Path:
Themenschwerpunkt: Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus

Full text: Berliner Forum Gewaltprävention Issue 20 Themenschwerpunkt: Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus

Berliner Forum Gewaltprävention

Nr. 20

Michael Rump - Räuber

Standpunktepädagog/innen Antisemitismus
Gründungsphase

gegen

Rechtsextremismus

und

Das Projekt Standpunkte wurde im Januar 2001 als Initiative Berliner Lehrkäfte gegründet.
Ausgangspunkt
• Nachhaltige Unterstützung der Schulen im Bereich Rechtsextremismus, • Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen im Stadtteil.

Zweite Ausbildungsphase
(März - Dezember 2002) Aus den 60 an der ersten Ausbildungsphase teilnehmenden Lehrkäften werden 12 als Standpunktpädagog/innen vom LISUM ausgewählt. Sie bekommen eine zweite Ausbildung durch einen externen Träger. Inhalte: • • • • • Beratungskompetenz, Methodenkompetenz, Vernetzungskompetenz, Kommunikation, Umgehen mit Krisensituationen.

Finanziert durch die Schering AG. Im Dezember erscheint als Abschluss der Ausbildungsphase die CD - Rom Standpunkte. Fortbildung - Beginn des Aufbaus von Netzwerkstrukturen. (Januar - Dezember 2003) Im Januar 2003 beginnt eine erste gemeinsame Fortbildung von Standpunktpädagog/innen und Schulpsycholog/innen. Inhalte: • • • • • • • Hilfe bei Opfer von Gewaltverbrechen Mobbing in der Schule Zusammenarbeit Jugendhilfe Zusammenarbeit Polizei Islamismus Peer- Leadership- Training Soziales Lernen

Als Ergebnis der Fortbildung kommt es zum Aufbau von Netzwerken in den Bezirken. Aufgabe von Netzwerken: In den Bezirken Mitte, Neukölln, Charlottenburg - Wilmersdorf, Spandau, Reinickendorf, Marzahn - Hellersdorf, Lichtenberg und Pankow kommt es zum Aufbau von Netzwerken. Das heißt: 58

Nr. 20

Berliner Forum Gewaltprävention

• Regelmäßiger Kontakt der Standpunktpädagog/innen mit der Schulpsychologie, der Polizei und dem Jugendamt als Kern des Unterstützungssystems, • gegenseitiger Erfahrungsaustausch über Gewalt und antidemokratische Tendenzen im Bezirk, • Entwicklung gemeinsamer Unterstützungspläne für die Schulen, • Unterstützung beim Abschluss von Kooperationsverträgen zwischen Schule - Polizei und Schule – Jugendamt, • Angebote für Lehrerfortbildung.

Fortbildung der Standpunktpädagogen im Jahr 2004
(Januar - Dezember 2004) Parallel zum Aufbau von Netzwerken findet im Jahre 2004 eine neue Qualifizierung der Standpunktpädagog/innen, erweitert um interessierte Teilnehmer/innen aus den Netzwerken statt. (ca. 80 Teilnehmer/innen) Thema: Strategien gegen den neuen Rechtsextremismus. Inhalte: • • • • • • Rechtsextremismus und Globalisierung, rechtsextreme Vernetzungsstrategien, rechtsextreme Denkfabriken, Rechtsextremismus und Antisemitismus, Frauen in der rechtsextremen Szene, neue rechtsextreme Strukturen.

Ausblick auf das Jahr 2005 / 2006
• Durchführung einer Fortbildung zum Thema Antisemitismus für 30 Berliner Lehrkräfte (Workshopcharakter), • Entwicklung eines Peer - Leadership Trainings „Antisemitismus“ an drei Berliner Schulen, einer Schule in Brandenburg und einer Schule in Sachsen, • Herausgabe einer zweiten CD - Rom zum Thema Antisemitismus als Dokumentation des Peer - Leadership Trainings und der Fortbildung für Lehrkräfte, • Stärkung und Unterstützung der Netzwerkstrukturen.

Vorgehensweise der Standpunktpädagog/innen in den Schulen
1. Sensibilisierung der Lehrkräfte für rechtsextreme Entwicklungen in der Schule, z. B.: • Auftreten rechtsextremer Codes, Symbole, Kleidung, Musik, Jugendkultur, • abfällige rassistische Äußerungen , Ausgrenzungsmechanismen, Bedrohung und Einschüchterung, • rechtsextreme oder rassistische Einstellungen von Schülern, die sich im Unterricht äußern, • Auftreten rechtsextremer Gruppierungen, Cliquen. 2. Sensibilisierung der Lehrkräfte für rechtsextreme Entwicklungen im Stadtteil (mit Hilfe der Unterstützung von außen, also: Polizei, Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus, Verfassungsschutz u.s.w.) Dazu zählt: • Treffpunkte der rechtsextremen Szene, 59

Berliner Forum Gewaltprävention

Nr. 20

• • • •

Wohnungen von Multiplikatoren der Szene, Auftreten rechtsextremer Gruppen, Einkaufsläden der Szene, Fälle rechtsextremer Gewalt.

3. Informationsgespräche mit den Schüler- und Elternvertretungen 4. Bildung einer Gruppe aus dem Lehrerkollegium zur Durchführung eines Studientages. Ausgangspunkt: Stärken / Ressourcen - Analyse Welche spezifischen Stärken hat unsere Schule, die in die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus eingebracht werden können? (Unterrichtsgestaltung, Projekte, Freizeitaktivitäten) - Vorhandene Ressourcen als Ausgangspunkt für Veränderungen. Welchen Grundkonsens haben wir, mit dem Problem des Rechtsextremismus umzugehen, wie können wir uns gegenseitig unterstützen? Wie können wir Schüler- und Elternvertretungen in die Auseinandersetzung einbeziehen? Welche Hilfen müssen wir uns von außen holen? (Zusammenarbeit: Schule / Jugendhilfe, Schule / Polizei, Schule / Schulpsychologie, Schule / freie Träger) Wo können Veränderungen im Schulalltag ansetzen? (Soziales Lernen, Konfliktlotsen, Projekte u.s.w.) Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit der Polizei, der Schulpsychologie oder der Jugendhilfe. 5. Durchführung von Projekttagen für die Schüler unter Einbeziehung der Eltern Bestehend aus drei Teilen: • Inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus (durch Hilfe von außen), • Durchführung praktischer Übungen und Trainings zum Thema Demokratieerziehung (Betzavta, Übungen des Sozialen Lernens, Zukunftswerkstatt, Argumentationstraining gegen rechte Parolen), • Entwicklung von Vorschlägen zur Veränderung des Schulalltages. 6. Regelmäßige Kontrolle und Berichterstattung in der Schulkonferenz.

Vorgehensweise der Standpunktpädagog/innen in den Bezirken
Unterstützung der Bildung von Netzwerken in Sozialräumen 1. Entwicklung eines regelmäßigen Kontakts der Standpunktpädagog/innen mit der bezirklichen Schulaufsicht, der Schulpsychologie, den Kräften für die Gewaltprävention in der Polizei und dem Jugendamt als Kern des bezirklichen Netzwerkes. 2. Entwicklung einer gemeinsamen Sozialraumanalyse zu Gewalt- und Extremismusursachen und ihren Veränderungen ausgehend von den Stärken und Angeboten der am Netzwerk beteiligten Kräfte. 3. Gemeinsame Herausbildung von Themenfeldern z. B.: Schuldistanzierte Jugendliche als Ansprechpartner für extreme Gruppierungen, Bezirkliche Schwerpunkte extremer Gruppierungen, Cliquen und Jugendbanden (Problemzonen). 4. Entwicklung von Netzwerkaktivitäten, z. B. Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen, gemeinsame Beratung von Fallbeispielen, Tagungen mit politischen Entscheidungsträger/innen des Bezirks, 60

Nr. 20

Berliner Forum Gewaltprävention

Stärkung weiterer regionaler Netzwerke (z. B. Kiez - AGs). 5. Entwicklung eines Unterstützungssystems unter Einbeziehung der Schulen: Durchführung von Regionalkonferenzen, Durchführung von Tagungen zu Problemzonen, Unterstützung beim Abschluss von Kooperationsverträgen zwischen Schule und Polizei und Schule und Jugendamt, Hilfe bei der Durchführung von Studientagen und bei der Lehrerfortbildung, Unterstützung bei der Entwicklung von Schülernetzwerken, Unterstützung bei der Gründung von Elterninitiativen gegen rechte Gewalt.

61
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.