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Full text: Blickpunkt Schule (Rights reserved) Issue2018/19 (Rights reserved)

BLICKPUNKT SCHULE BERICHT Schuljahr 2018/2019 Blickpunkt Schule 2019 Impressum Herausgeber Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Bernhard-Weiß-Str. 6 10178 Berlin Internet: www.berlin.de/sen/bjf Redaktion Referat I C - Bildungsstatistik und Prognose E-Mail: statistik@senbjf.berlin.de Stand Februar 2019 V. i. S. d. P. Thorsten Metter Unter dem gemeinsamen Namen Blickpunkt Schule veröffentlicht die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie neben dem Ihnen hier vorliegenden Bericht – Schuljahr 2018/2019 noch zwei weitere Broschüren, die sich an ein eher fachlich spezialisiertes Interesse richten und ausschließlich aus Tabellen bestehen: Tabellen – Allgemein bildende Schulen 2018/2019 Tabellen – Berufliche Schulen 2018/2019 Diese statistischen Veröffentlichungen sind zugänglich über die folgende Internetadresse unter berlin.de: https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/bildungsstatistik/ Bei weitergehendem Interesse an Statistiken zur Berliner Schule wenden Sie sich bitte an das Referat Bildungsstatistik unter der oben genannten Mailadresse. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 1 Blickpunkt Schule 2019 Inhalt Einleitung.................................................................................................................................... 6 A B Das Berliner Schulsystem .................................................................................................... 7 A.1 Schularten und Schulabschlüsse ..................................................................................... 7 A.2 Pädagogisches Personal an Berliner Schulen ................................................................. 11 Allgemein bildende Schulen.............................................................................................. 12 B.1 B.1.1 Schulen nach Schulart und Trägerschaft ....................................................................... 12 B.1.2 Schüler/innen nach Schulart und Trägerschaft ............................................................. 14 B.1.3 Schüler/innen nach Schulart und Schulstufe ................................................................ 16 B.1.4 Schüler/innen nach ausgewählten Merkmalen ............................................................ 18 B.1.5 Schüler/innen im Schuljahr 2026/27: Modellrechnung ................................................ 20 B.2 Schüler/innen im ersten Schulbesuchsjahr an Grundschulen....................................... 23 B.2.2 Modellrechnung der Schülerzahlen in Klasse 1 ............................................................. 25 B.2.3 Förderprognosen der Primarstufe................................................................................. 27 B.2.4 Schüler/innen nach der Probezeit an öffentlichen Gymnasien .................................... 31 B.2.5 Schüler/innen nach der Förderprognose an öffentlichen Integrierten Sekundarschulen 34 Schulabgänge und Schulabschlüsse .............................................................................. 35 B.3.1 Schüler/innen nach Schulabschlüssen und der Schulart ............................................... 36 B.3.2 Schulabgänger/innen ohne Berufsbildungsreife ........................................................... 41 Berufliche Schulen ............................................................................................................ 43 C.1 Schulen und Schüler/innen .......................................................................................... 43 C.1.1 Schüler/innen nach Schulzweigen ................................................................................. 43 C.1.2 Schüler/innen nach Berufsfeldern................................................................................. 45 C.2 Schüler/innen des ersten Ausbildungsjahres ................................................................ 47 C.2.1 Die 15 häufigsten Ausbildungsberufe ........................................................................... 47 C.2.2 Auszubildende nach der schulischen Vorbildung .......................................................... 49 C.2.3 Auszubildende nach der beruflichen Vorbildung .......................................................... 50 C.3 D Einschulungen und Übergänge von der Primarstufe in die Sekundarstufe I .................... 23 B.2.1 B.3 C Schulen und Schüler/innen .......................................................................................... 12 Schulabgänge und Schulabschlüsse .............................................................................. 51 Lehrkräftebestand, -bedarf und -qualifikation ................................................................. 53 D.1 Aktive Personen und Vollzeiteinheiten ......................................................................... 53 D.2 Aktive Lehrkräfte nach ausgewählten Merkmalen ........................................................ 55 SenBildJugFam - Referat IC Seite | 2 Blickpunkt Schule 2019 D.2.1 Lehrkräfte nach Geschlecht ........................................................................................... 55 D.2.2 Lehrkräfte nach Altersgruppen ..................................................................................... 58 D.2.3 Lehrkräfte nach Beschäftigungsumfang ........................................................................ 60 D.2.4 Lehrkräfte nach Beschäftigungsverhältnis .................................................................... 63 D.2.5 Lehrkräfte nach Qualifikation ........................................................................................ 66 D.3 D.3.1 Quereinsteigende nach Qualifizierungsphasen............................................................. 69 D.3.2 Quereinsteigende in den Schularten ............................................................................. 70 D.4 E F G Quereinstieg in die Berliner Schule ............................................................................... 68 Modellrechnung der Bestands- und Bedarfsentwicklung ............................................... 72 Weiteres pädagogisches Personal .................................................................................... 74 E.1 Weiteres pädagogisches Personal nach Schularten und in den Bezirken ........................ 74 E.2 Weiteres pädagogisches Personal nach ausgewählten Merkmalen ................................ 76 Unterrichtsversorgung ...................................................................................................... 79 F.1 Schüler-Lehrer-Relation ............................................................................................... 79 F.2 Bilanz der Unterrichtsversorgung ................................................................................. 81 F.3 Erteilter Unterricht an öffentlichen Schulen, darunter fachgerecht ............................... 82 F.4 Vertretungsunterricht und Unterrichtsausfall ............................................................... 84 Wussten Sie schon… ......................................................................................................... 87 G.1 Sonderpädagogische Förderung von Schüler/innen ...................................................... 87 G.2 Fehlzeiten von Schüler/innen ....................................................................................... 87 G.3 Klassenfrequenzen ...................................................................................................... 88 G.4 Willkommensklassen ................................................................................................... 89 G.5 Ausgaben je Schülerin und Schüler ............................................................................... 90 G.6 Ganztag ....................................................................................................................... 92 G.7 Welche Schulstatistiken es sonst noch gibt ................................................................... 94 SenBildJugFam - Referat IC Seite | 3 Blickpunkt Schule 2019 Häufig verwandte Abkürzungen Bezirke: Mi Mitte FK Friedrichshain-Kreuzberg Pa Pankow CW Charlottenburg-Wilmersdorf Sp Spandau SZ Steglitz-Zehlendorf TS Tempelhof-Schöneberg Nk Neukölln TP Treptow-Köpenick MH Marzahn-Hellersdorf Li Lichtenberg Rd Reinickendorf Trägerschaft der Schulen: Öffentlich In öffentlicher Trägerschaft Frei In freier Trägerschaft Berufsausbildungsvorbereitung: BV Berufsvorbereitender Lehrgang BQL TZ Berufsqualifizierende Lehrgänge in Teilzeit BQL FL Berufsqualifizierende Lehrgänge (sonderpäd. Förderung) KMK Kultusministerkonferenz SenBildJugFam - Referat IC Seite | 4 Blickpunkt Schule 2019 Liebe Leserinnen und Leser, mit der aktuellen Ausrichtung auf Qualität und Verbindlichkeit steigt das große Bedürfnis nach Daten und Informationen zum Thema Bildung weiter. Dies wird nicht zuletzt jedes Jahr durch zahlreiche Anfragen von Eltern, Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern und allen an Schule Interessierten deutlich. Für die Fachleute wie die Schulaufsichten sind die in der Schulstatistik erhobenen Daten und deren fokussierte Veröffentlichung im Blickpunkt Schule ein wichtiges Instrument für Fragen der datenbasierten Schul- und Unterrichtsentwicklung. Bildungsstatistiken sind die Grundlage für Analysen zu Entwicklungen und letztendlich Handlungsimpulse in der Berliner Schule. Eine jünger werdende Lehrerschaft mit einem zunehmenden Anteil von Quereinsteigenden und die Entwicklung der Schulabschlüsse der gut 400.000 Schülerinnen und Schüler sind nur zwei Beispiele für essentielle Informationen, die unter den komplexen Bedingungen politischer Entscheidungsfindung unabdingbar sind. Die Antworten auf viele dieser Fragen finden Sie wie jedes Jahr in dem statistischen Standardwerk „Blickpunkt Schule“, das umfassende Daten und Fakten rund um das Thema Schule enthält und in diesem Jahr in einem neuen Layout mit einer verstärkten Visualisierung noch einfacher die Möglichkeit bietet, Informationen über sämtliche Schularten sowie den Zweiten Bildungsweg zu finden. Die Berliner Schule wächst weiter und benötigt daher zusätzliche Räume und Standorte, die zusammen mit den Berliner Bezirken geplant und umgesetzt werden. Mehr Schülerinnen und Schüler, unterschiedliche Biografien sowie Sprachstands- und Lernvoraussetzungen bedeuten für Lehrkräfte große Herausforderungen, die es tagtäglich zu meistern gilt. In der Berliner Schule sind in den vergangenen Jahren weitere qualitative Maßnahmen verwirklicht worden. Ich unterstütze den Weg zu einer eigenverantwortlichen Schule, die selbstständig darüber entscheiden kann, wie sie Ressourcen einsetzt: Für welche Zwecke sie zum Beispiel Mittel aus dem Bonusprogramm für Schulen in schwierigen Lagen oder dem Verfügungsfonds für schulische Projekte oder kleinere Instandhaltungsmaßnahmen nutzt und wann sie Mittel für Vertretungslehrkräfte in Anspruch nimmt. Zur Bewertung der Maßnahmen kann in den kommenden Jahren wiederum die Statistik herangezogen werden. Denn Statistik ist kein Selbstzweck, sondern gibt mit Hilfe der Daten Auskunft über die Schulentwicklung. Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen mit herzlichen Grüßen, Sandra Scheeres Senatorin für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin SenBildJugFam - Referat IC Seite | 5 Blickpunkt Schule 2019 Einleitung Der „Blickpunkt Schule“ der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie fokussiert die Daten der amtlichen Schulstatistik zu den Bildungsbereichen des allgemein bildenden Schulsystems, der beruflichen Bildung und des pädagogischen Personals an den Schulen. Die Nachfrage nach grundlegenden statistischen Daten in Form von Texten, Tabellen und Grafiken ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Mit der Darstellung der aktuellen Datenlage sowie spezifischer Modellrechnungen wird dieser Nachfrage Rechnung getragen und der Blick auf die Vielfältigkeit der Statistiken gerichtet. Während bisherige Veröffentlichungen vorwiegend tabellenbasiert aufbereitet wurden, sind die Darstellungen in dieser Publikation vermehrt grafisch. Zusätzlich produziert das Referat für Bildungsstatistik und Prognose eine Reihe regelmäßiger Veröffentlichungen, die in ihrer inhaltlichen und regionalen Gliederungstiefe im Vergleich der 16 Bundesländer ohne Beispiel sind. Bei Interesse an weiteren, auch tiefer gegliederten Daten stellen Sie bitte eine Anfrage unter: Statistik@senbjf.berlin.de Bildungsstatistik ist kein Selbstzweck. Die allermeisten Statistiken der Bildungsverwaltung basieren deshalb auf einer gesetzlichen Grundlage. Damit verbunden ist die Verpflichtung der Betroffenen zur Auskunft und der Eigenverpflichtung der Behörde zur Neutralität, Transparenz und Darlegung. In der Berliner Schulstatistik sind die Aufbereitung von Daten und die Bereitstellung von Informationen eng in die strategische Steuerung eingebunden. Die Berliner Schule verfügt damit über die notwendigen Steuerungsinstrumente, um die zu erledigenden Aufgaben umfassend informiert zu leisten. Die hohe Qualität der Steuerungsinstrumente ist die Basis für die tägliche Arbeit der Schulen, der Schulaufsicht, der Unterstützungssysteme und weiterer Nutzer, sie ermöglicht steuernde Eingriffe auf den verschiedenen Handlungsebenen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 6 Blickpunkt Schule 2019 A Das Berliner Schulsystem Das Berliner Schulsystem erstreckt sich über einen allgemein bildenden und einen beruflichen Zweig. Es wird ergänzt durch den zweiten Bildungsweg sowie Schulen für Schüler/innen mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf. In diesem Abschnitt werden zunächst die Schularten und Bildungsgänge vorgestellt und nachfolgend in separaten Kapiteln vertieft. A.1 Schularten und Schulabschlüsse Die Berliner Schulstruktur sieht eine sechsjährige Grundschule und ein zweigliedriges weiterführendes Schulsystem vor. Seit der Schulstrukturreform, zum Schuljahr 2010/11, wurden Haupt-, Real- und Gesamtschulen zugunsten der Integrierten Sekundarschule (ISS) abgeschafft. Die Berliner Sekundarstufe besteht seit dem aus zwei gleichwertigen Schularten nebeneinander, die Integrierte Sekundarschule und das Gymnasium. Darüber hinaus gibt es Gemeinschaftsschulen, welche von der 1-10 bzw. 1-13 Klassenstufe organisiert sind, sowie Schulen mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkten (Förderschulen). Allgemeine und allgemein bildende Schulen Eine grundlegende Differenzierung besteht in der Betrachtung der „allgemein bildenden Schulen“ und der „allgemeinen Schulen“: Während bei einer Betrachtung der allgemein bildenden Schulen alle Schularten berücksichtigt werden, werden die Förderschulen bei einer Darstellung zu den allgemeinen Schulen nicht aufgenommen. Wenn somit in den nachfolgenden Kapiteln der Hinweis auf „ausgewählte Schularten“ oder „allgemeine Schulen“ erfolgt, sind beschulte Schüler/innen mit einem Förderbedarf in Integration/Inklusion inbegriffen, aber Schüler/innen an Förderschulen nicht. Die Berliner Schule gliedert sich in die Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II. Die 6-jährige Primarstufe beginnt mit einer flexiblen Schuleingangsphase, welche innerhalb von 1-3 Jahren durchlaufen werden kann. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 7 Blickpunkt Schule 2019 A.1.1 Das Berliner Schulsystem: Allgemein bildende Schulen Neben der Grundschule bieten auch Gemeinschaftsschulen und einige Integrierte Sekundarschulen freier Träger eine Primarstufe mit flexibler Schu- Schuleingangsphase leingangsphase an. Die Gemeinschaftsschule wird statistisch zu den Integrierten Sekundarschulen gezählt und mit diesen gemeinsam abgebildet. Am Ende der Grundschulzeit erhalten die Schüler/innen Förderprognosen und gehen an weiterführende Schularten der Sekundarstufe I über. Eine Ausnahme bilden die grundständigen Bildungsgänge an Gymnasien, welche be- Übergang in die weiterführende Schule reits ab der 5. Jahrgangsstufe beginnen und im Schuljahr 2018/19 von insgesamt 43 Gymnasien angeboten werden. Die Integrierten Sekundarschulen sind im Zuge der Schulstrukturreform aus den Haupt-, Real- und Gesamtschulen entstanden. In einem gemeinsamen Integrierte Sekundarschule Bildungsgang vermittelt die Integrierte Sekundarschule eine vertiefte allgemeine und berufsorientierende Bildung und ermöglicht Schüler/innen entsprechend ihren Leistungen und Neigungen eine Schwerpunktbildung, die sie befähigt, nach Maßgabe der Abschlüsse ihren Bildungsweg an einer Hochschule oder in beruflichen Bildungsgängen fortzusetzen (§22 Absatz 1 SchulG Berlin). Die Integrierte Sekundarschule umfasst die Sekundarstufe I und führt im Anschluss daran bis zur allgemeinen Hochschulreife. Die gymnasiale Oberstufe der Integrierten Sekundarschule kann entweder eigenständig, in Kooperation mit einem beruflichen Gymnasium, einer Gemeinschaftsschule oder einer anderen Integrierten Sekundarschule erfolgen. Zu SenBildJugFam - Referat IC Seite | 8 Blickpunkt Schule 2019 den Integrierten Sekundarschulen zählen auch Freie Waldorfschulen. Während Gemeinschaftsschulen sowohl öffentlich als auch in freier Trägerschaft geführt werden können, sind die Freien Waldorfschulen Schulen in freier Trägerschaft. Gymnasium Das Gymnasium ermöglicht den Schüler/innen eine vertiefte allgemeine Bildung und befähigt sie, nach Maßgabe der Abschlüsse ihren Bildungsweg an einer Hochschule oder in beruflichen Bildungsgängen fortzusetzen (§26 Absatz 1 SchulG Berlin). Als einheitlicher Bildungsgang führt das Gymnasium zur allgemeinen Hochschulreife, ermöglicht in Sekundarstufe I alle Abschlüsse nach §21 Absatz 1 SchulG Berlin. Schulabschlüsse Die allgemeine Schule kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit einer Qualifikation verlassen werden. Am Ende des 9. oder 10. Schuljahres kann an den Integrierten Sekundarschulen die Berufsbildungsreife (BBR) durch eine vergleichende Arbeit erworben werden. Die erweiterte Berufsbildungsreife (eBBR) sowie der mittlere Schulabschluss (MSA) können je nach erbrachter Leistung in der Prüfung und der Jahrgangsleistung am Ende der 10. Klassenstufe erworben werden. Entscheidend für den jeweiligen Abschluss ist das Anforderungsniveau: Mit dem Grundniveau wird die Berufsbildungsreife oder erweiterte Berufsbildungsreife angestrebt, mit dem erweiterten Niveau der mittlere Schulabschluss. In der gymnasialen Oberstufe von Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien können sowohl der schulische Teil der Fachhochschulreife (FHR) sowie die Allgemeine Hochschulreife (AHR) erreicht werden. A.1.2 Das Berliner Schulsystem: Berufliche Schulen AHR FHR Fachoberschule Fachschule Berufsoberschule Berufsabschluss Berufsfach- Berufs- Berufs- schule schule vorbereitung MSA/MSA+ eBBR BBR Angesiedelt an den Oberstufenzentren (OSZ) sind die beruflichen Schulen und das berufliche Gymnasium unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst und nach Berufsfeldern bzw. Berufsfeldschwerpunkten organisiert. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 9 Blickpunkt Schule 2019 Im Mittelpunkt der Oberstufenzentren steht die Berufsschule, welche den Berufsschule Auszubildenden berufsbezogene und berufsübergreifende Lerninhalte vermittelt. Im Rahmen der dualen Ausbildung, in einem Betrieb und in der Berufsschule, wird an den Berufsschulen für mehr als 320 anerkannte Ausbildungsberufe, der schulische Teil der Berufsausbildung absolviert. Das Ziel der Berufsschule stellt eine erfolgreiche Prüfung vor der zuständigen Kammer und somit die abgeschlossene Berufsausbildung dar. Die Berufsfachschule ist ein alternativer Weg zur Berufsausbildung. In Form einer mehrjährigen Vollzeitschule führt diese mit einer Dauer von zwei- bis Berufsfachschule dreieinhalb Jahren zu einer anerkannten Berufsausbildung mit Kammerprüfung. Die Schulbesuchsdauer und die schulischen Voraussetzungen variieren nach angestrebtem Bildungsgang. In Bildungsgängen, die den mittleren Schulabschluss voraussetzen und mindestens drei Jahre dauern, kann neben dem Berufsabschluss die Fachhochschulreife erworben werden, wenn der Bildungsgang in seinen Inhalten und Leistungsanforderungen den Anforderungen der Fachoberschule entspricht (doppelt qualifizierender Bildungsgang). Die Fachschulen verfolgen das Ziel der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Fachschule Voll- und Teilzeit. Je nach Ausbildungsgang reichen die schulischen Zugangsvoraussetzungen von der Berufsbildungsreife bis hin zu einer Fachhochschulreife und die beruflichen Zugangsvoraussetzungen von einer abgeschlossenen Berufsausbildung bis zu einer mindestens einjährigen Berufsfachschule. Auch die Dauer variiert nach dem Ausbildungsgang und liegt zwischen einem und vier Jahren. Die Berufsoberschule zielt auf eine fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife und bietet neben allgemeinen Unterrichtsfächern berufsbezogene Berufsoberschule Schwerpunktfächer an, wie u.a. Technik, Sozialwesen oder Wirtschaft. Die schulischen Zugangsvoraussetzungen sehen mindestens einen mittleren Schulabschluss mit einer Durchschnittsnote von 3,0 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch vor. Berufliche Zugangsvoraussetzungen umfassen eine abgeschlossene mindestens zwei-jährige Berufsausbildung oder eine schulische Berufsausbildung mit Berufserfahrung. An der Fachoberschule kann ebenfalls eine Berechtigung zum Studieren Fachoberschule erworben werden: Die Fachhochschulreife berechtigt zur Aufnahme eines Studiums an Fachhochschulen. Die Fachoberschule wird ein- oder zweijährig angeboten, wobei nur jene mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung die einjährige Fachoberschule besuchen können. Mit einem Notendurchschnitt SenBildJugFam - Referat IC Seite | 10 Blickpunkt Schule 2019 von mindestens 2,8 besteht zudem die Möglichkeit nach einem Besuch der Jahrgangsstufe 13 (FOS 13) die fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Berufsvorbereitung Ferner sind berufsvorbereitende Lehrgänge zum Erwerb eines zusätzlichen allgemeinen Schulabschlusses möglich. Hierunter fallen z.B. BV, BQL VZ, BQL TZ, BQL-FL für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf, die einjährige Berufsfachschule, IBA. Das berufliche Gymnasium Das berufliche Gymnasium stellt eine Schnittstelle zwischen dem allgemein bildenden und dem beruflichen Schulsystem dar. An ihnen besteht im Rahmen eines dreijährigen Schulbesuchs die Möglichkeit die allgemeine Hochschulreife mit einer beruflichen Profilierung zu erwerben. An wenigen Schulen besteht zudem die Option der doppelten Qualifizierung, mit einer Berufsausbildung und der allgemeinen Hochschulreife. Darstellung in den nächsten Kapiteln Das Berliner Schulsystem ist ein inklusives Schulsystem. In den nachfolgenden Kapiteln wird die Schülerschaft als Ganzes abgebildet und Differenzierungen nach dem Geschlecht, der sozialen und sprachlichen Herkunft sowie dem sonderpädagogischen Förderbedarf nur punktuell betrachtet. A.2 Pädagogisches Personal an Berliner Schulen Das pädagogische Personal wird durch zwei Säulen abgebildet: die Lehrkräfte und das weitere pädagogische Personal. Pädagogisches Personal Die Lehrkräfte setzen sich nach drei Qualifikationsgruppen zusammen: 1) Lehrkräfte mit einem abgeschlossen lehramtsbezogenen Studium, 2) Quereinsteigende, die sich im Rahmen des berufsbegleitenden Studiums oder des berufsbegleitenden Vorbereitungsdienstes für das 2. Staatsexamen qualifizieren und 3) sonstige Lehrkräfte, die keine volle Lehrbefähigung aufweisen, aber an den Schulen z.B. in Willkommensklassen oder im beruflichen Fachunterricht als sogenannte Seiteneinsteiger beschäftigt werden. Weiteres pädagogisches Personal Das weitere pädagogische Personal kommt vielfältigen Aufgaben im schulischen Alltag nach und besteht aus insgesamt vier Beschäftigtengruppen: Erzieher/innen, Pädagogische Unterrichtshilfen, Betreuer/innen und Sozialpädagogen/innen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 11 Blickpunkt Schule 2019 B Allgemein bildende Schulen Die allgemein bildenden Schulen werden nachfolgend entlang der Schularten und ausgewählter Schülermerkmale betrachtet. Dabei stehen sowohl die Schülerzahlen, als auch die Förderprognosen und Schulabschlüsse im Fokus. Neben einer aktuellen Bestandsaufnahme werden, wenn möglich, Zeitreihen von 5 Jahre betrachtet und Entwicklungstendenzen dargestellt. B.1 Schulen und Schüler/innen B.1.1 Schulen nach Schulart und Trägerschaft Im Schuljahr 2018/19 wird das allgemein bildende Schulsystem durch 631 öffentliche Schulen. Die öffentlichen Schulen gliedern sich in 361 Grundschulen, 126 Integrierte Sekundarschulen, 91 Gymnasien und 53 Förderschulen (B.1.1.1). Bestimmt wird die Anzahl der Schulen anhand der Organisationseinheit der Schule und nicht nach den einzelnen Einrichtungen. Das bedeutet, dass beispielsweise an einer Grundschule auch eine Einrichtung für den sonderpäda- Anzahl der Schulen nach der Organisationseinheit gogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ untergebracht ist, hier aber nur eine Grundschule abgebildet wird. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 12 Blickpunkt Schule 2019 Differenziert nach der Trägerschaft wird in der Tabelle B.1.1.2 veranschaulicht, dass sich die allgemein bildenden Schulen im Schuljahr 2018/19 insgesamt zu 83,2% in öffentlicher Hand und zu 16,8% in freier Trägerschaft befinden: Während Grundschulen zu 85,8% von öffentlicher Hand geführt werden, sind es 81,3% der Gymnasien und 75% der Integrierte Sekundarschulen. Schulen in den Bezirken Der Anteil an Grundschulen in freier Trägerschaft ist in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf (27,8%), Steglitz-Zehlendorf (17,9%) und Pankow (16%) über dem berlinweiten Durchschnitt von 14,2%, in den anderen Bezirken darunter (B.1.1.3). 25% der Integrierten Sekundarschulen und 18,8% der Gymnasien sind in freier Trägerschaft, wobei es Unterschiede zwischen den Bezirken gibt: Während in Pankow fast die Hälfte der Integrierten Sekundarschulen (45,5%) in freier Trägerschaft ist, existiert in Lichtenberg keine. Hinsichtlich der Gymnasien stechen Mitte (36,4%) und Charlottenburg-Wilmersdorf (31,3%) heraus, während in vielen Bezirken kein oder lediglich ein Gymnasium in freier Trägerschaft existiert. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 13 Blickpunkt Schule 2019 B.1.2 Schüler/innen nach Schulart und Trägerschaft 356.963 Schüler/innen besuchen im Schuljahr 2018/19 das allgemein bildende Schulsystem Berlins. 319.923 dieser Schüler/innen werden an öffentlichen Schulen und 37.040 Schüler/innen an Schulen in freier Trägerschaft Schülerschaft nach der Trägerschaft beschult (B.1.2.2). Die Schüler/innen an öffentlichen Schulen verteilen sich im Schuljahr 2018/19 wie folgt: 161.628 Schüler/innen an Grundschulen, 81.807 Schüler/innen an Integrierten Sekundarschulen, 69.054 Schüler/innen an Gymnasien und 7.434 Schüler/innen an Förderschulen (B.1.2.1). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 14 Blickpunkt Schule 2019 In Vergleich der Schulen nach der Trägerschaft zeigt sich, dass die Schülerschaft an Grundschulen zu 93,1% an öffentlichen Schulen und zu 6,9% an Schulen in freier Trägerschaft beschult wird (B.1.2.2). Schülerschaft in den Bezirken In Charlottenburg-Wilmersdorf (11,7%), Mitte (10,3%) und MarzahnHellersdorf (7,5%) ist der Anteil an Grundschüler/innen in Schulen in freier Trägerschaft über dem berlinweiten Durchschnitt, in den anderen Bezirken SenBildJugFam - Referat IC Seite | 15 Blickpunkt Schule 2019 darunter (B.1.2.3). 13% der Schüler/innen Integrierter Sekundarschulen sind in Schulen in freier Trägerschaft. Dieser Anteil ist fast doppelt so groß wie jener der Grundschüler/innen (6,9%) und auch größer als der Anteil an Gymnasiasten/innen (9,7%). In Neukölln sind nur 14,4% der Schüler/innen an Integrierten Sekundarschulen in freier Trägerschaft, in Pankow dagegen 24,2%. B.1.3 Schüler/innen nach Schulart und Schulstufe Das allgemein bildende Schulsystem gliedert sich neben den Schularten nach Jahrgangsstufen und Schulstufen: Nach §17 des Berliner Schulgesetzes bilden die Jahrgangsstufen 1 bis 6 die Primarstufe, die Jahrgangsstufen 7 bis 10 die Sekundarstufe I und die gymnasiale Oberstufe bzw. die Jahrgangsstufen 11 bis 13, die Sekundarstufe II. Die beruflichen Schulen gehören ebenfalls zur Sekundarstufe II, werden aber erst in Kapitel C thematisiert. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 16 Blickpunkt Schule 2019 Im Schuljahr 2018/19 besuchen 198.687 Schüler/innen die Primarstufe (56,1%), 118.210 Schüler/innen die Sekundarstufe I (33,4%) und mit 37.100 Schüler/innen insgesamt 10,5% die Sekundarstufe II (B.1.3.1). Diese Anteile sind über einen Betrachtungszeitraum von fünf Jahren nahezu konstant geblieben. Nicht dargestellt werden hier Schüler/innen in Klassen mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf „Geistige Entwicklung“, die keiner Schulstufe zuordnet werden. Die Schülerschaft der Primarstufe findet sich an allen Schularten wieder: 88,6% besuchen die Grundschule, 7,8% die Integrierte Sekundarschule bzw. darunter erfasste Gemeinschaftsschulen, 2,4% das grundständige Gymnasium und 1,2% eine Freie Waldorfschule. Differenziert nach der Schulart und der Trägerschaft befinden sich je Schulstufe zwischen 9,6% (Sekundarstufe I) und 11,7% (Sekundarstufe II) an Schulen in freier Trägerschaft. In der Primarstufe sind die Anteile der Schüler/innen von Integrierten Sekundarschulen (36,0%) und Gymnasien (20%) in freier Trägerschaft höher als der schulartübergreifende Durchschnitt von 10,7%. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 17 Blickpunkt Schule 2019 B.1.4 Schüler/innen nach ausgewählten Merkmalen Im aktuellen Schuljahr 2018/19 werden im allgemein bildenden Schulsystem 180.256 Schülerinnen (49,1%) und 180.256 Schüler (50,9%) unterrichtet. Die Geschlechterverteilung ist damit insgesamt ausgeglichen, kleine Unterschiede zeigen sich jedoch bei der Betrachtung der Schulstufen und der Geschlechterverteilung Schularten (B.1.4.1): Während die Schülerschaft in der Primarstufe zu 51,5% aus Schülern besteht, sind es in der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe) 46,9% Schüler. Diese Differenzen zwischen den Schulstufen sind konstant über den Zeitraum von fünf Jahren zu beobachten. Bei einer Betrachtung nach den Schularten zeigen sich höhere prozentuale Anteile von Schülern an der Grundschule (51,4%), der Integrierten Sekundarschule (53%) und der Förderschule (63,7%). Schülerinnen stellen hingegen an Gymnasien (53,4%) und den Freien Waldorfschulen (52,9%) den größeren prozentualen Anteil der Schülerschaft dar (B.1.4.1). Andere erhobene Merkmale der Schüler/innen werden insbesondere zur Bemessung von Ressourcen verwendet. Die Befreiung von der Zuzahlung Lernmittelbefreiung des Eigenanteils bei Lernmitteln (Lernmittelbefreiung) gilt als ein Merkmal zur Beschreibung der sozio-ökonomischen Herkunft. Im Schuljahr 2018/19 sind schulformübergreifend fast ein Drittel der Schüler/innen (31,3%) von SenBildJugFam - Referat IC Seite | 18 Blickpunkt Schule 2019 der Zuzahlung befreit (B.1.4.2). Der höchste Anteil befindet sich in der Förderschule: Insgesamt 62,5% der Schülerschaft. An Grundschulen (35%) und Integrierten Sekundarschulen (36,9%) ist der Anteil deutlich höher als an den Gymnasien (13,9%) und der Freien Waldorfschule (11%) (B.1.4.2). Mit einem Blick in die Grundschulen der Bezirke zeigt sich zudem ein heterogenes Bild mit einer Spannweite von 13,2% in Pankow bis hin zu 54,5% in Mitte und 59,2% in Neukölln (B.1.4.3). nichtdeutsche Herkunftssprache Ein weiteres Merkmal, das von hohem Interesse ist, stellt die nichtdeutsche Herkunftssprache dar. In der statistischen Erfassung wird abgebildet, ob die Verkehrssprache in der Familie deutsch oder nichtdeutsch ist. Der Anteil der Schüler/innen mit einer nichtdeutschen Herkunftssprache beträgt im Schuljahr 2018/19 insgesamt 38,9% der Schülerschaft (B.1.4.2). Der höchste Anteil ist mit 44,1% an Grundschulen und 40,9% an Integrierten Sekundarschulen vertreten (B.1.4.2). Bei einem Blick auf den Anteil der Schülerschaft in den Grundschulen der Bezirke (B.1.4.3) reichen diese von 15,9% in Pankow bzw. 19,1% in Treptow-Köpenick bis 71% in Neukölln oder 73,9% in Mitte. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 19 Blickpunkt Schule 2019 B.1.5 Schüler/innen im Schuljahr 2026/27: Modellrechnung Die Modellrechnung der Schülerzahlen dient als mittelfristige Planungsgrundlage und wird jährlich aktualisiert. Abgebildet werden die künftigen Schülerzahlentwicklungen auf Basis der: - IST-Schülerzahlen der öffentlichen allgemeinen Schulen des Schuljahres 2018/19 vom 1.11.2018, - IST-Bevölkerungszahlen vom 31.12.2017, - von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen erstellten und als Orientierungsrahmen für Planungen in der Stadt verbindlichen Bevölkerungsprognose für Berlin 2015 - 2030 sowie - die aktuellen schulart- und bezirksspezifischen Struktur- und Übergangsquoten. Die Modellrechnung stellt jährlich eine „Status-Quo-Prognose“ dar. Dies bedeutet, dass das aktuelle Wahl- und Übergangsverhalten der Schüler/innen SenBildJugFam - Referat IC Seite | 20 Blickpunkt Schule 2019 festgeschrieben wird und die im Basisjahr erkennbaren Trendänderungen in die Modellrechnung eingehen. Im Schuljahr 2018/19 besuchen insgesamt 312.489 Schüler/innen die allgemein bildenden Schulen Berlins (B.1.5.1). Die Tendenz der Schülerzahlentwicklung ist im Zeitraum von 10 Jahren weiter steigend, sodass im Schuljahr 2028/29 insgesamt 368.010 Schüler/innen in den allgemein bildenden Schulen erwartet werden. Damit erhöht sich die Anzahl an Schüler/innen um rund 55.000 innerhalb von 10 Jahren. Dies entspricht einem berlinweiten Zuwachs von 17,8%. Differenziert nach der Schulstufe wird ein berlinweiter Zuwachs um rund 25.000 Schüler/innen (14,2%) für die Primarstufe erwartet und um rund 30.000 für die Sekundarstufe (22,4%) (B.1.5.1). In den nachfolgenden Darstellungen werden die Schülerzahlen der Schuljahre 2018/19 und 2028/29 in einem gemeinsamen Balken abgetragen und die prozentuale Schülerzahlenveränderung darüber abgebildet. Hinsichtlich der Schülerzahlentwicklung in der Primarstufe sind in allen Bezirken Zuwächse erwartbar (B.1.5.2). Unterschiede zeigen sich jedoch in der Höhe der erwarteten Zuwächse: Während in Steglitz-Zehlendorf nur ein Schülerzahlenplus von 4,6% erwartet wird, sind es in Treptow-Köpenick 30,6%. Für den Bezirk mit den aktuell höchsten Schülerzahlen, Pankow, wird eine Zunahme von 16,3% erwartet. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 21 Blickpunkt Schule 2019 Auch die Modellrechnung zur Schülerzahlentwicklung in der Sekundarstufe lässt Zuwächse in allen Bezirken erwarten, wobei die Spanne von 9,7% in Tempelhof-Schöneberg bis hin zu knapp 50% in Treptow-Köpenick reicht (B.1.5.3). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 22 Blickpunkt Schule 2019 B.2 Einschulungen und Übergänge von der Primarstufe in die Sekundarstufe I Bildungsübergänge werden als Schnitt- und Weichenstellen eine besondere Bedeutung im Bildungsverlauf beigemessen. Als erster Bildungsübergang gilt bereits jener von der Kindertagesstätte in die erste Klasse der Grundschule. Nachfolgend werden daher zunächst die Zusammensetzung der Schülerschaft in der ersten Klasse sowie Modellrechnungen zur Schülerzahlentwicklung betrachtet. Darauf folgt ein Indikator zur weiteren individuellen Bildungsplanung: Die Förderprognose am Ende der Grundschulzeit. Abgerundet wird das Kapitel durch die Darstellung der Schülerschaft nach der erhaltenen Förderprognose in den 7. Klassen der Integrierten Sekundarschulen sowie nach Abschluss der Probezeit an den Gymnasien. B.2.1 Schüler/innen im ersten Schulbesuchsjahr an Grundschulen Bereits kurz nach Beginn des Schuljahres melden die Grundschulen zentrale Merkmale der Schüler/innen im ersten Schulbesuchsjahr. Abweichungen zur tatsächlichen IST-Statistik bestehen beispielsweise aufgrund von Ummeldungen. Im Schuljahr 2018/19 werden insgesamt 30.303 Schüler/innen in das erste Schulbesuchsjahr der Grundschule eingeschult (B.2.1.1). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 23 Blickpunkt Schule 2019 Die Schülerschaft der Schuleingangsphase differenziert sich im Schuljahr 2018/19 in 26.573 erstmalig schulpflichtige Schüler/innen (87,7%), 810 Antragskinder (2,7%), 2.708 nach der Zurückstellung von der Schulpflicht (§ 42 (3) SchulG) Eingeschulte (8,9%) und 212 sonstige Kinder (0,7%) (B.2.1.2). Als Antragskinder gelten jene Schüler/innen für die ein Antrag auf vorzeitige Antragskinder Aufnahme in die Schule gestellt wurde. Möglich ist dies, wenn das Kind im Zeitraum von Oktober bis März geboren wurde, aber noch nicht schulpflichtig ist und kein Sprachförderbedarf besteht. Die Anzahl an Antragskinder hat sich seit 2014/15 von 182 Schüler/innen und einem Anteil von 0,6% an allen Schüler/innen im ersten Schulbesuchsjahr auf 810 (2,7%) im Schuljahr 2018/19 gesteigert. Im selben Zeitraum hat sich der Anteil an Schüler/innen, die nach der Zurückstellung von der Schulpflicht eingeschult wurden, von 3.524 (12,5%) in 2014/15 auf 2.708 (8,9%) im Schuljahr 2018/19 verringert. Ein Teil dieser Verschiebung ist auf die Veränderung des Anmeldestichtags Zurückstellung von der Schulbesuchspflicht zurückzuführen. Als sonstige Kinder melden die Schulen hier ältere ausländische Kinder, Aussiedler sowie Kinder mit Fluchterfahrung (B.2.1.2). Geschlechterunterschiede (B.2.1.3) zeigen sich hinsichtlich der Schülergruppen für den gesamten Betrachtungszeitraum, von 2014/15 bis 2018/19: Geschlechterunterschiede Während Mädchen den höheren Anteil in der Gruppe der Antragskinder ausSenBildJugFam - Referat IC Seite | 24 Blickpunkt Schule 2019 machen, sind Jungen anteilig häufiger nach einer Zurückstellung Eingeschulte. Insgesamt besteht jedoch ein Gleichgewicht der Geschlechter gemessen an allen Einschulungen in das erste Schulbesuchsjahr der Grundschule. B.2.2 Modellrechnung der Schülerzahlen in Klasse 1 Die Modellrechnung zur Entwicklung der Schülerschaft in der ersten Klasse bildet eine Grundlage zur mittelfristigen Planung. Basis der Modellrechnung sind: - die IST-Schülerzahlen der allgemeinen Schulen des Schuljahres 2018/19 vom 1.11.2018, - die IST-Bevölkerungszahlen vom 31.12.2017, - die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen erstellten und als Orientierungsrahmen für Planungen in der Stadt verbindliche Bevölkerungsprognosen für Berlin 2015 - 2030 sowie - die aktuellen schulart- und bezirksspezifischen Struktur- und Übergangsquoten. In Ergänzung der Darstellung zur Modellrechnung der Schülerzahlentwicklung in Kapitel B.1.5 wird hier bezüglich der ersten Klasse in Grundschulen, inklusive der Schüler/innen der Primarstufe an Integrierten Sekundarschulen, nach der schulischen Trägerschaft weiter differenziert. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 25 Blickpunkt Schule 2019 Die Modellrechnung zur Klasse 1 stellt eine „Status-Quo-Prognose“ dar und wird jährlich auf der Basis der aktuellen Zahlen fortgeschrieben. Auf der Basis der aktuellen Datenlage kann davon ausgegangen werden, dass die Schülerschaft der Klasse 1 voraussichtlich bis zum Schuljahr 2028/29 weiter steigen wird (B.2.2.1). Nach einem vorläufigen Höhepunkt im Jahr 2022/23 mit einem Schülerplus von ca. 4,9%, werden die Schülerzahlen innerhalb der kommenden zehn Jahre um insgesamt ca. 2,6% steigen. Regionale Unterschiede werden bei einem Blick auf die Ebene der Bezirke sichtbar. In der Darstellung B.2.2.2 wurden die Schülerzahlen der Schuljahre Bezirkliche Unterschiede 2018/19 und 2028/29 in einem gemeinsamen Balken abgetragen und die prozentuale Schülerzahlenveränderung darüber abgebildet. Hinsichtlich der Schülerzahlentwicklung in der Klasse 1 sind in den meisten Bezirken Zuwächse zu erwarten. Lediglich in den Bezirken Mitte (-0,4%) und Marzahn-Hellersdorf (-3,1%) sind leichte Rückgänge zu erwarten. Unterschiede zeigen sich jedoch in der Höhe der erwarteten Zuwächse: Während in Neukölln nur eine leichte Steigungstendenz von 0,1% zu erwarten ist, sind es im Bezirk Reinickendorf 14,6% und in Treptow-Köpenick 13,6%. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 26 Blickpunkt Schule 2019 B.2.3 Förderprognose am Ende der Primarstufe Förderprognosen der Primarstufe In der Förderprognose wird auf Basis des schulischen Leistungsvermögens, der Lernkompetenzen sowie der besonderen Neigungen der Besuch einer weiterführenden Integrierten Sekundarschule oder eines Gymnasiums empfohlen. Die Förderprognose beinhaltet eine Durchschnittsnote, die aus den Zeugnisnoten des 2. Halbjahres der 5. Klasse und des 1. Halbjahres der 6. Klasse gebildet wird. Hierbei zählen die Noten für Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache, Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften doppelt. Aus der Durchschnittsnote ergibt sich folgende Empfehlung: - bis 2,2: Gymnasium oder Integrierte Sekundarschule - von 2,3 bis 2,7: Entscheidung nach individuellen Kompetenzen des Kindes (z. B. Belastbarkeit, Reflexion des Lernprozesses) 1 - ab 2,8: Integrierte Sekundarschule Im Schuljahr 2017/18 haben am Ende der Primarstufe insgesamt 11.904 Schüler/innen (45,5%) eine Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule erhalten und 12.282 eine Förderprognose für das Gymnasium/ISS (46,9%). 1 Hier sei auf die Broschüre „Berliner Schulwegweiser“ verwiesen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 27 Blickpunkt Schule 2019 2.000 Schüler/innen verlassen die Primarstufe mit keiner oder sonstiger Förderprognose. Schüler/innen der eigenen Primarstufe, die an ihrer Schule verbleiben, sowie Schüler/innen mit einem Wohnsitz im Land Brandenburg oder Schüler/innen die an eine Schule mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen übergehen, erhalten keine oder sonstige Förderprognosen (B.2.3.1). Im Vergleich der Schuljahre 2013/14 bis 2017/18 (B.2.3.2) ist der Anteil an Schüler/innen mit keiner oder sonstiger Förderprognose an öffentlichen Schulen konstant geblieben, der Anteil an Schüler/innen mit einer Förder- Förderprognosen im zeitlichen Verlauf prognose für die Integrierte Sekundarschule um 3 Prozentpunkte seit 2013/14 gesunken und der Anteil an Schüler/innen mit einer Förderprognose für das Gymnasium/ISS um 3 Prozentpunkte gestiegen. An Schulen in freier Trägerschaft ist der Anteil an Schüler/innen mit keiner oder sonstiger Förderprognose um 7 Prozentpunkte seit 2013/14 gestiegen, der Anteil an Schüler/innen mit einer Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule um 3 Prozentpunkte gesunken und der Anteil an Schüler/innen mit einer Förderprognose für das Gymnasium/ISS um 4 Prozentpunkte gesunken. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 28 Blickpunkt Schule 2019 Förderprognosen nach Trägerschaft Werden die Förderprognosen nach der schulischen Trägerschaft betrachtet, zeigt sich ein hoch differentes Bild zwischen öffentlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft (B.2.3.3, B.2.3.4): Während an öffentlichen Schulen fast die Hälfe der Schüler/innen (48,2%) eine Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule erhält, sind es an Schulen in freier Trägerschaft vergleichsweise geringere 21,2%. Der Anteil an Schüler/innen mit einer Förderprognose für das Gymnasium/ISS liegt hingegen sowohl an öffentlichen Schulen als auch an Schulen in freier Trägerschaft bei fast der Hälfte (46,7% bzw. 47,8%). Die größte Differenz besteht bei Schüler/innen mit keiner oder sonstiger Förderprognose: Der Anteil beträgt an öffentlichen Schulen 5% und an Schulen in freier Trägerschaft 31%. Dies resultiert besonders aus den Schulen in freier Trägerschaft, welche sowohl einen Primarschul- als auch Sekundarschulzweig anbieten. Förderprognose in den Bezirken Hinsichtlich der Anteile der Schülerschaft nach der Förderprognose in den Bezirken werden nachfolgend die Abweichungen vom berlinweiten Durchschnitt an öffentlichen Schulen beschrieben, die vollständige Übersicht ist der Tabelle B.2.3.5 zu entnehmen. In den öffentlichen Schulen der Bezirke Steglitz-Zehlendorf (53,1%), Tempelhof-Schöneberg (53%), Friedrichshain-Kreuzberg (53,4%) und Charlottenburg-Wilmersdorf sind ca. 6 Prozentpunkte mehr Förderprognosen für das SenBildJugFam - Referat IC Seite | 29 Blickpunkt Schule 2019 Gymnasium/ISS ausgesprochen worden als im berlinweiten Durchschnitt. Im Bezirk Pankow sind es mit 60,3% ca. 16 Prozentpunkte mehr. Werden die Förderprognosen nach dem Geschlecht betrachtet (B.2.3.6), zeigt sich, dass Schülerinnen häufiger eine Förderprognose für das Gymnasium/ISS erhalten (54,1%) als für die Integrierte Sekundarstufe (40,9%) und Förderprognosen nach dem Geschlecht Schüler häufiger eine Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule (49,9%) als für das Gymnasium (42,5%). In den Bezirken Marzahn-Hellersdorf (60,9%), Neukölln (60,3%) und Reinickendorf (58,6%) ist der Anteil an Schüler, die eine Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule erhalten besonders hoch. In Pankow (57,3%) erhalten die Schüler hingegen häufiger eine Förderprognose für das Gymnasium/ISS. Schülerinnen erhalten in den Bezirken Pankow (60,8%), FriedrichsSenBildJugFam - Referat IC Seite | 30 Blickpunkt Schule 2019 hain-Kreuzberg (58,8%) und Tempelhof-Schöneberg (58,1%) häufiger eine Förderprognose für das Gymnasium/ISS. B.2.4 Probezeit Schüler/innen nach der Probezeit an öffentlichen Gymnasien In das Gymnasium übergehende Schüler/innen werden zunächst auf Probe für die Dauer eines Schuljahres aufgenommen. Diejenigen, die nach ihren Fähigkeiten und Leistungen für die gewählte Schulart nicht geeignet sind, müssen nach Ablauf der Probezeit den Bildungsgang wechseln. Wer das Gymnasium verlassen muss, wechselt in die Jahrgangsstufe 8 der Integrierten Sekundarschule. Wer die Probezeit erfolgreich durchlaufen hat, ist endgültig am Gymnasium aufgenommen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 31 Blickpunkt Schule 2019 Die Schülerschaft in der 7. Klasse des Gymnasiums setzt sich im Schuljahr 2017/18 zu 87,5% aus Schüler/innen mit einer Förderprognose für das Gymnasium/ISS und zu 12,5% aus Schüler/innen mit einer Förderprognose für Zusammensetzung nach der Förderprognose die Integrierte Sekundarschule zusammen (B.2.4.1). Diese anteilige Zusammensetzung ist über den Zeitverlauf seit 2013/14 stabil. Nach Beendigung der Probezeit verbleiben Schüler/innen an den Gymnasien, gehen auf die Integrierte Sekundarschule ab oder verlassen das Gymnasium Abgang nach der Probezeit aus sonstigen Gründen (B.2.4.2). Sonstige Gründe können dabei z.B. ein Umzug oder ein Wechsel des Gymnasiums im Verlauf des Schuljahres sein. Mit einer Förderprognose für das Gymnasium/ISS verbleiben im Schuljahr 2017/18 95,3% der Schüler/innen an den Gymnasien und somit deutlich SenBildJugFam - Referat IC Seite | 32 Blickpunkt Schule 2019 mehr Schüler/innen als mit einer Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule. Rund 30% der Schüler/innen mit einer Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule gehen im Schuljahr 2017/18 vom Gymnasium auf eine Integrierte Sekundarschule ab. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 67,1% der Schüler/innen ohne eine entsprechende Förderprognose am Gymnasium verbleiben. Verbleib nach der Förderprognose In den Bezirken Pankow (97,9%), Steglitz-Zehlendorf (97,6%) und Lichtenberg (97,2%) verbleiben nach der Probezeit über 97% der Schüler/innen mit einer Förderprognose für das Gymnasium am Gymnasium (B.2.4.3). Auch der Anteil an verbleibenden Schüler/innen mit einer Förderprognose für die Integrierte Sekundarstufe ist in diesen Bezirken mit über 77% deutlich über dem berlinweiten Durchschnitt von 67,1%. Abgang nach der Förderprognose In den Bezirken Mitte (11,1%) und Neukölln (7,8%) ist der Anteil an vom Gymnasium abgehenden Schüler/innen mit einer Förderprognose für das Gymnasium/ISS berlinweit am höchsten und deutlich über dem Durchschnitt SenBildJugFam - Referat IC Seite | 33 Blickpunkt Schule 2019 von 3,7%. In den Bezirken Spandau (37,5%) und Reinickendorf (39,7%) sind hingegen die Anteile an vom Gymnasium abgehenden Schüler/innen mit einer Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule am höchsten. B.2.5 Schüler/innen nach der Förderprognose an öffentlichen Integrierten Sekundarschulen Im Schuljahr 2018/19 befinden sich 14.091 Schüler/innen in der 7. Klasse der Integrierten Sekundarschule (B.2.5.1). Insgesamt 887 (6,3%) stammen aus der eigenen Primarstufe und gehen in die Statistik ohne ausgewiesene Förderprognose ein. Die restliche Schülerschaft, insgesamt 93,7%, wurde zu Zusammensetzung nach der Förderprognose Schuljahresbeginn neu aufgenommen. Diese Schülerschaft setzt sich zusammen aus 10.034 Schüler/innen mit einer Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule (71,2%), 2.692 Schüler/innen mit einer Förderprognose für das Gymnasium/ISS (19,1%) und 478 (3,4%) sonstigen Schüler/innen, worunter unter anderem Schüler/innen aus Willkommensklassen zu finden sind. Im Vergleich der Schuljahre 2014/15 und 2018/19 hat sich die Zusammensetzung leicht verändert: Während sich der Anteil an Schüler/innen mit einer Förderprognose für das Gymnasium/ISS um zwei Prozentpunkte erhöht hat, Veränderungen im zeitlichen Verlauf hat sich der Anteil an Schüler/innen mit einer Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule um 5 Prozentpunkte verringert (B.2.5.1). Der Aufwuchs an Schüler/innen der eigenen Grundstufe geht mit der Entwicklung der Gemeinschaftsschulen konform. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 34 Blickpunkt Schule 2019 Zusammensetzung in den Bezirken Bezirklich setzt sich die Schülerschaft zu unterschiedlichen Anteilen nach der erhaltenen Förderprognose zusammen: Die Schüler/innen der ISS in Neukölln (82,6%), Reinickendorf (85,2%) und Mitte (87,7%) werden in den 7. Klassen überwiegend mit einer Förderprognose für die Integrierte Sekundarschule aufgenommen. Dagegen sind die Anteile an Schüler/innen mit einer Förderprognose für das Gymnasium/ISS an den Integrierten Sekundarschulen in den Bezirken Pankow (28,5%), Tempelhof-Schöneberg (28,5%) und Lichtenberg (28,7%) besonders hoch (B.2.5.2). B.3 Schulabgänge und Schulabschlüsse Abgänger/in oder Übergänger/in Ziel der Schulabgängerstatistik ist es zu ermitteln, wie viele Schüler/innen im Berichtsjahr das allgemein bildende Schulsystem verlassen haben und welche Abschlüsse von ihnen erreicht wurden. Als Schulabgänger/innen gelten SenBildJugFam - Referat IC Seite | 35 Blickpunkt Schule 2019 im Land Berlin alle Schüler/innen, die - die Schule am Ende oder im Verlauf des Schuljahres mit oder ohne Abschluss verlassen und nicht auf eine andere allgemein bildende Schule oder ein berufliches Gymnasium übergehen (Schulentlassene) oder - nach erfolgreichem Abschluss der Jahrgangsstufe 10 auf eine weiterführende allgemein bildende Schule einer anderen Schulart übergehen, um einen zusätzlichen Abschluss zu erreichen. Schulen melden schuljahresbezogen jene Schüler/innen, die tatsächlich nach Ihrer Kenntnis das allgemein bildende Schulsystem verlassen. Erwirbt ein Schüler/eine Schülerin im Bildungsverlauf mehrere Abschlüsse an allgemein bildenden Schulen, kann es zur Mehrfachzählung kommen. B.3.1 Schüler/innen nach Schulabschlüssen und der Schulart Im Schuljahr 2017/18 wurden insgesamt 27.985 Schulabgänger/innen aus den allgemeinen Schulen, ohne die Förderschulen, an öffentlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft erfasst (B.3.1.1). Fast die Hälfte der Schüler/innen, genauer 13.331 Schüler/innen (47,6%) haben die allgemeine Hochschulreife erworben. 8.725 Schüler/innen (31,2%) verlassen die allgemeine Schule mit einem mittleren Schulabschluss oder gehen auf eine weiterführende Schule einer anderen Schulart über. 1.356 Schüler/innen (4,8%) schließen mit der Berufsbildungsreife und 2.278 (8,1%) mit einer erweiterten Berufsbildungsreife ab. Insgesamt verlassen somit 91,8% der Schulabgänger/innen des Schuljahres 2017/18 die allgemeine SenBildJugFam - Referat IC Seite | 36 Blickpunkt Schule 2019 Schule mit einem Schulabschluss und 8,2% ohne die Berufsbildungsreife (B.3.1.1). Unterschiede in den Bezirken In den Bezirk en zeigen sich regionale Unterschiede (B.3.1.2). Die Anteilige Zusammensetzung der Schulabgänger/innen mit der allgemeinen Hochschulreife reicht von knapp einem Drittel in Marzahn-Hellersdorf (32,9%) bis hin zu annähernd doppelt so hohen Anteilen in Steglitz-Zehlendorf (60,9%) oder Charlottenburg-Wilmersdorf (62,5%). Steglitz-Zehlendorf weist zudem mit 2,5% der Schulabgänger/innen den geringsten Anteil an Schüler/innen ohne Berufsbildungsreife auf. In Friedrichshain-Kreuzberg liegt der Anteil mit 12,8% jedoch 4,6 Prozentpunkte höher als im berlinweiten Durschnitt. Bei der Analyse der bezirklichen Anteile ist jedoch unbedingt zu berücksichtigen, dass die Schülerklientel sehr heterogen ist und sich insbesondere im Hinblick auf die Merkmale Lernmittelbefreiung, Schüler/innen in Willkommensklassen und sonderpädagogisch zu fördernde Schüler/innen unterscheidet (B.3.1.2). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 37 Blickpunkt Schule 2019 Während 85,4% der Schüler/innen an Gymnasien und 70,7% der Schüler/innen an Freien Waldorfschulen diese mit einer allgemeinen Hochschulreife verlassen, sind es an Integrierten Sekundarschulen 21,4%. Den mittle- Unterschiede nach der Schulart ren Schulabschluss erwerben hingegen 21,4% der Schulabgänger/innen von Freien Waldorfschulen und 45,4% der Schulabgänger/innen der öffentlichen Integrierten Sekundarschule. Wird in der Betrachtung der Schulabgänger/innen die Förderschule mit aufgenommen, steigt insbesondere der Anteil der Schülerschaft ohne Berufsbildungsreife von 8,2% auf 10,2% (B.3.1.3). Zudem werden Unterschiede zwischen den Schularten deutlich. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 38 Blickpunkt Schule 2019 Unterschiede nach Trägerschaft Differenziert nach der Trägerschaft der Schule zeigen sich ebenfalls Unterschiede: Während der Anteil an Schüler/innen mit der allgemeinen Hochschulreife an öffentlich geführten Gymnasien 86,7% der Schulabgänger/innen darstellen, sind es 75% der Gymnasiasten an Schulen in freier Trägerschaft (B.3.1.4). An öffentlichen Integrierten Sekundarschulen erwerben im Schuljahr 2017/18 dafür vergleichsweise weniger Schüler/innen die allgemeine Hochschulreife (20,7%) als an Integrierten Sekundarschulen in freier Trägerschaft (31,5%). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 39 Blickpunkt Schule 2019 Hinsichtlich der erhaltenen Schulabschlüsse bestehen Unterschiede nach dem Geschlecht (B.3.1.5 und B.3.1.6). In B.3.1.5 werden zunächst die erwor- Geschlechterunterschiede benen Schulabschlüsse anteilig an allen Schüler/innen des jeweiligen Geschlechts dargestellt. Im Schuljahr 2017/18 erwerben demnach 41,8% der Schüler die allgemeine Hochschulreife, 31,9% den mittleren Schulabschluss, 14,2% die Berufsbildungsreife und insgesamt 12,1% der Schüler verlassen die Schule ohne Berufsbildungsreife. Der Anteil an Schülerinnen ohne Berufsbildungsreife beträgt hingegen 8,3%. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 40 Blickpunkt Schule 2019 Die Darstellung B.3.1.6 veranschaulicht, anteilig am Geschlecht, dass die Schulabgänger ohne Berufsbildungsreife zu 60,2% männlich sind und 39,8% weiblich. Auch die Schulabgänger mit einer Berufsbildungsreife bzw. einem mittleren Schulabschluss sind anteilig häufiger männlich (55,5%, 53,6%) als weiblich (44,5%, 46,4%). Hinsichtlich der allgemeinen Hochschulreife kippt das Geschlechterverhältnis zu Gunsten der Schülerinnen (53,8%). B.3.2 Schulabgänger/innen ohne Berufsbildungsreife Die Heterogenität der Schülergruppe ohne Berufsbildungsreife ist bei einer Auswertung der Schulabgänger/innen weiter zu thematisieren. Heterogene Schülergruppe Schulabgänger/innen ohne Berufsbildungsreife sind zum einen Schüler/innen mit einem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten „Lernen“ oder „Geistige Entwicklung“, welche einen entsprechenden berufsorientierenden Abschluss erwerben, dieser aber nicht mit der Berufsbildungsreife gleichzusetzen ist, oder aber keinen berufsorientierenden Abschluss erwerben. Zum anderen gehören dieser Schülergruppe Willkommensschüler/innen an und in vergleichsweise hohen Anteilen mit Schüler/innen die von der Zuzahlung zu Lernmitteln befreit sind. In der Statistik werden zudem alle Schüler/innen gezählt, die im laufenden Schuljahr die Schule verlassen und deren Verbleib ungeklärt ist. Dies trifft auch auf Schüler/innen aus Willkommensklassen zu, wenn dessen Verbleib unbekannt ist. Aufgrund der schulartunabhängigen Einrichtung der Willkommensklassen, je nach den räumlichen Kapazitäten, ist diese Schülergruppe an allen Schularten vertreten und entsprechend zu berücksichtigen. In B.3.2.1 sind Schüler/innen ohne Berufsbildungsreife im Vergleich zu allen Schüler/innen mit mindestens der Berufsbildungsreife dargestellt. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 41 Blickpunkt Schule 2019 Zu Vergleichszwecken können die Schüler/innen mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf in der Integration an allgemeinen Schulen aus der Systematik herausgerechnet werden. Dann würde der Anteil an Schüler/innen ohne Berufsbildungsreife über alle Schularten hinweg noch 7,1% betragen. Wie bereits in Kapitel B.3.1 ausgeführt, unterscheiden sich die bezirklichen Werte erheblich. Werden die Schüler/innen ohne Berufsbildungsreife im Verhältnis zu den Schüler/innen mit mindestens der Berufsbildungsreife betrachtet, zeigen sich in der überwiegenden Anzahl der Bezirke Werte unterhalb des Berliner Durchschnitts der allgemeinen Schulen von 8,2% (B.3.2.2). Dagegen liegt der Anteil in manchen Bezirken oberhalb des Berliner Durchschnitts, so auch in Friedrichshain-Kreuzberg (13,1%). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 42 Blickpunkt Schule 2019 C Berufliche Schulen Die beruflichen Schulen werden nachfolgend entlang der Schulzweige (vgl. Kapitel A.1) und der Berufsfelder dargestellt. Dabei stehen sowohl die aktuellen Schülerzahlen insgesamt als auch insbesondere die Gruppe der Auszubildenden im Fokus. Neben einer Betrachtung des aktuellen Schuljahres erfolgen je nach Bedarf Zeitreihen über 5 Schuljahre. Eine Betrachtung auf der Eben der Bezirke findet bei beruflichen Schulen nicht statt. C.1 Schulen und Schüler/innen C.1.1 Bildungsziel: Berufsausbildung Schüler/innen nach Schulzweigen Im Schuljahr 2018/19 besuchen insgesamt 50,6% der Schüler/innen beruflicher Schulen die Berufsschule (44.169 Auszubildende) (C.1.1.1). Der schulische Teil der dualen Ausbildung stellt somit ein zentrales Kernstück der beruflichen Schulen dar, doch auch alternative Wege zum Erwerb einer anerkannten Berufsausbildung bzw. Weiterbildung sind vergleichsweise stark frequentiert: 17,3% der Schüler/innen (15.067) besuchen die Berufsfachschule (einschließlich einjährige Berufsfachschule) sowie 13,8% die Fachschule (12.049). Bildungsziel Studienberechtigung Schulzweige mit dem Ziel der Studienberechtigung binden insgesamt 11% der Schüler/innen. Davon besuchen 5,8% das berufliche Gymnasium (5.032), 4,5% die Fachoberschule (3.952) und 0,8% die Berufsoberschule (666). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 43 Blickpunkt Schule 2019 Werden Entwicklungstendenzen über fünf Schuljahre betrachtet (C.1.1.2 und C.1.1.3 mit Basis C.1.1.2), bindet die Berufsschule schuljahresübergreifend die Hälfte der Schüler/innen. Im Vergleich der Schuljahre 2014/15 zeigen Entwicklungen über 5 Schuljahre sich nur leichte Schülerzahlenabnahmen von -2,1%. Auch an der Berufsfachschule (-2,1%), der Berufsoberschule (-0,5%) und der Fachoberschule (-0,7%) zeigen sich geringe Schülerzahlenabnahmen. An dem beruflichen Gymnasium (+ 0,7%), der Fachschule (+0,7%) und den berufsvorbereitenden Lehrgängen (+3,1%) zeigen sich Schülerzahlenzuwächse. Enthalten sind in der Darstellung auch die Angebote der Berufsoberschule und der Fachoberschule in Abendform. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 44 Blickpunkt Schule 2019 C.1.2 Schüler/innen nach Berufsfeldern Schüler/innen haben nicht nur die Wahl zwischen den verschiedenen Schulzweigen und Lehrgängen, sondern auch zwischen insgesamt 15 Berufsfeldern. Da eine Berichtslegung über alle Berufsfelder hinweg zu umfassend wäre, sei hier für detaillierte Darstellungen zu einzelnen Berufsfeldern auf das Tabellenwerk des Blickpunktes verwiesen. Nachfolgend wurden die 15 Berufsfelder 4 Berufsfeldgruppen zugeordnet. Gesundheit und Soziales Gewerbe, Technik und Gestaltung Die Berufsfeldgruppe „Gesundheit und Soziales“ umfasst die Berufsfelder Sozialwesen, Ernährung und Hauswirtschaft, Körperpflege sowie Gesundheit. Unter der großen Berufsfeldgruppe „Gewerbe, Technik und Gestaltung“ sind insgesamt 9 Berufsfelder verortet: Textiltechnik und Bekleidung, Metall-, Holz-, Druck-, Bautechnik, Agrarwirtschaft, Chemie/Physik/Biologie sowie Farbtechnik und Raumgestaltung. Wirtschaft, Verwaltung und Recht Spezielle Aufgaben „Wirtschaft, Verwaltung und Recht“ umfasst die Bildungsgänge des Berufsfeldes Wirtschaft und Verwaltung. Die Berufsfeldgruppe der „speziellen Aufgaben“ integriert u.a. Bildungsgänge mit mehreren Berufsfeldern, die nicht eindeutig in eines der oberen drei zuzuordnen sind. Schüler/innen nach Berufsfeldern Im Schuljahr 2018/19 lassen sich insgesamt 33.234 Schüler/innen (38.1%) dem Berufsfeld „Gesundheit und Soziales“ zuordnen, dem Berufsfeld „Gewerbe, Technik und Gestaltung“ insgesamt 26.970 Schüler/innen (30,9%), dem Berufsfeld „Wirtschaft, Verwaltung und Recht“ insgesamt 24.282 Schüler/innen (27,8%) und den „Speziellen Aufgaben“ insgesamt 2.818 Schüler/innen (3,2%) (C.1.2.1). Werden die Schülerzahlentwicklungen über einen Zeitraum vom Schuljahr 2014/15 bis 2018/19 betrachtet, zeigt sich eine Abnahme der Schülerschaft im Berufsfeld „Wirtschaft, Verwaltung, Recht“ und eine Zunahme der Schülerschaft im Berufsfeld „Gesundheit und Soziales“. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 45 Blickpunkt Schule 2019 Unterschiede zeigen sich in der Zusammensetzung der Schülerschaft an den Schulzweigen (C.1.2.2): Während an den Fachschulen insgesamt 89,1% der Schüler/innen, an den Berufsfachschulen insgesamt 47,3% der Schü- Berufsfelder an den Schulzweigen ler/innen und an den Fachoberschulen insgesamt 43,1% der Schüler/innen eine Aus- oder Weiterbildung im Berufsfeld „Gesundheit und Soziales „ anstreben, sind die anderen Schulzweige in der Schülerzusammensetzung heterogener. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 46 Blickpunkt Schule 2019 Berufsfelder nach dem Geschlecht Auch hinsichtlich der Zusammensetzung der Berufsfelder nach dem Geschlecht zeigen sich Unterschiede: Während im Berufsfeld „Gesundheit und Soziales“ insgesamt 69,1% der Schüler/innen weiblich sind und lediglich 30,9% männlich, sind es im Berufsfeld Gewerbe. Technik und Gestaltung mit 82,1% überwiegend Schüler (C.1.2.3). In den Berufsfeldern „Wirtschaft, Verwaltung und Recht“ sowie den „Speziellen Aufgaben“ ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. C.2 Schüler/innen des ersten Ausbildungsjahres Schüler/innen des ersten Ausbildungsjahres erfahren in diesem Kapitel eine besondere Aufmerksamkeit. In der dualen Ausbildung können Jugendliche zwischen rund 350 anerkannten Ausbildungsberufen wählen, im ersten Abschnitt des Kapitels werden daher die 15 am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe im Schuljahr 2018/19 dargestellt. C.2.1 Die 15 häufigsten Ausbildungsberufe Auf die Auszubildenden fokussiert, sind insbesondere die gewählten Ausbildungsberufe von Interesse. Für das Schuljahr 2018/19 wurden die 15 höchstfrequentierten Ausbildungsberufe herausgezogen und nachfolgend abgebildet (C.2.1.1). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 47 Blickpunkt Schule 2019 Im Schuljahr 2018/19 führt der/die Kaufmann/frau für Büromanagement die Liste der 15 häufigsten Ausbildungsberufe mit insgesamt 884 Auszubilden- Geschlechterunterschiede den an. Im Geschlechtervergleich schafft es der/die Kaufmann/frau für Büromanagement bei den weiblichen Auszubildenden auf den dritten Platz (576 Auszubildende) und bei den männlichen Auszubildenden auf den fünften Platz (325 Auszubildende) (C.2.1.2). Die ersten beiden Plätze verweisen jedoch auch auf Geschlechterdifferenzen hinsichtlich der gewählten Berufsfelder: Weibliche Auszubildende präferieren Ausbildungsberufe im Berufsfeld „Gesundheit und Soziale“ und die männlichen Auszubildenden im Berufsfeld „Gewerbe, Technik, Gestaltung“. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 48 Blickpunkt Schule 2019 C.2.2 Auszubildende nach der schulischen Vorbildung Im Schuljahr 2018/19 beginnen insgesamt 36,8% der Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr ihre Berufsausbildung mit einen mittleren Schulabschluss (C.2.2.1). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 49 Blickpunkt Schule 2019 Neben Auszubildenden mit einem mittleren Schulabschluss befinden sich auch 1.341 (8%) mit einer Fachhochschulreife und 4.497 (26,7%) mit einer allgemeinen Hochschulreife im ersten Jahr der Berufsausbildung. Auszubildende mit einer Berufsbildungsreife (8,1%) oder erweiterter Berufsbildungsreife (13,5%) nehmen nur einen vergleichbar geringen Anteil der Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr ein (C.2.2.1). Im Vergleich der Schuljahre 2014/15 bis 2018/19 haben sich die Anteile an Auszubildenden ohne Berufsbildungsreife um insgesamt 3,6% erhöht und jene mit einer erweiterten Berufsbildungsreife reduziert (-2,8%). C.2.3 Auszubildende nach der beruflichen Vorbildung Im Schuljahr 2018/19 beginnen insgesamt 2.037 Auszubildende das erste Ausbildungsjahr mit einer beruflichen Vorbildung. Dies entspricht einem Anteil von 12,1% gemessen an allen Auszubildenden des ersten Ausbildungsjahres (siehe Kapitel C.2.2). Die meisten Auszubildenden des ersten Ausbildungsjahres, die bereits über eine beruflichen Vorbildung verfügen, haben im Schuljahr 2018/19 zum einen berufsvorbereitende Lehrgänge (36,9%) erfolgreich besucht oder eine abgeschlossenen Berufsausbildung (31,6%) (C.2.3.1). Insgesamt verfügen 12,5% der Auszubildenden des ersten Ausbildungsjahres über einen Abschluss der Fachoberschule, 10,7% über einen Abschluss der Berufsfachschule und 8,3% über einen Abschluss der Berufsoberschule. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 50 Blickpunkt Schule 2019 Die Anteile der Auszubildenden mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, oder erfolgreich absolvierten Berufsvorbereitung sind im Vergleich mit den anderen Schuljahren abnehmend. Demgegenüber nehmen die Anteile an Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr mit erfolgreich abgeschlossenen Bildungsgängen der Berufsfachschulen sowie Berufsoberschulen zu (C.2.3.1). C.3 Schulabgänge und Schulabschlüsse Mit der Schulabgängerstatistik wird ermittelt, wie viele Schüler/innen im Berichtsjahr den jeweiligen Bildungsgang der beruflichen Schule verlassen haben und welche Abschlüsse von ihnen erreicht wurden. Neben dem Berufsabschluss können an der beruflichen Schule allgemein bildende Schulabschlüsse nach §21 SchulG Berlin nachgeholt werden. Aufgrund der Komplexität der Datenlage sei hinsichtlich der zusätzlich erreichten allgemein bildenden Schulabschlüsse auf das Tabellenwerk zum Blickpunkt verwiesen. Nachfolgend werden die Schulabgänger/innen der beruflichen Schule lediglich nach deren Abschluss, Abgang oder Abbruch betrachtet. Im Schuljahr 2017/18 haben insgesamt 36.779 Schüler/innen die berufliche Schule inklusive Abendform, verlassen. Davon haben 24.875 einen Abschluss erworben, 7.583 haben zwar an der Abschlussprüfung teilgenommen, sind aber ohne erfolgreiche Teilnahme abgegangen und 4.321 haben den jeweiligen Bildungsgang abgebrochen (C.3.1) Differenziert nach dem besuchten Schulzweig ist der Anteil an Abgänger/innen mit Abschluss an Fachschulen am höchsten (82,2%) (C.3.2). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 51 Blickpunkt Schule 2019 Werden Schulabgänger/innen nach dem Berufsfeld dargestellt, zeigt sich, dass der höchste Anteil an erfolgreichen Abgänger/innen einen Bildungsgang des Berufsfeldes „Wirtschaft, Verwaltung, Recht“ besucht hat. Der höchste Anteil an Abgänger/innen ohne erfolgreiche Prüfung ist für das Berufsfeld „Gewerbe, Technik, Gestaltung“ feststellbar. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 52 Blickpunkt Schule 2019 D Lehrkräftebestand, -bedarf und -qualifikation D.1 Aktive Personen und Vollzeiteinheiten Aktives Lehrpersonal Aktives pädagogisches Lehrpersonal der Berliner Schule sind alle Personen, die das Land Berlin zum Stichtag mit Bezügen beschäftigt und mit mindestens einer Pflichtstunde an öffentlichen Schulen tätig sind. Personen, die zum Stichtag wegen Elternzeit oder Beurlaubung ohne Bezüge freigestellt sind, zählen nicht dazu. Lehrkräfte der Schulen in freier Trägerschaft werden Lehrkräfte der Primarstufe ebenfalls nicht betrachtet. Die Primarstufe ist organisatorisch an den Berliner Grundschulen und Integrierten Sekundarschulen angeordnet. Da Lehrkräfte jeweils nur an einer Stammschule gezählt werden, werden nachfolgend Lehrkräfte, die an der Primarstufe der Integrierten Sekundarschule tätig sind, den Grundschulen zugeordnet. Vollzeiteinheiten (VZE) Bei der Berechnung von Vollzeiteinheiten werden Vollzeit-, Teilzeitbeschäftigte und stundenweise Beschäftigte entsprechend dem belegten Anteil an den (vollen) Pflichtstunden der jeweiligen Schulart berücksichtigt: - SenBildJugFam - Referat IC Grundschule ISS Gymnasium Förderschule Berufliche Schule Fachpraxis 28 Pflicht-/ Wochenstunden  1 VZE 26 Pflicht-/ Wochenstunden  1 VZE 26 Pflicht-/ Wochenstunden  1 VZE 27 Pflicht-/ Wochenstunden  1 VZE 26 Pflicht-/ Wochenstunden  1 VZE 32 Pflicht-/ Wochenstunden  1 VZE Seite | 53 Blickpunkt Schule 2019 Im Schuljahr 2018/19 sind am Stichtag 1.November 32.321 aktive Lehrkräfte (Personen) an den Schularten Berlins tätig, das entspricht 29.532 Vollzeiteinheiten (VZE). Der Großteil, insgesamt 12.969 Personen (40,1%), ist an den Grundschulen beschäftigt, 7.412 Lehrkräftesind an den Integrierten Sekundarschulen (22,9%), 5.786 an den Gymnasien (17,9%), 4.098 an den beruflichen Schulen (12,7%), 1.764 an den Förderschulen (5,5%) und insgesamt 292 Lehrkräfte (0,9%) an Schulen des Zweiten Bildungsweges. Werden die VZE nach Schularten betrachtet und wie in Abbildung D.1.1.2 mit den Personen in ein Verhältnis gesetzt, wird ersichtlich, dass die Vollzeiteinheiten an Förderschulen 93,1% der Personen entsprechen. An Integrierten Sekundarschulen liegt der Anteil bei 92,7%, an Grundschulen bei 91,1% und an Gymnasien bei 89,1% (siehe auch Tabelle D.1.1.1). Diese unterschiedlichen Verhältnisse der VZE zur Personenzahl an den Schularten sind dem jeweiligen Beschäftigungsumfang der Lehrpersonen geschuldet. So liegt der Anteil der Nichtvollzeitkräfte an den öffentlichen Schulen im Land Berlin durchschnittlich bei 31,0 %, an den Gymnasien ist dieser Anteil mit 39,9 % am Höchsten, an den Förderschulen beträgt dieser Anteil jedoch nur 27,0 %. Hier sei auch auf das Kapitel D.2.3 verwiesen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 54 Blickpunkt Schule 2019 D.2 Aktive Lehrkräfte nach ausgewählten Merkmalen Aktive Lehrkräfte werden nachfolgend als Personen gezählt und nur in besonderen Darstellungen als in Anteilen ihres Beschäftigungsumfangs. Eine vollbeschäftigte Person wird danach als eine Vollzeiteinheit (VZE) dargestellt. D.2.1 Lehrkräfte nach Geschlecht Im Schuljahr 2018/19 befinden sich 22.928 weibliche Lehrkräfte und 9.393 männliche Lehrkräfte an den öffentlichen Schulen des Landes Berlin (D.2.1.1). Sowohl die Gesamtzahl an Lehrkräften als auch der Anteil an männlichen Lehrkräften hat in den vergangenen fünf Jahren, seit dem Schuljahr 2014/15, zugenommen. Auch im aktuellen Schuljahr ist die Lehrerschaft überwiegend weiblich (70,9%) (D.2.1.1). An den Schularten zeigen sich teils erheblich unterschiedliche Anteile an männlichen und weiblichen Lehrkräften (D.2.1.2). Unterschiede nach Schularten In den Grundschulen (82,7%) und Förderschulen (79,8%) ist der Anteil an weiblichen Lehrkräften im Vergleich mit den anderen Schularten höher. An weiterführenden Schularten gleicht sich das Verhältnis etwas an, wobei auch hier mit 63,2% weiblichen Lehrkräften an Integrierten Sekundarschulen und 62,1% weiblichen Lehrkräften an Gymnasien mehr weibliche als männliche Lehrkräfte tätig sind. Lediglich an beruflichen Schulen ist das Geschlechterverhältnis mit 56,9% weiblichen Lehrkräften und 43,1% männlichen Lehrkräften relativ ausgeglichen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 55 Blickpunkt Schule 2019 In der Zeitreihe (D.2.1.3, D.2.1.4) über 5 Jahre wird ersichtlich, dass sich die Geschlechterverteilung nicht gravierend verändert hat. Während an Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien um 1,8 Prozentpunkte mehr Entwicklungen über einen Zeitraum von 5 Jahren männliche Lehrkräfte beschäftigt werden, sind es an Grundschulen 2,6 Prozentpunkte. Nur an beruflichen Schulen ist im Gegensatz zu den allgemein bildenden Schulen ein Zuwachs an weiblichen Lehrkräften zu verzeichnen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 56 Blickpunkt Schule 2019 SenBildJugFam - Referat IC Seite | 57 Blickpunkt Schule 2019 D.2.2 Lehrkräfte nach Altersgruppen Die Berliner Lehrkräfte sind im Schuljahr 2018/19 zu 17,1% jünger als 35 Altersgruppen Jahre, 24% sind zwischen 35 und 44 Jahre, 28,8% sind zwischen 45 und 54 Jahre und insgesamt 30,1% sind 55 Jahre und älter (D.2.2.1). Im Vergleich der Altersgruppenzusammensetzung seit dem Schuljahr 2014/15 zeigt sich, dass die Altersgruppen ab 45 Jahre prozentual abgenommen haben und insbesondere der Anteil an Lehrkräften in der Altersgruppe von 35 bis 44 Jahre zugenommen hat (mehr als 6 Prozentpunkte). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 58 Blickpunkt Schule 2019 Altersgruppen nach Schularten Eine differenziertere Darstellung nach den Schularten verweist zum Teil auf erhebliche Unterschiede (D.2.2.2): Am ältesten ist die Lehrerschaft des Zweiten Bildungswegs: 146 Lehrkräfte des zweiten Bildungswegs (50%) sind 55 Jahre und älter, nur 32 Personen (11%) sind jünger als 35 Jahre. Lehrkräfte an beruflichen Schulen sind zu 70,1% älter als 44 Jahre, an allgemein bildenden Schulen hingegen zu 42,9% jünger als 45 Jahre. Mit Blick auf die allgemein bildenden Schulen sind die Lehrkräfte an den Integrierten Sekundarschulen am jüngsten gefolgt von den Gymnasien und Grundschulen. Mit einem Blick auf die Altersgruppenzusammensetzung zeigen sich zwischen den Geschlechtern zunächst keine Veränderungen in den vergangenen fünf Jahren (D.2.2.3): Über alle Altersgruppen hinweg ist der Anteil weiblicher Lehrkräfte zwischen 67,8% (35-44 Jahre) und 74,7% (45-54 Jahre). Männliche Lehrkräfte nach Altersgruppen Werden zunächst nur die männlichen Lehrkräfte betrachtet, hat sich die Altersgruppenzusammensetzung seit dem Schuljahr 2014/15 verjüngt: Waren im Schuljahr 2014/15 noch 39,7% der männlichen aktiven Lehrkräfte älter als 54 Jahre und 17,2% zwischen 35 und 44 Jahre, so sind im Schuljahr 2018/19 26,7% zwischen 35 und 44 Jahre und 30% älter als 54 Jahre. Auch in der Altersgruppe der 34-jähigen und jünger zeigt sich ein Zuwachs um 5,6%, von 12,7% im Schuljahr 2014/15 zu 18,3% im Schuljahr 2018/19. SenBildJugFam - Referat IC Weibliche Lehr- Seite | 59 Blickpunkt Schule 2019 Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den weiblichen Lehrkräften nach Altersgruppen ab (D.2.2.3). Im Schuljahr 2014/15 waren noch 35% der weiblichen aktiven Lehrkräfte älter als 54 Jahre und 17,7% zwischen 35 und 44 Jahre. Im Weibliche Lehrkräfte nach Altersgruppen Schuljahr 2018/19 sind 23% zwischen 35 und 44 Jahre und 30,2% älter als 54 Jahre. D.2.3 Lehrkräfte nach Beschäftigungsumfang Der Beschäftigungsumfang kann nach Vollzeit, Teilzeit oder stundenweiser Beschäftigung klassifiziert werden: - Vollzeit: Lehrkräfte mit der vollen Pflichtstundenzahl (100 %) - Teilzeit: Lehrkräfte mit mindestens der Hälfte der vollen Pflichtstundenzahl (>= 50 %) - Stundenweise: Lehrkräfte mit weniger als der Hälfte der Pflichtstundenzahl (< 50 % aber >0) Weibliche Lehrkräfte nach den Altersgruppen In der Gesamtbetrachtung der Lehrerschaft sind im Schuljahr 2018/19 fast 69% der Lehrkräfte in Vollzeit beschäftigt, 29,4% in Teilzeit und 1,7% stundenweise (D.2.3.1). Die Entwicklung seit dem Schuljahr 2014/15 deutet einen Trend zu insgesamt mehr Lehrkräften im System an, bei gleichzeitig steigendem Anteil der Lehrkräfte in Teilzeit und stundenweiser Beschäftigung: Während der Anteil an Teilzeitbeschäftigten im Schuljahr 2014/15 bei 24,2% (6.944 Personen) lag, ist dieser Anteil bis zum Schuljahr 2018/19 um 5,2 Prozentpunkte gestiegen. Der Anteil an Lehrkräften in Vollzeit lag im Schuljahr 2014/15 noch bei 75% (21.572 Personen) und ist bis zum Schuljahr 2018/19 um 6 Prozentpunkte auf fast 69% (22.289 Personen) gesunken. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 60 Blickpunkt Schule 2019 Sowohl an allgemein bildenden als auch beruflichen Schulen zeigen sich Verschiebungen des Beschäftigungsumfangs zugunsten der Beschäftigung in Teilzeit (D.2.3.2 und D.2.3.3). Im Schuljahr 2014/15 waren 18.299 Lehrkräfte (74,9%) an allgemein bildenden Schulen in Vollzeit beschäftigt und 5.969 (24,4%) in Teilzeit, an beruflichen Schulen 3.029 Lehrkräfte (76,6%) in Vollzeit und 870 in Teilzeit (22,0%). Im Schuljahr 2018/19 verringerte sich der Anteil an Lehrkräften in Vollzeit an allgemein bildenden Schulen um 6,4 Prozentpunkte auf 68,5% (19.122 Personen) und an beruflichen Schulen um 4,3 Prozentpunkte auf 72,4% (2.965 Personen). Zugleich ist der Anteil an Lehrkräften in Teilzeit an allgemein bildenden Schulen von 24,4% (5.969 Personen) im Schuljahr 2014/15 auf 29,9% (8.342 Personen) im Schuljahr 2018/19 gestiegen. An beruflichen Schulen gab es eine Verschiebung um 4 Prozentpunkte von 22% (870 Personen) im Schuljahr 2014/15 zu 26% (1.065 Personen) im Schuljahr 2018/19. Der Anteil an Lehrkräften, die stundenweise beschäftigt werden, ist sowohl an allgemein bildenden Schulen als auch beruflichen Schulen sehr gering. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 61 Blickpunkt Schule 2019 Differenziert nach der Schulart ist insbesondere an Gymnasien ein hoher Anteil an teilzeitbeschäftigten Lehrkräften (33,2%) zu verzeichnen (D.2.3.4). An Integrierten Sekundarschulen sowie Förderschulen zeigen sich hingegen hohe Anteile an Lehrkräften in Vollzeit (74,2% und 73%). Bei der Betrachtung des Beschäftigungsumfangs nach dem Geschlecht, werden Unterschiede sichtbar: Männliche Lehrkräfte sind zu 77,9% an allgemein bildenden Schulen und zu 82,9% an beruflichen Schulen Vollzeit beschäftigt. Hingegen sind dies nur zwischen 65% bzw. 64,4% der weiblichen Lehrkräfte (D.2.3.5). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 62 Blickpunkt Schule 2019 Auch hinsichtlich des Beschäftigungsumfangs männlicher und weiblicher Lehrkräfte an den Schularten (D.2.3.6) bestehen Unterschiede: Der höchste Anteil an in Teilzeit beschäftigten männlichen Lehrkräften lässt sich an den Gymnasien feststellen (24,9%). Weibliche Lehrkräfte sind vergleichsweise häufiger in Teilzeit beschäftigt: Die Anteile reichen von 27,7% an Integrierten Sekundarschulen bis hin zu 47,3% an Gymnasien. D.2.4 Lehrkräfte nach Beschäftigungsverhältnis Lehrkräfte des Landes Berlin können im Beamtenverhältnis stehen oder als Tarifbeschäftigte/r im Angestelltenverhältnis. Seit dem Schuljahr 2004/05 wurden Lehrkräfte bei Neueinstellung nur nach den Bestimmungen des Tarifvertrags des Landes Berlin eingestellt. Bestehende Beamtenverhältnisse sowie deren Aufstiegsmöglichkeiten blieben durch die Änderungen unberührt. Im zeitlichen Verlauf zeichnen sich daher eine Abnahme von Lehrkräften in Beamtenverhältnissen und ein Zugewinn an tarifbeschäftigten Lehrkräften ab (D.2.4.1). Während im Schuljahr 2014/15 noch 17.650 Lehrkräfte im Beamtenverhältnis standen, sind es im Schuljahr 2018/19 insgesamt 13.294 Lehrkräfte. Dies entspricht einer Abnahme um 24,7 Prozentpunkte (ca. 4.000 Personen). Gleichzeitig waren im Schuljahr 2014/15 11.101 Lehrkräfte tarifbeschäftigte. Diese Anzahl ist um rund 8.000 Personen bzw. 71,4 Prozentpunkte auf insgesamt 19.027 Lehrkräfte im Schuljahr 2018/19 gestiegen (D.2.4.1). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 63 Blickpunkt Schule 2019 Differenziert nach den Schularten der allgemein bildenden und beruflichen Schulen zeigt sich, insgesamt und nach Geschlechtern differenziert, eine gemäßigte Verschiebung über alle Schularten hinweg (D.2.4.2, D.2.4.3). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 64 Blickpunkt Schule 2019 SenBildJugFam - Referat IC Seite | 65 Blickpunkt Schule 2019 Differenziert nach den Altersgruppen und dem Beschäftigungsverhältnis sind bereits im Schuljahr 2014/15 die Altersgruppen der bis 34-jährigen und der 35-44-jährigen überwiegend tarifbeschäftigt, während Lehrkräfte ab 45 Jahre überwiegend verbeamtet sind (D.2.4.4). Im Schuljahr 2018/19 sind nur noch 0,5% der unter 35jährigen Lehrkräfte verbeamtet und auch bei der Altersgruppe der 45-54-jährigen hat sich das Verhältnis von Beamten und Tarifbeschäftigten angeglichen. Lediglich in der Altersgruppe der Lehrkräfte ab 55 Jahre sind noch fast 80% verbeamtet. An beruflichen Schulen lassen sich vergleichbare Zusammensetzungen nach den Altersgruppen feststellen. D.2.5 Lehrkräfte nach Qualifikation An den öffentlichen Schulen Berlins setzt sich die Lehrerschaft nach drei Qualifikationsgruppen zusammen: Der überwiegende Anteil sind Lehrkräfte mit einem abgeschlossen lehramtsbezogenen Studium 29.907 (92,5%), welche durch zwei weitere Qualifikationsgruppen – ohne abgeschlossenes lehramtsbezogenes Studium - ergänzt werden. Zum einen durch sogenannte Quereinsteigende (1.837; 5,7%), die sich im Rahmen des berufsbegleitenden Studiums oder des berufsbegleitenden Vorbereitungsdienstes für das 2. Staatsexamen qualifizieren und zum anderen durch 577 sonstige Lehrkräfte (1,8%), die keine volle Lehrbefähigung aufweisen, aber an den Schulen z.B. in Willkommensklassen oder im beruflichen Fachunterricht als sogenannte Seiteneinsteiger beschäftigt werden (D.2.5.1). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 66 Blickpunkt Schule 2019 Über die Schularten verteilen sich die Lehrkräfte nach ihrer Qualifikation unterschiedlich (D.2.5.2).Während an den Grundschulen knapp 9% der Lehrkräfte Quereinsteigende sind, sind es an den Gymnasien gerade mal 1,8%. Ein Viertel der sonstigen Lehrkräfte werden an den beruflichen Schulen eingesetzt und 23,1% an den Integrierten Sekundarschulen (D.2.5.2). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 67 Blickpunkt Schule 2019 Bei einer Betrachtung nach den Bezirken werden berufliche Schulen und Schulen des zweiten Bildungsweges nicht berücksichtigt. Zentral verwaltete allgemein bildende Schulen sind in den Bezirken berücksichtigt (D.2.5.3). Im Vergleich der Bezirke beschäftigt Steglitz-Zehlendorf mit 2.462 Personen (95,5%) den höchsten Anteil an Lehrkräften mit lehramtsbezogenem Studium. Im berlinweiten Durchschnitt beträgt der Anteil 92,5%. Im Bezirk Mitte beträgt dieser Anteil jedoch 87,9%, 8,3% sind dort Quereinsteigende und mit 3,8% ist der Anteil sonstiger Lehrkräfte im Vergleich der Bezirke am höchsten. D.3 Quereinstieg in die Berliner Schule Quereinsteigende sind Lehrpersonen, die ohne abgeschlossenes lehramtsbezogenes Studium in den Schuldienst einsteigen und das zweite Staatsexamen berufsbegleitend anstreben. Im Schuljahr 2018/19 beläuft sich die Anzahl an SenBildJugFam - Referat IC Seite | 68 Blickpunkt Schule 2019 Quereinsteigenden auf insgesamt 1.837 Personen, was eine Zunahme von rund 40% im Vergleich zum Schuljahr 2017/18 bedeutet. D.3.1 Quereinsteigende nach Qualifizierungsphasen Quereinsteigende können sich in 4 Qualifizierungsphasen befinden: Vor dem Studium, im Studium, vor dem Vorbereitungsdienst und im Vorbereitungsdienst. Vor dem Studium befinden sich Quereinsteigende die bereits ein Masterstudium in einem Fach der Berliner Schule absolviert haben, aber noch auf den Studienbeginn für ein 2. Fach warten. Die Verweildauer in dieser Qualifizierungsphase ist in der Regel nur wenige Wochen bis Monate. Zum Stichtag des Schuljahres 2018/19 waren in dieser Qualifizierungsphase insgesamt 235 Personen, dies entspricht einem Anteil von 12,8% aller Quereinsteigenden (D.3.1.1). Im Studium befinden sich insgesamt 36,3% (666 Personen) der Quereinsteigenden und ein kleiner Anteil von 3% in der Phase vor dem Vorbereitungsdienst. Im anschließenden berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst befinden sich insgesamt 47,9% der Quereinsteigenden. Mit einem erfolgreichen Abschluss des Vorbereitungsdienstes endet die Qualifizierung als Lehrkraft mit dem zweiten Staatsexamen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 69 Blickpunkt Schule 2019 D.3.2 Quereinsteigende in den Schularten Im Schuljahr 2018/19 sind insgesamt 61,9% der Quereinsteigenden (1.137 Personen) an den Grundschulen eingesetzt, 20,2% an den Integrierten Sekundarschulen, 8,4% an den beruflichen Schulen und vergleichsweise geringe 5,6% an den Gymnasien (D.3.2.1). Insgesamt befinden sich folglich 82,1% der Quereinsteigenden an Schularten mit einer großen Leistungsheterogenität und dem Schwerpunkt auf dem gemeinsamen Lernen. Im Vergleich zum Schuljahr 2017/18 ist der Anteil der Quereinsteigenden an den Grundschulen an den Quereinsteigenden insgesamt um rund 3 % gestiegen, entsprechend hat sich der Anteil an den anderen Schularten verringert, dies jedoch bei steigender Personenzahl an allen Schularten. Differenziert nach den Altersgruppen wird in D.3.2.2. verdeutlicht, dass fast die Hälfte der Quereinsteigenden zwischen 35 und 44 Jahre alt ist. An fast allen Schularten stellt dies die hauptsächliche Altersgruppe dar mit Ausnahme der Gymnasien. An den Gymnasien sind 42,2% der Quereinsteigenden zwischen 30 und 34 Jahre. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 70 Blickpunkt Schule 2019 In den Bezirken bestehen hinsichtlich der absoluten Anzahl an Quereinsteigenden sowie differenziert nach dem Geschlecht an ausgewählten Schularten Differenzen: Während die absolute Anzahl an Quereinsteigenden in Steglitz-Zehlendorf 74 Personen umfasst, sind es in Mitte 210 Personen (D.3.2.3). Die Geschlechterverteilung ist zwischen den Schularten unterschiedlich: An Grundschulen sind 71,2% der Quereinsteigenden weiblich, an Integrierten Sekundarschulen ist das Geschlechterverhältnis mit 55,5% männlichen Quereinsteigenden zu 44,5% weiblichen Quereinsteigenden relativ ausgeglichen. An Gymnasien sind 69,6% der Quereinsteigenden männlich (D.3.2.3). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 71 Blickpunkt Schule 2019 D.4 Modellrechnung der Bestands- und Bedarfsentwicklung Die Berliner Lehrkräftebedarfsplanung beschäftigt sich als Modellrechnung mit dem zukünftig zu erwartenden Bestand und Bedarf an Lehrkräften. Dies geschieht auf Grundlage der zu erwartenden Personalveränderungen, der gültigen Ausstattungsstandards und der Schülerzahlentwicklung. Insgesamt wird sich der aktuelle Lehrkräftebestand 2018/19 ohne Berücksichtigung von Neueinstellungen allein in den kommenden zehn Jahren auf rund 15.000 Vollzeiteinheiten verringern (D.4.4.1) und sich damit fast halbieren. Dabei sind in den nächsten 5 Jahren etwa 2/3 der Abgänger und Abgängerinnen Beamte. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 72 Blickpunkt Schule 2019 Die sich durch die Verringerung des Bestandes kontinuierlich öffnende Schere wird durch Neueinstellungen von Lehrkräften geschlossen, wobei zusätzlich der sich verändernde Bedarf an Lehrkräften einzurechnen ist. Die künftige Entwicklung des Lehrkräftebedarfs wird wiederum bestimmt durch die Entwicklung der Zahlen der Schüler/innen und die zukünftigen pädagogischen Rahmenbedingungen (Ausstattungsstandards) der Berliner Schule. Methodisch erfolgt dies über empirisch ermittelte Eintritts- und Übergangsquoten, die auch besondere strukturelle Veränderungen berücksichtigen. Im Ergebnis wächst allein aus der zu erwartenden Anzahl der Schüler/innen der Bedarf an Lehrkräften im Durchschnitt der kommenden Jahre um über 300 Vollzeit-Lehrkräfte pro Jahr (Planungsstand Januar 2019). Durch Verbesserung der Ausstattungsstandards ist sogar ein noch höherer Bedarf zu erwarten. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 73 Blickpunkt Schule 2019 E Weiteres pädagogisches Personal E.1 Weiteres pädagogisches Personal nach Schularten und in den Bezirken Das Personal an den Berliner Schulen setzt sich aus den Lehrkräften (siehe Kapitel D.2.5) und dem weiteren pädagogischen Personal zusammen. Im 4 Beschäftigtengruppen Schuljahr 2018/19 sind an den öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen insgesamt 6.447 Personen beschäftigt, davon sind 82% (5.285 Personen) Erzieher/in, 9,5% (610 Personen) Pädagogische Unterrichtshilfen, 7,6% (491 Personen) Betreuer/in und rund 1% Sozialpädagogen/innen (E.1.1). Die Berichterstattung im Rahmen des BIickpunkt Schule bezieht sich ausschließlich auf das öffentlich beschäftigte Personal; Personal freier Träger wird hier nicht betrachtet. Im Vergleich der vorangegangenen Schuljahre zeigen sich jeweils nur kleine Unterschiede in der anteiligen Zusammensetzung. Erzieher/innen stellen mit 5.285 Personen den größten Anteil des weiteren pädagogischen Personals dar und werden zu 86,2% in den Grundschulen eingesetzt (E.1.2). 7,2% der Erzieher/innen arbeiten in den Integrierten Se- Erzieher/innen als stärkste Gruppe kundarschulen und 5,8% in Förderschulen. Pädagogische Unterrichtshilfen nehmen in den vergangenen Jahren, auch aufgrund der Inklusion, an Bedeutung zu. Sie werden im aktuellen Schuljahr 2018/19 zu 79,2% in den Förderschulen und zu 16,2% in den Grundschulen eingesetzt. Betreuer/innen sind ebenfalls hauptsächlich in den Förderschulen (89,6%) vorzufinden, aber auch zu 7,7% in den Grundschulen und 2,3% in den Integrierten Sekundarschulen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 74 Blickpunkt Schule 2019 Der überwiegende Einsatz des weiteren pädagogischen Personals erfolgt Schulartspezifische Unterschiede zusammenfassend in den Grundschulen (72,8%) und Förderschulen (19,1%): Während sich das Personal an Grundschulen jedoch zu 97% aus Erzieher/innen und nur geringen Anteilen an pädagogischen Unterrichtshilfen und Betreuer/innen zusammensetzt, besteht das weitere pädagogische Personal an Förderschulen zu 39% aus Pädagogischen Unterrichtshilfen, 35,7% Betreuer/innen und 24,8% Erzieher/innen (E.1.2). Unterschiede in den Bezirken In den Bezirken zeigen sich hinsichtlich der absoluten Anzahl an weiteren pädagogischem Personal Unterschiede in Bezug auf die anteilige Zusammensetzung nach der Beschäftigungsgruppe jedoch geringe (E.1.3). Wird zunächst die Anzahl an Personen in den Blick genommen, zeigt sich, dass Pankow mit 776 Personen den größten Bestand an weiterem pädagogischem Personal in Berlin aufweist. Im Vergleich mit Spandau (351 Personen) und Mitte (353 Personen) sind es sogar doppelt so viele Personen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 75 Blickpunkt Schule 2019 E.2 Weiteres pädagogisches Personal nach ausgewählten Merkmalen 81,9% des weiteren pädagogischen Personals sind im Schuljahr 2018/19 weiblich, dies gilt insbesondere für die beiden Beschäftigtengruppen Erzieher/innen (82,2%) und pädagogische Unterrichtshilfen (85,4%) (E.2.1). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 76 Blickpunkt Schule 2019 Im zeitlichen Verlauf wird jedoch ersichtlich, dass der Anteil an männlichem weiterem pädagogischem Personal über alle Beschäftigtengruppen hinweg um durchschnittlich rund 3 Prozentpunkte zugenommen hat (E.2.1). Geschlechterdifferenzen Wird die Betrachtungsebene der Schulen mit hinzugenommen, werden keine über E.2.1 hinausgehenden Geschlechterdifferenzen festgestellt, mit Ausnahme der Betreuer/innen: Während der Anteil an männlichen Betreuern an Integrierten Sekundarschulen (30,8%) und Förderschulen höher ist als der schulartübergreifende Durchschnitt, sind an den Grundschulen nur 10% der eingesetzten Betreuer/innen männlich (E.2.2). Nach Beschäftigungsumfang zeigt sich, dass Betreuer im Vergleich häufiger in Teilzeit arbeiten (35%) und Pädagogische Unterrichtshilfen den höchsten Anteil der Vollzeit beschäftigte Personen aufweisen (E.2.3). SenBildJugFam - Referat IC Seite | 77 Blickpunkt Schule 2019 Nach den Altersgruppen setzt sich das weitere pädagogische Personal sehr unterschiedlich zusammen: Während nur knapp ein Drittel (32,5%) jünger ist als 44Jahre, sind zwei Drittel (67,5%) mindestens 45 Jahre und älter (E.2.3). Unterschiede nach Altersgruppen Die älteste Beschäftigungsgruppe stellen dabei die Sozialpädagogen/innen dar: Insgesamt sind 67,2% der Sozialpädagogen/innen älter als 55 Jahre und 23% älter als 45 Jahre. Die Erzieher/innen und Betreuer/innen stellen hingegen mit jeweils knapp einem Drittel an Personen jünger als 45 Jahren die beiden jüngsten Beschäftigungsgruppen dar. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 78 Blickpunkt Schule 2019 F Unterrichtsversorgung F.1 Schüler-Lehrer-Relation In der Relation „Schüler je Lehrer“ (S/L) werden lt. KMK alle Schüler auf alle Vollzeitlehrereinheiten bezogen, d.h. es wird nicht ausgedrückt, wie viele Schüler einer Lehrkraft während des Unterrichts tatsächlich gegenüberstehen (Klassengröße) oder wie viele Stunden die Schüler wöchentlich erteilt bekommen. Lehrerstellen je Schüler/in Die Relation dient vor allem der Quantifizierung der bereitgestellten Lehrerstellen je Schüler/in und stellt ein Indikator für die haushaltswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Ländern dar. Bei der Interpretation der Relation beschreiben kleinere Werte eine potenziell bessere Versorgung. Basierend auf spezifischen KMK-Definitionen wird die Schüler-Lehrer-Relation häufig für bundesweite Ländervergleiche herangezogen. Aus der zeitlichen Entwicklung der Relation lässt sich unter anderem erkennen, in welcher Weise im Rahmen der Ressourcenbereitstellung für pädagogische Rahmenbedingungen auf die sich verändernden Schülerzahlen reagiert wurde. Die tatsächliche Unterrichtssituation kann damit jedoch nicht beschrieben werden, denn die Pflicht-/ Wochenstunden enthalten Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden bezogen auf die Gesamtschülerzahl der Schule. Diese Stunden werden nicht zur Erteilung von Unterricht sondern zur Erfüllung anderer Aufgaben verwendet. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 79 Blickpunkt Schule 2019 Die Grafiken (F.1.1 bis F.1.3) basieren auf Auswertungen der KMK und zeigen die Entwicklung der Schüler-Lehrer-Relation für die drei Schularten Grundschule, Gymnasium und Integrierte Sekundarschule über die Zeit. Die Darstellungen visualisieren in den grauen Balken die Entwicklung in Deutschland und als Linien die Entwicklung in den Stadtstaaten. Die deutschlandweite Schüler-Lehrer-Relation verringerte sich an Grundschulen durchschnittlich um 0,3 seit dem Schuljahr 2012/13 und liegt im Schuljahr 2016/17 bei 16,3 (F.1.1). Am niedrigsten war diese im Vergleich der Stadtstaaten in Hamburg, am höchsten in Berlin. Hinsichtlich der weiterführenden Schulen zeigt sich ein gegensätzliches Bild: Deutlich wird ein schulartübergreifender Ausstattungsvorsprung Berlins ge- Ausstattungsvorsprung genüber Deutschland insgesamt sowie den Stadtstaaten Bremen und Hamburg (F.1.1 bis F.1.3). Ein Vorsprung gegenüber Hamburg ist erst seit 2010 zu beobachten und nimmt seitdem stetig zu (keine Wertedarstellung für Hamburg 2015/16 aufgrund anderer Systematik). Die Schüler-Lehrer-Relation ist seit dem Schuljahr 2012/13 an allen ausgewählten Schularten der allgemein bildenden Schulen leicht gesunken, d.h. die Investitionen in zusätzliches Personal sind gestiegen und es stehen rechnerisch mehr Lehrkräfte pro Schüler/in bereit. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 80 Blickpunkt Schule 2019 F.2 Bilanz der Unterrichtsversorgung Der Bedarf und Bestand an Lehrkräften und die Frage der eingesetzten finanziellen Ressourcen bestimmen die einzelnen Phasen bei der Organisation des Schuljahres. Vorrangiges Ziel ist dabei die bestmögliche Unterrichtsversorgung der einzelnen Schule bei optimaler Auslastung der zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen. Die Bilanzierung von Lehrkräftestunden aus dem Bedarf und aus dem Bestand der einzelnen Schule ist dabei als Ergebnis zu verstehen. Berechnung des Bedarfs Die Berechnung des Bedarfs erfolgt in der Regel nach Schülerfaktor der Schulart multipliziert mit der Zahl der Schüler/innen der Schule. Der Schülerfaktor wird in der VV Zumessung aus Stundentafel und Klassenfrequenz gebildet. Andere Maßnahmen werden klassen- bzw. schulbezogen definiert. Berechnung des Bestandes Die Berechnung des Bestandes erfolgt aus dem Personalinformationssystem und ermittelt zum Stichtag die zu leistenden Pflichtstunden des Stammpersonals der jeweiligen Schule abzüglich der Stunden für nicht VerfügbarkeitsTatbestände wie Mutterschutz usw., Stunden für schulbezogene Anrechnungsstunden wie Schulleitungsfunktion, Stunden für personenbezogene Ermäßigungsstunden wie Altersermäßigung und Stunden, die an anderen Schulen als an der Stammschule geleistet sowie zuzüglich der Stunden, die durch Personal anderer Schulen an dieser Schule geleistet werden. Dies ergibt die Stunden, die dem Unterricht tatsächlich zur Verfügung stehen. Bilanz In der Bilanz in Stunden werden die Stunden zum Bedarf von den Stunden zum Bestand abgezogen. Ist die Bilanz positiv, so stehen der Schule mehr Stunden zur Verfügung, als sie für die Erteilung des Unterrichts benötigt. Ist die Bilanz negativ, so stehen der Schule weniger Stunden zur Verfügung, als sie für die Erteilung des Unterrichts benötigt. Bei der prozentualen Berechnung der Bilanz sind zwei verschiedene Darstellungsformen üblich, die Bilanzierung auf dem gesamten Bedarf bzw. die Bilanzierung auf den Bedarf aus der Stundentafel. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 81 Blickpunkt Schule 2019 Die Bilanz in „Prozent insgesamt“ ermittelt die relative Ausstattung einer Schule in Bezug auf ihren Bedarf an Unterrichtsstunden. Dabei gilt als Zielwert 100%. Die Bilanz „Stundentafel in Prozent“ ist die relative Ausstattung einer Schule in Bezug auf ihren Bedarf an Unterrichtsstunden nach Stundentafel. Dazu gehören nur die Stunden, die tatsächlich nach Verordnung der jeweiligen Schulart vorgesehen sind. Der Wert liegt bei Schulen mit einer ausgeglichenen Unterrichtsversorgungs-Bilanz immer über 100%, da alle Schulen über Stundenzumessungen unterschiedlicher Art zusätzlich zur Stundentafel verfügen. Je höher der prozentuale Wert, je besser ist die Schule in der Lage den vorgesehenen Pflichtunterricht nach Stundentafel abzubilden. Die Bilanz wird allgemein auch als Saldo, bzw. als Versorgungssaldo bezeichnet. Sie kann im Portal der Unterrichtsversorgung von jedem Verfahrensteilnehmer (Schule, zuständige Schulaufsicht, zentrale Aufgaben) direkt abgelesen und ausgewertet werden unter der Anwendung „Statistik der Unterrichtsversorgung“. Die resultierenden Auswertungen geben den Handelnden die Möglichkeit, die jeweils steuernden Maßnahmen (z.B. regionale Umsetzungen und Einstellungen) besser zu planen, umzusetzen und zu koordinieren. F.3 Erteilter Unterricht an öffentlichen Schulen, darunter fachgerecht Der erteilte Unterricht bildet zum Stichtag 01.11.2018 die reale Verteilung der Unterrichtsstunden der aktiven Lehrkräfte in ganzen Stunden ab. Dabei haben die Fächer, entsprechend der Stundentafel, ein sehr unterschiedliches Gewicht im Rahmen dieser Auswertung. Zweck der Auswertungen zu Fachlehrkräften ist einerseits die Unterstützung der strategisch steuernden Aktivitäten auf der Ebene der Gesamtstadt. Andererseits geben die Auswertungen auf Ebene der Einzelschule zusätzlich die Möglichkeit, die Wirkungsweise datenbasiert zu analysieren und unmittelbar unterrichtsbezogen rückzukoppeln. Die nachfolgenden Darstellungen (F.3.1 und F.3.2) unterscheiden zwei verschiedene Betrachtungsweisen: Der erteilte Unterricht bildet zum Stichtag die reale Verteilung der Unterrichtsstunden der aktiven Lehrkräfte in ganzen Stunden ab. Bei der Ermitt- Erteilter Unterricht lung des fachgerecht erteilten Unterrichts entscheidet jede Schule, welche Personen durch ihre Kompetenzen, zusätzlich zu den im Fach examinierten Lehrkräften, erteilten Unterricht als fachgerecht bezeichnet durchführen. Die einzelnen Fächer bzw. Fachgruppen werden jeweils methodisch in gleicher Weise behandelt, allerdings haben die Fächer entsprechend der StunSenBildJugFam - Referat IC Seite | 82 Blickpunkt Schule 2019 dentafel der verschiedenen Schularten ein stark unterschiedliches Gewicht im Rahmen dieser Auswertung. Möglicher Unterricht Der mögliche Unterricht der einzelnen Lehrkraft ist ein für Analysezwecke errechneter Wert, der das Unterrichtspotenzial der einzelnen Lehrkraft in ihren Ausbildungsfächern kennzeichnet. Hierzu werden die Anzahl der Individuellen Unterrichtsstunden und die Anzahl der Ausbildungsfächer personenbezogen ins Verhältnis zueinander gesetzt. Das Verhältnis von erteiltem und möglichem Unterricht zeigt sich zwischen den Fächer- und Fachgruppen höchst unterschiedlich. Während an den Grundschulen 473,7% des erteilten Unterrichts in der Fachgruppe Geschichte und politische Bildung aufgrund der individuellen Ausbildungsfächer realisierbar wären, sind es 122,9% des Englischunterrichts und 113,8% des Deutschunterrichts. Dem gegenüber stehen die Sprachförderung (5,3%) und sonderpädagogische Förderung (27%), welche aufgrund der individuellen Ausbildungsfächer in einem ungünstigen Verhältnis stehen. Der Bedarf an Lehrpersonal mit einer sprachförderspezifischen Ausbildung besteht auch hinsichtlich der weiterführenden Schularten Integrierte Sekundarschule und Gymnasium (5,3%). Eine Überausstattung besteht hier ebenfalls zugunsten SenBildJugFam - Referat IC Seite | 83 Blickpunkt Schule 2019 der Fächer Geschichte, politische Bildung, Sozialkunde (190,7%) und Deutsch (124%) F.4 Vertretungsunterricht und Unterrichtsausfall Die Berliner Schule leistet allein im allgemein bildenden Bereich mit rund 27.000 Lehrkräften einen wöchentlichen Unterrichtseinsatz von 560.000 Unterrichtsstunden. Fällt eine Unterrichtstunde ersatzlos aus, weil Lehrkräfte fehlen und die Unterrichtstunde nicht von anderen Lehrkräften vertreten werden kann, so muss diese von den Schulen ausgewiesen werden. Ausgedrückt in absoluten Zahlen fielen im Schuljahr 2017/2018 durchschnittlich 560.000 zu leistende Unterrichtsstunden pro Woche an. Fast 63.600 Stunden davon zur Vertretung, wobei knapp 52.100 Unterrichtsstunden vertreten werden konnten und 11.500 nicht. Die Vertretungsquote lag somit bei fast 82 %. Dies heißt, für gut vier Fünftel aller zur Vertretung anfallenden Stunden konnte durch die Einzelschule eine Vertretung organisiert werden. In den Darstellungen F.4.1 und F.4.2 wird auf den konkreten Vertretungsanfall eingegangen sowie weiter ausdifferenziert in den tatsächlich vertretenen Unterricht und den Unterrichtsausfall. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 84 Blickpunkt Schule 2019 Krankheit, Kur oder Mutterschutz sind auch im vergangenen Schuljahr Hauptbegründungen für einen Vertretungsanfall an Berliner Schulen gewesen. Mit 59,2 % lässt dieser Grund andere Ursachen weit hinter sich. Vergleicht man dies mit den vorangegangenen Schuljahren, wird der fast gleichbleibende Anteil dieser Kategorie am Vertretungsanfall sichtbar. Diese Kategorie trägt über Jahre mit drei Fünftel zum Vertretungsanfall bei. Unverändert 17 % der Vertretungsanfälle kommen auch im vergangenen Schuljahr aufgrund von Dienstlicher Abwesenheit/Schulische Veranstaltung zustande. Wenn Unterrichtstunden ausfallen müssen, weil Lehrkräfte andere schulische Verpflichtungen wahrnehmen, wie z.B. die Aufsicht oder Betreuung, ist die Begründung “Anfall wegen schulischer Veranstaltung“ zu benennen. Eine weitergehende statistische Erhebung nach Fächern findet nicht statt. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 85 Blickpunkt Schule 2019 Diese Zahlen sind Spiegel einer besonderen Organisationsleistung durch die Berliner Schulen. Die einzelnen Schulleitungen haben trotz der erhöhten Anforderungen erneut bewiesen, wie effektiv sie beim Umgang mit Vertretungssituationen reagieren. Hierbei werden die Erfahrungen der Vorjahre mit den Instrumenten der Vermeidung von Unterrichtsausfall erfolgreich angewendet und mittels der gebotenen direkten Handlungsspielräume gelingt es, den Ausfall auf einem niedrigen Niveau halten zu können. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 86 Blickpunkt Schule 2019 G Wussten Sie schon… G.1 Sonderpädagogische Förderung von Schüler/innen Im Schuljahr 2018/19 werden 24.999 Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an den öffentlichen Schulen in Berlin unterrichtet. Davon sind insgesamt 17.565 Schüler/innen (70,3%) in Regelklassen integriert und 7.434 (29,7) an Förderschulen beschult. In einem Vergleich der vergangenen 5 Jahre lässt sich feststellen, dass sowohl die absolute Anzahl an Schüler/innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf gestiegen ist, als auch der Anteil an Schüler/innen in Regelklassen gestiegen ist: Im Schuljahr 2013/14 wurden insgesamt 19.755 Schüler/innen mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf an den öffentlichen Schulen unterrichtet, 55,8% in Regelklassen und 44,2% an Förderschulen. Die meisten Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf können der Förderschwerpunktgruppe 1 zugeordnet werden (63%), welcher die Förderschwerpunkte Lernbehinderung, emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprachbehinderung angehören. Wird hingegen der Aufwuchs an Schüler/innen nach den Förderschwerpunkten betrachtet, so verzeichnet der Förderschwerpunkt Autismus innerhalb von 5 Jahren mit knapp 80% den höchsten Zuwachs, während die Schüler/innen im Förderschwerpunkt Gehörlosigkeit im gleichen Zeitraum mit nur 14% einen eher geringen Zuwachs abbilden. G.2 Fehlzeiten von Schüler/innen Seit dem Schuljahr 2013/14 werden halbjährlich die Fehlzeiten der Schülerinnen und Schüler an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen für die Jahrgangsstufen 7 bis 10 und seit dem Schuljahr 2015/16 auch für die Jahrgangsstufen 5 bis 6 erhoben. Die "Fehlquote in Prozent" ist definiert als der Anteil der Schüler-Fehltage an allen Unterrichtstagen. Traditionell liegt der Fokus der Auswertung auf dem 1. Halbjahr eines Schuljahres, wobei auf der Ebene der einzelnen Schule im Rahmen der datenbasierten Schulentwicklung vor allem die Quote der unentschuldigten Fehlzeiten aufmerksam beobachtet wird. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 87 Blickpunkt Schule 2019 In der Tabelle G.2.1 werden die Fehlquoten insgesamt sowie der Anteil an davon unentschuldigten Fehltagen dargestellt. Im 3-Jahresvergleich sind die Fehlquoten sowohl insgesamt als auch der Anteil an unentschuldigten Fehltagen pro Schulhalbjahr leicht angestiegen. Während Schüler/innen der Jahrgangsstufen 5-6 im Schuljahr 2015/16 insgesamt 4,7% der Unterrichtstage fehlten, sind es im Schuljahr 2017/18 5,1%. Bei Schüler/innen der Jahrgangsstufen 7-10 erhöhte sich die Fehlquote insgesamt von 6,5% im Schuljahr 2015/16 auf 6,7% im Schuljahr 2017/18. Würde für die Jahrgangsstufen 7-10 eine tiefere Differenzierung nach der Schulart durchgeführt, so ist erkennbar, dass die Fehlzeiten an Gymnasien die geringsten und an den Förderschulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt „Lernen“ die höchsten sind. G.3 Klassenfrequenzen In Berlin treffen die Schulämter der Bezirke als zuständige Schulbehörden die Festlegungen über die Aufnahmekapazität einer Schule. Bei neu einzurichtenden Klassen ist daher die Schülerzahl so zu bemessen, dass auf Basis der verfügbaren personellen, räumlichen, sächlichen und fachspezifischen Ausstattung die Unterrichts- und Erziehungsarbeit gesichert ist. In der Folge variiert die Klassenfrequenz, hier dargestellt für die Regelklassen der Grundschulen in Berlin, zwischen den einzelnen Schulen erheblich, obwohl eine einheitliche Personalzumessung Anwendung findet. Nur 39,7% der Grundschulen (145 von 365) haben eine durchschnittliche Klassenfrequenz von +-1 Schüler/in pro Klasse zur personellen Zumessungsfrequenz von 24 Schüler/innen (G.3.1). Alle anderen 220 Grundschulen weichen zum Teil erheblich von dieser Zumessungsfrequenz ab: 25,2% der Grundschulen haben eine durchschnittliche Klassenfrequenz von weniger als 22 Schüler/innen, 24,1% der Grundschulen eine durchschnittliche Klassenfrequenz von 22-23 Schüler/innen und 11% der Grundschulen weisen eine Klassenfrequenz von mehr als 25 Schüler/innen auf. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 88 Blickpunkt Schule 2019 Die Klassenfrequenz an den öffentlichen Schulen (hier alle Klassenarten) lag im Schuljahr 2016/17 2 Schüler/innen unter der Zumessungsfrequenz von 24 Schüler/innen. Mit dem folgenden Schuljahr 2017/18 wurde die Zumessung der Lehrkräftestunden von einem Klassenfaktor auf einen Schülerfaktor umgestellt. 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 22,4 Schüler/innen 22,3 Schüler/innen 22,0 Schüler/innen 22,3 Schüler/innen 22,4 Schüler/innen G.4 Willkommensklassen In Willkommensklassen wird Kindern mit Fluchterfahrung, die der Schulpflicht unterliegen, in speziellen, unterfrequentiert eingerichteten Klassenverbänden ermöglicht, den deutschen Schulalltag kennen zu lernen. Im Unterricht werden u.a. notwendige Deutschkenntnisse zur Teilhabe am Unterricht vermittelt und der Übergang in eine Regelklasse vorbereitet. Willkommensklassen werden schulartunabhängig nach den vorhandenen räumlichen Kapazitäten an allen Schularten eingerichtet. Deshalb findet hier keine Betrachtung differenziert nach der Schulart statt. Die Statistik zu den Schüler/innen in Willkommensklassen kann über einen Zeitraum von 5 Jahren, mit einer alle drei Monate erfolgten Erhebung, abgebildet werden. In der Darstellung G.4.1 sind die Schülerzahlen je Erhebungszeitpunkt als Balken abgebildet. Die Anzahl der Klassen wurde als Linie dargestellt, wobei die absolute Anzahl mit 10 multipliziert wurde, damit eine gemeinsame Darstellung möglich ist. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 89 Blickpunkt Schule 2019 Zu Beginn des Schuljahres 2018/19 besuchten insgesamt 6.045 Schüler/innen den Unterricht in 558 Willkommensklassen (5.580/10). Dies entspricht einer durchschnittlichen Klassenfrequenz von 10,8 Schüler/innen. Die Anzahl an Schüler/innen in Willkommensklassen hatte ihren Höhepunkt Ende 2016 bis Mitte des Jahres 2017. In der Nachwirkung auf den Höhepunkt der Flüchtlingskrise betrug die Anzahl an Schüler/innen in Willkommensklassen im Sommer 2017 noch 12.105 Schüler/innen in 1.024 Klassen. G.5 Ausgaben je Schülerin und Schüler Das Statistische Bundesamt berechnet seit dem Berichtsjahr 1995 in einem jährlichen Turnus die Ausgaben der Länder je Schüler/in an öffentlichen Schulen.2 Alle nachfolgenden Daten sind der aktuellen Ausgabe entnommen. Die Kennzahl „Ausgaben je Schülerin und Schüler an öffentlichen Schulen“ wird ermittelt, indem die Ausgaben für Personal, laufenden Sachaufwand und Investitionen an öffentlichen Schulen auf die Zahl der Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen im Haushaltsjahr bezogen werden. 2 Statistisches Bundesamt (2019). Bildungsausgaben. Ausgaben je Schülerin und Schüler 2016. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 90 Blickpunkt Schule 2019 Ziel ist es, mit einer einheitlichen Berechnungsmethodik dieser Kennzahl zu vergleichenden Aussagen über die finanziellen Anstrengungen der Länder bezüglich der öffentlichen Schulen zu kommen. Datengrundlage für die Berechnungsergebnisse in der nationalen Systematik sind die Finanzstatistik der öffentlichen Haushalte für den Aufgabenbereich „Schule und Schulverwaltung“ sowie die Angaben der Schulstatistik zu Schüler/innen, Lehrer/innen sowie Unterrichtsstunden. Die Personalausgaben werden um unterstellte Sozialbeiträge für verbeamtete Lehrkräfte sowie Beihilfeaufwendungen ergänzt. Für die Berechnungen der Veröffentlichung in 2019 wurden Daten der Finanzstatistik für das Haushaltsjahr 2016 verwendet. Besondere Aufmerksamkeit hat dabei der Vergleich der Personalausgaben. Hier sind die Unterschiede zwischen den Schularten und den Bundesländern vor allem zurückzuführen auf:     unterschiedliche Schüler-Lehrer-Relationen unterschiedliche Pflichtstundenzahlen der Lehrkräfte unterschiedliche Klassengrößen und Schulstrukturen abweichende Besoldungsstrukturen und -niveaus Über alle Schularten hinweg betragen die Ausgaben je Schüler/in in Berlin insgesamt 9.300€. Die Kosten entfallen dabei auf Personalausgaben sowie laufenden Sach- und Investitionsauswand. Im traditionellen Vergleich der Stadtstaaten (G.5.1) zeigt sich eine vergleichsweise höhere Investition Berlins in Personalausgaben und ein mittlerer Sach- und Investitionsaufwand gegenüber Bremen und Hamburg. Hier im Detail nicht dargestellt wird der Vergleich der Schularten. Betrachtet man die Ausgaben pro Schüler/in an allgemein bildenden Schulen im Ländervergleich, so liegt das Land Berlin im Haushaltsjahr 2016 vor Hamburg und allen anderen Ländern auf Platz 1. Hinsichtlich der beruflichen Schulen befindet sich Berlin weiter auf Platz 2 hinter Thüringen. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 91 Blickpunkt Schule 2019 Unterschiede zwischen den Ländern zu Fragen der Ausgestaltung der Lernmittelfreiheit, der zeitlichen Verteilung und Höhe von Investitionsprogrammen und zu den Fragen des Gebäudemanagements relativieren die Interpretationsmöglichkeiten der dargestellten Zahlen. G.6 Ganztag Die Ganztagsschule ist im Land Berlin die Regelschulform. Alle Grundschulen sowie die Integrierten Sekundarschulen (inkl. der Gemeinschaftsschulen) sind Ganztagsschulen. Aber auch gut ein Viertel der Berliner Gymnasien haben den Ganztag eingeführt. Alle öffentlichen Grundschulen bieten eine ganztägige Betreuung von 6 - 18 Uhr an. Im offenen Ganztagsbetrieb (OGB) wird eine gebührenpflichtige Betreuung zwischen 6 bis 7:30 und 13:30 bis 18 Uhr angeboten und wird von der Mehrheit der Schulen (83%) angeboten, während im gebundenen Ganztagsbetrieb (GGB) alle Schülerinnen und Schüler in der Zeit von 8 bis 16 Uhr an mindestens vier Tagen in der Woche verpflichtend teilnehmen. In rund 5% der Schulen wird sowohl OGB und GGB angeboten, sie werden in den Tabellen als teilweise gebunden bezeichnet. Alle öffentlichen Integrierten Sekundarschulen (ISS) bieten eine ganztägige Betreuung von 8 - 16 Uhr an. Im offenen Ganztagsbetrieb (OGB) wird eine freiwillige Betreuung an vier Tagen angeboten, während im gebundenen Ganztagsbetrieb (GGB) alle Schülerinnen und Schüler an vier Tagen eine Anwesenheitspflicht haben. 43% der ISS bieten den teilgebundenen Ganztagsbetrieb (TGB) an, bei dem offener und gebundener Ganztag auf vier Tage verteilt werden. Darüber hinaus werden die ISS dem TGB zugeordnet, die mehrere Ganztagsformen gleichzeitig anbieten. Gymnasien können auf Antrag ebenfalls ein Ganztagsangebot machen, die Definitionen entsprechen denen der ISS. Die Abbildungen G.6.1 und G.6.2 machen, im Verhältnis zu der Anzahl der Schulen, deutlich, dass die Umsetzung des Ganztagsangebotes an den öffentlichen Grundschulen und ISS seit mehr als fünf Jahren so gut wie abgeschlossen ist und größere Veränderungen sind nicht zu erwarten. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 92 Blickpunkt Schule 2019 Dagegen bieten in der Sekundarstufe seit 2015/16 etwa ein Drittel der Gymnasien einen Ganztagsbetrieb an und die Entwicklung verläuft hier dynamischer als in der Primarstufe (G.6.3). Innerhalb der Sekundarstufe variiert die Organisationsform zwischen den dargestellten Gymnasien und Integrierten Sekundarschulen eher geringfügig. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 93 Blickpunkt Schule 2019 G.7 Welche Schulstatistiken es sonst noch gibt Fälschlicherweise als „kleine“ Statistiken verniedlicht, gibt es eine Reihe von statistischen Erhebungen, die ihre Bedeutung über Fragestellungen einer sehr spezifischen Klientel formuliert haben und zum Teil bundesweit im Rahmen von KMK-Verabredungen produziert werden. Im folgenden Teil werden ausgewählte Fragestellungen dargestellt, zu denen auf Nachfrage im Referat Schulstatistik und Prognose weitere Auswertungen angefordert werden können: - 23 Kinder beruflich Reisender haben im Schuljahr 2017/18 in Berlin eine Stützpunktschule besucht. - 77.272 Teilnehmer/innen besuchen im Schuljahr 2018/19 den evangelischen Religionsunterricht, 65.152 Teilnehmer/innen den humanistischen Lebenskundeunterricht. Weitere 35.440 Teilnehmer/innen besuchen den Unterricht anderer Träger. - Im aktuellen Schuljahr haben insgesamt 30.248 Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase in der gymnasialen Oberstufe Grund- und Leistungskurse belegt. Im 1. Kurshalbjahr wurden durchschnittlich 8,2 und im 3. Kurshalbjahr 7,2 Grundkurse belegt, darunter 1.519 Belegungen von Seminarkursen für besondere Lernleistungen und 2.922 Belegungen von Ergänzungskursen „Studium und Beruf“. In der Regel belegen die Schülerinnen und Schüler zwei Leistungskurse. Die beliebtesten Leistungskurs-fächer sind Englisch (12.321 Belegungen), Biologie (8.602) und Deutsch (6.397). - Am fakultativen Fremdsprachenunterricht haben im Schuljahr 2017/18 insgesamt 6.820 Teilnehmer/innen teilgenommen. Den höchsten Zuspruch hat das Fach Englisch mit fast 40% aller Teilnehmer/innen. - 295 Teilnehmer/innen besuchen im Schuljahr 2018/19 im Zweiten Bildungsweg die Lehrgänge zum Erwerb der Berufsbildungsreife, 1.949 Teilnehmer/innen besuchen die Lehrgänge zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife. SenBildJugFam - Referat IC Seite | 94
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