Publication:
2019
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364774
Path:
EINS 2019

Zeitschrift des Berliner
ImpulsE-Programms

Schwerpunkt

Zukunft der Energieversorgung

04
Im aktuellen Interview:
Regine Günther, Senatorin
für Umwelt, Verkehr und
Klimaschutz Berlin

07

14

Strukturwandel des
deutschen Energiesystems:
Ein Drehbuch für
den Kohleausstieg

Im Auftrag der

Klimaneutraler
Gebäudebestand. Acht
Forderungen für einen
sozial gerechten Übergang

Konzept und Umsetzung

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 2

ENERGIETAGE 2019 –
Zeitenwende in Energiepolitik und Klimaschutz?
Leitstudien zur Energiewende in Deutschland, die kürzlich in einer Synthese vorgestellt wurden, mahnen: Es darf kein „Weiter
so“ geben!
In diesem Kontext ist auch die öffentliche
Fokussierung auf die Klimaziele im Jahr 2050
zu hinterfragen. Diese suggeriert unbewusst,
dass jemand 2049 den Schalter umlegen
könnte – was mitnichten so ist. Wir brauchen deshalb dringend eine öffentlich breit
kommunizierte Ergänzung um kurzfristige
Klimaziele. Dies auch, weil diese dann politisch einklagbar und verantwortbar werden.
Selbst die – in ihrer Realisierbarkeit inzwischen sehr kritisch hinterfragten – Klimaziele
für 2030 erscheinen noch „zu weit weg“, um
im Hier und Jetzt durchgreifend zu wirken.

Bild: Rolf Schulten

Im Mai finden die 20. Berliner
ENERGIETAGE – erneut mit maßgebli­
cher Beteiligung des Berliner ImpulsEProgramms der Berliner Senatsumweltverwaltung – statt. In den vergangenen
Jahren ist es gelungen, in Berlin die
„Leitveranstaltung der Energiewende in
Deutschland“ mit Veranstaltern und Teilnehmern aus ganz Deutschland und darüber hinaus zu etablieren. Die zentralen
Bundesministerien sind ebenso aktiv mit
Veranstaltungen vertreten wie praktisch
alle relevanten Verbände und wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland und darüber hinaus – in diesem Jahr
z.B. erstmals auch die Österreichische
Energieagentur.
Die Geschichte der ENERGIETAGE kann aber
nur in Rückkopplung mit der gesellschaftlichen Relevanz von Energie- und Klimapolitik
betrachtet werden. So zeigen wachsende Teilnehmerzahlen doch vor allem: Die Energieund Klimathemen sind relevanter denn je und
es gibt einen erheblichen Diskussionsbedarf.

Betrachtet man die letzten 20 Jahre in ihrer
Entwicklung, so fällt auf, dass Potenzialfragen und Fragen der grundsätzlichen technischen Machbarkeit heute nicht mehr im
Fokus stehen. Ungezählte technische Innovationen der letzten 20 Jahre – z.B. im Bereich
der Offshore-Windenergie, der PV oder der
Gebäudetechnik – belegen nachdrücklich
die technische Leistungsfähigkeit der Industrienation Deutschland. Es gibt zwar noch
eine Fülle technischer Innovationslinien, vor
allem in den unterschiedlichen Bereichen
der Energiespeicherung, die erforscht und
zur Anwendungsreife gebracht werden müssen. Grundsätzlich gilt aber: Klimaneutralität
ist machbar und zwar bereits heute!
Dies ist zu bedenken, wenn man sich der
Frage nach dem „wann“ widmet. Praktisch
alle global orientierten wissenschaftlichen
Stimmen bis hin zu den großen Klimakonferenzen besagen: Jetzt muss die Trendwende
stattfinden. Späteres Handeln wird deutlich
teurer und ist klimapolitisch kaum zu verantworten. Und auch die wissenschaftlichen

Es gilt also: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Im Jahr 2019 stellt sich auch die Frage, ob
Zwischenlösungen heute noch verantwortbar sind. Eine heute aufgebrachte Fassadendämmung wird das Jahr 2050 erleben! Eine
zwischenzeitliche Nachbesserung wäre volkswirtschaftlicher Unsinn, weil viel zu teuer…
Also ab jetzt komplett klimaneutral Bauen
und Sanieren? Allein diese kurz in den Ring
geworfene Frage zeigt, wie weit entfernt wir
in der Alltagsrealität von einem zieladäquaten Klimahandeln sind.
Grundsätzlich scheint damit eine deutliche
Erweiterung des klimapolitischen Diskurses
geboten. Energiewende und Klimaschutz
sind heute eben nicht mehr primär technische Fragen. Es sind eben eher die Fragen
des „wie“, des „wann“, zu welchen Kosten
und wer diese tragen sollte…
Weg also von rein technischen Fragen, hin zu
Fragen der politischen Steuerung, der Kosteneffizienz und vor allem der gesellschaftlichen
Verankerung. Bei der Ursachenforschung
bringt es damit auch vergleichsweise wenig,
an diesem oder jenem Förderprogramm oder
regulativem Standard zu kritisieren.

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 3

Denn es fällt auf, dass sich die energie- und
klimapolitischen Debatten in den letzten Jahren primär auf Aspekte der Mikrosteuerung
fokussiert haben. Jahre bis Jahrzehnte wird
über Fragen der steuerlichen Abschreibung
im Bereich Gebäudesanierung gestritten.
Schon allein die Thematisierung eines Tempolimits auf Autobahnen wird als mit dem
gesunden Menschverstand unvereinbar dargestellt. Was erwarten wir für Fortschritte
im Klimaschutz bei einer solchen „Tiefe“ der
Debatte?
Große Linien werden in der Energie- und
Klimapolitik allenfalls in Bereichen verfolgt,
wo wenige zentrale Akteure mit überschaubarem Steuerungsaufwand bewegt werden
können. Atom- und Kohleausstieg sind zentral administrierbar. Wenig bis gar keine
Fortschritte sind in Wirkungsbereichen zu
verzeichnen, die dezentral strukturiert sind
und breite Bevölkerungsschichten direkt
betreffen. Auch hier wären Ansätze notwendig, die nicht primär auf Mikrosteuerung

setzen: Internalisierung externer Kosten,
neue Verkehrsmodelle in Städten, Suffizienz,
Steuerung des Luftverkehrs, Energiedienstleistungswirtschaft etc. Nirgends sind Durchbrüche erzielt bzw. absehbar.
Im Gegenteil: Ganz neue Verursachungsbereiche erfordern klimapolitische Regulierungen. Welcher Politikansatz kümmert sich
um die digitalen Energiefresser? Aktuellen
Studien zufolge hat sich der Anteil digitaler
Techniken an den globalen CO2-Emissionen
zwischen 2013 und 2018 von 2,5 auf 3,7 Prozent erhöht, in nur fünf Jahren! Kryptowährungen verbrauchen bereits so viel Energie
wie Singapur.
Hier zeigt sich auch die grundsätzliche Dimension von Klimaschutz: Ohne durchgreifende
Verhaltens- und Lebensstiländerungen wird
es nicht gehen. Mehr SUV, mehr Wohnfläche,
mehr Fernreisen, mehr Onlineshopping – solche Konsummuster sind über technische Effizienzgewinne nicht aufzufangen.

Die notwendige Grundsatzdebatte scheint
uns älterer Generation sichtlich schwer zu
fallen. Sie wird uns aber – endlich? – aufgezwungen. Mit „Fridays for Future“ zeichnen
sich Umrisse einer sozialen Bewegung ab,
die ein ernstes Interesse an Klimazielen oder
besser an ihrer eigenen Überlebensperspektive zu formulieren beginnt. Lassen Sie uns
diese Debatte annehmen.
Nicht nur auf den ENERGIETAGEN….

Jürgen Pöschk
Berliner ImpulsE-Programm
info@berliner-impulse.de

Berliner ImpulsE
auf den Energietagen
> Das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm
(BEK 2030): BEK-Umsetzung in der Praxis
Montag | 20. Mai 2018 9:30 – 12:30 Uhr
gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Umwelt,
Verkehr und Klimaschutz
> Der klimaneutrale Gebäudebestand –
Herausforderungen und Lösungsansätze in Berlin

2019

Montag | 20. Mai 2018 13:30 – 16:30 Uhr
gemeinsam mit dem Berliner Klimaschutzrat
> Bildungsoffensive klimaneutrales Berlin –
Beteiligung (er)leben
Mittwoch | 22. Mai 2018 13:00 – 15:30 Uhr
gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Umwelt,
Verkehr und Klimaschutz

Programmdetails & Anmeldung unter:

www.energietage.de

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 4

Senatorin Regine Günther

Das aktuelle Interview
Regine Günther ist seit Dezember 2016
Senatorin für Umwelt, Verkehr und
Klimaschutz in Berlin.

Bild: Roland Horn

Pöschk: Katowice und der IPCC-Bericht: Die
Auswirkungen auf die Berliner Klimapolitik?
Günther: Mit dem Abschluss des Pariser
Klimaschutzabkommens 2015 wurden neue
Maßstäbe in der internationalen Klimapolitik
gesetzt. Die Staatengemeinschaft hat sich mit
diesem Abkommen verpflichtet, die globale
Erwärmung auf höchsten 2 Grad Celsius und
möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Der Sonderbericht des Weltklimarats vom
Oktober 2018 hat sich intensiv mit den Handlungsnotwendigkeiten und Handlungsmöglichkeiten beschäftigt, wie wir die Klimaerhitzung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen können.
Wir wissen im Kern, was wir tun müssen, auf
allen politischen Ebenen. Es geht um einen
schnellen Ausstieg aus der Nutzung von
Kohle, Mineralöl und Erdgas, es geht aber
auch um Waldschutz, die Abfallwirtschaft
und eine klimafreundlichere Landwirtschaft.
In Katowice ist das Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Abkommens beschlossen
worden, damit die Anstrengungen der verschiedenen Staaten auf transparente Weise

messbar und vergleichbar werden. In Berlin
arbeiten wir an der konkreten Maßnahmen­
umsetzung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030 (BEK 2030), mit dem
die Verpflichtungen des Pariser Klimaschutz­
abkommens mit den nicht unbegrenzten,
aber doch erheblichen Möglichkeiten einer
Stadt und eines Bundeslandes umgesetzt
werden. Wir haben im Energiewendegesetz
aber auch einen Mechanismus zur Verstärkung unseres Ambitionsniveaus eingebaut,
d.h. wir werden das BEK 2030 ohnehin nach
Ablauf des ersten Umsetzungszeitraums
überarbeiten und uns dann gegebenenfalls
höhere Ziele setzen. Ganz ähnlich wie im
Abkommen von Paris und natürlich immer
mit den Pariser Zielen im Blick.
Pöschk: Der aktuelle Klimabericht der Bundesregierung belegt ein klares Verfehlen der
Klimaziele für 2020. Was könnte der Bund
von Berlin lernen?
Günther: Berlin hat ja mit seinem Energiewendegesetz den Pfad zur Klimaneutrali-

tät verbindlich abgesteckt. Entsprechende
gesetzliche Langfristvorgaben stehen auf
Bundesebene noch aus. Mit Blick auf die
verfehlten Ziele für 2020 muss man einfach
der Tatsache ins Auge sehen, dass frühzeitiges und stetiges Handeln die einzige sinnvolle Option ist und ein Zuwarten mit der
Hoffnung auf irgendwelche technologischen
Joker nicht hilft. Ziele sind wichtig, reichen
allein aber nicht aus. Viele der Maßnahmen brauchen genügend Vorlaufzeit. Und
da haben wir in Berlin mit dem bundesweit
ersten Mobilitätsgesetz und unseren aktuellen Investitionsvorhaben für den Umweltverbund Maßstäbe gesetzt, auch in punkto
Klimaschutz.
Gerade beim Klimaschutz im Verkehr könnte es dem Bund nur guttun, Impulse aus
Berlin aufzugreifen. Uns geht es um eine
moderne Mobilitätspolitik. Wir investieren
massiv in Busse, Bahnen, sichere Rad- und
Fußwege sowie in emissionsfreie Mobilität
auf Grundlage erneuerbarer Energien, damit
immer mehr Menschen ihr Auto stehen las-

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 5

sen. Dazu teilen wir den knappen Platz in der
wachsenden Stadt neu auf. Ziel ist, dass in
Berlin jeder sicher, selbstbestimmt und klimafreundlich mobil sein kann. Das ist für
mich elementarer Bestandteil einer lebenswerten Stadt.
Pöschk: Auf der Bundesebene gibt es viel
Bewegung aber wenig realen klimawirksamen
Fortschritt. Was würden Sie sich aus Landessicht bei den aktuellen Vorhaben wünschen?
Günther: Ganz klar: Einen zügigen Kohleausstieg, eine wirkungsvolle CO2-Bepreisung
für alle Sektoren und eine anspruchsvolle
klimapolitische Rahmensetzung vor allem
im Gebäude- und im Verkehrssektor. Damit
die Dekarbonisierung der Energieversorgung in Städten vorankommt, sind verbesserte Rahmenbedingungen zum Ausbau der
erneuerbaren Energien in den urbanen Räumen und die Nutzung des überschüssigen
Stroms aus Erneuerbare-Energie-Anlagen
zu schaffen. Darüber hinaus werden wir in
Berlin einen besonders wichtigen Beitrag
zum Kohleausstieg leisten, bilden doch die
Berliner Kohlekraftwerke bisher auch noch
eine Säule unserer Fernwärmeversorgung.
Wir wollen gerade auf dem Weg zur Grünen
Fernwärme in Berlin Vorreiter sein. Wir leisten unseren Beitrag durch Planung und Konzepterstellung mit den Berliner FernwärmeBetreibern, brauchen aber auch ein modernisiertes Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz von

Heizkraftwerk Moabit West. Seit 2013
kommt neben Steinkohle zusätzlich
Biomasse als Brennstoff zum Einsatz
Bild: Dirk Peiper Fotografie

der Bundesregierung. Klimaschutz in Berlin
ist neben dem Verkehrssektor und dem
Ausstieg aus der Strom- und Fernwärme­
erzeugung aus Kohle vor allem Klimaschutz
im Gebäudesektor. Das geplante Gebäudeenergiegesetz des Bundes müsste zum Beispiel Vereinheitlichung, Vereinfachung und
ambitionierte Standards für Niedrigstenergiegebäude bringen. Leider ziehen sich hier
die Abstimmungsprozesse auf Bundesebene
schon lange hin. Und als in der EU jüngst
über die Festsetzung der Emissionsnormen
für Pkw und leichte Nutzfahrzeugen entschieden wurde, gehörte die Bundesregierung wieder einmal zu den Bremsern. Das ist
fatal. Denn wenn die Weichen hier auf Bundes- oder EU-Ebene falsch gestellt werden,
lässt sich das durch Maßnahmen der Länder
nur begrenzt ausgleichen.
Pöschk: Ein großes Thema in 2019 ist die
CO2-Bepreisung, die überaus kontrovers diskutiert wird: Ihre Meinung?
Günther: Trotz aktuell gestiegener Preise
der CO2-Zertifikate im EU-Emissionshandels­
system bleibt fraglich, ob sich damit rechtzeitig und nachhaltig die notwendigen
­Lenkungswirkungen für CO2-Minderungen
entfalten können und verlässliche Anreize für
notwendige Investitionen zur Erreichung der
Pariser Klimaschutzziele gesetzt werden können. Ich halte einen stetig steigenden Mindestpreis im EU-Emissionshandelssystem für

ein wichtiges Instrument, um den Transformationsprozess einzuleiten und Anlagenbetreibern für ihre Investitions­entscheidungen
eine sichere und planbare Perspektive zu
geben. Ein solcher Mindestpreis kann auch
den von der „Kohle-Kommission“ empfohlenen Ausstiegsmechanismus sinnvoll
ergänzen und verstärken. Aber auch in den
Sektoren Wärme und Verkehr, in denen
Klimaschutz-Strategien wie die energetische
Gebäude­sanierung, die Modernisierung von
Heizungsanlagen und die Förderung der
Elektromobilität nicht wie erforderlich vorankommen, könnten angemessene CO2-Preise dem Klimaschutz einen entscheidenden
Schub geben. Vor allem mit Blick auf das
eher bizarre System der Energiebesteuerung, das ja an einigen Stellen Klimaschutz
eher behindert als vorantreibt. Ich befürworte daher neben dem CO2-Mindestpreis
im Emissionshandel auch eine stringentere
CO2-Bespreisung in den anderen Sektoren.
Pöschk: Ihre Meinung zur vom BMU angestrebten Ressortverantwortung bezüglich sektoraler Klimaziele, Stichwort Effort
­Sharing? Demnach sollen künftig die Fachministerien für eventuelle Strafzahlungen/
Zertifikatsankäufe bei Nichterreichung ihrer
Ziele einstehen müssen, wofür ja immerhin
30 bis 60 Mrd. Euro im Raum stehen.

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 6

Günther: Auch hier ist der Ansatz, CO2 einen
Preis zu geben, richtig. Wenn sich die Kosten
unterlassenen Klimaschutzes künftig direkt
im Bundeshaushalt niederschlagen, schafft
das zusätzliche Anreize für eine ambitionierte Klimapolitik. Darum ist es zielführend,
dass Mitgliedsstaaten der EU im Rahmen der
europäischen Regelungen zum Effort Sharing
(*Anm. d. R.: Ambitionsverteilung beim Klimaschutz) verpflichtet sind, Klimaschutzlücken
in den nicht vom Emissionshandel erfassten
Sektoren – also vor allem in den Bereichen
Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft –
durch den Ankauf von Emissionszertifikaten
zu kompensieren. Es ist auch sachgerecht,
dass diese Preissignale bei den zuständigen
Fachressorts ankommen. Schließlich werden
dort maßgebliche Entscheidungen für die
sektorale Klimaschutzpolitik getroffen. Allerdings wird man hier bei den Verzahnungen
zwischen den einzelnen Sektorverantwortlichkeiten noch diskutieren müssen. Den
größten Wert im derzeit diskutierten Klimaschutzgesetz haben für mich aber die klaren
Zielpfade, die helfen können, eine Pleite wie
die beim Verfehlen des 2020er-Ziels zukünftig
zu vermeiden.
Pöschk: Die „Kohle-Kommission“ hat Ausstiegsvorgaben formuliert. Welche Implikationen hat dies für Berlin? Und: Wie kommt
eigentlich der Berliner Kohleausstieg voran?
Günther: Ich begrüße sehr, dass sich die
Kommission auf ein Kohleausstiegspfad verständigt hat, selbst wenn ich einige Regelungen für zu wenig ambitioniert halte.
Zur Frage der Implikationen für Berlin:
­Berlin ist mit seinem Ziel, bis spätestens 2030
aus der Strom- und Fernwärmeerzeugung
aus Kohle auszusteigen, sehr gut anschlussfähig zu den Empfehlungen der Kohle-­
Kommission. Und das Ausstiegsjahr 2030 ist
ja auch deswegen ambitioniert, weil es eben
nicht nur um Strom, sondern auch um den
Umstieg auf Grüne Fernwärme geht, was ja
ein gutes Stück komplexer ist. Ein Teilziel
des Berliner Kohleausstiegs wurde durch
die Stilllegung des Braunkohlekraftwerks
Klingenberg im Jahr 2017 bereits erreicht.
Bis 2030 sollen nun die steinkohlebefeuerten
Kraftwerke abgeschaltet werden. Hinsichtlich
der Abschaltung der steinkohlebefeuerten
Blöcke Reuter West und Moabit lässt mein
Haus gemeinsam mit Vattenfall als größtem
Berliner Steinkohlenutzer seit November
2017 eine Machbarkeitsstudie erstellen. Die

Ergebnisse mit konkreten Handlungsempfehlungen werden bis Mitte des Jahres vorliegen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen
werden wir gemeinsam entscheiden, in welchen Schritten die kohlebefeuerten Anlagen
abgeschaltet werden.

dem ist die Förderung von Batteriespeichern
für Sonnenstrom geplant, um die Energiewende in Berlin weiter voranzutreiben. Auch
Maßnahmen zur Klimaanpassung können in
Berlin demnächst noch umfassender gefördert werden.

Und nicht zuletzt: Wir haben den Kohleausstieg bereits im Berliner Energiewendegesetz
gesetzlich verankert, für den Bund steht das
mit der Umsetzung der Empfehlungen der
Kohle-Kommission ja noch aus. Mit dem
­verbindlichen Ziel ist das Land Berlin bundesweit ein Vorreiter und setzt auch international ein Zeichen.

Pöschk: Mit der Jugendbewegung für mehr
Klimaschutz kommt in Deutschland aktuell
ein – aus meiner Sicht begrüßenswertes –
neues Moment auf, das sich zu einer Klima­
bewegung auswachsen könnte?

Pöschk: Die Berliner Klimaschutzpolitik
gewinnt mit der Umsetzung des Berliner
Energie- und Klimaschutzprogramms 2030
(BEK 2030) deutlich an Tempo. Sind alle
Akteure an Bord?
Günther: Die Bereitschaft, sich einzubringen, ist jedenfalls groß. Und das ist auch notwendig. Denn Klimaschutz ist ein Gemeinschaftswerk. Nur so lässt sich das Ziel, Berlin
bis 2050 klimaneutral zu gestalten, erreichen.
Deshalb war der Prozess der Entstehung
des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms von Anfang an partizipativ angelegt,
unter intensiver Mitarbeit der Stadtgesellschaft, von NGOs und Verbänden, Wirtschaft
und Wissenschaft. Und die gleiche Vielfalt
an Akteuren brauchen wir jetzt auch für die
Umsetzung der im BEK 2030 formulierten
Maßnahmen.
Pöschk: Anschlussfrage: Wie gestaltet sich
derzeit die Umsetzung?
Günther: Seit Beschluss des BEK 2030 haben
wir über das BEK schon eine Vielzahl unterschiedlichster Klimaschutzprojekte angestoßen: Vom Modellvorhaben für kostenlos
ausleihbare Lastenräder über die aufsuchende Energieberatung für Hauseigentümer bis
hin zum Klimaschutz in der Clubszene. Dem
Ausbau der erneuerbaren Energien soll ein
Masterplan Solarcity zusätzliche Dynamik
verleihen. Und ein neues Förderprogramm
des Landes trägt dazu bei, die energetische
Modernisierung von Wohnungen sozialverträglich zu gestalten. 2019 wollen wir die
Breitenwirkung des BEK 2030 durch weitere
Förderprogramme erhöhen. So wird ein Berliner Heizungsaustausch-Programm Anreize
schaffen, Ölheizungen durch klimafreundlichere Heizungssysteme zu ersetzen. Außer-

Günther: Ich finde es gut, dass sich junge
Menschen Gehör verschaffen und für den
Klimaschutz demonstrieren. Sie sehen doch,
dass die politischen Entscheidungsträger
nicht genug für ihre lebenswerte Zukunft
eintreten. „FridaysForFuture“ ist eine wichtige politische Kampagne. Sie treiben uns
und wir müssen dafür sorgen, dass ihr
­politischer Druck Veränderungen für eine
bessere Zukunft bewirkt. Da geht es nicht
nur um Klimaschutz, sondern auch um die
Zukunft einer lebendigen und verteidigenswerten Demokratie.
Pöschk: Ihre eigenen Initiativen im Bereich
Jugend und Klimaschutz?
Günther: Unsere Initiativen sind vielfältig. Im
Berliner Energiewendegesetz ist die Unterstützung von Schulen bei der Befassung mit
dem Themenbereich Klimaschutz enthalten.
Wir verfolgen seit 2013 kontinuierlich die
Verankerung des Klimaschutz-Gedankens
mit ­eigenen Projekten an Berliner Schulen:
der interaktive Wettbewerb „Berliner Klima
Schulen“, das Projekt „Nachgefragt!“ und das
„Modellparlament für Energie und Klimaschutz“ sind hier Beispiele. Wir gehen aber
auch über die Schulen hinaus, einerseits
mit den Projekten wie „Energie und Klimaschutz in Kindertagesstätten“ und der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern
zu „KlimaCoaches“. Kürzlich haben wir eine
Kooperationsvereinbarung mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie abgeschlossen. Gemeinsam wollen wir
die „Klima­bildung“ von der frühkindlichen
Bildung über Schule bis zum Bereich der
Berufsorientierung und der Berufsbildung
intensivieren und verstetigen.
Pöschk: Vielen Dank für das Gespräch.

Forum Kohleausstieg

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 7

20. Mai, 14:00 – 17:00 Uhr
202.energietage.de

Ein Drehbuch für den Kohleausstieg

Bild: Diana Parkhouse/Unsplash

Die Empfehlungen der Kommission
„Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ sind ein Drehbuch für wirksamen
Klimaschutz: Schritt für Schritt werden die Kohlekapazitäten reduziert und
zugleich die erneuerbaren Energien sowie
die Netze ausgebaut. Das ist zugleich ein
Modernisierungsprogramm mit internationalem Vorbildcharakter.
Ohne einen beschleunigten Ausstieg aus
der Kohleverstromung verfehlt Deutschland
­seine ambitionierten Klimaschutzziele. Die
Kommission hat hierfür einen gesamtgesellschaftlich tragfähigen Fahrplan vorgelegt.
Der Vorschlag hat drei Säulen: nachhaltigen Klimaschutz, eine sichere und bezahlbare Energieversorgung für alle und eine
zukunftsfähige Wirtschafts- und Struktur­
entwicklung in den vier Braunkohlerevieren.
Kernstück der Empfehlungen ist der schrittweise, stetige Abbau der im Markt betriebenen Braun- und Steinkohlekraftwerke. Bis
zum Jahr 2022 empfiehlt die Kommission
im Vergleich zu 2017 die Abschaltung von
insgesamt rund fünf Gigawatt Braunkohle und rund 7,5 Gigawatt Steinkohle. Damit

geht ungefähr ein Drittel der Kapazitäten
vom Markt und ein weiteres Drittel bis 2030.
Die Treibhausgasemissionen der Stromwirtschaft sinken damit nach ersten Abschätzungen bis 2022 um insgesamt rund 45 Prozent.
Das Sektorziel 2030 wird robust erreicht,
die Emissionen der Energieversorgung um
61 bis 62 Prozent zu senken (jeweils gegenüber 1990). 2030 sind von 43 Gigawatt in 2017
dann noch neun Gigawatt Braunkohle sowie
acht Gigawatt Steinkohle am Markt; auch sie
sind spätestens bis 2038 zu schließen.
Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung
unterstützt den beschleunigten Kohleausstieg. Damit die gesellschaftlichen Zustimmungswerte so bleiben, muss die Strom­
versorgung bezahlbar und verlässlich bleiben. Den wichtigsten Beitrag dazu leistet
der Ausbau der erneuerbaren Energien, die
bis 2030 zwei Drittel der Stromversorgung
­liefern sollen – denn das hat eine preisdämpfende Wirkung. Für Versorgungssicherheit
besitzen Deutschland und seine „Stromnachbarn“ in Europa bereits heute ein ausgefeiltes System der Reserven und ein Monitoring,
das Verlässlichkeit schafft. Wenn notwendig,
soll nach Vorstellung der Kommission beizei-

ten der Investitionsrahmen für neue Kraftwerke geprüft und verbessert werden.
Für die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
empfiehlt die Kommission die Schaffung
adäquater und langfristiger Rahmenbedingungen bis 2030, um sie zu modernen und
flexiblen Strom-Wärme-Systemen weiterzuentwickeln. Neben der klassischen KWK
sollen auch Speicher, Fernwärmenetz, Wärmepumpen, Power-to-Heat-Anlagen sowie
solar- und geothermische Anlagen gehören.
Die Kommission empfiehlt auch, die Anreize
zur Umstellung von Kohle auf Gas attraktiver
zu gestalten und Innovationen rund um das
Thema „grünes Gas“ zu fördern.
In den betroffenen Revieren im Rheinland,
in der Lausitz und in Mitteldeutschland führt
die vorgezogene Schließung von BraunkohleKraftwerken und den verbundenen Tagebauen zu wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Herausforderungen. Die rund 20.000 Jobs, die
direkt mit der Braunkohle verbunden sind,
stehen nun genauso wie die Jobs in den Zulieferindustrien der Braunkohle einige Jahre
früher als geplant vor dem Ende. Die Regionen brauchen deshalb die Unterstützung des

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 8

Bild: LianeM/fotolia.com

Bundes und der Bundesländer, um zu attraktiven Energie- und Innovations­regionen und
modernen Wirtschaftsstandorten zu werden.
Die Flankierung beinhaltet an erster Stelle
die Schaffung von besseren Infrastrukturen, also besseren Verkehrs­anbindungen auf
Schiene und Straße und der zukunftsfähigen
Ausstattung mit Breitband-Internetverbindungen. Damit wird auch ein Beitrag zum
Ausgleich der Lebensverhältnisse geleistet.
Viele weitere Ideen für Maßnahmen wurden
gesammelt und müssen nun priorisiert und
umgesetzt werden.
Besonders wichtig an den ausgehandelten
und verabschiedeten Empfehlungen ist die
Planungssicherheit für die Energieunternehmen, deren Mitarbeiter und für die Regionen insgesamt. Besonders für die technisch
verwobene, komplexe Braunkohlewirtschaft
mit ihren langen Planungsvorläufen für
Tagebaue und den verbundenen Kraftwerksbetrieb ist das von entscheidender Bedeutung. Es macht deshalb aus gesellschaftlicher
Sicht nur begrenzten Sinn, auf die Kräfte des
Marktes im Falle eines möglicherweise künftig wirksamen Emissionshandels mit entsprechend hohen CO2-Preisen zu verweisen, denn
das erhöht die Unsicherheit und ersetzt keinesfalls die vorausschauend einzusetzenden,
flankierenden Maßnahmen für den Strukturwandel. Die Kraftwerksbetreiber und die

Bundesregierung sollten deshalb nach Einschätzung der Kommission besser umgehend
einvernehmliche Vereinbarungen treffen,
die anschließend gesetzlich fixiert werden.
Die Kommission nennt bewusst keine
­konkreten Braunkohle-Kraftwerksstandorte und präzisen Abschaltdaten, da es der
Bundes­regierung und den Betreibern vorbehalten sein soll, die Details zu verhandeln.
Ein naheliegendes Kriterium der Abschaltreihenfolge ist das Alter und damit in der Regel
die ­Emissionsintensität der Kraftwerke. Es ist
deshalb zu erwarten, dass der überwiegende
Teil der ersten Abschaltungen im Rheinischen
Revier stattfindet, da dort die ältesten Braunkohlekraftwerke stehen. Für die Steinkohlekraftwerke empfiehlt die Kommission für die
Zeit nach 2023 die Ausschreibung freiwilliger
Stilllegungs­
prämien. Dadurch können die
Entschädigungskosten minimiert werden.
Welche Höhe die Entschädigungszahlungen
für Kraftwerksbetreiber haben werden und
wie groß der Umfang der Entlastungen der
Verbraucher bei den Netzentgelten sein soll,
die möglicherweise ab 2023 steuerfinanziert
werden, liegt in der Hand der Bundesregierung. Die Festlegungen sollten transparent
und fair getroffen und mit Anreizen für
mehr Effizienz und Klimaschutz im Energieverbrauch verbunden werden. Das gilt für

alle Verbrauchergruppen von der energie­
intensiven Industrie wie für die restliche
Wirtschaft mit ihren durchschnittlich etwa
zwei Prozent Energiekostenanteilen und
auch für die privaten Verbraucher. Auch sollte die Bundesregierung bald den Prüfauftrag
der Kommission aufgreifen, eine Reform der
Energiepreismodelle mit Blick auf Abgaben,
Umlagen und Energiesteuern in den Sektoren anzugehen, die nicht dem Emissionshandel unterliegen.
Der Abschlussbericht der Kommission ist
in seiner Aufbereitung der technischen, ökonomischen und rechtlichen Grundlagen der
Stromversorgung und in der Beschreibung des
Ausstiegsfahrplans eine wichtige Grundlage
für die Energiepolitik. Die Empfehlungen lassen sich an zwei Stellen weiterentwickeln, ohne
den austarierten Gesamtkonsens zu sprengen.
Erstens erbringen die empfohlenen Abschaltungen zwar einen substanziellen Beitrag
zum Klimaschutz. Die Umweltseite moniert
aber, dass das finale Datum 2038 sehr spät
sei für wirksamen Klimaschutz im Sinne des
Pariser Klimaabkommens. Zwar bezog sich
der Auftrag der Kommission auf das Sektorziel 2030 des Klimaschutzplans und nicht
auf das Prinzip eines maximalen globalen
Emissionsbudgets, wie es für die Ermittlung
des 1,5-Grad-Ziels von Paris maßgeblich ist.

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 9

Dennoch ist ein steter und früher Rückgang
der Emissionen aus Klimaschutzsicht wünschenswert. Deshalb empfiehlt die Kommission, im Jahr 2032 nochmal zu überprüfen,
ob Deutschland nicht doch schon 2035 das
letzte Kohlekraftwerk abschalten kann.
Zweitens konnte sich die Kommission nicht
auf ein Votum für einen flankierenden
Mindestpreis für CO2-Zertifikate einigen.
­
Er würde die Klimaschutzwirkung des
beschlossenen Kompromisses absichern und
Einnahmen erzeugen, mit denen die flankierenden Maßnahmen und auch der Strukturwandel finanziert werden könnte. Deshalb
enthält der Bericht ein Sondervotum mehrerer Kommissionsmitglieder, die empfehlen,
dass die Politik den CO2-Mindestpreis im
Emissionshandel im energiepolitischen Instrumentenkasten behält und seine Umsetzung
beizeiten prüft.

Die Kommission hat in nur sieben Monaten
einen langfristig tragfähigen und gesamt­
gesellschaftlichen Fahrplan für den Kohleausstieg erarbeitet. Deutschland kann damit
zeigen, dass ein Industrieland aus der
Kohle­verstromung und in die erneuerbaren
Energien einsteigen und zugleich Industrieland bleiben kann. Das hat internationalen
Vorbildcharakter. Es beflügelt die Modernisierung der deutschen Wirtschaft und
eröffnet riesige Chancen auf den globalen
Wachstums­
märkten für klimaverträgliche
Technologien. Der Gesamtkompromiss ist
sorgfältig austariert und zerfällt, wenn man
einzelne Teile ändert oder entnimmt. Die
Empfehlungen sind eng aufeinander abgestimmt und können nur als Gesamtpaket
zum Erfolg führen. Daher hat die Kommission auch die Erwartung, dass die Empfehlungen des Berichts zügig und in Gänze umgesetzt werden. Die notwendigen Vereinbarungen und gesetzlichen Regelungen für den

Aus Plänen wird Wohnraum.

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Telefon: 030 / 2125-2662
E-Mail: immobilien@ibb.de
www.ibb.de/vermieter_investoren

Kohleausstieg sowie ein Maßnahmengesetz
für den Strukturwandel sollten deshalb noch
in diesem Jahr von der Bundesregierung, den
Betreibern der Kraftwerke und den Regionen
getroffen werden.

Weitere Informationen
www.kommission-wsb.de

Prof. Dr. Barbara Praetorius
HTW Berlin und Ko-Vorsitzende
der Kommission WSB
barbara.praetorius@htw-berlin.de

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 10

Berliner ImpulsE-Veranstaltung

20. Mai, 9:30 – 12:30 Uhr
108.energietage.de

Das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm
(BEK 2030) in der Umsetzung
Lastenfahrräder vor Bibliotheken und
Stadtteilzentren, die als umweltfreundliches Verkehrsmittel kostenlos entliehen
werden können. Akku-betriebene Gartengeräte, mit denen die bezirklichen
Grünflächenämter weniger CO 2 und
Lärm erzeugen. Mehr K
­ limaschutz in der
­Berliner Clubszene.
Das sind drei der vielfältigen Vorhaben, die
über das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK 2030) unterstützt werden.
Sie finden sich im aktuellen MonitoringBericht, mit dem der Senat ein gutes Jahr
nach Beschluss des BEK 2030 über den Stand
der Umsetzung informiert.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien in
der Hauptstadt wird durch einen Masterplan
Solarcity, ein im Aufbau befindliches Solar-

zentrum und eine digitale Energiewendeplattform vorangetrieben. Und wer ein Einoder Zwei-Familienhaus sein eigen nennt,
kann in Zukunft von einer BEK-geförderten
aufsuchenden Energieberatung der Verbraucherzentrale Berlin profitieren.
2019 ist anvisiert, die Breitenwirkung des
BEK weiter zu erhöhen. Zu diesem Zweck
sind mehrere Förderprogramme in Vorbereitung. Mit neuen Bestimmungen für eine
sozial­
verträgliche energetische Sanierung
von Mietwohnungen (den sogen. Wohnraummodernisierungsbestimmungen 2018)
wurde ein erstes im BEK angelegtes Förderprogramm schon Ende 2018 auf den Weg
gebracht. Weitere Förderrichtlinien sollen
noch dieses Jahr den Austausch klimaschädlicher Ölheizungen und die Installation von
Batteriespeichern für Sonnenstrom anreizen.

Zudem ist geplant, für Vorhaben zur Anpassung an den Klimawandel die bestehenden
Fördermöglichkeiten des Berliner Programms für Nachhaltige Entwicklung (BENE)
mit BEK-Mitteln auszuweiten.
Auch wenn der Weg zur klimaneutralen
Stadt noch weit ist: Erste, vielversprechende
Schritte hat das BEK 2030 im ersten Jahr seiner Umsetzung schon getan.

Jens Kendzia
Senatsverwaltung für Umwelt,
Verkehr und Klimaschutz
jens-eric.kendzia@senvk.berlin.de

Transparenz und Wirksamkeit – Das digitale
Monitoring- und Informationssystem diBEK
Im diBEK wird die Erreichung des Klima­
neutralitätsziels in Berlin dargestellt und
die Wirksamkeit der in den Bereichen
Klimaschutz und Klimaanpassung ergriffenen Maßnahmen überprüft. Ferner
dient es der Auswertung klimatischer
Veränderungen und deren Folgen auf die
belebte und unbelebte Umwelt.
Bis zum Jahr 2050 soll Berlin zu einer klimaneutralen Metropole entwickelt werden.
Die Folgen eines sich bereits nachweisbar
ändernden Klimas treten jedoch immer
deutlicher zutage. Das Berliner Energie- und
Klimaschutzprogramm (BEK 2030) vereint
­
daher die Bereiche Klimaschutz und Klimaanpassung, gibt die Zielstellungen vor und

benennt konkrete Maßnahmen, die es zur
Zielerreichung umzusetzen gilt. Um die damit
verbundenen Prozesse transparent darzustellen bzw. die Wirksamkeit einzelner ergriffener Maßnahmen überprüfen zu können,
wurde das digitale Monitoring- und Informationssystem für das BEK (diBEK) 2030 entwickelt. Es ist in die drei Rubriken Klimaschutz,
Klimafolgen und Klimaanpassung gegliedert.
Im jeweiligen Eingangskapitel werden statistische Fakten und Informationen zu den nachfolgenden Kapiteln bzw. Handlungsfeldern
ausgeführt, um dem Nutzer einen Überblick
über die Größenverhältnisse und Relationen
zu vermitteln. Das Monitoring der einzelnen
Rubriken variiert je nach Zielstellung und
Darstellungserfordernis.

Der Klimaschutzteil
Im Klimaschutzteil erfolgt das Monitoring
der CO2-Entwicklung auf dem Weg zur
Klimaneutralität sowie eine Aufschlüsse­
lung der CO2-Reduktionspotenziale für die
­Handlungsfelder Energie, Gebäude/Stadtentwicklung, Wirtschaft, Verkehr und Private
Haushalte/Konsum. In den einzelnen Handlungsfeld-Kapiteln werden die daraus abgeleiteten notwendigen Maßnahmen dargestellt. Während der Maßnahmenumsetzung
erfolgt eine entsprechende Dokumentation.
Nach Projektende werden die Ergebnisse
präsentiert und bewertet. Die Entwicklung
der CO2-Emissionen insgesamt wird aus der

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jährlich durch das Amt für Statistik (AfS)
erstellten Berliner Energie- und CO2-Bilanz
abgeleitet.

Die Rubrik Klimafolgen
In die Rubrik Klimafolgen wurde das bereits
durch das Land Berlin entwickelte Klimafolgenmonitoring integriert. In diesem Teil
werden die anhand von Indikatoren nachweisbaren klimatischen Veränderungen und
deren Folgen dargestellt. Dabei dienen sogenannte State- oder Zustandsindikatoren der
Darstellung von Änderungen im Bereich des
Klimas und der Wetterextreme. Die Impactoder Wirkungsindikatoren verdeutlichen die
Auswirkungen der Klimaänderungen auf die
belebte und unbelebte Umwelt. Aufgrund
der eingeschränkten Datenverfügbarkeit
konnten jedoch bislang längst nicht alle auf
den Klimawandel zurückzuführenden Folgen
abgebildet werden.

Die Rubrik Klimaanpassung
Die Erkenntnisse aus dem Klimafolgenmonitoring bilden die Grundlage für die Handlungsnotwendigkeiten im Bereich der Anpassung
an die Folgen des Klimawandels. Die Rubrik
Klimaanpassung wurde dafür in die identifizierten Handlungsfelder Wasser, Boden,
Gesundheit, Stadtentwicklung/Stadtgrün,
Naturschutz/Biodiversität, Forstwirtschaft,
Energie, Industrie/Gewerbe/Finanzwirtschaft,
Verkehr, Tourismus/Kultur/Sport und Bildung
unterteilt. Nach einer einführenden Darstellung der bestehenden Vulnerabilitäten in den
betreffenden Bereichen werden die erforderlichen Anpassungsmaßnahmen ausgeführt.
Ebenso wie in der Rubrik Klimaschutz wird
auch an dieser Stelle über die Maßnahmen­
umsetzung und die Ergebnisse berichtet.
Das diBEK ist als dynamisches System angelegt und kann jederzeit um weitere Maßnahmen und Indikatoren ergänzt und veränderten

Rahmenbedingungen angepasst werden. Die
englische Sprachauswahl soll das Engagement
Berlins für den Klimaschutz und hinsichtlich
der Klimafolgenanpassung auch einem internationalen Publikum näher bringen.

Digitales Monitoring- und
Informationssystem diBEK
www.dibek.berlin.de

Astrid Endler
Senatsverwaltung für Umwelt,
Verkehr und Klimaschutz
astrid.endler@senvk.berlin.de

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100x Solarprojekte in Berlin

Forum Masterplan Solarcity Berlin

21. Mai, 17:30 – 19:00 Uhr

22. Mai, 9:00 – 12:30 Uhr

404.energietage.de

405.energietage.de

Gemeinsam zur solaren Stadt Berlin

Staatssekretär Christian Rickerts bei der öffentlichen Veranstaltung „Masterplan Solarcity –
Auf dem Weg zur solaren Stadt Berlin“ im Dezember 2018. Bild: Jörg Farys

Metropolen sind Lebens- und Arbeitsraum
für Millionen von Menschen. Die großen
Städte mit ihren Wachstumsraten und
ihrem steigenden Verkehrsaufkommen
sind dabei für einen bedeutenden Anteil
der CO2-Emissionen verantwortlich. Das
Land Berlin stellt sich seiner globalen
Verantwortung und hat daher im Energiewendegesetz ambitionierte Klimaschutzziele verankert. Eine große Aufgabe für
die gesamte Stadt, um bis zum Jahr 2050
zur klimaneutralen Stadt zu werden.
Aber auch für das Erreichen der bundesweiten Klima- und Energieziele ist es notwendig, das solare Potenzial der Städte auszuschöpfen. Die Bundesregierung hat sich
das Ziel gesetzt, die Stromproduktion aus
erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030
auf 65 Prozent zu steigern. Doch die jüngst
beschlossenen Sonderausschreibungen für
Wind und PV werden nicht genügen, dieses
Ziel zu erreichen, und die Diskussionen um
Akzeptanz und Flächenknappheit im ländli-

chen Raum zeigen, dass flächenschonende
Lösungen dringend notwendig sind. Um die
Erneuerbaren-Energien-Ziele zu erreichen
und die Umstellung auf eine CO2-neutrale
Energieversorgung zu ermöglichen, müssen
die solaren Potenziale der urbanen Zentren
viel stärker als bisher in den Fokus gerückt
werden. Es genügt künftig nicht mehr, die
Städte als reine Lastsenke zu betrachten.
Die Solarenergie hat zum einen den Vorteil
besonders geringer Erzeugungskosten, zum
anderen ist ihr Ausbau auf oder an Gebäuden anwohnerfreundlich. Die geringe Größe
der meisten Anlagen bietet zudem eine gute
Grundlage für Mieterstromprojekte und die
Nähe von Erzeugung und Verbrauch entlastet die Stromübertragungsnetze.

Prozent. Trotz des niedrigen Ausbaustandes
ist es allerdings erfreulich, dass die Photovoltaik in Berlin zwischenzeitlich beliebter wird.
Laut der Agentur für Erneuerbare Energien
(AEE) wurden 10,3 MWp neu-installierte PVLeistung im Jahr 2017 zugebaut – mehr als
drei Mal so viel wie im Jahr 2016 (3,2 MWp).
Hier zeigt sich auch, dass die 2014 gegründeten Berliner Stadtwerke ihre Wirkung
entfalten. Rund 5 MWp neu-installierte Leistung geht im Jahr 2017 auf das Konto des
landeseigenen Unternehmens. Das sind erste
Schritte. Diese reichen aber bei weitem noch
nicht aus, um die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen.

Um dies zu ändern, entwickelt die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
Berlin setzt bei der Reduzierung der CO2- gemeinsam mit rund 30 Akteuren den MasEmissionen auf dieses urbane solare Potenzial­ terplan Solarcity, der den Weg zur solaren
– das aber noch viel zu selten genutzt wird. Stadt Berlin aufzeigen wird. Die AkteursvielDer Anteil der Photovoltaik-Stromerzeugung falt ist dabei wichtig, weil der Solarausbau
beträgt in Berlin derzeit noch unter einem nur als Gemeinschaftsaufgabe zu bewältigen

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ist. Solarenergie wird nur dann einen großen
Beitrag zur Berliner Energieversorgung liefern können, wenn möglichst alle geeigneten
Dachflächen in Berlin für Photovoltaik und
Solarthermie genutzt werden. Daher müssen
wir Eigentümerinnen und Eigentümer von
Ein- und Zweifamilienhäusern genauso mitnehmen wie Vermieterinnen und Vermieter
und Bewohnerinnen und Bewohner privater und landeseigener Mehrfamilienhäuser.
Der Masterplanprozess hat auch zum Ziel,
dass die Unternehmen aus der Energie- und
Solarwirtschaft, der Wohnungswirtschaft
sowie die landeseigenen Unternehmen eigene Maßnahmen entwickeln und eigene Ausbauziele definieren.
Die Installation von Anlagen auf öffentlichen
Gebäuden wird im Rahmen des Masterplans
Solarcity ebenfalls in den Blick genommen.

Schon 2010 hat die Berliner Energieagentur
eine Solaranlage auf dem denkmalgeschützten Roten Rathaus installiert. Das Ziel muss
zukünftig sein, die bestehenden und neuen
Dachflächen, die in öffentlicher Hand sind,
wesentlich stärker mit PV zu belegen.
Im Masterplan Solarcity wird nicht nur
über die Rahmenbedingungen für das solare
Berlin gesprochen. Es wurden bereits erste
Schritte unternommen: Wir öffnen im Sommer das Solarzentrum Berlin. Diese städtische Anlaufstelle für interessierte Bürger­
innen und Bürger wird vorhandene Informationsangebote sammeln und ergänzen und
unabhängig und produktneutral beraten.
Zudem befindet sich derzeit eine Webplattform mit Informationen rund um das T
­ hema
Solarenergie im Aufbau, die im Mai 2019
online gehen wird.

Sie sind gespannt, welche weiteren
­Maßnahmen im Rahmen des Masterplans
Solarcity entstehen? Im Rahmen der Berliner ENERGIETAGE stellen Expertinnen und
Experten am 22. Mai 2019 erste Maßnahmen
vor und diskutieren diese mit der interessierten Öffentlichkeit.
Sie sind natürlich herzlich eingeladen!

Christian Rickerts
Staatssekretär in der Senatsverwaltung für
Wirtschaft, Energie und Betriebe
post@senweb.berlin.de

Berlin spart Energie sucht neue
Klimaschutz- und Energiesparprojekte
Berlin ist auf dem Weg zur Klimaneutralität – und viele machen mit. Sind auch
Sie dabei?
Wenn Sie selbst Vorzeigeprojekte zu Klimaschutz und Energiesparen haben, dann hilft
die Berliner ImpulsE-Kampagne „Berlin spart
Energie“ kostenfrei dabei, diese in Berlin
bekannt zu machen. In der großen OnlineProjektdatenbank mit mehreren hundert
Energiewende-Vorbildern können sich schon
jetzt Bürger*innen, aber auch Professionals
jederzeit ein Bild davon machen, was Berlin auf dem Weg zur Klimaneutralität alles
leistet. Neue Projekte werden dabei immer

wieder auch ganz besonders hervorgehoben
und über die Berliner ImpulsE-Kanäle kommuniziert. Daher freuen wir uns über neue
Projekteinreichungen auch im Frühjahr 2019.
Und es wird noch besser: Im Herbst startet zum bereits achten Mal in der gesamten
Bundeshauptstadt die Aktionswoche „Berlin
spart Energie“ 2019. In dieser stellen sich
jedes Jahr viele der neu eingereichten Projekte der Öffentlichkeit ganz real vor. In zahlreichen Thementouren, Exkursionen und auch
Veranstaltungen öffnen Locations überall in
Berlin ihre Türen und laden zum Besuchen,
Kennenlernen und Erfahren ein. Stakeholder

Homepage mit Projektdatenbank
und weiteren Informationen
www.berlin-spart-energie.de

können sich auch an dieser Aktionswoche
kostenfrei beteiligen und erfahren eine extra
Portion Aufmerksamkeit. Wann? Vom 4. bis
zum 9. November 2019. Vormerkungen für
eigene Projekte werden ab sofort entgegen
genommen.

Robert Volkhausen
Berlin spart Energie
volkhausen@berlin-spart-energie.de

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 14

Praxischeck Smart Buildings

20. Mai, 9:30 – 12:30 Uhr
601.energietage.de

Kosten-Nutzen-Fragen bei
der Energiewende in Gebäuden
Die EU hat mit ihrer Klima-Langfrist­
strategie im Herbst 2018 eine Vision
­veröffentlicht: Den sozial gerechten und
kosteneffizienten Übergang zu NettoNull-Emissionen in Europa bis 2050. Dabei
wird durch die EU speziell die Sicherstellung des sozial gerechten Übergangs als
entscheidend für einen politisch machbaren Übergang angesehen.
Die Wohnungswirtschaft teilt diese Vision –
doch derzeit sind wir in Deutschland insgesamt wie auch im Gebäudesektor weit davon
entfernt.
Statistiken zeigen, dass Energieeffizienz und
Klimaschutz in Deutschland, speziell auch im
Gebäudesektor, offenbar in einer Sackgasse
angekommen sind. Die Ansprüche und Ziele wurden von Jahr zu Jahr höher, aber die
Politiken blieben die gleichen. Der Endenergieverbrauch für Raumwärme in Deutschland insgesamt stagniert seit Jahren. Auch
die CO2-Emissionen in Deutschland sinken
nicht mehr. Seit 2011 liegt in Deutschland
der durchschnittliche temperaturbereinigte
spezifische Endenergieverbrauch für Raumwärme bei ca. 130 kWh/m²a, obwohl jährlich ­viele Milliarden Euro in die energetische
Verbesserung des Gebäudebestandes fließen
und die Wohnungsunternehmen überdurchschnittlich viel energetisch modernisieren.
Die bisherige K
­ limaschutzpolitik hat historische Gründe, ist nun aber an ihre Grenzen
gekommen:

Noch 1995 konnten bei einer umfassenden
energetischen Modernisierung mit einer Investition von ca. 140 EUR/m² 50 Prozent des Endenergieverbrauchs eingespart werden. 2015
mussten für 50 Prozent Endenergieeinsparung
mindestens 310 EUR/m² aufgewandt werden.
Dies ist eine Steigerung um 120 Prozent.
In den letzten 20 Jahren sind die unteren 40
Prozent der Einkommen real nicht gewachsen, die Investitionskosten für Maßnahmen,
welche 50 Prozent Endenergie einsparen, stiegen dagegen real um 67 Prozent.
Die Energiepreissteigerungen wurden ausgehend von der Entwicklung in der Vergangenheit lange mit real zwei Prozent p.a. angenommen. Seit nunmehr zehn Jahren findet
praktisch keine Energiepreissteigerung mehr
statt, teilweise sinken die Preise sogar, was
die Wirtschaftlichkeit für Mieter deutlich verschlechtert.
Die teuersten Maßnahmen werden am besten
gefördert. Klimaschutzmaßnahmen erhalten
bislang nur Wertschätzung, wenn sie mit
hohen Investitionen verbunden sind.
Würden wir so weitermachen, müssten allein
bis 2030 mindestens 18 Milliarden Euro
jährlich zusätzlich für Effizienzmaßnahmen
im Gebäudesektor (Wohn- und Nichtwohn­
gebäude) investiert werden – und zwar
unwirtschaftlich und zusätzlich zu den Investitionen, die in einer Referenz getätigt werden.

Angesichts des stagnierenden Energie­
effizienz- und Klimaschutzerfolgs, angesichts
der fehlenden Akzeptanz der Energiewende
bei den Bürgern auf persönlicher Ebene,
der fehlenden Wirtschaftlichkeit für Mieter,
der politischen Entscheidungen zum Mietrecht und der bestehenden Hemmnisse für
die urbane Energiewende verlangt die Wohnungswirtschaft eine Umsteuerung bei der
Klimapolitik. Folgende Maßnahmen halten
wir für zwingend nötig:
1. Sofortige Evaluation der Strategie und
Praxis (!) bei Energieeinsparung und
­Klimaschutz der letzten zehn Jahre,
2. mehr Klimaschutztransparenz und
­Klimaeffizienz,
3. Einbeziehung der urbanen Zentren
in die Energiewende, d.h. praktikable
Regeln für Quartiere,
4. eine aktive, technisch unterstützte
Einbeziehung der Verbraucher,
5. eine in sich konsistente Energie-, Klima,
Bau-, Mieten- und Sozialpolitik,
6. staatliche Übernahme der Kosten, die
ganz am Ende weder von Mietern noch
Vermietern wirtschaftlich oder sozial­
politisch getragen werden können,
7. keine negativen Verteileffekte für Haushalte mit niedrigen Einkommen,
8. freiwillige Kompensationsmaßnahmen
als Klimaschutzmaßnahmen anerkennen.
Erst nach Umsetzung der oben genannten
Punkte kann auch ein CO2-Preis in Betracht
gezogen werden.

Bild: Simone Hutsch/Unsplash

Details zu diesen Vorschlägen finden sich
in der GdW Position „Ein klimaneutraler
Gebäudebestand benötigt eine neue Klimapolitik 4.0 mit klarer sozialer Komponente“.

Axel Gedaschko, Präsident des GdW
Bundesverband deutscher Wohnungsund Immobilienunternehmen e.V.
gedaschko@gdw.de

Gebäude und Quartiere

Quartierswärmeversorgung

21. Mai, 17:30 – 19:30 Uhr

21. Mai, 13:30 – 17:00 Uhr

506.energietage.de

606.energietage.de

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 15

Energiesysteme für die Stadt der Zukunft
Die Umsetzung der Energiewende findet lokal in unseren Städten und Quartieren statt!
Die Transformation unserer Energiesysteme hin zu einer auf erneuerbaren Energieträgern basierenden Versorgung bedingt neben der Umsetzung
von Energie­
e ffizienzmaßnahmen eine
Verschmelzung der Verbrauchssektoren
Strom, Wärme und Verkehr. Städte nehmen bei der Umsetzung der Energiewende
und den damit verbundenen Maßnahmen
zur Sektorenkopplung eine Schlüsselrolle
ein. Hier sind ausgebaute und weit verzweigte Infrastrukturen sowie eine hohe
Energienachfrage vorhanden.

Optimierung urbaner
Strukturen
Die Bedeutung von Gebäuden im Energieverbrauchssektor Wärme ist offensichtlich.
Knapp 40 Prozent des Endenergieverbrauchs
in Deutschland entfallen – im Wesentlichen
für die Raumheizung – auf diesen Bereich
und damit auch mehr als ein Drittel der
CO2-Emissionen Deutschlands. Damit ist
die Steigerung der Energieeffizienz gerade
im Gebäudebereich ein wichtiger Baustein
für das Gelingen der Energiewende im Wärmesektor. Hier fällt insbesondere der Transformation der Wärmeversorgung und der
vermehrten effizienten Nutzung von Strom
für die Wärmebereitstellung – zum Beispiel
durch Wärmepumpen – im Gebäudebestand
eine zentrale Rolle zu.
Die energetische Sanierung reduziert nicht
nur den Wärmebedarf, sondern vermeidet
auch einen überhöhten Zubau benötigter
EE-Anlagen im Stromsektor, da der zukünftige Energiebedarf für die Wärmeversorgung
sinkt. Für Neubauten sind Strategien zur weiteren marktfähigen Umsetzung von Null- und
Plusenergiegebäuden mit hohem Nutzungskomfort zu verfolgen. Die Energienutzung
und ihre Erzeugung/Verteilung sind im urbanen Kontext stärker integral zu betrachten.

Versorgungsstrukturen
neu denken
Für die Erschließung von erneuerbaren
Energiequellen, wie Umgebungs- oder
Abwärme, Solar- oder Geothermie, sind das

Bild: Meyetronic/dlyastokiv – Fotolia

Quartier oder der Stadtteil der weitaus passendere Maßstab. Hier lässt sich der Anteil
der erneuerbaren Energien gerade in der
Wärmeversorgung deutlich steigern. Die
dazu benötigten Technologien, wie innovative Niedertemperatur-Fernwärmenetze, sind
überwiegend vorhanden. Für eine zukunftsweisende und innovative Energieversorgung
auf Quartiersebene müssen die Versorgungsseite und die Energieanwender stärker als
integrale Systeme betrachtet und entsprechende Geschäftsmodelle für den Betrieb
der Anlagen weiter ausgebaut werden. Während für die Versorgung von Einzelgebäuden
vor allem bedarfssenkende Maßnahmen in
Kombination mit der Nutzung von PV- und
solarthermischen Anlagen auf eine optimierte Eigenstrom- bzw. Eigenwärmeversorgung
zielen, stehen gerade auf der Quartiersebene
eine große Anzahl von technologischen und
ökonomisch effizienten Lösungen zur Verfügung, die es weiter zu optimieren und anzuwenden gilt.
Für die Umsetzung der Energiewende muss
der Verkehrssektor weitgehend auf eine
CO 2 -freie Energieversorgung umgestellt
werden. Neben der in vielen Kommunen und
Städten begonnenen Umstellung des öffentlichen Personennahverkehrs auf Elektroantrieb gilt es, den Individualverkehr nicht nur
vollständig durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen, sondern Lösungen zu finden, wie diese
neuen Verbraucher in ein transformiertes
Energiesystem durch ein intelligentes Lademanagement einzubinden sind.

Zukünftige Energiesysteme
gestalten
Um die Herausforderungen einer umfassenden Transformation der Energiesysteme und
der Sektorkopplung im urbanen Bereich zu
bewältigen, hat das Fraunhofer IEE seinen
Forschungsschwerpunkt „Energiesystem
Stadt“ gegründet und arbeitet gemeinsam
mit den Partnerinstituten im Forschungsverbund Erneuerbare Energien (FVEE) an
Lösungen für die Stadt der Zukunft, wie wir
sie im Rahmen der diesjährigen Berliner
ENERGIETAGE vorstellen.
Städtische Quartiere sind der sinnvollste
Umsetzungsmaßstab für integrierte innovative Systeme, da hier die größten Synergieeffekte zwischen Effizienzmaßnahmen und
nachhaltiger Energieerzeugung erschlossen
werden können. Die größten Herausforderungen liegen im Bestand, unsere zukünftigen Städte existieren im Wesentlichen schon
heute. Die Entwicklung von Städten lässt
sich mit der energetischen Transformation
unter Einbeziehung der wesentlichen Akteure verbinden.

Dr. Dietrich Schmidt
Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft
und Energiesystemtechnik (IEE)
dietrich.schmidt@iee.fraunhofer.de

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 16

CO2 Abgabe e.V.

22. Mai, 9:00 – 12:30 Uhr
205.energietage.de

Mehr soziale Gerechtigkeit und
­Investitionsanreize in der Energiewende:
Durch wirksame Preise auf
Treibhausgasemissionen
Aktuelle Prognosen machen deutlich,
dass die Bundesrepublik Deutschland
ihre Klimaschutzziele bis zum Jahr 2020
verfehlen wird und die Anstrengungen
für mehr Klimaschutz deutlich verstärkt
werden müssen. Geht es weiter wie bisher,
drohen auch die Ziele für das Jahr 2030
verfehlt zu werden. Dabei dämmert den
meisten Menschen, dass die Klimakrise
unsere Lebensverhältnisse bedroht. Mit
den heute geltenden Instrumenten sowie
Steuergeld allein die Erderhitzung auf
maximal 2° Celsius zu halten, hat sich im
letzten Jahrzehnt, in dem die Emissionen
nahezu gleich geblieben sind, als Trugschluss erwiesen.

Ökonomen in Deutschland und
weltweit fordern Preise auf CO2
Mittlerweile gibt es vom Bundesrechnungshof über die Kommission der Bundesregierung für das Energiewende-Monitoring bis
hin zum Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
kaum noch Ökonomen, die sich nicht für
einen Preisaufschlag auf fossile Energie einsetzen. Erst jüngst unterzeichneten auf Initiative der ehemaligen US-Notenbank­chefin
Janet Yalle über 3.400 Ökonomen einen Aufruf für die Einführung einer CO2-Abgabe.
Mit den Beschlüssen der Kommission für

„Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (Kohlekomission) vom 26. Januar
2019 hat sich ein weiterer Expertenkreis
dafür ausgesprochen, das System der Steuern und Abgaben, Entgelte und Umlagen im
Energiebereich sowie die Einführung eines
CO2-Bepreisungsinstrumentes zu prüfen.

Ziele einer Energiesteuerreform
Eine Reform der Energiesteuern muss zum
Ziel haben, jedem Haushalt und Unternehmen die ökonomische Grundlage zu bieten,
um verantwortungsvoll, effizient und praktikabel in Effizienztechnologien und erneuerbare Energien zu investieren. Um eine wirksame Lenkungswirkung auf die Reduzierung
von Treibhausgasen zu entfalten, braucht es
eine verursachergerechte, sozialverträgliche
und technologieoffene Umsetzung, die
Bürokratie abbaut sowie Planungssicherheit
und Innovationen fördert. Dazu müssen alle
Akteure gleichermaßen in die Verantwortung
genommen werden.

Verursachergerecht,
sozialverträglich, technologie­
offen, planungssicher
Der CO2 Abgabe e.V. schlägt einen Einstiegspreis von 40 Euro je Tonne CO2äq. über die
Sektoren Strom (als Mindestpreis im Emissi-

Strom wird günstiger, Kosten für Heizung und Kraftstoffe steigen dagegen. Grafik: CO2 Abgabe e.V.

onshandelssystem), Wärme (im Rahmen des
Energiesteuerrechts) und Verkehr (zusätzlich
zu den bisherigen Verkehrsabgaben) ohne
Ausnahme vor, der jährlich um fünf Euro je
Tonne ansteigt. Das Instrument einer wirksamen CO2-Bepreisung über alle Sektoren
ohne Ausnahmen kann so Investitionen in
kohlenstoffarme Infrastrukturen, Technologien und Produkte lenken und dafür sorgen,
dass Emissionen dort reduziert werden, wo
dies besonders kosteneffizient möglich ist.
Soziale wie wirtschaftliche Härten sollen
ausgeglichen werden.

Eine Energiesteuerreform
kann die Energiewende sozial
gerechter gestalten
Für eine wirksame CO2-Bepreisung und
deren soziale Verträglichkeit ist es notwendig,
dass bei der Entwicklung eines Vorschlags die
Wirkungen und Verteilungseffekte auf Haushalte und Pendelnde berücksichtigt werden.
Die Einbeziehung des Stromsektors in eine
CO2-Bepreisung mittels CO2-Mindestpreis
und möglicher Entlastungen von Haushaltsstrom durch eine Gegenfinanzierung
bestehender Steuern und Umlagen ist dabei
von besonderer Bedeutung, da hier große
Entlastungspotenziale für Haushalte und
Pendelnde liegen. Eine Untersuchung des
CO2 Abgabe e.V. in Zusammenarbeit mit
der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU)
München kommt zu dem Ergebnis, dass
von einer aufkommensneutralen Neuausrichtung bestehender Energiesteuern und
-umlagen besonders Menschen mit geringem Einkommen profitieren. Damit kommt
die Energiesteuerreform unmittelbar dem
Klimaschutz zugute und führt gleichzeitig
zu mehr sozialer Gerechtigkeit. Voraussetzung für die Entlastung ist eine umfassende Gegenfinanzierung und damit der Wegfall bestehender Steuern und Umlagen aus
den Einnahmen der CO2-Bepreisung. Den
CO2-Preis auf fossile Energieträger würden

ENERGIE IMPULSE EINS 2019 | Seite 17

Mittelverwendung einer sozialverträglichen CO2Bepreisung zur Gegenfinanzierung bestehender
Steuern und Umlagen. Grafik: CO2 Abgabe e.V.

vor allem die Verursachenden von Treibhausgasemissionen zahlen. Dazu gehören im
Bereich der Haushalte vor allem jene mit viel
Wohnfläche, fossil betriebenen Heizungen,
großen, spritschluckenden PKWs und Vielfliegende. Für Pendelnde würde die Entfernungspauschale durch die CO2-Bepreisung
geringer ausfallen. Da Personen mit höherem Einkommen wesentlich stärker von der
Entfernungspauschale profitieren als solche mit niedrigerem Einkommen, fällt dies
für höhere Einkommen kaum ins Gewicht.
Pendelnde­mit geringem Einkommen sollten
daher zusätzlich über Härtefallregeln entlastet werden. Da die Anzahl der Pendelnden
mit niedrigem Einkommen und PKW aber
begrenzt ist, kann mit geringen Kosten zum
Ausgleich sozialer Härten gerechnet werden.

Zudem würden durch eine wirksame CO2Bepreisung über 90 Prozent der Unternehmen, vor allem große Teile des verarbeitenden Gewerbes und damit des Mittelstandes
in Deutschland, zunächst entlastet. Dennoch
würden einige Unternehmen der Grundstoffindustrie stärker in die Verantwortung
genommen, sich an den Klimaschadenskosten zu beteiligen. Die zusätzlichen Kosten
stellen einer Studie des CO2 Abgabe e.V.
aber keine unzumutbare Belastung für diese Unternehmen dar. Zudem sollten unzumutbare Härten auch weiterhin gemindert
werden, um die Abwanderung von Arbeitsplätzen, Investitionen und Emissionen zu
verhindern. Dafür bieten sich eine Konsumabgabe, wie sie das Deutsche Institut für
Wirtschaftsforschung vorschlägt, ein Grenzsteuerausgleich oder eine Finanzierung aus
dem Bundeshaushalt, wie sie das SchwarzGelb-Grün regierte Land Schleswig-Holstein
in einem Entschließungsantrag des Bundesrates fordert, an.

Der Emissionshandel allein
ist kein Garant für wirksamen
Klimaschutz

für mehr Klimaschutz erwiesen. Das liegt
neben der Tatsache, dass nur 50 Prozent der
Emissionen von ihm erfasst werden, daran, dass Deutschland lediglich acht Prozent
zur Emissionsreduktion in der EU beigetragen hat. Im Vergleich hat Großbritannien
43 Prozent Emissionsreduktion erbracht, große Teile davon durch einen 2014 eingeführten
CO2-Mindespreis im Stromsektor. Ebenso­wie
Deutschlands Beitrag in der EU. An der mangelnden Wirksamkeit kann auch die Reform
des ETS nichts ändern, da die Emissionsrechtezuteilung mit 2,2 Prozent gemessen an den
Klimazielen zu langsam sinkt.

Politik muss Mut beweisen und
Marktwirtschaft neu entdecken
Eine Reform der Steuern und Umlagen ist
mehr als überfällig. Die Politik sollte ihren
fehlenden Gestaltungswillen überwinden
und alle Vorschläge einer CO2-Bepreisung
auf ihre Wirkungen und Verteilungseffekte
hin prüfen. Richtig angegangen, kann eine
Reform die Energiewende sozial gerechter
machen und wichtige Impulse für den Wirtschaftsstandort Deutschland und den Klimaschutz leisten.

Der Vorschlag des CO2 Abgabe e.V. wäre
EU- und finanzverfassungskonform sowie im
Stromsektor mit dem Europäischen Emissionshandel kompatibel. Der ETS hat sich
trotz zuletzt höherer Preise nicht als Garant
Entlastung von Haushalten in Euro nach Nettoäquivalenzeinkommen in Dezilen pro
Person und Jahr bei 40 Euro pro Tonne CO2e ohne Flugverkehr. Grafik: CO2 Abgabe e.V.

Der Bürokratieaufwand für
Unternehmen entfällt und die
Abwanderung von Arbeitsplätzen, Investitionen und Emissionen kann verhindert werden
Zahlreiche Richtlinien, Gesetze, Verordnungen, Ausnahmen und Meldepflichten behindern inzwischen die Energiewende in der
Praxis vor Ort. Investitionen in zukunftsfähige Technologien und Klimaschutz verzögern
sich so oder entfallen ganz. Mit einer Reform
der Energiesteuern und -umlagen lassen sich
die Kräfte für eine technologische Erneuerung Deutschlands und die Energiewende
entfesseln ohne Unternehmen und Haushalte stärker zu belasten, indem durch eine
Gegenfinanzierung bestehender Steuern und
Umlagen viele der Ausnahmeregelungen und
Meldepflichten entfallen können.

Weitere Informationen zum Konzept einer
CO2-Abgabe und deren Auswirkungen:
www.co2abgabe.de

Ulf Sieberg
CO2 Abgabe e.V.
ulf.sieberg@co2abgabe.de

Veranstaltungen

7./8.04.2019
9:00 – 19:00

10.04.2019
ab 18.30

11.04.2019
9:00 – 18:00

20. – 22.05.2019
9:00 – 20:00

4. – 6.06.2018
9:30 – 19:00

#EEHack2019 – Europas größter EnergieEfficiencyHack
Deutsche Unternehmensintiative Energieeffizienz e.V. – DENEFF
Alte Münze, Molkenmarkt 2, 10179 Berlin
www.eehack.com

Raus aus der Sackgasse beim Klimaschutz im Gebäudebestand!
Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.
Haus der Bundespressekonferenz, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
www.deutscher-verband.org

Urban Energy Forum

Berlin-Brandenburg Energy Network e.V.
Titanic Berlin, Französische Straße 30, 10117 Berlin
www.urbanenergyforum.com

Berliner ENERGIETAGE 2019

BMWi, BMU und zahlreiche Veranstalter aus Wirtschaft und Forschung.
Mit Beteiligung des Berliner ImpulsE Programms.
Ludwig-Erhard-Haus, Fasanenstraße 85, 10623 Berlin
www.energietage.de

BDEW Kongress
BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.
STATION-Berlin, Luckenwalder Str. 4-7, 10963 Berlin
www.bdew-kongress.de

Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit in der Gebäudemodernisierung

Hinz | Enseling

Medienecke

Eberhard Hinz | Andreas Enseling

Energieeffizienz und
Wirtschaftlichkeit in der
Gebäudemodernisierung
Unvereinbarer Widerspruch
oder eine Frage der Sichtweise?

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Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit in der Gebäudemodernisierung –
Unvereinbarer Widerspruch oder eine Frage der Sichtweise?
„Rechnet sich denn das eigentlich alles?“, mag sich mancher Gebäudebesitzer angesichts der Kosten für
energietechnische Modernisierungen fragen. Ist energiesparendes Bauen eine hochrentable Investition
in die Zukunft oder doch nicht sinnvoll?
Vor diesem Hintergrund und aus der Erfahrung vieler kontroverser Diskussionen um die Wirtschaftlichkeit
energietechnischer Modernisierungen ist dieses Buch entstanden. Die Autoren wenden sich in erster
Linie an private Investoren und erläutern auf verständliche Weise das Thema der Wirtschaftlichkeit energiesparender Maßnahmen in selbstgenutzten Wohngebäuden.

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Eberhard Hinz, Andreas Enseling: Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit in der
Gebäudemodernisierung – Unvereinbarer Widerspruch oder eine Frage der Sichtweise?,
Fraunhofer IRB Verlag, 104Seiten, 36,00 Euro

Der Klimawandel und die internationale
Klimapolitik in Zahlen – Eine Übersicht
Zahlen spielen in der Diskussion rund um den Klimawandel eine zentrale Rolle. Sie sind der Ausgangspunkt für eine adäquate Klimapolitik und die Information der Öffentlichkeit. Doch was bedeuten die
Zahlen rund um Emissionen und Reduktionsziele und vor allem: Wo genau steht die Menschheit heute?
Stephan Buhofer erläutert die wichtigsten Klimakennzahlen, analysiert Hintergründe und bietet darüber hinaus Einblicke in die theoretischen Aspekte der Klimawissenschaft und der Klimadiplomatie.
Er bietet so eine fakten- und zahlenstarke Grundlage für die eigene Meinungsbildung über die große
Herausforderung der heutigen Zeit, den Klimawandel.
Stephan Buhofer: Der Klimawandel und die internationale Klimapolitik in Zahlen – Eine Übersicht.
oekom Verlag, 154 Seiten, 25,00 Euro

Gewinnen Sie die Medienecke!
Wir verlosen die Bücher auf dieser Seite im Komplettpaket. Um teilzunehmen,
schicken Sie uns bitte einfach eine (!) kurze E-Mail an
gewinnen@berliner-impulse.de – und zwar bis zum 31. Mai 2019 (23:59).
Wer gewinnt, erhält Nachricht.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die letzte Runde gewann Wolfgang S. (Hungen).

Transformative soziale Innovation durch Netzwerke –
Das Beispiel »Bildung für nachhaltige Entwicklung«
Soziale Innovationen leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigkeitsorientierten Transformation der
Gesellschaft. Damit Lösungen für drängende Klima- und Ressourcenprobleme gefunden werden, müssen wir besser als bislang verstehen, wie sich soziale Innovationen verbreiten, sich dabei wandeln und
wie sie die Gesellschaft verändern können.
Marco Hasselkuß entwickelt einen konzeptionellen Rahmen zur Analyse sozialer Innovation in Netzwerken. Am Fall von Netzwerken zwischen Schulen und Unternehmen in der »Bildung für nachhaltige Entwicklung« zeigt er, wie sich soziale Innovationen im Verlauf ihrer Verbreitung und Umsetzung verändern
können – und wie das mit der Strukturation von Netzwerken als soziale Systeme zusammenhängt.
Marco Hasselkuß: Transformative soziale Innovation durch Netzwerke –
Das Beispiel »Bildung für nachhaltige Entwicklung«, oekom Verlag, 328 Seiten, 35,00 Euro

I M P R E S S U M
Herausgeber:
Berliner ImpulsE-Management
c/o EUMB Pöschk
info@berliner-impulse.de
www.berliner-impulse.de
Redaktion:
Jürgen Pöschk (Leitung und ViSPR)
Robert Volkhausen
volkhausen@berliner-impulse.de
Tel (030) 2014 308 -26

Konzept und Umsetzung:
EUMB Pöschk, Jürgen Pöschk
Oranienplatz 4, 10999 Berlin
Tel (030) 2014 308 -0
Fax (030) 2014 308 -10
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Namentlich gekennzeichnete Artikel geben
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Anzeigenabteilung
Nicole Maus
maus@eumb-poeschk.de
Tel (030) 2014 308 -21

Alle Bilder und Grafiken sind, soweit nicht anders
angegeben, Eigentum von EUMB Pöschk bzw. dem VME
Energieverlag.

Satz und Gestaltung:
VME – Verlag und Medienservice Energie
www.vme-energieverlag.de
Druck & Auflage
Das Druckteam Berlin; 6.000 Stck.

Bildnachweise:

Titelseite: LianeM/fotolia.com(oben);
Roland Horn; Diana Parkhouse/Unsplash; Simone
Hutsch/Unsplash (unten v.l.n.r.)
Die Buchcover der Medienecke sind Eigentum der
jeweiligen Verlage.

Im Auftrag der

IHRE ENERGIE
LIEGT UNS AM HERZEN.
Energiekonzepte für die Stadt der Zukunft. Effizient und nachhaltig.

Neue Wege – mit neuer Energie. GASAG Solution Plus.
www.gasag-solution.de
                            
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