Path:
Volume

Full text: Energie-Impulse (Rights reserved) Ausgabe 2022,3 (Rights reserved)

drei 2022 Im Fokus: Gemeinsam durch den Winter Im aktuellen Interview Prof. Dr. Dr. Ortwien Renn, Direktor des IASS Potsdam Eine Publikation im Rahmen von 3 BEK2030 Beteiligungsprozess abgeschlossen 60 Empfehlungen für Berlin überreicht Mit Unterstützung der 6 14 Berliner Macherin für den Klimaschutz Nora Wolter, Klimaschutz­ beauftrage im Bezirksamt Mitte Konzept und Umsetzung drei 2022 | Seite 2 Berlin: Gemeinsam durch den Winter… aber wie? gie- und klimapolitischen Agierens. Dies auch, um wirtschafts- und sozialpolitische K risenfolgen zu begrenzen. Und hierbei ­ ist – so abgedroschen es klingen mag – die Krise als Chance zu begreifen! Es dürfte – allen bekannten Restriktionen zum Trotz – ein historisch einmaliges Momentum sein, um unsere Energieversorgung, den Bedarf und Verbrauch und damit die Erreichung auch der klimapolitischen Ziele umfassend an die kurz- und mittelfristigen Erfordernisse anzupassen, die sich aus Gas- und Klimakrise ableiten. Gerade in der historischen Rückschau auf Öl- und andere Krisen ist hierbei zu fragen, wie wir zu zielführenden und strukturellen Veränderungen kommen, die den Zukunftserfordernissen über die Krise ­ h inaus gerecht werden. Die autofreien Sonntage der 70er Jahre sind hierfür jedenfalls keine Blaupause, die waren – ­ obwohl in ihrer Symbolträchtigkeit nicht zu unterschätzen – seinerzeit trotzdem schnell vergessen. Bild: Khafizh Amrullah/iStock.com Dass wir in einer multiplen Energie-, ­K lima- und Coronakrise stecken, die sich aller Voraussicht nach deutlich verschärfen wird, dürfte inzwischen auch den Letzten klar sein. Es ist sicherlich kein Defätismus, zu behaupten, dass wir als Nachkriegsgenerationen vor bislang nicht erlebten Herausforderungen stehen. Aber hierüber zu jammern, nutzt niemandem. Es ist vielmehr zu fragen: Was braucht es jetzt im Frühherbst mit einem bevorstehenden Winter und vor allem auch darüber hinaus? Wichtig hierbei: Es geht nicht nur um den nächsten Winter! Jetzt ließe sich eine Liste mit notwendigen Energiesparmaßnahmen buchstabieren, die in öffentlichen Einrichtungen, privaten Wohnungen, Industrie und Gewerbe sehr schnell und sehr effizienzorientiert realisiert werden müssen. Hierfür bietet die Aktionswoche „Berlin spart Energie“ (siehe dazu Beitrag auf Seite 13) einen ­g uten Überblick zu Beratungsangeboten und Vorbildprojekten in allen Bereichen. Keine Frage: Die Nutzung erneuerbarer Energien und Effizienzmaßnahmen müssen/ müssten in einem h ­ istorisch einmaligen Maße vorangetrieben werden und das eigentlich seit Ende Februar. Deshalb gilt es – im ganz klassischen Sinne – Strategien zu entwickeln, die klaren Zielen folgen, aus deren zeitlicher Verortung der Rahmen für die wirksamsten und kostengünstigsten Instrumente abzuleiten ist. Möglicherweise sollte hier auch einiges, was in „Vorkriegszeiten“ gedacht und entwickelt wurde, noch einmal gründlich auf den Prüfstand. Es wäre töricht, davon auszugehen, dass im nächsten Jahr „alles wieder gut“ ist. Nein! Wir stehen – auch wegen der dramatisch zugespitzten Klimakrise – vor einem Epochenumbruch und wir sollten diesen wachen Auges und strategisch angehen und nicht von einem Lieferstopp zum nächsten, von einem Waldbrand zum nächsten Wassernotstand schlittern. In jedem Fall dürfte klar sein: Wir brauchen in Deutschland auf Bundes-, Landesund kommunaler Ebene eine deutliche – bislang im erforderlichen Maße noch nicht absehbare – Dynamisierung des ener- Wie dies alles – auch mit neuen und bislang wenig praktizierten – Instrumenten und Methoden erfolgen kann, ist bislang noch nicht wirklich ausbuchstabiert. Auch in Berlin, das mit seinem großen Kreativ­ potenzial gerade jetzt zu einem ausstrahlenden Kraftzentrum von Energie- und Klimainnovationen werden könnte. Dies könnte/sollte politisch im Rahmen einer echten Innovationsstrategie gefördert, ­b egleitet und gesteuert werden. In jedem Fall aber dürfte klar sein, dass dies nicht die Zeit für Konkurrenzdenken und kurzfristige Vorteilsnahmen sein kann und darf. Es ist die „Zeit des Gemeinsamen“, wo man sich unterhaken muss! … im Kreise der Familie, der Nachbarschaft, Unternehmen, Verbänden und der Politik. Vielleicht entsteht sogar ein neues Berlin-Gefühl! Mit weniger Meckern, weniger BER-Schelte und viel, viel mehr Zusammenhalt und Innovationen für Berlin und aus Berlin heraus. Das wäre doch eine schöne Perspektive in diesen düsteren Zeiten. Jürgen Pöschk Berliner Impulse c/o EUMB Pöschk poeschk@berliner-impulse.de drei 2022 | Seite 3 Das aktuelle Interview Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn Bilder: Berliner Impulse Jürgen Pöschk: Lieber Herr Prof. Renn, Sie haben einen bemerkenswerten Aufsatz mit dem Titel „Vertrauen als Grundlage einer erfolgreichen institutionellen Risikokommunikation“ veröffentlicht. Wie kann man den Begriff „Vertrauen“ operationalisieren im Rahmen einer Kommunikationsstrategie? Vertrauen ist also notwendig, aber Kommunikation, die darauf direkt abzielt und einen selbst als vertrauensvoller Partner herausstellt, geht ins Leere. Vielmehr sollten wir durch die Art der Kommunikation indirekt verdeutlichen: „Ich tue alles, damit ich Euer Vertrauen verdiene.“ Ortwin Renn: Vertrauen ist immer ein Begleitprogramm von Kommunikation. Daher ist es wichtig, dass man Elemente in die Kommunikation aufnimmt, die in indirekter Weise zum Aufbau von Vertrauen beitragen. Diese Elemente kann man benennen: Das erste Element ist, dass man die Kommunikationspartner über das aufklärt, was im Moment läuft – also Ehrlichkeit mit einbringt und nicht glaubt, man müsse etwas verschweigen, nur um die Leute nicht zu verschrecken. Das zweite Element ist, dass man ein gemeinsames Ziel vor Augen führt und sagt: Wir alle haben das Ziel, beispielsweise Energieversorgungssicherheit herzustellen und die Klimawende herbeizuführen. Der Weg dazu ist zwar mühsam, aber das ist unser gemeinsames Ziel und so kann dieses erreicht werden. Das dritte Element ist, dass man eine Gemeinsamkeit herstellt, deutlich zu machen, dass uns etwas daran liegt, alles einbeziehen zu wollen und wir offen sind für Engagement, Vorschläge oder für Anliegen der Betroffenen. Viertens muss man Menschen möglichst individuell und passend auf ihre jetzige Situation darauf vorbereiten, was sie in den nächsten Monaten erwarten müssen und was sie tun können, wenn das für sie nicht verkraftbar erscheint. Jürgen Pöschk: Die Realität sollte also nicht beschönigt werden, es kann aber mit ehrlicher Kommunikation darüber Vertrauen geschaffen werden. Ortwin Renn: Genau, Kommunikation ist sozusagen die Verpackung für Politik und wenn das Paket toll ist, aber der Inhalt mies, dann nützt die beste Verpackung nichts – im Gegenteil. Lisa Bührmann: Stimmen am Rande ­z ielen oft stark auf das Angstelement ab. Könnte also eine partizipative Politik, die auch Selbstwirksamkeit vermittelt, ein bisschen präventiv auf die Angst wirken, die jetzt um sich greifen wird? Ortwin Renn: Selbstwirksamkeit ist eine der vier wesentlichen Akzeptanzbedingungen überhaupt für Politik. Wichtig ist dabei, konkret zu sagen, es wird teurer – vor allem Wärme –, aber ihr seid nicht hilflos in dieser Situation. Das ist nicht nur Aufgabe der politischen Kommunikation. Wir brauchen auch Kommunikationsangebote von den Organisationen und Firmen, von denen wir jetzt energetisch abhängig sind, also Der Soziologe, Volkswirt und Nachhaltigkeitswissenschaftler Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn ist seit 2016 wissenschaftlicher Direktor am Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam und seit 2003 Inhaber des Lehrstuhls „Technik- und Umweltsoziologie" an der Universität Stuttgart. Neben seiner internationalen Forschungs- und Lehrtätigkeit war und ist Professor Renn in zahlreichen Gremien vertreten. Am IASS leitet Prof. Renn Forschungsprojekte zur Umsetzung der Energiewende vom regionalen bis zum globalen Maßstab, zu den globalen Bedrohungen durch systemische Risiken und zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die nachhaltige Entwicklung. den Siedlungsgenossenschaften, den Vermieterverbänden, den Stadtwerken. Es wäre gut, wenn diese Akteure jetzt schon ihre Pläne für 2023 kommunizieren auf konkrete Preisschübe hinweisen und beispielsweise anbieten, in Raten abzubezahlen. Von den Stadtwerken kommt jedoch nur: „Es wird teurer“. Das verunsichert aber eher, drei 2022 | Seite 4 da nicht deutlich wird, wie hoch die Preise ausfallen werden – die Größenordnung ist auch jetzt schon absehbar. Stattdessen nur mitzuteilen, dass der Tarif teurer wird, der alte gekündigt werden muss und ein neuer noch nicht genannt werden kann – mehr Verunsicherung kann man kaum schüren. Hieran mangelt es auch in Berlin, wo wir sehr viele Wohnbaugemeinschaften haben, die offensichtlich keinerlei Anlass sehen, sich mit ihren Mietern und Mieterinnen in Verbindung zu setzen und in den Dialog treten: „Wie können wir das am besten machen, ohne dass ihr übermäßig belastet seid?“. Das schafft Selbstwirksamkeit. Dann haben Leute den Eindruck „Wir sind mit einbezogen“. Jürgen Pöschk: Wir haben drei große Krisen: Corona, Klima, Energie. Wir hatten am Anfang der Corona-Krise eine sehr große Solidarisierung. Nun haben wir ein langfristiges Problem, ganz a­ nders zu kommunizieren, individuelle Betroffenheit, Selbstwirksamkeit. Sehen Sie da Verbindungen? Ortwin Renn: Ich habe vier Phasen in der Coronakrise wahrgenommen. In der ersten Phase war die Gesundheit prioritäres Ziel, alles hatte sich dem unterzuordnen. Da war die Kommunikation a) relativ einfach, b) sehr effektiv und c) trug dazu bei, dass das Vertrauen in Politik Höchststände erreichte. Anfang 2020 bis Oktober 2020 hatten wir 60 Prozent Zustimmung für die Politik in der Coronakrise. Dann folgte die zweite Phase, in der das Vertrauen wieder zerbricht. Die Kollateralschäden, die durch die Schutzmaßnahmen ausgelöst wurden, wie etwa Bildungslücken bei Schülern und Schülerinnen, wirtschaftliche Einbußen in vielen Betrieben, Vereinsamung von Menschen und Zunahme häuslicher Gewalt standen nunmehr im Vordergrund der Debatte. Aus einem Ziel wurden viele miteinander konkurrierende Ziele, bei denen Abwägungen getroffen werden mussten. Diese wurden dann politisiert. Das Vertrauen in die Politik sackte ab und auch das Vertrauen in die Wissenschaft ging leicht zurück. In dem Moment, in dem Ziele miteinander konkurrieren, ist die Kommunikation viel schwieriger und führt zur Verunsicherung der Menschen. In der dritten Phase der Moralisierung – hier spielte das Thema Impfung eine Rolle – ging es um die Frage: Was darf die Gesellschaft den Menschen zumuten, was ist moralisch gerechtfertigt und was nicht? Da entstanden moralisch aufgeheizte Debatten. Die Ungeimpften sagen, wir haben die Freiheit, uns nicht impfen zu lassen, wir werden diskriminiert und das lassen wir uns nicht gefallen. Die Geimpften sagen, wenn ihr euch nicht impfen lasst, dann gefährdet ihr uns mit eurer Impfverweigerung und beschädigt das Allgemeinwohl. Diese Moralisierung hat dann zur Polarisierung der Gesellschaft geführt. Und jetzt sind wir in der vierten Phase der Rekalibrierung der Normalität. Wir haben uns jetzt an Covid gewöhnt. Dass diese Pandemie auch mit dem Klima­ wandel zusammenhängt, ist vielen bewusst geworden. Zum ersten Mal haben wir mit Covid den Eindruck gehabt, die Katastrophen dieser Welt gehen nicht alle an uns vorbei. Das hat sich auch auf das Bewusstsein zum Klimawandel ausgewirkt. Erstens haben die Leute gemerkt, Hitzeperioden, Ahrtal etc. – wir sind mittendrin, es trifft nicht erst unsere Enkel. Auch die junge Generation mit der Bewegung Fridays for Future ruft uns alle wach: wir sind die Opfer, nicht erst die kommenden Generationen. Jetzt müssen wir etwas machen. Die Politiker sind genervt, weil sie plötzlich unter Druck geraten. Das Gefühl der Dringlichkeit ist durch Corona verstärkt worden. Dieser heiße Sommer, den wir jetzt hatten, hat alle bestärkt: Klimapolitik ist jetzt dringend erforderlich, nicht erst in einigen Jahrzehnten. Jürgen Pöschk: Sollte man dieses E ­ lement wirklich verstärken? Ortwin Renn: Für mich ist immer wichtig, dass man vermittelt: „Ja, ihr seid jetzt schon betroffen, aber ihr müsst es nicht fatalistisch hinnehmen“. Wir brauchen positive Narrative für die Transformation. Ich denke an Reallabore, etwa in Stadtteilen, in denen es kaum noch Autos gibt. Dann merken die Leute: „Oh, da lebt es sich eigentlich ganz gut“. Plötzlich werden die Straßen zu Cafés und zu öffentlichen Begegnungsstätten. Natürlich gibt es auch Belastungen und Einschränkungen. Aber nach der Übergangsphase gibt es auch eine Phase, die sehr lebenswert und attraktiv erscheint. Ich vergleiche dies gerne mit der Pubertät: Keiner geht freiwillig durch die Pubertät, aber da müssen wir alle durch, um erwachsen zu werden. In der Kindheit zu verbleiben, ist keine Alternative für das gesamte Menschsein. Es geht also darum, kollektiv zu sagen: „Ja, wir müssen jetzt alle durch diesen schwierigen, aber notwendigen Transfor- mationsprozess.“ Der Prozess wird zwar ein Stück weit schmerzhaft sein, aber was dann hinterher folgt, ist etwas, was die meisten von uns noch erleben werden. Wenn wir die Transformation schaffen, können wir auch wieder mit gutem Gewissen unsere Vorlieben ausleben, nachhaltigen Konsum genießen und nachhaltige Mobilität in Anspruch nehmen. Den erst mal notwendigen Verzicht zu verschweigen und zu sagen, dass alles nur besser werde, sehe ich als kritisch und kommunikativ problematisch an. Denn in der Übergangsphase wird es ohne Verzichte oder harte Einschnitte nicht gehen. Und das muss man jetzt auch ungeschminkt kommunizieren. Also es hilft nichts. Wir müssen diese kollektive Pubertät der Energie-, A ­ grar- und anderen Wenden durchstehen und durchleben, aber danach haben wir auch Aussicht auf ein gelingendes und glückliches Leben. Lisa Bührmann: Sie schreiben in Ihrem Artikel, dass die Schaffung und der E ­ rhalt eines gegenseitigen Vertrauensverhältnisses zwischen Politik und ­B evölkerung eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Krisenkommunikation sind. Wie bewerten Sie die Arbeit der jetzigen verantwortlichen Akteure im Zuge der Energiekrise? Zum Beispiel Habecks neuer Kommunikationsstil, der komplexe Sachverhalte frei in die Kamera spricht. Sind dies aus Ihrer Sicht Maßnahmen, die zu einer Schaffung oder zu einem Erhalt dieser Vertrauensgrundlagen führen? Ortwin Renn: Also zunächst mal: Ja, ich finde die lockere und ansprechende Form, mit der Herr Habeck kommuniziert, sympathisch und überzeugend. Deshalb ist er auch einer der beliebteren Politikerinnen und Politiker heute. Allerdings reagieren Menschen sehr unterschiedlich auf verschiedene Kommunikationsangebote. Das eine Publikum und die eine Öffentlichkeit gibt es nicht. Wir haben sehr viele unterschiedliche Gruppierungen, die gezielt angesprochen werden wollen. Wenn ich an bestimmte Gruppierungen denke, ist Habeck für die eine ein allzu lockerer „Schwafelbruder“, vor dem man keinen Respekt haben muss. Die wollen von Politikerinnen und P ­ olitikern ernsthafter und seröser angesprochen werden. In anderen Kreisen kommt dieser lockere Stil dagegen sehr gut an, die freuen sich, dass einer mal frei redet und nicht diplomatisch Botschaften verklausuliert. Deshalb ist es wichtig, dass man eine Gesamtstrategie hat und dass drei 2022 | Seite 5 sich Herr Habeck auch überlegt, wie kann er Menschen ansprechen, die sich mit seinem bisherigen Stil nicht anfreunden können. Das sind nicht wenige. Wir müssen die unterschiedlichen Zielgruppen in ihrer jeweiligen Eigenart respektieren und dafür benötigt man einen multiplen Ansatz in der Kommunikation. Lisa Bührmann: In Ihrem Artikel zeigen Sie zwei Lösungsansätze für gelingende Krisenkommunikation auf. Das eine sind Netzwerke, das andere sind partizipative Verfahren. Ist das aus Ihrer Sicht auch ein Weg, die Akzeptanz für Maßnahmen im Zuge der Energiekrise in der gesamten Bevölkerung zu schaffen? Ortwin Renn: Wichtig bei partizipativen Maßnahmen ist immer, dass man den Menschen, die daran teilnehmen, Optionen gibt. Geht es beispielsweise um ein Windkraftwerk, das in der Region gebaut werden soll, kann die Bevölkerung beispielsweise an der Wahl des genauen Standorts beteiligt werden. Dann ist Beteiligung auch sinnvoll. Aber wenn es nur um Ja oder Nein geht, fühlen sich die meisten Bürgerinnen und Bürger auf den Arm genommen. Das riecht nach reiner Akzeptanzbeschaffung. Wichtig ist auch der regionale Bezug. Für den kommenden Winter könnte man beispielweise Menschen in einer Region zusammenbringen und mit ihnen gemeinsam überlegen, wie man die kommenden Probleme effektiv und fair lösen kann. Wichtig ist dabei, dass man alle Gruppen von Bürgerinnen und Bürger einbezieht, also auch diejenigen, die auf der unteren Einkommensebene sind, die Mieter oder die auf Energie angewiesenen Handwerksbetriebe. Alle müssen das Recht haben, Vorschläge zu machen und zu bewerten. Ich würde sagen, wir brauchen Vertretungen unterschiedlicher betroffener Gruppen. Es geht um eine gemeinsame Initiative: Was wäre jetzt aus eurer Sicht wichtig zu machen? Jürgen Pöschk: Ist es sinnvoll, der Bevölkerung zu sagen: „Wenn wir jetzt Energie sparen, schützen wir auch das Klima?“ Oder ist es vielleicht aufgrund der Unterschiedlichkeit des Zeithorizonts und der Für Projekte, die Wohnraum schaffen Sie suchen die passende Finanzierung für Bau, Sanierung oder Modernisierung Ihrer Immobilie? Wir haben sie. Kompetent, zuverlässig und mit dem Ziel, Ihr Bauvorhaben erfolgreich zu gestalten. Sprechen Sie mit uns! Hotline Immobilienförderung: 030 / 2125-2662 ibb.de/vermieter_investoren persönlichen Betroffenheit sinnvoll, das erst einmal auseinander zu halten? Ortwin Renn: Ich würde beides verbinden, weil die Klimakrise für die Menschen inzwischen greifbar geworden ist. Die Leute sind alarmiert wegen des Klimas. Ich würde das Motto herausgeben: „Wenn ihr jetzt Energie einspart, dann kommt ihr nicht nur gut über den Winter, sondern ihr leistet auch einen Beitrag zum Klimaschutz.“ Das alleine ist selbstredend nicht ausreichend. Der Klimaschutz betrifft nicht nur die Energie, sondern fast alle Lebensbereiche, wie etwa die Ernährung. Aber auch Kleinvieh macht Mist und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Jürgen Pöschk: Wir reden viel mit der Politik und mit der Wissenschaft. So ein Gespräch haben wir selten geführt – dass ein Wissenschaftler so nachdrücklich die Sachverhalte herunterbrechen kann, dass sie auch in eine Alltagssprache übersetzbar sind. Ganz herzlichen Dank! drei 2022 | Seite 6 BEK-Beteiligungsprozess abgeschlossen Empfehlungen zu Klimaschutzmaßnahmen übergeben Berlin will bis 2045 klimaneutral werden und bis 2030 bereits 70 Prozent seiner CO2-Emissionen gegenüber 1990 reduzieren. Das zentrale Instrument auf dem Weg zur Klimaneutralität ist das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK 2030), das für den Umsetzungszeitraum 2022 bis 2026 von der für das BEK 2030 fachzuständigen Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und ­K limaschutz weiterzuentwickeln ist. Hierfür übergab ein beauftragtes Fachkonsortium unter der Projektleitung der Berliner Energieagentur (BEA) im Juni im Rahmen einer Abschlussveranstaltung nunmehr den Endbericht mit konkreten Empfehlungen an Berlins Staatssekretärin für Umwelt und Klimaschutz Dr. Silke Karcher. Abschlussveranstaltung am 16. Juni 2022. Bild: Thomas Trutschel/photothek.de Die Veranstaltung bildete den Abschluss eines neunmonatigen, intensiven Erarbeitungsprozesses, der unter Beteiligung von mehr als 500 Vertreter*innen aus Berliner Fachverwaltungen, Interessens- und Fachverbänden, zivilgesellschaftlichen Organisationen, öffentlichen Unternehmen und der Wirtschaft sowie der Berliner Bürger*innen in verschiedenen Formaten wie Workshops, Fachforen und Online-Beteiligungsphasen durchgeführt wurde. Die wesentlichen Ergebnisse des Prozesses stellte Projektleiterin Mechthild Zumbusch (BEA) den mehr als 130 Veranstaltungsteilnehmer*innen in der Berliner Kulturbrauerei vor. Zur Erreichung der Klimaschutzziele wurden für die neue Umsetzungsphase unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Beteiligungsprozesses mehr als 60 Maßnahmen in den Handlungsfeldern Energie, Gebäude, Verkehr, Wirtschaft sowie Konsum erarbeitet. Der Handlungsdruck besteht vor dem Hintergrund der ambitionierten Klimaschutz­ ziele des Landes Berlin in allen Handlungsfeldern, besonders jedoch in den Sektoren Gebäude und Verkehr, da die CO2-Emission in den vergangenen Jahren nicht in dem für die Zielerreichung erforderlichen Maße gesunken bzw. sogar wieder gestiegen sind. Vor diesem Hintergrund sind weitere Anstrengungen unter anderem beim Ausbau von ÖPNV und Rad- und Fußverkehrsinfrastrukturen sowie der Umstieg vom Verbrennungsmotor zum elektrischen Fahrzeugantrieb notwendig. Weitere Handlungsansätze sind zielgruppenspezifische Beratungsangebote für Bürger*innen, nachhaltiges Bauen und Sanieren sowie eine weitere Verstärkung des Solarausbaus. Mit der Benennung von übergeordneten Maßnahmen, wie zum Beispiel der Behebung des Fachkräftemangels und der Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements der Stadtgesellschaft im Klimaschutz, setzt das BEK 2030 weitere neue Impulse. An die BEK-Ergebnispräsentation schloss eine Podiumsdiskussion mit Staatssekretärin Dr. Silke Karcher, Frau Dr. Camilla Bausch (Ecologic Institut), Herrn Prof. Dr. Felix Creutzig (MCC-Berlin), Herrn Bernhard Pötter (taz) sowie Frau Cerri Rose (BUNDjugend Berlin) an. Sie diskutierten vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage und der Energieunsicherheiten die Umsetzung des BEK sowie die damit verbundenen Herausforderungen wie den Fachkräftemangel. Zudem wurde von den Podiumsteilnehmern das Erfordernis einer ambitionierten Klimaschutzpolitik auf allen politischen Ebenen adressiert und hierbei unter anderem der Bedarf nach wirksamen Maßnahmen im Bereich Verkehr auf Bundes- und Landesebene herausgehoben. Darüber hinaus wurde der Beteiligungsprozess als beispielhaft im internationalen Vergleich gewürdigt. Auf Grundlage der Empfehlungen zur Weiterentwicklung des BEK erarbeitet die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz nunmehr eine Beschlussvorlage, die dem Berliner Senat und dem Abgeordnetenhaus bis Ende des Jahres vorgelegt werden soll. Jana Spieß Den Abschlussbericht sowie weitere Informationen zum BEK 2030 finden Sie online auf den Seiten der Senatsumweltverwaltung unter: www.berlin.de/sen/uvk/klimaschutz/klimaschutz-in-der-umsetzung Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz (SenUMVK) jana.spiess@senumvk.berlin.de drei 2022 | Seite 7 Die Empfehlungen des Klimabürgerinnenrates konkrete Empfehlungen in den Bereichen Gebäude, M ­ obilität, Energie sowie Konsum und Stadtgrün an. Hier geht es beispielsweise um die Themen Ticketpreise und Sicherheit im Verkehr, energetische Gebäudesanierung und die sozial gerechte Verteilung deren Kosten sowie die Verminderung der Lebensmittelverschwendung und mehr Zero Waste-Maßnahmen. Die höchste Zustimmung von 99 Prozent fand die Forderung, das ÖPNV-Angebot in der Stadt weiter auszubauen. Feierliche Übergabe der Empfehlungen an die für Klimaschutz zuständige Senatorin Bettina Jarasch am 30. Juni 2022. Bild: Manoel Eisenbacher Der Berliner Klimabürger:innenrat hat seine Empfehlungen beschlossen. Im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung Ende Juni 2022 hat er sie an Bettina Jarasch, Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz, übergeben. Mit dieser besonderen Form der Bürgerbeteiligung sollte in Erfahrung gebracht werden, welche Klimaschutz-Maßnahmen Unterstützung finden. Und wo aus Sicht der Berlinerinnen und Berliner nachgesteuert werden muss (energie impulse berichtete dazu in den Ausgaben 1/22 und 2/22). Den Empfehlungen stehen vier Leitsätzen voran. Danach soll – zusammengefasst – Klimaschutz oberste Priorität haben, also zügig, entschlossen und sozial gerecht umgesetzt werden. Der Energieund Ressourcenbedarf muss reduziert sowie Beratung und Aufklärung zur Verfügung gestellt werden. Anpassung an die Folgen des Klimawandels soll ebenso gewährleistet werden. Diese Leitsätze fanden im Klimabürger:innenrat allesamt eine sehr hohe Zustimmung von 94 Prozent oder mehr. Daran schließen sich 47 Im Ergebnis ist der Wunsch nach einer ambitionierten Klimapolitik in Berlin einschließlich klaren, sozial gerechten und bürgernahen Regelungen aus den Empfehlungen abzuleiten. Das Thema Mobilität beschäftigt die Berlinerinnen und Berliner besonders. Außerdem scheinen viele zu Veränderungen in ihrem Alltag bereit zu sein. Damit hat der Senat für die Umsetzung seiner Vorhaben – vom Ziel der Klimaneutralität bis 2045 bis zur Mobilitätswende – Rückenwind erhalten. Wie angekündigt, wird er sich dezidiert mit den Empfehlungen im Einzelnen auseinandersetzen. Derzeit liegen sie dem neuen S enatsausschuss Klimaschutz (Impulse ­ berichtete) vor. Es wird vor allem geprüft, inwieweit die Empfehlungen in der derzeit laufenden Fortschreibung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK 2030) bereits berücksichtigt sind oder noch aufgenommen werden können. Die Empfehlungen und in Kürze auch ein umfassendes Bürgergutachten sind hier abrufbar www.berlin.de/ klimabuergerinnenrat Klara Schwobe Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz (SenUMVK) klara.schwobe@senuvk.berlin.de Der Klimabürger:innenrat auf seiner Abschlussveranstaltung am 30. Juni 2022. Bild: Manoel Eisenbacher drei 2022 | Seite 8 Das Climate Change Center Berlin Brandenburg Transdisziplinäres Zentrum für Forschung und Wissenstransfer von Prof. Dr. Hanns-Christian Gunga, Charité – Universitätsmedizin Berlin. In diesem wird untersucht, wie Beschäftigte im Gesundheitswesen und im Bauwesen sowie ältere Menschen durch steigende Temperaturen beeinträchtigt werden und wie diese Beeinträchtigungen abgemildert werden können. Prof. Dr. Felix Creutzig, MCC und TU Berlin, und Prof. Dr. Sophia Becker, TU Berlin, Bild: Felix Noak Das Climate Change Center Berlin Brandenburg (CCC) wurde 2020 als Gemeinschaftsinitiative von Hochschulen und Forschungsinstituten aus Berlin und Brandenburg gegründet. Die wissenschaftsgestützte Begleitung der Umsetzung der Klimaziele des Pariser Abkommens auf subnationaler Ebene steht im Fokus der Klimaallianz, die von der TU Berlin federführend auf den Weg gebracht und unter anderem von der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Universität der Künste Berlin, der Universität Potsdam und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung getragen wird. Mit der Verabschiedung des Berliner Doppelhaushalts 2022/2023 am 23. Juni 2022 ist der Weg frei für eine Anschubförderung des CCC durch den Berliner Senat in Höhe von 2,6 Millionen Euro. Transdisziplinär Forschen & Handeln Das CCC versteht sich als inter- und transdisziplinäres Forschungs- und Transfernetzwerk in der Metropolregion Berlin-Brandenburg: „Das Besondere am CCC ist der regionale Fokus. Wir erarbeiten spezifische Maßnahmen und Lösungsstrategien für die Region Berlin-Brandenburg, basierend auf dem aktuellen Stand der Forschung. Dabei werden Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft von Anfang an miteinbezogen. So unterstützen wir den Transformationsprozess in der ­Region durch die Entwicklung passgenauer, gemeinsam getragener und praktisch umsetzbarer Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung“, sagt Prof. Dr. Sophia Becker, Vizepräsidentin für Nachhaltigkeit, interne Kommunikation, Transfer und Transdisziplinarität der Technischen Universität Berlin und Leiterin des Fachgebiets für Nachhaltige Mobilität und transdisziplinäre Forschungsmethoden. Dem CCC beratend und begleitend zur Seite gestellt wird ein Expert*innenrat, der im Oktober zur ersten Sitzung zusammenkommt. Diesem werden unter anderem Bettina Jarasch, Berliner Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz, Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg und Dr. Stefan Brandt, Direktor Futurium Berlin, angehören. Aktuelle Projekte des CCC Verschiedenste klimarelevante Forschungsprojekte werden bereits 2022 durch das CCC gefördert. Eines davon ist das Projekt „Heat & Health“ unter Leitung Weitere Infos zum Climate Change Center finden Sie online auf www.climate-change.center Das CCC beteiligt sich zudem bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen. Als Kooperationspartner beim Berliner Klimatag am 10. September 2022 brachte es die Zivilgesellschaft und Wissenschaftler*innen mit einem „Meet the Scientist“-Format in den Austausch zu klimarelevanten Themen. Im Rahmen der diesjährigen Berlin Science Week wird am 4. November die eigene transdisziplinäre Reihe CLIMATE:Lab, dieses Mal mit dem Schwerpunkt „Wissenschaftskommunikation in der Klimakrise“, fortgesetzt. Auf dem Weg zum Einstein-Zentrum Ein weiterer wichtiger Meilenstein des CCC ist der Aufbau des Einstein Center Climate Change and Public Policy of Human Settlements (ECCC, in Gründung), das seit 2021 von der Einstein Stiftung Berlin gefördert wird. „Das ECCC soll auch als Nukleus ­e xzellenter Forschung zu Klimaschutz in Städten dienen – mit weltweiter Ausstrahlung und Sichtbarkeit", ergänzt Prof. Dr. Felix Creutzig, wissenschaftlicher Koordinator beim ECCC sowie Leiter der Arbeitsgruppe Landnutzung, Infrastruktur und Transport am Mercator Research I­ nstitute on Global Commons and Climate Change. Daher wird das neue Einstein-Zentrum zukünftig die Zusammenarbeit des Forschungsstandorts Berlin-Potsdam mit international führenden Hochschulstandorten weiter intensivieren, darunter mit der Princeton University und der Columbia University in New York, der britischen University of Cambridge und der israelischen Hebrew University of Jerusalem. Climate Change Center Berlin Brandenburg kommunikation@climate-change.center drei 2022 | Seite 9 PLUS-Förderprogramme unterstützen Berlins Klimawende Städte machen rund 70 Prozent der verursachten Treibhausgasemissionen aus. In Berlin verursacht der Gebäudesektor momentan rund 44 Prozent der CO2 Ausstöße der Stadt. Deshalb kommt vor allem Gebäuden eine zentrale Rolle bei der Einsparung von Energie und Emissionen zu. Das Land Berlin hat den Klimaschutz mit dem Berliner Energiewendegesetz als festen Bestandteil der Regierungspolitik verankert und über das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) Maßnahmen definiert. Förderprogramme sind ein wichtiger Bestandteil, um alle Bürger:innen genauso wie die Berliner Unternehmen mitzunehmen und zur Umsetzung der Maßnahmen zu animieren. Zwei Förderprogramme, die die Ziele aus dem BEK 2030 erreichbar machen sollen, sind Effiziente GebäudePLUS sowie das gerade erst gestartete SolarPLUS, die von der IBB Gruppe umgesetzt werden. Effiziente GebäudePLUS – Förderprogramm für energetische Sanierungen von Wohn- und Nichtwohngebäuden in Berlin Mit dem Förderprogramm Effiziente GebäudePLUS wird die energetische Sanierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden im Land Berlin unterstützt, um eine Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen des Gebäudesektors zu erreichen. Effiziente GebäudePLUS richtet sich mit der Gewährung von Zuschüssen primär an private Gebäudeeigentümer:innen von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern einschließlich großer Miethäuser sowie von Gewerbeeinheiten oder Büro­ gebäuden im Land Berlin. Seit Antragsstart des Klimaschutz­ programmes im August 2021 gingen bis Ende August 2022 in den fünf Fördermodulen rund 1.600 Anträge mit einem beantragten Zuschussvolumen von rund 47 Mio. Euro ein – über 90 Prozent davon entfallen auf private Eigentümer:innen. Das Förderprogramm stellt folglich einen entscheidenden Hebel bei der Erreichung der Berliner Klimaziele dar. SolarPLUS – Förderprogramm zur Unterstützung des Solarausbaus in Berlin Das Förderprogramm SolarPLUS soll den Ausbau der Photovoltaik (PV) in Berlin gezielt unterstützen und weiter beschleunigen, indem die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen verbessert wird. Antragsberechtigt sind sowohl Privatpersonen, als auch Unternehmen, die in Berlin in eine Photovoltaikanlage investieren. Im Zentrum der Förderung stehen Zuschüsse zu den Investitionskosten für Stromspeicher. So soll der Strom, der auf dem eigenen Dach erzeugt wird, zu einem noch größeren Teil vor Ort genutzt werden können. Außerdem soll das Programm die verstärkte Nutzung von Dächern von Mehrfamilienhäusern für PV-Mieterstromprojekte fördern. Zudem werden Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden gefördert sowie Fassaden-Photovoltaikanlagen und die Kombination von Gründächern mit ­ olaranlagen, sofern diese nicht im BerS liner Förderprogramm GründachPLUS förderfähig sind. Unterstützt wird auch die Vorbereitung von Solar-Projekten, indem Kosten für die Erstellung von Studien, Gutachten und Konzepten anteilig bezuschusst werden. Die Fördersätze richten sich nach Art des Investitionsobjektes und des jeweiligen Fördermoduls. Vorläufige Anträge können bis zum 31. Oktober 2022 gestellt werden, um den Beginn des Vorhabens zu ermöglichen. Ab dem 1. November 2022 wird das elektronische Antragssystem zur Verfügung stehen. Neben den beiden PLUS-Programmen unterstützt die IBB auch mit zinsvergünstigten Krediten umfangreiche energetische Maßnahmen, wie die Sanierung zum Effizienzhaus, in der Gesamtfinanzierung. Fördermöglichkeiten des neuen Förderpogramms SolarPLUS Modul A: Gutachten – Studien – Konzepte - Beratung Modul B: Hauselektrik Dachgutachten Messplätze Machbarkeitsstudien Zusammenlegung von Hausanschlüssen Zähler- und Messkonzepte Modul C: Stromspeicher Modul D: Sonderanlagen-Boni Kauf Stromspeicher Denkmalgerechte PV Pacht/Leasing Stromspeicher Fassaden-PV Gründach-PV* * Sofern keine Förderung über GründachPLUS möglich ist. Details zu den Fördermöglichkeiten und -konditionen der Programme finden Sie online: Auf www.ibb.de/de/foerderprogramme/effiziente-gebaeudeplus.html für „Effiziente GebäudePLUS“ und auf www.ibb-business-team.de/solarplus für das „SolarPLUS“-Programm. drei 2022 | Seite 10 Unternehmen. Azubis. Zukunft. Eine Kampagne für Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung Teilnehmende beim „Unternehmen FairPlay“-Workshop im März 2022. Bild: Ulrich Wessollek Die Auszubildenden von heute sind die Entscheider:innen von morgen. Deshalb setzt die Kampagne „Unternehmen. Azubis. Zukunft“ gleich beim Eintritt in die Arbeitswelt an. Unternehmen sollen dabei motiviert werden, Bildung für Nachhaltige Entwicklung in der Berufsausbildung (BBNE) zu einem festen Bestandteil zu machen, so wie es die aktuellen Anforderungen in der „Standardberufsbildposition“ vorgeben. Nachhaltigkeit im Unternehmen und in der Ausbildung „Unternehmen. Azubis. Zukunft.“ ist eine Kampagne des neuen RENN.mitte Projekts „Unternehmen FairPlay“. Bei „Unternehmen FairPlay“ dreht sich alles um nachhaltiges Wirtschaften. Dazu gehört auch, die Arbeitswelt als zentralen Bereich der gesellschaftlichen Transformation zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen von „Unternehmen FairPlay“ bereits Workshops in verschiedenen Unternehmen durchgeführt. In einem nächsten Schritt lädt RENN.mitte Unternehmen dazu ein, sich im kollegialen Umfeld und mit Unterstützung von Expert:innen darüber auszutauschen, wie Nachhaltigkeit in die Ausbildung integriert werden kann. Dafür findet am 6. Oktober 2022 eine Kick-Off-Veranstaltung in Erfurt statt. Eingeladen sind Unternehmen aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sie können mit bis zu drei Personen am Kick-Off teilnehmen: mit einem Mitglied der Geschäftsführung, mit einem/einer Ausbilder:in und mit einem/ einer Auszubildenden. So sollen nicht nur die Unternehmen untereinander ins Gespräch kommen, sondern auch ein Austausch zwischen den unterschiedlichen Hierarchieebenen gefördert werden. Netzwerk aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, das Aktive zusammenbringt, Politik mitgestaltet und Nachhaltigkeit umsetzt. Der Wirkungsraum von RENN.mitte umfasst die oben genannten Bundesländer, in denen auch die Kampagne läuft. Der RENN.mitte-Partner in der Hauptstadt: Berlin 21 e.V. Für das Bundesland Berlin ist Berlin 21 Partner im RENN.mitte-Verbund. Als Netzwerk für Nachhaltigkeit bringt der Verein zum Beispiel mit den Berliner NachhaltigRENN.mitte – das Netzwerk keitsforen Interessengruppen zu wichtifür Nachhaltigkeit gen stadtpolitischen Themen ins Gespräch und gibt Nachhaltigkeitsinitiativen eine Das Projekt „Unternehmen FairPlay“ und Plattform. Berlin 21 hat gemeinsam mit die dazugehörige Kampagne werden dem BUND Berlin, der Grünen Liga Bervon RENN.mitte verantwortet, eine von lin und Brandenburg 21 e.V. das „Berliner deutschlandweit vier Regionalen Netzstel- Bündnis Landesnachhaltigkeitsstrategie“ len Nachhaltigkeitsstrategien (RENN). Das ins Leben gerufen, dessen Forderung nun RENN-Netzwerk wurde 2016 vom Rat für von der Berliner Landesregierung umgeNachhaltige Entwicklung im Auftrag der setzt werden soll. Auch Bildung für NachBundesregierung gegründet. Anlass da- haltige Entwicklung ist ein zentrales Thefür war die im Jahr zuvor von den Verein- ma des Vereins und wird unter anderem ten Nationen verabschiedete Agenda 2030 im Rahmen von „Unternehmen FairPlay“ in für nachhaltige Entwicklung. RENN.mitte­­ Workshops bei Unternehmen und Berufsversteht sich als Partner für den gesell- schulen umgesetzt. schaftlichen Wandel, verbunden durch ein Weitere Informationen auf www.unternehmenfairplay.de, sowie auf www.renn-netzwerk.de/mitte und auf www.berlin21.net Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien Mitte mitte@renn-netzwerk.de drei 2022 | Seite 11 Azubis werden Kommunale Klimascouts Kommunale Auszubildende für den Klimaschutz qualifizieren Mit dem Projekt „Kommunale Klimascouts“ soll das Thema Klimaschutz in die Ausbildung von Azubis in Kommunen und kommunalen Eigenbetrieben integriert werden. Ziel ist es, über diese Zielgruppe den Klimaschutz-Gedanken in den teilnehmenden Kommunen weiter zu verfestigen und in viele unterschiedliche Ressorts zu tragen. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) führt das Projekt durch und kooperiert dabei bundesweit mit 14 Klimaschutzund Energieagenturen. Die sogenannte „KlimaQuali“ ist das zentrale Schulungsformat. In unterschiedlichen Modulen werden die Auszubildenden in die Themen Klimakrise und (kommunaler) Klimaschutz eingeführt, lernen die wichtigsten Grundlagen in Projektmanagement sowie Kommunikation und erhalten so das notwendige Wissen, um ­ eigene Klimaschutz-Projekte anzustoßen. Die Erde heizt uns ein“, betreut durch die Energieagentur des Landes Thüringen (ThEGA); į das Azubi-Team des Landkreises Ludwigsburg (Abfallverwertungsgesellschaft) mit dem Projekt „Substitution von Trinkwasser durch Brauchwasser auf Deponien", betreut durch die Energieagentur Kreis Ludwigsburg (LEA); į das Azubi-Team der Samtgemeinde Grafschaft Hoya mit dem Projekt "SENSIBILISIERUNG – Aufmerksam durch den Büroalltag", betreut durch die ­K limaschutzagentur Mittelweser e.V. und das Difu 120 teilnehmende Azubis aus mehr als 60 Kommunen qualifizierte. Ziel der aktuellen laufenden Projektphase ist es, das Modell weiterzuentwickeln, es zu einem „Roll-out“ zu bringen und schließlich zu verstetigen. Wettbewerb um die besten Klimascouts-Projekte Nach erfolgreich absolvierter „KlimaQuali“ wurden im Jahr 2022 bislang insgesamt 45 Klimaschutz-Projekte – meist in Teams mit zwei bis vier Azubis – erarbeitet. Diese Projekte nahmen im Frühjahr am bundesweiten Wettbewerb um die besten Klima­ scouts-Projekte teil. Die Gewinner des Wettbewerbs „Kommunale Klimascouts 2022“ sind: į das Azubi-Team des Kyffhäuser­ kreises mit dem Projekt „Geothermie – Azubi-Team Landkreis Ludwigsburg (Abfallverwertungsgesellschaft) Bild: AVL GmbH Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von je 3.000 Euro versehen, das wieder in Klimaschutz-Aktivitäten zu investieren ist. Die offizielle Prämierung der Gewinner-Teams findet am 22. November 2022 im Rahmen der „Kommunalen Klimakonferenz“ des Difu in Berlin statt – unter Beteiligung des Bundesministeriums für ­W irtschaft und Klimaschutz (BMWK). Roll-out nach erfolgreicher Pilotphase Azubi-Team Kyffhäuserkreis. Bild: Landratsamt-Kyffhäuserkreis Azubi-Team Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Bild: Samtgemeinde Grafschaft Hoya Das Difu hat das Projekt „Kommunale Klimascouts“ entwickelt und führt es mit Förderung der Nationalen Klimaschutz­ initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz von 2021 bis 2023 deutschlandweit durch. Damit knüpft das Vorhaben an die erfolgreiche Pilot­ phase an, in der die Idee erprobt wurde Dazu hat das Difu-Projektteam die Online-Veröffentlichung „How to KlimaQuali – Schritt für Schritt zum Kommunalen Klimascout“ zur selbstständigen Durchführung des Schulungsformats „KlimaQuali“ erarbeitet. Über Shortlinks werden darin alle notwendigen Unterlagen, Lehrinhalte und Tools zur Durchführung der einzelnen Schulungsmodule zum „Kommunalen Klimascout“ zur Verfügung gestellt. Mit dieser „Anleitung“ sollen interessierte Akteure zukünftig die Qualifizierung von Azubis zu Klimascouts eigenständig durchführen können. Denn mehr Klimascouts bedeuten mehr Klimaschutz in Kommunen. Alle Infos zum Projekt online auf www.kommunale-klimascouts.de Ulrike Vorwerk Deutsches Institut für Urbanistik (Difu) Forschungsbereich Umwelt scouts@difu.de drei 2022 | Seite 12 Wettbewerb „Berliner Klima Schulen“ Schülerinnen und Schüler machen Tempo beim Klimaschutz Wie können Klimaschutz und Klimaanpassung an Schulen praktisch umgesetzt werden? Welche Möglichkeiten haben Schülerinnen und Schüler, sich einzubringen? Antworten auf diese Fragen lieferten im Schuljahr 2021/2022 mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler, die sich mit 44 Projekten und Ideen am Wettbewerb „Berliner Klima Schulen“ beteiligten. Berlinweit nahm ein breites Spektrum verschiedener Schulformen am Wettbewerb teil: vom Gymnasium über Grundschule, Integrierte Sekundarschule (ISS), Berufsfachschule, Förderzentrum, Gemeinschaftsschule bis zum Oberstufenzentrum (OSZ). Erfolgreichster Stadtbezirk war Neukölln mit drei Preisträger-Schulen. Das Engagement der Schülerinnen und Schüler sich für „Mehr Tempo im Klimaschutz“ zu engagieren wurde mit Preisgeldern in der Gesamthöhe von 7.000 Euro gewürdigt. Preisträger-Schulen fanden jeweils ihren individuellen Weg zu mehr Klimaschutz. So brachte die Klima-AG des Goethe-Gymnasiums Lichterfelde die Umwelt-AGs der Oberschulen in Steglitz-Zehlendorf in ­einer gemeinsamen Konferenz zusammen, um den konstruktiven Austausch anzuregen. Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums Gesundheit I in Wedding erstellten gemäß der Devise „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“ praxisnahe Checklisten zum klimafreundlichen Handeln für die Schulgemeinschaft. Die August-­ Sander-Schule in Friedrichhain legte ein umfassendes Klimaschutzprojekt auf, das alle Bereiche des Schullebens abdeckt. Und mehr als 20 Klassen der Schule am Bienwaldring in Neukölln, beschäftigten sich unter dem Motto „There is no planet B“ intensiv mit ihren Möglichkeiten, den Klimaschutz im Schulalltag zu stärken. Die Wettbewerbseinreichungen brachten ein buntes Spektrum kreativer, praktischer und kommunikativer Ansätze hervor. Die Die eingereichten Beiträge reichten von der technischen Entwicklung eines preisgünstigen und schultauglichen CO2-Mess- gerätes, das ein effizientes Lüften von Klassenräumen ermöglicht und mittlerweile per Schülerfirma vertrieben wird, über die Renaturierung eines Schulteichs oder das Anlegen eines Tiny Forest bis hin zu nachhaltigem Kochen in der Schulküche oder einem kunstvollen Film, der humorvoll und faktenbasiert Wissen über den Klimawandel vermittelt und zu mehr Klimaschutz motiviert. Bei der Abstimmung zum von a&o hostels gestifteten Publikumspreis konnte die Schule am Berlinickeplatz (Tempelhof) punkten. Die Teilnehmenden stimmten für die Idee „Grundwasser schonen, Regenwasser nutzen“. Der Wettbewerb wird von den Senatsverwaltungen für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz und Bildung, Jugend und Familie zusammen mit der G ­ ASAG AG ausgelobt. Im Schuljahr 2022/2023 stehen Klimaschutz und Klimaanpassung im Mittelpunkt des Wettbewerbes, hinzu kommt im ersten Halbjahr das aktuelle Thema Energiesparen an Schulen. Ab Ende September sind alle Informationen zum Wettbewerb online unter www.berliner-klimaschulen.de zu finden. 50 Ideen für mehr Tempo beim Klimaschutz www.berliner-klimaschulen.de Und auch jenseits des Wettbewerbs ist das Engagement von Berliner Schulen und Bildungseinrichtungen für Klimaschutz umfangreich und vielfältig. Auf den Seiten der Berliner Senats­ u mweltverwaltung finden Sie dazu weitere Informationen sowie Handlungsfelder und Schulportraits. Das „Schaufenster: Klimaschutz an Schulen“ finden Sie auf www.berlin.de/sen/uvk/klimaschutz Grafik: Berliner Klima Schulen Berliner Klimaschulen kontakt@berliner-klimaschulen.de drei 2022 | Seite 13 Gemeinsam durch den Winter Aktionswoche „Berlin spart Energie“ vom 10. bis 14. Oktober Aktionswoche 2022 Auf Tour mit der Aktionswoche: Fernwärmeversorgung in Adlershof. Bild: Berlin spart Energie Energiesparen ist das Gebot der Stunde. Ob zu Hause, im Büro, beim Sport oder bei der Ernährung – in all unseren Lebensbereichen können wir Energie einsparen und so einen Beitrag zur Bewältigung der Energiekrise leisten. Darüber hinaus gibt es in Berlin die richtig großen Hebel, mit denen sich besonders viel Energie einsparen lässt – etwa in der Energiewirtschaft, in Industrie und Gewerbe. Die gesamte Bandbreite dessen, was Berlin in Sachen Energieeinsparung und Klimaschutz schon leistet und was darüber hinaus noch möglich ist, zeigt die Aktionswoche „Berlin spart Energie“ vom 10. bis 14. Oktober. Die Aktionswoche 2022 umfasst rund 40 kostenfreie Veranstaltungen für alle, die ihr Wissen in Sachen Energiewende und Klimaschutz erweitern möchten. Neben Informationsveranstaltungen zu aktuellen Förderprogrammen bietet die Aktionswoche digitale und analoge Energiespar-Beratungen an – unter anderem zu den Themen Solarenergie, energetische Gebäudesanierung sowie für einkommensschwache Haushalte, für Mieterinnen und Mieter sowie für Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer. Auch für kleine und mittlere Unternehmen gibt es spannende Angebote – beispielsweise zur Anschaffung und Integration von erneuerbaren Energien im Betrieb. Daneben präsentiert die Aktionswoche interessante Best Practice-Projekte (zum Beispiel Unternehmensnetzwerke), die zum Nachahmen anregen. Einen besonderen Einblick hinter die Kulissen ermöglichen Vattenfall Wärme Berlin mit einer Besichtigung ihrer Kältezentrale am Potsdamer Platz, die Berliner Stadtreinigung (BSR) mit einer Führung durch eine Biogasanlage und das Fernheizwerk Neukölln. Neben der reinen Wissensvermittlung eignet sich die Aktionswoche auch bestens, um neue Kontakte zu knüpfen und das eigene Netzwerk zu erweitern – insbesondere in den vielfältigen Präsenzformaten wie Workshops, Projektbesuchen oder Podiumsdiskussionen. Die Aktionswoche ist seit 2012 die jährliche Leistungsschau der Berliner Energiewende und des Klimaschutzes. Mehr als 40 Institutionen beteiligen sich mit eigenen Programmpunkten an der Aktionswoche – von Kammern und Innungen über Energieversorger bis zu Umwelt- und sozialen Gruppen und kleineren Initiativen. Die Aktionswoche „Berlin spart Energie“ ist Teil der gleichnamigen Kampagne, die im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz von der EUMB Pöschk realisiert wird. Das Programm und die Möglichkeit zur kostenfreier Anmeldung finden unter www.berlin-spart-energie.de Lisa Bührmann Berlin spart Energie c/o EUMB Pöschk buehrmann@berlin-spart-energie.de drei 2022 | Seite 14 Bild: R obert Bode n Fünf Fragen an „There is no Planet B“ stand mal freitags auf einem Pappschild am Brandenburger Tor – hochgestreckt als Protest aus der Menschenmenge und hundertfach fotografiert. Unweit davon hat Nora Wolter ihren Arbeitsplatz. Seit Oktober 2020 ist sie als 1. Worauf führen Sie Ihr besonderes Engagement bei sich persönlich zurück? Gibt es da ein biografisches Datum oder ­Erlebnis, das Sie besonders geprägt hat? Ich sehe mein Engagement tatsächlich nicht als ein besonderes an. Es ist für mich lediglich die logische und notwendige Konsequenz aus dem Status Quo. Insgesamt war es eher ein fließender Prozess, der mich zum Thema Klimaschutz und Klimaanpassung gebracht hat. Ich habe nach einem beruflichen Weg gesucht um dazu beizutragen das Leben der Menschen besser zu machen. Meiner Meinung nach geht das sehr gut indem man direkt für eine Stadt arbeitet und das Ziel somit nicht die Mehrung von Profit, sondern von Gemeinwohl ist. Und um den Kreis zu schließen: Klimaschutz und Klimaanpassung umzusetzen ist für mich der sinnvollste Weg um langfristig das Gemeinwohl zu verbessern. 2. Wer sind Ihre persönlichen Vorbilder beim Thema Klimaschutz? Meine Großeltern. Nicht unbedingt beim Thema Energieversorgung – in das Berufsfeld Kohleabbau will ich ihnen lieber nicht Berliner Macher*innen für den Klimaschutz Nora Wolter Klimaschutzbeauftrage des Bezirksamts Mitte tätig. Eine echte Querschnittsaufgabe für die Geographin und Stadtentwicklerin, die ein ganzes Bündel von Handlungsfeldern mit sich bringt. Allen gemein ist das Ziel, dass Klimaschutz beim Handeln in der Verwaltung selbstverständlich wird. Also folgen. Ein Vorbild waren mir meine Großeltern viel mehr in Teilen ihrer Lebens­weise: Dinge wurden repariert statt neugekauft, Eier gab’s vom Nachbarn, Urlaub in der Region statt Flugreise, abends werden Kartenspiele gespielt statt Netflix geschaut… In vielerlei Hinsichten stelle ich heute fest, dass ich damals einen sehr klimafreundlichen Alltag gesehen habe. Zu diesem müssen wir meiner Einschätzung nach zu Teilen zurückfinden, zu Teilen müssen wir ihn natürlich aber auch neu erschaffen. 3. Was wollen Sie im Klimaschutz in den nächsten drei Jahren erreichen? Ich möchte daran mitwirken die Verwaltung des Bezirksamtes Mitte von Berlin ­k limafit zu machen. Damit meine ich nicht nur das Bürohandeln (Papier sparen, etc.) sondern insbesondere das Verwaltungshandeln. Da gibt es einiges an Spielräumen um beim Thema Klimaschutz den landesund bundesrechtlichen Rahmen voll auszuschöpfen, die limitierten Haushaltsmittel klimafördernd zu verteilen und insgesamt als eine starke, strategisch vorausschauende Verwaltung zu agieren. In drei Jahren sehe ich da ganz konkret für mich selbst und den Bezirk Mitte folgendes: Eine super Implementierung des KlimaChecks für kein Basteln am Planet B, sondern B-Plan, Ressourcenschonung auch ohne Pappschildrecycling und trotzdem ein Auge ­d arauf haben, wie sich politische Entscheidungen auf das Klima auswirken könnten. Ein zweites Mitte hat ja auch niemand im Keller... Bezirksamtsbeschlüsse, ein beschlossenes strategische Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept des Bezirks Mitte und auch schon den ersten Monitoringbericht zur Umsetzung der Maßnahmen des KlimaKonzeptes inklusive der zugehörigen, sich hervorragend entwickelnden KlimaKennzahlen. 4. Was werden hier die größten Herausforderungen bei der Umsetzung sein? Kurz und schmerzlos: unbesetzte Personalstellen bei der Bezirksverwaltung, das Zuständigkeitskarussell Berliner Verwaltungen gerade für „neue“ Themen wie Klima, veraltete Rechtsvorschriften mit denen die Bezirke arbeiten müssen, Finanzierung von Klimamaßnahmen überwiegend über personalintensiv abzuwickelnde Fördergelder. 5. Ihr Wunsch an die Berliner Klimaund Energiepolitik? Klare Prioritäten, eindeutige Zuständigkeitsregelungen, gesunder Pragmatismus. Und Mut. drei 2022 | Seite 15 Schlaglichter aus dem Berliner Energieund Klimaschutzprogramm (BEK 2030) Friedhöfe als „Klimaoasen“ in Berlin. Maßnahmen zur Klimaanpassung auf Friedhöfen in Friedrichshain-Kreuzberg Der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte (EVFBS) ist der größte konfessionelle Friedhofsträger Berlins. Er verwaltet, bewirtschaftet und entwickelt 46 evangelische Friedhöfe mit rund 230 Hektar Grünfläche. Diese Friedhöfe dienen neben ihrer Funktion als Gedenk- und Bestattungsorte, auch als wichtige grüne Oasen für Menschen und Tiere in der Stadt. In Kooperation mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und gefördert durch das BEK 2030 führt der EVFBS seit März 2021 umfassende Untersuchungen zur Klimaanpassung durch und entwickelt innovative Pilotmaßnahmen, um die Friedhöfe im Bezirk widerstandfähiger gegenüber Klimaveränderungen zu machen. Basierend auf umfassenden Untersuchungen zu Boden, Biodiversität, Bäumen und Regenwassernutzungspotentialen sind für alle Bi ld :V ic e n te Standorte Maßnahmenvorschläge erarbeitet worden. An ausgewählten Orten werden erste Pilotmaßnahmen umgesetzt. Als Beispiel wird auf den Friedhöfen in der Landsberger A ­ llee das Regenwasser von benachbarten Hof- und Dachflächen künftig in einer Zisterne gesammelt, statt es in die Kanalisation abzuleiten („Abkopplung“). Dank einer Wettersteuerung wird die Zisternenkapazität von 187 m³ optimal ausgenutzt werden. Das gesammelte Regenwasser wird für die Bewässerung der Friedhofsvegetation genutzt. Überschüssiges Wasser wird in eine naturnah gestaltete Versickerungsfläche laufen. Diese bietet gleichzeitig einen neuen wechselfeuchten Lebensraum auf dem Friedhof. Auch für die Bäume wird einiges getan: Entlang der Haupt­ allee wurde ihr Wurzelraum testweise mit bodenverbessernden Hilfsstoffen angereichert. Bodensensorik zeigt künftig, wie gut die Bäume mit Wasser versorgt sind. Auch neu gepflanzte Winterlinden bekamen mit besonderen Pflanz­ gruben optimale Startbedingungen. Evangelischer Friedhofsverband Berlin Stadtmitte (EVFBS) info@evfbs.de / EVFBS KlimaGesundheit – Aktiv für Kitas – Mehrsprachige Infomaterialien jetzt verfügbar. Die Folgen der Klimakrise sind in Deutschland längst spürbar und Kinder leiden besonders unter den Folgen der Klima­ krise – hier sind sich Expert*innen einig. Verstärkt auftretende Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme und Starkregen verdeutlichen dies immer wieder. Im Rahmen des Programms KlimaGesundheit – Aktiv für Kitas wurden in Zusammenarbeit mit zirka 350 Schüler*innen und Expert*innen, 15 Fachschulen für Sozialpädagogik und ihren Dozent*innen ­B ildungsmaterialien mit den Schwerpunkten Klimakrise und Kindergesundheit erstellt. Alle Infos zum Programm und den kostenfreien Materialien finden Sie auf unserer Website: www.klimagesundheit.bildungscent.de/material/ Das Poster Klimakrise und Gesundheit – Wie wir Kinder richtig schützen! bündelt Handlungsempfehlungen. Das Poster ist ab sofort auch auf Englisch, Türkisch und Arabisch erhältlich. Das Praxisheft enthält Hintergrundinformationen, Inter- views mit Expert*innen und Anregungen zum Handeln für die praktische Arbeit mit Kindern. Das Praxisheft und das Poster können kostenfrei heruntergeladen oder als Printversion bestellt werden. KlimaGesundheit – Aktiv für Kitas ist ein Programm von BildungsCent e.V. und wird im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie durch das BEK 2030 der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Team KlimaGesundheit BildungsCent e.V. klimagesundheit@bildungscent.de drei 2022 | Seite 16 Berliner Netzwerke für den Klimaschutz Zentrum KlimaAnpassung Wir sind: Die erste bundesweit tätige Beratungs- und Informationsstelle für eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels, die speziell Kommunen und Träger sozialer Einrichtungen unterstützt +++ gegründet im Juli 2021 +++ geleitet durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) in Kooperation mit adelphi +++ tätig im Auftrag des Bundesumweltministeriums als Bestandteil der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) +++ www.zentrum-klimaanpassung.de Das machen wir: Kommunen und Träger von sozialen Einrichtungen sind von den Auswirkungen des Klimawandels in besonderem Maße betroffen. Sie müssen sich in ihrem tagtäglichen Handeln mit diesen Auswirkungen auseinandersetzen und sind daher auch zentrale A ­ kteure wenn es darum geht, Folgen des Klimawandels aufzufangen oder abzumildern. Eine umfangreiche Querschnittsaufgabe, die ganzheitlich und kontiunierlich angegangen werden muss. Das Zentrum ­K limaanpassung berät und unterstützt dabei in allen Phasen von Planung und Umsetzung, hilft bei der Identifikation von Handlungsfeldern und berät bei konkreten Maßnahmen. Wo liegen Handlungsfelder bei Kommunen? Sie wirken und arbeiten in einer Vielzahl übergreifender Handlungsfelder, das betrifft die Stadt-und Verkehrsentwicklung sowie die Grün- und Entwässerungsplanung genauso wie Wald- und Forstwirtschaft, den Tourismus oder die Gesundheit. Die Folgen des Klimawandels berühren nahezu alle kommunalen Aufgaben und die mit ihnen verbundenen Menschen, Institutionen und Unternehmen. Welche Rollen kommt sozialen Einrichtungen zu? Bei ihnen sind die Orte, in denen in erster Linie die Schutzbedürftigen unserer Gesellschaft durch engagiertes Personal betreut werden. Besonders ältere, pflegebedürftige und kranke Menschen, aber auch Kinder und Jugendliche können von extremen Wetterereignissen wie Hitze, Frost, Stürmen oder auch Überschwemmungen betroffen und in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sein. drei 2022 | Seite 17 Die Leistungen des Zentrum KlimaAnpassung Beratung zur Umsetzung Das Zentrum KlimaAnpassung bietet kontinuierliche Beratung in unterschiedlichen Formaten an. Über die ZKA Hotline stehen ­E xpert*innen täglich für eine schnelle und kompakte Erstberatung in allen Feldern der Klimaanpassung zur Verfügung. In wöchentlichen ZKA Spotlights werden online akute Fragen zu aktuellen Themen von Expert*innen bearbeitet und beantwortet. Vertiefende und umfassende Beratungen zu ihren ganz speziellen Fragen erhalten Kommunen und soziale Einrichtungen durch eine Fokusberatung oder durch Anpassungsworkshops („ZKA vor Ort“). Fortbildung In bedarfsgerechten Formaten bietet das Zentrum KlimaAnpassung kompaktes und vertiefendes Anpassungswissen für Kommunen und soziale Träger an. Für Neueinsteiger*innen in das Thema oder für solche, die ihr Wissen vertiefen möchten, stehen Online-Workshops („ZKA Spezial“) unserer Expert*innen mit kompaktem Praxiswissen zur Klimaanpassung zur Verfügung. In zweitägigen Online-Seminaren („Fit für‘s Klimaanpassungs­m anagement“) kann vertiefendes und praxisorientiertes Fachwissen zu zentralen Themen der Klimaanpassung aufgebaut werden und mit einem Mentoring-Programm für Klimaanpassungsmanager*innen in Kommunen unterstützen wir den Start in dieser Aufgabe. Vernetzung und Erfahrungsaustausch Ziel ist die Vernetzung von Akteur*innen auf auf allen Ebenen. Wir wollen den Austausch von Praxiswissen und Erfahrungen zur Klimaanpassung gezielt stärken. Er soll dazu beitragen, dass das Wissen dort ankommt, wo es gebraucht wird: vor Ort in den Kommunen und sozialen Einrichtungen. In unseren regionalen ­K limawerkstätten entwickeln wir gemeinsam mit den betroffenen Akteur*innen konkrete Lösungen für die spezifischen Herausforderungen des Klimawandels vor Ort. Wir integrieren die Vernetzung und den Austausch zudem aktiv in unseren Beratungs- und Fortbildungsangeboten und bieten ­ regelmäßig ­Vernetzungsveranstaltungen sowie Konferenzen an. Förderberatung Maßnahmen zur Klimaanpassung werden gefördert: Kommunen und soziale Einrichtungen können für die Entwicklung und Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen sowohl Fördermittel von Bund, Ländern und als auch von der EU erhalten. Das Zentrum KlimaAnpassung berät bei der Wahl der passenden Förderung und unterstützt bei der Erstellung der Förderanträge. Bilder linke Seite: Fabian Weiss. Grafiken von kjpargeter / Freepik uns SVGrepo. drei 2022 | Seite 18 Herausforderung Energie­ preise – Energiesparen im Haushalt Tipps & Termine Bits & Bäume-Konferenz Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind heute in unserer Gesellschaft so präsent wie nie zuvor. In Ihnen stecken auch die großen gesellschaftlichen und globalen Herausforderungen für eine gerechte und lebenswerte Gestaltung unserer (Um-)Welt. Auf ihrer Konferenz bringen Bits & Bäume Stakeholder aus den Bereichen Umweltschutz, Gerechtigkeit, Technik und Menschenrechte zusammen und diskutieren Schnittstellen und gemeinsamen Lösungen für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen. 30. September bis 2. Oktober 2022 Bits & Bäume Der nächste Winter steht schon vor der Tür. Die Nebenkostenabrechnungen für das laufende Jahr kommen oft erst Mitte des nächsten Jahres. Dann werden viele Mieter wegen der stark gestiegenen Energiepreise mit erheblichen Nachzahlungen konfrontiert werden. Daher sollten alle Einsparpotenziale in der Anlagentechnik durch geringinvestive Maßnahmen und im Nutzerverhalten ausgeschöpft werden. SmartHK – Fachmesse für die SHK Branche Das SHK-Handwerk nimmt eine Schlüsselrolle beim Erreichen der Klimaziele in der Hauptstadtregion ein. Sei es der rasche Ausbau von Solarenergie, der Einsatz von innovativen Wärme- und Energietechnologien oder die effiziente Nutzung von vorhandener Infrastruktur. Der Referent Klaus Röthele erläutert umfassend, was der einzelne Haushalt tun kann und welche Sparmaßnahmen Risiken mit sich bringen. Die Fachmesse SmartHK zeigt energie­ effiziente, intelligente Gebäudetechnik in den Wachstumsbereichen: Heizung, Sanitär und Lüftung. Dazu gehören alle hybriden Heizungstechnologien, altersgerechte smarte Bäder, Trinkwasseranlagen, strombasierte Anlagen, kontrollierte Wohnraumlüftung. 18. Oktober 2022 Aktionskreis Energie e.V. 8. bis 11. November 2022 SHK Berlin www.aktionskreis-energie.de www.smarthk.de BuGG Fachkongress Solar-Gründach 13. dena Energiewende -Kongress Mit dem Schwerpunkt auf Solar-Gründächer hat der kommende BuGG-Fachkongress ein Thema im Gepäck, dass bisher eher am Rand diskutiert wurde. Allerdings sind gerade für Berlin als Metropole spannende Themen enthalten: Die kommende Solarpflicht, Verbesserung einer urbanen Hitzeresilienz, regulatorische besonderheiten der Kombination von Photovoltaik und Dachbegrünung, sowie Unterhalt und Betrieb von begrünten Gebäudeflächen. Der dena-Kongress ist eine der wichtigsten, branchenübergreifenden Veranstaltungen zur integrierten Energiewende und zum Klimaschutz und findet in diesem Jahr unter dem Motto „Alles auf Ziel“ statt. In einer Zeit der Unsicherheit wollen wir gemeinsam an einer resilienten energiepolitischen Zukunft arbeiten. www.bits-und-baeume.org Aktionswoche "Berlin spart Energie" 2022 Ein Schaukasten für Vorbilder bei Energiewende und Klimaschutz in Berlin bietet die Aktionswoche von "Berlin spart Energie". Mit einem vielfältigen und kostenfreien Programm können sich Interessierte zu Projekten informieren, einen Bilck hinter die Kulissen werfen, mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen oder auch direkt mit Ihren Anliegen beraten zu lassen. 10. bis 14. Oktober 2022 Berlin spart Energie www.berlin-spart-energie.de Die Fachvorträge werden durch eine begleitende Fachausstellung ergänzt, um einerseits zu informieren und andererseits zum Netzwerken und Austausch anzuregen. 20 / 21. Oktober 2022 Bundesverband Gebäudegrün – BuGG www.gebaeudegruen.info Weitere Veranstaltung, Seminare und Termine finden Sie auf unserer Homepage unter www.berliner-impulse.de/terminkalender. Über 1.200 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung werden mit dabei sein und gemeinsam in den Diskurs zur integrierten Energiewende, zum Klimaschutz und zur Erreichung unserer Klimaziele gehen. 14. bis 15. November 2022 Deutsche Energie-Agentur (dena) www.dena-kongress.de drei 2022 | Seite 19 M ED E K I ENEC Über Klima sprechen – Das Handbuch Wie kommt man über das Klima so ins Gespräch, dass Menschen zum Handeln motiviert werden? Dieses Handbuch hilft dabei – wissenschaftlich fundiert, systematisch strukturiert, für die Praxis geschrieben. Das Klima geht uns alle an. Aber darüber „richtig“ zu sprechen, ist gar nicht so einfach! Vor allem, wenn man Klimaschutz voranbringen will – egal ob beruflich oder ehrenamtlich, ob in Unternehmen oder in der Politik, in Wissenschaft oder Zivilgesellschaft, in Behörden oder Medien. An Kommunikation führt kein Weg vorbei, denn bevor Solaranlagen errichtet, ein kommunales Klimakonzept beschlossen oder vegetarisches Catering angeboten werden können, heißt es: schreiben, sprechen, diskutieren, zuhören. Klimakommunikation eben. Dieses Handbuch hilft, den richtigen Ansatz für die jeweilige Zielgruppe zu wählen, stellt Methoden vor, enthält praktische Anleitungen und bietet Tipps und Tricks für schwierige Situationen. Christopher Schrader, www.klimafakten.de: Über Klima sprechen – Das Handbuch. oekom Verlag, 416 Seiten, Softcover, 34,00 Euro Deutschland unter Strom – Unsere Antwort auf die Klimakrise Alles, was wir brauchen, um die Erderwärmung aufzuhalten, haben wir schon längst: Wind- und Solar­ anlagen, Stromspeicher, Übertragungsleitungen, Elektroautos, Wärmepumpen, digitale Vernetzung – die Puzzleteile für den Kampf gegen die Klimakatastrophe liegen bereit. Dieses Buch zeigt, wie man sie zusammensetzt zu einer überzeugenden politischen Agenda für den Klimaschutz. Die Bundesregierungen seit den 1990er Jahren haben sich lange verhalten wie unmotivierte Schüler. Sie haben Vokabeln gepaukt – die Auswirkungen des Klimawandels erforschen lassen ebenso wie die Technologien zum Klimaschutz –, aber sie haben nicht gelernt, daraus Sätze und Texte für eine glaubwürde Klimapolitik zu bilden. Christoph Podewils benennt die Versäumnisse, formuliert konkrete Erwartungen an die nächste Regierung, betont aber auch die Gunst der Stunde. Durch den Lockdown haben wir Dinge entdeckt, die wir gut finden und weiterpflegen: Videokonferenzen statt Dienstreisen, Home­ office statt Stau im Berufsverkehr, mehr Zeit für die Familie und weniger Konsum. Ähnliche Nebeneffekte wird es auch beim Kampf gegen die Klimakatastrophe geben – weniger Lärm in den Städten, weil Elektroautos leiser sind, oder auch eine Revitalisierung der ländlichen Gegenden, weil dort die Energie der Zukunft geerntet wird. Christoph Podewils : Deutschland unter Strom – Unsere Antwort auf die Klimakrise, C H Beck Verlag, 253 Seiten, Broschierte Ausgabe, 16,95 Euro Wir verlosen die Bücher auf dieser Seite im Komplettpaket! Schicken Sie uns bis zum 11. Novemebr 2022, 23:59 Uhr eine kurze E-Mail mit dem Betreff GEWINNSPIEL an gewinnen@berliner-impulse.de, um teilzunehmen. Die Medienecke der letzten Ausgabe hat Ehrenfried K gewonnen. Herzlichen Glückwunsch. Impressum Herausgeber EUMB Pöschk GmbH & Co. KG info@berliner-impulse.de www.berliner-impulse.de Konzept und Umsetzung EUMB Pöschk GmbH & Co.KG Oranienplatz 4 10999 Berlin tel 030 2014 308 0 fax 030 2014 308 10 Redaktion Jürgen Pöschk (Leitung und ViSdPR) Michael Scheuermann scheuermann@berliner-impulse.de 030 2014 308 0 Anzeigenabteilung Nicole Maus maus@berliner-impulse.de 030 2014 308 21 Satz und Gestaltung Michael Scheuermann Druck & Auflage Das Druckteam Berlin; Auf l. insg. 9000 digital + print Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht zwingend die Meinung der Redaktion wieder. Für den Abdruck und die Rücksendung von unverlangt eingeschicktem Material besteht keine Gewähr. Bildnachweise Alle Bilder und Grafiken sind, soweit nicht anders angegeben, Eigentum von EUMB Pöschk. Titelseite: Jonas Denil/ Unsplash.com Die Cover der Medienecke sind Eigentum der jeweiligen Verlage. į Zentrale Studien und Meldungen aus dem Energie- und Klimabereich į Monatlicher Newsletter mit dem Wichtigsten aus Berlin und Bund į Alle Zeitschriftenausgaben online und kostenlos abrufbar weitere Infos auf www.berliner-impulse.de
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.