszweck die Errichtung, Sanierung, Bewirtschaftung, Verwaltung und Betreuung von Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen ist. Die gbg Immobilien GmbH schloss 2017 mit einem Jahresüberschuss i.H.v. 51 T€ (Vorjahr: 180 T€) ab, der vollständig an die gbg AG abgeführt wurde. Organisation/ Personal Die Mitarbeiterzahl lag in 2017 wie im Vorjahr bei 59 Beschäftigen, davon vier Auszubildende. Die Vergütungen richten sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. 2. Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet die gbg ein stabiles Umsatzniveau bei einem gleichbleibenden positiven Jahresergebnis, wodurch die Eigenkapitalquote weiterhin gestärkt werden kann. Begünstigt wird die Geschäftstätigkeit aufgrund der bereits abgeschlossenen Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen, der für Investitionen günstigen Zinslage sowie der ungebrochen hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum. Den üblichen Markt-, Objekt-, Investitions- und Finanzrisiken begegnet die gbg mit einem Risikomanagement- und Risikoüberwachungssystem. Für das kommende Geschäftsjahr sieht die gbg keine entscheidenden Risiken. 56 gbg Immobilien GmbH Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft kann Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen errichten, sanieren, bewirtschaften, verwalten und betreuen. Die Bewirtschaftung, Verwaltung und Betreuung von Bauten kann sie auch für Dritte ausüben. Gesellschaftskapital: 25.000 € Gesellschafter: Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim AG Beirat: Herr Dr. Ingo Meyer (Vorsitzender) Herr Lars Weimann (stellv. Vorsitzender) Herr Klaus Heitmann Geschäftsführer: Herr Jens Mahnken Personal: Neben dem Geschäftsführer keine eigenen Mitarbeiter 1. Wirtschaftliche Situation der Gesellschaft in 2017: Bilanz Bilanzsumme Anlagevermögen Umlaufvermögen Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten 31.12.2017 T€ 5.054 4.358 31.12.2016 T€ 5.273 4.600 31.12.2015 T€ 5.462 4.841 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ 5.686 9.285 5.033 5.244 696 673 621 653 4.042 1.350 934 2.769 1.170 952 3.151 1.003 965 3.440 843 942 3.901 613 957 7.715 Das Eigenkapital hat sich wie folgt entwickelt: Gezeichnetes Kapital 31.12.2017 T€ 25 31.12.2016 T€ 25 57 31.12.2015 T€ 25 31.12.2014 T€ 25 31.12.2013 T€ 25 Kapitalrücklage Bilanzgewinn/ Gewinnvortrag 1.325 1.145 978 818 588 0,073 0,073 0,073 0,073 0,073 Die Bilanzsumme hat sich um 219 T€ auf 5.054 T€ vermindert. Auf der Aktivseite resultiert dies aus den planmäßigen Abschreibungen des Anlagevermögens (-241 T€). Auf der Passivseite hingegen sind die Verbindlichkeiten, insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (-275 T€), gesunken. Im Gegenzug ist das Eigenkapital um 180 T€ aufgrund des Beschlusses in der Hauptversammlung der Gesellschafterin gbg AG erhöht worden. Die Eigenkapitalquote beträgt nach Erhöhung der Kapitalrücklage 26,7 % der Bilanzsumme (i.Vj.: 22,2 %). Gewinn- und Verlustrechnung: Umsatzerlöse Sonst. Betriebliche Erträge Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen Jahresüberschuss vor Gewinnabführung Gewinnabführung 31.12.2017 T€ 771 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ 768 743 4.145 1057 3 16 15 58 13 277 140 147 98 65 51 180 167 160 230 51 180 167 160 230 Für 2017 wurde ein Jahresüberschuss vor Gewinnabführung in Höhe von 51,3 T€ ausgewiesen. Dabei führte insbesondere der Bereich Verpachtung von Immobilien insgesamt zu einem Gewinn von 77,6 T€ (Vorjahr: 188 T€). Die Bewirtschaftung der Toilettenanlagen hat mit einem ausgeglichenen Ergebnis abgeschlossen. Zukünftige Geschäftsentwicklung: Der Geschäftsführer erwartet für die nächsten Jahre eine positive Geschäftsentwicklung. Die Ertragslage ist durch den Abschluss langfristiger Pachtverträge sowie hinsichtlich der Bewirtschaftung der Toilettenanlagen durch entsprechende kommunale Zuschüsse gesichert. 58 Bestandsgefährdende Risiken oder Risiken, die wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnten, sind nach Auffassung des Geschäftsführers für 2017 nicht erkennbar. Beteiligungen: Am 10. Dezember 2009 wurde zusammen mit der Kreiswohnbau Hildesheim GmbH mit jeweiliger 50%iger Beteiligung die ProjektBau Hildesheim GmbH & Co. OHG gegründet. Gegenstand des Unternehmens ist die Bewirtschaftung, die Errichtung, der Erwerb, die Vermittlung und die Betreuung von Immobilien in allen Rechts- und Nutzungsformen. Im Jahr 2017 hat die ProjektBau einen Jahresüberschuss in Höhe von 66.959 Euro (Vorjahr.: 65.263 Euro) erzielt. 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 Anlage 112 Bilanz zum 31. Dezember 2O17 Aktivseite Gesch äftsja h r Vorjah r € € € A. Anlagevermögen l. Sachanlagen 1. Grundstücke mit Geschäfts- und ll. 2.872.532,82 2.7 56.27 2,47 ande ren Bauten 243.585,00 2. Bauten auffremden Grundstücken 3. technische Anlagen und Maschinen 1.308.403 85 2 56.569,00 4.308.261,32 1.420.632,00 50.000,00 50.000 00 4.599.733 82 Finanzanlagen Beteiligu ngen 4.358.261.32 An lagevermögen insgesamt B. Umlaufuermögen l. Zum Verkauf bestimmte Grundstücke und andere Vorräte u ll. 133.510,60 nfertige Leistu ngen Forderu n gen u 137.606,58 nd sonstige Vermögensgegenstän de 803,98 7.348,28 sonstige Vermögensgegenstände lll. Flüssige Mittel 62 Guthaben bei Kreditinstituten U m laufuermögen insgesamt Bilanzsumme 554.689 695.548 50 535.07 8.42 673.488,98 !!9!.8994? 5.273.222,8O Passivseite Geschäftsjah r € Vorja h r D € t. A. Eigenkapital l. Gezeichnetes Kapital ll. Kapitalrücklage 25.000,00 25.000,00 1.325.200,00 1.145.000,00 lll. Bilanzgewinn 72,90 72,90 Gewin nvortrag 1.350.272,90 Eigen kapital insgesamt 1.170.072,90 B. Rückstellungen 6.200,00 2. sonstige Rückstellungen C. 928.000,00 928.000,00 1. Rückstellungen für Bauinstandhaltung 24.300,00 934.200,00 Verbindlichkeiten 1 . Verbindlich keiten gegen ü 2.748.093,85 2.473.3 93,03 ber Kreditinstitu ten 2. erhaltene Anzahlungen 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbu ndenen Unternehmen 135.681,47 136.1 51 ,05 19.768,06 3.918,40 140.494 36 2.769.336,92 5.053.809,82 Bilanzsu mme 75 2 62.686.60 5.273.222,8O Anlage 1/3 Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 Gesch äftsjah r € U Vorjah r € € msatzerlöse a) aus der Hausbewirtschaftung b) aus Betreuungstätigkeit 631.280,94 c) aus Bewirtschaftung von Toilettenanlagen 119.347,44 d) aus anderen Lieferungen und Leistungen 13.200,00 63 1 .3 66,1 4 4.833,00 7.158,00 1 18.100,00 770.986,38 13.200,00 -4.095,98 1.162,24 2. Verminderuns C)/ Erhöhung des Bestandes an zum Verkauf bestimmten Grundstücken mit fertigen Bauten sowie unfertigen Leistungen 2.898,22 3. sonstige betriebliche Erträge 16.247,58 4. Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen a) Aufwendungen für Hausbewirtschaftung b) Aufwendungen für Bewirtschaftung von Toilettenanlagen 223.000,89 54.406,44 7 277.407,33 4.872,54 65.3 67,48 492.381,29 644.668,94 5. Abschreibun gen auf Sachan lagen 241.472,50 241.472,50 6. sonstige betriebliche Aufwendungen 106.114,86 Ro he rgebn is 97.776,72 7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 86.574,18 118.323,46 8. Ergebnis nach Steuern 58.2"t9,75 187.096,26 6.899,58 6.899,58 9. sonstige Steuern 1 0. Jahresüberschuss vor Gewinnabführung 51.320,',17 180.196,68 1 1. Aufwendungen aus Gewinnabführung 51.320,17 180.196,68 1 2. Jahresüberschuss 0,00 0,00 13. Gewinnvortrag 72,90 72,90 14. Bilanzgewinn 72,90 72,9O 76 Anlage 211 Lagebericht 2O17 A. Grundlagen des Unternehmens Die gbg lmmobilien GmbH wurde am 7. Juli 2003 als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Gemein- nützigen Baugesellschaft zu Hildesheim Aktiengesellschaft in Hildesheim gegründet. Mit dieser wurde mit Wirkung vom 23. Dezember 2004 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Gekennzeichnet sind die Aktivitäten der gbg lmmobilien GmbH von der unternehmerischen Zielsetzung, lmmobilien zu erwerben und zu errichten, sie zu sanieren und zu bewirtschaften sowie insbesondere der Stadt Hildesheim als Alleinaktionärin des Mutterunternehmens im Bereich der städtischen lnfrastruktur als Partner zurVerfügung zu stehen. Der Geschäftsbetrieb umfasst die Bewirtschaftung der übertragenen öffentlichen Toilettenanlagen sowie die langfristige Verpachtung des Theaters und des Kinos. B. Wirtschaftsbericht 1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen 1. 1 Gesamtwirtschaftl iche Rahmenbedin gu ngen Die konjunkturelle Lage in Deutschland war im Jahr 2017 gekennzeichnet durch ein kräftiges Wirtschaftswachstum und konnte somit im weltwirtschaftlichen Umfeld bestehen und zugleich ihren Wachstumskurs der Vorjahre fortsetzen. Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BlP) für 2017 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um2,5 o/o gewachsen ist und somit ein deutlich verbessertes Wachstum gegenüber dem Vorjahr (t,g o/o) besteht. der ifo-Konjunkturprognose um 2,60/o und nach zulegen. Angesichts des globalen Umfelds wird auch 2018 die Ansicht der Bundesregierung um 2,4 Binnennachfrage ein Hauptimpulsgeber für die deutsche Wirtschaft bleiben. Der private Konsum wird im ln 2O1B dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt nach o/o Tempo der steigenden Realeinkommen und der verbesserten Arbeitsmarktlage expandieren. in Deutschland erhöhten sich im Jahr 2017 um durchschnittlich 1,8 o/o gegenüber dem Vorjahr und somit deutlich stärker als in den letzten vier Jahren. Die Jahresteuerungsrate wurde wesentlich durch die Preisanstiege bei Energie (+ 3,1 o/o), nach Preisrückgängen in den letzten drei Jahren, und der Verteuerung bei Nahrungsmitteln (+ 3,0 0/o) geprägt. Die Preisentwicklung bei einzelnen Energieprodukten fiel 2017 unterschiedlich aus. lm Jahresdurchschnitt stiegen die Kosten bei Heizöl (+ 16,0 o/o) und Kraftstoffen (+ 6,0 o/o) deutlich, wohingegen sich die Kosten für Gas (- 2,8 o/o) reduzierDie Verbraucherpreise ten. Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2017 bei einem deutlichem Wirtschaftswachstum positiv entwickelt, so dass im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosenzahl um rund 158.000 auf 2,53 Millionen sank, was einer Arbeitslosenquote von 5,7 o/o (Vorjahr: 6,1 0/o) entspricht. lm vergangenen Jahr waren durchschnittlich rund 44,3 Millionen Personen in Deutschland erwerbstätig. Das waren etwa 638.000 Personen oder 1,5 o/o mehr als ein Jahr zuvor. 77 Anlage 212 1.2 Geschäftsverlauf und Geschäftsergebnis Das Jahresergebnis unserer Gesellschaft liegt 2017 unter dem Vorjahresniveau und entspricht im We- sentlichen der während des Geschäftsjahres angepassten Wirtschafts- und Finanzplanung. lm laufenden Geschäftsjahr fielen sowohl unvorhersehbare als auch zusätzlich veranlasste lnstandhaltungsmaßnah- men (T€ 209; Vorjahr:T€ 82) an, die das Jahresergebnis, bei konstanten Umsatzerlösen, wesentlich bee i nfl ussten. lnvestitions- und Finanzierungstätigkeit lm abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Muttergesellschaft eine Einlage in Höhe von T€ 180 (Vorjahr: T€ 167) geleistet um das Eigenkapital der Gesellschaftzu stärken. lnvestitionen wurden von der Gesellschaft in 2017 nicht getätigt. 2. Darstellung der Lage des Unternehmens 2.1 Vermögenslage Die Vermögenslage der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar 31.12.2017 olo T€ An lagevermögen Vorjah r olo T€ 4.358 86,2 4.600 87,2 696 5.054 13,8 673 12,8 100,0 5.273 100,0 Umlaufvermögen ku rzfristig Gesamtvermögen Vorjah r 31.12.2017 o/o T€ Eige n ka pita I olo T€ 1.350 26,7 1.170 22,2 928 18,4 928 17,6 2.17 4 43,0 2.477 47,0 6 0,1 24 0,5 299 297 5.054 5,9 Fremdkapital lan g- /mittelfristig Rückstellungen Verbindl ichkeiten gegen über Krediti nstituten Fremdkapita I ku rzfristi g übrige Rückstellungen Verbindl ich keiten gegen über Kred ü itinstitute n brige Verbindl ich keiten Gesamtkapital 271 403 5.273 5,9 100,0 5,1 7,6 100,0 Die Kennzahlen haben sich wie folgt entwickelt: 2016 2017 Eigen kapitalquote An lagen inte Ka n sität 2015 2014 2013 o/o 26,7 22,2 18,4 14,8 6,6 o/o 86,2 87,2 BB,6 88,5 56,5 18,3 134,2 157,8 257,8 272,4 450,7 426,8 402,7 pita ld ie n st - Zinsen - planmäßige Tilgung T€ 86,6 T€ 27 4,7 1 78 Anlaqe 2i3 2.2 Finanzlage Die finanzielle Entwicklung der Gesellschaft stellt sich anhand einer Kapitalflussrechnung wie folgt dar: 2017 T€ Jah resü bersch uss vor Gewin nabfü hru ng Absch reibu n gen auf Sachan lagen Cashflow vor Gewinnabfüh rung Zinsaufwendu ngen T€ 241,5 241,5 292,8 421,7 86,6 -2,4 3,9 nzah I u n gen Gese I lsch Auszah I u after (Kapital ngen fü r Gewin nabfü h ru n rü T€ 180,2 nahmeC)/Abnahme der übrigen Aktiva Ei T€ 51 ,3 Abnahme(-)/Zunahme der übrigen Passiva Cashflow aus laufender Geschäftstätig keit Zu Vorjahr 1 18,3 -0,6 -97 ,1 380,9 cklage) g des Vorjah res Planmäßige Tilgungen gezahlte Zinsen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 442,3 180,2 167,0 -180,2 -27 4,7 -166,9 -272,4 -86,6 -1 1 8,3 -361,3 -390,6 19,6 51,7 Zah I u ngswirksame Veränderu ngen des Finanzmittelfonds Finanzmittelfonds am Anfang der Periode Finanzmittelfonds am Ende der Periode Die Zahlungsfähigkeit war 483,4 53 5,1 ___3s4,, __ im Geschäftsjahr 2O17 jederzeit gewährleistet. Liquiditätsengpässe j91l_ werden auch zukünftig nicht erwartet. 2.3 Ertragslage Die Ertragslage ist durch den Abschluss langfristiger Pachtverträge sowie hinsichtlich der Bewirtschaftung der Toilettenanlagen durch entsprechende kommunale Zuschüsse gesichert. Aus der Bewirtschaftung der Toilettenanlagen wurde ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt, was auch den lntentionen der Vertragspartner entspricht, die Bewirtschaftung der Toilettenanlagen erfolgsneutral zu gestalten. Der Bereich Verpachtung von lmmobilien führte insgesamtzu einem Gewinn von € 73.641 (Vorjahr;€ 188.312). Auch zukünftig ist von positiven Jahresergebnissen vor Gewinnabführung auszugehen 79 Anlaqe 214 Die Kennzahlen haben sich wie folgt entwickelt: 2016 2017 lrentabilität ntabilität 201s 2014 15,4 16,6 18,9 37,5 27,7 22,5 3,9 21,8 86,5 36,0 129,1 59,6 230,0 Eige n kapita olo 3,8 U msatzre olo 7,9 T€ 209,4 81,2 T€ 51 I n stan dh a ltu ngskosten 2013 Aufwendungen aus Gewin nabfü C. h ru ngsvertrag Prognosebericht ,3 1 80,2 1 66,9 i Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung / Nach der Wirtschafts- und Finanzplanung gestalten sich die nächsten zweiiahre positiv Die lmmobilien sowie die Bühnentechnik des Theaters sind langfristig finanziert. Bei den langfristigen Finanzierungsmitteln handelt es sich im Wesentlichen um Annuitätendarlehen. Die Zinsänderungsrisiken werden als gering eingestuft. Preisänderungsrisiken sind aufgrund des Abschlusses langfristiger Pachtver- träge begrenzt. Bisher waren keine Forderungsausfälle zu verzeichnen; Ausfallrisiken werden daher als sehr gering eingeschätzt. Sonstige Risiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinflussen könnten und bestandsgefährdende Risiken sind für 2018 nicht erkennbar. H i ldesh e i m, 2O.O2.2O1 B gbg lmmobilien GmbH er e rer Jens Mahnken 80 Technologiezentrum Hildesheim Betriebsgesellschaft mbH Anschrift: Richthofenstraße 29 31137 Hildesheim Telefon: Telefax: Internet: 05121 / 708-0 05121 / 708-244 www.tz-hildesheim.de Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines Technologiezentrums mit dem Ziel, Unternehmensgründungen und junge Unternehmen in vornehmlich interessanten technologischen Bereichen zu fördern. Dadurch sollen neue Arbeitsplätze geschaffen und die Wirtschaftskraft des Hildesheimer Raumes gestärkt werden. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, die den Gesellschaftszweck fördern. Gesellschaftskapital: 365.600 € Gesellschafter: Stadt Hildesheim (100%) Arbeitsausschuss: (Stand 31.12.2017) Herr Henning Deneke-Jöhrens (Vors.) Herr Dirk Morsch (stellv. Vorsitzender) Herr Stephan Lenz Herr Martin Ohlendorf Herr Volker Spieth Herr Henning Wittneben Geschäftsführer: Herr Jens Mahnken Beschäftigte: 1 Vollzeitkraft 2 Aushilfen 81 1. Wirtschaftliche Situation der Gesellschaft in 2017: Die Bilanz und die GuV weisen zum 31.12.2017 folgende wesentliche Ergebnisse aus: 31.12.2017 T€ Bilanzsumme 31.12.2016 T€ Veränderung zum Vorjahr in T€ 456 433 +23 Anlagevermögen 2 2 0 Umlaufvermögen 452 429 +23 Eigenkapital 399 381 +18 Gezeichnetes Kapital 366 366 0 Rückstellungen 37 34 +3 Verbindlichkeiten 12 11 +1 286 286 0 70 69 +1 198 206 -8 18 17 +1 Umsatzerlöse Personalaufwand Sonstige betriebliche Aufwendungen Jahresüberschuss Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2017 einen Jahresüberschuss von 17.736,06 € erzielt. Die Umsatzerlöse belaufen sich im Berichtsjahr auf 286.019,46 €. Das Eigenkapital hat sich um den Jahresüberschuss von 2016 erhöht und beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 398.913,14 €. Die Bilanzsumme des Jahresabschlusses 2017 beträgt 455.688,06 € und liegt damit um rund 23 T€ über dem Vorjahreswert. Daraus resultiert eine Eigenkapitalquote von 87,6%. Das Technologiezentrum war im Kalenderjahr 2017 nahezu vollständig ausgelastet. Die Auslastungsquote von 96% im 1. Quartal, konnte über 98,5 % im 2. und 3. Quartal auf 100% im 4. Quartal gesteigert werden. Die zukünftige Aufgabe des Technologiezentrums wird weiter darin bestehen, die Einrichtung mit weiteren Infrastrukturmaßnahmen attraktiver zu gestalten und das Netzwerk für junge Unternehmen auszubauen. Die Auslastungsquote soll auch zukünftig kontinuierlich zwischen 96% und 100% liegen. 82 2. Wirtschaftsplan 2019: 2019 T€ Gesamtertrag Personalaufwand Summe Aufwendungen Jahresüberschuss 2018 T€ 285 288 70 69 271 266 11 18 Der Wirtschaftsplan 2019 schließt mit einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von 11 T€. Die Umsatzerlöse sind aufgrund der wieder zu erwartenden hohen Auslastung mit 282 T€ angesetzt. Die sonstigen betrieblichen Erträge bleiben mit 3 T€ unverändert. Die geplanten Aufwendungen erhöhen sich um 5 T€ gegenüber dem Vorjahr. Ursächlich hierfür sind erhöhte Aufwendungen für Instandhaltung und Wartung. Den Gesamterträgen von 285 T€ stehen somit die Gesamtaufwendungen von 271 T€ entgegen, sodass das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 14 T€ beträgt. 83 84 85 86 87 88 Wirtschaftsplan 2019 Stand 10/2018 Jahr 2019 Plan 2018 Plan 2017 Ist T€ T€ T€ 1. Erträge Umsatzerlöse: Grundmieten Nebenkosten Hausmeisterwohnung Erlöse Fernsprechgebühren Sonstiges 200 65 8 6 3 200 65 8 8 3 203 66 8 6 3 Zwischensumme 282 284 286 3 4 3 285 288 289 Personalaufwand 70 69 70 Abschreibungen AV 2 2 3 41 30 65 15 7 12 7 3 2 2 6 9 271 41 25 65 15 7 12 7 4 3 3 6 7 266 41 31 66 15 6 11 7 1 2 2 5 9 269 sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0 0 1 Ergebnis d. gewö. Geschäftstätigkeit 14 22 21 Steuern vom Einkommen und Ertrag Sonstige Steuern 2 1 3 1 3 0 11 18 18 sonstige betriebliche Erträge Summe Erträge: 2. Aufwendungen sonstige betriebliche Aufwendungen: Grundstückspacht Instandhaltung u. Wartung Strom,Gas,Wasser,Reinigung,Müllgeb. Telefon, Porto,Internet Werbung/Reisekosten Abschluss- und Prüfkosten Buchführungskosten Rechts- und Beratungskosten Versicherungen Büro-und Betriebsbedarf Kfz-Kosten Sonstiges Summe Aufwendungen Jahresüberschuss 89 Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim gGmbH Anschrift: Am Steine 1 31134 Hildesheim Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: 05121 / 9369-0 05121 / 35283 info@rpmuseum.de www.rpmuseum.de Gegenstand des Unternehmens: Aufgabe der Gesellschaft ist der Betrieb des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim als kulturelle und wissenschaftliche Einrichtung. Zweck des Unternehmens ist es, die natur- und kulturgeschichtlichen Sammlungsgegenstände des Roemer-Museums und die Sammlungsbestände des Pelizaeus-Museums, insbesondere zur Kultur und Geschichte des alten Ägyptens zu erhalten, zu pflegen, zu erweitern, wissenschaftlich auszuwerten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unterschiedliche Weltkulturen, zeitgenössische Kunst sowie Themen zur Natur- und Kulturgeschichte, insbesondere der Stadt und der Region sollen präsentiert und Kenntnisse hierüber vermittelt werden. Gesellschaftskapital: 770.000,00 € Die Einlage erfolgte in Höhe von 342.500 €. Wegen des Restbetrages hat die Stadt Hildesheim eine selbstschuldnerische Bürgschaft über die Sparkasse Hildesheim gegeben. Gesellschafter: Stadt Hildesheim Aufsichtsrat: (Stand 31.12.2017) Herr Dr. Ulrich Kumme (Vorsitzender) Frau Beate Maria König Frau Maria Kurth (bis 31.10.2016) Frau Rosa Wagner-Kröger (ab 01.11.2016) Frau Gabriele Bommersbach Herr Dr. Alexander Dylong Herr Dr. Ingo Meyer Herr Dr. Hartmut Häger Herr Dr. Jürgen Kroneberg Herr Dr. Ludolf Pelizaeus (beratendes Mitglied) Geschäftsführung: Frau Prof. Dr. Regine Schulz Beschäftigte: 51 Mitarbeiter/innen 90 1. Wirtschaftliche Situation der Gesellschaft in 2017: Für den Sammlungs- und Ausstellungsbetrieb stehen der Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim GmbH (RPM GmbH) Grundstücke, Gebäude und Nebenanlagen in Hildesheim, Am Steine 1 – 2, aufgrund des Nutzungs- und Überlassungsvertrages vom 01. Oktober 2001 mit der Stadt Hildesheim zur Verfügung. Er gilt auch für die Sammlungs- und Einrichtungsgegenstände, die vor Errichtung der Gesellschaft vorhanden waren. Die Überlassung erfolgt kostenlos. Daneben sind weitere Lagerräume in Hildesheim angemietet worden (Wachsmuth- und Oldekopstraße). Durch die Übernahme des Stadtmuseums im Knochenhaueramtshaus seit 2007 ist der Aufgabenbereich der Gesellschaft erweitert. Die RPM gGmbH hat alle Erträge aus dem Entgelt und Zuschüssen für die Betriebsführung sowie alle Kosten für das Stadtmuseum separat erfasst und diese Buchführung in die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung der RPM gGmbH integriert. Die Gesellschaft betreut neben der Dauerausstellung diverse Sonderausstellungen und Wanderausstellungen. Daneben werden mit Hilfe von wissenschaftlichen Mitarbeitern diverse Forschungsprojekte durchgeführt, die u.a. durch die deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) sowie Spenden und Zuschüsse von Dritten finanziert wurden. Bilanz: Bilanzsumme Eigenkapital Davon Gezeichnetes Kapital Zweckgeb. Rücklagen Jahresüberschuss Anlagevermögen Umlaufvermögen Verbindlichkeiten 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ T€ 761 531 688 456 309 282 95 -132 -179 3 770 770 770 770 770 162 188 225 524 108 162 227 238 256 173 162 47 233 301 519 162 -181 101 173 354 162 -48 69 237 90 Der Jahresabschluss 2017 schließt mit einer Bilanzsumme von 761.228,30 € und liegt damit um 230 T€ höher als im Vorjahr. Die Erhöhung der Bilanzsumme liegt insbesondere begründet in einer deutlichen Erhöhung des Umlaufvermögens (+248 T€) sowie der deutlichen Verringerung des Verlustvortrags (+227 T€). Die Erhöhung des Umlaufvermögens liegt, neben der Erhöhung von Forderungen und Vorräten, insbesondere in der Erhöhung der liquiden Mittel aufgrund von Vorauszahlungen für Projekte in 2018 begründet. Das Eigenkapital konnte aufgrund des weiterhin positiven Jahresüberschusses in 2017 erneut gesteigert werden (+187 T€). 91 Gewinn- und Verlustrechnung: Umsatzerlöse Sonst. betr. Erträge Materialaufwand Personalaufwand Sonst. betr. Aufwendungen Ergebnis gew. Geschäftstätigkeit 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ T€ 2.602 2.643 2.820 1.915 1.895 179 70 955 770 746 485 431 630 648 558 1.203 1.161 1.198 1.138 1.270 797 810 1.024 994 953 188 226,5 47 -181 -39 Die Umsatzerlöse setzen sich zu einem großen Teil aus den Betriebskostenzuschüssen und Betriebsführungsentgelten der Stadt für das RPM und das Stadtmuseum zusammen (1.673 T€). Trotz gleichbleibender Zuschusssituation durch die Stadt Hildesheim sind allerdings die Umsatzerlöse insgesamt um 41 T€ gesunken. Dies liegt bei gleichbleibender Besucherzahl darin begründet, dass die tatsächlich gezahlten Eintrittsentgelte aufgrund einer anderen Besucherstruktur nach unten abweichen. Demgegenüber konnten die Spenden gegenüber dem Vorjahr um 88 T€ deutlich gesteigert werden. Auf der Aufwandsseite hat sich zum einen der Materialaufwand um 54 T€ aufgrund erhöhter Werkvertragskosten erhöht, zum anderen sind ebenfalls die Personalaufwendungen aufgrund von Tariferhöhungen angestiegen. Das Jahresergebnis ist mit 187.706,58 € leicht geringer als noch im Vorjahr (-39 T€). Es soll auf neue Rechnung vorgetragen werden und verringert somit die Verlustfortschreibung aus den Vorjahren erneut. Besucherzahlen: Im Geschäftsjahr 2017 kamen rd. 47.453 Besucher in die beiden Museen, ca. 200 mehr als in 2016. Liquidität: Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Jahr 2017 immer gegeben. Zukünftige Geschäftsentwicklung: Das RPM ist weiterhin bestrebt, durch attraktive Sonderausstellungen die Besucherzahlen zu erhöhen, ohne dabei den wissenschaftlichen Anspruch außer Acht zu lassen. Gerade die Entwicklungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass durch publikumswirksame Sonderausstellungen die Besucherzahlen bedingt ansteigen können. Dies hat insbesondere die Sonderausstellung „Lego“ gezeigt, die ab Oktober 2017 für hohe Besucherzahlen gesorgt hat. Die Bestrebungen, Kostenpositionen nachhaltig zu senken sowie Sponsoringerträge dauerhaft zu sichern werden weiterhin eine zentrale Rolle in der Tätigkeit des RPM spielen müssen, um diesem genannten Anspruch an Ausstellungen gerecht zu werden. 92 2. Wirtschaftsplan 2019 Summe Erträge davon: Ausstellungserträge davon: Sonstige Erträge (Spenden) Summe Aufwendungen davon: Personalaufwand davon: Aufwand Ausstellungsbetrieb Gewinn/Verlust 2018 T€ 2.839 2019 T€ 2.969 584 508 547 2.773 683 2.899 1.269 1.599 829 66 630 69 Das Roemer- und Pelizaeus-Museum plant für 2019 mit einem um 3.000 Euro höheren Gewinn als noch im Plan 2018. Die Ausstellungserträge werden aufgrund der in 2018 beendeten und stark frequentierten Ausstellung „LEGO“ im Vergleich zum Vorjahr leicht nach unten korrigiert (-76.000 Euro). In 2019 wird hierbei ein jährliches Besuchervolumen in Höhe von 40.000 Besucherinnen und Besuchern zugrunde gelegt. Dies entspricht in etwa dem in 2017 realisierten Besuchervolumen. Zeitgleich jedoch steigen die Erträge aus Spenden (+136.000 Euro) und die geplante Einlage der Stadt (+100.000 Euro) sodass es im Bereich der Erträge eine positive Veränderung (+143.000 Euro) gibt. Die Aufwendungen steigen ebenfalls an (+126.000 Euro). Hier steigt der Personalaufwand vergleichsweise deutlich an (+330.000 Euro), da für das kommende Jahr sowohl für die städtischen, als auch die GmbH-angehörigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tariferhöhungen berücksichtigt wurden. Im Gegensatz dazu sinken jedoch die Aufwendungen für den Ausstellungsbetrieb (-199.000 Euro). In den Aufwendungen enthalten sind auch bereits 190.000 Euro für den Magazinumzug. Diese sind durch Fördermittel jedoch in voller Höhe gegenfinanziert. 93 94 95 96 97 98 99 100 0 0 418.600 0 0 2.550.000 2.520.000 Summe Erträge Summe Aufwendungen Verlust/Gewinn Zinsen Habenzinsen 30.000 3.000 3.000 0 0 679.900 400.000 190.000 89.900 Sonstige Erträge Spenden/Sponsoring Museum Spenden/Sponsoring Magazinumzug Andere Erträge 39.300 379.300 9.800 9.000 500 300 0 0 405.800 0 0 0 40.580 365.220 498.000 270.000 30.000 23.000 170.000 5.000 1.372.100 1.367.300 4.800 0 0 0 WP 2019 WP 2019 ohne Stadtmuseum Stadtmuseum 69.300 2.899.300 2.968.600 0 0 682.900 403.000 190.000 89.900 507.800 279.000 30.500 23.300 170.000 5.000 1.777.900 1.367.300 4.800 0 40.580 365.220 WP 2019 RPM 5.350 2.400.250 2.405.600 0 0 540.000 420.000 120.000 0 563.500 350.000 45.000 3.500 160.000 5.000 1.302.100 1.267.300 4.800 30.000 0 0 60.200 373.100 433.300 0 0 7.000 7.000 0 0 20.500 19.000 1.500 0 0 0 405.800 0 0 0 40.580 365.220 WP 2018 WP 2018 ohne Stadtmuseum Stadtmuseum Wirtschaftsplan 2019 - Erträge - Ausstellungserträge Eintrittsentgelte Pädagogosche Führungen/Workshops Verkaufserl. Lizenzeinnahmen und Bildrechte Sonstige Erlöse Kostenerstattungen Einlage der Stadt Personalkostenerstattung der Service-GmbH Überschussabführung Service-GmbH Betriebsführungsentgelt Betriebsführungszuschuss Bezeichnung 101 65.550 2.773.350 2.838.900 0 0 547.000 427.000 120.000 0 584.000 369.000 46.500 3.500 160.000 5.000 1.707.900 1.267.300 4.800 30.000 40.580 365.220 WP 2018 RPM 187.707 2.599.539 2.787.246 0 0 677.641 509.140 0 168.501 422.105 259.507 26.815 1.689 131.893 2.201 1.687.500 1.267.300 14.400 0 40.580 365.220 Bilanz 2017 Wirtschaftplan 2019 - Aufwendungen - 337.300 61.000 0 112.000 150.000 6.000 5.800 2.500 614.000 10.000 140.000 10.000 70.000 6.000 20.000 80.000 20.000 60.000 8.000 190.000 0 Museums-/ Ausstellungsbetrieb Restaurierung v.Kunst-/Sammlungsgegenständen Sonstiger Betriebs- und Ausstellungsbedarf Druckerzeugnisse (Kataloge,Flyer, etc für Dauerausst.) Werbung Repräsentation/Bewirtung Versicherungen f. Ausstellungen Leihgebühren Fracht-/Transportkosten Fremdleistungen Museumspädagogik Kosten Vorbereitung Magazinumzug Rückerstattung Eintrittsgelder 459.700 136.000 36.800 112.000 160.000 6.200 6.200 2.500 630.200 11.000 145.000 11.000 70.200 6.500 21.500 80.000 20.000 60.000 9.000 190.000 6.000 122.400 75.000 36.800 0 10.000 200 400 0 16.200 1.000 5.000 1.000 200 500 1.500 0 0 0 1.000 0 6.000 809.000 10.000 120.000 20.000 170.000 6.000 15.000 260.000 20.000 60.000 8.000 120.000 0 337.300 61.000 0 112.000 150.000 6.000 5.800 2.500 20.000 1.000 14.000 1.000 1.000 500 1.500 0 0 0 1.000 0 0 122.400 75.000 36.800 0 10.000 200 400 0 829.000 11.000 134.000 21.000 171.000 6.500 16.500 260.000 20.000 60.000 9.000 120.000 0 459.700 136.000 36.800 112.000 160.000 6.200 6.200 2.500 396.929 55.025 107.162 12.783 102.932 4.587 0 0 1.816 94.972 10.951 0 6.701 478.649 131.292 32.444 113.312 184.176 6.477 7.918 3.030 WP 2019 WP 2018 ohne WP 2019 ohne WP 2018 Stadtmuseum Stadtmuseum WP 2019 Stadtmuseum Stadtmuseum WP 2018 Bilanz 2017 1.371.500 227.000 1.598.500 1.052.000 217.000 1.269.000 1.520.953 175.000 65.000 240.000 170.000 60.000 230.000 241.658 1.120.000 140.000 1.260.000 800.000 135.000 935.000 1.181.454 70.000 20.000 90.000 75.000 20.000 95.000 89.456 6.500 2.000 8.500 7.000 2.000 9.000 8.385 Grundstücks-/Gebäudekosten Miete Wachsmuthstr. Ant. Mietnebenkosten (KAH) Heizung/Klima Gas, Strom, Wasser Müllabfuhr Reinigung Andere Grundstücks-/Gebäudekosten Bezeichnung Personalkosten Städtisches Personal GmbH-Personal Aushilfslöhne Kosten für Arbeitsschutz 102 Andere betriebliche Aufwendungen Inventar,Inventarunterhaltung, auch EDV, etc. Reparatur /Instandhaltung/Wartung Büroausstattung Fremdarbeiten Bürobedarf Telefon,Fax,Porti Nebenkosten des Geldverkehrs Mieten bewegl. Wirtschaftsgüter Fortbildungskosten/Mitgliedsbeiträge Sonstige Aufwendungen Kfz-Steuer Abschreibungen Anlagenabgänge Ertragsteuer Sonstige Betriebskosten Fahrzeugkosten/Betrieb/Leasing Beiträge/Versicherungen Reisekosten Repräsentation/Bewirtung Rechts-/Steuerberatung,FIBU Wirtschaftsprüfung Bezeichnung Zinsen Zinsen Bestandveränderungen Summe Aufwendungen 103 200 200 0 2.520.000 149.500 10.000 45.000 2.000 5.000 8.500 13.000 1.600 8.500 800 17.000 500 36.000 0 1.600 47.500 9.500 6.500 3.500 3.000 7.000 18.000 200 200 0 2.899.300 159.700 10.500 47.000 2.200 5.500 9.000 14.500 1.900 10.000 1.000 19.500 500 36.500 0 1.600 10.200 500 2.000 200 500 500 1.500 300 1.500 200 2.500 0 500 0 0 0 0 0 379.300 51.000 9.500 7.500 3.800 3.200 7.500 19.500 3.500 0 1.000 300 200 500 1.500 WP 2019 ohne WP 2019 Stadtmuseum Stadtmuseum WP 2019 Wirtschaftplan 2019 - Aufwendungen - 850 850 0 2.400.250 152.400 10.000 40.000 2.000 5.000 9.500 13.000 1.600 12.500 800 16.500 500 41.000 0 0 48.700 5.700 12.000 3.000 3.000 7.000 18.000 0 0 0 373.100 10.200 500 2.000 200 500 1.000 1.500 300 1.500 200 2.500 0 0 0 0 3.500 0 1.000 300 200 500 1.500 850 850 0 2.773.350 162.600 10.500 42.000 2.200 5.500 10.500 14.500 1.900 14.000 1.000 19.000 500 41.000 0 0 52.200 5.700 13.000 3.300 3.200 7.500 19.500 WP 2018 ohne WP 2018 Stadtmuseum Stadtmuseum WP 2018 185 185 0 2.599.539 150.429 9.826 46.374 0 0 9.171 13.619 1.902 9.843 1.041 19.511 453 36.863 192 1.634 52.394 9.689 7.773 3.479 3.288 10.165 18.000 Bilanz 2017 Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim Service GmbH Anschrift: Am Steine 1-2 31134 Hildesheim Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: 05121 / 9369-0 05121 / 35283 info@rpmuseum.de www.rpmuseum.de Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens sind die Bewirtschaftung und/oder Verpachtung des Museumsshops und des Museumsrestaurants im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim sowie die Durchführung von Veranstaltungen mit Bezug auf das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim. Gesellschaftskapital: 25.000,00 € Gesellschafter: Stadt Hildesheim Aufsichtsrat: (Stand 31.12.2017) Herr Lothar Ranke (Vorsitzender) Frau Monika Hoyer Herr Dr. Johannes Köhler Frau Beate König (stellv. Vors. Ab 04/2017) Herr Dr. Ingo Meyer Frau Rosa Wagner-Kröger Frau Lisa Schwarzer Frau Gabriele Bommersbach Herr Dr. Alexander Dylong Herr Prof. Dr. Ludolf Pelizaeus (beratendes Mitglied) Geschäftsführerin: Frau Prof. Dr. Regine Schulz Beschäftigte: 5 Arbeitnehmer 104 Wirtschaftliche Situation der Gesellschaft: Bilanz 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ T€ Bilanzsumme 141 148 118 117 80 Gezeichnetes Kapital 25 25 25 25 25 5,6 10 18 5 Gewinnvortrag 10 Jahresüberschuss 16 29 25 22 13 0 0 0 2 Anlagevermögen 0 148 118 117 77 Umlaufvermögen 141 Der Jahresabschluss 2017 schließt mit einer Bilanzsumme von 141.666,73 Euro, die sich damit um 7 T€ geringer als im Vorjahr darstellt. Dies liegt zum einen in einer Verringerung der liquiden Mittel (-8 T€) und der Vorräte (2 T€) sowie auf der Passivseite in einer Verringerung des Eigenkapitals (-9 T€) begründet. Das Eigenkapital hat sich aufgrund des gegenüber dem Vorjahr verschlechterten Jahresabschluss verringert. Gewinn- und Verlustrechnung: Umsatzerlöse Materialaufwand Personalaufwand Sonst. betr. Aufwendungen Ergebnis gewöhnliche Geschäftstätigkeiten Jahresüberschuss nach Steuern 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ T€ 228 246 221 206 209 51 72 41 62 50 57 51 59 56 57 84 85 89 79 79 23 43 37 32 17 16 29 25 22 13 Die Gewinn- und Verlustrechnung zum 31.12.2017 weist einen Überschuss in Höhe von 15.862,35 € aus und stellt damit eine Ergebnisverschlechterung gegenüber dem Vorjahr dar (-13 T€). Begründet liegt dies in der Tatsache, dass die Umsatzerlöse um insgesamt 19 T€ aufgrund geringerer Shop-Erlöse (-12 T€) und geringerer Einnahmen aus dem Parkplatz (5 T€), gesunken sind. Des Weiteren sind die Erlöse aus Specials mittlerweile auf Null gesunken. Gleichzeitig ist der Personalaufwand um 6 T€ angestiegen. 105 Die Umsatzerlöse teilen sich wie folgt auf: Erlösart Erlöse Shop: Erlöse Parkplatz: Erlöse Vermietungen: Erlöse Specials: Summe: 2017 (T€) 81 77 50 0 208 2016 (T€) 93 82 48 5 228 2015 (T€) 98 88 49 11 246 Liquidität: Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben. Zukünftige Geschäftsentwicklung: Die Geschäftsentwicklung wird auch weiterhin deutlich vom Publikumsinteresse am Museum abhängen. Bedingt durch die positive Auswirkung der Sonderausstellung „Lego“ konnte zwischenzeitlich der Umsatz im Luxor-Shop gesteigert werden. Durch eine stärkere Ausrichtung auf publikumswirksame Ausstellungen der Roemerund Pelizaeus Hildesheim gGmbH erhofft sich demzufolge auch die RPM Service GmbH eine deutliche Umsatzsteigerung in allen Geschäftsbereichen. 2. Wirtschaftsplan 2019 2019 T€ Summe Erträge Davon: Einnahmen Parkplatz Davon: Warenverkauf Shop Summe Aufwendungen Davon: Personalkosten Davon: Wareneinkauf Gewinn/Verlust 2018 T€ 235 284 80 75 80 199 64 40 36 120 246 64 60 38 Für 2019 wird weiterhin ein deutlich positives Ergebnis geplant. Im Ergebnis prognostiziert der Wirtschaftsplan 2019 einen Gewinn in Höhe von 36.190,00 €, der damit um 2 T€ unter dem prognostizierten Gewinn 2018 liegt. Den Erträgen in Höhe von 234.900,00 Euro stehen Aufwendungen in Höhe von 198.710,00 Euro gegenüber. 106 107 108 109 110 111 112 Hildesheim Marketing GmbH Anschrift: Rathausstr. 15 31134 Hildesheim Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: 05121 / 1798-100 05121 / 1798-111 info@hildesheim-marketing.de www.hildesheim.de Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Vorbereitung und Durchführung von Konzepten und Maßnahmen zur Förderung der Attraktivität und des Images der Stadt Hildesheim unter Berücksichtigung aller innerstädtisch relevanten Funktionen, insbesondere der wirtschaftlichen, kulturellen und stadtmarketingbezogenen Aspekte sowie die Förderung, Betreuung und das Betreiben von Einrichtungen und Veranstaltungen im Bereich des Fremdenverkehrs und der damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte. Gesellschaftskapital: 25.000,00 € Gesellschafter: Alleingesellschafterin ist die Stadt Hildesheim Aufsichtsrat: (Stand: 31.12.2017) Herr Ole Hammer (Vorsitzender) Herr Frank Wodsack (stellv. Vorsitzender) Herr Mirco Weiß Frau Rosa Wagner-Kröger Herr Malte Schönekäs Herr Dr. Ingo Meyer Herr Peter Block Geschäftsführer: Herr Boris Böcker Beschäftigte: 13 Vollzeitbeschäftigte 9 Teilzeitbeschäftigte 3 Auszubildende 113 1. Wirtschaftliche Situation der Gesellschaft in 2017: a) Bilanz: Die Abschlussbilanz zum 31.12.2017 weist folgende wesentliche Ergebnisse aus: 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2012 T€ T€ T€ T€ T€ T€ Bilanzsumme 357 470 839 953 514 407 Eigenkapital 77 54 486 165 150 161 Anlagevermögen 62 75 89 51 63 81 249 365 728 860 447 319 Umlaufvermögen Die Bilanzsumme hat sich aufgrund eines Rückgangs der Liquiden Mittel und des Anlagevermögens auf der einen Seite und eines Rückgangs der Rückstellungen, der Verbindlichkeiten und des Bilanzverlustes auf der anderen Seite verringert. Das Anlagevermögen hat sich aufgrund der Abschreibungen i.H.v. 26.000 Euro und den diesen entgegenstehenden Investitionen i.H.v. 14.000 Euro um 13.000 Euro verringert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich um 8.000 Euro erhöht. Ursächlich war hierbei die noch nicht erfolgte Abrechnung zum 31.12.2017. Die Liquiden Mittel verringern sich um 132.000 Euro gegenüber 2016. Dies steht im Zusammenhang mit der Finanzierung von Projekten in 2017, deren Finanzmittel bereits in 2016 eingezahlt wurden. Die Rückstellungen haben sich in 2017 um 72.000 Euro verringert. Die Rückstellungen in 2016 wurden insbesondere für Anwalts- und Prozesskosten sowie aufgrund einer höheren Rückstellung für ausstehende Mieten für das Tempelhaus aufgrund der mietergewünschten Umbaumaßnahmen eingestellt. In 2017 konnten zum einen die Rückstellungen für ausstehende Mieten aufgelöst werden (65.000 Euro), zum anderen wurde bereits ein Teilbetrag der Rückstellungen für Anwalts- und Prozesskosten für Kosten der Klageerhebung verbraucht (7.000 Euro). Die Verbindlichkeiten haben sich um 24.000 Euro verringert. Grund hierfür sind vorwiegend die Verringerung von Verbindlichkeiten für Projekt Folgejahre (-31.000 Euro) sowie der Umsatzsteuerverbindlichkeiten (-21.000 Euro). Das Eigenkapital / die Eigenmittel setzen sich wie folgt zusammen: Gezeichnetes Kapital Zweckgebundene Rücklagen (Einlage Stadt) Jahresfehlbetrag/ Bilanzverlust 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2012 T€ T€ T€ T€ T€ T€ 25 25 25 25 25 25 899 964 1.581 1.125 1.111 1.066 -847 -936 - 1.120 - 984 - 986 - 929 114 Das Eigenkapital ist im Vergleich zum vorherigen Trend wieder gestiegen. Dem Jahresfehlbetrag von 847.000 Euro stehen eigenkapitalerhöhende Gesellschafterleistungen der Stadt Hildesheim i.H.v. 870.000 Euro gegenüber. Das Eigenkapital konnte somit insgesamt um 23.000 Euro (+21,6%) gesteigert werden, da der Jahresfehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr geringer ausfiel. Die zweckgebundenen Rücklagen jedoch sanken weiter, in diesem Jahr um 65.813,24 € von 964.355,67 € am 31.12.2016 auf 898.542,43 € am 31.12.2017. b) Gewinn- und Verlustrechnung: Die Gewinn- und Verlustrechnung zum 31.12.2017 hat sich in den einzelnen Positionen wie folgt entwickelt: Umsatzerlöse Betriebsleistung Davon Materialaufwand Davon Personalaufwand Betriebsergebnis Jahresergebnis 2017 (T€) 693 752 360 2016 (T€) 555 595 289 Veränderung zum Vorjahr (T€) 138 157 71 777 764 13 -846 -847 -941 -936 -95 -89 Im Speziellen haben sich die Umsatzerlöse wie folgt verändert: Eintritt Werbeartikel Bücher Süßwaren Veranstaltungen, Sponsoring, Förderverträge, Anzeigen Reiseleistungen Provisionen Bestandserhöhungen unfert. Leistungen Erlöse übrige Summe Umsatzerlöse 2017 (T€) 17 70 27 30 464 2016 (T€) 21 52 27 23 358 Veränderung zum Vorjahr (T€) -4 18 0 7 106 52 29 31 38 31 0 14 -2 31 4 724 5 555 -1 169 Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt mit einem Jahresfehlbetrag von 846.725,73 Euro ab. Die Entstehung eines negativen Ergebnisses aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegt in der Eigenart des Unternehmens begründet. Hierbei sorgen die im Gesell- 115 schaftsvertrag festgelegten Festbetragseinlagen dafür, dass der Jahresfehlbetrag ausgeglichen werden kann. Der Anstieg der Umsatzerlöse resultiert insbesondere aus höheren Sponsorenbeiträgen (+106.000 Euro) und den erhöhten Erlösen im Bereich der Werbeartikel (+18.000 Euro). Die Bestandserhöhungen unfertiger Leistungen betreffen das Projekt Lichtungen, welches Anfang 2018 stattfand. Die Materialaufwendungen sind um 71.000 Euro deutlich gestiegen. Zum einen war im Rahmen der höheren Verkaufserlöse im Bereich Merchandising auch ein höherer Wareneingang (+34.000 Euro) zu verzeichnen, zum anderen stieg der Aufwand für Fremdleistungen (+36.000 Euro). c) Liquidität: Im Verlauf des Jahres 2017 war die Zahlungsfähigkeit stets gesichert. d) Zukünftige Geschäftsentwicklung: Tatsache, wie auch in den Vorjahren, dar, dass ein großes Risiko für die Gesellschaft im Wegfall oder in der namenhaften Reduzierung der Förderung durch die Gesellschafterin, der Stadt Hildesheim, gesehen wird. Die Gesellschaft verfügt zudem nicht über ausreichend Mittel, unvorhergesehene finanzielle Mehraufwendungen oder Mindereinnahmen zu kompensieren. Die Prüfung gem. § 53 Abs. 1 HGrG hat ebenfalls keinerlei Beanstandungen ergeben. In seinem Lagebericht weist der Geschäftsführer zudem auf folgende Entwicklungen, Chancen und Risiken hin: - Zukünftige Tätigkeiten Unterstützung bei der Erarbeitung eines Bewerbungskonzepts für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 sowie Implementierung eines FachkräfteWelcome-Centers gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Stadt bei einer Förderung durch die NBank - Chancen und Risiken der zukünftigen Geschäftsentwicklung a. Besucherzentrum Welterbe Obwohl das Besucherzentrum mit mittlerweile 20.000 Besuchern gut etabliert ist, stellen die bis zum Jahr 2030 laufenden Kosten mit einem jährlich hohen fünfstelligen Betrag eine erhebliche zusätzliche Belastung für die Gesellschaft dar. 116 b. Ausweitung von Tätigkeiten/Reduktion von Aufwendungen Aufgrund der angespannten finanziellen Lage ist es dem Unternehmen nicht möglich, seine Tätigkeiten weiter zu professionalisieren und sich einer Strategie- und Konzeptentwicklung zu widmen. Einsparungen wurden bisher über den Ausbau von Profitcentern abgefangen. Eine weitere Steigerung erscheint hier jedoch in keinem Bereich möglich. c. Freundliche Hildesheimer Sollte sich bis Frühjahr 2019 hier kein neuer Vorstand finden, wird der Verein wohl aller Voraussicht nach abgewickelt und aufgelöst werden. Dies wäre misslich, da der Verein finanziell einige Veranstaltungen unterstützt. 2. Wirtschaftsplan 2019: Der Wirtschaftsplan 2019 lag zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht vor. 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 Stadtentwässerung Hildesheim kommunale Anstalt des öffentlichen Rechts Anschrift: Kanalstraße 50 31137 Hildesheim Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: 05121 / 7458-800 05121 / 7458-899 info@sehi-hildesheim.de www.sehi-hildesheim.de Gegenstand der Anstalt: Gegenstand der kommunalen Anstalt ist: a) Die Abwasserbeseitigung auf dem Gebiet der Stadt und für benachbarte Kommunen sowie Vorhaltung, Planung, Bau, Betrieb und Unterhaltung der dafür notwendigen Einrichtungen. Insoweit überträgt die Stadt der kommunalen Anstalt gemäß § 143 Abs. 1 Satz 1 NKomVG die ihr nach § 97 Niedersächsisches Wassergesetz (NWG) in Verbindung mit § 56 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) obliegende Abwasserbeseitigungspflicht zur Wahrnehmung in eigenem Namen und in eigener Verantwortung. b) Betreiben eines Labors, insbesondere für Zwecke der Abwasserbeseitigung sowie die Überwachung der Einleiter nach Maßgabe des Landesrechts und des Satzungsrechts. c) Bis zum 31.05.2015 die Unterhaltung von Gewässern zweiter und dritter Ordnung innerhalb und außerhalb des Gebietes der Stadt und unabhängig davon, ob die Gewässer der Abwasserentsorgung dienen. d) Bis zum 31.05.2015 den Hochwasserschutz auf dem Gebiet der Stadt einschließlich des Betriebs und der Unterhaltung der städtischen Hochwasserschutzanlagen. e) Bis zum 31.05.2015 das Planen, Errichten, Betreiben und Unterhaltung von Einrichtungen zur Ableitung von Grund-, Quell-, oder Drainwasser. Stammkapital: 1.000.000,00 € Anstalts- und Kapitalträger: Stadt Hildesheim 131 Verwaltungsrat: (Stand 31.12.2017) Herr Dr. Ingo Meyer (Vorsitzender) Herr Stephan Lenz (stellv. Vorsitzender ab 06.03.2017) Herr Dieter Hartmann (bis 28.03.2017) Herr Burkhard Deneke (ab 29.03.2017) Herr Stephan Kaune Herr Malte Schönekäs Herr Volker Spieth Herr Dag Störmer Vorstand: Herr Dr. Erwin Voß Beschäftigte: 84 Beschäftigte (Vorjahr:86) 1. Wirtschaftliche Situation der kommunalen Anstalt in 2017: Bilanz: 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ T€ Bilanzsumme Stammkapital Rücklagen Jahresergebnis Anlagevermögen Umlaufvermögen SoPo Investitionszuschüsse SoPo Empfangene Ertragszuschüsse Verbindlichkeiten 157.531 1.000 18.114 2.783 148.844 8.867 4.034 151.180 1.000 16.809 2.282 146.570 4.478 4.437 147.093 1.000 15.429 1.563 144.007 3.070 4.852 145.454 1.000 14.502 1.033 142.973 2.454 4.604 141.900 1.000 13.683 132 139.008 2.855 5.081 13.011 11.794 10.019 10.053 10.412 117.745 114.969 114.537 114.541 110.783 Die Bilanzsumme hat sich insgesamt um knapp 6.000 T€ erhöht. Ursächlich hierfür sind auf der Aktivseite die Erhöhungen im Anlagevermögen und auf der Passivseite Erhöhungen bei den Rücklagen. Des Weiteren leistet das deutlich positive Jahresergebnis einen nicht zu verachtenden Beitrag Das Anlagevermögen hat im Geschäftsjahr Zugänge in Höhe von 7.483 T€ zu verzeichnen, denen Abschreibungen in Höhe von 5.310 T€ gegenüberstehen. Das Nettoanlagevermögen hat sich dementsprechend um 2.141 T€ erhöht. Die Forderungen setzen sich im Wesentlichen aus Forderungen für den Bereich Lieferungen und Leistungen zusammen, die noch ausstehende Begleichungen aus gebühren- und abgabenrechtlichen Zahlungsverpflichtungen beinhalten (425 T€). Die Forderungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 189 T€ erhöht. Die Verbindlichkeiten haben sich zum Vorjahr um knapp 3.000 T€ auf 117.745 T€ erhöht. Der größte Anteil entfällt insgesamt auf die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zur Finanzierung der allgemeinen Investitionstätigkeit. 132 Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen bei 1.079 T€ und damit leicht unter dem Vorjahr. Entwicklung des Eigenkapitals: Stammkapital Kapitalrücklage Gebührenausgleichsrücklage Rücklage freiwilliger Klärschlammfonds Sonst. Zweckgebundene Rücklage Ergebnisvortrag Jahresüberschuss Summe 31.12.2017 T€ 1.000 9.881 0 74 31.12.2016 T€ 1.000 9.881 0 74 8.159 6.854 487 2.782 22.383 -491 2.282 19.601 Das Eigenkapital hat sich aufgrund der Zuführung zur sonstigen zweckgebundenen Rücklage von 1.305 T€, des Ergebnisvortrags in Höhe von 977 T€ aus dem Jahresergebnis 2016 sowie dem Jahresergebnis 2017 deutlich erhöht, wodurch die Eigenmittelquote nunmehr bei 19,05 % liegt und hier somit weiterhin ein positiver Anstieg zu verzeichnen ist. 133 Gebührenentwicklung: Der Unternehmensaufgabe liegt eine einjährige Gebührenbedarfsberechnung für das Geschäftsjahr 2017 zu Grunde. Die Gebührensätze wurden gegenüber 2016 nicht verändert. Gebührenarten Schmutzwasserbeseitigung Niederschlagswasserbeseitigung Entsorgung Kleinkläranlagen Entsorgung Sammelgruben Gebühren- Menge satz 2017 2017 Erlöse 2016 T€ 2,14 €/m³ 5.217.979 11.166.475 2,14 €/m³ 5.214.602 11.159 m³ m³ 0,59 €/m² 11.897.425 7.019.481 0,59 €/m² 11.871.090 7.004 m² m² 24,50 €/m³ 31,50 m³ 0,077 24,50 €/m³ 2,00 m³ 0,049 47,01 €/m³ Erlöse 2017 T€ 246,50 m³ Gebühren- Menge satz 2016 2016 11.588 47,01 €/m³ 47,01 €/m³ Die dargestellten Mengen der einzelnen Gebührenarten entsprechend fast genau dem Vorjahr. Da keine Gebührenerhöhungen stattgefunden haben, konnten somit die Vorjahreswerte gehalten werden. Gewinn- und Verlustrechnung: Die SEHi ist aufgrund der öffentlich-rechtlichen Aufgabe „Abwasserbeseitigung“ dadurch gekennzeichnet, dass im Erfolgsbereich nach NKAG keine Gewinne erwirtschaftet werden dürfen. Fallen dennoch positive Jahresergebnisse an, sind diese den Gebührenpflichtigen innerhalb der nächsten drei Jahre über die entsprechenden Gebührenkalkulationen gutzuschreiben. 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ T€ Umsatzerlöse Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Zinsen und ä. Aufwendungen Ergebnis gew. Geschäftstätigkeit 20.798 2.890 4.800 5.310 4.038 20.152 2.659 4.883 5.214 4.197 17.895 2.759 4.805 5.099 4.419 18.010 3.373 4.698 4.969 4.351 17.540 3.646 4.755 4.945 4.514 2.787 2.288 1.569 1.041 139 Die Umsatzerlöse setzen sich im Wesentlichen aus den Schmutz- und Niederschlagswassergebühren (18.786 T€) zusammen, die hauptsächlich für das gegenüber dem Vorjahr um 499 T€ besseres Jahresergebnis verantwortlich sind. Da keine Gebührenerhöhung stattfand, beruht der Anstieg gegenüber dem Vorjahr (+646 T€) auf einem Mengenzuwachs in Höhe von 115.000 m³ (+250 T€) sowie auf in Zusammenhang mit den Vorjahresnacherhebungen in Höhe von 565 T€ zusätzlich realisierten Beträgen. 134 17 Der Jahresabschluss 2017 weist insgesamt einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.782.329,08 € auf. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, das Jahresergebnis 2017 wie folgt zu verwenden: Jahresüberschuss Zuführung zur sonstigen zweckgebundenen Rücklage Vortrag auf neue Rechnung 2.782.329,08 € 1.300.359,15 1.481.969,93 € Investitionen: Investitionsvolumen gem. Plan 2017 Durchgeführtes Investi- Differenz tionsvolumen 2017 19.475.000 € 6.388.350,19 € -13.086.649,81 € Die durchgeführten Investitionen lagen mit 6.388 T€ wiederum deutlich hinter dem geplanten Volumen in Höhe von 19.475 T€. Die oben dargestellte Differenz ist im Wesentlich auf eine zeitliche Anpassung der Maßnahmenplanungen und Bauausführungen zurückzuführen, die auch auf Veränderungen bei der Stadt, als Vertragspartner bei der Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten, zurückzuführen ist. Das Volumen der Investitionen entspricht in etwa dem Vorjahr (6.811 T€) Liquidität: Die Zahlungsfähigkeit war während des Berichtsjahres jederzeit gegeben. Zukünftige Entwicklung und Risiken Entsprechend den Stadtentwicklungszielen wird der Schwerpunkt der Anstalt in der Erschließung von peripheren Wohnungsbaugebieten und der innerörtlichen Lückenbebauung liegen. Um zudem die Leistungsfähigkeit und die Betriebssicherheit der Abwasserbeseitigung der Stadt Hildesheim gewährleisten zu können, werden laufende Sanierungsarbeiten fort- und die Stadtentwicklungskonzepte der Stadt Hildesheim zeitgleich umgesetzt. Dies umfasst in der mittelfristigen Planung insbesondere die Entwicklung und Erschließung von Gewerbegebieten im östlichen und nördlichen Stadtgebiet. Risiken werden in erster Linie in den zukünftig zu erwartenden gesetzlichen Anforderungen an den Abwasserreinigungsprozess sowie der Klärschlammbehandlung gesehen: Die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm als Sekundärrohstoffdünger unterliegt der novellierten Klärschlamm- und Düngemittelverordnung. Die jetzt geltenden wesentlich schärferen Grenzwerte können von der SEHi nach derzeitiger Befundlage noch eingehalten werden. Aufgrund dieses schwierigen Umfeldes für die langwirtschaftliche Klärschlammverwertung ist für die Zukunft weiter mit einem ansteigenden Preisniveau zu rechnen. 135 Schwerwiegender wirkt sich das ab dem 01.01.2017 geltende Verbot der Ausbringung von nicht oder nur schwer biologisch abbaubaren synthetischen Polymeren aus, die im Rahmen der Klärschlammstabilisierung eingesetzt werden. Hier steht der Abbaunachweis durch die Kontrollbehörden noch aus. Die Nichteinhaltung der Grenzwerte würde eine landwirtschaftliche Verwertung des Klärschlammes ausschließen und kurzfristig erhebliche Investitionen in den Aufbau von Trocknungseinrichtungen erfordern. Weiter wird angestrebt, mit umliegenden Kommunen im Bereich der Abwasserreinigung und der Klärschlammbehandlung zu kooperieren oder auch einzelne Leistungen zu übernehmen. Die Gründung einer entsprechenden Gesellschaft ist zum 01.01.2019 geplant. 2. Wirtschaftsplan 2019: Erträge Davon Gebühreneinnahmen Aufwendungen Überschuss Investitionen 2019 T€ 21.030 18.300 20.806 225 23.500 2018 T€ 20.725 18.054 19.561 1.165 19.800 Die Einnahmen aus Schmutz- und Niederschlagswassergebühren steigen aufgrund einer zu erwartenden steigenden gebührenrelevanten Fläche im Bereich der Niederschlagswassergebühren leicht an. Für die Folgejahre wird ein konstantes Gebührenaufkommen erwartet. Die Aufwendungen steigen insgesamt leicht an: Bei den Materialaufwendungen wird in den Folgejahren wird mit einer leicht steigenden Höhe gerechnet. Insgesamt machen die Materialaufwendungen etwa 19 % an den Gesamtaufwendungen aus. Den steigenden Personalaufwendungen liegen die tariflichen Entgeltanpassungen zugrunde. Personalaufwendungen machen etwa 29% der Gesamtaufwendungen aus. Aufgrund der Erfahrungen in der Vergangenheit ist damit zu rechnen, dass bei der Umsetzung des Investitionsprogramms mit zeitlichen Verschiebungen bei einzelnen Maßnahmen zu rechnen sein wird, so dass das Gesamtvolumen wahrscheinlich nicht vollumfänglich verausgabt werden kann. Gebührenentwicklung: Die Gebühren der Stadtentwässerung Hildesheim verbleiben auf dem Vorjahresniveau. 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 Flugplatz Hildesheim GmbH Anschrift: Am Flugplatz 26 31137 Hildesheim Telefon: Telefax: E-Mail: 05121 / 280980 05121 / 69814009 info@flugschule-hildesheim.de Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines Flugplatzes in Hildesheim bzw. das Halten der Betriebsgenehmigung für den Flugplatz in Hildesheim und die Überwachung der mit der bestehenden Genehmigung verbundenen Pflichten einer mit der Betriebsführung des Flugplatzes Hildesheim beauftragten Gesellschaft. Gesellschaftskapital: 25.564,59 € Gesellschafter: Stadt Hildesheim (75 %) Aero-Club Hildesheim-Hannover e.V. (25 %) Aufsichtsrat: (Stand 31.12.2017) Frau Antje Kuhne (Vorsitzende) Herr Wolfgang Hillemann (stv. Vorsitzender) Herr Jörg Bredtschneider Herr Vincenzo Calvanico Herr Felix von der Lieth Geschäftsführer: Herr Andreas Streich Beschäftigte: 1 Geschäftsführer 167 1. Wirtschaftliche Situation der Gesellschaft in 2017 Der Betrieb des Flugplatzes wurde im Jahr 2009 auf einen privaten Investor übertragen, so dass auch im Geschäftsjahr 2017 keine operative Tätigkeit ausgeführt wurde. Der Flugplatz Hildesheim GmbH verbleibt als einzige Einnahmequelle die Einnahme aus der Überlassung der Genehmigung zur Anlage und zum Betrieb eines Landeplatzes in Höhe von 10.000 € p. a. Der Jahresabschluss 2017 weist eine Bilanzsumme von 32.658,95 € aus. Den Umsatzerlösen von 12.043,40 € standen ein Personalaufwand von 6.301,92 € und sonstige betriebliche Aufwendungen von insgesamt 3.930,89 € gegenüber, so dass ein Jahresüberschuss von 1.533,59 € erzielt werden konnte. Die Abschlussbilanz weist zum 31.12.2017 folgende wesentliche Positionen aus: 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 Umlaufvermögen 32.659 31.681 29.821 28.265 26.993 Gezeichnetes Kapital 25.565 25.565 25.565 25.565 25.565 Gewinnrücklagen 78.527 78.527 78.527 78.527 78.527 Bilanzverlust 73.736 75.269 76.955 78.480 80.482 1.699 1.958 1.650 1.650 1.650 604 400 1.034 1.003 1.733 32.659 31.681 29.821 28.265 26.993 Rückstellungen Verbindlichkeiten Bilanzsumme Die Gewinn- und Verlustrechnung weist zum 31.12.2017 folgende wesentliche Ergebnisse aus: 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 12.043 11.207 11.990 10.000 10.000 Personalaufwand 6.302 6.308 6.298 6.287 6.287 sonst. betr. Aufwendungen Steuern vom Ein. u. Ertrag Jahresüberschuss 3.931 3.015 4.105 1.711 3.348 277 308 62 0 0 1.534 1.686 1.524 2.001 376 Umsatzerlöse 168 2. Wirtschaftsplan 2019: Den Erträgen in Höhe von 11.900 € stehen dabei Aufwendungen in Höhe von 11.260 € entgegen. Der Wirtschaftsplan 2019 prognostiziert ein Jahresergebnis von 640 €. 169 170 171 Flugplatz Hildesheim GmbH Wirtschaftsplan 2019 Euro Pacht sonst. Erträge Summe Einnahmen Personalaufwand 10000,00 1900,00 11900,00 6350,00 Raumkosten 360,00 Steuerberater 1000,00 Versicherungen sonst. Aufwendungen 350,00 1900,00 sonst. betr. Aufwendungen 650,00 Abschlusskosten 650,00 Summe Ausgaben Betriebssteuern Jahresergebnis 11260,00 0,00 640,00 172 Hafenbetriebsgesellschaft m.b.H Hildesheim Anschrift: Hafenstraße 20 31137 Hildesheim Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: 05121 / 533 84 05121 / 534 74 Hafen.Hildesheim@t-online.de www.hafen-hildesheim.de Gegenstand des Unternehmens: 1. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb des Hafens und der Hafenbahn der Stadt Hildesheim, der Erwerb und die Verwaltung von Grundstücken, die Errichtung von Lagerhäusern und sonstigen für den Hafenbetrieb erforderlichen Gebäuden und Anlagen sowie alle damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte. 2. Die Gesellschaft darf mit Einwilligung des Arbeitsausschusses Zweigniederlassungen errichten, andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art gründen und erwerben oder sich an solchen Unternehmen beteiligen. Stammkapital: 186.000 € Gesellschafter: Stadt Hildesheim Rhenus SE & Co. KG Arbeitsausschuss: Frau Antje Kuhne Herr Werner Lappe Geschäftsführer: Herr Matthias Herten Beschäftigte: 8 Mitarbeiter 173 50,00 % 50,00 % 1. Wirtschaftliche Situation der Gesellschaft in 2017: Trotz verringerter Mengenentwicklungen in der Gesamttonnage, die sich in niedrigeren Umsatzerlösen niederschlug, konnte ein positives Jahresergebnis erreicht werden, das sich jedoch schwächer als im Vorjahr zeigt. Bilanz: 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ T€ Bilanzsumme 619 762 940 968 757 Anlagevermögen 314 350 349 377 412 Umlaufvermögen 305 412 580 488 345 Verbindlichkeiten 20 12 16 175 155 Gezeichnetes Kapital 186 186 186 186 186 Gewinnrücklagen 132 132 132 132 132 Jahresüberschuss 10 41 51 65 0 Die Bilanzsumme der Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag um 143 T€ gesunken. In Folge der verminderten Bilanzsumme weist die Gesellschaft nunmehr eine erhöhte Eigenkapitalquote von 66,2 % (Vorjahr: 57,7 %) auf. Das Umlaufvermögen hat sich insbesondere aufgrund einer deutlichen Verringerung beim Guthaben bei Kreditinstituten (-100 T€) rückläufig entwickelt. Gewinn- und Verlustrechnung: 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 T€ T€ T€ T€ T€ Umsatzerlöse 776 905 997 971 919 Sonst. betr. Erträge 403 266 30 26 21 Materialaufwand 68 76 78 87 98 Personalaufwand 430 410 392 398 429 Sonst. betr. Aufwendungen 621 577 437 415 356 174 Ergebnis nach Steuern 19 50 81 54 14 Jahresüberschuss 10 41 51 65 0 Der Geschäftsverlauf 2017 war von einem rückläufigen Umschlagsvolumen und damit sinkenden Umsatzerlösen geprägt. Insgesamt wurden 543 (Vorjahr: 643) Schiffe abgefertigt. Die Verkehrsleistung im Jahr 2016 betrug 556.100 t (Vorjahr: 662.800 t). Dies entspricht einem Rückgang von 14,6%. Chancen und Risiken der Gesellschaft: Als Chancen werden die bestehenden langjährigen Geschäftsbeziehungen zu den Kunden sowie die Vorreiterstellung im Umschlagsgeschäft des Hildesheimer Hafens gesehen. Die Investitionen in den Stichkanalausbau, in Brückenanhebungen und die Hafenbahngleisanlage sollen mittelfristig die Attraktivität des Standortes auch für größere Binnenschiffe und den Bahnverkehr erhöhen. Eine Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes ist bereits erfolgt. Weiterhin bietet die beantragte BImSch-Genehmigung (Bundes-Immissionsschutzgesetz) die Möglichkeit zu Neugeschäften im Bereich des Abfallumschlags. Konstatierend wird für das Geschäftsjahr 2018 ein leicht steigendes Jahresergebnis erwartet. 2. Wirtschaftsplan 2019 2019 T€ 2018 T€ Gesamtertrag 816 751 Personalaufwand 448 448 Sachaufwand 257 226 EBITDA 111 78 44 24 Ergebnis aus gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (vor Steuern, nach 40% Hafenpacht) Der Wirtschaftsplan 2019 geht gegenüber dem Planansatz für 2018 von einem deutlich steigenden Jahresüberschuss aus. Bei konstant bleibenden Personalaufwendungen und moderat steigenden Sachaufwendungen wird mit einem Gesamtertrag von 816 T€ (Vorjahr: 751 T€) gerechnet. 175 176 177 178 179 180 181 Hafenbetriebsgesellschaft mbH, Hildesheim Wirtschaftsplan 2019 Jahr 2019 Plan T€ 2018 Plan T€ Umsatzerlöse 904 840 Gesamtertrag 816 751 Personalaufwand -448 -448 Sachaufwand -257 -226 EBITDA 111 78 Summe AfA -35 -35 73 40 -29 -16 44 24 Geschäftsergebnis I Hafenpacht 40% Geschäftsergebnis II 182 Theater für Niedersachsen GmbH Anschrift: Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: Theaterstr. 6 31141 Hildesheim 05121 / 1693-0 05121 / 1693-119 info@tfn-online.de www.tfn-online.de Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines Theaters sowie die Unterhaltung eines Symphonieorchesters zur Förderung kultureller Zwecke. Der Gesellschaftszweck umfasst insbesondere die Aufführung und Produktion von Bühnenwerken aller Gattungen im Musik-, Tanz- und Sprechtheater in der Tradition des Deutschen Ensemble- und Repertoiretheaters sowie Darbietungen von Konzerten. Der Produktionsort ist in der Regel Hildesheim. Stammkapital: 39.000,00 € Gesellschafter: Stadt Hildesheim (33,33 %) Landkreis Hildesheim (33,33 %) Theater für Niedersachsen GmbH (TfN) eigene Anteile (33,33%) Aufsichtsrat: (Stand 31.08.2017) Herr Dr. Ingo Meyer (Vorsitzender) Herr Olaf Levonen (stv. Vorsitzender) Herr Curt Bakeberg Frau Ursula Erben Herr Gotthard Hauschild Herr Uwe Tobias Hieronimi Frau Dagmar Hohls Herr Ottmar von Holtz Frau Beate König Herr Ralf Kriesinger Herr Ekkehard Palandt Herr Alexander Prosek Herr Harald Schliestedt Herr Philipp Thalmann Frau Doris Wendt Vertreter/in des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur Geschäftsführer: Jörg Gade, Intendant Beschäftigte: 174 93 267 Angestellte Arbeitnehmer Gewerbliche Arbeitnehmer Gesamt 183 1. Wirtschaftliche Situation der Gesellschaft in der Spielzeit 2016/2017: a) Bilanz Die Vermögenslage der Gesellschaft hat sich wie folgt entwickelt: 2016/2017 2015/2016 2014/2015 2013/2014 Bilanzsumme davon Anlagevermögen Liquide Mittel Rückstellungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen passive Rechnungsabgrenzungsposten Eigenkapital Eigenkapitalquote TEUR 3.829 4.573 3.537 5.288 TEUR TEUR TEUR 993 1.331 292 1.053 2.012 286 1.077 361 181 1.161 2.518 1.285 TEUR 158 192 183 63 TEUR 497 1.602 1.478 1.432 TEUR % 2.680 70 2.270 50 1.492 42 2.337 44 Die Bilanzsumme hat sich auf 3.829 Mio. Euro verringert und ist damit um -16,3 % gesunken. Dies resultiert vornehmlich aus dem stichtagsbezogen geringen Kassenbestand, der gegenüber 2015/16 (2,013 Mio. Euro) auf 1,331 Mio. Euro gesunken ist. Ursächlich dafür waren vor allem geänderte Zahlungsflüsse der Gesellschafter. Die liquiden Mittel haben sich auf 1.331 T€ um 682 T€ verringert. Hier konnte der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit den Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit nicht decken. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind stichtagsbezogen um 34 T€ auf 158 T€ gesunken. Das Eigenkapital der Gesellschaft hat sich wie folgt entwickelt: 31.08.2017 31.08.2016 31.08.2015 31.08.2014 31.08.2013 T€ T€ T€ T€ T€ Gezeichnetes Kapital Gewinn/Verlustvortrag Jahresergebnis Eigenmittel 39 2.244 410 39 1.466 779 39 2.298 - 832 39 1.673 625 39 1.475 198 2.693 2.284 1.505 2.349 1.755 Die Gesellschaft verfügt zum 31.08.2017 über ein bilanzielles Eigenkapital von 2.680 T€, welches gegenüber dem Vorjahr nochmals um 410 T€ gesteigert werden konnte und nunmehr 70% der Bilanzsumme beträgt. Das gezeichnete Kapital beträgt hierbei 39 T€. 184 b) Gewinn- und Verlustrechnung: Umsatzerlöse Davon Erlöse aus Eigenproduktionen Zuschüsse: Land Niedersachsen Gesellschafter Personalaufwand Anzahl Vollzeitstellen (ohne Auszubildende) Theateraufwand gesamt Jahresergebnis TEUR 2016/2017 1.976 2015/2016 1.939 2014/2016 1.815 2013/2014 1.982 TEUR 1.518 1.592 1.508 1.627 TEUR TEUR TEUR 7.379 7.136 12.136 7.261 7.056 11.913 7.782 6.993 11.693 6.564 7.235 11.739 248 248 247 247 TEUR 16.323 15.831 18.081 15.749 TEUR 410 779 -832 625 Zuschüsse: Art der Zuwendung Zuschuss Land Niedersachsen Zuschüsse Stadt und Landkreis Hildesheim Zuschuss Region Hannover Betriebskostenzuschuss Stadt Nienburg Zuschuss Stadt Hameln 2016/2017 7.379 Mio. € 7.136 Mio. € 175.000,00 € 60.000 € 12.000 € 2015/2016 € 7.069 Mio. € 7.056 Mio. € 191.666,67 € 60.000 € 12.000 € Der Anstieg der Zuschüsse des Landes Niedersachsen und der Stadt und des Landkreises Hildesheim begründet sich durch anteilige Übernahme der Tarifsteigerungen. Des Weiteren werden mit der Ziel- und Leistungsvereinbarung ab 2015 Zuschussbeträge für das Kinder- und Jugendtheater sowie zur Stärkung des "bürgerschaftlichen Engagements" in den Festbetragszuschuss integriert. Ebenfalls enthalten ist die beschlossene Sonderförderung. Die Region Hannover leistete nach Ausscheiden des Zweckverbandes Landesbühne Hannover einen Zuschuss in Höhe von rd. 175 T€. Dieser ergibt sich aus dem in voller Höhe abgerufenen Ausgleich des Rabatts für Gastspielbuchungen von Regionsorten (150 T€) sowie aus der Vereinbarung zur Förderung theaterpädagogischer Maßnahmen (25 T€/Kalenderjahr). Personal- und Sachaufwand: Im Bereich des Personalaufwands wurde der Ansatz des Wirtschaftsplans erneut deutlich unterschritten. Zwar stieg der Personalaufwand nominal um rund 223 T€ (2%) leicht an, insgesamt blieb dies aber deutlich hinter dem Ansatz im Wirtschaftsplan zurück. Ursächlich hierfür sind weiterhin zunehmende Probleme bei der Besetzung ausgeschriebener Stellen sowie Langzeiterkrankungen. Der gesamte Aufwand erhöhte sich um 492 T€. Bedingt ist dies vor allem durch die gestiegenen Gagen für selbständige Künstlerinnen und Künstler sowie höhere Löhne und Gehälter. 185 Besucherzahlen: In der Spielzeit 2016/2017 konnte das Theater für Niedersachsen GmbH insgesamt 180.886 (Spielzeit 2015/16: 184.741 / Spielzeit 2013/2014: 211.347) Besucherinnen und Besucher begrüßen. Gegenüber den vorangehenden Spielzeiten bedeutet dies weiterhin einen Rückgang. Im Vergleich zur vorherigen Spielzeit ging die Besucherzahl um 3.856 Besucherinnen und Besucher (2,1 %) zurück. Analog zu den dargestellten Besucherzahlen entwickelten sich die Einnahmen, die insgesamt um rund 87 T€ unter denen des Vorjahres liegen. Die Anzahl der Vorstellungen konnte um insgesamt 30 gesteigert werden, inklusive des Kontaktprogramms, der Hausüberlassungen und der Gastspiele sogar um 176. Die Auslastung der Vorstellungen in Hildesheim und den weiteren Spielstätten konnte insgesamt um 8,6 % gesteigert werden, was insbesondere auf der Neueröffnung in Langenhagen beruht, da dieser Standort in der vorherigen Spielzeit gar nicht bespielt werden konnte. Ohne Langenhagen würde die Steigerung der gesamten Auslastung bei lediglich 3 % liegen. In Hildesheim hingegen ist die Auslastung mit -0,8 % leicht rückläufig. Großes Haus: Hier wurden 211 Vorstellungen mit insgesamt 82.469 Besucherinnen und Besuchern (-4.993 Besucherinnen und Besucher) gezeigt. Die Auslastung lag im Schnitt bei 67,5 % und sank damit im Vorjahresvergleich um 2,5 %. Die Einnahmen folgten hier diesem Trend und sanken auf 819 T€ (-7 %). Theater am Aegi: Hier wurden im Berichtszeitraum drei Vorstellungen gezeigt. Die Auslastung ging leicht von 62 % auf 60 % zurück. Die Einnahmen erhöhten sich aufgrund der zusätzlichen Vorstellung auf 33 T€ (Vorjahr 21 T€). Diese Spielstätte muss von Jahr zu Jahr beobachtet werden, um besser einschätzen zu können, inwiefern die Inszenierungen des TfN den Hannoveraner Spielplan ergänzen können. Langenhagen: Nach einer Sanierungsmaßnahme in der Spielzeit 2015/2016 wurden nunmehr wieder 8 Vorstellungen mit einer Auslastung i.H.v. 52 % gezeigt. Abstecher: Im Rahmen von Gastspielen außerhalb von Hildesheim und Hannover aber inklusive der selbstverwalteten Gastspielorte sahen 49.686 Zuschauer (Vorjahr: 50.622 Zuschauer) insgesamt 159 Vorstellungen des TfN (Vorjahr: 159 Vorstellungen). Die Zahl der Besucher ist im Vergleich zur vorangegangenen Spielzeit um rund acht Prozent und die Einnahmen im Abstechergeschäft um knapp fünf Prozent von etwa 700 T€ auf jetzt 668 T€ zurückgegangen. Entwicklung der Abonnements Die Zahl der Abonnentinnen und Abonnenten erhöhte sich zum Stichtag 01.09.2016 auf 2.400, dementsprechend 175 Abos mehr als in der vorherigen Spielzeit (2.225 Abos). 186 Der negative Trend des Rückganges der Abonnentenzahlen in Hildesheim konnte damit erstmals umgekehrt werden. c) Liquidität: Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Geschäftsjahr stets gegeben. d) zukünftige Geschäftsentwicklung: Abgesehen von dem anstehenden Intendanten-Wechsel nach der Spielzeit 2019/2020 gibt es folgende ausschlaggebende Faktoren für die zukünftige Entwicklung: Im November 2017 konnte die Umbauplanung des Theatergebäudes teilweise konkretisiert werden. Zunächst soll schnellstmöglich eine Sanierung des großen Hauses durchgeführt werden, um Brandschutzmängel zu beseitigen. Außerdem soll hierbei ein barrierefreies Kinder- und Jugendtheater im alten Malersaal geschaffen werden. Aus Sicht des Theaters wäre es sinnvoll, das ThiM bereits während der Schließzeit des großen Hauses eröffnen zu können. Hierdurch könnte zum einen das Publikum auch während der Sanierungsphase leichter an das Theater gebunden werden, zum anderen könnten für das Abstechergeschäft kompatible Inszenierungen herausgebracht werden. Sofern kein Angebot für die Gastspielorte für die Zeit des Umbaus gemacht werden kann, ist sowohl mit Einnahmeausfällen als auch mit einem Abwenden der Partner zu rechnen. Ebenfalls von Bedeutung ist eine beschlossene Anhebung der Mindestgagen, welches auch weitere Gagenanhebungen zur Folge haben wird. Die seit Januar 2015 laufende Zielvereinbarung mit dem Land Niedersachsen und dem Landkreis Hildesheim sowie der Stadt Hildesheim, die eine anteilige Übernahme der Tariferhöhungen, gedeckelt auf die Tariferhöhung der Länder mit einer Quote von 70% der Personalkosten, vorsieht, hat weiterhin Bestand. Hinweis: Die aktuelle Zielvereinbarung hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2018. Die Verhandlungen über einen Neuabschluss haben bereits begonnen. 187 2. Wirtschaftsplan 2018/2019: a) Einnahmen-/Ausgabenrechnung Einnahmen Personalkosten Sachkosten Gesamtausgaben Ausgaben Eigene Einnahmen Zuschüsse Gesamteinnahmen Überschuss/Unterdeckung 2018/2019 T€ 2017/2018 T€ 13.743 3.358 17.101 13.490 3.423 16.914 1.992 15.043 17.035 2.153 14.794 16.947 -66 33 Für die Spielzeit 2018/2019 wird mit einem Defizit von rund 66.500,00 Euro erstmals kein ausgeglichener Wirtschafts- und Stellenplan vorgelegt. Zum 31.12.2018 läuft die seit Januar 2015 laufende Zielvereinbarung mit dem Land Niedersachsen aus. Wie die Regelungen der Kostentragung, insbesondere bezogen auf die Übernahme der Tariferhöhungen der Personalkosten, aussehen, ist noch nicht absehbar. Unberücksichtigt geblieben sind zudem die für den Doppelhaushalt 2017 und 2018 des Landes vorgesehenen Mittel aus der sog. „politischen Liste“. Würde hier die gleiche Summe wie für 2017 zur Auszahlung kommen, würde sich das Defizit um 191.700,00 Euro verbessern. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 04.04.2018 den Wirtschafts- und Stellenplan trotz eines ausgewiesenen Defizits mit Blick zum einen auf die deutlichen Gewinnvorträge der vergangenen Jahre und zum anderen mit Blick auf die bisher in den Vorjahren nicht in voller Höhe benötigten Personalaufwendungen beschlossen. b) Stellenplan Der Stellenplan weist aktuell 310 Stellen aus. Nach aktuellen Planungen sollen in der Spielzeit 2018/2019 insgesamt rund 250 Stellen (Vollzeitäquivalent) besetzt sein und sich auf 279 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilen. 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 ! ! "! & # $ ! " $% & ! " ' " % ( $ %! " ! " %!"! # " )* + # ) '( 201 Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim Anschrift: Bahnhofsallee 36 31162 Bad Salzdetfurth/Groß Düngen Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: 05064 / 905-0 05064 / 905-99 info@zah-hildesheim.de www.zah-hildesheim.de Gegenstand des Unternehmens: Gem. § 4 der Verbandsordnung nimmt der Zweckverband für die Verbandsmitglieder die Aufgaben der entsorgungspflichtigen Körperschaft wahr. Hierzu zählen insbesondere das Einsammeln, Befördern sowie die Verwertung und Entsorgung des im Verbandsgebiet anfallenden Abfalls, die Schaffung von Einrichtungen zur Verwertung von Abfällen aus Gewerbe und Haushaltungen sowie die Abfallberatung. Mitglieder: Stadt Hildesheim (50 %) Landkreis Hildesheim (50 %) Verbandsausschuss: (Stand 31.12.2017) Frau Nina Lipecki Herr Helmut Ludewig Herr Klaus Offen Herr Helfried Basse Frau Gabriele Bommersbach Frau Franziska Busche Her Sascha Kromberg Herr Dennis Münter Herr Ansgar Gerlach Frau Dr. Cornelia Ott (Vorsitzende) Herr Vincenzo Calvanico (stllv. Vors.) Herr Dr. Thomas Bruns Herr Hans Martin Meyer Herr Heinrich Machtens Herr Klaus Veuskens Herr Klaus Rosemann Herr Jörg Bredtschneider Herr Ole Mathias Hammer Herr Dieter Nitschke Herr Erhard Paasch Herr Dr. Kay Brummer (bis Mai 2017) Geschäftsführer: Herr Jens Krüger Beschäftigte: 159 Mitarbeiter 202 1. Wirtschaftliche Situation des Zweckverbandes in 2017: Es ist generell zu berücksichtigen, dass der Verband die Abfallgebühren nach dem Niedersächsischen Kommunalabgabengesetz (NKAG) erhebt und das veranschlagte Gebührenaufkommen die Kosten des Verbandes decken soll. Nach dem NKAG sollen Überschüsse bzw. Verluste innerhalb der nächsten drei Jahre durch eine entsprechende Gebührenkalkulation ausgeglichen werden. Gemäß Verbandsordnung hat der Verband auf Dauer mindestens kostendeckend zu arbeiten. Sein Ausgabenbedarf ist dann, wenn die sonstigen Einnahmen aus dieser Einrichtung trotz Ausschöpfung aller zumutbaren Möglichkeiten der Einnahmenbeschaffung absehbar auf Dauer nicht ausreichen, durch Umlagen der Verbandsmitglieder zu decken. Die von den Verbandsmitgliedern auferlegte Geschäftstätigkeit konnte ohne nennenswerte Störungen jederzeit voll erfüllt werden. Die Abschlussbilanz wies zum 31.12.2017 folgende wesentliche Positionen aus: 31.12.2017 T€ 31.12.2016 T€ 31.12.2015 T€ 31.12.2014 T€ 31.12.2013 T€ Bilanzsumme 43.611 44.489 45.538 43.342 41.631 Immaterielle Vermögensgegenstände 70 45 67 126 Sachanlagen 19.233 19.290 19.365 19.350 19.323 Umlaufvermögen 24.045 24.789 25.877 23.532 22.143 9.324 10.940 11.909 9.808 8.917 32.695 32.600 32.408 32.053 31.376 1.592 949 1.221 1.481 1.537 Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten 86 Das Eigenkapital hat sich wie folgt entwickelt: 31.12.2017 T€ 31.12.2016 T€ 31.12.2015 T€ 31.12.2014 T€ 31.12.2013 T€ 494 494 494 494 494 Gewinnvortrag 10.446 11.415 9.314 8.424 6.448 Jahresergebnis -1.616 -969 2.101 891 1.976 9.324 10.940 11.909 9.808 8.917 Rücklagen Summe 203 Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um 878 T€ verringert und beträgt nun 43.611 T€. Hierbei haben sich auf der Aktivseite die liquiden Mittel um 616 T€ deutlich verringert. Auf der Passivseite hingegen ist das Eigenkapital um den Jahresfehlbetrag gesunken. Die Eigenkapitalquote beträgt unter Einbeziehung der in dem Gewinnvortrag enthaltenen Gebührenüberdeckung nunmehr 21,4 % (Vj. 24,6 %). Zum Eigenkapital ist anzumerken, dass die Gebühren nach dem NKAG erhoben werden und danach im Jahresergebnis enthaltene Gebührenüberschüsse bzw. -unterdeckungen bei künftigen Gebührenbedarfsberechnungen (innerhalb der nächsten drei Jahre) zu berücksichtigen sind. Die Gewinn- und Verlustrechnung wies zum 31.12.2017 folgende wesentliche Ergebnisse aus: 31.12.2017 T€ 31.12.2016 T€ 31.12.2015 T€ 31.12.2014 T€ 31.12.2013 T€ 27.539 26.029 29.337 28.712 28.554 314 625 350 920 549 Materialaufwand 16.189 15.077 15.635 16.195 15.464 Personalaufwand 7.922 7.397 7.046 7.072 6.888 Sonst. betriebliche Aufwendungen 1.484 1.755 1.538 1.762 1.527 -930 -916 2.154 942 2.028 625 0 0 0 0 -1.616 -969 2.101 891 1.975 Umsatzerlöse Sonst. betriebliche Erträge Betriebsergebnis Außerordentliche Aufwendungen Jahresfehlbetrag/ Jahresüberschuss Das Wirtschaftsjahr schließt in Folge des Hochwasserereignisses mit einem höheren Jahresfehlbetrag als erwartet. Statt des geplanten Jahresfehlbetrages von 1.345 T€ steht am Ende ein Jahresfehlbetrag von 1.616 T€. Ohne Berücksichtigung der außerordentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Hochwasserereignis hat sich die Ertragslage jedoch positiver entwickelt als im Wirtschaftsplan angenommen. Der überplanmäßige Anstieg der Personalaufwendungen (+525 T€) resultiert aus den tariflich gewährten Steigerungen zum 01.02.2017 von 2,35%, der gestiegenen Beschäftigtenzahl sowie Einmalzahlungen. 204 Gebührenentwicklung: Das Verbandsgebiet umfasst 12 Gemeinden und Samtgemeinden sowie sechs Städte im Landkreis Hildesheim sowie die Stadt Hildesheim, in denen insgesamt ca. 277.000 Einwohnerinnen und Einwohner leben. Mit den Gebührensenkungen im Bereich des Restabfalls um 20% und des Bioabfalls um 10% zum 01.01.2016 sollen die Gebührenüberdeckungen aus Vorjahren gemäß den Vorschriften des NKAG abgebaut bzw. nicht weiter erhöht werden. Dementsprechend fallen die Umsatzerlöse in 2016 und 2017 geringer aus als in den Vorjahren. Die Steigerung der Umsatzerlöse im Berichtsjahr resultiert wesentlich aus einem Anstieg der Abfallmengen. Chancen und Risiken der Gesellschaft: Gem. § 18 der Verbandssatzung sowie unter Beachtung des NKAG arbeitet der Verband ohne Gewinnerzielungsabsicht, d.h., dass die aus den gebührenpflichtigen Bereichen erzielten Gebührenüberdeckungen und -unterdeckungen nach Feststellung innerhalb von drei Jahren auszugleichen sind. Dementsprechend liegt ein Hauptaugenmerk darauf, die Gebühren auskömmlich zu gestalten. In der Entwicklung des Marktes Abfallwirtschaft werden potentiell keine signifikanten Änderungen eintreten, die eine gesicherte Wettbewerbssituation einräumen. Die unsichere Entwicklung auf dem Entsorgungsmarkt bleibt auch in Zukunft ein betriebliches Risiko. 2. Wirtschaftsplan 2019 2019 T€ 2018 T€ Summe Erträge 25.062 24.145 Davon: Umsatzerlöse 24.036 23.779 Davon: Sonst. betrieb. Erträge 1.027 13.016 Summe betrieb. Aufwendungen 25.569 25.599 Davon: Materialaufwand 13.327 13.016 Davon: Personalaufwand 8.304 7.752 -1.444 -1.449 Jahresfehlbetrag Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet der Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim mit Erträgen i.H.v. 25.062 T€ (Vj. 24.115 T€), denen Aufwendungen i.H.v. 26.506 T€ (Vj. 205 25.594 T€) gegenüberstehen. Der resultierende Jahresfehlbetrag i.H.v. 1.444 T€ soll dem Gewinnvortrag entnommen werden. Gemäß § 18 der Verbandssatzung sowie unter Beachtung des NKAG arbeitet der Verband ohne Gewinnerzielungsabsicht, d.h. mittelfristig sind die aus den gebührenpflichtigen Bereichen erzielten Gebührendeckungen und –unterdeckungen auszugleichen. Um dieser Vorgabe gerecht zu werden, wurden in 2018 Gebührensenkungen vorgenommen. Mit der geplanten Gebührenunterdeckung in 2019 sollen vorhandene Gebührenüberdeckungen aus den Vorjahren ausgeglichen werden. Wesentlich für den Anstieg der Aufwendungen ist der auf 8.304 T€ (Vj. 7.752 T€) steigende Personalaufwand. Dies resultiert zum einen aus tariflichen Erhöhungen und zum anderen aus der Neubewertung von Stellen, im Zuge der Pflicht zur Umsetzung der neuen Eingruppierungsrichtlinien des TVöD. Die Prüfung der tarifkonformen Stellenbewertung und Eingruppierung erfolgte extern durch die WIBERA, deren Ergebnisse im Stellenplan 2019 umgesetzt werden. Investitionskredite werden in der Haushaltssatzung 2019 nicht veranschlagt, der Höchstbetrag zur Inanspruchnahme von Kassenkrediten zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben wird auf 2.000 T€ festgesetzt. 206 Anlage II 2 Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim, Bad Salzdetfurth Bilanz zum 31. Dezember 2017 AKTIVSEITE 31.12.2017 31 12.2017 31.12 .2016 A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 69.550,00 86.257,00 9.493.910, 58 9.622. 893, 58 2. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Wohnbauten 7.025 ,66 7.025 66 3. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte ohne Bauten 735.400,10 710.010,10 4. Technische Anlagen 265.188,50 267.825,50 8.413. 410,00 8.425. 027,00 623,00 1.163, 00 211.085,00 160.253,00 106.362,56 19.233.005,40 96.198, 26 19.290. 396,10 203.125,00 203.125,00 113.589,57 72.539,90 69.551, 53 142.091,43 699.124,43 809.391,70 548.459 , 70 537.187, 93 22.683.957 , 84 23.299 . 855,72 59.776,27 120.866,66 43.610.588,21 44.489. 171,54 1. EDV-Programme und Lizenzen II. Sachanlagen 1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Geschäfts-, Betriebs- und anderen Bauten a) Geschä fts-, Betriebs- und andere Bauten b) Außenanlagen 6.926.503,58 2.567.407 ,00 5. Anlagen der Abfallbeseitigung a) Fahrzeuge b) Abfallbehälter 6.699. 306.00 1.714. 104, 00 6. Maschinen und maschinelle Anlagen, die nicht zu Nr. 4 und 5 gehören 7. Betriebs- und Geschäftsausstattung 8 . Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau . III. Finanzanlagen 1. Beteiligungen B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2. Waren 69.153 ,35 44.436,22 II. Forderungen und sonstige Verm ögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0, 00; Vorjahr 796, 90) 2 . Sonstige Vermögensgegenstände (davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00; Vorjahr 0,00) III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten C. Rechnungsabgrenzungsposten 207 3 Anlage II 31.12. 2017 PASSIVSEITE 31.12.2016 A. Eigenkapital I. Rücklagen 1. Freie Rücklage 493.608, 13 493.608, 13 II. Gewinnvortrag 10.445.914 , 90 11.414. 960, 54 III. Jahresfehlbetrag -1.615 .947,59 9.323.575, 44 -969.045,64 10.939. 523,03 32.695 .327, 98 32.600. 150 ,64 1.409.785,69 791.992,31 181.899, 10 157.505 ,56 43.610 . 588, 21 44.489.171, 54 B. R ückstellungen 1. Sonstige Rückstellungen C. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 (Vorjahr: 0,00) 2 . Sonstige Verbindlichkeiten, davon a) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0, 00 (Vorjahr: 0 ,00 ) b) aus Steuern 36.168, 34 (Vorjahr: 29.412,66 ) c) im Rahmen sozialer Sicherheit 0,00 (Vorjahr: 0,00 ) 208 5 Anlage II Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim, Bad Salzdetfurth Gewinn- und Verlustrechnung für das Wirtschaftsjahr 2017 ( 01.01. 2017 bis 31.12.2017 ) 2017 1. Umsatzerlö se 2. Andere aktivierte Eigenleistungen 3. Sonstige betriebliche Erträge 4. 5. 6. Materialaufwand a ) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung davon für Altersversorgung 413.070 , 54; ' Vorjahr 390.712,71 2016 27.539.326,46 26.029. 486,59 2.827, 20 685 ,40 313.958 ,08 624 816,35 16.189.132, 48 15.077.009,30 7.922.255 ,22 7.397. 083,08 2.572.460,67 2.661.174 ,04 704.000 ,00 697.000 ,00 1.483.944 ,02 1.755.472 , 73 10.000 ,00 8.000 ,00 108.441,67 94.295,00 33.190,00 85.637,00 -930.428 ,98 -916.092,81 624.677, 54 0,00 -0 ,26 -0,31 6.178. 507 ,74 1.743.747,48 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen davon nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB Vorjahr 0 ,00 7. 2.194. 591, 95 13.994.540, 53 2017 5.495, 00; Aufwendungen für Deponienachsorgeverpflichtungen und Altlastensanierung 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 9. Erträge aus Beteiligungen 10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon aus der Aufzinsung von R ückstellungen Vorjahr 85.637, 00 31.426 ,00; 12 . Ergebnisse der gewöhnlichen Geschä ftstä tigkeit 13. Außerordentliche Aufwendungen 14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Ertrag) 15 . Sonstige Steuern 60.841,33 52.953, 14 16. Jahresfehlbetrag -1.615 .947,59 -969.045,64 209 1 Anlage I Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim, Bad Salzdetfurth Lagebericht für das Wirtschaftsjahr 2017 I. Allgemeines Der Lagebericht des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH) für das Wirtschaftsjahr 2017 wurde gemäß § 24 Eigenbetriebsverordnung Niedersachsen (EigBetrVO Nds) aufgestellt. Danach ist der Lagebericht gemäß § 289 HGB aufzustellen und um Maßnahmen mit besonderer Bedeutung für den Umweltschutz zu ergänzen. Die Wirtschaftsführung und das Rechnungswesen des ZAH erfolgt auf der Grundlage der Vorschriften des Handelsgesetzbuches . Satzungsgemäß werden hierbei die Vorschriften der EigBetrVO Nds beachtet. II. Unternehmen und rechtliche Rahmenbedingungen Der ZAH nimmt für seine Verbandsmitglieder Stadt Hildesheim und Landkreis Hildesheim die Aufgaben als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger seit dem 1. Januar 1994 wahr. Hierzu z ählen insbesondere das Einsammeln , Bef ördern sowie die Verwertung und Entsorgung des im Verbandsgebiet anfallenden Abfalls , die Schaffung von Einrichtungen zur Verwertung von Abf ällen aus Gewerbe und Haushaltungen sowie die Abfallberatung . Durch die in 2007 vorgenommene Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes waren die wesentlichen strategischen Festlegungen in der Abfallwirtschaft bis Ende 2013 fixiert. Nach dem Abschluss der europaweiten Ausschreibungen zur künftigen Biomüll- und Restmüllentsor gung in 2016 wurde die Aktualisierung des Abfallwirtschaftskonzeptes für die Jahre 2017 bis 2021 durchgeführt . Im Berichtsjahr war die Abfallentsorgungssatzung in der Fassung der 11. Ä nderungssatzung gültig. Grundlage der Gebührenerhebung für die Restabfall- und Bioabfallbehälter , für Sonder leistungen der Abfallentsorgung (wie die Abfuhr von Abfallcontainern und die Selbstanlieferung von Abfällen) sowie die Entsorgung von Sonderabfallkleinmengen ist die jeweils geltende Abfallgebührensatzung. Sonstige Leistungen werden nach der jeweils gültigen Satzung über die Erhebung von Verwaltungskosten bzw. der Entgeltliste berechnet . Die Gebührenveranlagung und der Gebühreneinzug werden vom ZAH durchgeführt. 210 2 Anlage I Gemäß § 18 der Verbandssatzung sowie unter Beachtung des Niedersächsischen Kommunalabgabengesetz (NKAG) arbeitet der Verband ohne Gewinnerzielungsabsicht, d. h. mittelfristig sind die aus den gebührenpflichtigen Bereichen erzielten Gebührenüberdeckungen und -unterdeckungen auszugleichen. III. Rahmenbedingungen zur Abfuhr, Entsorgung und Verwertung von Abfällen Das Verbandsgebiet umfasst 12 Gemeinden und Samtgemeinden sowie sechs Städte im Landkreis Hildesheim sowie die Stadt Hildesheim, in denen insgesamt ca . 277.000 Einwohnerinnen und Einwohner leben. Der Verband betreibt im Entsorgungsgebiet eine Hausmülldeponie (Zentraldeponie Heinde), auf der auch die entsprechenden Einrichtungen zur Sickerwasserklärung, Deponiegaserfassung, zur Annahme und Zwischenlagerung von Schadstoffen sowie eine Müllumschlagstation und ein Recyclingzentrum betrieben werden. Das Deponiefeld Hoersten-West verfügt über eine Basisdichtung, so dass hier unverändert Abf älle abgelagert werden k önnen. Die Rekultivierungsmaßnahmen für zwei sogenannte Altkörper auf der Zentraldeponie sind bereits abgeschlossen. Das noch zur Verfügung stehende Deponiefeld wurde bereits teilabgedeckt. Durch diese Maßnahmen wird der Niederschlagswassereintrag in die Deponiek örper verringert und führt dauerhaft zu einer rücklä ufigen zu reinigenden Sickerwassermenge. Für die Selbstanlieferung von Kleinmengen aus privater Herkunft hat der ZAH fünf Wertstoffhöfe ( Alfeld, Elze, Hildesheim, Lamspringe, Sarstedt) errichtet. Ferner steht den Bürgern ein Kleinanlieferplatz im Eingangsbereich der Zentraldeponie für die Anlieferung zur Verfügung. Des Weiteren werden zwei Bauschuttdeponien und ein Kompostwerk im Entsorgungsgebiet durch Dritte betrieben. Neben den erforderlichen Geräten und Fahrzeugen für den Betrieb der Zentraldeponie unterhält der ZAH zur Einsammlung der gemischten Siedlungsabf älle und des Sperrmülls, der biologisch abbaubaren Abfälle (Bioabfall) sowie der Wertstoffe am Betriebsstandort in Groß Düngen einen umfangreichen Fuhrpark. Für die Abfuhr von Fäkalien sowie die Spülung von Kanalnetzen in den Gemeinden und Städten des Landkreises hält der ZAH entsprechend seiner satzungsgemäßen Aufgaben auch entsprechend ausgestattete Spezialfahrzeuge vor . Aufgrund des nur noch eingeschr änkt zur Verfügung stehenden Ablagerungsvolumens auf der Zentraldeponie werden die gemischten Siedlungsabfälle und sonstigen brennbaren Abfä lle seit 1998 der thermischen Verwertung zugeführt . Die in 2017 vom ZAH angelieferte Menge zur Verbrennungsanlage hat sich gegenüber dem Vorjahr um 3.5361 auf 57.246 t erhöht. Auf der Zentraldeponie wurden rd. 668 t (Vorjahr rd. 690 t) abgelagert. 211 3 Anlage I Die vor allem aus der Abfuhr der Restmülltonnen stammenden Siedlungsabf älle aus privater Herkunft von rd. 41.7001 lagen rd. 5001 über dem Aufkommen des Vorjahres. Der ZAH nutzt darüber eine auf dem Deponiegelände vorhandene Recyclinghalle und -fläche (kurz: RZH) als Umschlag- und Zwischenlagerflä che für Bauschutt, Baustellenabf älle, A III und A IV Holz, für stoffgleiche Nichtverpackungen (Kunststoffe), für Sperrmüll, für Dachpappe, für Straßenaufbruch und für Grünschnitt. Der Sperrmüll aus den Haushaltssammlungen wurde nach europaweiter Ausschreibung seit dem 1. April 2015 bei der Firma Tönsmeier zur Vorbehandlung und stofflichen Trennung bis zum 31. Dezember 2017 umgeschlagen. Ab 2018 erfolgt der Umschlag im RZH. Der auf den Wertstoffhöfen angelieferte Sperrmüll wird von den Mitarbeitern des ZAH stofflich getrennt. Die enthaltenen Holzmengen werden einer gesonderten Verwertung zugeführt. Die Umsetzung des Elektro- und Elektronikger ätegesetzes (ElektroG) , das die Erfassung von Elektroaltgeräten regelt , erfolgt seit 2007 problemlos. Die kostenlose Rücknahme der Geräte erfolgt über die Wertstoffhöfe sowie im Zuge der haushaltsnahen Sperrmüllentsorgung . Der ZAH führt seit 2007 die Eigenvermarktung der „weißen Ware“ (Gerätegruppe 1 bis 3) sowie seit 2008 für Kleingeräte (Gerätegruppe 5) durch. Die über die Abfuhr der Biotonnen sowie die kostenfreien Baum- und Strauchschnittaktionen gesammelten Mengen von insgesamt 33.573 t (Vorjahr: 32.370 t) wurden zur biologischen Verwertung an das Kompostwerk der Firma Tönsmeier übergeben. Die Sammlung von Altpapier und -pappe sowie Kartonagen (PPK) führt der ZAH unverändert in eigener Regie durch. Durch die Einführung der Altpapiertonne sowie die auf den Wertstoffinseln und Wertstoffhöfen zur Verfügung gestellten Depotcontainer haben die Bürger die Möglichkeit , Altpapier kostenfrei zu entsorgen . Die im Wirtschaftsjahr 2017 gesammelte Menge blieb mit 22.132 t ( Vorjahr 22.2061) leicht hinter der Menge des Vorjahres zurück . Als Vertragspartner der Remondis GmbH & Co. KG sammelt und transportiert der ZAH in Stadt und Landkreis Hildesheim die „gelben Säcke“. Die transportierte Tonnage blieb mit rd. 8.550 t (Vorjahr 8.5571) leicht unter Vorjahresniveau. Anzumerken ist, dass die Beschaffung der Säcke sowie deren Verteilung an die Haushalte dem ZAH obliegt . Die Aufgaben der Sammlung und Verwertung von Altglas werden derzeit von der Rhenus AG durchgeführt . Das Altglas wird im Bringsystem über das sogenannte Iglosystem auf den Wertstoffinseln sowie auf den Wertstoffhöfen erfasst. 212 4 Anlage I Darüber hinaus ist der ZAH in die Sanierungsmaßnahmen der sogenannten Altlasten des Landkreises und der Stadt sowie die Nachsorgemaßnahmen für zwei ehemalige Hausmülldeponien des Landkreises (Lechstedt , Doershelf) eingebunden. Der Verband erhebt hier einen Lenkungszuschlag auf die Abfallgebühren und führt diesen einer zweckgebundenen R ückstellung zu und erstattet hieraus dem Landkreis und der Stadt ihre jährlich verauslagten Aufwendungen. Durch die Übernahme der Sickerwasserklärung sowie von Überwachungstätigkeiten werden die Verbandsmitglieder bei der Überwachung der Altlasten durch den ZAH unterstützt. IV. Angaben zum Geschäftsverlauf des Wirtschaftsjahres 2017 Die dem ZAH von den Verbandsmitgliedern in § 4 der Verbandsordnung auferlegte Geschäftst ätigkeit konnte im Berichtsjahr trotz der Beeintr ächtigungen durch das Hochwasserereignis auf dem Betriebshof in Groß Düngen im Juli 2017 jederzeit voll erfüllt werden. Zu bemerken ist, dass die Schadensbeseitigungen insbesondere am und im Verwaltungsgebäude im Juni 2018 abgeschlossen werden konnten. Der Transport der Abfälle mit eigenem Personal und geleasten Fahrzeugen zur thermischen Verwertung nach Buschhaus verlief ebenso reibungslos wie die Wahrnehmung der Aufgaben zur Einsammlung von Papier , Pappe und Kartonagen, der Sammlung und des Transportes der „Gelben Säcke“ sowie die Erfassung und Verwertung im Rahmen des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes . Seit 1. Januar 2015 ist die Biotonne oder die Selbstkompostierung gesetzlich vorgeschrieben. Der ZAH hat nunmehr auch die rechtliche Möglichkeit , die Eigenkompostierung der Grundstückseigentümer vor Ort zu überprüfen. Der ZAH hat daher alle Selbstkompostierer ermittelt und Ende 2015 damit begonnen diese anzuschreiben. In diesen Schreiben wurde die rechtliche Lage erläutert sowie auf die Möglichkeit der Gestellung einer Biotonne als Ergänzung zur Eigenkompostierung hingewiesen. Der Anschlussgrad der Biotonnen hat sich daher in 2016 und in 2017 weiter erhöht. 1. Ertragslage Die Ertragslage ist wesentlich geprägt durch das Hochwasserereignis und die dadurch verursachten außerplanmäßigen Abschreibungen von T 5 sowie die außerordentlichen Aufwendungen für die Ersatzbeschaffung von Material und die Schadensbeseitigungen von T 625. Statt des im Wirtschaftsplan veranschlagten Jahresfehlbetrages von T 1.345 schließt das Wirtschaftsjahr 2017 mit einem Jahresfehlbetrag von T 1.616. 213 5 Anlage I Bei der Entwicklung der Ertragslage aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist zu berücksichtigen, dass die Gebührensätze aus den zum 1. Januar 2016 vorgenommenen Gebührensenkungen in den Bereichen der Einsammlung des Restabfalls sowie des Bioabfalls unverä ndert blieben. Ziel der Gebührensenkungen ist die Gebührenüberdeckungen aus Vorjahren gemäß den Vorschriften des NKAG abzubauen bzw. nicht weiter ansteigen zu lassen. Dem im Wirtschaftsplan veranschlagten Jahresfehlbetrag von T 1.345 steht ein negatives Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von T 991 gegenüber , so dass sich die Ertragslage ohne Berücksichtigung der durch das Hochwasserereignis verursachten außerordentlichen Aufwendungen insgesamt betrachtet positiver entwickelte als erwartet. Diese Abweichung ist vor allem auf die gegenüber den Planungen um T 1.342 höheren Umsatzerlöse verursacht. Gegenüber den Planansätzen fielen im Bereich der Aufwendungen für den Materialaufwand um T 859 und für den Personalaufwand um T 306 höhere Aufwendungen an. Auch die Regelabschreibungen lagen um T 56 über der Planung. Die Aufwendungen für die Altlastensanierung blieben dagegen um T 146 und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um T 4 4 unter den Planansätzen. Der erwartete Ertragssaldo aus dem Finanzergebnis von T 37 wurde mit T 85 übertroffen. Aus der wirtschaftlichen Tätigkeit im Rahmen des Dualen Systems ergab sich im Berichtsjahr ein Jahresfehlbetrag von T 124 ( Vorjahr: Jahresfehlbetrag von T 191), der durch außerordentliche Aufwendungen für die Ersatzbeschaffung von „gelben Säcken“ belastet ist. Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Mio auf 27,5 Mio. Sie werden im Wesentlichen aus Gebühreneinnahmen, Erstattungen aus den Wertstoffsammlungen und Nebenleistungen im Rahmen des Dualen Systems, Erlösen aus Kanalreinigungen und der Fäkalienbeseitigung , der Containerabfuhr, sonstigen Verkaufserlösen sowie aus Vermietung und Verpachtung erzielt. Angaben zu den Ertr ä gen aus Gebühren 2017 T 12.789 Restabfallgebühren Bioabfallgebühren Deponiegebühren Selbstanlieferer zu den Wertstoffhöfen Selbstanlieferer Kompostwerk Gebühren für Restabfall- und Biosäcke Schadstoffentsorgung 6.723 1.394 303 311 254 7 21.781 2016 T 12.668 6.517 1.093 290 255 217 3 21.043 Die Zunahme der Ertr äge aus den Restabfallgebühren resultiert bei gegenüber dem Vorjahr unveränderten Gebührensä tzen aus der im Jahresdurchschnitt um 463 auf 85.716 gestiegenen Anzahl der zu leerenden Behälter zu. Das den Grundstückseigentümern und Gewerbebetrieben 214 Anlage I 6 3 zur Verfügung gestellte Behältervolumen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 2 ,6 Mio m auf 263, 5 Mio m3. Zu bemerken ist, dass die Gebührenpflichtigen unver ändert an dem Trend zur Umstellung der Abfallbehälter auf ein kleineres Volumen sowie auf die Umstellung einer geringeren Leerungshä ufigkeit festhalten. Bei unveränderten Gebührensätzen im Bereich der Abfuhr der Biotonnen beruht der Anstieg der Erträge auf der gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt um 2.356 auf 58.784 gestiegenen Anzahl der zu leerenden Behälter . Das den Grundstückseigentümern zur Verfügung stehende 3 Behältervolumen nahm um 3,9 Mio m3 auf 138, 2 Mio m zu. Die gestiegenen Erträge aus Deponiegebühren sowie die höheren Erträge aus den anderen Bereichen, in denen Gebühren veranlagt werden, nahmen bei seit 1. Januar 2013 nahezu unver änderten Gebührensätzen mengenbedingt zu. Dem Gebührenaufkommen standen folgende Abfallmengen gegenüber: 2017 Tonnage Abfallart Gemischte Siedlungsabf älle Gemischte Materialien ( brennbare Abfälle) Bau- und Abbruchabfälle, Steine und Beton Abfälle aus der Wasseraufbereitung Gartenabfälle Produktionsspezifische Abfälle Sonstige An das Kompostwerk gelieferte Mengen aus der Biotonnenabfuhr und Sonderaktionen durch Selbstanlieferer ( incl Container ZAH) 2016 Tonnage 43.658 6.358 6.360 124 84 1.300 7.104 64.988 43.262 4.265 3.202 138 31 1.297 5.952 58.147 31.584 1.989 98.561 30.784 1.587 90.518 2017 T 2.163 2.480 350 282 2016 T 2.115 1.827 329 297 104 150 142 22 4.986 Angaben zu den übrigen Umsatzerlösen Erstattungen aus gewerblichen Tätigkeiten im Rahmen des DSD Verkaufserlöse Wertstoffe Erstattungen aus Mengentausch Erlöse Containerabfuhr Sickerwasserklärungen Erlöse Kanalreinigung und Fäkalienbeseitigung Mieten und Pachten Übrige 215 190 163 113 17 5.758 7 Anlage I Bei der Zunahme der Erstattungen aus den Tätigkeiten im Rahmen des Dualen Systems standen den gestiegenen Ertr ägen aus der Verwertung des Altpapiers (T +192) rückläufige Erträge aus den Wertstoffsammlungen (T -144) gegenüber. Von den gestiegenen Verkaufserlösen aus Wertstoffen entfallen T 2.171 (Vorjahr T 1.597) auf die Vermarktung von Altpapier. Die Erträge aus der Verwertung von Elektro- und Metallschrott erhöhten sich um T 91 auf T 303. Geringere Ertr äge wurden aus der Veräußerung von A 3 Holz (T 1; Vorjahr T 12) erzielt. Die Zunahme der Erstattungen aus dem Mengenaustausch mit aha ist mengenbedingt verursacht. Die Erträge aus der Sickerwasserklärung werden aus der Annahme von Sickerwasser anderer öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger erzielt . Ihr Anstieg beruht insbesondere auf den gestiegenen Mengen. Die Erträge aus Mieten und Pachten werden im Wesentlichen aus der Vermietung von Werkswohnungen sowie der Verpachtung von Grundstücken erzielt. In den übrigen Umsatzerlösen sind vor allem Provisionen aus Werbung (T 15) enthalten. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen war eine Abnahme von T 311 zu verzeichnen. In diesem Posten werden vor allem Versicherungserstattungen (T 132; Vorjahr T 182) , Erträge aus der Ver ä ußerung von Vermögensgegenst änden des Anlagevermögens (T 55; Vorjahr T 149), aus der Auflösung von Rückstellungen (T 53; Vorjahr T 134) sowie aus der Auflösung von Wertberichtigungen (T 15 ; Vorjahr T 92) erfasst. Ferner werden hier Erträge aus Mahn- und Vollstreckungsgebühren erfasst. Die betrieblichen Erträge erhöhten sich um 1, 2 Mio auf 27,8 Mio. Der Betriebsaufwand nahm im Saldo um 1, 3 Mio auf 28, 9 Mio zu. Dem gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Materialaufwand (T - - 1.112) und Personalaufwand (T +525) standen insbesondere um T 89 geringere Abschreibungen und um T 271 niedrigere sonstige * betrieblichen Aufwendungen gegenüber. Die Aufwendungen für die Deponienachsorge und Altlastensanierungen blieben mitT 704 nahezu auf Vorjahresniveau. Die Zunahme der Materialaufwendungen ist bei um T 31 geringeren Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren ausschließlich durch die um T 1.143 gestiegenen Aufwendungen für bezogene Leistungen verursacht . Bei den Roh- , Hilfs- und Betriebsstoffen und bezogenen Waren standen dem Wegfall der Aufwendungen für die Beschaffung der Wertstoffsäcke ( Vorjahr T 334 ) insbesondere die gestiegenen Aufwendungen für Treibstoffe und die Unterhaltung des Fuhrparks von T 232 sowie für den Energie- und 216 Anlage I 8 Wasserbezug von T 34 gegenüber . Bei den bezogenen Leistungen machten sich vor allem die gegenüber dem Vorjahr höheren Aufwendungen für die thermische Verwertung der Restabfälle (T +311) , für die Aufbereitung und Verwertung des Sperrmülls, von Altholz und Kunststoffen (T +299), für die Anlieferungen an das Kompostwerk (T + 221), für die Verwertung und Sortierung des Altpapiers (T +180) sowie für den Einsatz von Leiharbeitern (T +87) bemerkbar . Der Anstieg der Personalaufwendungen (T + 525) war vor allem durch die tariflich zu gewährenden Steigerungen zum 1. Februar 2017 von 2,35 %, die im Vergleich zum Vorjahr um zwei Mitarbeiter höhere Anzahl der durchschnittlich Beschäftigten, die ganzjährige Auswirkung der Neueinstellungen aus dem Vorjahr sowie durch Einmalzahlungen verursacht. Die unter den Aufwendungen für die Deponienachsorgeverpflichtungen und die Altlastensanierungen gezeigten Zuführungen zu den R ückstellungen von T 704 (Vorjahr T 697) entfielen wie im Vorjahr ausschließlich auf die Zuführung zu den Rückstellungen für die Altlasten. Aus Geldanlagen wurden Zinserträ ge von T 108 ( Vorjahr T 94) und aus Beteiligungen von T 10 ( Vorjahr T 8) erzielt. Von den Zinsaufwendungen von T 33 ( Vorjahr T 86) entfallen T 31 auf die Aufzinsung von Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr . Wie im Vorjahr ergab sich aus dem Finanzergebnis ein Ertragssaldo . Die außerordentlichen Aufwendungen entfallen auf Ersatzbeschaffungen sowie die Beseitigung der Schäden durch das Hochwasser im Juli 2017. Die Aufwendungen für die sonstigen Steuern (T 61; Vorjahr T 53) entfallen auf Grund- und Kfz-Steuer sowie auf Umsatzsteuernachzahlungen für die Jahre 2011 bis 2014. 2. Vermögens- und Finanzlage Gegenüber dem Vorjahresbilanzstichtag nahm die Bilanzsumme um 0,9 Mio auf 43,6 Mio ab. Das Anlagevermögen von 19,5 Mio (Vorjahr 19,6 Mio) nimmt 44,7 % (im Vorjahr 44,0 %) 10, 3 Mio) auf 10, 2 Mio ( Vorjahr der rückläufigen Bilanzsumme ein. Hiervon entfallen Grundstücke und Bauten sowie wie im Vorjahr 8, 4 Mio auf Fahrzeuge und Abfallbehälter. Der Bestand der geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau blieb mit 0,1 Mio nahezu unver ändert. 217 9 Anlage I Unter den Finanzanlagen werden die in 2010 erworbene Beteiligung am Stammkapital der Photovoltaik-Park Heinde/Lechstedt Verwaltungs GmbH sowie die geleistete Kommanditeinlage ( T 200) im Rahmen der Beteiligung an der Photovoltaik-Park Heinde/Lechstedt GmbH & Co. KG gezeigt. Das Umlaufvermögen und die aktiven Abgrenzungen verminderten sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Mio auf 24,1 Mio. Bei leicht rückläufigen Beständen an Vorräten, im Saldo um 0, 2 Mio rücklä ufigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Vermögensgegenständen und Abgrenzungen resultiert diese Abnahme vor allem aus dem Abbau der flüssigen Mittel von 23,3 Mio auf 22 ,7 Mio. Die Zahlungsfähigkeit war während des gesamten Wirtschaftsjahres gegeben. Das bilanzielle Eigenkapital hat sich wie folgt entwickelt : 31.12.2017 T I. Freie Rücklage II. Gewinnvcrtrag III. Jahresfehlbetrag 31.12. 2016 T 494 494 10.447 11.415 -969 -1.616 9.325 10.940 Durch den Jahresfehlbetrag ergibt sich zum Bilanzstichtag unter Einbeziehung der freien R ücklage und des Gewinnvortrages ein Eigenkapital von 9, 3 Mio. Der Anteil des Eigenkapitals an der rückläufigen Bilanzsumme verringerte sich von 24,6 % auf 21,4 %. Anzumerken ist, dass die in dem Gewinnvortrag und dem Jahresfehlbetrag enthaltenen Gebührenüberdeckungen nach den Vorschriften des NKAG in die künftigen Gebührenbedarfsermittlungen einzubeziehen sind. Unter den sonstigen Rückstellungen werden die R ückstellungen für Rekultivierungs- und Nachsorgeverpflichtungen (T 20.238; Vorjahr T 20.380) für die Deponie Heinde sowie für die Altlastensanierungen in Stadt und Landkreis Hildesheim (T 12.017; Vorjahr T 11.517) erfasst. Den Zuführungen zu diesen Verpflichtungen (T 732; Vorjahr T 774) standen Inanspruchnahmen und ertragswirksame Auflösungen von zusammen T 374 ( Vorjahr T 272) gegenüber . Weitere R ückstellungen waren für Altersteilzeitverpflichtungen, Urlaubs- und Überstundenansprüche der Mitarbeiter , für die Buchführungs- und Jahresabschlusskosten sowie für ausstehende Rechnungen zu berücksichtigen . 218 Anlage I 10 Die sonstigen R ückstellungen entwickelten sich wie folgt : Stand 01.01. laufende Zuführungen Zuf ührungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen Inanspruchnahmen Auflösungen Stand 31.12. 2017 T 32.600 1.003 31 886 53 32.695 2016 T 32.409 1.079 86 840 134 32.600 Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen mit T 1.410 um T 618 über dem Vorjahreswert. Die sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich um T 24 auf T 182 . 3. Investitionen und Substanzerhaltung Von den Investitionen (T 2.498) im Wirtschaftsjahr 2017 entfielen T 22 auf entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sowie T 2.476 auf Sachanlagen . Bei den beweglichen Sachanlagen bildeten die Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen im Bereich des Fuhrparks mit T 1.305, die Beschaffung eines Radladers mit T 334 sowie die Beschaffungen von Abfall- und Umleerbehältern sowie Containern mit T 218 die Schwerpunkte . Des Weiteren wurden in die Befestigung der Außenanlagen des RZH T 389 sowie die Erweiterung der Zufahrtstraße auf dem Betriebshof T 48 investiert. Zu bemerken ist, dass von den Investitionen T 108 auf Ersatzinvestitionen im Rahmen des Hochwasserereignisses entfallen. Die Investitionen konnten vollst ändig aus eigenen Mitteln finanziert werden. Das Anlagevermögen ist unter Einbeziehung der langfristig zur Verfügung stehenden Rückstellungen für Rekultivierungs- und Deponienachsorgeverpflichtungen sowie für die Altlastensanierung vollständig durch langfristig verfügbare Mittel finanziert. 4. Leistungsindikatoren Als Dienstleistungsunternehmen in der Abfallentsorgung wird das Geschäft im Wesentlichen durch finanzielle Leistungsindikatoren auf Basis des Wirtschaftsplanes gesteuert. Diese umfassen vor allem die Größen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die finanziellen Leistungsindikatoren durch die Vorschriften des NKAG sowie die satzungsgemäße Aufgabenstellung ohne Gewinnerzielungsabsicht zu wirtschaften, stark reglementiert sind . Statt des im Wirtschaftsplan 2017 prognostizierten negativen Ergebnisses aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von T 1.291 wurde ein geringeres negatives Ergebnis von T 930 erwirtschaftet. Als Ursache für diese Abweichung sind bei den betrieblichen Erträgen vor allem 219 11 Anlage I die um T 1.342 über dem Planansatz liegenden Umsatzerlöse zu nennen. Hiervon entfallen auf die Altpapiervermarktung T 695 sowie die Gebührenbereiche Bio- und Restmüllabfall sowie Deponiegebühren insgesamt T 336. Bei den betrieblichen Aufwendungen standen den gegenüber den Planansätzen höheren Materialaufwand (T +859) , Personalaufwand (T + 306) und Abschreibungen (T +61) insbesondere die unter den Planansätzen zurückgebliebenen Aufwendungen für Altlastensanierungen (T -146) und sonstigen betrieblichen Aufwendungen (T -44) gegenüber. Durch die außerordentlichen Aufwendungen und den hierdurch bedingt höheren Jahresfehlbetrag konnte der geplante Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von T 1.450 nicht erreicht werden. Beim Betrieb sämtlicher Anlagen gelten hohe Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsstandards, um Unfallgefahren zu reduzieren und arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden. Hierzu finden arbeitsmedizinische Untersuchungen, Sicherheitsbelehrungen sowie Kontrollen mit dem Ziel statt, die Gesamtzahl aller Unf älle und die Gesundheitsgef ährdungen zu senken. V. Mitarbeiter Die Bezüge der Beschäftigten sind seit 1. Oktober 2005 an den Tarifvertrag öffentliche Dienste (TVöD) gebunden. Die Belegschaft entwickelte sich gegenüber dem Vorjahresbilanzstichtag wie folgt: 31.12. 2017 Belegschaft im Verwaltungsbereich gewerblichen Bereich sowie Auszubildende 19 137 3 159 31.12.2016 20 134 3 157 Neben den eigenen Beschäftigten werden für die Erfüllung der Aufgaben unver ändert Mitarbeiter von Arbeitsvermittlungsfirmen eingesetzt . Die hierfür anfallenden Aufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Materialaufwand" ausgewies en. VII. Ma ßnahmen von besonderer Bedeutung für den Umweltschutz Der ZAH betreibt ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, mittels welchem auch die Ziele zum nachhaltigen Schutz der Umwelt erreicht werden sollen. In technischer Hinsicht werden betriebliche Umweltauswirkungen durch das Betreiben von Anlagen und Einrichtungen, die dem Stand der Technik entsprechen, auf ein Mindestma ß verringert. Gleichzeitig soll ein hohes Maß an Anlagenverfügbarkeit und Effizienz für einen reibungslosen Betrieb der Anlagen erreicht werden. Die in gesetzlichen Vorschriften und 220 12 Anlage I Genehmigungen enthaltenen Forderungen werden eingehalten . Übertroffen werden die Forderungen deutlich bei der Unterschreitung der genehmigten Schadstofffracht des geklärten Sickerwassers in die Vorflut. Höchste Priorit ät genießen dabei der störungsfreie wirtschaftliche Betrieb der Sickerwasserkläranlage und die umweltfreundliche Behandlung und Einleitung des geklärten Sickerwassers in die Vorflut. VIII. Risikomanagement Die Tätigkeiten des ZAH sind untrennbar mit Risiken verbunden, die sich nicht nur aus dem laufenden Geschäftsbetrieb ergeben, sondern sich auch durch Ä nderungen der Rechtslage, technologischer Neuerungen oder durch ein geändertes konjunkturelles Umfeld ergeben können. Das eingerichtete Risikomanagement, in dem die Unternehmensplanung, das Berichtswesen, die Richtlinien und Organisationsanweisungen strategisch zusammengeführt sind, wurde im Wirtschaftsjahr 2017 fortgeschrieben. Durch die Gesamtstrategie wird sichergestellt , dass Risiken frühzeitig erkannt werden und gezielt gegengesteuert werden kann. Die Geschäftsführung und die weiteren Leitungsebenen überwachen gemeinsam die möglichen Risiken des Verbandes. Unterjährige Controllingprozesse dienen als Instrumente der Risiko überwachung und Risikosteuerung. Im Verbandsausschuss werden im Rahmen der Berichts pflichten regelmäßig - und bei Bedarf - Berichte abgegeben. Zur Minimierung von Betriebs- und Vertragsrisiken ist ein auditiertes Qualitätsmanagementb system eingerichtet. Der Verband ist seit 1999 nach DIN ISO 9001 als Entsorgungsfachbetrie (nach EfbV) gemäß §§ 56 und 57 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) zertifiziert . IX. Chancen und Risiken Der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Insbesondere dienen dabei neben organisatorischen Vorkehrungen, wie Organisationsanweisungen, Mitarbeiterschulungen, Notfallmaßnahmen, Rufbereitschaft , auch technische Vorkehrungen . Zur Optimierung der Betriebs- und Prozessabläufe besteht ein auditiertes Qualifikationsmanagementsystem als Entsorgungsfachbetrieb (nach EfbV) gemäß §§ 56 und 57 KrWG . Das kombinierte externe jährlich durchzuführende Wiederholungs- und Überwachungs-audit zur Überprüfung der Zertifizierung des ZAH gemäß Entsorgungsfachbetriebeverordnung konnte im September 2017 erfolgreich bestanden werden. Damit ist die qualifizierte Leistung des ZAH in allen Bereichen auf sehr hohem Niveau bestätigt. Dieses Niveau konnte nur auf der Grundlage 221 13 Anlage I der Qualifikation und des Engagements aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin erhalten werden. Den möglichen Risiken aus der beim ZAH eingerichteten IT-Struktur bzw. aus der genutzten Softund Hardware, die insbesondere durch unzureichende Schutzmaßnahmen gegen unerlaubte Datennutzung durch Dritte, Virenschutz, Datenverlust oder durch veraltete Anlagen entstehen können, begegnet der ZAH durch das eingeführte Datenschutzmanagement . Im Wirtschaftsjahr 2017 wurden verschiedene Maßnahmen durchgeführt um das Datenschutzniveau zu verbessern. Nach dem Jahresbericht des extern beauftragten Datenschutzbeauftragten wurden Verst öße gegen den Datenschutz nicht festgestellt. Auch gab es keine besonderen Risiken des Datenschutzes, die Einschränkungen für das informationelle Selbstbestimmungsrecht oder anknüpfende Persönlichkeitsrechte der Betroffenen bedeutet haben. Um die stetig steigenden Anforderungen im Datenschutzrecht zu erfüllen, sind für das Wirtschaftsjahr 2018 weitere Maßnahmen geplant. Unsicherheiten bestehen unverändert hinsichtlich der im Koalitionsvertrag gemachten Aussagen zu einer Besteuerung von hoheitlichen Leistungen. Auch die Novellierung des KrWG birgt Risiken hinsichtlich des Zugriffs auf Abfallstr öme (z.B. Einführung einer zusätzlichen Wertstofferfassung) sowie der Zulässigkeit von gewerblichen Sammlungen. Das angekündigte Wertstoffgesetz wurde abgelehnt , stattdessen tritt das angek ündigte Verpackungsgesetz zum 1. Januar 2019 in Kraft. Marktrisiken bestehen hinsichtlich der Entwicklung der Abfallmengen. Öffentliche Entsorgungsträger sind nach § 20 Abs . 1 KrWG zur Entsorgung von Abfä llen aus privaten Haushaltungen und zur Beseitigung von Abfällen aus anderen Herkunftsbereichen verpflichtet. Von der Entsorgungspflicht ausgenommen sind dagegen Abfä lle zur Verwertung aus anderen Herkunftsbereichen. Da immer mehr Abfälle aus Industrie und Gewerbe nicht dem ZAH angedient werden, sondern direkt einer Verwertung zugeführt werden, sind die durch den ZAH zu entsorgenden Abfallmengen grundsätzlich rückläufig. Hiervon betroffen sind der Containerdienst sowie die Finanzierung der hohen Fixkosten und Vorhaltekosten in der Abfallentsorgung . Der ZAH versucht durch Flexibilität und „Abfallentsorgung aus einer Hand“ Kunden zu binden und einem weiteren R ückgang im Bereich der Abf älle aus Industrie und Gewerbe entgegen zu wirken. Unkalkulierbar und somit risikobehaftet bleibt auch die Menge der zu entsorgenden Abfälle über die Abfallbehälter. Der Trend zu kleineren Behältergrößen und/oder geringerer Leerungshäufigkeit bleibt weiterhin ungebrochen. Des Weiteren wirkt sich die rückläufige Entwicklung der Einwohnerzahlen im Verbandsgebiet auf die Abfallmengen aus privater Herkunft aus. Hier gilt es seitens des ZAH, ein starkes Augenmerk bei den anstehenden Verlängerungen bzw. Neuvergaben der mit Dritten bestehenden Entsorgungsverträge und deren Mengen zu richten. 222 14 Anlage I Der ZAH ist nach der Neuausschreibung des DSD bis zum 31. Dezember 2019 unver ändert als Subunternehmer für die Einsammlung des "gelben Sackes" in Stadt und Landkreis Hildesheim tätig . Neben den hieraus zu erzielenden Ertr ägen wirkt sich diese Beauftragung bei den Planungen der Auslastung der einzusetzenden personellen und materiellen Ressourcen positiv aus. Die PPK-Sammlung (direkte Auftragsbeziehung des DSD zum ZAH) wird unver ä ndert durchgeführt. Um hier weitere Mengeneffekte zu erzielen und auch den Markteintritt privater Entsorger zu verhindern, bietet der ZAH neben dem Depotcontainersystem seit 2008 eine kostenlose haushaltsnahe Altpapiertonne an. Der ZAH ist in diesem Marktsegment somit gut positioniert. Das in der Vergangenheit bestehende Risiko zur körperlichen Herausgabe des Papieranteils an die Systembetreiber k önnte durch das neue VerpackG neu aufleben. Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnet der ZAH durch ein eingerichtetes Mahnwesen. Fruchtlose Mahnungen werden an die Creditreform AG sowie den Vollstreckungsbehörden der Verbandsmitglieder zur weiteren Verfolgung übergeben . Zur Vermeidung von Liquiditätsrisiken ist eine vorausschauende und umfangreiche Finanzplanung eingerichtet. Den Vermögensrisiken wird durch eine ständige Überwachung und ggf. erforderliche Anpassung bei den bestehenden Versicherungen begegnet . Zur Vermeidung von Ausfallrisiken bei Geldanlagen werden ausschließlich einlagengesicherte Anlagen auf Spar- oder Tagesgeldkonten bei Kreditinstituten vorgenommen. Die Risiken aus den operativen T ätigkeiten des ZAH haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Weder die Betrachtung der Einzelrisiken noch die Einschätzung der Gesamtrisiken lassen aus heutiger Sicht Risiken erkennen, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des ZAH gefährden k önnten. X. Vorschau auf das Wirtschaftsjahr 2018 und zur künftigen Entwicklung Im Wirtschaftsplan 2018 sind Investitionen von insgesamt 3,1 Mio vorgesehen. Diese entfallen im Wesentlichen auf die Ersatzbeschaffungen im Bereich des Fuhrparks mit 2,7 Mio. Die Investitionen sollen aus Abschreibungen sowie eigenen Mitteln finanziert werden. Darüber hinaus wurden bis Mai 2018 nicht geplante Ersatzinvestitionen aufgrund des Hochwasserereignisses von T 56 get ätigt. 223 15 Anlage I Für Rekultivierungsmaßnahmen auf der Zentraldeponie Heinde sowie die Altlastensanierungen für die Stadt und den Landkreis Hildesheim wird ein R ückstellungsverbrauch von insgesamt T 620 erwartet. Dem gegenüber sind Zuführungen zu diesen Rückstellungen von T 750 geplant. Gemäß § 18 der Verbandssatzung sowie unter Beachtung des NKAG arbeitet der Verband ohne Gewinnerzielungsabsicht, d. h. dass die aus den gebührenpflichtigen Bereichen erzielten Gebührenüberdeckungen und -unterdeckungen nach Feststellung innerhalb von drei Jahren auszugleichen sind. Um diesem Ziel gerecht zu werden, wurden die Gebühren in den Bereichen Restabfall und Biotonnen zum 1. Januar 2018 gesenkt. Die Entgelte für Leistungen im Rahmen privatrechtlicher Verpflichtungen des ZAH wurden zuletzt zum 1. Mai 2017 angepasst und bleiben unverä ndert. Nach den Planungen wird für das Wirtschaftsjahr 2018 im Gesamtergebnis mit einem Jahresfehlbetrag von T 1.449 gerechnet. Des Weiteren sind bis Juni 2018 weitere Aufwendungen für die Beseitigung der Schäden aus dem Hochwasserereignis angefallen . Bei der NBank wird im August 2018 ein Förderantrag mit einer Schadenssumme von T 971 gestellt, wonach 80 % der angemeldeten Schadenssumme förderungswürdig sind. Dem Jahresfehlbetrag stehen geplante Abschreibungen von T 2.637 sowie im Saldo eine Zunahme der langfristigen R ückstellungen von T 130 gegenüber , so dass ein Cash Flow aus laufender Geschäftst ätigkeit von T 1.318 erwartet wird. Weitere gefestigte Prognosen k önnen erst nach Abschluss der Gebührennach- bzw. -vorkalkulation für das Wirtschaftsjahr 2017 bzw. 2019 getroffen werden . Ob weitere Anpassungen der Gebühren ab 2019 erforderlich werden, hängt einerseits von der Entwicklung des Gebührenaufkommens und der damit im Zusammenhang stehenden Entwicklung der zu behandelnden Abfallmengen sowie andererseits von der weiteren Entwicklung der Marktpreise für die Papierverwertung sowie der betrieblichen Aufwendungen ab . Wie bereits angedeutet , werden an der Entwicklung des Marktes Abfallwirtschaft keine signifikanten Änderungen eintreten, die eine gesicherte Wettbewerbsposition einräumen. Die unsichere Entwicklung auf dem Entsorgungsmarkt bleibt auch in Zukunft ein betriebliches Risiko . Der Markt ist gekennzeichnet durch eine dynamische Akteursstruktur, fortschreitende Weiterentwicklung innovativer Technologien und Dienstleistungen, die demografische Entwick- lung und weitere Internationalisierung. Dieses erfordert von den Marktteilnehmern hohe Flexibilit ät. Die vorhandene Infrastruktur am Standort ist wesentliche Voraussetzung, um an der Marktentwicklung positiv zu partizipieren. Das Thema Wertstofftonne ist spätestens seit Vorliegen des Arbeitsentwurfs zum KrWG im Frühjahr 2010 in aller Munde. Nach der Neuordnung des KrWG Anfang 2012 sollte die Einf ührung der einheitlichen Wertstofferfassung bis 2015 als politisches Ziel des Bundes- 224 16 Anlage I Umweltministeriums angestrebt werden. Hierzu bestand erheblicher Diskussionsbedarf, da die einheitliche Erfassung von DSD- Anteilen (LVP) und stoffgleichen Nichtverpackungen (StNVP) weiterhin noch nicht geregelt war . Das von der Bundesregierung für Mitte 2015 angekündigte Wertstoffgesetz wurde nicht umgesetzt. Stattdessen wird die bis 31. Dezember 2018 bestehende Verpackungsverordnung durch das Verpackungsgesetz zum 1. Januar 2019 ersetzt. Dabei sollen aber auch hier die DSD- Verkaufsverpackungen und die stoffgleichen Nichtverpackungen nicht einheitlich, sondern weiterhin getrennt entsorgt werden. Die allgemeine Marktsituation wird parallel hierzu beobachtet. Der ZAH wird große Anstrengungen unternehmen, um die Kundenbindung weiter zu verst ärken. Des Weiteren ist daran zu arbeiten, das hohe Maß an Kundenzufriedenheit weiter auszubauen. Bad Salzdetfurth, den 29 . Juni 2018 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 Zweckverband Förderzentrum im Bockfeld Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes lagen die Unterlagen des Jahresabschlusses zum 31.12.2017 dem Beteiligungmanagement der Stadt Hildesheim nicht vor. Anschrift: Telefon: Telefax: 05121 / 9655-0 05121 / 9655-18 Im Bockfelde 84 31137 Hildesheim Aufgabe des Zweckverbandes: Der Zweckverband ist Träger einer Förderschule - Schwerpunkt geistige, körperliche und motorische Entwicklung - in Hildesheim. Er errichtet ein Förderzentrum in Hildesheim. Das Förderzentrum erbringt Heilmittel gem. SGB V, führt Aufgaben der Früherkennung und Frühförderung gem. SGB IX, der Eingliederungshilfe gem. SGB XII i. V. m. Kapitel 7 SGB IX sowie der Leistungen der Jugendhilfe nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz aus. Weiterhin betreibt das Förderzentrum Tageseinrichtungen im Sinne des Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder bzw. der dieses Gesetz ergänzenden oder ersetzenden Vorschriften. Verbandsmitglieder: Stadt Hildesheim Landkreis Hildesheim Verbandsausschuss: (Stand 31.12.2017) Herr Ulrich Wöhler (Vorsitzender) Frau Martina Donat (stellv. Vorsitzende) Frau Dr. Rita Weber Herr Albert Geister (ab 11/2017) Frau Martina Wiegand (ab 11/2017) Herr Falk Olaf Hoppe (bis 11/2017) Frau Franziska Busche Frau Iris Siekiera Verbandsversammlung: (Stand 31.12.2017) Herr Ulrich Wöhler (Vorsitzender) Frau Martina Donat (stellv. Vorsitzende) Geschäftsführer: Herr Henning König, Verbandsgeschäftsführer Frau Ulrike Böhme, stellv. Verbandsgeschäftsführerin Beschäftigte: 44 Voll- und 76 Teilzeitbeschäftigte 258 Sparkasse Hildesheim Goslar Peine Anschrift: Rathausstr. 21-23 31134 Hildesheim Telefon: Telefax: E-Mail: Internet: 05121 / 871-0 05121 / 871-3333 info@sparkasse-hgp.de www.sparkasse-hgp.de Gegenstand des Unternehmens: Die Sparkasse ist ein wirtschaftlich selbstständiges Unternehmen mit der Aufgabe, auf der Grundlage der Markt- und Wettbewerbserfordernisse für ihr Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise und insbesondere des Mittelstandes mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen in der Fläche sicherzustellen. Sie unterstützt in ihrem Geschäftsgebiet die kommunale Aufgabenerfüllung der Mitglieder des Trägers im wirtschaftlichen, regionalpolitischen, sozialen und kulturellen Bereich. Sicherheitsrücklage: (Stand 31.12.2017) 535,3 Millionen Euro Träger: Sparkassenzweckverband Hildesheim Goslar Peine Verwaltungsrat: (Stand: 31.12.2017) Herr Dr. Ingo Meyer (Vorsitzender) Herr Olaf Levonen (1. stv. Vorsitzender) Herr Franz Einhaus (2. stv. Vorsitzender) Herr Thomas Brych Frau Petra Emmerich-Kopatsch Herr Frank Hoffmann Herr Dr. Oliver Junk Herr Dr. Christof Klinke Herr Bernd Lynack Herr Friedhelm Prior Frau Iris Siekiera Herr Frank Wodsack Frau Stefanie Kandulski Frau Kathrin Kemper Herr Rainer Kuhn Herr Marcel Schmidt Herr Michael Wegener Herr Thomas Weitling Vorstand: (Stand: 31.12.2017) Beschäftigte: (Stand: 31.12.2017) Herr Jürgen Twardzik (Vorsitzender) Herr Michael Senft Herr Dominikus Penners Herr Dirk Vorderstemann 990 674 1.664 71 1.735 259 Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte Auszubildende/ Trainees Insgesamt Wirtschaftliche Situation der Sparkasse in 2017: Das Geschäftsjahr 2017 war das erste Jahr nach der Fusion der Sparkasse Hildesheim, der Kreissparkasse Peine und der Sparkasse Goslar/ Harz per öffentlich-rechtlichem Vertrag vom 18.04.2016 mit Wirkung zum 01.01.2017. Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine firmiert in der Rechtsform einer Anstalt öffentlichen Rechts gemäß § 3 NSpG. Sie ist Mitglied im Sparkassenverband Niedersachsen (SVN) und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V. (DSGV). 1. Bilanz In Folge der Fusion lassen sich die Positionen der Bilanz nur bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichen, die sich ausschließlich auf die Sparkasse Hildesheim beziehen. 2017 2016* T€ T€ Veränderung zum Vorjahr* T€ Bilanzsumme 7.126.703 4.100.078 +3.026.625 Barreserve 411.339 187.567 +223.772 Forderungen an Kreditinstitute 132.431 37.887 +94.544 Forderungen an Kunden 5.116.577 3.087.945 +2.028.632 347.245 +261.222 300.853 +368.003 32.706 14.984 Anteile an verbundenen Unter- 51.158 nehmen Sachanlagen 79.248 40.282 +10.876 59.357 +19.891 Sonst. Vermögensgegenstände 5.250 +4.515 Schuldverschreibungen und an- 608.467 dere festverzins. Wertpapiere Aktien und andere nicht 668.856 festverzinsliche Wertpapiere Beteiligungen 47.690 9.765 Verbindlichkeiten ggü. Kreditin- 877.546 stituten Verbindlichkeiten ggü. Kunden 5.392.384 498.175 +379.371 3.164.653 +2.227.731 Sonstig. Verbindlichkeiten 14.847 2.140 +12.707 Rückstellungen 106.871 54.355 +52.516 Fonds für allgemeine Bankrisi- 194.600 ken 43.900 +150.700 260 Eigenkapital 536.095 320.170 +215.925 *Vorjahreswerte der Sparkasse Hildesheim 2. Gewinn- und Verlustrechnung In Folge der Fusion lassen sich die Ergebnisse der Gewinn- und Verlustrechnung nur bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichen, die sich ausschließlich auf die Sparkasse Hildesheim beziehen. Es zeigt sich, dass mit der Fusion die Aufwendungen in ähnlichem Verhältnis wie die Erträge gestiegen sind, sodass unter dem Strich ein Jahresergebnis von 10,6 Mio. € steht, das mit fast identisch zum Vorjahresergebnis ist. Es bleibt abzuwarten, ob die Fusion in den kommenden Jahren Synergieeffekte, insbesondere bei der Reduktion von Verwaltungskosten, ausschöpfen kann. 2017 2016* T€ T€ Veränderung zum Vorjahr* T€ Zinserträge 176.195 112.883 +63.312 Laufende Erträge 22.499 12.830 +9.669 Provisionserträge 56.845 32.730 +24.115 Sonst. betrieb. Erträge 206.482 123.283 +83.199 Zinsaufwendungen 122.660 72.975 +49.684 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen Abschreibungen und Wertberichtigungen Sonst. betrieb. Aufwendungen 150.161 82.638 +67.523 7.066 5.822 +1.244 21.550 4.179 +17.371 Jahresüberschuss 10.647 10.637 +100 *Vorjahreswerte der Sparkasse Hildesheim Der Zinsüberschuss bleibt die bedeutendste Ertragsquelle der Sparkasse. In 2017 standen den Zinserträge in Höhe von 176 Mio. Euro Zinsaufwendungen in Höhe von 123 Mio. Euro entgegen. Der Jahresüberschuss von 10,6 Mio. Euro liegt insgesamt auf dem Vorjahresniveau. Von dem ausgewiesenen Bilanzgewinn wurde der Betrag in Höhe von 9.838.143,84 Euro der Sicherheitsrücklage zugeführt und 809.000,00 Euro an den Sparkassenzweckverband Hildesheim Goslar Peine als Träger ausgeschüttet. Die Stadt Hildesheim hat hieran einen Anteil von 345.000 Euro erhalten. 261 Liquidität: Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Berichtsjahr aufgrund einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Zur Überwachung der Zahlungsbereitschaft bedient die Sparkasse sich, ergänzt um Erfahrungswerte, kurz-, mittel- und langfristiger Finanzpläne. Die eingeräumte Kreditlinie bei der Landesbank wurde an drei Tagen in Anspruch genommen. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften unterhielt die Sparkasse entsprechende Guthaben bei der Deutschen Bundesbank. Zukünftige Geschäftsentwicklung: Die Sparkasse Hildesheim hat zum 01.01.2017 mit der Sparkasse Goslar/Harz und der Kreissparkasse Peine fusioniert und trägt den Namen Sparkasse Hildesheim Goslar Peine. Für die Zukunft plant die Sparkasse an vielen Standorten Investitionen, insbesondere in den Brandschutz und die Sicherheitstechnik. Vor dem Hintergrund der Fusion werden sich zudem noch umzugsbedingte Baumaßnahmen an den drei Hauptstandorten Hildesheim, Goslar und Peine ergeben, deren Umfang noch nicht vollumfänglich absehbar ist. Bei dem Verwaltungsaufwand rechnet die Sparkasse durch die Fusion mit der Hebung weiterer Synergiepotentiale, insbesondere bei den Personalkosten, die in den Folgejahren deutlich geringer ausfallen sollen als in 2017. Das Zinsniveau dürfte auf absehbare Zeit nur moderat ansteigen. Dieses Zinsniveau in Verbindung mit einem verstärkten Wettbewerb in der Kreditwirtschaft hält die Zinsspanne weiter unter Druck. Die Sparkasse rechnet damit, dass sich der Zinsüberschuss weiter spürbar verringern wird. Insgesamt 262 Geschäftsbericht 2017 der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 263 Mit freundlicher Empfehlung überreichen wir Ihnen den Geschäftsbericht 2017. Sparkasse Hildesheim Goslar Peine Der Vorstand 264 Sparkasse Hildesheim Goslar Peine Bericht über das Geschäftsjahr 2017 265 Rechtsform Über den Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverband ist die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine Mitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes e. V. Für die Verbindlichkeiten der Sparkasse haftet neben dem Vermögen der Sparkasse der Träger im Rahmen des § 32 NSpG in der Fassung vom 16. Dezember 2004. Träger der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine ist der Sparkassenzweckverband Hildesheim Goslar Peine, dem die Städte Hildesheim und Goslar sowie die Landkreise Hildesheim, Goslar und Peine als Verbandsmitglieder angehören. 266 Lagebericht Die Sparkasse ist ein regionales Wirtschaftsunternehmen mit der Aufgabe, die geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung, der mittelständischen Wirtschaft sowie der öffentlichen Hand zu sichern, die finanzielle Eigenversorgung der Bürgerinnen und Bürger zu stärken und die Entwicklung der Region zu fördern. Dieser öffentliche Auftrag ist im Sparkassengesetz des Landes Niedersachsen niedergelegt und prägt das gesamte Geschäftsmodell der Sparkasse. Sie handelt nicht ausschließlich gewinn-, sondern auch gemeinwohlorientiert. Grundlagen der Sparkasse und Geschäftsmodell Die Sparkasse Hildesheim, die Kreissparkasse Peine und die Sparkasse Goslar/Harz wurden mit öffentlich rechtlichem Vertrag zwischen dem Sparkassenzweckverband Hildesheim, dem Sparkassenzweckverband Goslar/Harz, dem Landkreis Goslar, der Stadt Goslar und dem Landkreis Peine vom 18. April 2016 zum 01. Januar 2017 zusammengelegt. Zum 31. Dezember 2017 unterhält die Sparkasse neben der Hauptstelle 63 Geschäftsstellen und 34 SBGeschäftsstellen. Die Vermögen der Sparkasse Goslar/Harz und der Kreissparkasse Peine sind durch Gesamtrechtsnachfolge zum 01. Januar 2017 auf die Sparkasse Hildesheim übergegangen. Die zusammengelegte Sparkasse führt den Namen „Sparkasse Hildesheim Goslar Peine“ und hat ihren Sitz in Hildesheim. Die Sparkasse arbeitet rentabel, um ihre Eigenkapitalbasis für die Zukunft zu stärken. Erträge, die nicht zur Stärkung des Eigenkapitals verwendet werden, fließen in die Region zurück zur Finanzierung gesellschaftlich wichtiger Projekte und Strukturen. Die Sparkasse fördert mit ihrer Geschäftstätigkeit verlässlich die Entwicklung von Wirtschaft, Gesellschaft und Lebensqualität in der Region. Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine ist gemäß § 3 NSpG eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbands Niedersachsen (SVN), Hannover, und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV), Berlin und Bonn, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Hildesheim unter der Nummer A 2564 im Handelsregister eingetragen. Die Sparkasse verwendet die Einlagen ihrer Kunden zur Refinanzierung von Krediten an kleine und mittlere Unternehmen, private Personen und Kommunen in der Region. Sie ermöglicht auch wirtschaftlich schwächeren Personen die Teilnahme am Wirtschaftsleben, stellt Basis-Bankdienstleistungen für jedermann bereit und gibt Kleinkredite zu fairen und verlässlichen Konditionen. Die Sparkasse bietet ihren Kunden auch Produkte mit ökologischem und sozialem Nutzen an. Die entsprechenden Nachhaltigkeitsstandards dieser Produkte werden in den jeweiligen Produktinformationen dokumentiert. Träger der Sparkasse ist der Sparkassenzweckverband Hildesheim Goslar Peine. Am Sparkassenzweckverband sind die Landkreise Hildesheim, Goslar und Peine sowie die Städte Hildesheim und Goslar beteiligt. Das Geschäftsgebiet der Sparkasse umfasst das Gebiet ihres Trägers, die Stadt Salzgitter und die Gemeinden Baddeckenstedt, Groß Heere, Haverlah, Schladen-Werla und Sehlde. Die Sparkasse ist als Mitglied im Sparkassenstützungsfonds des Sparkassenverbandes Niedersachsen dem Sicherungssystem der Deutschen Sparkassenorganisation angeschlossen. Dieses Sicherungssystem ist von der BaFin als Einlagensicherungssystem nach dem EinSiG anerkannt worden. Die Sparkasse verfolgt eine verantwortungs- und risikobewusste Geschäftspolitik. Sie refinanziert sich hauptsächlich über ihre Einlagen oder im Interesse ihrer Kunden bei Förderbanken sowie Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Sparkasse kennt ihre Kunden persönlich und betreut sie langfristig. Deshalb fördert sie Investitionen mit Maß und Weitblick. Ihre geschäftspolitischen Ziele macht die Sparkasse transparent. Sie verhält sich fair und respektiert die Gesetze. Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat. Der Vorstand besteht aus vier Mitgliedern. Er leitet die Sparkasse in eigener Verantwortung und vertritt die Sparkasse gerichtlich und außergerichtlich. Der Verwaltungsrat besteht aus dem Vorsitzenden und 17 weiteren Mitgliedern. Der Verwaltungsrat berät den Vorstand und überwacht dessen Geschäftsführung. Daneben engagiert sich die Sparkasse sozial und kulturell. In der Geschäftsstrategie sind die Grundsätze der geschäftspolitischen Ausrichtung der Sparkasse zusammengefasst und in die operativen Planungen eingearbeitet. Durch die zielorientierte Bearbeitung der strategischen Geschäftsfelder sollen Ertragspo267 5 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung im Bundesgebiet 2017 erreichte die deutsche Wirtschaft ein Wachstum von 2,2 %. Dieser Produktionszuwachs ist umso beachtlicher, als aufgrund der Lage der Feiertage drei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im Jahr zuvor. tenziale ausgeschöpft und die Kosten gesenkt werden, damit die Sparkasse ihre Aufgaben erfüllen kann. Darüber hinaus hat der Vorstand eine Risikostrategie beschlossen. Die Strategien wurden mit dem Verwaltungsrat der Sparkasse erörtert, von diesem beschlossen und innerhalb des Hauses kommuniziert. Sofern bei den nachfolgenden Betrachtungen Vergleiche zum Vorjahr gezogen werden, basieren die Basisdaten des Vorjahres auf den aggregierten Werten der drei Fusionssparkassen. Der Aufschwung wurde vor allem von der Binnenwirtschaft getragen. Aber in dem freundlichen Umfeld der wachsenden Weltwirtschaft und insbesondere aufgrund des beschleunigten Wachstums bei den engsten Handelspartnern im Euroraum konnte auch der deutsche Außenhandel erneut einen Wachstumsanteil beisteuern. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2017 Sowohl die Exporte als auch die Importe erhöhten sich mit preisbereinigten Raten von 4,7 % bzw. 5,2 % sehr deutlich. Der Außenhandelsüberschuss Deutschlands blieb 2017 auf seinem sehr hohen Niveau, das aus dem Ausland häufig kritisiert wird. Doch ist dieser Saldo begründbar und vor allem ein Marktergebnis, nicht Ausdruck von wirtschaftspolitischen Interventionen. Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Der Aufschwung der Weltwirtschaft gewann 2017 an Tempo und an Breite. Die OECD beziffert das Wachstum der Weltproduktion 2017 auf 3,6 %. Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor und daran waren zuletzt praktisch alle großen Weltwirtschaftsregionen beteiligt. Während es in Ländern der zweiten Reihe 2016 noch lokale Rezessionen gab, sind für 2017 durchgängig Pluszeichen beim BIP auszumachen. 2017 war ein weiteres Jahr mit einem Wachstum oberhalb des Zuwachses des Produktionspotentials, das meist in der Größenordnung von 1,5 % veranschlagt wird. Dadurch lief die deutsche Volkswirtschaft allmählich in eine Überauslastungssituation hinein. Dies gab den Unternehmen Anlass zu einer verstärkten Investitionstätigkeit. Die Investitionen sprangen in diesem Zyklus erst recht spät an – trotz der seit Jahren ungewöhnlich günstigen Finanzierungssituation. Die Bruttoanlageinvestitionen erhöhten sich real um 3,0 %. China wuchs erneut mit den amtlich geplanten fast 7,0 %, Indien wohl ebenfalls in vergleichbarer Größenordnung. Aber auch die Industrieländer zeichneten sich 2017 durch neue Wachstumsdynamik aus. Die Wirtschaft der USA wuchs um mehr als 2,0 %, Japan immerhin um rund 1,5 %. Lediglich im Vereinigten Königreich waren aufgrund der Verunsicherungen um den Brexit-Prozess eine Abwertung des Pfundes, steigende Inflation und auch eine Verlangsamung des Wachstums zu verzeichnen, jedoch bislang keine Rezession. Stärkste Teilkomponente waren die Ausrüstungsinvestitionen mit einem realen Zuwachs um 3,5 %. Aber auch die Bauinvestitionen legten mit 2,6 % deutlich zu, darunter die Teilkomponente der Wohnbauten überproportional mit 3,1 %. Dabei führt das anhaltend hohe Nachfragewachstum angesichts von Engpässen sowohl beim Bauland als auch bei den Produktionskapazitäten der Bauindustrie neben der Volumenausweitung zunehmend zu steigenden Preisen. Die Erholung im Euroraum gewann 2017 an Fahrt und kann inzwischen als ein fortgeschrittener Aufschwung bezeichnet werden. Mit einem Wachstum von 2,4 % wurde ein Tempo erreicht, das über dem Potenzialwachstum liegt. Die Arbeitslosenquoten in den meisten Ländern konnten dadurch abgebaut werden. Vor allem Spanien lag beim Wachstum des BIP erneut deutlich über dem Schnitt trotz der Irritationen um den katalonischen Separatismus. Frankreich und Italien blieben unter dem Schnitt des Euroraums, konnten aber ihr zuvor lethargisches Wachstumstempo ebenfalls ein Stück steigern. 6 Der private Konsum hat sich 2017 um real 2,0 % ausgeweitet und ist somit in annähernd gleichem Tempo wie schon im vorangegangenen Jahr gewachsen. In laufenden Preisen erhöhten sich die privaten Konsumausgaben um 3,8 %, d. h. in annähernd gleichem Ausmaß wie die nominalen verfügbaren Einkommen der Haushalte mit einem Plus von 3,9 %. Die Spar268 quote der privaten Haushalte blieb somit – trotz der anhaltenden Nullzinsphase – konstant bei 9,7 %. dels- und Dienstleistungsunternehmen und zeigen deren Prognose für die Zukunft auf. Beide Umfrageergebnisse zeigen ein starkes positives Lagebild in nahezu allen heimischen Wirtschaftsbereichen. Auch die geäußerten Geschäftserwartungen senden positive Signale für ein fortlaufend gutes Wirtschaftsklima. Allerdings kann längst nicht jedes einstellungswillige Unternehmen seinen Arbeitskräftebedarf auf dem regionalen Arbeitsmarkt decken. Infolgedessen sehen viele Betriebe den Fachkräftemangel als erhebliches Risiko für die künftige Geschäftsentwicklung. Der moderat expandierende, das BIP begleitende und stützende, Konsum findet eine solide Grundlage in der guten Arbeitsmarktlage, die sich in hoher Arbeitsplatzsicherheit und allmählich auch stärker in Lohnsteigerungen niederschlägt. 2017 ist die Zahl der Erwerbstätigen noch einmal um rund 1,5 % gestiegen auf jahresdurchschnittlich 44,3 Millionen mit Arbeitsort im Inland. Die Arbeitslosenquote ist weiter gesunken auf 5,7 % im Mittel des Jahres 2017 und hat somit den niedrigsten Stand Gesamtdeutschlands seit der Wiedervereinigung erreicht. Die Anzahl der Erwerbstätigen legte insgesamt leicht zu, wobei die Entwicklung innerhalb des Geschäftsgebietes heterogen war. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2017 im gesamten Geschäftsgebiet unter den Vorjahreswerten und bewegte sich zwischen 4,9 % in Peine und 9,8 % in Salzgitter. Auf die Güterpreise haben die stärker ausgelasteten Produktionskapazitäten und zunehmenden Engpässe am Arbeitsmarkt bisher noch nicht durchgeschlagen. Vielmehr blieb die Preisdynamik entgegen der sehr guten Konjunktursituation weiterhin moderat. Im Jahresdurchschnitt sind die Verbraucherpreise in Deutschland per nationaler Definition um 1,8 %, gemäß harmonisiertem Index um 1,7 % gestiegen. Im Euroraum war der Anstieg mit 1,5 % schwächer und lag deutlicher unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Die EZB verweist außerdem auf die 2017 noch schwächere Kernrate der Preisentwicklung. Die Konsumneigung der Kunden wird von der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt und den steigenden Realeinkommen der Verbraucher gestützt, bleibt aber dennoch hinter den Erwartungen des regionalen Handels zurück. Das regionale Bruttoinlandsprodukt und das verfügbare Einkommen je Einwohner im Geschäftsgebiet liegen aber weiterhin sowohl unterhalb des Landes- als auch des Bundesdurchschnitts. Auf das Jahr 2018 blicken die Einzelhändler daher mehrheitlich mit skeptischer Miene. Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsgebiet Das Geschäftsgebiet der Sparkasse umfasst eine Fläche von 2.191 qkm mit 512.980 Einwohnern. Es befindet sich sowohl im Bezirk der IHK Hannover als auch der IHK Braunschweig, entzieht sich damit einer eindeutigen Zuordnung zu einer Wirtschaftsregion und den auf dieser Ebene vorliegenden Wirtschaftsdaten. Die negative Bevölkerungsentwicklung im Geschäftsgebiet der vergangenen Jahre konnte aufgrund eines positiven Wanderungssaldos angehalten werden, so dass ein geringer Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen ist. Dieser bleibt aber immer noch hinter der Entwicklung auf Bundes- und Landesebene zurück. Aktuelle Prognosen gehen für die nächsten Jahre trotz zuletzt leicht gestiegener Geburtenzahlen von einem weiteren Bevölkerungsrückgang, insbesondere im südlichen Teil des Geschäftsgebietes, aus. Insgesamt führt die Entwicklung zu einer sich verkleinernden und überalternden Bevölkerung mit der Folge eines geänderten Nachfrageverhaltens. Der Großteil der Unternehmen im Geschäftsgebiet der Sparkasse sind Dienstleistungsunternehmen. 74,2 % der Erwerbstätigen arbeiten in diesem Sektor. In Salzgitter, als drittgrößtem Industriestandorts Niedersachsens, dominiert das verarbeitende Gewerbe, insbesondere in Form von Stahlerzeugung und -verarbeitung. Die Auswirkungen aus den sich abzeichnenden US-amerikanischen Zollbeschränkungen lassen sich derzeit noch nicht quantifizieren. Die Bevölkerungsentwicklung und hier vor allem der Anstieg des Seniorenanteils erhöht den Bedarf an kleineren, barrierearmen Wohnungen. Hier sind neue städtebauliche Konzepte in den Kommunen des Geschäftsgebietes gefragt – ein Thema, bei dem auch die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine ein wichtiger Gesprächspartner für die Kommunen ist. Die Bauwirtschaft arbeitet unverändert an der Kapazitätsgrenze, wobei sich besonders in dieser Branche der Fachkräftemangel bemerkbar macht. Die Auftragseingänge haben sich in allen Baubereichen erhöht. Inwieweit sich die positiven bundesweiten Entwicklungen auch im Geschäftsgebiet der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine widerspiegeln, zeigen die quartalsweise ermittelten Konjunkturklimaindikatoren der beiden ansässigen Industrie- und Handelskammern. Diese erfassen die Stimmung bei den Industrie-, Han269 7 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht Entwicklung der Kreditwirtschaft Das Drei-Säulen-System der deutschen Kreditwirtschaft, bestehend aus Sparkassen, Genossenschaftsund Privatbanken, hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu beigetragen, dass sich alle Kreditinstitute den Anforderungen eines wachsenden Wettbewerbs permanent anpassen mussten. Dieser Anpassungsdruck führte auch dazu, dass den Kunden in Deutschland qualitativ hochwertige Finanzdienstleistungen zu attraktiven Preisen angeboten werden. Die Sparkasse stellt sich diesem Wettbewerb mit dem aktiven Angebot einer ganzheitlichen, auf die persönlichen Wünsche und Anforderungen der Kunden abgestellten Beratung sowie mit innovativen Anlageprodukten. So profitiert letztlich der Verbraucher von dem Wettbewerb, den die bewährten kreditwirtschaftlichen Strukturen in Deutschland ermöglichen. ditionelle Produkte und Dienstleistungen wie Bargeldversorgung und Zahlungsverkehr als auch das Kundenverhalten an sich. Die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen erfolgt immer mehr kundenselbstbedient. Die klassischen SB-Geräte haben dabei Konkurrenz durch neue, internetbasierte Kanäle und mobile Endgeräte bekommen. Im Retailbanking stellt der Einsatz von mobilen Banking-Lösungen die Sparkasse vor große Herausforderungen. Nur mit angepassten Geschäftsprozessen und Leistungsmerkmalen kann der neue Kanal erfolgreich für Kommunikation, Transaktion und Vertrieb genutzt werden. Die Einbindung in das bereits bestehende Multikanalmanagement ist eine weitere Herausforderung. Der zunehmende Wettbewerbsdruck erfordert eine konsequente Ausrichtung als Qualitätsanbieter und gleichzeitig die Erhöhung der Produktivität seitens der Sparkasse, um durch Kostensenkungen Preisspielräume zu schaffen. Die Sparkassen-Finanzgruppe ist einerseits regional verwurzelt und dezentral organisiert; andererseits verfügt sie über einen leistungsstarken Verbund mit erfolgreichen überregionalen Partnern. Diese effiziente Arbeitsteilung ermöglicht es, den Kunden der Sparkasse auch künftig die gesamte Breite der Finanzdienstleistungen flächendeckend anzubieten. Auch das Nachfrageverhalten und die Loyalität vieler Privat- und Unternehmenskunden haben sich verändert. Bankdienstleistungen werden selektiv und bedarfsorientiert bei unterschiedlichen Finanzdienstleistern und über verschiedene Vertriebswege erworben. Eine steigende Anzahl von Kunden hat eine hohe Preissensibilität und gleichzeitig ein stärkeres Bedürfnis nach qualitativ hochwertiger Beratung. Die Anforderungen an die Kompetenz der Berater steigen und werden dadurch zu einer Herausforderung für den Personalbereich der Sparkasse. Die Kreditinstitute werden mit einer immer strengeren Regulierung der Finanzmärkte konfrontiert. Tiefe und Umfang der aufsichtlichen und verbraucherschutzrechtlichen Vorgaben wirken sich stark auf einzelne Unternehmensbereiche aus. Aufgaben, die aus den neuen Regeln entstehen, sowie regulatorische Kosten belasten die Betriebsergebnisse der Kreditinstitute. Die aufsichtlichen Anforderungen erschweren darüber hinaus die Bankenrefinanzierung. Die Sparkasse trug auch im Berichtsjahr dazu bei, als Finanzierungspartner die Investitionen der kleinen und mittelständischen Unternehmen zu ermöglichen und damit das wirtschaftliche Wachstum mitzutragen. Marktstellung der Sparkasse Der Marktanteil an den Hauptbankverbindungen von Privatkunden beträgt 49,5 %. Damit ist die Sparkasse regionaler Marktführer im Privatkundengeschäft. Bei Privatkunden steht sie in einem verschärften Wettbewerb mit regionalen und überregionalen Finanzdienstleistern. Der Wettbewerb im Baufinanzierungsgeschäft ist weiterhin hoch. Die Preispolitik der Sparkasse orientiert sich am oberen Drittel der regionalen Wettbewerber. Neben dem originären Kreditgeschäft betreibt die Sparkasse zusammen mit ihren Tochterunternehmen (z. B. der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH, Hildesheim) eine lokale Wirtschafts- und Standortförderung mit dem Ziel, die Wirtschaftskraft im Geschäftsgebiet zu erhalten und zu entwickeln. In der mittelständisch geprägten Wirtschaftsregion kommt der Förderung und Begleitung von Existenzgründern eine besondere Bedeutung zu. Der Wettbewerb um die Gewerbekunden im Kreditgeschäft hat weiter zugenommen. Entwicklung des Zinsniveaus Die EZB hat im Jahr 2017 den Kurs extrem niedriger Leitzinsen beibehalten. Der Satz für den Hauptrefinanzierungstender wurde durchgehend bei 0,00 % gehalten. Auch der negative Zinssatz für die Einlagefazilität verblieb konstant bei -0,40 %. Zusätzlich zu Eine Herausforderung im Kundengeschäft besteht in der angemessenen Reaktion auf den Mega-Trend des ökonomisch-technologischen Wandels und der mit ihm einhergehenden Virtualisierung und Digitalisierung des Lebens. Betroffen sind sowohl tra8 270 diesen Maßnahmen wurde auch das Anleihekaufprogramm der EZB weiter fortgesetzt. Hier hat die EZB in der zweiten Jahreshälfte aber eine Reduzierung der Käufe ab dem Jahr 2018 angekündigt. Das Zinsniveau hat sich im Verlauf des Jahres auf niedrigem Niveau leicht erhöht, während es sich am Geldmarkt und den kurzen Laufzeiten seitwärts entwickelte. Die EZB lässt weiterhin keinen Zweifel daran, dass die Zinsen über einen längeren Zeitraum auf einem sehr niedrigen Niveau verharren werden. Die langfristigen Zinsen waren nur geringen Schwankungen unterworfen. Am 26. Juni 2017 ist das neue Geldwäschegesetz (GwG) in Kraft getreten. Das völlig neu systematisierte und im Umfang deutlich erweiterte Gesetz führt zu einem hohen Umsetzungsaufwand in den Kreditinstituten. Die BaFin hat am 27. Oktober 2017 die seit langem erwartete finale Fassung der novellierten Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) vorgelegt. Das Rundschreiben tritt mit Veröffentlichung in Kraft. Während Klarstellungen umgehend anzuwenden sind, gilt für sogenannte Neuerungen eine Umsetzungsfrist bis 31. Oktober 2018. Die weiter anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB stellt die Sparkasse zunehmend vor Herausforderungen. Die künstlich herbeigeführten dauerhaft niedrigen Zinsen wirken sich auf das Geschäft der Sparkasse aus und belasten das Ergebnis. Sie schädigen Versicherungsunternehmen, Bausparkassen, Sparkassen und alle anderen Unternehmen, die auf eine gleichzeitig sichere und rentierliche Kapitalanlage angewiesen sind. Am 3. November 2017 hat die BaFin darüber hinaus Bankaufsichtliche Anforderungen an die IT (BAIT) veröffentlicht. Wie die Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Banken (MaRisk), interpretieren auch die BAIT die gesetzlichen Anforderungen des § 25a Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 und 5 Kreditwesengesetz (KWG). Sie sind ab ihrer Veröffentlichung in Kraft und stellen den zentralen Baustein für die IT-Aufsicht über den Bankensektor in Deutschland dar. Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2017 Im Jahr 2017 wurden vom Gesetzgeber weitere Regulierungsmaßnahmen in Kraft gesetzt, die die Kreditwirtschaft weiter belasten. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs Bilanzsumme und Geschäftsvolumen Mit der Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr ist die Sparkasse insgesamt zufrieden. Die Bilanzsumme ist gegenüber dem 31. Dezember 2016 leicht gesunken. Auf der Aktivseite reduzierten sich sowohl die Forderungen an Kreditinstitute als auch das Wertpapiervermögen. Die dadurch generierte Liquidität wurde einerseits zur Ausweitung des Kundenkreditgeschäftes und andererseits auf der Passivseite zur Rückführung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten genutzt. Ende Dezember 2016 haben die BaFin und die Deutsche Bundesbank eine Allgemeinverfügung zur Unterlegung von Zinsänderungsrisiken erlassen. Seit Beginn des Jahres 2017 sind die Kreditinstitute dadurch aufgefordert, einen Eigenmittelzuschlag für das Zinsänderungsrisiko quartalsweise zu berechnen und zu melden. Die Verfügung gilt für alle nicht systemrelevanten Banken, die noch keinen SREP-Bescheid erhalten haben. Auch für die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine steht der SREP-Bescheid noch aus. Der SREP-Zuschlag dient der Unterlegung des Zinsänderungsrisikos sowie weiterer wesentlicher Risiken, die von der BaFin definiert werden. Daneben werden weitere Eigenmittelanforderungen zur Unterlegung von Risiken in Stresssituationen festgelegt. Die Deutsche Bundesbank wird für die unter ihrer Aufsicht stehenden Kreditinstitute die SREP-Kapitalzuschläge bis 2018 festsetzen. (Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten absoluten Vorjahreswerte ergeben sich durch Addition der jeweiligen Einzelwerte der drei Fusionssparkassen.) Seit dem 30. Juni 2017 sind alle Kreditinstitute verpflichtet, im Rahmen des FINREP-Meldewesens quartalsweise umfangreiche Finanzdaten über die Deutsche Bundesbank an die Europäische Zentralbank einzureichen. Hierdurch wurde der Umfang der zu meldenden Daten deutlich erweitert. Für die Kreditinstitute bedeutet dies einen deutlich höheren Ressourceneinsatz. 271 9 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht Bestand Veränderungen Bestand in % des Geschäftsvolumens 31.12. Berichtsjahr 31.12. Berichtsjahr Berichtsjahr Vorjahr Vorjahr 31.12. 31.12. Berichtsjahr Vorjahr Mio. Euro Mio. Euro Mio. Euro % % % % – 7.236,6 7.337,9 -101,4 -1,4 4,4 – Bilanzsumme 7.126,7 7.220,3 -93,6 -1,3 4,6 – – Kundenkreditvolumen 5.226,4 5.147,0 79,5 1,5 2,7 72,2 70,1 279,2 272,0 7,2 2,7 -1,9 3,9 3,7 Geschäftsvolumen 1) darunter: Kommunalkredite Forderungen an Kreditinstitute 132,4 279,3 -146,8 -52,6 39,3 1,8 3,8 1.277,3 1.394,3 -117,0 -8,4 -4,1 17,7 19,0 178,4 189,5 -11,1 -5,9 -5,2 2,5 2,6 421,7 327,9 93,8 28,6 106,3 5,8 4,5 5.395,0 5.370,6 24,4 0,5 8,8 74,6 73,2 Spareinlagen 1.305,3 1.293,2 12,1 0,9 1,1 18,0 17,6 tägl. fällige Einlagen 3.978,7 3.924,4 54,2 1,4 12,8 55,0 53,5 108,4 137,0 -28,6 -20,9 6,9 1,5 1,9 877,5 1.035,0 -157,4 -15,2 -16,2 12,1 14,1 Rückstellungen) 427,9 406,1 21,8 5,4 17,6 5,9 5,5 eigene Mittel 535,3 525,4 9,9 1,9 2,9 7,4 7,2 Wertpapiervermögen Anlagevermögen sonstige Vermögenswerte Mittelaufkommen von Kunden darunter: Sparkassenbriefe Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sonstige Passivposten (einschl. Eventualverbindlichkeiten und 1) Bilanzsumme zuzüglich Avalkredite (Abweichungen sind rundungsbedingt) Entgegen unserer Prognose hat sich die Bilanzsumme leicht reduziert. vor allem die Kreditbestände von Unternehmen und Selbstständigen leicht um 20,5 Mio. EUR rückläufig waren. Die Sparkasse bleibt weiterhin der regionale Marktführer im Privatkundengeschäft. Dabei erfordert der zunehmende Wettbewerbsdruck eine konsequente Ausrichtung als Qualitätsanbieter. Der Anspruch der Sparkasse ist es, der Qualitätsführer in der Region zu sein. Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Rahmenbedingungen ist die Geschäftsentwicklung als zufriedenstellend zu bezeichnen. Das Volumen der Darlehenszusagen beträgt insgesamt 856,3 Mio. EUR. Davon entfallen rund 55 % auf Privatpersonen. Die Darlehenszusagen für den Wohnungsbau bewegen sich mit 518,5 Mio. EUR in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Forderungen an Kreditinstitute Die Forderungen an Kreditinstitute sind deutlich zurückgegangen (-146,8 Mio. EUR). Im Gegenzug stieg das Guthaben bei der Deutschen Bundesbank stark an (+112,1 Mio. EUR). Aktivgeschäft Kundenkreditvolumen Das Kundenkreditvolumen ist im Berichtsjahr um 79,5 Mio. EUR bzw. 1,5 % auf 5.226,4 Mio. EUR gestiegen. Damit ist der Zuwachs um 53,6 Mio. EUR geringer ausgefallen als im Vorjahr. Differenziert nach Kundengruppen konnten im Privatkundengeschäft sowie mit öffentlichen Haushalten Zuwächse von 89,7 Mio. EUR bzw. 17,7 Mio. EUR erzielt werden, während 10 Wertpapiervermögen Der Gesamtbestand des Wertpapiervermögens hat sich im Berichtsjahr um 117,0 Mio. EUR verringert. Die Anlagen in Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren reduzierten sich um 272 14,2 Mio. EUR. Der Bestand der Schuldverschreibungen und anderer festverzinslicher Wertpapiere ging entgegen unserer Prognose um 102,8 Mio. EUR zurück, da keine Wiederanlage der im Berichtsjahr fälligen Papiere erfolgte. den im Geschäftsjahr 4.605 Bausparverträge mit einem Volumen von insgesamt 160,8 Mio. EUR abgeschlossen. Im Immobilienvermittlungsgeschäft wurden im Geschäftsjahr insgesamt 377 Objekte mit einem Kaufpreisvolumen von 52,9 Mio. EUR vermittelt. Beteiligungen/Anteilsbesitz Der Anteilsbesitz der Sparkasse per 31.12.2017 von 98,8 Mio. EUR entfiel im Wesentlichen mit 45,5 Mio. EUR auf die Sparkassen Holdinggesellschaft Hildesheim Goslar Peine mbH & Co. KG und mit 47,7 Mio. EUR auf die Beteiligung am Sparkassenverband Niedersachsen (SVN). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 8,1 Mio. EUR resultiert insbesondere aus der Abschreibung auf die Beteiligung am Sparkassenverband Niedersachsen. Derivate Derivative Finanzinstrumente dienten der Sicherung eigener Positionen sowie der Kundengeschäfte und nicht spekulativen Zwecken. Eine Übersicht, wie sich die Kontrakte nach Art und Umfang sowie nach Fristigkeiten und Kontrahenten gliedern, ist dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen. Nicht bilanzielle Leistungsindikatoren Passivgeschäft Mittelaufkommen von Kunden Das Mittelaufkommen von Kunden entwickelte sich im Berichtsjahr leicht positiv und verzeichnete eine Zunahme um 24,4 Mio. EUR auf 5.395,0 Mio. EUR. Die Spareinlagen erhöhten sich um 12,1 Mio. EUR auf 1.305,3 Mio. EUR, während die Sparkassenbriefe im Berichtsjahr um 28,6 Mio. EUR zurückgegangen sind. Die täglich fälligen Gelder konnten um 54,2 Mio. EUR ausgeweitet werden. Produktpolitik Der Kunde mit seinen individuellen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt der Beratungsphilosophie. Die Sparkasse entwickelt maßgeschneiderte Lösungen, die sie mit Blick auf die jeweilige Lebenssituation und die Umfeldbedingungen regelmäßig überprüft und bei Bedarf anpasst. Grundlage der Beratung ist das Sparkassen-Finanzkonzept. Gemeinsam mit ihren Verbundpartnern, zum Beispiel der Versicherungsgruppe Hannover (VGH), der DekaBank, der Deutschen Leasing oder der Landesbausparkasse Nord (LBS), bietet die Sparkasse ein umfassendes Produktportfolio, das Grundlage der individuellen Finanzkonzepte für ihre Kunden ist. Ihre eigenen Sparkassenprodukte überprüft sie regelmäßig, passt sie an und entwickelt sie weiter. Dabei setzt die Sparkasse auf hohen Marktstandard und faire, marktgerechte Konditionen. Die Zunahme des Mittelaufkommens von Kunden resultiert damit weitestgehend aus der Entwicklung liquider Anlageformen. Vor dem Hintergrund des weiterhin niedrigen Zinsniveaus bevorzugten die Kunden diese Anlageformen. Längerfristige Anlagen waren dagegen nur in Ausnahmefällen platzierbar. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind weiter zurückgeführt worden (-157,4 Mio. EUR). Im Berichtsjahr fällige Refinanzierungen wurden nicht ersetzt. Dienstleistungen und außerbilanzielle Geschäfte Dienstleistungen Die Wertpapierumsätze nahmen gegenüber dem Vorjahr um 8,4 % zu. Der Schwerpunkt des Kundeninteresses lag dabei eindeutig bei Investmentfondsanteilen. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung verändern sich das Kundenverhalten und die Ansprüche an digitale Services der Sparkasse. Mit den Banking-Apps der Sparkassenorganisation, deren Funktionalitäten regelmäßig erweitert werden, bietet sie ihren Kunden einen modernen und sicheren Weg für die Abwicklung der alltäglichen Bankgeschäfte. Aktuell hat die Sparkasse das Leistungsangebot mit dem Internetbezahlverfahren paydirekt und dem Bezahlen per Handy mittels „Kwitt“ weiter ausgebaut. Das vermittelte Beitragsvolumen im Lebensversicherungsgeschäft ist im Vergleich zum Vorjahr um 24,7 % zurückgegangen. Im Bereich der Kfz-Versicherungen war ein Rückgang von 16,2 % und bei Sachversicherungen sogar von 31,5 % zu verzeichnen. Insgesamt betrachtet wurden die Planungen im Versicherungsgeschäft deutlich verfehlt. Im Bauspargeschäft wur- Darüber hinaus wurde das ePostfach im gesicherten Online-Banking-Bereich eingeführt, über das dem Kunden seine Kontoauszüge, Abrechnungen, Angebote, aber auch allgemeine Informationen papierlos zur Verfügung gestellt werden. Der Kunde kann seinerseits das ePostfach zur geschützten Kommunikation mit seinem Berater nutzen. 273 11 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht Investitionen/Wesentliche Baumaßnahmen und technische Veränderungen Das Jahr 2017 war gekennzeichnet von der Vorbereitung der fusionsbedingten Umzüge der Stabs- und Betriebsbereiche. Die Umzüge haben im zweiten Halbjahr begonnen und werden in 2018 fortgesetzt. Die Modernisierung der Geschäftsstelle in der Breiten Straße in Peine konnte abgeschlossen und die Geschäftsstelle wieder in Betrieb genommen werden. Die Sparkasse ist weiterhin der größte Ausbildungsbetrieb im Berufsbild Bankkaufmann in der Region Hildesheim. In 2017 wurden 18 Ausbildungsplätze sowie 2 Plätze für Fachoberschulpraktikanten zur Verfügung gestellt. Ende 2017 waren 70 Auszubildende im Berufsbild für Bankkaufleute in der Sparkasse beschäftigt. Zusätzlich befand sich eine Nachwuchskraft im Trainee- und Studienprogramm zum Sparkassenbetriebswirt. Im Berichtszeitraum wurden 6 Auszubildende und ein Trainee in ein unbefristetes Angestelltenverhältnis übernommen. Im Spätsommer waren auch Gebäude der Sparkasse von Starkregenereignissen betroffen. Während die materiellen Schäden im Wesentlichen über Versicherungen abgedeckt waren, war die interne Koordinierung der Sanierungsmaßnahmen mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden. In der Geschäftsstelle Bad Salzdetfurth hat sich die Sparkasse entschlossen, die Schließfachanlage im Kellergeschoss stillzulegen und stattdessen im Erdgeschoss Kundenschließfächer anzubieten. Die übrigen aufgrund des Starkregenereignisses notwendigen Sanierungsmaßnahmen werden erst in 2018 abgeschlossen sein. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Kreditinstitute sowie die Weiterentwicklung der Sparkassengeschäfte, gepaart mit technischen Wandlungen, nehmen stetig zu. Die fachliche und persönliche Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Festigung und zum Ausbau ihrer Qualifikationen ist daher eine der Kernaufgaben der Personalentwicklung. Die technische Fusion der Sparkassen im Februar (dezentrale Domänenfusion) und im September (zentrale Fusion des Kernbankensystems) wurde entsprechend der Projektpläne der Finanz Informatik (FI) erfolgreich durchgeführt. Als Basis dienten die technischen Systeme und organisatorischen Regelungen der Sparkasse Hildesheim als aufnehmendes Haus. Wesentliche technische Veränderungen haben sich aufgrund der Fusion im Vergleich zum Vorjahr nicht ergeben. Hierzu steht ein umfangreiches Angebot an externen und internen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung. In 2017 haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an rund 4.000 Seminartagen neue Fähigkeiten und Kenntnisse erworben bzw. gefestigt. Die regelmäßige Evaluation der Bildungsmaßnahmen sichert dabei die hohe Qualität der Bildungsinvestitionen. Die Sparkasse bietet zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Reihe von Maßnahmen an. Neben dem Angebot von Kinderbetreuungen während der Schulferien ist die Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung besonders hervorzuheben. Die Teilzeitbeschäftigungsquote lag Ende 2017 bei über 40 %. Die bisherigen Bemühungen der Sparkasse wurden durch die erneute Auszeichnung mit dem Familiensiegel 2017 durch das Lokale Bündnis für Familie gewürdigt. Personal- und Sozialbereich Auch im Berichtsjahr 2017 ist der Erfolg der Sparkasse maßgeblich auf den hohen Einsatz und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuführen. Die Förderung der Leistungsbereitschaft und der Mitarbeiterzufriedenheit sind der Sparkasse daher sehr wichtig. Zum Jahresende 2017 beschäftigte die Sparkasse insgesamt 1.664 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 990 Vollzeitbeschäftigte und 674 Teilzeitbeschäftigte. Zusätzlich wurden 71 Auszubildende/Trainees beschäftigt. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gebührt für ihr Engagement und ihre Leistungen ein herzlicher Dank. Dieser Dank gilt auch dem Personalrat für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Kundenbeziehungen Die persönliche Beratung und Betreuung der Kunden durch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse hat zu engen Verbindungen und zu einem ausgeprägten Vertrauensverhältnis geführt. Sie ist die Basis für den geschäftlichen Erfolg der Sparkasse. In 2017 hat sich der moderate Personalabbau fortgesetzt, um die fusionsbedingt vorhandenen Synergien zu nutzen und dem wachsenden Kostendruck zu begegnen. Die Gesamtzahl der Beschäftigten bzw. Mitarbeiterkapazitäten verringerte sich im Berichtsjahr plangemäß, wobei der Abbau weiterhin sozialverträglich durch Vorruhestandsangebote sowie durch Ausnutzung der natürlichen Fluktuation erfolgte. 12 274 Die Sparkasse begegnet der zunehmenden Digitalisierung mit einer konsequenten Multikanalausrichtung. Hierfür baut sie sukzessive die Funktionalitäten der medialen Kanäle aus und bietet ihren Kunden somit einen umfassenden, zeitlich und räumlich flexiblen Service. Im Geschäftsjahr 2017 ist es gelungen, die Nutzung des ePostfachs weiter auszubauen. Die Archivierung vieler Vertragsdokumente erfolgt seither automatisiert in elektronischer Form. Die elektronische Ablage reduziert die Notwendigkeit des Ausdruckens dieser Dokumente und leistet damit einen positiven Beitrag für die Umwelt. angesetzt. Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss, Abschnitte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, zu entnehmen. In den bilanzierten Aktivwerten, insbesondere dem Wertpapierbestand, sind stille Reserven enthalten. Mit den gebildeten Wertberichtigungen und Rückstellungen wurde den Risiken im Kreditgeschäft und den sonstigen Verpflichtungen ausreichend Rechnung getragen. Darüber hinaus hat die Sparkasse in den Vorjahren zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute gemäß § 340f HGB zusätzlich Vorsorge getroffen. Soziales Engagement Als Ausdruck ihrer gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung engagiert sich die Sparkasse in erheblichem Maße in ihrem Geschäftsgebiet. Nach der durch den Verwaltungsrat noch zu beschließenden Verwendung des Jahresergebnisses wird die Sicherheitsrücklage zum 31. Dezember 2017 535,3 Mio. EUR betragen. Dies entspricht einer Steigerung von 1,9 % gegenüber dem Vorjahr. Neben der Sicherheitsrücklage verfügt die Sparkasse über einen Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB in Höhe von 194,6 Mio. EUR. Die Vermögenslage der Sparkasse ist geordnet. Mit Spenden, durch Sponsoring, Ausschüttungen der eigenen Stiftungen und der niedersächsischen Sparkassenstiftung, dem Reinertrag der Lotterie Sparen+Gewinnen, sowie der Dotierung der eigenen Stiftungen fördert die Sparkasse die Entwicklung und Attraktivität der Region. Die gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) ermittelte Gesamtkapitalquote als Relation der Eigenmittel zum Gesamtrisikobetrag, insbesondere bestehend aus Kreditrisiken, Marktrisiken und operationellen Risiken, liegt bei 16,59 % und damit deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Wert von 8,0 % und dem als Mindestgröße festgelegten Zielwert von 13,0 % und bildet damit eine solide Basis. Die Kernkapitalquote beträgt 16,59 % und übersteigt damit ebenfalls den gesetzlich vorgeschriebenen Wert von 6,0 % deutlich. Die Eigenmittelanforderungen wurden auch unter Berücksichtigung der kombinierten Kapitalpuffer-Anforderung sowie des von der BaFin im Rahmen einer Allgemeinverfügung zum Zinsänderungsrisiko festgelegten Kapitalzuschlags jederzeit eingehalten. Im vergangenen Jahr betrug das Gesamtvolumen über 2.280 TEUR. Dabei hat sich die Sparkasse bei zahlreichen Projekten in den Bereichen Sport, Kultur, Bildung, Wissenschaft, Infrastruktur und Wirtschaftsförderung, Umwelt und Soziales engagiert. Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage Vermögenslage Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite der Bilanz keine bedeutsamen Strukturänderungen. Der Rückgang der Bilanzsumme auf der Passivseite ist insbesondere auf die Rückführung institutioneller Refinanzierungen zurückzuführen (-15,2 %), der durch den nur gering ausgeprägten Anstieg täglich fälliger Kundengelder (+1,4 %) nicht kompensiert werden konnte. Auf der Aktivseite konnte die Ausweitung des Kundenkreditvolumens aus vorhandener Liquidität finanziert werden. Überschüssige Liquidität wurde bei der Deutschen Bundesbank kurzfristig angelegt. Finanzlage Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Berichtsjahr aufgrund einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Zur Überwachung der Zahlungsbereitschaft bedient die Sparkasse sich kurz-, mittel- und langfristiger Finanzpläne, ergänzt um Erfahrungswerte. Diese enthalten fällige Geldanlagen und -aufnahmen sowie die statistisch aus der Vergangenheit entwickelten Prognosewerte des Kundengeschäftes. Die eingeräumte Kreditlinie bei der Landesbank wurde an drei Tagen in Anspruch genommen. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften unterhielt die Sparkasse entsprechende Guthaben bei der Deutschen Bundesbank. Im Vergleich mit den niedersächsischen Sparkassen weicht die Bilanzstruktur der Sparkasse nur unwesentlich vom Verbandsdurchschnitt ab. Sämtliche Vermögensgegenstände und Rückstellungen werden vorsichtig bewertet. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages 275 13 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht Die Vorschriften zur Einhaltung der Liquiditätskennziffer gemäß Liquiditätsverordnung (LiqV) waren stets erfüllt (31.12.2017: 2,55). Im Jahresverlauf bewegte sich die Auslastung der Liquiditätskennziffer in einer Bandbreite zwischen 2,29 und 2,55 deutlich über dem vorgeschriebenen Mindestwert von 1,00 und durchgängig über dem in der Risikostrategie festgelegten Mindestwert von 1,15. Auch die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio – LCR) lag im gesamten Berichtsjahr oberhalb des im Jahr 2017 zu erfüllenden Mindestwerts von 80,00 %. Am 31.12.2017 lag sie bei 163,72 %. An vier Geschäftstagen lag die LCR-Quote mit Werten zwischen 109,08 % und 109,81 % knapp unter dem in der Risikostrategie festgelegten Mindestwert von 110,00 %, was eine Ad-hoc-Berichterstattung auslöste. Insgesamt ist die Liquidität für das gesamte Geschäftsjahr 2017 als ausreichend anzusehen. Auch die für die weiteren Beobachtungszeiträume (Laufzeitbänder bis zu zwölf Monaten) zu berechnenden Kennzahlen gemäß LiqV deuten nicht auf zu erwartende Engpässe hin. Weitere Angaben zu den Liquiditätsrisiken enthält der Risikobericht. Der Zinsüberschuss ging im Geschäftsjahr erwartungsgemäß zurück. Er bleibt aber weiterhin die bedeutendste Ertragsquelle der Sparkasse. Bei einem anhaltend niedrigen Zinsniveau am Geld- und Kapitalmarkt steht die Zinsspanne auch zukünftig unter Druck. Der Rückgang bei den Zinserträgen aus dem Kundenkreditgeschäft sowie aus dem Eigengeschäft fiel stärker aus als der Rückgang der Zinsaufwendungen. Durch weitere marktbedingte Zinsanpassungen hat sich der Zinsaufwand etwas günstiger als erwartet entwickelt. Aperiodische Aufwendungen für den vorzeitigen Rückkauf von derivativen Finanzinstrumenten belasten die Ertragslage. Die Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren lagen durch höhere Ausschüttungen über den geplanten Werten. Aufgrund der zum 1. Januar 2018 in Kraft getretenen gesetzlichen Neuregelung für die Besteuerung von Erträgen aus Investmentfonds wurde in 2017 zur Abwendung einer temporären Doppelbesteuerung bei einigen Spezialfonds beschlossen, in Vorjahren thesaurierte Erträge auszuschütten. Die Erträge aus Beteiligungen sowie aus Anteilen an verbundenen Unternehmen konnten dagegen nicht im erwarteten Umfang realisiert werden. Refinanzierungsgeschäfte wurden bei Bedarf in Form von Tages- und Termingeldaufnahmen bei Kreditinstituten vorgenommen. Daneben hat die Sparkasse in 2016 an einem gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäft der Europäischen Zentralbank (EZB) teilgenommen. Der Provisionsüberschuss ist im Vergleich zum Vorjahr stärker gestiegen als erwartet. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen bewegten sich nur unwesentlich über dem Niveau des Vorjahres. Der Anstieg der Personalaufwendungen wurde teilweise durch niedrigere Sachaufwendungen kompensiert. Die im Vergleich zum Vorjahr höheren Personalaufwendungen sind insbesondere auf einen höheren Zuführungsbedarf für Pensionsanwartschaften zurückzuführen. Die zusätzlichen Aufwendungen aus der Umsetzung der Entgeltordnung des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) sind dage- Nach der derzeitigen Finanzplanung ist die Zahlungsbereitschaft auch für die absehbare Zukunft gesichert. Ertragslage (Die in der nachfolgenden Tabelle gezeigten Vorjahreswerte ergeben sich durch Addition der jeweiligen Einzelwerte der drei Fusionssparkassen.) Darstellung nach der Gewinn- und Verlustrechnung: Berichtsjahr Mio. EUR Zinsüberschuss (einschließlich GV-Position 3, 4 und 17) 145,2 Vorjahr Mio. EUR 152,2 Provisionsüberschuss 54,4 51,7 Verwaltungsaufwand 150,2 149,6 a) Personalaufwand 100,3 96,8 49,9 52,8 b) Sachaufwand Nettoergebnis des Handelsbestands 0,0 0,1 -21,9 -6,8 27,5 48,0 für allgemeine Bankrisiken -5,3 -17,3 Ergebnis nach Bewertung 22,2 30,7 - - sonstige ordentliche Erträge und Aufwendungen Ergebnis vor Bewertung Bewertungsergebnis einschl. Zuführung zum Fonds Außerordentliches Ergebnis Steuern 11,6 15,2 Jahresüberschuss und Bilanzgewinn 10,6 15,5 (eventuelle Abweichungen in den Summen sind auf Rundungen zurückzuführen) 14 276 gen niedriger ausgefallen als erwartet. risiken liegt das Ergebnis vor Steuern bei 22,2 Mio. EUR. Der ausgewiesene Jahresüberschuss von 10,6 Mio. EUR liegt im Vergleich zum Vorjahr auf einem niedrigeren Niveau. Das geplante Ergebnis wurde erreicht. Die gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG offenzulegende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme, beträgt 0,15 %. In den niedrigeren Sachaufwendungen (-2,9 Mio. EUR) machen sich bereits erste fusionsbedingte Skaleneffekte bemerkbar. Während bei den EDV-Kosten die Aufwendungen für die technische Fusion noch zu einer vorübergehenden Erhöhung führten, lagen insbesondere die Aufwendungen für Dienstleistungen Dritter, die Bürokosten sowie die Aufwendungen für Grundstücke und Gebäude deutlich unter den Werten des Vorjahres. Die wirtschaftliche Lage der Sparkasse ist insgesamt gesehen zufriedenstellend. Bei geordneten Finanzund Vermögensverhältnissen verfügt die Sparkasse über eine ausreichende Ertragskraft, um das für eine stetige Geschäftsentwicklung erforderliche Eigenkapital zu erwirtschaften. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass die Sparkasse ihren Kunden auch künftig in allen Finanz- und Kreditangelegenheiten ein leistungsstarker Geschäftspartner sein kann. Neben der Darstellung der Ertragslage nach den Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung setzt die Sparkasse den Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation ein. Dieser zeigt eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme. Nach diesen Kriterien beträgt das Ergebnis vor Bewertung 0,71 % bzw. 51,1 Mio. EUR. Es liegt unter dem Vorjahresniveau, fiel jedoch deutlich besser aus als erwartet. Im Vergleich mit den niedersächsischen Sparkassen wird ein unterdurchschnittlicher Wert erzielt. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ergeben. Zur Unternehmenssteuerung setzt die Sparkasse die Zielgröße Cost-Income-Ratio ein (Verhältnis von Aufwendungen zu Erträgen). Im Berichtsjahr hat sich die Cost-Income-Ratio mit 74,4 % deutlich besser als erwartet (77,9 %) entwickelt. Nichtfinanzielle Erklärung Gemäß § 340a Abs. 1a HGB in Verbindung mit § 289b HGB ist die Sparkasse zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung verpflichtet. Dabei wurde von der Möglichkeit zur Erstellung eines gesonderten nichtfinanziellen Berichts gemäß § 289 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht, der zusammen mit dem Lagebericht im Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Der Saldo aus sonstigen ordentlichen Erträgen und Aufwendungen (GuV-Posten 8, 11 und 12) schließt ab mit einem negativen Wert und ist im Berichtsjahr im Wesentlichen geprägt durch die Aufwendungen für das Abfindungs- und Vorruhestandsmodell in Höhe von 11,0 Mio. EUR sowie eine Sonderumlage des Sparkassenverbandes Niedersachsen (SVN). Er hat sich im Berichtsjahr deutlich um 15,1 Mio. EUR ausgeweitet. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Risikobericht Abschreibungen und Wertberichtigungen (Saldo aus GuV-Posten 13 bis 16) werden mit einem Aufwand in Höhe von 1,0 Mio. EUR abgeschlossen (Vorjahr Ertrag 57,7 Mio. EUR). Das Vorjahresergebnis war dabei maßgeblich geprägt durch die Umwidmung von Vorsorgereserven nach § 340f HGB in den Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB. Das Bewertungsergebnis ist trotz der unvorhergesehenen Bewertungsaufwendungen im Beteiligungsbereich deutlich günstiger ausgefallen als erwartet. Grundlagen Der professionelle und verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für ein Kreditinstitut. Daher nimmt ein aktives Risikomanagement in der Geschäftspolitik der Sparkasse einen hohen Stellenwert ein. Die Sparkasse verfügt zu diesem Zweck über Strategien und Verfahren zur Identifizierung, Bewertung, Messung, Steuerung und Überwachung sowie zur Kommunikation von Risiken. Die Sparkasse hat im Berichtsjahr auf der Basis guter Vertriebserfolge ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis erzielt, das besser als erwartet ausgefallen ist. Nach Einbeziehung aller Erfolgskomponenten sowie einer Zuführung in den Fonds für allgemeine Bank- Geschäfts- und Risikostrategie Der Vorstand hat die strategische Ausrichtung der Geschäftstätigkeit der Sparkasse in der Geschäftsstrategie definiert. Die Geschäftsstrategie legt Ziele fest, 277 15 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht die realisiert werden müssen, um im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich zu sein. Die konsequente Nutzung von Wachstums- und damit Ertragschancen im Vertrieb, die frühzeitige Erkennung und der angemessene Umgang mit Risiken stehen dabei ebenso im Vordergrund wie der kostenorientierte Einsatz von Ressourcen. Außerdem definiert die Sparkasse ihre Erwartungen an die Mitarbeiter sowie die generellen Anforderungen an die Gestaltung von Produkten und Prozessen. Die Risikostrategie der Sparkasse beinhaltet die risikopolitischen Ziele der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele. erung angehören. Aufgabe dieses Ausschusses ist es insbesondere, den Vorstand bei Anlageentscheidungen und dem Umgang mit den daraus resultierenden Risiken zu beraten. Außerdem bereitet die Abteilung Treasury einen Vorschlag zur Festlegung der Zinsmeinung der Sparkasse als Grundlage für die Entscheidung des Vorstandes vor. Risikomanagement Organisation Die Zuständigkeiten für das Risikomanagement sind eindeutig geregelt. Der Vorstand beschließt die Risikopolitik einschließlich der anzuwendenden Methoden und Verfahren zur Risikosteuerung, -überwachung und -kommunikation. Er trägt die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement. Der Vorstand hat eine Compliance-Funktion eingerichtet. In dieser OE sind die Aufgaben im Zusammenhang mit der Verhinderung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie sonstiger strafbarer Handlungen mit der Compliance-Funktion gemäß WpHG zusammengefasst. Der Compliance-Beauftragte ist unmittelbar dem Vorstand unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig. Die in den MaRisk der Kreditinstitute geforderte Funktionstrennung zwischen dem Markt- und Marktfolgebereich ist auf allen Ebenen gegeben. Die interne Revision gewährleistet im Auftrag des Vorstands die unabhängige Prüfung und Beurteilung sämtlicher Aktivitäten und Prozesse der Sparkasse. Sie achtet dabei insbesondere auf die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements. Neben der laufenden Berichterstattung werden der Vorstand und der Verwaltungsrat vierteljährlich informiert. Für den Abschluss und die Genehmigung von Geschäften gelten eindeutige Kompetenzregelungen. Vor Einführung neuer Produkte und Geschäftsabschlüssen in neuen Märkten werden zwingend formalisierte Prüfprozesse durchlaufen. Wesentliche Aufgaben des Risikomanagements der Sparkasse werden durch die Risikosteuerung wahrgenommen, die organisatorisch von den Marktbereichen getrennt ist. Die für die Überwachung und Steuerung von Risiken zuständige Risikocontrolling-Funktion wird durch die Mitarbeiter der Risikosteuerung wahrgenommen. Die Leitung der Risikocontrolling-Funktion obliegt dem Bereichsdirektor Unternehmensentwicklung, dem die Risikosteuerung zugeordnet ist. Die Risikosteuerung ist verantwortlich für die Erfassung und Messung der Risiken sowie die laufende Ermittlung des Risikodeckungspotenzials. Sie überwacht die Einhaltung von Risikolimiten. Außerdem obliegt ihr die konzeptionelle Weiterentwicklung des Risikomanagements. Prozesse Die Basis des Risikomanagementprozesses bildet das Risikohandbuch, das aus einer Bestandsaufnahme und Bewertung sämtlicher erkennbarer Risiken hervorgegangen ist. Das Risikohandbuch wird regelmäßig aktualisiert und gibt damit jeweils einen aktuellen Überblick über den Risikomanagementprozess der Sparkasse. Im Risikohandbuch sind Ziele und Aufgaben, Instrumente der Risikoerkennung, der Risikobewertung sowie die eingesetzten Risikomessverfahren, die Risikosteuerung, die Risikoüberwachung und die Berichtspflichten beschrieben. Darüber hinaus sind die organisatorischen Einheiten, die am Risikomanagementprozess beteiligt sind, definiert. Jedes Risiko wird, abhängig von der Bedeutung für die Sparkasse, in geeigneter Weise laufend gesteuert und überwacht. Wo dies sinnvoll ist, sind Schwellenwerte festgelegt, die bei Über- bzw. Unterschreitung bestimmte Handlungen auslösen. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats kann nach der Geschäftsordnung für den Verwaltungsrat direkt Auskünfte beim Leiter der Risikocontrolling-Funktion einholen. Die Sparkasse hat einen Anlageausschuss eingerichtet, dem neben dem Gesamtvorstand der Bereichsdirektor Unternehmensentwicklung in seiner Funktion als Risikomanager, der Bereichsdirektor Treasury & Vermögensmanagement, der Abteilungsleiter Risikosteuerung, der Abteilungsleiter Treasury sowie der für Marktpreisrisiken zuständige Referent der Risikosteu16 278 Risikotragfähigkeit Die Risikosteuerung erfolgt primär in der periodischen Sichtweise und wird durch die vermögens- bzw. wertorientierte Perspektive ergänzt. wird. Die Ermittlung der weiteren Risiken erfolgt zum Teil auf Basis von Expertenschätzungen. Mit Hilfe der periodischen und wertorientierten Betrachtung wird gewährleistet, dass die Risiken jederzeit sowohl aus dem handelsrechtlichen Ergebnis als auch aus vorhandenem Vermögen der Sparkasse getragen werden können. Daneben werden die aufsichtsrechtlich vorgegebenen Relationen gemäß Eigenmittel- und Liquiditätsanforderungen als strenge Nebenbedingung regelmäßig ermittelt und überwacht. In der periodischen Sichtweise werden die Risiken danach gemessen, ob und in welcher Höhe ihr Eintritt Auswirkungen innerhalb der nächsten 12 Monate (rollierende 12-Monatsbetrachtung) auf die Ertrags-, Liquiditäts- und die Vermögenslage der Sparkasse hat. Die Ermittlung der Risiken in der periodischen Sichtweise erfolgt nach dem Going-Concern-Ansatz. Das Risiko wird in dieser Sichtweise als negative Abweichung von den Planwerten verstanden. Durch die regelmäßige Berichterstattung werden der Vorstand und der Verwaltungsrat über die Risikoentwicklung einschließlich der Risikotragfähigkeit der Sparkasse informiert. Zusätzlich werden dem eingerichteten Kreditausschuss ergänzende Informationen zum Kundenkreditgeschäft kommuniziert. Die Einhaltung der Risikolimite wird regelmäßig überwacht. Die Sparkasse hat die Limite für die im Folgenden beschriebenen Risikokategorien definiert. Als Risikodeckungspotenzial werden bei der an der Gewinn- und Verlustrechnung orientierten Betrachtungsweise die ungebundenen versteuerten Vorsorgereserven und anteilig Mittel des Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340 g HGB zur Verfügung gestellt. Das erwartete Jahresergebnis wird nur im Falle eines prognostizierten Fehlbetrages in der Risikodeckungsmasse berücksichtigt. Aus dem Risikodeckungspotenzial werden für alle wesentlichen Risiken Limite abgeleitet, deren Auslastung sich aus den ermittelten unerwarteten Verlusten ergibt. Die Wirksamkeit der zur Risikoabsicherung und -minderung getroffenen Maßnahmen wird insbesondere anlässlich der jährlichen Überprüfung der Strategien danach beurteilt, ob die festgelegten Ziele erreicht worden sind. Darüber hinaus werden unterjährig geeignete Maßnahmen ergriffen, soweit sich Entwicklungen abzeichnen, die den Planungen zuwiderlaufen oder markante Risikoerhöhungen mit sich bringen. Für die Ermittlung der Marktpreis- und Adressenrisiken wird als Risikomaß der Value at Risk verwendet, wobei grundsätzlich eine am Betrachtungszeitraum orientierte Haltedauer von einem Jahr (250 Handelstage) und ein Konfidenzniveau von 99,0 % für den unerwarteten Verlust zu Grunde gelegt wird. Die Ermittlung der weiteren Risiken erfolgt zum Teil auf Basis von Expertenschätzungen. Stresstests Für die wesentlichen Risiken werden quartalsweise risikoartenübergreifende Stresstests durchgeführt, die durch spezifische Stresstests in den Risikoarten ergänzt werden. Die risikoartenübergreifenden Stresstests werden in Form von Szenarien aus historisch beobachteten gravierenden Marktereignissen bzw. darüber hinausgehenden hypothetischen Annahmen abgeleitet. Dabei werden auch das Szenario eines schweren konjunkturellen Abschwungs analysiert sowie inverse Stressszenarien durchgeführt. Die Stresstests berücksichtigen dabei auch Risikokonzentrationen innerhalb und zwischen einzelnen Risikoarten. Diversifikationseffekte, die das Gesamtrisiko mindern würden, werden nicht berücksichtigt. Zur weiteren Informationsgewinnung besteht eine wertorientierte Risikotragfähigkeitsrechnung. Das wertorientierte Risikodeckungspotenzial wird auf Basis des sogenannten Vermögensbarwertes festgelegt. Auch hier werden aus dem Risikodeckungspotenzial für alle wesentlichen Risiken Limite abgeleitet, deren Auslastung sich aus den ermittelten unerwarteten Verlusten ergibt. Die vermögens-/wertorientierte Betrachtung ermittelt als Risiko die innerhalb eines festgelegten Zeitraums und mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eintretende maximale Vermögensminderung. Kapitalplanung Die Sparkasse hat einen Prozess zur Planung des zukünftigen Kapitalbedarfs eingerichtet. Der Planungsprozess umfasst einen Zeitraum von drei Jahren. Aufgrund der erwarteten Geschäftsentwicklung bzw. der prognostizierten Ertragsentwicklung plant die Sparkasse sowohl die Entwicklung der regulatorischen Für die wertorientierte Ermittlung der Marktpreisund Adressenrisiken wird als Risikomaß der Value at Risk verwendet, wobei grundsätzlich ein Planungshorizont von einem Jahr und ein Konfidenzniveau von 99,0 % für den unerwarteten Verlust zugrunde gelegt 279 17 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht als auch der wirtschaftlichen Eigenmittel. Aus den Plandaten lassen sich insbesondere die zukünftige Erfüllung der Kapitalquoten nach der CRR sowie das zukünftig zur Abdeckung von Risiken in der Risikotragfähigkeit zur Verfügung stehende interne Kapital ermitteln. Darüber hinaus werden u. a. adverse Entwicklungen (z. B. Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld) simuliert. Zur Beurteilung der Adressenrisiken bei Krediten erfolgen vor der Kreditvergabe eine individuelle Bonitätsbeurteilung sowie nachfolgend eine laufende Bonitätsüberwachung. Hierfür nutzt die Sparkasse die Risikoklassifizierungsverfahren der Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH. Die detaillierte Kreditrisikoeinstufung bildet im gewerblichen Kreditgeschäft gleichzeitig die Basis für eine risikoadjustierte Preisfindung. Strukturierte Darstellung der wesentlichen Risiken Unter Risiko versteht die Sparkasse die negative Abweichung von einem erwarteten Wert. Dabei werden Adressenrisiken aus Kundenkrediten und Eigengeschäften, Beteiligungsrisiken, Marktpreisrisiken, die aus Schwankungen von Zinssätzen, Aktienkursen, Spreads, Immobilienwerten und Alternativen Investments resultieren, sowie Liquiditätsrisiken und operationelle Risiken einschließlich der Rechtsrisiken als wesentlich bewertet. Für diese Risiken verfügt die Sparkasse über ein Risikofrüherkennungssystem. Es gewährleistet, dass sich abzeichnende Risiken frühzeitig und laufend aufgezeigt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden können. Zur frühzeitigen Identifizierung der Kreditnehmer, bei deren Engagements sich erhöhte Risiken abzuzeichnen beginnen, setzt die Sparkasse das „OSPlusFrühwarnsystem“ ein. Im Rahmen dieses Verfahrens wurden quantitative und qualitative Indikatoren festgelegt, die eine Früherkennung von Kreditrisiken ermöglichen. Zum Jahresende 2017 wurden 45,1 % des Gesamtkreditvolumens an Unternehmen, Selbstständige und die öffentliche Hand sowie 54,9 % an Privatpersonen vergeben. Adressenrisiken im Kreditgeschäft Unter den Adressenrisiken im Kreditgeschäft wird eine negative Abweichung vom Erwartungswert einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, die durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich Ausfall eines Geschäftspartners bedingt ist. Geschäftspartner im Kundengeschäft im Sinne dieser Definition sind Kreditnehmer, also klassische Privat-, Gewerbe- und Firmenkunden sowie unter anderem das Kreditersatzgeschäft mit Schuldscheindarlehen. Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch im Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Den Schwerpunkt bildet die Branche Grundstücks- und Wohnungswesen mit einem Anteil von 9,7 % am Kundenkreditvolumen. Darüber hinaus entfallen 5,4 % auf die Branche Gesundheitswesen. Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt eine breite Streuung. 83,4 % des Kundenkreditvolumens entfallen auf Kreditengagements mit einem Kreditvolumen unter 5,0 Mio. EUR. 16,6 % betreffen Kreditengagements mit einem Kreditvolumen ab 5,0 Mio. EUR. Ihrer Aufgabenstellung entsprechend sind für die Sparkasse die Adressenrisiken im Kreditgeschäft von hoher Bedeutung. Kredite werden grundsätzlich dem Risiko angemessen besichert. Es wird darauf geachtet, dass die Sicherheitenwirkung größer ist als die Kosten der Sicherheitenbestellung und -verwaltung. Die Arten der akzeptierten Sicherheiten, Bewertungsverfahren, Bewertungsgrundlagen und die Wertansätze für die in Betracht kommenden Sicherheiten sind in den risikobegrenzenden Maßgaben nach § 29 Abs. 1 Satz 2 NSpG bzw. in den internen Organisationsrichtlinien festgelegt. Erwartungsgemäß bilden die Grundpfandrechte mit einem Anteil von über 90 % am besicherten Kundenkreditvolumen die größte Sicherheitenart. Im Rahmen einer Portfolioanalyse wurde das Kreditportfolio nach den wesentlichen strukturellen Merkmalen (Größenklassen, Branchen, Sicherheiten, Risikoklassen) untersucht. Daraus abgeleitet wurden Strukturlimite bzw. Zielwerte definiert, die unter anderem zur Vermeidung von Risikokonzentrationen beitragen und deren Einhaltung eine nachhaltige Stabilisierung der Risikoaufwandsquote bewirken soll. Die Definition von Leitlinien im operativen Geschäft soll die Begrenzung von Einzelrisiken sicherstellen. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird laufend überwacht und ist Gegenstand der quartalsweisen Berichterstattung. Größen-, Branchen- und Ratingstruktur weisen insgesamt eine ausreichende Diversifizierung auf. 18 Aufgrund der regionalen Ausrichtung ergibt sich für das Geschäftsmodell der Sparkasse per se eine Konzentration. Durch die regionale Spezialisierung werden gleichzeitig Know-how-Effekte generiert, die dazu 280 beitragen, geringe Ausfallquoten zu erreichen. Darüber hinaus verteilen sich die beliehenen Immobilien grundsätzlich auf eine Vielzahl von Einzelobjekten. Soweit einzelne Kreditengagements festgelegte Kriterien aufweisen, die auf erhöhte Risiken hindeuten, werden sie einer gesonderten Beobachtung unterzogen (Intensivbetreuung). Kritische Kreditengagements werden von spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der Grundlage eines Sanierungsbzw. Abwicklungskonzeptes betreut (Problemkredite). Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden muss, dass die fälligen Zins- und Tilgungszahlungen voraussichtlich nicht gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen erbracht werden können. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Zum Jahresende 2017 waren 99,8 % des Kundenkreditvolumens im Risikobewertungssystem erfasst. Auf die Risikogruppe I (Kredite ohne erkennbare besondere Risiken) entfällt ein Anteil von 95,4 %. Die Anteile der Kredite mit erhöhten Risiken betragen 3,1 % und mit Ausfallrisiken 1,3 %. Das Gesamtrisiko des Kreditportfolios wird auf der Grundlage der Risikoklassifizierungsverfahren ermittelt. Den einzelnen Risikoklassen werden jeweils von der SR (Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH) validierte Ausfallwahrscheinlichkeiten zugeordnet. Die Verlustverteilung des Kreditportfolios wird in einen „erwarteten Verlust“ und einen „unerwarteten Verlust“ unterteilt. Der „erwartete Verlust“ als statistischer Erwartungswert wird in der Kalkulation als Risikoprämie in Abhängigkeit von der ermittelten Ratingstufe und den Sicherheiten berücksichtigt. Der „unerwartete Verlust“ (ausgedrückt als Value at Risk) spiegelt die möglichen Verluste wider, die unter Berücksichtigung eines Konfidenzniveaus von 99,0 % innerhalb der nächsten zwölf Monate voraussichtlich nicht überschritten werden. Mit Hilfe dieser Informationen werden auch die Veränderungen des Kreditportfolios analysiert. Von dem Gesamtbetrag an Einzelwertberichtigungen (EWB) und Rückstellungen entfällt der überwiegende Teil auf Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Personen. Die Direktabschreibungen, Eingänge auf abgeschriebene Forderungen, Kredite in Verzug (ohne Wertberichtigungsbedarf) und Nettozuführungen/Auflösungen von EWB entfallen nahezu ausschließlich auf im Inland ansässige Privatpersonen und Unternehmen. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Auflösungsbetrag in Höhe von saldiert 4,2 Mio. EUR ab. Entwicklung der Risikovorsorge: Art der Risikovorsorge EWB Rückstellungen PWB Gesamt Verbrauch Anfangsbestand per 01.01.2017 TEUR Zuführung TEUR TEUR TEUR Endbestand per 31.12.2017 TEUR 27.443 7.272 8.230 2.881 23.604 565 477 249 0 793 5.240 29.637 Auflösung 8.012 0 2.772 0 36.020 7.749 11.251 2.881 Adressenrisiken der Beteiligungen Die Risiken aus Beteiligungen (Beteiligungsrisiken) umfassen die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert im Sinne einer Wertveränderung einer Beteiligung an sich, der negativen Abweichung vom Ertrag (Ausschüttung) sowie dem Risiko eines Nachschusses. Das Risiko eines Nachschusses kann sich sowohl aus einer vertraglichen Vereinbarung als auch der Erwartung im Bezug auf eine Entscheidung im Krisenfall ergeben. Der Anteil von Forderungen in Verzug (ohne Wertberichtigungen) außerhalb Deutschlands ist von untergeordneter Bedeutung. Wechselkursbedingte und sonstige Veränderungen lagen zum Jahresende 2017 nicht vor. Die Adressenrisiken im Kreditgeschäft bewegen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr innerhalb der vorgegebenen und auf die Risikotragfähigkeit der Sparkasse abgestimmten Grenzen. Das Bewertungsergebnis Kreditgeschäft liegt im Berichtsjahr deutlich unter dem Planwert. 281 19 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht Beteiligungen werden zur Unterstützung des Verbundgedankens (sog. Verbundbeteiligungen) oder zur Unterstützung des Sparkassenbetriebes und -vertriebes und der Unterstützung des Trägers der Sparkasse zur Förderung des regionalen Wirtschaftsraums oder zur Erschließung und Vermarktung von Baugebieten eingegangen. Darüber hinaus geht die Sparkasse Beteiligungen zur Erzielung von Erträgen bei angemessenem Risiko ein. Der Bestand der Wertpapiere entfällt mit 608,4 Mio. EUR auf Schuldverschreibungen und Anleihen sowie mit 668,8 Mio. EUR auf Wertpapier-Spezialfonds einschließlich Immobilienspezialfonds sowie Aktien. Daneben hält die Sparkasse Schuldscheindarlehen von Kreditinstituten in Höhe von 69,5 Mio. EUR. Die von der Sparkasse direkt gehaltenen und von Kreditinstituten und Unternehmen emittierten Wertpapiere und Schuldscheindarlehen weisen überwiegend ein Rating aus dem Investmentgradebereich auf. Bei den Wertpapieren ohne Rating handelt es sich überwiegend um Anteile an Investmentfonds. Für die in Wertpapier-Spezialfonds gehaltenen Anlagen bestehen Anlagerichtlinien, die insbesondere das Anlageuniversum, die Volumina für Einzelinvestments sowie bei Rentenfonds die erlaubten Ratingstrukturen definieren. Darüber hinaus wird der Geschäftsumfang durch die vom Vorstand vorgegebene Asset Allokation festgelegt. Die Risikoüberwachung für die Verbundbeteiligungen wird durch den SVN wahrgenommen; die Sparkasse wird über die Ergebnisse informiert. Aus der Beteiligung am SVN und weiteren Unternehmen der Finanzbranche resultieren Risiken hinsichtlich der weiteren Wertentwicklungen, die in das Risikomanagement der Sparkasse ebenso einbezogen werden wie die Risiken aus sonstigen Beteiligungen. Basis hierfür bildet die Risikostrategie der Sparkasse, in der qualitative Anforderungen für Beteiligungen festgelegt sind. Das Beteiligungsrisiko ist in das gesamtbankbezogene Limitsystem eingebunden. Die Adressenrisiken aus Eigengeschäften werden über Leitlinien und Limite begrenzt, die u. a. der Steuerung von Konzentrationsrisiken dienen. In der internen Steuerung werden zur Berechnung der Adressenrisiken die historischen Ausfallwahrscheinlichkeiten von Moodys und S&P zugrunde gelegt. Falls einzelne Papiere über kein Rating verfügen, greifen definierte Regeln, um die Adressenrisiken abzubilden. Wertansätze für Beteiligungsinstrumente Gruppen von Beteiligungsinstrumenten Buchwert TEUR Strategische Beteiligungen 52.837 Funktionsbeteiligungen (inkl. Kapitalbeteiligungen) 46.012 Adressenrisiken aus Eigengeschäften Die Adressenrisiken aus Eigengeschäften umfassen die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert, welche einerseits aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultiert, andererseits aus der Gefahr entsteht, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Schuldners ändert (Migrationsrisiko). Konzentrationen bestehen hinsichtlich der Forderungen an Landesbanken (Geldanlagen, Wertpapiere), die zum Jahresende 2017 rund 399,6 Mio. EUR ergaben. Aufgrund der zufriedenstellenden Bonität der Landesbanken und angesichts des gemeinsamen institutsbezogenen Sicherungssystems der SparkassenFinanzgruppe sieht die Sparkasse derzeit in den Konzentrationen keine gravierenden Risiken. Zum Jahresende 2017 beträgt der Buchwert der Wertpapiere der Sparkasse aus den PIIGS-Staaten sowie Slowenien insgesamt 74,2 Mio. EUR. Davon entfallen auf Italien 36,2 Mio. EUR und auf Spanien 26,2 Mio. EUR. Daneben werden Wertpapiere aus Irland, Slowenien und Portugal mit einem Buchwert von insgesamt 11,8 Mio. EUR gehalten. Den Adressenrisiken aus Eigengeschäften wird durch die Auswahl von Kontrahenten und Emittenten auf der Basis einer Risikobeurteilung sowie durch die Auswahl der Märkte Rechnung getragen. Für eventuelle Adressenrisiken werden Volumenlimite und Risikolimite einschließlich Parameter zur Risikomessung und -begrenzung festgelegt. Die Limitfestlegung erfolgt unter Berücksichtigung des Risikodeckungspotenzials der Sparkasse. Ein möglicher Ausfall wird sowohl auf Emittenten- als auch auf Kontrahentenebene limitiert. Die Einhaltung der Limite wird durch eine vom Handel unabhängige Abteilung überwacht. Die Risikoeinstufung der Emittenten und Kontrahenten wird mindestens jährlich überprüft. 20 Die Adressenrisiken aus Eigengeschäften bewegten sich im Berichtsjahr innerhalb der vorgegebenen und auf die Risikotragfähigkeit der Sparkasse abgestimmten Grenzen. Marktpreisrisiken aus Eigengeschäften Das Marktpreisrisiko bezeichnet potenzielle Verluste, die aus der nachteiligen Marktwertveränderung von Positionen entstehen können. Dies betrifft z. B. Zins282 sätze (Zinsrisiko), Spreads, Aktienkurse, Preise für Immobilienfonds und sonstige Handelsobjekte (sonstige Preisrisiken) sowie ihre Volatilitäten. Das Vorgehen zur Steuerung der Marktpreisrisiken hat der Vorstand in der Risikostrategie festgelegt, die mindestens jährlich überprüft wird. dass der Gesamtvorstand über Maßnahmen zur Verringerung der Marktpreisrisiken entscheidet. Die angewandten Risikoparameter werden mindestens jährlich validiert, um deren Vorhersagekraft einschätzen zu können. Spreadrisiken sind Kursrisiken von Wertpapieren, die nicht auf Zins- oder Adressenrisiken beruhen, sondern auf Fakten wie z. B. mangelnde Liquidität im Der Bestand der bilanzwirksamen Eigengeschäfte hat sich zum Bilanzstichtag wie folgt entwickelt: Anlagekategorie Buchwerte 31.12.2016 Mio EUR Buchwerte 31.12.2017 Mio EUR 1) Tages- und Termingelder 50,0 2) Namenspfandbriefe/Schuldscheindarlehen* 81,7 69,5 711,2 608,4 3) Schuldverschreibungen und Anleihen 4) Aktien 5) Wertpapier-Spezialfonds 6) Sonstige Investmentfonds Summe 20,0 19,0 6,4 569,0 579,2 95,1 83,2 1.526,0 1.366,7 *Schuldscheindarlehen an Unternehmen außerhalb der Finanzbranche sind Bestandteil des Kreditportfolios Zur Begrenzung der Marktpreisrisiken wurden Risikolimite und ergänzende Leitlinien definiert. Die Limite wurden unter Berücksichtigung der Ertrags- und Substanzkraft der Sparkasse sowohl GuV- als auch wertorientiert festgelegt. Die Messung der Marktpreisrisiken der bewertungsrelevanten Eigengeschäfte (Position 3 bis 6) erfolgt anhand von Value-at-Risk-Szenarien und durch Szenarioanalysen. Das Konfidenzniveau im Risikoszenario beträgt 99,0 %. Der Risikobetrachtungshorizont beträgt grundsätzlich 250 Handelstage, berücksichtigt aber in Teilen davon abweichende kürzere Steuerungszeiträume bestimmter Portfolien. Ursächlich hierfür ist, dass es sich um hochliquide Assets mit einer externen Risikosteuerung handelt. Handel, exogene Schocks wie die Finanzmarktkrise, psychologische Risiken (Übertreibungen) oder Informationsrisiken (z. B. „Werthaltigkeit“ externer Ratings). Die Anlage in mit Spreadrisiken behafteten Produkten erfolgt sowohl innerhalb der Spezialfonds als auch in der Direktanlage. Mit Immobilienrisiken behaftete Eigengeschäfte erfolgen in Spezialfonds sowie sonstigen Investmentfonds. Zur Risikomessung wird aus dem aktuellen Immobilienfondsbestand ein repräsentativer Risikofaktor als Value at Risk ermittelt. Währungsrisiken haben durch die Fusion der drei Althäuser an Bedeutung gewonnen. Ziel gemäß Risikostrategie ist es, die Währungsrisiken wieder auf unwesentliche Größenordnungen zurückzuführen. Die Auswirkungen von Zinsänderungen und anderen Marktveränderungen auf die Marktpreise eigener Wertpapiere werden täglich bewertet und das daraus entstehende Bewertungsergebnis ermittelt. Diese täglich durchgeführten Berechnungen zeigen mögliche Auswirkungen auf das Jahresergebnis der Sparkasse, sodass ggf. Steuerungsmaßnahmen ergriffen werden können. Durch die Vorgabe verschiedener Parameter ist es auch in einer Phase nicht funktionierender Märkte möglich, realistische Kurse zu ermitteln. Die Struktur der Eigengeschäfte wird von der Sparkasse durch jährliche Optimierungsrechnungen hergeleitet, um eine aus strategischen Gesichtspunkten optimale Kapitalallokation zu erreichen. Das Portfolio der Sparkasse ist über verschiedene Anlageklassen breit diversifiziert. Konzentrationen werden durch benchmark-orientierte Investitionen in breite Marktindizes vermieden. Innerhalb der abgebildeten Assetklassen ist eine Vielzahl von Emittenten enthalten, die wiederum durch Emittentenlimite und Anlagerichtlinien weiteren Restriktionen unterworfen sind. Die Überwachung des Marktpreisrisikos wird in der Risikosteuerung mit Hilfe des Systems SimCorp Dimension unter strenger Beachtung der Funktionstrennung zum Handel wahrgenommen. Es wird monatlich geprüft, ob sich die Marktpreisrisiken innerhalb der vorgegebenen periodischen und wertorientierten Limite bewegen. Bei Überschreitung von Limiten bzw. der vordefinierten Frühwarngrenzen ist vorgesehen, Bei den im Rahmen der Risikoinventur durchgeführten Untersuchungen und bei den Analysen der Ergebnisse der Stressszenarien wurden keine Risikokonzentrationen nachgewiesen. 283 21 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht Zinsänderungsrisiko Aufgrund der Geschäftsstruktur und der Nachfrage im Kundengeschäft ist ein wesentlicher Teil der Vermögensanlagen, insbesondere Forderungen an Kunden und Kreditinstitute sowie Wertpapiere, mit überwiegend langfristigen Zinsbindungen ausgestattet. Demgegenüber sind die Finanzierungsmittel in einem geringeren Umfang festzinsgebunden. Zudem ist die Laufzeit der Zinsbindungen auf der Passivseite überwiegend kürzer als auf der Aktivseite. Ein bedeutender Teil der Einlagen von Kunden ist variabel verzinslich. thode wird zur Ermittlung der fiktiven Zinsanpassung und Kapitalbindung auf historische Zinssätze am Geld- und Kapitalmarkt zurückgegriffen. Neben dem historischen wird auch das künftig erwartete Zinsanpassungsverhalten betrachtet. Der Schwerpunkt bei der Ermittlung der Mischungsverhältnisse beruht auf zukunftsgerichteten Analysen. Hierbei werden Mischungsverhältnisse unter Berücksichtigung von Plandaten (z. B. Zinsentwicklung) validiert. Im Ergebnis wird das variable Geschäft fiktiv durch eine Kombination von Festzinsgeschäften ersetzt. Ausgehend von den ermittelten Zahlungsströmen wird unter Berücksichtigung der für die einzelnen Produkte geplanten Margen und Bestandsentwicklungen der Zinsüberschuss des laufenden Jahres und der Folgejahre prognostiziert. Anschließend werden die Auswirkungen aus angenommenen bzw. erwarteten Änderungen des Marktzinsniveaus und Bestandsentwicklungen auf den Zinsüberschuss analysiert. Das Zinsänderungsrisiko liegt darin, dass bei einem steigenden Zinsniveau sowie einer Veränderung der Zinsstrukturkurve höhere Zinsaufwendungen entstehen können, denen keine entsprechend gestiegenen Zinserträge gegenüberstehen, da die Zinssätze für die Vermögensanlagen aufgrund der Festzinsbindungen überwiegend nicht angehoben werden können. Darüber hinaus liegen Zinsänderungsrisiken in einem Rückgang der Zinserträge bei einem Absinken des Zinsniveaus, denen keine entsprechenden Minderungen des Zinsaufwandes gegenüberstehen, da Negativzinsen nur partiell und in geringem Umfang an Kunden weiter gegeben werden können. Das Zinsänderungsrisiko ist allerdings weitgehend durch derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps abgesichert. Vorzeitige Kreditrückzahlungen werden in der Risikomessung berücksichtigt, um eine vollständige Abbildung des Zinsänderungsrisikos zu erhalten. Täglich fällige Einlagen von Anlegern bei der Sparkasse sind in den letzten Jahren im Bestand angestiegen. Dieser Zuwachs des Volumens wurde in der Vergangenheit durch eine Verkürzung der entsprechenden Ablauffiktionen bei diesen Produkten berücksichtigt. Die Sparkasse geht in ihren Annahmen davon aus, dass sich das allgemeine Zinsniveau im laufenden Jahr leicht erhöhen wird. Die Zinsstrukturkurve weist nach der Einschätzung der Sparkasse zum Jahresende eine leicht höhere Steilheit auf. Die Entwicklung des Geld- und Kapitalmarktes wird laufend beobachtet, um sofort angemessen auf Veränderungen reagieren und mögliche negative Auswirkungen des Zinsänderungsrisikos eingrenzen zu können. Zusätzlich wird eine wertorientierte Betrachtung des Zinsänderungsrisikos vorgenommen. Ziel der wertorientierten Zinsbuchsteuerung ist es, alle Wertveränderungen der zinsabhängigen Vermögens- und Schuldposten aufgrund von Marktzinsänderungen zu erfassen. Dadurch soll eine Steuerungsgrundlage geschaffen werden, die es ermöglicht, die Erträge zu optimieren und die Risiken aus der Fristentransformation zu begrenzen. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos werden vierteljährlich Simulationsrechnungen erstellt. Grundlage der Ermittlung des zukünftigen Zinsüberschusses bilden die Zahlungsströme des Zinsbuchs (periodische Ermittlung). Für festverzinsliche Geschäfte werden die Zahlungsströme auf der Grundlage von Zinsbindungsbilanzen mit den zugehörigen Tilgungsplänen und Zinszahlungsterminen bestimmt. Bei der wertorientierten Zinsbuchsteuerung werden sämtliche Zahlungsströme des variabel- und festverzinslichen Geschäfts zu einem Summenzahlungsstrom aggregiert und dessen Barwert ermittelt. Auf Basis von Risikokennzahlen (Value at Risk) und Risiko-Ertrags-Kennzahlen (RORAC) wird sowohl in der Ex-post- als auch in der Ex-ante-Betrachtung das Zinsänderungsrisiko bestimmt und beurteilt. Konzentrationen bei den Zinsänderungsrisiken ergeben sich bei langfristigen Wohnungsbaudarlehen sowie Spar- und Sichteinlagen. Dabei orientiert sich die Sparkasse bezüglich der Steuerung des Zinsänderungsrisikos an einem als effizient ermittelten Summenzahlungsstrom als Benchmark. Die Einräumung von Abweichungslimiten soll sicherstellen, dass von definierten Den Zahlungsströmen der variablen Geschäfte liegen hinsichtlich der Zinsanpassungen und der Kapitalbindung Fiktionen zugrunde. Die Bestimmung der dafür festzulegenden Parameter erfolgt nach der Methode der gleitenden Durchschnitte. Bei dieser Me22 284 Zielstrukturen nur innerhalb des gewünschten Rahmens abgewichen wird. Durch diese Limitierung wird der Bedarf von Risikoabsicherungen frühzeitig signalisiert und im Rahmen der definierten Steuerungsprozesse geregelt. tätsvorsorge gewährleistet. Der kurzfristige Liquiditätsbedarf der Sparkasse kann über den Geldmarkt sichergestellt werden. Als zusätzliches Instrument der Liquiditätssicherung dienen die eigenen Wertpapieranlagen, insbesondere der Bestand an bei der Europäischen Zentralbank beleihbaren Sicherheiten. Hierdurch verfügt die Sparkasse über einen ausreichenden Zugang zu Zentralnotenbankgeld. Nach § 25 Abs. 1 und 2 KWG i. V. m. § 2 Abs. 1 Nr. 4 Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationenverordnung (FinaRisikoV) sind Finanzinstitute verpflichtet, der Bankenaufsicht regelmäßig im Rahmen der FinaRisikoV die Barwertveränderungen im Anlagebuch infolge eines standardisierten Zinsschocks mitzuteilen. Die Sparkasse hat zum Stichtag 31.12.2017 die barwertige Auswirkung einer Ad-hoc-Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um + bzw. -200 Basispunkte errechnet. Die Verminderung des Barwertes gemessen an den regulatorischen Eigenmitteln betrug bei einer Ad-hoc-Parallelverschiebung um +200 Basispunkte 17,9 %. Vor dem Hintergrund der weiterhin guten Kapitalausstattung und der damit verbundenen Risikotragfähigkeit sowie der zufriedenstellenden Risikolage wird das Zinsänderungsrisiko als vertretbar angesehen. Zinsänderungsrisiken Währung Konzentrationen bestehen beim Liquiditätsrisiko bei den Sichteinlagen sowie den institutionellen Refinanzierungslinien bei Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe. Um diese Konzentration zu begrenzen, hat die Sparkasse für die hohen Volumina in den variablen Positionen der Passivseite einen separaten Steuerungsprozess implementiert. Aufgrund des bestehenden Haftungsverbunds wird kein Ausfall der Refinanzierungspartner erwartet. Auch beim Wegfall einzelner Refinanzierungslinien bestehen in ausreichendem Umfang weitere widerrufliche Refinanzierungslinien bei anderen Partnern der SparkassenFinanzgruppe. Zur verursachungsgerechten internen Verrechnung der Liquiditätskosten und des Liquiditätsnutzens setzt die Sparkasse ein einfaches Kostenverrechnungsverfahren ein, das den aufsichtsrechtlichen Anforderungen entspricht. TEUR Zinsschock + 200 Bp. Vermögensrückgang 128.261 Zinsschock - 200 Bp. Vermögenszuwachs 14.019 Das Zinsänderungsrisiko der Sparkasse lag im Jahr 2017 innerhalb der vorgegebenen Limite. Operationelle Risiken Operationelle Risiken werden als die Gefahr von Schäden definiert, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, von Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten. Sie beinhalten auch Rechtsrisiken. Liquiditätsrisiko Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt ihrer Fälligkeiten nicht oder nur zu erhöhten Refinanzierungskosten erfüllt werden können. Oberstes Ziel der Überwachung und Steuerung der Liquiditätsrisiken ist die Gewährleistung einer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit der Sparkasse. Zur Sicherstellung der Solvenz hat die Sparkasse für die Liquiditätskennzahlen nach § 2 Abs. 1 LiqV eine Warngrenze von 1,25 definiert und für die Liquidity Coverage Ratio (LCR) nach DelVO eine Warngrenze von 30 Basispunkten auf die aktuell gültige Mindest-LCR festgelegt. Beim Erreichen der Limite können mittel- und langfristige Refinanzierungsmittel aufgenommen werden. Ziel ist die Begrenzung der operationellen Risiken und der mit ihnen einhergehenden Schäden auf ein nicht beeinflussbares Restrisiko, sofern die dafür erforderlichen Maßnahmen ökonomisch gerechtfertigt sind. Den operationellen Risiken wird mit zahlreichen Maßnahmen entgegengewirkt. Branchentypisch werden hohe Anforderungen an die Sicherheit der eingesetzten IT-Systeme gestellt. Dies gilt für die Verfügbarkeit und Integrität der Systeme und Daten im Rechenzentrum, für die in der Sparkasse betriebenen Systeme und für die betriebenen Netzwerke, und zwar sowohl für die Sicherheit des laufenden Betriebes als auch für die Notfallvorsorge. Zur Sicherstellung ihrer Solvenz ermittelt die Sparkasse quartalsweise den kumulierten Zahlungsstrom der nächsten drei Jahre in verschiedenen Szenarien. Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos werden die relevanten Zahlungsströme aus Aktiva und Passiva nach ihrer Laufzeit in Zeitbänder (Liquiditätsablaufbilanz) eingestellt. Auf dieser Grundlage wird eine Liquiditätsplanung erstellt, die eine angemessene Liquidi285 23 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht Sonstige Risiken Unter den „Sonstigen Risiken“ fasst die Sparkasse alle Risiken zusammen, die den anderen Risikoarten nicht zugeordnet werden können. Die unter diese Kategorie fallenden Planungs- und Managementrisiken sowie Vertriebs-, Kosten- und Reputationsrisiken werden als nicht wesentlich bewertet. Der Fokus liegt bei der Risikosteuerung auf der Identifizierung der wesentlichen Erfolgstreiber des Geschäftsmodells der Sparkasse, um Veränderungen im Umfeld und Planabweichungen frühzeitig erkennen und darauf reagieren zu können. Zur Regelung der Arbeitsabläufe im Hause bestehen zentrale Vorgaben durch Arbeitsanweisungen. Rechtliche Risiken werden durch Verwendung von rechtlich geprüften Vertragsformulierungen begrenzt. Risiken im jeweiligen Sachgebiet werden durch den Einsatz der auch gesetzlich geforderten Sicherheits-, Compliance-, Datenschutz- und Geldwäschebeauftragten begrenzt. Schließlich werden operationelle Risiken durch die laufende Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter reduziert. Versicherbare Gefahrenpotenziale werden durch Versicherungsverträge in banküblichem Umfang abgeschirmt. Berichtswesen Vierteljährlich wird von der Risikosteuerung ein Risikotragfähigkeitsreport erstellt, in dem die Auslastung der bereitgestellten Risikolimite und somit auch die gesamte Risikotragfähigkeit der Sparkasse dargestellt werden. Der Bericht wird dem Vorstand, den Vorstandsvertretern und verschiedenen leitenden Mitarbeitern sowie dem Verwaltungsrat zur Kenntnis gegeben. Um für die Quantifizierung von operationellen Risiken eine geeignete empirische Basis zu schaffen, wird eine Schadensfalldatenbank eingesetzt. Die operationellen Risiken werden nach derzeitiger Einschätzung die künftige Entwicklung der Sparkasse nicht wesentlich beeinträchtigen. Sie sind jedoch in die Überwachung der Gesamtrisikosituation im Zuge der Risikotragfähigkeit mit einbezogen. Über die Risiken wird turnusmäßig wie folgt berichtet: Risiken Berichtsturnus Zuständige Abteilung Adressat Risikotragfähigkeit vierteljährlich Risikosteuerung Vorstand sowie verschiedene leitende Mitarbeiter Adressenrisiken im Kreditgeschäft vierteljährlich Risikosteuerung Adressenrisiken aus Beteiligungen vierteljährlich Risikosteuerung Adressenrisiken vierteljährlich Risikosteuerung Vorstand sowie verschiedene leitende Mitarbeiter Marktpreisrisiken aus Eigengeschäften vierteljährlich Risikosteuerung Vorstand sowie verschiedene leitende Mitarbeiter Zinsänderungsrisiken vierteljährlich Risikosteuerung Vorstand sowie verschiedene leitende Mitarbeiter vierteljährlich Risikosteuerung Vorstand sowie verschiedene leitende Mitarbeiter Verwaltungsrat Vorstand sowie verschiedene leitende Mitarbeiter Verwaltungsrat und Kreditausschuss Vorstand sowie verschiedene leitende Mitarbeiter Verwaltungsrat aus Eigengeschäften (GuV-orientierte Betrachtung) Zinsänderungsrisiken (wertorientierte Betrachtung) Verwaltungsrat Liquiditätsrisiken vierteljährlich Risikosteuerung Vorstand sowie verschiedene leitende Mitarbeiter Operationelle Risiken vierteljährlich Risikosteuerung Vorstand sowie verschiedene leitende Mitarbeiter Planungs- und Managementrisiko jährlich Unternehmenssteuerung Vorstand sowie verschiedene leitende Mitarbeiter 24 286 Bei unter Risikogesichtspunkten wesentlichen Informationen ist, über die regelmäßige Berichterstattung hinaus, eine unverzügliche Unterrichtung des Vorstands, des jeweiligen Verantwortlichen sowie ggf. der internen Revision und des Verwaltungsrats geregelt (Ad-hoc-Berichterstattung). Grundsätzliches Ziel der 2017 beschlossenen und fortgeführten Geschäftsstrategie ist ein langfristiger, nachhaltiger Unternehmenserfolg. Prognose- und Chancenbericht Die folgenden Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine im Jahr 2018 stellen Einschätzungen dar, die auf der Grundlage der zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen getroffen werden. Prognosen sind naturgemäß mit Unsicherheit behaftet. Treten die zugrunde gelegten Annahmen nicht ein, können die tatsächlichen von den erwarteten Ergebnissen abweichen. Die vorgelegten Berichte enthalten neben der Darstellung auch eine Beurteilung der Risiken sowie bei Bedarf Handlungsvorschläge und somit alle erforderlichen Informationen. Der Verwaltungsrat wird durch den Vorstand vierteljährlich über die Risikosituation der Sparkasse unterrichtet. Zusammenfassende Risikobeurteilung Die Gesamtrisikosituation der Sparkasse wird aufgrund ihres kreditgeschäftlichen Engagements in der mittelständischen Wirtschaft vor allem durch Adressausfallrisiken im Kreditgeschäft geprägt. Ein lang anhaltendes Niedrigzinsumfeld wird tendenziell zu Ertragsrückgängen in der Sparkasse führen. Die Sparkasse begegnet dieser Entwicklung mit einer kombinierten Ertrags- und Kostenstrategie. Zur Verminderung der Abhängigkeit der Ertrags- und Vermögensentwicklung der Sparkasse von Zinsänderungen geht sie auch Marktpreisrisiken in wesentlichem Umfang ein. Geschäftsentwicklung Die Sparkasse geht für 2018 von einem fortgesetzten Aufschwung der Weltwirtschaft und von einem Wachstum der Weltproduktion in Höhe von 3,7 % aus. Das entspräche ungefähr dem Tempo des Vorjahres. Auch der Welthandel wird sich um ca. 4,1 % ausdehnen. In einem solchen freundlichen außenwirtschaftlichen Umfeld kann auch die deutsche Wirtschaft ihren Aufschwung kraftvoll fortsetzen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt könnte 2018 insgesamt in der Größenordnung von 2,5 % zulegen. Die Sparkasse veranschlagt ein Wachstum der privaten Konsumausgaben um 1,7 % sowie des staatlichen Verbrauchs um 1,8 %. Die Sparquote der privaten Haushalte würde in diesem Szenario ein Stück zulegen. Darüber hinaus sind die Liquiditätsrisiken und die operationellen Risiken von Bedeutung. Die sonstigen Risiken der Sparkasse sind für das Geschäftsmodell der Sparkasse relevant, werden jedoch als nicht wesentlich bewertet. Risiken der künftigen Entwicklung, die für die Sparkasse bestandsgefährdend sein könnten, sind nach der Risikoinventur nicht erkennbar. Bei den Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können, wird ein wirksames Verfahren der Risikosteuerung und -kontrolle eingesetzt. Im Rahmen des reifen Aufschwungs sollte die Investitionstätigkeit 2018 überproportional zulegen. Die Sparkasse veranschlagt für die Bruttoanlageinvestitionen einen Anstieg um gut 4,0 % und sieht dabei die Unternehmensinvestitionen mit über 4,5 % als die stärkere Teilkomponente im Vergleich mit dem Wohnungsbau. Aber auch der Wohnungsbau dürfte sich mit einem Produktionswachstum von annähernd 3,0 % immer noch recht dynamisch entwickeln. Die Sparkasse steuert ihre Risiken in einer Weise, die dem Geschäftsumfang und der Komplexität angemessen ist. Sie sieht sich durch das implementierte Risikomanagement für das bestehende Geschäft und für die kommenden Herausforderungen gut gerüstet. Für das Jahr 2018 ist die Bildung eines internen Risikoausschusses vorgesehen, um noch zielgerichteter über die Risikosituation und -entwicklung in der Sparkasse zu informieren. Trotz der 2018 einmal mehr zu erwartenden neuen Rekordstände bei der Zahl der Erwerbstätigen bzw. trotz weiterer Rückgänge der Arbeitslosenquoten, die zunehmende Engpässe anzeigen, dürfte der Lohnund Preisdruck 2018 noch überschaubar bleiben. Auf der Ebene der Verbraucherpreise sieht die Sparkasse ähnliche Raten wie im Vorjahr voraus, wobei die Kernraten sich in der Nähe der Gesamtrate einpendeln dürften. 287 25 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bLagebericht Der Euroraum, der 2017 sogar etwas stärker als Deutschland gewachsen ist, dürfte auch 2018 wieder eine vergleichbar gute Rate erreichen. Der Preisauftrieb bleibt auf der Ebene des gesamten Währungsraums noch etwas geringer als in Deutschland. Die Sparkasse veranschlagt für 2018 eine HVPI-Jahresrate von 1,4 %. Die Risiken liegen neben den in der Risikoberichterstattung dargestellten unternehmerischen und banküblichen Gefahren hauptsächlich in einem Nachlassen der weltwirtschaftlichen Dynamik. Auch wenn sich in der Eurozone die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven nochmals verbessert haben, steht das Konjunkturbild allerdings unter dem Vorbehalt einiger Risiken. Hierzu gehören insbesondere die geopolitischen Konflikte und die Bedrohung durch den globalen Terrorismus, der außen- und wirtschaftspolitische Kurs der derzeitigen US-Regierung und die schwierigen Verhandlungen zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Daneben können europafeindliche Positionen jederzeit wieder zu Verunsicherungen führen, beispielsweise im Umfeld der Wahlen in Italien. Ebenso können separatistische Bewegungen wie in Katalonien weitere Kreise ziehen und sich wirtschaftlich negativ auswirken. Daneben wird die Rentabilität der Bankenbranche nachhaltig durch die steigende Regulierung belastet. In Deutschland setzt sich der Aufschwung fort. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Überauslastung. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts wird sich bei etwa 2,5 % bewegen. Die Verbraucherpreise werden in 2018 voraussichtlich erneut steigen. Bei der Zahl der Erwerbstätigen wird eine weitere Zunahme erwartet. Das geschäftliche Umfeld der Kreditinstitute wird weiter durch verstärkten Wettbewerb zwischen den Instituten, die Unsicherheit an den Finanzmärkten aufgrund der Euro-Schuldenkrise, das anhaltende Niedrigzinsniveau, anspruchsvollere Kunden und die rasch fortschreitende technologische Entwicklung bestimmt. Margen, aber auch die Preise im Dienstleistungsgeschäft, werden unter Druck bleiben. Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen wird mit einem leichten Rückgang der Bilanzsumme im Jahresdurchschnitt gerechnet. Die Sparkasse erwartet eine leichte Ausweitung des Kreditvolumens und einen leichten Rückgang der Kundeneinlagen, überwiegend mit variabler Verzinsung. Die im Berichtsjahr eingeführten Verwahrentgelte auf große Einlagen gewerblicher Anleger verstärken diese Entwicklung auf der Passivseite. Wertpapierfälligkeiten werden weiterhin mangels Anlagealternativen bilanzwirksam geparkt. Chancen sieht die Sparkasse vor allem in einer besser als erwartet laufenden Konjunktur aufgrund einer schnellen Erholung von der EU-Staatenkrise. Dies würde zu einer stärkeren Kreditnachfrage und einem Anstieg des Zinsüberschusses führen. Weiterhin werden Chancen im Zinsbuch bei einer steileren Zinsstrukturkurve und einem anhaltenden relativ geringen Zinsniveau des Geldmarktes gesehen. Die sich aus dem Anstieg der Beschäftigung ergebenden Einkommenszuwächse könnten zu einer Binnennachfrage führen, die höher ausfällt als angenommen. Von den verbesserten Bedingungen am Arbeitsmarkt könnte im Zusammenhang mit dem Niedrigzinsumfeld auch der Wohnungsbau profitieren. Die Entwicklung des Kreditgeschäfts ist vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen und regionalen Wirtschaftsentwicklung zu sehen. Der Zuwachs dürfte im Wesentlichen vom Privatkundengeschäft, insbesondere für wohnwirtschaftliche Verwendungszwecke, getragen werden. Im Kreditgeschäft mit im Geschäftsgebiet ansässigen Firmen- und Gewerbekunden werden dagegen kurzfristig keine Bestandserhöhungen erwartet. Den Herausforderungen aus der Digitalisierung des Bankgeschäfts wird in der Sparkassen-Finanzgruppe mit zukunftsträchtigen Konzepten begegnet, mit denen die Sparkasse ihre Kunden langfristig an sich binden will. Im Dienstleistungsgeschäft geht die Sparkasse für 2018 insgesamt von einer Ausweitung des Wertpapier-, Versicherungs- und Bauspargeschäfts aus. Finanzlage An mehreren Standorten sind Investitionen, insbesondere in den Brandschutz und die Sicherheitstechnik, vorgesehen. Fusionsbedingt werden sich auch in 2018 noch umzugsbedingte Baumaßnahmen an den drei Hauptstandorten Hildesheim, Goslar und Peine ergeben, deren Umfang im Wirtschaftsplan berück- Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. 26 288 sichtigt ist. Die Vorgabe für die Liquiditätsdeckungsquote soll durchgängig eingehalten werden. Hierfür ist eine Warngrenze deutlich über der aufsichtlichen Anforderung festgelegt. dung im Kundenkreditgeschäft wurde ein Wert in Höhe des auf der Basis von Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelten erwarteten Verlustes berücksichtigt. Im Beteiligungsbereich wird auch im kommenden Geschäftsjahr mit spürbaren Bewertungsaufwendungen gerechnet. Bei den eigenen Wertpapieren rechnet die Sparkasse saldiert nur mit moderaten Bewertungsaufwendungen. Ertragslage Das Zinsniveau dürfte auf absehbare Zeit nur moderat ansteigen. Dieses Zinsniveau in Verbindung mit einem sich verstärkenden Wettbewerb in der Kreditwirtschaft hält die Zinsspanne weiter unter Druck. Die Sparkasse rechnet damit, dass sich der Zinsüberschuss gegenüber dem Berichtsjahr spürbar verringert. Für die übrigen Geschäftsbereiche sind nach derzeitigem Erkenntnisstand keine nennenswerten Bewertungserfordernisse zu erwarten. Für das Provisionsergebnis erwartet die Sparkasse im Hinblick auf die neu entwickelten strategischen Anlagekonzepte im Wertpapiergeschäft und die hohe Leistungsfähigkeit ihrer Partner in den Bereichen Versicherungen, Immobilien, Bausparen und Leasing leicht steigende Erträge. Mit deutlich steigenden Erträgen rechnet die Sparkasse auch im Bereich des Giroverkehrs. Insgesamt erwartet die Sparkasse für das laufende Geschäftsjahr ein gegenüber dem Vorjahr deutlich geringeres Ergebnis vor Bewertung. Für das Jahr 2018 wird ein Verhältnis von Kosten zu Erlösen in Höhe von 77,7 % erwartet. Insgesamt betrachtet rechnet die Sparkasse, insbesondere aufgrund des deutlich positiveren neutralen Ergebnisses, mit einem im Vergleich zum Berichtsjahr in etwa gleichbleibendem Jahresüberschuss. Diese Erwartungen sind im Wesentlichen abhängig von der Entwicklung des Zinsniveaus. Die Perspektiven für das Geschäftsjahr 2018 werden, sofern sich die Rahmenbedingungen wie unterstellt entwickeln, positiv beurteilt. Wesentliche Einflüsse, die den reibungslosen Geschäftsablauf und das prognostizierte Ergebnis beeinträchtigen könnten, sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar. Beim Verwaltungsaufwand rechnet die Sparkasse in 2018 mit der Hebung von Synergiepotenzialen, insbesondere im Personalaufwand. Einem ausgewählten Mitarbeiterkreis wurde im Sommer 2017 ein attraktives Abfindungs- und Vorruhestandsangebot unterbreitet. Die überwiegende Zahl dieses Personenkreises hat von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Daraus folgend werden sich die Personalkosten sowohl in 2018 als auch im darauf folgenden Jahr deutlich reduzieren. Die Sachaufwendungen werden in 2018 im Vergleich zum Vorjahr steigen. Insgesamt betrachtet wird für 2018 ein Verwaltungsaufwand erwartet, der leicht über dem des Berichtsjahres liegt. Die sich durch die Fusion ergebenden Synergieeffekte sollen in den kommenden Jahren konsequent zur weiteren Reduzierung des Verwaltungsaufwandes genutzt werden. Gleichwohl plant die Sparkasse auch künftig Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien und Produkte als Voraussetzung für den Ausbau der Marktanteile. Bei der prognostizierten Entwicklung der Ertragslage ist eine angemessene Eigenkapitalzuführung gesichert. Das geplante Wachstum kann mit einer weiterhin soliden Eigenkapitalausstattung dargestellt werden. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wird durch die Konjunktur- sowie die regionale Wirtschaftsentwicklung erheblich beeinflusst. Aufgrund wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sind negative Auswirkungen auf die finanzielle Lage der Privat- und Firmenkunden der Sparkasse und damit auf die Höhe des Risikoaufwandes nicht auszuschließen. Damit einhergehende Beeinträchtigungen der Jahresergebnisse sind allerdings nicht vorhersehbar. Für die Bewertungsaufwen289 27 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine Sitz Hildesheim eingetragen beim Amtsgericht Hildesheim Handelsregister-Nr. HRA 2564 290 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bJahresbilanz zum 31. Dezember 2017 Aktivseite 2) 31.12.2016 31.12.2016 EUR EUR EUR TEUR TEUR 1. Barreserve a) Kassenbestand 60.638.905,46 76.068 33.773 b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 350.700.141,64 238.614 153.794 411.339.047,10 314.682 187.567 2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen – , – – – b) Wechsel – , – – – – , – – – 3. Forderungen an Kreditinstitute a) täglich fällig 35.836.616,28 161.084 35.184 b) andere Forderungen 96.593.982,17 118.186 2.703 132.430.598,45 279.270 37.887 4. Forderungen an Kunden 5.116.576.737,83 5.028.997 3.087.945 darunter: durch Grundpfandrechte gesichert 2.243.808.520,06 EUR ( 2.253.181) ( 1.210.691) Kommunalkredite 279.161.321,82 EUR ( 272.002) ( 167.605) 5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere a) Geldmarktpapiere aa) von öffentlichen Emittenten – , – – – darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank – , – EUR ( –) ( –) ab) von anderen Emittenten – , – – – darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank – , – EUR ( –) ( –) – , – – – b) Anleihen und Schuldverschreibungen ba) von öffentlichen Emittenten 371.805.289,72 386.003 322.324 darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 371.805.289,72 EUR ( 386.003) ( 322.324) bb) von anderen Emittenten 236.590.231,42 325.157 24.921 darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 236.041.043,75 EUR ( 324.608) ( 24.921) 608.395.521,14 711.160 347.245 c) eigene Schuldverschreibungen 71.602,91 72 – Nennbetrag 70.000,00 EUR ( 70) ( –) 608.467.124,05 711.232 347.245 6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 668.855.633,59 683.092 300.853 6a. Handelsbestand – , – – – 7. Beteiligungen 47.690.250,61 58.546 32.706 darunter: an Kreditinstituten – , – EUR ( 0) ( 0) an Finanzdienstleistungsinstituten – , – EUR ( 0) ( 0) 8. Anteile an verbundenen Unternehmen 51.158.267,19 45.769 40.282 darunter: an Kreditinstituten – , – EUR ( 0) ( 0) an Finanzdienstleistungsinstituten – , – EUR ( 0) ( 0) 9. Treuhandvermögen 308.844,42 338 307 darunter: Treuhandkredite 308.844,42 EUR ( 338) ( 307) 10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch – , – – – 11. Immaterielle Anlagewerte a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte – , – – – b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 260.835,40 249 111 c) Geschäfts- oder Firmenwert – , – – – d) geleistete Anzahlungen – , – – – 260.835,40 249 111 12. Sachanlagen 79.248.155,30 84.892 59.357 13. Sonstige Vermögensgegenstände 9.764.978,45 12.547 5.250 14. Rechnungsabgrenzungsposten 602.315,93 656 569 Summe der Aktiva 7.126.702.788,32 7.220.271 4.100.078 1) 1) zusammengefasste Vorjahreswerte der Sparkasse Hildesheim, Sparkasse Goslar/Harz und der Kreissparkasse Peine 2) Vorjahreswerte der Sparkasse Hildesheim 291 Passivseite 1) EUR EUR EUR 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten a) täglich fällig 5.221.566,36 b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 872.324.156,84 877.545.723,20 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden a) Spareinlagen aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 1.268.146.117,88 ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 37.189.791,62 1.305.335.909,50 b) andere Verbindlichkeiten ba) täglich fällig 3.978.650.802,47 bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 108.397.748,08 4.087.048.550,55 5.392.384.460,05 3. Verbriefte Verbindlichkeiten a) begebene Schuldverschreibungen 337.155,48 b) andere verbriefte Verbindlichkeiten – , – darunter: Geldmarktpapiere – , – EUR ( eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf – , – EUR ( 337.155,48 3a. Handelsbestand – , – 4. Treuhandverbindlichkeiten 308.844,42 darunter: Treuhandkredite 308.844,42 EUR ( 5. Sonstige Verbindlichkeiten 14.847.247,63 6. Rechnungsabgrenzungsposten 1.440.664,80 7. Rückstellungen a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 64.685.672,00 b) Steuerrückstellungen 8.632.970,00 c) andere Rückstellungen 33.552.832,03 106.871.474,03 8. (weggefallen) 9. Nachrangige Verbindlichkeiten 2.272.000,00 10. Genussrechtskapital – , – darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig – , – EUR ( 11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 194.600.000,00 12. Eigenkapital a) gezeichnetes Kapital – , – b) Kapitalrücklage – , – c) Gewinnrücklagen ca) Sicherheitsrücklage 525.448.074,87 cb) andere Rücklagen – , – 525.448.074,87 d) Bilanzgewinn 10.647.143,84 536.095.218,71 Summe der Passiva 7.126.702.788,32 Eventualverbindlichkeiten a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln – , – b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 109.852.237,81 Über weitere, nicht quantifizierbare Eventualverbindlich keiten wird im Anhang berichtet. c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten – , – 109.852.237,81 2. Andere Verpflichtungen a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften – , – b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen – , – c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 353.143.279,93 353.143.279,93 2) 31.12.2016 31.12.2016 TEUR TEUR 2.290 1.032.690 1.034.980 2.222 495.953 498.175 1.249.106 620.069 44.135 1.293.240 14.586 634.655 3.924.415 137.421 4.061.836 5.355.077 2.477.463 52.535 2.529.998 3.164.653 337 – – – –) ( –) ( 337 – 338 –) –) – – 307 338) ( 4.583 1.611 307) 2.140 1.236 60.751 3.575 27.320 91.646 36.118 628 17.609 54.355 15.142 – 15.142 – –) ( 190.300 – – –) 43.900 – – 510.747 309.533 – – 510.747 309.533 15.510 10.637 526.257 320.170 7.220.271 4.100.078 1. 1) zusammengefasste Vorjahreswerte der Sparkasse Hildesheim, Sparkasse Goslar/Harz und der Kreissparkasse Peine 2) Vorjahreswerte der Sparkasse Hildesheim 292 – – 117.649 70.991 – 117.649 – 70.991 – – – – 393.163 209.130 393.163 209.130 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bGewinn- und Verlustrechnung Gewinn- und Verlustrechnung 1) 2) 1.1.– 1.1.– für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 31.12.2016 31.12.2016 EUR EUR EUR TEUR TEUR 1. Zinserträge aus a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 170.517.193,50 184.087 109.622 darunter: aus der Abzinsung von Rückstellungen – , – EUR ( 0) ( 0) abgesetzte negative Zinsen 569.670,90 EUR ( 0) ( 0) b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 5.677.782,57 7.354 3.261 darunter: abgesetzte negative Zinsen – , – EUR ( 0) ( 0) 176.194.976,07 191.441 112.883 2. Zinsaufwendungen 53.535.143,54 62.993 39.907 darunter: abgesetzte positive Zinsen 222.494,94 EUR ( 0) ( 0) aus der Aufzinsung von Rückstellungen 2.557.146,57 EUR ( 2.671) ( 1.656) 122.659.832,53 128.448 72.976 3. Laufende Erträge aus a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 19.663.152,23 19.293 9.300 b) Beteiligungen 685.890,67 1.190 230 c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 2.150.000,00 3.300 3.300 22.499.042,90 23.783 12.830 4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungsoder Teilgewinnabführungsverträgen 204.543,35 145 – 5. Provisionserträge 56.844.551,88 54.512 32.730 6. Provisionsaufwendungen 2.480.264,13 2.777 1.501 54.364.287,75 51.736 31.228 7. Nettoertrag des Handelsbestands – , – 396 – darunter: Entnahmen aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken – , – EUR ( 24) ( 0) 8. Sonstige betriebliche Erträge 6.754.371,56 8.148 6.249 darunter: aus der Fremdwährungsumrechnung 7.118,80 EUR ( 3) ( 0) aus der Abzinsung von Rückstellungen – , – EUR ( 0) ( 0) 9. (weggefallen) 206.482.078,09 212.656 123.283 10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen a) Personalaufwand aa) Löhne und Gehälter 76.640.806,25 77.480 43.097 ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 23.651.226,18 19.332 10.136 darunter: für Altersversorgung 9.827.087,14 EUR ( 5.292) ( 2.277) 100.292.032,43 96.813 53.233 b) andere Verwaltungsaufwendungen 49.868.615,70 52.759 29.405 150.160.648,13 149.572 82.638 11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 7.066.481,73 8.242 5.822 12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 21.549.904,39 6.691 4.179 darunter: aus der Fremdwährungsumrechnung 106,00 EUR ( 0) ( 0) aus der Aufzinsung von Rückstellungen 0,00 EUR ( 0) ( 0) 13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft – , – – 171 14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 5.146.981,88 53.260 – 5.146.981,88 53.260 171 15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 6.155.801,32 – – 16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren – , – 4.398 1.127 6.155.801,32 4.398 1.127 17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 155.786,57 122 122 18. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 4.300.000,00 75.000 12.100 19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 22.240.437,83 30.687 19.377 1) zusammengefasste Vorjahreswerte der Sparkasse Hildesheim, Sparkasse Goslar/Harz und der Kreissparkasse Peine 2) Vorjahreswerte der Sparkasse Hildesheim 293 Gewinn- und Verlustrechnung 1) 2) 1.1.– 1.1.– für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 31.12.2016 31.12.2016 EUR EUR EUR TEUR TEUR 20. Außerordentliche Erträge – , – – – 21. Außerordentliche Aufwendungen – , – – – 22. Außerordentliches Ergebnis – , – – – 23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 11.237.406,57 14.803 8.457 24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 355.887,42 374 283 11.593.293,99 15.177 8.740 25. Jahresüberschuss 10.647.143,84 15.510 10.637 26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr – , – – – 10.647.143,84 15.510 10.637 27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen a) aus der Sicherheitsrücklage – , – – – b) aus anderen Rücklagen – , – – – – , – – – 10.647.143,84 15.510 10.637 28. Einstellungen in Gewinnrücklagen a) in die Sicherheitsrücklage – , – – – b) in andere Rücklagen – , – – – – , – – – 29. Bilanzgewinn 10.647.143,84 15.510 10.637 1) zusammengefasste Vorjahreswerte der Sparkasse Hildesheim, Sparkasse Goslar/Harz und der Kreissparkasse Peine 2) Vorjahreswerte der Sparkasse Hildesheim 294 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bAnhang zur Jahresbilanz Anhang ihrem Nennwert angesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennwert und dem niedrigeren Auszahlungsbetrag wurde unter den Rechnungsabgrenzungsposten der Passivseite aufgenommen. Er wird grundsätzlich laufzeit- und kapitalanteilig aufgelöst. Im Falle von Festzinsvereinbarungen erfolgt die Verteilung auf die Dauer der Festzinsbindung. Vorbemerkung Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung richtet sich nach den vorgeschriebenen Formblättern. Für erkennbare Ausfallrisiken bei den Forderungen bestehen Einzelwertberichtigungen in Höhe des zu erwartenden Ausfalls. Dem latenten Kreditrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen, die nach Erfahrungswerten (durchschnittliche Ausfälle der letzten 5 Jahre) bemessen worden sind. Die im Geschäftsjahr 2017 angefallenen und mit den Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen verrechneten negativen bzw. positiven Zinsen werden abweichend zum Vorjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung als Darunter-Position zu GV-Posten 1a und 1b bzw. GV-Posten 2 ausgewiesen und nicht mehr im Anhang angegeben. Die im Vorjahr in GV-Posten 1a verrechneten negativen Zinsen beliefen sich auf 238 TEUR und die unter GV-Posten 2 verrechneten positiven Zinsen auf 50 TEUR. Der Anschaffungswert der Wertpapiere wird zum gewogenen Durchschnittswert ermittelt. Die Wertpapiere sind mit ihren Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Börsenkursen oder beizulegenden Zeitwerten nach dem strengen Niederstwertprinzip angesetzt. Dies gilt auch für die Wertpapiere des Anlagevermögens. Wertaufholungen werden durch Zuschreibungen auf den höheren Kurswert, maximal aber bis zu den Anschaffungskosten, berücksichtigt. Die Anteile an Investmentvermögen wurden zum investmentrechtlichen Rücknahmepreis angesetzt. Bei Investmentvermögen, bei denen mit der Kapitalverwaltungsgesellschaft Rücknahmeabschläge vereinbart sind, werden diese aufgrund der Zuordnung zum Anlagevermögen nicht berücksichtigt. Die unter Aktiva Posten 6 ausgewiesenen Anteile an einer Personengesellschaft, die sich als Alternative Investmentfonds (AIF) qualifiziert haben, haben wir zu Anschaffungskosten angesetzt. Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 haben sich die Sparkasse Hildesheim, die Sparkasse Goslar/Harz und die Kreissparkasse Peine zur Sparkasse Hildesheim Goslar Peine zusammengeschlossen. Aufnehmendes Institut war die Sparkasse Hildesheim. Auf sie ging das Vermögen der Sparkasse Goslar/Harz und der Kreissparkasse Peine über. Der Übertragung wurden die Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2016 zugrunde gelegt. Bei den mit der Fußnote 1) gekennzeichneten Vorjahreszahlen handelt es sich um zusammengefasste Vorjahreszahlen der Sparkasse Hildesheim, der Sparkasse Goslar/Harz und der Kreissparkasse Peine. Die mit der Fußnote 2) gekennzeichneten Vorjahreszahlen betreffen das Vorjahr der Sparkasse Hildesheim. Im Anlagenspiegel wurde das Anlagevermögen der Sparkasse Goslar/Harz und der Kreissparkasse Peine mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten als Zugang erfasst. Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bzw. im Falle vorübergehender sowie dauernder Wertminderungen zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Anlagewerte werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen nach höchsten steuerlich zulässigen Sätzen bilanziert, soweit dies auch handelsrechtlich vertretbar ist. Vermögensgegenstände von geringem Wert (Anschaffungskosten bis 150 EUR) werden sofort als Sachaufwand erfasst; bei Anschaffungskosten bis zu 1.000 EUR und immateriellen Anlagewerten (Software bis 410 EUR) im Einzelfall (ohne Mehrwertsteuer) erfolgt analog zur steuerlichen Regelung des § 6 Abs. 2a EStG die Einstellung in einen Sammelposten, der linear mit je einem Fünftel jährlich abgeschrieben wird. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB). Die Forderungen an Kunden und Kreditinstitute einschließlich Schuldscheindarlehen wurden mit 34 295 Die sonstigen Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, werden nach den für das Umlaufvermögen geltenden Vorschriften bewertet. Mitarbeiter bei der Emder Zusatzversorgungskasse für Sparkassen (ZVK-Sparkassen) mit Sitz in Emden. Die ZVK-Sparkassen ist eine kommunale Zusatzversorgungseinrichtung im Sinne des § 1 des Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K) vom 1. März 2002. Träger der ZVK-Sparkassen ist der Niedersächsische Sparkassen- und Giroverband in Hannover, der das Kassenvermögen der ZVK-Sparkassen als Sondervermögen getrennt von seinem übrigen Vermögen verwaltet. Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen Erfüllungsund Ausgabebetrag wird unter den Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Beträgt die Zeitspanne bis zum erwarteten Erfüllungszeitpunkt mehr als ein Jahr, erfolgt eine Abzinsung mit einem laufzeitadäquaten Zinssatz gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV). Die Erfolge aus der Abzinsung werden im Zinsbereich ausgewiesen. Die Erfolge aus Zinseffekten einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden in dem GuV-Posten ausgewiesen, in dem auch die Aufwendungen zur Rückstellungsdotierung ausgewiesen werden. Auch bei der Ermittlung der Aufzinsungserfolge dieser Rückstellungen haben wir unterstellt, dass eine Änderung des Abzinsungssatzes erst zum Ende der Periode eintritt. Die Versorgungsverpflichtungen werden von der ZVK-Sparkassen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2005 G mit 10-jähriger Generationenverschiebung bewertet. Nachdem die Tarifvertragsparteien des öffentlichen Dienstes sich mit Wirkung vom 1. Januar 2002 auf eine Abkehr vom seit 1967 bestehenden Gesamtversorgungssystem verständigt hatten, hat die ZVK-Sparkassen zum 1. Januar 2003 den Versicherten- und Rentnerbestand in zwei getrennte Abrechnungsverbände unterteilt, den Abrechnungsverband P für die zu diesem Zeitpunkt Pflichtversicherten bzw. den Abrechnungsverband R für die sog. Altrentner. Seit diesem Zeitpunkt ist der Abrechnungsverband P unter Zugrundelegung der Bewertungsparameter gem. ATV-K vom 1. März 2002 kapitalgedeckt. Diese tarifliche Bewertungsmethodik erfasste den voraussichtlich zu erwartenden Verpflichtungsumfang nicht vollständig. Hierauf hat die ZVK-Sparkassen bereits mit kontinuierlicher Stärkung ihrer Deckungsrückstellung reagiert. Seit dem 31. Dezember 2011 erfolgt eine realistische und von den tarifvertraglichen Vorgaben abweichende kassenspezifische Ermittlung der Deckungsrückstellung, die sämtliche künftig zu erwartenden Kosten und Risiken einbezieht (u. a. Berücksichtigung einer jährlichen Anhebung der tariflich zugesagten Betriebsrentenleistungen um 1 %). Für das allgemeine Zinsänderungsrisiko ist eine Gesamtbetrachtung aller zinstragender Aktiva und Passiva des Bankbuchs einschließlich der Derivate vorgenommen worden. Hierbei ist die Ermittlung anhand einer barwertigen Betrachtung erfolgt. Eine verlustfreie Bewertung des Zinsbuchs ist gewährleistet. Zum 31. Dezember 2017 ergab sich kein Rückstellungsbedarf. Die Pensionsrückstellungen wurden nach dem modifizierten Teilwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2005 G bewertet. Für die Abzinsung wurde der von der Deutschen Bundesbank gemäß RückAbzinsV nach dem Stand von Ende Dezember 2017 bekannt gegebene Zinssatz in Höhe von 3,68 % verwendet, der auf einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren beruht. Die bis zur voraussichtlichen Erfüllung zu erwartenden Gehaltsund Rentensteigerungen haben wir mit jährlich 2,00 % berücksichtigt. Der bisherige Beitragssatz von 4 % erschien hiernach und unter zusätzlicher Berücksichtigung der derzeitigen Kapitalmarktlage nach aktuariellen Ermittlungen nicht mehr auskömmlich. Dem wurde durch eine mit Wirkung zum 1. Januar 2012 eintretende Anhebung auf 5 % Rechnung getragen; in diesem Zusammenhang wurde hinsichtlich der künftigen Kapitalerträge eine langfristig erzielbare Rendite von 4,25 % zugrunde gelegt. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase geht die ZVK-Sparkassen zwischenzeitlich von einer verringerten Rendite aus. Sie wird aufgrund der bestehenden längerfristigen Vermögensanlagen bis 2026 noch mit jährlich 3,8 % veranschlagt. Es ist daher beabsichtigt, den Beitragssatz in den Jahren 2019 bis 2021 stufenweise von derzeit 5,0 % auf 5,8 % Die Sparkasse ist tarifvertraglich verpflichtet, für ihre Beschäftigten eine zu einer Betriebsrente führende Versicherung bei einer kommunalen Zusatzversorgungskasse abzuschließen. Sie erfüllt diese Verpflichtung durch Anmeldung der betreffenden 296 35 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bAnhang zur Jahresbilanz unter Einbindung einer Arbeitnehmerbeteiligung zu erhöhen. Durch diese Maßnahme soll innerhalb des 100-jährigen Betrachtungszeitraums dem möglichen Entstehen einer Unterdeckung aufgrund der ab 2019 hinzukommenden Anwartschaften entgegen gewirkt werden. betragskongruent gegenüberstehen. Die Umrechnungsergebnisse aus besonders gedeckten Geschäften werden saldiert je Währung als sonstige betriebliche Erträge (GuV 8) bzw. als sonstige betriebliche Aufwendungen (GuV 12) ausgewiesen. Bemessungsgrundlage für den Beitrag sind die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte; sie beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 71.042 TEUR.. Bei den Verpflichtungen des Abrechnungsverbandes R ergab sich zum 1. Januar 2003 eine Deckungslücke, die den einzelnen Beteiligten zugeordnet worden ist und die jährlich nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet wird. Der Bewertung zum 31. Dezember 2017 liegt ein Abzinsungssatz in Höhe von 2,25 % zugrunde. Die zugesagte jährliche Erhöhung der Renten um 1 % setzt voraus, dass aus den Kapitalanlagen eine jährliche Rendite von 3,25 % erzielt wird. Für den Fall, dass die Rendite nicht erreicht werden sollte, wird die sich daraus ergebende Unterdeckung den Beteiligten zugeordnet. Nachdem bereits in Vorjahren Sonderzahlungen geleistet worden waren, wurde im laufenden Geschäftsjahr auch die restliche Deckungslücke beim Abrechnungsverband R in Höhe von 57 TEUR vorläufig ausfinanziert. Restrisiken der Ausfinanzierung bestehen allerdings in Abhängigkeit von der Biometrie sowie der Verzinsung der Anlagen der ZVK-Sparkassen. Für die bei der Deutschen Bundesbank und der Nord/ LB unterhaltenen Guthaben sind Zinsaufwendungen entstanden, die wir mit den unter GV-Posten 1a ausgewiesenen Zinserträgen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften verrechnet haben. Für die von anderen Kreditinstituten bei uns angelegten Gelder wurden uns Zinsen vergütet, die wir mit den unter GV-Posten 2 ausgewiesenen Zinsaufwendungen verrechnet haben. Die zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte wurden in die Gesamtbetrachtung des Zinsänderungsrisikos einbezogen. Die Forward-Darlehen als strukturiertes Produkt wurden einheitlich ohne Abspaltung der Nebenrechte bilanziert und bewertet. Die auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände und Schulden sind zum EZB-Referenzkurs in Euro umgerechnet worden. Von einer besonderen Deckung gemäß § 340h HGB gehen wir aus, soweit sich innerhalb einer Währung bilanzielle Bestände 36 297 Erläuterungen zur Jahresbilanz Von dem Wahlrecht nach § 11 Satz 3 RechKredV, anteilige Zinsen und ähnliche das Geschäftsjahr betreffende Beträge nicht in die Fristengliederung einzubeziehen, haben wir Gebrauch gemacht. Insofern stimmen die Bilanzbestände nicht mit den Endbeträgen laut Fristengliederung überein. Aktiva in TEUR Posten 3: Forderungen an Kreditinstitute Die unter Posten 3 b) ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten: - bis drei Monate 24 - mehr als drei Monate bis ein Jahr 25.167 - mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 43.780 - mehr als fünf Jahre 24.634 Forderungen an die eigene Girozentrale: 102.611 Posten 4: Forderungen an Kunden Die unter Posten 4 ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten: - bis drei Monate 121.327 - mehr als drei Monate bis ein Jahr 375.340 - mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 1.455.312 - mehr als fünf Jahre 3.057.601 - mit unbestimmter Restlaufzeit 99.634 Forderungen an verbundene Unternehmen: Bestand am Bilanzstichtag 72.099 75.479 Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) 5.072 Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: Bestand am Bilanzstichtag 26.284 Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) 15.490 5.072 Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) Nachrangige Forderungen: Bestand am Bilanzstichtag 79.566 Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) 78.956 Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) 5.157 davon an verbundene Unternehmen: Bestand am Bilanzstichtag 69.512 75.479 Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) 5.072 davon an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: Bestand am Bilanzstichtag 10.000 Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) 3.393 – Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) Posten 5: Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere Von den ausgewiesenen Beständen werden 66.217 im kommenden Geschäftsjahr fällig. Von den unter Posten 5 enthaltenen börsenfähigen Wertpapieren sind: börsennotiert 608.396 nicht börsennotiert 72 Die Angabe erfolgt einschließlich abgegrenzter Zinsen. In diesem Posten sind Wertpapiere mit Nachrangabrede enthalten: Bestand am Bilanzstichtag 534 534 Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) – Posten 6: Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere In diesem Posten sind Anteile an mehreren Spezial-AIF mit einem Buchwert von insgesamt 623.682 enthalten. Von den übrigen unter diesem Posten ausgewiesenen börsenfähigen Wertpapieren sind: börsennotiert – nicht börsennotiert 37.695 298 37 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bAnhang zur Jahresbilanz Zu Investmentvermögen, an denen die Sparkasse mehr als 10 % der Anteile hält, geben wir folgende Informationen: Bezeichnung des Investment- Wert nach § 278 KAGB Unterschiedsbetrag zum Ausschüttungen im Unterlassene vermögens/Anlageziele am 31.12.2017 Buchwert am 31.12.2017 Geschäftsjahr 2017 Abschreibungen in TEUR in TEUR in TEUR HI-DSF 1-Fonds 177.241 0 2.338 Nein Europäisch ausgerichteter Mischfonds mit Aktien und Renten HI-DSF 2-Fonds 102.667 0 6.496 Nein International (überwiegend Europa) ausgerichteter Mischfonds mit überwiegend Immobilienfonds und Mezzanine-Kapitalbeteiligungen A-KSPE-Fonds 177.710 8.438 1.749 Nein International ausgerichteter Mischfonds mit Renten SKHGP-AI-Fonds 30.476 0 586 Nein International (überwiegend Europa) ausgerichteter Mischfonds mit Mezzanine-Kapitalbeteiligungen Quantum City Parking 8.277 0 648 Nein National ausgerichteter Immobilienfonds Die Anleger können grundsätzlich von der Gesellschaft die Rücknahme der Anteile verlangen. Der Gesellschaft bleibt jedoch vorbehalten, die Rücknahme der Anteile auszusetzen, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine Aussetzung unter Berücksichtigung der Interessen der Anleger erforderlich erscheinen lassen. 38 299 Erläuterungen zur Jahresbilanz Aktiva Posten 7 und Posten 8: Anteilsbesitz Anteilsbesitz der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine an anderen Unternehmen – soweit er nicht von lediglich unterge ordneter Bedeutung (§ 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB) ist: I. Beteiligungen Name Sitz Anteil am Kapital in v. H. Eigenkapital 2016 in TEUR Niedersächsischer Sparkassen- und Giroverband 3) Hannover 8,87 – II. Verbundene Unternehmen Sparkassen Holdinggesellschaft Hildesheim Goslar Peine mbH & Co. KG Hildesheim 100 40.913 Goslarer Wohnstättengesellschaft mbH Goslar 44,17 15.375 Sparkassen Immobiliengesellschaft Hildesheim Goslar Peine mbH Hildesheim 100 181 mittelbare Beteiligungen bzw. verbundene Unternehmen Grundstücksgesellschaft Hildesheim 51 0 Weingärten mbH NORD Holding Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH Hannover 15 115.322 NORD KB Dachfonds II Beteiligungsgesellschaft mbH Hannover 6,19 3.141 NORD KB Dachfonds III Beteiligungsgesellschaft mbH Hannover 4,70 6.858 NORD KB Dachfonds IV Beteiligungsgesellschaft mbH Hannover 5,54 5.935 Deutsche Mittelstandsholding für Industriebeteiligungen GmbH & Co. KG Hannover 6,00 29.454 SGEG Sparkassen Grundstücksentwicklungsgesellschaft Hildesheim Goslar Peine mbH & Co. KG Sarstedt 100 3.464 Wohnbaugesellschaft mbH für den Landkreis Goslar Goslar 79,67 8.724 3) in TEUR Ergebnis 2016 in TEUR – 918 358 69 -160 18.309 2.355 -2.820 -1.249 494 574 234 Angaben zum Eigenkapital und zum Jahresergebnis unterbleiben aufgrund von § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB Auf die Erstellung eines Konzernabschlusses wurde verzichtet, weil die Einbeziehung der Tochterunternehmen für die Verschaffung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist (§ 296 Abs. 2 HGB). Posten 9: Treuhandvermögen Das Treuhandvermögen besteht aus: Forderungen an Kunden (Posten 4 des Formblattes) Posten 12: Sachanlagen Die für sparkassenbetriebliche Zwecke genutzten Grundstücke und Gebäude belaufen sich auf (Bilanzwert) Der Bilanzwert der Betriebs- und Geschäftsausstattung beträgt Posten 13: Sonstige Vermögensgegenstände Forderungen an verbundene Unternehmen: Bestand am Bilanzstichtag Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) Vermögensgegenstände mit Nachrangabrede: Bestand am Bilanzstichtag Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) 2) davon Forderungen an verbundene Unternehmen: Bestand am Bilanzstichtag Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) 2) Posten 14: Rechnungsabgrenzungsposten In den Rechnungsabgrenzungsposten sind enthalten: Unterschiedsbetrag zwischen dem Erfüllungs- und dem niedrigeren Ausgabebetrag bei Verbindlichkeiten oder Anleihen Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) Der Gesamtbetrag der auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände beläuft sich auf 300 309 61.933 8.982 582 528 383 377 383 377 383 198 300 299 4.357 39 40 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere Beteiligungen Anteile an verbundenen Unternehmen Immaterielle Anlagewerte Sachanlagen 168.136 190.682 35.869 11.376 2.087 86.287 968 46.960 40.282 3.322 185.379 Zugänge Stand am 01.01. des Geschäftsjahres 117.082 301 6.729 718 1.992 500 18.517 38.803 Abgänge Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR) Anlagenspiegel – – – – – – Umbuchungen 264.937 4.691 80.837 51.158 173.133 Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 246.415 126.022 3.211 14.254 – – 6.917 149 8.866 – 102 – – – – 452 58.736 1.786 10.029 – 2.533 5.986 716 2 – – – – – – – Stand am AbschreiZuschrei- Änderungen der gesamten Abschrei01.01. des bungen bungen bungen im Zusammenhang mit Geschäftsim Geim GeUmbujahres schäftsjahr schäftsjahr Zugängen Abgängen chungen 316 461 272 991 913 – Entwicklung der kumulierten Abschreibungen 185.689 4.430 33.147 – 2.183 Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 583 79.248 261 47.690 51.158 170.950 Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 245.832 Buchwerte 59.357 111 32.706 40.282 968 116.766 Stand am 31.12. des Vorjahres Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bAnhang zur Jahresbilanz Erläuterungen zur Jahresbilanz Passiva Posten 1: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die unter Posten 1 b) ausgewiesenen Bestände haben folgende Restlaufzeiten: - bis drei Monate - mehr als drei Monate bis ein Jahr - mehr als ein Jahr bis fünf Jahre - mehr als fünf Jahre Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale: Gesamtbetrag der als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten übertragenen Vermögensgegenstände: Posten 2: Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Die unter Posten 2 a) Unterposten ab) ausgewiesenen Bestände haben folgende Restlaufzeiten: - bis drei Monate - mehr als drei Monate bis ein Jahr - mehr als ein Jahr bis fünf Jahre - mehr als fünf Jahre Die unter Posten 2 b) Unterposten bb) ausgewiesenen Bestände haben folgende Restlaufzeiten: - bis drei Monate - mehr als drei Monate bis ein Jahr - mehr als ein Jahr bis fünf Jahre - mehr als fünf Jahre Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen: Bestand am Bilanzstichtag Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: Bestand am Bilanzstichtag Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) Posten 4: Treuhandverbindlichkeiten Die Treuhandverbindlichkeiten bestehen aus: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Posten 1 des Formblattes) Posten 5: Sonstige Verbindlichkeiten Die Sparkasse ist an einem geschlossenen Immobilienfonds in der Rechtsform der Kommanditgesellschaft beteiligt, der Liquiditätsausschüttungen im Hinblick auf erst künftig entstehende Gewinnanteile geleistet hat. Diese unter Passiva Posten 5 ausgewiesenen Vorschüsse belaufen sich auf insgesamt Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen: Bestand am Bilanzstichtag Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) 2) Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: Bestand am Bilanzstichtag Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) 2) Posten 6: Rechnungsabgrenzungsposten Unterschiedsbeträge zwischen dem Auszahlungsbetrag bzw. den Anschaffungskosten von Forderungen gegenüber dem höheren Nominalbetrag sind enthalten mit Bestand am 31.12. des Vorjahres 1) Bestand am 31.12. des Vorjahres 2) Posten 7: Rückstellungen Zum 31.Dezember 2017 beträgt der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB Hiervon unterliegen der Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB, da im Vorjahr in diesem Zusammenhang bereits ein Betrag von der Sicherheitsrücklage zugeführt wurde. Unter Posten 7 c) andere Rückstellungen ausgewiesene Rückstellungen für verbundene Unternehmen Bestand am Bilanzstichtag Bestand am 31.12.des Vorjahres 1) 2) 302 in TEUR 7.104 68.979 277.398 511.038 534.051 532.740 597 33.911 1.699 982 3.406 10.136 43.549 51.005 13.869 31.056 23.453 15.925 53.612 28.332 309 208 1.402 677 4.433 – 1.439 1.609 1.236 7.092 1.521 5.572 115 200 41 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bAnhang zur Jahresbilanz Erläuterungen zur Jahresbilanz Passiva in TEUR Posten 9: Nachrangige Verbindlichkeiten Für nachrangige Verbindlichkeiten sind im Berichtsjahr Zinsen und andere Aufwendungen in Höhe von 150 angefallen. Folgende nachrangige Verbindlichkeiten (ohne außerordentliches Kündigungsrecht) übersteigen 10 % des Gesamt betrages der nachrangigen Verbindlichkeiten: Betrag TEUR Zinssatz % fällig am 300 4,85 10.08.2018 275 4,70 10.08.2019 257 3,25 13.09.2020 251 3,98 07.02.2021 400 3,10 24.10.2021 299 3,25 24.10.2021 Die sonstigen nachrangigen Verbindlichkeiten sind im Durchschnitt mit 3,99 % verzinslich. Die Ursprungslaufzeiten betragen 10 – 11 Jahre. Innerhalb des nächsten Geschäftsjahres werden aus diesen Mittelaufnahmen 510 zur Rückzahlung fällig. Der Gesamtbetrag der auf Fremdwährung lautenden Schulden beläuft sich auf 4.037 Erläuterung zu Posten 1 b) unter dem Bilanzstrich Für die Darlehensschuld eines Dritten mit unbestimmter Laufzeit haftet die Sparkasse anteilig für den Zinsdienst (zurzeit 5,135 % auf einen Kapitalbetrag von 17.451 TEUR) und für ggf. anfallende Steuern sowie ggf. Kosten. Für die Sparkassen Holdinggesellschaft Hildesheim Goslar Peine mbH & Co. KG, Hildesheim, tragen wir durch eine Patronatserklärung dafür Sorge, dass diese ihre Verpflichtungen aus einem Vertrag über den Verkauf von Geschäfts und Kommanditanteilen erfüllen kann. Bei den unter Posten 1 b) unter der Bilanz ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten handelt es sich um übernommene Bürgschafts- und Gewährleistungsverpflichtungen. Auf Basis der regelmäßigen Bonitätsbeurteilungen der Kunden im Rahmen unserer Kreditrisikomanagementprozesse gehen wir für die hier ausgewiesenen Beträge davon aus, dass sie nicht zu einer wirtschaftlichen Belastung der Sparkasse führen werden. Erläuterung zu Posten 2 c) unter dem Bilanzstrich Durch die künftige Inanspruchnahme der unter Posten 2 c) ausgewiesenen unwiderruflichen Kreditzusagen entstehen nach den Erkenntnissen des Bilanzstichtages werthaltige Forderungen. Insoweit bestehen auch hier keine Anhalts punkte dafür, dass sich mit einer Inanspruchnahme seitens der Kreditnehmer bereits Vermögensbelastungen der Sparkasse verbinden. Sollte im Ausnahmefall aus einer Eventualverbindlichkeit ein Verlust drohen, werden hierfür Rückstellungen gebildet und die unter der Bilanz ausgewiesenen Beträge entsprechend gekürzt. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren 4.433 aus einer Sonderumlage an den Niedersächsischen Sparkassen und Giroverband zur Reduzierung der Fremdfinanzie rungen des Beteiligungsportfolios. Darüber hinaus resultieren weitere 11.014 aus Abfindungszahlungen an eigene Mitarbeiter. Die periodenfremden Erträge belaufen sich insgesamt auf 9.370 und entfallen überwiegend auf Vorfälligkeitsentschädigungen, die Auflösung von Rückstellungen sowie auf Steuer erstattungen aus Vorjahren. Die periodenfremden Aufwendungen in Höhe von 7.082 werden durch Close-out-Zahlungen aus der Beendigung von Derivaten zur Zinsbuchsteuerung sowie Zuführung zur Pensionsrückstellung maßgeblich geprägt. Bilanzgewinn Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 in seiner für den 22. Juni 2018 vorgesehenen Sitzung feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, von dem Bilanzgewinn einen Betrag von 809.000 EUR auszuschütten und 9.838.143,84 EUR der Sicherheitsrücklage zuzuführen. 42 303 Sonstige Angaben Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsregelungen zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum 31. Dezember 2017 Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen in Höhe von 8.026 TEUR durch absehbare Steuerentlastungen überdeckt. Die Steuerentlastungen resultieren aus bilanziellen Ansatzunterschieden. Eine passive Steuerabgrenzung war demzufolge nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern wurde verzichtet. Die Ermittlung der Differenzen erfolgte bilanzpostenbezogen und unter Zugrundelegung eines Steuersatzes von 30,59 %. Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit 15,83 % bewertet. Die aktiven latenten Steuern resultieren insbesondere aus unterschiedlichen Wertansätzen bei: - Forderungen an Kunden - Pensionsrückstellungen Die passiven latenten Steuern beruhen überwiegend auf Ansatzunterschieden bei: - Fondsanteilen - Anteile an verbundenen Unternehmen - Grundstücken und Gebäuden in Mio. EUR Termingeschäfte Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Termingeschäfte sind Geschäfte außerhalb des Handelsbestands. Bei den Geschäften handelt es sich um Zinsswapgeschäfte mit anderen Kreditinstituten: Nominalwert 1.972,4 davon Forwardswaps 3,1 Zeitwert -36,1 davon Forwardswaps -0,1 Den negativen Zeitwerten von den in die Zinsbuchsteuerung einbezogenen Zinsswapgeschäften stehen noch nicht realisierte Wertsteigerungen im bilanziellen Bankbuch in mindestens gleicher Höhe gegenüber. Bei den Kontrahenten der derivativen Finanzinstrumente handelt es sich um deutsche Kreditinstitute. Die zinsbezogenen Termingeschäfte (Zinsswaps) sind Deckungsgeschäfte. Davon hat ein Volumen von 91,5 Mio. EUR Restlaufzeiten bis 1 Jahr, 665,4 Mio. EUR Restlaufzeiten von 1 bis 5 Jahren und 1.215,5 Mio. EUR Restlaufzeiten von über 5 Jahren. Die Zeitwerte enthalten keine Abgrenzungen und Kosten. Sie stellen bei Börsenprodukten den Marktwert dar. Bei den nicht an der Börse gehandelten derivativen Finanzinstrumenten wurde der jeweilige Zeitwert unter Anwendung an erkannter Bewertungsmodelle ermittelt. Für Zinsswaps wurden die Zeitwerte als Barwert zukünftiger Zahlungsströme auf Marktzinsen basierend ermittelt. Dabei fanden die Swap-Zinskurven per 31. Dezember 2017 Verwendung. in TEUR Abschlussprüferhonorar Für Prüfungs- und weitere Leistungen des Abschlussprüfers sind im Geschäftsjahr 2017 inkl. aperiodischer Beträge folgende Aufwendungen angefallen: - für Abschlussprüfungsleistungen 437 - für andere Bestätigungsleistungen 38 Für Abschlussprüferleistungen wurde das Honorar im letzten Geschäftsjahr um 35 TEUR zu hoch angegeben; der Auflösungsertrag aus der Rückstellung wird unter Posten 8 der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. 304 43 Geschäftsbericht Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 2017bAnhang zur Jahresbilanz Organe der Sparkasse Verwaltungsrat (bis 17.01.2017) Verwaltungsrat (ab 17.01.2017) Vorsitzender Reiner Wegner Landrat Vorsitzender Dr. Ingo Meyer Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim Mitglieder Dr. Ingo Meyer Oberbürgermeister, 1. stv. Vorsitzender Christian Berndt Ministerialrat, Referatsleiter im Niedersächsischen Kultusministerium Corinna Finke Hausfrau, geringfügig beschäftigt als Floristin Irene Hartmann Bürogehilfin Kontoristin i. R. Marcus Hollenbach Diplom-Sozialpädagoge, Jugendhilfe, Begleitung Verselbständigungsprozess für junge Erwachsene Ottmar von Holtz Mitglied des Landtages Dr. Eva Möllring Juristin, Lehrbeauftragte an der Universität Potsdam August-Ludolf Ohlms Landwirt Iris Siekiera Personalsachbearbeiterin, Cluster Sozialagentur Volker Spieth Geschäftsführer Rechtsberatung beim Mieterverein Hildesheim e. V. Frank Wodsack selbständiger Rechtsanwalt Mitglieder Olaf Levonen Landrat des Landkreises Hildesheim, 1. stv. Vorsitzender Franz Einhaus Landrat des Landkreises Peine, 2. stv. Vorsitzender Thomas Brych Landrat des Landkreises Goslar Petra Emmerich-Kopatsch Mitglied des Landtages Frank Hoffmann Diplomingenieur, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Dr. Oliver Junk Oberbürgermeister der Stadt Goslar Dr. Christof Klinke selbständiger Rechtsanwalt und Notar Bernd Lynack Mitglied des Landtages Friedhelm Prior Ministerialrat a. D., im Innenministerium Sachsen-Anhalt Iris Siekiera Personalsachbearbeiterin, Cluster Sozialagentur Frank Wodsack selbständiger Rechtsanwalt Beschäftigtenvertreter Stefanie Kandulski Sparkassenangestellte Kathrin Kemper Syndikusrechtsanwältin ver.di Bezirk Region Südniedersachsen Rainer Kuhn Gewerkschaftssekretär Marcel Schmidt Sparkassenangestellter Michael Wegener Sparkassenangestellter Thomas Weitling Sparkassenangestellter Beschäftigtenvertreter Michael Wegener Sparkassenangestellter, 2. stv. Vorsitzender Dirk Flindt Sparkassenangestellter Ilona Heitmann Diplom-Sozialpädagogin Schuldnerberatung Stefanie Kandulski Sparkassenangestellte Peter Kook Sparkassenangestellter Rainer Kuhn Gewerkschaftssekretär 44 305 Vorstand Jürgen Twardzik Vorsitzender Michael Senft Vorstandsmitglied (bis 16.05.2017) Michael Senft stellvertretender Vorstandsvorsitzender (ab 17.05.2017) Dominikus Penners Dirk Vorderstemann Die Kredite und Vorschüsse an den Vorstand sowie die zu seinen Gunsten eingegangenen Haftungsverhältnisse betragen 316 TEUR, die entsprechenden Kreditgewährungen an die Mitglieder des Verwaltungsrates 2.257 TEUR. Wir beschäftigten im Jahresdurchschnitt: Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte Auszubildende Insgesamt Vorstandsvertreter Steffen Lange Christian Schnabel Zum Abschlussstichtag bestanden folgende Mandate in Aufsichtsgremien eines Kreditinstitutes und von Versicherungsgesellschaften (§ 340a Abs. 4 Nr. 1 HGB in Verbindung mit § 267 Abs. 3 HGB bzw. 340a Abs. 1 HGB): 913 656 1.569 66 1.635 Hildesheim, den 09. April 2018 Sparkasse Hildesheim Goslar Peine Der Vorstand Jürgen Twardzik Landesbausparkasse Berlin-Hannover, Berlin/Hannover Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 1.437 TEUR, die des Verwaltungsrates 147 TEUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind zum 31.12.2017 insgesamt 27.895 TEUR zurückgestellt; die laufenden Bezüge betrugen im Geschäftsjahr 2.099 TEUR. 306 Twardzik Penners Senft Vorderstemann 45 Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2017 („Länderspezifische Berichterstattung“) Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren. Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 1.287 im Jahresdurchschnitt. Der Gewinn vor Steuern beträgt 22.240 TEUR. Die Steuern auf den Gewinn betragen 11.237 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern. Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten. Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands (Erträge und Aufwendungen saldiert) und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 206.482 TEUR. 46 307 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers An die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine 537/2014; im Folgenden „EU-APrVO“) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kredit- institute geltenden handelsrechtlichen Vorschrif- ten und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 und Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. - vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, ent- spricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. 1. Bewertung der Forderungen an Kunden 2. Bewertung der Beteiligung am Sparkassenverband Niedersachsen Grundlage für die Prüfungsurteile 3. Abfindungszahlungen an eigene Mitarbeiter Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt aufgebaut: 308 47 a) Sachverhalt und Problemstellung tungsmethoden enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellung im Lagebericht (Abschnitt Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage; Ertragslage). b) prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse c) Verweis auf weitergehende Informationen 2. Bewertung der Beteiligung am Sparkassenverband Niedersachsen 1. Bewertung der Forderungen an Kunden a) Für die Sparkasse stellen die Forderungen an Kunden ein maßgebliches Geschäftsfeld dar. Durch Wertberichtigungen im Kundenkreditgeschäft können sich wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse ergeben. Bei der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. insbesondere die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann (Ausfallwahrscheinlichkeit), maßgeblich. Die Sparkasse bewertet ihre Kundenforderungen mit den in der Sparkassen-Finanzgruppe entwickelten Rating- und Scoringsystemen. Zur Bestimmung des Kreditrisikos werden die Kreditnehmer entsprechend ihrer individuellen Ausfallwahrscheinlichkeit einzelnen Ratingklassen zugeordnet. Bei der Beurteilung der Ausfallwahrscheinlichkeit bestehen allerdings Ermessensspielräume. Daneben ist die Bewertung der Sicherheiten von besonderer Bedeutung. Dabei haben einzelne Bewertungsparameter bedeutsame Auswirkungen auf den Ansatz der Sicherheiten und damit ggf. auf die Wertberichtigungen und die Höhe der Forderungen. a) Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 werden Beteiligungen mit Buchwerten in Höhe von 47,7 Mio. EUR ausgewiesen. Die Buchwerte entfallen im Wesentlichen auf die Beteiligung der Sparkasse am Sparkassenverband Niedersachsen. Dieser hält u. a. eine Beteiligung an der Norddeutschen Landesbank Girozentrale. Für die Bewertung der Beteiligung ist es erforderlich, auf Bewertungsmodelle zurückzugreifen, da weder für die unmittelbare Beteiligung noch für die mittelbaren Beteiligungen regelmäßig beobachtbare Marktpreise vorliegen, die zu einer Wertfindung beitragen. Da die in die Bewertung einfließenden Parameter die Wertermittlung wesentlich beeinflussen, war dieser Sachverhalt angesichts der Höhe des Beteiligungsbuchwerts im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. b) Im Rahmen der Prüfung haben wir die Vorgehensweise des Vorstands der Sparkasse nachvollzogen und das Interne Kontrollsystem der Sparkasse zur Bewertung der Beteiligung beurteilt. Die für die Bestimmung des Wertansatzes herangezogenen Unterlagen haben wir in Bezug auf deren Eignung, Aktualität, Methodik und ihrer Nachvollziehbarkeit der Wertermittlung gewürdigt. Damit einhergehend haben wir uns ein Verständnis über die der Wertermittlung zugrunde liegenden Ausgangsdaten der Unternehmensplanung, der Wertparameter sowie der getroffenen Annahmen verschafft, diese kritisch gewürdigt und beurteilt, ob sie in vertretbaren Bandbreiten liegen. Die vom Vorstand angewandten Bewertungsparameter und -annahmen konnten von uns nachvollzogen werden und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten. b) Wir haben im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung die von der Sparkasse eingerichteten Prozesse zur Bewertung der Kundenforderungen nachvollzogen. Die relevanten Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems haben wir auf Basis der Organisationsrichtlinien beurteilt. Daneben haben wir Prüfungshandlungen zur Wirksamkeit dieser Prozesse vorgenommen. Bei einer risikoorientierten Einzelfallprüfung von Kundenkreditengagements haben wir anhand der vorliegenden Unterlagen die von der Sparkasse vorgenommene Beurteilung des kreditnehmerbezogenen Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung der Kreditsicherheiten bei ausfallgefährdeten Forderungen und der dabei zugrunde gelegten Bewertungsparameter gewürdigt. Die vom Vorstand zur Bewertung der Forderungen eingerichteten Kreditprozesse sind angemessen und wirksam. c) Informationen zur Bewertung der Beteiligungen und zur Beteiligung der Sparkasse am Sparkassenverband Niedersachsen sind im Anhang zum Jahresabschluss in den Erläuterungen zu den Bilanzierungsund Bewertungsmethoden und zum Bilanzposten Aktiva 7 enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellung im Lagebericht (Abschnitt Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage; Ertragslage). 3. Abfindungszahlungen an eigene Mitarbeiter c) Informationen zur Bewertung der Forderungen an Kunden sind im Anhang zum Jahresabschluss in den Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewer48 a) Der Vorstand der Sparkasse hat einen Personalabbau beschlossen. Mit der geplanten bzw. zum Teil 309 schon im Jahr 2017 umgesetzten Maßnahme reagiert der Vorstand auf die Folgen im Zusammenhang mit der Vereinigung der Sparkasse Hildesheim, der Sparkasse Goslar/Harz und der Kreissparkasse Peine zum 1. Januar 2017, auf das geänderte Kundenverhalten sowie die Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase auf die Ertragslage der Sparkasse. Neben der erwarteten Fluktuation soll der zum Teil schon vollzogene bzw. angestrebte Personalabbau mit Hilfe der Zahlung von Abfindungen bei vorzeitiger Aufhebung der Arbeitsverhältnisse erreicht werden. Der Belegschaft wurden vor dem Bilanzstichtag entsprechende Angebote durch die Sparkasse unterbreitet. In der Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 wurden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Abfindungszahlungen an eigene Mitarbeiter in Höhe von 11,0 Mio. EUR erfasst. Davon wurde in 2017 ein Teilbetrag von 6,3 Mio. EUR als sonstige Verbindlichkeit für bereits ausgeschiedene Mitarbeiter passiviert. Des Weiteren wurde im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 eine Rückstellung für Abfindungszahlungen an eigene Mitarbeiter in Höhe von 4,7 Mio. EUR gebildet. Nach unserer Einschätzung ist der Sachverhalt von besonderer Bedeutung, da es sich um einen nennenswerten Rückstellungsbetrag handelt, der zum Bilanzstichtag in einem hohen Maß auf Schätzungen und Annahmen des Vorstands beruht. Sonstige Informationen b) Für ungewisse Verbindlichkeiten sind Rückstellungen nach § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB zu bilden. Hierfür muss eine Außenverpflichtung vorliegen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr rechtlich oder wirtschaftlich verursacht wurde, und es muss ernsthaft mit einer Inanspruchnahme gerechnet werden. Bei unserer Prüfung haben wir uns entsprechende Nachweise für die Einschätzung des Vorstands zu den notwendigen Ansatzvoraussetzungen vorlegen lassen, diese nachvollzogen und gewürdigt. Um die Vertretbarkeit des geschätzten Wertansatzes zu beurteilen, haben wir die der Wertermittlung zugrunde liegenden Ausgangsdaten und Annahmen nachvollzogen und kritisch gewürdigt. Die vom Vorstand angewandten Bewertungsparameter und -annahmen konnten von uns nachvollzogen werden und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten. Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist. Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen: - den Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleich- heit gemäß § 21 EntGTranspG. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen - wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresab- schluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prü- fung erlangten Kenntnissen aufweisen oder - anderweitig wesentlich falsch dargestellt erschei- nen. Verantwortung des Vorstands und des Verwaltungsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilan- c) Informationen zu den Abfindungszahlungen bzw. zur Bewertung der Rückstellungen sind im Anhang zum Jahresabschluss in den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung bzw. in den Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellung im Lagebericht (Abschnitt Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage; Ertragslage). 310 49 zieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. - identifizieren und beurteilen wir die Risiken we- sentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Ver- stöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen inter- ner Kontrollen beinhalten können. Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten Internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lage- berichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. - beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vor- stand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammen- hängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rech- nungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereig- nissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortfüh- rung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht auf- merksam zu machen oder, falls diese Angaben un- angemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungs- nachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegeben- Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen 50 311 heiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fort- führen kann. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. - beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließ- lich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereig- nisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Fi- nanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir sind nach § 23 Abs. 2 Satz 1 des Niedersächsischen Sparkassengesetzes i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse. - beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserem Bericht nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) im Einklang stehen. - führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vor- stand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender ge- eigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Anga- ben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitungm der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsur- teil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidba- res Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im Internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Tanja Reiche Wirtschaftsprüferin Die für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Frau Tanja Reiche. Hannover, den 2. Mai 2018 Prüfungsstelle des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. 312 51 Bericht des Verwaltungsrates Der Verwaltungsrat der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine unterrichtete sich anhand der Berichte des Vorstands regelmäßig über die Lage und die Entwicklung der Sparkasse. Er überwachte in geeigneter Weise die Geschäftsführung des Sparkassenvorstands. In Übereinstimmung mit dem Vorschlag des Vorstands wurde beschlossen, von dem Bilanzgewinn einen Betrag von 809.000,00 EUR an den Sparkassenzweckverband Hildesheim Goslar Peine als Träger auszuschütten und 9.838.143,84 EUR der Sicherheitsrücklage zuzuführen. Die Prüfungsstelle des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes in Hannover hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Verwaltungsrat billigt den Lagebericht des Vorstands für das Geschäftsjahr 2017. Er hat von dem schriftlichen und in seiner Sitzung am 22. Juni 2018 zusätzlich vom mündlichen Bericht der Prüfungsstelle des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes Kenntnis genommen und daraufhin den Jahresabschluss 2017 in der geprüften Fassung festgestellt. 52 Hildesheim, den 22. Juni 2018 Der Vorsitzende des Verwaltungsrates Dr. Meyer Oberbürgermeister 313 III. Anlagen Anlage 1 Gemeindewirtschaftsrecht (NKomVG §§ 136 – 152) Anlage 2 Mögliche Betriebsformen Anlage 3 Liste der Abschlussprüfungsunternehmen größerer Beteiligungen und der Zweckverbände der Stadt Hildesheim Anlage 4 Beteiligungsrichtlinie (Stand 01.01.2009) 314 Anlage 1 zum Beteiligungsbericht 2019 Gemeindewirtschaftsrecht Auszug aus: Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) vom 17. Dezember 2010 (Art.1 des Gesetzes v. 17.12.2010; Nds.GVBl. Nr.31/2010 S.576), geändert durch Art. 29 des Gesetzes v. 13.10.2011 (Nds.GVBl. Nr.24/2011 S.353), Art. 10 des Gesetzes v. 17.11.2011 (Nds.GVBl. Nr.28/2011 S.422), § 87 der NBauO vom 3.4.2012 (Nds.GVBl. Nr.5/2012 S.46) und Art. 4 des Gesetzes v. 18.7.2012 (Nds.GVBl. 16/2012 S.251), Art. 4 des Gesetzes v. 18.7.2012 (Nds.GVBl. Nr.16/2012 S.279), Art.3 des Gesetzes vom 6.12.2012 (Nds.GVBl. Nr.30/2012 S.518), Art.7 des Gesetzes vom 12.12.2012 (Nds.GVBl. Nr.32/S.589) und geändert durch Gesetz vom 31.10.2013 (Nds. GVBl. S. 258) § 136 Wirtschaftliche Betätigung (1) 1Die Kommunen dürfen sich zur Erledigung ihrer Angelegenheiten wirtschaftlich betätigen. 2Sie dürfen Unternehmen nur errichten, übernehmen oder wesentlich erweitern, wenn und soweit 1. der öffentliche Zweck das Unternehmen rechtfertigt, 2. die Unternehmen nach Art und Umfang in einem angemessenen Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit der Kommunen und zum voraussichtlichen Bedarf stehen und 3. bei einem Tätigwerden außerhalb der Energieversorgung, der Wasserversorgung, des öffentlichen Personennahverkehrs sowie des Betriebes von Telekommunikationsleitungsnetzen einschließlich der Telefondienstleistungen der öffentliche Zweck nicht ebenso gut und wirtschaftlich durch einen privaten Dritten erfüllt wird oder erfüllt werden kann. 3 Die Beschränkung nach Satz 2 Nr. 3 dient auch dem Schutz privater Dritter, die sich entsprechend wirtschaftlich betätigen oder betätigen wollen. (2) Unternehmen der Kommunen können geführt werden 1. als Unternehmen ohne eigene Rechtspersönlichkeit (Eigenbetriebe), 2. als Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit, deren sämtliche Anteile den Kommunen gehören (Eigengesellschaften) oder 3. als kommunale Anstalten des öffentlichen Rechts. (3) Unternehmen im Sinne dieses Abschnitts sind insbesondere nicht 1. Einrichtungen, zu denen die Kommunen gesetzlich verpflichtet sind, 2. Einrichtungen des Unterrichts-, Erziehungs- und Bildungswesens, des Sports und der Erholung, des Gesundheits- und Sozialwesens, des Umweltschutzes sowie solche ähnlicher Art und 3. Einrichtungen, die als Hilfsbetriebe ausschließlich der Deckung des Eigenbedarfs der Kommune dienen. (4) 1Abweichend von Absatz 3 können Einrichtungen der Abwasserbeseitigung und der Straßenreinigung sowie Einrichtungen, die aufgrund gesetzlich vorgesehenen Anschluss- und Benutzungszwangs, gesetzlicher Überlassungspflichten oder gesetzlicher Andienungsrechte Abfälle entsorgen, als Eigenbetriebe oder kommunale Anstalten des öffentlichen Rechts geführt werden. 2Diese Einrichtungen können in einer Rechtsform des privaten Rechts geführt werden, wenn die Kommune allein oder zusammen mit anderen Kommunen oder Zweckverbänden über die Mehrheit der Anteile verfügt. 3Andere Einrichtungen nach Absatz 3 können als Eigenbetriebe 315 Anlage 1 zum Beteiligungsbericht 2019 oder kommunale Anstalten des öffentlichen Rechts geführt werden, wenn ein wichtiges Interesse daran besteht. 4Diese Einrichtungen dürfen in einer Rechtsform des privaten Rechts geführt werden, wenn ein wichtiges Interesse der Kommune daran besteht und wenn in einem Bericht zur Vorbereitung des Beschlusses der Vertretung (§ 58 Abs. 1 Nr. 11) unter umfassender Abwägung der Vor- und Nachteile dargelegt wird, dass die Aufgabe im Vergleich zu den zulässigen Organisationsformen des öffentlichen Rechts wirtschaftlicher durchgeführt werden kann. 5In den Fällen der Sätze 2 und 4 ist § 137 mit Ausnahme des Absatzes 1 Nr. 1 entsprechend anzuwenden. (5) 1Bankunternehmen dürfen die Kommunen nicht errichten. 2Für das öffentliche Sparkassenwesen bleibt es bei den besonderen Vorschriften. § 137 Unternehmen in einer Rechtsform des privaten Rechts (1) Die Kommunen dürfen Unternehmen im Sinne von § 136 in einer Rechtsform des privaten Rechts nur führen oder sich daran beteiligen, wenn 1. die Voraussetzungen des § 136 Abs. 1 erfüllt sind, 2. eine Rechtsform gewählt wird, die die Haftung der Kommune auf einen bestimmten Betrag begrenzt, 3. die Einzahlungsverpflichtungen (Gründungskapital, laufende Nachschusspflicht) der Kommune in einem angemessenen Verhältnis zu ihrer Leistungsfähigkeit stehen, 4. die Kommune sich nicht zur Übernahme von Verlusten in unbestimmter oder unangemessener Höhe verpflichtet, 5. durch Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrags oder der Satzung sichergestellt ist, dass der öffentliche Zweck des Unternehmens erfüllt wird, 6. die Kommune einen angemessenen Einfluss, insbesondere im Aufsichtsrat oder in einem entsprechenden Überwachungsorgan, erhält und dieser durch Gesellschaftsvertrag, durch Satzung oder in anderer Weise gesichert wird, 7. die Kommune sich bei Einrichtungen nach § 136 Abs. 3, wenn sie über die Mehrheit der Anteile verfügt, ein Letztentscheidungsrecht in allen wichtigen Angelegenheiten dieser Einrichtungen sichert und 8. im Gesellschaftsvertrag oder der Satzung sichergestellt ist, dass der Kommune zur Konsolidierung des Jahresabschlusses des Unternehmens mit dem Jahresabschluss der Kommune zu einem konsolidierten Gesamtabschluss nach § 128 Abs. 4 bis 6 und § 129 alle für den konsolidierten Gesamtabschluss erforderlichen Unterlagen und Belege des Unternehmens so rechtzeitig vorgelegt werden, dass der konsolidierte Gesamtabschluss innerhalb von sechs Monaten nach Ende des Haushaltsjahres aufgestellt werden kann. (2) Absatz 1 gilt entsprechend, wenn ein Unternehmen in einer Rechtsform des privaten Rechts, bei dem die Kommune allein oder zusammen mit anderen Kommunen oder Zweckverbänden über die Mehrheit der Anteile verfügt, sich an einer Gesellschaft oder einer anderen Vereinigung in einer Rechtsform des privaten Rechts beteiligen oder eine solche gründen will. § 138 Vertretung der Kommune in Unternehmen und Einrichtungen (1) 1Die Vertreterinnen und Vertreter der Kommune in der Gesellschafterversammlung oder einem der Gesellschafterversammlung entsprechenden Organ von Eigengesellschaften oder von Unternehmen oder Einrichtungen, an denen die Kommune beteiligt ist, werden von der Vertretung gewählt. 2Sie haben die Interessen der Kommune zu verfolgen und sind an die Beschlüsse der Vertretung und des Hauptausschusses gebunden. 3Der Auftrag an sie kann jederzeit widerrufen werden. 316 Anlage 1 zum Beteiligungsbericht 2019 (2) 1Sind mehrere Vertreterinnen und Vertreter der Kommune zu benennen, so ist die Hauptverwaltungsbeamtin oder der Hauptverwaltungsbeamte zu berücksichtigen, es sei denn, dass sie oder er darauf verzichtet oder zur Geschäftsführerin oder zum Geschäftsführer der Gesellschaft bestellt ist. 2Auf Vorschlag der Hauptverwaltungsbeamtin oder des Hauptverwaltungsbeamten kann an ihrer oder seiner Stelle eine andere Beschäftigte oder ein anderer Beschäftigter der Kommune benannt werden. 3Nach Maßgabe des Gesellschaftsrechts kann sich die Hauptverwaltungsbeamtin oder der Hauptverwaltungsbeamte oder eine nach Satz 2 zur Vertretung der Kommune berechtigte Person durch andere Beschäftigte der Kommune vertreten lassen. 4Ist die Hauptverwaltungsbeamtin oder der Hauptverwaltungsbeamte weder Vertreterin oder Vertreter der Kommune noch zur Geschäftsführerin oder zum Geschäftsführer der Gesellschaft bestellt und liegt auch kein Fall des Satzes 2 vor, so ist sie oder er, im Verhinderungsfall ihre oder seine Vertretung im Amt, nach Maßgabe des Gesellschaftsrechts berechtigt, beratend an den Sitzungen des Organs teilzunehmen. 5Die Sätze 1 bis 4 gelten für die Gemeindedirektorin oder den Gemeindedirektor nach § 106 entsprechend. (3) 1Die Kommune ist verpflichtet, bei der Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrags einer Kapitalgesellschaft darauf hinzuwirken, dass ihr das Recht eingeräumt wird, Mitglieder in einen Aufsichtsrat zu entsenden. 2Über die Entsendung entscheidet die Vertretung. 3Absatz 2 gilt entsprechend. (4) 1Die Vertreterinnen und Vertreter der Kommune haben die Vertretung über alle Angelegenheiten von besonderer Bedeutung frühzeitig zu unterrichten. 2Satz 1 gilt entsprechend für die auf Veranlassung der Kommune in einen Aufsichtsrat oder in andere Organe der Unternehmen und Einrichtungen entsandten oder sonst bestellten Mitglieder. 3Die Unterrichtungspflicht besteht nur, soweit durch Gesetz nichts anderes bestimmt ist. (5) Die Vertreterinnen und Vertreter der Kommune in der Gesellschafterversammlung oder einem der Gesellschafterversammlung entsprechenden Organ einer Gesellschaft, bei der die Kommune allein oder zusammen mit anderen Kommunen oder Zweckverbänden über die Mehrheit der Anteile verfügt, dürfen der Aufnahme von Krediten und Liquiditätskrediten nur mit Genehmigung der Vertretung zustimmen. (6) 1Werden Vertreterinnen und Vertreter der Kommune aus ihrer Tätigkeit haftbar gemacht, so hat die Kommune sie von der Schadenersatzverpflichtung freizustellen, es sei denn, dass sie den Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt haben. 2Auch in diesem Fall ist die Kommune regresspflichtig, wenn sie nach Weisung gehandelt haben. (7) 1Vergütungen aus einer Tätigkeit als Vertreterin oder Vertreter der Kommune in Unternehmen und Einrichtungen in einer Rechtsform des privaten Rechts sind an die Kommune abzuführen, soweit sie über das Maß einer angemessenen Entschädigung hinausgehen. 2Die Vertretung setzt für jede Vertretungstätigkeit die Höhe der angemessenen Entschädigung fest. 3Der Beschluss ist öffentlich bekannt zu machen. (8) Die Absätze 6 und 7 gelten entsprechend für die Tätigkeit als Mitglied in einem Aufsichtsrat und in anderen Organen der Unternehmen und Einrichtungen, wenn das Mitglied von der Kommune mit Rücksicht auf seine Zugehörigkeit zur Vertretung entweder entsandt oder sonst auf ihre Veranlassung bestellt worden ist. § 139 Selbständige Wirtschaftsführung von Einrichtungen (1) Einrichtungen nach § 136 Abs. 3 können abweichend von § 113 Abs. 1 Satz 1 wirtschaftlich selbständig geführt werden, wenn dies wegen der Art und des Umfangs der Einrichtung erforderlich ist. 317 Anlage 1 zum Beteiligungsbericht 2019 (2) Das für Inneres zuständige Ministerium hat durch Verordnung die selbständige Wirtschaftsführung zu regeln. § 140 Eigenbetriebe (1) Die Kommune hat für ihre Eigenbetriebe Betriebssatzungen zu erlassen. (2) Für die Eigenbetriebe sind Betriebsausschüsse zu bilden. (3) 1Die Vertretung kann den Betriebsausschüssen durch die Betriebssatzung bestimmte Angelegenheiten zur eigenen Entscheidung übertragen. 2Ist die Hauptverwaltungsbeamtin oder der Hauptverwaltungsbeamte der Auffassung, dass ein Beschluss des Betriebsausschusses das Gesetz verletzt, die Befugnisse des Ausschusses überschreitet oder das Wohl der Kommune gefährdet, so hat sie oder er eine Entscheidung des Hauptausschusses herbeizuführen. (4) Die laufenden Geschäfte des Eigenbetriebs führt die Betriebsleitung. (5) Die Wirtschaftsführung und das Rechnungswesen der Eigenbetriebe richten sich im Übrigen nach den erlassenen Verordnungsregelungen für Eigenbetriebe nach § 178 Abs. 1 Nr. 12. § 141 Errichtung von kommunalen Anstalten des öffentlichen Rechts (1) 1Die Kommune kann Unternehmen und Einrichtungen in der Rechtsform einer rechtsfähigen Anstalt des öffentlichen Rechts (kommunale Anstalt) nach Maßgabe des § 136 errichten oder bestehende Eigenbetriebe im Wege der Gesamtrechtsnachfolge in kommunale Anstalten umwandeln. 2Zulässig ist eine solche Umwandlung auch 1. von Unternehmen und Einrichtungen, die nach § 136 Abs. 1 und 2 oder nach § 136 Abs. 4 als Eigenbetrieb geführt werden können, und 2. von Einrichtungen, die nach § 139 wirtschaftlich selbständig geführt werden oder geführt werden können. 3 Die Umwandlung nach Satz 2 muss auf der Grundlage einer Eröffnungsbilanz erfolgen. Unternehmen und Einrichtungen in privater Rechtsform, an denen die Kommune über die Anteile verfügt, können in kommunale Anstalten umgewandelt werden. 5Unternehmen und Einrichtungen nach den Sätzen 1 und 2 können in eine Umwandlung nach Satz 4 einbezogen werden. 6Für die Umwandlungen nach den Sätzen 4 und 5 gelten die Vorschriften des Umwandlungsgesetzes über Formwechsel entsprechend. 4 (2) Auf kommunale Anstalten ist, soweit sich aus dieser Vorschrift oder den §§ 142 bis 147 nichts anderes ergibt, § 137 entsprechend anzuwenden. (3) 1Die kommunale Anstalt kann sich nach Maßgabe ihrer Satzung an anderen Unternehmen beteiligen, wenn der öffentliche Zweck der kommunalen Anstalt dies rechtfertigt. 2Auf eine Beteiligung nach Satz 1 sind die §§ 137 und 138 entsprechend anwendbar, § 138 mit der Maßgabe, dass an die Stelle der Kommune die kommunale Anstalt, an die Stelle der Vertretung der Verwaltungsrat sowie an die Stelle des Hauptausschusses und der Hauptverwaltungsbeamtin oder des Hauptverwaltungsbeamten der Vorstand tritt. § 142 Satzung der kommunalen Anstalt 318 Anlage 1 zum Beteiligungsbericht 2019 1 Die Kommune regelt die Rechtsverhältnisse der kommunalen Anstalt durch Satzung. 2Diese Satzung muss Bestimmungen über den Namen und den Zweck der kommunalen Anstalt, die Anzahl der Mitglieder des Verwaltungsrates und die Höhe des Stammkapitals enthalten. § 143 Aufgabenübergang auf die kommunale Anstalt (1) 1Die Kommune kann der kommunalen Anstalt einzelne oder alle mit dem in der Satzung bestimmten Zweck zusammenhängende Aufgaben ganz oder teilweise übertragen. 2Sie kann zugunsten der kommunalen Anstalt nach Maßgabe des § 13 durch Satzung einen Anschluss- und Benutzungszwang vorschreiben. 3Sie kann der kommunalen Anstalt auch das Recht einräumen, an ihrer Stelle nach Maßgabe der §§ 10, 11 und 13 Satzungen, einschließlich der Satzung über den Anschluss- und Benutzungszwang, für das übertragene Aufgabengebiet zu erlassen. (2) Die Kommune kann der kommunalen Anstalt zur Finanzierung der von ihr wahrzunehmenden Aufgaben durch die Satzung der kommunalen Anstalt das Recht übertragen, gegenüber den Nutzern und den Leistungsnehmern der kommunalen Anstalt Gebühren, Beiträge und Kostenerstattungen nach den kommunalabgabenrechtlichen Vorschriften zu erheben, festzusetzen und zu vollstrecken. § 144 Unterstützung der kommunalen Anstalt durch die Kommune (1) Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben wird die kommunale Anstalt von der Kommune mit der Maßgabe unterstützt, dass ein Anspruch der kommunalen Anstalt gegen die Kommune oder eine sonstige Verpflichtung der Kommune, der kommunalen Anstalt Mittel zur Verfügung zu stellen, nicht besteht. (2) 1Die kommunale Anstalt haftet für ihre Verbindlichkeiten mit ihrem gesamten Vermögen. 2Die Kommune haftet nicht für die Verbindlichkeiten der kommunalen Anstalt. 3Im Fall der Zahlungsunfähigkeit oder der Überschuldung der kommunalen Anstalt haftet die Kommune gegenüber dem Land für Leistungen, die das Land gemäß § 12 Abs. 2 der Insolvenzordnung aus diesem Anlass erbringt. § 145 Organe der kommunalen Anstalt (1) Organe der kommunalen Anstalt sind der Vorstand und der Verwaltungsrat. (2) 1Der Vorstand leitet die kommunale Anstalt in eigener Verantwortung, soweit nicht durch die Satzung der kommunalen Anstalt etwas anderes bestimmt ist. 2Der Vorstand vertritt die kommunale Anstalt gerichtlich und außergerichtlich. 3Die Bezüge im Sinne des § 285 Nr. 9 Buchst. a HGB, die den einzelnen Vorstandsmitgliedern im abgelaufenen Geschäftsjahr gewährt worden sind, sind im Jahresabschluss der kommunalen Anstalt darzustellen. (3) 1Der Verwaltungsrat überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. 2Der Verwaltungsrat bestellt die Vorstandsmitglieder auf höchstens fünf Jahre; eine erneute Bestellung ist zulässig. 3 Der Verwaltungsrat entscheidet außerdem über 1. den Erlass von Satzungen gemäß § 143 Abs. 1 Satz 3, 2. die Festlegung von Gebühren, Beiträgen, Kostenerstattungen sowie allgemein geltender Tarife und Entgelte für die Nutzer und die Leistungsnehmer der kommunalen Anstalt, 3. die Beteiligung der Anstalt an anderen Unternehmen und 4. die Feststellung des Jahresabschlusses und die Ergebnisverwendung. 319 Anlage 1 zum Beteiligungsbericht 2019 4 Entscheidungen nach Satz 3 Nrn. 1 und 3 bedürfen der Zustimmung der Vertretung. 5Die Satzung der kommunalen Anstalt kann vorsehen, dass die Vertretung den Mitgliedern des Verwaltungsrates in bestimmten anderen Fällen Weisungen erteilen kann. 6Entscheidungen des Verwaltungsrates werden in ihrer Wirksamkeit nicht dadurch berührt, dass seine Mitglieder Weisungen nicht beachtet haben. (4) 1Der Verwaltungsrat besteht aus dem vorsitzenden Mitglied, den übrigen Mitgliedern sowie mindestens einer bei der kommunalen Anstalt beschäftigten Person. 2Beschäftigte der Kommunalaufsichtsbehörde, die unmittelbar mit Aufgaben der Aufsicht über die kommunale Anstalt befasst sind, können nicht Mitglieder des Verwaltungsrates sein. (5) 1Die Zahl der Vertreterinnen und Vertreter der Beschäftigten darf ein Drittel aller Mitglieder des Verwaltungsrates nicht übersteigen. 2Die Satzung der kommunalen Anstalt trifft Bestimmungen über die Wahl und das Stimmrecht der Vertreterinnen und Vertreter der Beschäftigten nach Maßgabe des Niedersächsischen Personalvertretungsgesetzes und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften über die Vertretung der Beschäftigten bei Einrichtungen der öffentlichen Hand mit wirtschaftlicher Zweckbestimmung. (6) 1Den Vorsitz im Verwaltungsrat führt die Hauptverwaltungsbeamtin oder der Hauptverwaltungsbeamte. 2Mit ihrer oder seiner Zustimmung kann die Vertretung eine andere Person zum vorsitzenden Mitglied bestellen. (7) 1Das vorsitzende Mitglied nach Absatz 6 Satz 2 und die übrigen Mitglieder des Verwaltungsrates werden von der Vertretung auf fünf Jahre bestellt. 2Die Amtszeit von Mitgliedern des Verwaltungsrates, die der Vertretung angehören, endet mit dem Ablauf der Wahlzeit oder dem vorzeitigen Ausscheiden aus der Vertretung. 3Die Satzung der kommunalen Anstalt trifft Bestimmungen über die Abberufung von Mitgliedern des Verwaltungsrates und über die Amtsausübung bis zum Amtsantritt der neuen Mitglieder. (8) Für Mitglieder des Verwaltungsrates gilt § 138 Abs. 6 und 7 entsprechend. § 146 Dienstherrnfähigkeit der kommunalen Anstalt 1 Die kommunale Anstalt hat das Recht, Dienstherr von Beamtinnen und Beamten zu sein, wenn ihr nach § 143 hoheitliche Aufgaben übertragen sind. 2Wird sie aufgelöst, so hat die Kommune die Beamtinnen und Beamten und die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger zu übernehmen. 3Wird das Vermögen der kommunalen Anstalt ganz oder teilweise auf andere juristische Personen des öffentlichen Rechts mit Dienstherrnfähigkeit übertragen, so gilt für die Übernahme und die Rechtsstellung der Beamtinnen und Beamten und der Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger der kommunalen Anstalt § 29 NBG. § 147 Sonstige Vorschriften für die kommunale Anstalt (1) 1Auf kommunale Anstalten sind § 22 Abs. 1, die §§ 41 und 107 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 bis 6, § 110 Abs. 1 und 2, § 111 Abs. 1 und 5 bis 7, die §§ 116, 118 und 157 sowie die Vorschriften des Zehnten Teils entsprechend anzuwenden. 2Dabei tritt an die Stelle der Vertretung der Verwaltungsrat sowie an die Stelle des Hauptausschusses und der Hauptverwaltungsbeamtin oder des Hauptverwaltungsbeamten der Vorstand. (2) Das für Inneres zuständige Ministerium erlässt im Einvernehmen mit dem für Finanzen zuständigen Ministerium durch Verordnung allgemeine Vorschriften über Aufbau, Verwaltung, Wirtschaftsführung, Rechnungswesen und die Prüfung kommunaler Anstalten. 320 Anlage 1 zum Beteiligungsbericht 2019 § 148 Umwandlung und Veräußerung von Unternehmen und Einrichtungen (1) 1Folgende Maßnahmen sind nur zulässig, wenn sie im wichtigen Interesse der Kommune liegen: 1. die Umwandlung eines Eigenbetriebs in eine Eigengesellschaft, 2. die Veräußerung eines Eigenbetriebs, einer Eigengesellschaft oder eines Teils der in Besitz der Kommune befindlichen Anteile an einem Unternehmen oder einer Einrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit, 3. die Beteiligung von Privatpersonen oder Privatgesellschaften an Eigengesellschaften, 4. der Zusammenschluss von kommunalen Unternehmen und Einrichtungen mit privaten Unternehmen, 5. der Abschluss eines Verpachtungs-, Betriebsführungs- oder Anlagenüberlassungsvertrags über a) einen Eigenbetrieb oder eine Eigengesellschaft oder b) ein Unternehmen oder eine Einrichtung, wenn die Kommune über die Mehrheit der Anteile verfügt, sowie 6. andere Rechtsgeschäfte, durch die die Kommune ihren Einfluss auf das Unternehmen, die Einrichtung oder die Gesellschaft verliert oder mindert. 2 § 137 Abs. 1 Nrn. 2 bis 8 gilt entsprechend. (2) 1Die Kommune darf Verträge über die Lieferung von Energie in das Kommunalgebiet sowie Konzessionsverträge, durch die sie einem Energieversorgungsunternehmen die Benutzung von Kommunaleigentum einschließlich der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze für Leitungen zur Versorgung der Einwohnerinnen und Einwohner überlässt, nur abschließen, wenn die Erfüllung der kommunalen Aufgaben nicht gefährdet wird Und die berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Kommune und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner gewahrt sind. 2Dasselbe gilt für die Verlängerung oder die Ablehnung der Verlängerung sowie für wichtige Änderungen derartiger Verträge. 3Die Kommunalaufsichtsbehörde kann mit Zustimmung der Kommune auf deren Kosten ein Sachverständigengutachten einholen, wenn nur dies noch zur Ausräumung erheblicher Bedenken im Rahmen des Anzeigeverfahrens nach § 152 Abs. 1 Satz 1 Nr. 11 führen kann. § 149 Wirtschaftsgrundsätze (1) Unternehmen sollen einen Ertrag für den Haushalt der Kommunen erwirtschaften, soweit dies mit ihrer Aufgabe der Erfüllung des öffentlichen Zwecks in Einklang zu bringen ist. (2) 1Die Erträge jedes Unternehmens sollen mindestens alle Aufwendungen einschließlich der marktüblichen Verzinsung des Eigenkapitals decken und Zuführungen zum Eigenkapital (Rücklagen) ermöglichen, die zur Erhaltung des Vermögens des Unternehmens sowie zu seiner technischen und wirtschaftlichen Fortentwicklung notwendig sind. 2Zu den Aufwendungen gehören auch 1. 2. 3. 4. 5. angemessene Abschreibungen, die Steuern, die Konzessionsabgabe, die Zinsen für die zu Zwecken des Unternehmens aufgenommenen Schulden, die marktübliche Verzinsung der von der Kommune zur Verfügung gestellten Betriebsmittel sowie 6. die angemessene Vergütung der Leistungen und Lieferungen von Unternehmen und Verwaltungszweigen der Kommune für das Unternehmen. 321 Anlage 1 zum Beteiligungsbericht 2019 § 150 Beteiligungsmanagement 1 Die Kommune überwacht und koordiniert ihre Unternehmen und ihre nach § 136 Abs. 4 und § 139 geführten Einrichtungen sowie Beteiligungen an ihnen im Sinne der von ihr zu erfüllenden öffentlichen Zwecke. 2Die Kommune ist berechtigt, sich jederzeit bei den jeweiligen Unternehmen, Gesellschaften und Einrichtungen zu unterrichten. 3Die Sätze 1 und 2 gelten auch für mittelbare Beteiligungen im Sinne des § 137 Abs. 2. 4Die Sätze 2 und 3 gelten nicht, soweit ihnen zwingende Vorschriften des Gesellschaftsrechts entgegenstehen. § 151 Beteiligungsbericht 1 Die Kommune hat einen Bericht über ihre Unternehmen und Einrichtungen in der Rechtsform des privaten Rechts und über ihre Beteiligungen daran sowie über ihre kommunalen Anstalten (Beteiligungsbericht) zu erstellen und jährlich fortzuschreiben. 2Der Beteiligungsbericht enthält insbesondere Angaben über 1. den Gegenstand des Unternehmens oder der Einrichtung, die Beteiligungsverhältnisse, die Besetzung der Organe und die von dem Unternehmen oder der Einrichtung gehaltenen Beteiligungen, 2. den Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks durch das Unternehmen oder die Einrichtung, 3. die Grundzüge des Geschäftsverlaufs, die Lage des Unternehmens oder der Einrichtung, die Kapitalzuführungen und -entnahmen durch die Kommune und die Auswirkungen auf die Haushalts- und Finanzwirtschaft sowie 4. das Vorliegen der Voraussetzungen des § 136 Abs. 1 für das Unternehmen. 3 Die Einsicht in den Beteiligungsbericht ist jedermann gestattet. 4Wird der Beteiligungsbericht durch den konsolidierten Gesamtabschluss nach § 128 Abs. 6 Satz 4 ersetzt, so ist die Einsichtnahme nach Satz 3 auch hierfür sicherzustellen. 5Auf die Möglichkeit zur Einsichtnahme ist in geeigneter Weise öffentlich hinzuweisen. § 152 Anzeige und Genehmigung (1) 1Folgende Entscheidungen der Kommune sind der Kommunalaufsichtsbehörde unverzüglich schriftlich anzuzeigen: 1. Entscheidungen über die Errichtung, Übernahme oder wesentliche Erweiterung von Unternehmen und Einrichtungen in der Rechtsform des Eigenbetriebs oder einer Eigengesellschaft (§§ 136, 137 Abs. 1), 2. Entscheidungen über die Beteiligung an Unternehmen und Einrichtungen in der Rechtsform des privaten Rechts (§ 136 Abs. 4, § 137 Abs. 1), 3. Entscheidungen über die Beteiligung eines Unternehmens oder einer Einrichtung in einer Rechtsform des privaten Rechts, bei dem oder bei der die Kommune allein oder zusammen mit anderen Kommunen oder Zweckverbänden über die Mehrheit der Anteile verfügt, an einer Gesellschaft oder an einer anderen Vereinigung in einer Rechtsform des privaten Rechts oder deren Gründung, 4. Entscheidungen über die selbständige Wirtschaftsführung von Einrichtungen (§ 139), 5. Entscheidungen über die Umwandlung eines Eigenbetriebs in eine Eigengesellschaft, 6. Entscheidungen über die Errichtung oder Auflösung kommunaler Anstalten sowie die Umwandlung der in § 141 Abs. 1 genannten Eigenbetriebe, Eigengesellschaften und Einrichtungen in kommunale Anstalten, 7. Entscheidungen über die Beteiligung von Privatpersonen oder Privatgesellschaften an Eigengesellschaften bei einer kommunalen Mehrheitsbeteiligung, 322 Anlage 1 zum Beteiligungsbericht 2019 8. Entscheidungen über die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen und Einrichtungen mit eigener Rechtspersönlichkeit, sofern eine kommunale Mehrheitsbeteiligung nicht aufgegeben wird, 9. Entscheidungen über den Zusammenschluss von kommunalen Unternehmen und Einrichtungen mit einem privaten Unternehmen bei einer kommunalen Mehrheitsbeteiligung, 10. Entscheidungen über den Abschluss eines Verpachtungs-, Betriebsführungs- oder Anlagenüberlassungsvertrags über a) einen Eigenbetrieb oder eine Eigengesellschaft oder b) ein Unternehmen oder eine Einrichtung, wenn die Kommune über die Mehrheit der Anteile verfügt, und 11. Entscheidungen über den Abschluss, die Verlängerung oder die Änderung von Verträgen über die Lieferung von Energie oder von Konzessionsverträgen (§ 148 Abs. 2). 2 Aus der Anzeige muss zu ersehen sein, ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. 3Die Entscheidung darf erst sechs Wochen nach der Anzeige vollzogen werden. 4Die Kommunalaufsichtsbehörde kann im Einzelfall aus besonderem Grund die Frist verkürzen oder verlängern. (2) Eine Genehmigung der Kommunalaufsichtsbehörde ist erforderlich für Entscheidungen der Kommune über 1. die Veräußerung eines Eigenbetriebs, einer Eigengesellschaft oder einer Mehrheitsbeteiligung an einem Unternehmen oder an einer Einrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit, 2. die Umwandlung einer Eigengesellschaft in eine Gesellschaft, an der Personen des Privatrechts eine Mehrheitsbeteiligung eingeräumt wird, und 3. den Zusammenschluss eines kommunalen Unternehmens oder einer Einrichtung mit einem privaten Unternehmen ohne Einräumung eines beherrschenden kommunalen Einflusses. (3) Für kommunale Anstalten gelten Absatz 1 Satz 1 Nrn. 1 bis 3, 8, 10 und 11 sowie Absatz 2 entsprechend. 323 Anlage 2 zum Beteiligungsbericht 2019 Mögliche Betriebsformen Wie alle Kommunen hat die Stadt Hildesheim vielfältige Aufgaben der Daseinsvorsorge zu erfüllen und zahlreiche öffentliche Dienstleistungen zu erbringen. Viele dieser Aufgaben werden außerhalb der Verwaltungsstruktur, der Fachbereiche und Dezernate, durch besondere organisatorische Einheiten erbracht. Die Rechtsformen dieser Unternehmen der Stadt sind höchst unterschiedlich. Kurz zu den wichtigsten möglichen Formen: Regiebetriebe gehören zur unmittelbaren Kommunalverwaltung. Sie sind am ehesten mit der "klassischen Ämterstruktur" vergleichbar, denn Regiebetriebe sind weder rechtlich noch organisatorisch noch wirtschaftlich selbständig. Sie werden aufgrund verwaltungsinterner Anordnungen geschaffen und haben den gleichen rechtlichen Status wie jede andere Dienststelle innerhalb der Stadt. Eigenbetriebe sind Unternehmen ohne eigene Rechtspersönlichkeit, die - obwohl Teil der Gemeindeverwaltung - über eine vom Gemeindehaushalt getrennte, weitgehend nach den Grundsätzen des Handelsrechts ausgestaltete eigene Wirtschaftsplanung, Buchführung und Rechnungslegung verfügen. Finanzwirtschaftlich bilden sie eine rechtliche Einheit mit der Gemeinde, gelten aber als Sondervermögen (§ 136 Abs. 2 Nr. 1 NKomVG). Die Stadt Hildesheim erledigt zurzeit keine Aufgaben über Eigenbetriebe. Die Eigengesellschaften als wirtschaftliche Unternehmen sind regelmäßig handelsrechtliche Kapitalgesellschaften in Privatrechtsform wie die Aktiengesellschaft oder die Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Bei der GmbH besteht für die Gemeinde die bessere Möglichkeit der Einflussnahme auf die Geschäftspolitik: durch Festlegungen des Gesellschaftsvertrages, durch die Besetzung des Aufsichtsrates (so vorhanden) und vor allem durch das Weisungsrecht der Gesellschafterversammlung gegenüber der Geschäftsführung (§ 136 Abs. 2 Nr. 2 NKomVG). Zweckverbände sind eine häufige Konstruktion, um kommunale Zusammenarbeit zu organisieren, etwa wenn sektorbezogene Probleme (zum Beispiel bei der Abfallbeseitigung oder der Wirtschaftsförderung) zu lösen oder langfristige Regelungen umzusetzen sind. Ebenso wie Eigenbetriebe gehören sie zu den öffentlichrechtlichen Unternehmensformen. Anders als beim Eigenbetrieb ist die Stadt hier jedoch nicht Träger sondern Mitglied. Organe des Zweckverbandes sind die Verbandsversammlung und der Verbandsvorsitzende, eventuell auch ein Verwaltungsrat oder Verbandsausschuss. 324 Anlage 2 zum Beteiligungsbericht 2019 Die Anstalt öffentlichen Rechts ist als Rechtsform erst seit 2003 in der Niedersächsischen Gemeindeordnung verankert. Sie soll zur Erweiterung der kommunalen Handlungsmöglichkeiten und der Wiederherstellung der Konkurrenzfähigkeit der öffentlichen Rechtsform bei der wirtschaftlichen Betätigung der Kommune dienen. Die Anstalt öffentlichen Rechts hat eine eigene Rechtspersönlichkeit, einen eigenen Aufbau, eigene Organe und eigenes Vermögen. Die Kommune ist Anstaltsträger und hat faktisch die Funktion des Gesellschafters mittels Zustimmungs- oder Weisungsrecht. Motivation zur Gründung einer AöR ist vorrangig die Intention, Steuerungsdefizite zu vermeiden und unternehmerische Flexibilität durch rechtliche Verselbständigung zu gewährleisten. Die Begründung eines Anschluss- und Benutzungszwanges ist bei der AöR möglich. Pflichtaufgaben können von ihr übernommen werden, auch können hoheitliche Befugnisse auf sie übertragen werden. Die AöR hat eine eigene Dienstherrenfähigkeit. Die Rechtsaufsicht der Kommune bleibt jedoch erhalten. Allerdings wird die AöR steuerlich grundsätzlich wie ein Eigenbetrieb behandelt. 325 326 Domus AG Domus AG Kohlhaas + Schiefer GmbH Dipl.-Kfm Claus Hellberg Wirtschaftsprüfer Dipl.-Kfm Claus Hellberg Wirtschaftsprüfer gbg AG TZH GmbH RPM GmbH RPM Service GmbH Dipl.-Kfm Claus Hellberg Wirtschaftsprüfer Dipl.-Kfm Claus Hellberg Wirtschaftsprüfer Dr. Paul, Hartmann & Coll. GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Göken, Pollak und Partner Treuhandgesellschaft mbH 2015 SWHI AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Göken, Pollak und Partner Treuhandgesellschaft mbH 2014 Dr. Paul, Hartmann & Coll. GmbH Dr. Paul, Hartmann & Coll. GmbH Dr. Paul, Hartmann & Coll. GmbH Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen e.V. Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Göken, Pollak und Partner Treuhandgesellschaft mbH 2016 Dr. Paul, Hartmann & Coll. GmbH Dr. Paul, Hartmann & Coll. GmbH Dr. Paul, Hartmann & Coll. GmbH Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen e.V. Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Göken, Pollak und Partner Treuhandgesellschaft mbH 2017 Dr. Paul, Hartmann & Coll. GmbH Dr. Paul, Hartmann & Coll. GmbH Dr. Paul, Hartmann & Coll. GmbH Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen e.V. Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Göken, Pollak und Partner Treuhandgesellschaft mbH 2018 Liste der Abschlussprüfungsunternehmen der größeren Beteiligungen und der Zweckverbände der Stadt Hildesheim Anlage 3 zum Beteiligungsbericht 2019 327 RPA Stadt Hildesheim Flugplatz RPA Stadt Hildesheim Hildesheim GmbH WIBERA Wirtschaftsberatung AG ZAH ZV Förder- Deloitte & Touche zentrum im GmbH Bockfeld F+P Treuhand GmbH TfN GmbH Deloitte & Touche GmbH WIBERA Wirtschaftsberatung AG F+P Treuhand GmbH Krause & Kollegen Ernst & Young GmbH WIBERA Wirtschaftsberatung AG SEHi AöR HBG mbH Krause & Kollegen Dipl.-Kfm Claus Hellberg Wirtschaftsprüfer 2015 Marketing Dipl.-Kfm Claus GmbH Hellberg Wirtschaftsprüfer 2014 Anlage 3 zum Beteiligungsbericht 2019 Deloitte & Touche GmbH WIBERA Wirtschaftsberatung AG WTR Huskamp Bredel Partnerschaft mbB Krause & Kollegen RPA Stadt Hildesheim Ernst & Young GmbH Krause & Kollegen 2016 Deloitte & Touche GmbH WIBERA Wirtschaftsberatung AG WTR Huskamp Bredel Partnerschaft mbB Krause & Kollegen RPA Stadt Hildesheim Ernst & Young GmbH Krause & Kollegen 2017 Deloitte & Touche GmbH WIBERA Wirtschaftsberatung AG WTR Huskamp Bredel Partnerschaft mbB Krause & Kollegen RPA Stadt Hildesheim Ernst & Young GmbH Krause & Kollegen 2018 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 BETEILIGUNGSRICHTLINIE GRUNDSÄTZE FÜR BETEILIGUNGEN DER STADT HILDESHEIM UND ZWECKVERBÄNDE 328 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 INHALTSVERZEICHNIS Einleitung 3 Abkürzungsverzeichnis 4 1. Geltungsbereich 5 2. Definition der beteiligten Akteure 6 I. Eigentümerebene 6 II. Beteiligungsebene 6 III. Externe Ebene 6 3. Aufgaben, Kompetenz und Verantwortung der beteiligten Akteure 7 I. Eigentümerebene 7 II. Beteiligungsebene 8 III. Externe Ebene 9 4. Beteiligungspolitik / wirtschaftliche Betätigung 10 I. Wirtschaftliche Betätigung 10 II. Beteiligungen 10 III. Rechtsform 10 IV. Gesellschaftsverträge / Satzungen / Verbandsordnung 11 V. Finanz-, Leistungs- und Entwicklungsziele 11 VI. Synergien im Gesamtkonzern Stadt Hildesheim 11 VII. Konzernübergreifende Planung 11 VIII. Einbindung in den Gesamtabschluss 12 IX. Änderungen und Erweiterung von Geschäftsfeldern 12 X. Privatisierung 12 XI. Konzernergebnis 12 XII. Abschlussprüfung 12 5. Informationsrechte und –pflichten 14 I. Wirtschafts- und Finanzpläne 14 II. Unterjähriges Berichtswesen und Berichtsintensität 14 III. Beteiligungsbericht 14 IV. Fristen 15 V. Teilnahme an Sitzungen 15 VI. Verschwiegenheitspflicht 15 6. Ansprechpartner 16 7. In Kraft treten 17 Anlagen 329 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 EINLEITUNG Die Stadt Hildesheim ist an zahlreichen Organisationen beteiligt oder gehört ihnen an. Gesetzliche Aufgaben und von den politischen Gremien vorgegebene Ziele der Stadt werden in erheblichem Umfang von diesen Beteiligungsgesellschaften und Zweckverbänden außerhalb der Stadtverwaltung wahrgenommen. Die Begründung von Beteiligungen bzw. die Errichtung von Gesellschaften ist für die Stadt Hildesheim grundsätzlich nur durch einen öffentlichen Zweck gerechtfertigt. Die Tochtergesellschaften dienen also den Interessen der Stadt, insbesondere auch dadurch, dass sie ihre Aufgabe effizient erfüllen. In jedem einzelnen Beteiligungsverhältnis gilt es daher, die voranstehenden öffentlichen Interessen mit den unternehmerischen Einzelinteressen in Einklang zu bringen. Dabei sollen die unternehmerischen Entscheidungsspielräume nicht eingeschränkt werden. Daher muss ein Steuerungsinstrumentarium geschaffen werden, das die Gesamtsteuerung von Vermögen und Liquidität, Leistung und Qualität sowie Erfolg und Wirtschaftlichkeit gewährleistet. Die schwierige Koordinierungsaufgabe der Beteiligungssteuerung liegt darin, die zum Teil konkurrierenden Ziele und Anforderungen, die an die Unternehmen gestellt werden, zu entflechten und optimale Lösungen aus gesamtstädtischer Sicht aufzuzeigen. Das Spannungsfeld zwischen fiskalischen, fachpolitischen, stadtpolitischen und strategischen Zielen sowohl des Gesellschafters Stadt Hildesheim als auch der Unternehmen ist fortlaufend zu optimieren. Des Weiteren hat ein effektives Beteiligungsmanagement die Aufgabe, Aufsichtsgremien und Ratsgremien im jeweils erforderlichen und gerechtfertigten Umfang zu informieren und fachlich zu begleiten. Die Aufgabe, die Beschlüsse des Verwaltungsausschusses und des Rates bezüglich der städtischen Beteiligungen weiter vorzubereiten, wird in Hildesheim vom Ausschuss für Finanzen, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften wahrgenommen. Die nachfolgende Beteiligungsrichtlinie wurde entwickelt, um den vorgenannten Überlegungen Rechnung zu tragen und die städtischen Beteiligungen systematisch in den Konzern Stadt Hildesheim einzubinden. (Kurt Machens) Oberbürgermeister 330 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS AktG Aktiengesetz BGB Bürgerliches Gesetzbuch EigBetrVO.NI Eigenbetriebsverordnung Niedersachsen GemHKVO Gemeindehaushalts- und Kassenverordnung GmbH-G Gesetz betreffend die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH-G) HGB Handelsgesetzbuch HGrG Haushaltsgrundsätzegesetz KStG Körperschaftssteuergesetz NGO Niedersächsische Gemeindeordnung NKomZG Niedersächsisches Gesetz über die kommunale Zusammenarbeit NKPG Niedersächsisches Gesetz über die überörtliche Kommunalprüfung NKR Neues Kommunales Rechnungswesen NLO Niedersächsische Landkreisordnung RPA Rechnungsprüfungsamt 331 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 1. GELTUNGSBEREICH Diese Richtlinie soll unabhängig von der Rechtsform für alle privatrechtlichen Unternehmen gelten, an denen die Stadt Hildesheim beteiligt ist. Darüber hinaus findet sie sinngemäß Anwendung auf eigenbetriebsähnliche Einrichtungen, Zweckverbände und Anstalten öffentlichen Rechts, soweit keine übergeordneten Regelungen entgegenstehen. Die Anwendung der Rahmenrichtlinie ist auch bei Minderheitsbeteiligungen anzustreben. Dies gilt insbesondere, wenn die Stadt gemeinsam mit anderen Gebietskörperschaften die Anteile hält. Regiebetriebe werden als weder rechtlich, noch leitungs- und haushaltsmäßig selbstständige Organisationen von der Richtlinie nicht erfasst. Diese Richtlinie gilt nicht für Stiftungen und die Sparkasse Hildesheim. 332 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 2. DEFINITION DER BETEILIGTEN AKTEURE Beteiligungsverwaltung und Beteiligungscontrolling der Stadt Hildesheim betreffen drei unterschiedliche Ebenen. Es sind dies die Eigentümerebene, die Ebene der Unternehmen und die externe Ebene. I. EIGENTÜMEREBENE Der Eigentümerebene sind zuzurechnen: - der Rat einschließlich seiner Ausschüsse, insbesondere der Verwaltungsausschuss und der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften - der Oberbürgermeister - das Finanzdezernat bzw. das Beteiligungsmanagement - das Rechnungsprüfungsamt - sowie die Fachbereiche II. BETEILIGUNGSEBENE Der Beteiligungsebene sind die Organe der Beteiligungsunternehmen zuzuordnen. Diese haben - je nach Rechtsform und Ausgestaltung - unterschiedliche Aufgaben. III. EXTERNE EBENE Die externe Ebene besteht aus: - der Kommunalaufsicht - der Kommunalprüfungsanstalt - den Abschlussprüfern 333 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 3. AUFGABEN, KOMPETENZ UND VERANTWORTUNG DER BETEILIGTEN AKTEURE I. EIGENTÜMEREBENE: Rat: Der Rat wird bezüglich der Beteiligungsunternehmen im Rahmen seiner Zuständigkeiten gemäß § 40 NGO tätig. Ihm obliegt die Beschlussfassung über die wesentlichen und grundsätzlichen Eigentümerentscheidungen, wie etwa die Bestimmung der Beteiligungspolitik sowie der Handlungsfelder und Grundstrukturen des Konzerns. Er bestimmt den / die städtischen Vertreter in Gesellschafterversammlungen und ähnlichen Gremien und entsendet Mitglieder in das jeweilige Aufsichts- oder Beratungsgremium des Unternehmens. Der Rat beschließt außerdem über Zielvereinbarungen für die Unternehmen. Er nimmt grundsätzlich alle die Unternehmen betreffenden Berichte über den Verwaltungsausschuss und den Ausschuss für Finanzen, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften entgegen. Verwaltungsausschuss: Der Verwaltungsausschuss gibt dem Vertreter der Stadt in den Gesellschafter- bzw. Hauptversammlungen Weisungen zur Stimmabgabe, soweit nicht der Rat der Stadt Hildesheim gem. § 40 NGO zuständig ist. Beteiligungsmanagement: Die Beteiligungsangelegenheiten der Stadt Hildesheim sind dem Finanzdezernat zugeordnet und liegen in der direkten Verantwortung der Finanzdezernentin bzw. des Finanzdezernenten. Das Beteiligungsmanagement ist Bindeglied zwischen der Stadt Hildesheim und dem jeweiligen Unternehmen. In dieser Eigenschaft ist das Beteiligungsmanagement Ansprechpartner und Berater für die Unternehmen und die Eigentümerin Stadt gleichermaßen. Das Beteiligungscontrolling unterstützt den Entscheidungsprozess der Eigentümerin. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, werden dem Beteiligungsmanagement die notwendigen Kompetenzen übertragen. Die Arbeit des Beteiligungsmanagements gliedert sich in Beteiligungsverwaltung, Mandatsbetreuung und Beteiligungscontrolling. die Bereiche Zur Beteiligungsverwaltung gehört insbesondere die Archivierung der wesentlichen Unterlagen der Beteiligungsgesellschaften. Im Rahmen der Beteiligungsverwaltung wird auch dafür Sorge getragen, dass die jeweilige Organisation die formalen Kriterien einhält. Kern der Mandatsbetreuung ist die fachliche Unterstützung und Beratung der in den Aufsichtsgremien für die Stadt tätigen (insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzenden) und von ihr entsandten Mitglieder. Hierzu zählt insbesondere die Sichtung der Beschlussvorlagen, deren Kommentierung und die Abgabe von Empfehlungen. Auch die Organisation von Seminaren fällt in den Bereich der Mandatsbetreuung. 334 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 Die Bereitstellung aller steuerungsrelevanten Informationen ist Gegenstand des Beteiligungscontrollings. Dies wiederum dient der Vorbereitung von Entscheidungsgrundlagen. Auch die (Weiter-) Entwicklung eines Kennzahlensystems für den Aufbau eines Finanz- und Leistungscontrolling fällt hierunter. Fachbereich Finanzen: Der Fachbereich Finanzen hat gegenüber dem Beteiligungsmanagement und den Unternehmen Anspruch auf Informationen über haushaltsrelevante Entwicklungen in den Unternehmen. Der Fachbereich Finanzen und das Beteiligungsmanagement arbeiten insbesondere im Bereich Finanzcontrolling eng zusammen. Rechnungsprüfungsamt: Vom Rechnungsprüfungsamt sind die in den Satzungen eingeräumten Rechte nach § 124 NGO wahrzunehmen. Außerdem kann es sich Prüfrechte nach § 119 Abs. 3 Nr. 3 NGO vorbehalten. Fachbereiche: In fachlichen Angelegenheiten sind die jeweiligen Fachbereiche unmittelbare Ansprechpartner der Beteiligungen (z. B. für die Museums GmbH – FB 41, Büro für Kultur und Stiftungsangelegenheiten; ZAH – FB 63, Fachbereich Bau- und Ordnungsangelegenheiten – Umweltangelegenheiten, Abfall ...) II. BETEILIGUNGSEBENE Organe der Gesellschaft mit beschränkter Haftung Rechtsgrundlage: GmbH-G und Gesellschaftsvertrag. Organe: Mindestens Gesellschafterversammlung und Geschäftsführung, gegebenenfalls Aufsichtsrat, Beirat oder Arbeitsausschuss jeweils gemäß Gesellschaftsvertrag. Organe der Aktiengesellschaft Rechtsgrundlage: AktG und Satzung. Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung, ggf. zusätzlich Beirat. Organe der Anstalt öffentlichen Rechts Rechtsgrundlage: NGO und Anstaltssatzung Organe: Vorstand und Verwaltungsrat 335 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 Organe des Zweckverbandes Rechtsgrundlage: NKomZG und Verbandsordnung Organe: Mindestens Verbandsgeschäftsführer und Verbandsversammlung, gegebenenfalls zusätzlich Verbandsausschuss gemäß Verbandsordnung III. EXTERNE EBENE Kommunalaufsicht Gemäß § 116 NGO sind Entscheidungen der Gemeinde hinsichtlich ihrer Beteiligung unter den dort genannten Bedingungen der Aufsichtsbehörde unverzüglich, spätestens 6 Wochen vor Beginn des Vollzuges schriftlich anzuzeigen bzw. bedürfen der Genehmigung der Kommunalaufsichtsbehörde. Kommunalprüfungsanstalt: Die Kommunalprüfungsanstalt ist zuständig für die überörtliche Prüfung sämtlicher Kommunen, Zweckverbände und kommunalen Anstalten. Im Rahmen dieser Prüfung ist festzustellen, ob das Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen der zu prüfenden Einrichtungen rechtmäßig und wirtschaftlich geführt wird. Gem. NKPG obliegt der Kommunalprüfungsanstalt auch die Prüfung der kommunalen Unternehmen in einer Rechtsform des privaten Rechts. Abschlussprüfer Ist die Stadt an einem rechtlich selbständigen, privatrechtlichen Unternehmen mit mehr als 50 % beteiligt, so hat sie dafür zu sorgen, dass die Durchführung der Jahresabschlussprüfung nach den Vorschriften über die Jahresabschlussprüfung bei Eigenbetrieben erfolgt, ein zuständiges Rechnungsprüfungsamt bestimmt wird und den Prüfungseinrichtungen die in § 54 HGrG vorgesehenen Befugnisse eingeräumt werden. Bei der Auswahl des Wirtschaftsprüfers ist das zuständige RPA im Sinne der Vorschriften des § 123 NGO einzubeziehen. Abweichend von den vorstehenden Regelungen ist die Prüfung von mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften nach anderen Rechtsvorschriften vorzunehmen. Die Stadt hat in diesen Fällen einen Abschlussprüfer auszuwählen und ihre Rechte nach § 53 HGrG auszuüben. Bei Minderheitsbeteiligungen ist darauf hinzuwirken, dass der Stadt Hildesheim die Rechte nach § 53 Absatz 1 HGrG sowie den Prüfeinrichtungen die Rechte nach § 54 HGrG eingeräumt werden. 336 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 4. BETEILIGUNGSPOLITIK / WIRTSCHAFTLICHE BETÄTIGUNG I. WIRTSCHAFTLICHE BETÄTIGUNG Die Stadt Hildesheim betätigt sich unter den Voraussetzungen des § 108 NGO wirtschaftlich, soweit der öffentliche Zweck das Unternehmen rechtfertigt, die Unternehmen nach Art und Umfang in einem angemessenen Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit der Gemeinden und zum voraussichtlichen Bedarf stehen und der öffentliche Zweck nicht ebenso gut und wirtschaftlich durch einen privaten Dritten erfüllt werden kann. II. BETEILIGUNGEN Die Stadt Hildesheim hält unmittelbare und mittelbare Beteiligungen an privatrechtlichen Unternehmungen und Einrichtungen verschiedener Rechtsform. Es sind Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen möglich. Ein angemessener Einfluss im Sinne des § 109 Abs. 1 Nr. 6 muss gewährleistet sein. III. RECHTSFORM Wirtschaftliche Betätigungen werden in der Regel geführt bei öffentlicher Organisation - als Regiebetrieb - als Eigenbetrieb - als Anstalt öffentlichen Rechts - als Zweckverband (im Falle interkommunaler Zusammenarbeit) und bei privater Organisation - als GmbH oder - als AG. 337 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 IV. GESELLSCHAFTSVERTRÄGE / SATZUNGEN / VERBANDSORDNUNG Zur Vereinfachung der Handhabung sollen die Vertrags- bzw. Satzungswerke angeglichen werden. Diese sollen sich in Gliederung und Inhalt an einer einheitlichen, vom Beteiligungsmanagement empfohlenen Form, orientieren. Im Einzelnen ist in den Verträgen bzw. Satzungen folgendes zu berücksichtigen: Als Kontrollorgan in Gesellschaften mit beschränkter Haftung soll ein Aufsichtsrat bestellt werden. Künftig soll das Gehalt für die Geschäftsführer der städtischen GmbH`s auch auf der Basis variabler Gehaltsbestandteile gebildet werden. Unternehmen, die selbst Beteiligungen an anderen Unternehmen halten, haben eine Berichtspflicht über diese Beteiligungen gegenüber der Stadt Hildesheim analog den Regelungen in Nr. 5 dieser Richtlinie (Informationsrechte und –pflichten). Mit Blick auf den zukünftig zu erstellenden Konzernabschluss sind die Vorgaben gem. § 109 Abs. 1 Nr. 8 NGO zur Erstellung des konsolidierten Jahresabschlusses der Gemeinde in dem Gesellschaftsvertrag oder der Satzung sicherzustellen. Die Prüfungsrechte für das jeweilige RPA gem. § 124 Abs. 1 NGO i. V. mit §§ 53 und 54 HGrG nach den Vorschriften über die Jahresabschlussprüfung bei Eigenbetrieben sind festzuschreiben. V. FINANZ-, LEISTUNGS- UND ENTWICKLUNGSZIELE Der Rat beschließt Finanz-, Leistungs- sowie übergreifende städtische Entwicklungsziele für die Unternehmen. Die Definition der Leistungsziele erfolgt in Abstimmung zwischen der für die jeweilige Beteiligung maßgeblichen städtischen Organisationseinheit unter Einbindung des Beteiligungsmanagements und des Finanzdezernates auf der einen Seite und des Unternehmens auf der anderen Seite. Hierbei sind die unterschiedlichen Regelungsmöglichkeiten bezüglich der Gesellschaftsform des Unternehmens zu beachten. Sollte auf diesem Wege keine Beschlussfassung dem Rat. einvernehmliche Lösung möglich sein, obliegt die VI. SYNERGIEN IM GESAMTKONZERN STADT HILDESHEIM Die kontinuierliche Überprüfung und Realisierung wirtschaftlicher- und leistungsspezifischer Synergiepotenziale im Gesamtkonzern Stadt Hildesheim ist Gemeinschaftsaufgabe aller Konzernbestandteile. Einzelinteressen ordnen sich diesem Gesamtinteresse unter. VII. KONZERNÜBERGREIFENDE PLANUNG Im Interesse der Kunden der öffentlichen Unternehmen und aus Sicht der Stadtwirtschaft überprüfen der Fachbereich Finanzen und das Beteiligungsmanagement kontinuierlich Gestaltungsmöglichkeiten, um die finanzielle und steuerliche Belastung im Gesamtkonzern Stadt so niedrig wie möglich zu halten. 338 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 VIII. EINBINDUNG IN DEN GESAMTABSCHLUSS Zum Gesamtabschluss des Konzerns Stadt Hildesheim gehören gemäß § 116a NGO der Beteiligungsbericht und (ab 2012) der Konzernabschluss. Für die Rechnungslegungen werden einheitliche Grundsätze (Konzernrichtlinien) eingeführt, sofern diese nicht gesetzlich geregelt sind. Die zukünftigen wirtschaftlichen Ergebnisse der Beteiligungen werden in Planungen und Vorschaurechnungen einbezogen. Entsprechende Regelungen werden im Rahmen der Einführung des NKR getroffen. IX. ÄNDERUNGEN UND ERWEITERUNG VON GESCHÄFTSFELDERN Der Rat beschließt gemäß § 40 NGO grundsätzlich Änderungen bzw. Erweiterungen des bestehenden Betätigungsfeldes von Unternehmen über den im Gesellschaftsvertrag geregelten Unternehmenszweck hinaus. Zur Vorbereitung von Entscheidungen, die die Gesellschaftsstruktur des Unternehmens verändern, sind das Rechnungsprüfungsamt und das Beteiligungsmanagement von Anfang an einzubinden. X. PRIVATISIERUNG Der Stadt Hildesheim obliegt es, ständig zu prüfen, ob kommunale Aufgaben in der optimalen Organisationsform erledigt werden. Zentrale Beurteilungsmaßstäbe sind dabei der Bedarf der kommunalen Leistungserstellung und der Grad der Zielerreichung hinsichtlich der Leistungsziele, der Bestandssicherheit, der Nachhaltigkeit des unternehmerischen Erfolgs und der Rentabilität. Auch bestehende Unternehmen werden regelmäßig auf ihre Sinnhaftigkeit gem. § 108 NGO hin überprüft. XI. KONZERNERGEBNIS Das Beteiligungsmanagement untersucht ständig alle Unternehmen hinsichtlich eines aus städtischer Sicht optimalen Konzernergebnisses. Die Unternehmen haben Optimierungsbestrebungen im Gesamtkonzern zu unterstützen, soweit sie nicht unabdingbaren Unternehmenszielen entgegenstehen. XII. ABSCHLUSSPRÜFUNG Den zuständigen Organen des Unternehmens wird empfohlen, die Abschlussprüfer nach drei bis fünf Jahren zu wechseln (Rotationsprinzip). Der Gesellschafterversammlung soll bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung die Auswahl eines Abschlussprüfers obliegen, dem Aufsichtsrat die Erteilung des Prüfungsauftrages. Bei Aktiengesellschaften ist die Bestellung des Abschlussprüfers Aufgabe der Hauptversammlung, die Erteilung des Auftrages Aufgabe des Aufsichtsrates. Die Rechte des Rechnungsprüfungsamtes nach § 124 NGO sind zu berücksichtigen. Das Beteiligungsmanagement und das Rechnungsprüfungsamt können bei Mehrheitsbeteiligungen den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer um Prüfungsschwerpunkte bzw. zusätzliche 339 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 Prüfungsinhalte ergänzen. Der Abschlussprüfer ist mit einer Erweiterung der Abschlussprüfung nach § 53 HGrG zu beauftragen. Das Beteiligungsmanagement und das Rechnungsprüfungsamt sind zur Teilnahme an einer Vorbesprechung zum Jahresabschluss / prüfbericht mit der jeweiligen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft berechtigt. Alle Unternehmen im Sinne dieser Richtlinie (auch die in öffentlich-rechtlichen Organisationsformen wie Zweckverbänden oder Anstalten öffentlichen Rechts) sollen einen externen Wirtschaftsprüfer mit der Jahresabschlussprüfung beauftragen. Dieser Abschlussbericht ist dem Beteiligungsmanagement zur Verfügung zu stellen. Eventuelle weitere Prüfungsrechte des Rechnungsprüfungsamtes bleiben hiervon unberührt. Die gleichzeitige betriebswirtschaftliche Beratung Abschlussprüfungsgesellschaft ist ausgeschlossen. 340 und Prüfung durch die Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 5. INFORMATIONSRECHTE UND -PFLICHTEN I. WIRTSCHAFTS- UND FINANZPLÄNE Für die Erstellung von Wirtschafts- und Finanzplänen der Unternehmen gelten die gesetzlichen Vorgaben. Diese Pläne sind mit dem strategischen Konzept der Unternehmen verbunden und haben die qualitativen und quantitativen Zielvereinbarungen zu berücksichtigen. Das Unternehmen stellt dem Beteiligungsmanagement die aus Konzernsicht notwendigen Informationen zur Datenaggregation in der vom Beteiligungsmanagement vorgegebenen Form zum jeweils vereinbarten Termin digital zur Verfügung. II. UNTERJÄHRIGES BERICHTSWESEN UND BERICHTSINTENSITÄT Die mit dem Beteiligungsmanagement vereinbarten Vorgaben hinsichtlich der Informationen für die Konzernberichterstattung sind zu beachten. Die Berichte der Unternehmen werden dem Beteiligungsmanagement digitalisiert für das Konzernberichtswesen und zur Erstellung des Beteiligungsberichts zur Verfügung gestellt. Jedes Unternehmen der Stadt hat Quartalsberichte bzw. eine Fortschreibung der Finanz- und Wirtschaftspläne 6 Wochen nach Quartalsende vorzulegen. Zudem sind festzulegende Kennzahlen zur Errichtung eines Kennzahlencontrollings vorzulegen. Die Kennzahlen richten sich nach den individuellen Aufgaben der einzelnen Unternehmen im Sinne dieser Richtlinie. III. BETEILIGUNGSBERICHT Unabhängig davon, ob das jeweilige Unternehmen im Konzernabschluss konsolidiert wird (gilt also auch für die Zweckverbände), werden alle Unternehmen mit einer Beteiligung von mindestens 50 % der Stadt Hildesheim in den jährlichen Beteiligungsbericht der Stadt Hildesheim aufgenommen. Mindestinhalt pro Organisation ist gemäß § 116a NGO: - Gegenstand der Geschäftstätigkeit der Organisation - Gesellschafter der Organisation - Organe und deren Besetzung - Durchschnittliche Anzahl der im Berichtsjahr beschäftigten Mitarbeiter - Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks der Organisation - Vermögens- und Ertragslage oder Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung - je Beteiligung definierte und mit den Ratsgremien abgestimmte Kennzahlen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Organisation, die ab 2009 die Grundlage des Berichtes bilden - Kapitalzuführungen und Kapitalabgänge im Geschäftsjahr mit Erläuterungen - Aufteilung aller Zu- und Abflüsse im Berichtsjahr seitens der Stadt Hildesheim 341 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 - Ein konzentrierter Überblick über die Lage des Unternehmens, die Geschäftstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung. - Bei quantitativen Daten sind die letzten beiden Vorjahre jeweils mit darzustellen. IV. FRISTEN Vorgegebene Fristen sind einzuhalten. Sie richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben und den Bestimmungen im Gesellschaftsvertrag. Soweit keine Regelung vorliegt, sind Informationen an das Beteiligungsmanagement unverzüglich weiterzugeben, um eine angemessene Bearbeitungszeit zu ermöglichen. Bei Gesellschaften mit einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr (z. B. TfN Wirtschaftsjahr vom 01.09. bis 31.08.) gelten alle in der Richtlinie genannten Fristen entsprechend angepasst. V. TEILNAHME AN SITZUNGEN Eine Teilnahme des Beteiligungsmanagements an Sitzungen der Aufsichtsräte der Gesellschaften mit beschränkter Haftung und AGs, den Verbandsausschusssitzungen bzw. den Sitzungen des Verwaltungsrates der AöRs ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Im Beteiligungsbericht stellt das Beteiligungsmanagement dar, wie qualifiziert das Unternehmen Informationen zur Verfügung stellt. VI. VERSCHWIEGENHEITSPFLICHT Die Verschwiegenheitspflicht richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben. 342 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 6. ANSPRECHPARTNER Sowohl auf Seiten der Unternehmen als auch auf Seiten des Beteiligungsmanagements ist ein Ansprechpartner für alle Belange des Beteiligungsmanagements zu benennen. Um die Kontinuität der Zusammenarbeit zu gewährleisten, soll versucht werden, Ansprechpartner für einen längeren Zeitraum auszuwählen. 343 Anlage 4 zum Beteiligungsbericht 2019 7. IN KRAFT TRETEN Diese Richtlinie wurde vom Rat der Stadt Hildesheim am 15.12.2008 beschlossen und tritt am 01. Januar 2009 in Kraft. 344
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