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Full text: Nachhaltigkeitsbericht (Rights reserved) Issue2017 (Rights reserved)

Landesbetriebsleitung Kassel Landesbetriebsleitung Gießen Forstliches Bildungszentrum Weilburg 27 HessenForst-Technik Bebra 9 Staatswald Nachhaltigkeitsbericht für 2017 Wir pflegen den Wald in Hessen, wir nutzen und wir schützen ihn. Aus Überzeugung erhalten und fördern wir Natur, Landschaft und Lebensräume – sowie unsere Heimat. Der Wald in Hessen 10 % Eiche 35 % Buche Allgemeine Angaben Land Hessen Gesamtfläche Land Hessen in ha 41 Körperschaftsund Privatwald 13 % sonstige Laubhölzer 2.111.480 davon Wald in Prozent 21 % Fichte 11 % Kiefer 15 33 42,3 34 23 10 % sonstige Nadelbäume 10 29 17 Eigentumsarten und forstwirtschaftliche Betreuung 5 6 Gesamtwalfläche, ha (Werte nach BWI 3) 1 25 19 28 14 4 39 38 31 11 16 35 Anteil an der Waldfläche in Hessen davon betreut HessenForst Staatswald Bund 9.598 1% 0% Staatswald Land 341.516 38% 100% Körperschaftswald 324.320 36% 86% Privatwald 218.746 25% 36% Gesamtwaldfläche 894.180 100% 78% 36 26 32 37 20 160.000 40 22 30 12 Forstämter 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Bad Hersfeld Bad Schwallbach Beerfelden Burghaun Burgwald Biedenkopf Darmstadt Dieburg Diemelstadt Frankenberg Fulda Groß-Gerau Hanau Herborn HessenForst 2 ha Baumbestandsfläche 18 13 120.000 80.000 8 7 21 24 3 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 Hessisch Lichtenau Hofbieber Jesberg Jossgrund Kirchhain Königstein Lampertheim Langen Melsungen Michelstadt Neukirchen Nidda Reinhardshagen Romrod 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 Rotenburg Rüdesheim Schotten Schlüchtern Vöhl Wehretal Weilburg Weilmünster Weilrod Wettenberg Wetzlar Wiesbaden Wolfhagen 40.000 Nachhaltigkeitsbericht für 2017 0 1–20 21–40 41–60 61–80 81–100 101–120 121–140 141–160 >160 Altersklasse/Jahre alle Laubbäume alle Nadelbäume Quelle: Dritte Bundeswaldinventur (BWI3), Stand 1.10.2014 Landesbetriebsleitung Kassel Landesbetriebsleitung Gießen Forstliches Bildungszentrum Weilburg 27 HessenForst-Technik Bebra 9 Staatswald Nachhaltigkeitsbericht für 2017 Wir pflegen den Wald in Hessen, wir nutzen und wir schützen ihn. Aus Überzeugung erhalten und fördern wir Natur, Landschaft und Lebensräume – sowie unsere Heimat. Der Wald in Hessen 10 % Eiche 35 % Buche Allgemeine Angaben Land Hessen Gesamtfläche Land Hessen in ha 41 Körperschaftsund Privatwald 13 % sonstige Laubhölzer 2.111.480 davon Wald in Prozent 21 % Fichte 11 % Kiefer 15 33 42,3 34 23 10 % sonstige Nadelbäume 10 29 17 Eigentumsarten und forstwirtschaftliche Betreuung 5 6 Gesamtwalfläche, ha (Werte nach BWI 3) 1 25 19 28 14 4 39 38 31 11 16 35 Anteil an der Waldfläche in Hessen davon betreut HessenForst Staatswald Bund 9.598 1% 0% Staatswald Land 341.516 38% 100% Körperschaftswald 324.320 36% 86% Privatwald 218.746 25% 36% Gesamtwaldfläche 894.180 100% 78% 36 26 32 37 20 160.000 40 22 30 12 Forstämter 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Bad Hersfeld Bad Schwallbach Beerfelden Burghaun Burgwald Biedenkopf Darmstadt Dieburg Diemelstadt Frankenberg Fulda Groß-Gerau Hanau Herborn HessenForst 2 ha Baumbestandsfläche 18 13 120.000 80.000 8 7 21 24 3 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 Hessisch Lichtenau Hofbieber Jesberg Jossgrund Kirchhain Königstein Lampertheim Langen Melsungen Michelstadt Neukirchen Nidda Reinhardshagen Romrod 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 Rotenburg Rüdesheim Schotten Schlüchtern Vöhl Wehretal Weilburg Weilmünster Weilrod Wettenberg Wetzlar Wiesbaden Wolfhagen 40.000 Nachhaltigkeitsbericht für 2017 0 1–20 21–40 41–60 61–80 81–100 101–120 121–140 141–160 >160 Altersklasse/Jahre alle Laubbäume alle Nadelbäume Quelle: Dritte Bundeswaldinventur (BWI3), Stand 1.10.2014 Adressen der Dienststellen Highlights 2017 08. September 75 Jahre Forstliches Bildungszentrum 15. September Über 30 geladene Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Forst- und Holzwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Tourismus, Sport und Bildung beschäftigten sich intensiv mit Themen rund um den Wald. 75 Jahre Forstliche Bildung waren Anlass für ein Jubiläumsfest mit einem Tag der offenen Tür und über 800 begeisterten Gästen. 18./19. Januar 10 Jahre nach Kyrill Auf den 30.000 Hektar Sturmwurffläche von 2007 ist inzwischen ein junger Wald entstanden. Unser Ziel, angesichts des prognostizierten Klimawandels möglichst anpassungsfähige Wälder zu fördern, haben wir erreicht. 2017 9.-18. Januar Juni Februar Juni Mai Waldwiesensymposium in Schotten Waldwiesen bereichern das Landschaftsbild und sind nicht selten wahre Schatzkisten der Biodiversität. Sie dienen dem Artenschutz und liefern gleichzeitig besonders hochwertiges Futter für die Landwirtschaft. Unser „Waldwiesen“ Projekt wurde im Mai mit großem Interesse den Fachleuten vorgestellt. März April Hessentag in Rüsselsheim Wochenlang hatte das HessentagsTeam von HessenForst auf dem Gelände in Rüsselheim gewirkt: Entstanden ist eine grüne Oase in der es für Besucher allerlei rund um den Wald zu entdecken gab. 20. 31. Mai 30. 25. Juli Juni 20. August 50 Jahre Wildpark „Alte Fasanerie“ Tausende Gäste und Wildparkbesucher feierten mit uns den 50. Geburtstag. Rund 350 Tiere aus 35 Arten fühlen sich hier zu Hause – besuchen Sie uns das ganze Jahr! Große Katastrophenschutzübung im Landkreis Gießen Juli Oktober August September 24. Oktober Oktober November Dezember Zwei neue Dauerausstellungen in der Schatzinsel Kühkopf Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser eröffnete zwei neue Dauerausstellungen im Umweltbildungszentrum Kühkopf-Knoblochsaue. Beide befassen sich mit dem einzigartigen Biotop in der Rheinaue, das durch den Wechsel zwischen Überflutung und Trockenzeiten Heimat für seltene Tiere und Pflanzen ist. 6. Forsttechniktag in Reinhardshagen Von der Losbeschreibung bis zum Einsatz eines sanften Riesen im Wald: beim Forsttechniktag informierten wir über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Trends und aktuellen Entwicklungen in der Holzbereitstellung. September Bei einer gemeinsamen Übung mit über 1000 Beteiligten von Feuerwehr, Sanitätsdienst, Technischem Hilfswerk und Polizei probten wir die Zusammenarbeit im Falle eines Waldbrandes. 4. Re-audit Beruf und Familie Für unsere familienbewusste Personalpolitik haben wir im Juni in Berlin zum zweiten Mal das Zertifikat audit berufundfamilie erhalten. Start 1. Staatswaldforum Hessen Premiere: erste HessenForst Filme zur Nachwuchsgewinnung Film ab! Mehrere Monate Vorbereitung für ein paar Minuten: mit echten Försterinnen und Förstern haben wir unsere ersten Filme zur Nachwuchsgewinnung gedreht. Zu sehen unter www.hessen-forst.de Y Karriere Y Ausbildung. 3. November Unternehmertag in Weilburg 53 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Holzernte und Holzrückung zog es am 3. November zum Unternehmertag nach Weilburg. In zahlreichen Fach-Vorträgen und einem offenen Meinungsaustausch entstand ein partnerschaftlicher Austausch. 9. November Bits und Bytes im Lernort Wald Der Frage, ob und wie digitale Medien und Waldpädagogik zusammengeführt werden könnten, ging das fünfte Waldpädagogikforum in Weilburg nach. Dienststelle Straße Plz Ort Telefon Telefax E-Mail Forstamt Bad Hersfeld Im Stift 8 36251 Bad Hersfeld +49 (6621) 940-0 -40 ForstamtBadHersfeld@Forst.Hessen.de Forstamt Bad Schwalbach Gartenfeldstraße 32 65307 Bad Schwalbach +49 (6124) 7073-0 -27 ForstamtBadSchwalbach@Forst.Hessen.de Forstamt Beerfelden Mümlingtalstraße 73 64760 Oberzent +49 (6068) 9311-0 -40 ForstamtBeerfelden@Forst.Hessen.de Forstamt Biedenkopf Hospitalstraße 47 35216 Biedenkopf +49 (6461) 8081-0 -40 ForstamtBiedenkopf@Forst.Hessen.de Forstamt Burghaun Schloßstraße 12 36151 Burghaun +49 (6652) 9632-0 -40 ForstamtBurghaun@Forst.Hessen.de Forstamt Burgwald Wolkersdorfer Straße 81 35099 Burgwald +49 (6451) 7208-0 -40 ForstamtBurgwald@Forst.Hessen.de Forstamt Darmstadt Ohlystraße 75 64285 Darmstadt +49 (6151) 4091-0 -40 ForstamtDarmstadt@Forst.Hessen.de Forstamt Dieburg Ringstraße 54 64807 Dieburg +49 (6071) 9861-0 -40 ForstamtDieburg@Forst.Hessen.de Forstamt Diemelstadt Warburger Weg 28 34474 Diemelstadt +49 (5694) 99163-0 -40 ForstamtDiemelstadt@Forst.Hessen.de Forstamt Frankenberg Forststraße 6 35066 Frankenberg +49 (6451) 23009-0 -40 ForstamtFrankenberg@Forst.Hessen.de Forstamt Fulda Gerloser Weg 4 36039 Fulda +49 (661) 9782-0 -40 ForstamtFulda@Forst.Hessen.de Forstamt Groß-Gerau Robert-Koch-Straße 3 64521 Groß-Gerau +49 (6152) 9249-0 -40 ForstamtGrossGerau@Forst.Hessen.de Forstamt Hanau-Wolfgang Rodenbacher Chaussee 10a 63457 Hanau-Wolfgang +49 (6181) 95019-0 -27 ForstamtHanauWolfgang@Forst.Hessen.de Forstamt Herborn Uckersdorfer Weg 6 35745 Herborn +49 (2772) 4704-0 -40 ForstamtHerborn@Forst.Hessen.de Forstamt Hessisch Lichtenau Retteröder Straße 17 37235 Hessisch Lichtenau +49 (5602) 9356-0 -40 ForstamtHessLichtenau@Forst.Hessen.de Forstamt Hofbieber Langenbieber, Thiergarten 36145 Hofbieber +49 (6657) 9632-0 -40 ForstamtHofbieber@Forst.Hessen.de Forstamt Jesberg Frankfurter Straße 20 34632 Jesberg +49 (6695) 9613-0 -40 ForstamtJesberg@Forst.Hessen.de Forstamt Jossgrund Burgstraße 5 63637 Jossgrund-Burgjoß +49 (6059) 9006-0 -40 ForstamtJossgrund@Forst.Hessen.de Forstamt Kirchhain Hangelburg 2 35274 Kirchhain +49 (6422) 9427-0 -40 ForstamtKirchhain@Forst.Hessen.de Forstamt Königstein Ölmühlweg 17 61462 Königstein/Ts. +49 (6174) 9286-0 -40 ForstamtKoenigstein@Forst.Hessen.de Forstamt Lampertheim Außerhalb Wildbahn 2 68623 Lampertheim +49 (6206) 94520-0 -40 ForstamtLampertheim@Forst.Hessen.de Forstamt Langen Dieburger Straße 53 63225 Langen +49 (6103) 5009-0 -40 ForstamtLangen@Forst.Hessen.de Forstamt Melsungen Fritzlarer Straße 63 34212 Melsungen +49 (5661) 7378-0 -40 ForstamtMelsungen@Forst.Hessen.de Forstamt Michelstadt Erbacher Straße 28 64720 Michelstadt +49 (6061) 94470-0 -40 ForstamtMichelstadt@Forst.Hessen.de Forstamt Neukirchen Hersfelder Straße 25 34626 Neukirchen/Knüll +49 (6694) 9628-0 -40 ForstamtNeukirchen@Forst.Hessen.de Forstamt Nidda Auf der Platte 34 63667 Nidda +49 (6043) 9657-0 -27 ForstamtNidda@Forst.Hessen.de Forstamt Reinhardshagen Obere Kasseler Straße 27 34359 Reinhardshagen +49 (5544) 9510-0 -40 ForstamtReinhardshagen@Forst.Hessen.de Forstamt Romrod Zeller Straße 14 36329 Romrod +49 (6636) 91793-0 -20 ForstamtRomrod@Forst.Hessen.de Forstamt Rotenburg Friedenstraße 14 36199 Rotenburg/Fulda +49 (6623) 9202-0 -40 ForstamtRotenburg@Forst.Hessen.de Forstamt Rüdesheim Zum Niederwald-Denkmal 15 65385 Rüdesheim am Rhein +49 (6722) 9427-0 -27 ForstamtRuedesheim@Forst.Hessen.de Forstamt Schlüchtern Schlossstraße 24 36381 Schlüchtern +49 (6661) 9645-0 -40 ForstamtSchluechtern@Forst.Hessen.de Forstamt Schotten Karl-Weber-Straße 2 63679 Schotten +49 (6044) 9616-0 -27 ForstamtSchotten@Forst.Hessen.de Forstamt Vöhl Schloßstraße 4 34516 Vöhl +49 (5635) 8888-0 -40 ForstamtVoehl@Forst.Hessen.de Forstamt Wehretal Langenhainer Straße 5 37287 Wehretal +49 (5651) 94875-0 -40 ForstamtWehretal@Forst.Hessen.de Forstamt Weilburg Kampweg 1 35781 Weilburg +49 (6471) 62934-0 -40 ForstamtWeilburg@Forst.Hessen.de Forstamt Weilmünster Nassauer Straße 18 35789 Weilmünster +49 (6472) 9139-0 -40 ForstamtWeilmuenster@Forst.Hessen.de Forstamt Weilrod Schloss Neuweilnau 61276 Weilrod +49 (6083) 9132-0 -40 ForstamtWeilrod@Forst.Hessen.de Forstamt Wettenberg Burgstraße 7 35435 Wettenberg +49 (641) 460460-0 -41 ForstamtWettenberg@Forst.Hessen.de Forstamt Wetzlar Hörnsheimer Eck 11a 35578 Wetzlar +49 (6441) 67901-0 -27 ForstamtWetzlar@Forst.Hessen.de Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus Chausseehaus 20 65199 Wiesbaden +49 (611) 53280-0 -40 ForstamtWiesbaden@Forst.Hessen.de Forstamt Wolfhagen Kurfürstenstraße 19 34466 Wolfhagen +49 (5692) 9898-0 -40 ForstamtWolfhagen@Forst.Hessen.de HessenForst Landesbetriebsleitung- KS Bertha-von-Suttner Straße 3 34131 Kassel +49 (561) 3167-0 -101 LandesbetriebHessenForst@Forst.Hessen.de HessenForst Landesbetriebsleitung- GI Europastraße 10-12 35394 Gießen +49 (641) 4991-0 -101 LandesbetriebHessenForst@Forst.Hessen.de HessenForst NW-FVA Grätzelstraße 2 37079 Göttingen +49 (0551) 69401-0 -160 Zentrale@nw-fva.de HessenForst NW-FVA Prof.-Oelkers-Straße 6 34346 Hann. Münden +49 (5541) 7004-0 -73 Waldgenressourcen@nw-fva.de HessenForst Technik Otto-Hahn-Straße 11 36179 Bebra +49 (6622) 91510-0 -40 HessenForstTechnik@Forst.Hessen.de HessenForst Technik Service Center Holz Siemensstraße 2 35799 Merenberg +49 (06471) 9537-0 -40 ServiceCenterHolz@forst.hessen.de Nachhaltigkeitsbericht für 2017 Inhaltsverzeichnis Vorwort von Ministerin Priska Hinz Vorwort von Landesbetriebsleiter Michael Gerst 2 4 6 1 Unser Unternehmen: Werte und Visionen 1.1 Unser Vorbild: der Wald 1.2 Landesbetriebskommission 10 1.3 Kommunikation, Austausch, Dialog 11 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet 2.1 Waldzustand heute 2.2 Nachhaltigkeitszertifizierung durch unabhängige Experten 16 2.3 Forstbetriebsplanung 18 2.4 Klimawandel – eine Frage der Waldverjüngung 19 2.5 Waldpflege und nachhaltige Holznutzung 22 2.6 Jagdbetrieb und Wildtiermanagement 33 2.7 Wertschöpfung im Geschäftsfeld Liegenschaften 35 3 Naturschutz: Fülle und Vielfalt im Wald 3.1 Naturschutz im Wald 3.2 Arten- und Habitatpatenschaften 8 12 14 36 38 44 4 Unsere Verantwortung: Sicherung der Waldfunktionen 4.1 Erholung im Wald – die besondere Beziehung zur Natur 4.2 Energiewende 5 Unsere Dienstleistungen: Kompetenzen für andere 5.1 Auf dem Prüfstand 5.2 Betreuung von Körperschaftswaldbetrieben 55 5.3 Privatwaldbetreuung – Pflege von Waldeigentum in vielgestaltiger Form 56 5.4 Consulting – weltweit unterwegs für den Wald 58 5.5 Maßnahmenpläne in FFH-Gebieten 59 5.6 Waldpädagogik – raus in den Wald …! 60 6 Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 6.1 Personal gewinnen! 6.2 Aus-, Fort- und Weiterbildung 65 6.3 Vereinbarkeit von Beruf und Familie 66 6.4 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) 66 6.5 Arbeitssicherheit 67 6.6 Organisationsentwicklung 69 7 Finanzielle Ergebnisse 7.1 Vermögens- und Finanzlage 7.2 Ertragslage 73 7.3 Tabellenanhang 76 Impressum 88 46 48 50 52 54 62 64 70 72 3 Vorwort von Ministerin Priska Hinz Wir brauchen unseren Wald! Ohne ihn wäre das Leben schwer vorstellbar. Er filtert unsere Luft zum Atmen, das Wasser, das wir trinken, und liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz. Wir nutzen unzählige Dinge aus Holz in unserem Alltag: notwendige, praktische, schöne und warme. Als Besucherin oder Besucher spricht der Wald unsere Emotionen an. Ein Großteil der Menschen fühlt sich besser im Wald. Wir sind beeindruckt von der Vielfalt der Farben und Gerüche. Er bewegt aber auch unser Hirn. Im Wald machen wir den Kopf frei für die Aufgaben des Alltags. Hier erleben und lernen unsere Kinder nachhaltige Zusammenhänge, schärfen Bildung, Haltung und Einstellung gegenüber der Natur. Der Wald bewegt aber auch unseren Körper: Für viele Sportarten ist er der perfekte Raum. Nicht zuletzt ist der Wald aber auch Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Vom großen Ökosystem bis zum kleinsten Kreislauf in nur einem Baumstamm. Für die Rhönquellschnecke, den Luchs oder die Bechsteinfledermaus bieten unsere hessischen Wälder reichlich Entwicklungs- und Verbreitungspotenzial. Um die vielfältigen Funktionen unseres Waldes zu unterstützen, hat die Hessische Landesregierung beschlossen, den gesamten Staatswald nach den FSC-Kriterien zertifizieren zu lassen. Die FSC-Kriterien bieten den international höchsten Standard einer nachhaltigen, sozialen und umweltschonenden Waldbewirtschaftung. Hessen setzt 4 damit ein Zeichen für die Wertschätzung seines natürlichen Wohlstandes. Auch vor dem Hintergrund des voranschreitenden Klimawandels gewinnt der Hessische Staatswald durch FSC eine höhere Resilienz gegen die Auswirkungen dieses Phänomens. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von HessenForst behalten diese vielseitigen Ansprüche an den Wald im Blick. Sie schützen und pflegen, wahren und gestalten. Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ist dabei ein wichtiges Stellwerk unserer politischen Ziele. Er entsteht täglich in Gesprächen der Waldbesucherinnen und Waldbesucher mit den Försterinnen und Förstern vor Ort. 2017 fand dieser Austausch erstmalig aber auch mit den organisierten Interessenvertreterinnen und -vertretern im Rahmen des Staatswaldforums statt. Diese Rückkopplung zu der Arbeit des Landesbetriebs HessenForst ist wertvoll und wichtig. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von HessenForst, allen interessierten und achtsamen Bürgerinnen und Bürgern. Für ihr Engagement. Für unseren Wald. Priska Hinz Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Vorwort von Landesbetriebsleiter Michael Gerst Den Wald fit zu machen für den Klimawandel ist eine unserer Kernaufgaben. Hierzu pflegen wir die anvertrauten Wälder, um ihre Stabilität und Anpassungsfähigkeit zu steigern. Eine artenreiche, standortgerechte Waldverjüngung ist zugleich die Grundlage nachhaltig erfolgreicher Forstwirtschaft. Die Waldinventuren weisen darauf hin, dass sich zukünftig gerade beim Nadelholz Engpässe abzeichnen werden. Die zunehmend ökologische Ausrichtung des Bausektors beflügelt die Nachfrage nach diesem klimafreundlichen Rohstoff zusätzlich. Auch deshalb verfolgen wir konsequent eine ökologisch verträgliche Nadelholzsicherung im hessischen Staatswald. Dank des engagierten Einsatzes der Mitarbeiterschaft von HessenForst sind erste Ergebnisse klar erkennbar. Diese Entwicklung setzen wir fort und steigern damit zugleich die Klimaschutzleistung von Wald und Forstwirtschaft. Die waldbaulichen Ziele leiten uns auch bei der Jagd, denn gesunde und stabile Wälder setzen angepasste Wildbestände voraus. Die erneuten Rekordstrecken des vergangenen Jagdjahres bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Zugleich besteht aufgrund des Waldzustands weiterhin dringender Handlungsbedarf. Die Regulierung der Schalenwildbestände bleibt deshalb eine herausfordernde Daueraufgabe. Auch die „Verjüngung“ unseres Betriebes gelingt. Mit dem Personalstrukturkonzept „HessenForst_2025“ konnten wir in den letzten vier Jahren erfolgreich zahlreiche bestens ausgebildete Nachwuchskräfte gewinnen. Dieses vorausschauende Vorgehen zahlt sich nun aus, denn HessenForst ist auf den absehbaren Generationswechsel vorbereitet. Darüber hinaus profitieren auch andere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer von unseren Ausbildungsaktivitäten. Die aktuelle Entwicklung eigenständiger Holzverkaufsorganisationen für den Privat- und Körperschaftswald ist nur ein Beispiel dafür, dass forstliches Fachpersonal auch außerhalb des Landesbetriebes unersetzlich ist, um gemeinsam das Beste für Wald und Gesellschaft in Hessen zu bewirken. Michael Gerst HessenForst, Landesbetriebsleiter 5 1 1.0 Unser Unternehmen: Werte und Visionen Wir pflegen den Wald in Hessen, wir nutzen und wir schützen ihn. Mit Leidenschaft erhalten und fördern wir die Natur, die Landschaft und ihre Lebensräume – und ein Stück Heimat. 1 Unser Unternehmen: Werte und Visionen Im Wald begegnen wir dem ständigen Wandel. Wir passen ihn an veränderte Klimabedingungen an und haben alle Wald- und gesellschaftlichen Belange im Blick. 1.1 Unser Vorbild: der Wald Kaum ein anderes Ökosystem ist so vielseitig wie der Wald. Als Lebens- und Erholungsraum, als Rohstofflieferant, mit Filterfunktionen für Luft und Wasser, als Klimaschützer und Arbeitgeber steht er den Menschen in Hessen seit Jahrhunderten zur Verfügung. Vom Wald zu lernen heißt dabei, Beständigkeit und Nachhaltigkeit zu lernen. Wir nehmen diese Herausforderung an. In unserem Landesbetrieb spiegeln wir auch die Vielschichtigkeit des Waldes wider: In der Landesbetriebsleitung werden zentrale Aufgaben für die 41 Forstämter bearbeitet und externe Anfragen beantwortet. Wissenschaftliche Impulse kommen aus der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA), technische Herausforderungen werden bei HessenForst Technik gemeistert. Wir unterhalten ein eigenes Bildungszentrum in Weilburg, zwei Wildparke, 8 ein Forstmuseum, vier Jugendwaldheime in Kooperation mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), zwei Waldläden und arbeiten eng mit externen Partnern wie zum Beispiel den hessischen Naturparken, dem Nationalpark, dem Biosphärenreservat und dem Holz- und Technikmuseum zusammen. Im Wald begegnen wir dem ständigen Wandel. Wir passen ihn an veränderte Klimabedingungen an und entdecken seltene Tier- und Pflanzenarten. Wir haben alle Wald- und gesellschaftlichen Belange im Blick. Die Resonanz der Bevölkerung, unserer Kundinnen und Kunden und der Austausch mit Verbänden und Vertreterinnen und Vertretern aus Naturschutz, Sport und Wirtschaft ist uns dabei sehr wichtig. Mehr Wald – mehr Holz – mehr Klimaschutz Der CO2-Fußabdruck ist ein Maß für den Einfluss des eigenen Unternehmens auf die weltweite CO2-Bilanz und auf das Klima. Er bildet die Grundlage für Klimaschutzaktivitäten. Für unseren CO2-Fußabdruck des Jahres 2017 haben wir die relevanten Bereiche Energie, Fuhrpark, Dienstreisen, HessenForst-Technik sowie die Holzernte im Staatswald betrachtet. Die CO2-Bilanz 2017 schließt mit ca. 10.000 Tonnen CO2-Äquivalent ab. Den größten Anteil daran haben die Emissionen der „Holzernte im Staatswald“ mit 62 Prozent. Platz zwei belegt das Thema „Mobilität“ mit 26 Prozent. Die beiden größten Posten machen somit fast 90 Prozent der gesamten CO2-Emissionen < 0,1 % < 0,8 % Dienstreisen mit der Bahn ~ 1 t CO von HessenForst aus. Zum Vergleich: Das gesamte Land Hessen emittiert ca. 36,6 Millionen Tonnen CO2 jährlich (energiebedingte CO2-Emissionen aus Energieerzeugung, Industrie, Verkehr, Haushalten, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen. Stand 2015). Der Anteil, den unser Unternehmen daran trägt, beläuft sich auf 0,03 Prozent. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung im hessischen Staatswald entlasten die Atmosphäre jährlich um ca. 3,55 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Holz ist damit ein Rohstoff und Energielieferant, dessen Bereitstellung und Gewinnung einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten (siehe dazu auch Kapitel 2.4). Unser CO2-Fußabdruck 2 Dienstreisen mit Flugzeugen 82 t CO 2 Holzernte im Staatswald 5,0 % 6.344 t CO Gebäude 62,4 % 2 508 t CO 2 6,0 % Maschinenpark HessenForst-Technik 605 t CO 2 25,8 % Fuhrpark 2.620 t CO 2 9 1 Unser Unternehmen: Werte und Visionen 1.2 Landesbetriebskommission Wir legen großen Wert auf die Ausgewogenheit unserer strategischen Ausrichtung sowie Kontinuität der betrieblichen Zielsetzung. Die Landesbetriebskommission ist ein unabhängiges Gremium, welches zu eben diesen Fragen beratend tätig ist. Zweimal jährlich kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunal- und Privatwald, Politik, Wirtschaft und Naturschutz sowie der Mitarbeiterschaft und des aufsichtführenden Ministeriums zusammen. Die Landesbetriebskommission wird im Einvernehmen mit dem Landtag durch das Fachministerium berufen. Im Geschäftsjahr 2017 umfasste sie folgende Vertreterinnen und Vertreter: Vorsitzende Frau Staatsministerin Priska Hinz HMUKLV Mitglied Vertreterin / Vertreter für Institution / Bereich Herr Dr. Walter Arnold, MdL CDU-Fraktion Herr Heinz Lotz, MdL SPD-Fraktion Herr Jürgen Lenders, MdL (bis November 2017), Frau Wiebke Knell, MdL (ab 28.11.2017) FDP-Fraktion Frau Martina Feldmayer, MdL Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN Frau Marjana Schott, MdL Fraktion Die LINKE Herr MinDirig Carsten Wilke HMUKLV Herr MR Wolfgang Jude HMdF Herr Harry Trube Personal Frau Dr. Heike Schiffler Wirtschaft Herr Oliver Conz Umwelt, Wissenschaft Herr Bürgermeister Volker Diefenbach Kommunalwald Herr Dietrich Kübler Privatwald Auf der Agenda standen 2017 neben dem Jahresabschluss und der Planung für den Doppelhaushalt 2018/2019 vor allem die Auswirkungen des Kartellverfahrens zur Rundholzvermarktung, die Novellierung der Richtlinie für die Bewirtschaftung des Hessischen Staatswaldes (RiBeS 2012), Kennzahlen zum Naturschutz und die Neuordnung der Betreuung des Körperschaftswaldes. 10 1.3 Kommunikation, Austausch, Dialog Mit dem ersten Hessischen Staatswaldforum haben wir 2017 einen weiteren Schritt zu mehr gesellschaftlicher Partizipation und Transparenz gemacht. Anlass dazu gaben die anstehende Novellierung der Richtlinie für die Bewirtschaftung des hessischen Staatswaldes (RiBeS 2012) und das spürbar steigende Interesse der Gesellschaft an Themen rund um den Wald. Deshalb diskutierten etwa 30 Interessenvertreterinnen und -vertreter aus Politik, Wissenschaft, Forst- und Holzwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Tourismus, Sport und Bildung sowie Bürgerinnen und Bürger gemeinsam ihre Ansprüche an den hessischen Staatswald der Zukunft. Schnell wurde klar: Es ist eine echte Herausforderung, den besten Kompromiss zu finden und so die vielfältigen gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald unter einen Hut zu bringen. Keine leichte Aufgabe, doch das zähe Ringen hat sich gelohnt: Am Ende haben alle Beteiligten ein gemeinsames Eckpunktepapier verabschiedet, das dem Umweltministerium als Grundlage für die Überarbeitung der RiBeS dient. Auf regionaler Ebene findet der Austausch mit Interessenvertreterinnen und -vertretern unter anderem aus Sport, Holzverarbeitung und Naturschutz in den Waldforen statt. Mit der Forstbetriebsplanung, die alle zehn Jahre in jedem Forstamt erfolgt, werden die Ziele für die Bewirtschaftung des Staatswaldes festgelegt. Wir geben den sogenannten Stakeholdern die Gelegenheit, diesen Prozess zu begleiten. Dadurch erhalten wir wertvolle Rückmeldungen zu unserer Arbeit und können berechtigte Anliegen der Interessengruppen angemessen in der Planung berücksichtigen. Auf regionaler Ebene sind wir mit der Bevölkerung auch im Rahmen von Veranstaltungen ins Gespräch gekommen. Unter anderem fand 2017 der Hessentag in Groß-Gerau reges Interesse, circa 300.000 Menschen besuchten die Sonderschau „Der Natur auf der Spur“. Intensive Gespräche konnten wir allein dort mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern führen. Der wertvollste Dialog aber sind die Begegnungen mit Besucherinnen und Besuchern im Wald. Ob zufällig, bei organisierten Veranstaltungen, Führungen oder bei einem waldpädagogischen Seminar: Fragen beantworten wir gerne! 11 1 2.0 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet Waldbesitzende und Forstleute bewirtschaften den Wald seit Jahrhunderten nachhaltig. Sie investieren, planen und pflegen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: ein multifunktionaler, stabiler Wald, den wir an die nächste Generation übergeben. 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet 2.1 Waldzustand heute Der Witterungsverlauf 2017 war sehr heterogen. Von September des Vorjahres bis einschließlich Juni 2017 führte eine ausgeprägte Niederschlagsarmut zu erheblichem Trockenstress der Waldbäume. Insbesondere an den Nadelbäumen zeigten sich deutliche Trocknisschäden in Verbindung mit Pilzerkrankungen und Insektenbefall. Die ab Juli 2017 deutlich feuchtere Witterung sorgte hinsichtlich der zunächst bedrohlich erscheinenden Gefährdung durch Borkenkäfer für eine eindeutige Entspannung. Der letztjährige Schadholzanfall war insgesamt nur geringfügig über dem Niveau des Vorjahres und somit noch erträglich. Besondere Herausforderungen waren: Diplodia-Kieferntriebsterben Im Jahr 2017 trat der Diplodia-Pilz in einem bisher nicht bekannten Umfang insbesondere an Kiefern in Erscheinung. Er verursacht Absterbeerscheinungen in Teilen der Baumkronen und führt bei starkem Befall zum Absterben ganzer Bäume. Diplodia kommt latent in nahezu allen Kiefernwäldern vor. Zu erkennbaren und im fortgeschrittenen Stadium auch bedrohlichen Schäden kommt es aber erst dann, wenn die Bäume durch weitere Umwelteinflüsse belastet werden. Ganz offenbar hat die ausgeprägte Niederschlagsarmut zwischen September 2016 und Juni 2017 die Erkrankung entscheidend begünstigt. Dafür spricht, dass die Diplodia-Schäden durchweg 14 in Beständen auf ohnehin knapp wasserversorgten Standorten vorkommen. Schadensschwerpunkt ist der südhessische Raum mit dem Hessischen Ried, dem Gießener Becken und dem östlichen Taunus. Eine Bekämpfungsmöglichkeit gibt es nicht. Die abgestorbenen Bäume werden schnellstmöglich geerntet und verwertet. Eschentriebsterben Das seit dem Jahr 2008 beobachtete, durch Pilzinfektion verursachte Eschentriebsterben ist unverändert problematisch und verbietet bis auf Weiteres einen aktiven Anbau dieser Baumart. Auch hier gibt es keine aktiven Bekämpfungsmaßnahmen, sondern es bleibt nur die rechtzeitige Verwertung des absterbenden Holzes. Den dadurch entstehenden Bestandesauflösungen wirken wir mit dem Anbau alternativer Baumarten entgegen. Maikäfer 2018 ist für den Maikäfer im Hessischen Ried ein Hauptflugjahr. Daher hat die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA), wie in den vorangegangenen Entwicklungsperioden auch, im Berichtsjahr in einem Raster von 500 x 500 Metern Probegrabungen nach Engerlingen durchgeführt, um einen Überblick über die Populationsentwicklung zu erhalten. Dabei ergab sich folgendes Bild: Im nördlichen Ried in den Bereichen um Darmstadt, Mörfelden und Groß-Gerau ist die Engerlingsdichte gegenüber der Vorerhebung im Jahr 2013 deutlich gestiegen. Im südlichen Ried im Bereich Lampertheim konnten wir einen leichten Rückgang beobachten. HessenForst untersucht den Hauptflug im Jahr 2018 zusammen mit der NW-FVA, um daraus für die nächsten Jahre die richtigen Schlussfolgerungen für die Verjüngungskonzeption des Waldes im Hessischen Ried zu ziehen. Waldkalkung Auch im Jahr 2017 führte der Landesbetrieb Bodenschutzkalkungen auf Waldflächen durch. Zweck dieser im Turnus von rund 15 Jahren wiederholten Maßnahme ist es, Säureeinträge aus der Luft als Folge von Schadstoffemissionen abzupuffern. Dazu bringen wir je Hektar Waldfläche drei Tonnen mild wirkenden Kalk mit dem Hubschrauber aus. Im Jahr 2017 wurden 5.123 Hektar Wald gekalkt. 15 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet 2.2 Nachhaltigkeitszertifizierung durch unabhängige Experten Durch unabhängige Zertifizierungssysteme wurde uns 2017 erneut die Einhaltung höchster Standards bescheinigt. Ausgezeichnet ist dabei nicht nur unsere Waldbewirtschaftung, die nach den Kriterien der beiden weltweit größten Forstzertifizierungssysteme FSC® (Forest Stewardship Council®) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) erfolgt. Auch die Servicequalität in unseren Besuchereinrichtungen, die Lieferung von hochwertigem Wildfleisch und besonders familienfreundliche Angebote (siehe auch Kapitel 6.3) an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden im Jahr 2017 mit anspruchsvollen Gütesiegeln anerkannt. Der Blick unabhängiger Zertifizierer auf unsere tägliche Arbeit bestätigt uns dabei immer wieder in unserem Tun, liefert aber auch wertvolle Anregungen für die kontinuierliche Verbesserung aller Geschäftsbereiche. 16 Zertifizierung im Wald Inzwischen können 21 unserer 41 Forstämter auf eine mehrjährige Erfahrung mit FSC zurückgreifen. Diese wachsende Erfahrung wurde auch während der jährlichen Überprüfung in den Forstämtern Burgwald, Fulda, Jossgrund, Königstein, Wolfhagen, Kirchhain und Lampertheim deutlich: Die Auditierer stellten keine oder nur geringe Abweichungen in Detailfragen fest. Der deutlichen Kritik örtlicher Naturschutzvertreter an einzelnen Bewirtschaftungsmaßnahmen stellten wir uns mit FSC-Sonderaudits in den Forstämtern Darmstadt und Lampertheim. Bei der gemeinsamen Überprüfung der Hinweise vor Ort durch die unabhängige Zertifizierungsgesellschaft, die Beschwerdeführer und HessenForst entstand zunächst Gelegenheit zum fachlichen Austausch über die Kritikpunkte. Im Ergebnis konnte der Zertifizierer nach beiden Terminen die Einhaltung der FSC-Standards bestätigen. Der hessische Staatswald ist seit 2001 vollständig nach den Kriterien des PEFC zertifiziert. Im Jahr 2017 wurden turnusmäßig die Forstämter Vöhl, Hessisch Lichtenau, Bad Hersfeld und Michelstadt überprüft und konnten die Umsetzung aller Zertifizierungsvorgaben belegen. Die Vorgaben von PEFC und FSC entstehen aus der Zusammenarbeit von Personen und Organisationen, die für eine ökologische, soziale und wirtschaftlich tragfähige Waldbewirtschaftung eintreten. Die Auszeichnung mit diesen Siegeln ist ein Beleg dafür, dass wir den vielfältigen Ansprüchen an den Wald gerecht werden. Die Bestätigung externer Gutachter gibt uns die Sicherheit, hier auf dem richtigen Weg zu sein. Engagement für Nachhaltigkeit. „Hessen ist in Deutschland mit einem PEFC-zertifizierten Anteil von 88 Prozent an der Gesamtwaldfläche absoluter Spitzenreiter. HessenForst ist dabei der größte an der PEFC-Zertifizierung teilnehmende Forstbetrieb. Die Einhaltung der PEFC-Standards wird in den Forstämtern regelmäßig von unabhängigen Zertifizierern überprüft und bestätigt.“ Cornelia Pauls, Regionalassistentin Hessen/Nordrhein-Westfalen 17 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet Zertifizierung weiterer Angebote Hohe Kundenzufriedenheit und Qualität stehen für uns im Zentrum unserer Dienstleistungsangebote. Im Wildpark Tiergarten Weilburg, dem Wildpark Hanau-Wolfgang, dem Hessischen Forstmuseum und dem Umweltbildungszentrum Schatzinsel Kühkopf wurde dieses Ziel auch 2017 wieder mit der Zertifizierung der ServiceQualität Deutschland (SQD) gewürdigt. Als Lieferant von Wildfleisch sind wir für die Einhaltung strenger Hygienevorgaben zertifiziert: 2017 lieferten 18 Forstämter unter dem Qualitätssiegel „Gutes aus Hessen“ rund 110.000 Kilogramm hochwertiges Wildbret an regionale Abnehmer und Gastronomiebetriebe. Auf kurzen Wegen kommt so Wildfleisch höchster Qualität frisch auf den Tisch. 2.3 Forstbetriebsplanung Wir nutzen im Wald nicht mehr Holz, als nachwächst. 2017 waren das im Staatswald bei einem Zuwachs von sieben Kubikmeter je Hektar eine geerntete Holzmenge von sechs Kubikmeter je Hektar. Für uns beinhaltet Nachhaltigkeit aber weit mehr, als Zahlen wiedergeben können. Wer sich heute im hessischen Wald bewegt, der kann nicht nur Holz nutzen – er kann auch frische Luft genießen, die Natur bestaunen oder sich in natürlicher Umgebung beim Sport erholen. Der Wald vereint viele Funktionen unter einem Dach. Das gelingt, weil er stabil und gesund ist, weil viele Generationen von Försterinnen und Förstern sich allen Funktionen verantwortlich fühlten und den Wald für die Gesellschaft gestaltet haben. Genauso gehen wir unsere Aufgabe heute an, damit später auch unsere Enkel davon profitieren können. Dabei hilft uns die Forstbetriebsplanung. Sie legt in Betriebsplänen konkrete Pflegeziele für die nächsten zehn Jahre fest: In welche Richtung begleiten wir die Natur und was wollen wir im Wald bewegen? Unsere Spezialistinnen und Spezialisten bündeln für jeden Waldbestand die relevanten Informationen, damit die Waldpflege optimal auf die Bedürfnisse der Gesellschaft ausgerichtet werden kann. Denn nicht überall haben alle Funktionen gleiches Gewicht. Neben der Autobahn ist der Lärmschutz besonders wichtig, im Trinkwasser-Schutzgebiet hat die Filterfunktion des Waldbodens oberste Priorität und am Stadtrand ist insbesondere die Naherholung zu beachten. Im letzten Jahr wurden die Betriebspläne für insgesamt 31.036 Hektar Staatswald aktualisiert. Herausforderung und Balance. „Die Forstbetriebsplanung hat die herausfordernde Aufgabe, alle Funktionen des Waldes aufeinander abzustimmen und eine angemessene Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlich-kulturellen Zielen zu erreichen. Denn der Wald ist nicht nur Rohstofflieferant, sondern auch ein wichtiger Erholungsraum. Er ist Ökosystem und leistet zugleich wichtige Beiträge zum Klimaschutz.“ Priska Hinz, Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 18 Für die Erhaltung eines Nadelbaumanteils von über 40 Prozent sind dauerhaft gezielte Verjüngungsmaßnahmen erforderlich. 2.4 Klimawandel – eine Frage der Waldverjüngung Die Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel ist für HessenForst ein Thema von besonderer Bedeutung. So ist der Waldumbau weiterhin ein Bestandteil unserer waldbaulichen Strategien, die wir auf den Klimawandel hin ausgerichtet haben. Grundsätzlich setzen wir dabei auf Naturverjüngung. Hierbei dominieren jedoch einzelne Baumarten häufig das Verjüngungsgeschehen auf einer Fläche. Durch eine ergänzende Anpflanzung sollen vielfältige Mischwälder entstehen. Diese strukturreichen Wälder haben dem Klimawandel deutlich mehr entgegenzusetzen. Im Berichtsjahr wurden im Staatswald rund 1,3 Millionen Bäume auf einer Fläche von 640 Hektar gepflanzt. Dabei handelte es sich zum Beispiel um Eichen, die als besonders wärmetolerant gelten und sich zudem positiv auf die Erhaltung und Förderung der Biodiversität auswirken. Eine weitere gepflanzte Baumart war die Douglasie, die langfristig die Fichte auf problematischen Standorten ablösen soll, da sie voraussichtlich besser mit den Klimaveränderungen zurechtkommen wird. Darüber hinaus kann sie aufgrund ihres starken Wachstums einen sehr hohen Beitrag zur dauerhaften Speicherung von Kohlenstoff leisten. 19 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet Die Erhaltung eines Nadelbaumanteils von über 40 Prozent ist dauerhaft nur durch gezielte Verjüngungsmaßnahmen zu erreichen. Der Außenhandelssaldo beim Nadelholz für Deutschland beträgt seit einiger Zeit -5,5 Millionen Kubikmeter jährlich.* Das bedeutet, dass wir bereits jetzt enorme Mengen an Nadelholz aus dem Ausland importieren müssen, um den hiesigen Holzbedarf zu decken. Mit zunehmender ökologischer Orientierung im Bauwesen ist damit zu rechnen, dass dieser Bedarf weiter steigen wird. Um den illegalen Holzeinschlag in anderen Regionen dieser Welt nicht zu fördern und Transportwege kurz zu halten, ist es wesentlich, den Eigenversorgungsanteil des wichtigen Rohstoffes Holz mindestens auf gleichbleibendem Niveau zu halten. Nadelbäume sind aufgrund ihres relativ hohen Zuwachses für eine erhöhte Kohlenstoffspeicherung im Wald von Bedeutung. Darüber hinaus beeinflussen sie auch das Waldklima und die Wasserspende in besonderen Maßen. Ein deutlich höherer Teil des Niederschlages (gegenüber Laubbäumen) verbleibt bei Nadelbäumen im Kronenbereich. Dieses Wasser wird dort verdunstet. Zusammen mit der Abgabe von Terpenen führt die Verdunstung zu einer Abkühlung. In Fichtenbeständen kann so die Temperatur um mehr als zwei Grad gegenüber einem schattigen Platz außerhalb des Waldes abgesenkt werden. An die Waldluft abgegebene Terpene fördern zudem die Gesundheit, indem sie das menschliche Immunsystem stärken und die Anzahl an Keimen in der Luft deutlich reduzieren. Nadelhölzer von wesentlicher Bedeutung sind, neben der Fichte, die Kiefer, die Lärche und auch die Douglasie. In letzter Zeit erweitert die Weißtanne das Anbauspektrum, da sie im Vergleich zur Fichte etwas mehr Wärme verträgt und auf wechselfeuchten Standorten eine stabilere Alternative darstellt. Forstliche Forschung: Beispiel Naturwaldreservate Das Bundeskabinett hat 2008 die „Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ (DAS) beschlossen. In diesem Rahmen erarbeiten mehrere Forschungsgruppen Lösungsvorschläge und Handlungsempfehlungen, um dem Klimawandel in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu begegnen. Der Indikator „Baumartenzusammensetzung in Naturwaldreservaten“ erfasst die prozentuale Veränderung der Bestockungsdichte und der Anteile Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Buchenanteile in den Naturwaldreservaten deutlich zunehmen werden. * Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018 20 standortheimischer Baumarten. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, wie die betrachteten Baumarten ohne forstliche Maßnahmen auf ein verändertes Klima reagieren. Die Forschungsgruppe rund um das Sachgebiet Waldnaturschutz/Naturwaldforschung der NW-FVA wählte für die Studie drei Naturwaldreservate in Hessen für die aktuelle Berechnung des Indikators aus, die aufgrund der erwarteten Entwicklung der klimatischen Wasserbilanz voraussichtlich in unterschiedlicher Intensität vom künftigen Klimawandel betroffen sein werden. Auf Probeflächen ermittelt das Team in einem fünfjährigen Turnus die Brusthöhendurchmesser aller Bäume des lebenden Derbholzbestandes, das heißt Holz mit mehr als sieben Zentimeter Durchmesser. Anhand des Vergleichs mit Daten aus älteren Inventuren konnte so die jährliche Veränderung der Bestandesdichte und der Grundflächenanteile der Baumartengruppen berechnet werden. Die Bestandesdichte stieg im Untersuchungszeitraum signifikant an. Dies deutet darauf hin, dass bisherige klimatische Veränderungen die Vitalität der Bäume nicht beeinträchtigt haben. Der ebenfalls signifikante Anstieg des Buchenanteils stimmt mit vielen anderen Untersuchungen in Naturwaldreservaten überein. Für das Absinken des Eichenanteils dürfte neben Konkurrenzprozessen auch die Eichen-Komplexkrankheit verantwortlich sein. 21 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet 2.5 Waldpflege und nachhaltige Holznutzung Im Berichtsjahr hat HessenForst rund 1,7 Millionen Kubikmeter Holz geerntet. Dabei entnehmen wir dem Wald nicht mehr Holz als zuwächst. Durch diese langjährige Wirtschaftsführung ist im hessischen Staatswald insgesamt ein überdurchschnittlich hoher Holzvorrat mit großer Baumartenvielfalt entstanden. Gezielt haben wir den Wald im vergangenen Jahr auf 30.000 Hektar gepflegt. Das entspricht etwa zehn Prozent der bewirtschafteten Staatswaldfläche. Den ersten Pflegeeingriff nach dem Entwachsen aus der Kulturphase (Läuterung) führten wir auf einer Fläche von 3.190 Hektar durch. Ziel der Pflegemaßnahmen ist es, die Stabilität der Waldbestände zu erhöhen und besonders wertvolle Bäume zu fördern. In Jungbeständen asten wir Bäume mit besonders hoher Werterwartung, um diese zukünftig als Furnierholz zu nutzen. Das geschieht bevorzugt an Vogelkirsche, Lärche und Douglasie. Die Verjüngung des Waldes Zur Nachhaltigkeit gehört neben dem verantwortungsvollen Umgang mit den Holzvorräten auch die zielgerichtete Verjüngung 22 des Waldes. Dabei nutzen und lenken wir die natürlich ankommende Verjüngung, wo es möglich und sinnvoll ist. Eine große natürliche Verjüngungsdynamik entwickelt die unsere Wälder prägende Baumart Buche. Darüber hinaus hat der Landesbetrieb dort, wo keine geeignete Naturverjüngung zu erwarten ist, Pflanzungen und in ganz geringem Umfang auch Saaten durchgeführt. Holzproduktion Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren 2017 günstig, so dass wir die geplante Holzernte auch mit nahezu 100 Prozent erfüllen konnten. Größere Kalamitäten blieben 2017 aus. Auftretende Gewitterstürme richteten überwiegend in Nord- und Süddeutschland Schäden an, so dass der Bedarf der hessischen Sägewerke insbesondere nach weißer Fichte sehr hoch war. Die Pflege jüngerer Nadelholz- und Laubholzbestände konnte im Laufe des Jahres durch einen anziehenden Industrieholzmarkt wieder intensiviert werden. Gerade in diesen Altersstadien ist eine gezielte Pflege notwendig, um die zukünftigen Weichen der Waldentwicklung zu stellen. In der Holzernte lag daher der Schwerpunkt mit ca. 60 Prozent auf der Pflege von jungen und mittelalten Waldbeständen. Die übrigen 40 Prozent des Holzes stammen aus hiebsreifen Bestandesteilen. Sie wurden planmäßig als Einzelstämme entnommen, damit sich eine neue Waldgeneration unter dem Altholzschirm entwickeln kann. Ungeplante Holznutzungen, z. B. durch den Befall von Borkenkäfern, waren 2017 mit 16 Prozent etwas höher als im Vorjahr. 23 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet Abb.: 1: Erlöse in €/Festmeter im Staatswald seit 2005 Euro 120 110 100 90 80 70 60 50 40 30 20 Jahr 2005 ó 24 Eiche 2006 ó 2007 Fichte ó 2008 2009 Buche ó 2010 Kiefer ó 2011 Gesamt 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Zur Nachhaltigkeit gehört neben dem verantwortungsvollen Umgang mit den Holzvorräten auch die zielgerichtete Verjüngung des Waldes. Holzströme Größere Sägewerke verarbeiten zunehmend Standardsortimente, während kleine regionale Sägewerke sich eher auf Sondersortimente spezialisieren. HessenForst arbeitet erfolgreich sowohl mit größeren als auch kleineren örtlichen Kunden zusammen und stärkt so strukturschwache Regionen. Kurze Transportstrecken vom Wald zur weiterverarbeitenden Industrie wirken sich darüber hinaus positiv auf die CO2-Bilanz aus. Über alle Sortimente gesehen konnten wir 2017 ca. 55 Prozent der gesamten Holzernte an hessische Sägewerke verkaufen. Nur gerade einmal zwei Prozent gingen ins europäische Ausland und 0,2 Prozent wurden nach Übersee verkauft. Den Rest der geernteten Holzmenge lieferte HessenForst an Abnehmer aus anderen Bundesländern. 25 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet Tab.: 1: Rundholzimporte aus dem Ausland Bundesland Erntemenge (Festmeter) Einfuhr (Tonne) Einfuhr in % der gesamten Holzerntemenge Bewaldung (Prozent) Hessen 4.564.000 36.660 1 42 Bayern 15.652.000 1.610.267 10 37 Baden-Württemberg 8.210.000 311.951 4 38 Niedersachsen 4.089.000 156.716 4 25 NRW 3.292.000 304.637 9 27 Thüringen 2.383.000 180.601 8 34 Quelle: Weimar, H. (2016): Holzbilanzen 2013 bis 2015 für die Bundesrepublik Deutschland. Hamburg: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 25 p, Thünen Working Paper 57, DOI:10.3220/WP1463058733000 26 Entwicklung Holzmarkt Treibende Kraft der deutschen Wirtschaft war die Bauwirtschaft. Das hohe Umsatzwachstum der Baubranche aus dem Jahr 2016 wurde 2017 weiter fortgesetzt. Auf den Nadelschnittholzmärkten trat ab März 2017 eine deutliche Belebung der Nachfrage ein. Steigende Auftragseingänge und eine hohe Nachfrage nach Massensortimenten waren die Folge. Im September stieg die Nachfrage nach Buchenstammholz saisonbedingt deutlich an. Es gab jedoch keine erheblichen Preissteigerungen. Beim Eichenstammholz setzte sich im Verlauf des Berichtsjahres der Trend der sehr hohen Nachfrage fort, die das Angebot überstieg. Folglich konnten die Preise für Eichenstammholz gegenüber der letzten Saison deutlich angehoben werden (bis zu 15 Prozent). Diese Ausgangslage führte dazu, dass wir das Leitsortiment Fichtenstammholz bis zu zwei Euro je Festmeter höher anbieten konnten. Die gesteigerte Nachfrage nach Fichtenstammholz wirkte sich auch zum Jahresende positiv auf die Kiefer aus (plus ein Euro je Festmeter). Bei den Holzarten Lärche und Douglasie bewegten sich die Preise auf einem weiterhin hohen und stabilen Niveau. Selbst das Palettensortiment konnte um 1,50 Euro je Festmeter angehoben werden. 2016 stieß eine geringe Nachfrage nach Energieholz auf ein Überangebot an Industrieholz. Dadurch fiel der Industrieholzpreis deutlich. Im Berichtsjahr sind daher die Durchschnittserlöse über alle Holzarten etwas gesunken und lagen bei 62,62 Euro je Festmeter. Der Industrieholzmarkt hat sich im Herbst 2017 deutlich stabilisiert, so dass wir Preissteigerungen in allen Industrieholzsortimenten erzielen konnten, die sich aber erst 2018 auswirken werden. 27 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet Tab.: 2: Submissionen: Baumarten, Mengen und Durchschnittspreise der Saison 2016/2017 (Vorjahreswerte in Klammern) Wertholzplatz Angebotene Menge (Fm) Angebotene Holzarten Durchschnittlicher Erlös (€/Fm) Höchstgebot (€/Fm) Bergahorn 1.241 (233) 7.748 (469) Buche 210 (704) 210 (704) Eiche 597 (562) 1.239 (1.412) Elsbeere 224 (286) 286 (286) 168 (180) Esche 222 (234) 381 (278) 174 (193) Kirsche 132 (147) 314 (282) (155) (155) 229 (237) 246 (285) 95 (233) 95 (233) Jesberg 29 (14) 1 (2) 945 (675) 4 (1) (1) 17 (18) 1 (1) Jesberg gesamt Linde Roteiche Spitzahorn 2.479 (2.408) 558 (477) Jossgrund 5 (10) Thuja 400 (357) 400 (400) Douglasie 210 (205) 323 (288) 68 (62) Fichte 157 (169) 457 (464) 174 (193) Kiefer 132 (147) 314 (282) 413 (324) Lärche 317 (302) 893 (839) 18 (7) Strobe 126 (157) 150 (180) 997 (866) Eiche 237 (227) Schlüchtern 834 (1.117) Eiche 593 (489) 1.394 (1.429) Wettenberg 306 (206) Eiche 728 (701) 1.789 (1.710) 319 (271) Jossgrund gesamt Gesamt 28 4.616 (4.597) Zum Ersten …, zum Zweiten …, zum Dritten! Unsere waldbaulichen Strategien haben nach jahrelanger Pflege die Ernte von starkem Wertholz zum Ziel. Dabei ist viel Erfahrung notwendig, um den optimalen Erntezeitpunkt in Abhängigkeit vom Marktgeschehen und aktuellen Trends der weiterverarbeitenden Sägeindustrie zu bestimmen. Diese besonderen Bäume zu finden und aufzubereiten ist sehr aufwendig. Belohnt wird die Arbeit durch höhere Erlöse, wenn diese besonderen Stämme die richtigen Käuferinnen und Käufer gefunden haben. Wir verkaufen den größten Teil unserer sehr wertvollen Hölzer über selbst organisierte Submissionen. Das bedeutet, dass wir potenzielle Käuferinnen und Käufer auffordern, ein schriftliches Gebot für ein Los, das aus einem oder mehreren Stämmen bestehen kann, abzugeben. Auf großes Interesse stieß im Berichtsjahr vor allem Eichenstammholz. Mit Rekordergebnissen für diese Holzart, zum Beispiel bei der Submission im Forstamt Jesberg mit einem Plus von 17 Prozent gegenüber 2016, wird der Nachfragetrend der Vorjahre fortgesetzt. Die Ergebnisse für Eiche zählen, bei konstanter Angebotsmenge, zu den Spitzenergebnissen deutschlandweit. Insgesamt verkauften wir in der Saison 2016/2017 auf unseren vier Submissionen 4.616 Kubikmeter Wertholz. 29 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet Holzkundenbefragung 2017 Eine hohe Kundenzufriedenheit ist auch im Bereich der Holzvermarktung für uns ein wichtiges Ziel. Im Berichtsjahr ließen wir nach drei Jahren wieder 228 unserer umsatzstärksten Holzkunden von einem unabhängigen Institut befragen. Das Ergebnis: 70 Prozent unserer Kundinnen und Kunden sind mit uns zufrieden oder sehr zufrieden. Die übrigen 30 Prozent sind immer noch teilweise zufrieden. Wichtig waren uns neben den positiven Bewertungen für die Zusammenarbeit auch Hinweise auf konkrete Handlungsfelder, um die Kundenzufriedenheit auch in den nächsten drei Jahren weiter ausbauen zu können. Abb.: 2: Gesamtzufriedenheit unserer Holzkunden mit dem Geschäftsverhältnis Ergebnisse 2017 0% 0% 30 % 48 % 22 % 1% 7% 15 % 50 % 27 % 3% 4% 33 % 44 % 15 % überhaupt nicht zufrieden nicht zufrieden teilweise zufrieden zufrieden sehr zufrieden Ergebnisse 2014 Ergebnisse 2011 30 Regionale Wertschöpfung – HessenForst Unternehmertag Der Dialog mit heimischen Unternehmen ist für uns Bestandteil gut funktionierender und langfristiger Geschäftsbeziehungen. Am 3. November 2017 entstand dieser Austausch beim ersten HessenForst Unternehmertag mit Vertreterinnen und Vertretern der mechanisierten und motormanuellen Holzernte sowie der Holzrückung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich zu speziellen Fragestellungen der Holzernte, zur Qualifikation von Mitarbeitern nach den europäischen Motorsägenstandards und zu Zertifizierungssystemen der hessischen Waldflächen. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau klärte über Präventionsmaßnahmen bei der Waldarbeit auf und veranschaulichte anhand aktueller Unfallstatistiken das hohe Gefährdungspotenzial aller im Wald Beschäftigten. Ich komme gern zur Arbeit in den Wald. „Als Forstunternehmer ist für mich die Vorarbeit im Revier natürlich wichtig. Gut gekennzeichnete Bestände und Erschließungslinien helfen mir und meinen Beschäftigten, Holz effizient und schonend zu ernten. Bei HessenForst kann ich mich auf eine gute Vorbereitung verlassen. Der Kontakt zu Revierleitern und den Forstämtern ist partnerschaftlich und fair – ich komme gerne zur Arbeit in den Wald.“ Hartmut Zell, Zell-Forstmaschinenservice Brenn- und Energieholz Nach drei Jahren rückläufiger Nachfrage nach Brennholzprodukten kam der Abwärtstrend 2017 mit 143.000 verkauften Festmetern zum Erliegen. Bei der Baumart Buche ist der Verkauf sogar wieder leicht angestiegen. Gründe dafür sind ein um zeitweise 60 Prozent gestiegener Heizölpreis gegenüber Anfang 2016 und der Lagerabbau. Das Forstamt Frankenberg vermarktet seit nunmehr zwei Jahren den kompletten Verkauf von Brennholz an private Brennholzkundinnen und -kunden über ein Onlineportal. Das entlastet die Revierleitungen beim Brennholzverkauf in erheblichem Umfang, so dass das Beispiel Schule gemacht hat: Im Berichtsjahr wurde es von den Forstämtern Melsungen und Bad Hersfeld übernommen. 31 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet Holznutzung und Holzverwendung: vom Baum zur Kunst Nadel- sowie Laubhölzer haben eine große Verwendungsbreite: als Möbel, Papier, Brennholz – aber auch als Kunstobjekt. Olaf Holzapfels Beitrag „Trassen“ für die dokumenta14 präsentierte den Werkstoff Holz als das älteste Baumaterial. Gut fünf Meter hoch türmten sich die leuchtend bemalten Kanthölzer, die aus Douglasien des Reinhardswaldes von dem regionalen Sägewerk Holz-Otto, Waldkappel, eingeschnitten wurden. Die naturnahe Waldpflege sowie die Holzverarbeitung stehen für Ressourceneffizienz, lokale Wertschöpfung und Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung. Die documenta: Seit 1955 präsentiert die documenta in Kassel regelmäßig einen Querschnitt zeitgenössischer Kunst aus aller Welt. 2017 haben rund 890.000 Besucherinnen und Besucher die Ausstellung gesehen. Holz ist ein großartiger Werkstoff. Fachgerechter Holzbau garantiert Ressourceneffizienz, Klimaschutz durch CO2-Bindung und Energieeinsparung. Jede hessische Bürgerin und jeder hessische Bürger verbraucht im Jahr mehr als einen Kubikmeter Holz. 32 2.6 Jagdbetrieb und Wildtiermanagement Unsere Wälder bieten Lebensraum für eine vielfältige Tierwelt. Während die meisten dieser Tiere keinen negativen Einfluss auf den Wald ausüben, können beispielsweise Wiederkäuer wie Reh-, Dam- und Rotwild das Waldökosystem und den Forstbetrieb erheblich beeinträchtigen, indem sie die Triebe junger Bäume verbeißen und bei etwas älteren Bäumen die Rinde schälen. Für uns gilt: „Wald vor Wild“ – bis die Schalenwildbestände an die Lebensraumkapazität angepasst sind. Wir schöpfen alle rechtlichen und jagdpraktischen Möglichkeiten aus, um die waldbaulichen Ziele – auch mit Unterstützung durch die Jagd – dauerhaft zu erreichen. Wir haben die Verantwortung für eine staatliche Jagdfläche von rund 332.000 Hektar. Auf zwei Dritteln dieser Fläche üben wir die Jagd selbst aus – die sogenannte Regiejagd. Der Rest der Jagdfläche ist verpachtet. In der Regiejagd unterstützen uns zahlreiche private Jägerinnen und Jäger sowie Hundeführerinnen und Hundeführer, die an insgesamt 65 Prozent der Jagdstrecke beteiligt waren. Da wir in den vergangenen Jahren unsere Jagdkonzepte weiter verfeinert haben, konnten wir 2017 erneut gute Streckenergebnisse erzielen. Im Jagdjahr 2017 wurden die höchsten Jagdstrecken seit Bestehen des Landesbetriebes HessenForst erreicht: über 18.000 Rehe und über 3.000 Stück Rotwild wurden zur Strecke gebracht. Das Konzept gut organisierter Bewegungsjagden hat sich insbesondere mit der Erlegung von fast 11.000 Wildschweinen bestätigt. Damit konnte ein angemessener Beitrag zur Verringerung von Wildschäden in der 33 2 Unser Wald: Nachhaltig bewirtschaftet Abb. 3: Jagdstrecke in Stück 20.000 16.000 12.000 8.000 4.000 0 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Rehwild Schwarzwild Rotwild Landwirtschaft und zur Vorbeugung der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest geleistet werden. liegen die frischen Schälschäden in der Fichte bei 2,1 Prozent und in der Buche bei 1,1 Prozent. Einen ausschlaggebenden Beitrag zur Erfüllung des Abschusses bildeten die Bewegungsjagden. Mit der Beteiligung von Jagddienstleistern haben wir neue Wege beschritten, um folgende Ziele zu erreichen: Durch die Jagdausübung konnten wir 2017 insgesamt 612.000 Kilogramm hochwertiges Wildbret zur Verfügung stellen. HessenForst beliefert den Wildhandel und vermarktet das Wild direkt über die Forstämter. ó Erweitern der Methodenkompetenz auf der Fläche und Setzen neuer Impulse, ó Erfüllung unseres Qualifizierungsauftrags als lernende Organisation, ó Schaffung eines Entlastungseffekts in den Forstämtern. Trotz insgesamt leichter Verbesserungen liegen in den meisten Rotwildgebieten überhöhte Schälschäden vor. Die gesetzten Toleranzgrenzen von 0,5 Prozent bei jungen Buchen und 1,0 Prozent bei jungen Fichten werden dort überschritten. Im gesamten Landesbetrieb HessenForst 34 Neben der Jagd können wir die Fischerei an vielen kleineren Bächen und Stillgewässern und einigen Abschnitten größerer Flüsse nutzen. Diese Fischereirechte waren auch 2017 überwiegend an private Fischerinnen und Fischer oder Angelvereine verpachtet. Das Berichtsjahr schloss im Geschäftsfeld Jagd mit einem negativen finanziellen Ergebnis von rund 4,5 Millionen Euro ab. In diesem Ergebnis spiegeln sich der hohe zeitliche Aufwand der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die notwendigen Verbesserungen der Infrastruktur und die Investition in artenreiche und stabile Wälder wider. 2.7 Wertschöpfung im Geschäftsfeld Liegenschaften Jährlich investiert HessenForst rund fünf Millionen Euro in die bebauten Liegenschaften. Eine besondere Herausforderung stellt hierbei die Sanierung und Modernisierung von denkmalgeschützten Gebäuden dar, die eine nicht alltägliche Funktion erfüllen müssen. Hierzu zählt das am Wildpark Weilburg wiederaufgebaute Schmuckfachwerkgebäude aus dem Bestand des Hessenparks. Seit Errichtung ist das Gebäude Anlaufstelle für zahlreiche Wildparkbesucherinnen und -besucher. Das ehemalige Wohngebäude wird heute als Gaststätte genutzt. Nach Ablauf des Pachtvertrages Ende 2016 stand die längst überfällige Sanierung des Gebäudes an. Die Gaststätte sollte ein solides, modernes und einladendes Ambiente erhalten. Abstimmungsgespräche zwischen Denkmalpflege, Architekten und zahlreichen Fachplanern berücksichtigten den energetischen Sanierungsbedarf sowie die gestalterischen und funktionalen Änderungserfordernisse. Das Ergebnis kann sich nach einem Jahr Bauzeit sehen lassen. Das Gebäude besticht durch eine erweiterte Außenterrasse und eine harmonisch gestaltete Fassade. Barrierefreiheit, Wickelraum und die Gastroküche wurde auf den neusten Stand gebracht. Selbstverständlich legten wir auf die Verwendung von Holz besonderen Wert. Auch der Erhalt historischer Gebäude ist uns wichtig und gehört zum Nachhaltigkeitsgedanken. Zahlreiche Wildparkbesucher freuen sich über das zur Gaststätte umgebaute Wohnhaus (linkes Bild). 35 1 3.0 Naturschutz: Fülle und Vielfalt im Wald Die Beschäftigten von HessenForst verbindet die Leidenschaft für den Wald und die Natur. Unser Einfallsreichtum für den Erhalt und die Förderung von seltenen Tier- und Pflanzenarten ist dabei so bunt und reichhaltig wie eine Waldwiese. 3 Naturschutz: Fülle und Vielfalt im Wald 3.1 Naturschutz im Wald Wald und Wiesen Wir betreuen neben dem Wald eine große Anzahl von Waldwiesen. Diese Wiesen bereichern das Landschaftsbild, sie dienen dem Artenschutz und können gleichzeitig hochwertiges Futter für die Landwirtschaft liefern. Sie sind wahre Schatzkisten der Biodiversität – jedoch nur, wenn man sie entsprechend und bewusst pflegt. und ihre ökologischen und ökonomischen Eigenschaften zu bewerten und – wo möglich – aufzuwerten. Im Projektteam brachten Fachleute aus Forst, Landwirtschaft und Naturschutz ihr Wissen ein. Das Ergebnis ist ein Ratgeber, der das Handwerkszeug für erfolgreiches Wiesenmanagement beinhaltet. Um die positiven Wirkungen der Waldwiesen weiter zu verbessern, haben wir im Jahr 2014 das Projekt „Waldwiesen“ gestartet. Ziel war es, alle Waldwiesen im hessischen Staatswald zu erfassen Im Mai 2017 fand in Schotten ein gut besuchtes Symposium zum Waldwiesenprojekt statt, bei dem die Ergebnisse des Projekts vorgestellt und diskutiert wurden. Pilzraritäten gefunden Ideale Standortbedingungen und eine über viele Jahrzehnte maßvolle und nachhaltige Forstwirtschaft haben im westlichen Lahn-Dill-Bergland in der Umgebung von Dautphetal einen besonderen Wald entstehen lassen, der bezüglich seines 38 Artenreichtums und der Qualität seines Pilzvorkommens aus der Masse der umliegenden Waldflächen weit herausragt. Es ist sicher nicht zu hoch gegriffen, hier von einem Biodiversitäts-Hotspot zu sprechen. Vier wesentliche, gerade für die Fruktifikation seltener Pilzarten besonders wichtige Standortmerkmale zeichnen den nur etwa 10 Hektar großen, auf 360 bis 440 m Höhe gelegenen Buchenwald aus: seine wärmebegünstigte, südwestexponierte Steilhanglage, das basisch verwitternde Grundgestein (Diabas und sandiger Lehm), die überwiegend sehr nährstoffarmen Böden und der hohe Anteil alter Bäume. Dazu kommen die langjährige schonende Bewirtschaftung des Standorts mit Einzelbaumentnahme, der Verzicht auf Waldkalkungen und das Vermeiden von Bodenverdichtung. Dadurch entstand ein kleinräumiges Mosaik von ganz unterschiedlichen Habitaten, die einer Vielzahl von Pilzen, darunter auch etlichen sehr seltenen und geschützten Arten, einen Lebensraum bieten. Durch das Vorkommen seltener und besonderer Pilzarten ist dieser Wald inzwischen zu einem Anziehungspunkt für Pilzexpertinnen und -experten aus ganz Deutschland geworden. Ein Münchener Experte für Korallenpilze hat sogar eine Pilzart gefunden, bei der bisher noch nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie vielleicht völlig neu und wissenschaftlich noch gar nicht beschrieben ist (die genetischen Analysen stehen noch aus). So ein Fund kommt heutzutage in Deutschland nur noch außerordentlich selten vor. 39 3 Naturschutz: Fülle und Vielfalt im Wald Leuchttürme aus den Forstämtern Forstamt Darmstadt: Ein neuer SternmierenEichen-Hainbuchenwald für den Mittelspecht Hainbuchen in einen vormals durch Fichte geprägten Wald. Der Mittelspecht ist eine nach Anhang I der Europäischen Vogelschutzrichtlinie geschützte Art, für die Deutschland eine besondere Verantwortung hat. Der ideale Lebensraum dieses recht seltenen Vogels ist von grobborkigen Bäumen geprägt. Das Forstamt Darmstadt hat sich das Ziel gesetzt, weiteren Lebensraum zu schaffen und zu erhalten sowie bereits bestehende Habitate bestmöglich zu vernetzen. Hierfür pflanzten wir Stieleichen und Forstamt Wettenberg: Gezielte Waldpflege für das unscheinbare Grüne Besenmoos 40 Das Grüne Besenmoos (Dicranum viride) ist eine Art, deren Anwesenheit auf wenigen Quadratzentimetern im Wald nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Es kann leicht mit anderen Moosarten verwechselt werden – nur wenige Moos-Spezialisten sind überhaupt in der Lage, die Art eindeutig zu bestimmen. Das Besenmoosvorkommen im Laubacher Wald war lange Zeit unbekannt – weder den Moos-Spezialisten noch den Forstleuten. Es entwickelte sich dort, während der Wald bewirtschaftet und genutzt wurde. Ein Monitoring des Regierungspräsidiums Giessen bestätigte in 2009 das Vorkommen des Besenmooses im Laubacher Wald. Nachdem die zuständigen Forstleute über das Besenmoosvorkommen in 2012 informiert waren, wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt: Alle bekannten Bäume mit Vorkommen des Besenmooses sind seither mit Plaketten markiert. Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse in praktische Maßnahmen zu überführen, schulte HessenForst seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Forstämtern mit Besenmoosvorkommen. Die Försterinnen und Förster sind sensibilisiert. Sie berücksichtigen bei Waldpflegemaßnahmen die Bedürfnisse des Mooses zum Schutz der vorhandenen Population. Auch Waldflächen mit Besenmoosvorkommen können damit künftig fachgerecht behandelt werden: Je nach Situation bleiben Bereiche unberührt oder das Besenmoos wird gezielt gefördert – z. B. indem wir den Aufwuchs nahe der besiedelten Stämme beseitigen, um dem Moos ausreichend Feuchtigkeit und Lichtgenuss zu sichern. 41 3 Naturschutz: Fülle und Vielfalt im Wald Für uns ist es selbstverständlich, den Naturschutz im Blick zu haben. 42 Forstamt Herborn: Nahrungs- und Wohlfühloasen für den Schwarzstorch Forstamt Hofbieber: Wohnungsbau mit System – Horstschutzmanschetten und Nisthilfen Stillwassertaschen an Bächen entwickeln ihre eigene Dynamik und für sie ganz typische Lebensgemeinschaften. Sie dienen als Ruhezone für die sonst in fließenden Gewässern stehenden Fischarten wie Bachforelle oder Groppe oder als Habitat für Molche und Frösche. An vier ausgewählten Stellen des Donsbachs im Forstamt Herborn wurden solche Stillwasserbereiche geschaffen. Sie liegen neben dem eigentlichen Bachbett und füllen sich dann mit Wasser, wenn der Donsbach mindestens mittelmäßig Wasser führt. Bei Niedrigwasser ist die Verbindung zwischen Bach und den Stillgewässern unterbrochen. Für den Schwarzstorch sind diese Stillgewässer eine willkommene Abwechslung: Fisch-to-go! Das Nest eines Schwarzstorchpaares wird über Jahre hinweg immer wieder genutzt, ausgebessert und vergrößert. Nicht selten hat es einen Durchmesser von eineinhalb Metern und eine Höhe von bis zu 50 Zentimetern. Dass diese großen Nester auch mal absturzgefährdet sein können, liegt in der Natur der Sache. Im Rahmen des Artenhilfskonzeptes für den Schwarzstorch betreut das Forstamt Hofbieber seit vielen Jahren die Schwarzstorchvorkommen im Forstamtsgebiet. Im Februar 2017 verstärkte das Team des Forstamtes vor der Ankunft der Altstörche ein vom Absturz bedrohtes Nest mit zusätzlichen Streben und schnitt die im Anflugbereich störenden Äste frei. Und noch einen Trick um die Schwarzstorchbrut zu schützen wendeten die Förster an: sie legten eine Horstschutzmanschette um den Stamm der Brutbäume, um die Nester vor kletterfähigen Raubsäugern zu bewahren. Tab. 3: Schutzgebiete im Staatswald Natura 2000 Natura-2000-Gebiete (FFH* und VSG** überschneidungsfrei) Waldfläche (ha) 149.168 Weitere Schutzgebiete Naturschutzgebiete Nationalpark Kellerwald-Edersee (Gesamtfläche 5.738 ha) Kernflächen für natürliche Waldentwicklung 15.036 5.593 25.634 Biosphärenreservat 9.181 Kühkopf-Knoblochsaue 1.653 Naturwaldreservate 1.262 * Flora-Fauna-Habitat ** Vogelschutzgebiete 43 3 Naturschutz: Fülle und Vielfalt im Wald 3.2 Arten- und Habitatpatenschaften Waldmoore im Forstamt Burgwald Das Vorkommen von Waldmooren und vermoorten Talzügen auf engstem Raum im zentralen Burgwald ist einzigartig in Hessen. Einige seltene, an Moore gebundene Pflanzen und Tiere sind nur noch hier zu finden. Zur Evaluierung und Weiterführung der seit Jahren vom Forstamt durchgeführten Pflegemaßnahmen zur Verbesserung der Moorbiotope wurden 2016/2017 Fachgutachten durch ein Planungsbüro erstellt. Im Rahmen des Klimaschutzplans und der Biodiversitätsstrategie setzt das Forstamt Burgwald die priorisierten Maßnahmen nunmehr in den vermoorten Talzügen auf wissenschaftlicher Grundlage um. In vielen Fällen handelt es sich um die Beseitigung von Gehölzen, die die Moorentwicklung behindern. Oft geht es aber auch darum, in der Vergangenheit angelegte Entwässerungsgräben wieder zu verschließen. 44 Die Drainageeinrichtungen erweisen sich heute als Problem für den Naturschutz, weil es sehr aufwendig ist, die Gräben zu verfüllen und langfristig zu beseitigen. Erstmals Habitateignungskarte für die Bechsteinfledermaus im Forstamt Romrod Im Mai 2017 kartierte ein Fachmann für Tierökologie und Naturbildung in unserem Auftrag das Vorkommen der Bechsteinfledermaus im Staatswald des Forstamts Romrod. Ziel der Untersuchung war es, Strukturen in Waldbeständen zu ermitteln, die für das Vorkommen der Art von besonderer Bedeutung sind. Durch Verhören mit Detektoren, ergänzende Netzfänge und Besenderung einzelner Tiere wurden die Bestände im Staatswald Romrod ermittelt, die den Habitatansprüchen der Fledermaus besonders entgegenkommen. So entstehen Das Vorkommen von Waldmooren und vermoorten Talzügen auf engstem Raum im zentralen Burgwald ist einzigartig in Hessen. langfristig Karten, die die Verbreitungswahrscheinlichkeit der Bechsteinfledermaus in den Wäldern des Vogelsbergs flächenhaft darstellen. Für eine aussagefähige Habitateignungskarte sind allerdings noch weitere Untersuchungen in anderen Waldbereichen des Forstamtes erforderlich, die 2018 erfolgen sollen. Diese Methode soll später auf andere Waldstandorte in Hessen übertragen werden. Erfolgreiche Zusammenarbeit mit der AGAR im Forstamt Jossgrund Hinweise von Spezialisten sind uns immer willkommen. Erst recht, wenn wir dadurch den Grundstein einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit für eine bedrohte Tierart legen können. So geschehen im Forstamt Jossgrund: an mehreren Stellen lichteten wir besonnte Waldbereiche auf, nahmen Waldränder zurück und stellten Flächen in Naturschutzgebieten frei. Davon profitiert die Kreuzotter, die in Hessen vom Aussterben bedroht ist. Nur noch kleine Populationen haben sich im südöstlichen Vogelsberg und im Spessart erhalten. Seit 13 Jahren kombinieren wir im Forstamt Jossgrund biotopverbessernde Maßnahmen für die Kreuzotter sowohl mit forstlichen Betriebsarbeiten als auch gezielt über Einzelmaßnahmen. Das verspricht vor allem dann Erfolg, wenn kontinuierlich in diesen Schlüsselgebieten weitergearbeitet wird. Die positiven Auswirkungen des umgesetzten Kreuzotterschutzes konnten uns die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Hessen e. V. (AGAR) bestätigen. Die Kreuzotter ist in Hessen vom Aussterben bedroht. Nur noch kleine Populationen haben sich im südöstlichen Vogelsberg und im Spessart erhalten. 45 1 4.0 Unsere Verantwortung: Sicherung der Waldfunktionen Wie Lebensadern schlängeln sich die Wege durch den Wald. Sie sind Voraussetzung für viele Erholungsuchende, um den Wald von allen Seiten entdecken zu können. Auf diesen Lebensadern fließt aber auch Energie: in Form von Holz und Strom aus Windrädern. 4 Unsere Verantwortung: Sicherung der Waldfunktionen 4.1 Erholung im Wald – die besondere Beziehung zur Natur Jeder Tag im Wald ist anders – selbst bei Regenwetter ist er schön. Erholungsuchende können die von HessenForst gepflegten 12.000 km Waldwege frei benutzen. Täglich machen Tausende Menschen hiervon Gebrauch: zum Beispiel beim Joggen, beim Radfahren oder einfach nur beim Spazierengehen. Die meisten Waldbesucherinnen und -besucher kommen in die Natur, um die Ruhe und die Schönheit des Waldes zu genießen, um den Alltag hinter sich zu lassen. HessenForst pflegt nicht nur die Waldwege als Lebensadern des Waldes – unser Landesbetrieb unterhält auch den Wildpark „Alte Fasanerie“ in Hanau sowie den „Wildpark Tiergarten Weilburg“. Hier können Besucherinnen und Besucher hautnah Wildtiere beobachten: beispielsweise Hirsche, Luchse und Bären, Elche und Wölfe. Mit den beiden Wildparken nehmen wir an Erhaltungs- und Nachzuchtprogrammen bestimmter Tierarten für den Erhalt der genetischen Vielfalt teil. An den Wildpark in Weilburg sind außerdem ein Auswilderungsprojekt „Wildkatze“ und eine „Auffang- und Pflegestationen“ für ausgesetzte oder erkrankte Tiere angeschlossen. 48 49 4 Unsere Verantwortung: Sicherung der Waldfunktionen Ein wesentliches Element des hessisches Energiekonzeptes der Landesregierung ist die Windenergie. 4.2 Energiewende Im Jahr 2050 soll Strom in Deutschland ausschließlich aus erneuerbaren Quellen kommen. Das ist das Ziel von Gesellschaft und Politik. Wir setzen die energiepolitischen Ziele der Landesregierung um und stellen die in den Teilregionalplänen Energie ausgewiesenen Vorranggebiete für den Ausbau der Windenergie zur Verfügung. Aktuell speisen 96 Windenergieanlagen im hessischen Staatswald 50 mit rund 266 Megawatt Leistung Strom in das Energienetz ein. Diese ersetzen konventionelle Energieträger und sparen auf diesem Wege im Jahr rund 575.000 Tonnen CO2 ein. Sie leisten damit einen Beitrag, um dem Klimawandel zu begegnen und unsere Wälder und Ökosysteme zu erhalten. Weitere 16 Windenergieanlagen mit rund 50 Megawatt Leistung werden derzeit im Staatswald errichtet. Tab. 4: Ausgewählte Waldfunktionen im hessischen Staatswald Schutz- und Erholungsfunktion Hektar Prozent der Waldfläche Vogelschutzgebiete 96.209 28,0 FFH-Gebiete 88.964 25,9 Naturschutzgebiete 15.036 4,4 Nationalpark 5.593 1,6 Biosphärenreservat 9.181 2,7 16.517 4,8 Wasserschutzgebiete 122.302 35,5 Wald mit Erholungsfunktion (inkl. rechtliche) 135.973 39,5 Wald mit Klima-, Lärm-, Sichtschutzfunktion 107.452 31,2 80.699 23,5 1.289 0,4 Schon-, Schutz-, Bannwälder Wald mit Bodenschutzfunktion Bodendenkmäler (inkl. Limes Weltkulturerbe) Modernisierung von Forsthäusern Neben der Herkunft der Energie ist auch der Verbrauch wesentlich für die Minderung des CO2-Ausstoßes. Wir arbeiten deshalb konsequent an der energetischen Sanierung unseres Gebäudebestandes. Auch die Heizenergie für unsere Forstamts-Dienstgebäude wollen wir vollständig aus regenerativen Brennstoffen gewinnen. Durch den Einbau von Biomasse-Heizsystemen und den Bezug von Biogas haben wir dieses Ziel bereits zu 85 Prozent umgesetzt. 51 1 5.0 Unsere Dienstleistungen: Kompetenzen für andere Unser Angebot an den kommunalen und privaten Waldbesitz ist gesetzlich verankert. Es umfasst unter anderem die Waldpflege, kompetente Beratung zu Fragen rund um Wald, Holzbereitstellung, Naturschutz, Verkehrssicherung und Erholung. 5 Unsere Dienstleistungen: Kompetenzen für andere Änderungen unausweichlich: Vorgaben des Bundeskartellamts werden zu einem Strukturwandel im Holzverkauf führen. 5.1 Auf dem Prüfstand Das Jahr 2017 war sowohl für uns als auch für die betreuten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer geprägt durch einen intensiven Austausch. Zum einen erfolgte im Frühjahr 2017 aufgrund geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen eine Anpassung der Beförsterungskosten für den betreuten Körperschaftswald, zum anderen hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf am 15. März 2017 den Beschluss des Bundeskartellamtes zur Rundholzvermarktung in Baden-Württemberg weitgehend bestätigt. Darin wurde dem Land untersagt, für nichtstaatliche Forstbetriebe mit einer Waldfläche > 100 Hektar Holz zu verkaufen und forstliche Tätigkeiten durchzuführen. Baden-Württemberg hatte daraufhin Revision vor dem Bundesgerichtshof eingelegt. Das gesamte Verfahren betrifft zwar zunächst ausschließlich das Land Baden-Württemberg, dennoch hat sich die erste Beschlussabteilung des Bundeskartellamtes im September an das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gewandt: In einem Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums wurden mögliche, aus dem Beschluss zu ziehende Schlussfolgerungen für Hessen erörtert. Das Bundeskartellamt hatte verdeutlicht, dass vom Land Hessen umgehende Anstrengungen erwartet werden, die Holzvermarktung auch in Hessen kartellrechtskonform auszugestalten. 54 Umweltministerin Priska Hinz hatte daraufhin im Rahmen einer Sitzung des Landesforstausschusses im September 2017 eine Arbeitsgruppe „Zukunft der Holzvermarktung in Hessen“ eingerichtet. Sie hatte dieses Vorgehen in Gesprächen mit den kommunalen Spitzenverbänden und dem Hessischen Waldbesitzerverband erörtert und grundsätzliche Übereinkunft erzielt, dass im anstehenden Prozess das Einheitsforstamt erhalten werden soll. Im Ergebnis wurden seitens des Umweltministeriums grundlegende Änderungen für die Auftragslage des Landesbetriebs vorgezeichnet: HessenForst soll sich künftig auf die Holzvermarktung aus dem Staatswald sowie aus betreuten Forstbetrieben < 100 Hektar konzentrieren. Betriebe > 100 Hektar sind grundsätzlich aufgefordert, eigene Wege für die Holzvermarktung zu finden. Unabhängig von der Holzvermarktung werden wir – entsprechend unserer Gemeinwohlverpflichtung – die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den kommunalen und privaten Waldbesitzern bei Beauftragung gerne und zuverlässig fortsetzen. 5.2 Betreuung von Körperschaftswaldbetrieben Im Jahr 2017 gestaltete die Hessische Landesregierung eine neue Basis für die Zusammenarbeit zwischen körperschaftlichen Waldbesitzern und HessenForst. Aufgrund geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen und der durch Wahlentscheid 2011 in der Hessischen Verfassung aufgenommenen Schuldenbremse greift ab dem Jahr 2020 ein Neuverschuldungsverbot. Mit der finanziellen Neuausrichtung ist die Vorgabe verbunden, künftig für Leistungen im Bereich der Privat- und Körperschaftswaldbetreuung, die bisher fast vollständig aus Landesmitteln beglichen wurden, angemessene Kostenbeiträge zu erheben. In einer Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus den kommunalen Spitzenverbänden, dem Hessischen Waldbesitzerverband, Vertreterinnen und Vertretern der Fachabteilung des zuständigen Ministeriums und der Landesbetriebsleitung HessenForst wurden verschiedene Berechnungsmodelle erörtert. Ziel war es, Transparenz, Planbarkeit und Kostendeckung herzustellen und mit dem modularen System ein tragfähiges Fundament zu errichten, das auch Konformität und Analogie zum Privatwald bietet. Den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern steht es frei, HessenForst mit der Betreuung ihrer Wälder zu beauftragen und damit das gesamte Portfolio unserer forstlichen Kompetenz zu nutzen. Auch im Berichtsjahr vertraute uns die überwiegende Zahl der hessischen Städte und Gemeinden sowie anderer Körperschaften des öffentlichen Rechts die Betreuung ihres Waldes an. Im Vergleich zu den Vorjahren blieb die Gesamtwaldfläche dieser betreuten Betriebe weitestgehend konstant. Die forstfachliche Betriebsführung erbrachte den Körperschaften einen Überschuss von 22 Millionen Euro für ihre Haushalte (2016: 18,4 Millionen Euro). Die durchschnittliche Holzerntemenge pro Hektar lag bei rund 4,9 Kubikmetern (2016 ca. 5 Kubikmeter pro Hektar). Als Landesbetrieb sind wir dem Gemeinwohl besonders verpflichtet und setzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den kommunalen und privaten Waldbesitzern bei Beauftragung gerne und zuverlässig fort. 55 5 Unsere Dienstleistungen: Kompetenzen für andere 5.3 Privatwaldbetreuung – Pflege von Waldeigentum in vielgestaltiger Form Damit Wälder ihre vielfältigen Aufgaben für die Gesellschaft übernehmen können, müssen sie kontinuierlich gepflegt und bewirtschaftet werden. Kleinteilige Besitzstrukturen und mangelhafte Erschließung der Waldflächen können dies jedoch erheblich erschweren. Wir haben als Landesbetrieb die Aufgabe, private Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei der Betreuung ihres Waldes fachlich zu unterstützen. Dabei gehört es zu unserem Selbstverständnis, unseren Kundinnen und Kunden eine vollumfängliche forstfachliche Betreuung zur Verfügung zu stellen. Die Schwerpunkte der Waldbewirtschaftung sind dabei so unterschiedlich wie die Privatwaldbesitzerinnen und Privatwaldbesitzer selbst: Die nachhaltige Holzproduktion ist eine wichtige Einnahmequelle. Doch auch Naturschutzaspekte sowie die Betreuung von Infrastruktur sind unseren Kunden häufig ein wichtiges Anliegen. Unsere Forstämter stellen bei der Betreuung konsequent sicher, dass die vielfältigen gesetzlichen Vorgaben und Zertifizierungsstandards eingehalten werden. Weiter beraten sie auch zu naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen, forstfachlichen Gutachten oder wenn sonstige Unterstützungsleistungen gewünscht werden. Privaten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern steht es frei, einen Dienstleistungsvertrag mit HessenForst zu schließen. Wünscht eine Waldbesitzerin oder ein Waldbesitzer dies nicht, stehen wir ihr oder ihm selbstverständlich für allgemeine Auskünfte zur Verfügung. Im Rahmen des Vertrages können forstbetriebliche Leistungen wie die alljährliche Wirtschaftsplanung, die Mitwirkung bei der Beantragung forstlicher Fördermittel oder die Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflicht in Anspruch genommen werden. Weiter kann eine Waldbesitzerin oder ein Waldbesitzer das jeweils zuständige Forstamt mit der Umsetzung von forstbetrieblichen Maßnahmen beauftragen. Dies ist auch losgelöst von Holzerntemaßnahmen oder der zusätzlich vertraglich zu vereinbarenden Holzverkaufszuordnung möglich. 56 Im betreuten Privatwald konnten wir durch die Waldpflege 2017 rund 318.000 Kubikmeter Rundholz bereitstellen. HessenForst ist dabei stets bestrebt, die bestmögliche Wertschöpfung für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zu erzielen. Private Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer haben die Möglichkeit, nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch unsere mobilen Waldbauernschulen zu lernen. Der Landesbetrieb fördert damit Arbeitssicherheit und zeitgemäße Waldwirtschaft im hessischen Privatwald, aber auch Selbstständigkeit und Professionalität der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer. Zugleich trägt HessenForst damit insbesondere auch dem vorbeugenden Unfallschutz Rechnung. Im Berichtsjahr haben wir 1.432 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 183 Lehrgängen geschult. Lernen in der mobilen Waldbauernschule: wir fördern Arbeitssicherheit und zeitgemäße Waldwirtschaft. 57 5 Unsere Dienstleistungen: Kompetenzen für andere 5.4 Consulting – weltweit unterwegs für den Wald Mit unserem Consulting-Team stellen wir unser Fachwissen für die Durchführung forstlicher Entwicklungsprojekte in aller Welt zur Verfügung. Seit vielen Jahren leisten wir auf diese Weise Beiträge zur Umsetzung der Ziele der deutschen und europäischen Entwicklungszusammenarbeit. 2017 berieten hessische Förster Forstverwaltungen in Indonesien, Kenia, Kolumbien, der Mongolei, Peru, Tatarstan, Serbien, Uruguay und Vietnam. Unser größter Auftraggeber ist derzeit das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), das die Projekte in Kenia, Serbien, Uruguay und Vietnam finanziert. Projektbeispiel Mongolei Wir unterstützen seit 2013 im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die Mongolei beim Aufbau einer forsttechnischen Ausbildung, bei der Entwicklung eines nationalen Zertifizierungssystems und 58 einer nationalen Gesetzgebung für forstliches Vermehrungsgut. In diesem Rahmen absolvierten 14 mongolische Forstschullehrer und Vertreter der Forstverwaltungen einen maßgeschneiderten vierwöchigen Intensivkurs „Nachhaltige Waldbewirtschaftung“, der von unserem Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) in Weilburg konzipiert und durchgeführt wurde. Zeitgleich berieten Experten in der Mongolei die beginnenden Reformprozesse im Forstsektor. Projektbeispiel Uruguay Seit 2015 berät einer unserer Experten im Auftrag des BMEL die Generaldirektion Forsten im uruguayischen Landwirtschaftsministerium bei der Entwicklung einer nationalen Naturwaldstrategie. Wir begleiten die Modernisierung des staatlichen Saatgutzentrums und leisten Beiträge zur Erhaltung der genetischen Vielfalt des stark gefährdeten Naturwaldes in Uruguay. 5.5 Maßnahmenpläne in FFH-Gebieten Im Auftrag der oberen Naturschutzbehörden erstellen wir Maßnahmenpläne für die Wälder in Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebieten. Mittlerweile sind alle Gebiete beplant und die ersten Maßnahmenpläne stehen zur Evaluation und Überarbeitung an. Durch die Maßnahmenplanung wurden wichtige Schutzgüter, FFH-Lebensräume und -Arten für alle Beteiligten verstärkt in das Zentrum gerückt. Die zahlreichen damit verbundenen Ortstermine, Abstimmungsgespräche und „Runden Tische“ mit betroffenen Eigentümern, Pächtern, Behörden und den örtlichen Akteuren der Naturschutzverbände haben die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Naturschutzarbeit eindeutig gestärkt! Für das Management der großflächigen Schutzgebietskulissen konnten sich neue Netzwerke bilden, die die Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen transparent und verbindlich festlegten. Ein Mehrwert für die Biodiversität „Jetzt kommt es auf uns alle an! Um einen Mehrwert für die Biodiversität zu schaffen, müssen wir die FFH-Maßnahmenpläne zeitnah umsetzen.“ Gunther von Lorentz, Maßnahmenplaner aus dem Forstamt Hofbieber 59 5 Unsere Dienstleistungen: Kompetenzen für andere 5.6 Waldpädagogik – raus in den Wald … ! 2017 haben wir in unseren Forstämtern über 119.000 Kindergartenkinder, Schülerinnen und Schüler, Jugendliche sowie Erwachsene waldpädagogisch begleitet. Mit unseren Angeboten ermöglichen wir Naturerlebnisse, vermitteln Wissen und fördern Kompetenzen im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Der Wald als faszinierender Lern- und Erfahrungsraum veranschaulicht einzigartig, wie wir diese Ressource über Generationen hinweg erhalten können. Die vier hessischen Jugendwaldheime sind Beispiel für eine außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), dem Land Hessen und HessenForst. Bereits im Jahr 1974 wurde das erste hessische Jugendwaldheim in Hasselroth eröffnet. Es folgten die Jugendwaldheime „Meißner“ bei Hessisch-Lichtenau (1981), „Petershainer Hof“ bei Schotten (1989) und „Weilburg“ im Stadtteil Odersbach (2005). Fünftes Hessisches Waldpädagogikforum: Schule der Zukunft – Bits und Bytes im Lernort Wald? Der Frage, ob und wie digitale Medien und Waldpädagogik zusammengeführt werden 60 können, ging das fünfte Waldpädagogikforum in Weilburg nach. Zusammen mit dem hessischen Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) waren wir Gastgeber für über 100 Expertinnen und Experten aus der Umweltbildung. Alle zwei Jahre bietet dieses Forum einen Raum, um neue Trends und aktuelle Entwicklungen zu diskutieren. Die Medienpädagogen und Filmemacher Astrid und Wilfried Brüning verdeutlichten die Unterschiede in der Wahrnehmung der realen und der digitalen Welt. Sie betonten, dass die digitale Revolution unumkehrbar und es wichtig sei, unseren Kindern Medienkompetenz zu vermitteln, damit sie Herr in ihren Köpfen bleiben und sie die Medien bestimmen und nicht umgekehrt. Wasser – Wunder – Wald: Umweltkonsultation in Hofgeismar Rund 90 Jugendliche und junge Erwachsene, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst absolvieren oder im Bundesfreiwilligendienst aktiv sind, nahmen an der Umweltkonsultation 2017 teil. Der Wald ist ein komplexes, faszinierendes Ökosystem – doch ohne Wasser funktioniert hier nichts. Referentinnen und Referenten sowie die Teilnehmenden an der Umweltkonsultation beleuchteten den Wald aus forstwirtschaftlicher, erlebnispädagogischer, spiritueller und ökologischer Sicht. Nachmittags wurde es dann praktisch: Die Workshops im Wald reichten von einer Schreibwerkstatt über meditative Naturerfahrungen bis zum praktischen Arbeitseinsatz im Feuchtbiotop. Ziel war, die jungen Menschen zum Thema Wald und Wasser vertieft zu informieren sowie verschiedene Perspektiven auf diesen komplexen Bereich zu eröffnen. Die Umweltkonsultation fand in Kooperation mit der evangelischen Akademie Hofgeismar, dem Zentrum für Freiwilligendienst in Kassel und dem Umweltbeauftragten der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck statt. Eintauchen in die faszinierende Welt des Waldes „In unseren vier Jugendwaldheimen ermöglichen wir jungen Menschen einen besonderen Zugang zur Natur. Ich freue mich immer wieder zu sehen, wie Kinder und Jugendliche den Wald erleben, wie sie sich selbst erfahren und soziale Kompetenzen stärken.“ Alice Rosenthal, Mitarbeiterin des Sachbereichs Waldpädagogik 61 1 6.0 Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Die Nachhaltigkeit des Waldes sowie seine Nutz-, Schutz- und Erholungswirkungen wurzeln in forstlichen Köpfen. Langfristiges Denken und Zukunftsvorsorge brauchen motivierte Menschen, die sich darum kümmern. 6 Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft bauen wir auf zufriedene, kompetente und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 6.1 Personal gewinnen! Auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft bauen wir auf zufriedene, kompetente und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Ziel unserer Personalpolitik ist es, diese Voraussetzung auf Dauer zu gewährleisten – angesichts des demografischen Wandels und der Veränderungen des wirtschaftlichen, rechtlichen sowie gesellschaftspolitischen Umfelds ein ehrgeiziger Anspruch! Deshalb verfolgen wir den stetigen Ausbau unserer Arbeitgeberattraktivität durch verlässliche Einstellungszahlen, die Rezertifizierung als familienfreundlicher Betrieb, die Fortentwicklung unserer Personalentwicklungskonzepte sowie die Ausweitung unserer Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote. Einer der Belege für den Erfolg der gewählten Ansätze ist, dass wir die in der Personalplanung bis 2025 vorgesehenen Einstellungszahlen weitgehend erreicht, in einzelnen Bereichen sogar übertroffen haben. Mit Stand vom 31.12.2017 haben wir die Zielgröße des Personalkonzepts HessenForst 2025 in allen Beschäftigtengruppen erreicht oder übertroffen. Im gehobenen Forstdienst haben wir die Zielgröße weitgehend erreicht. Wir wissen, dass der Einstellungskorridor für diese Beschäftigtengruppe von 20 auf 22 erhöht werden müsste, um die Zielzahlen zu erreichen, und wir sind auch bereit dazu. Aber wir wollen bei der Qualifikation – aus Verantwortung für uns alle und für unsere Aufgaben als HessenForst – keine Abstriche zulassen. 64 6.2 Aus-, Fort- und Weiterbildung HessenForst ist ein familienfreundlicher Arbeitgeber und bietet verlässliche berufliche Perspektiven für Beschäftigte und Nachwuchskräfte. Außerdem erfüllen wir einen Bildungsauftrag für die forstlichen Berufsfelder in Hessen und darüber hinaus. ó Im Jahr 2017 konnten wir 24 junge Männer auf dem Weg zu ihrer Forstwirtprüfung begleiten. 32 Anwärterinnen und Anwärter haben erfolgreich die Laufbahnprüfung für den gehobenen Forstdienst abgeschlossen, neun Referendarinnen und Referendare bestanden die Große Forstliche Staatsprüfung. Zwei Auszubildende haben die Prüfung als Verwaltungsfachangestellte abgelegt. ó 2017 haben 20 Freiwilligendienstleistende sowie 110 Schulpraktikantinnen und -praktikanten bei HessenForst einen Einblick in die forstliche Arbeitswelt erhalten. Wir haben damit ihre Berufswahl unterstützt und in vielen Fällen ein Fundament für eine nachgelagerte Ausbildung gelegt. ó Es ist uns wichtig, unsere Beschäftigten optimal und individuell auf ihrem Weg zu begleiten. Deswegen bieten wir ihnen vielfältige Möglichkeiten an, sich beruflich weiterzuentwickeln: Vorbereitungslehrgänge auf die Verwaltungsfachwirtprüfung sowie Forstwirtschaftsmeister- und Führungskräfteentwicklungslehrgänge sind Beispiele für solche Angebote. ó Allen Beschäftigten steht außerdem unser internes Bildungsprogramm zur Verfügung, das im Wesentlichen dazu dient, Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten in den forstlichen Aufgabenbereichen zu vermitteln bzw. zu aktualisieren. Nebenbei erwähnt: Das Forstliche Bildungszentrum (FBZ) in Weilburg wurde 2017 eindrucksvolle 75 Jahre alt! 1942 als „Ausbildungslager für die deutsche Waldarbeit“ gegründet und nach dem Krieg als „Lehrbetrieb für Waldarbeit“, später als „Versuchs- und Lehrbetrieb für Waldarbeit und Forsttechnik“ weitergeführt, ist das heutige FBZ die zentrale forstliche Bildungseinrichtung des Landesbetriebs. Eine lange Tradition, auf die wir sehr stolz sind. 65 6 Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 6.3 Vereinbarkeit von Beruf und Familie Wer sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmert, weiß, wie wichtig ein familienfreundliches Arbeitsumfeld ist. Wir möchten unsere Beschäftigten dabei unterstützen, Berufs- und Familienleben bestmöglich zu vereinbaren. Angebote wie flexible Gleitzeit, individuelle Teilzeitmodelle und alternierende Telearbeit sind bei uns längst etabliert. Seit mehreren Jahren arbeiten wir daran, die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Sinne von Betrieb und Beschäftigten beständig weiterzuentwickeln, und seit 2014 trägt HessenForst für dieses Engagement das Zertifikat „audit berufundfamilie“. 2017 fand unter Mitwirkung von Beschäftigten aller Tätigkeitsbereiche die Re-Auditerung statt. Insgesamt brachten 38 Kolleginnen und Kollegen aus 19 Dienststellen ihre Erfahrungen und Ideen in die Re-Auditierung ein. In zwei Workshops wurden strategische Ziele, Handlungsspielräume und -grenzen diskutiert und anschließend konkrete Maßnahmenvorschläge zur Umsetzung in den kommenden drei Jahren gesammelt und in Zielvereinbarungen verankert. Ein Gutachterteam des audit berufundfamilie hat sowohl die Fortschritte der vergangenen drei Jahre als auch die neuen Ziele begutachtet und ein positives Prüfergebnis rückgemeldet. Am 20. Juni 2017 wurde das Zertifikat für die Re-Zertifizierung in Berlin übergeben. 6.4 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) Als Arbeitgeber sind wir bestrebt, Beschäftigten, die in den letzten zwölf Monaten länger als sechs Wochen arbeitsunfähig erkrankt waren, frühzeitig die Möglichkeit zur Wiedereingliederung aufzuzeigen. Dabei gilt es, die Interessen des Arbeitgebers und der Beschäftigten ausgewogen zu wahren. 2017 haben 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein BEM-Verfahren in Anspruch genommen. Insgesamt führten die durchgeführten BEM-Verfahren mit Maßnahmen, die die individuellen Herausforderungen berücksichtigten, zu guten Resultaten. Bei Beschäftigten in der Verwaltung und im forstlichen Außendienst haben wir beispielsweise die Gestaltung von Arbeitsplatz und -zeit individuell anpassen können, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft Aufgaben wahrnehmen können. 66 6.5 Arbeitssicherheit Der Wald ist für Waldbesucherinnen und Waldbesucher ein Raum der Ruhe und Erholung. Für die Beschäftigten von HessenForst aber auch Arbeitsort. Die bewusst naturnah entwickelten Waldflächen bergen durch ihren Strukturreichtum, hohe Totholzanteile und eine extensive Erschließung ein höheres Gefahrenpotenzial für die Beschäftigten als etwa plantagenartige Produktionsflächen. Diese zu Gunsten einer naturnahen Waldentwicklung in Kauf genommenen Risiken werden durch die unterschiedlichsten Witterungseinflüsse im Jahresverlauf jeweils noch verstärkt. Von besonderer Bedeutung ist für HessenForst insbesondere die Gestaltung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, die unmittelbar mit handwerklichen Tätigkeiten in der Waldpflege und Holzernte beauftragt sind. Eine wesentliche Kenngröße ist die Anzahl meldepflichtiger Unfälle pro 1.000 Beschäftigte. Der Wert für die sog. 1.000-Mann-Quote sank im Jahr 2017 auf 110 Unfälle (Vorjahr: 118 Unfälle) und liegt damit auch unter dem 5-Jahres-Durchschnitt (116 Unfälle). Eine Gegenüberstellung mit der entsprechenden Kennzahl für die übrigen Beschäftigten im Landesbetrieb HessenForst verdeutlicht aber, dass sinkende oder über Jahre hinweg stabile Unfallzahlen keinesfalls Anlass sein dürfen, das Bemühen um eine weitere Verbesserung der Arbeitssicherheit zu vermindern. Das Unfallgeschehen bei den Beamten und Tarifbeschäftigten (TV-Hessen) bewegt sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Im Jahr 2017 liegt die 1.000-Mann-Quote hier bei 15 Unfällen (Vorjahr: 16) und entspricht damit exakt dem 5-Jahres-Durchschnitt in dieser Beschäftigtengruppe. 67 6 Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Im unmittelbaren Vergleich wird deutlich, dass die Unfallrisiken dieser zwei Beschäftigtengruppen erheblich voneinander abweichen und die bewusste Gestaltung der Arbeitssicherheit insbesondere in der Waldarbeit weiterhin eine zentrale Aufgabenstellung auf allen Betriebsebenen bleibt. Damit bei dieser gesamtbetrieblichen Aufgabenstellung auch wirtschaftliche Aspekte angemessen berücksichtigt werden, haben wir im Jahr 2017 einige bislang dezentral organisierte Tätigkeiten durch zentrale Lösungen ersetzt. Insbesondere die allgemeine Gefährdungsbeurteilung und die daraus resultierenden Betriebsanweisungen stellen wir seit 2017 zentral bereit. In Abstimmung mit dem Gesamtpersonalrat wurde zudem eine neue Vereinbarung zur Ausstattung der Beschäftigten mit Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) vorbereitet. Die PSA berücksichtigt nun u. a. auch den 68 forstlichen Außendienst, wurde insgesamt an den aktuellen Stand der Technik angepasst, um weitere Elemente ergänzt und wird zukünftig weitgehend über zentrale Lieferanten beschafft. Die grundlegenden Bedingungen für sichere und gesunde Arbeitsverhältnisse konnte HessenForst 2017 weiter verbessern. Ergänzt durch ein ebenso sicherheitsorientiertes Verhalten aller Beschäftigten können wir Unfälle und deren Folgen so zukünftig weiter verringern. HessenForst ist mit seinem Arbeitsschutzmanagement weiterhin ein attraktiver Beratungspartner für Forstbetriebe und forstliche Dienstleistungsunternehmen. 2017 kam unsere Arbeitsschutzberatung 369 Beschäftigten anderer Arbeitgeber (5-Jahresdurchschnitt: 357 Personen) zugute. 6.6 Organisationsentwicklung Unser Leitsatz „Kontinuität im Wandel“ prägte die Organisationsentwicklung auch im Jahr 2017. Insbesondere die wettbewerbskonforme Neuordnung des Holzverkaufs für von HessenForst betreute Kommunal- und Privatwaldbetriebe wurde zu einem wichtigen Arbeitsfeld. Parallel dazu führten wir die Umsetzung der Vereinbarung HessenForst_2025 mit der betriebsweiten Einführung systematischer KVP-Arbeit (KVP: Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) konsequent fort. Bis zum Jahresende konnten wir alle Dienststellen planmäßig in dieses Veränderungskonzept einbinden. Auf dem Weg zur „lernenden Organisation“ werden die Beschäftigten von HessenForst inzwischen durch rund 70 speziell ausgebildete KVP-Trainerinnen und -Trainer begleitet. Dieses engagierte Team aus Nebenamtlichen konnten wir im Jahr 2017 weiter ausbauen und auch mit drei hauptamtlichen KVP-Trainerinnen verstärken. Diese Unterstützung wird bei den KVP-Teams auf Dienststellenebene sehr geschätzt. Aus der Bearbeitung von betriebsweit rund 250 KVP-Themen liegt inzwischen ein solider Erfahrungsschatz in der KVP-Arbeit vor. Die Erfolge dieser Arbeit gilt es zu verstetigen; aus Fehlern können wir die nötigen Lehren ziehen. Der mit dem KVP-Konzept beschrittene Weg befähigt uns als Betrieb zunehmend, dynamisch auf den Wandel in Wald und Gesellschaft zu reagieren. Unser Leitsatz „Kontinuität im Wandel“ prägte die Organisationsentwicklung auch im Jahr 2017. 69 1 7.0 Finanzielle Ergebnisse Wir freuen uns, auch 2017 auf ein zufriedenstellendes Jahr zurückblicken zu können. 7 Finanzielle Ergebnisse Der Wert der hessischen Waldgrundstücke und Waldbestände, sowie der sonstigen Grundstücke und Gebäude, betrug 2017 rund 123,71 Millionen Euro. 7.1 Vermögens- und Finanzlage Der Landesbetrieb verfügt zum 31.12.2017 über ein Anlagevermögen im Wert von 2.522,12 Millionen Euro – vgl. Bilanzbericht im Tabellenanhang (2016: 2.522,15 Millionen Euro). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um das Infrastrukturvermögen (2.385,98 Millionen Euro), das insbesondere das hessische Waldvermögen (Wert der Waldgrundstücke und -bestände) beinhaltet, sowie um sonstige Grundstücke und Gebäude (123,71 Millionen Euro). Das Umlaufvermögen umfasst insbesondere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 134,47 Millionen Euro (2016: 139,90 Millionen Euro), davon 91,85 Millionen Euro aus Transferausgleich, 30,67 Millionen Euro Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie weitere 11,13 Millionen Euro Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Letztere beinhalten im Wesentlichen kurzfristige Forderungen aus dem Verkauf von Rohholz sowie aus Beförsterungsentgelten. Des Weiteren beinhaltet das Umlaufvermögen die Vorräte in Höhe von insgesamt 9,73 Millionen Euro (2016: 15,65 Millionen Euro). Das Vorratsvermögen umfasst insbesondere das noch unverkaufte Rohholz sowie unfertige Leistungen aus Kompensationsmaßnahmen. 72 Unter den Rückstellungen (25,46 Millionen Euro) werden hauptsächlich Personalrückstellungen für nicht in Anspruch genommenen Urlaub (9,96 Millionen Euro), Altersteilzeit (1,00 Millionen Euro) und Lebensarbeitszeitkonten (11,34 Millionen Euro) ausgewiesen. Bei den Verbindlichkeiten wird eine konzeptionelle Besonderheit der Neuen Verwaltungssteuerung des Landes Hessen (NVS) erkennbar. In einer Gesamthöhe von 2.532,06 Millionen Euro repräsentieren sie zum überwiegenden Teil das hessische Waldvermögen sowie das sonstige Anlagevermögen, das als nicht rückzahlbare Verbindlichkeit in Höhe von 2.519,27 Millionen Euro gegenüber dem Land Hessen geführt wird und im Wesentlichen konstant bleibt. Von zunehmender Bedeutung sind die erhaltenen Anzahlungen in Höhe von 6,75 Millionen Euro (2016: 6,70 Millionen Euro). Diese enthalten im Wesentlichen Vorleistungen auf Holzkaufverträge sowie Kompensationsmaßnahmen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,82 Millionen Euro (2016: 2,16 Millionen Euro) sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen in Höhe von 2,53 Millionen Euro (2016: 2,64 Millionen Euro), nehmen sich demgegenüber gering aus. 7.2 Ertragslage Im Einvernehmen mit dem Hessischen Rechnungshof erfolgte im Geschäftsjahr 2017 die erstmalige Anwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes vom 23. Juli 2015 (BilRUG). Infolge der Einführung des BilRUG ergaben sich geänderte Strukturen in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst und sind nicht mehr mit denen des Nachhaltigkeitsberichtes 2016 vergleichbar. Die Summe der Erträge beinhaltet überwiegend Holzgelderlöse und die Produktabgeltungserlöse (vergleiche Auszug aus der Gewinn- und Verlustrechnung im Tabellenanhang, Tab. 19). Die Summe der Erträge belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 auf 203,89 Millionen Euro (2016: 216,90 Millionen). Dies entspricht einem Rückgang von 6 Prozent. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen negative Bestandsveränderungen 73 7 Finanzielle Ergebnisse sowie gesunkene sonstige Erträge. Mit 1,737 Millionen Erntefestmeter lag die Holzvermarktungsmenge im Geschäftsjahr 2017 über dem Niveau des Vorjahres (1,696 Millionen Erntefestmeter). Durch die gestiegene Holzvermarktungsmenge konnten die gesunkenen durchschnittlichen Holzgelderlöse je Erntefestmeter mehr als kompensiert werden. Der Gesamtumsatz der Rohholzproduktion beträgt 107,53 Millionen Euro (2016: 105,74 Millionen Euro). Insgesamt belaufen sich die Umsatzerlöse auf 159,73 Millionen Euro (2016: 157,01 Millionen Euro). Für die von HessenForst auf Basis des Leistungsplans erstellten Produkte und Leistungen mit öffentlichem Nutzen erhält der Landesbetrieb vom Landtag ein Entgelt in Form einer Produktabgeltung. Die Produktabgeltung ist ein dem Umsatz gleichgestellter Erlös und beläuft sich im Geschäftsjahr 2017 auf 45,21 Millionen Euro (2016: 46,81 Millionen Euro). Dabei werden die zu erbringenden Leistungsmengen sowie die dazugehörigen Preise im Zuge der Planung des Landeshaushalts zwischen HessenForst (Leistungserbringer) und der Landesregierung (Auftraggeber) vereinbart. Die Bestandsveränderungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2017 auf -5,92 Millionen Euro (2016: 1,29 Millionen Euro). Sie betreffen im Wesentlichen unfertige Leistungen für Kompensationsmaßnahmen sowie fertige Erzeugnisse von eingeschlagenem Rohholz. Die Vorratsbestände von Rohholz bewegen sich dabei in einem gewöhnlichen markt- und witterungsbedingten Schwankungsbereich. Insbesondere bedingt durch gesunkene Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen liegen die sonstigen Erträge mit 4,42 Millionen Euro unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2016 (10,99 Millionen Euro). Insbesondere gesunkene Aufwendungen für die Verwaltungstätigkeit führten im Geschäftsjahr 2017 zu einem Rückgang der Summe der Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr (206,20 Millionen Euro) um 0,6 Prozent auf 204,91 Millionen Euro. Die Aufwendungen für Verwaltungstätigkeit belaufen sich dabei auf 76,05 Millionen Euro nach 80,53 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016. Dies entspricht einem Rückgang von 5,6 Prozent, der im Wesentlichen aus einer mengenbedingten Verringerung der Holzerntekosten in der Rohholzproduktion resultiert. Tariferhöhungen im Angestelltenbereich führten im Geschäftsjahr 2017 zu einem Anstieg der Personalaufwendungen um 1,82 Millionen Euro auf 119,06 Millionen Euro. Die Höhe der Abschreibungen liegt mit 6,29 Millionen Euro geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres (6,56 Millionen Euro). 74 Im Bereich der sonstigen Aufwendungen ist insbesondere bedingt durch höhere Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen ein Anstieg um 1,63 Millionen Euro auf 3,50 Millionen Euro zu verzeichnen. Insgesamt beläuft sich das Verwaltungsergebnis (Summe der Erträge abzüglich Summe der Aufwendungen) auf -1,02 Millionen Euro nach 10,69 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis der gewöhnlichen Verwaltungstätigkeit beinhaltet neben dem Verwaltungsergebnis das Finanzergebnis in Höhe von -0,34 Millionen Euro (-0,36 Millionen Euro). Letzteres enthält im Wesentlichen Aufwendungen aus der Auf- bzw. Abzinsung von Rückstellungen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Verwaltungstätigkeit beträgt -1,36 Millionen Euro nach 10,33 Millionen Euro im Vorjahr. Die Steuern beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Grundsteuer und Kfz-Steuer. Unter den Aufwendungen aus Gewinnabführung werden Abführungen an den allgemeinen Landeshaushalt ausgewiesen. Die Veränderungen der Rücklagen von HessenForst spiegeln sich in den Erträgen aus der Auflösung sowie den Aufwendungen aus der Zuführung von Rücklagen wider. 75 7 Finanzielle Ergebnisse 7.3 Tabellenanhang Ergebnisse im Staatswald 2017 Tab. 5: Holzernte im hessischen Staatswald 2017 Baumartengruppe Stammholz Industrieholz X/FE* gesamte Holzerntemenge Festmeter Schadholzanteil Prozent Buche 201.962 273.452 112.934 588.348 9 Eiche 38.049 26.842 19.449 84.340 14 Fichte 537.613 126.846 57.282 721.741 26 Kiefer 231.904 47.127 28.527 307.558 7 1.009.528 474.267 218.192 1.701.987 16 Gesamt *nicht aufgearbeitetes Derbholz Tab. 6: Geschäftsfeld Rohholz 2017 2016 Holzvorrat in Mio. Efm 72,3 72,3 Zuwachs in Mio. Efm 2,23 2,22 Nutzung in Mio. Efm 1,70 1,87 19 12 gepflanzte Bäume in Tsd. Stück 1.300 1.520 Erlöse in Mio. € 101,6 109,7 Kosten in Mio. € 100,5 104,0 1,2 5,7 davon kalamitätsbedingt in Prozent Ergebnis in Mio. € 76 Tab. 7: Geschäftsfeld Nebenerzeugnisse 2017 2016 ca. 15.000 ca. 15.000 234.356 220.807 Erlöse in Mio. € 2,3 2,5 Kosten in Mio. € 1,7 2,1 Ergebnis in Mio. € 0,5 0,3 2017 2016 10 197 Anzahl Gebäude 354 357 davon Verwaltungsgebäude 237 238 davon extern vermietet 117 119 Erlöse in Mio. € 14,7 14,0 Kosten in Mio. € 5,3 6,1 Ergebnis in Mio. € 9,4 7,3 2017 2016 28,9 27,7 32.628 29.128 davon durch Beteiligung privater Jäger in Prozent 65 62 Erlöse in Mio. € 6,0 5,9 Kosten in Mio. € 10,5 9,9 -4,50 -3,85 Anzahl Energieholzkunden Vermarktungsmenge Energieholz in m³ Tab. 8: Geschäftsfeld Liegenschaften Änderung Eigentumsfläche in ha Tab. 9: Geschäftsfeld Jagd Anteil verpachtete Jagdfläche in Prozent Erlegungen Schalenwild (Regiejagd) Ergebnis in Mio. € 77 7 Finanzielle Ergebnisse Tab. 10: Umweltsicherung und Erholung 2017 2016 Natura 2000-Gebiete in ha 149.168 148.184 Naturschutzgebiete in ha 15.036 15.363 Nationalpark in ha 5.593 5.548 Kernflächen in ha 25.634 25.532 Bodenschutzkalkung in ha 5.123 4.210 Besucheranzahl Wildparks ca. 305.000 284.651 135.973 138.946 Erlöse einschließlich Produktabgeltung in Mio. € 16,3 17,7 Kosten in Mio. € 15,4 14,9 0,9 2,3 Wald mit Erholungsfunktion (inkl. rechtliche) in ha Ergebnis in Mio. € Tab. 11: Verteilung der Erlöse bei der Staatswaldbewirtschaftung in Prozent Geschäftsfeld/Erlöse 2017 2016 Rohholz 81,6 83,0 1,8 1,9 11,8 10,6 4,8 4,5 100 100 Nebenerzeugnisse Liegenschaftsmanagement Jagd Gesamt Tab. 12: Verteilung der Kosten bei der Staatswaldbewirtschaftung in Prozent Geschäftsfeld/Kosten 2017 2016 Rohholz 85,1 85,2 Nebenerzeugnisse 1,5 1,7 Liegenschaftsmanagement 4,5 5,0 Jagd 8,9 8,1 100 100 Gesamt 78 Tab. 13: Jagdstrecke im Staatswald 2017 Rehwild Abschuss/100 ha Rotwild Abschuss/100 ha 2016 Plan Ist Plan Ist 15.483 18.046 15.385 17.989 6,4 7,5 6,3 7,4 3.246 3.064 3.044 2.916 1,6 1,5 1,4 1,4 Tab. 14: Windkraft im Staatswald Status 2017 2016 96 62 266 160 versorgte 4-Personen Haushalte 174.545 112.727 CO2-Einsparung (t/Jahr) 493.056 318.432 Anlagen im Bau 16 33 MW-Leistung 50 100 versorgte 4-Personen Haushalte 29.091 60.000 CO2-Einsparung (t/Jahr) 82.176 169.488 weitere Anlagen unter Vertrag 149 145 MW-Leistung 480 435 versorgte 4-Personen Haushalte 270.909 263.636 CO2-Einsparung (t/Jahr) 765.264 744.720 Anlagen in Betrieb MW-Leistung Berechnungsgrundlagen: Erzeugter Strom: 6000 MWh/a pro Windenergieanlage Stromverbrauch pro Haushalt: 3,3 MWh/a Minderungsfaktor CO2 je MWh: 0,856 79 7 Finanzielle Ergebnisse Ergebnisse des Gesamtbetriebs 2017 Tab. 15: Finanzen 2017 2016 Summe Erträge in Mio. € 203,9 215,0 Summe Aufwendungen in Mio. € 204,9 206,2 - 1,0 8,8 Jahresergebnis in Mio. € 0,2 14,9 Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Mio. € 0,2 -3,5 -2,9 -2,4 2,2 3,0 2017 2016 Verwaltungsergebnis in Mio. € Cash-Flow aus Investitionstätigkeit in Mio. € Investitionsquote in Prozent Tab. 16: Bilanzbericht (Angaben in Euro) Aktivseite A. Anlagevermögen 2.522.122.746,50 2.522.145.886,17 B. Umlaufvermögen 144.501.601,95 155.877.599,23 C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.606.384,91 2.669.813,52 2.669.230.733,36 2.680.693.298,92 2017 2016 Bilanzsumme Passivseite A. Eigenkapital B. Sonderposten für Investitionen C. Rückstellungen D. Verbindlichkeiten E. Rechnungsabgrenzungsposten Bilanzsumme 80 104.342.911,66 117.011.945,92 2.852.856,13 2.727.651,67 25.464.222,27 24.489.798,58 2.532.057.535,55 2.531.697.285,66 4.513.207,75 4.766.617,09 2.669.230.733,36 2.680.693.298,92 Tab. 17: Verteilung der Erlöse auf die Produkte in Prozent Produkterlöse (ohne Produktabgeltung) 2017 2016 79,2 81,0 Forsthoheit und sonstige öffentliche Aufgaben 0,2 0,3 Produkte 3, 4, 6, 8 und Externe Leistungen 3,7 3,7 Gesetzliche Dienstleistungen im Kommunal- und Gemeinschaftswald 9,0 7,9 Umweltsicherung und Erholungsfunktion im Staatswald 2,1 1,3 Zwischenbehördliche Leistungen 5,8 5,8 100 100 2017 2016 57,6 58,8 5,2 9,1 Produkte 3, 4, 6, 8 und Externe Leistungen 12,2 12,0 Gesetzliche Dienstleistungen im Kommunal- und Gemeinschaftswald 13,6 8,8 Umweltsicherung und Erholungsfunktion im Staatswald 7,5 7,2 Zwischenbehördliche Leistungen 3,9 4,2 100 100 Staatswaldbewirtschaftung Summe Tab. 18: Verteilung der Kosten auf die Produkte in Prozent Produktkosten Staatswaldbewirtschaftung Forsthoheit und sonstige öffentliche Aufgaben Summe 81 7 Finanzielle Ergebnisse Tab. 19: Auszüge aus der Gewinn- und Verlustrechnung (Angaben in Euro) Gewinn- und Verlustrechnung 2017 2016 28.875,69 143.157,77 Erträge aus Verwaltungstätigkeit, Umsatzerlöse 205.364.367,85 204.471.891,93 c) davon Umsatzerlöse 159.730.954,10 157.007.074,08 e) davon Produktabgeltung 45.213.953,00 46.810.905,00 +/- Bestandsveränderungen/Aktivierte Eigenleistungen -5.924.856,61 1.292.061,55 + Sonstige Erträge 4.417.812,23 10.989.989,96 = Summe Erträge 203.886.199,16 216.897.101,21 - Aufwendungen für Verwaltungstätigkeit 76.051.754,30 80.531.693,53 - Personalaufwand 119.062.536,53 117.237.588,07 - Abschreibungen 6.291.859,08 6.557.681,82 - Sonstige Aufwendungen 3.500.282,87 1.875.174,58 = Summe Aufwendungen 204.906.432,78 206.202.138,00 = Verwaltungsergebnis -1.020.233,62 10.694.963,21 + Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 9.572,29 19.226,68 - Zinsen und ähnliche Aufwendungen 347.375,38 383.315,38 = Finanzergebnis -337.803,09 -364.088,70 = Ergebnis der gewöhnlichen Verwaltungstätigkeit -1.358.036,71 10.330.874,51 - Steuern 1.186.022,97 1.122.521,69 - Aufwendungen aus Gewinnabführung 10.000.000,00 10.000.000,00 = Jahresergebnis vor Rücklagenbildung -12.544.059,68 -791.647,18 + Erträge aus der Auflösung von Rücklagen 12.717.572,22 15.831.298,40 - Aufwendungen aus der Zuführung von Rücklagen 0,00 137.165,38 = Jahresergebnis 173.512,54 14.902.485,84 Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen + 82 Tab. 20: Betreute Kommunal- und Gemeinschaftswaldbetriebe 2017 2016 Kommunalwaldbetriebe 443 443 Gemeinschaftswaldbetriebe 308 308 83 7 Finanzielle Ergebnisse Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tab. 21: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2017 2016 2.071 2.118 122 128 105.195 106.386 Personalintensität in Prozent 59,7 57,6 Arbeitsunfälle je 1.000 Waldarbeiter 110 118 Fort- und Weiterbildungstage je Mitarbeiter 2,5 3,2 Frauenquote in Prozent 20 20 Teilzeitquote in Prozent 12,7 12,4 Beschäftigte insgesamt davon in Ausbildung Gesamtleistung je Mitarbeiter* in € * Vollzeitäquivalente Tab. 22: Anzahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2017 höherer Dienst* Anzahl Frauenanteil in % 154 11,7 gehobener Dienst* 766,9 12,3 mittlerer Dienst* 233,2 69,0 Waldarbeiter/-innen* 619,8 1,0 122 23,4 1.895,9 16,3 höherer Dienst (Personenzahl) 164 14,3 gehobener Dienst (Personenzahl) 795 14,3 mittlerer Dienst (Personenzahl) 324 74,5 Waldarbeiter/-innen (Personenzahl) 666 1,2 in Ausbildung (Personenzahl) 122 23,4 2.071 20,0 in Ausbildung* Gesamt* Gesamt (Personenzahl) * Vollzeitäquivalente 84 Tab. 23: Abgeschlossene Ausbildungen 2017 Anzahl Forstreferendar/-innen Frauenanteil in % 9 22 Technische Forstoberinspektoranwärter/-innen 32 28 Auszubildende zum/zur Forstwirt/-in 24 0 Auszubildende zum/zur Verwaltungsfachangestellten 7 71 Sonstige Ausbildungsberufe (Tierpfleger, Mechaniker) 0 0 Tab. 24: Unfälle TV-H und Beamte 2017 2016 2015 2014 2013 Durchschnitt Anzahl meldepflichtiger Unfälle 19 20 20 17 20 19,2 Anzahl je tausend Beschäftigte (TV-H und Beamte) 15 16 15 13 15 14,8 %-Anteil leichter Unfälle (4 – 20 Ausfalltage) 68 70 65 88 60 70,2 %-Anteil mittelschwerer Unfälle (21 – 45 Ausfalltage) 16 20 20 12 15 16,6 %-Anteil schwerer Unfälle (46 – 90 Ausfalltage) 11 10 15 0 20 11,2 %-Anteil sehr schwerer Unfälle (mehr als 90 Ausfalltage) 5 0 0 0 5 2 Befund zur Unfallschwere 85 7 Finanzielle Ergebnisse Tab. 25: Unfälle TV-Forst (Forstwirte und Forstwirtschaftsmeister) 2017 2016 2015 2014 2013 Anzahl Meldepflichtige Unfälle 76 87 64 76 105 81,6 Anzahl je tausend Beschäftigte bei allen Betriebsarbeiten 110 118 87 106 145 113,2 Anzahl je 1 Mio. produktiver Arbeitsstunden bezogen auf alle Betriebsarbeiten 107 116 82 103 136 108,8 Anzahl je 1 Mio. produktiver Arbeitsstunden bezogen auf die motormanuelle Holzernte 141 159 120 121 223 152,8 11.147 10.458 14.013 14.223 7.391 11.446,4 Aufgearbeitete Holzmenge in Erntefestmeter, bei der sich statistisch betrachtet ein meldepflichtiger Arbeitsunfall ereignet. Durchschnitt Abb.: 4: Anzahl der betreuten Forstwirte/Betriebe 2013 – 2017 Arbeitsschutzberatung 300 273 276 272 261 250 2017 245 2016 2015 200 2014 2013 150 100 88 93 99 95 106 102 105 104 99 82 50 23 25 25 23 20 0 Forstwirte – kommunal 86 Forstwirte – Dienstleister Stadt/Gemeinde Dienstleister mit für Forsten zuständiger Abteilung Kreisausschüsse, Magistrate mit für Forsten zuständiger Abteilung und der Funktion als Obere Forstbehörde Regierungspräsidien Nationalparkamt KellerwaldEdersee Forstämter Dienststellen Waldentwicklung und Umwelt Forstliches Bildungszentrum Wildparks Forstmuseum Arboretum Info-Zentrum (HFT) HessenForst Technik Forstbetrieb und Dienstleistungen Darre und Großkamp teilweise mit Nebenbetrieben und der Funktion als Untere Forstbehörde Personal und Finanzen Leiter Landesbetriebsleitung (LBL) Landesbetrieb HessenForst Interne Revision Regionalleitung mit der Funktion als Oberste Forstbehörde und Aufsichtsbehörde über den Landesbetrieb HessenForst Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) (gemeinsame Dienststelle der Länder Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt, SchleswigHolstein) Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) Landesbetriebskommission Betriebs- und Kundenstruktur HessenForst 2017 87 Unternehmensentwicklung und Forschung Presse und Information Impressum Herausgeber: Landesbetrieb HessenForst Bertha-von-Suttner-Straße 3 34131 Kassel Bad-Wilhelmshöhe Tel.: 0561 3167-0 Fax: 0561 3167-101 landesbetrieb@forst.hessen.de Verantwortlich: Michael Gerst Gesamtredaktion: Michelle Sundermann, Petra Westphal Gestaltung: design.idee, büro für gestaltung, Erfurt Herstellung: Bonifatius GmbH Druck – Buch – Verlag, Paderborn Bildnachweis: Titel: S. Eifert; Umschlagklappe innen: L. Karner; S. 4: Hess. Umweltministerium/S.Feige; S. 5: A. Fischer; S. 6/7: M. Mahrenholz; S. 8: F. Reinbold; S. 11: M. Arzberger (oben links), L. Karner (oben rechts); S. 12/13: S. Eifert; S. 14: N. Hahnel (links), L. Möller (rechts), S. 15: emer/StockAdobe.com (oben), M. Kalinka (unten); S. 16: M. Delpho (oben), K.-H. Burkhardt (unten); S. 17: Fotohaus Kerstin Sänger; S. 18: C. Schulze; S. 19: M. Mahrenholz; S. 20: Philipp Gabrys/StockAdobe.com; S. 21: P. Westphal; S. 24: M. Delpho; S. 25: M. Mahrenholz; S. 26: M. Delpho, S. 27: F. Reinbold; S. 29: T. Schäfer (oben), photocrew/StockAdobe.com (unten); S. 31: H. Zell; S. 32: M. Mahrenholz (links); S. 33: M. Stadtfeld; S. 35 (links): J. Stroh, S. 35 (rechts): K. Eidam; S. 36/37: B. Mordziol-Stelzer; S. 38: Dr. M. Theiss; S. 39: M. Mahrenholz; S. 40: Stefan Ott/Piclease (links); S. 41 M. Gerst (rechts); S. 42: S. Eifert; S. 44: C. Unglaube; S. 45: Hans Glader/Piclease (links), A. Büchner (rechts), petra b./ StockAdobe.com (unten); S. 46: kasto/StockAdobe. com S. 48: maxpro/Shutterstock.com; S. 50: F. Löw; S. 52/53: S. Eifert; S. 54: F. Reinbold; S. 56: Smileus/StockAdobe.com S. 57: L. Postl; S. 58: B. Battuvshin; S. 59: S. Usta; S. 60: A. Weber (links), A. Schilling (rechts); S. 61: A. Weber (oben) A. Rosenthal (unten); S. 62/63: F. Reinbold; S. 64: T. Schäfer; S. 65: FBZ/HessenForst (beide); S. 67: M. Mahrenholz; S. 68: F. Reinbold; S. 69: HessenForst (links), M. Mahrenholz (rechts); S. 70/71: C. Schulze; S. 72: M. Delpho; S. 73: A. Schilling (links), S. Eifert (Mitte), W. Weizel (rechts); S. 83: F. Reinbold; Rückseite: F. Reinbold Adressen der Dienststellen Highlights 2017 08. September 75 Jahre Forstliches Bildungszentrum 15. September Über 30 geladene Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Forst- und Holzwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Tourismus, Sport und Bildung beschäftigten sich intensiv mit Themen rund um den Wald. 75 Jahre Forstliche Bildung waren Anlass für ein Jubiläumsfest mit einem Tag der offenen Tür und über 800 begeisterten Gästen. 18./19. Januar 10 Jahre nach Kyrill Auf den 30.000 Hektar Sturmwurffläche von 2007 ist inzwischen ein junger Wald entstanden. Unser Ziel, angesichts des prognostizierten Klimawandels möglichst anpassungsfähige Wälder zu fördern, haben wir erreicht. 2017 9.-18. Januar Juni Februar Juni Mai Waldwiesensymposium in Schotten Waldwiesen bereichern das Landschaftsbild und sind nicht selten wahre Schatzkisten der Biodiversität. Sie dienen dem Artenschutz und liefern gleichzeitig besonders hochwertiges Futter für die Landwirtschaft. Unser „Waldwiesen“ Projekt wurde im Mai mit großem Interesse den Fachleuten vorgestellt. März April Hessentag in Rüsselsheim Wochenlang hatte das HessentagsTeam von HessenForst auf dem Gelände in Rüsselheim gewirkt: Entstanden ist eine grüne Oase in der es für Besucher allerlei rund um den Wald zu entdecken gab. 20. 31. Mai 30. 25. Juli Juni 20. August 50 Jahre Wildpark „Alte Fasanerie“ Tausende Gäste und Wildparkbesucher feierten mit uns den 50. Geburtstag. Rund 350 Tiere aus 35 Arten fühlen sich hier zu Hause – besuchen Sie uns das ganze Jahr! Große Katastrophenschutzübung im Landkreis Gießen Juli Oktober August September 24. Oktober Oktober November Dezember Zwei neue Dauerausstellungen in der Schatzinsel Kühkopf Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser eröffnete zwei neue Dauerausstellungen im Umweltbildungszentrum Kühkopf-Knoblochsaue. Beide befassen sich mit dem einzigartigen Biotop in der Rheinaue, das durch den Wechsel zwischen Überflutung und Trockenzeiten Heimat für seltene Tiere und Pflanzen ist. 6. Forsttechniktag in Reinhardshagen Von der Losbeschreibung bis zum Einsatz eines sanften Riesen im Wald: beim Forsttechniktag informierten wir über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Trends und aktuellen Entwicklungen in der Holzbereitstellung. September Bei einer gemeinsamen Übung mit über 1000 Beteiligten von Feuerwehr, Sanitätsdienst, Technischem Hilfswerk und Polizei probten wir die Zusammenarbeit im Falle eines Waldbrandes. 4. Re-audit Beruf und Familie Für unsere familienbewusste Personalpolitik haben wir im Juni in Berlin zum zweiten Mal das Zertifikat audit berufundfamilie erhalten. Start 1. Staatswaldforum Hessen Premiere: erste HessenForst Filme zur Nachwuchsgewinnung Film ab! Mehrere Monate Vorbereitung für ein paar Minuten: mit echten Försterinnen und Förstern haben wir unsere ersten Filme zur Nachwuchsgewinnung gedreht. Zu sehen unter www.hessen-forst.de Y Karriere Y Ausbildung. 3. November Unternehmertag in Weilburg 53 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Holzernte und Holzrückung zog es am 3. November zum Unternehmertag nach Weilburg. In zahlreichen Fach-Vorträgen und einem offenen Meinungsaustausch entstand ein partnerschaftlicher Austausch. 9. November Bits und Bytes im Lernort Wald Der Frage, ob und wie digitale Medien und Waldpädagogik zusammengeführt werden könnten, ging das fünfte Waldpädagogikforum in Weilburg nach. Dienststelle Straße Plz Ort Telefon Telefax E-Mail Forstamt Bad Hersfeld Im Stift 8 36251 Bad Hersfeld +49 (6621) 940-0 -40 ForstamtBadHersfeld@Forst.Hessen.de Forstamt Bad Schwalbach Gartenfeldstraße 32 65307 Bad Schwalbach +49 (6124) 7073-0 -27 ForstamtBadSchwalbach@Forst.Hessen.de Forstamt Beerfelden Mümlingtalstraße 73 64760 Oberzent +49 (6068) 9311-0 -40 ForstamtBeerfelden@Forst.Hessen.de Forstamt Biedenkopf Hospitalstraße 47 35216 Biedenkopf +49 (6461) 8081-0 -40 ForstamtBiedenkopf@Forst.Hessen.de Forstamt Burghaun Schloßstraße 12 36151 Burghaun +49 (6652) 9632-0 -40 ForstamtBurghaun@Forst.Hessen.de Forstamt Burgwald Wolkersdorfer Straße 81 35099 Burgwald +49 (6451) 7208-0 -40 ForstamtBurgwald@Forst.Hessen.de Forstamt Darmstadt Ohlystraße 75 64285 Darmstadt +49 (6151) 4091-0 -40 ForstamtDarmstadt@Forst.Hessen.de Forstamt Dieburg Ringstraße 54 64807 Dieburg +49 (6071) 9861-0 -40 ForstamtDieburg@Forst.Hessen.de Forstamt Diemelstadt Warburger Weg 28 34474 Diemelstadt +49 (5694) 99163-0 -40 ForstamtDiemelstadt@Forst.Hessen.de Forstamt Frankenberg Forststraße 6 35066 Frankenberg +49 (6451) 23009-0 -40 ForstamtFrankenberg@Forst.Hessen.de Forstamt Fulda Gerloser Weg 4 36039 Fulda +49 (661) 9782-0 -40 ForstamtFulda@Forst.Hessen.de Forstamt Groß-Gerau Robert-Koch-Straße 3 64521 Groß-Gerau +49 (6152) 9249-0 -40 ForstamtGrossGerau@Forst.Hessen.de Forstamt Hanau-Wolfgang Rodenbacher Chaussee 10a 63457 Hanau-Wolfgang +49 (6181) 95019-0 -27 ForstamtHanauWolfgang@Forst.Hessen.de Forstamt Herborn Uckersdorfer Weg 6 35745 Herborn +49 (2772) 4704-0 -40 ForstamtHerborn@Forst.Hessen.de Forstamt Hessisch Lichtenau Retteröder Straße 17 37235 Hessisch Lichtenau +49 (5602) 9356-0 -40 ForstamtHessLichtenau@Forst.Hessen.de Forstamt Hofbieber Langenbieber, Thiergarten 36145 Hofbieber +49 (6657) 9632-0 -40 ForstamtHofbieber@Forst.Hessen.de Forstamt Jesberg Frankfurter Straße 20 34632 Jesberg +49 (6695) 9613-0 -40 ForstamtJesberg@Forst.Hessen.de Forstamt Jossgrund Burgstraße 5 63637 Jossgrund-Burgjoß +49 (6059) 9006-0 -40 ForstamtJossgrund@Forst.Hessen.de Forstamt Kirchhain Hangelburg 2 35274 Kirchhain +49 (6422) 9427-0 -40 ForstamtKirchhain@Forst.Hessen.de Forstamt Königstein Ölmühlweg 17 61462 Königstein/Ts. +49 (6174) 9286-0 -40 ForstamtKoenigstein@Forst.Hessen.de Forstamt Lampertheim Außerhalb Wildbahn 2 68623 Lampertheim +49 (6206) 94520-0 -40 ForstamtLampertheim@Forst.Hessen.de Forstamt Langen Dieburger Straße 53 63225 Langen +49 (6103) 5009-0 -40 ForstamtLangen@Forst.Hessen.de Forstamt Melsungen Fritzlarer Straße 63 34212 Melsungen +49 (5661) 7378-0 -40 ForstamtMelsungen@Forst.Hessen.de Forstamt Michelstadt Erbacher Straße 28 64720 Michelstadt +49 (6061) 94470-0 -40 ForstamtMichelstadt@Forst.Hessen.de Forstamt Neukirchen Hersfelder Straße 25 34626 Neukirchen/Knüll +49 (6694) 9628-0 -40 ForstamtNeukirchen@Forst.Hessen.de Forstamt Nidda Auf der Platte 34 63667 Nidda +49 (6043) 9657-0 -27 ForstamtNidda@Forst.Hessen.de Forstamt Reinhardshagen Obere Kasseler Straße 27 34359 Reinhardshagen +49 (5544) 9510-0 -40 ForstamtReinhardshagen@Forst.Hessen.de Forstamt Romrod Zeller Straße 14 36329 Romrod +49 (6636) 91793-0 -20 ForstamtRomrod@Forst.Hessen.de Forstamt Rotenburg Friedenstraße 14 36199 Rotenburg/Fulda +49 (6623) 9202-0 -40 ForstamtRotenburg@Forst.Hessen.de Forstamt Rüdesheim Zum Niederwald-Denkmal 15 65385 Rüdesheim am Rhein +49 (6722) 9427-0 -27 ForstamtRuedesheim@Forst.Hessen.de Forstamt Schlüchtern Schlossstraße 24 36381 Schlüchtern +49 (6661) 9645-0 -40 ForstamtSchluechtern@Forst.Hessen.de Forstamt Schotten Karl-Weber-Straße 2 63679 Schotten +49 (6044) 9616-0 -27 ForstamtSchotten@Forst.Hessen.de Forstamt Vöhl Schloßstraße 4 34516 Vöhl +49 (5635) 8888-0 -40 ForstamtVoehl@Forst.Hessen.de Forstamt Wehretal Langenhainer Straße 5 37287 Wehretal +49 (5651) 94875-0 -40 ForstamtWehretal@Forst.Hessen.de Forstamt Weilburg Kampweg 1 35781 Weilburg +49 (6471) 62934-0 -40 ForstamtWeilburg@Forst.Hessen.de Forstamt Weilmünster Nassauer Straße 18 35789 Weilmünster +49 (6472) 9139-0 -40 ForstamtWeilmuenster@Forst.Hessen.de Forstamt Weilrod Schloss Neuweilnau 61276 Weilrod +49 (6083) 9132-0 -40 ForstamtWeilrod@Forst.Hessen.de Forstamt Wettenberg Burgstraße 7 35435 Wettenberg +49 (641) 460460-0 -41 ForstamtWettenberg@Forst.Hessen.de Forstamt Wetzlar Hörnsheimer Eck 11a 35578 Wetzlar +49 (6441) 67901-0 -27 ForstamtWetzlar@Forst.Hessen.de Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus Chausseehaus 20 65199 Wiesbaden +49 (611) 53280-0 -40 ForstamtWiesbaden@Forst.Hessen.de Forstamt Wolfhagen Kurfürstenstraße 19 34466 Wolfhagen +49 (5692) 9898-0 -40 ForstamtWolfhagen@Forst.Hessen.de HessenForst Landesbetriebsleitung- KS Bertha-von-Suttner Straße 3 34131 Kassel +49 (561) 3167-0 -101 LandesbetriebHessenForst@Forst.Hessen.de HessenForst Landesbetriebsleitung- GI Europastraße 10-12 35394 Gießen +49 (641) 4991-0 -101 LandesbetriebHessenForst@Forst.Hessen.de HessenForst NW-FVA Grätzelstraße 2 37079 Göttingen +49 (0551) 69401-0 -160 Zentrale@nw-fva.de HessenForst NW-FVA Prof.-Oelkers-Straße 6 34346 Hann. Münden +49 (5541) 7004-0 -73 Waldgenressourcen@nw-fva.de HessenForst Technik Otto-Hahn-Straße 11 36179 Bebra +49 (6622) 91510-0 -40 HessenForstTechnik@Forst.Hessen.de HessenForst Technik Service Center Holz Siemensstraße 2 35799 Merenberg +49 (06471) 9537-0 -40 ServiceCenterHolz@forst.hessen.de Landesbetriebsleitung Kassel Landesbetriebsleitung Gießen Forstliches Bildungszentrum Weilburg 27 HessenForst-Technik Bebra 9 Staatswald Nachhaltigkeitsbericht für 2017 Wir pflegen den Wald in Hessen, wir nutzen und wir schützen ihn. Aus Überzeugung erhalten und fördern wir Natur, Landschaft und Lebensräume – sowie unsere Heimat. Der Wald in Hessen 10 % Eiche 35 % Buche Allgemeine Angaben Land Hessen Gesamtfläche Land Hessen in ha 41 Körperschaftsund Privatwald 13 % sonstige Laubhölzer 2.111.480 davon Wald in Prozent 21 % Fichte 11 % Kiefer 15 33 42,3 34 23 10 % sonstige Nadelbäume 10 29 17 Eigentumsarten und forstwirtschaftliche Betreuung 5 6 Gesamtwalfläche, ha (Werte nach BWI 3) 1 25 19 28 14 4 39 38 31 11 16 35 Anteil an der Waldfläche in Hessen davon betreut HessenForst Staatswald Bund 9.598 1% 0% Staatswald Land 341.516 38% 100% Körperschaftswald 324.320 36% 86% Privatwald 218.746 25% 36% Gesamtwaldfläche 894.180 100% 78% 36 26 32 37 20 160.000 40 22 30 12 Forstämter 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Bad Hersfeld Bad Schwallbach Beerfelden Burghaun Burgwald Biedenkopf Darmstadt Dieburg Diemelstadt Frankenberg Fulda Groß-Gerau Hanau Herborn HessenForst 2 ha Baumbestandsfläche 18 13 120.000 80.000 8 7 21 24 3 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 Hessisch Lichtenau Hofbieber Jesberg Jossgrund Kirchhain Königstein Lampertheim Langen Melsungen Michelstadt Neukirchen Nidda Reinhardshagen Romrod 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 Rotenburg Rüdesheim Schotten Schlüchtern Vöhl Wehretal Weilburg Weilmünster Weilrod Wettenberg Wetzlar Wiesbaden Wolfhagen 40.000 Nachhaltigkeitsbericht für 2017 0 1–20 21–40 41–60 61–80 81–100 101–120 121–140 141–160 >160 Altersklasse/Jahre alle Laubbäume alle Nadelbäume Quelle: Dritte Bundeswaldinventur (BWI3), Stand 1.10.2014
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