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Full text: Energie-Impulse (Rights reserved) Issue2017,1 (Rights reserved)

EINS 2017 Zeitschrift des Berliner ImpulsE-Programms Schwerpunkt Wärmewende in Bund und Land Seiten 6 bis 12 02 04 13 Ärmel hoch: Berliner ImpulsE bringt vom 3. bis 5. Mai 2017 Praxisthemen auf die Berliner ENERGIETAGE Im aktuellen Interview: Regine Günther, Berlins neue Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Im Auftrag der WindNODE: Berlin im Herzen eines der größten Schaufenster der Energiewende in Deutschland Konzept und Umsetzung ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 2 Energiewende in Deutschland Ärmel hoch! Die Praxis entscheidet... Es ist noch fast ein halbes Jahr, bis im Herbst der neue Bundestag gewählt wird. Die langen Schatten des Wahlkampfs haben uns jedoch bereits erreicht. Das betrifft auch die energie- und klimapolitische Agenda. Selbst das in zähem Ringen vorbereitete Gebäudeenergiegesetz, das parteipolitisch sicherlich nicht zu den zentralen Konfliktfeldern gehören dürfte, wird wohl vor der Wahl nicht mehr kommen. Herrscht also jetzt bereits Agonie im Land? Bild: EUMB Pöschk/Rolf Schulten Zumindest nicht überall, denn das Land Berlin zeigt sich in Punkto Klimaschutz­politik dynamisch. Hier nimmt die politische wie praktische Arbeit im Klimaschutz Fahrt auf. So steht das Berliner Energie- und Klima­ schutzprogramm (BEK 2030) kurz vor der Verabschiedung im Abgeordnetenhaus. Nachdem mit dem Landesenergiegesetz in 2016 die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen wurden, geht es jetzt mit dem BEK an die praktische Umsetzung. In diesem Kontext ist beispielhaft das ambitionierte Projekt „Urbane Wärmwende“ zu nennen (Seite 10), das die Perspektiven einer nachhaltigen Wärmeversorgung in drei Transformationsräumen in Berlin untersucht. Aber auch ganz generell scheint der wahlkampfbedingte Stillstand auf Bundesebene den praktischen Fortschritt der Energiewende in Deutschland nicht wirklich bremsen zu können. So wurde auf der Fachmesse ISH kürzlich in Frankfurt deutlich, wie rasant sich Effizienztechnologien entwickeln. Es wurde hier auch demonstriert, dass die Digitalisierung als Megatrend z.B. den Handwerksbereich erfassen und nachhaltig verändern wird. Technikkonzepte, Angebotserstellung, Monitoring, Betriebsführung: künftig alles digital, online, rasend schnell und auch im Direktkontakt zwischen Anlagenhersteller und Endkunden. Aber auch praxistauglich? Hier darf man gespannt sein, wie die Energiewende in Gebäuden das Verhältnis von Endkunden, Handwerk und Geräteindustrie neu justieren wird. Das Handwerk wird sicherlich weiterhin der zentrale Umsetzungsakteur bleiben, seine Rolle aber neu finden müssen. Dies auch, weil die Energiewende ohne eine adäquate Berücksichtigung des „Faktors Mensch“ nicht gelingen kann. Information und Beratung mögen – in begrenztem Umfang – digitalisierbar sein. Entscheidungen – und sei es nur für den vergleichsweise banalen Fall einer Heizungsmodernisierung – sind weder durchgehend rational noch von den konkreten individuellen Wertehaltungen und Lebensumständen abstrahierbar. Und da findet die Digitalisierung durchaus ihre Grenzen. Hier benötigt auch eine effiziente Klimapolitik zielgruppengerechte Informations- und Motivationswerkzeuge und vor allem langfristig angelegte Bildungskonzepte. Dieses Spannungsfeld zwischen politischen Rahmenbedingungen, Technikoptionen und persönlichen Entscheidungsmotiven spiegelt sich auch wider im Programm der Berliner ENERGIETAGE 2017, der Leitveranstaltung der Energiewende in Deutschland. Die Energietage stellen ein gemeinsames Dach für rund 60 Veranstalter bereit. Es bietet jedes Jahr Raum für verschiedenste, auch widerstrebende Positionen und kontroverse Diskussionen. Wichtig war es, Praxis­aspekten den entsprechenden Stellenwert beizumessen, denn in der Praxis entscheidet sich das Gelingen oder Scheitern der Energiewende. So hat das Berliner ImpulsE-Programm seine fünf Veranstaltungen (siehe nächste Seite) deutlich praxisorientierter ausgestaltet, als dies in den letzten Jahren der Fall war. Auch in der Energiewende gilt das alte Bonmot: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Auf einen spannenden Praxisaustausch freut sich Ihr Jürgen Pöschk Jürgen Pöschk Berliner ImpulsE-Programm c/o EUMB Pöschk poeschk@berliner-impulse.de Aus Plänen wird Wohnraum. IBB für Vermieter & Investoren: Die Wohnungsbauförderer in Berlin. Sie planen den Neubau oder die Sanierung bzw. Modernisierung eines Mehrfamilienhauses – wir haben das Förderprogramm. Mit unseren Finanzierungsangeboten unterstützen wir Sie vor allem bei Maßnahmen zur Optimierung der Energieeffizienz. Sprechen Sie mit uns! Telefon: 030 / 2125-2662 E-Mail: immobilien@ibb.de www.ibb.de/vermieter_investoren DU170325_IBB_AZ_210x144_Energie-Impulse_ET170403_wohnen_3_1_RZ.indd 1 14.03.17 10:24 BERLIN IM BLICK ImpulsE-Veranstaltungen im Rahmen der ENERGIETAGE 2017 > Urbane Wärmewende – Beispiele, > Energetische Sanierung von besonders Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen erhaltenswerter Bausubstanz Donnerstag | 4. Mai 2017 9:30 – 13:00 Uhr Mittwoch | 3. Mai 2017 9:30 – 12:30 Uhr > Bildungsoffensive Klimaneutrales Berlin > Sanierung von Schulgebäuden: – Klimaschutz lernen Herausforderungen und Rahmenbedingungen Mittwoch | 3. Mai 2017 14:00 – 17:30 Uhr Donnerstag | 4. Mai 2017 14:00 – 17:30 Uhr > Innovations- und Gründerforum: Energieeffizienz und Klimaschutz Freitag | 5. Mai 2017 9:00 - 12:30 Programmdetails & Anmeldung unter: www.energietage.de ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 4 Eröffnung der ENERGIETAGE 2017 3. Mai, 9:00 – 09:30 Uhr 101.energietage.de »Eine internationale Modellstadt für erfolgreichen Klimaschutz« Perspektiven für die Berliner Umwelt-, Verkehrs und Klimaschutzpolitik Das aktuelle Interview Regine Günther Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin Senatorin Regine Günther im ImpulsE-Interview. Bild: EUMB Pöschk/Rolf Schulten Jürgen Pöschk: Frau Günther – Wenn Sie Ihre persönliche Vorstellung von Klima­ politik für Berlin in drei Sätzen beschreiben sollten… dann würden diese lauten? Regine Günther: Erstens: Berlin wird Vorreiter beim Kohleausstieg und schaltet die Berliner Kohlekraftwerke frühzeitig ab, die Versorgung mit Fernwärme wird auf Basis erneuerbarer Energie bzw. CO2-armer Energien sichergestellt. Zweitens: Der öffentliche Nahverkehr wird so attraktiv, die Radwege so sicher und zahlreich, dass immer mehr Menschen auf das Auto verzichten und damit CO2-Emissionen einsparen. Und drittens wünsche ich mir, dass Berlin international als Modellstadt für erfolgreichen Klimaschutz wahrgenommen wird. Pöschk: Welche konkreten inhaltlichen Schwerpunkte sehen Sie für dieses Jahr und für die weitere Legislaturperiode? Günther: Die Energiewende und der Klimaschutz gehören zu den zentralen Vorhaben der Koalition, was ich sehr begrüße. Außerdem trete ich für eine ambitionierte Umsetzung der im Berliner Energiewendegesetz verankerten Klimaschutzziele ein. Bis zum Jahr 2050 soll Berlin klimaneutral sein. Das setzt eine deutliche Reduzierung der Kohlendioxidemissionen voraus. Die Ziele des Gesetzes sind: Bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent, bis zum Jahr 2030 um mindestens 60 Prozent und bis zum Jahr 2050 um mindestens 85 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990. Der geplante Ausstieg aus der Kohle wird im Gesetz verankert, eine entsprechende Novelle wird derzeit vorbereitet und dem Abgeordnetenhaus dann zur Beschlussfassung zugeleitet. Das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 (BEK 2030) wird ebenfalls aktualisiert. Es enthält die Stra- tegien und Maßnahmen in den Bereichen Energie, Gebäude und Stadtentwicklung, Verkehr, Wirtschaft, Private Haushalte und Konsum sowie Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die öffentliche Hand soll in Sachen Klimaschutz ein Vorbild sein. Die Senats- und Bezirksverwaltungen sollen ab dem Jahr 2030 CO2-neutral arbeiten. An der Umsetzung dieses Zieles arbeiten wir gerade. Das Thema Mobilität und Verkehr in der wachsenden Stadt liegt mir besonders am Herzen. Die Stärkung des Umweltverbundes, mehr und schnellere Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge und bessere Bedingungen für den Radverkehr – all das trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern sorgt auch für bessere Luft, etwa durch geringere Stickstoffoxid-Werte, und mehr Sicherheit auf den Straßen. ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 5 Pöschk: Sieht die Novelle des Energiewendegesetzes Berlin (EWG Bln) den Kohleausstieg vor? Günther: So ist es. Berlin soll in diesem Jahr aus der Braunkohle- und spätestens bis 2030 aus der Steinkohlenutzung aussteigen. Dafür Vereinbarungen mit den Kraftwerksbetreibern zu treffen, soll im Energiewende­ gesetz festgeschrieben werden. Mit der Novelle wird es außerdem leichter, innovative und energieeffiziente Wärmeversorgungsstrukturen in bestimmten Gebieten zu ermöglichen. Pöschk: Sie planen ja auch die Aktualisierung und anschließende Umsetzung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK 2030). Wie ist der aktuelle Stand und was sind die nächsten Schritte im Rahmen der Umsetzung? Günther: Derzeit arbeitet mein Haus an der Aktualisierung des BEK 2030, wie im Berliner Energiewendegesetz vorgesehen. Von uns beauftragte Empfehlungen des PotsdamInstituts für Klimafolgenforschung liegen vor, werden ausgewertet und in das BEK 2030 integriert. Das digitale Monitoring für die Umsetzung des BEK 2030 ist vorangeschritten, so dass wir die Vorlage auf den neusten Stand bringen können. Strategien und Maßnahmen des BEK 2030 wurden aktualisiert und angepasst, insbesondere im Handlungsfeld Verkehr. Pöschk: Nach der breiten Beteiligung der Stadtgesellschaft bei der Erarbeitung des BEK: Wie wollen Sie die Akteure zukünftig einbinden? Günther: Die Beteiligung der Stadtgesellschaft ist für mich wichtig, denn die Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen trägt wesentlich zu ihrem Erfolg bei. Das BEK 2030 wurde in der letzten Legislaturperiode unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit erstellt. Diese Beteiligung soll verstetigt werden. Das für das BEK 2030 neu einzurichtende Monitoring dient gleichzeitig der Information der Öffentlichkeit. Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels sollen viel transparenter und öffentlicher werden. Diesem Ziel dient auch der Klimaschutzrat, der neu bestellt werden soll und der den Senat und das Abgeordnetenhaus zu Fragen der Klimaschutz- und Energiepolitik beraten soll. Pöschk: Klimaschutz ist ja ein Querschnittsthema, das auch Kompetenzen anderer Senatsverwaltungen beispielsweise in den Bereichen Energie oder Gebäude berührt. Wie muss man sich die praktische Zusammenarbeit hier vorstellen? Günther: Richtig, Klimaschutz ist ein Querschnittsthema. Nur wenn viele Maßnahmen verschiedener Akteure zusammenwirken, können die Kohlendioxidemissionen relevant gesenkt werden. Der für Klimaschutz zuständige Fachbereich in meiner Verwaltung verantwortet unter anderem das BEK 2030 einschließlich des Monitorings. Wir steuern und koordinieren die verschiedenen Maßnahmen der Haupt- und Bezirksverwaltungen und schieben eigene Projekte an. Dafür gibt es verschiedene Steuerungskreise, zum Beispiel der Energiebeauftragten der öffentlichen Liegenschaften oder zur Bilanzierung von Kohlendioxidemissionen auf Bezirksebene. Abstimmungen sind auch mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe erforderlich. Dort liegt die Zuständigkeit für das Berliner Stadtwerk, einem wichtigen Akteur für die Energiewende und damit für den Klimaschutz in Berlin. Im Bereich Energieeinsparung im Gebäudebereich arbeiten wir mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zusammen. von Paris einen Meilenstein gesetzt. Jetzt kommt es auf die einzelnen Staaten an, diese Ziele umzusetzen. Davon ist die Klima­ schutzpolitik in Deutschland noch weit entfernt. Die Emissionen sind in den vergangenen vier Jahren kaum gefallen, seit 2009 stagnieren sie. Im Energiesektor konnte die Kohleverstromung nicht reduziert werden, sondern sie wurde weiter erhöht. Das muss sich ändern. Nicht nur Berlin, ganz Deutschland muss den Kohleausstieg vorantreiben. In bestimmten Bereichen müssen wir aufpassen, international nicht abgehängt zu werden. Das betrifft vor allem das Thema Elektromobilität, wo die deutsche Auto­industrie dem Trend hinterherfährt. Die klimaschädlichen Emissionen im Verkehrsbereich insgesamt müssen deutlich sinken. Auch bei der Gebäudesanierung müssen noch die richtigen Weichen gestellt werden. Deutschland darf sich nicht auf dem Erfolg des vielfach kopierten Erneuerbaren-Energien-Gesetzes oder der positiven Resonanz auf den deutschen Klimaschutzplan 2050 ausruhen. Pöschk: Vielen Dank für unser Gespräch! Pöschk: Im Koalitionsvertrag wird ein „Berliner Klimaschutzfonds“ angekündigt. Wann kommt er, wie wird er ausgestattet und wofür sollen die Mittel eingesetzt werden? Günther: In erster Linie geht es darum, für die Umsetzung des BEK 2030 Mittel in angemessener Höhe zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen der Haushaltsanmeldung für den Doppelhaushalt 2018/2019 werden allein für die Umsetzung des BEK 2030 30 Millionen Euro beziehungsweise 36 Millionen Euro veranschlagt. Darüber hinaus werden auch im Verkehrsbereich weitere Mittel zum Beispiel für Radverkehrsanlagen zur Verfügung gestellt werden. Diese laufen aber nicht über den Klimaschutzfonds. Pöschk: Ihr persönlicher Kurzkommentar zum aktuellen Stand der deutschen Klima­ politik und deren Einfügung im globalen Kontext? Günther: Der Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlagen. Die internationale Gemeinschaft hat mit den Vereinbarungen Senatorin Regine Günther im ImpulsE-Interview. Bild: EUMB Pöschk/Rolf Schulten ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 6 Veranstaltung Wärmewende 2030 4. Mai, 9:00 – 12:30 Uhr 306.energietage.de Wärmewende 2030 Schlüsseltechnologien zur Erreichung der mittelund langfristigen Klimaschutzziele im Gebäudesektor Der Klimaschutzplan 2050 der Bundes­ regierung gibt auch für den Gebäude­ sektor ein Klimaschutzziel vor: Dieser soll im Jahr 2030 nur noch 70 bis 72 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Die Wärmewende bei Gebäuden muss sich dabei auf drei Pfeiler stützen: Energieeffizienz, CO2-arme Wärmenetze und objektnahe erneuer­bare Energien. Offen ist jedoch, wie groß der Beitrag dieser Ansätze jeweils ausfallen sollte – gerade auch mit Blick auf den Pfad in Richtung des ehrgeizigen Klimaschutzziels 2050. Zur Klärung dieser Fragen hat Agora Energiewende die Fraunhofer-Institute für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und für Bauphysik (IBP) beauftragt, Mindestniveaus für Schlüsseltechnologien und -ansätze zur Dekarbonisierung zu untersuchen. Dazu wurden in einem ersten Schritt wesentliche aktuelle Zielszenarien für eine Treibhausgasminderung um 80 bis 95 Prozent bis 2050 miteinander verglichen. In einem zweiten Schritt wurden Sensitivitätsrechnungen mit einem Energiesystemmodell durchgeführt, welches Ergebnisse mit minimalen Systemkosten liefert. Insgesamt lag der Schwerpunkt der Betrachtung auf dem Jahr 2030. Aus dieser Analyse ergeben sich vier zentrale Schlussfolgerungen – zur Rolle der Energie­ effizienz, zum Gebäudewärmemix, zur Bedeutung von Wärmepumpen sowie dem dafür benötigten erneuerbaren Strom. (1) Effizienz entscheidet Energieeffizienz ist die tragende Säule der Dekarbonisierung, sie macht Klimaschutz kostengünstig. Die betrachteten klimapolitischen Zielszenarien gehen fast einheitlich von einem starken Rückgang des Wärmeverbrauchs durch Sanierung aus. Der klimagerechte Gebäudewärmeverbrauch im Jahr 2030 ist um ein Viertel kleiner als 2015. Hierfür ist eine Sanierungsrate von zwei Prozent pro Jahr verbunden mit einer großen Sanierungstiefe nötig. Die Trendentwicklung bei der energetischen Gebäudesanierung ist aber völlig unzureichend, um dieses Ziel zu erreichen. Gebäudewärmemix 2015 und 2030 mit zwei verschiedenen Ambitionsniveaus für Wärmepumpen als Anteile am Wärmeverbrauch in Prozent. Grafik: Agora Energiewende 2015 2030 Mindestniveau: 5 Mio. Wärmepumpen* Gaskessel 45% Ölkessel 25% 730 TWh Wärmepumpen 1% Wärmenetze 9% Ölkessel 8% Gaskessel 40% 547 TWh Biomasse + Sonstiges 20% Wärmepumpen 22% höheres Ambitionsniveau: 6 Mio. Wärmepumpen** Biomasse (inkl. KWK) 10% Gaskessel 38% Wärmenetze (ohne biogene Nahwärmenetze) 20% Ölkessel 6% 547 TWh Biomasse (inkl. KWK) 10% Wärmenetze (ohne biogene Nahwärmenetze) 20% Wärmepumpen 26% * Heizungssystem-Anteile gemäß der Sensitivität EMob (-) mit einem Defizit bei der Elektromobilität. ** Extrapolation von EMob(-): Die Energiemenge von einer Million zusätzlicher Wärmepumpen (24 TWh) wird bei konstantem Gesamtwärmeverbrauch zu gleichen Teilen von Gas- und Ölkesseln abgezogen. ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 7 KEINER KANN WINDENERGIE WETTBEWERBSFÄHIG MACHEN. WARUM NICHT? #PushingBoundaries #EfficientWindPower Wir bei Covestro haben Verbundwerkstoffe entwickelt, die nicht nur eine schnellere Fertigung von Rotorblättern erlauben, sondern gleichzeitig für bessere mechanische Eigenschaften sorgen – insbesondere für langsamere Ermüdung. Damit Windenergie für die ganze Gesellschaft immer effizienter wird. Erfahren Sie mehr über unsere Hightech-Polymere, mit denen wir immer wieder die Grenzen des Machbaren verschieben. Für mehr Nachhaltigkeit und eine lebenswertere Welt. covestro.com COV00081832_Anzeige_Windkraft_D_210x148mm_0317.indd 1 (2) Der Wärmesektor braucht den Ölausstieg Der klimagerechte und kosteneffiziente Gebäudewärmemix im Jahr 2030 enthält rund 40 Prozent Gas, 25 Prozent Wärmepumpen und 20 Prozent Wärmenetze – aber fast kein Öl. Während Gas in seiner Bedeutung damit ungefähr dem heutigen Niveau entspricht, sollten aus Klimaschutzsicht die Ölheizungen bis 2030 weitestgehend durch Umweltwärme (Wärmepumpen) ersetzt werden. Wärmenetze sind ebenfalls zentral; bis zum Jahr 2030 vor allem in Verbindung mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und zunehmend stärker mit Solarthermie, Tiefen­ geothermie, industrieller Abwärme und Großwärmepumpen. Ausgangspunkt ist ein Gebäudewärmeverbrauch von Haushalten und Gewerbe in Höhe von 730 TWh im Jahr 2015, der mit Hilfe von Effizienzmaßnahmen bis 2030 auf 547 TWh reduziert werden sollte. Aus der Berechnung des Mindestniveaus mit fünf Millionen Wärmepumpen für 2030 ergeben sich dabei folgende Anteile am Wärme- 22.03.17 17:48 verbrauch: 40 Prozent Gaskessel, von denen knapp die Hälfte bis 2030 neu zugebaut werden; 22 Prozent Wärmepumpen, darunter mehr als die Hälfte Erdwärmepumpen und knapp ein Drittel bivalente oder hybride Luftwärmepumpen, die in Kombination mit Gaskesseln betrieben werden; 20 Prozent Fernwärmenetze, 10 Prozent Biomasse inklusive biogener Nahwärmenetze sowie 8 Prozent Ölkessel. Gegenüber der Ausgangsverteilung von 2015 ergeben sich die größten prozentualen Veränderungen bei Ölheizungen, welche die höchsten spezifischen CO2-Emissionen aufweisen. Der Ölanteil fällt von 25 Prozent (2015) auf 8 Prozent (2030). Die CO2-ärmeren Gasheizungen verlieren im gleichen Zeitraum nur fünf Prozentpunkte. Die größten Zuwächse verzeichnen dagegen Wärmepumpen und Wärmenetze. Wird ein höheres Ambitionsniveau mit sechs Millionen Wärmepumpen für 2030 angestrebt, welches den Pfad in Richtung minus 95 Prozent Treibhausgasemissionen für 2050 offen hält, kommt es zu weiteren Verschiebungen im Gebäudewärmemix, die hier nur mit einer Extrapolation bei gleichbleibendem Gesamtwärmeverbrauch illustriert werden. Zieht man die zusätzlichen WärmepumpenEnergiemengen zu gleichen Teilen von Öl und Gas ab, ergibt sich die rechte Verteilung in der links stehenden Abbildung, mit 6 Prozent Ölkesseln, 38 Prozent Gaskesseln sowie 26 Prozent Wärmepumpen. (3) Die Wärmepumpenlücke In Trendszenarien werden bis 2030 rund zwei Millionen Wärmepumpen installiert – gebraucht werden aber bis dahin fünf bis sechs Millionen. Um dies zu erreichen, sollten Wärmepumpen nicht nur in Neubauten, sondern auch in Altbauten frühzeitig installiert werden, zum Beispiel als bivalente Wärmepumpensysteme mit fossilen Spitzenlastkesseln. Werden die Wärmepumpen flexibel gesteuert und ersetzt man bis 2030 die alten Nachtspeicherheizungen durch effiziente Heizungen, führen die fünf bis sechs Millionen Wärmepumpen kaum zu einer Steigerung der Spitzenlast, die durch thermische Kraftwerke gedeckt werden muss. In allen Zielszenarien zeigt sich die dezentrale Wärmepumpe zur Gebäudeversorgung als eine Schlüsseltechnologie mit hoher bis ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 8 Installierte Wärmepumpen (in Mio.) 18 16 Zielszenarien -80% bis -95% Treibhausgasemissionen 14 12 10 8 6 Wärmepumpenlücke 4 Trendszenarien 2 0 Die „Wärmepumpenlücke“: Diskrepanz zwischen 2010 2015 2020 2025 2030 2035 2040 2045 dem erwarteten Ausbau (aktuelle Trends hochge- 2050 rechnet) und der tatsächlich benötigten Menge, um die Klimaziele 2050 erreichen zu können. Ein Teil der Wärmepumpen in Einzelobjekten kann auch in Form von Nahwärmenetzen zusammengefasst werden. Grafik: Agora Energiewende sehr hoher Marktdurchdringung. Im Vergleich dazu treten in den Trendszenarien die Hemmnisse des gegenwärtigen regulatorischen Rahmens zutage. Damit klafft im Jahr 2030 eine Lücke von etwa drei bis vier Millionen Wärmepumpen zwischen dem Niveau der Trendszenarien und dem benötigten Zielwert von fünf bis sechs Millionen Wärmepumpen. Der Wert von fünf Millionen ergibt sich dabei aus den Sensitivitätsrechnungen für 2030; der Wert von sechs Millionen aus dem Klimaschutzziel von minus 95 Prozent bis 2050. Der Wärmepumpenabsatz pro Jahr steigt in den Trendszenarien zwar um rund 60 Prozent gegenüber dem heutigen Stand, er müsste sich aber für die Erreichung der Zielszenarien im Mittel mehr als verfünf­ fachen. Hierbei ist deutlich zwischen Neubau- und Bestandsgebäuden zu unterscheiden. Im Neubaubereich müssen gemäß Energieeinsparverordnung (fossile) Primärenergieanforderungen eingehalten werden, sodass Wärmepumpen trotz hoher Strom­ kosten seit 2016 im Absatzmarkt eine wichtige Rolle spielen. In Bestandsgebäuden beträgt der Anteil von Wärmepumpen an allen Heizungssystemen derzeit dagegen nur etwa zwei Prozent. Grundsätzlich können Teile dieses Wärmepumpenmarktes auch durch Nahwärmenetze zur Versorgung kleinerer Quartiere zum Beispiel auf Basis von Erdsondenfeldern gedeckt werden. Hier sind die Übergänge zwischen dezentralen und netzgebundenen Wärmepumpen fließend. Patrick Graichen Agora Energiewende patrick.graichen@agora-energiewende.de Matthias Deutsch Agora Energiewende matthias.deutsch@agora-energiewende.de (4) Erneuerbarer Strom für die Wärmepumpen Um das 2030-Klimaziel zu erreichen, muss der zusätzliche Stromverbrauch, der aus dem Wärme- und Verkehrssektor kommt, CO2-frei gedeckt werden. Die im EEG 2017 beschlossenen Erneuerbare-Energien-­ Ausbaumengen reichen hierfür aber nicht aus. Für 2030 brauchen wir daher ein Erneuerbare-Energien-Ziel von mindestens 60 Prozent am Bruttostromverbrauch. Die Studie „Wärmewende 2030“ wurde im Februar 2017 veröffentlicht. Eine digitale Version steht zum Dowload: www.agora-energiewende.de/de/publikationen RICHTIG DÄMMEN, VIEL ERREICHEN. Mit einer Wärmedämmung vom Profi schaffen Sie mehr Behaglichkeit, sparen Heizkosten und schonen die Umwelt. ssion Podiumsdisku r m e d äm m un ä W s p p ti is x „ Pra 0 – 12.30 Uhr. g“ 7, 9.0 am 4. Mai 201 en unter: Jetzt anmeld.de ge 404.energieta Qualifizierte Fachhandwerker in Ihrer Nähe und alle Informationen rund um die Fassadendämmung finden Sie unter www.dämmen-lohnt-sich.de. ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 10 Veranstaltung Urbane Wärmewende 4. Mai, 9:30 – 13:00 Uhr 307.energietage.de Urbane Wärmewende Berlin Ein Forschungsprojekt untersucht die nachhaltige Wärmeversorgung in drei Transformations­räumen in Berlin Bild: Ashkan Nasirkhani via Fotolia Berlin braucht eine Wärmewende, um langfristig das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Für drei Quartiere innerhalb der Stadt sollen zukünftige Wärmeszenarien ermittelt werden. In diesen Transformationsräumen werden gemeinsam mit Entscheidern sowie beteiligten Stakeholdern verschiedene technische Entwicklungsoptionen erarbeitet und bewertet. Städte haben für die Lösung globaler Herausforderungen wie Klimawandel und Energiewende eine Schlüsselfunktion, denn sie sind weltweit für knapp 80 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Die städtischen Infrastrukturen, zum Beispiel die historisch gewachsenen Fernwärmenetze, sind unter dem Paradigma einer fossilen und im Wesentlichen zentralen Energieversorgung entstanden. Um die Vision der CO2neutralen, ressourcenschonenden Stadt zu verwirklichen, bedarf es daher einer sozialökologischen Transformation, also einer weitreichenden Veränderung der Energie­ infrastrukturen. Das zukünftige System muss die ökologischen Grundlagen erhalten und elementaren sozialen Anforderungen genügen, zum Beispiel bezüglich Teilhabe, Akzeptanz, Transparenz und Bezahlbarkeit. Das Projekt Urbane Wärmewende Das Forschungsprojekt „Urbane Wärmewende“, welches durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt „Nachhaltige Transformation Urbaner Räume“ bis Mai 2019 gefördert wird, untersucht am Beispiel der Stadt Berlin ­verschiedene Optionen einer nachhaltigen Wärmeversorgung. Es zielt darauf ab, Empfehlungen zu erarbeiten, wie die Wärmewende in Berlin gestaltet werden kann, um auf diese Weise einen Transformations­prozess anzustoßen. Das Projektteam, bestehend aus dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (Projektleitung), der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin, dem Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik der Technischen Universität Berlin sowie dem Fachgebiet Resiliente Energiesysteme der Universität Bremen, folgt dabei dem Leitbild einer städtischen Wärmeversorgung, die umwelt- und sozialverträglich sowie intelligent mit anderen Infrastrukturen vernetzt und resilient gestaltet ist. Für drei Quartiere innerhalb der Stadt B ­ erlin entwerfen die Wissenschaftler/innen zukünftige Wärmeszenarien und bewerten diese. Neben der Klimawirkung fließen dabei weitere Aspekte in die Bewertung ein – Kriterien sind unter anderem weitere ökologische Indikatoren, Wirtschaftlichkeit und regionale Wertschöpfung sowie Resilienz und Vulnerabilität. Resilienz beschreibt die Eigenschaft eines Systems unter Extrem­ e reignissen oder bewusst herbeigeführten Störungen, seine Dienstleistung aufrecht zu erhalten, also im Beispiel der Wärmeversorgung weiterhin zuverlässig Wärme zu liefern. Sie ist also ein wichtiger Indikator dafür, wie stabil und zuverlässig ein System ist. ­Darüber hinaus analysieren die Wissenschaftler/ innen verschiedene Governance- und Eigentümerstrukturen in der Wärmeversorgung und ihre Eignung, städtische Infrastrukturen nachhaltig zu transformieren. Wärmewende – Berlin ist auf Kurs In Berlin wurden in den letzten Jahren wichtige Weichenstellungen unternommen, um die europäischen und nationalen Klimaschutzziele zu unterstützen. In den Jahren 2015/16 wurde mit dem Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) ein Strategie- und Maßnahmenplan für ein klimaneutrales Berlin im Jahr 2050 erarbeitet. Das ebenfalls in 2016 in Kraft getretene Energiewendegesetz Berlin (EWG Bln) legt verbindliche CO2-Minderungsziele sowie das Klimaneutralitätsziel 2050 – eine Einsparung von m ­ indestens 85 Prozent der CO2Emissionen (im Vergleich zu 1990) – fest und verankert die Umsetzung des BEK. Auch der Koalitionsvertrag von 2016 führt diese Schritte fort und sieht Berlin als Vorreiter für Klimaschutz und Energiewende. Wie das BEK zeigt, spielt der Wärmebedarf mit einem Anteil von über 50 Prozent in Berlin eine entscheidende Rolle und wird wesentlich durch den Gebäudesektor bestimmt. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss die Wärmebereitstellung und -nutzung effizienter gestaltet und der Anteil Erneuerbarer Energien deutlich gesteigert werden. Die Entwicklung der Wärmekosten darf in einer Mieterstadt wie Berlin dabei nicht unbeachtet bleiben. Um in die Umsetzung einer Wärmwende zu kommen, müssen vielfälDialogverfahren zum Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm. Bild: SenUVK ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 11 tige Herausforderungen gemeistert werden. Dabei braucht es Lösungen zur Frage, wie in einer Großstadt mit komplexen Bau-, Energie- und Eigentümerstrukturen der Wärmebereich effizient gestaltet und Potentiale von Erneuerbaren Energien effektiv eingebunden werden können. von Keimzellen, zum Beispiel Gebäudekomplexen in der Hand einer Wohnungsbaugesellschaft oder eines öffentlichen Trägers. Dieser Ansatz soll die vielen Hemmnisse, denen Quartiersansätze in der Umsetzung gegenüberstehen, reduzieren und die Realisierungswahrscheinlichkeit erhöhen. Das Land Berlin engagiert sich im ­Forschungsprojekt „Urbane Wärmewende“, um Fragestellungen zur zukünftigen Energie- und Wärmeversorgung aufzugreifen und gemeinschaftlich Ideen und Lösungen zu entwickeln und voranzubringen. Tragende Fragen dabei sind, welche Entwicklungsoptionen der netzgebundenen zentralen wie auch dezentralen Wärme-, Gas-, und Stromversorgung bestehen und wie bei derzeit noch unklaren Zukunftsverläufen flexible Transformationsschritte gestaltet werden können. Dabei knüpft das Projekt an laufende Prozesse zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft an, die z.B. bereits mit der Erarbeitung des BEK etabliert wurden. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sorgt im Projekt für die Einbindung kommunaler Sichtweisen und von Akteuren aus den Bereichen Energie- und Stadtentwicklung. Die Untersuchungsquartiere bilden Drehund Angelpunkte, um über Szenarien die Schritte zu einer nachhaltigen Gestaltung und Organisation der Berliner Wärmeversorgungsstrukturen zu entwickeln. Für das Land Berlin sind dabei vor allem Rückschlüsse auf die Gesamtstadt wichtig, die Teil einer zukünftigen Wärmeplanung werden könnten. Wie geht es weiter? Die drei Transformationsräume im Projekt Urbane Wärmewende werden so ausgewählt, dass drei Themenschwerpunkte bearbeitet werden können, die typisch für die Wärme­ versorgung in Berlin und vielen anderen Großstädten sind: 1) die Transformation der derzeit zentral erzeugten Fernwärmeversorgung, 2) die Entwicklung der Wärmeversorgung in Netzrandgebieten – im Wesentlichen geht es hier um die Frage Netzausbau versus gebäudebezogene Versorgung – , sowie 3) die Entwicklung von innovativen energetischen Quartiers- und Wärmekonzepten anhand Auf gesamtstädtischer Ebene sowie in den Quartieren werden Daten gesichtet, gesammelt und ausgewertet. Am Ende des Projektes stehen als Ergebnisse somit eine verbesserte Datenbasis für Berlin, konkrete Empfehlungen für die drei ausgewählten Gebiete und für die Gesamtstadt sowie Erkenntnisgewinne zu Transformationsprozessen von technischen Infrastrukturen. Die Bewertungsmethoden und Instrumente, die (weiter)entwickelt werden, sollen für andere Städte anwendbar sein. Das Projekt wirkt somit über die Berliner Stadtgrenze hinaus und vermittelt Ansätze und Wissen über die Transformation urbaner Energieinfrastrukturen. Möglichkeiten der Beteiligung Stakeholder, Bürger/innen und Praxisakteure haben kontinuierlich die Möglichkeit, sich in das Projekt und in die Diskussion zu geeigneten Transformationsräumen und den Optionen der Wärmeversorgung einzubringen. Die Veranstaltung im Rahmen der Berliner ENERGIETAGE am 4. Mai richtet den Blick auf innovative Praxisprojekte der städtischen Wärmeversorgung in Deutsch- land, Öster­reich und in Berlin. Im weiteren Projektverlauf finden in den ausgewählten Transformationsräumen mit lokalen Akteuren insgesamt sechs Werkstätten zu spezifischen Themen statt. Zum Projektende werden die Ergebnisse gebündelt auf einer Abschlussveranstaltung einem breiteren Akteurskreis vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Nutzen Sie die Möglichkeiten zur Beteiligung und diskutieren Sie mit! Quellen: BMBF-Forschungsvorhaben „Urbane Wärmewende – Partizipative Transformation von gekoppelten Infrastrukturen mit dem Fokus auf die Wärmeversorgung am Beispiel Berlin“ in der Förderinitiative „Nachhaltige Transformation urbaner Räume“ des Förderschwerpunkts Sozialökologische Forschung (SÖF) Dr. Elisa Dunkelberg Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) elisa.dunkelberg@ioew.de Prof. Dr. Bernd Hirschl Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) bernd.hirschl@ioew.de Jana Spieß Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz jana.spiess@senuvk.berlin.de Michael Färber Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz michael.faerber@senuvk.berlin.de ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 12 Veranstaltung Wärmewende in Berlin 5. Mai, 9:30 – 12:00 Uhr 308.energietage.de Initiative für die Wärmewende in Berlin Breites Bündnis zur Erreichung von Energie- und Klimazielen nimmt Fahrt auf Klimapolitik kann ohne die aktive Beteiligung der Wirtschaft nicht erfolgreich sein. In Berlin hat sich ein Bündnis aus sieben Verbänden der aktiven Förderung der Wärmewende verschrieben. Nach der konstituierenden Phase geht es nun mit Initiativen in die praktische wie politische Arbeit. Mit 49 Prozent ist der Gebäudesektor (Wohnund Nichtwohngebäude) an den Berliner CO2-Emissionen beteiligt. Damit ist klar, dass die Erreichung von Klimazielen – denen sich das Land Berlin ambitioniert verschrieben hat – ohne deutliche Fortschritte in diesem Bereich Makulatur bleiben muss. Aber die Wärmewende in Berlin berührt nicht nur klimapolitische Fragen. Sie hat vielmehr auch erhebliche sozial- und wirtschafts­ politische Implikationen. Richtig umgesetzt ergeben sich hier erhebliche Chancen für Berlin. Für eine klima- und wirtschafts­ politisch erfolgreiche und sozialverträgliche Wärmewende sehen die Initiatoren folgende strategische Ausrichtungen als notwendig an. auf gebäudebezogene Sanierungsfahrpläne und die Fokussierung auf im ersten Schritt kosteneffiziente und praktikable Maßnahmen („low hanging fruits“), erfolgen. Fokus Anreizpolitik Mit der richtigen Priorisierung der Klimaschutzinstrumente kann die Wärmewende in Berlin gelingen. Hierfür sollten zunächst die Bausteine „Förderung“ und „Information“ im Vordergrund stehen und Vorrang vor ordnungspolitischen Maßnahmen haben. Priorisierung des Handlungsfeldes Gebäude und Stadtentwicklung Die Energiewende in der Hauptstadtregion wird die regionale Energiewelt dezentraler, smarter und immer klimafreundlicher machen. Die Initiative versteht sich als „Macher“ der Wärmewende vor Ort. Technologieoffenheit und Wettbewerb als Schlüssel zum Erfolg Als Zusammenschluss wichtiger Akteure im Wärmebereich setzt sich die Initiative dafür ein, bei der Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen sowie Maßnahmen und Instrumente stets die Technologieoffenheit sicherzustellen. Nur so kann der Wettbewerb zwischen den einzelnen Maßnahmen und Instrumenten eine kosteneffiziente Umsetzung gewährleisten; gerade in der Mieterstadt Berlin ein besonders wichtiger Aspekt. Frühzeitiger und schrittweiser Klimaschutz Neben Leuchtturm- und Demonstrationsprojekten müssen auch Maßnahmen für den gesamten Gebäudesektor entwickelt und zügig umgesetzt werden. Dabei sollte auch ein schrittweises Vorgehen, z.B. gestützt Umsetzung der Klimaschutzziele durch Etablierung der Zielgröße CO2 Klimaschutz kann nur gelingen, wenn eine stringente Orientierung von Maßnahmen und Zielsetzungen an der Leitgröße CO2 erfolgt. Dies ist unabdingbar für den Erfolg der Wärmewende in Berlin. Träger der „Initiative für die Wärmewende in Berlin“. Die im Rahmen der Initiative für die Wärmewende in Berlin zusammengeschlossenen Akteure sehen sich aber auch in der Pflicht, ihre politischen Forderungen durch eigene praktische Initiativen und Projekte proaktiv zu begleiten. Hierzu werden aktuell folgende Aktivitäten vorbereitet: • Im Rahmen einer „Informationsoffensive Berlin“ soll unter anderem die Erstellung von Sanierungsfahrplänen für private und öffentliche Gebäude erprobt und entsprechende Informationstools weiterent­wickelt werden; • Die Planung und Umsetzung von Konzepten der energetischen Quartierssanierung wird aktiv verfolgt; • Die Identifikation und Vermarktung von Best Practices im Klimaschutz wird unter anderem über die Initiative der „KlimaSchutzPartner Berlin“ befördert; • Engagement beim Energieeinsparcontracting insbesondere für öffentliche Gebäude; • Die Kammern und Verbände werden Themen des Klimaschutzes und der Wärmewende verstärkt in die berufliche Aus- und Weiterbildung integrieren; • Die Initiierung von Energieeffizienz-­ Netzwerken in der Berliner Wirtschaft wird durch die Mitglieder der Initiative gefördert; • Die Gründung einer „Berliner Energie­ wende-Organisation“ wird aktiv begleitet. Dr. Martin Peters Handwerkskammer Berlin peters@hwk-berlin.de Veranstaltung WindNODE-LIVE! ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 13 3. Mai, 10:00 – 13:00 Uhr 201.energietage.de WindNODE: Zentrum der Energiewende Berlin im Mittelpunkt der nordostdeutschen Modellregion für intelligente Energie Nach über zwei Jahren Vorbereitungszeit war es Anfang Januar 2017 soweit: WindNODE, das Schaufenster für intelligente Energie aus Nordostdeutschland, startete in die aktive Projektumsetzung. Vorausgegangen war eine umfangreiche Bewerbungs- und Antragsphase, in der zunächst der Zuschlag für die fünf über Deutschland verteilten Schaufensterregionen erteilt und anschließend die Einzelanträge der beteiligten Partner mit den Detailprojekten bewilligt wurden. Insgesamt 46 Verbundpartner werden nun vier Jahre lang an gemeinsamen Lösungen arbeiten, um große Mengen erneuerbarer Energie möglichst effizient in die Stromnetze zu integrieren. WindNODE umfasst alle sechs nordostdeutschen Bundesländer (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) und erfreut sich einer besonderen politischen Unterstützung: das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der sechs Regierungschefs dieser Bundesländer. SINTEG – Digitale Agenda für die Energiewende WindNODE ist Teil des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie – D ­ igitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Das Ministerium fördert darüber fünf Schaufensterregionen mit insgesamt über 200 Mio. Euro. Zusammen mit den zusätzlichen Investitionen der Unter- Staatssekretär Rainer Baake (3. v. r.) und ­WindNODE-Projektleiter Markus Graebig­ (2. v. r.) mit den Vertretern der weiteren geförderten Schaufenster. Bild: BMWi/Susanne Eriksson nehmen werden über 500 Mio. Euro in die Digitalisierung des Energiesektors investiert. WindNODE selbst hat einen Umfang von ­ knapp 70 Mio. Euro, die auch der regionalen energiewirtschaftlichen Entwicklung zu Gute kommen werden. Neben dem Verbundkoordinator 50Hertz kümmern sich die Unternehmen Siemens und Stromnetz Berlin sowie die Wirtschaftsförderer Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, Energy Saxony und ZukunftsAgentur Brandenburg um die strategische Lenkung von WindNODE. Beteiligt sind neben Energieversorgern, Netzbetreibern und HighTech-Spezialisten auch Unternehmen der Automobilbranche, der Ver- und Entsorgung, der Wohnungswirtschaft und des Einzelhandels sowie mehrere Universitäten und Forschungsinstitute aus der R ­ egion. Warum Nordostdeutschland als Schaufensterregion? Nordostdeutschland weist aufgrund seiner energiewirtschaftlichen Erzeugungsstruktur die idealen Bedingungen als Testfeld für eine Schaufensterregion aus. Es geht darum, die besten Lösungen für die Integration großer Mengen erneuerbaren Stroms in das Energiesystem zu finden. Die Region ist schon heute der bundesweite Vorreiter für erneuerbare Energien – rund die Hälfte des Stromverbrauchs stammt hier bereits aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Quellen. Hinzu kommt, dass einige ländlich geprägte Teilregionen einen deutlichen Überschuss an erneuerbarem Strom produzieren. Berlin kann als Metropole mit einem äußerst hohen Strombedarf im Zentrum dieser Region wiederum genau diese Überschüsse aufnehmen. ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 14 Anreiz für weitere Energiewendeprojekte in Berlin Grundsätzlich verfolgt WindNODE einen systemischen Ansatz zur Weiterentwicklung der Energiewende und gliedert sich strukturell in neun verschiedene Arbeitspakete auf. In den Teilprojekten werden innovative Lösungen für die Integration erneuerbarer Energien auf allen Ebenen des Energiesys­ tems gesucht: Sowohl die Erzeugungs­seite (z.B. durch die flexible Einbindung eines ­Verbundkraftwerks), die Übertragungsseite ­(z.B. durch effiziente Betriebskonzepte für Stromnetze) als auch die Verbraucherpers­ pektive in unterschiedlicher Ausgestaltung (z.B. in Quartieren und bei der Industrie). Darüber hinaus werden sich Arbeitsinhalte mit der Ausgestaltung des regulatorischen Rahmens beschäftigen und auch die gesellschaftliche Dimension der Energiewende in Hinblick auf Partizipation und Akzeptanz wird berücksichtigt. Den Kern des Schaufens­ ters bildet dabei der Vernetzungsgedanke über eine zentrale IKT-Vernetzungsplattform: Digitalisierung und Sektorenkopplung sind maßgebliche Schlagworte für die Charakterisierung von WindNODE. In ihrer Rede zum Projektauftakt hob die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop hervor, dass WindNODE für Berlin ein wichtiges Projekt für die urbane Energiewende und daher von größtem Interesse ist: „WindNODE bietet die einmalige Chance, Berlin als Kompetenzstandort für die Energiewende zu präsentieren. Der Hauptstadtregion kommt hier eine wichtige Rolle zu. Durch die Einbindung von anwendungsbereiten, markttauglichen Technologien und Lösungsansätzen in WindNODE wird das Projekt weit über die Grenzen der Projektregion hinausstrahlende Akzente und Impulse für ein Energiesystem setzen, das allein aus Erneuerbaren gespeist wird. Ich bin mir sicher, dass WindNODE in Berlin auch über das Projektkonsortium hinaus Anregungen und Anreize für Energie­wendeprojekte bieten wird. Für den Senat ist das Projekt ein wichtiger Partner bei der entschiedenen Umsetzung der Energiewende in Berlin“. Sichtbarkeit und Offenheit sollen das Schaufenster prägen Im Mittelpunkt bei WindNODE steht die ausgewiesene Schaufensterfunktion. Die Projekt­ergebnisse werden für Fachbesucher und für die interessierte Öffentlichkeit an Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, beim WindNODE-Auftakt am 26.01.2017. Bild: WindNODE mehr als 30 „besuchbaren Orten“ in ganz Nordostdeutschland erlebbar gemacht. Damit bekommen auch internationale Fachdelegationen die Möglichkeit, die „Energiewende made in Germany“ anschaulich zu erleben. Eine mobile Ausstellung als „begehbares Inhaltsverzeichnis“ bildet den Rahmen zu diesen besuchbaren Orten und wird ab 2018 auf Wanderschaft durch die ­WindNODE-Region gehen. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Fachveranstaltungen werden die Diskussion zu Erfahrungen und Ergebnissen zwischen Verbundpartnern und der interessierten Fachöffentlichkeit initiieren. Weitere Maßnahmen wie virtuelle Showrooms, spielerische Ansätze zum Verständnis von Strommarkt und Energiesystem, die Entwicklung eines Lehrbuchs und die Bereitstellung von Informationsmaterialien sollen ein wesentliches Ziel des Schaufensterprojekts verwirklichen: die Ergebnisse von WindNODE in die breite Fachöffentlichkeit zu tragen und die gesellschaftliche Akzeptanz für das Jahrhundertprojekt Energiewende zu erhöhen. Auch am EUREF-Campus sollen „Besuchbare Orte der Energiewende“ im Rahmen von WindNODE entstehen. Bild: Berlin Partner/FritschFoto Benjamin Horn Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH benjamin.horn@berlin-partner.de Mehr Informationen unter www.windnode.de Veranstaltung Gebäudeperformance ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 15 3. Mai, 13:30 – 17:00 Uhr 403.energietage.de HIT2GAP – Eine innovative Energiemanagementplattform Minimierung des Performance Gaps Rathaus Wilanow in Polen. Bild: Mostostal in Nichtwohngebäuden Im Projekt HIT2GAP entwickelt ein europäisches Konsortium eine Energiemanagementplattform zur Minimierung des Performance Gaps von Gebäuden. Die Lösung ist für Facility Manager bestimmt und bündelt Werkzeuge zur Simulation, Messdaten­ analyse und BIM in einer Smartphone-ähnlichen Architektur. Bis 2050 soll die Versorgung des europäischen Gebäudesektors nahezu klimaneutral erfolgen. Effizienzsteigerungen im Bereich des energetischen Gebäudebetriebs können dabei eine Schlüsselrolle spielen, da gerade hier große CO2-Vermeidungspotenziale liegen. Jedoch überschreitet der Energieverbrauch von Gebäuden häufig die geplanten Kennwerte um ein Vielfaches. Diese ­Diskrepanz, die auch als „Performance Gap“ bezeichnet wird, übersteigt in manchen F ­ ällen 100 Prozent. Für den Bausektor sind die Untersuchung der Ursachen dieser Diskrepanz und die Entwicklung ge­eigneter Verfahren und Werkzeuge, um diese zu minimieren, besonders wichtig. Einerseits um die gesetzlichen oder von den verschiedenen Energieeffizienzstandards festgelegten Anforderungen einzuhalten, andererseits um Investoren und Gebäudebetreibern eine belastbare Prognose des Energieverbrauchs ihrer Gebäude zu liefern. Ursachen für den Performance Gap finden sich in der Planungs-, Bau- und Betriebsphase von Gebäuden. Beispielweise liefern normierte Berechnungsverfahren feste Werte des prognostizierten Energieverbrauchs, ohne den Einfluss von unsicheren Randbedingungen wie die Abbildung von Nutzerverhalten zu berücksichtigen. Obwohl letztere das Ergebnis von Gebäudesimulationen stark beeinflussen können, werden Unsicherheitsbewertungen bisher in der Planungspraxis nur selten durchgeführt. Bauliche Mängel während der Bauphase, wie falsch montierte Sensoren, können die Betriebsweise und somit die Energieeffizienz von Systemen beeinträchtigen. Für Gebäudebetreiber sind die Software und die Modelle, die während der Planungsphase zur Energiebedarfs­rechnung herangezogen wurden, nicht zugänglich oder für Energiemanagementaufgaben nicht geeignet. Weiterhin sind die Regelstrategien und die Funktionen von Gebäudeautomationssystemen oft nicht dokumentiert. Dadurch gehen wertvolle Informationen zwischen Planungs- und Betriebsphase verloren. Zusätzlich treten im Betrieb von Anlagen oft Fehler auf, die sich mit gängigen Gebäudeautomationssystemen nur schwierig identifizieren lassen und einen erheblichen zusätzlichen Verbrauch verursachen können. Regelwerke wie die VDI 6039 oder die VDI 6041 liefern Anleitungen für eine gewerke­ übergreifende Koordination der Inbetriebnahme bzw. für das Aufsetzen eines technischen Monitorings in Gebäuden. Die Anwendung der beschriebenen qualitätssichernden Maßnahmen kann sowohl zur Erreichung der geplanten Energiekennwerte als auch eines guten thermischen Komforts beitragen. Dies hat die Staatliche Vermögensu. Hochbauverwaltung Baden-Württemberg, die seit 2016 für große Bauprojekte ein technisches Monitoring zur energetischen Optimierung verordnet, bereits erkannt. Um den energetischen Gebäudebetrieb kontinuierlich und systematisch zu überwachen und geeignete Maßnahmen bei erkannten Defiziten zu ergreifen, sind Monitoringsys­ teme wichtige Werkzeuge. Es fehlt jedoch noch an geeigneten Werkzeugen, die der wachsenden Komplexität und Digitalisierung der Gebäude begegnen und Gebäudebetreibern eine hohe Transparenz und Verfügbarkeit von Messdaten und Gebäudeinformationen verschaffen. Um diese Lücke zu schließen, entwickelt ein europäisches Konsortium im Rahmen des Horizont 2020-geförderten Projekts HIT2GAP seit Ende 2015 eine neuartige Energiemanagementplattform für das Monitoring von Nichtwohngebäuden. Der Kernaspekt der HIT2GAP-Plattform ist eine Softwarearchitektur ähnlich eines Smartphone-Betriebssystems: Anwendungen werden entwickelt, welche Zugriff auf eine zentrale Datenbank haben und verschiedene Funktionalitäten anbieten. Darunter sind beispielsweise Module zur Visualisierung, zur Simulation mit Unsicherheitsbewertung, zur Datenanalyse mit automatisierter Fehlererkennung, zur Energieverbrauchsprognose und zur Bewertung des Nutzerverhaltens. Ziel jedes einzelnen Moduls ist es, zur Reduktion des Performance Gaps beizutragen. Zusätzlich bietet die in HIT2GAP entwickelte Plattform die ­Integration unterschiedlicher Datenquellen wie drahtlose Sensoren, Gebäudeautomationssysteme und Daten aus Bauwerksinformationsmodellen (BIM). Der Vorteil der H ­ IT2GAP-Lösung gegenüber bereits am Markt existierender Energiemanagement- ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 16 systeme ist eine sehr hohe Flexibilität auf Grund des modularen Ansatzes sowie eine sehr große Bandbreite an Funktionalitäten, welche über die Projektlaufzeit hinaus noch erweiterbar ist. Der Datenaustausch der Core-Plattform beruht auf dem Prinzip von REST-Web-APIs – einer Technologie, die Standard-Webprotokolle nutzt und somit einen einfachen Fernzugriff der Module auf die verschiedenen Daten sowie die Inter­ operabilität zwischen Modulen ermöglicht. Zudem übernimmt die Core-Plattform Funktionalitäten wie Datenbereinigung, Datenaggregation und Datenabgleich um Module dabei zu unterstützen, die gesammelten Daten zu nutzen. Die steigende Komplexität sowie die zunehmende Digitalisierung von Gebäuden stellt eine große Herausforderung an die Speicherung von heterogenen und voluminösen Daten dar. Die Verknüpfung von statischen Daten, die ein Gebäude und seine Anlagen beschreiben, mit dynamischen Daten aus dem Gebäudeleitsystem und Messsystemen, liefert interessante Möglichkeiten. So lassen sich zum Beispiel die Ergebnisse von Analyseverfahren wie der Fehlererkennung und Diagnose mit statischen Informationen wie Ort und Typ eines fehlerhaften Systems verknüpfen und dem Gebäudebetreiber für die Fehlerbehebung sowie Instandhaltungsaufgaben bereitstellen. Um dies zu ermöglichen wurde ein zweilagiges Datenspeichersystem konzipiert. Dies setzt sich zusammen aus einem HDF5-Dat- eisystem zur Speicherung und zum Management von Zeitreihendaten und aus einem nach den Prinzipien des semantischen Webs strukturierten Dateisystem zur Speicherung von statischen Daten auf Basis von RDF (Resource Description Framework). Nach der abgeschlossenen Konzeptionsphase fokussiert sich das HIT2GAP-Konsortium auf die Entwicklung und die Integration der verschiedenen Module. Anschließend wird die Lösung in vier Demonstrationsgebäuden in Polen, Frankreich, Irland und Spanien implementiert, getestet und evaluiert; mit dem Ziel, eine behagliche Umgebung für Nutzer und eine hohe Energieeffizienz während des Betriebs zu erreichen. Das diesem Artikel zugrunde liegende ­Vorhaben Dipl.-Ing. Nicolas Réhault Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE nicolas.rehault@ise.fraunhofer.de wurde mit Mitteln der euro­päischen Kommission im Rahmen des Horizont 2020-Programms unter dem Förderkennzeichen 680708 gefördert. (www.hit2gap.eu) Energieeffizienz-Netzwerke im Dienst der Energiewende Vom Prototyp zur Serienreife: 500 Netzwerke bis 2020 Anfang der 2000er Jahre machten sich Pioniere wie Prof. Eberhard Jochem mit Partnern zunächst auf regionaler Ebene für die Idee lernender Energieeffizienznetzwerke stark. Dank kontinuierlicher Entwicklung ist sie zum Bestandteil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) der Bundesregierung geworden. Dem ersten Energieeffizienz-Netzwerk Deutschlands in Baden-Württemberg folgten ab 2009 mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums „30 Pilotnetzwerke“ und nun wird mit der „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ für 2020 das Ziel von 500 Netzwerken angepeilt. Die Bundesregierung verspricht sich von der Initiative Energieeffizienznetzwerke Primär­ energieeinsparungen von rund 74,5 Petajoule bzw. umgerechnet etwa fünf Millionen Tonnen weniger Treibhausgasemissionen bis 2020. Damit das klappen kann, ist diese Idee auf die Unterstützung und Bereitschaft der Unternehmen und Netzwerkinitiatoren vor Ort angewiesen. Aber auch Kommunen und Wirtschaftsverbände sind gefordert, mit diesem Gemeinschaftsprojekt die Energieeffizienz in Deutschland voran zu bringen. Aktuell zählt die Netzwerk-Initiative 113 Energieeffizienznetzwerke. Neben gesetzlichen Regelungen zur Energieeinsparung setzt Deutschland damit auch auf freiwillige Vereinbarungen und Initiativen, weil insbesondere die Lernenden Energieeffizienz-Netzwerke mit dem Projekt „30 Pilotnetzwerke“ gezeigt haben, dass ko­operative Arbeitsformen zum Erfolg führen. Knapp 370 Unternehmen mit Energiekos­ten von 150.000 bis 50 Millionen Euro pro Jahr haben daran teilgenommen. In seiner Analyse zeigt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI auf, dass die teilnehmenden Betriebe mehr in ihre wirtschaftlichen Energieeinsparpotenziale investieren und ihre Energieeffizienz im Vergleich zum Durchschnitt der Industrie doppelt so schnell steigern. Die insgesamt in den Netzwerken identifizierten wirtschaftlichen Einsparpotenziale waren enorm: Alle diese Einsparmöglichkeiten zusammengenommen hätten den Energieverbrauch um etwa eine Million Megawattstunden pro Jahr senken können. Diese Energiemenge reicht aus, um mehr als 61.000 Durchschnittshaushalte mit Wärme und Strom zu versorgen. Veranstaltung Rückblick & Zukunft ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 17 3. Mai, 09:30 – 12:45 Uhr 501.energietage.de Berliner EnergieeffizienzNetzwerke Wie funktioniert ein Energieeffizienz-Netzwerk? Seit 2010 lassen sich auch Unternehmen aus der Hauptstadtregion in Energieeffi­ zienzfragen coachen: Den Anfang machte der EnergieEffizienz-Tisch Berlin von 2010 bis 2013 gefolgt vom EnergieEffizienz-Tisch Berlin plus von 2013 bis 2016. Mittlerweile läuft die dritte Netzwerkperiode (Energie­ Effizienz-Netzwerk Berlin plus), die bis Anfang 2020 dauern wird. Ganz überwiegend nutzen die Betriebe die vom Moderator Johann Behrends, BEHRENDS CONSULT und dem Energieberatungsunternehmen ÖKOTEC Energiemanagement GmbH initiierte Plattform sogar zum zweiten und manche bereits zum dritten Mal. Im vergangenen Sommer konnten die Netzwerk-Unternehmen nach drei Jahren gemeinsamer Arbeit eine Steigerung ihrer Energieeffizienz um 7,5 Prozent bilanzieren. Das haben sie mit rund 160 umgesetzten Einzelmaßnahmen wie Dämmung, Optimierung von Kühl- und Wärmeprozessen oder Druckluftanlagen geschafft. Zusammen vermeiden sie so jährlich rund 9.250 t CO2-Emissionen. 2015 konnten sie im Vergleich zum Referenzjahr 2012 somit fast 41.000 MWh einsparen. Damit ließen sich etwa 6.400 Ein-PersonenHaushalte versorgen und mit der Wärme 2.200 Einfamilienhäuser beheizen. Ein Energieeffizienz-Netzwerk besteht in der Regel aus 10 bis 15 Unternehmen. In einem drei- bis vierjährigen moderierten Coaching-Prozess werden in den Unternehmen die Wege für einen effizienten Umgang mit Energie aufgezeigt, Umsetzungsstrategien entwickelt und die Realisierung erster Einsparungsmaßnahmen begleitet. Gemeinsames Ziel ist es, rentable Energieeffizienz-Potenziale für die Teilnehmer schnell und mit geringem Aufwand verfügbar zu machen. Die ca. vier Netzwerktreffen pro Jahr zu jeweils abgestimmten Schwerpunktthemen sind geprägt vom Erfahrungsaustausch der Teilnehmer untereinander oder mit externen Experten. Die Treffen sind jeweils mit einer Betriebsbegehung an den beteiligten Standorten verbunden. Themenschwerpunkte der Netzwerke sind die Querschnittstechnologien wie z.B. Druckluft, Kälte, Wärmeerzeugung, Pumpen, Beleuchtung und Abwärmenutzung sowie Energiemanagement. Mit einem jährlichen Monitoring der Energieeffizienzentwicklung sowie einem Reviewgespräch wird das Coachingangebot abgerundet. Netzwerkpraxis im Wandel Heute gewinnt der immer schon zum Konzept zählende Erfahrungsaustausch immer mehr an Bedeutung. Unternehmen, die ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 erstellt oder ein nach DIN EN ISO 50001 zertifiziertes Energiemanagementsystem eingeführt haben, verfügen damit über eine Dokumentation potentieller Effizienzmaßnamen. Die Herausforderung für die Unternehmen liegt nunmehr darin, die betrieblichen Prozesse zur Aufrechterhaltung eines Managementsystems zu organisieren und dabei auch die Weiterentwicklung des Normensystems im Blick zu behalten. Zu Beginn der Netzwerkaktivitäten standen eine standortbezogene Energieanalyse (Initialberatung) mit umfassenden Informationen zum Energieeinsatz und Vorschlägen für Energieeffizienzmaßnahmen als Basis für die weiterführende Arbeit im Vordergrund. Hier setzt die Netzwerkidee mit dem Angebot regelmäßiger Netzwerktreffen an: Mit Unterstützung des Moderators und des Energieberaters wird ein Raum für einen vertrauensvollen Erfahrungsaustausch zwischen den Menschen der teilnehmenden Unternehmen EnergieEffizienz-Tisch Berlin Berlin plus Laufzeit Juni 2010 bis Juni 2013 Februar 2013 bis Juni 2016 Branchen Metallverarbeitung und -bearbeitung, Automobilzulieferer, Herstellung chemischer und pharmazeutischer Produkte, Glas- und Druckerzeugnisse, Fliesen, Leiterplatten sowie Nahrungs- und Verpackungsmittel 4.700 8.700 190 160 Energieverbrauch 370 GWh (2009) 532 GWh (2012) Steigerung Energieeffizienz -Ergebnis 6% 6,3 % 8% 7,5 % Mitarbeiter an den Standorten Initialberatung konkrete Einzelmaßnahmen wirtschaftlich und ökologisch bewertet Effizienzziele geschaffen. So kann ausführlich über Wege und Möglichkeiten diskutiert werden, wie die Anforderungen nach einer nachgewiesenen kontinuierlichen Verbesserung der „energetischen Leistung“ nach ISO 50001 in Verbindung mit der ISO 50003 erfüllt werden können. Kopfzerbrechen können nämlich Fragen nach der Messung der energetischen Leis­ tung auslösen, wenn z.B. aussagekräftige Energiekennzahlen (energetische Ausgangsbasis (EnB) und Energieleistungskennzahlen (EnPI)) bestimmt werden müssen. In Verbindung mit den verabredeten Zielsetzungen zur Energieeinsparung bzw. Energieeffizienzsteigerung helfen das Monitoring und jährliche Reviewgespräche den Unternehmen, die Erfolge der Effizienzmaßnahmen zu dokumentieren. Auch hier bietet das Netzwerk die Möglichkeit, vom Kollegenwissen und deren Umsetzungserfahrungen zu profitieren. Zudem werden von den Teilnehmern ausgewählte Fragestellungen zu Effizienztechnologien im Rahmen der Netzwerktreffen mit Experten diskutiert. Netzwerkarbeit ist folglich mehr als eine konventionelle Beratung: Die Unternehmen entscheiden sich für eine längerfristige Zusammenarbeit, informieren und unterstützen sich gegenseitig. Das Projektteam begleitet sie, setzt Impulse, fördert und fordert. Weitere Unternehmen aus der Region sind ausdrücklich eingeladen, gemeinsam für einen rationellen Energieeinsatz zu sorgen und gleichzeitig zu den Klimaschutzzielen beizutragen. Quelle: ÖKOTEC Energiemangement GmbH, BEHRENDS CONSULT 2016 ENERGIE IMPULSE EINS 2017 | Seite 18 Netzwerkarbeit in der Praxis – Nutzen im Betriebsalltag • Austausch mit qualifizierten Mitarbeitern aus anderen Betrieben und Branchen; • Fortbildung der Teilnehmer zu allen relevanten Themen der Energieeffizienz ­ in moderierten Netzwerktreffen; • Durchführung des jährlichen Monitorings zum Effizienzgewinn und Einsparerfolg mit anschließendem Vor-Ort-Review­ gespräch • Erarbeitung guter Grundlagen für die Weiterentwicklung bzw. die Rezertifizie- rung des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 oder für ein Energieaudit nach DIN EN 16247; • Kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Energieeffizienz, das Projektteam begleitet das Unternehmen; • Durch die Definition eines Einsparziels verbunden mit dem Gruppeneinfluss des Projekts erreichen Betriebe durchschnittlich höhere Einsparungen als bei Einzelaktivitäten. Johann Behrends BEHRENDS CONSULT jb@behrends-consult.de Veranstaltungen I M P R E S S U M Herausgeber: Berliner ImpulsE-Management 03.05.2017 – 05.05.2017 Berliner ENERGIETAGE 2017 Leitveranstaltung der Energiewende in Deutschland Berliner ImpulsE, BMWi, BMUB u.v.a.m. Ludwig Erhard Haus, Fasanenstraße 85, 10623 Berlin www.energietage.de Redaktion: Jürgen Pöschk (Leitung und ViSPR), Robert Volkhausen Konzept und Umsetzung: EUMB Pöschk, Jürgen Pöschk Oranienplatz 4, 10999 Berlin Tel 030 / 2014 308-0 Fax 030 / 2014 308-10 info@berliner-impulse.de www.berliner-impulse.de Ansprechpartner: Jürgen Pöschk 09.05.2017 | 17:30 – 19:15 StEP Klima – Klimaanpassung durch mehr Grün am Gebäude Aktionskreis Energie, KEBAB gGmbH KEBAB-Vortragsraum, Flanaganstraße 45, 14195 Berlin www.aktionskreis-energie.de Satz und Gestaltung: VME – Verlag und Medienservice Energie Druck: Das Druckteam Berlin Auflage 6.000 Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht zwingend die Meinung der Redaktion wider. Für den Abdruck und die Rücksendung von unverlangt eingeschicktem Material besteht keine Gewähr. Bildnachweise: Alle Bilder und Grafiken sind, soweit nicht anders angegeben, Eigentum von EUMB Pöschk bzw. dem VME Energieverlag oder dem Berliner ImpulsE-Programm. 09.05.2017 | 17:30 – 21:00 SZ-Impulstagung: Wie kann sich die Energiebranche neu erfinden? Süddeutscher Verlag Veranstaltungen Novotel, Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin www.sv-veranstaltungen.de Cover: (oben) BMBF-Forschungsvorhaben „Urbane Wärmewende – Partizipative Transformation von gekoppelten Infrastrukturen mit dem Fokus auf die Wärmeversorgung am Beispiel Berlin“; (unten rechts) Berlin Partner/FritschFoto Die Buchcover der Medienecke sind Eigentum der jeweiligen Verlage. 16.05.2017 | 16:00 – 20:00 Die Energiewende auf die Straße bringen Agentur für Erneuerbare Energien Hessische LV, In den Ministergärten 5, 10117 Berlin www.unendlich-viel-energie.de Im Auftrag der Medienecke Jahrbuch Energieund Gebäudetechnik 2017 Schon wieder ein Jahr rum, schon wieder ein Jahrbuch. Hilft ja alles nichts – wer informiert sein will (auch) im Bereich der effizienten Gebäudetechnik kommt an diesem Kurzüber­ blick kaum vorbei. Zwar nimmt die Energie­ effizienz nur einen Teil des Buches ein, benach­ barte Themenfelder wie Gebäudeautomation oder Informationstechnologien sind allerdings Grundlagen, ohne die eine Energiewende im Gebäudebereich auch nicht funktioniert. Gut, dass dieses Buch im Handtaschenformat hier ebenfalls entsprechend informiert. Jörg Veit, Peer Schmidt: Jahrbuch Energie- und Gebäudetechnik 2017, Hüthig, 328 Seiten, 21,80 Euro Die Energiewende und ihre Modelle. Was uns Energieszenarien sagen können – und was nicht. Wie könnte die Energiewende aussehen und welche Energiewende wollen wir? Die Wissenschaft versorgt uns mit einer Fülle von Szenarien möglicher Entwick­ lungen des ­Energiesystems. Sie prägen die gesell­ schaftliche Debatte und dienen als Grundlage informierter Entscheidungen. ­Doch wie diese Energie­szenarien genau zu verstehen sind und welche Schlüsse sie zulassen, bleibt oft uneindeutig. Dieser Band wirft ein neues Licht auf wis­ senschaftliche und gesellschaftliche Ansprüche an Energie­ szenarien. Die Bei­träge hinterfragen wissenschaftliche Möglichkeiten von Energieszenarien und fordern zum reflek­ tierten und pragmatischen Umgang mit den gewonnenen Erkenntnissen auf. Christian Dieckhoff, Anna Leuschner: Die Energie­wende und ihre Modelle, transcript, 170 Seiten, 29,99 Euro Handbuch Wärmepumpen. Planung und Projektierung Der besondere Wert des Buchs liegt in einer markenneutral gehaltenen Informationsaufbereitung: Fachkräfte der Baubranche erhalten eine Fakten­ quelle zum Vergleich möglichst vieler Systeme und Möglichkeiten. Zudem werden alternative Energiequellen zur Heizungsumstellung vorgestellt – ein großer Vorteil in Zeiten hoher Energiekosten. Schwerpunkte sind unter anderem ökologische und wirtschaftliche Aspekte, Systembe­ trachtungen verschiedener Wärme­pumpenanlagen und Projektie­ rungen von erforderlichen Komponenten. Die dritte Auflage wurde mit zahlreichen Ergänzungen, Erweiterungen und Änderungen an den neuesten Stand der Technik angepasst. Jürgen Bonin: Handbuch Wärmepumpen. Planung und Projektierung, Beuth, 308 Seiten, 78,00 Euro Klimaanpassung in Forschung und Politik Dieses Buch präsentiert die Thematik Anpassung an den Klima­ wandel erstmals aus unterschiedlichen disziplinären Sichtwei­ sen: von Ökonomie über Geographie und Rechtswissenschaft bis hin zu Politikwissenschaft und Soziologie. Darüber hinaus werden Vulnerabilität, Resilienz, Indikatoren sowie Leitfäden für die Anpassung diskutiert. Konkrete Beispiele aus Stadtpla­ nung runden die Darstellung ab. Die Debatte hat inzwischen längst Entscheidungsträger auf kommunaler Ebene erreicht. Vor allem auf lokaler Entscheidungsebene liegen bis heute wenig wissenschaftlich gesicherte Daten zum Klimawandel und sei­ nen Auswirkungen vor. Das Buch zeigt, warum Handeln unter Unsicherheit, das Arbeiten mit Szenarien oder das Zusammen­ führen von natur- und sozial­ wissenschaftlichen Informa­ tionen auf der Tagesordnung von Anpassungsforschung und -politik stehen müssen. Andreas Marx: Klimaanpassung in Forschung und Politik, Springer Spektrum, 260 Seiten, 34,99 Euro Gewinnen Sie die Medienecke Wir verlosen die Bücher auf dieser Seite im Komplettpaket. Um teilzunehmen, schicken Sie uns bitte einfach eine (!) kurze E-Mail an gewinnen@berliner-impulse.de – und zwar bis zum 8. Mai 2017 (23:59). Vielleicht möchten Sie die Gelegenheit ja auch gleich nutzen, uns Feedback zu dem ein oder anderen Artikel zu geben? Wir würden uns sehr freuen. Wer gewinnt, erhält Nachricht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Bücher der Ausgabe 4/16 gingen übrigens an Uwe H. B. (Düsseldorf). Herzlichen Glückwunsch! Energieeffiziente Nichtwohngebäude Vierzig Prozent des bundesweiten Wärmeverbrauchs bei Gebäudebehei­ zung wird durch Nichtwohngebäude verursacht. Aber erst seit 2015 wird der Effizienzhaus-Standard bei diesem Typ gefördert. Die Realisierung von energieeffizienten Nichtwohngebäuden sowie deren energetische Bilan­ zierung ist komplex: Planung, Bau und Modernisierung erfordern integrale und interdisziplinäre Ansätze. Zusätzlich sind auf der Stadtebene Pro­ zesse notwendig, damit die Transformation hin zu einer Smart City gelingt. Dieser Leitfaden wendet sich an alle beteiligten Akteure von Bauprojekten und erläutert die wesentlichen Grund­ lagen zur Bilanzierung anhand von Beispielen und nach DIN V 18599. Darüber hinaus werden Handlungs­ empfehlungen, immobilienökono­ mische Aspekte für die Stadtebene und Lösungsszenarien aufgezeigt. Achim Hamann: Energieeffiziente ­Nichtwohngebäude, Fraunhofer IRB ­Verlag, 296 Seiten, 59,00 Euro WIR BRINGEN ZUSAMMEN, WAS ZUSAMMENGEHÖRT. GASAG macht aus Ideen ein Konzept und aus Gebäuden ein Quartier. Wirtschaftlich, effizient, umweltschonend. www.gasag.de/quartier
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