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Periodical volume

Full text: Jahresbericht Issue 2010

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ISSN: 0340-2274

2010
Jahresbericht

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Organigramm im Jahr 2010

Die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz von 1661 bis heute
1661 Churfürstliche Bibliothek zu Cölln an der Spree eingerichtet im Apothekenflügel des Schlosses Königliche Bibliothek 1784 Einzug in das neu errichtete Gebäude Unter den Linden („Kommode“) 1914 Einzug in das neu errichtete, gegenüberliegende Gebäude (heute Unter den Linden 8) Preußische Staatsbibliothek 1941–1945 Verlagerung der Bestände an 30 Orte im gesamten Deutschen Reich; starke Beschädigungen des Bibliotheksgebäudes; nach Kriegsende Verbleib der Bestände in den jeweiligen Besatzungszonen und in Polen Marburg 1946/47 Überführung der in der amerikanischen Besatzungszone lagernden Bestände 1946 Hessische Bibliothek 1949 Westdeutsche Bibliothek 1962 Staatsbibliothek der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Universitätsbibliothek Tübingen 1948 Überführung der in der französischen Besatzungszone lagernden Handschriften und Musikalien 1948–1968 Tübinger Depot Berlin (West) 1964–1968 Umzug d. Bestände aus Marburg und Tübingen nach Berlin (West) 1968–1991 Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz 1978 Einzug in das neu errichtete Gebäude Potsdamer Straße, Zusammenführung aller in Berlin (West) vorhandenen Bestände

Generaldirektorin Referenten Jeanette Lamble Dr. Martin Hollender Barbara Schneider-Kempf 1701 Baubeauftragte der Generaldirektorin Dr. Daniela Lülfing 1918

Ständiger Vertreter der Generaldirektorin Dr. Karl Werner Finger

Sekretariate Berlin (Ost), Unter den Linden 1946 Öffentliche Wissenschaftliche Bibliothek Wiedereröffnung des Gebäudes, Rückführung nahezu aller in der sowjetischen Besatzungszone lagernden Bestände

Zentralabteilung Dr. Karl Werner Finger

Abteilung Bestandsaufbau Dr. Gerhard Kanthak

Handschriftenabteilung Prof. Dr. Eef Overgaauw

Ostasienabteilung Matthias Kaun

Informations- und Datenmanagement Dr. Holger Busse

Abteilung Katalogsystem, Wissenschaftl. Dienste komm. Regina Beckmann

Musikabteilung Dr. Martina Rebmann

Zeitungsabteilung Dr. Joachim Zeller 1954 Deutsche Staatsbibliothek

Benutzungsabteilung Dr. Daniela Lülfing

Kartenabteilung Wolfgang Crom

Kinder- und Jugendbuchabteilung Carola Pohlmann

Abteilung Überregionale Bibliographische Dienste komm. Barbara Schneider-Kempf

Osteuropa-Abteilung Olaf Hamann

Abteilung Historische Drucke Annette Wehmeyer

1990/91 Deutsche Staatsbibliothek in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Abteilung Bestandspflege und Reprographie Andreas Mälck

Orientabteilung Christoph Rauch

bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte Hanns-Peter Frentz

1992 Vereinigung beider Institutionen als

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Die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SBB-PK) ist die größte wissenschaftliche Bibliothek im deutschsprachigen Raum. Seit 1661 erwirbt und bewahrt sie, heute unter dem Motto Für Forschung und Kultur, Handschriftliches und Gedrucktes aus allen Wissenschaftsgebieten, allen Ländern und allen Sprachen. Seit der Gründung der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 1700 und der Berliner Universität im Jahr 1810 ist die Bibliothek aufs Engste mit Forschung und Lehre in Berlin, in Preußen, Europa und Übersee verknüpft. Führende Wissenschaftler wie Wilhelm von Humboldt und Adolf von Harnack wiesen der Bibliothek den Weg hin zum Partner der akademischen Forschung. Diese Selbstverpflichtung ist zugleich ihr Auftrag, festgeschrieben seit dem Jahr 1957 im Gesetz zur Errichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der die SBBPK gehört. Die Bibliothek wertet die von ihr bewahrten Bestände im Interesse von Wissenschaft und Bildung aus bzw. macht sie für Forscherinnen und Forscher zugänglich. Dieser Auftrag wurde und wird fortwährend an sich wandelnde Rahmenbedingungen der internationalen „scientific communities“ angepasst. Die SBB-PK wird vom Bund und allen Bundesländern finanziert. Beim Ausbau der Sammlungen mit moderner wissenschaftlicher Literatur in gedruck-

ter oder elektronischer Form liegt der Schwerpunkt bei den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die seit Jahrhunderten gewachsenen Sondersammlungen sind thematisch universal ausgerichtet, sie umfassen neben vielen anderen Unikaten den größten Teil der überlieferten Musikautographe von J. S. Bach, die größte Mozart-Sammlung, die Partituren von Beethovens Sinfonien Nr. 4, 5, 8 und 9 – letztere ist Teil des UNESCO-Registers Memory of the World – die größte hebräische Bibel auf Pergament, drei der neun Bücher des Nibelungenliedes, Autographe von Lessing, Goethe und Kleist, die Nachlässe von Herder, Eichendorff, Hauptmann, Bonhoeffer, Gründgens und Furtwängler, ein einzigartig reich geschmücktes Exemplar der zweibändigen Gutenberg-Bibel auf Pergament, Blockdrucke der frühen Ming-Zeit, ein Exemplar des ältesten Druckes der Welt aus Japan, den größten gebundenen Atlas, eine exquisite Sammlung historischer Bucheinbände, das Archiv der Familie Mendelssohn und vieles mehr. Die beiden denkmalgeschützten Gebäude der Bibliothek liegen im Zentrum Berlins, am Boulevard Unter den Linden und nahe dem Potsdamer Platz als Teil des Kulturforums an der Potsdamer Straße. Die Services der Bibliothek können montags bis samstags in den Lesesälen sowie rund um die Uhr im Online-Zugriff genutzt werden.

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Fotonachweise Umschlag vorn: Ausschnitt aus der Arbeitspartitur Ludwig van Beethovens zu seiner Sinfonie Nr. 9, d-Moll, op. 125, seit 1846 im Besitz der Bibliothek bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte (78) Botschaft der Republik Frankreich in Deutschland (73 unten) Humboldt-Universität zu Berlin / WeltWissen (14 rechts) KEK Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (11) Reto Klar (4) Kulturprojekte Berlin GmbH (5 unten) Jörg F. Müller (17) Florian Profitlich (12, 13 links) SBB-PK, Fotostelle (6, 7, 13 rechts, 14 links, 15 links, 16 links, 20, 21, 24, 25, 31, 32 rechts) unbekannt (22 links, 23 links) Alle anderen Fotos und Abbildungen wurden von der Fotostelle der SBB-PK bzw. vom Digitalisierungszentrum gefertigt bzw. stammen aus den Beständen der SBB-PK. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz Bericht der Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin info@sbb.spk-berlin.de, www.staatsbibliothek-berlin.de Redaktion: Jeanette Lamble Layout: Niels Schuldt Elektronische Ausgabe: http://staatsbibliothek-berlin.de/die-staatsbibliothek/portrait/jahresberichte Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG ISSN: 0340-2274

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Inhalt
Die Schwerpunkte im Jahr 2010 Auf- und Ausbau der Digitalen Bibliothek der SBB-PK Führende Rolle bei „Europeana Collections 1914–1918“ Bach Digital für alle Generaldirektorin im Steuerungsgremium World Digital Library Führende Rolle bei nationaler Aufgabe Erhaltung schriftlichen Kulturguts Die Bauprojekte an drei Standorten: Fortgang und Verzögerungen Asbestreinigung eines Magazins – vorsorgliche zehnmonatige Sperrung SBB-PK als Teil der Infrastruktur der Wissenschaften – Wissenschaftsjahr 2010 Herausragende Geschenke, mäzenatische Unterstützung Die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. Provenienzforschung in eigenen Beständen Restitution, Rückkehrer Kooperationen mit in- und ausländischen Institutionen SBB-PK als Teaching Library Stipendienprogramm der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Leihgaben in alle Welt Im Netzwerk der Social Media Personalia Auch das ist berichtenswert Allgemeiner Überblick zur Bibliothek Haushalt und Personal Erwerbungen und Bestandsaufbau Besondere Erwerbungen im Jahr 2010 Pflege der Bestände 39/40 26 27 28–38 bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte 78/79 Ausbildung in der SBB-PK zu Berlin 2010 45/46 4–25 Erschließung und Nachweis von Beständen 41–43 Katalog- und Datenpflege, Konversion in elektronische Versionen Musikdrucke online recherchierbar Datenbank zu 700.000 Quellen von 30.000 Komponisten Weiterentwicklung von Erschließungsstandards ARK-Online Nachlässe von Kinderbuchillustratoren Revision des Altbestandes, Aktualisierung der Katalogdaten Bibliographie der slavistischen Arbeiten als Datenbank Kooperation mit Sorbischem Institut Sondersituation bei der Benutzung im Jahr 2010 Verbesserung des Benutzungskomforts

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Mitgliedschaften und Mitarbeit in Gremien 47–53 Wissenstransfer zu bibliotheksfachlichen Themen, Kooperationen mit Einrichtungen im In- und Ausland 54–68 Veröffentlichungen Das kulturelle Programm Allgemeine Besichtigungsführungen in allen drei Standorten 15-min. Architekturrundgänge Veranstaltungen, Ausstellungen, Präsenz in der Öffentlichkeit Leihgaben 69–70 71–77

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Sehr geehrte Damen und Herren, im Jahr 2010 hat die Staatsbibliothek zu Berlin ihre Rolle als Teil der Infrastruktur für Wissenschaft und Forschung mehr denn je gegenüber ihrer Klientel, ihren Förderern und der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Nicht zuletzt mit der aktiven Teilnahme am Berliner Wissenschaftsjahr 2010, zu dessen Programm wir zahlreiche eigene und kooperative Veranstaltungen für diverse Zielgruppen beisteuerten, wurde erneut vor Augen geführt, wie eng verflochten diese Bibliothek mit anderen Institutionen ist. Es ist eine weltweit geschätzte Tatsache, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in welcher Disziplin auch immer forschen, auf die Unterstützung durch ‚ihre Bibliothek‘ setzen und vertrauen können. Der Bestandsauf- und ausbau wird in der SBB-PK von fachkundigen Bibliothekaren betreut. Sie sichten den weltweiten Literaturmarkt und treffen Erwerbungsentscheidungen, die den Spitzenbedarf an wissenschaftlicher Literatur decken sollen. So werden beispielsweise die Angebote des Auktions- und Antiquariatshandels intensiv verfolgt, um vorrangig solche Quellen erwerben zu können, deren Analyse der Forschung einen substantiellen Zugewinn bringen wird – ein Blick in das Kapitel „Besondere Erwerbungen“ wird dies verdeutlichen. Während die Quellen aus dem Bestand der SBBPK den Forschenden für die Bearbeitung ihrer Themen dienen, sind viele von ihnen zugleich auch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen durch die Bibliothek selbst. Genannt seien hier die von wissenschaftlichen Bibliothekaren durch-

geführten kodikologischen und paläographischen Untersuchungen mithilfe von Wasserzeichen, die weltweit einzigartige Drucktypenbestimmung in Inkunabeln zu deren historischer Einordnung oder die Untersuchung von Beschreibmitteln und Beschreibstoffen. Auch befasst sich unser wissenschaftliches Personal mit dem Entstehungsprozess und der Rezeption von Teilen unseres Erbes, indem sie beispielsweise abweichende Fassungen von historischen Landkarten oder die handschriftlichen Originalfassungen bedeutender Musikpartituren mit divergierenden Abschriften vergleichen. Genannt seien auch die kooperativen Forschungen zu Fragen der Bestandserhaltung, an denen Restauratorinnen der Werkstätten der Bibliothek beteiligt sind. Ihre Bewertung verschiedener Methoden der Bestandserhaltung und -pflege ist oft maßgeblich für den Fortgang von Entwicklungsarbeiten auf diesem Sektor sind. Unser zentrales Anliegen ist es, stets einen weit gefächerten und qualitätsstarken Service anzubieten. Auch wenn es im Berichtsjahr 2010 dabei leider zu Einschränkungen kam, die die Bibliothek genauso unverhofft zu verkraften hatte wie die Benutzerschaft – mehr dazu in den Kapiteln „Schwerpunkte“ und „Benutzung“ – so sind wir zugleich sicher, dass die Substanz und Leistungskraft dieser Institution so groß und beständig ist, dass wir im Jubiläumsjahr 2011 unserer Klientel wieder auf gewohnt hohem Niveau als Bibliothek für Forschung und Kultur zur Seite stehen. Barbara Schneider-Kempf

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In der Ausstellung WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin wurde auch das Manuskript Wissenschaftslehre 1814 aus dem Nachlass von Johann Gottlieb Fichte gezeigt.

Fünf Einrichtungen begingen das Berliner Wissenschaftsjahr 2010, bei der Eröffnungsveranstaltung im Konzerthaus Berlin vertreten durch Christoph Markschies, Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin | Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz | Jürgen Renn, Direktor des Max-Planck Instituts für Wissenschaftsgeschichte | Günter Stock, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften | Detlev Ganten, bis 2008 Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin und Senatsbeauftragter für das Wissenschaftsjahr 2010.

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15 verschiedene Scan- und Verarbeitungssysteme wurden installiert

Sorgfältige Vorbereitung von Rara für die Digitalisierung

Auf- und Ausbau der Digitalen Bibliothek der SBB-PK
Vor zwei Jahren begann die SBB-PK, ihre Digitalisierungsstrategie systematisch umzusetzen, dabei verfolgt sie drei wesentliche Ziele: ■ Für die Wissenschaft soll mehr Nutzen entstehen. Tiefer, einfacher und in größerer Breite als je zuvor werden die Sammlungen der Bibliothek zugänglich, zugleich werden sie nach und nach in moderne Online-Forschungsumgebungen eingebunden. Dort wiederum können andere Sammlungszusammenhänge erkannt und Impulse für neue Forschungsmethoden oder wissenschaftliche Fragestellungen gegeben werden. ■ Durch gründliche Erschließung werden einzelne Werke leichter und umfassender recherchierbar als dies in Standardkatalogen möglich ist. Nach der vollständigen Digitalisierung werden die Objekte mit zahlreichen bibliographischen und technischen Angaben sowie mit Daten zu ihrer inhaltlichen Struktur versehen. Dabei werden möglichst viele Details einbezogen und so das Objekt als Ganzes sichtbar gemacht – erfasst werden auch die Ansichten von Einbänden, Buchrücken, Exlibris, sämtlichen Besitznachweisen, Frontispizien und anderem mehr.

■ In der SBB-PK werden zahlreiche unikale Objekte des nationalen und Weltkulturerbes aufbewahrt und gepflegt, der Schutz dieser Originale hat einen hohen Stellenwert. Vor diesem Hintergrund war eine eigene Infrastruktur aufzubauen, die es erübrigt, hochwertige Objekte zur Digitalisierung außer Haus zu geben; zugleich gewinnt die Bibliothek Ersatzmedien in hoher Qualität, die sie ihren Benutzern anstelle eines Originals anbieten kann. Für den systematischen Aufbau der Digitalen Bibliothek der SBB-PK waren zunächst vier wesentliche Säulen zu entwickeln und eng miteinander zu verzahnen: – die technische Infrastruktur (Digitalisierungszentrum, Speicherung), – der technisch-organisatorische Workflow, – die Auswahl und Erschließung der in die Digitale Bibliothek aufzunehmenden Inhalte, – die benutzerfreundliche Präsentation der Objekte im Internet. Seit September 2010 ist das moderne und leistungsstarke Digitalisierungszentrum der SBB-PK im Haus Unter den Linden (und dort im bereits sanierten Altbau) mit 15 Scan-Systemen in Betrieb. Ausgestattet ist das Digitalisierungszentrum mit zehn Aufsichtsscannern zur Einzelbearbeitung von Objekten, zwei Scan-Robotern zur Massendigitalisierung, einem Grazer Buchtisch für besonders

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Die Scans erscheinen zur Weiterverarbeitung auf dem Bildschirm

Massendigitalisierung per Scanroboter

hochwertige Materialien sowie zwei Reader-Scannern zur Digitalisierung von Mikrofilmen. Es werden Formate bis DIN A0 bearbeitet, die Auflösung der gewonnenen Abbildungen liegt bei 300 oder 600 dpi. Im Zuge der Übernahme dieser neuen Aufgabe wurde die Abteilung Bestandspflege und Reprographie mit Wirkung ab 1. Juli 2010 umbenannt in Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung. Mit den 15 Scan-Systemen werden zwei Produktionslinien verfolgt: Zum einen erhalten Interessenten die von ihnen gegen einmalige Gebühr bestellten digitalen Abbildungen nach kurzer Bearbeitungszeit via Download; später sind die Abbildungen über den Webbereich ‚Digitalisierte Sammlungen‘ allgemein zugänglich. Zum anderen digitalisiert die Bibliothek nach einem Prioritätenplan sukzessive solche Objekte aus ihren Beständen, die unikal oder selten und besonders wertvoll sind. Derzeit werden Werke mit Erscheinungsdatum bis zum Jahr 1912 digitalisiert. Über die Plattform http://digital.staatsbibliothek-berlin.de/dms sind die hochwertigen Digitalisate zusammen mit ihren Erschließungsdaten kostenfrei verfügbar. Im Online-Katalog der Bibliothek www.stabikat.de sind wiederum alle digitalisierten Werke über einen Link direkt mit ihrer jeweiligen Präsentation verknüpft, was die Benutzung sehr komfortabel gestaltet.

Zu den ersten im Digitalisierungszentrum bearbeiteten Beständen gehören 15.000 im 17. Jahrhundert in Preußen hergestellte Drucke, von denen ein Drittel im Alleinbesitz der SBB-PK ist und daher deren detailgetreue Wiedergabe im Internet für die Forschung von unschätzbarem Wert ist. Eine herausragende Stellung nimmt die Bibliothek auch mit ihrem Sondersammelgebiet Ost- und Südostasien ein, aus dessen Beständen zunächst die gemeinfreie Sammlung der westlichsprachigen Literatur bis 1912 sowie die alte China- und Japansammlung, die Sammlungen der Mandschurika und die tibetische Sammlung digital aufbereitet werden. Da beim Aufbau der Digitalen Bibliothek Produktion und Innovation verknüpft werden, begann zugleich ein Pilotprojekt zum Einsatz von Texterkennenungssystemen (OCR), dies mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Erkennungsqualität sowie Konfigurations- und Optimierungsmöglichkeiten mehrerer Softwareprodukte werden während der Digitalisierung von Funeralschriften (Leichenpredigten) erprobt.

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Das Internetangebot Bach Digital zeigt hochauflösend die Werke J. S. Bachs

Führende Rolle bei „Europeana Collections 1914–1918“
Einen beachtlichen Erfolg, der im Jahr 2011 in ein groß angelegtes internationales Projekt münden wird, erzielte die SBB-PK im Jahr 2010 auf EUEbene: Im Rahmen des Informations- und Kommunikationstechnologie-Pogramms der Europäischen Kommission zum Thema Digitale Bibliotheken wurde die Bibliothek aufgrund ihrer herausragenden konzeptionellen Vorarbeiten beauftragt, zwischen zehn Nationalbibliotheken die Digitalisierung von jenen Sammlungen zu koordinieren, die wesentliche Dokumente zum Ersten Weltkrieg enthalten. Der Titel des Projekts: „Europeana Collections 1914– 1918“. Bis zum Jahr 2014, in dem sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum einhundersten Mal jährt, wird ein Konsortium aus zehn europäischen Nationalbibliotheken 400.000 neue Objekte über Europeana, die europäische Internetplattform für europäische Bibliotheken, Archive und Museen, jedem Interessierten kostenlos zur Verfügung stellen (www.europeana.eu). Zielgruppe des Vorhabens sind nicht nur die Forscher, sondern eine breite Öffentlichkeit, Lokal- und Familienforscher, Lehrkräfte von Schule bis Hochschule, Archive, Museen und historische Gesellschaften, Medienvertreter bis hin zur Tourismusbranche.

„Europeana Collections 1914–1918“ vereint im virtuellen Raum Materialien aus Ländern, die auf unterschiedlichen Seiten des Krieges standen. Durch die Digitalisierung von Büchern, Zeitschriften, Karten und Plakaten von verschiedenen Kriegsparteien können die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Weltkrieg aus vielerlei Perspektive in einer einzigartigen Zusammenschau betrachtet werden. Digitalisiert werden vor allem seltene, oftmals vom Zerfall bedrohte und bisher nur in den Sonderlesesälen der Bibliotheken von Spezialisten einsehbare Bestände, z. B. unter schwierigen Bedingungen von Soldaten hergestellte Schützengrabenzeitungen, Kinderbücher, Kriegskochbücher, Pamphlete, Abzeichen, Münzen. Auch besitzen die Bibliotheken jeweils hauptsächlich diejenigen Propagandaflugblätter, die über ihrem Land abgeworfen wurden, also von den jeweiligen Feinden stammten, nicht aber diejenigen, die ihr eigenes Land im Nachbarland abwarf. Exemplarisch werden auch einige Museumsbestände wie z. B. Militäruniformen einbezogen.

Bach Digital für alle
Seit Juni 2010 ist eine für die weltweite Musikwissenschaft und für alle Interessenten unschätzbar wertvolle Datenbank frei verfügbar: www.bachdigital.de ist die zentrale Datenbank, in der die verstreut aufbewahrten musikalischen Autographe

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In der World Digital Library wird die SBB-PK Kultuerbe erster Güte präsentieren

Johann Sebastian Bachs, seine Abschriften von Werken anderer Komponisten sowie für Bach hergestellte Aufführungsstimmen zum ersten Mal virtuell zusammenkommen und in größtmöglicher Tiefe und Breite erschlossen sind. Die meisten Werkautographe und Originalstimmen, insgesamt über 90 % der gesamten Überlieferung, befinden sich in der SBB-PK, im Bach-Archiv Leipzig, in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und in der Jagiellonischen Bibliothek Krakau. Während der Digitalisierung und Erschließung der Originale standen und stehen deren Schutz und ihre wissenschaftliche Verwendung im Zentrum der Aufmerksamkeit: Sicherheit, Genauigkeit und Sorgfalt haben höchste Priorität, sowohl im Umgang mit den Autographen als auch bei der Aufbereitung der gewonnenen Daten. Mithilfe der Zoomify-Technologie werden sehr hohe Auflösungen erreicht, einzelne Stellen können stark vergrößert und so genauestens untersucht werden. Die DFG förderte das Projekt Bach Digital sehr großzügig mit Sach- und Personalmitteln. Damit wurde nicht allein die außerordentliche Bedeutung dieses Vorhabens für die musikwissenschaftliche Forschung unterstrichen, sondern auch die Entschlossenheit der besitzenden Institutionen, dieses einzigartige Welterbe dem wissenschaftlich oder musikpraktisch Interessierten unkompliziert zugänglich zu machen.

Generaldirektorin im Steuerungsgremium World Digital Library
Im Internet sollen - unter Federführung der Library of Congress in Washington – Spitzenstücke des schriftlichen Weltkulturerbes im Sinne des „best of the best“ auf der Plattform World Digital Library (WDL) www.wdl.org virtuell zusammengeführt werden. Anders als die auf Masse und Vollständigkeit ausgerichteten Angebote von GoogleBooks bzw. Europeana zielt die WDL auf eine strenge Auswahl von wirklichen Spitzenstücken menschlichen Schaffens. – Während der Auftaktveranstaltung zu diesem Vorhaben im Juni in Washington wurde die Generaldirektorin der SBBPK, Barbara Schneider-Kempf, von den derzeit 91 von allen Kontinenten bei der WDL vertretenen Institutionen als eines der sieben Mitglieder des Executive Council gewählt. Dieses Gremium wird als Steuerungsgremium der WDL die Leitlinien des von der UNESCO getragenenen Portals festlegen. Die in den sieben Arbeitssprachen der UNESCO verfügbare Website wird den Bildungsgedanken der Organisation verfolgen: Sie soll interkulturelles Verständnis fördern und vor allem der breiten Öffentlichkeit die herausragenden Dokumente der kulturellen Überlieferung der Menschheit zugänglich machen. Als die SBB-PK ihre Vorschlagsliste für zu präsentierende Objekte einreichte, traf sie in Washington auf größte Bewunderung ob des Reichtums der Bibliothek. In einer

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Demnächst auch via World Digital Library zu bewundern: Die Zauberflöte von W. A. Mozart

ersten Runde sollen folgende Exponate weltweit zugänglich gemacht werden: NIBELUNGENLIED UND KLAGE („Hundeshagensche Handschrift“), Buchhandschrift: Papier, 192 Blatt, um 1440 ALEXANDER VON HUMBOLDT: CacajaoÄffchen (Simia melanocephala), eigenhändige Skizze nebst Begleitschreiben DIETRICH BONHOEFFER: Wer bin ich?, eigenhändige Gedichtniederschrift EINBLATTDRUCK DER REFORMATIONSPROPAGANDA: Also spricht Gott/ Dies ist mein lieber Son an welchem ich wolgefallen hab Den sollt Ihr hören WOLFGANG AMADEUS MOZART: DIE ZAUBERFLÖTE, KV 620, autogr. Partitur JOHANN SEBASTIAN BACH: WEIHNACHTS-ORATORIUM, BWV 248, autogr. Partitur LUDWIG VAN BEETHOVEN: SINFONIE NR. 9 d-Moll op. 125, autogr. Partitur RESIDENTIA ELECTORALIS BRANDENBURGICA, Bernhardus Schultz, Berlin, 1688, Vogelschaukarte, Kupferst.: 56 x 27 cm MAPPE-MONDE Ou Carte Générale De La Terre, Desbois, Paris, 1753 Karte, Kupferstich, 105 x 52 cm. KRIEGES CARTE VON SCHLESIEN, 1:35.000. Christian Friedrich von Wrede, 1747–1753, kolorierte Handzeichnungen

DAS NIEDERSORBISCHE TESTAMENT DES MIKLAWUŠ JAKUBICA, Handschrift 1548 / ältestes niedersorbisches Sprachdenkmal QISSAS AL-ANBIYA VON AN-NISABURI, Geschichte der Propheten mit 22 Miniaturen aus Persien, 16. Jh. „HAMILTON-SIDDUR“/PASSACH-HAGGADA, Hebräische Handschrift mit figürlichen Illuminationen, Spanien 13. Jh. ARMENISCHES EVANGELIAR aus dem Jahre 1635, mit 13 Miniaturen DIE „SCHLACHTENKUPFER“ aus der Regierungsdevise Qianlong 乾隆 (1736–1795) der chinesischen Qing-Dynastie (1644–1911) JOACHIM HEINRICH CAMPE: ROBINSON DER JÜNGERE, zur angenehmen und nützlichen Unterhaltung für Kinder, Hamburg, 1779/80 HEINRICH HOFFMANN: DER STRUWWELPETER. lustige Geschichten und drollige Bilder, 1846, mit kolorierten Lithographien WILHELM BUSCH: MAX UND MORITZ, eine Bubengeschichte in sieben Streichen, München, 1865 95 THESEN MARTIN LUTHERS, Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum Nürnberg, Hieronymus Höltzel, 1517, äußerst seltener Plakatdruck (weltweit 2 Exemplare) CRANACHBIBEL DER ADELSFAMILIE EBELEBEN, Wittenberg, 1561, Teil 1–4

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Pergament vor der Restaurierung

… und danach

DRUCK AUF PERGAMENT mit Porträts der thüringisch-sächsischen Adelsfamilie von Ebeleben von Lucas Cranach d. J.; einzige Pergament-Ausgabe für nicht fürstliche Auftraggeber FRANCESCO PETRARCA: Le Cose Volgari …, Venedig, 1501, Druck auf Pergament LEONHART THURNEYSSER ZUM THURN: Archidoxa. Astrolabium, Berlin, 1575

Führende Rolle bei nationaler Aufgabe Erhaltung schriftlichen Kulturguts
Im April 2009 überreichten Vertreter der in der Allianz Schriftliches Kulturgut Erhalten engagierten großen deutschen Bibliotheken und Archive Bundespräsident Horst Köhler die Denkschrift ZUKUNFT BEWAHREN, welche unter Federführung der Sprecherin der Allianz, der Generaldirektorin der SBB-PK, entwickelt worden war. Die Denkschrift formulierte eine nationale Strategie sowie pragmatische Handlungsempfehlungen für die Sicherung der historischen Bestände in Archiven und Bibliotheken und legte dar, welche konkreten Schritte durch Bund, Länder und Kommunen zu unternehmen seien. Damit erreichte die Thematik die politischen Spitzen. Es folgten im Lauf des Jahres 2009 konkretisierende Gespräche beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, BKM, Staatsminister Bernd Neumann. Im Herbst 2009 wurde das Vorhaben, eine

entsprechende Arbeits- und Koordinierungsstelle einzurichten, im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankert. – Im Lauf des Jahres 2010 schlug Staatsminister Neumann vor, die gemeinsam von Bund und Ländern zu tragende Koordinierungsstelle bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit der Aufgabe einzurichten, Modellprojekte zur Entwicklung eines Programms zur Erhaltung des national bedeutsamen schriftlichen Kulturerbes zu initiieren und zu betreuen. Die Koordinierungsstelle soll bundesweit Bestandserhaltungsmaßnahmen koordinieren, bereits vorliegende Forschungsergebnisse und erfolgversprechende Techniken evaluieren sowie ein nationales Bestandserhaltungskonzept erarbeiten. Die Einrichtung der Koordinierungsstelle wird für das Jahr 2011 erwartet. In einem ersten praktischen Schritt führte die SBB-PK im Sommer 2010 sehr erfolgreich ein kurzfristiges Programm durch, welches mit der Bereitstellung von 500.000 € durch den Bund sowie 100.000 € durch die Kulturstiftung der Länder ermöglicht wurde. Kleinere Einrichtungen in den Ländern hatten so die Gelegenheit, dringende Restaurierungsprojekte mit verschiedenen Schadensursachen als Projekte mit Modellcharakter zum Schutz des national bedeutsamen schriftlichen Kulturgutes durchzuführen.

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Glasfassade des neuen Lesesaals Unter den Linden

Das Innere des neuen Lesesaals ist weiterhin im Ausbau

Die Bauprojekte an drei Standorten: Fortgang und Verzögerungen
An drei Standorten Großbaustellen zu haben, zugleich einen nahezu reibungslosen Bibliotheksbetrieb zu organisieren, außerdem einen Ausweichstandort in den Magazin- und Ausleihbetrieb der Bibliothek einzubeziehen – planerisch, technisch und logistisch wird an der SBB-PK seit Jahren Großes geleistet, um trotz der absolut notwendigen Bauarbeiten und der damit einhergehenden Beeinträchtigungen die einzigartigen Bestände dieser Bibliothek von Weltrang für die Forschung nutzbar zu halten. Finanziert werden alle Baumaßnahmen der SBB-PK vom Bund. Gebaut wird an den drei dauerhaften Standorten der Bibliothek: Saniert und ergänzt wird das 1914 eröffnete Gebäude Unter den Linden, saniert werden Teile des vor 32 Jahren in Betrieb genommenen Gebäude Potsdamer Straße 33, errichtet wird das Speichermagazin Friedrichshagen, in dem die SBB-PK der Hauptnutzer sein wird. ■ Neubauten und Generalsanierung am Standort Unter den Linden Parallel zur Generalsanierung das weithin bekannte Gebäudes am Boulevard Unter den Linden werden der von HG Merz entworfene, im Zentrum des Gebäudes gelegene Allgemeine Lesesaal und wei-

tere Neubauten errichtet, welche künstlerisch und technisch neue Maßstäbe für Bibliotheksbauten setzen. Jedoch verzögert sich die Fertigstellung eben dieser Neubauten erneut. Zwei große Bauabschnitte Im ersten Bauabschnitt wird die nördliche Hälfte des Gebäudes saniert und modernisiert sowie mit den Neubauten ergänzt. Die Übergabe der Bauten des ersten Bauabschnitts an die Bibliothek ist wiederum in zwei Schritte unterteilt, zuerst erfolgt der Einzug in sanierten Altbau und in die neu errichteten Tresormagazine, später folgt die Eröffnung der Lesesäle. Im Jahr 2010 nahm das neue Digitalisierungszentrum der Bibliothek im sanierten Altbau den Betrieb auf. Dem werden im Frühjahr 2011 die Restaurierungswerkstätten und die Buchbinderei sowie andere Funktionsbereiche der Bibliothek folgen. Im zweiten Bauabschnitt wird der dann frei gezogene südliche Teil des Altbaus saniert und modernisiert sowie um neue Ausstellungsbereiche ergänzt.

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Arbeit am Detail im Rara-Lesesaal

Richtfest für den Neubau des Speichermagazins Friedrichshagen mit Vertretern der Bundesministerien, des Bauherrn und der späteren Nutzer

■ Halbzeit bei der Asbestsanierung im Haus Potsdamer Straße, neu: Fassadensicherung Seit 32 Jahren ist das denkmalgeschütze Haus Potsdamer Straße in Betrieb, und auch dort laufen seit einigen Jahren umfangreiche Sanierungsarbeiten: Die raumluft- und klimatechnischen Anlagen werden seit dem Jahr 2006 saniert und parallel alle Asbestbestandteile aus dem Gebäude entfernt. Bei dieser Baumaßnahme ist jetzt Halbzeit, im Jahr 2014 ist mit deren Abschluss zu rechnen. Im Jahr 2010 musste am Haus Potsdamer Straße eine weitere Baumaßnahme, die ebenfalls über viele Jahre aktuell sein wird, sofort veranlasst werden: Die Natursteinfassaden des Gebäudes, die teils an maroden Halterungen befestigt sind, mussten gesichert werden. Etwa die Hälfte des Gebäudes muss im Lauf des Jahres 2011 von außen mit Aluminiumplatten verplankt werden. Diese Fassadensicherung kann für maximal zehn Jahr bestehen, innerhalb dieser Zeit muss ein Konzept für die Sanierung der Fassade erarbeitet und deren Umsetzung eingeleitet werden. ■ Neubau des Speichermagazins Friedrichshagen Am 28. Januar 2010 wurde Richtfest für den Neubau des Speichermagazins Friedrichshagen gefeiert – dieses Gebäude wird nach der ersten Bauphase eine Magazinkapazität von 6 Mio. Bänden haben.

Das Speichermagazin – Nutzer werden neben der SBB-PK die bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte sowie das Ibero-Amerikanische Institut sein - ist das erste Gebäude der künftigen ‚Speicherstadt‘ der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, wo Bestände der Museen und Bibliotheken der SPK aufbewahrt werden sollen. - Im Sommer 2010 wurden Mängel in der Bauausführung des Rohbaus festgestellt, sodass sich die Inbetriebnahme dieses Gebäudes verzögern wird. ■ Fehlende Magazinkapazitäten wegen Bauverzögerungen Der verzögerte Ablauf der beiden Bauabschnitte im Haus Unter den Linden sowie die spätere Fertigstellung des Speichermagazins Friedrichshagen erschweren die weitere Unterbringung von Neuerwerbungen. Nur noch mit größten logistischen Anstrengungen und durch Nutzen letzter Platzreserven ist es möglich, die stetig wachsenden Bestände der Bibliothek so unterzubringen, dass sie den Leserinnen und Lesern rasch zur Verfügung stehen.

Asbestreinigung eines Magazins – vorsorgliche zehnmonatige Sperrung
Ein gravierendes Ereignis im Jahr 2010 war die im Februar veranlasste Schließung eines großen Teils

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Magazin im Haus Potsdamer Straße

Ausstellung WeltWissen, hier die Raumskulptur von Mark Dion, darin auch Leihgaben aus der SBB-PK

der Magazine im Haus Potsdamer Straße: Entdeckt wurden Liegestäube, in denen in sehr geringem Umfang Asbestfasern enthalten waren. Wenngleich keine zwingende Notwendigkeit bestand, diese Magazinteile zu schließen und gründlich reinigen zu lassen, wurde dies dennoch sofort in die Wege geleitet, um keinerlei Gefährdung von Beschäftigten oder Benutzerinnen und Benutzern zu riskieren. Diese Entscheidung wurde von der Öffentlichkeit, den Beschäftigten und von den regelmäßig hier arbeitenden Benutzern sehr begrüßt, wenngleich mit der Schließung des Magazins immerhin ein Fünftel des Buchbestandes der Bibliothek – 2,2 Millionen Bände Literatur aus den letzten vierzig Jahren – bis zum Ende des Jahres nicht mehr zur Verfügung stand. Um auch in der Zeit der Magazinsperrung so viele Bücher und Zeitschriften wie möglich anbieten zu können, wurde ein Bereich im Foyer so hergerichtet, dass sowohl Neuerwerbungen der Bibliothek als auch jene Bände dort Platz fanden, die zum Zeitpunkt der Magazinschließung ausgeliehen und später wieder zurückgegeben wurden. Ein weiterer Ausweichstandort wurde für Zeitschriften eingerichtet, die vom Lesesaal aus jederzeit frei zugänglich waren. - Die zwischenzeitlich beschäftigungslosen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halfen in anderen Magazinen, unterstützten das Digitalisierungszentrum beim Scannen, halfen bei der Überprüfung von Beständen auf Schäden und anderes.

Die Kosten dieser unvorhersehbaren Maßnahme betrugen rund 1 Mio. €. Parallel gab es einen massiven Einbruch bei der Einnahme der Benutzungsgebühren, da die Gültigkeit der Bibliotheksausweise (Monats- und Jahreskarten) selbstverständlich großzügig verlängert wurde.

SBB-PK als Teil der Infrastruktur der Wissenschaften – Wissenschaftsjahr 2010
In den Jahren 2010/2011 feierten fünf der ältesten und renommiertesten Wissenschaftseinrichtungen Berlins nahezu gleichzeitig Jubiläum – ein sehr guter Anlass, gemeinsam ein Berliner Wissenschaftsjahr zu begehen. Neben den Jubilaren Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, HumboldtUniversität zu Berlin und Max-Planck-Gesellschaft waren alle wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt eingeladen, den Berlinerinnen und Berliner und ihren Gästen die Facetten ihrer vielfältigen Arbeiten und Leistungen zu zeigen. Im Reigen der Partner feierten auch das Museum für Naturkunde und der Botanische Garten/das Botanische Museum in Dahlem runde Geburtstage. Die Kulturprojekte GmbH der Stadt Berlin organisierte ein äußerst attraktives Programm mit wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Vorträgen, Ausstellungen und Besuchsprogrammen, hinzu kamen sichtbare Zeichen der Wissenschafts-Infra-

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Großzügiger Mäzen: Der Verleger Georg Siebeck (Mitte), hier mit Klaus G. Saur und Jutta Weber

Autorenbriefe von 1814 und 1893 in typischer Faltung, Archiv des Verlages Mohr Siebeck

struktur in der Stadt. Ein Höhepunkt war die mehrmonatige Ausstellung WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin im Martin-Gropius-Bau, zu der die SBB-PK mit 150 Exponaten etwa 10 % der Ausstellungsstücke beisteuerte, darunter einen äußerst seltenen Globus sowie die Weltkulturerbe-Partitur der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Das Jubiläumsjahr wurde von den regionalen und überregionalen Medien intensiv begleitet und brachte allen beteiligten Institutionen enorm viel Aufmerksamkeit sowohl in der wissenschaftlichen als auch in der breiten Öffentlichkeit.

schenk entgegen. Das aus mehr als 1.175 Kartons und Kisten bestehende Firmenarchiv wurde der Bibliothek im Juni feierlich übergeben. Dieses Archiv ist von außerordentlicher Bedeutung für die Aufarbeitung der Wissenschaftsgeschichte in Deutschland, der besondere Wert des Archivs ergibt sich aber auch aus dem Umstand, dass die zwei Jahrhunderte währende Verlagsgeschichte vollständig dokumentiert ist, da es keine Kriegsverluste oder andere Schäden am Archiv gab. Die SBB-PK verpflichtete sich, das Archiv innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erschließen. Zu den großzügigen Mäzenen und Unterstützern zählte neben der Ernst von Siemens Kunststiftung erneut die in den Vorjahren schon mehrfach an Ankäufen von Unikaten beteiligte Bernd H. Breslauer Foundation/New York, die sich auch im Jahr 2010 mehrfach engagierte. Ebenfalls mehrfach half die Kulturstiftung der Länder, eine für die SBB-PK stets verlässliche Adresse, wenn es darum geht, für Deutschland wichtiges Kulturgut zu erwerben. Auch die Stiftung Preußische Seehandlung setzte mit mehreren Aktivitäten ihr seit Jahren währendes Engagement für die SBB-PK fort, ebenso wie die großzügige Schleiermacher-Stiftung, die Hermann Reemtsma-Stiftung, die Walter de Gruyter-Stiftung, die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten sowie die Herren Wolfgang Derkau M.A., Till Cramer und Richard Burkart, die alle ‚ihre‘ Bibliothek unterstützten.

Herausragende Geschenke, mäzenatische Unterstützung
Wie gut, dass es dieses große mäzenatische Engagement gibt! Denn allein mit den eingeplanten Mitteln wären weder besonders hochpreisige Objekte oder Sammlungen zu erwerben noch die Erhaltung der Bestände realisierbar. Ausdrücklich geht daher der Dank der Generaldirektorin auch über diesen Jahresbericht an die Stiftungen, Firmen, Privatpersonen und Institutionen, die mit ihrer Hilfe die Wissenschafts- und Kulturlandschaft via SBB-PK gestärkt haben. Mit großer Freude und Dankbarkeit nahm die SBB-PK von Georg Siebeck, dem Eigentümer des Tübinger Wissenschaftsverlages Mohr Siebeck, das Archiv seines traditionsreichen Hauses als Ge-

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Inge Jens erhielt im Jahr 2010 den Max-Herrmann-Preis der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V.

Rilkes eigenhändigen Ankündigung des zweiten „Wegwarten“-Heftes

Die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V.
Der Verein Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. ist seit Jahren eine verlässliche Größe im Alltag der SBB-PK. Sei es, dass die Mitglieder des Vereins für die Bibliothek zusammenwirken oder dass sie sich mit Einzelspenden und den Übernahmen von Patenschaften individuell für zahlreiche Objekte aus den Sondersammlungen engagieren. Oder sei es mit der Ausrichtung von Veranstaltungen aller Art, der Herausgabe von Publikationen, dem Kauf besonderer Stücke für die Sammlungen der Bibliothek oder ihr vielfältiges anderes Engagement – die Hilfestellungen der über 300 Mitglieder, die sich der Bibliothek aus vielerlei Gründen verbunden fühlen, werden stets mit großer Dankbarkeit angenommen und sind ebenso willkommen. Zu dem gemeinsam vom Freundeskreis und der SBB-PK ausgerichteten Neujahrsempfang 2010 wurden 450 Freunde und Förderer der Staatsbibliothek, Vertreter des politischen Lebens und Repräsentanten aus Wirtschaft, Presse, Verwaltung und Kultur begrüßt. An die Festrede von Friedrich Dieckmann schloss sich die alljährliche Präsentation der Buchpatenschaften des Vorjahres an. Zum einen konnten sich die Paten des vorangegangenen Jahres von der wiederhergestellten Pracht „ihrer“ Werke überzeugen, zum anderen wurden aus den Sonderabteilungen weitere Bücher und Materialien vorgestellt, die dringend der restaurarotischen und

damit finanziellen Zuwendung bedurften. Allein an diesem Abend fanden 60 Titel Paten für ihre Restaurierung. Der Vorsitzende der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Klaus G. Saur, überreichte am Abend des 10. Mai den diesjährigen Max-Herrmann-Preis an die Literaturwissenschaftlerin Inge Jens. Zum achten Mal ehrten mit diesem Preis die Freunde der Staatsbibliothek eine Person, die nachhaltig für die positive Entwicklung der Staatsbibliothek zu Berlin bzw. des Bibliothekswesens gewirkt hat. Die Laudatio auf die Geehrte hielt Thomas Sprecher, Leiter des Thomas-Mann-Archivs an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. An den Dank der Preisträgerin schloss sich eine Lesung aus den Werken von Inge Jens, vorgetragen von der Schauspielerin Carmen-Maja Antoni. Die Wochenzeitung DIE ZEIT gab im Mai 2010 das Sonderheft Berlin. Hauptstadt für die Wissenschaft 2010 heraus, das die Jubilare Staatsbibliothek zu Berlin, Charité, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Humboldt-Universität und Max-Planck-Gesellschaft als herausragende Vertreter der Berliner Wissenschaftslandschaft würdigte. Auf einer Seite des Heftes stellten die Staatsbibliothek und ihr Freundes- und Förderverein einige Möglichkeiten für mäzenatisches Schenken und Stiften vor. – Zeitgleich nahm die SBB-PK ihre Website Spenden – Schenken – Fördern online,

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Der Publizist Friedrich Dieckmann, Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf, Staatssekretär a.D. Knut Nevermann, der Historiker Arnulf Baring

Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf und Rechtsanwältin Angelika Bellinger

durch die sich potentielle Unterstützer der Bibliothek umfassend informieren können, und der Verein gab den Flyer Patenschaften für Forschung und Kultur heraus. Für Mitglieder des Vereins wurden erneut besondere Veranstaltungen ausgerichtet: Präsentiert wurden Erstausgaben und Unikate deutscher Wiegendrucke sowie Reisebücher für Kinder und Jugendliche aus vier Jahrhunderten. Dank der vollständigen Finanzierung durch ihren Freundes- und Förderverein ist es der SBB-PK gelungen, die dritte selbständige Buchveröffentlichung Rainer Maria Rilkes zu erwerben, die seltene Erstausgabe des Dramas Jetzt und in der Stunde unseres Absterbens, erschienen 1896 im Selbstverlag in Prag. Das Drama erschien als zweites Stück der von Rilke begründeten Schriftenreihe Wegwarten, derer erster Teil sich bereits seit jeher in der Bibliothek befand. Klaus G. Saur führte im Rahmen der Veranstaltungsreihe Ein Abend für … im Oktober im MartinGropius-Bau ein Gespräch mit dem Historiker Gerhard A. Ritter, der zuvor vom Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, dem Publikum vorgestellt wurde.

Provenienzforschung in eigenen Beständen
Im September 2010 startete in der Abteilung Historische Drucke das Rechercheprojekt Transparenz schaffen: Recherche, Erschließung und überregionaler Nachweis von NS-Raubgut im Druckschriftenbestand der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Die von der Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/ -forschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin finanzierte Projektmitarbeiterin überprüft rund 11.000 besonders verdächtige Zugänge aus den Jahren 1933 bis 1950. – Bereits im Jahr 2007 richtete die SBB-PK innerhalb der Abteilung Historische Drucke einen eigenen Aufgabenbereich zur systematischen Aufarbeitung von NS-Raubgut in ihrem Druckschriftenbestand ein. Alle in diesem Zusammenhang ermittelten Informationen sind über den OnlineKatalog www.stabikat.de weltweit recherchierbar. Über die vertiefte Provenienzerschließung werden gleichzeitig überregional Nachnutzungseffekte für andere NS-Raubgut-Projekte erzielt. Die Daten zu den als Raubgut identifizierten Exemplaren sind auch über die von der Koordinierungsstelle Magdeburg betriebene Internet-Datenbank Lost Art www.lostart.de zugänglich.

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Restituiert wurden unter anderem Drucke aus der „Bibliothek der Gesellschaft zur Beförderung des Christentumts unter den Juden“, …

Restitution, Rückkehrer
Im Januar 2010 übergab die SBB-PK zwei Drucke aus dem 17. Jahrhundert aus dem Alteigentum der Grafen zu Lynar an die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam. Dort wird der erhaltene Teil der ehemaligen Gräflich zu Lynarschen Fideikommiß Bibliothek auf Wunsch der Erbinnen und Erben als Depositum aufgearbeitet und betreut. WilhelmFriedrich Graf zu Lynar war aufgrund seiner Beteiligung an dem Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Seine Familie wurde von der NS-Regierung enteignet. Die nun restituierten Bände waren auf Umwegen in den Bestand der SBB-PK gelangt. Im Februar übergab der Leiter des Archivs des französischen Außenministeriums, Jean Mendelson, der SBB-PK einen Atlas aus den Sammlungen der Preußischen Staatsbibliothek, der kürzlich im Archiv des französischen Außenministeriums aufgefunden worden war. Der Band ist der fünfte des insgesamt 12 Bände umfassenden Atlaswerks Le Grand Atlas Ou Cismographie Blaviane, en laquelle est Exactement Descrite La Terre, La Mer et le Ciel (Amsterdam 1667), das während des Zweiten Weltkriegs zu seinem Schutz verlagert worden war. Die restlichen Bände (1–4 und 6–12) befinden sich heute in der Jagiellonen-Bibliothek in Krakau. Der Verbleib des nun aufgetauchten Bandes 5, der England zum Thema hat, war bisher unbekannt.

Kooperationen mit in- und ausländischen Institutionen
Im Jahr 2009 begleitete der frühere Präsident der SPK und jetzige Präsident des Goethe-Instituts, Klaus Dieter Lehmann, den Bundespräsidenten auf einem Staatsbesuch nach Indien. Dort fielen ihm teils unhaltbare Zustände im Bereich der Bestandspflege von Handschriften und Drucken auf. Daraufhin entsandte die SBB-PK im Mai 2010 den Leiter der Abteilung für Bestandspflege und Reprographie in sieben Einrichtungen in Bombay, Kalkutta und Delhi – darunter National Archives of India, die Bibliothek des Indira Gandhi National Centre for the Arts, die National Library sowie zwei Ausbildungsstätten – um zu eruieren, wie das Berliner Fachwissen mit nachhaltiger Wirkung nach Indien weiterzugeben wäre. Es wird weiter zu berichten sein, wie die angestrebte Zusammenarbeit zur Erhaltung indischer Handschriften und Drucke gestaltet wird. Bereits im Herbst kamen die ersten Gäste aus Indien und erhielten erste Einblicke in die Strukturen und Abläufe der Bibliothek. Im Juni wurde ein Abkommen über die Kooperation zwischen der Nationalbibliothek der Republik Korea und der Staaatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

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… hier ein verdächtiger Eintrag aus dem Zugangsbuch für Geschenke vom 19. September 1941, s.a. BibliotheksMagazin 2/2010.

unterzeichnet. Auf der Basis des Abkommens können über die Virtuelle Fachbibliothek Ost- und Südostasien – CrossAsia – die von der Nationalbibliothek der Republik Korea aufgebauten Datenbanken auch den Benutzerinnen und Benutzern der SBB-PK angeboten werden. So besteht Zugriff auf koreanische Monographien, Dissertationen, Aufsätze, amtliche Druckschriften, Zeitungen und Karten, also auf digitalisierte Volltexte zu 400.000 Titeln mit 110 Millionen Seiten. Im September wurde die zweite Veranstaltung des Deutsch-Russischen Bibliotheksdialogs anberaumt, zu der Vertreterinnen und Vertreter bibliothekarischer Einrichtungen aus Berlin, Moskau, Dresden, Sankt Petersburg, Leipzig, Perm, Bremen, Tomsk, Gotha und Magdeburg nach Berlin kamen. In offener Diskussion wurden Fragen kriegsbedingt verbrachter Büchersammlungen beraten, die bis heute die Bereitstellung historischer Literatur in den Bibliotheken beider Länder beeinträchtigen. In einem Grußwort würdigte der amtierende russische Kulturminister, Andrej Busygin, die Bemühungen der Bibliothekare aus deutschen und russischen Einrichtungen, über das schwierige Erbe des Zweiten Weltkrieges hinweg Wege für eine gemeinsame Gestaltung der Zukunft zu finden. Während des Dialogs wurden zahlreiche Ideen für die gemeinsame Dokumentation von Kriegsverlusten und ihre Verzeichnung in den elektronischen Katalogen der Bibliotheken beschlossen. Die Verbesse-

rung des Zugangs zu kriegsbedingt verlagerten Büchersammlungen und gemeinsame Erschließungsprojekte stehen im Mittelpunkt der weiteren Zusammenarbeit. Die Ergebnisse der beiden bisherigen Treffen in Walentinowka bei Moskau im September 2009 und in Berlin 2010 sollen in einem Tagungsband veröffentlicht werden. – Im Oktober besuchte der neue außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter der Russischen Föderation, S.E. Wladimir M. Grinin, die SBB-PK und bekundete großes Interesse an der Entwicklung intensiver Kulturkontakte zwischen beiden Ländern. Ausführlich ließ er sich über die Entwicklung des Deutsch-Russischen Bibliotheksdialogs informieren und verwies auf das große Interesse seines Landes an einer erfolgreichen Durchführung der Ausstellung 1000 Jahre Russen und Deutsche, die für das Jahr 2012 in Moskau geplant ist. In der polnischen Nationalbibliothek Biblioteka Narodowa in Warschau fanden im November Gespräche über die Entwicklung enger Kooperationsbeziehungen in den Bereichen Digitalisierung und virtuelle Rekonstruktion historischer Sammlungen, Bestandserhaltung und Handschriftenkatalogisierung statt. Auch hier strebt die SBB-PK eine Vereinbarung an. Im November wurde mit der National Central Library in Taipeh/Taiwan ein Abkommen unterzeichnet, in deren Folge die dortige Bibliothek die

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Gern gesehene Gäste während einer Veranstaltung des Deutschen Buchhandels waren die Theologen und Politiker Friedrich Schorlemmer und Wolfgang Thierse.

Katalogdaten ihres Bestandes an alten, vor 1912 publizierten chinesischen Titeln an den Chinese Rare Book Catalogue übermittelt. Von diesem ersten und bislang einzigen internationalen Verbundkatalog für alte chinesische Bücher aus ist der direkte Zugriffe auf die digitale Sammlung der SBB-PK ihres Sondersammelgebiets Ost- und Südostasien möglich. Berlin ist nach der School of Oriental and Asian Studies (SOAS) in London die zweite europäische Institution sein, die an diesem Projekt teilnimmt. Die Generaldirektorin der SBB-PK und der Kanzler der Universität Leipzig unterzeichneten im November ein Kooperationsabkommen für den Aufbau einer Datenbank Orientalischer Handschriften. Das Rechenzentrum der Universität Leipzig setzt bereits sehr erfolgreich ein bestimmtes Software-Paket für den Nachweis orientalischer Handschriften ein, aus der SBB-PK werden 43.000 Handschriften und 40.000 Turfan-Fragmente in die Datenbank eingespeist. Im Dezember unterstützte die Orientabteilung einen internationalen Trainings-Workshop zur Handschriften-Digitalisierung, der von der Yemen Manuscript Digitization Initiative ausgerichtet wurde und Wissenschaftler und Bibliothekare aus drei Kontinenten vereinte. Ziel der Initiative ist es, die Teilnehmer aus Jemen für die rasche Digitalisierung von Handschriften in ihrem Land auszubil-

den. Wegen der instabilen Lage im Nahen Osten besteht international die Sorge, dass Kulturgüter verloren gehen bevor zumindest ihr Inhalt digital gesichert ist. Die aus den USA angereisten Trainer unterwiesen die Kollegen aus Jemen anhand sieben jemenitischer Handschriften aus dem Bestand der SBB-PK im Umgang mit der in Jemen zur Verfügung stehenden Ausstattung. Die Kartenabteilung übergab dem neugegründeten Department für Kartographie und Geomatik der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen ca. sieben Regalmeter Fachliteratur. Es handelt sich um in Berlin dublett vorhandene Zeitschriften, die die SBB-PK zuvor von der Deutschen Gesellschaft für Kartographie übernommen hatte.

SBB-PK als Teaching Library
Inhouse-Schulungen und Kolloqien von Kollegen für Kollegen, Vorträge und Schulungen an anderen Bibliotheken, Instituten, Universitäten und weiteren Lehrorten, öffentliche Veranstaltungen – die Wissenschaftlerinnen und Bibliothekare gaben auch im Jahr 2010 viel von ihrem teils sehr speziellen Wissen an Fachkollegen und an das allgemein interessierte Publikum weiter (s. auch Wissenstransfer).

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An der Humboldt-Universität wurden mehrere Seminare und Workshops angeboten, u. a. zu buchhistorischen Themen, zu Bibliotheksgeschichte, Provenienzforschung, Buchdruck, Illustration, Typographie sowie zur Benutzung konventioneller und elektronischer Ressourcen. Mit dem Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam wurde eine Kooperation aufgenommen, in deren Rahmen vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SBB-PK Lehrveranstaltungen zu Themen aus den Bereichen Bestandsaufbau, Benutzung und Informationskompetenzvermittlung durchführten. Erneut hatten zwei Studierende der renommierten Ecole Nationale des Chartes (ENC) in Paris die Möglichkeit, in mehrwöchigen Praktika mit ausgewählten Sonderbeständen – diesmal aus der Handschriftenabteilung – zu arbeiten. Das Fachinformationsangebot der Wissenschaftlichen Dienste, das im Vorjahr unter dem Begriff „Wissenswerkstatt“ zusammengefasst wurde, konnte ausgebaut werden: Insgesamt fanden 105 Veranstaltungen statt, an denen 835 Benutzerinnen und Benutzer teilnahmen. Wie in den Jahren zuvor umfasste das Angebot Einführungen in die Benutzung fachspezifischer Ressourcen und Datenbanken, aber auch Schulungen zur Recherche nach historischen Beständen der Bibliothek.

Etablieren konnte sich vor allem die Reihe der Werkstattgespräche, die ein Forum für die Vorstellung wissenschaftlicher und bibliothekarischer Innovationen bietet und zugleich den Dialog zwischen verschiedenen Wissenschaftszweigen und der SBBPK anregt: Thematisiert wurden aktuelle Entwicklungen im Bereich der Fachinformation oder der Digitalisierung, Forschungsergebnisse von Stipendiaten oder innovative Angebote in Museen, Archiven und Bibliotheken. Herausragende Themen des Jahres 2010 waren unter anderem Datenschutz in sozialen Netzwerken, E-Reader, Open Access und ein elektronischer Sprachatlas.

Stipendienprogramm der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Seit dem Jahr 2009 ermöglicht die Stiftung Preußischer Kulturbesitz Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt ein- bis dreimonatige Forschungs- und Arbeitsaufenthalte an den Einrichtungen der Stiftung. Ausländische Gäste werden dank großzügiger finanzieller Förderung in die Lage versetzt, in den Museen, Bibliotheken und Archiven der Stiftung zu arbeiten, am wissenschaftlichen und kulturellen Leben innerhalb der Stiftung und in Berlin teilzunehmen und Fachkontakte zu knüpfen. Im Jahr 2010 erreichten die SBB-PK 66 Anträge, 8 von diesen wurden posititv beschieden. Die Aufnahme der Studien beginnt für die meisten der Stipendiaten im Jahr 2011.
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Generaldirektorin Schneider-Kempf brachte das herausragende Zeugnis europäischer Kulturentwicklung, das Berliner Exemplar der Gutenberg-Bibel, nach Seoul

Die Gutenberg-Bibel war eines der Glanzlichter in Seoul

Leihgaben in alle Welt
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) – und damit die SBB-PK – sehen es als ihre selbstverständliche Aufgabe an, so viel Leistung wie irgend möglich an die die SPK mitfinanzierenden Bundesländer zurückzugeben bzw. im Ausland den Reichtum der Bundesrepublik zu repräsentieren. Dies geschieht auch durch hochwertige Leihgaben für wissenschaftliche Projekte und Ausstellungen aller Art, die zu besuchen Bestandteil des kulturellen Lebens vieler Menschen ist. Im Jahr 2010 stellte die SBB-PK aus ihren Sondersammlungen insgesamt 634 Objekte – zahlreiche Drucke und Unikate wie mittelalterliche und orientalische Handschriften, Autographe, Musikhandschriften, Grafiken, Karten und Atlanten, Globen, Portraits und Büsten – mit einem gesamten Versicherungswert von 89,4 Mio € als Leihgaben zur Verfügung. Einige Leihgaben seien hier besonders erwähnt, so das vermutlich schönste Exemplar einer Gutenberg-Bibel, Autographe von Johann Sebastian Bach sowie die Originalpartitur der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven: Anlässlich der Jahrestagung des Weltverbands der Archivare, die Anfang Juni in Seoul stattfand, veranstaltete das Koreanische Nationalarchiv dort eine

Ausstellung von Kulturgut des UNESCO-Weltdokumentenerbes. Glanzlicht und Höhepunkt dieser Ausstellung war, neben den frühesten Erzeugnissen des Buchdrucks in Korea, das Berliner Exemplar der Gutenberg-Bibel. Dieses Exemplar ist eines der nur fünf vollständig erhalten gebliebenen Pergament-Exemplare der in den Jahren 1442/44 geschaffenen Gutenberg-Bibel. Dank seines hervorragenden Erhaltungszustands und der hohen Qualität der Miniaturen am Anfang jedes einzelnen Buches der Bibel ist das Exemplar der SBB-PK eines der schönsten und kostbarsten der weltweit 49 bekannten Exemplare und Fragmente. Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der SBB-PK, begleitete die Berliner Gutenberg-Bibel auf ihrer Reise nach Seoul und sprach bei der Eröffnung der Ausstellung in Seoul – zugleich auch als Vertreterin aller geladenen Gäste aus 23 Ländern – ein Grußwort, in dem sie ihre besondere Freude ausdrückte, die bedeutendste Inkunabel der SBB-PK dem koreanischen Kulturkreis näherbringen zu können. Johann Sebastian Bachs 325. Geburtstag am 21. März war Anlass für die Neueröffnung des Bach-Museums in Leipzig mit einer Ansprache des Bundespräsidenten unter Beteilung des Thomanerchors Leipzig. Leihgaben kamen dazu natürlich auch aus der SBB-PK: In der ständigen Ausstellung präsentiert sie das Ölgemälde von Ambrosius Bach, dem Vater des Thomaskantors, direkt neben seinem berühmten Sohn. – In der Wechselausstellung

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Die Bibel, stets bestens gesichert, wurde von vielen Besuchern lange betrachtet

Emil Du Bois-Reymonds Zeichnung von ca. 1848 für einen Versuch zur „thierischen Electricität“, gezeigt in WeltWissen

Meisterwerke im Wochentakt waren von März bis August aus dem reichen Bestand an Bach-Autographen der SBB-PK die Originalhandschriften der Kantaten Die Elenden sollen essen, Nun komm der Heiden Heiland und Vergnügte Ruh zu sehen. – Auch das Bach-Haus in Eisenach würdigte den Geburtstag des Komponisten mit der Sonderausstellung Bachs Passionen – zwischen lutherischer Tradition und italienischer Oper, wobei das autographe Titelblatt der Lukaspassion aus dem Bestand der SBB-PK den Mittelpunkt der Ausstellung bildete. Einen sehr seltenen, dafür relativ langen ‚Auftritt’ hatte die Sinfonie Nr. 9, d-Moll, op. 125 von Ludwig van Beethoven im Berliner Martin-GropiusBau. In der sehr erfolgreichen Ausstellung WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin, welche im Rahmen des Berliner Wissenschaftsjahres 2010 von mehrern bedeutenden Institutionen der Stadt ausgerichtet wurde, zeigte die SBB-PK neben anderen 150 Objekten aus ihren Sondersammlungen eben jenes Meisterwerk menschlichen Schaffens. Die Arbeitspartitur Beethovens, die in der SBB-PK aufbewahrt wird, ist die Quelle eines der weltweit bekanntesten Musikwerke.

reich der Social Media schafft die SBB-PK eine neue Möglichkeit zur Kommunikation mit ihren Benutzerinnen und Benutzern, da durch die Nutzung von RSS-Feed-Technologie der stetige Zufluss neuester Informationen aus der Bibliothek auf die Facebookseite gesichert ist.

Personalia
Mit Ablauf des Monats März trat der Leiter der Abteilung Katalogsystem und Wissenschaftliche Dienste, Günter Hädrich, in den vorzeitigen Ruhestand. Er war seit April 1980 in der SBB-PK beschäftigt; seit 1988 leitete er die Katalogabteilung. In die Amtszeit von Hädrich fielen u.a. die Einführung der EDV-basierten Katalogisierung, die Retrokonversion der Zettelkataloge, die Katalog- und Bestandsrevision und der Anschluss der SBB-PK an den Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV).

Auch das ist berichtenswert
Am 30. Juni gründete sich der gemischte Chor Bibliotheca Musica, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielen Abteilungen vereint und von Sven Ratzel, Student der Musik an der Universität der Künste, geleitet wird. Das Repertoire umfasst solche Werke, die in der Musiksammlung im Autograph vorliegen oder von Komponisten stammen,

Im Netzwerk der Social Media
Seit Ende April beteiligt sich die SBB-PK mit einem eigenen Angebot aktiv am Online-Kontaktnetzwerk Facebook. Mit dieser Plattform im Be-

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Im Jahr 2010 fand der Chor Bibliotheca Musica zusammen,

geleitet wird er vom Musikstudenten Sven Ratzel.

deren Nachlass die SBB-PK besitzt – beispielsweise Choräle von Johann Sebastian Bach, romantische Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy und seiner Schwester Fanny Hensel sowie Stücke der berühmten Comedian Harmonists. Ebenso, wie im Chor der Bibliothek einige frühere Mitarbeiter der Bibliothek engagiert sind, gibt es auch an anderen Stellen der Bibliothek Arbeiten, die ohne die tatkräftige und ehrenamtliche Hilfe von früher hier beschäftigten Wissenschaftlern und Bibliothekaren und anderen Ehrenamtlichen nicht in dem Umfang leistbar wären. Daher geht auch in diesem Jahr ein besonderer Dank an die Damen Eva Bliembach, Jutta Kallenbach, Christine Mecklenborg, Verena Nickel, Renate Schipke, Almut Sittel, Ursula Winter und Sigrid Wrobel sowie an die Herren Bernd Michael, Ortwin Feistel, Wolfram Kadorf, Hartmut Pätzke, Vlodymyr Polskyy, Karl Schubarth-Engelschall, Michael Streffer, Paul Ulrich und Johannes Ziegler für die der Bibliothek geschenkte Zeit und Tatkraft. Ausgelöst durch ein verstärktes Interesse an slavischen Handschriften wurden in der SBB-PK eine Reihe interessanter Entdeckungen gemacht. Eine Gruppe russischer Historiker entdeckte ein unbekanntes Exemplar der Ersten Novgoroder Chronik in den Beständen der SBB-PK wieder. Die Handschrift, die in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts von der Königlichen Bibliothek erworben

wurde, blieb lange Zeit als Teil eines lateinischen Kodex von der russischen historischen Forschung unbemerkt. Nun wird sie in den Focus der russischen und internationalen Historiker gerückt. Eine weitere ‚Neuentdeckung‘ betrifft mehrere Dutzend polnischer Handschriften, die ebenfalls als Teile abendländischer handschriftlicher Kodizes lange Zeit unbemerkt blieben. Seit diesem Jahr können Gutscheine für Bibliotheksausweise gekauft werden – für einen Monatsausweis à 10 €, für einen Jahresausweis à 25 €. Diese eignen sich z. B. als Geschenke, die während der persönlichen Anmeldung in der Bibliothek gegen den üblichen Ausweis eingelöst werden. Bach und Breakdance passen nicht zusammen? Das Gegenteil bewiesen den ganzen April hindurch die vierfachen Berliner Breakdance-Weltmeister Flying Steps mit ihrem Programm Red Bull Flying Bach in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Über 500 begeisterte Zuschauer verfolgten jeden Abend die Powermoves, Freezes und exakten Choreographien der sechs Tänzerinnen und Tänzer, die – unter künstlerischer Leitung von Regisseur Christoph Hagel – Präludien und Fugen aus dem Wohltemperierten Klavier von Johann Sebastian Bach ins 21. Jahrhundert übersetzen. – Die Hüterin von 80 Prozent der überlieferten Werke von Johann Sebastian Bach, die SBB-PK, lud die Tanzgruppe zusammen mit ihren drei Musikern ein, sich die Originalauto-

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Die Breakdancer von Flying Bach befassten sich mit Bachs Werk Das Wohltemperierte Klavier …

… und trugen sich in das Gästebuch der SBB-PK ein.

graphe des Wohltemperierten Klaviers anzuschauen. Mit Begeisterung folgten die Künstlerinnen und Künstler am 26. April den Erläuterungen von Martina Rebmann, Leiterin der Musikabteilung, betrachteten eingehend die Handschrift Bachs und diskutierten einzelne Notationsstellen in Bezug auf die durch sie gefundenen tänzerischen und musikalischen Interpretationen. Erneut konnten anhand der Bestände der SBB-PK für Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland Gastgeschenke gefertigt werden, so überreichte der Präsident des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert, seinen Gastgebern in Bahrein und in Quatar je eine Reproduktion von unikalen handgefertigten Landkarten, die die dortigen Gebiete zeigen. An einem Abend traf überraschend der amerikanische Stararchitekt Frank Gehry mit einer Gruppe von Studentinnen und Studenten im Haus Potsdamer Straße ein, um diese Architekturikone der 1970er Jahre zu besichtigen. Während der Führung betonte er, wie sehr er die Architektur von Hans Scharoun bewundert und dass er seinen Studenten vor dem anschließenden Konzertbesuch in der Philharmonie dieses einzigartige Bibliotheksgebäude unbedingt hatte zeigen wollen. Im September wurde im Eingangsbereich des Hauses Potsdamer Straße eine erneuerte Fassung der

Gedenktafel montiert, die nun auch die maßgebliche Beteiligung von Edgar Wisniewski an diesem spektakulären Bau würdigt. Der Text lautet: „Dieses Gebäude wurde im Auftrag der vom Bund und allen Bundesländern getragenen Stiftung Preußischer Kulturbesitz nach Plänen von Prof. Dr. h.c. Dr. Ing. e.h. Hans Scharoun unter der Gesamt leitung der Bundesbaudirektion in den Jahren 1967–1978 errichtet. Nach Scharouns Tod im Jahr 1972 wurde es unter der künstlerischen Leitung von Dr.-Ing. Edgar Wisniewski vollendet. Am 15. Dezember 1978 wurde die Staatsbibliothek vom Bundespräsidenten Dr. h.c. Walter Scheel der Öffentlichkeit übergeben.“

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Allgemeiner Überblick zur Bibliothek1

Standorte

Haus Unter den Linden 8, 10117 Berlin Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin Zeitungsabteilung im Westhafen, 13353 Berlin im Bau: Magazinstandort Friedrichshagen virtuell: www.staatsbibliothek-berlin.de

Lesesäle, Auskunft im Haus Unter den Linden:

im Haus Potsdamer Straße:

im Westhafen: Hauptnutzfläche

zwei Allgemeine Lesesäle, Sonderlesesäle der Abteilung Historische Drucke (Rara-Lesesaal), Musikabteilung, Kartenabteilung, Kinder- und Jugendbuchabteilung, Lesesaal für Inkunabeln/Wiegendrucke; Informationszentrum Allgemeiner Lesesaal, Sonderlesesäle der Handschriftenabteilung, Kartenabteilung, Ostasienabteilung, Orientabteilung, Osteuropaabteilung; Bibliographische Auskunft Sonderlesesaal der Zeitungsabteilung 109.600 m2

davon Magazinflächen
Anteil des geschlossenen Magazinbestandes Anteil frei zugänglichen Bestandes Öffnungstage Öffnungsstunden / Woche (montags bis samstags) Benutzerarbeitsplätze in allen Häusern davon Computerarbeitsplätze

67.600 m2
97 % 3 % 306

70 1.336 189

1 Alle statistischen Angaben sind identisch mit jenen der Deutschen Bibliotheksstatistik (DBS), www.bibliotheksstatistik.de

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Haushalt und Personal

2010 Finanzmittel2 gesamt Finanzierung durch Unterhaltsträger Drittmittel Erwirtschaftete Mittel3 58.611.390 53.220.615 4.450.000 940.775 57.365.447 36.569.615 9.843.822 9.080.907 (1.225.641) 753.915 9.900.211 1.843.656 16.531 879.811 5.824.961 691.066 360.733 763 25 14 1.069 281

2009 59.244.154 53.070.336 4.792.989 1.380.829 57.737.519 36.955.336 9.310.096 8.485.461 (1.710.475) 824.635 10.248.326 1.738.054 23.040 1.149.699 5.614.379 847.343 376.418 768 15 23 1.418 285

2008 57.628.368 50.851.929 4.641.000 1.544.439 54.205.074 32.780.929 10.664.334 9.649.334 (1.222.764) 1.014.999 9.378.771 1.706.719 75.868 1.178.243 5.771.116 746.040 635.000 775 12,50 23 1.312 283

Ausgaben gesamt Personal Bestandsaufbau / Erwerbungen, davon für Kauf (darunter Kauf und Lizenzkosten elektronischer Medien) für Einband Sonstige sächliche Ausgaben, unter anderem für Datenverarbeitung kommerzielle Dokumentenlieferdienste Bestandserhaltende Maßnahmen Gebäudebezogene Ausgaben einmalige Investitionen (ohne gebäudeerhaltende Maßnahmen) einmalige gebäudebezogene Investitionen Bibliothekspersonal lt. Stellenplan4 durch Drittmittel finanzierte Vollzeitäquivalente ehrenamtlich Beschäftigte Fortbildungstage aller Mitarbeiter Personenmonate der Auszubildenden/Praktikanten

2 alle Angaben in € 3 darin auch Einnahmen aus Benutzungsgebühren, die bei Erwerb einer Jahres- oder Monatskarte erhoben werden 4 Die Tabelle bildet die Struktur der Abfrage der Deutschen Bibliotheksstatistik ab.

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Erwerbungen und Bestandsaufbau
Zugang nach Art der Erwerbung
2010 konvention. Medien Kauf bzw. Lizenzen Pflicht sonstiger Zugang (Tausch, Geschenke u. a.) Gesamt 122.854 3.080 54.297 180.231 digitale Medien 16.044 169 23.656 39.869 2009 konvention. Medien 125.439 5.080 53.655 184.174 digitale Medien 13.620 185 9.005 22.810 2008 konvention. Medien 163.006 5.477 24.632 193.115 digitale Medien 11.228 203 7.224 18.655

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Zugang nach Medienarten
2010 Zugang
Bücher, Zeitschriften und Zeitungen nach buchbinderischen Einheiten, darunter Inkunabeln Rara Sonstige Druckwerke insgesamt, darunter Karten und Pläne nach Blättern Noten nach physischen Einheiten Einblattmaterialien Autographe und Handschriften, darunter Autographe abendländische Handschriften (ohne Musikhandschriften) Musikhandschriften orientalische Handschriften Handschriftenfragmente u. Urkunden Nachlässe, davon 11 3.2465 16.237 15.530 689 0 490 40 17 19 414 0 25 4.442 209.975 1.816461 1.111.007 462.308 243.660 450.521 321.084 18.454 66.673 42.167 1.601 1.621 9 2.140 13.766 13.013 731 0 68 43 8 7 10 0 28 4.431 206.730 1.800.224 1.095.477 461.619 243.660 450.031 321.044 18.437 66.654 41.753 1.601 1.596 3 1.487 12.688 11.538 923 0 234 183 13 15 23 0 28 4.422 204.590 1.786.4586 1.082.464 460.888 243.660 449.963 321.001 18.429 66.647 41.743 1.601 1.568 127.371

2009 Bestand Zugang
125.192

2008 Zugang
142.579

Bestand
10.789.143

Bestand
10.664.622

10.915.326

neue Nachlässe Ergänzungen

6 19
36.133 10.378.724

14 14
45.148 10.342.591

19 9
37.789 10.297.443

Sonstige nichtelektronische Materialien, darunter Mikromaterialien nach Einzelstücken

35.891 0 242

2.750.572 49.526 7.578.632

43.997 0 1.151

2.714.681 49.526 7.578.390

34.430 0 3.359

2.670.684 49.526 7.577.239

AV-Materialien weitere Materialien wie Kunstdrucke, Bildpostkarten, CD-ROM in Büchern

5 Abgang im Jahr 2010: 1 6 Abgang im Jahr 2008: 1

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Zeitschriften/Zeitungen
2010 Zu-/Abgang laufend gehaltene nichtelektronische Zeitschriften und Zeitungen, davon gedruckte Kaufzeitschriften und -zeitungen Kaufzeitschriften und -zeitungen in Mikroform neu bestellte Kaufzeitschriften und -zeitungen 16 Bestand 24.895 2009 Zu-/Abgang Bestand 24.902 2008 Zu-/Abgang Bestand 25.114

15.335 58 302

15.342 58 464

15.843 71

abbestellte nichtelektronische Kaufzeitschriften und -zeitungen

23

514

1.072

elektronische Zeitschriften und Zeitungen, davon im Berichtsjahr lizensierte Kaufzeitschriften und -zeitungen aus dem Vorjahr fortlaufend gehaltene Kaufzeitschriften und -zeitungen im Berichtsjahr neu lizensierte Kaufzeitschriften und -zeitungen laufend gehaltene Kaufzeitschriften und -zeitungen im Rahmen von Konsortialverträgen7 parallel zu gedrucktem Abonnement abbestellte elektronische Zeitschriften, Zeitungen 45

26.727 15.279 1.999 64

21.928 13.018 1.894 405

18.882 4.634 1.857

485 1.331 1.283 1.171

9

58

160

Digitale Bestände
Digitale Bestände (ohne elektron. Zeitschriften und Zeitungen) davon Datenbanken 13.039 464 33.265 4.763 2.378 487 20.226 4.299 8.927 564 17.848 3.812

7 neue Kategorie in der DBS seit 2010

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Im Akzessionsjournal der Handschriftenabteilung vermerkte Georg Siebeck am 10. Juni 2010 in der rechten Spalte den Grund für seine großzügige Schenkung an die SBB-PK.

Besondere Erwerbungen im Jahr 2010
Mit großer Freude hat die SBB-PK von Georg Siebeck, dem Eigentümer des Tübinger Wissenschaftsverlages Mohr Siebeck, das Archiv seines traditionsreichen Hauses als Geschenk erhalten. Das aus mehr als 1.175 Kartons und Kisten bestehende Firmenarchiv wurde im Juni feierlich übergeben. Das Archiv, in dem es keine Kriegsverluste gab, bildet 175 Jahre deutscher Verlags- und Wissenschaftsgeschichte von 1801 bis 1975 ab. Das aus Briefen und Manuskripten bestehende Archiv der Berliner Handpresse, 1961 in BerlinKreuzberg als künstlerische Arbeitsgemeinschaft gegründet, konnte übernommen werden. Auf einer Auktion der Firma Christie’s in London wurde – mit großzügiger Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Bernd H. Breslauer Foundation (NY) – eine sehr bedeutende mittelalterliche Sammelhandschrift erworben, in dieser sind Minnereden, Bier- und Weingrüße, Klopf-an-Sprüche und andere kurze Texte zusammengefasst. Die unterschiedlichen Teile entstanden in Westschwaben um die Mitte des 15. Jahrhunderts und im späten 15. Jahrhundert in Bayern. Ebenso bedeutend war der von der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung mitfinanzierte Ankauf einer bislang unbe-

kannten Handschrift: Die mit 60 lavierten Federzeichnungen prachtvoll ausgestattete, um 1555 fertiggestellte Kriegsordnung des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach (auch A. d. Ältere) ist eine der wenigen Handschriften, die in Preußen im 16. Jahrhundert hochwertig illuminiert wurden. Die auf 381 Blatt à 39 x 26 cm verfasste, in Leder gebundene Kriegsordnung entstand unter der Aufsicht von Albrecht von Brandenburg-Ansbach (14901568) und war aufgrund ihres höchst sensiblen Inhalts zu Organisation und Ausstattung des Militärs vermutlich nur wenigen Personen je bekannt. Selten zuvor konnten so viele Inkunabeln erworben werden wie im Jahr 2010. Aus französischem Handel wurde ein Sammelband mit drei Inkunabeln und einem Druck von 1503 erworben, der u. a. eine in Deutschland sonst nur einmal vorhandene Pariser Ausgabe von Isidors von Sevilla De summo bono enthält. – Im Herbst gelang der Ankauf von drei großformatigen Textausgaben des berühmten Juristen Bartolus de Saxoferrato. Auch diese Bände sind äußerst rar und stellen insofern ein Kuriosum dar, als sie in den Jahren 1485/86 von drei verschiedenen venezianischen Druckern hergestellt, aber wohl als Sammelausgabe vertrieben wurden. – Highlight des Jahres war die erste Erwerbung einer Inkunabel von der iberischen Halbinsel seit Jahrzehnten: die katalanische Ausgabe des Fürstenspiegels De regimine principum von Aegidius Columna, erschienen in Barcelona am

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Mit Hilfe von Mäzenen wurde diese mittelalterliche Sammelhandschrift bei Christie’s erworben.

Unter den islamischen Gebrauchshandschriften sind auch Abschriften der Werke des osmanischen Gelehrten Muhammad Birgewi.

2. November 1480. Hiervon gab es bislang nur drei Exemplare außerhalb Spaniens, keines davon in Deutschland. – Dem folgte eine Schenkung von privater Seite: ein Einzelblatt aus einer sehr frühen (wohl 1472) und extrem seltenen Ausgabe der Singularia iuris des Ludovicus Pontanus. – Bemerkenswert sind außerdem die Statuta provincialia et sinodalia aus dem Jahr 1486. – Eine weitere Schenkung aus Privatbesitz umfasst über 90 bei einer Einbandrestaurierung entdeckte Einzelblätter; neben zahlreichen Inkunabel-Fragmenten fanden sich in diesem Konvolut auch 17 Blätter einer wohl um 1400 geschriebenen und damit recht frühen deutschen Handschrift des Büchleins der ewigen Weisheit des Dominikaners Heinrich Seuse. – Schließlich wurden im Bestand der SBB-PK bei Revisionsarbeiten zwei Inkunabeln entdeckt: eine Leipziger Vita Aristotelis (um 1492), bislang nicht als SBB-PK-Bestand bekannt, sowie die Corona florida medicinae des Antonius Gazius (Venedig 1491). Für die Sammlung orientalischer Handschriften wurden neben vielem anderen 410 islamische Handschriften erworben, sogenannte Gebrauchshandschriften, die zum großen Teil aus Anatolien und anderen Gebieten des früheren Osmanischen Reiches stammen, die meisten aus dem 18. Jh., andere aus dem 16., 17. und 19. Jh. Die Handschriften sind in arabischer, persischer und türkischer Sprache verfasst. – Eine persische Miniaturhandschrift aus dem 18. Jh., entstanden in Kaschmir,

enthält 54 zeitgenössische Miniaturen und ist mit einem mit Blüten und Ornamenten verzierten Lackeinband versehen. In dem Band sind eine Gedichtsammlung und ein didaktisches Lehrgedicht des Ni’mat Khan Ali. – Ein großartiges Geschenk war die dritte Edition des Hauptwerks der hochmittelalterlichen jüdischen Mystik, der Kabbalah, das unter dem Titel Sefer ha-Sohar, Buch des Glanzes, berühmt wurde; diese dritte Edition wurde in der Offizin von Zvi bar Avraham Kalonymos Jaffe 1623 in Lublin gedruckt. Bei den Autographen gab es wie in jedem Jahr reichlich Zustrom, darunter folgende: Drei für die Friedrich Schleiermacher-Forschung herausragende Manuskripte konnten mit Unterstützung durch die Walter de Gruyter-Stiftung, die Schleiermachersche Stiftung, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sowie die Freunde der SBB-PK erworben werden: Eine Sammlung von elf Predigtnachschriften und zwei Predigtdrucken aus den Jahren 1817 bis 1822, ein eigenhändiges Druckmanuskript Schleiermachers sowie eine anonyme Vorlesungsnachschrift der Schleiermacherschen Vorlesung aus dem Wintersemester 1831/32. Außerdem kamen aus Privatbesitz drei frühe Predigttexte Schleiermachers, zwei davon eigenhändig von ihm nach der Predigt niedergeschrieben, einer wohl ein Entwurf zu einer Predigt, in die SBB-PK. – Erworben wurden überdies vier Ordner Korrespondenz aus dem Archiv des Verla-

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Iscrizioni Esotiche A Caratteri Novellamente Incisi E Fusi des Typographen und Druckers Giambattista Bodoni (Parma 1774) mit Proben von Drucktypen verschiedner orientalischer Sprachen, hier koptisch

ges Felix Bloch Erben, die den Schriftverkehr der Familie Gerhart Hauptmanns aus den Jahren 1943 bis 1965 enthalten. – Bei einer Auktion wurden drei wichtige Briefe Alexander von Humboldts ersteigert. Außerdem kamen Gedichtmanuskripte von Kurt Hiller und Klamer Schmidt sowie Briefe von Hoffmann v. Fallersleben, des Germanisten und Schriftstellers Gerhart Pohl, der Historiker Heinrich v. Sybel und Heinrich v. Treitschke und des Schauspielers Ludwig Devrient und schließlich von Johann Erich Biester, der von 1794 bis 1816 die Königliche Bibliothek in Berlin leitete, in den Besitz der SBB-PK. Für die Sammlungen osteurpäischer Literatur wurde die bisher kaum beachtete russische Literaturzeitschrift Krasnoe znamja (Rote Fahne) aus dem revolutionären Russland gekauft. In nur zwei Einzel- und einer Doppelnummer im Mai und Juni 1917 erschienen, spiegeln die Hefte in hohem Maße die Umwälzungen und Gegensätze jener Revolutionsmonate wider. Auch die Rara-Sammlung wuchs weiter: Erworben wurde eine außergewöhnliche Sammlung von 19 Flugschriften aus der Zeit des Bürgerkrieges in Sowjetrussland. Die Broschüren wurden 1918 und 1919 in Rostow am Don herausgegeben. Sie stammen von der sogenannten Freiwilligenarmee, die von 1917 bis 1920 im Süden Russlands als Kernstreitkraft der Weißen Armee gegen die Rote

Armee der Bolschewiki und für die Wiederherstellung der vorrevolutionären Machtverhältnisse kämpfte. Die Flugschriften sind außerordentlich selten, in Deutschland sind keine nachgewiesen. – Ein Kriegsverlust konnte durch einen Kauf in England ersetzt werden: die Erstausgabe einer wirtschaftshistorisch bedeutsamen Schrift aus dem Jahr 1664. – Auktions- und Antiquariatskataloge sind nicht nur wichtige Quellen für die Buch- und Verlagsgeschichte, sondern auch für wirtschaftshistorische Fragen und die Geistesgeschichte. Die SBBPK hat ihren außergewöhnlich reichen Bestand dieses Materials dank einer beachtlichen Zuwendung der Breslauer Foundation (NY) im fünfstelligen Euro-Bereich um vier Kataloge aus dem 18. und 19. Jh. erweitert. – Gekauft wurde eine sehr seltene, gedruckte Sammlung kaiserlicher Privilegien zur Abhaltung von Verkaufsmessen in Leipzig, gedruckt im 16. Jh. – Vom Inhaber der Berliner Corvinus-Presse kam eine großzügige Spende von 52 Pressendrucken. – Auf dem internationalen Antiquariatsmarkt gelang der Kauf eines 1596 in Erfurt von Jacob Singe gedruckten Alter und Neuer Schreibkalender und Almanach samt Veränderung des Wetters auf das Jahr … 1597. – Dank der vollständigen Finanzierung durch die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. gelang es, die dritte selbständige Buchveröffentlichung Rainer Maria Rilkes zu erwerben, die seltene Erstausgabe des Dramas Jetzt und in der Stunde unseres Absterbens, erschienen 1896 im Selbstverlag in Prag. – Neu auch eine Pro-

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Ersteigert wurde ein Luther-Druck, …

… dessen Erscheinungsbild – hergestellt auf grünem Papier – die Fachleute überraschte.

pagandabroschüre der palästinensischen Befreiungsfront in spanischer Sprache (La Liberacion de la Mujer, Beirut: Information Department 1971). Der erste Text mit dem Titel Hacio lo Alto behandelt die Terroranschläge rund um den ,Schwarzen September‘ und die Flugzeugentführungen durch die Popular Front for the Liberation of Palestine. Abbildungen zeigen eine der gesprengten Maschinen. – Ein Kriegsverlust und zugleich sehr seltener Druck konnte ersetzt werden: Die Iscrizioni Esotiche A Caratteri Novellamente Incisi E Fusi von Giambattista Bodoni (Parma 1774) zeigen die Drucktypen für verschiedene orientalische Sprachen. Dieser Band ergänzt die bereits zahlreich vorhandenen Drucke von Bodoni, die sich durch ihre hervorragende typographische Gestaltung auszeichnen. Die Luther-Sammlung der Bibliothek galt als die größte der Welt, jedoch ist sie seit dem Zweiten Weltkrieg fast vollständig verschollen. Die SBB-PK ist bestrebt, die wichtigsten Schriften des Reformators wieder zu erwerben. So konnte bei einer Berliner Auktion der erste Druck der ersten Baseler Ausgabe von Luthers Sermon vom Wucher erworben werden. – In Hamburg wurde die erste Sammelausgabe von Luthers deutschen Schriften ersteigert. – Im Herbst konnte etwas ganz Besonderes ersteigert werden: ein Lutherdruck auf grünem Papier, hergestellt 1563 in Frankfurt am Main. – Auf Münchner Auktionen wurden erworben Auff das schreien etlicher Papisten, uber die siebentzehen Arti-

ckel. Antwort. (Coburg: H. Bär 1530) und Eine Predigt, Auff das Evangelium des Sontags Jubilate. Fur dem Churfursten zu Sachssen &c. Und dem Landgraven zu Hessen gethan. (Wittenberg: N. Schirlentz 1542). Zur Ergänzung des Nachlasses Dietrich Bonhoeffer wurden aus Privatbesitz zwei von ihm handschriftlich verfasste Briefe sowie etwa 200 Briefe seiner Eltern, seiner Zwillingsschwester Sabine und anderer Verwandter, vornehmlich aus den Jahren 1939–1945 erworben. – Ebenfalls aus Privatbesitz stammt einer der „persönlichen Finkenwalder Briefe“ Dietrich Bonhoeffers, datiert 23. August 1938, der im Nachlass bisher nur als Abschrift vorhanden war. Die Sammlung Künstlerischer Drucke wurde durch mehrere DDR-Untergrundzeitschriften ergänzt, die unter schwierigen Bedingungen in kleinen Auflagen zwischen 1983 und 1990 erschienen sind, Ariadnefabrik, Herzattacke, Mikado und Zweite Person. – Der Berliner Künstler Richard K. H. Burkart schenkte fünf Kassetten mit insgesamt 44 Original-Collagen zu bedeutenden Persönlichkeiten. – Bei einer Auktion wurden Pierre de Ronsards Amours de Marie (Paris 1948) mit Graphiken von Henry de Waroquier und Longus’ Daphnis & Chloe (Lausanne 1950) mit Original-Lithographien und einer Bleistiftzeichnung von Hans Erni ersteigert. – Ein Unikatbuch des Berliner Künstlers Christoph Meyer beinhaltet 18 Malereien und Zeichnungen

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Geschenkt wurde eine Erstausgabe des ersten Harry-Potter-Bandes als Hardcover.

in verschiedenen Techniken als Monument for E.T.A. Hoffmann. – Vervollständigt wurde die Sammlung des buchgraphischen Werks von Aristide Maillol, eine französische Ausgabe von Ovids Liebeskunst (Lausanne und Paris: Gonin 1935) war der letzte fehlende Band. Für die Sammlung an Kinder- und Jugendliteratur wurde ein wertvolles Konvolut von Kinderbüchern aus dem 19. Jh. übergeben, darunter ein seltenes ABC-Buch aus China zum Erlernen der deutschen Sprache. – Originalillustrationen zu 57 Büchern von Eberhard Binder wurden als Depositum von der Witwe des Künstlers übergeben. – Im März übergab ein Mäzen ein Papiertheater aus dem Besitz des Regisseurs Ingmar Bergman. Das Puppentheater wurde im September 2009 in der Auktion des Nachlasses von Ingmar Bergman eigens für die SBB-PK ersteigert. – Ein Mäzen überreichte ein weiteres besonderes Geschenk: Ein Exemplar der äußerst seltenen englischen Erstausgabe von Harry Potter and the Philosopher’s Stone (Harry Potter und der Stein der Weisen) in festem Einband. – Übergeben wurde der umfangreiche Vorlass des 1929 geborenen Kinderbuchforschers, Kritikers und Übersetzers Horst Künnemann. Für die Musiksammlung wurde von der Urenkelin Eugen d’Alberts das autographe Particell zur Oper Tiefland erworben. – Hinzugekommen ist eine Theaterzettel-Sammlung mit ca. 50 Programmheften und -zetteln von Aufführungen aus

dem Zeitraum ca. 1930–1943 an der Städtischen Oper Berlin. – Ein umfangreiches Konvolut von 67 Briefen des Komponisten Max Bruch konnte auf dem Antiquariatsmarkt erworben werden. – Ein Musikautograph von Karl Friedrich Zelter wurde ersteigert, es enthält auf vier Seiten zwei Lieder Griechische Musik sowie Meister und Gesell für Männerstimmen. – Ersteigert wurde die Korrespondenz aus dem Nachlass des Berliner Pianisten und Tanzhistorikers Karl Heinz Taubert, das Konvolut umfasst etwa 300 Stücke. – Fünf bisher unbekannte und somit nicht veröffentliche Briefe Giacomo Meyerbeers wurden erworben. – Zwei Lied-Autographe von Johann Gottlieb Naumann, der lange Zeit in Dresden als Kirchen-Compositeur und Kapellmeister angestellt war, bereichern jetzt die Sammlung. – Durch die Mariann-Steegmann-Stiftung kam die SBB-PK in den Besitz der Richard Wagner-Biographie von Mary Burrell aus dem Jahr 1898. Der Band ist schon äußerlich recht extravagant: 70x60 cm groß wiegt er etwa 8 kg. Auf 129 Seiten enthält das Buch u. a. 64 Faksimiles von Briefen und Dokumenten; am unteren Seitenrand steht als Wasserzeichen die Unterschrift Richard Wagners. Wie viele der 100 gedruckten Exemplare erhalten sind, ist nicht bekannt. Das hiesige Exemplar trägt die Nummer 42. Für die Sammlung von Musikernachlässen wurde aus Privatbesitz das Franz-Danzi-Archiv mit Autographen und Drucken erworben. – Der

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Das Originalaquarell von J. E. W. Helfft stellt das Musikzimmer von Fanny Hensel, der Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys dar.

Nachlass des norddeutschen Komponisten Hans Alwin Beeck mit über 200 Autographen sowie Konzertkritiken über seine Musik und Dokumenten aus Beecks eigener journalistischer Tätigkeit wurde erworben. Für das Mendelssohn-Archiv wurde aus einem New Yorker Antiquariat ein Porträt von Felix Mendelssohn Bartholdy, das nach seinem Tod entstanden ist, gekauft. Es handelt es sich um eine Bleistiftzeichnung der Leipziger Malerin Susette Hauptmann, die laut Datierung im Januar 1849 angefertigt wurde. Aus dem Besitz einer Nachfahrin von Fanny Hensel, der Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys, konnte die SBB-PK mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Mendelssohn-Gesellschaft zwei Barockstühle im Braunschweiger Stil und ein reich verziertes Standkreuz aus dem mittleren 19. Jh. erwerben, die nachweislich zur Einrichtung des Musikzimmers der Komponistin in der Leipziger Straße 3 gehörten. Ermöglicht durch die großzügige Hermann Reemtsma Stiftung, gelang des Weiteren der Kauf eines im Jahr 1849 von Julius Eduard Wilhelm Helfft gemalten Aquarells, das eben dieses Musikzimmer von Fanny Hensel, den Ort ihrer legendären „Sonntagsmusiken“, zeigt. Die vier Objekte wurden der Mendelssohn-Gesellschaft e.V. als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Das Russische Ethnographische Museum in Sankt Petersburg schenkte für das Sondersammelgebiet Slawistik Materialien des Fürsten W. N. Tenischew, die das Museum in sechs Bänden Die russischen Bauern: Leben, Alltag, Brauchtum veröffentlichte. Für die Kartensammlung wurde der sehr seltene erste in armenischer Schrift und Sprache gedruckte Weltatlas aus dem Jahr 1787 erworben, ebenso ein großes gerahmtes Relief von Skandinavien (118 x 73 cm ohne Rahmen) aus dem Jahr 1843. – Die Geschichte des Puzzles ist mit der Kartographie eng verknüpft; zwei sehr frühe Puzzles (Europa und Italien) aus der Mitte des 18. Jh. konnten erworben werden. – Acht Reliefpanoramen deutscher Landschaften aus der Werkstatt der Künstler Josef Ruep und Hans Wolf – alles unikale Vorzeichnungen – waren teilweise Auftragsarbeiten für geographische Verlage und gelten als einzigartige Belege für diesen Typus kartographischer Reliefdarstellungen aus der ersten Hälfte des 20. Jh. – Mit Unterstützung durch die DFG konnte die Topographische Karte 1:50.000 der zentralen Türkei in der Ausgabe des russischen Generalstabs in kyrillischer Schrift sowohl in einer analogen wie in einer digitalen Ausgabe als Rasterdaten angeschafft werden.

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Für die Sammlung chinesischer Drucke zur Republikzeit 1911–1949 gelang ein besonderer Kauf: In jener Zeit war China vom Eindringen westlichen Wissens und westlicher Forschungsmethoden, von der Gründung neuer akademischer Disziplinen sowie der Rezeption westlicher Ideen im chinesischen Staatsdenken geprägt. Nach dem Ende der Kulturrevolution im Jahre 1979 und dem Scheitern des maoistischen Entwicklungsmodells besann man sich auf jene Zeit zurück. Die Zhongguo Tushuguan Xuehui Gaoxiao Tushuguan Fenhui / 国图书馆学会高校图书馆分会, die Gesellschaft für Wissenschaftliche Bibliotheken der Chinesischen Gesellschaft für Bibliothekswissenschaft, entwickelte in Zusammenarbeit mit verschiedenen chinesischen Verlagen den Nachdruck von 8.000 wichtigen Werken aus der Republikzeit – vorwiegend aus den Bereichen der Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Die Sammlung wurde lediglich in ca. 80 Exemplaren aufgelegt, ein Exemplar dieser bedeutenden und raren Sammlung ist jetzt in Berlin. Zuwachs bei den elektronischen Beständen gab es u. a. bei den Datenbanken: Für Neuer Pauly Online, dem Standardnachschlagewerk zum klassischen Altertum und seiner Rezeptionsgeschichte, und für Supplementum Epigraphicum Graecum, das sowohl die Texte neu veröffentlichter griechischer Inschriften wie auch Publikationen zu bereits bekannten Inschriften verzeichnet, wurden die dauerhaften Nutzungsrechte erworben. – Die ebenfalls erworbene Datenbank zur Sammlung Musikdrucke der Staatsund Stadtbibliothek Augsburg verzeichnet 449 Drucke von den Anfängen des Buchdrucks bis zum Dreißigjährigen Krieg. – Eine besondere Datenbank enthält die Berliner Vossische Zeitung, eine der bedeutendsten deutschen Tageszeitungen der Zwanziger Jahre. Sämtliche Ausgaben der Jahre 1918 bis 1934 wurden digitalisiert und einer Volltexterkennung unterzogen. Im deutschlandweiten System der Nationallizenzen (die DFG finanziert und organisiert den zentralen Erwerb von Lizenzen für digitale Text- und Werkausgaben sowie Datenbanken durch leis-

tungsstarke Bibliotheken und Archive) hat die SBB-PK 2010 den flächendeckenden Zugang zu weiteren Datenbanken bzw. Zeitschriften lizensiert: Mit The Nation Digital Archive steht die erste Wochenzeitschrift ab dem ersten Jahrgang 1865 bis 2010 elektronisch im Volltext zur Verfügung. Die American Antiquarian Society Historical Periodicals Collection ermöglicht nach Abschluss des Digitalisierungsprojekts die Recherche in über 6.500 amerikanischen Zeitschriften aus den Jahren 1691 bis 1877. – Erstmals war es zum Ende des Jahres 2010 möglich, für eine Vielzahl von NationallizenzDatenbanken die Exemplarsätze der Einzeltitel einzuspielen, so dass die Einzeltitel (auch „E-Books“) im Stabikat jetzt einzeln nachgewiesen sind. Damit können die Nutzer direkt auf die in den Datenbanken vorhandenen E-Books zugreifen, zum Ende des Jahres waren dies 352.000, darunter solche wie die Enzyklopädien of African-American Culture and History; of the American Revolution and Landmarks; of the American Revolution; of Russian History; of Global Industries; of African-American Culture and History sowie of Modern China.

Abbildung Seite 38: Mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Kulturstiftung der Länder konnte die SBB-PK ihren Bestand an Handschriften um ein bis dahin unbekanntes Werk bereichern: Die um 1555 fertiggestellte Kriegsordnung des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach, hier die Seite mit der Abbildung des Zahlmeisters, s. „Besondere Erwerbungen“.

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Pflege der Bestände

Zur Pflege der historischen Bestände der Bibliothek standen im Jahr 2010 knapp 880.000 € zur Verfügung, deutlich weniger als im Vorjahr, in dem 1,15 Mio. € investiert werden konnten. Der Schwerpunkt der Arbeit in den Werkstätten der Bibliothek lag bei der buchbinderischen Vorbereitung von Bänden, die künftig freihand im neuen Allgemeinen Lesesaal und im Rara-Lesesaal Unter den Linden aufgestellt werden. Des Weiteren wurden erneut erhebliche Mittel zur Finanzierung der Massenentsäuerung (= Neutralisierung von Säure in den Papieren aus dem Zeitraum der industriellen Papierherstellung, die um 1850 einsetzte) aufgewendet. – Besonders willkommen waren, wie in jedem Jahr, die vielen Spenden, die die Bibliothek

von privater Seite, von Stiftungen und von Firmen für die Pflege der Bestände erhielt: So engagierten sich im Jahr 2010 allein 67 Patinnen und Paten für die Wiederherstellung von 97 Objekten aus den Sondersammlungen. Darüberhinaus finanzierte beispielsweise die Stiftung Preußische Seehandlung die Restaurierung von sechs besonders wertvollen Einbänden aus der Zeit der Bibliothek des Großen Kurfürsten, allesamt Drucke aus dem 16. Jh. Für den sofortigen Einband von Büchern, sobald diese in die Bibliotheksbestände aufgenommen wurden, bzw. für das Binden von Zeitschriftenjahrgängen investierte die SBB-PK mit 754.000 € – das sind 25 % weniger als im Jahr 2008 und etwa 10 % weniger als im Jahr 2009.

Abbildung Seite 39: Gemeinsame Anstrengung bei der Restaurierung preußischen Erbes: Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die Stiftung Preußische Seehandlung und die SBB-PK trugen gemeinsam die Kosten für die aufwändige Restaurierung des im späten 16. Jahrhunderts in Öl auf Leinwand gemalten Stammbaums der Markgrafen von BrandenburgAnsbach, s. a. BibliotheksMagazin 3/2010.

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Erschließung und Nachweis von Beständen

Katalog- und Datenpflege, Konversion in elektronische Versionen
Neben dem Nachweis der laufenden Neuerwerbungen wurde das Katalogsystem der SBB-PK kontinuierlich durch fortlaufende Revisions- und Datenpflegearbeiten – ca. 275.000 Einzelkorrekturen wurden an Katalogdaten durchgeführt – sowie durch die retrospektive Konversion der letzten noch konventionellen Kataloge vervollständigt und verbessert.

tenteils im Online-Katalog der SBB-PK www.stabikat.de nachgewiesen sind, waren die meisten Musikdrucke jedoch lediglich in zwei konventionellen Zettelkatalogen recherchierbar. Diese beiden Kataloge sowie der Katalog der seit 1991 erworbenen Tonträger stehen nun unter http://musikipac. staatsbibliothek-berlin.de als sogenannte Imagekataloge zur Verfügung.

Datenbank zu 700.000 Quellen von 30.000 Komponisten
Seit Juni ist zudem der kostenfreie Online-Katalog http://opac.rism.info verfügbar, eine Datenbank mit etwa 700.000 Nachweisen von meist handschriftlichen Musik-Quellen von etwa 30.000 Komponisten. Die Quellen, die in Hunderten von Bibliotheken und Archiven weltweit aufbewahrt werden, sind nach wissenschaftlichen Kriterien ausführlich katalogisiert. Der Katalog wurde durch eine Kooperation zwischen dem Internationalen Quellenlexikon der Musik (Répertoire International des Sources Musicales, kurz RISM), der Bayerischen Staatsbibliothek und der SBB-PK möglich.

Musikdrucke online recherchierbar
Seit 1992 wird die retrospektive Konversion, in deren Prozess konventionell katalogisierte Bestände elektronisch erfasst und für moderne Nachweissysteme recherchierbar gemacht werden, systematisch betrieben. Beim Nachweis der einzigartigen Sammlungen der Musikabteilung der SBB-PK ist dabei im Jahr 2010 ein großer qualitativer Schritt gelungen, jetzt sind die rund 450.000 Musikdrucke auch via Internet recherchierbar. Unter den Musikdrucken nimmt die 1906 begründete Deutsche Musiksammlung, die Belegstücke von Notenausgaben deutscher Musikverlage enthält, einen unübertroffenen Rang hinsichtlich Umfang und Dichte bei Notendrucken aus der Zeit von ca. 1870 bis in die 1930er Jahre ein. Anders als die Bücher und Zeitschriften der Musikabteilung, die bereits größ-

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Weiterentwicklung von Erschließungsstandards
Seit März 2010 liegt unter http://eac.staatsbibliothek-berlin.de/ ein XML-Schema zur Beschreibung von Personen, Familien und Körperschaften vor. Das Format EAC-CPF (Encoded Archival Context – Corporate Bodies, Persons, Families) wurde als Schwesterformat zu EAD (Encoded Archival Description), einem weltweit genutzten Standard zur Beschreibung von Archivgut, von einer internationalen Arbeitsgruppe unter Beteiligung der SBB-PK entwickelt.

Revision des Altbestandes, Aktualisierung der Katalogdaten
Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges umfasste der Altbestand der Bibliothek rund 3 Mio. Bände plus die dazugehörigen Kataloge. Zum Schutz vor Kriegsverlusten wurden fast alle Bücher und Kataloge in 30 Orte im damaligen deutschen Reich ausgelagert. Von dort kehrten in den Nachkriegsjahren nur rund 2,4 Mio. Bände und unvollständige Kataloge in beide Teile Berlins zurück, wo sie wiederum jahrzehntelang zwischen Ost und West geteilt waren und so keine Revision der Bestände und der Kataloge möglich war. Erst vor wenigen Jahren konnte der Altbestand wieder an einem Ort, im Außenmagazin Westhafen, zusammen aufgestellt werden. Und erst danach, seit dem Jahr 2005, war es mithilfe der vom JobCenter vermittelten Kräfte möglich zu prüfen, welche Bücher und welche Katalogteile im Krieg definitiv verloren gegangen sind und welche sich unversehrt in der SBBPK befinden. Zur Klärung der Fakten wurden in den Magazinen die Katalogeinträge zu den einzelnen Bänden mit den in den Regalen vorhandenen Beständen durch Augenschein direkt abgeglichen. Dieser erste Teil der Revision des Altbestandes ist seit dem Jahr 2010 vollständig abgeschlossen. In der zweiten Phase des Revisionsprojekts werden die im Online-Katalog der SBB-PK www.stabikat.de noch vorhandenen Einträge „Kriegsverlust möglich“ sukzessive umgewandelt in „bestellbar“ oder „Kriegsverlust“. Waren es 2005 noch 1,8 Mio. „Kriegsverlust möglich“-Einträge im Online-Katalog und waren damals die Bibliothekare auch bei persönliche Beratung an den Auskunftsstellen nicht in der Lage, eine definitive Auskunft über die gesuchten Bestände zu geben, so sind jetzt die Katalogdaten umfassend nutzbar. Zwar wird das Einspielen auch der letzten Daten in den Online-Katalog www.stabikat.de erst im Jahr 2012 abgeschlossen sein, jedoch sind bereits jetzt alle Erkenntnisse zum Altbestand durch die Bibliothekare, und damit auch für die Benutzerinnen und Benutzer, nutzbar.

ARK-Online
Erheblichen Zuwachs erfuhr der ARK-online, die elektronische Fortführung des [Alten] Realkataloges zur Erschließung der Druckschriften der Bibliothek von 1501 bis 1955. Erstmals kann im Altbestand der SBB-PK für die Disziplinen Allgemeines, Wissenschaftskunde, Literaturgeschichte, Theologie, Naturwissenschaften, Mathematik und Pädagogik sachlich recherchiert werden. Die Überführung des überwiegend handschriftlichen Bandkatalogs in eine Datenbankform schreitet zügig voran: erweitert wurden die Bereiche Frankreich, Deutsche Teilstaaten, Klassische Philologie, Neulateinische Literatur, Neuere Literatur in altgriechischer Sprache, Dänisch, Norwegisch sowie slawische und baltische Sprachen.

Nachlässe von Kinderbuchillustratoren
Die Kinder- und Jugendbuchabteilung verwahrt Gesamt- und Teilnachlässe sowie Deposita von 136 Kinderbuchillustratorinnen und -illustratoren. Auf der Homepage der SBB-PK wird jetzt in einer Namensliste über die vorhandenen Bestände informiert. Ein Teil der künstlerischen Arbeiten wurde bereits ausführlich in der Datenbank der Einblattmaterialien erschlossen, die ebenfalls über die Homepage zugänglich ist. Die Erschließung der Nachlässe und Deposita wird kontinuierlich fortgesetzt. 42 |
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Bibliographie der slavistischen Arbeiten als Datenbank
Die in vier Bänden erschienene Bibliographie der slavistischen Arbeiten – sie verzeichnet Studien in deutschsprachigen Fachzeitschriften, in deutschsprachigen nichtslavischen Zeitschriften sowie slavistischen Fest- und Sammelschriften aus den Jahren 1876 bis 1983 – ist nun als Datenbank über das Slavistik-Portal verfügbar. Die elektronische Bibliographie slavistischer Arbeiten aus deutschsprachigen Fachzeitschriften 1876–1983 (BibSlavArb) wurde aus der gedruckten Ausgabe mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber konvertiert; sie beinhaltet 17.000 bibliographische Einträge aus slavistischen Zeitschriften. Zusammen mit der Bibliographie der deutschsprachigen Slavistik 1983–1992 (BibDatSlav) bildet die Bibliographie einen wichtigen Schritt bei der an der SBB-PK angesiedelten Überführung der

wichtigsten slavistischen Bibliographien aus dem deutschsprachigen Raum in eine elektronische Form.

Kooperation mit Sorbischem Institut
Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Osteuropa-Abteilung der SBB-PK und dem Sorbischen Institut Bautzen wurde die Sorbische Bibliographie auf eine neue technische Grundlage gestellt. Die Bibliographie, die seit 1929 vom Sorbischen Institut herausgegeben und seit den neunziger Jahren elektronisch erstellt wird, ist an der SBB-PK in eine neue Datenbank überführt, mit einem Suchmaschinenindex versehen und mit einer standardisierten Schnittstelle (SRU – Searching and Retrieval via URL) ausgestattet worden.

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Sondersituation bei der Benutzung im Jahr 2010

Der Umfang der Benutzung der Bestände, der Lesesäle und der Dienstleistungen der SBB-PK können im Jahr 2010 mit Daten der Vorjahre nicht aussagekräftig verglichen werden. Da ab Anfang Februar bis zum Ende des Jahres 2010 der Service der Bibliothek aufgrund der Magazinsperrung im Haus Potsdamer Straße deutlich eingeschränkt werden musste – von knapp 11 Mio. Bänden waren 2,2 Mio. über elf Monate hinweg nicht ausleihbar – waren viele Benutzerinnen und Benutzer der SBBPK darauf angewiesen, auch oder gar ausschließlich auf Angebote anderer Bibliotheken auszuweichen (s. „Schwerpunkte“). Die Inanspruchnahme der Bibliothek sank auf ca. zwei Drittel des sonstigen Niveaus. Vor diesem Hintergrund sind die folgenden Benutzungsdaten meist ohne Vergleichsdaten zu den Vorjahren ausgewiesen: 34.300 Benutzer besaßen im Jahr 2010 eine Jahresoder Monatskarte, sie betraten rund 740.000 Mal die Standorte der Bibliothek und ihre Lesesäle, um dort Freihandbestände zu konsultieren, ausgeliehene Literatur zu bearbeiten, sich an den Auskunftsstellen beraten zu lassen und anderes. Über 738.000 Mal wurden physische Einheiten in den Lesesälen ausgegeben bzw. außer Haus ausgeliehen, 354.000 Mal wurden Verlängerungen für ausgeliehene Bücher und andere Materialien regis-

triert. – Nicht übersehen werden darf, dass es neben der Ausleihe von Magazinbeständen, die statistisch erfasst werden können, einen sehr hohen Grad an nicht zählbarer Nutzung der Freihandbestände in den Lesesälen und Informationsbereichen gibt. Hingegen stieg die Nutzung der elektronischen Ressourcen der Bibliothek, von denen viele auch im Fernzugriff erreichbar sind, weiter an. Elektronische Ressourcen im Online-Zugriff wie e-Journals, Datenbanken und Nationallizenzdatenbanken können per W-Lan aus dem Lesesaal oder im Fernzugriff angesteuert werden. Der Umfang der ‚abgeholten‘ Daten stieg vom Jahr 2009 mit 355 GB zum Jahr 2010 mit 588 GB deutlich an.

Verbesserung des Benutzungskomforts
Der Einsatz der Software QuestionPoint der Firma OCLC hat zu erheblichen Verbesserungen beim Auskunftsdienst geführt. Die Öffnungszeiten des Orient- und Ostasienlesesaals im Haus Potsdamer Straße wurde den sonst an diesem Standort üblichen Öffnungszeiten angeglichen, werktags von 9 bis 21 Uhr, sonnabends von 9 bis 19 Uhr.

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Ausbildung in der SBB-PK 2010

Auch im Jahr 2010 hat die SBB-PK wieder über ihren Bedarf hinaus junge Leute für das Berufsleben qualifiziert: Ausgebildet werden derzeit Bibliotheksreferendarinnen und -referendare für den höheren sprach- und kulturwissenschaftlichen Dienst sowie Auszubildende in den dualen Ausbildungsgängen Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste (FaMI; Fachrichtungen Bibliothek und Bildagentur), Fachinformatiker/in (Fachrichtung Systemintegration mit Zusatzqualifikation) und Buchbinder/in (Fachrichtung Einzelund Sonderfertigung). Darüber hinaus konnten auch 2010 wieder zwei Studierende in bibliothekarischen Fachhochschulstudiengängen ihre Praxissemester an der SBB-PK absolvieren; ferner konnten in begrenzter Zahl auch wieder kürzere Praktika angeboten werden. Im Sommer 2010 verabschiedeten sich die drei Referendarinnen und Referendare, die im Oktober 2009 ihre Ausbildung für den höheren Bibliotheksdienst in der SBB-PK aufgenommen hatten, für ihr zweites Ausbildungsjahr nach München. Zuvor stellten sie die Ergebnisse ihrer selbstständig bearbeiteten Projekte vor, die ein sehr breites fachliches Spektrum aktuell in der Bibliothek anstehender Aufgaben umfassten (Collection Level Description; Best-Practice-Analyse und Vorbereitung der Auswahl eines Qualitätsmanagementssystems; Konzeption eines Workflows für digitale Vorlässe) und so einen innovativen Beitrag zur Entwicklung der

Bibliothek leisten konnten. Im Oktober 2010 nahmen zwei Referendarinnen und ein Referendar ihre Ausbildung an der SBB-PK auf. Ihnen wurde, wie in den letzten Jahren bewährt, je eine Mentorin bzw. ein Mentor zur Seite gestellt – hierbei handelt es sich um langjährige Beschäftigte der SBB-PK, die in zahlreichen beruflichen Situationen helfend oder beratend zur Seite stehen können. Schließlich schlossen im Oktober 2010 zwei Referendarinnen und zwei Referendare die theoretische Ausbildung an der Bayerischen Bibliotheksschule in München mit der Laufbahnprüfung ab. Alle vier fanden sehr rasch attraktive Anschlussbeschäftigungen. Bei den Auszubildenden zum Beruf der/des Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) gab es folgende Entwicklungen: Eine Auszubildende (Fachrichtung Bibliothek) konnte aufgrund ihrer guten Leistungen ihre Ausbildungszeit von regulär drei Jahren um ein halbes Jahr verkürzen und bereits im Februar die Ausbildung beenden. Drei weitere Auszubildende schlossen ihre Ausbildung wie geplant im Sommer ab. Die erzielten Ergebnisse lagen fast durchweg im guten bis sehr guten Bereich. Von den vier Auszubildenden konnten im Anschluss an die Abschlussprüfung zwei unbefristet und zwei befristet weiter in der SBB-PK und anderen Einrichtungen der SPK beschäftigt werden. Im September 2010 nahmen vier junge Herren ihre Ausbildung in der Fachrich-

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tung Bibliothek auf. In einer zweiwöchigen Projektphase im Oktober besorgten die FaMI-Auszubildenden der ersten beiden Ausbildungsjahre selbstständig die Neukonzeption der Intranetseiten der Ausbildungsleitung und deren Umsetzung. In der Buchbinderwerkstatt, die seit über zwanzig Jahren junge Menschen ausbildet, gab es 2010 weder Abschlüsse noch neue Auszubildende – für das Buchbinderhandwerk bildet die SBB-PK im dreijährigen Turnus aus; die beiden Auszubildenden befanden sich 2010 im ersten bzw. zweiten Ausbildungsjahr. Die Ausbildung zur/zum Fachinformatiker/in (Fachrichtung Systemintegration mit Zusatzqualifikation), die die SBB-PK im Verbund mit anderen Ausbildungseinrichtungen durchführt, ging 2010 in das vierte Jahr. Zwei Auszubildende befanden sich am Ende des Jahres im dritten Ausbildungsjahr und

somit kurz vor der Abschlussprüfung; gleichzeitig nahmen zwei junge Männer im September 2009 die Ausbildung auf, so dass Ende des Jahres alle sechs Ausbildungsplätze in diesem Ausbildungsgang besetzt waren. Im Übrigen beteiligte sich die SBB-PK im April zum fünften Mal am bundesweit organisierten Girls’ Day, einem von zahlreichen Bundesministerien, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden geförderten Berufsorientierungstag für Mädchen, der besonders das Interesse an handwerklichen und technischen Berufen wecken soll. In diesem Jahr lud die Abteilung Informations- und Datenmanagement der SBB-PK Schülerinnen ab der Klassenstufe 8 unter dem Titel Berufswunsch Fachinformatikerin ein, sich über diesen Ausbildungsberuf zu informieren, mit Auszubildenden zu sprechen und selbst praktisch zu üben.

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Mitgliedschaften und Mitarbeit in Gremien

Die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz war im Dezember 2010 institutionelles Mitglied bei
American Library Association – ALA Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung e.V. – ABDOS Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke – AG SDD Clio-online – Historisches Fachinformationssystem e.V. Consortium of European Research Libraries – CERL Council on East Asian Libraries – CEAL Datenbank-Infosystem DBIS Deutsche Gesellschaft für Freunde der Bibliotheca Alexandrina e.V. Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis / Berliner Arbeitskreis Deutsche Gesellschaft für Recht und Informatik e.V. Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e.V. – DINI Deutsche Morgenländische Gesellschaft e.V. Deutscher Bibliotheksverband e.V. – dbv Deutsches Forschungsnetz e.V. – DFN Verein DigiZeitschriften e.V. Elektronische Zeitschriftenbibliothek Regensburg – EZB European Bureau of Library, Information and Documentation Associations – EBLIDA

Forum Zeitschriften GeSIG e.V. Freunde mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. Friedrich-Althoff-Konsortium e.V. GS1 Germany GmbH Gutenberg Gesellschaft e.V. Humboldt-Universitäts-Gesellschaft e.V. Informationsdienst Wissenschaft e.V. – idw International Association of Law Libraries – IALL International Federation of Library Associations and Institutions – IFLA International Federation of Library Associations and Institutions – IFLA - Section for Law Libraries International Standard Music Number – ISMN e.V. Internationale Arbeitsgemeinschaft Archiv-, Bibliotheks- und Graphikrestauratoren – IADA Internationale Arbeitsgemeinschaft der Papierhistoriker – IPH Internationale Gluck-Gesellschaft Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche – LIBER Vascoda e.V. – Internetportal für wissenschaftliche Information Verein zur Förderung der Gerhart-HauptmannHäuser e.V. Wissenschaftliche Buchgesellschaft

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In zahlreichen Gremien, Verbänden und Vereinen werden die Interessen der Staatsbibliothek zu Berlin durch Beschäftigte vertreten:
allegroHANS (Handschriften, Autographen, Nachlässe und Sonderbestände) / Anwendergemeinschaft Hans-Jörg Lieder (Mitglied) Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts Barbara Schneider-Kempf (Stellvertretende Sprecherin), Andreas Mälck (Mitglied) Arbeitsgemeinschaft der Datenbankteilnehmer – AGDBT Annett Arnold (Mitglied) Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme Johann Rolschewski (Mitglied) Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme / AG Kooperative Verbundanwendungen Barbara Sigrist (Mitglied) Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme / AG Leihverkehr Andreas M. Heise (Mitglied) Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme / AG Leihverkehr / AG Transport Uwe Schwersky (Mitglied) Arbeitsgemeinschaft Deutsche Handschriftenzentren Prof. Dr. Eef Overgaauw (Mitglied) Arbeitsgemeinschaft für juristisches Bibliotheksund Dokumentationswesen Ivo Vogel (Mitglied) Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke – AG SDD Thomas Klaus Jacob (SBB-Vertretung) Arbeitsgruppe zu europäischen Angelegenheiten für Bibliotheken, Archive, Museen und Denkmalpflege – EUBAM / Sekretariat für Bibliotheken Hans-Jörg Lieder (Leiter) Arbeitskreis der Ausbildungsleiter des Bundes für die Ausbildung von Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) Annette Kaufmann (Mitglied)

Arbeitskreis Entwicklung Digitaler Bibliotheken der Gesellschaft für Informatik Dr. Holger Busse (Mitglied im Leitungsgremium) Arbeitskreis für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung historischer Bucheinbände – AEB Andreas Wittenberg (Sprecher), Ninon Suckow (Mitglied d. Geschäftsführung, Leiterin der Geschäftsstelle), Thomas Klaus Jacob (Mitglied) Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. Carola Pohlmann (Mitglied) Association Internationale des Bibliothèques, Archives et Centres de Documentation Musicaux – AIBM Dr. Roland Schmidt-Hensel (Sprecher der Arbeitsgruppe Musikabteilungen in wissenschaftlichen Bibliotheken) Bach-Archiv Leipzig Dr. Martina Rebmann (Mitglied im Kuratorium) Beirat des Staatlichen Instituts für Musikforschung Dr. Martina Rebmann (Mitglied) Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften / Kommission Jahresberichte für Deutsche Geschichte Dr. Jens Prellwitz (Mitglied) Berliner Arbeitskreis Information – BAK Heinz-Jürgen Bove (Vorstandsmitglied) Bibliothek und Information International – BII Olaf Hamann (Vertreter des VDB) Bibliotheksverbund Bayern – Kommission für Ausund Fortbildung – KAF Dr. Christian Oesterheld (Ständiger Gast) Bibliothèque Universitaire des Langues et Civilisations / BULAC - Conseil Scientifique (Wissenschaftlicher Beirat) Petra Figeac (Mitglied) Brandenburgische Bach-Gesellschaft e.V. Barbara Schneider-Kempf (Präsidentin) CERL – Executive Committee and the Advisory Task Group Dr. Jutta Weber (Mitglied) Clio-online e.V. – Hauptausschuss Doina Oehlmann (Mitglied) Clio-online e.V. – Vorstand Dr. Jens Prellwitz (Vorstandsmitglied) Comité international de paléographie latine Prof. Dr. Eef Overgaauw (Vorstandsmitglied / Schatzmeister)

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Consortium of European Research Libraries – CERL / Executive Committee und Advisory Task Group Dr. Jutta Weber (Mitglied) Datenbank-Infosystem - DBIS, AG Profil Viola Neumann (Mitglied) Andrea Stei (ZDB-Vertretung) Deutsche Digitale Bibliothek – DDB / Bund-Länder Fachgruppe Hans-Jörg Lieder (Koordinator) Deutsche Forschungsgemeinschaft – DFG / AG Nationallizenzen Johann Rolschewski (ZDB-Vertretung) Deutsche Forschungsgemeinschaft – DFG / AG Nationallizenzen / Knowledge Exchange Dr. Ursula Stanek (Mitglied) Deutsche Forschungsgemeinschaft – DFG / AG regionale Sondersammelgebiete Matthias Kaun (Mitglied) Deutsche Forschungsgemeinschaft – DFG / Allianz-AG Lizenzen Dr. Ursula Stanek (Mitglied) Deutsche Gesellschaft für Geschichte und Theorie der Biologie e.V. – DGGTB Dr. Katrin Böhme (Mitglied) Deutsche Gesellschaft für Kartographie e.V. – DGfK Wolfgang Crom (Vorstandsratsmitglied), Dr. Markus Heinz (Vorstandsratsmitglied) Deutsche Gesellschaft für Kartographie e.V. – DGfK / Kommission Geschichte der Kartographie Dr. Markus Heinz (Leiter der Kommission) Deutsche Gesellschaft für Kartographie e.V. – DGfK / Kommission Kartenkuratoren Wolfgang Crom (Leiter der Kommission) Deutsche Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenchaft e.V. – DGPuK Dr. Joachim Zeller (Mitglied) Deutsche Morgenländische Gesellschaft e.V. – DMG Christoph Rauch (Mitglied) Deutsche Nationalbibliothek / Beirat – DNB-Beirat Barbara Schneider-Kempf (Vorsitzende des Beirats)

Deutscher Bibliotheksverband e.V. – dbv / Dienstleistungskommission Schmieder-Jappe (Vorsitzender) Deutscher Bibliotheksverband e.V. – dbv / Landesverband Berlin Dr. Daniela Lülfing (Vorstandsmitglied) Deutscher Bibliotheksverband e.V. – dbv / Rechtskommission Armin Talke (Mitglied) Deutscher Bibliotheksverband e.V. – dbv / Sektion 4 Wissenschaftliche Universalbibliotheken, AG Bestandserhaltung Andreas Mälck (Vorsitzender) Deutscher Bibliotheksverband e.V. – dbv / Sektion 4 Wissenschaftliche Universalbibliotheken, AG Handschriften und Alte Drucke Annette Wehmeyer (Mitglied) Deutscher Bibliotheksverband e.V. – dbv / Sektion 4 Wissenschaftliche Universalbibliotheken, AG Handschriften und Alte Drucke, UAG Provenienzerforschung und Provenienzerschließung Michaela Scheibe (Vorsitzende) Deutscher Bibliotheksverband e.V. – dbv / Sektion 4 Wissenschaftliche Universalbibliotheken, AG Sondersammelgebietsbibliotheken Barbara Schneider-Kempf (Vorsitzende der AG), Matthias Kaun (Mitglied), Ivo Vogel (Mitglied) Deutscher Bibliotheksverband e.V. - dbv / Sektion 4 Wissenschaftliche Universalbibliotheken, Kommission für Erwerbung und Bestandsentwicklung Dr. Jelka Weber (Mitglied) Deutscher Bibliotheksverband e.V. – dbv / Sektion 7 Konferenz der informations- und bibliothekswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge Dr. Christian Oesterheld (Ständiger Gast) Deutsches Institut für Normung e.V. – DIN / Expertengruppe Bau und Nutzungsplanung für wissenschaftliche Bibliotheken Dr. Daniela Lülfing (Mitglied) Deutsches Institut für Normung e.V. – DIN / Normenausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen – NABD / Bibliotheksmanagement Christoph Albers (Mitglied)
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Deutsches Institut für Normung e.V. – DIN / Normungsausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen 7 Dr. Karl Werner Finger (Mitglied) Digi Zeitschriften e.V. Friederike Glaab-Kühn (Mitglied) Elektronische ZeitschriftenBibliothek – EZB / Anwendertreffen Andrea Stei (ZDB-Vertretung) European Association for Chinese Studies – EACS Matthias Kaun (Mitglied) European Association for Japanese Studies – EAJS Ursula Flache (Mitglied) European Association of Japanese Resource Specialists – EAJRS / Board Ursula Flache (Vorstandsmitglied) European Association of Sinological Librarians – EASL Dr. Cordula Gumbrecht (Mitglied), Matthias Kaun (Mitglied) European Register of Microform and digital Masters - EROMM Franziska Hartwig (Mitglied des Beirats) Excellence-Cluster TOPOI / Research Group Applied Historical Geography Wolfgang Crom (Mitglied) Excellence-Cluster TOPOI / Research Group Processing of Space Dr. Markus Heinz (Mitglied) Fachbeirat für das Kompetenzzentrum für Bestandserhaltung für Berlin und Brandenburg Andreas Mälck (Mitglied d. Beirats) Forum Zeitschriften GeSIG (German Speaking Serials Interest Group) / AG Zeitungen Dr. Joachim Zeller (Vorstandsmitglied) Freundeskreis für Cartographica in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz e.V. Wolfgang Crom (Vorstandsmitglied/Geschäftsstelle), Dr. Markus Heinz (Mitglied des Beirats) Friedrich-Althoff-Konsortium e.V. – FAK Dr. Ursula Stanek (Vorsitzende des Vorstandes), Dr. Jelka Weber (stellvertretendes Mitglied) Gemeinsamer Bibliotheksverbund – GBV / AG Alte Drucke Michaela Scheibe (Vorsitzende)

Gemeinsamer Bibliotheksverbund – GBV / AG Karten Sybille Lüker (Sprecherin) Gemeinsamer Bibliotheksverbund – GBV / Fachbeirat Andrea Jacobs (Mitglied), Dr. Holger Busse (Mitglied) Gemeinsamer Bibliotheksverbund – GBV / FAG Erschließung und Informationsvermittlung Andrea Jacobs (Sprecherin) Gemeinsamer Bibliotheksverbund – GBV / FAG Fernleihe und Endnutzerdienste Uwe Schwersky (Mitglied) Gemeinsamer Bibliotheksverbund – GBV / FAG Lokale Geschäftsgänge Renate Müller (Mitglied) Gemeinsamer Bibliotheksverbund – GBV / FAG Technische Infrastruktur Dr. Holger Busse (Mitglied) Gemeinsamer Bibliotheksverbund – GBV / UAG Monographienbearbeitung Beate Hultschig (Mitglied) Gemeinsamer Bibliotheksverbund – GBV / UAG Zeitschriftenbearbeitung Wolfgang Lubitz (Mitglied) Gemeinsamer Bibliotheksverbund – GBV / Verbundleitung Dr. Karl Werner Finger (Mitglied) Gerhart Hauptmann Stiftung / Vorstand Prof. Dr. Eef Overgaauw (Mitglied) Gesellschaft für Japanforschung e. V. – GJF Ursula Flache (Mitglied) Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung e.V. Carola Pohlmann (Mitglied) Goethe-Institut e.V. / Beirat für Information und Bibliothek des Präsidiums Barbara Schneider-Kempf (Mitglied) International Association of Law Libraries – IALL Ivo Vogel (Vorstandsmitglied) International Federation of Library Associations and Institutions – IFLA / Deutsches Nationalkommittee Barbara Schneider-Kempf (Mitglied) International Federation of Library Associations and Institutions – IFLA / Section Geography and Map Libraries Wolfgang Crom (Mitglied)

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International Federation of Library Associations and Institutions – IFLA / Standing Committee Acquisition and Collection Development Susanne Maier (Mitglied) International Federation of Library Associations and Institutions – IFLA / Standing Committee Government Information and Official Publications Dr. Ursula Stanek (Mitglied) International Federation of Library Associations and Institutions – IFLA / Standing Committee Management and Marketing Barbara Schneider-Kempf (Mitglied) International Federation of Library Associations and Institutions – IFLA / Standing Committee Newspapers Dr. Joachim Zeller (Mitglied), Christoph Albers (Mitglied, Webmaster) International Federation of Library Associations and Institutions – IFLA / Standing Committee on Copyright and other Legal Matters Armin Talke (Mitglied) International Society of Curators of Early Maps – ISCEM Dr. Markus Heinz (Teilnehmer) Internationale Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks- und Graphikrestauratoren Julia Bispinck-Roßbacher (geschäftsführendes Vorstandsmitglied) Internationale Coronelli-Gesellschaft für Globenkunde Dr. Markus Heinz (Mitglied) Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters / Wissenschaftlicher Beirat Dr. Falk Eisermann (Mitglied) Kommission Zukunft Informationsinfrastruktur – KII / AG Lizenzen Dr. Ursula Stanek (Mitglied) Kompetenznetzwerk für Bibliotheken – KNB / Steuerungsgremium Barbara Schneider-Kempf (Stellvertretende Vorsitzende) KOOP LITERA international – Das Kompetenznetzwerk für Nachlässe / KOOP LITERA Deutschland Dr. Jutta Weber (Sprecherin)

Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg – KOBV / Kuratorium Dr. Karl Werner Finger (Ständiger Gast) Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche – LIBER Dr. Daniela Lülfing (Mitglied) Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche – LIBER / Groupe des Cartothécaires Steffi Mittenzwei (Vorstandsmitglied) Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche – LIBER / Groupe des Cartothécaires/Working Group Education Wolfgang Crom (National Correspondent) Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche – LIBER / Manuscripts Expert Group Dr. Jutta Weber (Chair) Mendelssohn-Gesellschaft e.V. / Vorstand Dr. Martina Rebmann (Stellvertretende Vorsitzende), Dr. Roland Schmidt-Hensel (Beisitzer) Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V. – MFA Dr. Joachim Zeller (Mitglied) Musikgeschichtliche Kommission Dr. Martina Rebmann (Mitglied) Netzwerk Informationskompetenz Berlin-Brandenburg – NIK BB Belinda Jopp (Mitglied) Netzwerk Internetressourcen Geschichte Doina Oehlmann (Mitglied) Neue Bach-Gesellschaft e.V. Dr. Martina Rebmann (Mitglied im Direktorium) Postgraduales Fernstudium Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin – Wissenschaftlicher Beirat Dr. Christian Oesterheld (Mitglied) Prüfungsausschuss Berlin für die Ausbildung zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste – BVwA Regina Rogalka (Stellv. Mitglied) Prüfungsausschuss für den höheren Bibliotheksdienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken bei der Bayerischen Staatsbibliothek Dr. Christian Oesterheld (Stellv. Mitglied) Prüfungsausschuss II (Berlin) beim Bundesverwaltungsamt für die Abnahme von Zwischen- und Abschlussprüfungen in dem anerkannten Aus-

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bildungsberuf Fachangestellte/r für Medienund Informationsdienste Astrid Meyer (Mitglied) Regeln zur Erschließung von Nachlässen und Autographen – RNA Dr. Jutta Weber (Federführung) Standardisierungsausschuss bei der Deutschen Nationalbibliothek – STA bei DNB Dr. Karl Werner Finger (Mitglied) Standardisierungsausschuss bei der Deutschen Nationalbibliothek – STA bei DNB / EG Datenformate Barbara Sigrist (Mitglied) Standardisierungsausschuss bei der Deutschen Nationalbibliothek – STA bei DNB / EG Formalerschließung Andrea Stei (Mitglied), Beate Hultschig (Mitglied), Karin Patzer (Mitglied) Standardisierungsausschuss bei der Deutschen Nationalbibliothek – STA bei DNB / EG Gemeinsame Körperschaftsdatei Heike Siebenborn (Mitglied) Standardisierungsausschuss bei der Deutschen Nationalbibliothek – STA bei DNB / EG Normdaten Beate Hultschig (Mitglied) Standardisierungsausschuss bei der Deutschen Nationalbibliothek - STA bei DNB / EG Normdaten / Formalerschließung / gemeinsame Arbeitsgruppe Musik Dr. Roland Schmidt-Hensel (Mitglied) Standardisierungsausschuss bei der Deutschen Nationalbibliothek – STA bei DNB / EG Normdaten, Redaktionsgruppe Schlagwortnormdatei Norbert Nahrmann (Mitglied) Standardisierungsausschuss bei der Deutschen Nationalbibliothek – STA bei DNB / EG Sacherschließung Heike Krems (Mitglied), Robert Zepf (Mitglied) Standardisierungsausschuss bei der Deutschen Nationalbibliothek – STA bei DNB / EG Sacherschließung Norbert Nahrmann (Mitglied) Standardisierungsausschuss bei der Deutschen Nationalbibliothek – STA bei DNB / EG Sacherschließung Almut Ilsen (Mitglied) 52 |
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Ständiger Ausschuss für geographische Namen – StAGN Wolfgang Crom (ständiges Mitglied) Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung, Kassel / Stiftungskomitee Dr. Jutta Weber (Mitglied des Beirats) Stiftung Garnisonskirche Potsdam / Kompetenzteam Wissenschaft, Forschung und Dokumentation Barbara Schneider-Kempf (Mitglied) Subito Dokumente aus Bibliotheken e.V. Dr. Karl Werner Finger (Mitglied) The Islamic Manuscript Association – TIMA Christoph Rauch (Mitglied) Troisdorfer Kolloquium zur historischen Kinderbuchforschung Carola Pohlmann (Mitglied) Vascoda e.V. – Internetportal für wissenschaftliche Information Barbara Schneider-Kempf (Vorsitzende des Vorstandes), Matthias Kaun (Mitglied) Vascoda e.V. – Internetportal für wissenschaftliche Information / AG Content Matthias Kaun (Mitglied) Vascoda e.V. – Internetportal für wissenschaftliche Information / Facharbeitsgruppe Geisteswissenschaften Doina Oehlmann (Mitglied) Vascoda e.V. – Internetportal für wissenschaftliche Information / Facharbeitsgruppe Sozialwissenschaften Ivo Vogel (Mitglied) Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. – VdA / Fachgruppe 7 Dr. Joachim Zeller (Mitglied) Verein Deutscher Bibliothekare e.V. – VDB Ivo Vogel (Wahlausschussmitglied) Verein Deutscher Bibliothekare e.V. – VDB / Kommission für berufliche Qualifikation Dr. Christian Oesterheld (Mitglied) Verein Deutscher Bibliothekare e.V. – VDB / Landesverband Berlin / Vorstand Dr. Daniela Lülfing (Vorstandsmitglied) Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung – VSJF Ursula Flache (Mitglied)

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Verzeichnis der im deutschsprachigen Raum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts – VD 17 / AG Partnerbibliotheken Annette Wehmeyer (Mitglied) Verzeichnis der im deutschsprachigen Raum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts – VD 17 / Kooperationsgemeinschaft der Trägerbibliotheken Annette Wehmeyer (Mitglied)

Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie – ZfBB Barbara Schneider-Kempf (Mitherausgeberin), Dr. Martin Hollender (Redaktionsmitglied) Zentrales Verzeichnis digitalisierter Drucke – zvdd Thomas Klaus Jacob (Mitglied)

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Wissenstransfer zu bibliotheksfachlichen Themen, Kooperationen mit Einrichtungen im In- und Ausland

Tagungen, Vorträge, Seminare, Führungen, Gastaufenthalte

I. Quartal 2010
Die Abteilung Historische Drucke führte ihre buchhistorischen Seminarveranstaltungen fort, am 15. Januar mit dem zweiten Teil eines Blockseminars des Instituts für Klassische Philologie an der Humboldt-Universität zu Berlin unter Leitung von PhDr. Richard Šípek (Nationalmuseum Prag). Michaela Scheibe, komm. stellvertretende Leiterin der Abteilung Historische Drucke, führte in die Bibliotheksgeschichte und Provenienzforschung ein. Am 15. Januar veranstaltete Heidrun Feistner einen Workshop zum Thema Buchdruck, Illustration und Typographie aus fünf Jahrhunderten, dies für Studentinnen und Studenten des Masterstudiengangs Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Am 28. Januar besuchten Oksana Volodina, Direktorin der Bibliothek der Weißrussischen Universität für Kultur und Künste in Minsk, und Tetjana Omelcenko, Projektmanagerin aus dem Kunstzentrum Eko Art im ukrainischen Donetsk, im Rahmen eines Studienaufenthaltes des Goethe-Instituts die Osteuropa-Abteilung der SBB-PK. Sie informierten sich über die Sammlungsgeschichte und über die aktuellen elektronischen Informationsangebote via Homepage, OPAC, virtuelle Fachbibliotheken und elektronische Volltextangebote.

Der Workshop Islamische Handschriften in Deutschland an der Universitätsbibliothek Leipzig vom 29. bis 30. Januar diente dem Austausch über Aktivitäten im Bereich Digitalisierung und Nachweis von islamischen Handschriften sowie dem Ausloten möglicher Kooperationen. Von der Orientabteilung der SBB-PK beteiligte sich der Abteilungsleiter, Christoph Rauch, mit einem Vortrag, in dem er die Berliner Sammlung orientalischer Handschriften und die Digitalisierungsaktivitäten der SBB-PK vorstellte. Am 11. Februar besuchten sechs Kommunalpolitiker aus Teheran das Haus Potsdamer Straße der SBB-PK. Christoph Rauch, Leiter der Orientabteilung, erläuterte die Architektur des Gebäudes, die Service-Angebote und den Orientalia-Bestand der SBB-PK mit u. a. der größten Sammlung persischer Handschriften in einer deutschen Bibliothek. Am 12. Februar besuchten acht Studierende der FU Berlin im Rahmen des Kurses „Deutsche Märchen“ die Kinder- und Jugendbuchabteilung. Kathrin Bergemann stellte den Studierenden aus Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Italien einige Kostbarkeiten des Bestandes vor, darunter herausragende Ausgaben der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, der Märchen von E.T.A. Hoffmann sowie im deutschsprachigen Raum erschienene Märchen von Hans Christian Andersen.

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Am 17. Februar besuchte eine Gruppe von Beschäftigten des Ethnologischen Museums in Berlin-Dahlem die SBB-PK, um sich in einer Datenbankschulung der Fachreferentin für Ethnologie, Belinda Jopp, über die Möglichkeiten der elektronischen Aufsatzrecherche informieren zu lassen. Vom 17. bis 19. Februar fand in der Berliner Akademie der Künste die zweite Arbeitstagung des Verbundes KOOP-LITERA Deutschland statt. Vertreterinnen und Vertreter aus 56 kulturellen Einrichtungen Deutschlands, die sich der Sammlung, Erschließung und Präsentation literarischer, künstlerischer und zeitgeschichtlich bedeutender Nachlässe widmen, sowie Leiter kultureller Netzwerke, von Archiven, Bibliotheken und Museen aus Deutschland und dem benachbarten Ausland tauschten sich über aktuelle und langfristig bedeutsame Fragen aus. Schwerpunkte der Diskussionen waren Standardisierungen bei Erschließungs- und Digitalisierungsprojekten, rechtliche Fragen beim Umgang mit personenbezogenen Beständen und die Langzeitsicherung des analogen und digitalen Archivguts. – Die Sprecherin von KOOP-LITERA Deutschland ist Dr. Jutta Weber, stellvertretende Leiterin der Handschriftenabteilung der SBB-PK; Maria Federbusch, wiss. Mitarbeiterin in der Abteilung Historische Drucke, hielt ein Referat zum Thema Metadaten. Am 18. Februar kam eine internationale Gruppe von Spezialistinnen und Spezialisten auf dem Gebiet der slavistischen Mediävistik in die SBBPK, der Besuch fand im Rahmen der Zusammenarbeit der Osteuropa-Abteilung mit dem Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Gezeigt wurden elf ausgewählte Handschriften aus der Sammlung Wuk, einer nach ihrem Begründer, Vuk Stefanovic Karadžic, benannten Sammlung kirchenslawischer Handschriften. Prof. Dr. Eef Overgaauw, Leiter der Handschriftenabteilung der SBB-PK, und Vladimir Neumann, Referent für Slavistik an der Osteuropa-Abteilung der SBB-PK, stellten den Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern die Handschriften vor und begleiteten die Gruppe bei der sich anschließenden Führung durch das Haus Potsdamer Straße.

Am 21. Februar hielt die Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, Carola Pohlmann, den Eröffnungsvortrag zur Ausstellung der österreichischen Illustratorin Lisbeth Zwerger im Bilderbuchmuseum in Troisdorf. Die Ausstellung, die auch Leihgaben aus der SBB-PK enthält, wird außerdem im Eric Carle Museum in Amherst/ Massachusetts und im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover zu sehen sein. In Berlin fand vom 24. bis 27. Februar der 29. Deutsche Krebskongress statt. Die weltweit führenden Forscher Prof. Richard M. Goldberg (Chapel Hill, North Carolina) und Prof. John M. Kirkwood (Pittsburgh) traten als Keynote speaker auf und besuchten gemeinsam mit anderen Kongressteilnemerinnen und -teilnehmern am 24. Februar die SBB-PK. Dr. Gabriele Kaiser, wiss. Mitarbeiterin in der Handschriftenabteilung, präsentierte mehr als 40 medizinische Autographen und Handschriften, überwiegend aus der Sammlung Ludwig Darmstaedter, sowie Materialien von Paul Ehrlich, dem Begründer der Chemotherapie. Den Dokumenten und der Geschichte der Bibliothek wurde breites Interesse entgegengebracht. Meliné Pehlivanian, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Orientabteilung, führte die Gäste durch das Haus Potsdamer Straße. Die von der SBB-PK betriebene Virtuelle Fachbibliothek Recht (ViFa Recht) richtete am 25. und 26. Februar in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für juristisches Bibliotheks- und Dokumentationswesen ihre nunmehr zweite Fachtagung aus, diesmal unter dem Motto Modernes Dokumentenmanagement – zwischen Open Access und Datenschutz. Inhaltlich widmete sich die Veranstaltung aktuellen Fragen der Dokumentenverwaltung und -präsentation unter besonderer Berücksichtigung der Gewährleistung eines ungehinderten Zugangs zu rechtswissenschaftlichen Dokumenten im Internet und deren Sicherheit und Integrität. Am 25. Februar besuchte Nat Williams, Director of Exhibitions der National Library of Australia, die SBB-PK und wurde von Dr. Daniela Lülfing über

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die Baustelle des Neuen Lesesaals im Haus Unter den Linden geführt. In der Reihe Werkstattgespräche konnte am 26. Februar, zwei Wochen nach seiner offiziellen Freischaltung, das neue Internetportal Docupedia-Zeitgeschichte präsentiert werden. Dr. Rüdiger Hohls, wiss. Mitarbeiter am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin, ging in seinem Vortrag vor allem auf die Entwicklungsprozesse und die praktische Arbeit im Zusammenspiel von Technik und beitragenden Autoren ein. Am 11. März sprach in der Reihe Werkstattgespräche der Verleger Dr. Christoph Links über das Thema Verwaiste Bücher? Die Privatisierung der DDRVerlage und ihre Konsequenzen für Leser, Bibliotheken und Autoren. Vom 15. bis 18. März fand unter aktiver Beteiligung zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SBB–PK der 4. Leipziger Kongress für Information und Bibliothek mit dem Motto „Menschen wollen Wissen!“ Bibliotheken im 21. Jahrhundert: international, interkulturell, interaktiv statt. Neben der Teilnahme an Gremientreffen, Ausschußsitzungen u. a. seien folgende Vorträge genannt: – Johann Rolschewski, komm. Leiter der Abteilung für Überregionale Bibliographische Dienste, schilderte Verbundsysteme für ein neues Jahrzehnt – den Aufbruch ins neue Jahrzehnt: Neue Entwicklungen bei der Zeitschriftendatenbank. – Michaela Scheibe, komm. stellv. Leiterin der Abteilung Historische Drucke, sprach – innerhalb des Themenkreises Tradition und Transformation. Das Gutenbergzeitalter im Internet über Provenienzen digital – von der nationalbibliographischen Verzeichnung zum „catalogue enrichment“. – Thomas Schmieder-Jappe, Leiter der Auskunftsdienste, moderierte die Veranstaltungsfolge Unsere Kunden – Was wollen die bloß von uns? Benutzererwartungen in (wissenschaftlichen) Bibliotheken sowie die Veranstaltung Dienstleistung trifft Zukunft! Ein öffentliches Gespräch zwischen der Dienstleistungskommission des Deutschen Bibliotheksverbands und der Zukunftswerkstatt. 56 |
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– Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf, trug innerhalb des Themenblocks Altbestand und Öffentlichkeit zum Thema Nach der Denkschrift der „Allianz“. Neue überregionale Entwicklungen in der Bestandserhaltung vor. – Birgit Stumm, an der SBB-PK angesiedelte EUBeraterin im Kompetenznetzwerk für Bibliotheken (KNB), sprach, innerhalb des Themenblocks Kultur in der Krise? Bibliotheken in der Krise? zum Thema Bibliotheken in die Förderprogramme! – Armin Talke, Fachreferent für Rechtswissenschaft, referierte über Google, geistiges Eigentum und Digital Divide: Die Perspektive der Bibliothekare und moderierte die Veranstaltung Neues Zum Urheberrecht der Rechtskommission des Deutschen Bibliotheksverbands. – Dr. Jelka Weber, stellv. Leiterin der Abteilung Bestandsaufbau, moderierte – gemeinsam mit Christoph Kämper, Stuttgart – die Veranstaltungsfolge Was kommt nach den Nationallizenzen? Bei der Eröffnung der Ausstellung Die Vermesser am Fluss im Rathaus Spandau am 24. März hielt Wolfgang Crom, Leiter der Kartenabteilung der SBBPK, einen Vortrag über Leben und Wirken des Berliner Kartographen Daniel Friedrich Sotzmann (1754–1840). Die Botschafterin des Großherzogtums Luxemburg, I.E. Martine Schommer, stattete der SBB-PK am 24. März einen Informationsbesuch ab. Mehrere Sonderabteilungen präsentierten Luxemburgensia aus ihren Sammlungen; Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf erläuterte Geschichte und Aufgaben der SBB-PK. An der internationalen Konferenz Middle Eastern Literatures of the 18th century. A departure towards Modernity?, die vom 26. bis 28. März in der Lutherstadt Wittenberg stattfand, beteiligte sich aus der Orientabteilung der SBB-PK Meliné Pehlivanian, Fachreferentin für Afrikanistik, Armenisch und Äthiopisch mit dem Vortrag The impact of printing on the Armenian society of the 18th century.

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II. Quartal 2010
Dr. Falk Eisermann, Leiter des Referats Wiegendrucke/Inkunabeln, hielt sich vom 12. bis 23. April als Gast des History Departments (Harris German/Dartmouth Distinguished Visiting Professor) am Dartmouth College in Hanover (New Hampshire, USA) auf. Dort unterrichtete er drei Undergraduate-Kurse der Fächer Geschichte und Kunstgeschichte und veranstaltete einen Workshop zur Inkunabelkunde und zur Arbeit des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke mit Fakultäts- und Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeitern. Zum Abschluss hielt Dr. Eisermann einen öffentlichen Vortrag zum Thema Medium of the Masses? On Press Runs and Audiences of Fifteenth-Century Broadsides. Anschließend war er für vier Tage zu Gast in Bloomington (Indiana) anläßlich der 50-Jahr-Feier der Lilly Library, einer der renommiertesten Rare Book Libraries der Vereinigten Staaten. Auch dort standen zwei Workshops und ein Vortrag zum Leipziger Buchdruck des 15. Jahrhunderts auf dem Programm. Als Gemeinschaftsveranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, der Martin-OpitzBibliothek in Herne, der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und des Vereins deutscher Bibliothekare/Regionalverband Berlin-Brandenburg, wurde am Abend des 13. April in der Berliner Stadtbibliothek die Martin-Opitz-Bibliothek in Herne durch Vorträge und Diskussionen zum Thema Spezialbibliotheken vor dem Ende – oder digitaler Neuanfang? präsentiert. An der Diskussion mit dem Titel Wie knackt man die Wissenstresore fürs östliche Europa? beteiligte sich auch der Leiter der Osteuropa-Abteilung der SBB-PK, Olaf Hamann. Im Mittelpunkt stand die Digitalisierung osteuroparelevanter Sammlungen und ihr Auffinden im Internet, die Entwicklung Virtueller Fachbibliotheken und der Wandel von Informationsdienstleistungen. Am 14. April fand in den Räumen der SBB-PK der erste Workshop des Netzwerkes Informationskompetenz Berlin-Brandenburg (NIK BB) statt. Mehr

als 50 Berufskolleginnen und -kollegen aus Berliner und Brandenburger Bibliotheken nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch bei der Vermittlung von Informationskompetenz. Als Gründungsmitglied vertritt Belinda Jopp, Fachreferentin für Geschichte und Koordinatorin für Fachinformation, die SBB-PK in diesem Gremium. Im Rahmen einer neuen Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam und der SBB-PK leiten im aktuellen Sommersemester Friederike Glaab, Referentin für Elektronische Ressourcen, und Dr. Jochen Haug, Ausbildungsleiter und Fachreferent für Anglistik und Amerikanistik, das Seminar Aufbau und Konzeption von Informationssammlungen. Thomas Schmieder-Jappe, Leiter der Auskunftsdienste, führt das Seminar Nutzerkontakt in der Informationsdienstleistung durch. Am 22. April organisierte das Friedrich-AlthoffKonsortium, dessen Vorstandsvorsitzende Dr. Ursula Stanek, Referatsleiterin in der Abteilung für Bestandsaufbau der SBB-PK ist, den 4. Konsortialtag. Über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Bibliotheken und Informationseinrichtungen sowie 15 Vertreter von Anbietern und Dienstleistern folgten der Einladung in das Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin und beteiligten sich an der Diskussion zum Thema Nachweis und Präsentation von E-Books – Wünsche und Wirklichkeit. Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf, ihr Ständiger Vertreter, Dr. Karl Werner Finger, und der Leiter der Abteilung für Bestandsaufbau, Dr. Gerhard Kanthak, besuchten am 26. und 27. April die Österreichische Nationalbibliothek in Wien zu einem Informationsbesuch. Sie vereinbarten eine zukünftig engere Kooperation beider Bibliotheken, die mit der Unterzeichnung eines Abkommens und mit konkreten Gemeinschaftsvorhaben einen sichtbaren Start erfahren soll. Dr. Jutta Weber, stellv. Leiterin der Handschriftenabteilung der SBB-PK, führte – gemeinsam mit Dr. Yvonne Pauly, Koordinatorin von Akademie und

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Schule bei der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften –, im April Berliner Gymnasiastinnen und Gymnasiasten in die Arbeit mit Nachlässen und Autographen ein. Bei acht Terminen mit insgesamt ca. 200 Schülerinnen und Schülern mit dem Leistungskurs Deutsch erläuterte Dr. Weber Originalbriefe der Rahel Varnhagen und ließ die jugendlichen Gäste die nur schwer lesbare Handschrift entziffern. Vom 22. bis 24. April fanden im Kartenlesesaal des Hauses Unter den Linden die Internationalen Atlastage mit Workshop statt. Schwerpunkt war die Erprobung einer bei der SBB-PK geführten Atlasdatenbank auf Wikipedia-Basis. An insgesamt drei Terminen im Monat Mai erhielten Berliner und ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Islamischen Kunstgeschichte die Möglichkeit, herausragende Objekte islamischer Miniaturmalerei und Kalligraphie, etwa die Diez-Alben und das Jahangir-Album, zu studieren und darüber zu diskutieren. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Präsentation der Orientabteilung befanden sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DFG-EmmyNoether-Nachwuchsgruppe Kosmos/Ornatus unter der Leitung von Dr. Vera Beyer (Freie Universität Berlin) sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bogazici University Istanbul, der Boston University und des Museums für Islamische Kunst in Berlin. In der SBB-PK traf sich unter der Leitung von Dr. Jutta Weber, stellv. Leiterin der Handschriftenabteilung, am 5. und 6. Mai die Arbeitsgruppe Literaturarchiv und Internet, deren Thema diesmal Metadaten für digitalisierte Nachlässe hieß. Fachleute aus den einschlägigen nachlassbesitzenden Institutionen in Deutschland und aus dem Kreis der Spezialisten für die Aufbereitung von Metadaten diskutierten zwei Tage lang die Grundstrukturen und stellten einen Arbeitsplan auf. Im Rahmen der von den Fachreferentinnen und Fachreferenten organisierten Werkstattgespräche

erläuterte und präsentierte Benjamin Schröter, freier Softwareentwickler, am 6. Mai E-Reader, die Bücher der Zukunft. Die jährliche Fachtagung des Mikrofilmarchivs der deutschsprachigen Presse e.V. fand am 6. Mai im Institut für Zeitungsforschung bei der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund statt. Zum Generalthema Zwei Medienwechsel: Verfilmung und Digitalisierung von Zeitungen heute referierten der Leiter der Zeitungsabteilung, Dr. Joachim Zeller, über die Zeitungsdigitalisierung (Vossische Zeitung, Amtspresse der Bismarckzeit: Teltower Kreisblatt) sowie das KUR-Projekt ‚Stabilisierung zerfallsgefährdeter Zeitungen‘. Christoph Albers, wiss. Referent in der Zeitungsabteilung, informierte über das Zeitungsportal/Zeitungsinformationssystem ZEFYS. Auf Bitte des Goethe-Instituts absolvierte Andreas Mälck, Leiter der Abteilung für Bestandserhaltung und Reprographie in der SBB-PK, im Monat Mai eine mehrtägige Beratungsreise durch Bibliotheken und Archive in Delhi, Kalkutta und Bombay und besuchte u. a. Einrichtungen wie die National Archives of India, die Bibliothek des Indira Gandhi National Centre for the Arts, die National Library in Kalkutta und die Bibliothek der Asiatic Society in Bombay. Dort erörterte er die Möglichkeiten einer deutsch-indischen Kooperation wie auch die Unterstützung indischer Einrichtungen durch das Goethe-Institut bei der Originalerhaltung des kulturellen Erbes Indiens. Am 10. und 11. Mai traf sich die Kommission Kartenkuratoren der Deutschen Gesellschaft für Kartographie unter der Leitung von Wolfgang Crom, dem Leiter der Kartenabteilung, zu ihrer Jahrestagung. Konferenzort war das Vermessungstechnische Museum in Dortmund, inhaltlich wurde über künftige Präsentationen historischer Landesaufnahmen diskutiert. Holger Scheerschmidt, wiss. Mitarbeiter in der Kartenabteilung der SBB-PK, stellte dabei einen Entwurf für die preußischen Kartenwerke des 18. und frühen 19. Jh. vor.

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Am 14. Mai besuchten ca. 35 Antiquarinnen und Antiquare im Rahmen ihrer jährlichen Fortbildungsveranstaltungen die SBB-PK. Der Leiter der Handschriftenabteilung, Prof. Dr. Eef Overgaauw, präsentierte verschiedene Varianten der Handschriften von Dantes Divina commedia und erläuterte die Besonderheiten bei der Überlieferung dieses Werkes. Anschließend trug der Leiter der Osteuropa-Abteilung, Olaf Hamann, über die Kriegsverluste deutscher Bibliotheken, die erfolgten Restitutionen sowie die aktuelle Suche nach kriegsbedingt verlagerten deutschen Büchersammlungen in Polen und den Nachfolgestaaten der UdSSR sowie ihre Dokumentierung in den elektronischen Bibliothekskatalogen vor. Dr. Jutta Weber, stellv. Leiterin der Handschriftenabteilung, führte am 15. Mai einer Gruppe amerikanischer Theologinnen und Theologen wichtige und interessante Dokumente aus dem Nachlass Dietrich Bonhoeffers vor. Innerhalb der von der Theodor-Fontane-Gesellschaft organisierten Ringvorlesung Theodor FontaneForum hielt Dr. Jutta Weber, stellv. Leiterin der Handschriftenabteilung, am 18. Mai in der Humboldt-Universität einen Vortrag zum Thema Der Nachlass Theodor Fontanes innerhalb der Nachlässe und Sammlungen der SBB-PK zu Berlin. Am 18. Mai hielt der Leiter der Osteuropa-Abteilung, Olaf Hamann, auf der 15. Jahreskonferenz des Russischen Bibliotheksverbandes RBA im sibirischen Tomsk einen Vortrag zum Thema Provenienzforschung und verlagerte Büchersammlungen – die Hauptrichtungen der Forschung in Deutschland. Im Mittelpunkt standen die theoretischen Grundlagen der Provenienzbeschreibung, die historische Provenienzforschung, die Suche nach NS-Raubgut und die Dokumentation von Kriegsverlusten. Der Vortrag ist eine von vielen Maßnahmen im Rahmen des Deutsch-Russischen Bibliotheksdialogs zu kriegsbedingt verbrachten Bibliotheken und soll den Informationsaustausch mit russischen Einrichtungen befördern.

Vom 18. bis zum 20. Mai besuchten Vinit Kumar und Mithun Raj, beide Research Students im postgradualen Studium am Documentation Research and Training Centre in Bangalore/Indien, die SBBPK. Der Besuch fand im Rahmen eines gemeinsam vom Wissenschaftskolleg zu Berlin und dem Goethe-Institut Max Mueller Bhavan in Neu-Delhi organisierten, insgesamt vierwöchigen Aufenthalts in Berlin statt, der dem Ziel der Weiterbildung im Bereich der IT-basierten Benutzungsdienste gewidmet war. Während der dreitägigen, von Dr. Jochen Haug, Ausbildungsleiter der SBB-PK, koordinierten Hospitation erhielten die Gäste Einblicke in die Bereiche Informations- und Datenmanagement, Fachreferate, Benutzung und die Zeitschriftendatenbank. Im Rahmen der Werkstattgespräche war am Abend des 20. Mai der Romanist Prof. Dr. Dieter Kattenbusch von der Humboldt-Universität zu Berlin Gast der SBB-PK und präsentierte den von ihm konzipierten Internet-Sprachatlas VIVALDI. Seit fast zwanzig Jahren zeichnen Linguistinnen und Linguisten der Humboldt-Universität italienische Dialekte auf; dokumentiert werden im Dialektatlas Vivaio Acustico delle Lingue e dei Dialetti d’Italia aber nicht nur die heute in Italien gesprochenen Dialekte, sondern auch die historischen ethnischen Sprachen (wie Albanisch, Deutsch, Ladinisch, Provenzalisch etc.). Bei der Frühjahrstagung der Sektion 4 / Wissenschaftliche Universalbibliotheken des Deutschen Bibliotheksverbands hielt die Generaldirektorin der SBB-PK, Barbara Schneider-Kempf, am 26. Mai in Bremen einen Vortrag über Das Problem ZDB/EZB [Zeitschriftendatenbank / Elektronische Zeitschriftenbibliothek]. Eine unendliche Geschichte? Vom 26. bis 29. Mai trafen sich Expertinnen und Experten aus aller Welt an der Universität in Erlangen zum Arabian Nights Workshop. Im Mittelpunkt standen seltene und noch weitgehend unerforschte arabische Bilderhandschriften von Tausendundeiner Nacht. Christoph Rauch, Leiter der Orientabteilung der SBB-PK, präsentierte vor Ort eine illustrierte

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Handschrift aus der Berliner Sammlung. Illustrierte arabische Tausendundeine Nacht-Handschriften sind äußerst rar. Parallel zum Workshop wurde die wahrscheinlich aus Ägypten stammende Handschrift von Dr. Doris Oltrogge vom Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der FH Köln einer naturwissenschaftlichen Untersuchung unterzogen. Am 27. Mai fand für Mitglieder der Freunde der SBB-PK zu Berlin e.V. eine Präsentation von Erstausgaben und Unikaten deutscher Wiegendrucke aus der Sammlung der SBB-PK statt. Die Erläuterungen übernahm der Leiter des Inkunabelreferats, Dr. Falk Eisermann; als Gast und Co-Moderator stellte der Altgermanist Prof. Dr. Volker Honemann dem Publikum zwei besondere Drucke vor. Die SBB-PK beteiligte sich auch in diesem Jahr aktiv am Nationalen Aktionstag für die Erhaltung schriftlichen Kulturguts, der am 29. Mai unter dem Motto Massenhaft Kulturgut – in der Masse liegt die Klasse in der Deutschen Nationalbibliothek am Standort Leipzig stattfand. Schwerpunkte waren die Projekte des Programms zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut (KUR). Unter der Fragestellung Wie sauer ist unser Papier? wurde über die Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung von Papier – ein Vorhaben, an dem die SBB-PK als Projektpartner beteiligt ist –, berichtet. Unter dem Motto Massenhaft Zeitungen – sind Zeitungen Kulturgut? referierte der Leiter der Zeitungsabteilung, Dr. Joachim Zeller, über das KUR-Projekt zur Stabilisierung brüchiger Zeitungsseiten und wies auf die besonderen Probleme und das Schadensausmaß der Zeitungssammlungen in deutschen Bibliotheken hin. Im Rahmen der von den Fachreferentinnen und Fachreferenten organisierten Werkstattgespräche stellte Dr. Kate Roy, Stipendiatin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, am 1. Juni die Memoiren Emily Ruethes, einer arabischen Prinzessin, vor und skizzierte deren literarischen Kontext. Im Rahmen der Wissenswerkstatt referierte am 3. Juni Prof. Dr. Mario Varvaro (Universität Pa60 |
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lermo und derzeit Stipendiat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz), über den Gaius der Preußen, eine Hauptquelle des klassischen römischen Rechts in einer Handschrift der SBB-PK. Am 10. Juni informierte Boris Liebrenz M.A., wiss. Mitarbeiter am Orientalischen Institut der Universität Leipzig, die Besucher der Wissenswerkstatt über Besitzer- und Lesereinträge in arabischen Handschriften als sozialgeschichtliche Quelle. Die Tagung Bilder vom Nirgendwo des Topoi-Excellence-Clusters, in der über Karten von Jenseitsvorstellungen und Utopia diskutiert wurde, begann am 10. Juni mit einer Führung von Wolfgang Crom durch die Ausstellung Belle Vue auf die Welt, bei der insbesondere die Aspekte der Phantasien und Allegorien auf Karten sowie die Karte des Schlaraffenlandes im Vordergrund standen. Steffi Mittenzwei, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kartenabteilung, trug bei der Tagung der europäischen Kartenkuratoren (LIBER Groupe des Cartothécaires) vom 15. bis 19. Juni im estnischen Tallinn den National Report der deutschen Sektion vor, der die Entwicklungen des Kartenbibliothekswesens in den vergangenen zwei Jahren beinhaltet. Am 17. Juni besuchten 30 in- und ausländische Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer bzw. Chefredakteurinnen und Chefredakteure der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck das Haus Unter den Linden. Die Generaldirektorin der SBB-PK, Barbara Schneider-Kempf, hielt im Lessing-Saal einen Vortrag über die Geschichte, Architektur und Positionierung der SBB-PK zu Berlin innerhalb der internationalen Bibliothekslandschaft des 21. Jahrhunderts. Im Roten Salon präsentierte Dr. Martina Rebmann, Leiterin der Musikabteilung, dem u. a. aus New York, Boston und London stammendem Fachpublikum exklusiv das Autograph von Beethovens 9. Sinfonie. Im Rahmen der Gothaer Kartenwochen kommentierte der stellvertretende Abteilungsleiter der Kartenabteilung, Dr. Markus Heinz, den 1928 entstan-

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denen Stummfilm Karte und Atlas, der sowohl die damaligen Methoden der Landesvermessung darstellt, als auch die aufwändigen Arbeiten des Kupferstichs, die in der Kartographischen Anstalt Justus Perthes in Gotha aufgenommen worden waren. Im Juni organisierte die Abteilung Historische Drucke zwei weitere buchhistorische Seminarveranstaltungen: Am 21. Juni fand im Haus Unter den Linden eine Sitzung des von Dr. Peter Bahl am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der TU Berlin geleiteten hilfswissenschaftlichen Seminars statt. Die komm. stellvertretende Abteilungsleiterin, Michaela Scheibe, präsentierte zahlreiche Objekte aus den Sondersammlungen der Abteilung Historische Drucke, um so den Studierenden einen anschaulichen Einblick in die Buch- und Bibliotheksgeschichte sowie die Provenienzforschung zu bieten. Am 28. Juni konnten die Studentinnen und Studenten des Seminars Von Enzyklopädien bis zur der Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des Sciences, des Arts et des Métiers von Diderot & d’Alembert des Instituts für Romanistik der Humboldt-Universität zu Berlin die berühmte Encyclopédie im Original betrachten. Vom 23. bis 25. Juni fand in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden das internationale Kolloquium Das Instrumentalrepertoire der Dresdner Hofkapelle in den ersten beiden Dritteln des 18. Jahrhunderts – Überlieferung und Notisten statt, bei dem die Musikabteilung der SBBPK mit zwei Vorträgen vertreten war. Dr. Tobias Schwinger, wiss. Mitarbeiter im DFG-Projekt Erschließung des Musikarchivs der Sing-Akademie zu Berlin, berichtete über eNoteHistory – schriftspezifische und technische Aspekte eines Ansatzes zur elektronischen Schreibererkennung. Dr. Roland Schmidt-Hensel, stellvertretender Leiter der Musikabteilung und Leiter des Mendelssohn-Archivs, hielt einen Vortrag mit dem Titel Anmerkungen zu einigen Dresdner Notisten im Lichte der Überlieferung von Opern Johann Adolf Hasses und nahm an der Podiumsdiskussion Exakte Unterscheidung von ähnlichen Schreibern – Chance oder Chimäre? teil, in der zentrale methodische Probleme der Erforschung und Zuordnung

von Schreiberhänden in Musikhandschriften des 18. Jahrhunderts am Beispiel einiger Dresdner Hofkopisten diskutiert wurden. In der Wissenswerkstatt hielt Dr. Uwe Jochum, Universitätsbibliothek Konstanz, am 24. Juni einen Vortrag zum Thema ‚Open Access‘ – Zur Korrektur einiger populärer Annahmen. Ebenfalls in der Wissenswerkstatt sprach am 30. Juni Prof. Dr. Peter Schirmbacher, Computerund Medienservice bei der Humboldt-Universität zu Berlin, über Möglichkeiten und gegenwärtige Grenzen des wissenschaftlichen elektronischen Publizierens mit besonderem Bezug auf Veröffentlichungen nach den OpenAccess-Prinzipien.

III. Quartal 2010
Am 13. Juli besuchte eine dreißigköpfige, internationale Gruppe von Absolventinnen und Absolventen des International Institute for Geo-Information Science and Earth Observation in Enschede (NL) ganztägig die Kartenabteilung an beiden Standorten. Während der Abteilungsleiter, Wolfgang Crom, die Gäste im Haus Unter den Linden in die Geschichte der Abteilung und die besonderen Bedingungen bei der Nutzung historisch wertvoller Bestände einführte, präsentierte der stellvertretende Abteilungsleiter, Dr. Markus Heinz, im Haus Potsdamer Straße die vielfältigen Aufgaben und Funktionen, insbesondere diejenigen der Sondersammelgebiete. Weitere Schwerpunkte in der Diskussion waren die Rolle von Bibliotheken für die Bereitstellung von Geodaten und die Inwertsetzung alter trigonometrischer Landesaufnahmen durch den Einsatz von Geo-Informationssystemen am Beispiel der Sächsischen Meilenblätter. Die Fachreferentinnen und Fachreferenten organisierten auch im Juli zwei Veranstaltungen im Rahmen der Wissenswerkstatt. Am 15. Juli lieferte Dr. Michael Schremmer, Editorial Director im Programmbereich Rechtswissenschaften des Verlags de Gruyter, Einblicke in die Lektoratstätigkeit in

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rechtswissenschaftlichen Verlagen und begründete Notwendigkeit und Bedarf der Betätigung von Juristinnen und Juristen im wissenschaftlichen Verlagswesen. – Am 22. Juli wurde das Akademievorhaben Berliner Klassik. Eine Großstadtkultur in Deutschland um 1800 vorgestellt. Das Vorhaben arbeitet mit philologischen und hermeneutischen Methoden; Quellenerschließung und interpretierende Bewertung werden miteinander verbunden, um so das spezifische Profil Berlins in künstlerischer, gesellschaftlicher sowie politischer Hinsicht hervorzuheben. Am 27. Juli besuchte eine Gruppe von zehn Bibliothekarinnen und Bibliothekaren aus der Russischen Föderation und der Republik Belarus, die auf Einladung des Goethe-Instituts zu einem Studienaufenthalt in Deutschland weilten, die SBB-PK. Geführt vom Leiter der Osteuropa-Abteilung, Olaf Hamann, besichtigten die Gäste das Haus in der Potsdamer Straße. In einem Vortrag mit anschließender Diskussion wurden mit den Gästen aus Kaliningrad, Lipezk, Moskau, Nowosibirsk, Rostow am Don, Syktywkar, Toljatti, Witebsk (Belarus) und Wolgograd Fragen der Bibliotheksgesetzgebung in Deutschland, zu den Aufgaben der SBB-PK innerhalb des deutschen Bibliothekswesens, zum Bibliotheksmanagement und zur Entwicklung digitaler Informationsangebote erörtert.

a modern library in an old building stellte Dr. Daniela Lülfing, Leiterin der Benutzungsabteilung und Baubeauftragte der SBB-PK, mit einer Poster-Präsentation das Konzept für die Generalsanierung des Hauses Unter den Linden der SBB-PK vor. – Armin Talke, Fachreferent für Rechtswissenschaften, hielt in Göteborg im Rahmen einer Veranstaltung der Newspaper Section einen Vortrag zum Thema Legal aspects of newspaper digitization. Am 1. September besuchte Dr. Henning SchulteNoelle, Aufsichtsratsvorsitzender der Allianz AG und Vorsitzender des Kuratoriums Museumsinsel, die Generaldirektorin der SBB-PK zu einem informellen Gespräch. Mehrere Sonderabteilungen präsentierten im Roten Salon des Hauses Unter den Linden wertvolle Werke. Das 15. Kartographiehistorische Colloquium wurde in diesem Jahr vom 1. bis 4. September in München abgehalten. Organisiert und moderiert wurde es von Dr. Markus Heinz, dem stellvertretenden Leiter der Kartenabteilung in seiner Funktion als Leiter der Kommission für Geschichte der Kartographie in der Deutschen Gesellschaft für Kartographie (DGfK). Insgesamt nahmen ca. 100 Personen aus neun Ländern an der Veranstaltung teil. Wolfgang Crom, Leiter der Kartenabteilung, referierte über die Begutachtung der Sammlungen Scharnhorst und Klöden und den frühen Sammlungsaufbau der Kartenabteilung. Auf der 21th Annual Conference of the European Association of Japanese Resource Specialists in Genua vom 1. bis 4. September hielt Ursula Flache, Fachreferentin für Japan, einen Vortrag über The Digitization of the Berlin State Library’s Collection of Japanese Rare Books. Vom 7. bis 10. September fand im slowenischen Ljubljana das 17. Kolloquium des Comité international de paléographie latine (CIPL) statt. Das Thema des Kolloquiums waren Autographe des Mittelalters. Fast 100 Handschriftenforscherinnen und -forscher aus 16 Ländern nahmen an der Tagung teil. Den Eröffnungsvortrag mit dem Titel Comment reconnaître un

Am 13. August besuchte erneut eine fünfzehnköpfige Gruppe von Studentinnen und Studenten der Freien Universität Berlin im Rahmen eines Sommerkurses zum Thema Deutsche Märchen die Kinder- und Jugendbuchabteilung, wo die Abteilungsleiterin, Carola Pohlmann, wertvolle Ausgaben der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm sowie Märchen von E.T.A. Hoffmann und Friedrich de la Motte Fouque vorstellte. In Göteborg fand Ende August die Welttagung der bibliothekarischen Verbände und Organisationen, der World Library and Information Congress: 76th IFLA General Conference and Assembly statt. Unter dem Motto Eine moderne Bibliothek in einem alten Gebäude/

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autographe du Moyen âge? hielt Prof. Dr. Eef Overgaauw, Leiter der Handschriftenabteilung der SBBPK. Vom 8. bis 10. September nahm Matthias Kaun, Leiter der Ostasienabteilung, an der jährlichen Sitzung der European Association of Sinological Librarians (EASL) in Lyon teil. Auf dem 30. Treffen der Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa stellte er u. a. die Digitalisierungsvorhaben der Ostasiensammlung vor. Zu den Themen der Tagung zählte der verbesserte Zugang zu fachrelevanten elektronischen Ressourcen, wobei CrossAsia, die an der SBB-PK betreute Virtuelle Fachbibliothek des Sondersammelgebiets Ost- und Südostasien, als Vorreiter für ein europäisches Vorgehen angesehen wurde. Am 9. September traf sich die Forschungsgruppe Connecting Art Histories in the Museum. The Mediterranean and Asia 400–1650 in der SBB-PK, um über den Stand der Erforschung islamischer Buchmalerei zu diskutieren. Dr. Friederike Weis, Research Fellow dieses vom Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Florenz initiierten Projektes, gab einen Einblick in die Diez-Alben, eine einzigartige, teils aus dem 14. Jahrhundert stammende Sammlung von persischen Buchmalereien im Besitz der SBB-PK. Armin Talke, Fachreferent für Rechtswissenschaft, hielt vor der Herbstakademie der Deutschen Stiftung für Recht und Informatik am 9. September in München einen Vortrag mit dem Titel Open Access in der Rechtswissenschaft – „MATERIAE IURIS“ – die Publikationsplattform des Sondersammelgebietes Recht. Am 10. September kamen sieben Kolleginnen aus der Russischen Staatsbibliothek zu einem Informationsbesuch in die SBB-PK. An einen ausführlichen Meinungsaustausch über aktuelle Herausforderungen des Bibliothekswesens insbesondere durch die digitale Welt schloss sich eine Führung durch das Haus Potsdamer Straße an. Die russischen Kolleginnen waren Teilnehmerinnen an einem Weiterbildungskurs an der Verwaltungsaka-

demie beim Präsidenten der Russischen Föderation. Am 16. September stellte Sarah Dudek, Bibliotheksreferendarin an der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, in der Wissenswerkstatt, einem Angebot der Wissenschaftlichen Dienste, unter dem Titel Schöne Literatur binär kodiert ihre Thesen zur Revolutionierung des Dokumentbegriffs im digitalen Umfeld vor. Zu seiner 15. Jahrestagung traf sich der Arbeitskreis für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung Historischer Bucheinbände (AEB) vom 16. bis 18. September in der Forschungsbibliothek Gotha. Von Seiten der SBB-PK beteiligte sich der Sprecher des AEB, Andreas Wittenberg, Abteilung Historische Drucke, mit einem Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer; Ulrike Marburger, Abteilung Historische Drucke leitete eine der drei Arbeitsgruppen; Ninon Suckow, Handschriftenabteilung oblag ein wesentlicher Teil der Tagungsorganisation. Im Rahmen des von der Initiative Fortbildung veranstalteten Workshops NS-Raubgut Forschung in Bibliotheken und Archiven hielt Michaela Scheibe, komm. stellv. Leiterin der Abteilung Historische Drucke, am 17. September einen Vortrag zum Thema Kooperative Provenienzerschließung: Verbundsysteme – Nationale Normdateien – ProvenienzWiki. Dr. Michael Balk, Fachreferent für Zentralasien in der Ostasienabteilung, besuchte vom 23. September bis 3. Oktober auf Einladung des Goethe-Instituts die Mongolei. Im Rahmen eines Fortbildungsprogramms für mongolische Bibliothekare gab Dr. Balk einen allgemeinen Überblick über das Bibliothekswesen in Deutschland, die Funktion der Deutschen Nationalbibliothek sowie über die Geschichte, die historischen Bestände und den heutigen Sammelauftrag der SBB-PK. In einem gut besuchten Vortrag in der Deutschen Botschaft berichtete Balk über den Nachlass des Mongoleiforschers Hermann Consten (1878–1957), der in der Orientabteilung der SBB-PK verwahrt wird.

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Dr. Peter Fischer, Fachreferent für Japan, nahm am 27. und 28. September 2010 in Wien an der Sitzung der DIN-Arbeitsgruppe zur Erarbeitung einer Umschrift des Japanischen teil. Am 30. September besuchte eine Gruppe leitender Bibliothekarinnen und Bibliothekare der PräsidentJelzin-Bibliothek aus Sankt Petersburg die SBBPK. Betreut vom Leiter der Osteuropa-Abteilung, Olaf Hamann, besichtigten die russischen Gäste das Haus Potsdamer Straße und, geführt vom Leiter der Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung, Andreas Mälck, das neu eingerichtete Digitalisierungszentrum im Haus Unter den Linden. Sie informierten sich über die Digitale Bibliothek und erörterten mögliche Digitalisierungskooperationen von russlandrelevanten Materialien in der SBB-PK. In diesem Zusammenhang wurden vom Leiter der Handschriftenabteilung, Prof. Dr. Eef Overgaauw, russische Handschriften aus den Sammlungen Hamilton und Philipps vorgestellt. Im Rahmen des 48. Deutschen Historikertags in Berlin führte Steffi Mittenzwei, wiss. Referentin der Kartenabteilung, am 30. September durch die Kartenabteilung. Bei der Präsentation ausgewählter Stücke, die einen Überblick über kartenhistorische Phasen ergaben, wurde ein besonderer Fokus auf die Geschichte geomedizinischer Karten und Atlanten gelegt.

statt und des Digitalisierungszentrums der SBB-PK vor. Die Kartenabteilung führte in der SBB-PK gemeinsam mit der Prof. Dr. Frithjof Voss Stiftung – Stiftung für Geographie und dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Abt. Medizinische Geographie und Public Health der Universität Bonn am 1. und 2. Oktober die für Medizinerinnen und Mediziner zertifizierte Fortbildungsveranstaltung Medizinische Versorgungsstrukturen, Krankheit und Gesundheit. Wo hat die Geographie der Medizin etwas zu bieten? durch. Die aufgrund kartographischer Erfassung gewonnenen Erkenntnisse von Verbreitungsmustern bei Endemien und Epidemien haben wesentlich zu deren Ursachenbekämpfung und Eindämmung beigetragen. Steffi Mittenzwei, wiss. Referentin in der Kartenabteilung, stellte Aufgaben und Funktionen anhand ausgewählter Beispiele vor, während der Abteilungsleiter, Wolfgang Crom, die Bedeutung der Kartographie für dieses Thema mit zahlreichen Beispielen aus dem Bestand, angefangen von der Kartierung militärischer Cordons zur Eindämmung von Seuchen bis zum aktuellen AIDS-Atlas, präsentierte. – Zum abendlichen Empfang lud der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger, in die Villa von der Heydt. Die Direktorin der Stadtbibliothek Bremen, Barbara Lison, besuchte am 15. Oktober in Begleitung von zwölf Mitgliedern des Freundeskreises der Stadtbibliothek Bremen beide Häuser der SBB-PK. Im Haus Unter den Linden präsentierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Karten-, der Musikabteilung und der Abteilung Historische Drucke besondere Bestände, die zum Teil auf die Hansestadt Bremen Bezug nahmen. Die Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, Carola Pohlmann, moderierte am 21. Oktober in der Galerie Pohl in Berlin-Pankow ein Werkstattgespräch mit dem Illustrator Klaus Ensikat. Die SBB-PK war Ko-Organisatorin des International Symposium on the Cooperation among Libraries for East

IV. Quartal 2010
Am 1. Oktober besuchten die Leiterinnen und Leiter der regionalen Bibliotheken des Goethe-Instituts in Indien im Rahmen eines längeren Fortbildungsaufenthalts in Deutschland auch die SBB-PK. Dr. Jochen Haug, Fachreferent für Anglistik und Ausbildungsleiter der SBB-PK, führte zunächst in das Bestands- und Serviceprofil der SBB-PK ein; im Anschluss gab Andreas Mälck, Leiter der Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung, eine Einführung in die Arbeitsbereiche Originalerhaltung und Digitalisierung und stellte Infrastruktur und Leistungsspektrum der Restaurierungswerk-

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Asia Resources and Chinese Newspaper Digitalization, das vom 24. bis 27. Oktober 2010 in Changsha, China, stattfand. Die Tagung, die auf Einladung des Changsha Municipal People’s Government, der China International Book Trading Corporation, der Society for Chinese Studies Librarians (USA) und der European Association of Sinological Librarians erfolgte, widmete sich der Digitalisierung historischer chinesischer Zeitungen. Die in Deutschland als DFG geförderte Nationallizenz Shenbao stand im Mittelpunkt der Konferenz. In der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main wurden am 26. Oktober die Ergebnisse des KUR [Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut]-Projektes Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung von Bibliotheksgut, an dem auch die SBB-PK beteiligt war, öffentlich erörtert. Andreas Mälck, Leiter der Abteilung für Bestandserhaltung und Digitalisierung, erläuterte in einem einführenden Vortrag die Notwendigkeit des Vorhabens; Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf zählte zu den Teilnehmern an der Podiumsdiskussion Eine Zukunft für saures Papier. Dr. Markus Heinz, stellvertretender Leiter der Kartenabteilung, hielt am 27. Oktober im Rahmen der Veranstaltungsreihe Wissen vor Ort der Ausstellung WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin einen Vortrag zum Thema Weltbildvermittlung durch Berliner Globen im 19. Jahrhundert. Die Kartenabteilung hat in Kooperation mit dem Exzellenz-Cluster Topoi, Research Group B-IV, und der Freien Universität Berlin, Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften, FriedrichMeinecke-Institut, Historische Geographie des antiken Mittelmeerraumes, vom 28. bis 30. Oktober die international besetzte Tagung Vermessung der Oikumene durchgeführt. Eingeleitet wurde die Tagung durch einen Abendvortrag von Wolfgang Crom, Leiter der Kartenabteilung, zum Thema Die Geschichte der Kartographie zwischen Fälschung und Geheimhaltung, in dem er zahlreiche Exponate unter dem Gesichtspunkt der Fiktion oder Realität des Kartenbildes vorstellte. Während des zweiten Tages

wurden dem Thema entsprechend hochkarätige Atlanten nach Claudius Ptolemaios (frühe Drucke des deutschsprachigen Raumes), eine Zonenkarten nach Macrobius sowie ein Nachdruck und eine Nachzeichnung der Tabula Peutingerinana ausgelegt. Vom 2. bis 4. November fand in der National Central Library in Taipeh, Taiwan, die 8th Conference on Cooperative Development and Sharing of Chinese Resources unter dem Titel Digital Archives of Chinese Library Resources statt, besucht von Vertreterinnen und Vertretern aus Taiwan, der VR China, Macao, Hongkong, Singapur, Japan und den USA. Europa bzw. Deutschland wurden vertreten von der Ostasienabteilung der SBB-PK. Dr. Martina Siebert, Fachreferentin für China, berichtete über Digitizing Old Chinese Books in Germany and Europe und hielt – in Vertretung des Leiters der Ostasienabteilung, Matthias Kaun – dessen Vortrag From a Virtual Research Library to a Virtual Research Environment: How to Support Research in the Field of Asian Studies. Auch im November war die SBB-PK wieder mehrfach im Begleitprogramm der Ausstellung WeltWissen vertreten, die vom 24. September 2010 bis zum 9. Januar 2011 im Martin-Gropius-Bau gezeigt wurde. Am 3. November berichtete Wolfgang Crom, Leiter der Kartenabteilung, im Rahmen der Reihe Wissen vor Ort – Berliner Wissenschaft stellt sich vor über das Thema Mit Karten arbeiten. Am 25. November stellten Andreas Wittenberg und Ulrike Marburger aus der Abteilung Historische Drucke die Einbandforschung vor und demonstrierten den Besucherinnen und Besuchern, wie mit Hilfe von Durchreibungen Informationen über Buchdruckerwerkstätten gewonnen werden können. – Am 18. November, dem Themenabend zum Sammeln, Ordnen und Bewahren in der WeltWissen-Ausstellung, stand die SBB-PK ganz im Zentrum des Geschehens: Die Generaldirektorin der SBB-PK, Barbara Schneider-Kempf, hielt einen Vortrag über Die SBB-PK als Ort des Sammelns, Ordnens und Bewahrens und stellte die Bibliothek anhand der Geschichte ihrer Häuser vor. Mit großem Interesse wurden die Ausführungen zum Lesesaalneubau aufgenommen.

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Den ganzen Abend über standen Andreas Mälck und Julia Bispinck-Roßbacher, Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung, Wolfgang Crom, Leiter der Kartenabteilung, sowie Clemens Brenneis, wiss. Mitarbeiter der Musikabteilung, als Experten für Ausstellungsbesucher zur Verfügung. Zudem sprach Prof. Dr. Eef Overgaauw, Leiter der Handschriftenabteilung, in der Veranstaltungsreihe Wissen vor Ort darüber, Wie das Mittelalter las und schrieb. Am 4. November hielt Katja Dühlmeyer, Leiterin des Referates für Öffentlichkeitsarbeit, auf der Arbeitgeberkontaktmesse ArGuS an der Humboldt-Universität zu Berlin einen Vortrag mit dem Titel Seitenwechsel – Geisteswissenschaftler/innen im Berufsfeld Bibliothek. Rund 50 Studienabsolventinnen und -absolventen informierten sich über Wege zum Beruf und über die Möglichkeit, in der SBBPK ein Praktikum oder eine Ausbildung zu absolvieren. Die Wissenschaftlichen Dienste organisierten im November mehrere Veranstaltungen mit externen Referentinnen und Referenten. Am 4. November hielt em. Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Bleek einen Vortrag über die Entstehung seines neuesten Werkes, der Biographie Friedrich Christoph Dahlmanns, Wortführer der Göttinger Sieben. Zu den prominenten Gästen dieses Werkstattgespräches im Lessingsaal des Hauses Unter den Linden zählte u.a. auch Bleeks Doktorvater, der Historiker Gerhard A. Ritter. – Am 25. November hielt Rainer G. Feucht einen Vortrag zum Thema Zensur & zensierte Bücher aus dem Blickwinkel und der Praxis eines Antiquars. Zum ersten Mal wurde bei einem Werkstattgespräch auch eine kleine Ausstellung des Referenten gezeigt. – Am 30. November fand im Simón-Bolívar-Saal ein Werkstattgespräch zum Thema Datenschutz in sozialen Netzwerken mit vier Vorträgen und anschließender angeregter Diskussion statt. Auf das Podium berufen waren Tobias Kläner, Datenschutzrechts-Experte und Blogger, Dr. Alexander Dix, Berliner Beauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Dr. Jana Moser, Justiziarin der VZ-Netzwerke und Peter

Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zeichnete am 12. November die Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, Carola Pohlmann, mit dem Volkacher Taler aus und würdigte so ihre Publikationstätigkeit und ihre Mitarbeit in der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung. Steffi Mittenzwei, wiss. Referentin in der Kartenabteilung, führte am 15. November eine Gruppe Kolleginnen und Kollegen des Landesbetriebs Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg durch die Kartenabteilung. Dabei präsentierte sie insbesondere handgezeichnete Beispiele früher preußischer Landesaufnahmen, um den Gästen die Arbeitsmethoden und Ergebnisse der Kartographen des 18. und 19. Jahrhunderts zu demonstrieren. Im Rahmen des vom Scaliger Institut an der Universitätsbibliothek Leiden veranstalteten internationalen Symposiums Provenance Research hielt die komm. stellv. Leiterin der Abteilung Historische Drucke, Michaela Scheibe, am 19. November einen Vortrag zum Thema Recording Provenance: Authority Files and Online Catalogues. Am 22. November besuchten die Generaldirektorin der SBB-PK, Barbara Schneider-Kempf, und der Leiter der Osteuropa-Abteilung, Olaf Hamann, die polnische Nationalbibliothek Biblioteka Narodowa in Warschau. Aus den Gesprächen mit Direktor Dr. Makowski und verschiedenen Abteilungsleitern ergaben sich zahlreiche Anregungen für die Entwicklung enger Kooperationsbeziehungen in den Bereichen Digitalisierung und virtuelle Rekonstruktion historischer Sammlungen, Bestandserhaltung und Handschriftenkatalogisierung. Ein Rundgang durch das Digitalisierungszentrum in der Biblioteka Narodowa verdeutlichte gemeinsame Ansätze in der Digitalisierungspolitik der beiden Bibliotheken, machte aber auch Besonderheiten deutlich.

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Ein Vergleich der Darstellung von Stadtmauern in Plänen des antiken Rom und von Berlin (Festungsring des 17. Jahrhunderts und Berliner Mauer) war das Thema einer Präsentation für Studierende der Geschichte an der Freien Universität Berlin, die Wolfgang Crom, der Leiter der Kartenabteilung, am 23. November mit zahlreichen Beispielen vorführte. Am 24. November fand im Haus Unter den Linden eine Facheinführung für die Fächer Naturwissenschaften, Technik und Medizin statt. Almut Ilsen, Fachreferntin für Naturwissenschaften, führte in die Geschichte der Bibliothek und die Bestände zu Naturwissenschaften, Technik und Medizin anhand des Alten Realkataloges ein; Dr. Katrin Böhme, Abteilung Historische Drucke, stellte eine kleine Auswahl bedeutender Werke aus der Geschichte der Naturwissenschaften vor. Am 25. und 26. November führte Heinz-Jürgen Bove, Fachreferent für Sozialwissenschaften, gemeinsam mit Sebastian Nix, Leiter des Bereichs Bibliothek und wissenschaftliche Information am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Dr. Renke Siems, Vorsitzender der Kommission für Fachreferatsarbeit des Vereins Deutscher Bibliothekare, die Konferenz Das Fachreferat Soziologie im Internet-Zeitalter: Herausforderungen und Perspektiven für das bibliothekarische Dienstleistungsangebot im Fach Soziologie am WZB durch. Vor den etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz hielt Dr. Ursula Stanek, Leiterin des Referates Erwerbungskoordination und Bestellwesen an der SBB-PK, einen Vortrag zur Zukunft der Nationallizenzen: Planungen und Perspektiven; H. J. Bove referierte über Bibliometrie intern: Bestandsentwicklung und Bestandsevaluation. Am 27. November hielt die Leiterin der Kinderund Jugendbuchabteilung, Carola Pohlmann, den Eröffnungsvortrag zur Ausstellung Struwwelpeter und Dornröschen in den Franckeschen Stiftungen in Halle. Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf nahm vom 27. bis 29. November an einer internationalen Tagung der ägyptischen Nationalbibliothek teil.

Anlass der internationalen Konferenz The National Library of Egypt – 140 years of Enlightenment war das 140-jährige Gründungsjubiläum der Bibliothek. Die Nationalbibliothek in Kairo ist wie die SBBPK eine Bibliothek in zwei Häusern, deren älterer Bau einer grundlegenden Sanierung unterzogen wurde. Schneider-Kempf sprach zum Thema Die SBB-PK zu Berlin und ihre orientalische Sammlungen. Begleitet wurde sie auf der Reise durch den Leiter der Orientabteilung, Christoph Rauch. Auf der Tagung der Deutschen Vereinigung für Chinastudien im Karl Jaspers Zentrum der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg stellte Matthias Kaun am 27. November das Dienstleistungsspektrum der Ostasienabteilung in seinem Vortrag Die Berliner Ostasiensammlung und ihre Angebote – Aufbau einer Virtuellen Forschungsumgebung für Ostasienwissenschaften vor. Wolfgang Crom, Leiter der Kartenabteilung, hielt am 30. November an der Beuth Hochschule für Technik Berlin einen Vortrag über Geschichte, Aufgaben und Funktion der Kartenabteilung. Die Baubeauftragte, Dr. Daniela Lülfing, führte am 30. November zwei Vertreterinnen der Universität Yokohama, die sich gegenwärtig über Bibliotheksneubauten in Europa informieren, durch das Haus Unter den Linden. 66 Kinder verfolgten am 2. Dezember interessiert die im Kinosaal des Martin-Gropius-Baus angebotene Vorlesung zum Thema Ludwig van Beethovens 9. Symphonie – eine wundersame Reise. Für drei Monate war Beethovens Autograph, das 2001 in die Liste des Weltdokumentenerbes der UNESCO aufgenommen wurde, als eines der zahlreichen Exponate der SBB-PK in der Ausstellung WeltWissen zu sehen. Die Vorlesung für Kinder, gehalten von der Leiterin der Musikabteilung, Dr. Martina Rebmann, war Teil des umfangreichen Begleitprogramms zur Ausstellung. Michaela Scheibe, kommissarische stellvertretende Leiterin der Abteilung Historische Drucke, leitete

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am 10. Dezember in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz eine Sitzung der Unterarbeitsgruppe Provenienzerschließung der AG Handschriften und Alte Drucke des Deutschen Bibliotheksverbands, in der die Weiterentwicklung der kooperativen und verbundübergreifenden Provenienzerschließung thematisiert wurde. Auf Einladung des Osteuropa Zentrums Berlin hielt Olaf Hamann, Leiter der Osteuropa-Abteilung, am 14. Dezember im Berliner Roten Rathaus einen Vortrag mit dem Titel Der Krieg und die Bücher. Evakuierung, Zerstörung, Raub und Rekonstruktion von Bibliotheken während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Auf Einladung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst nahm Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf am 14. und 15. Dezember als Mitglied der vierköpfigen Begutachtungskommission an einer externen Evaluierung des Münchner Zentralinstituts für Kunstgeschichte und seiner Bibliothek teil. Dr. Markus Heinz, stellvertretender Leiter der Kartenabteilung, hielt am 8. Dezember in der Berliner Landkartenhandlung Schropp einen Vortrag mit dem Thema Berlin und die Weltkugel – Geschichte des Globus und dessen Berliner Manufakturen.

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Veröffentlichungen

Im Informationsbulletin des Russischen Bibliotheksverbandes (RBA) ИНФОРМАЦИОННЫЙ БЮЛЛЕТЕНЬ, 2009, № 53, erschien auf den Seiten 38-41 ein Aufsatz des Leiters der Osteuropa-Abteilung der SBB-PK, Olaf Hamann, über Die Tätigkeit deutscher Bibliothekare in den während des Zweiten Weltkrieges zeitweise besetzten Gebieten der UdSSR und Osteuropas. In der Maiausgabe der Fachzeitschrift BuB Forum Bibliothek und Information publizierten Dr. Martina Rebmann, Leiterin der Musikabteilung, und Andreas Mälck, Leiter der Abteilung für Bestandserhaltung und Digitalisierung, den Bericht Faksimile-Qualität. Digitalisierung der Bach-Originalhandschriften an der SBB-PK zu Berlin schafft neue Impulse für die Wissenschaft. Im Rahmen des 200-jährigen Jubiläums der Gründung der Friedrich-Wilhelms- und heutigen Humboldt-Universität zu Berlin wurde der erste Band einer neuen Universitätsgeschichte der Öffentlichkeit vorgestellt: Im Band 4 der im Akademie-Verlag erscheinenden Geschichte der Universität Unter den Linden 1810–2010 (hrsg. von Rüdiger vom Bruch und Heinz-Elmar Tenorth) – er trägt den Titel Genese der Disziplinen. Die Konstitution der Universität – ist Dr. Katrin Böhme (Abteilung Historische Drucke der SBB-PK) in Zusammenarbeit mit Dr. Staffan Müller-Wille (University of Exeter) mit dem Beitrag Biologie: Wissenschaft vom Werden, Wissenschaft im Werden vertreten. Die neue Universitätsge-

schichte soll insgesamt sechs Bände umfassen, nämlich Band 1-3: Biographie einer Institution sowie Band 4-6: Praxis ihrer Disziplinen. Im 34. Band der Zeitschrift Bibliothek. Forschung und Praxis erschien ein Artikel von Michaela Scheibe und Heike Pudler, beide Abteilung Historische Drucke, zum Thema Provenienzforschung/erschließung an der SBB-PK. Stand. Projekte. Perspektiven. Im Sonderheft 2010 Der Bibliotheksindex: BIX der Fachzeitschrift BIT online: Zeitschrift für Bibliothek, Information und Technologie veröffentlichte Armin Talke, Fachreferent für Rechtswissenschaft, den Beitrag Zugang zu Information versus Urheberrecht: ein sensibles Gleichgewicht. Für das Jahr 2011 erschien neuerlich – in Kooperation mit dem DuMont Kalender-Verlag – ein Wandkalender der SBB-PK: DuMonts Zoologisches Kabinett – Kostbare Buchillustrationen aus der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. John James Audubon. Der Kalender zeigt eine Auswahl von zwölf Tafeln aus dem berühmten Werk The Birds of America von John James Audubon (1785 bis 1851), das zu den weltweit größten, schönsten und teuersten Büchern zählt. Das Mitte August erschienene Heft 3–4/2010 der Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie

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(ZfBB) widmet sich als Themenheft den Zeitungen in deutschen Bibliotheken. Aus der SBB-PK stammen u. a. die Beiträge von Christoph Albers: Zeitungen in deutschen Bibliotheken, Archiven und Museen: ein Überblick zur aktuellen Situation, Bernd Augustin und Johann Rolschewski: Zeitungen in der Zeitschriftendatenbank, Dr. Joachim Zeller: Vom Reichszeitungsmuseum zum Zeitungsportal und Zeitungsinformationssystem ZEFYS sowie von Andreas Holländer und Dr. Joachim Zeller: Die Stabilisierung zerfallsgeschädigter Zeitungsseiten – ein Projekt zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut (KUR). Beethovens 9. Sinfonie im Autograph – eine der kostbarsten Handschriften der SBB-PK ist in Zusammenarbeit mit dem Bärenreiter Verlag in Kassel als Faksimile erschienen. Das Werk zum Preis von 698 € umfasst 480 Seiten und vereint zum ersten Mal alle autographen Seiten der bahnbrechenden Sinfonie Beethovens – auch die im Bonner Beethoven-Haus und in der Bibliothèque nationale in Paris verwahrten Blätter. Als erstes Faksimile in Farbe und Originalgröße entspricht es höchsten ästhetischen Forderungen und ist ein wichtiges Forschungsinstrument, das seine Internationalität durch den dreisprachigen Kommentar in Deutsch, Englisch und Japanisch betont. Beim Wiesbadener Harrassowitz-Verlag erschien unter dem Titel Moses Mendelssohn: Geschäftspapiere eine kommentierte Edition mehrerer Quellen aus den Beständen der SBB-PK. Der von der MosesMendelssohn-Forscherin Prof. Dr. Eva Engel-Holland herausgegebene Band enthält neben einer historischen Einleitung der Herausgeberin das von Moses Mendelssohn in den Jahren 1779–1781 geführte Geschäftsjournal, zwei Notizbücher Moses Mendelssohns mit geschäftlichen Eintragungen sowie die erhaltenen Geschäftsbriefe zwischen Mendelssohn und dem Hannoverschen Hof- und Kammeragenten Meir Hanover und beleuchtet so die wenig bekannte Tätigkeit des Philosophen als Geschäftsmann.

Im Verlag Peter Lang erschien der 292 Seiten umfassende Sammelband Flugblätter von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart als kulturhistorische Quellen und bibliothekarische Sondermaterialien. Die Herausgeber sind – neben Dr. Jörg Jungmayr (Freie Universität) – Dr. Christiane Caemmerer, Leiterin des Referats Einblattmaterialien in der Handschriftenabteilung der SBB-PK, sowie Prof. Dr. Eef Overgaauw, Leiter der Handschriftenabteilung. Armin Talke, Fachreferent für Rechtswissenschaft, zählt zu den Mitverfassern des jüngst veröffentlichten Werkes Bibliotheksurheberrecht. Ein Lehrbuch für Praxis und Ausbildung. In der Ausgabe 11/2010 der Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht erschien von Talke ein Aufsatz mit dem Titel Lichtbildschutz für digitale Bilder von zweidimensionalen Vorlagen. Er befasst sich mit Schutzrechten und den Images, die sich für die durchführenden Bibliotheken aus der Digitalisierung ergeben können. Band 33 der Bibliographia Cartographica ist im Verlag De Gruyter / Saur erschienen. Auf 353 Seiten zeigt er das internationale kartographische Schrifttum insbesondere des Jahres 2005 an.

Abbildungen Seite 71: Literatur aus den Lagern für Displaced Persons: In den Jahren 1945 bis 1950 stellten Juden, die der Mordmaschinerie der Nazis entgangen waren und in den von Briten und Amerikanern eingerichteten Lagern der Displaced Persons erste Unterkunft und Sicherheit gefunden hatten, dort rund 400 literarische Werke her. Nur wenige Exemplare dieser Werke sind erhalten, denn sie wurden in sehr kleinen Auflagen und meist auf schlechtem Papier gedruckt, wurden viel genutzt und dabei oft ‚zerlesen‘. Der SBB-PK gelang es im Jahr 2009, 200 solcher Werke zu erwerben. Einige Stücke dieser neuen Sammlung wurden im Jahr 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Darunter sind (im Uhrzeigersinn von oben links) Shmuel Galbort: Dos geto in flamen (München 1948), Szlojme Mayer: Der Untergang fun Zloczów (München 1947), Yitshak Perlov: Eksodus 1947 – Poeme (München 1948), Talmut Bavli – Masekhet Bekhorot (München-Heidelberg 1948).

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Zum 200. Geburtstag von Robert Schumann richtete die SBB-PK im Juni die Ausstellung „Ton ist überhaupt componirtes Wort“. Robert Schumann zwischen Wort und Ton aus. Abbildungen: Lithographie von Eduard Kaiser (Wien 1847), Clara und Robert Schumann am Pianino (Stahlstich, Hamburg 1850), Blatt aus dem Haushaltsbuch der Familie für September und Oktober 1840, 4. Satz der Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 („Rheinische“).

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oben links: Der Historiker Gerhard A. Ritter, 2008 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, war einer der Gesprächsgäste bei Klaus G. Saur. oben rechts: Der frühere Verleger und Vorsitzende der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V., Klaus G. Saur, bereicherte auch im Jahr 2010 mehrere Veranstaltungen mit seinen mitreißenden Reden. Mitte: Der Botschafter von Japan in Berlin, S.E. Takahiro Shinyo, besuchte im Juni die SBB-PK. Mit großem Interesse betrachtete er ostasiatische Pretiosen, historische Karten, seltene Drucke und Musikautographe und folgte gespannt den Erläuterungen zu den einzelnen Stücken. Mitte links: Zu einem doppelt erfreulichen Ereignis hatte der Botschafter der Republik Frankreich, S.E. Bernard de Montferrand (2.v.l.), im Februar eingeladen: Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf wurden die Insignien eines Ritters für Kunst und Literatur verliehen. Zugleich überreichte der Leiter des Archivs des französischen Außenministeriums, Jean Mendelson (links), dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger (rechts), einen Atlas aus den Sammlungen der SBB-PK, welcher kürzlich im Archiv des französischen Außenministeriums gefunden worden war, wohin er vermutlich kriegsbedingt gelangt war. unten: Zum Gedenken an den Zoologen und langjährigen Direktor des Tierparks Berlin, Heinrich Dathe (1910–1991), wurden in der SBB-PK, wo sein Nachlass verwahrt wird, ein wissenschaftliches Symposium und zwei Präsentationen mit Tierporträts und mit Stücken aus dem Nachlass ausgerichtet.

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Das kulturelle Programm der Staatsbibliothek zu Berlin

Allgemeine Besichtigungsführungen in allen drei Standorten
Erneut ließen sich über 1.300 Besucher allgemein mit den Aufgaben und der Geschichte der Bibliothek bekannt machen, mit der Architektur der Gebäude, den bibliothekarischen Arbeitsschwerpunkten sowie mit den Beständen, insbesondere mit den Schätzen und besonderen Sammlungen an der SBB-PK. Hinzu kamen 340 Gäste – an Bibliotheken Tätige sowie oft hochrangige Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft sowie aus dem diplomatischen Dienst - aus den U.S.A., Japan, Russland und Vietnam sowie aus zahlreichen weiteren europäischen Ländern.

60er Jahren entworfen und 1978 nach 11-jähriger Bauzeit eröffnet. Mit seiner einzigartigen Lesesaallandschaft ist es eine Ikone der Nachkriegsarchitektur, technisch nach wie vor eine Meisterleistung und seit einigen Jahren auch als Denkmal verzeichnet. – Von den 742 Anfragen, die im Jahr 2010 kurzfristig am Informationspunkt anlangten, konnten etwa 90 % positiv beantwortet werden: Bei 659 Führungen informierten sich 2.078 Personen über das Gebäude.

Veranstaltungen, Ausstellungen, Präsenz in der Öffentlichkeit
18. Dezember 2009–8. Januar 2010 Haus Potsdamer Straße 33, Ausstellungsraum Ausstellung Preisträger im Wettbewerb Kunst am Bau für das Haus Unter den Linden 25. Januar 2009–22. Februar 2010 Haus Potsdamer Straße 33, Ausstellungsraum Ausstellung Belle Vue auf die Welt – 150 Jahre Kartenabteilung der SBB-PK zu Berlin 28. Januar 2010 Richtfest für das Speichermagazin Friedrichshagen 22. März–10. April 2010 Haus Potsdamer Straße 33, Foyer Wander-Ausstellung Widerreden – 60 Jahre Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

15-minütige Architekturrundgänge
Als wahrer Publikumsrenner haben sich seit ihrer Einführung vor zwei Jahren die kurzen Architekturrundgänge im Haus Potsdamer Straße herauskristallisiert: Je nach Verfügbarkeit eines Begleiters/einer Begleiterin aus der SBB-PK können kurzfristig bzw. unangemeldet in der Bibliothek anlangende Personen trotz des laufenden Bibliotheksbetriebs das Gebäude auch von innen besichtigten – 15 Minuten lang, was häufig die größte Neugierde der vielen Besucher aus dem In- und Ausland voll und ganz befriedigt. Das Haus Potsdamer Straße wurde von Hans Scharoun in den

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22. März 2010 Haus Potsdamer Straße 33, Otto-Braun-Saal Eröffnung der Ausstellung Widerreden mit Friedrich Schorlemmer, Wolfgang Thierse, Klaus G. Saur 30. März 2010 Haus Potsdamer Straße 33, Ausstellungsraum Im Rahmen der Ausstellung Widerreden Vortrag von Wolfgang Frühwald Ein Preis für den Frieden der Welt 29./30. April 2010 Haus Potsdamer Straße 33, Foyer Literatur im Foyer: Displaced Persons 29. April 2010 Haus Potsdamer Straße 33, Ausstellungsraum Begleitveranstaltung zu Literatur im Foyer: Displaced Persons. Vortrag von Angelika Königseder und Juliane Wetzel, beide Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin, Im Wartesaal – Jüdische Selbstbehauptung im Nachkriegsdeutschland: Bildung, Kultur und Medien der Überlebenden in den DP-Lagern 11. Mai 2010 Haus Potsdamer Straße 33, Simon-Bolivar-Saal Vortrags- und Diskussionsabend zu Leben und Werk des Malers, Graphikers und Illustrators Ernst Kutzer (1880–1965) mit Hans Ries, Friedrich C. Heller und Carola Pohlmann 8.–10. Juni 2010 Haus Potsdamer Straße 33, Ausstellungsraum begleitend zum 58. Deutschen Kartographentag in Deutschland: Ausstellung Belle Vue auf die Welt – 150 Jahre Kartenabteilung der SBB-PK zu Berlin 16.–19. Juni 2010 Haus Potsdamer Straße 33, Ausstellungsraum Ausstellung „Ton ist überhaupt componirtes Wort“. Robert Schumann zwischen Wort und Ton. 26. Oktober 2010 Martin-Gropius-Bau – Wissenschaftsjahr 2010. Klaus G. Saur trifft Gerhard A. Ritter

27. Oktober 2010 Martin-Gropius-Bau – Wissenschaftsjahr 2010. Vortrag von Markus Heinz: Weltbildvermittlung durch Berliner Globen im 19. Jahrhundert 1. November–18. Dezember 2010 Haus Potsdamer Straße, Ostfoyer Vitrinenausstellung Lev Tolstoj – Frühe Rezeption in Deutschland 3. November 2010 Martin-Gropius-Bau – Wissenschaftsjahr 2010. Vortrag von Wolfgang Crom: Mit Karten arbeiten 5. November 2010 Haus Potsdamer Straße, Otto-Braun-Saal Wissenschaftliches Symposium aus Anlass des 100. Geburtstages von Heinrich Dathe (1910–1991) 5./6. November 2010 Haus Potsdamer Straße Ausstellung Tiergärtner aus Leidenschaft. Heinrich Dathe zum 100. Geburtstag. Dokumente und Autographe aus dem Nachlass Heinrich Dathe / Exotische Welt – Tierportraits von Reiner Zieger 15. November 2010 Haus Potsdamer Straße, Simon-Bolivar-Saal Vortrags- und Gesprächsabend mit der französischen Kinderbuchkünstlerin Isabel Pin 18. November 2010 Martin-Gropius-Bau – Wissenschaftsjahr 2010. Vortrag von Barbara Schneider-Kempf: Die SBBPK als Ort des Sammelns, Ordnens und Bewahrens 18. November 2010 Martin-Gropius-Bau – Wissenschaftsjahr 2010. Vortrag von Eef Overgaauw: Wie das Mittelalter las und schrieb. 25. November 2010 Martin-Gropius-Bau – Wissenschaftsjahr 2010. Andreas Wittenberg, Ulrike Marburger: Vortrag über Einbandforschung und Durchreibungen

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Leihgaben
634 Objekte mit einem Gesamtversicherungswert von 89,6 Mio. € aus den Beständen der SBB-PK zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz bereicherten im Jahr 2010 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, hier eine Auswahl: ■ Oldenburg, Landesmuseum für Natur und Mensch, bis Jan. 2010: Eiente lux? Wege zur neuzeitlichen Wissenschaft ■ Celle, Bomann-Museum, bis Jan. 2010: Von Elfen, Wichteln und dem schwarzen Mann ■ Berlin, Martin-Gropius-Bau, bis Jan. 2010: Taswir. Islamische Bildwelten und Moderne ■ Mannheim, Reiss-Engelhorn-Museum, bis Feb. 2010: Alexander der Große und die Öffnung der Welt. Asiens Kulturen im Wandel ■ Berlin, Musikinstrumentenmuseum, bis Feb. 2010: Die Dame mit dem Cembalo – Wanda Landowska und die Alte Musik ■ Berlin, Jüdisches Museum, bis Feb. 2010: Koscher ■ ■ & Co. Über Essen und Religion Erfurt, Alte Synagoge, bis Feb. 2010: Erfurter Hebräische Handschriften Essen, Ruhrmuseum, bis Feb. 2010: Das Große Spiel – Archäologie und Politik zur Zeit des Kolonialismus Bonn, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, bis Feb. 2010: Byzanz. Pracht und Alltag Stendal, Winckelmannmuseum, Jan.–März 2010: Begegnung mit dem Fremden Ahlen, Kunstmuseum, Jan.–April 2010: Intimacy! Baden in der Kunst Berlin, Georg Kolbe Museum, Jan.–April 2010: Von Hottentotten und dem Südseeparadies. Wilde Welten – Aneignung des Fremden in der Moderne Berlin, Museum für Asiatische Kunst, Jan.–Mai 2010: Kulturbilder aus China – 100 Jahre Sinologie Troisdorf, Bilderbuchmuseum, Feb.–April 2010: Lisbeth Zwerger – Märchenhafte Phantasien Düsseldorf, Heinrich-Heine-Institut, Feb.–April 2010: „Ich glaubte nur an Musik“. Dem Düsseldorfer Komponisten Norbert Burgmüller zum 200. Geburtstag

■ Dessau, Meisterhaus Kandinsky/Klee, Feb. bis April 2010: „Es kommt der neue Ingenieur“. Werner Graeff und Max Burchartz am Bauhaus ■ Berlin, Deutsches Historisches Museum, Feb. bis Juni 2010: Macht zeigen ■ Berlin, Altes Museum, Feb.–Juni 2010: Der Brutus vom Kapitol. Ein Portrait macht Weltgeschichte ■ Berlin, Schloß Charlottenburg, März–Mai 2010: Luise. Leben und Mythos der Königin ■ Frankfurt/Oder, Kleistmuseum, März–Mai 2010: „Bin verreist!“ … Heinrich von Kleist in der Karikatur ■ Florenz, Museo degli Argenti, März–Juni 2010: The Art of Excellence. The gems collection of the Medici and its fortunes from the 15th to the 18th century ■ Florenz, Palazzo Pitti, März–Juni 2010: Pregio e bellezza ■ Leipzig, Bach-Museum, März–August 2010: „regulirte Kirchen music – Bachs frühe Leipziger Jahre (1723–1727)“ - Meisterwerke im Wochentakt ■ Eisenach, Bach-Haus, März–September 2010: Bachs Passionen – zwischen lutherischer Tradition und italienischer Oper Dresden, Deutsches Hygiene Museum, März 2011–Januar 2011: Was ist schön? Berlin, Medizinhistorisches Museum, März 2010–Februar 2011: Charité. 300 Jahre Medizin in Berlin Berlin, Deutsches Historisches Museum, Apr. bis Mai 2010: Buchmalerei zur Dürerzeit – Die Nürnberger Künstlerfamilie Glockendon Berlin, Jüdisches Museum, Apr.–August 2010: Helden, Freaks und Superrabbis Karlsruhe, Badisches Landesmuseum, Apr–Okt. 2010: Vom Minnesang zur Popakademie. Musikkultur in Baden-Württemberg Linz, Schloß Parz, Apr.–November 2010: Renaissance und Reformation Überlingen, Städtisches Museum, Apr. 2010 bis Feb. 2011: „Ahnung“ – Präsentation eines neu gefundenen originalen Notenblattes von Robert Schumann Bruchsal, Badisches Landesmuseum, Mai bis August 2010: Schwarzwaldmädel. Ein Motiv bewegt die Zeit Gotha, Schloßmuseum Schloß Friedenstein, Mai–Okt. 2010: Anatomie – Gotha geht unter die Haut

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■ Halle, Franckesche Stiftungen, Historisches Waisenhaus, Mai–Okt. 2010: Gebaute Utopien: Franckes Schulstadt in der Geschichte europäischer Stadtentwürfe Seoul, Juni 2010: International Archival Exhibition Amherst, USA, Eric Carle Museum of Picture Book Art, Juni–Sept. 2010: The Art of Lisbeth Zwerger Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Juni–Okt. 2010: Mythos Burg Leipzig, Museum für Druckkunst, Juni–Aug. 2010: Robert Schumanns Leipziger Netzwerk Leipzig, Bach-Museum, Sept.–Dez. 2010: Wilhelm Friedemann Bach. Zum 300. Geburtstag Potsdam, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Sept. 2010–Jan. 2011: Preußens Eros – Preußens Musen. enbilder aus BrandenburgPreußen

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■ Berlin, Martin-Gropius-Bau, Sept. 2010–Jan. 2011: WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin ■ Berlin, Museum für Kommunikation, Sept. 2010–Juli 2011: Gerüchte ■ Berlin, Kupferstichkabinett, Okt. 2010–Jan. 2011: Schrift als Bild ■ Dresden, Kinderzentrum, Okt.–Dez. 2010: Hans Baltzer – Buchillustrationen ■ Volkach, Museum Barockscheune, Nov. 2010: Zum 100. Todestag von Mark Twain ■ Hannover, Wilhelm-Busch-Museum, Okt. 2010 bis Feb. 2011: Lisbeth Zwerger ■ Wetzlar, Stadt- und Industriemuseum, Nov. 2010–März 2011: Iris – die Erfindung der Farben ■ Bremen, Staats- und Universitätsbibliothek, Dez. 2010–Jan. 2011: Zurückgeblättert – Kinderbücher und Kindheit in der DDR

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bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte

Die der SBB-PK zugeordnete Bildagentur – seit 2008 mit dem Namen bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte – ist ein Mediendienstleister der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zur Vermarktung von Bildrechten. Im Jahr 2010 konnte sie ihr digitales Bildangebot wieder erheblich vergrößern: Die Kunden aus Medien, Wirtschaft und Wissenschaft finden jetzt unter der Service-Seite www.bpk-images.de über 350.000 Bildmotiven zu den Themen Kunst, Kultur und Geschichte zur Auswahl. Die Bildmotive werden alle in hochwertiger Druckqualität kostenpflichtig zum Abruf angeboten. Das Bildportal der Kunstmuseen, das die Bildagentur bpk in Zusammenarbeit mit zahlreichen führenden Kunstmuseen des In- und Auslands betreibt, konnte im Jahr 2010 weitere attraktive Museumspartner hinzugewinnen. Der bedeutendste neue Partner ist das größte Kunstmuseum der USA, das Metropolitan Museum of Art in New York. Damit ist nach dem Louvre und dem Centre Pompidou aus

Frankreich sowie den Vatikanischen Museen und den Uffizien aus Italien ein weiteres internationales Topmuseum Partner des Bildportals der Kunstmuseen geworden. Die Bündelung von hochwertigen Abbildungen der Schätze und Sammlungsgegenstände international erstrangiger Museen und anderer Kultureinrichtungen in einem gemeinsamen One-Stop-Shop im Internet wird insbesondere von den Medienkunden der Bildagentur bpk sehr positiv aufgenommen. Denn dieses zentrale Dienstleistungsangebot erleichtert die Bestellung von gewünschten Bildmotiven aus den beteiligten Kultureinrichtungen erheblich. Das einmalige Angebotsspektrum und die hohe Serviceorientierung der Bildagentur bpk führten dazu, dass die Agentur auch im Jahr 2010 wieder ein hervorragendes wirtschaftliches Ergebnis erzielen konnte, das allen als Partner beteiligten Kultureinrichtungen zugute kommt.

www.bpk-images.de

Abbildung Seite 78: Blick aus der Krögelgasse auf den Molkenmarkt und das Berliner Rathaus (Foto: Willy Römer, 1926). Seit 2010 sind die Fotografien von Willy Römer auf www.bpk-images.de recherchierbar; bpk / Kunstbibliothek, SMB, Photothek Willy Römer / Willy Römer

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Der chinesische Kaiser Qianglong der Qing-Dynastie (1644–1911) gab ab 1760 die Fertigung von Kupferdrucken in Auftrag, die in der westlichen Welt als „Schlachtenkupfer“ bekannt sind. Jeweils ca. 50 x 87 cm groß zeigen die Drucke sehr detailliert Szenen von Feldzügen im Landesinnern, entlang der Grenzgebiete und auf See. Die SBB-PK verwahrt 64 solcher Drucke, welche im Jahr 2010 sämtlich digitalisiert und über die Website der Bibliothek bekannt gemacht wurden, s. a. BibliotheksMagazin 1/2011.

oben: Die Unterwerfung von Jinchuan 1771–1776: Die Rückeroberung des Kleinen Goldstromlandes. unten: Taiwan-Feldzug 1787–1788: Die Gefangennahme von Zhuan Datian.

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Organigramm im Jahr 2010

Die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz von 1661 bis heute
1661 Churfürstliche Bibliothek zu Cölln an der Spree eingerichtet im Apothekenflügel des Schlosses Königliche Bibliothek 1784 Einzug in das neu errichtete Gebäude Unter den Linden („Kommode“) 1914 Einzug in das neu errichtete, gegenüberliegende Gebäude (heute Unter den Linden 8) Preußische Staatsbibliothek 1941–1945 Verlagerung der Bestände an 30 Orte im gesamten Deutschen Reich; starke Beschädigungen des Bibliotheksgebäudes; nach Kriegsende Verbleib der Bestände in den jeweiligen Besatzungszonen und in Polen Marburg 1946/47 Überführung der in der amerikanischen Besatzungszone lagernden Bestände 1946 Hessische Bibliothek 1949 Westdeutsche Bibliothek 1962 Staatsbibliothek der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Universitätsbibliothek Tübingen 1948 Überführung der in der französischen Besatzungszone lagernden Handschriften und Musikalien 1948–1968 Tübinger Depot Berlin (West) 1964–1968 Umzug d. Bestände aus Marburg und Tübingen nach Berlin (West) 1968–1991 Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz 1978 Einzug in das neu errichtete Gebäude Potsdamer Straße, Zusammenführung aller in Berlin (West) vorhandenen Bestände

Generaldirektorin Referenten Jeanette Lamble Dr. Martin Hollender Barbara Schneider-Kempf 1701 Baubeauftragte der Generaldirektorin Dr. Daniela Lülfing 1918

Ständiger Vertreter der Generaldirektorin Dr. Karl Werner Finger

Sekretariate Berlin (Ost), Unter den Linden 1946 Öffentliche Wissenschaftliche Bibliothek Wiedereröffnung des Gebäudes, Rückführung nahezu aller in der sowjetischen Besatzungszone lagernden Bestände

Zentralabteilung Dr. Karl Werner Finger

Abteilung Bestandsaufbau Dr. Gerhard Kanthak

Handschriftenabteilung Prof. Dr. Eef Overgaauw

Ostasienabteilung Matthias Kaun

Informations- und Datenmanagement Dr. Holger Busse

Abteilung Katalogsystem, Wissenschaftl. Dienste komm. Regina Beckmann

Musikabteilung Dr. Martina Rebmann

Zeitungsabteilung Dr. Joachim Zeller 1954 Deutsche Staatsbibliothek

Benutzungsabteilung Dr. Daniela Lülfing

Kartenabteilung Wolfgang Crom

Kinder- und Jugendbuchabteilung Carola Pohlmann

Abteilung Überregionale Bibliographische Dienste komm. Barbara Schneider-Kempf

Osteuropa-Abteilung Olaf Hamann

Abteilung Historische Drucke Annette Wehmeyer

1990/91 Deutsche Staatsbibliothek in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Abteilung Bestandspflege und Reprographie Andreas Mälck

Orientabteilung Christoph Rauch

bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte Hanns-Peter Frentz

1992 Vereinigung beider Institutionen als

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ISSN: 0340-2274

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Jahresbericht
        
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