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Periodical volume

Full text: Lagebericht zur Stadtentwicklung ... Issue 13.2014

2014
Hannover im deutschen
Grossstädtevergleich

Landeshauptstadt Hannover Der Oberbürgermeister

LAGEBERICHT

ZUR

STADTENTWICKLUNG 2014

Hannover im deutschen Großstädtevergleich

Schriften zur Stadtentwicklung 123 Herausgeber: Landeshauptstadt Hannover Der Oberbürgermeister Trammplatz 2 30159 Hannover Fachbereich Planen und Stadtentwicklung Bereich Stadtentwicklung Rudolf-Hillebrecht-Platz 1 30159 Hannover E-Mail: 61.5@Hannover-Stadt.de Telefon: (0511) 168-44842 Dr. Magdalena Kaiser und M. Blaschke unter Mitarbeit von Esther Behrens, Tanja Fritz, Annegret Goerzig-Swierzy, Stefanie Johannsen-Rieckenberg und Carola Schneider Tanja Fritz

Erarbeitung:

Redaktion:

Gestaltung:

Hannover, Juli 2015

Vorwort
Die Landeshauptstadt Hannover legt hiermit den dreizehnten Lagebericht zur Stadtentwicklung vor. Mit diesem Benchmarking vergleicht die Verwaltung regelmäßig die 15 größten Städte Deutschlands zu verschiedenen kommunalen Themenfeldern und arbeitet Hannovers Stärken und Schwächen sowie Besonderheiten für wichtige Indikatoren, insbesondere aus Demografie, Wirtschaft und Verkehr, Soziales, Bildung und Kultur heraus. Von besonderer Bedeutung für die Stadtentwicklung der kommenden Jahre sind für mich insbesondere folgende Ergebnisse des Großstädtevergleichs: Die Großstädte verzeichnen von 2011 bis 2013 Bevölkerungswachstum. Naturgemäß zeigen die größten Städte auch die größten absoluten Zuwächse: Berlin etwa fast 96.000 (!) zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner. Hannover gewinnt in diesen drei Jahren 8.900 Personen hinzu und liegt mit plus 1,7 Prozent im Durchschnitt der Vergleichsstädte. Die Wanderungen, die dieses Bevölkerungswachstum in den Städten ausmachen, werden stark geprägt durch eine deutliche Zunahme der Zuwanderung aus dem Ausland – in Hannover trug 2013 die Zuwanderung aus dem Ausland zu Dreivierteln des Wanderungsgewinns der Stadt bei, dies entspricht dem Niveau anderer Großstädte. Eine bedeutende Personengruppe sind hierbei die Flüchtlinge, deren besondere Lebenssituation für alle Städte eine große Herausforderung aber auch eine große Chance darstellt. In Hannover speist sich der Wanderungsgewinn neben dem Ausland auch aus dem Bundesland Niedersachsen, was unsere Bedeutung als Universitäts- und Ausbildungsstandort unterstreicht. Das Bevölkerungswachstum stellt uns insbesondere die Aufgabe genügend angemessenen – also den Bedürfnissen der Menschen angepassten und bezahlbaren – Wohnraum in unserer Stadt zu gewährleisten. Wir haben hierzu gemeinsam mit den Akteuren des Wohnungsmarktes unser Wohnkonzept erarbeitet und sind damit und mit dem hieraus entwickelten Wohnraumförderprogramm und der Wohnbauflächeninitiative auf einem richtigen Weg. Die ansteigenden aber im Vergleich zu anderen Städten immer noch relativ verhaltenen Zahlen der Baufertigstellungen in Hannover zeigen aber, dass wir in unseren Bemühungen hierzu nicht nachlassen dürfen.

Der Oberbürgermeister, im Juni 2015

Einleitung ......................................................................................................................................................................7

Großstädtevergleich ...............................................................................................................................................9
1. Bevölkerungsentwicklung..............................................................................................................................................10 2. Flächennutzung .............................................................................................................................................................16 3. Wohnen .........................................................................................................................................................................18 4. Arbeitsmarkt und Wirtschaft .........................................................................................................................................26 5. Innenstadt – Einzelhandel ............................................................................................................................................30 6. Sozialstruktur ................................................................................................................................................................36 7. Bildung und Ausbildung ................................................................................................................................................38 8. Kultur und Freizeit .........................................................................................................................................................40 9. Verkehr .........................................................................................................................................................................42 10. Tourismus .....................................................................................................................................................................46 11. Finanzen ........................................................................................................................................................................48

Anhang Abbildungsverzeichnis Schriften zur Stadtentwicklung

EINLEITUNG

7

Einleitung
Die Vergleichsstädte des Lageberichts sind mit Ausnahme von Duisburg – und seit Vorliegen des Zensusergebnisses vom Mai 2011 Nürnberg – alle Städte Deutschlands mit einer Bevölkerung von über 500.000 Menschen. Wesentliche Datenbasis des Lageberichts zur Stadtentwicklung sind die offiziellen Statistiken der Statistischen Landesämter bzw. des Bundes und der Länder. Darunter fällt auch der jährlich veröffentlichte Mikrozensus. Die Stadtverwaltung dankt allen, die sie bei der Erstellung des Lageberichts mit der Bereitstellung von Daten und Anregungen unterstützt haben, insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der folgenden Statistischen Landesämter: • • • • • • • • • Statistisches Landesamt Baden-Württemberg Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung Amt für Statistik Berlin-Brandenburg Statistisches Landesamt Bremen Statistikamt Nord Hessisches Statistisches Landesamt Landesamt für Statistik Niedersachsen Information und Technik Nordrhein-Westfalen Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Datenquelle waren teilweise auch die Online-Datenbank GENESIS-online des Statistischen Bundesamtes (https://www-genesis.destatis.de) und die Regionaldatenbank Deutschland der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (https://www.regionalstatistik.de) sowie die Homepages der einzelnen Statistischen Landesämter. Weitere Datenlieferanten waren: Deutsche Bibliotheksstatistik, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, KonradZuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin, Deutscher Bühnenverein, Immobilienverband Deutschland, Engel und Völkers, COMFORT Hamburg GmbH, GfK, Kraftfahrt Bundesamt, Arbeitsgemeinschaft Deutscher Flughäfen, Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, Bundesagentur für Arbeit und F+B GmbH.

8

EINLEITUNG

Städte für den Großstädtevergleich

Hamburg (HH)

Bremen (HB)

Hannover (H)

Berlin (B)

Duisburg (DU)

Dortmund (DO) Essen (E) Leipzig (L) Dresden (DD) Köln (K)

Düsseldorf (D)

Frankfurt (F)

Nürnberg (N)

Stuttgart (S)

München (M)

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

9

Großstädtevergleich

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GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

1.

Bevölkerungsentwicklung

In den 15 größten deutschen Städten lebten am 31.12.2013 13,78 Mio. Menschen (Basis: Zensus 2011). Dies entspricht 17,1 Prozent der 80,77 Mio. in Deutschland lebenden Personen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Zuwachs um 146.300 Personen, im Jahr zuvor betrug der Gewinn im Großstädtevergleich 152.800 Personen (jeweils +1,1 Prozent).
Leipzig, Frankfurt und München mit deutlichem Wachstum seit 2011 zwischen 3,1 und max. 4,2 Prozent in Leipzig

Alle Großstädte außer Duisburg sind seit 2011 gewachsen

Die absolut stärksten Einwohnerzuwächse zwischen 2011 und 2013 hatten die größten Städte Berlin (+95.800), München (+42.900) und Hamburg (+28.200) zu verzeichnen. Relativ am größten war das Wachstum in diesen zwei Jahren in Leipzig (+4,2 Prozent), Frankfurt (+3,7 Prozent) und München (+3,1 Prozent). Der Zuwachs in Hannover lag mit 8.900 Personen, das entspricht 1,7 Prozent, etwas unter dem Schnitt im Großstädtevergleich von 2,2 Prozent. Duisburg hatte als einzige Stadt eine – wenn auch sehr geringe – Bevölkerungsabnahme um insgesamt 0,1 Prozent (-615 Personen) in diesem Zeitraum, da im Jahr 2012 der Sterbeüberschuss durch die Wanderungsgewinne nicht ganz ausgeglichen werden konnte. 2013 dagegen hielten sich Sterbeüberschuss und Wanderungsgewinne die Waage, so dass sich das 2013 nochmals gestiegene Zuwanderungsniveau im Großstädtevergleich auch in Duisburg positiv auswirkte. Zum Städtewachstum trägt seit 2011 im Großstädtevergleich auch ein jährlich steigender Geburtenüberschuss im Vergleich zu den Sterbefällen bei (2010 noch -207), der 2013 ein Plus von 3.449 Personen erreichte. Insgesamt gingen von 2010 bis 2011 im Großstädtevergleich die Geburten weniger stark zurück als die Sterbefälle, 2012 und 2013 stieg dann die Zahl der Geburten stärker als die Sterbefälle anstiegen. Die Situation ist in den Städten jedoch deutlich unterschiedlich. München hat seit 2010 den mit Abstand höchsten Geburtenüberschuss, 2013 plus 5.360 vor Berlin (+2.246) und Frankfurt (2.152), die auch zuvor die Ränge 2 und 3 belegten (2010 und 2011 Berlin hinter Frankfurt). In Hamburg auf Rang 4 betrug der Überschuss 879 Personen (Hannover: -222, Rang 10). Auf der anderen Seite haben 2013 die Ruhrgebietsstädte Essen (-2.651), Duisburg (-2.082), Dortmund (-1.999) sowie Bremen (-1.529) – und auch in den Vorjahren – deutliche Sterbeüberschüsse. 2013 gab es über die Stadtgrenzen im Großstädtevergleich insgesamt 847.500 Zuzüge und 711.300 Fortzüge und damit ein Wanderungsplus von 136.200 Menschen. Im Vorjahr lag das Plus bei 140.400, 2011 bei 131.400 Personen. In jedem Jahr hatten alle 15 Städte einen Wanderungsgewinn; Großstädte zählen in Deutschland seit einigen Jahren zu den besonderen Profiteuren der Zuwanderung. Hierbei spielt die Zuwanderung aus dem Ausland eine bedeutende Rolle. In den letzten Jahren ist die Zahl der Wanderungen über die Bundesgrenze im Großstädtevergleich deutlich angestiegen: Von 440.100 Zu- und Fortzügen über die Bundesgrenze im Jahr 2010 stiegen die Bewegungen über 469.300 im Jahr 2011 und 499.200 2012 auf 550.700 2013 an. Davon waren zuletzt 335.300 Zuzüge (60,3 Prozent) in und 220.400 Fortzüge (39,7 Prozent) aus den 15 größten deutschen Städten über die Bundesgrenze. Die Zahl der Zuzüge über die Bundesgrenze stieg von 237.500 im Jahr 2010 bis 2013 um 41,2 Prozent an. 87,9 Prozent der 550.700 Wanderungen über die Bundesgrenze 2013 entfielen auf Ausländer, 12,1 Prozent auf Deutsche. Der Wanderungssaldo der Deutschen ist dabei

Geburten- und Sterbeüberschüsse in den Großstädten ungleich verteilt

Alle Großstädte haben seit 2011 Wanderungsgewinne – Hannover 2013 mit einem Wanderungsplus von 4.100 Personen

Zuwanderung aus dem Ausland in die Großstädte steigt 2013 gegenüber 2010 um 41,2 Prozent deutlich an

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

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Abbildung 1:

Natürlicher Bevölkerungssaldo als Differenz von Geburten und Sterbefällen in ausgewählten deutschen Großstädten 2013
6.000 5.000 4.000 3.000 2.246 2.152 2.000 Anzahl 1.000 0 -73 -1.000 -2.000 -3.000 M B F HH DD S K L D H N HB DO DU -84 -222 -639 -1.529 -1.999 -2.082 -2.651 E 879 799 672 670 5.360

Quelle: Statistische Landesämter

Abbildung 2:

Zuzüge und Fortzüge über die Stadtgrenze in ausgewählten deutschen Großstädten 2013

169.500

200.000

Zuzüge Fortzüge

121.300 107.300

150.000

127.600

100.000

96.800 84.800 62.300 53.800

Anzahl

60.700 50.200

49.600 44.100

43.100 38.700

36.200 32.300

34.800 30.700

33.500 22.800

30.600 25.500

28.300 23.700

26.500 21.100 DU

0 B M HH K F S D N H L DO HB DD E

Quelle: Statistische Landesämter

25.000 22.900

50.000

29.300 25.800

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GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

seit 2010 jedes Jahr negativ – 2013 minus 6.300 Personen per Saldo –, der der ausländischen Personen dagegen ansteigend positiv auf zuletzt per Saldo plus 121.100. Der Gesamtwanderungssaldo über die Bundesgrenzen im Großstädtevergleich stieg von 30.900 im Jahr 2010 über 83.300 2011 und 103.500 2012 auf einen Gewinn von 114.800 Menschen im Jahr 2013 an.
Zuwanderung aus dem Ausland nach München bezogen auf die Einwohnerzahl am stärksten

Bezogen auf die Einwohnerzahl sind die Zuzüge aus dem Ausland nach München mit 4,5 Zuzügen je 100 Ew. 2013 wie im Vorjahr am intensivsten, gefolgt von Frankfurt (3,8) und Stuttgart (3,1). Aus dem Ausland nach Dresden zogen 2013 dagegen rechnerisch nur 1,1 Personen je 100 Ew., der geringste Wert hinter Essen und Leipzig (jeweils 1,3) sowie Hannover (1,7)(Durchschnitt der Großstädte: 2,4). Dieses räumliche Muster der drei Städte mit der höchsten und geringsten Intensität ist seit einigen Jahren konstant. Hannover verzeichnete 2013 34.800 Zuzüge und 30.700 Fortzüge, der Wanderungsgewinn betrug damit 4.100 Personen, nach 4.600 im Jahr 2012 und 3.400 Personen 2011. Der positive Wanderungssaldo dem Ausland gegenüber betrug dabei 2013 3.000 Personen und trug damit in Hannover wie in den Vorjahren (2012: +3.000, 2011: +2.200 Personen) deutlich zum Wanderungsgewinn bei. Zweite Hauptquelle der Zuwanderung ist das Bundesland Niedersachsen, während Hannover die stärksten Wanderungsverluste gegenüber seinem Umland hat.

Rechnerisch gut zehn Prozent der Bevölkerung im Großstädtevergleich ziehen pro Jahr über die Stadtgrenze zu oder fort Zwischen 8,4 Umzügen über die Stadtgrenze je 100 Ew. in Essen und 16,2 in München im Jahr 2013

Bezogen auf die Einwohnerzahl entsprachen die Wanderungen im Großstädtevergleich sowohl 2011 als auch 2012 10,8 Wanderungsbewegungen pro 100 Einwohnerinnen und Einwohner über die Stadtgrenzen (Zuzug oder Fortzug) und 2013 sogar 11,3. Hannover lag hier mit 12,6 leicht über dem Durchschnitt, davon 6,7 Zuzüge und 5,9 Fortzüge je 100 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Unterschiede zwischen den Wanderungsintensitäten sind im Großstädtevergleich beträchtlich: Mit 16,2 Wanderungsfällen je 100 Einwohnerinnen und Einwohner 2013 lag die Wanderungsintensität in München doppelt so hoch wie in Essen mit 8,4. Frankfurt (15,8) und Stuttgart (15,5) folgen auf Rang 2 und 3. Frankfurt hatte 2012 (15,4) und 2011 (15,5) die höchste Wanderungsintensität vor Stuttgart und München (2012) und 2011 umgekehrt vor München und Stuttgart. Die wenigsten Wanderungsfälle je 100 Einwohnerinnen und Einwohner wies in allen drei Jahren Essen auf, 2013 hinter Berlin (8,7) und Dortmund (9,7), 2012 mit 8,0 hinter Berlin (8,5) und Duisburg (8,6), 2011 mit 7,8 hinter Duisburg (8,1) und Berlin (8,4). Die Wanderungsintensität zeigt somit relativ konstante Muster. Der Männeranteil an allen Wanderungen betrug 2013 in den 15 Großstädten 54,3 Prozent (Hannover: 52,6 Prozent). Frauen ziehen somit seltener über die Stadtgrenze um als Männer. Der Männeranteil reichte dabei von 51,3 Prozent in Essen bis 57,6 Prozent in München, die Spannweite beträgt somit beträchtliche 6,3 Prozentpunkte. Diese geschlechterspezifischen Muster sind vergleichsweise beständig: In allen drei Jahren hatten München, Frankfurt (2011 und 2012 auf Rang 1 vor München), Duisburg und Stuttgart die höchsten Männeranteile bei den Wanderungen. In Essen war das Geschlechterverhältnis jedes Jahr am ausgeglichensten (48,8 Prozent Frauenanteil im Schnitt der drei Jahre), auch Leipzig und Düsseldorf haben relativ hohe Frauenanteile, die aber nicht 50 Prozent der Wanderungsfälle erreichen. Zwischen Zuzügen und Fortzügen gibt es dabei in den Städten tendenziell keine relevanten geschlechterspezifischen Unterschiede.

Männer ziehen in allen Großstädten häufiger über die Stadtgrenze um als Frauen bei einem maximalen Männeranteil 2013 von 57,6 Prozent in München

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

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Abbildung 3:

Zuzüge aus dem Ausland in ausgewählte deutsche Großstädte 2010 bis 2013

90.000 2013 80.000 70.000 60.000 Anzahl 50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 0 B M HH F S K D N DU DO HB H E L DD 2012 2011 2010

Quelle: Statistische Landesämter

Abbildung 4:

Zuzüge aus dem Ausland je 100 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählte deutsche Großstädte 2011 bis 2013
5,0 2013 4,5 4,0 Zuzüge je 100 Einwohner 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0,0 M F S N D B DU HH DO K HB H L E DD 2012 2011

Quelle: Statistische Landesämter

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GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

München und Frankfurt hatten in den drei Jahren 2011 bis 2013 sowohl die höchste Wanderungsintensität als auch den höchsten Männeranteil an den Wanderungen. Essen hatte jeweils die geringsten Anteile im Großstädtevergleich. Eine Ursache könnte sein, dass Wanderungen stark berufsbedingt sind und der Männeranteil bei Berufstätigkeit erhöht ist, insb. bei höherqualifizierten Personen, die tendenziell weitere Umzüge in Kauf nehmen. Hierfür spricht auch, dass bei den Wanderungen über die Bundesgrenze der Männeranteil im Großstädtevergleich 2013 bei 60,2 Prozent lag gegenüber o. g. 54,3 Prozent bei allen Wanderungen über die Stadtgrenzen.

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

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Abbildung 5:

Zuzüge und Fortzüge über die Stadtgrenze je 100 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2013
18 16,2 16 14 Zu- und Fortzüge je 100 Einwohner 12 10 8 6 4 2 0 M F S N D H K L HH HB DU DD DO B E 15,8 15,5 13,7 13,7 12,6

Ø 15 Städte
11,2 10,6 10,4 10,0 9,8 9,8 9,7 8,7 8,4

Quelle: Statistische Landesämter

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GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

2.
Hannover mit 204 km² zweitkleinste Stadt im Großstädtevergleich

Flächennutzung

Die 15 einwohnerreichsten Städte Deutschlands nehmen eine Fläche von insg. 5.101 km² ein und sind damit doppelt so groß wie das Saarland. Die Spannweite ist dabei beträchtlich und reicht von nur 186 km² Fläche der Stadt Nürnberg bis zu 892 km² in Berlin. Hannover hat mit 204 km² (20.415 ha) die zweitkleinste Fläche im Großstädtevergleich. Bezogen auf die Einwohnerzahl leben rechnerisch die wenigsten Menschen pro Hektar in Dresden (16), Bremen (17) und Leipzig (18)(in Dresden und Leipzig bedingt durch Eingemeindungen Ende des 20. Jahrhunderts), die meisten in München (45) und Berlin (38). Hannover liegt mit 25 Personen je Hektar knapp unter dem Schnitt der Großstädte von 27. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Bodenfläche ist im Großstädtevergleich mit 61 Prozent naturgemäß erheblich höher als in Deutschland (14 Prozent), während umgekehrt Landwirtschaftsflächen mehr als die Hälfte Deutschlands einnehmen (52 Prozent), in den Großstädten immerhin noch 20 Prozent. Dabei ist Hannover die Stadt mit der größten Moorfläche (102 ha, Altwarmbüchener Moor), Hamburg hat als einzige Großstadt über 200 ha Heidefläche (658 ha, Fischbeker Heide). Seit dem Jahr 2000 sind die Landwirtschaftsflächen im Großstädtevergleich um 12,4 Prozent gesunken, während die Wohnflächen um 12,7 Prozent zunahmen. Zeitgleich nahmen allerdings auch die Waldflächen (+9,3 Prozent) und die Erholungsflächen (+15,8 Prozent) zu (teilweise aus methodischen Gründen durch Umbuchung von „Flächen anderer Nutzung“). Bei letzteren lag die Steigerungsrate der Grünflächen (wesentlichster Teilbereich der Erholungsflächen) mit 20,7 Prozent (+6.600 ha) noch höher. Obwohl Hannover gegenüber 2000 die einzige Stadt ist, die absolut und relativ ihre Grünflächen nicht erhöht hat (-0,4 Prozent), bleibt sie 2013 die Stadt mit dem höchsten Grünflächenanteil an der Gesamtfläche (11,2 Prozent) vor Berlin (11,0 Prozent) und München (9,6 Prozent). Dies gilt auch für den Anteil an Erholungsflächen insgesamt: Er sank in Hannover von 12,7 leicht auf 12,6 Prozent und bleibt dennoch der höchste vor Berlin (12,0 Prozent), obwohl außer in Hannover alle Städte gegenüber 2000 zulegten, im Großstädtevergleich insgesamt um 15,8 Prozent auf 8,9 Prozent Flächenanteil 2013. Eine forsa-Studie hat 2014 in 12 der 15 größten Städte in einer Repräsentativbefragung die „Zufriedenheit mit urbanem Grün in deutschen Großstädten“ in der Bevölkerung untersucht. Mit dem Angebot an Grünflächen in ihrer Stadt sind in Hannover 91 Prozent der Befragten (sehr) zufrieden. Hannover liegt damit auf Rang 1 vor Dresden (89 Prozent) und Hamburg (88 Prozent)(Durchschnitt: 82 Prozent). Häufigste Nutzungsart in Parks und Grünanlagen ist in allen Städten das Spazierengehen vor Sporttreiben. Wichtigster Aspekt für die Befragten ist die Sicherheit (85 Prozent), gefolgt von ausreichenden Sitzgelegenheiten und ansprechender Gestaltung (jeweils 82 Prozent). Überdurchschnittliche Flächenanteile besitzt Hannover im Großstädtevergleich nicht nur bei Grün- und Erholungsflächen sondern auch in Bezug auf Verkehrsflächen. Mit 17,1 Prozent Anteil an der Bodenfläche liegt Hannover 2013 auf Rang 3 des Großstädtevergleichs hinter Frankfurt (20,7 Prozent) und Nürnberg (17,6 Prozent). Der Anteil an Landwirtschaftsflächen ist dagegen in Hannover mit 14,1 Prozent deutlich unterdurchschnittlich gegenüber 20,2 Prozent im Großstädtevergleich. Ungefähr dem Schnitt der Großstädte entspricht der Wohnflächenanteil in Hannover (18,8 Prozent zu 18,4 Prozent im Großstädtevergleich) ebenso wie der Waldanteil (12,0 zu 12,7 Prozent). Der Waldanteil ist in Stuttgart (24,0) und Dresden (22,4) am höchsten. Eine Besonderheit ist die ca. 640 ha umfassende Eilenriede in Hannover, die als einziger Stadtwald dieser Größenordnung im Zentrum einer europäischen Großstadt liegt.

Siedlungs- und Verkehrsfläche liegt im Großstädtevergleich bei 61 Prozent, Landwirtschaftsfläche bei 20 Prozent

Klarer Trend seit 2000: Land-wirtschaftsfläche nimmt zugunsten von Wohnflächen ab

Größte Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem urbanen Grün in Hannover gemäß forsa 2014

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

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Abbildung 6:

Bodenfläche in Quadratkilometern am 31.12.2013 in ausgewählten deutschen Großstädten

900 800 700 600 in km²

891,7 755,2 405,0

1.000

500 400 300 200 100 0 B HH

328,3

325,6

310,7

297,4

280,7

248,3

232,8

217,4

210,3

207,4

204,1 H

K

DD

HB

M

L

DO

F

DU

D

E

S

Quelle: Statistische Landesämter

Abbildung 7:

Veränderung der Siedlungs- und Verkehrsfläche und der Landwirtschaftsfläche 2013 gegenüber 2000 absolut in Hektar in ausgewählten deutschen Großstädten
3.000 Siedlungs- und Verkehrsfläche 2.500 2.000 1.500 1.000 500 in ha 0 -500 -1.000 -1.500 -2.000 -2.500 -3.000 L HH M B DD F K DO N HB D DU S H E Landwirtschaftsfläche

Quelle: Statistische Landesämter

186,4 N

18

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

3.
Trotz reger Neubautätigkeit in den Vergleichsstädten ergeben sich regionale und selektive Angebotsengpässe

Wohnen

Der letzte große Bauboom Deutschlands liegt mittlerweile rund 20 Jahre zurück. Im Zuge der Wiedervereinigung kam es zu einer deutlichen Zuwanderung aus dem Osten Deutschlands und Europas. Daneben trat in den neuen Bundesländern ein deutlicher Mangel an bedarfsgerechtem Wohnraum zutage. Die daraufhin im gesamten Bundesgebiet einsetzende rege Bautätigkeit verringerte sich allerdings ab Mitte der 1990er Jahre wieder signifikant. Erst seit 2010 ist wieder eine Steigerung beim Wohnungsbau feststellbar. Die positive Entwicklung im Wohnungsneubau setzt sich seitdem deutschlandweit – wenn auch mit regionalen Unterschieden – fort: Insbesondere in den Vergleichsstädten, die die dynamischen Ballungszentren repräsentieren, sowie in zahlreichen Universitätsstädten und attraktiven Städten mittlerer Größe zeigt sich der Trend steigender Baufertigstellungen. Der „Bauboom“ ist eine Reaktion auf die in fast allen Vergleichsstädten wachsende Wohnbevölkerung und zugleich die Verkleinerung und damit die Zunahme der Haushalte. So ergab sich 2012 in den 15 Vergleichsstädten ein Plus von 19,6 Prozent mehr Neubauwohnungen gegenüber 2011. Auch 2013 wurden im Vergleich zu 2012 11,5 Prozent mehr Wohnungen errichtet. Für das Jahr 2014 liegen bislang noch nicht für alle Städte die Baufertigstellungsstatistiken vor, es fehlen die Vergleichsstädte aus Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, Duisburg, Essen, Köln und Dortmund sowie Berlin.

Im Vergleich beläuft sich die Entwicklung der Baufertigstellungen auf niedrigem Niveau

2014 wurden in Hannover 673 Neubauwohnungen in Wohngebäuden fertiggestellt. Das ist im Vergleich zu 2013 ein leichtes Plus von 5,8 Prozent (+37 Wohnungen). Die Zahl der Neubauwohnungen verteilt sich in Hannover auf 262 Wohnungen in Einfamilienhäusern und 411 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Im Vergleich wurden absolut die meisten Neubauwohnungen in München (+6.204 Wohnungen, inklusive Wohnungen in Wohnheimen) errichtet. Allerdings sind dies etwas weniger Neubauwohnungen als noch 2013 (-8,6 Prozent bzw. -587 Wohnungen). Relativ und v.a. absolut haben Dresden (+80,4 Prozent; +509 Wohnungen), Bremen (+33,0 Prozent; +286 Wohnungen), Frankfurt (+28,5 Prozent, +788 Wohnungen), Stuttgart (+23,8 Prozent; +307 Wohnungen) sowie Nürnberg (+13,7 Prozent; +186 Wohnungen inklusive Wohnungen in Wohnheimen) und Leipzig (+13,5 Prozent; +93 Wohnungen) Hannover überholt. Die Maßnahmen der Landeshauptstadt Hannover kurzfristig weiteres Bauland zur Verfügung zu stellen und die laufenden Genehmigungsverfahren zu beschleunigen werden fortgesetzt (Wohnbauflächeninitiative). Auch wenn sich diese Maßnahmen derzeit noch nicht in einer deutlichen Steigerung der Baufertigstellungszahlen niederschlagen, ist dies dennoch ein Lösungsansatz für die angespannte Wohnungssituation und die andauernde Wohnungsnachfrage in Hannover.

2014 liegt die Bauintensität in Hannover bei 1,3 Neubauwohnungen je 1.000 Einwohner

Die Bauintensität ist ein geeigneter Indikator zum Vergleich der Bautätigkeit in verschieden großen Städten. Dazu wird die Zahl der Baufertigstellungen auf die Einwohner-

zahl bezogen. Beim Großstädtevergleich belegte Hannover in den vergangenen Jahren eher hintere Ränge und lag 2011 sogar auf dem letzten Rang mit 0,5 Neubauwohnungen je 1.000 Einwohner. 2012 stieg der Wert auf 1,7 Neubauwohnungen je 1.000 Einwohner (Rang 10). 2013 lag der Wert bei 1,2 und steigt 2014 leicht auf nunmehr 1,3 Neubauwohnungen je 1.000 Einwohner.

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

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Abbildung 8:

Mietspiegelindex* in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 im Vergleich mit 2011

2011 10 2014

8

Ø 14 Städte 2014
in EUR/m² 6

4

2

0
F HH N H W es t Os t DO
5,20 DO

M

S

K

D

DU

B-

B-

DD

E

* ohne Bremen

Quelle: F+B GmbH 2014

Abbildung 9:

Wiedervertragsmieten für Wohnungen der Baualtersklasse bis 1948 in ausgewählten deutschen Großstädten 2014
14 13,00 12 10,50 10 9,30 9,20 8,50 in EUR/m² 8 7,80 7,50 7,50 7,40 7,36 6,50 6 5,50 5,40 4,80

Ø 15 Städte

4

2

0 M S F HH D K HB H B N DD E L DU

Quelle: IVD-Wohn-Preisspiegel 2014

L

20

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

2014 steigen die ortsüblichen Vergleichsmieten in den Großstädten erneut um 1,6 Prozent

Der Mietspiegelindex beschreibt die ortsübliche Vergleichsmiete für eine Referenzwohnung mit 65 m² Wohnfläche in EUR/m² nettokalt bei normaler Ausstattung (Bad, WC, Sammelheizung) in mittlerer/normaler Wohnlage. Durch den Mietspiegelindex

ist es möglich, die örtlichen Bestandsmieten im Vergleich mit anderen Großstädten darzustellen. Während Angebotsmieten Auskunft über die Entwicklung bei Neu- und Wiedervermietung geben, gibt die ortsübliche Vergleichsmiete Auskunft über das Mietenniveau freifinanzierter Mietwohnungen in den Städten und Gemeinden. Das Institut F+B stellt insofern mit Hilfe des Mietspiegelindex eine Datenquelle bereit, die der Einschätzung zur Höhe von Bestandsmieten in den Vergleichsstädten ermöglicht. Die im Mietspiegelindex 2014 errechnete durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete für eine Referenzwohnung mit 65 m² Wohnfläche liegt deutschlandweit bei 6,28 EUR/m². In den Vergleichsstädten beläuft sich der Mietspiegelindex für eine Referenzwohnung auf 6,79 EUR/m². Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von 0,10 EUR/m² bzw. 1,6 Prozent. Der Mietspiegelindex wird seit 2011 erhoben und stieg seitdem in den Vergleichsstädten um 0,25 EUR/m² bzw. 3,8 Prozent. Bremen verfügt bislang über keinen Mietspiegel, daher liegen hier keine Daten vor. Im Berliner Mietspiegel werden die unterschiedlichen Vergleichsmieten für Berlin-Ost und Berlin-West getrennt ausgewiesen.
In Hannover fällt die ortsübliche Vergleichsmiete im Rahmen des Mietspiegelindex unterdurchschnittlich aus

2014 fiel – wie auch schon im Vorjahr – die ortsübliche Vergleichsmiete in Leipzig mit 5,14 EUR/m² am geringsten aus. Die teuerste Großstadt ist nach wie vor München mit durchschnittlich 10,32 EUR/m² für eine Bestandswohnung und liegt damit 64,3 Prozent über dem deutschlandweiten Durchschnittswert von 6,28 EUR/m² bzw. 51,9 Prozent über dem ermittelten Wert der Vergleichsstädte von 6,79 EUR/m². Hannover rangiert 2014 mit 5,97 EUR/m² für eine Referenzwohnung mit den zuvor genannten Merkmalen im Mittelfeld (Rang 10) und liegt deutlich unter dem Durchschnittswert der Vergleichsstädte (6,79 EUR/m²).
Der Immobilienverband Deutschlands (IVD) wertet die Marktpreise für Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Eigentumswohnungen, Baugrundstücke und Wohnungsmieten des 2. und 3. Quartals 2013 aus. Die gehandelten Immobilienpreise sowie die

Neu- und Wiedervermietungsmieten steigen fast flächendeckend in allen Wohnwertund Baualtersklassen sowie in allen Städtegrößen an, dies allerdings auf moderatem Niveau.
Deutschlandweit schwächt sich 2014 der Anstieg der Angebotsmieten im Altbau im Vergleich zu 2013 etwas ab

Die Wiedervermietungsmieten im Altbau bei mittlerem Wohnwert steigen in den Vergleichsstädten 2014 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 3,8 Prozent auf 7,70 EUR/m² (+0,28 EUR/m²). Als besonders hochpreisig zeigt sich erneut München mit 13,00 EUR/m², gefolgt von Stuttgart (10,50 EUR/m²), Frankfurt (9,30 EUR/m²) und Hamburg (9,20 EUR/m²). Die ermittelten Angebotsmieten für Altbauwohnungen fallen in Hannover mit 7,50 EUR/m² im Vergleich zu den Großstädten leicht unterdurchschnittlich aus (Rang 8). In Essen zeigen sich auffällig höhere Preissteigerungen, so wie in den vergangenen Jahren auch in Hannover. Dies kann einem Nachholbedarf aufgrund bislang weit unterdurchschnittlicher Mietenforderungen und z. T. auch einem Imagewandel von einer Kohle- zur Kulturstadt geschuldet sein: So erhöhen sich 2014 in Essen die Angebotsmieten für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert im Altbau um 10,0 Prozent, von 5,00 EUR/m² auf 5,50 EUR/m².

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

21

Abbildung 10:

Kaufpreise für bezugsfreie Eigenheime in ausgewählten deutschen Großstädten 2014
(freistehendes Haus, inkl. Garage und Grundstück, mittlerer Wohnwert, ca. 125 m²) 800.000 700.000 600.000 500.000 in EUR 400.000 300.000 200.000 100.000 0 M S D F K E N HH DU DO H B DD HB L 740.000

540.000

470.000

430.000

370.000

350.000

340.000

340.000

320.000

310.000

270.000

250.000

250.000

O 15 Städte 180.000 130 HB

Quelle: IVD-Wohn-Preisspiegel 2014

Abbildung 11:

Kaufpreise für Baugrundstücke für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in ausgewählten deutschen Großstädten 2014
(Grundstück ca. 600 - 800 m² in normaler Wohnlage) 1.200 1.060 1.000

800 in EUR/m²

600 600 420 400

390

380 300 300 290 260 240 200 180 135 105

Ø 15 Städte

200

0 M S F K D HH E N H DO DU B DD L

Quelle: IVD-Wohn-Preisspiegel 2014

125.000

22

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

Im Segment der Nachkriegsbebauung steigen die Angebotsmieten bei Wiedervermietung von 2013 auf 2014 um 2,9 Prozent auf 7,74 EUR/m² (+0,21 EUR/m²). Als deutlich hochpreisiger zeigen sich auch hier München (12,90 EUR/m²), Stuttgart (10,50 EUR/m²), Frankfurt und Köln (je 8,80 EUR/m²). Am unteren Ende der Mietpreisskala rangieren Duisburg (4,80 EUR/m²), Leipzig (5,40 EUR/m²) und Essen (5,50 EUR/m²), wobei der Anstieg in Essen mit +7,7 Prozent deutlich höher ausfällt als in den anderen Vergleichsstädten. Für Hannover, Hamburg und Bremen gibt es 2014 keine Angaben.
Die Angebotsmieten für Neubauwohnungen steigen bei Erstbezug durchschnittlich um 5,0 Prozent

Am teuersten sind die Angebotsmieten für Neubauwohnungen (Erstbezug im Berichtsjahr) mit drei Zimmern und ca. 70 m² Wohnfläche bei mittlerem Wohnwert: Im Durchschnitt liegt der Quadratmeterpreis 2014 in den Vergleichsstädten bei 9,73 EUR/m². Im Vergleich zum Vorjahr 2013 nimmt der Neuvermietungsmietpreis somit durchschnittlich um 5,0 Prozent (+0,46 EUR/m²) zu. Auch hierbei sind die Spannen groß: In München beträgt der Mietzins bei Neuvermietung 14,00 EUR/m² (+5,3 Prozent), in Stuttgart 12,10 EUR/m² und in Hamburg 11,60 EUR/m². Schlusslicht ist Leipzig mit 6,80 EUR/m². Für Hannover gibt es auch in diesem Segment für 2014 keine Angaben des Immobilienverbandes (IVD).

In den Vergleichsstädten steigen weiterhin die Verkaufspreise für Wohnimmobilien auf allerdings sehr unterschiedlichen Niveaus

Der Erwerb einer Wohnimmobilie ist auch 2014 in den Vergleichsstädten teurer geworden. Im Durchschnitt beträgt der Erwerbspreis für ein bezugsfreies, freistehendes Einfamilienhaus mit ca. 125 m² Wohnfläche inklusive Garage und Grundstück bei mittlerem Wohnwert 358.056 EUR (+8,8 Prozent), 2013 waren es noch 329.219 EUR. Dabei variiert die Preisspanne zwischen 740.000 EUR in München und 180.000 EUR in Bremen stark. In Hannover liegt der durchschnittliche Verkaufspreis 2014 bei 270.000 EUR, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 8,0 Prozent bzw. 20.000 EUR (Rang 11). Für ein Reihenhaus werden in den Vergleichsstädten durchschnittlich 249.300 EUR bezahlt. Die Preissteigerung für das Reihenhaussegment beträgt 2014 im Vergleich zum Vorjahr 2013 durchschnittlich 4,1 Prozent bzw. 9.806 EUR. Erneut sind München (550.000 EUR), Düsseldorf (350.000 EUR) und Frankfurt (320.000 EUR) höchstpreisig. In Leipzig (125.000 EUR) und Bremen (140.000 EUR) fallen die durchschnittlichen Erwerbspreise wesentlich niedriger aus, gefolgt von Dresden (175.000 EUR) und Dortmund (195.000 EUR). In Hannover wird vom IVD für dieses Segment ein Gesamtobjektpreis von 200.000 EUR (Rang 11) ermittelt, das ist ein Plus im Vergleich zum Vorjahr 2013 von 5,3 Prozent, wobei die mittlere Preissteigerung in den Vergleichsstädten für Reihenhäuser bei 4,1 Prozent liegt. 2014 werden im Durchschnitt der Vergleichsstädte für eine bezugsfreie Eigentumswohnung mit einer Wohnfläche von 70 m² mit drei Zimmern und einem mittleren Wohnwert 1.635 EUR/m² verlangt (im Vergleich zu 2013: +8,9 Prozent, +133 EUR/m²). Am unteren Ende der Kaufpreisskala liegt Duisburg (950 EUR/m²), gefolgt von Leipzig (1.000 EUR/m²) und Bremen (1.050 EUR/m²). In Hannover werden 2014 1.250 EUR/m² (Rang 10) gezahlt, ein Plus von 7,7 Prozent im Vergleich zu 2013. Die höchsten Quadratmeterkaufpreise werden in München (3.600 EUR/m²), Stuttgart (2.450 EUR/m²), Hamburg und Düsseldorf (je 2.100 EUR/m²) gefordert.

Die Baugrundstücke für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser sind in München zehnmal teurer als in Leipzig und dreimal teurer als in Frankfurt

Für ein Baugrundstück für freistehende Ein- und Zweifamilienhaus mit ca. 600 bis 800 m² in normaler Wohnlage werden 2014 im Durchschnitt in den Vergleichsstädten 354 EUR/m² verlangt. Dabei variieren die Preisspannen aber sehr deutlich: In München werden 2014 im Schnitt 1.060 EUR/m² bezahlt, in Stuttgart noch in etwa die Hälfte (600 EUR/m²) und in Frankfurt noch rund ein Drittel (420 EUR/m²). In Leipzig, Bremen und Dresden werden für Baugrundstücke dieser Kategorie 105 bis 135 EUR/m² aufge-

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

23

Abbildung 12:

Erschwinglichkeitsindex in ausgewählten deutschen Großstädten 2000 bis 2014
Ein Index von 100 bedeutet, ein Haushalt benötigt 25 Prozent des verfügbaren Jahreseinkommens, um den Kredit zu tilgen. Beim Index über 100 fällt der Erwerb einer Wohnimmobilie leichter 240 220 200 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Quelle: IVD

H HB

D DU

K DO

F M

N HH

Abbildung 13:

Immobilienkaufklima: Preis-Einkommensverhältnis beim Erwerb von Eigentumswohnungen in ausgewählten deutschen Großstädten 2014/2015
In Hannover müssen 2,27 Nettojahreshaushaltseinkommen beim Kauf einer Eigentumswohnung (3 Zimmer, 70 m², mittlerer Wohnwert) investiert werden

5,01 5

Preis- Einkommens-Verhältnis

4 3,59 3,56 3,36 3 3,28 2,90 2,46 2,45 2 2,41 2,37 2,27 2,24 2,23 1,88 1,80

1

0 M S B-West B-Ost HH K DD F DO N H L D HB DU
Quelle: MB-Research/IVD-Wohn-Preisspiegel 2014

24

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

wendet. Hannover liegt mit 260 EUR/m² (Rang 9) deutlich unter dem Durchschnitt von 354 EUR/m² in den Vergleichsstädten.
Auch 2014 ist der Erwerb einer Wohnimmobilie in Hannover erschwinglicher als in den meisten Vergleichsstädten

Um das Wohnimmobiliengeschehen bundesweit einschätzen zu können, ist es auch von Interesse, wo im Vergleich der Großstädte der Erwerb einer Wohnimmobilie besonders kostengünstig oder teuer ist.
Der Erschwinglichkeitsindex des IVD fasst die Faktoren Immobilienpreise, Zinsniveau und verfügbares Einkommen zu einer Kennzahl zusammen, die angibt, inwieweit ein durchschnittlicher Haushalt beim Erwerb einer Immobilie belastet wird. Ein

hoher Wert zeigt eine gute, ein niedriger Wert eine schlechte Erschwinglichkeit an. Bei einem Indexwert von 100 muss ein durchschnittlicher Haushalt 25 Prozent seines verfügbaren Haushaltseinkommens aufwenden, um den Kredit zu bedienen. Liegt der Index unter 100, benötigt ein Haushalt mehr als 25 Prozent des verfügbaren Einkommens und ist damit stärker belastet. Aus der Höhe des Gesamtobjektpreises für ein bezugsfreies und freistehendes Eigenheim (inklusive Garage und ortsüblichen großem Grundstück) bei einem mittleren Wohnwert mit 125 m² Wohnfläche sowie dem durchschnittlichen verfügbaren Einkommen eines Haushalts und dem aktuellen Zinsniveau ergeben sich folgende Werte: Der Erwerb von Wohneigentum ist im 4. Quartal 2014 hinsichtlich der oben genannten Faktoren in Bremen am günstigsten, der Index beträgt 219,2, gefolgt von Berlin-Ost (139,5), Dresden (134,4), Leipzig (131,8) und Hannover (130,5). Hier ist der Erwerb einer Wohnimmobilie erschwinglicher als in den übrigen Vergleichsstädten. Einen hohen Erschwinglichkeitswert erreicht zudem Hamburg (125,0): Dies erklärt sich durch das Verhältnis des im Vergleich überdurchschnittlich hohen verfügbaren Einkommens zum Eigenheimpreis. Die Stadt mit dem niedrigsten Erschwinglichkeitswert und damit am schwersten für einen durchschnittlichen Haushalt zu leisten ist München (58,8), gefolgt von Frankfurt (76,9), Stuttgart (78,2) und Düsseldorf (79,1).
In München muss ein durchschnittlicher Haushalt das 5-fache seines Jahresnettoeinkommens beim Kauf einer Eigentumswohnung investieren Das IVD-Immobilien-Kaufklima vergleicht das Preis-Einkommen-Verhältnis für Wohneigentum. Die Höhe der jeweiligen Jahresdurchschnittsnettoeinkommen in den ausge-

wählten Städten basieren u. a. auf den Daten des Statistischen Bundesamtes. Da nicht nur die Wohnimmobilienpreise sich zwischen den Städten signifikant unterscheiden, sondern auch die Durchschnittseinkommen, die in den jeweiligen Städten und Regionen verdient werden, ist die Relation des Preis-Einkommens sehr aussagekräftig. Hierzu wird eine typische 3-Zimmer-Wohnung mit 70 m² bei mittlerem Wohnwert herangezogen und betrachtet, wie viele Jahresnettohaushaltseinkommen beim Kauf einer Eigentumswohnung investiert werden müssten. München bleibt der mit Abstand teuerste Wohnimmobilienstandort in Deutschland: Käufer einer Eigentumswohnung müssen dort durchschnittlich das 5,01-fache des Jahresnettoeinkommens aufbringen, in Stuttgart das 3,59- und in Berlin-West das 3,56-fache. Am erschwinglichsten ist Duisburg mit 1,80 durchschnittlichen Jahresnettoeinkommen, gefolgt von Bremen (1,88). In Hannover werden hierzu 2,27 Jahresnettoeinkommen benötigt (Rang 12). Es erstaunt zunächst, dass Frankfurt (2,45), Köln (2,90) und Hamburg (3,28) in Relation im Mittelfeld liegen: Das liegt u. a. auch daran, dass in diesen Großstädten das Durchschnittsnettoeinkommen höher ausfällt und somit das Preis-Einkommens-Verhältnis vergleichsweise erschwinglicher ausfällt.

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

25

26

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

4.
Seit neun Jahren in Folge wächst die Zahl der Erwerbstätigen

Arbeitsmarkt und Wirtschaft

Seit 2005 ist ein stetiges Wachstum der Erwerbstätigenzahlen in Deutschland zu beobachten – von damals 39,0 Mio. auf 42,6 Mio. Menschen 2014. Dabei verläuft bis 2012 – aktuellere Daten liegen auf regionaler Ebene noch nicht vor – das Wachstum in den Vergleichsstädten dynamischer als im Rest der Bundesrepublik. Das Wachstum in der Landeshauptstadt Hannover entspricht über die Jahre betrachtet dem Wachstum der Vergleichsstädte. 2014 sind in Deutschland 30,2 Mio. Menschen sozialversicherungspflichtig tätig, ein Plus von ca. 0,9 Mio. (2013: 29,3 Mio.). Ein Drittel dieses Anstiegs resultiert aus der Revision der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Die Aufnahme der Beschäftigten in Werkstätten für behinderte Menschen etwa führt zur Erhöhung der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bundesweit. In den 15 Vergleichsstädten ist die Zahl der Beschäftigten 2014 ebenfalls weiterhin gestiegen – um knapp 158.000 Arbeitsplätze auf nunmehr 6,7 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Nahezu alle Wirtschaftszweige verzeichnen steigende Zahlen. Lediglich im Bereich der Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen gab es einen Rückgang in Höhe von 5.088 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Zu 87 Prozent entfällt der Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in den Vergleichsstädten auf den Dienstleistungsbereich. Räumlich betrachtet entfallen mehr als 51 Prozent auf die drei einwohnerstärksten Städte Berlin, München und Hamburg. Hannovers Anteil am Wachstum beträgt 4,7 Prozent und ist angesichts eines Bevölkerungsanteils von 3,8 Prozent und eines generellen Anteils an den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in Höhe von 4,5 Prozent überdurchschnittlich. Das jeweilige prozentuale Wachstum gegenüber dem Vorjahr reicht von 0,7 Prozent (Düsseldorf) bis 4,9 Prozent (Leipzig). Über dem Durchschnitt (2,4 Prozent) liegende Wachstumsraten sind in Berlin (3,3 Prozent), München (2,7 Prozent), Köln (2,7 Prozent) und Hannover (2,6 Prozent) zu verzeichnen. In Hannover entstanden insgesamt 7.491 neue Arbeitsplätze. Diese entfallen vorwiegend auf das Verarbeitende Gewerbe (+1.415), den Themenbereich Kommunikation und Information (+1.444) und sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (inkl. Arbeitnehmerüberlassung)(+2.536) sowie zu in etwa gleichen Anteilen von jeweils knapp 800 Stellen auf die Bereiche Erziehung und Unterricht bzw. öffentliche Verwaltung und Sozialversicherungen. In dem Bereich öffentliche Verwaltung und Sozialversicherungen hat Hannover von 2013 auf 2014 in Relation zu den Vergleichsstädten den höchsten prozentualen Stellenzuwachs in Höhe von 3,6 Prozent zu verzeichnen. Die Spanne reicht dabei von Hannover auf Rang 1 bis Frankfurt mit einem Minus von 7,9 Prozent, was einem Stellenabbau in Höhe von 1.514 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen entspricht. Zahlen bezüglich des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und des verfügbaren Einkommens der Privathaushalte je Einwohnerin und Einwohner sowie der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer stehen für das Jahr 2012 zur Verfügung. Die oben aufgezeigte wirtschaftliche Dynamik, die seit neun Jahren die Zahl der Erwerbstätigen ansteigen lässt, lässt sich für die Jahre 2008 bis 2012 auch anhand der o. g. drei Indikatoren nachvollziehen.

2014 erstmals mehr als 30 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland

In den Vergleichsstädten verzeichnen fast alle Wirtschaftszweige einen Zuwachs an Beschäftigung

Hannovers Anteil am Beschäftigungswachstum 2014 überdurchschnittlich

7.500 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Hannover

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

27

Abbildung 14:

Wachstum der Erwerbstätigkeit in Deutschland, den 15 Vergleichsstädten und in Hannover im Vergleich zwischen 2005 und 2012 (2005 = 100)
10 Deutschland 15 Vergleichsstädte 8 Hannover

6 in Prozent 4 2 0 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Quelle: regionalstatistik.de Abbildung 15:

Wachstum der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 auf 2014
6

5

4,9

4 in Prozent 3,3 3 2,7 2,7 2,6 2,3 2 2,3 2,2 2,1 1,9 1,8 1,7 1,1 1 1,0 0,7

0 L B K M H F S HH DD E HB N DO DU D
Quelle: VGRdL

28

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

Spitzenwert: BIP pro Einwohner steigt in Hannover im 5-Jahresvergleich um 4.701 EUR

Das BIP je Einwohner lag 2008 in Deutschland bei durchschnittlich 30.124 EUR. Der Durchschnitt innerhalb der 15 Vergleichsstädte ist mit 45.815 EUR deutlich höher. Betrachtet man die Entwicklung über die folgenden fünf Jahre, ist deutschlandweit eine Steigerung des BIP pro Einwohner in Höhe von 8 Prozent auf 32.550 EUR zu beobachten. In den Vergleichsstädten steigt das BIP auf 47.718 EUR je Einwohner (+4,2 Prozent). Das BIP je Einwohner in Hannover liegt mit 57.717 EUR 2012 auf Platz 5 der Vergleichsstädte. Höher liegt es nur in Frankfurt (78.877 EUR), Düsseldorf (69.916 EUR), Stuttgart (64.337 EUR) und München (60.084 EUR). Das geringste BIP pro Kopf wird in Dresden (28.694 EUR) hinter Leipzig (28.964 EUR) erzielt. Mit einer Steigerung von 4.701 EUR innerhalb von fünf Jahren liegt Hannover vor München (+4.622 EUR) an der Spitze der Vergleichsstädte. In Frankfurt, Düsseldorf und Dresden geht das BIP je Einwohnerin und Einwohner in diesen Jahren sogar zurück. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte je Einwohnerin und Einwohner ist im selben Zeitraum deutschlandweit um 9,3 Prozent auf 20.507 EUR gestiegen, in den Vergleichsstädten um 5,6 Prozent auf nunmehr durchschnittlich 20.118 EUR. Die Spanne betrug zwischen 1,4 Prozent (Stuttgart) und 8,2 Prozent (Duisburg), Hannover verzeichnete eine überdurchschnittliche Steigerung um 7,1 Prozent. Das verfügbare Einkommen liegt hier 2012 bei 19.465 EUR je Haushalt. Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer haben deutschlandweit zwischen 2008 und 2012 eine Steigerung von 8,6 Prozent erfahren, innerhalb der Vergleichsstädte beträgt die Zahl 7,9 Prozent. Hier bewegen sich die Steigerungsraten zwischen 3,7 Prozent in Frankfurt und 11,5 Prozent in Duisburg. Hannover liegt auf Platz 5 mit einer Steigerung um 9,4 Prozent. Die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer betragen 2012 in Hannover 31.090 EUR, der Wert für alle Vergleichsstädte beträgt 30.951 EUR und deutschlandweit liegen die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer bei 30.349 EUR.

In Hannover steigt das verfügbare Einkommen von 2008 bis 2012 überdurchschnittlich um 7,1 Prozent

Im Großstädtevergleich steigen die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer von 2008 bis 2012 um 7,9 Prozent

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

29

Abbildung 16:

Entwicklung des BIP je Einwohnerin und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten zwischen 2008 und 2012
6.000 4.701 5.000 4.000 3.000 2.000 in EUR 1.000 0 -1.000 -1.240 -2.000 -3.000 -4.000 H M DO S N L E K B DU HB HH DD D F
Quelle: VGRdL

4.622 3.740

3.650

3.525

3.094

2.955

2.350

2.097

2.005

O 15 Städte 547

394

-1.268 -2.634

30

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

5.

Innenstadt – Einzelhandel

Datenquelle dieses Kapitels ist bis auf die Passanten-Frequenzzählung die COMFORT Hamburg GmbH. Die Zahlen zu Einzelhandelskaufkraft, gesamtstädtischem Einzelhandelsumsatz und zu Kaufkraftzentralität stammen dabei von der GfK.
Hannover auf Rang 8 im Großstädtevergleich bezogen auf Größe des Einzugsgebiets und Einzelhandelskaufkraft

Das Einzugsgebiet von Hannovers innerstädtischem Einzelhandel umfasst ca. 1,77 Mio. Menschen und ist damit das achtgrößte in Deutschland. Auch die Einzelhandelskaufkraft ist 2014 mit 10,33 Mrd. EUR im Einzugsgebiet von Hannover bundesweit und im Großstädtevergleich die achtgrößte. Die Einzugsgebiete der größten Städte Berlin, Hamburg und München belegen bei beiden Aspekten die ersten drei Ränge. Im Einzugsgebiet aller 15 Großstädte leben insgesamt 31,17 Mio. Menschen. Die Einzelhandelskaufkraft als Index je Einwohner liegt 2014 in Hannover mit 104,9 über dem Bundesdurchschnitt von 100 und auf Rang 8 im Großstädtevergleich. Die Bevölkerung Hannovers hat damit 4,9 Prozent mehr Einzelhandelskaufkraft zur Verfügung als der Bundesdurchschnitt. München verfügt im Großstädtevergleich über den deutlich höchsten einzelhandelsbezogenen Kaufkraftindex (128,7), gefolgt von Düsseldorf (117,7) und Frankfurt (114,3). Den geringsten Einzelhandelskaufkraftindex weist Duisburg auf (88,3) hinter Leipzig (91,2) und Dresden (95,0) – diese Städte verfügen über eine geringere Kaufkraft als in Deutschland gesamt. Diese Kaufkraftverhältnisse spiegeln sich auch in der Einzelhandelskaufkraft je Einwohner in EUR wider: Diese ist in München mit 7.282 EUR pro Kopf am höchsten, gefolgt von Düsseldorf (6.658 EUR) und Frankfurt (6.463 EUR). Hannover bewegt sich mit 5.931 EUR knapp unterhalb des Durchschnittswertes im Großstädtevergleich von 5.971 EUR. Duisburg unterschreitet als einzige Stadt die 5.000 EUR-Marke (4.994 EUR/Kopf). Der Innenstadtumsatz der ansässigen Einzelhändler betrug 2013 in Hannover 1,15 Mrd. EUR (Rang 8). In München war er mit 3,07 Mrd. EUR deutlich am höchsten, in Duisburg mit 340 Mio. EUR klar am geringsten hinter Bremen (566 Mio. EUR). Zwischen 2010 und 2013 ist der Umsatz in der Innenstadt von Hannover um 10,6 Prozent angestiegen, höhere Steigerungen weisen nur Leipzig (+24,1 Prozent), Dresden (+15,7 Prozent) und Dortmund (+15,2 Prozent) auf. Rückgänge, wenn auch nur sehr geringe, gab es in Hamburg (-1,1 Prozent) und Bremen (-0,7 Prozent). Die Innenstadt trug in Hannover 2013 zu 31,5 Prozent zum gesamten Einzelhandelsumsatz in Höhe von 3,65 Mrd. EUR in Hannover bei, dieser Anteil wird nur in Stuttgart (41,7 Prozent) und Düsseldorf (35,7 Prozent) übertroffen. In Berlin wird dagegen nur 12,6 Prozent des Umsatzes in der Innenstadt generiert, hinter Duisburg mit 14,4 Prozent und Hamburg mit 16,8 Prozent. Die hohen Innenstadtumsatzanteile in diesen Städten (Hannover, Stuttgart, Düsseldorf) sind nicht zuletzt das Ergebnis einer hier jeweils seitens der Politik und der Verwaltung explizit auf die Stärkung und den Erhalt der Innenstädte als wichtigsten Einzelhandelsstandort im lokalen Gefüge ausgerichteten Stadtplanung. In Berlin und Hamburg sind ausgehend von der außerordentlichen Stadtgröße und stärkeren Polyzentralität der Städte die Anteile erheblich geringer. Auch Duisburg weist als Ergebnis eines relativ leistungsschwachen Besatzes (siehe Flächenproduktivität) und dem besonders starken Standortwettbewerb in der Ruhrgebietsregion eine relativ geringe „City-Quote“ auf. Der Einzelhandelsumsatzindex lag 2014 in Hannover bei 137,4, damit wurden in der Stadt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt pro Einwohnerin und Einwohner 37,4 Prozent mehr im Einzelhandel umgesetzt. Damit liegt Hannover auf Rang 4 des Großstäd-

Höchster Einzelhandelskaufkraftindex 2014 in München, Düsseldorf und Frankfurt

Einzelhandelskaufkraft pro Kopf in München am höchsten, in Duisburg am geringsten

Innenstadtumsatz in Hannover zwischen 2010 und 2013 deutlich um 10,6 Prozent angestiegen

Einzelhandelsumsatzindex in Hannover mit 137,4 auf Rang 4 im Großstädtevergleich

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

31

Abbildung 17:

Einzugsgebiete des Innenstadt-Einzelhandels von ausgewählten deutschen Großstädten 2013/2014
5,1 5

4 in Mio. Einwohner 3,4 3,0 3 2,5 2 2,4 2,3 2,0 1,8 1,5 1 1,5 1,4 1,2 1,2 1,1 0,9

0 B HH M S K F D H N DO E DD L HB DU

Quelle: COMFORT Hamburg GmbH

Abbildung 18:

Einzelhandelskaufkraft je Einwohnerin und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2014
7.282

8.000

6.658

6.463

6.359

6.241

6.172

5.937

5.931

5.761

5.617

5.493

5.442

5.161 L

6.000

5.372

in EUR

4.000

2.000

0 M D F S HH K N H E HB B DO DD DU

4.994
Quelle: GfK

32

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

tevergleichs hinter München (146,8), Düsseldorf und Nürnberg. Lediglich in Leipzig (93,3) und Duisburg (96,5) liegt der Index unter dem Bundesdurchschnitt.
Einzelhandelszentralität wichtige Kennziffer für die Attraktivität einer Stadt als Einzelhandelsstandort

Die Kennziffer der Einzelhandelszentralität zeigt an, ob an einem Standort per Saldo die Zu- oder Abflüsse der Kaufkraft überwiegen. Eine Kennziffer von mehr als 100 sagt aus, dass ein Kaufkraftzufluss stattfindet: In diesem Ort wird mehr Umsatz im Einzelhandel getätigt als die dort lebende Bevölkerung im Einzelhandel zur Verfügung hat. Insofern beleuchtet die Zentralitätskennziffer in besonderer Weise die Attraktivität eines Standortes für den Einzelhandel. Die Einzelhandelszentralität war 2014 nur in Nürnberg (132,1) höher als in Hannover (131,0), gefolgt von Köln (122,5). Die geringste Einzelhandelszentralität weist Leipzig auf, dessen Wert von 102,3 nur knapp über dem Bundesdurchschnitt liegt, hinter Berlin (105,3) und Frankfurt (105,9). Die relativ hohe Zentralität Hannovers ist das Ergebnis von hoher Einzelhandelsattraktivität und -leistungsfähigkeit im Zusammenspiel mit der solitären Lage der Stadt und Stadtgröße. Analog zur branchenübergreifenden Kennziffer der Einzelhandelszentralität beleuchtet die Modezentralität die Situation im maßgeblichen Teilsegment der innenstädtischen Leitbranche Mode (Sortimente Bekleidung/Textilien und Schuhe/Lederwaren). Bezogen auf Mode ist die Einzelhandelszentralität im Großstädtevergleich erwartungsgemäß deutlich höher als auf alle Sortimente bezogen. Auch bei Mode hat Hannover mit 208,5 (Deutschland = 100) die zweithöchste Zentralität im Großstädtevergleich, hinter München (228,8) und vor Frankfurt (196,1). Die geringste Modezentralität weist Duisburg (108,3) auf, mit deutlichem Abstand zu Berlin (143,3) auf Rang 14. Während 2013 die Einzelhandelsverkaufsfläche in Hannover von 898.000 m² nur von vier Städten im Großstädtevergleich untertroffen wird – Rang 11 – (Minimum 691.500 m² in Duisburg, Maximum 4,69 Mio. m² in Berlin), liegt sie bezogen auf die Innenstadt mit 263.500 m² Verkaufsfläche auf Rang 7 nur knapp unter dem Mittelwert von 277.700, was die Bedeutung der hannoverschen City unterstreicht. Zwischen 2010 und 2013 ist die Verkaufsfläche in der Innenstadt von Hannover um 8,9 Prozent angestiegen, dies ist die fünfthöchste Steigerungsrate im Großstädtevergleich. Duisburg (-10,2 Prozent), Bremen (-5,4 Prozent) und Köln (-0,3 Prozent) sind die einzigen Städte, in deren Innenstadt die Verkaufsfläche abgenommen hat. Der Anteil der innerstädtischen Verkaufsfläche an der gesamtstädtischen Verkaufsfläche liegt 2013 im Schnitt der Großstädte bei 20,1 Prozent. Die Unterschiede sind dabei beträchtlich: Während Stuttgart (37,2 Prozent) und Düsseldorf (36,6 Prozent) über ein Drittel ihrer Verkaufsfläche in der Innenstadt konzentrieren, gefolgt von Hannover mit 29,3 Prozent, sind es in Berlin lediglich 11,7 Prozent und in Hamburg 12,8 Prozent. Diese geringen City-Quoten sind analog zu den Umsätzen (s. o.) mit auf die ausgeprägte Polyzentralität der Städte Hamburg und Berlin zurückzuführen. Die innerstädtische Flächenproduktivität des Einzelhandels reicht im Großstädtevergleich 2013 von 3.100 EUR/m² in Duisburg bis zum mehr als doppelt so hohen Wert von 6.400 EUR/m² in München. Hamburg hat mit 5.500 EUR/m² die zweithöchste Produktivität vor Köln und Frankfurt mit jeweils 5.200 EUR/m². Hannovers Innenstadt besitzt mit 4.400 EUR/m² die sechsthöchste Flächenproduktivität. Die Flächenproduktivität hängt insbesondere ab von der Leistungsfähigkeit des lokalen Besatzes in Verbindung mit Wettbewerb und regionaler Kaufkraft.

Einzelhandelszentralität in Hannover mit 131,0 hinter Nürnberg die zweithöchste im Großstädtevergleich – beim Sortiment Mode (208,5) ebenfalls Rang 2 hinter München

Innenstadtverkaufsfläche steigt in den meisten Großstädten an – in Hannover um 8,9 Prozent

Anteil der innerstädtischen Verkaufsfläche an der gesamtstädtischen Verkaufsfläche reicht von 11,7 Prozent in Berlin bis zu 37,2 Prozent in Stuttgart

Innerstädtische Flächenproduktivität mit 6.400 EUR/m² in München doppelt so hoch wie in Duisburg

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

33

Abbildung 19:

Einzelhandels-Verkaufsfläche in den Innenstädten ausgewählter deutscher Großstädte 2013
600.000 547.000 479.000 371.000

500.000

346.000

400.000

337.500

298.000

263.500

215.000

213.600

300.000

260.000

in m²

201.500

198.200

187.100

100.000

0 B M D S HH K H F N DO E L DD HB DU

Quelle: COMFORT Hamburg GmbH

Abbildung 20:

Innerstädtische Flächenproduktivität ausgewählter deutscher Großstädte 2013
7.000 6.400 6.000 5.500 5.200 5.200 5.100 5.000 4.400 in EUR/m² 4.000 4.200 4.100 4.000 3.900 3.900

3.700 3.600

3.400 3.100

3.000

2.000

1.000

0 M HH K F S H D B HB E N DO DD L DU

Quelle: COMFORT Hamburg GmbH

109.600

200.000

140.000

34

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

Spitzenmietpreise in 1A-Lagen im Großstädtevergleich sehr unterschiedlich; Hannover mit 195 EUR/m² auf Rang 9

Da sich die Höhe des Mietpreises für Ladenlokale in 1A-Lagen der Innenstädte und Fußgängerzonen am Umsatzpotenzial vor Ort orientiert, stellt der Mietpreis einen der wichtigsten Indikatoren für die Attraktivität eines Standortes für den Einzelhandel dar. Die Spitzenmieten sind im Großstädtevergleich sehr unterschiedlich und werden maßgeblich durch das Zusammenspiel von Einzelhandelsattraktivität, räumlicher Lage, Einzugsgebiet, Kaufkraft und Wettbewerb beeinflusst. Höchstmietpreise für Kleinflächen (80 - 120 m² Verkaufsfläche) pro Quadratmeter werden 2014 in München (360 EUR/m²), Berlin (330 EUR/m²) und Hamburg (300 EUR/ m²) erzielt. In Duisburg liegt die Spitzenmiete bei lediglich 63 EUR/m². Auch in Essen (100 EUR/m²) und Dresden (110 EUR/m²) werden 100 EUR/m² kaum überschritten. Mit 195 EUR/m² Verkaufsfläche Höchstmiete bewegt sich Hannover auf Rang 9. Gegenüber 2010 sind die Höchstmieten für Einzelhandels-Kleinflächen fast überall angestiegen. Lediglich in Duisburg gingen sie um 5 EUR zurück (-7,4 Prozent). In Dresden blieb der Wert konstant, Dortmund zeigte den geringsten Mietpreisanstieg (+4,0 Prozent). Hannover liegt mit einem Anstieg um 8,3 Prozent (absolut +15 EUR) in der Mitte der 15 Großstädte, während Hamburg (+22,4 Prozent), Berlin (+22,2 Prozent) und Frankfurt (+20,8 Prozent) Steigerungen von über 20 Prozent aufweisen. Hannover verfügt in der Innenstadt über die vier annähernd gleichwertigen 1A-Lagen Georgstraße, Bahnhofstraße, Karmarschstraße und Große Packhofstraße, die sich bis auf letztere am Kröpcke treffen und so ein räumlich kompaktes, fußgängerfreundliches Einkaufsgebiet bilden. Von den Top-20-Einkaufsstraßen im Großstädtevergleich in Bezug auf die Passanten-Frequenz befinden sich 2014 (Zähltag Samstag, 10.5.2014; kein Zählstandort in Frankfurt) gleich drei in Hannover: die Bahnhofstraße (8.794 Besuche pro Stunde), Georgstraße (7.845) und Karmarschstraße (7.560). Die Kaufingerstraße in München liegt wie in den Vorjahren auf Rang 1 mit 16.653 Besuchen pro Stunde, gefolgt von der Neuhauser Straße (13.787) ebenfalls in München und der Schildergasse (11.281) in Köln. München hat mit vier Standorten die meisten Platzierungen in den TOP 20 vor Hannover mit drei (Quelle: Engel & Völkers Commercial). Im Frühjahr 2014 wurde in Hannovers Innenstadt die Revitalisierung des KröpckeCenters und der Platzfläche davor abgeschlossen. Größter Mieter bleibt Peek & Cloppenburg mit ca. 11.000 m² Verkaufsfläche. Der auf den deutschen Markt strebende polnische Fashion-Retailer Reserved hat neben seinem Standort in der Ernst-August-Galerie auch rund 2.600 m² in der Projektentwicklung des ehemaligen Erdmann-Hauses in der Großen Packhofstraße angemietet. Die Bahnhofstraße profitiert seit September 2014 von der Ansiedlung eines Apple-Stores mit 1.000 m² Verkaufsfläche. In der Karmarschstraße hat sich mit Bang & Olufsen ein namhafter und hochwertiger Anbieter von Unterhaltungselektronik angesiedelt.

Spitzenmietpreise in 1A-Lagen gegenüber 2010 fast überall gestiegen

Hannover 2014 dreimal in den TOP 20 der Einkaufsstraßen hinsichtlich Passantenfrequenz

Seit 2014 verfügt Hannovers 1A-Lage über einen AppleStore

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

35

Abbildung 21:

Einzelhandelszentralität in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 (Deutschland = 100)
150 132,1 131,0 125 122,5 120,9 120,2 119,8 119,3 118,3 114,0

110,9 109,2 108,3 105,9 105,3

102,3

100 in Prozent

75

50

25

0 N H K S DO D HB E M HH DU DD F B L
Quelle: GfK

Abbildung 22:

Höchstmieten für Ladenlokale in 1A-Lagen in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 (Kleinfläche 80 - 120 m² Verkaufsfläche)
400 360 330 300 300 290 280 280 265

in EUR

208 200

195 160 127 120 110

100 63

100

0 M B HH F K S D DO H N HB L DD E DU

Quelle: COMFORT Hamburg GmbH

36

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

6.
„Hartz IV“ – ALG II und Sozialgeld – stellen im Großstädtevergleich die wesentlichen Transferleistungen dar

Sozialstruktur

Transferleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts sind unter anderem im SGB II und SGB XII geregelt. Sie ermöglichen Leistungsberechtigten ein monetäres Existenzminimum. Betrachtet werden hier zwei Leistungen des SGB II (Arbeitslosengeld II und Sozialgeld, zusammen umgangssprachlich „Hartz IV“ genannt) und des SGB XII (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung – GSiAE – und Hilfe zum Lebensunterhalt). Quantitativ hat von den Transferleistungsarten zur Sicherung des Lebensunterhalts das Arbeitslosengeld II im Großstädtevergleich (inkl. Rostock) 2013 mit 62,9 Prozent aller Bezieherinnen und Bezieher der vier Leistungen das größte Gewicht, gefolgt vom Sozialgeld mit 23,9 Prozent, GSiAE (11,6 Prozent) und Hilfe zum Lebensunterhalt (1,7 Prozent). Die Transferleistungsdichte als Zahl der Empfängerinnen und Empfänger der vier o. g. Leistungen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner lag 2013 im Großstädtevergleich bei durchschnittlich 135 (das entspricht 13,5 Prozent). In Berlin ist die Dichte mit 180 dreimal so hoch wie in München mit 63. Hinter Essen, Dortmund und Bremen hat Hannover mit 154 Empfängern je 1.000 Ew. wie im Vorjahr (152) die fünfthöchste Transferleistungsdichte im Großstädtevergleich. Bei der GSiAE hat Hannover mit 20 Empfängerinnen und Empfänger je 1.000 Ew. die höchste Dichte im Großstädtevergleich. Besonders betroffen ist hierbei die Gruppe älterer Migrantinnen und Migranten. Hierunter sind z. B. Angehörige der sogenannten Gastarbeitergeneration, die jahrzehntelang sozialversicherungspflichtig und in Vollzeit gearbeitet haben – oft im Niedriglohnbereich – und heute folglich niedrige Rentenansprüche haben, sowie Zugewanderte, die über Jahre in Deutschland gearbeitet haben, aber nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren oder wegen in Deutschland nicht anerkannter Berufsabschlüsse geringere Erwerbschancen hatten. Auch Kontingentflüchtlinge, beispielsweise aus der früheren UdSSR, mit oftmals keinen oder nur kleinen Renten aus ihren Herkunftsländern sind darunter. Die gesetzliche Rentenversicherung hat im Schnitt einen Anteil von 63 Prozent* an allen Haushaltseinkommen im Alter und ist hier damit zwar die Haupteinkommensquelle, oft aber nicht die alleinige Einkommensquelle. Das durchschnittliche Renteneinkommen (gesetzliche Rente ohne private Renten und Beamtenpensionen) lag 2013 im Großstädtevergleich (inkl. Rostock) bei 942 EUR pro Monat. Das so gemessene höchste Rentenniveau wird in Dresden (1.059 EUR) und Leipzig (1.033 EUR) erreicht. Dies liegt unter anderem daran, dass die heutigen Rentnerinnen und Rentner der neuen Bundesländer häufiger durchgängige Vollzeiterwerbsbiographien in der DDR aufwiesen. Das durchschnittliche gesetzliche Renteneinkommen in Hannover liegt mit 912 EUR 30 EUR unter dem Mittelwert der Großstädte. In Bremen (878 EUR) und Köln (896 EUR) liegt das gesetzliche Rentenniveau unter 900 EUR pro Monat. Der Schuldneratlas der Creditreform analysiert kleinräumig die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland. Die Schuldnerquote ist dabei der Anteil von Personen mit „Negativmerkmalen“ im Verhältnis zu allen Personen ab 18 Jahren. 2014 lag der ungewichtete Mittelwert im Großstädtevergleich von 11,9 Prozent mit zwei Prozentpunkten deutlich über dem Durchschnittswert Deutschlands von 9,9 Prozent. Die Ruhrgebietsstädte Duisburg (15,9 Prozent), Dortmund (14,3 Prozent) und Essen (13,2 Prozent) haben die höchsten Schuldnerquoten im Großstädtevergleich. München mit lediglich 8,0 Prozent und Dresden (9,0 Prozent) liegen als einzige Städte unter dem Bundeswert. Hannover liegt mit 12,9 Prozent auf Rang 6.

Fünfthöchste Transferleitungsdichte in Hannover mit 154 Empfängerinnen und Empfänger je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner 2013

Durchschnittliches Renteneinkommen in ostdeutschen Städten am höchsten

Schuldnerquote 2014 im Großstädtevergleich in München mit 8,0 Prozent halb so hoch wie in Duisburg mit 15,9 Prozent

* BMA 2012: Alterssicherungsbericht. Ergänzender Bericht der Bundesregierung zum Rentenversicherungsbericht 2012

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

37

Abbildung 23:

Durchschnittliches monatliches gesetzliches Renteneinkommen* pro Person in ausgewählten deutschen Großstädten 2013
1.200 1.100 1.000 900 800 700 in EUR 600 500 400 300 200 100 0 DD L B S E HH D DO DU F H M N K HB 1.059 1.033 966 952 934 929 924 922 914 913 912 912 904 896 878

* lt. Deutsche Rentenversicherung Bund

Quelle: con_sens Consulting für Steuerung und soziale Entwicklung GmbH (2014) Benchmarking der 16 großen Großstädte der Bundesrepublik Deutschland Bericht 2013

Abbildung 24:

Transferleistungsempfänger je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner (Transferleistungsdichte) in ausgewählten deutschen Großstädten 2013
200 180 160 Anzahl je 1.000 Einwohner 140 120 100 80 60 40 20 0 B E DO HB H DU L K F D HH N DD S M 180 163 158 Laufende Hilfe zum Lebensunterhalt Grundsicherung Alter/Erwerbsminderung Arbeitslosengeld II 154 154 152 139 129 124 121 121 107 100 79 63 Sozialgeld

Quelle: con_sens Consulting für Steuerung und soziale Entwicklung GmbH (2014) Benchmarking der 16 großen Großstädte der Bundesrepublik Deutschland Bericht 2013

38

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

7.
Zahl der Studierenden im Großstädtevergleich wächst weiterhin an

Bildung und Ausbildung

878.900 Personen studierten im Wintersemester 2013/2014 in den 15 größten deutschen Städten – ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent (+45.300). Größte Hochschulstandorte sind Berlin (166.400 Studierende), München (112.200) und Köln (92.600). Der Frauenanteil liegt im Großstädtevergleich bei 48,4 Prozent. Am geringsten ist er in Stuttgart (38,2 Prozent), Dresden (41,7 Prozent) und Dortmund (42,6 Prozent), in Düsseldorf (54,9 Prozent), Frankfurt (54,0 Prozent), Leipzig (52,4 Prozent) und Köln (51,9 Prozent) sind über die Hälfte der Studierenden Frauen. Die Zahl der Studierenden an den acht Hochschulen in Hannover hat im Wintersemester 2013/2014 die Marke von 40.000 überschritten: 40.840 Studierende bedeuten eine Zunahme gegenüber dem WS 2012/2013 um 1.463 (+3,7 Prozent). Auch in den Vorjahren war die Zahl kontinuierlich gestiegen. Der Frauenanteil liegt in Hannover bei 45,6 Prozent der Studierenden. Die höchsten Anteile weisen die Tierärztliche Hochschule (mit 83,0 Prozent sind über vier Fünftel weiblich) und die MHH auf, in der mit 64,2 Prozent Frauen die Mehrheit der Studierenden stellen. An der Fachhochschule für die Wirtschaft beträgt der Frauenanteil dagegen nur ein Drittel (33,3 Prozent), gefolgt von der Hochschule Hannover (39,7 Prozent) und der Leibniz Universität mit lediglich 40,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es in München und Berlin (je +6.100) sowie Düsseldorf (+5.300) die größten Zuwächse Studierender. Den größten relativen Zuwachs gab es an den Düsseldorfer Hochschulen (+14,6 Prozent) und in Nürnberg (+11,1 Prozent).

Zahl der Studierenden in Hannover überschreitet im WS 2013/2014 die Marke von 40.000

Mehr weibliche als männliche ausländische Studierende in den 15 größten Städten

Der Anteil ausländischer Studierender beträgt im Wintersemester 2013/2014 im Großstädtevergleich 13,9 Prozent gegenüber 13,7 Prozent im Vorjahr. Es gibt dabei etwas mehr weibliche ausländische Studierende (61.600) als männliche (60.400). Den geringsten Ausländeranteil an den Studierenden gibt es in Nürnberg (8,9 Prozent) und Köln (11,0 Prozent) hinter Leipzig und Dortmund mit je 11,3 Prozent; Frankfurt (17,1 Prozent), Berlin (16,6 Prozent) und München (15,8 Prozent) haben die höchsten Anteile ausländischer Studierender an allen Studierenden.

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

39

Abbildung 25:

Anteil weiblicher Studierender in ausgewählten deutschen Großstädten im Wintersemester 2013/2014
60 54,9 50 54 52,4 51,9 49,6 49,4 48,9 48,8 48,4 47,9 47,0

Ø 15 Städte
45,6 42,6 41,7 38,2

40 in Prozent

30

20

10

0 D F L K N B E HH DU HB M H DO DD S

Quelle: Statistisches Bundesamt, Destatis, Fachserie 11 Reihe 4.1

Abbildung 26:

Studierende an den acht Hochschulen in Hannover im Wintersemester 2013/2014 und im Wintersemester 2012/2013

25.000 WS 2013/2014 23.135 22.392 20.000 WS 2012/2013

Anzahl

15.000 8.914 8.393

10.000

3.278 3.256

1.347 1.287

5.000

2.413 2.459

815 806

495 473

0
Un ive rs itä t Ho c Ha hsc nn hu ov le er M e Ho dizi ch nis sc c h hu e le Ti e Ho rär ch ztli Ho s c ch c hu e Th hsc le ea hu te le r u fü Ko nd r M m M us m ed ik, un ien ale in für Ho Ni Ve ch ed rw sc er al hu sa tu le c h ng Fa sen fü c r d hh ie oc W hs irt ch Le s c ule ib ha ni ft zFa ch ho c Ha hsc nn hu ov le er
Quelle: Statistisches Bundesamt, Destatis, Fachserie 11 Reihe 4.1

Le

ib

ni z

443 311

40

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

8.
Zahl der öffentlichen Theaterunternehmen schwankt im Großstädtevergleich stark zwischen nur einem in 7 Städten und 6 in München, 12 in Berlin

Kultur und Freizeit

In der Spielzeit 2012/2013 gab es im Großstädtevergleich wie im Vorjahr 41 öffentliche Theaterunternehmen: In sieben Städten eines, in drei Städten 2 (darunter Hannover mit dem Niedersächsischen Staatstheater und der Landesbühne Hannover), 3 in Hamburg und Leipzig, 4 in Dresden, 6 in München und mit 12 doppelt so viele in Berlin. Die 41 Theaterunternehmen verfügen über 209 Spielstätten, minimal 4 in Duisburg und 5 in Bremen, max. 39 in Berlin knapp vor München mit 37. Die 8 Spielstätten in Hannover verteilen sich auf die Landesbühne (Theater am Aegi) und das Staatstheater mit 7 verschiedenen Spielstätten (darunter Opern- und Schauspielhaus, Ballhof Eins und Zwei und Cumberlandsche Bühne und Galerie). Hannover verfügt über ca. 3.400 Sitzplätze in den öffentlichen Theatern, davon 2.400 im Staatstheater und 1.000 in der Landesbühne. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind dies zusammen 6,6 Plätze je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner, die fünfthöchste Sitzplatzausstattung im Großstädtevergleich hinter Dresden (12,6), München (9,5), Stuttgart (8,7) und Nürnberg (7,9). Die meisten Inszenierungen in der Spielzeit 2012/2013 gab es in Berlin (379), München (203), Hamburg (199) und Dresden (179). Hannover liegt mit 81 Inszenierungen auf Rang 8, die wenigsten gab es in Duisburg (16), Bremen (45) und Dortmund (49).

Dritthöchste Besucherzahl in öffentlichen Theaterunternehmen in Hannover mit 730 Besuchern je 1.000 Ew.

Im Großstädtevergleich gab es in den öffentlichen Theaterunternehmen rechnerisch 555 Besucherinnen und Besucher am Standort je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner – statistisch fällt also auf jeden zweiten Einwohner ein Theaterbesuch. Die meisten Besucher je 1.000 Ew. gab es in Dresden (1.509) und München (848), Hannover folgt mit 730 Besuchern je 1.000 Ew. auf Rang 3. Den deutlich geringsten Wert weist Duisburg (60) hinter Bremen (275) auf. 2013 gab es in den Volkshochschulen der 15 Vergleichsstädte 955.400 Kursbelegungen. Damit hat rechnerisch jede bzw. jeder Vierzehnte der Bevölkerung in diesem Jahr einen Volkshochschulkurs belegt. 72 Prozent (für Dortmund nicht ausgewiesen) der Kurse werden von Frauen belegt, minimal 67 Prozent in Essen und maximal 78 Prozent in Leipzig (Hannover: 68 Prozent Frauenanteil). Die größten Städte Berlin und München vor Hamburg haben 2013 die meisten Kurse angeboten (Berlin: 18.900), und dabei auch die meisten Unterrichtsstunden (Berlin: 673.000) und Kursbelegungen (225.900). Bezieht man die Zahl der Volkshochschulkurse auf die Einwohnerzahl, so werden im Großstädtevergleich 5,8 Kurse je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner angeboten. Am höchsten ist das relative Kursangebot in Nürnberg und München mit 8,5, gefolgt von Hannover mit 8,4 Kursen je 1.000 Ew. Essen (2,5) und Duisburg (3,0) bieten nicht nur relativ auf die Einwohnerzahl bezogen sondern auch absolut das geringste Kursangebot (Essen: 1.440, Duisburg: 1.473) an Volkshochschulen im Jahr 2013.

72 Prozent der Volkshochschulbesuche 2013 erfolgen von Frauen

Höchstes Volkshochschulkursangebot bezogen auf die Einwohnerzahl in Nürnberg, München und Hannover

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

41

Abbildung 27:

Besucher am Standort je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in öffentlichen Theaterunternehmen in ausgewählten deutschen Großstädten in der Spielzeit 2012/2013
1.600 1.400 1.200 1.000 Anzahl 848 800 600 400 200 60 0 DD M H D S E N F B HH DO L K HB DU 730 655 634 601 594 569 O 15 Städte 508 460 396 345 315 275 1.509

Quelle: Deutscher Bühnenverein

Abbildung 28:

Volkshochschulkurse je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2013
10 8,5 8 6,9 je 1.000 Einwohner 6 6,7 6,7 6,1 6,1 5,5 5,2 5,0 4,6 4 3,0 2,5 2 4,4 O 15 Städte 8,5 8,4

0 N M H D F S HB DD B DO L K HH DU E

Quelle: DIE-Bonn (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung)

42

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

9.
Berlin, Dortmund und Bremen mit stark gestiegenen Fluggastzahlen

Verkehr

Betrachtet man die Entwicklung der Fluggastzahlen in den letzten 10 Jahren von 2004 bis 2014, so ist festzustellen, dass zum Teil große Zuwächse sowohl auf größeren als auch kleineren Flughäfen zu verzeichnen sind wie beispielsweise in Berlin mit plus 88,2 Prozent auf 28,0 Mio. Fluggästen im Gesamtverkehr inkl. Transit, aber auch in Dortmund mit plus 66,7 Prozent, was 2,0 Mio. Fluggästen entspricht und Bremen mit plus 65,6 Prozent und 2,8 Mio. Fluggästen. Berlin (Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld) hatte 2014 im Low Cost-Verkehr mit fast 8,6 Millionen Passagieren in diesem Sektor das höchste Aufkommen aller Flughäfen in Deutschland. Der Low Cost-Verkehr spielt dagegen beim verkehrsreichsten Flughafen Frankfurt wegen seiner ausgeprägten Drehkreuzfunktion im klassischen Linienverkehr weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Eine negative Entwicklung musste lediglich Nürnberg über die betrachteten 10 Jahre verzeichnen, nämlich minus 10,7 Prozent auf 3,3 Mio. Fluggäste 2014. Den vorletzten Platz nimmt Hannover ein mit einem Zuwachs von plus 0,8 Prozent auf 5,3 Mio. Fluggäste. Bei einem Vergleich der Jahre 2012 und 2014 ist Hannover der viertletzte Platz vorbehalten mit einem Zuwachs von plus 0,1 Prozent, während sich außer bei Nürnberg auch bei Dresden negative Entwicklungen und bei Stuttgart keine Zuwächse bei den Fluggästen verzeichnen ließen. Das Geschäft mit günstigen Flugtickets gewinnt weiter an Fahrt. Im Vergleich zum traditionellen Flugbetrieb bleibt der Marktanteil mit 32 Prozent in Deutschland weitgehend stabil. Die Airlines gestalten ihr Low Cost Angebot oft sehr unterschiedlich, so dass sich nur wenige eindeutige Abgrenzungskriterien für das Marktsegment Low Cost definieren lassen wie beispielsweise ein niedriger Preis und seine generelle Verfügbarkeit oder ein Direktvertrieb über das Internet. Die Tendenz sich vermischender Geschäftsmodelle bei den Airlines wird zunehmend sichtbar (Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – „Low Cost Monitor 2/2014“ (LCM)). Hannover ist eine fahrradfreundliche Stadt. Der Fahrradklimatest 2014 des ADFC, an dem insgesamt über 100.000 Bundesbürger teilgenommen und die Fahrradfreundlichkeit ihrer Wohnorte anhand von 27 Aussagen bewertet haben und der somit repräsentative Daten zur Radverkehrssituation in deutschen Städten liefert, hat für Hannover bei den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnerinnen und Einwohnern einen 4. Platz hinter Münster, Karlsruhe und Freiburg im Breisgau ermittelt. Auch 2005 hatte Hannover den 4. Platz beim ADFC-Fahrradklimatest inne; im Jahr 2012 den 6. Platz. Hannover liegt damit 2014 beim Mittelwert vor allen anderen hier betrachteten Großstädten. Zusammen mit Bremen trifft dies beispielsweise auch auf die Einzelfrage zum Sicherheitsgefühl zu. Bei der Einzelfrage zur Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln liegt Hannover bei den hier betrachteten Großstädten auf Platz 2 hinter Frankfurt. Den vorletzten Platz belegt Hannover bei der Einzelfrage zu öffentlichen Fahrrädern; Bremen belegt hier den letzten Platz im Großstädtevergleich. Im ADAC-Test 2014 „Radfahren in Städten“ wurde in zwölf Städten des Großstädtevergleichs das Radwegenetz auf meist innenstadtnahen Routen getestet. Die Bewertung der Städte basiert auf zwei Fundamenten: der Städtebefragung, aus der relevante Daten zur örtlichen Radfahrsituation ausgewertet wurden, und dem Vor-Ort-Test, in dem die Infrastruktur des städtischen Radverkehrs auf ausgewählten Strecken stichprobenartig überprüft wurde. Die Bewertungen „gut“ und „sehr gut“ wurden im ADAC-Test 2014 nicht vergeben, sondern nur zehnmal ein „durchschnittlich“ und zweimal ein „unterdurchschnittlich“, da Radfahrer in deutschen Großstädten meist nur befriedigende Rah-

Fluggastzahlen stagnieren in Hannover

Marktanteil Low Cost weitgehend stabil

Tendenz zu sich vermischenden Geschäftsmodellen

Im Fahrradklimatest 2014 des ADFC belegt Hannover einen 4. Platz

Im ADAC-Test 2014 „Radfahren in Städten“ hat Hannover den 3. Platz inne

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

43

Abbildung 29:

Fluggäste im Gesamtverkehr inkl. Transit in ausgewählten deutschen Großstädten 2014, 2012 und 2004
60.000.000 2014 55.000.000 50.000.000 45.000.000 40.000.000 Anzahl Fluggäste 35.000.000 30.000.000 25.000.000 20.000.000 15.000.000 10.000.000 5.000.000 0 F M B D HH S K H N HB L DO DD 2012 2004

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen

Abbildung 30:

ADFC-Fahrradklimatest 2014 in ausgewählten deutschen Großstädten
5

4 Benotung nach Schulnoten

3

2

1

0 H HB F L M DD E DO N S DU B D HH K

Gesamt

Sicherheitsgefühl

öffentliche Fahrräder
Quelle: ADFC-Fahrradklimatest 2014

44

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

menbedingungen vorfinden und es in allen zwölf Großstädten des ADAC-Tests noch reichlich Handlungsbedarf gibt. Die „durchschnittlich“ bewerteten Städte München und Stuttgart schneiden nach dieser Untersuchung am besten ab; Hannover erreicht Platz 3. Insgesamt liegen die Ergebnisse der mit „durchschnittlich“ bewerteten Städte nah beieinander. Auf den letzten Plätzen hinsichtlich Fahrradfreundlichkeit rangieren Dresden und Dortmund mit der Note „unterdurchschnittlich“. Die im ADAC-Test 2014 „Radfahren in Städten“ aufgeführten Schwachpunkte bezogen auf Hannover sind insgesamt überdurchschnittlich viele Unfälle mit Radfahrern, teilweise zu schmale Radwege und Schutzstreifen, nur wenige Bike & Ride-Anlagen mit diebstahlsicheren Abstellplätzen sowie wenige Angebote an Mieträdern.
Radfahrer in Bremen und Hannover am meisten gefährdet

Obwohl gemäß dem Fahrradklimatest 2014 des ADFC das Sicherheitsgefühl in den beiden traditionellen Fahrradfahrerstädten Bremen und Hannover groß ist, liegen im Städtevergleich, basierend auf den Unfallzahlen von 2013, Bremen und Hannover mit 21 und 20 verletzten oder getöteten Radfahrern pro 10.000 Ew. vor den anderen Vergleichsstädten; im Jahr 2010 waren es jeweils noch 17 gewesen. München, Dresden und Leipzig folgen mit 15. In Essen und Dortmund werden nach wie vor die wenigsten Radfahrer pro 10.000 Ew. verletzt oder getötet, nämlich lediglich 5; in Stuttgart sind es 6. Bei den Innerorts-Straßenverkehrsunfällen sind 2013 bei den drei norddeutschen Großstädten sowie Nürnberg die meisten getöteten oder verletzten Insassen von Pkw pro 10.000 Ew. zu verzeichnen, und zwar in Nürnberg und Hamburg 25, in Hannover 24 und in Bremen 22. Den günstigsten Wert weist Duisburg auf, wo 2013 nur 13 Insassen von Pkw pro 10.000 Ew. getötet oder verletzt wurden. Bei den Fußgängern erreichen Hannover und Düsseldorf 2013 mit 7 Fußgängern pro 10.000 Ew., die getötet oder verletzt werden, den höchsten Wert. Es folgen sieben Städte – Hamburg, Essen, Köln, Dortmund, München, Berlin und Dresden – mit jeweils 6 Fußgängern pro 10.000 Ew., die getötet oder verletzt werden. In Stuttgart werden lediglich 4 Fußgänger pro 10.000 Ew. getötet oder verletzt. Analysiert man die Unfallbeteiligten der Innerorts-Straßenverkehrsunfälle nach Altersgruppen und bezieht diese Zahl auf die jeweils tatsächliche Einwohnerzahl dieser Altersgruppe, so ist festzustellen, dass Hannover 2013 bei den Kindern unter 15 Jahren mit 34 Verletzten und Getöteten pro 10.000 Ew. in dieser Altersgruppe an erster Stelle liegt, gefolgt von Bremen (32), Hamburg (30) und Duisburg (29). Den niedrigsten Wert haben Leipzig und Stuttgart mit 18 bzw. 19 Verletzten und Getöteten pro 10.000 Ew. in dieser Altersgruppe. Aktuellere Zahlen als aus dem Jahr 2013 liegen im Städtevergleich nicht vor. Die Polizeidirektion Hannover verzeichnet für 2014 einen Rückgang der verunglückten Kinder in absoluten Zahlen; rückläufig ist demnach auch die Zahl der mit dem Fahrrad verunglückten Kinder von 88 im Jahr 2013 auf 62 im Jahr 2014. Die Zahl der sogenannten Schulwegunfälle in Hannover ist von 56 im Jahr 2013 auf 40 im Jahr 2014 gesunken. Um die Verkehrssicherheit für Kinder zu verbessern, läuft seit 2011 die Kampagne „Gib mir Acht“, die Hannover zusammen mit der Polizei, dem ADAC und der Verkehrswacht auch im Jahr 2015 wieder durchführt. Ziel der Kampagne ist es, die Zahl der verletzten und getöteten Kinder unter 15 Jahren weiter zu minimieren. Bei den über 65-Jährigen weisen Bremen mit 37, Hannover mit 34 und München mit 33 Verletzten und Getöteten pro 10.000 Ew. in dieser Altersgruppe das höchste Unfallrisiko auf; es folgen Hamburg und Nürnberg mit jeweils 29. Mit 17 Verletzten und Getöteten pro 10.000 Ew. in dieser Altersgruppe erreichen Essen und Dortmund den geringsten Wert.

Unfallgefährdung für Insassen von Pkw am höchsten in Nürnberg und den drei norddeutschen Großstädten

Unfallgefährdung für Fußgänger in Hannover und Düsseldorf am größten

In Hannover mit 34 Verletzten und Getöteten unter 15 Jahren pro 10.000 Ew. der Altersgruppe höchstes Unfallrisiko

Kampagne „Gib mir Acht“ trägt auch 2015 zur Erhöhung der Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr bei Risiko für Senioren in Hannover verletzt oder getötet zu werden nach wie vor doppelt so hoch wie in Essen oder Dortmund

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

45

Abbildung 31:

Innerorts verletzte und getötete Fußgänger, Fahrradfahrer und Pkw-Nutzer je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2013
30 Fußgänger Benutzer von Fahrrädern Benutzer von PKW

25

Anzahl je 10.000 Einwohner

20

15

10

5

0 D H K B HH E DO DD M N DU HB F L S

Quelle: Statistische Landesämter

Abbildung 32:

Innerorts verletzte und getötete Kinder und Senioren je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Altersgruppe in ausgewählten deutschen Großstädten 2013
40 0 bis unter 15 Jahre 35 Anzahl je 10.000 Einwohner der Altersgruppe 30 25 20 15 10 5 0 H HB HH DU E K DD D N B DO M F S L 65 Jahre und älter

Quelle: Statistische Landesämter

46

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

10.
Wirtschaftszweig Tourismus stellt 7 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland

Tourismus

Der (Städte-)Tourismus ist weiterhin ein bedeutsames Wirtschaftsfeld: Betrachtet man direkte, indirekte und induzierte Effekte macht der Tourismus 2014 bundesweit 9,7 Prozent der Bruttowertschöpfung aus. Die Arbeitsplätze von 2,9 Mio. Erwerbstätigen (7 Prozent) hängen direkt oder indirekt mit dem Tourismus zusammen (Quelle: Deutsche Zentrale für Tourismus, Statistisches Bundesamt). 27 Prozent der in Deutschland verfügbaren Hotelbetten sind 2014 in den 15 Vergleichsstädten zu finden. Dabei reicht die Spanne in absoluten Zahlen von lediglich 3.330 Betten in Duisburg bis zum 42-fachen Wert von 140.250 Betten in Berlin (Platz 1). In Hannover sind im Jahr 2014 knapp 13.400 Betten (13.387) verfügbar, das entspricht Platz 11. Die Bettendichte, d. h. die Anzahl der Betten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt im Durchschnitt der 15 Städte bei 31. Die meisten Betten je 1.000 Ew. verzeichnet mit weitem Abstand Frankfurt (62), die wenigsten Duisburg (7). In etwa in der Mitte liegt Hannover mit 26 Betten je 1.000 Ew. Diese Betten wurden 2014 – bezogen auf die 15 Vergleichsstädte – durchschnittlich 179 Mal belegt. Dies entspricht einer Auslastung von 53,9 Prozent. Dabei reicht die Spanne von 138 Mal in Duisburg bis 221 bzw. 220 Mal in Hamburg bzw. München. In Hannover werden die Betten unterdurchschnittliche 156 Mal vergeben (Bettenauslastung von 42,6 Prozent). Von den mehr als 424 Mio. Übernachtungen bundesweit 2014 entfielen 22 Prozent auf die 15 Vergleichsstädte. Hier sind mehr als 88 Mio. Übernachtungen gezählt worden. Zwischen 2010 und 2014 ist ein Plus von 29 Prozent zu verzeichnen. Bezogen auf die Wachstumsrate in den letzten fünf Jahren liegen Berlin (+38 Prozent), Leipzig (+37 Prozent) und Hamburg (+34 Prozent) an der Spitze. Das Schlusslicht bildet Essen mit einem schmalen Plus von knapp 4 Prozent (3,8) hinter Hannover auf Rang 14: hier hat sich die Zahl der Übernachtungen von 1,9 auf 2,1 Mio. erhöht (+8 Prozent). 37 Prozent der Übernachtungen im Großstädtevergleich entfallen auf Gäste aus dem Ausland. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren leicht gestiegen – 2010 betrug er noch 35 Prozent. 63 Prozent der Übernachtungen werden 2014 aus dem Inland rekrutiert. In Hannover liegt die Quote von Übernachtungen durch Gäste aus dem Ausland bei relativ konstanten 21 (2010) bzw. 22 (2014) Prozent (Rang 11). Am höchsten ist die Quote von Übernachtungen durch Gäste aus dem Ausland 2014 mit 49 Prozent in München, gefolgt von Frankfurt (45 Prozent) und Berlin (44 Prozent), am niedrigsten ist der Anteil an Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland mit 14,2 Prozent in Leipzig hinter Dresden mit 18,7 Prozent. 46 Mio. Gäste haben die 15 Vergleichsstädte 2014 besucht. 15,3 Mio. davon kommen aus dem Ausland. Dies entspricht einer Quote von 33 Prozent. Betrachtet man die Quote in den einzelnen Städten, so schwankt diese zwischen 46 Prozent (München) und 13 Prozent in Leipzig hinter Dresden (18,5 Prozent) und Hannover mit 19 Prozent.

27 Prozent aller Hotelbetten stehen in den 15 Vergleichsstädten

Von 2010 bis 2014 stieg die Zahl der Übernachtungen um 29 Prozent

37 Prozent der Übernachtungen erfolgen durch Gäste aus dem Ausland

In Hannover steigt die Zahl der Gäste von 2010 bis 2014 um 10 Prozent

Das Gästeaufkommen aus dem Ausland und Inland insgesamt hat sich zwischen 2010 und 2014 um 9,3 Mio. erhöht (+25 Prozent). Hierzu tragen vor allem die Millionenstädte Berlin (+2,8 Mio. Gäste), Hamburg (+1,3 Mio. Gäste) und München (+1,0 Mio.) sowie die Flughafendrehscheibe Frankfurt (+1,1 Mio.) bei. Der relative Anstieg reicht dabei von 35 Prozent in Leipzig bis lediglich 3 Prozent in Essen. Hannover wurde 2014 von 1,2 Mio. Gästen besucht, dies ist ein Zuwachs von 10 Prozent gegenüber 2010.

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

47

Abbildung 33:

Betten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2014
70 62 60

Betten je 1.000 Einwohner

50 43 40 33 30 31 31 31 27 26 19 16 12 10 7 O 15 Städte 43 42 41

20

0 F M DD D B N K S HH L H HB E DO DU

Quelle: Statistische Landesämter

Abbildung 34:

Anteil an Übernachtungen 2014 und Anteil an den Veränderungen 2014 zu 2013 in ausgewählten deutschen Großstädten (15 Städte = 100)
35 31 30 33

Anteil an Übernachtungen 2014 Anteil an Veränderungen 2014 zu 2013

25 in Prozent

20

15

14 11

13 9 10 6

13

10

8

5 5

5

6 4

5 3 3 3 1 2 0 H 2

5

4 2 0 HB E 1 1 0 1

0 B M HH F K D DD S N L DO DU

Quelle: Statistische Landesämter

48

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

12.

Finanzen

Im Folgenden werden Steuern betrachtet, die aufgrund der damit erzielten hohen Einnahmen für die kommunalen Haushalte im Großstädtevergleich von besonderer Bedeutung sind. Dies umfasst die Realsteuern und die Gemeindeanteile an der Einkommen- und der Umsatzsteuer. Kommunale Aufwandsteuern wie Hundesteuer, Vergnügungsteuer oder Zweitwohnungsteuer bleiben dagegen im Volumen zurück. Bezogen auf die hier betrachteten Realsteuern und Gemeindeanteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer sind die Einnahmen in den 15 größten deutschen Städten 2013 überdurchschnittlich im Vergleich zu Deutschland: Bei einem Bevölkerungsanteil von 17 Prozent liegt der Anteil bei der Realsteuerkraft (zusammen) bei 23 Prozent. Der Anteil der Nettoisterträge aus Steuern bzw. Steueranteilen beträgt 24 Prozent, der der Gewerbesteuer (netto) sogar 29 Prozent. Die gemeindliche Steuerkraft je Einwohnerin und Einwohner ist mit 948 Euro je Ew. deutlich höher als in Deutschland (760 EUR).
Realsteuern – Grundsteuern A und B und Gewerbesteuer – sind Gemeindesteuern

Die Realsteuern, auch Objekt- oder Sachsteuern genannt, umfassen die Grundsteuer (unterteilt in A und B) und die Gewerbesteuer. Ihr Aufkommen steht grundsätzlich den Gemeinden zu (Gemeindesteuern). Realsteuern lasten auf einzelnen Vermögensgegenständen. Im Gegensatz zu den Personensteuern wie z. B. der Einkommensteuer berücksichtigen diese Steuern nicht die Leistungsfähigkeit einer Person, sondern bestimmen eine Sache, etwas „Reales“, nämlich das Grundstück bzw. den Gewerbebetrieb. Die Grundsteuer wird auf den Grundbesitz erhoben und fließt in vollem Umfang den Gemeinden zu. Grundsteuer B wird auf unbebaute und bebaute Grundstücke erhoben, die nicht der Land- und Forstwirtschaft zuzuordnen sind (Grundsteuer A).

Gemeinden müssen vom Istaufkommen der Gewerbesteuer eine Umlage an Bund und Land abführen

Steuergegenstand der Gewerbesteuer ist der Gewerbebetrieb und seine objektive Ertragskraft. Vom Istaufkommen der Gewerbesteuer müssen die Gemeinden die sogenannte Gewerbesteuerumlage an Bund und Land abführen. Die verbleibende Gewerbesteuer netto stellt den tatsächlich eingegangenen Betrag, also die Einzahlungen an Gewerbesteuer an die Gemeinden dar. Die Entwicklung der Gewerbesteuer beeinflusst die kommunale Steuerkraft stark. Im Großstädtevergleich stieg sie (netto) auf Basis von 8,9 Mrd. EUR im Jahr 2010 sowohl bis 2011 um 8,0 Prozent deutlich als auch von 2012 auf 2013 um 9,6 Prozent auf 10,4 Mrd. EUR. 2012 zu 2011 hatte es einen geringen Rückgang um 1,7 Prozent gegeben. In Hannover war der Trend in den letzten beiden Jahren umgekehrt: 2012 gab es statt eines Rückgangs einen Zuwachs um 14,8 Prozent, 2013 dagegen statt eines Zuwachses einen Rückgang um 6,9 Prozent von 495 EUR auf 461 Mio. EUR netto – dies war hinter Duisburg (-6,1 Prozent) der stärkste relative Rückgang im Großstädtevergleich. Die höchsten Gewerbesteuereinnahmen erzielten München (2,0 Mrd. EUR) und Hamburg (1,6 Mrd. EUR), die geringsten Duisburg (146 Mio. EUR) hinter Dresden (208 Mio. EUR) und Leipzig (202 Mio. EUR). Hannover liegt mit 461 Mio. EUR auf Rang 8. Duisburg erreicht damit nur 7,5 Prozent des Gewerbesteuereinkommens von München, während die Einwohnerzahl immerhin 35 Prozent der Größe Münchens erreicht. Die Gewerbesteuer ist mit Abstand die wichtigste Steuereinnahmequelle der Kommunen zur Bestreitung ihrer öffentlichen Ausgaben: Die Gewerbesteuer netto macht im Großstädtevergleich die Hälfte aller Steuereinnahmen (Nettoisterträge aus Steuern

Gewerbesteuereinnahmen im Großstädtevergleich 2013 stark um 9,6 Prozent auf 10,4 Mrd. EUR angestiegen Höchste Gewerbesteuereinnahmen 2013 in München und Hamburg, Hannover mit 461 Mio. EUR auf Rang 8

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

49

Abbildung 35:

Gewerbesteuer (netto)* in ausgewählten deutschen Großstädten 2013

2.000 1.800

1.959

1.649 1.600 1.400 in Mio. EUR 1.200 1.000 838 800 600 400 200 0 M HH B F K D S H N HB E DO DD L DU 727 508 461 338 288 268 232 208 202 1.323 1.205

146

* Istaufkommen Gewerbesteuer abzüglich der Gewerbesteuerumlage Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 14 Reihe 10.1; Landesamt für Statistik Niedersachsen (für Hannover)

Abbildung 36:

Anteil der Steuerarten an den Nettoisterträgen aus Steuern bzw. Steueranteilen in den 15 größten Städten Deutschlands und der Landeshauptstadt Hannover 2013

60 50 40 in Prozent 30

53,9 50,8

28,8 23,6

20 10 0

16,8 5,7 0,02 Landeshauptstadt Hannover Gewerbesteuer (netto) Gemeindeanteil an der Einkommensteuer Grundsteuer B

15,0 5,3 0,02 alle 15 größten Städte Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer Grundsteuer A

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 14 Reihe 10.1; Landesamt für Statistik Niedersachsen (für Hannover)

50

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

bzw. Steueranteilen) 2013 aus (50,8 Prozent; 2012: 49,8 Prozent). In Frankfurt liegt der Anteil mit 65,2 Prozent deutlich am höchsten (vor Düsseldorf mit 59,7 Prozent und München mit 59,4 Prozent), in Duisburg beträgt der Gewerbesteueranteil nur gut die Hälfte des Frankfurter Wertes mit 34,5 Prozent (Hannover: 53,9 Prozent). Die zweitwichtigste Einnahmeart bei den Steuern im Großstädtevergleich ist der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, der 2013 zu 28,8 Prozent zu den Steuereinnahmen beitrug. Es ist der Anteil, der den Gemeinden vom Aufkommen an Lohn- und an veranlagter Einkommensteuer sowie vom Aufkommen aus dem Zinsabschlag im jeweiligen Bundesland zusteht. Die dritte relevante Steuerart im Großstädtevergleich ist die Grundsteuer B mit 15,0 Prozent Anteil 2013. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer beträgt 5,3 Prozent aller Steuereinnahmen. Es ist der Anteil, der Gemeinden vom Umsatzsteueraufkommen reduziert um Ausgleichszahlungen an den Bund zusteht. Die Grundstücke der Land- und Forstwirtschaft betreffende Grundsteuer A spielt dagegen in den Großstädten mit 0,02 Prozent keine Rolle. Die Einnahmen in Hannover von 202.000 EUR 2013 wurden z. B. von der Vergnügungsteuer mit einem Aufkommen von ca. 10 Mio. EUR weit übertroffen.
Nettoisterträge aus Steuern bzw. Steueranteilen seit 2010 im Großstädtevergleich ansteigend auf 20,4 Mrd. EUR 2013

Die Nettoisterträge aus Steuern bzw. Steueranteilen der genannten Steuern (Summe aus Grundsteuer A, Grundsteuer B, Gewerbesteuer, dem Gemeindeanteil an der Einkommen- und der Umsatzsteuer minus der Gewerbesteuerumlage) haben sich seit 2010 im Großstädtevergleich jedes Jahr positiv entwickelt. Sie stiegen von insgesamt 17,5 Mrd. EUR im Jahr 2010 über 18,6 Mrd. EUR und 19,0 Mrd. EUR auf zuletzt 20,4 Mrd. EUR im Jahr 2013 an. Der Zuwachs entsprach damit zuletzt 7,4 Prozent. Hatte Hannover mit 13,6 Prozent Zuwachs 2012 noch den zweithöchsten Anstieg gegenüber dem Vorjahr im Großstädtevergleich, so war der Rückgang von 875 Mio. EUR auf 855 Mio. EUR 2013 mit minus 2,3 Prozent der stärkste relative Rückgang der Nettoisterträge aus Steuern bzw. Steueranteilen. Lediglich Frankfurt (-1,5 Prozent) und Stuttgart (-0,3 Prozent) hatten 2013 ebenfalls einen Steuerrückgang zu verkraften. München hatte dagegen die absolut (+583 Mio. EUR) und relativ (+21,5 Prozent) höchsten Zunahmen gegenüber 2012. Das Istaufkommen der Realsteuern wird durch die unterschiedlichen Hebesätze beeinflusst. Deswegen wird im Rahmen des Realsteuervergleichs die Realsteuerkraft durch Anwendung fiktiver Hebesätze auf die jeweiligen Grundbeträge der Grundsteuern und der Gewerbesteuer ermittelt. Die Realsteuerkraft gibt ungefähr die Wirtschaftskraft der Städte wider. 2013 lag die Realsteuerkraft in München (1,28 Mrd. EUR), Hamburg (1,20 Mrd. EUR) und Berlin (1,03 Mrd. EUR) am höchsten. In Duisburg betrug sie lediglich 118 Mio. EUR, Hannover lag mit 345 Mio. EUR auf Rang 8.

Realsteuerkraft steigt 2013 in den Großstädten um 7,3 Prozent. Den höchsten Zuwachs verzeichnet München, Hannover hat mit 5,9 Prozent den stärksten Rückgang

Die Realsteuerkraft hat sich 2013 im Großstädtevergleich gegenüber dem Vorjahr kräftig um 515 Mio. EUR (+7,3 Prozent) auf 7,6 Mrd. EUR entwickelt, worauf die Gewerbesteuer einen erheblichen Einfluss hatte. Schon 2010 und 2011 war die Realsteuerkraft angestiegen und 2012 nur leicht um 1,1 Prozent auf 7,1 Mrd. gesunken. München hatte 2013 mit 27,6 Prozent den höchsten relativen Zuwachs gegenüber 2012 vor Bremen (+13,4 Prozent) und Hamburg (+12,9 Prozent). In fünf Städten gab es 2013 einen Rückgang der Realsteuerkraft, der in Hannover mit minus 5,9 Prozent (-21,5 Mio. EUR) vor Frankfurt (-4,7 Prozent) am stärksten ausfiel.

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

51

Abbildung 37:

Realsteuerkraft* in ausgewählten deutschen Großstädten 2013
1.500 1.279 1.250 1.196 1.034 1.000 in Mio. EUR 845 750 605 554 500 426 345 268 250 243 204 179 149

148

118

0 M HH B F K D S H N HB E DO DD L DU

*Grundsteuer A, Grundsteuer B und Gewerbesteuer Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 14 Reihe 10.1; Landesamt für Statistik Niedersachsen (für Hannover)

Abbildung 38:

Gemeindliche Steuerkraft* je Einwohnerin und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2013
1.583 1.431 1.400 1.200 EUR je Einwohner 1.000 800 600 400 200 0 F M D HH S H N K HB E B DO DD DU L 1.303 1.193 1.146 997 958 949 770

1.600

Ø 15 Städte

724

690

635 556 552 521

* Realsteuerkraft plus Einnahmen aus dem Gemeindeanteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer abzüglich der Gewerbesteuerumlage Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 14 Reihe 10.1; Landesamt für Statistik Niedersachsen (für Hannover)

52

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

Die Realsteuerkraft zusammen zuzüglich der Einnahmen aus dem Gemeindeanteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer abzüglich Gewerbesteuerumlage (inklusive Solidarbeitrag) ergibt die gemeindliche Steuerkraft. Sie bringt die gemeindliche Finanzkraft zum Ausdruck.
Gemeindliche Steuerkraft je Einwohner 2013 reicht von Leipzig mit 521 EUR bis zu 1.583 EUR in Frankfurt

Die gemeindliche Steuerkraft lag je Einwohnerin und Einwohner (Basis Zensus 2011) im Großstädtevergleich 2013 bei durchschnittlich 948 EUR und damit 56 EUR über dem Vorjahreswert. Die Unterschiede zwischen den Städten sind beträchtlich: Die Steuerkraft liegt mit maximal 1.583 EUR pro Person in Frankfurt vor München mit 1.431 EUR und Düsseldorf mit 1.303 EUR dreimal so hoch wie in Leipzig (521 EUR), der Stadt mit der geringsten Steuerkraft hinter Duisburg (552 EUR) und Dresden (556 EUR). Hannover liegt 2013 mit 997 EUR gemeindlicher Steuerkraft je Einwohnerin und Einwohner (2012: 1.010 EUR) weiterhin über dem Durchschnitt der Großstädte und wie 2012 auf Rang 6 im Großstädtevergleich.

Entwicklung der Gewerbesteuer in Hannover 2014 rückläufig – Gewerbesteuernettoaufkommen sinkt um ca. 60 Mio. EUR gegenüber 2013

Im Jahr 2014 (voraussichtliche Angaben, da das Rechnungsergebnis noch nicht festgestellt ist) ist die Gewerbesteuer in Hannover um ca. 89 Mio. EUR hinter dem Ergebnis des Jahres 2013 zurückgeblieben, was einem Rückgang von rd. 16 Prozent entspricht. Aufgrund der reduzierten Gewerbesteuereinzahlungen ist auch die Gewerbesteuerumlage im Jahr 2014 um rd. 29 Mio. EUR geringer als im Jahr 2013, dies führt zu einer Ausgabenminderung um rd. ein Drittel bei der Gewerbesteuerumlage. Effektiv hat sich das Gewerbesteuernettoaufkommen 2014 um rd. 60 Mio. EUR im Vergleich zum Jahr 2013 vermindert. Positiv ist abermals der knapp 16 Mio. EUR höhere Ertrag beim Anteil an der Einkommensteuer. Dies bedeutet eine Steigerung um ca. 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

53

Abbildung 39:

Entwicklung der Nettoisterträge aus Steuern bzw. Steueranteilen* in der Landeshauptstadt Hannover 2002 bis 2013
1.000 900 800 726 700 622 in Mio. EUR 600 500 400 300 200 100 0 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 539 472 540 682 621 762 770 733 875 855

* Summe aus Grundsteuer A, Grundsteuer B, Gewerbesteuer, dem Gemeindeanteil an der Einkommen- und der Umsatzsteuer abzüglich der Gewerbesteuerumlage Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen

54

GROSSSTÄDTEVERGLEICH 2014

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Abbildungsverzeichnis
Großstädtevergleich
Karte: Städte für den Großstädtevergleich Abbildung 1 Natürlicher Bevölkerungssaldo als Differenz von Geburten und Sterbefällen in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 2 Zuzüge und Fortzüge über die Stadtgrenze in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 3 Zuzüge aus dem Ausland in ausgewählte deutsche Großstädte 2010 bis 2013 Abbildung 4 Zuzüge aus dem Ausland je 100 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählte deutsche Großstädte 2011 bis 2013 Abbildung 5 Zuzüge und Fortzüge über die Stadtgrenze je 100 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 6 Bodenfläche in Quadratkilometern am 31.12.2013 in ausgewählten deutschen Großstädten Abbildung 7 Veränderung der Siedlungs- und Verkehrsfläche und der Landwirtschaftsfläche 2013 gegenüber 2000 absolut in Hektar in ausgewählten deutschen Großstädten Abbildung 8 Mietspiegelindex in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 im Vergleich mit 2011 Abbildung 9 Wiedervertragsmieten für Wohnungen der Baualtersklasse bis 1948 in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 Abbildung 10 Kaufpreise für bezugsfertige Eigenheime in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 Abbildung 11 Kaufpreise für Baugrundstücke für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 Abbildung 12 Erschwinglichkeitsindex in ausgewählten deutschen Großstädten 2000 bis 2014 Abbildung 13 Immobilienkaufklima: Preis-Einkommensverhältnis beim Erwerb von Eigentumswohnungen in ausgewählten deutschen Großstädten 2014/2015 Abbildung 14 Wachstum der Erwerbstätigkeit in Deutschland, den 15 Vergleichsstädten und in Hannover im Vergleich zwischen 2005 und 2012 Abbildung 15 Wachstum der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 auf 2014 Abbildung 16 Entwicklung des BIP je Einwohnerin und Einwohner in ausgewählten deutscher Großstädten zwischen 2008 und 2012 Abbildung 17 Einzugsgebiete des Innenstadt-Einzelhandels von ausgewählten deutschen Großstädten 2013/2014 Abbildung 18 Einzelhandelskaufkraft je Einwohnerin und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 Abbildung 19 Einzelhandels-Verkaufsfläche in den Innenstädten ausgewählter deutscher Großstädte 2013 Abbildung 20 Innerstädtische Flächenproduktivität ausgewählter deutscher Großstädte 2013 Abbildung 21 Einzelhandelszentralität in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 Abbildung 22 Höchstmieten für Ladenlokale in 1A-Lagen in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 Abbildung 23 Durchschnittliches monatliches gesetzliches Renteneinkommen pro Person in EUR in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 24 Transferleistungsempfänger je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner (Transferleistungsdichte) in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 25 Anteil weiblicher Studierender in ausgewählten deutschen Großstädten im Wintersemester 2013/2014 Abbildung 26 Studierende an den acht Hochschulen in Hannover im Wintersemester 2013/2014 und im Wintersemester 2012/2013 Abbildung 27 Besucher am Standort je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in öffentlichen Theaterunternehmen in ausgewählten deutschen Großstädten in der Spielzeit 2012/2013 Abbildung 28 Volkshochschulkurse je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 29 Fluggäste im Gesamtverkehr inkl. Transit in ausgewählten deutschen Großstädten 2014, 2012 und 2004 8 11 11 13 13 15 17 17 19 19 21 21 23 23 27 27 29 31 31 33 33 35 35 37 37 39 39 41 41 43

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Abbildung 30 ADFC-Fahrradklimatest 2014 in ausgewählten deutschen Großstädten Abbildung 31 Innerorts verletzte und getötete Fußgänger, Fahrradfahrer und Pkw-Nutzer je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 32 Innerorts verletzte und getötete Kinder und Senioren je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 33 Betten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2014 Abbildung 34 Anteil an Übernachtungen 2014 und an den Veränderungen 2014 zu 2013 in ausgewählten deutschen Großstädten Abbildung 35 Gewerbesteuer (netto) in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 36 Anteil der Steuerarten an den Nettoisterträgen aus Steuern bzw. Steueranteilen in den 15 größten Städten Deutschlands und der Landeshauptstadt Hannover 2013 Abbildung 37 Realsteuerkraft in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 38 Gemeindliche Steuerkraft je Einwohnerin und Einwohner in ausgewählten deutschen Großstädten 2013 Abbildung 39 Entwicklung der Nettoisterträge aus Steuern bzw. Steueranteilen in der Landeshauptstadt Hannover 2002 bis 2013

43 45 45 47 47 49 49 51 51 53

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Schriften zur Stadtentwicklung
Band 123 Band 122 Lagebericht zur Stadtentwicklung 2014 – Hannover Juli 2015 Repräsentativerhebung Familien in Hannover – Sonderauswertung, Ergebnisse in Differenzierung nach Stadtteilen Hannover Juli 2015 Repräsentativerhebung Familien in Hannover – Hannover November 2014 Bevölkerungsprognose für die Region Hannover, die Landeshauptstadt Hannover und die Städte und Gemeinden des Umlands 2014 bis 2025/2030 – Hannover August 2014 Lagebericht zur Stadtentwicklung 2013 – Hannover Juli 2014 Kommunale Wohnungsmarktbeobachtung in der Landeshauptstadt Hannover Wohnungsleerstandsanalyse 2012 und 2013 – Hannover November 2013 Kommunale Wohnungsmarktbeobachtung in der Landeshauptstadt Hannover Preisdatenanalyse für Mietwohnungen und Immobilien 2012 – Hannover Juni 2013 Lagebericht zur Stadtentwicklung 2012 – Hannover April 2013 Repräsentativerhebung 2011 Sonderauswertung – Ergebnisse in Differenzierung nach Soziodemographie und Stadtteilen – Hannover Dezember 2012 Kleinräumige Wohnungsmarktbeobachtung in der Landeshauptstadt Hannover 2011 – Hannover September 2012 Wanderungen in der Landeshauptstadt Hannover, Wanderungen zwischen den Stadtteilen, Wanderungen mit dem Umland und Außenwanderungen – Hannover Juni 2012 Bevölkerungsprognose für die Region Hannover, die Landeshauptstadt Hannover und die Städte und Gemeinden des Umlands 2012 bis 2020/2025 – Hannover März 2012 Repräsentativerhebung 2011 Gesamtergebnis und Vergleichsdaten aus früheren Erhebungen – Hannover Februar 2012 Repräsentativerhebung Wohnen in Hannover – Hannover Dezember 2011 Lagebericht zur Stadtentwicklung 2010 – Hannover Juli 2011 Lagebericht zur Stadtentwicklung 2009 – Hannover September 2010 Kleinräumige Entwicklung des Wohnungsmarktes in der Landeshauptstadt Hannover – Hannover Juni 2009 Repräsentativerhebung 2008 – Sonderauswertung – Ergebnisse in Differenzierung nach Soziodemographie und Stadtteilen – Hannover Dezember 2009 Lagebericht zur Stadtentwicklung 2008 – Hannover Juni 2009 Repräsentativerhebung 2008 Gesamtergebnis und Vergleichsdaten aus früheren Erhebungen – Hannover Juni 2009 Anzeigenauswertung des Wohn- und Immobilienmarktes der Landeshauptstadt Hannover 2008 Hannover November 2008 Einwohnerentwicklung 2007 bis 2015/2020 – Hannover Juli 2008 Lagebericht zur Stadtentwicklung 2007 – Hannover Juni 2006 Repräsentativerhebung – Leben und Wohnen im Alter – Hannover Februar 2009 Kleinräumige Analyse des Wohnungsmarktes der Landeshauptstadt Hannover 2007 – Hannover Februar 2008

Band 121 Band 120

Band 119 Band 118

Band 117

Band 116 Band 115

Band 114 Band 113

Band 112

Band 111

Band 110 Band 109 Band 108 Band 107 Band 106

Band 105 Band 104

Band 103

Band 102 Band 101 Band 100 Band 99

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Band 98 Band 97 Band 96

Wohnungsleerstandsanalyse 2006 der Landeshauptstadt Hannover – Hannover November 2006 Lagebericht zur Stadtentwicklung 2005 – Hannover April 2006 Repräsentativerhebung 2005 – Gesamtergebnis und Vergleichsdaten aus früheren Erhebungen Hannover Februar 2006 Wanderungsbefragung 2005 – Innerstädtische Wanderungen – Hannover Januar 2006 Kleinräumige Analyse des Wohnungsmarktes der Landeshauptstadt Hannover – Hannover Juni 2005 Lagebericht zur Stadtentwicklung 2003 – Hannover März 2004 Einwohnerentwicklung 2000 bis 2010 – Prognosen für die Region, die Landeshauptstadt Hannover und die Städte und Gemeinden des Umlandes – Hannover Dezember 2002 – vergriffen – Lagebericht zur Stadtentwicklung 2002 – Hannover Dezember 2002 Repräsentativerhebung 2002 – Sonderauswertung zum Thema Lebensbedingungen und persönliche Lebensqualität im Wohnquartier – Hannover März 2003 Repräsentativerhebung 2002 – Erste Ergebnisse mit Vergleichsdaten aus früheren Erhebungen Hannover November 2002 Wanderungsbefragung 2001 – Hannover und andere Großstädte aus der Sicht von Zu- und Fortgezogenen – Hannover August 2002 Dokumentation zur Fachtagung Fundraising – Hannover März 2002 Wohnungsmarkt 2001 – Eine Analyse der Wohnungsmarktsituation in der Landeshauptstadt Hannover – Hannover Februar 2002 Wanderungsbefragung 2001 – Wanderungen zwischen Stadt und Landkreis Hannover Hannover Dezember 2001 Lagebericht zur Stadtentwicklung 2001 – Hannover November 2001 Repräsentativerhebung 1999 – Sonderauswertung zum Thema Innenstadt Hannover November 2000 – vergriffen – Repräsentativerhebung 1999 – Gesamtergebnis und Vergleichsdaten aus früheren Erhebungen Hannover Mai 2000 – vergriffen – Die Landeshauptstadt Hannover auf dem Weg in die Informationsgesellschaft Hannover April 2000 – vergriffen – Lagebericht zur Stadtentwicklung 1999 – Hannover November 1999 Wohnungspolitischer Handlungsrahmen 2010 – Dokumentation einer Fachtagung der LHH am 14.12.1998 Hannover Juli 1999 Dialog zur Stadtentwicklung Leitthema Demokratische Teilhabe Zukunftskonferenz „Sahlkamp 2010“ – Dokumentation – Hannover Dezember 2002 Dialog zur Stadtentwicklung Leitthema Demokratische Teilhabe – Kurzberichte 3 Lokale Demokratie und Schule, Erste Wahl mit 16 – Schülerinnen und Schüler fit machen für die Kommunalwahl – Hannover Januar 2002 Dialog zur Stadtentwicklung Leitthema Demokratische Teilhabe – Kurzberichte 2 Lokale Demokratie und Schule, Zukunftswerkstatt an der Integrierten Gesamtschule Vahrenheide/Sahlkamp – Hannover Februar 2001 vergriffen

Band 95 Band 94 Band 93 Band 92

Band 91 Heft 90.1

Band 90

Band 89

Band 88 Band 87

Band 86

Band 85 Heft 84.1

Band 84

Band 83

Band 82 Band 81

Heft 80.12

Heft 80.11

Heft 80.10

Band 1 bis 80.9
        
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