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Periodical volume

Full text: Stadtteilmanagementverfahren Prävention Berlin-Spandau Falkenhagener Feld-West Issue 2015/16

Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

IHEK 2015/2016

Inhaltsverzeichnis
Einleitung...............................................................................................2
1. Gebietsbeschreibung.........................................................................3
1.1 Allgemeine Gebietsbeschreibung ...........................................3
1.2 Die wichtigsten Akteure...........................................................3
1.3 Wichtigste Entwicklungen.......................................................4
1.3.1 Aktivierung der Bewohner...........................................4
1.3.2 Verantwortung für den Kiez.........................................4
1.3.3 Vernetzung ................................................................5
1.3.4 Bildungssituation.........................................................6
1.3.5 Lebendiger Kiez .........................................................7
1.3.6 Wohnen und Wohnumfeld..........................................8
2. Leitbild...............................................................................................9
2.1 Prozessbeschreibung der Leitbildentwicklung........................9
2.2 Leitbildthemen........................................................................9
2.3 Schwerpunktsetzung der Leitbildthemen im fünften Bürgerforum und im Quartiersrat...........................................................10
3. Künftiger Handlungsbedarf im Gebiet..............................................11
3.1 Handlungsfeld Bildung, Ausbildung, Jugend ........................11
3.2 Handlungsfeld Arbeit und Wirtschaft.....................................15
3.3 Handlungsfeld Nachbarschaft (Kultur, Gemeinwesen,
Gesundheit, Integration).............................................................17
3.4 Handlungsfeld öffentlicher Raum..........................................20
3.5 Handlungsfeld Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der
Partner........................................................................................22
4. Fazit.................................................................................................24
Abkürzungsverzeichnis........................................................................26
Impressum...........................................................................................27

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

Einleitung
Seit 2005 ist das Falkenhagener Feld West Quartiersmanagementgebiet in der Kategorie Prävention im Rahmen des Programms Soziale
Stadt. Die meisten kennen das Quartiersmanagement-Team seither als
QM. Die Bebauung im Quartier besteht laut Stadtplanern größtenteils
aus so genannten aufgelockerten Großsiedlungsbereichen mit Zeilenbebauung und Einzelhäusern der 1960er/ 1970er Jahre (Nachverdichtung in den 1990er Jahren). Aus dem Bürgergremium Quartiersbeirat wurde im Laufe der zehn Jahre der Quartiersrat.
Nach einer kurzen Einleitung folgt im ersten Teil eine allgemeine
Gebietsbeschreibung, die Nennung der wichtigsten Akteure aus Sicht
des QM´s und der Stand der Gebietsentwicklung. Im zweiten Teil wird
das Leitbild für das Falkenhagener Feld West und im dritten Teil werden
die wesentlichen Handlungsbedarfe in den jeweiligen Handlungsfeldern
beschrieben. Abschließend werden im Fazit nochmal die wesentlichen
Handlungsbedarfe zusammengefasst und die Meilensteine auf dem
Weg zur Verstetigung des Gebietes skizziert.



IHEK 2015/2016

gepasst.
Seit Anfang 2014 ist die GeSop mbH für beide QM-Gebiete FF
West und FF Ost beauftragt. Es gibt weiterhin zwei Teams, zwei
Vorortbüros und zwei Fondstöpfe. Allerdings werden auch viele
Themen/ Bereiche zusammen bearbeitet: Es gibt u.a. ein
gemeinsames Bürgerforum, nahezu deckungsgleiche Leitbilder,
eine gemeinsame Koordinierungsrunde, eine Stadtteilkonferenz,
eine Ämterrunde und ein gemeinsames Stadtteilfest.

Zur besseren Übersicht seien an dieser Stelle die wesentlichen Änderungen gegenüber dem letztem IHEK 2013/2014 genannt:

Seit 2014 gibt es eine neue Förderperiode im Rahmen des
europäischen Strukturfonds EFRE. Damit einhergehend sollen
nach der neuen Verwaltungsvorschrift Soziale Stadt die Projekte
strukturfördernd nachhaltig sein. Nach einer ersten Phase der
Initiierung gilt es vor allem die neu geschaffenen Strukturen
(z.B. Vereine) zu festigen.

Bei der Formulierung der Handlungsbedarfe sollen alle Bedarfe
genannt werden. Ob diese in den Verantwortungsbereich der
Sozialen Stadt fallen oder durch andere Fachbereiche
bearbeitet werden können, ist sekundär.

Generell und insbesondere bezogen auf die Handlungsfelder
Kooperation, Beteiligung und Vernetzung möchte das QM
verstärkt die Zielgruppen des Verfahrens ansprechen, die bisher
noch nicht erreicht wurden. Das QM hat im Jahr 2014 seine
Beteiligungsinstrumente auf den Prüfstand gestellt und anGeSop mbH

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

1. Gebietsbeschreibung
1.1 Allgemeine Gebietsbeschreibung
Das Quartiersmanagementgebiet Falkenhagener Feld West (FF West)
liegt im westlichen Teil Spandaus am Stadtrand Berlins. Es wird durch
die Bötzowbahn vom QM-Gebiet Falkenhagener Feld Ost (FF Ost)
getrennt und der Spektegrünzug bildet im Süden die Grenze. Die
Bebauung besteht insgesamt aus Großsiedlungseinheiten der frühen
60er und 70er Jahre. Dabei handelt es sich um Zeilenbauten, Einzelhäuser und bis zu siebzehngeschossige Punkthochhäuser. Neben dem
Geschosswohnungsbau erstrecken sich Siedlungseinheiten aus Einfamilienhäusern durch das gesamte Gebiet. Heute ist die Siedlung
(Bereich Ost und West) mit 56 EW/ha (Vergleich: Spandau 23,5 EW/ha)
ein dicht besiedeltes Gebiet. Aber aufgrund der Gesamtgröße, des
relativ hohen Grünanteils und trotz der Nachverdichtung verfügt es über
aufgelockerte Baustrukturen. Das Einkaufszentrum „Posthausweg“ am
Kiesteich mit einer kleinen Fußgängerzone, das Schulzentrum mit der
Martin-Buber-Oberschule (MBO) und der Grundschule „Im Beerwinkel“
(GiB) sowie das Mehrgenerationenhaus (MGH) auf der gegenüberliegenden Seite sind die wichtigsten Begegnungsorte im Quartier.
Im FF West sind kaum noch öffentlich kontrollierte Wohnungsbaugesellschaften vorhanden (Gewobag mit ca. 1500 Wohneinheiten).
Öffentliche Einrichtungen der sozialen Infrastruktur wie Einrichtungen
für die offene Jugendarbeit, Bibliotheken, Kinder- und Jugendgesundheitsdienst fehlen gänzlich im Quartier.
Ende 2013 lebten im Gebiet FF West 9.412 Einwohner.1,2 Dies
bedeutete nach leicht positiven Wachstumsraten in den Jahren zuvor
(2,17 % und 1,47 %) eine Veränderung um lediglich 0,16 % gegenüber
dem Vorjahr. Der Anteil der so genannten Migranten ist gegenüber
Ende 2011 um 2,4 Prozentpunkte auf 35,2 % gestiegen. Der Anteil der
Bezieher von Transfereinkommen und der Anteil der Arbeitslosen sind

2012 in beiden das QM betreffenden Planungsräumen nicht gesunken.
Im Planungsraum Griesingerstraße sind sie sogar weiter gestiegen.
Dort wurden Ende 2012 15 % Erwerbslose und 26 % Transferbezieher
verzeichnet. Ende 2012 waren im Planungsraum Gütersloher Weg 13
% der Bewohner arbeitslos und 19 % Transferbezieher. Das Gebiet ist
gekennzeichnet von einer hohen Kinderarmut. Mehr als jede/r zweite
Jugendliche/r unter 15 Jahren ist abhängig von Transferleistungen. 3
Eine leicht überdurchschnittliche Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit
sind zu konstatieren. In Spandau erhöhte sich die Schuldnerquote 2013
nochmals um 0,97 % gegenüber dem Vorjahr auf 15,69 %. 4 Da die
Spreizung in Spandau zwischen Gebieten mit sehr hoher und sehr
geringer Schuldnerdichte die höchste in Berlin ist, gibt es im FF
vermutlich Gebiete, in denen jeder vierte Bewohner überschuldet ist.
Von den 32,8 % so genannten Migranten sind ca. 2/3 Deutsche und 1/3
Ausländer. Neben der deutschen Sprache wird hauptsächlich auf
Russisch, Polnisch, Türkisch und Arabisch kommuniziert (in dieser
Reihenfolge abnehmend).
Der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre lag im Jahr 2013
bei 18,3 % der Gesamtbevölkerung. Der Anteil der Personen über 65
Jahre lag bei 25,6 %, im Berliner Durchschnitt waren es 19 %.5
1.2 Die wichtigsten Akteure
Das Quartiersmanagement und die öffentliche Wohnungsbaugesellschaft Gewobag bündeln ihre Ressourcen im Rahmen des sozialen
Kompetenzzentrums im Kraepekiez. Seit 2009 ist die Grundschule im
Beerwinkel zentraler Akteur eines Kinderschutznetzwerkes. Dazu
gehören drei Grundschulen, ein Hort, der KJGD, mehrere Kitas, das
QM, das Jugendamt, die Jugendhilfeträger Casablanca und Trialog
sowie die Schulpsychologie. Die MBO hat den Anmeldungen zufolge
als drittpopulärste Schule Berlins eher einen überregionalen
3

1
2

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Stand 31.12.2013
Der besseren Lesbarkeit halber wird auf die parallele Verwendung geschlechtsspezifischer
Bezeichnungen in weiblicher und männlicher Form verzichtet und deshalb ausschließlich die
männliche Form verwendet.

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4
5

Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2013, Statusindikatoren … Planungsräume 05010204
und 206
http://www.creditreform-bb.de/fileadmin/user_upload/vc_files/berlin-brandenburg.de/SchuldnerAtlas_regional/2013_Analyse_SchuldnerAtlas_Berlin_2013.pdf
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg I B1 Einwohnerregister Stand 31.12.2013

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Einzugsbereich. Das Mehrgenerationenhaus der evangelischen PaulGerhardt-Kirchengemeinde und sein ehrenamtlich geführtes Café
stellen im Gebiet einen Ort der Begegnung dar. Mit aktuell rund 200
aktiven Ehrenamtlichen ist das Mehrgenerationenhaus ein äußerst
lebendiges Stadtteilzentrum. Neben dem MGH bietet die Gemeinde
auch im Schwedenhaus – Kreativzentrum für Kinder und Jugendliche
Räume zur Begegnung. Die Vereine Nachbarn im Kiez und Stark für die
Zukunft setzen sich intensiv für die Nachbarschaft ein. Familie im
Zentrum (FIZ) ist neben dem Bauspielplatz wichtiger Ansprechpartner
für Familien und koordiniert mit Schulen und Kitas den Übergang von
der Kita in die Schule. Nicht zuletzt ist der kieztreFF ein neuer wichtiger
Ankerpunkt für Begegnungen und Beratung im Einkaufszentrum Am
Posthausweg.
1.3 Wichtigste Entwicklungen
1.3.1 Aktivierung der Bewohner
Die Beteiligung an Elternabenden ist in Kitas und Schulen sehr
unterschiedlich, aber insgesamt wenig zufriedenstellend. Insbesondere
Themenelternabende sind schlecht besucht. Die Beteiligung an offenen
Veranstaltungen ist im Vergleich zu höherschwelligeren Aktivitäten viel
höher. In den letzten zwei Jahren waren das Stadtteilfest des FF`s mit
3.000 bis 3.500 Besuchern, das Sommerfest der Kirchengemeinde mit
ca. 500 und das Hoffest der Gewobag mit ca. 300 Einwohnern relativ
gut besucht. Auch die Beteiligung an den Festen der Schulen und Kitas
ist groß. Die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und
Elternvertretern hat sich intensiviert, könnte sich aber noch verbessern.
Deutlich gestiegen ist die Bereitschaft sich an Festen zu beteiligen. Die
Elternarbeit stellt neben der Arbeit mit den Kindern immer einen
aufwendigen, aber notwendigen Zusatz dar.
Die Wahlbeteiligung für Quartiersrat und Aktionsfondsjury nimmt zu, ist
aber immer noch gering.6 Die niedrige Wahlbeteiligung im FF West für

die Bezirksverordnetenversammlung 2011 lässt auf ein schwer zu
aktivierendes Klientel schließen.7
Es hat sich viel getan, seit das QM im Jahr 2005 seine Arbeit aufgenommen hat: Im Frühjahr 2007 haben sich aus der Kiezrunde die
Nachbarn im Kiez e.V. (NiK) gegründet, Anfang des Jahres 2012 wurde
aus der Medienwerkstatt MUXS der Verein Medienwerkstatt MUXS die Zukunft im Falkenhagener Feld e.V. und Anfang 2013 aus dem
Projekt Starke Kinder für eine starke Zukunft der Verein Stark für die
Zukunft e.V. gegründet. Alle Vereinsgründungen hat das Quartiersmanagement mitinitiiert.
2011 nahmen 34, im Jahr 2012 35 und im Jahr 2013 36 Bürger und
Akteure am Bürgerforum teil. Bei den ersten gemeinsamen Bürgerforen
im FF 2014 und 2015 nahmen 58 bzw. 70 Bürger und Akteure teil.
Ambitioniertes Ziel des Quartiersmanagements ist es, das Bürgerforum
jährlich als eine Art Vollversammlung des Quartiers zu etablieren und
durchzuführen.
Generell beteiligen sich an konsumorientierten Angeboten wie z.B.
Festen viele Kinder und Familien. In gestaltungsorientierte Angebote
wie z.B. den Quartiersrat bringen sich überdurchschnittlich viele
Senioren ein. Folgende Zielgruppen beteiligen sich bislang kaum oder
werden noch nicht ausreichend in die Arbeit einbezogen:
 Bewohner mit Migrationshintergrund
 Eltern (insbesondere Väter)
 bildungsferne Menschen und Langzeitarbeitslose
 Jugendliche und junge Erwachsene
 Bewohner mit Handicaps
1.3.2 Verantwortung für den Kiez
Seit Gebietsfestlegung im Jahr 2005 wurden etwa 2,78 Mio. Euro aus
dem Programm Soziale Stadt im FF West investiert. Dazu kommen Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau West zur Aufwertung der so7

6

Für die Kandidaten des Quartiersrates und der Aktionsfondsjury haben 2014 insgesamt 77
Bewohner ihre Stimmzettel abgegeben. 2011 hatten 63 und 2009 lediglich 25
stimmberechtigte Bewohner gewählt.

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Die für das Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West relevanten Stimmbezirke 122,
130, 423 und 433 hatten mit einer Wahlbeteiligung von 34,7%, 34,8%, 42,5% und 35,1%
(Spandau: 56,1% und Berlin: 57,5%) äußerst niedrige Werte für die Wahl der Bezirksverordnetenversammlung 2011.

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

zialen Infrastruktur im gesamten Falkenhagener Feld in Höhe von ca.
25,82 Mio. Euro (2005 bis 2014).
Im Rahmen des Programms Stadtumbau West wurde mit den Maßnahmen Mehrgenerationenhaus, Sport- und Begegnungszentrum, Schulhofgestaltung der Martin-Buber-Oberschule und der Grundschule im
Beerwinkel, Bauspielplatz und Freizeit- und Erholungsangebote im
Spektegrünzug in die bauliche Infrastruktur investiert.
Die Gewobag hat neben der baulichen Aufwertung im Kraepelinweg Hofgestaltung und neuer Bolzplatz - hauptsächlich durch Mietkostenverzicht in soziokulturelle Projekte insbesondere im Kraepelinweg investiert. Des Weiteren veranstaltet die Gewobag im Jahr 2015 erstmals
zwei Mieterfeste (Kraepelinweg/Am Bogen), unterstützt das Stadtteilfest
sowie die Stadtteilzeitung. Zudem beteiligt sie sich aktiv im Quartiersrat,
der Stadtteilkonferenz und anderen Quartiersgremien, sie unterhält eine
Kiezstube als Anlauf- und Treffpunkt sowie einen Mieterbeirat. Die Gewobag hat 2013 zusätzliche Wohneinheiten Am Bogen erworben. Dadurch hat die öffentliche Wohnungsbaugesellschaft den kommunalen
Zugriff wieder verstärkt (insgesamt 1.528 Wohnungen im FF West). Die
Kirche beteiligt sich im Rahmen des QM-Verfahrens ebenfalls an der Finanzierung von Projekten wie z.B. dem Schwedenhaus und ist im FF
West ein wichtiger Anbieter von Räumlichkeiten. Die Öffnung der Schulen und deren Räumlichkeiten für das Quartier gestaltet sich schwierig.
Oft scheitert dieses Vorhaben bereits an der Abwesenheit der Hausmeister.
Im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe ergab sich für 2014 nach Aussage des Jugendamts8 für die Kinder- und Jugendarbeit eine bedarfsgerechte Verteilung für das FF. In der Familienhilfe sei das Gebiet sogar
leicht über dem Bedarf. Einzig die Jugendsozialarbeit sei ausbaufähig.
Seit 2013 wird das FiZ über Mittel des Jugendamts finanziert. Das Jobcenter hat eine mittelfristige Kommunikationsstruktur zwischen Jobcenter und Quartiersmanagement etabliert. Allerdings ist die Sozialraumorientierung, die in einzelnen Projekten Erfolge zeigt, die Ausnahme.
Das hohe ehrenamtliche Engagement vor allem älterer Bewoh8

Stellungnahme Mitarbeiter des Jugendamts bei der Ämterrunde Falkenhagener Feld im
Klubhaus am 11.05.2015

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ner offenbart sich vor allem bei dem Verein Nachbarn im Kiez, dem FiZ
und im MGH der Kirche. Allein im MGH sind über 200 Ehrenamtliche
engagiert. Es wird jedoch zunehmend sichtbar, dass das Ehrenamt immer nur begleitend Probleme lösen kann. Die Verantwortung und professionelle Hilfe der staatlichen Stellen können dadurch nicht ersetzt
werden.
1.3.3 Vernetzung
Im Rahmen der Tätigkeit des QMs seit 2005 haben sich zahlreiche
Netzwerke vom QM bzw. von anderen Akteuren gegründet. Sie wollen
die Kommunikation fördern, gemeinsame Aktivitäten besprechen und
Ressourcen besser nutzen.
Themenorientiert lassen sich hier folgende Strukturelemente des Vernetzungsgeschehens im QM FF West benennen:
Koordinationsrunde des QM FF West - das QM, Träger, Verwaltungen und Bürger treffen sich und diskutieren über Fragen der Gebietsentwicklungen, Angebote, Veranstaltungen, neue Projekte und Ideen.
Die im QM FF West gegründete Koordinationsrunde wurde als Vernetzungsgremium auf beide QM-Gebiete übertragen.
Netzwerk Medien - Falkenhagener Express - Der Mitbegründer des
Medienvereins und Herausgeber des Falkenhagener Express (FEX)
zieht sich Ende 2015 zurück. Vor diesem Hintergrund ist die Fortführung des FEX aktuell unsicher.
Stadtteilfest der Sozialen Stadt - Einmal im Jahr treffen sich unter
dem Label Soziale Stadt 50 Organisationen aus dem FF und feiern gemeinsam ein friedliches Fest im Sommer - mittlerweile zum 10. Mal.
Wichtig sind in diesem Zusammenhang die gemeinsamen Vor- und
Nachbereitungen, die dem Kennenlernen und Vernetzen dienen.
Netzwerk Übergang Kita/Schule - Gebietsschulen und Kitas treffen
sich, um den Übergang der Gebietskitakinder in die Schulen zu organisieren. Dies beinhaltet vielfältige Informationen u.a. Elternversammlungen unter der Beteiligung von Lehrern und Ärzten. Weiterhin informieren sich die Akteure über Bildungs- und pädagogische Fragen und stimmen sich dazu ab.

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Netzwerk Frühe Hilfen - Werdende Eltern und Familien mit Kindern bis
zu drei Jahren können im Bezirk Angebote aus dem Bereich der Frühen
Hilfen in Anspruch nehmen. Das FIZ im FF West ist hier Knotenpunkt
im Netzwerk.
Soziales Kompetenzzentrum Kraepekiez - Kinder- und familienorientierte Angebote von Trägern. Zwei Träger (BGFF e.V. und MUXS) haben den Sozialraum verlassen. Deshalb kann von einem Zentrum mit
unterschiedlichen Kompetenzangeboten nicht mehr die Rede sein.
Wichtig sind allerdings weiterhin die Spiel- und Lernangebote des Kindermedienpoints, der im Gebiet verblieben ist. In der Kiezstube der Gewobag treffen sich Bürger des Gebietes. Hier befindet sich auch das
Büro des Jugendhilfeträgers Casablanca, das Anlaufpunkt für Maßnahmen der Jugendhilfe ist.
Schwedenhaus - Kreativzentrum für Kinder und Jugendliche - Kristallisationspunkt für Aktivitäten rund um kreative Kinder und Jugendliche. Sie können hier z.B. lesen, musizieren und tanzen.
Netzwerk Prävention und Gesundheitsförderung im Kindes- und
Jugendalter KiJuFit - Beginnend im QM FF West hat sich das Netzwerk über den gesamten Aktionsraum plus/Netzwerkraum ausgedehnt
und soll in Spandau im gesamten Schulbereich Anwendung finden.
Stadtteilkonferenz Falkenhagener Feld - Arbeitsgruppe Jugendhilfe
gemäß § 78 SGB VIII (Freie Träger)
Kinderschutzrunde - Schule, Jugendamt, Jugendhilfeträger, Polizei,
Kitas und QM setzen Kinderschutz um.
Netzwerk Wohnungsunternehmen im FF - gemeinsame Aktivitäten
zum Standortmarketing, zukünftige Investitionen im Rahmen des energetischen Quartierskonzeptes

Im FF West gibt es insgesamt vier Kindertagesstätten.10 Die Sprachförderung und die Integration ist vielen Kitas ein besonderes Anliegen.
Seit vier Jahren beteiligt sich die Kita des FiZ am Förderprogramm
„Frühe Chancen“ (Sprache und Integration). Eine Sprachstandserhebung aus dem Jahr 2014 ergab, dass von den vierjährigen Kindern
an der Kita Wasserwerkstraße und der Kita Drachenburg ein Drittel
einen Sprachförderbedarf aufweist. Im Jahr zuvor waren es noch knapp
50 %.
Im FF West gibt es drei Grundschulen. Arbeitsschwerpunkte an der
Grundschule im Beerwinkel bilden neben der Sportbetonung auch die
Themen Umwelt und europäisches Lernen.11 Über das Bonusprogramm
der Senatsverwaltung für Bildung erhält die Schule seit 2014 jährlich
62.500 Euro, um die Bildungschancen an Schulen in sozial benachteiligten Quartieren zu verbessern.
In der Immanuel-Grundschule des Christburg Campus wird in altershomogenen Klassen unterrichtet. Der Anteil von Kindern, in deren
Familien überwiegend Russisch gesprochen wird, liegt bei über 40 %.
Die Hälfte der Schüler wechselt im Anschluss auf ein Gymnasium, die
andere Hälfte auf eine Sekundarschule.
Im Schulgebäude an der Pionierstraße 197 befinden sich zwei Schulen
unter einem Dach.12 Über die Jahre wurden mittlerweile vier verschiedene Schülerfirmen ins Leben gerufen. Zwischen beiden Schulen
besteht eine enge Kooperation. Auf dem gleichen Campusgelände wie
die GiB befindet sich die MBO, die als integrierte Sekundarschule mit
gymnasialer Oberstufe fungiert. Die MBO war in 2014 in Bezug auf die
Anmeldezahlen die begehrteste Sekundarschule in ganz Berlin. 13 Von
der angrenzenden GiB wechseln nur ca. 10 % der Schüler auf die

1.3.4 Bildungssituation

10 Die Kita Drachenburg betreut derzeit 130 Kinder, die Humanistische Kita Wasserwerkstraße
125 Kinder, die evangelische Kindertagesstätte der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde 30 Kinder
und die katholische Kita St. Markus 56 Kinder.
11 In der Halbtagsgrundschule mit offener Ganztagsbetreuung lernen ca. 500 Schüler, 200
besuchen den Hort. In neun von insgesamt 21 Klassen wird in der Schulanfangsphase
jahrgangsübergreifend in den Stufen 1 und 2 gelernt.
12 Die Grundschule am Wasserwerk ermöglicht einen offenen Ganztagsbetrieb. Die Schule am
Stadtrand mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung ist hingegen
eine gebundene Ganztagsschule.
13 Tagesspiegel Online vom 01.03.2014

Die Bezirksregion Falkenhagener Feld verzeichnet auch im Jahr 2015
laut Kitabedarfsatlas eine Unterausstattung mit Kitaplätzen bei
steigenden Kinderzahlen und wird der Kategorie 1 zugeordnet. Dies
bedeutet, dass es derzeit im Gebiet keine Platzreserven bei einem
prognostisch steigenden Bedarf an Kitaplätzen gibt.9
9

Kitabedarfsatlas 2015, Stand: März 2015

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

Sekundarschule, obwohl die Nachfrage deutlich höher ist.
Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche gibt es durch den
Wegfall der Medienwerkstatt MUXS, des Lückeprojekts Treffpunkt und
des Falkenhorsts noch weniger als noch vor ein paar Jahren. Der
Bauspielplatz wird nach der Sanierung im Innen- und Außenbereich
wieder durch zahlreiche Besucher genutzt. Weiterhin gibt es im
Schwedenhaus – Kreativzentrum für Kinder und Jugendliche Angebote
für diese Zielgruppe, wie z.B. das Projekt „Starke Kinder für eine starke
Zukunft“. Einen Ort für offene Jugendarbeit bietet das Klubhaus in der
Westerwaldstraße im angrenzenden Quartier, das auch von Kindern
und Jugendlichen aus dem FF West frequentiert wird.
1.3.5 Lebendiger Kiez
Im FF West gibt es verschieden Anlaufpunkte, die als Nachbarschaftstreffpunkte für die Freizeitgestaltung dienen können. Das Mehrgenerationenhaus der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde stellt durch die
vielfältigen Angebote und Projekte zusammen mit dem integrierten Café
ein soziales Zentrum für alle Generationen und Kulturen im Stadtteil
dar. Der Bauspielplatz, der sich auf der Grünfläche am Wasserwerk
zwischen Pionierstraße und Falkenseer Chaussee befindet, ist für
Kinder sowie deren Eltern ein besonderer Spiel- und Begegnungsplatz.
Diese niedrigschwellige Einrichtung ist nach Sanierungsarbeiten im
Außen- und Innenbereich seit kurzem wieder fast täglich geöffnet und
wird sehr gut angenommen. Das Schwedenhaus wird weiterhin über
das Programm der Sozialen Stadt mit dem Projekt „Kreativzentrum für
Kinder und Jugendliche“ finanziert. Das Haus steht mehreren Projekten
aus dem Gebiet kostenlos zur Verfügung. Der gebietsbezogene Verein
„Starke Kinder für eine starke Zukunft e.V.“ nutzt die Räume vor Ort
mehrmals in der Woche für seine sehr gut besuchten Angebote, die
besonders im musischen Bereich liegen.
Im Bereich des „Kraepekiez“ hat sich in den letzten beiden Jahren
einiges verändert. Das Medienangebot von MUXS richtete sich vor
allem an Kinder und Jugendliche und wurde mehrere Jahre über die
Soziale Stadt finanziert. Im Dezember 2014 endete es jedoch. Aus dem

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Verein MUXS e.V. hat sich niemand bereit erklärt, das Projekt fortzuführen. Ebenfalls beendet wurde das Projekt Integrations- und Nachbarschaftstreff „Falkenhorst“ vom BGFF e.V.. Stattdessen gibt es seit
dem letzten Jahr die Kiezstube der Gewobag im Kraepelinweg 3, in der
einige Projekte aus dem Falkenhagener Feld, z.B. auch einzelne
Angebote des ehemaligen Falkenhorsts verankert sind.
Die zahlreichen Feste im Quartier tragen im großen Maße zur
Lebendigkeit des Kiezes bei. Besonders das jährliche Stadtteilfest, das
zusammen mit dem FF Ost veranstaltet wird, stellt mit mehreren
tausend Besuchern ein kulturelles Highlight dar. Ein weitaus kleineres
Fest, das aber auch Hunderte von Besuchern anzieht, ist das seit
vielen Jahren stattfindende Sommerfest am Schwedenhaus von der
Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde. Weiterhin gibt es im Bereich des
Kraepelinweges im Sommer seit mehreren Jahren ein Hoffest, das die
Wohnungsbaugesellschaft Gewobag gemeinsam mit dem Quartiersmanagement organisiert. Auch hier gibt es die Möglichkeit, dass sich
einzelne Vereine, Initiativen und Akteure aus dem Gebiet an diversen
Ständen präsentieren. Im Mai 2015 fand zudem zum zweiten Mal das
Frühlingsfest im Einkaufszentrum am Posthausweg statt.
Seit August 2013 gibt es dort den kieztreFF, ein Ort der Begegnung,
Beratung und des Austausches für die Bürger des Falkenhagener
Feldes. Des Weiteren plant die Gewobag gemeinsam mit dem
Quartiersmanagement im Herbst diesen Jahres ein Fest im neuen
Gewobag-Bestand Am Bogen.
Im Rahmen des Stadtumbaus West wurden im Spektepark im letzten
Jahr diverse Freizeitmöglichkeiten für alle Altersklassen geschaffen.
Der im Gebiet entstandene Nachbarschaftsverein Nachbarn im Kiez
e.V. nutzt mehrere Räumlichkeiten im Gebiet, u.a. den Nachbarschaftsladen Am Bogen und den kieztreFF. Vor wenigen Wochen wurde in
direkter Nachbarschaft außerdem der Kiezkiosk „Kiki“ eröffnet, der als
weiterer Anlaufpunkt dem nachbarschaftlichen Austausch dienen soll.

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1.3.6 Wohnen und Wohnumfeld
Spielplatzangebote
Im Bereich des QM-Gebietes FF West befinden sich verschiedene öffentliche Spielplatzstandorte: Im Spektefeld (null bis fünf Jahre), der
Spielplatz an der Wasserwerk-Grundschule in Verbindung mit dem Gelände des Bauspielplatzes (sechs bis zwölf Jahre). Positive Gebietsentwicklungen entstanden im Rahmen des Programms Stadtumbau West
durch Spielangebote im Spektepark mit Kletterfelsen, einer Skaterbahn,
einem Beachvolleyballplatz, einem Jugendspielplatz und einem Mehrgenerationenspielplatz. Eine Ergänzung dieser öffentlichen Angebote
bilden die siedlungsbezogenen Spielflächen in den Bereichen der Wohnungsbaugesellschaften.
Öffentliche Grünflächen
Bestimmt wird das Grün-Bild durch die siedlungsbezogenen Grünflächen, die eher als Abstandsflächen und nicht als nutzbare Erholungsflächen zu betrachten sind. Der nicht zum QM-Gebiet gehörende Spektepark und der Spektegrünzug bilden die eigentlichen qualifizierten GrünAngebote im Nahbereich des QM-Gebietes.
Verkehrsanbindung durch den ÖPNV
Die Anbindung des Gebietes mit dem ÖPNV wird über verschiedene
Buslinien (137, 337) entlang der Falkenseer Chaussee und die Linien
M37 (Waldkrankenhaus) und 131, die als Ziel die Grundschule im Beerwinkel und die Martin-Buber-Oberschule haben, gewährleistet.
Hinsichtlich der Anbindung des FF an das S-Bahnnetz über die BötzowBahn wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt. Die Ergebnisse der Studie
sollen noch in 2015 vorgestellt werden.
Einzelhandel und Gastronomie
Als Einkaufsmöglichkeit des täglichen Bedarfs fungiert der Supermarkt
an der Ecke Wasserwerkstraße/Falkenseer Chaussee und das Einkaufszentrum am Posthausweg, wesentlich sind hier die Postfiliale und
ein Ärztehaus. Eine weitere Konzentration von Handelseinrichtungen
befindet sich gegenüber des Campusgeländes Im Spektefeld. Insgesamt gibt es in der Großsiedlung eher wenig Ladenzeilen und keine
ausgeprägte „Kneipenstruktur“.

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Sicherheit im öffentlichen Raum
Laut Aussagen der Polizei und der Streetworker von Outreach ist das
QM-Gebiet FF West im Zusammenhang mit Straftaten und Gefährdungen im öffentlichen Raum als nicht signifikant zu bewerten. Jedoch
weist die Bezirksregion Falkenhagener Feld mit 16 % die höchste Zahl
an Jugenddelikten in ganz Spandau auf.14 Ebenso wurden in den letzten Jahren immer wieder pädosexuelle Vorfälle bekannt.

14 Stellungnahme Mitarbeiter Jugendamt Spandau bei Fachämterrunde am 11.05.2015

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2. Leitbild
2.1 Prozessbeschreibung der Leitbildentwicklung
Mit der Formulierung eines Leitbildes verbindet das Quartiersmanagement insbesondere eine gemeinsame Reflektion der Akteure
über die Handlungsschwerpunkte des Gebietes. Die Leitbildentwicklung
lehnt sich eng an die Diskussion mit den Bürgern an und ist deswegen
nicht ergebnis- sondern prozessorientiert. Die Diskussion über eine
Leitbildentwicklung wird auch in den folgenden Jahren auf der
Tagesordnung stehen. Erstmals wurden im Jahr 2015 im fünften, dem
zweiten gemeinsamen Bürgerforum im FF, einheitliche Leitbildthemen
für die beiden Quartiersmanagementgebiete diskutiert. Grundlage für
die Überlegungen waren die bereits existierenden Leitbildthemen der
beiden Gebiete. Nachfolgend werden die Leitbildthemen für das FF
West beschrieben, die sich im Wesentlichen mit denen des FF Ost
überschneiden.
2.2 Leitbildthemen
Nachbarschaft
Insbesondere das wichtigste Leitbildthema Nachbarschaft wurde bei
dem fünften Bürgerforum intensiver diskutiert und es wurden Überlegungen angestellt, welche Schritte im Einzelnen getan werden
müssen. Außerdem wurden die operativen Ziele von den Teilnehmern
des Bürgerforums nach Wichtigkeit und Dringlichkeit beurteilt:
 Seniorenarbeit stärken (19)
 Toleranz, Respekt & Wertschätzung stärken (19)
 Familien stärken (18)
 Willkommenskultur etablieren (15)
 Begegnung fördern – Orte und Anlässe dafür schaffen (15)
 soziale Integration fördern (12)
 Gesundheit fördern (12)
 Jugend stärken (10)
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



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Sicherheit bzw. Sicherheitsempfinden stärken (10)
Nachbarschaftsvereine fördern (9)
Nachbarschaftshilfe fördern (9)

Bildung und Sport
Das Leitbildthema Bildung und Sport wird auch räumlich durch das
Schulzentrum/Campus im Spektefeld abgedeckt. Der großflächige
Bereich zwischen der Straße Im Spektefeld und dem Spektegrünzug bestehend aus zwei Schulen mit den neu gestalteten Außenanlagen
und einem großen Sportgelände - soll zum sozialen Zentrum im Gebiet
entwickelt werden. Die vorhandene Infrastruktur soll mit den Schulen
und weiteren Bildungs-, Begegnungs- und Freizeitangeboten bestmöglich genutzt und weiterentwickelt werden. Schulische und außerschulische Bildung spielt im gesamten Gebiet eine übergeordnete Rolle
und wird zusammen mit der integrativen Kraft des Sports als zentrale
Voraussetzung für gleiche Lebenschancen angesehen.
Wohnen und Barrierefreiheit
Unter dem Motto „Wohnen heißt bleiben?!“ hat das Quartiersmanagement im Herbst 2014 das vierte Bürgerforum im Falkenhagener
Feld veranstaltet. Es war zugleich das erste gemeinsame Bürgerforum
des Falkenhagener Feldes Ost und West. Über Wohnen im Alter und
bezahlbares Wohnen diskutierten das QM, Bewohner und Träger sowie
die geladenen Vertreter von Bezirk, Senat und Wohnungsbaugesellschaften. Beim fünften Bürgerforum im Frühjahr 2015 machten
die Bürger nochmals deutlich, dass es im Falkenhagener Feld einen
großen Instandsetzungsbedarf im Wohnbereich gibt, der sich seit
Jahren anstaut. Einig war man sich, dass Barrierefreiheit eine wichtige,
übergreifende Forderung darstellt. Und das meint auch den Abbau von
Barrieren in den Köpfen der Menschen! Dies wird als zentrale Voraussetzung für ein starkes und solidarisches Gemeinwesen im Quartier
betrachtet.

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Umwelt und Natur
Ein großer Pluspunkt des Quartiers sind die zahlreichen und gut zu
erreichenden Grünflächen zur Naherholung. Sowohl zielgruppenorientierte (Angebote für verschiedene Altersgruppen) als auch
begegnungsfördernde (wie z.B. der Kiezschulgarten) Nutzungsmöglichkeiten sind weiter auszubauen. Dabei ist darauf zu achten, grüne Freiflächen als Ruheoasen zu erhalten. Der Spektegrünzug als „grüne
Lunge“ und die Nähe zur Natur in Brandenburg stellen Qualitäten des
Gebietes dar.
Kooperation und Vernetzung
Die Kooperation und die Vernetzung können als Querschnittziele
verstanden werden und sind Handlungsvoraussetzungen bei der
Umsetzung von Maßnahmen in jedem Handlungsfeld. Hohe Bedarfe
bestehen weiterhin darin, die Kooperationen der Bewohner untereinander zu intensivieren.

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finanziell und sozial benachteiligte Schichten fungieren, die aus der
Innenstadt verdrängt werden? Stellen die Stadtrandgroßsiedlungen in
Zukunft Durchgangswohnstätten für die Bürger dar, die aus Berlin ins
Umland verdrängt werden? Wird die Großsiedlung durch die Ballung
von sozialen Problemlagen zur „schlechten Stadt“ stigmatisiert, die den
feinen Vierteln der Innenstadt gegenübersteht? Oder stellt die
Großsiedlung vielmehr ein gelungenes Beispiel für eine Flächen und
Ressourcen sparende Siedlungsform dar?
Energetische Konzepte können hier aufgrund der Gebäudekonzentrationen und der begrenzten Zahl der Eigentümer besonders
wirksam sein. Die Siedlungsform Großsiedlung muss eine Aufwertung
im gesamtstädtischen Kontext erfahren. Wenn sich Bewohner an der
Gebietsentwicklung beteiligen und die Stabilisierung der Nachbarschaften gelingt, können Großsiedlungen für gelungene soziale
Prozesse stehen und auch eine Vorbildwirkung für die übrige Stadt
entfalten.

2.3 Schwerpunktsetzung der Leitbildthemen im fünften Bürgerforum und im Quartiersrat
Der Quartiersrat folgt der Empfehlung des fünften Bürgerforums und
entscheidet sich ebenso wie der Quartiersrat im FF Ost, die Leitbildthemen Nachbarschaft sowie Bildung und Sport mit einem besonderen
Schwerpunkt zu versehen. Die weiteren Leitbildthemen sind ihrer
Gewichtung entsprechend der Aufzählung oben zu verstehen.
2.4 Funktion für die Gesamtstadt und für den Bezirk
Für die Großsiedlung Falkenhagener Feld im Stadtraum Berlin ergeben
sich folgende Fragestellungen und Diskussionsansätze:
Rund 7 % des Gesamtwohnungsbestandes in der Bundesrepublik
Deutschland befinden sich in Großsiedlungen. Insbesondere in den
neuen Bundesländern (22 %) spielt diese Siedlungsform eine wichtige
Rolle. Vor allem in Ballungsgebieten wie Berlin ergibt sich die Fragestellung: Soll das Falkenhagener Feld als Wohnraumreserve für

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3. Künftiger Handlungsbedarf im Gebiet
3.1 Handlungsfeld Bildung, Ausbildung, Jugend
Der Bereich Bildung und Ausbildung der Bewohner sowie Qualifizierung und Vernetzung der bestehenden Bildungseinrichtungen zu
modernen Bildungsstandorten bildet auch in den nächsten Jahren
einen Schwerpunkt in der Arbeit des Quartiersmanagements. Neben
der Förderung von Kindern und Jugendlichen spielt auch die
Aktivierung der Eltern und die Stärkung der Erziehungskompetenz eine
entscheidende Rolle.
Schaffung zusätzlicher Kitaplätze im Quartier
Im Falkenhagener Feld leben derzeit 2.511 Personen unter 7 Jahren
(Stand: März 2015).15 In nur einem Jahr sind demzufolge knapp 400
Kinder dazugekommen. Ein Mitarbeiter des Jugendamtes beschreibt
die Situation derzeit so: „Heute werden im Falkenhagener Feld bereits
Werte erreicht, die erst in einigen Jahren im Gebiet prognostiziert
wurden“.16 Folgerichtig ist der Bedarf an Kitaplätzen für ganz Spandau
betrachtet hier mit Abstand am größten. Aktuell fehlen im
Falkenhagener Feld 400 Plätze. Nimmt man den qualitativen Charakter
bei der Betrachtung hinzu (Betreuung nicht im Falkenhagener Feld),
erhöht sich das Defizit auf 600 Kitaplätze. Die derzeitige Betreuungsquote liegt bei den 0 bis 6-Jährigen bei nur 68 % - in der Regel sollen
innerhalb einer Bezirksregion 80 % erreicht werden. Ein Viertel dieser
Kinder ist allerdings in anderen Bezirksregionen untergebracht, so dass
die eigentliche Versorgung im Gebiet bei nur ca. 50 % liegt.17 Damit
stellen hier die fehlenden Kitaplätze ein großes Problem dar: Denn der
frühzeitige und regelmäßige Besuch einer Kindertageseinrichtung
erleichtert den Start in die Schule.
Hinzu kommt, dass die bestehenden Träger im Quartier in den letzten
Jahren kaum bauliche Erweiterungen durchgeführt haben. Sie haben
15
16
17

IHEK 2015/2016

sich vielmehr auf Sanierungen konzentriert oder wegen des
Fachkräftemangels andere Prioritäten gesetzt.
In der Vergangenheit haben zahlreiche Träger Interesse gezeigt, im
Falkenhagener Feld eine Kita zu eröffnen. Doch häufig scheitern die
Planungen wegen ungeeigneter Ressourcen. Meist sind keine
geeigneten Grundstücke vorhanden oder die Kosten für einen gemeinnützigen Träger zu hoch. Durch die steigenden Mieten im Gebiet wird
dies in Zukunft eher noch schwieriger.
Das Quartiersmanagement unterstützt den Bau zusätzlicher Kitas. Da
es derzeit kaum leerstehende Gebäude gibt oder diese teils aus
Profitgründen nicht an soziale Träger vermietet werden, sollte neben
Neubauten auch über kleinere Kitas in Wohnungen und den Umbau
von Parkhäusern nachgedacht werden. Partner können hier die
Wohnungsunternehmen und andere Träger sein. Auch Bezirk und
Senatsverwaltung müssen die Bereitstellung von Räumlichkeiten und
den Ausbau der bestehenden Einrichtungen unterstützen. Gleichzeitig
sollte das ergänzende Angebot der Kindertagespflege ausgebaut und
zusätzlich unterstützt werden (z.B. durch Bereitstellung kostenloser
Räume), um wenigstens einen Teil der nicht betreuten Kinder zu
versorgen.
Aktuell plant die Christburg Campus gGmbH gegenüber der ImmanuelSchule eine Kita mit insgesamt 50 Plätzen im Spektefeld 44. Die
Zusage der Senatsverwaltung für die Förderung im Jahr 2015 liegt vor.
Träger und Quartiersmanagement organisieren diesen Sommer eine
Infoveranstaltung, um die Anwohner rechtzeitig über die Planungen zu
unterrichten. Die Eröffnung der Kita ist für dieses Jahr vorgesehen. Die
Christburg Campus gGmbH sucht weiter nach Räumen, in denen eine
Kita eingerichtet werden könnte. Darüber hinaus plant der Sportverein
TSV im Bereich Spektepark/Am Kiesteich den Bau einer Kita mit dem
Schwerpunkt Sport. Konkretere Planungen, z.B. in Bezug auf mögliche
Anzahl der Kitaplätze gibt es derzeit noch nicht. Die hier aufgeführten
Pläne können den enormen Bedarf an Kitaplätzen allerdings nur leicht
verringern.

Bedarfsatlas, Stand März 2015
Stellungnahme Mitarbeiter Jugendamt Spandau, Fachämterrunde im FF am 11.05.2015
Stellungnahme Mitarbeiter Jugendamt Spandau, Fachämterrunde im FF am 11.05.2015

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Frühe Hilfen und Prävention in der Familie
Im Falkenhagener Feld gibt es viele bildungsferne und überforderte
Familien, deren Kinder weitaus schlechtere Chancen haben und einen
erhöhten Unterstützungsbedarf hinsichtlich ihrer Lernsituation aufweisen. Innerhalb der letzten Jahre ist die Anzahl der Schulrücksteller
gestiegen. Laut aktueller Zahlen vom Jugendamt können ca. 20 %18 der
schulpflichtigen Kinder im Falkenhagener Feld nicht eingeschult
werden, weil sie den Schulaufnahmetest nicht bestehen. Oft können die
Eltern keine Kompetenzen weitergeben, die sie selbst nicht erworben
haben. So überträgt sich das Problem auf die nächste Generation.
Wichtige Partner sind hier das FiZ in der Wasserwerkstraße und der
Bauspielplatz, denn beide Einrichtungen haben sich über die Jahre zu
wichtigen Partnern für die Stärkung der Familien und Nachbarschaften
entwickelt. Darüber hinaus besteht allerdings weiterer Handlungsbedarf, da die Nachfrage nach Elternkursen und Elterngesprächskreisen zum Thema Erziehungsfragen steigt. Auch an den Kitas und
Grundschulen sollen Eltern in ihren Erziehungskompetenzen gestärkt
und besser eingebunden werden. Im Kraepelinweg will der Jugendhilfeträger Casablanca über den Netzwerkfonds ab dem Programmjahr
2016 mit seinen Kooperationspartnern modellhaft eine Wohnung der
Gewobag im Rahmen des Projektes „Familien stärken“ bespielen.
Sprachförderbedarf
Seit einigen Jahren gibt es an den Kitas im FF West das Programm
Frühe Chancen, bei dem ein Erzieher zur Sprachförderung eingesetzt
wird. Kitas vergeben auf Anfrage Sprachfördergutscheine. Das
Programm zeigt Erfolge, dennoch bleibt der Förderbedarf bestehen.
Über die bestehenden Angebote hinaus sind Ideen zur Förderung der
Sprachkompetenz gefragt, weil immer mehr Kinder einen hohen
Sprachförderbedarf aufweisen. Die zunehmende Verschlechterung der
Sprachkompetenz auch bei Kindern deutscher Herkunft erfordert dies
und beweist zudem den dringenden Bedarf eines frühen Kindergartenbesuchs. Dabei sind die Eltern unbedingt einzubeziehen. Dafür
sollte es mehr offene Gruppenangebote geben, in denen es neben
18 Stellungnahme Mitarbeiter Jugendamt Spandau bei Fachämterrunde im FF am 11.05.2015

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Alltagsfragen auch um eine niedrigschwellige Sprachvermittlung gehen
soll. Für das Projekt Sprachstube Deutsch, das einst über die Soziale
Stadt und anschließend aus dem Aktionsraum plus finanziert wurde,
stehen jedoch seit 2014 keine Mittel der Jugend- und Familienförderung
mehr zur Verfügung. Allerdings gibt es seit letztem Jahr die Möglichkeit,
über die Bundesinitiative Frühe Hilfen ein Sprachförderprojekt für 0 bis
3-Jährige an Kitas durchzuführen. Sozial engagierte ehrenamtliche
Helfer unterstützen hierbei tatkräftig. Der Bedarf ist groß, die Nachfrage
enorm. Viele Kitas in Spandau arbeiten mittlerweile mit dem
Patenprojekt Sprachmäuse zusammen.
Förderung der Medienkompetenzen
Die Medienwerkstatt MUXS, die acht Jahre über die Soziale Stadt
finanziert wurde, ist seit Dezember 2014 geschlossen. Das Fehlen der
Medienangebote für Kinder und Jugendliche ist äußerst bedauerlich, da
sich besonders die Angebote des offenen und niedrigschwelligen
Betriebes über die Jahre bewährt haben und viele Teilnehmer anzogen.
Der Bedarf an einer Medienkompetenzförderung ist groß. Viele Kinder
haben zu Hause keine Möglichkeit, sich mit dem Computer oder
anderen Medien vertraut zu machen. Hoher Medienkonsum und
Cybermobbing nehmen sowohl an den Schulen als auch zu Hause
einen enormen Stellenwert ein. Ebenso groß ist der Bedarf an einem
niedrigschwelligen Freizeittreffpunkt.
Angebote für Kinder und Jugendliche
Für jede Bezirksregion in Spandau wurde vom Jugendamt ein aktueller
Jugendeinwohnerwert ermittelt (insgesamt neun Jugendhilferegionen in
Spandau).19 Die Jugendhilferegion Falkenhagener Feld weist mit
10.665 jungen Menschen im Alter von 0 bis 27 Jahren die höchste Zahl
für ganz Spandau auf. In Bezug auf sozial belastende Faktoren (wie
z.B. Delikte, Anteil an Leistungsempfängern gesamt und an
Empfängern unter 27 Jahren, Migrationshintergrund) erreicht das
Falkenhagener Feld mit 16 % ebenfalls die höchste Zahl aller
Spandauer Bezirksregionen. Es wird demzufolge als prekäres Gebiet
19 Daten vom Mitarbeiter des Jugendamtes bei Fachämterrunde am 11.05.2015

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mit großem Handlungsbedarf eingestuft. Der Bedarf an Angeboten für
Kinder und Jugendliche im Gebiet ist groß. Vor allem die Bereiche
Sport, Bewegung und Gesundheitsförderung spielen für die soziale
Entwicklung von Kindern eine große Bedeutung. Im FF West gibt es
einen enormen Bedarf an einer offenen niedrigschwelligen Kinder- und
Jugendarbeit, der jedoch nur geringfügig durch vorhandene Angebote
und Einrichtungen gedeckt werden kann. Alle Jugendeinrichtungen
liegen im östlichen Bereich des Falkenhagener Feldes.
Eine der wenigen offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen im Gebiet,
der TREFF, wird seit Ende 2013 nicht mehr über das Jugendamt
finanziert. Der Grund: Rein rechnerisch hat jedes Grundschulkind das
Recht auf einen Hortplatz. Bis Ende 2013 hat die Paul-GerhardtGemeinde die Finanzierung der Einrichtung übernommen, doch seit
letztem Jahr wird das Gebäude nicht mehr genutzt. Nur die Hausaufgabenhilfe für Kinder konnte gesichert werden. Sie wird seitdem
täglich in den Räumen des MGH angeboten.
Das vor kurzem angelaufene und aus dem Netzwerkfonds finanzierte
Angebot „Lernoffensive Spandau“ an der Stadtteilbibliothek im FF
Ost ist ein guter Ansatz, um die Bildungschancen im Quartier zu
verbessern. Allerdings müsste das Angebot weiter ausgebaut werden,
z.B. durch Angebote im Schwedenhaus. Denn die Kurse sind schnell
ausgebucht, so dass derzeit mit Wartelisten gearbeitet wird. Eine
Verankerung im Falkenhagener Feld West würde den Bedarf zumindest
bedingt decken.
Das Projekt Starke Kinder für eine starke Zukunft haben vor mittlerweile fünf Jahren zwei Bewohner aus dem Falkenhagener Feld ins
Leben gerufen. Es richtet sich an sozial schwache Kinder und deren
Familien. Die Teilnehmer des Projektes können kostenlos trommeln,
Gitarre und Keyboard spielen lernen. Außerdem können sie hier auch
das Schreiben von Texten, kleinen Geschichten und Gedichten üben.
Neben dem Musizieren und ganz aktuell dem Einstudieren eines
Musicals bietet das Vereinsleben – der Verein Stark für die Zukunft e.V.
wurde 2013 gegründet - für Familien einen sozialen Ort zum gegenseitigen Austausch.

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Im Projekt Schwedenhaus – Kreativzentrum für Kinder und Jugendliche, haben Jugendliche weiterhin Priorität. Aktuell nutzen mehrere
Vereine und Initiativen die Räume des Hauses regelmäßig: Stark für die
Zukunft für musikalische Angebote, der Träger Outreach für ein
spezielles Mädchenangebot, Nachbarn im Kiez e.V. für ihr Nachbarschaftsfrühstück und eine Tagesmüttergruppe für spezielle Gruppenangebote.
Eine im Gebiet nicht mehr wegzudenkende Einrichtung ist der
Bauspielplatz. Er ist für Kinder ein besonderer Spiel- und
Begegnungsplatz und für die Eltern ein wichtiger Treffpunkt. Über
mehrere Jahre wurden hier auch Fördermittel der Sozialen Stadt für die
Bastel- und Lernwerkstatt und das Projekt Familienstärkung eingesetzt.
Letzteres hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Selbstwertgefühl und
Selbstbewusstsein der Kinder sowie die Elternaktivierung zu fördern.
Vor kurzem wurden die Sanierungsarbeiten innerhalb des Gebäudes
und der Spielplatzanlagen im Außenbereich abgeschlossen. Sie
wurden über das Programm Stadtumbau West finanziert. Der Bedarf an
einem niedrigschwelligen Angebot bleibt auch in Zukunft bestehen, der
Bauspielplatz als wichtiger Begegnungsort soll weiterhin strukturfördernd gestärkt werden.
Das Projekt Mobile Campusjugendarbeit wird über die Soziale Stadt
finanziert. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche der GiB und MBO
sowie Fremdnutzer und wird in erster Linie nach der Schulnutzung ab
16 Uhr durchgeführt. Durch die Umgestaltung des Schulhofes der
Grundschule und der Halle stehen neue Gemeinschaftsflächen für
diverse Nutzungen zur Verfügung. Ziel des Projektes ist es, soziale
Kompetenzen zu fördern, den Campus für die Nachbarschaft zu öffnen
und sinnvolle Freizeitbeschäftigungen anzubieten.
Über den Projektfonds des FF Ost wird ein Projekt zur Beteiligung von
Jugendlichen finanziert, das durch ein Folgeprojekt als neues
Förderinstrument in den nächsten Jahren weiterzuführen ist. Dabei
erhalten Jugendliche für ihr produktives Mitwirken in der Entwicklung
und Realisierung von eigenen Projekten Honorare. Überlegenswert
wäre eine Verankerung in den Räumlichkeiten des Schwedenhauses,
damit das Projekt auch in der Öffentlichkeit sichtbarer wird und auf das

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

gesamte Falkenhagener Feld ausstrahlt.
Das Schulgebäude an der Pionierstraße 197 (Grundschule am
Wasserwerk und Schule am Stadtrand) soll in den nächsten Jahren mit
Mitteln des Stadtumbau West baulich erweitert werden. Um den
erhöhten Raumbedarf zu decken, sollen einerseits mehr Klassenräume
entstehen und andererseits eine Cafeteria in einem Erweiterungsbau
umgesetzt werden.
Bonus-Programm und Soziale Stadt
Das über die Senatsverwaltung für Bildung finanzierte Programm wurde
im Februar 2014 gestartet, um die Bildungschancen an Schulen in
sozial belasteten Gebieten zu verbessern. Schulen mit mehr als 50 %
Schülern (aus Hartz-IV-Familien), die von der Zuzahlung zu Lernmitteln
befreit sind, können bis zu 100.000 Euro im Jahr beantragen. Die
Grundschule im Beerwinkel profitiert vom Programm und hat sich die
Stärkung des Kinderschutzes zum Ziel gesetzt. Sie hat eine
Psychologin eingestellt, die sich auch um familiäre Probleme kümmert.
Außerdem wird über das Bonusprogramm eine Englisch-Dozentin
finanziert und somit ein bilinguales Theaterprojekt ermöglicht.
Ein Mitarbeiter der Immanuel-Grundschule hat bei einer der letzten
Stadtteilkonferenzen angekündigt, dass die Schule im nächsten Schuljahr in das Bonusschulen-Programm aufgenommen wird.
Aufgrund der angespannten Lage wurde in der Stadtteilkonferenz die
Notwendigkeit der Übertragung des Bonus-Programms auf Kitas
andiskutiert. Laut Berichten einiger Erzieher besteht ein großer
Handlungsbedarf, der den Einsatz einer zusätzlichen Fachkraft rechtfertigt. Denn das Personal ist häufig mit dem Verhalten schwer erziehbarer Kinder und den Gewaltvorfällen an Kitas überfordert.
Schulen können wichtige Vorhaben bereits über das Bonusprogramm
finanzieren. Sie können aber zusätzlich Projektmittel über die Soziale
Stadt beantragen, wenn über die Maßnahmen hinaus Bedarf besteht.
Stärkung der Elternarbeit im Quartier
Neben den Bildungs- und Freizeiteinrichtungen sind im Rahmen der
Bildungsmaßnahmen auch die Eltern einzubeziehen. Es kommt darauf
an, unterschiedliche Kompetenzen der Eltern in die Schulen und Kitas

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einzubinden. Bereits vorhandene unterschiedliche Ansätze der ansässigen Einrichtungen zur Elternmitwirkung (z.B. im FiZ) können als
Vorbild für weitere Maßnahmen dienen. Familienspielgruppen sowie
Sozial- und Elternberatungssprechstunden bilden ein niedrigschwelliges und sozial-integratives Angebot für Eltern.
Die Grundschule im Beerwinkel und der dazugehörige Förderverein
planen aktuell ein Projekt zum Thema Elternarbeit. Gezielt sollen
Eltern, Lehrer und Schüler im Bereich der Elternarbeit qualifiziert
werden und ein entsprechender Raum dafür geschaffen werden, z.B. in
Form eines Elterncafés.
Maßnahmenliste:
 Aufwertung, Ausbau und Neubau von Bildungsstandorten,
insbesondere Kitas
 Stärkung der Kitas, u.a. im Bereich Sprachförderung
 Förderung des Modellprojekt „Familien stärken“ über den
Netzwerkfonds
 Stärkung der Erziehungskompetenzen der Eltern →
Verankerung von Projekten an Einrichtungen über das FiZ
hinausgehend (z.B. Elternarbeit an der GiB)
 Aktivierung von Bewohnern und Initiativen für die Arbeit in den
Bildungseinrichtungen
 Erweiterung der Angebote im Nachhilfebereich über das
Programm „Lernoffensive Spandau“ hinausgehend
 Vergrößerung der Angebote für Kinder und Jugendliche im
Bereich außerschulischer Bildung insbesondere im Bereich der
Medienkompetenz
 Der Bauspielplatz als enorm wichtiger Begegnungsort soll
weiterhin strukturfördernd gestärkt werden.
 erhöhter Raumbedarf in der Grundschule am Wasserwerk
 Kombination von Mitteln der Sozialen Stadt (Projektfonds) und
Mitteln aus dem Bonus-Programm

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3.2 Handlungsfeld Arbeit und Wirtschaft
Wirtschaft
Angesichts des Schlafstadtprofils des Falkenhagener Feldes und der
Ausrichtung der Handlungsstrategien, den Wohnstandort Falkenhagener Feld mit den Programmen der Sozialen Stadt und des Stadtumbaus
zu sichern und zu entwickeln, ist im wahrsten Sinne wenig Raum und
Substanz für die Entwicklung von Unternehmen und Gewerbe vorhanden. Im Rahmen einer Gewerbeuntersuchung wurden im FF West 65
Gewerbeeinheiten und 14 nicht gewerbliche bzw. soziale Einheiten
identifiziert. Fünf Einheiten standen leer. 20 % der Gewerbeeinheiten
gehören zum Dienstleistungsgewerbe, 31 % zum Einzelhandel, 21 %
zum Gesundheitsbereich, 17 % zur Gastronomie und lediglich 11 %
zum Bereich Handwerk-Produktion. Die Untersuchung schätzte die
Zahl der Beschäftigten im Falkenhagener Feld auf 250 Mitarbeiter (einschließlich Inhaber). 20 Die Zahlen dürften sich nicht erheblich verändert
haben. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass wesentlich mehr Mitarbeiter im sozialen Bereich (Schulen, Kitas, andere öffentliche Einrichtungen, etc.) beschäftigt sind. Aufgrund der wenig entwickelten Gewerbestruktur sind Bemühungen, Beschäftigung im Quartiersmanagementgebiet aus den Gewerbe- und Dienstleistungspotenzialen direkt zu erbringen, nicht sehr erfolgversprechend. Kreative Lösungen im Bereich des
Fundraisings (Crowdfunding bei Kioskneueröffnung Anfang 2015) bilden die Ausnahme. Im Bereich des „kleinen Gewerbes“ ist der Zuschuss bei Existenzgründungen durch das Jobcenter eine Alternative,
allerdings im Regelkreis SGB II mit hohen Hürden und Hemmnissen
versehen. Weitere Anknüpfungspunkte sind der kieztreFF mit dem
Frühlingsfest im Einkaufszentrum Am Posthausweg, das Netzwerk Arbeit sowie die Abstimmung mit den Instrumenten des Spandauer Bezirklichen Bündnis für Wirtschaft und Arbeit (BBWA).

20

Bestandsaufnahme der Gewerbe und Analyse der Gewerbestruktur in den Stadtteilmanagement-Gebieten Falkenhagener Feld Ost/ West 2008 STATTwerke Consult GmbH

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Arbeit und Jobcenter
Der Übergang Schule – Beruf betrifft die meisten Jugendlichen. Doch
das Thema ist schwierig und erfordert die richtige Ansprache. Sie sollte
möglichst über die Schulen erfolgen und im Netzwerk Arbeit weiter thematisiert werden. Die Vielzahl an Organisationen im sozialen Bereich
ist zumindest bei der Arbeitsweltorientierung der Jugendlichen ein wesentlicher Anknüpfungspunkt. Im Bereich der Kinderbetreuung (Kitas
und Tagesmütter sowie -väter) gibt es einen hohen Bedarf an Fachkräften. Zusammen mit Jobcenter und Jugendamt könnte hier ein besonderes Augenmerk auf die Qualifizierung von Fachkräften gelegt werden.
Weitere Soziale-Stadt-Projekte (Stadtteilfest, Multicooking-Catering-Service) sollten unterstützt und gefördert werden, wenn sie über
Verstetigungsprozesse zu Existenzgründungen führen können.
Die Vermittlungsbemühungen des Jobcenters im FF erstrecken sich
eher auf den zweiten Arbeitsmarkt. Die persönlichen, sozialen und kulturellen Voraussetzungen und Potenziale der Bewohner des Falkenhagener Feldes sollen als Grundlage für bedarfsgerechte Angebote und
Förderungen dienen. Eine sozialraumorientierte Vermittlung in den sozialen Bereich im Falkenhagener Feld stellt eine Möglichkeit dar. Die
Vermittlung von Betroffenen und Qualifizierung in den ersten Arbeitsmarkt ist weiterhin das Ziel der Bemühungen. Die Projektentwicklung
mit dem Jobcenter im Rahmen des zweiten Arbeitsmarkts entspannt
sich entlang des Bereichs öffentlicher Aufgaben und setzt den Fokus
auf die Reintegration der Erwerbslosen.
Die Abstimmung der beiden Förderverfahren Soziale Stadt (Sozialraumorientierung, QM-Förderverfahren, Befähigung und Beteiligung) und
Jobcenter (Fördern und Fordern sowie Regelkreise SGB II und III) bedarf eines kontinuierlichen Austausches. Es gibt unterschiedliche Instrumente, Maßnahmen, Bewilligungszeiträume, Zielgruppen etc. Deshalb
wurde seit 2013 eine verlässliche Kommunikationsstruktur aufgebaut.
Folgende Themen wurden mit der Geschäftsleitung und der Beauftragten für Chancengleichheit des Jobcenters erörtert:
 Aktuelle Bedarfe melden und die sozialraumorientierten Strukturen des QMs für das Jobcenter nutzen. Vor allem die Unter-25Jährigen finden kaum in die Beratung im Jobcenter. Das Projekt

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Netzwerk Arbeit und die anderen Projekte sollen diese Lücke
füllen und auch in Richtung Jobcenter orientieren.
 Das Aufstockerphänomen ist gerade im Kraepekiez weit verbreitet. Es soll mehr Qualifizierung im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen stattfinden. Hier scheint bereits ein allgemeines
Umdenken beim Jobcenter stattzufinden.
 Das Projekt Frauen für Familien im Falkenhagener Feld West
(Stadtteilmütter) richtet sich an alleinerziehende Mütter und hat
mit dem Kiezladenprojekt eine durch das QM finanzierte Anlaufstelle gefunden. Die Maßnahme wird verstärkt über FAV finanziert und ist in allen vier QM-Gebieten aktiv.
Die Abstimmung zu diesen Themen wurde bei der Ämterrunde im Mai
2015 erneuert. Man war sich zumindest einig, dass eine kontinuierliche
und verlässliche Kommunikation notwendig ist.
Was können andere Akteure leisten?
Im Handlungsfeld Qualifizierung und Ausbildung geht es darum, Barrieren für den Einstieg in die Arbeitswelt abzubauen und als Begleitungen
für das Erreichen des Berufsziels anzubieten. Weiterhin sollen in diesem Zusammenhang Jugendliche, junge Erwachsene und junge Familien an Formen des gesellschaftlichen Engagements herangeführt werden. In erster Linie geht es darum, Solidarität als Lernziel nahezubringen und die soziale Eingliederung zu befördern. Bei den Angeboten informeller und nicht formaler Bildungsarbeit übernehmen das Jugendamt
mit seinen Angeboten in den Jugendzentren und auch die Projekte der
Sozialen Stadt eine wichtige Rolle. Sie vermitteln Qualifikationen und
Kompetenzen. Deshalb steht den Trägern eine entsprechende Aufwertung und Unterstützung zu.
Schulen
Die Schulen sollen beim Übergang in das Berufsleben Ansprechpartner
und Ort für Projekte der Berufsfindung sein. An den Oberschulen sollen
Angebote zur Vermeidung von Schuldistanz im Rahmen des neuen, bezirksweiten JUSTIQ-Projekts zur Schuldistanz umgesetzt werden.

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Jobcenter - Arbeitsagentur
Das Jobcenter ist im Rahmen des Sozialgesetzbuches Ansprechpartner
für die so genannten erwerbsfähigen Hilfebedürftigen. Es gibt einige
Überschneidungen mit Ehrenamtlichen, die in den Projekten der Sozialen Stadt tätig sind. Da das Jobcenter keine Projekte außerhalb seines
Regelsystems fördert, lässt sich eine Perspektive auf bezirklicher Ebene für Soziale-Stadt-Projekte im Handlungsfeld Arbeit und Wirtschaft
nur schwer entwickeln.
Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger
Die bezirklichen Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger als Dienstleister im Rahmen der Arbeitsförderungsangebote des Jobcenters und
der Arbeitsagentur sollen sozialraumnahe Angebote wie z.B. das Projekt Frauen für Familien (vergl. Stadtteilmütter) und Kindermedienpoint
weiter durchführen und diese stabilisieren. Allerdings stellt die kurze
Verweildauer der Erwerbslosen in den Projekten ein Problem bei der
Strukturförderung dar.
Wohnungsbaugesellschaften und Gewerbe
Wohnungsbaugesellschaften und Gewerbetreibende sollten bei der
Schaffung von Arbeitsplätzen/ Ausbildungsstellen/ Praktikumsstellen in
das Netzwerk Arbeit einbezogen werden. Im Rahmen des Frühlingsfestes im Einkaufszentrum Am Posthausweg soll das Gewerbe noch
stärker einbezogen werden, um den Standort weiter zu stärken.
Das BIWAQ-Projekt „Berufspilot und Betriebsunterhalt“ bietet den Wohnungsbaugesellschaften die Möglichkeit, Arbeitnehmer für ihr Facilitymanagement zu finden sowie dem Instandsetzungsbedarf im Falkenhagener Feld zu begegnen. Hier können sie Erwerbslosen über 27 Jahren
eine Qualifizierung und Orientierung bieten, Gewerke haben die Möglichkeit, Personal zu rekrutieren.
Vereine – Stadtteilinitiativen
In den Vereinen und Initiativen vor Ort finden vielfach informelle und
nicht formale Qualifizierungsmaßnahmen (Umgang mit Medien, Musikinstrumente lernen, Lese- und Schreib-Projekte, Sport, Bolzplatzliga,

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Erstellung einer Zeitung) statt. Diese Angebote werden auch von benachteiligten Jugendlichen und Erwachsenen aus dem Gebiet frequentiert. Hier sind weitere Vernetzungs- und Informationspotenziale vorhanden. Es gilt hier - auch im Einzelfall - dem Jobcenter die Vorteile einer
lebensweltorientierten Arbeitsmarktintegration nahezulegen. Nach Initiierung und Aufbau der Vereine müssen nun die Vereinsstrukturen fest
etabliert werden.
Maßnahmenliste:
 Aufbau eines Netzwerkes Arbeit im Falkenhagener Feld
 Beschäftigungspotenziale der sozialen Einrichtungen erkennen,
darstellen und nutzen (z.B. Kinderbetreuung fördern und zusammen mit JA und JC Beschäftigungs- und Qualifizierungspotenziale erkennen)
 Begleitung und Entwicklung des FAV-Projektes Frauen für Familien im Falkenhagener Feld (Stadtteilmütter) und anderer Projekte des Jobcenters
 Fortführung des Frühlingsfests im Einkaufszentrum Am Posthausweg rund um den kieztreFF (Stärkung des Gewerbestandorts)
 Zusammenarbeit mit dem Jobcenter (Sozialraumorientierung,
Aufstockerphänomen und alleinerziehende Mütter) intensivieren
 Verstetigung von Soziale Stadt-Projekten und Vereinen durch
die Begleitung bei der Existenzgründung (Fundraising) und der
Qualifizierung der Vereine
 Abstimmung mit dem BBWA Spandau
 Abstimmung mit JUSTIQ-Projekt zu Schuldistanz und dem BIWAQ-Projekt „Berufspilot und Betriebsunterhalt“

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3.3 Handlungsfeld Nachbarschaft (Kultur, Gemeinwesen,
Gesundheit, Integration)
Die Nachbarschaft im Falkenhagener Feld West ist bunt gemischt: Im
Gebiet leben Menschen unterschiedlicher Altersklassen und Kulturen in
der Anonymität einer Großwohnsiedlung zusammen. Um die nachbarschaftlichen Kontakte zu stärken und die Gemeinschaft im Sinne der
Integration und Inklusion zu fördern, bedarf es entsprechender
Rahmenbedingungen. Darüber hinaus beinhaltet das Handlungsfeld
Nachbarschaft gesundheitsfördernde und kulturelle Ansätze, die
berücksichtigt werden müssen.
Offene Treffpunkte sichern und neue schaffen
Im Gebiet besteht eine große Nachfrage nach Orten für konkrete
Angebote und zum sozialen Austausch. Dabei ist anzumerken, dass
bestehende Raumpotenziale teilweise nicht ausgeschöpft werden (z.B.
Schwedenhaus und Sport- und Begegnungsstätte). Andere hingegen
haben ihre Kapazitätsgrenze nahezu erreicht (z.B. MGH).
Das Mehrgenerationenhaus der Paul-Gerhardt-Gemeinde mit seinem
angrenzenden Café ist einer der Ankerpunkte im Quartier. Hier treffen
sich mehrere Generationen und Kulturen, sie tauschen sich aus und
nehmen die verschiedensten Angebote wahr. Besonders das Café mit
seinem offenen Charakter wird von der Nachbarschaft sehr gut
angenommen. Aber auch die abwechslungsreichen Angebote wie z.B.
Mieter- und Rentenberatung, Yoga, Chor, Näh-, Koch- und Tanzkurse
erhalten großen Zuspruch. Die Finanzierung über die Soziale Stadt
erfolgt seit mehreren Jahren in einer abschmelzenden Form und das
MGH soll langfristig über das Programm Stadtteilzentren finanziert
werden.
Der kieztreFF im Einkaufszentrum am Posthausweg bietet seit August
2013 Raum für nachbarschaftliche Aktivitäten, bürgerschaftliches
Engagement und lokale Initiativen. Die Bürger des Quartiers
Falkenhagener Feld West können den Raum für eigene Aktivitäten der
Freizeitgestaltung nutzen, sich informieren und beraten lassen.
Mittlerweile sind u.a. folgende Angebote vor Ort verankert: Beratung zu

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Praktikum und Ausbildung, rund ums Geld und Alter, sozialrechtliche
Beratung, Nachbarschaftscafé, Musik-Schnupperstunden und Bingo.
Die Eigentümerin conwert unterstützt das Projekt durch die
Bereitstellung der Räumlichkeiten und eine reduzierte Miete.
Die Kiezstube der Gewobag im Kraepelinweg 3 wurde im Februar 2014
für die Mieter im FF West als neuer Nachbarschaftstreff eröffnet. Es ist
die zweite Kiezstube im Falkenhagener Feld. In den Räumen organisieren Nachbarn Spielnachmittage oder kochen zusammen. Das Projekt
„Falkenhorst“ beinhaltet Beratung für russischsprachige Migranten,
musikalische Frühförderung und einen Chor. Weiterhin gibt es ein Computerangebot, eine Sprechstunde eines Sozialarbeiters von Casablanca, eine Sprechstunde des Mieterbeirats der Gewobag und ein gemeinsames Frühstück von den Kiezherzen. Dem Beispiel der Kiezstube folgend sollten weitere niedrigschwellige Orte für Mieter und Nachbarn geschaffen werden.
Kultur
Im Jahr 2015 wird das Stadtteilfest zum zehnten Mal im Falkenhagener
Feld gefeiert. Als neuer Träger konnte der Verein aus dem Klubhaus
KNiFF e.V. gefunden werden, der die Organisation und Durchführung
der Feierlichkeiten für die nächsten drei Jahre übernimmt. Nachdem
das Fest über viele Jahre immer abwechselnd im FF West und FF Ost
stattfand, wurde im letzten Jahr der Westerwaldplatz als dauerhafter
Veranstaltungsort festgelegt. Neben einem abwechslungsreichen
Bühnenprogramm, das Akteure aus dem Quartier bestreiten, gibt es ca.
50 Marktstände. Dort präsentieren sich die Institutionen, Initiativen und
Projekte aus den Gebieten.
Auch kleinere, eher dezentrale Feste, wie das Hoffest im Kraepelinweg,
das Sommerfest im Schwedenhaus oder das in diesem Jahr zum
zweiten Mal stattfindende Frühlingsfest im Posthausweg, sind aus dem
Quartier nicht mehr wegzudenken und erfreuen sich großer Beliebtheit.
Der Bedarf an niedrigschwelligen Festen im kleinen und großen
(Generationen und Ethnien übergreifenden) Rahmen bleibt bestehen.
Denn für den Zusammenhalt und das nachbarschaftliche Engagement
haben diese kulturellen Angebote einen großen Stellenwert.

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IHEK 2015/2016

Im Herbst diesen Jahres plant die Gewobag gemeinsam mit dem QM
erstmalig ein Nachbarschaftsfest Am Bogen unter dem Motto
Gesundheit und Sport.
Seit Bestehen des Nachbarschaftsladens kieztreFF im Posthausweg
kommen die Bewohner und Akteure aus dem Falkenhagener Feld in
den Genuss einer kostenlosen Ausstellung vor Ort. Dieses Angebot
wurde bereits von einigen Künstlern genutzt. Die Künstler können auf
diese Art auf sich aufmerksam machen.
Integration
Die meisten Migranten aus dem FF West (über 30 %) kommen aus
Russland bzw. den ehemaligen GUS-Staaten, gefolgt von Polen,
Türken und Menschen aus arabisch sprechenden Ländern (in dieser
Reihenfolge abnehmend). Neben der ethnischen spielt auch die soziale
Integration eine bedeutende Rolle, denn der Anteil der Bezieher von
Transfereinkommen und Arbeitslosen liegt deutlich über dem Spandauer und Berliner Durchschnitt. In den letzten Jahren ist er weiter
leicht angestiegen.
Im Jahr 2013 endete die Förderung der Begegnungs- und Integrationsstätte „Falkenhorst“. Einige Angebote wurden im Quartier weitergeführt
und können seit diesem Jahr kostenlos in der Kiezstube der Gewobag
angeboten werden. So werden u.a. regelmäßig russischsprachige
Migranten beraten, es gibt eine musikalische Frühförderung und einen
Chor für interessierte Bewohner.
Der Verein Stark für die Zukunft richtet sich in erster Linie an bedürftige
Kinder und Familien und leistet somit einen Beitrag zur sozialen
Integration. Daneben spielt das Thema Integration auf dem Bauspielplatz und dem FiZ, aber auch in der Paul-Gerhardt-Gemeinde eine
bedeutende Rolle, wo wöchentlich das Projekt Laib und Seele
(Lebensmittelausgabe für Bedürftige) enormen Zuspruch erhält. Diese
Strukturen sollen auch in Zukunft unterstützt und nach Möglichkeit
weiter ausgebaut werden.
Die hohe Kinderarmut im Quartier führt zu einer starken Exklusion.
Vielen Familien aus dem Gebiet ist es z.B. nicht möglich einen Urlaub
zu finanzieren, weshalb das Bereitstellen eines kostenlosen Ferien-

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

angebots von großer Bedeutung ist, damit diese Kinder durch eine
sinnvolle Freizeitbeschäftigung integriert werden können.
Die Kooperation und Vernetzung unter den vorhandenen Projekten und
Akteuren im Gebiet muss weiter ausgebaut werden. Das Gebiet
braucht niedrigschwellige Veranstaltungen mit offenem und sichtbarem
Charakter. Eine stärkere Einbindung der Migranten in die Gremiem der
QM-Arbeit soll durch die direkte Ansprache der Multiplikatoren bei den
starken Partnern erfolgen, insbesondere den Vereinen.
Die Nachbarschaftsvereine, wie z.B. Nachbarn im Kiez e.V. widmen
sich der Nachbarschaftshilfe, fördern soziale Integration und sprechen
im Besonderen Senioren an. Nach der erfolgreichen Initiierung der
Nachbarschaftsvereine gilt es nun die Qualifizierung und Vernetzung
jener Vereine voranzutreiben.
Durch die steigenden Flüchtlingszahlen (in Spandau gibt es mehrere
Erstaufnahmestationen) besteht Handlungsbedarf. In ganz Spandau
bestehen enorme Mängel an räumlichen Kapazitäten für die deutschen
Integrationskurse für Flüchtlinge.21 Hier gilt es, Räume zu finden, die
sich für Integrationskurse nutzen lassen. Daneben besteht ein hoher
Bedarf bzw. eine hohe Bereitschaft an freiwilliger/ ehrenamtlicher Arbeit
mit Flüchtlingen. Momentan ist es schwer abzuschätzen, inwiefern bzw.
ob Handlungsbedarf zu diesem Thema besteht. Im Rahmen der QM-Arbeit wird weiterhin gemeinsam mit relevanten Partnern zu diesem Thema recherchiert werden. Es stellt sich die Frage, ob es aufgrund der
steigenden Flüchtlingszahlen notwendig ist, an den Schulen im Quartier
weitere Lerngruppen für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse - oft
„Willkommensklassen“ genannt zu initiieren, damit diese Gruppen stärker in die Schulgemeinschaft eingebunden werden können. In diesen
Klassen kommen neu eingewanderte Schüler zusammen, um Deutsch
zu lernen und im Anschluss am regulären Fachunterricht teilnehmen zu
können. Eine Herausforderung wird darin gesehen, diese Schüler gut in
das Schulleben einzubeziehen.

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Gesundheit
Gesundheit ist ein Querschnittthema, das sich mit der physischen und
psychischen Gesundheit für alle Altersgruppen sowie den Aspekten
Bewegung, Ernährung und Entspannung in vielen Einrichtungen
befasst. Eines der Hauptziele in diesem Handlungsfeld ist die
Präventionsarbeit, um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im
Gebiet zu verbessern.
Da in den letzten Jahren die Zahl der Suchtkranken gestiegen ist,
besteht erhöhter Bedarf an Angeboten in den Bereichen Suchtprävention und Suchthilfe.
Das Netzwerk Prävention und Gesundheitsförderung im Kindes- und
Jugendalter KiJuFit hat sich, beginnend im QM FF West, inzwischen
über den gesamten Spandauer Raum ausgedehnt. Es soll im Bezirk im
gesamten Schulbereich Anwendung finden. Der Bedarf an gesundheitsfördernden Angeboten ist nicht nur nach fachlicher Einschätzung
hoch, viele bestehende Angebote, insbesondere die niedrigschwelligen,
erfreuen sich großer Beliebtheit. Dazu gehört wie erwähnt das über den
Netzwerkfonds ermöglichte KiJuFit-Projekt mit dem Angebot „Bewegte
Winterspielplätze“, das im Falkenhagener Feld in zwei Sporthallen
umgesetzt wird. Weiterhin führt das Netzwerk KiJuFit das Projekt
Klasse 2000 an einigen Spandauer Schulen durch. Dabei handelt es
sich um ein Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Prävention, Sucht- und Gewaltvorbeugung an Grundschulen.
Zusätzlich existiert seit mehreren Jahren der Arbeitskreis Frühe Hilfen
rund um die Geburt, ein Netzwerk zur Gesundheitsförderung.
Die Gemeinschaftsgärten als Ort der Erholung und Treffpunkt für
Nachbarschaft sind in den vergangenen Jahren wieder aufgeblüht. Zum
Aufbau nachhaltiger Strukturen sollen sie untereinander koordiniert und
vernetzt werden, um weiter gesunde Ernährung zu fördern und
Naturwissen zu vermitteln. Die Klimawerkstatt Spandau und der Verein
zur Förderung der Städtepartnerschaft Kreuzberg möchte in diesem
Jahr ein Projekt für Schüler starten, bei dem an mehreren Projekttagen
mit lokalen Bauernhöfen gemeinsames Ernten und Kochen auf dem
Programm steht.

21 Mitarbeiter Bezirksamt Spandau, Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachämterrunde am
11.05.2015

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

Maßnahmenliste:
 Auf- und Ausbau der Nachbarschaftshilfe
 Sicherung nachbarschaftlicher und sozialer Zentren im Gebiet
(MGH, Bauspielplatz, FiZ, kieztreFF, Kiezstube u.a.)
 Schaffung weiterer offener Mietertreffpunkte
 Förderung der Stadtteilkultur, insbesondere Weiterführung
traditioneller Feste im Quartier
 Förderung der sozialen und ethnischen Integration im Gebiet,
z.B. kostenlose Ferienangebote, stärkere Einbindung der
Migranten in die QM-Arbeit
 Schaffung von Räumen für Integrationsarbeit von Flüchtlingen
 Begleitung und Stärkung der im Kiez gegründeten Vereine
 Förderung eines gesundheitsbewussten Lebens, insbesondere
für Kinder und Jugendliche
 Gemeinschaftsgärten fördern und vernetzen
3.4 Handlungsfeld öffentlicher Raum
Qualität des Wohnumfeldes
Eine wesentliche Entwicklung hat der Sozialraum durch die Maßnahmen des Stadtumbaus West im Spektepark erfahren. Für verschiedene
Nutzergruppen werden seit Sommer 2014 Freizeit- und Spielangebote
bereitgestellt. Hinsichtlich eines möglichen Handlungsbedarfs ergibt
sich die Aufgabe, potenzielle Nutzungskonflikte frühzeitig festzustellen
und mögliche sozialpädagogische Angebote in Zusammenarbeit mit
dem Jugendamt zu diskutieren und anzuregen. Beim Angebot „Kletterfelsen“ werden Zugang und Nutzung durch einen externen Verein betreut, da eine niederschwellige Nutzung nicht möglich ist. Die Konzentration der Freizeit- und Spielangebote im Spektepark hat sich ergeben,
weil andere Flächen, wie z.B. die Wiesen am Wasserwerk durch Wasserschutzanforderungen, blockiert sind.
Durch die Verschiebung der Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld wird das Gebiet Falkenhagener Feld weiterhin durch Fluglärm
belastet. Der Verkehr auf der Falkenseer Chaussee trägt ebenfalls zur
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Lärmbelästigung im Quartier bei.
In der Wohnanlage am Kraepelinweg hat die Wohnungsbaugesellschaft
Gewobag den schon länger bestehenden Instandsetzungsbedarf an
Bolzplätzen und Spielplätzen überwiegend abgearbeitet. Die Spielplatzanlagen im privaten Wohnungsbestand weisen teils Mängel auf. Es
sollte sichergestellt werden, dass eine regelmäßige Prüfung/ Wartung
der Anlagen erfolgt. Außerdem gibt es bei den privaten Wohnungsgesellschaften viele Freiflächen, die als Spielplätze oder Orte der Erholung und Begegnung genutzt werden könnten. Am Bolzplatz am Kraepelinweg steht aktuell noch die Erneuerung eines kleinen anliegenden
Spielplatzes an. Der neue Bolzplatz wird gut genutzt und aktuell sind
keine Bedarfe an sozialpädagogischer Begleitung erkennbar.
Immer wieder weisen wir auf einen der letzten Schandflecken im Gebiet
hin - das Parkhaus am Kraepelinweg. Es sollte abgerissen werden, um
hier gemeinsam mit den Bewohnern z.B. einen Stadtplatz zu gestalten.
Im Einkaufszentrum am Posthausweg gibt es einen hohen Instandsetzungsbedarf. Die Eigentümerin conwert saniert derzeit ihren Bestand
im energetischen Bereich, dazu zählt neben den Wohnhäusern auch
das Einkaufszentrum.
Der Parkplatz und die dazugehörige Grünfläche der Ladenzeile Im
Spektefeld hätte Potenzial als Quartiersplatz qualifiziert zu werden.
Besonders in den Wohnanlagen im Kraepelinweg/ Freudstraße ist eine
Hundekotproblematik zu verzeichnen. Gemeinsam mit der Gewobag
sollte über die Installation von Hundekotbeutelspendern nachgedacht
werden.
ÖPNV
Die Untersuchungen zu einer Verlängerung der S-Bahn ins Falkenhagener Feld sind abgeschlossen. Sie müssen hinsichtlich der Machbarkeit vorgestellt und mögliche Auswirkungen auf den ÖPNV diskutiert
werden.
Sicherheitsempfinden
Im QM-Gebiet Falkenhagener Feld West waren bisher keine gruppenspezifischen Gewaltpotenziale erkennbar, jedoch weist die Bezirksregi-

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

on Falkenhagener Feld mit 16 % aktuell die höchste Zahl an Jugenddelikten in ganz Spandau auf.22 Das Sicherheitsempfinden ist generell
durch die Anonymität der Großwohnsiedlung schwer messbar. Es ist
nicht sichtbar, was tatsächlich hinter geschlossenen Türen passiert.
Teilweise unzureichende Beleuchtung, z.B. in den Wohnanlagen, trägt
außerdem wenig zur Erhöhung des Sicherheitsempfindens bei. Der
Schutz vor Betrügern an der Haustür/ am Telefon spielt bei der Arbeit
mit Senioren eine bedeutende Rolle. Hier sind besonders die Wohnungsbaugesellschaften gefragt.
Vor dem Hintergrund pädosexueller Vorfälle in der Vergangenheit ist im
Sozialraum Wachsamkeit angesagt.
Regelungen des Straßenverkehrs
Die Straße am Kiesteich ist im Bereich der Einmündung der Straße Im
Spektefeld insbesondere für Senioren und Kinder schwer zu überqueren. Der schon länger formulierte Bedarf, an dieser Stelle eine Lichtzeichenanlage oder einen Zebrastreifen zu installieren, bleibt bestehen.
Wenn im Laufe des Jahres die geplante Kita der Christburg Campus
gGmbH Im Spektefeld 44 fertiggestellt wird, besteht auch hier zukünftig
ein Bedarf einer sicheren Überquerung der Straße zur gegenüberliegenden Grundschule.
Barrierearmut - Barrierefreiheit
Nicht nur in Wohn- und Hauseingangsbereichen schmälern bauliche
Barrieren die Lebensqualität der Bewohner. Die Bedarfe im Wohnumfeld sind zu beschreiben und mit den Eigentümern/Verwaltungen zu diskutieren. Weiterhin stellen fehlende WC-Anlagen und Bänke sowie
nicht abgesenkte Bordsteinkanten im Freiraum eine Bewegungseinschränkung und somit auch eine Barriere dar. Hier besteht ebenfalls
Handlungsbedarf. Von der Baustruktur her ist eine Großwohnsiedlung
dazu geeignet, mit wenig Aufwand relativ viel zum Thema Barrierefreiheit zu erreichen. Anhand eines Barriereatlas könnten Mängel und Bedarfe in Bezug auf die Themen Barrierefreiheit und -armut dargestellt
werden.
22 Aussage Mitarbeiter Jugendamt Spandau bei Fachämterrunde am 11.05.2015

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Wohnformen im Alter
Aufgrund des demografischen Wandels gibt es den Bedarf, Grundrisse
für seniorengerechtes Wohnen anzupassen, Barrierefreiheit herzustellen und Abstellmöglichkeiten für Rollatoren zu schaffen. Hinzu kommt,
dass viele mittlerweile alleinstehende Senioren gern aus ihrer großen,
einst familiengerechten Wohnung in eine kleinere, günstigere Wohnung
ziehen möchten. Allerdings wird der angestrebte Wohnungstausch aus
Kostengründen nicht attraktiv, denn der Umzug in eine kleinere Wohnung bedeutet meist keine Senkung der Mietkosten. Vor diesem Hintergrund muss der Dialog mit den Akteuren gesucht werden, um eine Zielumsetzung im Sinne des Sozialen Mietenbündnis zu ermöglichen. Im
vierten Bürgerforum zu den Themen bezahlbares Wohnen und Wohnen
im Alter wurde deutlich, dass das Soziale Mietenbündnis bezogen auf
die Möglichkeit des Wohnungstausches bisher nicht funktioniert. Im
Jahr 2014 hat das BA Spandau die Belegungsbindung für WBS-Wohnungen aufgehoben. Die Aufhebung der WBS-Bindung ermöglicht den
Wohnungsbaugesellschaften, die Wohnungen an Menschen mit einem
höheren Einkommen zu vermieten. Gemeinsam mit den Wohnungsbaugesellschaften ist aus den genannten Gründen zukünftig über mögliche
Wohnformen für Senioren (Wohngemeinschaft, Mehrgenerationenwohnen usw.) und das Angebot eines Wohnungstausches (in Zusammenarbeit mit dem Wohntisch Spandau) nachzudenken.
Maßnahmenliste:
 bedarfsgerechte sozialpädagogische Betreuungsangebote zu
den Spiel- und Freizeitangeboten im Spektepark
 teilöffentliche Freiflächen als Funktionsflächen für Bewohner
qualifizieren
 regelmäßige Prüfung/ Wartung aller Spielplatzanlagen
 Umgestaltung/ Abriss des Parkhauses am Kraepelinweg
 Kommunikation möglicher Planungen von ÖPNV- Veränderungen im Falkenhagener Feld mit den Bewohnern
 Erhöhung des Sicherheitsempfindens, z.B. durch bessere Beleuchtung, Informationsveranstaltungen zu Trickbetrügern
 Installation von Hundekotbeutelspendern im Quartier
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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West








Installation einer Ampelanlage/ Zebrastreifen am Kiesteich
Erhöhung der Barrierefreiheit, z.B. mehr Bänke, mehr öffentliche
WC´ s, Absenkung von Bordsteinkanten
Initiierung eines Wohnungstauschangebotes (besonders für Senioren) gemeinsam mit den Wohnungsbaugesellschaften
Anpassung für seniorengerechtes Wohnen und Barrierefreiheit
Modellwohnformen initiieren (Senioren-WG und Mehrgenerationenwohnen)
Entwicklung eines QM-Barriere-Atlas

3.5 Handlungsfeld Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der
Partner
Die Initiierung einer nachhaltigen Bürgerbeteiligung ist ein Handlungsfeld der Sozialen Stadt. Ehrenamtliches Handeln kann durch Vereinsstrukturen stabilisiert werden. Die entstehenden Vereinsstrukturen
passen auch zur Förderung durch die Soziale Stadt. Vereinsgründungen sind in drei Fällen gelungen. Ein Verein wird jedoch wegen
des Weggangs des Vereinsvorsitzenden seine Tätigkeit einstellen. Der
Preis dieses Strukturansatzes sind tendenzielle Überforderungen der
Gründer und ein hoher Verwaltungsaufwand durch intensive Betreuung
bei Antragstellung und Abrechnungen. Trotz des hohen Aufwandes ist
dieser Weg bei begründeten Anlässen zu wählen, da er auch das
Andocken von oder Umwandeln in gewinnorientierte Strukturen
(gGmbH) ermöglicht. Vor diesem Hintergrund wird es zukünftig wichtig
sein, die gebildeten Strukturen zu erhalten. Neue Vereinsgründungen
stehen mittelfristig aus aktueller Sicht nicht an.
Bezüglich der Benennung zukünftiger Handlungserfordernisse ergeben
sich folgende Bedarfe.
Im Beteiligungskonzept des QM´s23 wurden folgende Zielgruppen
identifiziert, die bisher kaum erreicht werden: Bewohner mit
Migrationshintergrund, bildungsferne Menschen und Langzeitarbeitslose, Jugendliche und junge Erwachsene, Bewohner mit Handicaps und
Eltern (insbesondere Väter). Um kaum/ nicht erreichte Zielgruppen

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anzusprechen, spielt das Thema aufsuchende Arbeit eine zentrale
Rolle.
Das Handlungsfeld Beteiligung soll sich u.a. auf den Bereich der
Elternbeteiligung an der Grundschule im Beerwinkel konzentrieren.
Durch eine aktive Elternvertretung und eine interessierte Schulleitung
eröffnet sich die Chance, eine Beteiligungskultur an der Schule zu
entwickeln. Eine zentrale Rolle in diesem Projekt kann ein Elterncafé
spielen. Weiterhin sind themenbezogene Veranstaltungen sowie die
Anbindung weiterer schulinterner sozialpädagogischer Dienste an
dieses Elterncafé angedacht. Aus Mitteln des Bonus-Programms
bearbeitet eine Psychologin bereits das Handlungsfeld Beteiligung an
der Schule.
Das Handlungsfeld Vernetzung und Stärkung der Partner soll über
ein neues Projekt “Qualifizierung und Stabilisierung der Vereine“
angegangen und erweitert werden. Teilaspekte sind u.a. die weitere
Zusammenführung der Vereinsstruktur im Falkenhagener Feld, Buchhaltung, Mittelakquise und auch Projektabrechnungen.
Zukünftig ist auch die Einbindung weiterer Partner wichtig. Es müssen
Orte und Anlässe für Kommunikation und Austausch gefunden werden.
Unterstützung und Förderung erfahren deshalb die nachfolgend
beispielhaft genannten Einrichtungen und Projekte. Die Besprechungen
in der Koordinationsrunde (Austausch von Verwaltung, Trägern und
Bürgern) und auch die Ämterrunde verdeutlichen Bedarfe und machen
Verwaltungshandeln transparent. Die Entwicklungen gemeinsamer
Sichtweisen, Handlungsbedarfe und eine gebietsübergreifende
Stärkung des sozialen Zusammenhaltes findet in den Gremien
(Quartiersrat, Aktionsfondsjury) der Sozialen Stadt statt. Ergänzend
findet jährlich ein nunmehr gebietsübergreifendes Bürgerforum statt.
Die Kiezstube der Gewobag, der kieztreFF des QMs und das
Mehrgenerationenhaus der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde sind Orte,
an denen sich Beteiligung und Mitmachen konzentrieren.

23 Beteiligungskonzept QM FF West, Juni 2014

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

Bessere Vernetzung und Kooperation vorhandener Bildungseinrichtungen
Die Kooperationen zwischen Kitas und Grundschulen sowie den Grundund weiterführenden Schulen sind zu stärken, um den Kindern die
Übergänge zu erleichtern. Dabei erscheint es auch wichtig, geplante
Maßnahmen nach außen zu tragen. So lassen sich die vielfältigen
Bemühungen und Veränderungen in der Wahrnehmung der Bewohnerschaft besser verankern. Denn laut aktuellem Stand bestehen ca. 20 %
der schulpflichtigen Kinder nicht den Schulaufnahmetest und auch der
Wechsel in die hiesigen Sekundarschulen ist keine Selbstverständlichkeit. Von der Grundschule im Beerwinkel wechseln jährlich nur 10 %
der Schüler auf die auf dem gleichen Campus befindliche Martin-BuberOberschule. Vor diesem Hintergrund spielen auch die Kooperationen
zwischen formellen Bildungseinrichtungen und den Kinder- und
Jugendfreizeiteinrichtungen eine bedeutende Rolle. Im FF West sind
mehrere Bildungseinrichtungen vorhanden. Jede verfügt über
zahlreiche Angebote, die von der entsprechenden Zielgruppe gut
frequentiert werden. Die Kunst besteht also nicht darin, unbedingt die
Angebote aufzustocken, sondern die Absprachen untereinander zu
optimieren. Eine bessere Vernetzung reduziert konkurrierende Angebote und führt dazu, dass sich z.B. in den Sommerferien keine
Schließzeiten einzelner Einrichtungen überlagern und Kinder und
Jugendliche aus dem Quartier in dieser Zeit vermehrt Angebote wahrnehmen können. Überlegenswert ist die Einrichtung einer Koordinierungsstelle, die den „Hut aufhat“ und die bestehenden Angebote
besser untereinander abstimmt und vernetzt.




IHEK 2015/2016

rums - Stärkung des sozialen Zusammenhaltes
Durchführung von jährlichen Ämterrunden (gebietsrelevante
Ämter im Austausch mit der Steuerungsrunde)
bessere Abstimmung und Vernetzung der Bildungsträger im
Quartier/ Festigung der Kooperationsansätze

Maßnahmenliste:
 Stabilisierung des kieztreFFs
 Verstetigung des MGH durch das Programm Stadtteilzentren
 Begleitung und Stabilisierung der Gebietsvereine – Entwicklung
zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts des Gebietes
 bei Bedarf Unterstützung bei der Gründung neuer Vereine
 Elternbeteiligung an Schulen organisieren
 Leitbild- und Maßnahmenentwicklung im Rahmen des Bürgerfo-

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

4. Fazit
Zusammenfassung der wichtigsten Bedarfe und Schwerpunkte
Das Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West sieht große
Potenziale die Arbeit in den beiden QM-Gebieten eng mit dem
Quartiersmanagement Falkenhagener Feld Ost abzustimmen.
Organisatorisch bleibt es bei zwei Gebieten, jedoch gibt es inhaltlich für
die beiden Gebiete in der Bezirksregion Falkenhagener Feld eine große
gemeinsame Schnittmenge.
Beim zweiten gemeinsamen Bürgerforum im Frühjahr wurde erstmals
ein gemeinsames Leitbild formuliert. Die beiden Quartiersräte
schlossen sich den Empfehlungen des Bürgerforums an und setzten
die Leitbildthemen Nachbarschaft sowie Bildung und Sport als
besondere Schwerpunkte. Das Leitbildthema Wohnen und Barrierefreiheit wurde beim ersten gemeinsamen Bürgerforum unter dem Motto
„Wohnen heißt bleiben!“ diskutiert. Wohnen soll auch im Falkenhagener
Feld bezahlbar bleiben, es gibt einen hohen Instandsetzungsbedarf im
Wohnbereich und die Großwohnsiedlung Falkenhagener Feld bietet
Potenzial mit relativ wenig Aufwand, Maßnahmen zur Barrierefreiheit
umzusetzen.
Aus der Vielzahl der im vorliegenden IHEK 2015/2016 formulierten
Bedarfe lassen sich bezogen auf das Aufgabenprofil des QMs stärker
strukturfördernd tätig zu sein, folgende Schwerpunkte formulieren:
Handlungsfeld Bildung, Ausbildung und Jugend
• Mithilfe bei der Standortsuche und Kommunikation mit Trägern
über Neubau von Kindertagesstätten (Kitaplatzbedarf)
• Vernetzung von Bonus-Programm mit der Sozialen Stadt
• Unterstützung der Schulen im Bereich Ausstattungen - Abbau
von Schuldistanz
• Elternzusammenarbeit an der Grundschule im Beerwinkel
• Projekt „Familien stärken“ im Netzwerkfonds
• hoher Bedarf an (offenen) Angeboten im Kinder- und Jugendbereich (z.B. Schwedenhaus)
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•

IHEK 2015/2016

Medienkompetenzförderung (Cybermobbing)

Handlungsfeld Arbeit und Wirtschaft
• Netzwerk Arbeit
• Kooperationen mit weiteren Projekten: JUSTiQ und BIWAQ
(„Berufspilot und Betriebsunterhalt“)
• Unterstützungen bei Verstetigungen von Projekten und bei
Bedarfen zu Existenzgründungen
Handlungsfeld Nachbarschaften
• Offene Treffpunkte sichern: Das Mehrgenerationenhaus soll im
Sinne eines Stadtteilzentrums verstetigt, der kieztreFF als
Nachbarschaftsladen ausgebaut werden. Der Bauspielplatz als
integrativer Ort ist strukturell zu fördern.
• Nachbarschaften schützen - Bezahlbares Wohnen im Falkenhagener Feld thematisieren
• Sicherung traditioneller Feste
Handlungsfeld Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der
Partner
• Aufbau und Stabilisierung einer Struktur (Verein, Runder Tisch,
Bürgerplattform, Stiftung), die längerfristig den sozialen
Zusammenhalt im Gebiet ermöglicht
• Stabilisierung des Stadtteilfestes, auch unter dem Aspekt einer
mittelfristigen Selbstfinanzierung
• Bürgerforum als Instrument ausbauen - Leitbild des FF
schärfen, die Maßnahmen mit Beteiligung der Bewohner des
Falkenhagener Feldes abstimmen
• Junge Leute für das Quartier interessieren - Ansprachen und
Beteiligungen ausprobieren
• Verstärkung der aufsuchenden Arbeit - Beteiligung bisher kaum/
nicht erreichter Zielgruppen

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

Verstetigung
Auch bei der Frage der Verstetigung gibt es Vorteile, die beiden
Gebiete gemeinsam zu betrachten und diese nicht künstlich entlang der
Bötzow-Bahn zu trennen.
Das Quartiersmanagementgebiet Falkenhagener Feld West besteht
seit 2005. Über den Status des QM-Verfahrens (Aufbau-StabilisierungVerstetigung) ist noch nicht ernsthaft debattiert worden. Unserer
Einschätzung nach befindet sich das Verfahren am Ende der Aufbauphase. Insofern sind Verstetigungsüberlegungen ständig mitzudenken
und dementsprechend Ziele im Prozess zu formulieren.

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IHEK 2015/2016

Mittel für Stadtteilaktivitäten: analog Aktionsfonds
Stadtteilladen: kieztreFF

Um sich im weiteren Verlauf auf Verstetigungsszenarien zu
verständigen, sind Überlegungen über Bewertungskriterien für einen
Verstetigungsstart und über Qualitätsmerkmale späterer Sozial- und
Infrastrukturstandards anzustellen.
Wesentlich in diesem Zusammenhang sind folgende Fragestellungen:
• Welcher Datenkranz zur Bewertung der ökonomischen und
sozialen Gebietslage wird angewendet?
• Welche Handlungsschwerpunkte stehen weiterhin im Fokus?
• Ist die soziale und bauliche Infrastruktur entwickelt genug,
um ohne Interventionen von außen, den Anforderungen für ein
gutes zukünftiges soziales Miteinander zu genügen/ gewährleisten?
• Gibt es weiterhin Ansprechpartner in der Verwaltung?
• Welche Mittel müssen laufend der Netzwerkstruktur zusätzlich
zur Verfügung gestellt werden, um den sozialen Gebietszusammenhang nicht zu gefährden?
Hinsichtlich der Ansätze von Überlegungen zur Verstetigung im QM FF
West lassen sich folgende Maßnahmen formulieren:
• mögliche Handlungsschwerpunkte: Nachbarschaften,
Bildung und Sport ( 5. Bürgerforum)
• Sozialer Ort: Mehrgenerationenhaus
• Stadtteilkoordination: Stadtteilverein und Stadtteilzeitung
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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

Abkürzungsverzeichnis
AF(J) Aktionsfonds(jury) (Projekte bis 1.500 Euro, die direkt von einer
Bewohnerjury beschieden werden)
AGH-MAE Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
BA Abteilungen des Bezirksamts
BA Bundesagentur für Arbeit
BBWA Bezirkliches Bündnis für Wirtschaft und Arbeit
BENE Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung
BIWAQ Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier
BQ Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger
BUND Behörden des Bundes
CONWERT conwert Immobilien Invest SE (WoGes)
EFRE Europäischer Fonds für die regionale Entwicklung
ESF Europäischer Sozialfonds
FAV Förderung von Arbeitsverhältnissen (Instrument des JC)
FF Falkenhagener Feld
FF Ost Falkenhagener Feld Ost
FF West Falkenhagener Feld West
FiZ Familie im Zentrum – Modellprojekt der sozialen Stadt
FSTJ Freiwilliges soziales Trainingsjahr
GEWOBAG Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin
GIB Grundschule im Beerwinkel
IHEK Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept
IHK Industrie- und Handelskammer
JA Jugendamt
JC Jobcenter
JTW Jugendtheaterwerkstatt e.V.
JUSTIQ Jugend stärken im Quartier
KIJU FIT Netzwerk Präventionsmedizin und Gesundheitsförderung im
Kindes- und Jugendalter
KJGD Kinder- und Jugendgesundheitsdienst
LAND Behörden der Stadt Berlin
LOS Lokales Kapital für soziale Zwecke
LSK Lokales Soziales Kapital
MBO Martin-Buber-Oberschule
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MGH Mehrgenerationenhaus (der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde)
MUXS Medienwerkstatt - Zukunft im Falkenhagener Feld e.V.
NIK Nachbarn im Kiez e. V.
PGG Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde
PR Presse Zeitungen, Radio, TV
QM Quartiersmanagement
QR Quartiersrat
SBS Sport- und Begegnungsstätte
SGB Sozialgesetzbuch
SPAX Straßensozialarbeit, Kontaktstelle und Beschäftigung für
Menschen mit Alkoholproblematik
STADTUMBAU WEST Städtebauförderprogramm Stadtumbau West
TREFF Einrichtung der PGG
TSV TSV Spandau 1860 e.V.
WBS Wohnberechtigungsschein
WG Wohngemeinschaft
WOGES Wohnungsbaugesellschaften

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Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West

IHEK 2015/2016

Impressum
Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West
Kraepelinweg 3, 13589 Berlin
Telefon: 030 303 608 02
Telefax: 030 303 608 00
E-Mail: gesopmbh@arcor.de
www.falkenhagener-feld-west.de

GeSop mbH
Friedbergstr. 13
14057 Berlin
HRB 51474 AG
Charlottenburg

Bearbeitung:
Karl-Heinz Fricke (Geschäftsführer)
Simon Geßner
Tina Waleschkowski
Abbildungen Titelblatt: Elena Melichowa-Hass
Berlin, Juni 2015
Erstellt im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und
Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Spandau von Berlin

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