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Periodical volume

Full text: Jahresbericht Issue 2001

STAATSBIBLIOTHEK ZU BERLIN PREUSSISCHER KULTURBESITZ

Jahresbericht 2001

BERLIN 2002

Herausgegeben vom Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Redaktion und Gestaltung: Dr. Ralf Breslau unter Mitarbeit der Abteilungen ISSN: 0340-2274

© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz Herstellung: Werkstätten der Staatsbibliothek zu Berlin – PK Buchbinderische Verarbeitung: Reinhart & Wasser, Berlin Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier

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Inhaltsverzeichnis

Seite Allgemeines Zentralabteilung (Z) Ausbildungsleitung Abteilung Informationstechnik (I B) Erwerbungsabteilung (II A) Katalogabteilung (II B) Abteilung Historische Drucke (II C) Benutzungsabteilung (II D) Abteilung Überregionale Bibliographische Dienste (II E) Abteilung Bestandspflege und Reprographie (II F) Handschriftenabteilung (III A) Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv (III B) Kartenabteilung (III C) Osteuropa-Abteilung (III D) Orientabteilung (III E) Ostasienabteilung (III F) Abteilung Amtsdruckschriften und Internationaler Amtlicher Schriftentausch (III G) Zeitungsabteilung (III H) Kinder- und Jugendbuchabteilung (III K) Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (bpk) IFLA 2003 Berlin Sekretariat Literaturverzeichnis Organisationsplan 126 133 138 141 145 149 154 5 15 28 30 35 49 59 69 82 87 93 101 105 110 116 120

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ALLGEMEINES
Generaldirektor: Dr. Antonius Jammers Stellvertreter: Dr. Günter Baron (bis 31.5.2001) NN (ab 1.6.2001)

Das Dienstleistungsangebot der Staatsbibliothek konnte im Jahre 2001 vor allem durch die umfassende Modernisierung des Hauses Potsdamer Straße verbessert werden. Nach umfangreichen Bauarbeiten, die eine zeitweise eingeschränkte Benutzung bzw. Schließung des Lesesaales notwendig machten, stehen seit November 2001 125 zusätzliche Arbeitsplätze – davon 44 mit Internetzugang – zur Verfügung. Für die technische Umsetzung mußten allein über 17.000 m Kabel verlegt werden. Die Gesamtkosten betrugen etwa 6 Mio Euro. Neue spezialisierte Auskunftsbereiche, das neue Katalogzentrum ist seit dem 19. Juli 2001 in Betrieb, und eine große Cafeteria stehen dem Benutzer zur Verfügung. Auch der neugestaltete Mendelssohn-Ausstellungsraum konnte wiedereröffnet werden. Die Kartenabteilung befindet sich zwar als einzige Sonderabteilung nach wie vor in beiden Häusern der Staatsbibliothek, aber sie konnte während der Schließungszeiten im Jahre 2001 ihre Bestände insoweit gliedern, dass sich nunmehr alle alten Karten bis zum Jahr 1939 im Haus Unter den Linden und alle neuen Karten im Haus Potsdamer Straße befinden. Auch die Bautätigkeit im Haus Unter den Linden ging unvermindert weiter. Im Berichtsjahr konnte die neue Ersatzpfahlgründung abgeschlossen werden. Besonders hervorzuheben ist, dass diese Gründungssanierung in den letzten 6 Jahren bei laufendem Bibliotheksbetrieb stattfand. Die in den Jahren 1984 bis 1987 errichteten vier Magazintürme, welche in keiner Weise mehr den heutigen funktionalen, bautechnischen und organisatorischen Anforderungen genügen, wurden für den geplanten Abriß ab 4. Dezember 2001 geräumt. Die ausgelagerte Literatur wird in einem Speichermagazin im Westhafen untergebracht und steht weiterhin in beiden Häusern der Staatsbibliothek den Benutzern zur Verfügung. Im März 2001 wurde der OPAC der Staatsbibliothek (StaBiKat) für die lokale und weltweite Benutzung freigeschaltet. Über 6 Millionen Daten sind nunmehr im Internet recherchierbar und es besteht jetzt die Möglichkeit, die Bestände der Staatsbibliothek elektronisch zu bestellen. Die regulären Haushaltsmittel für die Erwerbung blieben im Vergleich zum Vorjahr nominell zwar gleich, aber durch verschiedene Faktoren (Haushaltssperre u.a.) kam es dann faktisch zu einer rückläufigen Tendenz. Insbesondere im Bereich der hochpreisigen Zeitschriften im naturwissenschaftlich-technischen Bereich mußte die Bibliothek Abonnements aufgeben. Andererseits ist positiv zu vermerken, dass es im Jahr 2001 wiederum gelang, wichtige Ergänzungen unserer Sonderbestände zu erwerben. So kam beispielsweise die 13.000 Objekte umfassende Flugblattsammlung Kirchner in unser Haus. Die Musikabteilung konnte ein Autograph von Felix Mendelssohn Bartholdy und die Ostasienabteilung einen wertvollen handkolorierten japanischen Blockdruck erwerben. Am 1. Dezember 2001 kehrte das historische Archiv der Berliner Sing-Akademie mit seinen über 5.000 Autographen und

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Musikabschriften des 18./19. Jahrhunderts nach über 50 Jahren wieder aus Kiew nach Berlin zurück. Es wird nunmehr als Depositum in der Musikabteilung verwahrt. Im Jahre 2001 konnte das IT-gestützte Erwerbungssystem ACQ der Staatsbibliothek in der Erwerbungsabteilung eingeführt werden. Die Inventarisierung der Bücher erfolgt bereits mit diesem neuen System, die Implementierung des Zeitschriftenbereichs wurde vorbereitet. Auch vier weitere erwerbende Abteilungen haben im Berichtsjahr ACQ eingeführt. Einen wichtigen Schwerpunkt bildete im Berichtsjahr wiederum die Restaurierung von gefährdeten Bibliotheksbeständen. So wurden die bestandserhaltenen Maßnahmen bei den schwergeschädigten Autographen von Johann Sebastian Bach in Kooperation mit dem Zentrum für Bucherhaltung in Leipzig weitergeführt. Insgesamt 1,1 Mio. DM, überwiegend vom “Verein der Freunde der Staatsbibliothek” eingeworbene Spenden, wurden hierfür verwandt. Abschließend sei an dieser Stelle allen Mitarbeitern, dem Personalrat, den Unterhaltsträgern, dem Präsidenten und der Hauptverwaltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, den Mitgliedern der Bibliothekskommission, dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den Freunden der Staatsbibliothek e.V., den Sponsoren, den Medien und der interessierten Öffentlichkeit für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung im Jahr 2001 herzlich gedankt.

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WICHTIGE KERNZAHLEN
Haus Unter den Linden 43.394 m2 Nutzfläche der SBB Allg. Lesesäle: 2 (235 Plätze; 45.360 Bände Handbibliothek)1 Sonderlesesäle: 5 (96 Plätze; 34.723 Bände Handbibliothek) – Rara-Lesesaal (16 Plätze; 5.100 Bände Handbibliothek) – Inkunabel-Lesesaal (8 Plätze; 3.500 Bände Handbibliothek) – Musik-Lesesaal (44 Plätze; 11.823 Bände Handbibliothek) – Karten-Lesesaal (20 Plätze; 6.500 Bände Handbibliothek) – Kinderbuch (8 Plätze; 7.800 Bände Handbibliothek) Bibliotheksbenutzungen: 229.147 (2000), 275.070 (2001) Haus Potsdamer Str. 69.558 m2 Nutzfläche der SBB Allg. Lesesäle: 1 (675 Plätze, davon 44 Internet-Arbeitsplätze; 87.469 Bde Handbibliothek u. 70.785 Bde Bibliogr. Handapparat) Sonderlesesäle: 4 (137 Plätze; 99.875 Bände Handbibliothek) – Handschriften-Lesesaal (24 Plätze; 34.200 Bände Handbibliothek) – Karten-Lesesaal (25 Plätze; 6.000 Bände Handbibliothek) – Osteuropa-Lesesaal (65 Plätze; 32.000 Bände Handbibliothek) – Orient- und Ostasien-Lesesaal (23 Plätze; 27.675 Bände Handbibliothek) Bibliotheksbenutzungen: 951.082 (2000), 691.813 (2001) 14.701 m2 Nutzfläche der SBB (Ausweichmagazin u. Zeitungsabteilung) Zeitungsabteilung (6.000 m2) Bestand: ca. 170.000 Bände, 70.000 Mikrofilme u. ca. 120.000 Mikrofiches Lesesaal: 1 (71 Plätze; 4.000 Bände Handbibliothek) Bibliotheksbenutzungen: 7.362 (2000), 7.692 (2001)

Westhafenspeicher

Bildarchiv – Preußischer Kulturbesitz, Otto-Nagel-Haus, Märkisches Ufer 16–18 Nutzfläche: 1.098 m2 Gesamträumlichkeiten der Staatsbibliothek: – Nutzfläche: – Gesamtbestand: – Lesesaalplätze: – Handbibliotheken:

128.751 m2 9.762.506 Bände 1.256 Plätze 363.202 Bände

1 Dazu kommen 42 Plätze im Bereich des Systematischen Katalogs mit weiteren 21.000 Bänden Freihandbestand.

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Bibliothekspersonal Stellen gemäß Haushaltsplan*
*

1999 827,5

2000 **823

2001 **823

Planstellen und Stellen, also ohne z.-A.-Stellen, Aushilfsstellen aus Titel 42 702, Ausbildungsstellen sowie Drittmittelstellen. ** Inclusive der Stellen des Bildarchivs

Bestand Bände Sonderbestände Abendländ. Handschriften Einzelautographe Inkunabeln Nachlässe/Sammlungen Einblattdrucke, Porträts Musikhandschriften u. -autographe Musikdrucke Karten Bildansichten Orientalische Handschriften Mikroformen Bildarchiv-PK (Fotos, Lithographien, Stiche u.ä.)

1999 9.521.115 18.241 317.863 4.351 1.126 478.754 66.336 440.912 938.696 153.618 40.526 2,3 Mio. 12,6 Mio.

2000 9.637.230 18.278 318.199 4.360 1.152 479.588 66.354 442.942 946.477 153.661 40.843 2,4 Mio. 12,8 Mio.

2001 9.762.506 18.305 318.647 4.372 1.171 487.455 66.373 445.092 950.951 153.786 141.232 2,4 Mio. 12,8 Mio.

Erwerbung Haushaltsmittel (in Mio DM) Drittmittel (in Mio DM) Summe (in Mio DM) phys. Einheiten Erwerbungsart: – Kauf – Tausch – Pflicht/Freiexemplar – Geschenk lfde Zeitschriftenabonnements

1999 17,383 2,747 20,130 244.046 179.848 35.336 11.039 17.823 38.109

2000 21,597 2,594 24,971 161.455 103.129 33.043 12.515 12.758 37.642

2001 18.845.844 2.602.339 23.002.560 201.015 145.297 30.813 10.169 14.736 37.356

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Benutzung eingetragene, aktive Benutzer Bibliotheksbenutzungen Ausleihen phys. Einheiten Fernleihbestellungen*

1999 32.674 1.193.571 1.266.159 118.760

2000 32.777 1.188.591 1.227.294 106.265

2001 33.828 974.575 1.625.577 106.468

* Gesamtzahl der erhaltenen bzw. abgesandten Bestellungen des aktiven bzw. passiven Leihverkehrs sowie des Kopierservice

Ausstellungen in beiden Häusern

1999 20

2000 19

2001 12

LÄNGERFRISTIGE NATIONALE AUFGABEN
Sondersammelgebiete im Rahmen des Förderprogramms der DFG: – Rechtswissenschaft (2) – Orientalistik, Allgemeines (6,20) – Ost- und Südostasien (6,25) – Slawische Sprachen und Literatur, Allgemeines (7,39) – Einzelne slawische Sprachen und Literaturen (7,40) – Veröffentlichungen z. Kartographie (14,1) – Ausländische Zeitungen (26) – Parlamentsschriften (27) – Topographische Karten (28,1) Abteilung Historische Drucke (II C) – Sammlung Deutscher Drucke: Zeitraum 1871–1912 – Mitarbeit am VD 16 – Mitarbeit am VD 17 – ST 16 Benutzungsabteilung (II D) – Clearingstelle für den Internationalen Leihverkehr Abt. Überregionale Bibliographische Dienste (II E) – Sigelstelle und Sigelverzeichnis der deutschen Bibliotheken – Internationale ISBN/ISMN-Agentur – Zeitschriftendatenbank (ZDB) – Gemeinsame Körperschaftsdatei (GKD), zusammen mit Der Deutschen Bibliothek und der Bayerischen Staatsbibliothek – Gesamtverzeichnis der Kongreßschriften (GKS)

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Handschriftenabteilung (III A) – Zentrum der Handschriftenkatalogisierung für nord- und mitteldeutsche Bibliotheken – Gesamtindex mittelalterlicher Handschriftenkataloge – Handschriftendatenbank zusammen mit Bayerischen Staatsbibliothek und Foto Marburg – Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW) – Zentralkartei der Autographen – Nachlaßverzeichnis der Bundesrepublik Deutschland Musikabteilung (III B) – Sammlung Deutscher Drucke: Zeitraum 1801–1945 (Musikdrucke) – Mitarbeit am Repertoire International des Sources Musicales (RISM) – Carl Maria v. Weber-Gesamtausgabe (Arbeitsstelle in der Abteilung) Kartenabteilung (III C) – Sammlung Deutscher Drucke: Zeitraum 1801–1912 (Karten) – Altkartendatenbank (IKAR) – Bibliographia Cartographica Osteuropa-Abteilung (III D) – Europäische Bibliographie zur Osteuropaforschung (nationaler Partner) – Osteuropa-Sammelkatalog – Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung (ABDOS) Orientabteilung (III E) – Katalogisierung der Orientalischen Handschriften in Deutschland (KOHD) [Leitung u. Arbeitsstelle] – ZK der Orientalia Abt. Amtsdruckschriften und Internationaler Amtlicher Schriftentausch (III G) – offizielle Sammelstelle für Amtsdruckschriften des Bundes und der Länder – Sammlung ausländischer Amtsdruckschriften – Deutsche Zentralstelle für den Internationalen Amtlichen Schriftentausch – Depositarbibliothek der UNO, der EU und anderer internationaler Organisationen Kinder- und Jugendbuchabteilung (III K) – Sammlung Deutscher Drucke: Zeitraum 1871-1912

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CHRONIK
JANUAR 21.01.

Gemeinsamer Neujahrsempfang des Vereins der Freunde der Staatsbibliothek und des Generaldirektors im Haus Unter den Linden mit der Präsentation von Neuerwerbungen und Kostbarkeiten wie der autographen Partitur von Beethovens 9.Sinfonie

FEBRUAR 07.02.

19.02

Eröffnung der Ausstellung Ida Bohatta, in Zusammenarbeit mit dem Verlag arsEdition, München, im Vestibül des Hauses Unter den Linden Präsentation des von der Handschriftenabteilung mit Unterstützung der KulturStiftung der Länder sowie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung erworbenen Tagebuchs von Georg Wilhelm Friedrich Hegel im Lessing-Saal des Hauses Unter den Linden

MÄRZ 01.03.

Eröffnung der Ausstellung „Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma“ durch den Staatsminister Prof. Dr. Julian NidaRümelin im Haus Potsdamer Straße

Staatsminister Prof. Dr. Nida-Rümelin besucht die Sinti- und Roma-Ausstellung

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02.03.

08.03.

12.–15.03. 15.03. 22.03.

Eröffnung der Ausstellung „Das östliche Mitteleuropa im historischen Luftbild“ in Zusammenarbeit mit den Herder-Institut in Marburg vor dem Karten-Lesesaal im Haus Unter den Linden Eröffnung der Fotoausstellung „Das gemeinsame Kulturerbe. 30 Jahre deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Denkmalpflege“ unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Auswärtigen Joschka Fischer und des Ministers für Auswärtige Angelegenheiten Wladyslaw Bartoszewski in der Eingangshalle des Hauses Potsdamer Straße Besuch der IFLA Präsidentin Christine Deschamps und des IFLA Generalsekretärs Ross Shimmon in Berlin Sitzung des IFLA 2003 Nationalen Organisationskomitee im Haus Potsdamer Str. (weitere Sitzungen am 26./27.6. und 19.9.) Besuch des Bundespräsidenten Johannes Rau in der Ausstellung „Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma“ im Haus Potsdamer Straße Bibliothekartag in Bielefeld: die Staatsbibliothek ist erstmals mit einem eigenen Stand vertreten Eröffnung der Veranstaltungsreihe „Mittwochsrunde“, in der der Bibliothek verbundene Schriftsteller, Wissenschaftler und Künstler zu Wort kommen sollen, durch eine Lesung von Helga Bemmann aus ihrer Fontane-Biographie im Lessing-Saal des Hauses Unter den Linden Literarische Geburtstagsfeier zum 75. Geburtstag von Eva Johanna Rubin im Hoecker-Saal des Hauses Unter den Linden Besuch des bibliophilen Rowfant-Clubs aus Philadelphia in der Staatsbibliothek Eröffnung der Ausstellung „Goethe. Berlin – Mai 1778“ in Zusammenarbeit mit der Goethe-Gesellschaft Berlin e.V. im Vestibül des Haus Unter den Linden In der „Mittwochsrunde“ liest Günter de Bryun aus seinem Roman „Preussens Luise“ im Lessing-Saal des Hauses Unter den Linden Festveranstaltung anlässlich des 150. Geburtstag des früheren Generaldirektors Adolf von Harnack im Harnack-Saal des Hauses Unter den Linden Verleihung des Max-Hermann-Preises an Prof. Dr. Dr. Paul Raabe durch die Freunde der Staatsbibliothek im Otto-Braun-Saal des Hauses Potsdamer Straße „Berliner Rede“ des Bundespräsidenten Johannes Rau im OttoBraun-Saal des Hauses Potsdamer Straße Öffentliche Präsentation des neuen Online-Kataloges der Staatsbibliothek unter http://stabikat.staatsbibliothek-berlin.de Verabschiedung des Ständigen Vertreters des Generaldirektors Dr. Günter Baron in den Ruhestand (Otto-Braun-Saal des Hauses Potsdamer Straße)

APRIL 25.04. 04.04.

24.04. 25.–26.04. 26.04.

MAI 02.05. 08.05.

10.05.

18.05. 28.05. 29.05.

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Adolf v. Harnack-Gedenkfeier im Harnack-Saal des Hauses Unter den Linden am 8. Mai 2001

JULI 14.07.

03.07.

Schließung des Allgemeinen Lesesaals im Haus Potsdamer Straße wegen Umbauarbeiten: neue verkabelte Leserplätze, darunter mit PC ausgestattete Internet-Arbeitsplätze, werden eingebaut; eine neue Leihstelle wird errichtet Eröffnung der Ausstellung: „Der reale Nutz. Angewandte Wissenschaften in Preußen im 18. Jahrhundert“ im Lessing-Saal des Hauses Unter den Linden

AUGUST 16.08.

Eröffnung der Ausstellung „Karl Foerster. Vom großen Welt- und Gartenspiel“ in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt des Landeshauptstadt Potsdam und der Bundesgartenschau Potsdam 2001 GmbH im Vestibül des Hauses Unter den Linden

SEPTEMBER 15.09. Lange Nacht der Wissenschaften: Beteiligung der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek an der berlinweiten Veranstaltung unter dem Motto „Wissenschaft und Technik im Kinderbuch um 1800“

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OKTOBER 09.10.

15.10.

Gedenkveranstaltung anlässlich des 160. Todestages von Karl Friedrich Schinkel in Zusammenarbeit mit der Karl-Friedrich-SchinkelGesellschaft e.V. im Lessing-Saal des Hauses Unter den Linden Auftakt-Pressekonferenz zum Projekt „Die Bücher der Könige“. Der Verein Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin startet gemeinsam mit der SBB ein neues Projekt unter dem Motto „KulturGut bewahren“.

NOVEMBER 05.11. Wiedereröffnung des umgebauten Lesesaals des Hauses Potsdamer Straße nach dreimonatiger Schließung mit 125 neuen zusätzlichen Leseplätzen und Vorbereitung von 44 Plätzen mit Internetanschluß. 19.11. Wiedereröffnung des Rara-Lesesaals nach einmonatiger Schließzeit: Neuordnung von 20 Sondersammlungen im Rara-Magazin mit Einbau neuer Klimatechnik 22.11. Veranstaltung im Otto-Braun-Saales des Hauses Potsdamer Straße anlässlich der Einweihung des umgebauten Lesesaals mit InternetArbeitsplätzen, der Wiedereröffnung des Mendelssohn-Austellungsraumes und der Neukonzeption des Kartenbestandes (der Altbestand bis 1939 befindet sich jetzt in der Kartenabteilung im Haus Unter den Linden) Aufstellung der Eisen-Skulptur „Constellation“ von Bernhard Heiliger (Leihgabe der Bernhard-Heiliger-Stiftung) vor dem Gebäude des Hauses Potsdamer Straße am Kulturforum DEZEMBER 01.12. Das historische Archiv der Berliner Sing-Akademie (über 5.000 Dokumente), aus Kiew zurückgegeben, gelangt als Depositum in die Musikabteilung der Staatsbibliothek 03.12. Festveranstaltung der Wilhelm-Furtwängler-Gesellschaft e.V. aus Anlaß ihres 25jährigen Jubiläums in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek im Otto-Braun-Saal des Hauses Potsdamer Straße 04.12. Eröffnung der Ausstellung „Carl Maria von Weber. „wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl“ im Vestibül des Hauses Unter den Linden 06.12. Aufnahme von Beethovens autographer Partitur seiner 9. Sinfonie in die UNSCO-Liste „Memory of the World“ in Bonn 07./08.12. Öffentliche Präsentation der autographen Partitur von Beethovens 9. Sinfonie aus Anlass der Aufnahme in die UNESCO-Liste „Memory of the World“ im Lessing-Saal des Hauses Unter den Linden 13.12. Auftaktveranstaltung zum Projekt „Königliche Bücher“ zur Rettung der Bücher der preußischen Kurfürsten und Könige mit einer Lesung von Marcel Reich-Ranicki aus seiner Autobiographie „Mein Leben“ im Lichthof der Deutschen Bank Unter den Linden

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ZENTRALABTEILUNG (Z)
Abteilungsleiterin: Dr. Daniela Lülfing Stellvertreter: Hans-Joachim Klinger Allgemeines Die Zentralabteilung gliedert sich im Jahr 2001 wie folgt: 1. Z 1 Personalreferat 2. Z 2 Haushaltsreferat 3. Z 3 Innerer Dienst 4. Z 4 Haustechnik 5. Z 5 Baureferat 6. Z 6 Organisationsreferat 7. Z 7 Öffentlichkeitsreferat. Im Zusammenhang mit der Einarbeitung der neuen Referatsleiterinnen des Haushaltsreferates, des Organisationsreferates und des Öffentlichkeitsreferates konnten die Arbeiten der Zentralabteilung wesentlich stabilisiert werden. Für das Organisationsreferat wurde eine Verwaltungsangestellte des mittleren Dienstes mit 50 % ihrer Arbeitsleistung zur Unterstützung gewonnen. Das Baureferat konnte ebenfalls durch einen mittleren Dienst aus der Medienabteilung verstärkt werden. Damit verbesserte sich die Arbeit in Z 5 und Z 6 wesentlich. Besonders für das Baureferat war dies eine wichtige Verstärkung hinsichtlich der laufenden Bauplanungen im Haus Unter den Linden und der Funktionsanpassung im Haus Potsdamer Straße. Nicht gelöst wurde dagegen das Problem der Herabgruppierung der Referats- und Sachgebietsleitung der Haustechnik beider Häuser. Für den neu eingestellten Gewerkeleiter Elektro konnte dagegen durch die hausübergreifende Zuständigkeit eine verbesserte Eingruppierung erzielt werden. Dieses Modell der Aufgabenverteilung wird deshalb auch für die anderen Gewerkeleiter sukzessive Anwendung finden. Nach wie vor unbefriedigend ist die IT-Unterstützung der Verwaltungsabläufe. Obwohl die Ausstattung mit PC’s im Berichtsjahr wesentlich verbessert werden konnte, gelang es auch im Jahr 2001 nicht, entsprechende Verwaltungssoftware für die Haushaltsüberwachung und die Personalverwaltung einzusetzen. Die Übernahme der von der Hauptverwaltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ausgewählten Haushaltssoftware (HASY) und der Personalverwaltungssoftware (EPOS) steht nach wie vor aus, ist aber ein dringendes Desiderat für die Zentralabteilung. Bei sinkenden Personalzahlen und gleichzeitig wachsenden Aufgaben kann die Zentralabteilung nur dann ihre Dienstleistungsfunktion für die Bibliothek erfüllen, wenn es künftig gelingt, die Verwaltungsprozesse mit moderner Verwaltungssoftware zu integrieren und effektiver zu gestalten. Personalstelle Der Gesamtstellenbestand der Staatsbibliothek (ohne Bildarchiv) betrug im Jahre 2000 823 Stellen (1999: 827,5). Im Jahr 2001 blieb der Stellenbestand der Staatsbibliothek bei 823 Stellen.

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Durch das Freiwerden von Stellen mit sogenannten vereinigungsbedingten KwVermerken sind im Jahr 2000 zwei Stellen weggefallen (2 gD). Am Ende des Jahres 2001 enthielt der Stellenplan noch 12 Kw-Vermerke (6 hD, 6 gD). Eine haushaltsgesetzliche Einsparung musste im Jahr 2001 nicht erbracht werden. 78 Stellen konnten im Lauf des Jahres 2001 ausgeschrieben werden. Zur Besetzung der Stellen gingen 1310 Bewerbungen ein. Die Besetzungsverfahren für die 78 ausgeschriebenen Stellen sind abschließend durchgeführt worden. Für die Stellenbesetzungsverfahren waren die Ausschreibungs- und Bewerbungsunterlagen zu bearbeiten und Auswahlgespräche zu führen. Haushaltsreferat Der Haushaltsplan 2001 der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde im Dezember 2000 vom Stiftungsrat beschlossen. Damit stand mit Beginn des Haushaltsjahres 2001 ein verabschiedeter Haushalt für die Bewirtschaftung der Einnahmen und Ausgaben zur Verfügung. Das Einnahmeergebnis erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 % trotz erheblicher Probleme bei der Rechnungslegung für das Online-ordering Geschäft der SBB hauptsächlich auf Grund krankheitsbedingter Ursachen. So konnten Arbeitsrückstände ab März des Jahres erst im November mit Hilfe einer Zeitarbeitskraft aufgeholt werden. Ein Schwerpunkt bleibt weiterhin die Bearbeitung von offenen Forderungen. Die Ausgaben der SBB konnten kontinuierlich während des gesamten Jahres geleistet werden. Eine Sperre der Hauptverwaltung in Höhe von 941.000 DM für Personalausgaben wurde im Ergebnis der Gesamtrechnung der Stiftung für das Haushaltsjahr 2000 durch Zuweisung von Selbstbewirtschaftungsmitteln in Höhe von 618.000 DM für Erwerbungsmittel und 351.000 DM für Veranstaltungen ausgeglichen. Die Vorbereitungen der Haushaltsstelle auf die Einführung des Euro konnten in Bezug auf das Beleg- und Kassenwesen fristgemäß und ohne Probleme abgeschlossen werden. Die neue Währung stand rechtzeitig und in ausreichender Menge allen Geldannahmestellen zur Verfügung. Innerer Dienst Zahlreiche Krankheitsausfälle und Verzögerungen bei der Wiederbesetzung von freigewordenen Stellen führten im Berichtszeitraum erneut dazu, dass die Dienste der Garderobe, der Pförtnerbereiche und der Benutzereinlasskontrolle nur durch den Einsatz externer Servicefirmen aufrecht erhalten werden konnte. Hierfür mussten insgesamt 221.645,00 DM (Haus Unter den Linden: 50.136,00 DM; Haus Potsdamer Straße: 171.509,00 DM) aufgewendet werden. Die Verkaufsstände beider Häuser erzielten mit dem Verkauf von Publikationen, Postkarten etc. 2001 einen Erlös von 73.850,40 DM (Haus Haus Unter den Linden: 47.095,15 DM; Haus Potsdamer Straße: 12.530,10 DM, Verkauf auf Rechnung über Z 3: 14.225,15 DM). Der Umsatz könnte wesentlich gesteigert werden durch eine attraktivere und vielfältigere Gestaltung des Angebotes. Von den Mitarbeitern des Inneren Dienstes wurden zusätzlich zu dem täglichen Normalbetrieb der Häuser 2001 insgesamt 276 Veranstaltungen der Staatsbibliothek und Termine im Rahmen der Raumvermietung in den Sälen im Haus Unter den Linden und Haus Potsdamer Straße betreut:

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Saal Haus 1 Hoecker-Saal Lessingsaal Harnacksaal Haus 2 Otto-Braun-Saal Simon-Bolivar-Saal

1999 72 43 11 73 67

2000 83 85 4 90 102

2001 61 64 – 50 101

Außerdem wurde der Neujahrsempfang des Generaldirektors und des Vereins der Freunde im Harnacksaal des Hauses Unter den Linden mit ca. 600 Besuchern ausgerichtet. Dies war die letzte Veranstaltung im Harnacksaal, der anschließend für Umbauarbeiten geschlossen wurde. Er soll künftig als Großraumbüro für die Unterbringung von Beschäftigten während der Generalsanierung des Hauses Unter den Linden dienen. Haustechnik Die Haustechnik betreute und koordinierte Bauunterhaltungsmaßnahmen im Jahr 2001 im Werte von 1.850.000 DM, davon im Haus Unter den Linden: 275.000 DM, Haus Potsdamer Straße: 195.000 DM in Selbstbewirtschaftung. Im Haus Potsdamer Straße waren darüber hinaus kleinere Neu- und Umbaumaßnahmen, die vom BBR geplant und umgesetzt werden, im Werte von jährlich 2.678.000 DM zu betreuen und mit dem Ablauf des Bibliotheksbetriebes zu koordinieren. Außerdem wurden von den Mitarbeitern der Haustechnik an den Bibliotheksstandorten Unter den Linden, Potsdamer Straße, Otto-Nagel-Haus und Westhafenspeicher rund 5.500 Reparaturaufträge ausgeführt. Hinzu kommen zahlreiche Nacht- und Wochenendeinsätze bei Havarien und Alarmauslösungen. Haus Unter den Linden Auch im Jahr 2001 wurde die Haustechnik durch die Begleitung der großen und umfangreichen Baumaßnahme, wie z. B. die Vorbereitung zum Abriss der Büchertürme, stark gefordert. Zurückblickend auf das Jahr 2001 muss festgehalten werden, dass der technische Standard und die Ausstattung sich in vielen Bereichen erheblich verbessert hat. So konnten die Kellerbereiche im Bauteil P, Q und R übernommen werden. Im RaraMagazin wurde eine neuen Klimaanlage installiert. Im allgemeinen Magazinbereich wurden 20.000 neue Rändelschrauben an den Lipmannregalen erneuert und so die Standfestigkeit der Regale verbessert. Diese Maßnahme war von großer Bedeutung für den täglichen Arbeitsschutz der Magaziner. Nicht unerwähnt muss aber auch die Einbringung von 2.000 neuen bruchsicheren Leuchtstoffröhren in den Magazinhauptgängen bleiben. Die vom TÜV geforderte Auswechselung der Komplettleuchten konnte so auf eine sehr sparsame Weise erfüllt werden. Im Jahr 2001 wurden im Haus Unter den Linden zwei Räumungsübungen durchgeführt, an der sich auch die Mitarbeiter der UB der Humboldt-Universität, der BerlinBrandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der im Haus tätigen Fremdfirmen beteiligt haben. In enger Zusammenarbeit mit dem TÜV, den Kontaktbereichsbeamten der Polizei und allen Räumungshelfern konnte eingeschätzt werden, dass diese Übungen erfolgreich verlaufen sind.

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Haus Potsdamer Straße Die Hauptaufgabe der Haustechnik im Haus Potsdamer Straße besteht in der Wartung der umfangreichen technischen Anlagen und in der Sicherung ihrer Betriebsfähigkeit. Da die Anlagen z. T. älter als 25 Jahre und teilweise damit an der Grenze ihrer durchschnittlichen Lebensdauer sind, ist die Verantwortung und die tägliche Arbeitsbelastung der Haustechnik für die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Systeme und damit die Betriebsfähigkeit des gesamten Gebäudes Potsdamer Straße außerordentlich gewachsen. Im Jahr 2001 konzentrierte sich die Arbeit der Haustechnik im Haus Potsdamer Straße auf die Durchführung folgender Maßnahmen, die z. T. in enger Kooperation mit dem BBR durchgeführt wurden: – Sanierung der Lesetische und Ausstattung mit Anschlüssen für Laptop und Internet. – Umbau der Deckenstrahler und Einsatz von Dulux-Sparlampen im Lesesaal. – Rückbau des Mendelssohn-Ausstellungs-Raumes und Öffnung des Durchganges zum Ostfoyer sowie die Installation einer Einbruchmeldeanlage für die Mendelssohn-Ausstellung. – Installation einer Einbruchmeldeanlage auf der Westseite des Gebäudes. – Wiederinbetriebnahme der Toilettenanlage Damen und Herren neben der Buchausgabe 1. – Umzug II A/II B innerhalb des Großraumbüros und Änderung sämtlicher Datenund Elektroanschlüsse. – Öffnung der Südtreppe. – Beginn der Asbestsanierung in sämtlichen Sheds oberhalb des Lesesaales. – Auszug des Berliner Gesamtkataloges; Übernahme und Renovierung der Räume. – Einrichtungen von Bildschirmarbeitsplätzen und Installation von ca. 150 Bildschirmarbeitsplatz-Leuchten. Baureferat Das Baugeschehen in der Staatsbibliothek wurde im Jahr 2001 von folgenden Baumaßnahmen geprägt:

Haus Unter den Linden Erneuerung der Gebäudegründung/Kellersanierung Nach 6-jähriger Bauzeit konnte 2001 im Bereich des Bibliotheksgebäudes Unter den Linden die Herstellung einer neuen Ersatzpfahlgründung erfolgreich abgeschlossen werden. Diese umfangreiche Baumaßnahme war zwingend erforderlich, da durch unkontrollierte Grundwasserabsenkungen im Umfeld des Bibliotheksgebäudes die auf mehr als 2.700 Kieferpfählen basierende Gebäudegründung nachhaltig beschädigt wurde. Zur Sicherung der Standfestigkeit des Gebäudes musste somit die nicht mehr tragfähige Holzpfahl- durch eine neue Ersatzpfahlgründung ersetzt werden. So wurden insgesamt 2.300 neue Pfähle verpresst, deren Gesamtlänge alles in allem 50.000 lfm umfasst und für deren Herstellung 5.200 t Zement und mehr als 540 t Stahl erforderlich waren. Doch nicht nur diese quantitativen Kennziffern sind beachtlich. Genauso eindrucksvoll ist, wie die mit dem Bauprojekt

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verbundenen ingenieurtechnischen Herausforderungen gemeistert wurden. Bei laufendem Bibliotheksbetrieb wurde das Gewicht des großen Gebäudes vom alten Fundament auf eine neu errichtete Gründung übertragen. Die Umverteilung der Lasten erfolgte dabei wie von den Statikern berechnet und vorherbestimmt. Im Zusammenhang mit der Beendigung dieser Arbeiten konnten die 2.000 im Vestibülbereich installierten Schutzrüstungen wieder vollständig entfernt werden. Im Anschluss an die Fertigstellung der neu gegründeten Fundamentbereiche folgt die Grundinstandsetzung des Kellergeschosses. In deren Rahmen wird dieses und die darin untergebrachten haustechnischen Anlagen völlig neu aufgebaut. Integraler Bestandteil dieser Baumaßnahme sind auch die Erneuerung von Aufzugsanlagen sowie die Sanierung der Heizungssteiger. Die Heizungserneuerung umfasste im Berichtszeitraum insbesondere Räumlichkeiten der Karten- und Musikabteilung. Betroffen waren jedoch auch Magazinbereiche der Benutzungsabteilung sowie das Rara-Magazin der Abteilung Historische Drucke. Das letztere Magazin wurde im Rahmen dieser Arbeiten mit einer neuen Be- und Entlüftungsanlage ausgerüstet, so dass der Rara-Bestand der Bibliothek nunmehr unter den zum Schutz dieses wertvollen Bestandes erforderlichen klimatischen Bedingungen untergebracht ist. Die darüber hinaus im Zusammenhang mit der Grundinstandsetzung des Kellergeschosses erfolgte Sanierung der Kellerdecken war mit erheblichen Belastungen für die in den betroffenen Erdgeschossbereichen untergebrachten Teile der IT-Abteilung, dem Referat Innerer Dienst sowie die Abteilung Bestandspflege und Reprographie verbunden. Funktionsbereiche – z. B. der komplette Serverraum – mussten zeitweilig verlegt werden, notwendige innerbetriebliche Wege konnten nicht genutzt und für den Benutzungsbetrieb wichtige Aufzüge mussten außer Betrieb gesetzt werden. Planung der Grund-(Erst-)Instandsetzung Parallel zu den oben genannten Baumaßnahmen war das Jahr 2001 geprägt von der Fortführung der zum Ausbau des Hauses Unter den Linden erforderlichen Planungsarbeiten. Im Ergebnis eines Architektenwettbewerbes war im Jahre 2000 dem Stuttgarter Architekten Prof. HG Merz der Zuschlag für die Umsetzung des von ihm entwickelten Entwurfes für den Neubau eines Lesesaales (mit 250 Leserplätzen, Freihand- und Tresormagazin) im Innenbereich des Bibliotheksgebäudes erteilt worden. Gleichzeitig wurde der Architekt mit der Durchführung der Altbausanierung des gesamten Ihnebaus beauftragt. Die Erarbeitung der zur Realisierung dieser Neubau- und Sanierungsplanungen erforderlichen Haushaltsunterlage Bau soll Ende 2002/Anfang 2003 abgeschlossen sein. Abbruch der Büchertürme Da die an der Stelle des ehemaligen Kuppellesesaales 1984–1987 für 2,2 Mio Bände errichteten vier Magazintürme in keiner Weise den funktionalen, bautechnischen und organisatorischen Anforderungen eines modernen Bibliotheksbetriebes gerecht werden und den vorgesehenen Ausbau des Innenbereiches blockieren, ist 2001 mit ersten Abrissmaßnahmen dieser Bauwerke begonnen worden. Im Rahmen eines ersten Abschnitts lief am 4. Dezember die vollständige Beräumung der in Magazintürmen gelagerten Bestände an. Per LKW werden diese in das im Westhafen zur Verfügung stehende Speichermagazin verlagert. Angesichts der mit dem

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Abbruch der Magazintürme verbundenen komplizierten logistischen und technologischen Probleme wird der komplette Abriss erst Ende 2003 abgeschlossen sein. Fassadensicherung Im Ergebnis einer in einem Innenhofbereich durchgeführten Bestandsaufnahme zum Fassadenzustand war es dringend geboten, kurzfristig eine vollständige Untersuchung und Erfassung des Bestandes aller Hoffassaden durchzuführen, um die Notwendigkeit weiterer Sicherungsmaßnahmen festzustellen. Die dafür erforderliche Einrüstung der Hoffassaden wurde gleichzeitig zur Erstellung eines exakten Aufmaßes der Fassaden benutzt, das als Planungsgrundlage für die Grund-(Erst-) Instandsetzung des Bibliotheksgebäudes zwingend erforderlich ist.

Haus Potsdamer Straße Durch umfangreiche Umbauarbeiten konnte das Dienstleistungsangebot im Scharounbau im zurückliegenden Jahr umfassend erweitert und modernisiert werden. Zu den bereits bestehenden 600 Arbeitsplätzen des Allgemeinen Lesesaales stehen dem Leser im Ergebnis der durchgeführten Baumaßnahme seit dem 5. November 2001 nunmehr 120 zusätzliche Arbeitsplätze – davon 40 mit Internetzugang – zur Verfügung. Zur Schaffung der dafür erforderlichen technischen Voraussetzungen mussten mehr als 17.000 m Kabel verlegt werden. Neu geschaffen wurden ferner spezialisierte Auskunftsbereiche, darunter eine zentrale Lesesaalinformation, sowie eine größere Cafeteria. Hervorzuheben ist, dass die zur Schaffung dieser zusätzlichen Kapazitäten erforderlichen Maßnahmen den Charakter des von Scharoun

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konzipierten Bibliotheksgebäudes nicht veränderten. Die Gesamtkosten dieser unter der Bezeichnung „Funktionsanpassung“ firmierenden Investitionsmaßnahme in Bildung und Wissenschaft belaufen sich auf ca. 6 Mio €. Sie fand damit im Jahr 2001 ihren Abschluss (vgl. auch Jahresbericht 2000). Das Haus Potsdamer Straße wurde auch während der Umbauphase im Allgemeinen Lesesaal geöffnet. Im Erdgeschoss wurden provisorische Leseplätze eingerichtet und vielbenutzte Teile der Handbibliothek im Ausstellungsraum aufgestellt. Bauunterhalt Aus den für den Bauunterhalt zur Verfügung stehenden Mitteln konnten in beiden Häusern der Staatsbibliothek auch im Jahre 2001 weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und Benutzer realisiert werden. So wurden wiederum mehrere Arbeits- und Öffentlichkeitsbereiche malermäßig instandgesetzt, mit neuem Fußbodenbelag und Thermostatventilen ausgestattet. Organisationsreferat Das Referat Organisation der Staatsbibliothek zu Berlin existiert seit Dezember 2000 und besteht bisher aus der Organisationsreferentin. Sie wird stundenweise von einer Mitarbeiterin der Personalstelle unterstützt. Mit dem Anfang März vorgelegten Konzept über das „Organisationsmanagement in der Staatsbibliothek“ galt es, die Organisationsarbeit zu strukturieren. Danach sind drei Stufen des Organisationsmanagement vorgesehen: 1. Grundsätzlich organisieren die Abteilungen ihre Arbeitsprozesse im vorgegebenen Rahmen eigenständig.

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2. Wo es nötig ist, unterstützt das Organisationsreferat die Abteilungen in allen Organisationsfragen. 3. In organisationspolitischen und strategischen Fragestellungen berät das Organisationsreferat die Generaldirektion. Neben dem Konzept „Organisationsmanagement“ hat das Referat ein Konzept über eine Projektservicestelle sowie ein Konzept zum organisatorischen Umgang mit Einsparvorgaben vorgelegt. 17 Vorhaben und Beratungen konnten teilweise abgeschlossen werden oder befinden sich noch im Organisationsentwicklungsprozess. Beispielhaft seien folgende Aktivitäten genannt: – Einführungsprogramm für neue Mitarbeiter/innen: Eine zielgerichtete Einführung und fachliche Einarbeitung fördert die zügige Integration neuer Beschäftigter in die Mitarbeiterschaft und Arbeitsprozesse. Um die Einarbeitung in der Staatsbibliothek zu unterstützen, hat Z 6 eine Checkliste als Gedankenstütze erarbeitet. Gleichzeitig wurden die Informationen für neue Mitarbeiter aktualisiert und ergänzt. Beide Materialien werden im Intranet bereit gestellt. – Führungsprinzipien – Begleitung des Pilotprojektes bei der Benutzungsabteilung Als Konsequenz aus einer Anfang 2001 durchgeführten Befragung aller Mitarbeiter der Staatsbibliothek wurde in der Benutzungsabteilung ein Pilotprojekt mit den Führungskräften der Abteilung durchgeführt. Ziel der extern moderierten Veranstaltung war, die Information und Kommunikation innerhalb dieser Abteilung zu fördern. Aufgabe von Z 6 war dabei, diesen Prozess zu begleiten und einen Erfahrungsbericht herauszugeben. – Aktualisierung des Geschäftsverteilungsplans der Staatsbibliothek Für die Vorlage der Geschäftsverteilungspläne der Abteilungen hat das Referat einheitliche Rahmenrichtlinien vorgegeben. Die Beschreibungen der Aufgabengebiete sowie ihre Zuordnung zu den Stellen wurden zum Stichtag 30. Juni 2001 erhoben. Die daraus entwickelten Organigramme der Abteilungen präzisieren die Struktur der Bibliothek. – Optimierung des Arbeitsablaufs „Erzielen von Einnahmen in der Staatsbibliothek“ Auf Grund vielfältiger Probleme werden die Kassengeschäfte in der Staatsbibliothek sowohl von den Benutzern als auch von den verwaltenden Stellen als sehr beschwerlich wahrgenommen. Unterstützt von einer Arbeitsgruppe aus betroffenen Mitarbeiter(n)/innen der Staatsbibliothek sowie der Hauptverwaltung konnten in der zweiten Jahreshälfte 2001 die Probleme analysiert und erste Lösungen vorgeschlagen werden. 2002 gilt es konkrete Erleichterungen umzusetzen. Öffentlichkeitsreferat Mit zahlreichen Ausstellungen, öffentlichen Veranstaltungen, Führungen, Publikationen und Online-Angeboten für das in- und ausländische Publikum nahm die Staatsbibliothek aktiv am kulturellen, wissenschaftlichen und politischen Leben der

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Stadt teil. Einige dieser Aktivitäten wurden in Kooperation mit anderen Einrichtungen angeboten. Wegen der längeren Umbauphase im Lesesaal des Hauses Potsdamer Straße von Juli bis November 2001 konnten dort nur eingeschränkt öffentlichkeitswirksame Angebote unterbreitet werden. Durch erweiterte Pressearbeit wurden zahlreiche ausführliche Berichte über die Veranstaltungen sowie über die allgemeine Entwicklung der Bibliothek in überregionalen Zeitungen und Rundfunkstationen untergebracht. Dem Fachpublikum stellte sich die Staatsbibliothek erstmals mit einem eigenen Informationsstand auf der größten Fachmesse der Bibliotheken in Deutschland vor. Ausstellungen Die Staatsbibliothek zeigte neben den kleineren Fachausstellungen vor den Lesesälen in beiden großen Häusern wieder eine Reihe von Ausstellungen zu eigenen Beständen bzw. stellte ihre Räume für Expositionen anderer Einrichtungen zur Verfügung, die nicht zuletzt während der angebotenen Führungen ein breites Publikum anzogen: Haus Unter den Linden sechs Ausstellungen mit insgesamt 11.000 Besuchern – vom Verlag arsEdition: 100 Jahre Ida Bohatta, Werkausstellung der berühmten Kinderbuch-Illustratorin (8. Februar – 31. März 2001)

Blick in die Ausstellung „Der reale Nutz“

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– vom Herder-Institut Marburg: Das östliche Mitteleuropa im historischen Luftbild – Bildflüge 1942–1945 in Brandenburg, Ostpreußen, Polen, Pommern und Schlesien (2. März – 29. Juni 2001) im Rahmen des Jubiläumsjahres in Berlin und Brandenburg PREUSSEN | 2001: – Goethe / Berlin / Mai 1778 – Sechs Tage durch die preußische Residenzstadt (27. April – 9. Juni 2001) – Der reale Nutz – Angewandte Wissenschaften in Preußen im 18. Jahrhundert (4. Juli – 4. August 2001) als Beitrag zur Bundesgartenschau BUGA 2001 Doppel-Ausstellung der Staatsbibliothek in Berlin und Potsdam: – Karl Foerster: Vom großen Welt- und Gartenspiel (17. August – 22. September 2001 in Berlin, Haus Unter den Linden) (7. September – 7. Oktober 2001 auf der Freundschaftsinsel in Potsdam) – Carl Maria von Weber „... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl“. Eine Dokumentation zum Opernschaffen des Komponisten (5. Dezember 2001 – 12. Januar 2002)

Blick in die Karl Foerster-Ausstellung

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Haus Potsdamer Straße zwei Ausstellungen mit insgesamt 16.000 Besuchern vom Dokumentations- und Kulturzentrum der Deutschen Sinti und Roma e.V., Heidelberg: – Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma (1. März – 12. April 2001) Diese Ausstellung wurde von überdurchschnittlich vielen Besuchern, vor allem auch Berliner Schulklassen gesehen. vom Arbeitskreis Deutscher und Polnischer Kunsthistoriker: – Fotoausstellung Das gemeinsame Kulturerbe – 30 Jahre deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Denkmalpflege (9. März – 10. April 2001) Zusätzlich zeigten mehrere Sonderabteilungen im Haus Potsdamer Straße begleitend zum Jubiläumsjahr PREUSSEN | 2001 Kleinausstellungen: – Kartenabteilung: Preußen im Kartenbild – Osteuropaabteilung: Dokumente zu deutsch-polnischen Beziehungen – Abteilung Amtsdruckschriften: Veröffentlichungen des Landes Brandenburg seit 1991

Herausragende Veranstaltungen Mit dem inzwischen traditionellen Neujahrsempfang der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. und der Staatsbibliothek wurde das Veranstaltungsjahr 2001 am 8. Januar eingeläutet. Zahlreiche Pretiosen aus den Abteilungen – allesamt Neuerwerbungen des vorangegangenen Jahres – wurden der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. An drei aufeinander folgenden Tagen wurde vom 12. bis 14. Januar 2001 im OttoBraun-Saal im Haus Potsdamer Straße das Jubiläumsjahr PREUSSEN | 2001 mit der großen Preußen Revue der Auftakt eines an Veranstaltungen reichen Jahres gefeiert. Am 19. Februar stellte die Handschriftenabteilung in einer öffentlichen Präsentation das auf einer Auktion in London erworbene Jugendtagebuch Georg Friedrich Wilhelm Hegels vor. Zur Eröffnung der Ausstellung Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma begrüßten wir am 1. März hochrangige Politiker und Wissenschaftler. Darunter Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates der Deutschen Sinti und Roma e.V., Staatsminister Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin und Prof. Peter Steinbach vom Otto-Suhr-Institut für Politwissenschaften, zugleich Wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Am 22. März besuchte Bundespräsident Johannes Rau die Ausstellung. Im wöchentlichen Rhythmus boten wir Vorträge, eine Lesung, eine Filmvorführung und eine Führung durch Berlin-Dahlem. Seit dem 4. April 2001 bietet die Staatsbibliothek in Zusammenarbeit mit den Freunden der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. und der Friedrich-Spee-Akademie

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regelmäßig Veranstaltungen unter dem Titel „Mittwochsrunde“ an. Der erste Höhepunkt war die Schriftstellerlesung von Helga Bemmann „Theodor Fontane und sein Preußen“, zugleich ein Beitrag zum Jubiläumsjahr PREUSSEN | 2001. Der 75. Geburtstag der vielfach preisgekrönten Kinderbuch-Illustratorin Eva Johanna Rubin wurde mit einer literarischen Feierstunde am 24. April 2001 durch die Kinder- und Jugendbuchabteilung begangen. „Mittwochsrunde“ im Mai: Bereits am 2. Mai schloss sich die nächste hochkarätige Lesung, erneut unter dem Motto PREUSSEN | 2001, an. Der berühmte Schriftsteller aus der Mark Brandenburg, Günter de Bruyn, las aus seinem Buch „Preußens Luise“. Der 150. Geburtstag des früheren Generaldirektors der Bibliothek und bedeutenden Berliner Wissenschaftlers Adolf von Harnack wurde mit einer kleinen Ausstellung sowie einer Festveranstaltung am 8. Mai begangen. Am Tag der Bücherverbrennung, dem 10. Mai 2001, übergaben die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. den Max-Hermann-Preis an Prof. Dr. Dr. Paul Raabe, früherer Direktor der Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und schließlich Direktor der Franckeschen Stiftungen in Halle. Nach 25-jähriger Tätigkeit in der Staatsbibliothek zu Berlin wurde am 29. Mai der Ständige Vertreter des Generaldirektors, Dr. Günter Baron, in den Ruhestand verabschiedet. Mit einer Festveranstaltung im Otto-Braun-Saal ehrten ihn seine Mitarbeiter, Freunde und Vorgesetzten. „Berlin singt“ – am 14. Juni war der Brunnenhof des Hauses Unter den Linden spektakulärer Aufführort für den Berliner Sängerbund, der quer durch die Stadt sein 100-jähriges Jubiläum beging. Zum Tag des Offenen Denkmals am 8. und 9. September empfing die Zeitungsabteilung im Westhafen zahlreiche Neugierige mit Führungen durch das Gebäude und Erläuterungen zu den Beständen der Abteilung. Die Kinder- und Jugendbuchabteilung beteiligte sich am 15. September mit der Nachmittagsveranstaltung “Wissenschaft und Technik im Kinderbuch um 1800“ für Kinder an der ersten Berliner „Langen Nacht der Wissenschaften“. Am 160. Todestag des Berliner Baumeisters Schinkel beging – gemeinsam mit der Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft e.V. – die Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek diesen Tag mit einer kleinen Ausstellung und Festvorträgen am 9. Oktober im Lessingsaal im historischen Haus Unter den Linden. Mit der Wiedereröffnung des Mendelssohn-Ausstellungsraumes in der Potsdamer Straße wurde im November die Dauerpräsentation zur Geschichte der Berliner Familie Mendelssohn in würdiger Weise erneut aufgenommen. Der Raum musste in den vergangenen Jahren für bibliothekarische Zwecke genutzt werden, konnte jedoch im Zuge der Umbauarbeiten des Allgemeinen Lesesaals wieder seinem eigentlichen Zweck übergeben werden. Auf der Skulpturenterrasse Haus Potsdamer Straße stellte die Staatsbibliothek im November 2001 die Skulptur Constellation des bedeutenden Berliner Künstlers Bernhard Heiliger auf. Sie ist eine Leihgabe der Bernhard-Heiliger-Stiftung. Die Wilhelm-Furtwängler-Gesellschaft e.V. beging Ende des Jahres ihr 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde am 3. Dezember in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin im Otto-Braun-Saal ein Festkonzert veranstaltet.

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5. Dezember, Vestibül im Haus Unter den Linden: Im Rahmen der „Mittwochsrunde“ wurden die Interessenten vom Kurator der Ausstellung Carl Maria von Weber „...wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl“. Eine Dokumentation zum Opernschaffen des Komponisten“, Frank Ziegler von der Weber-Gesellschaft, mit den Spitzenstücken der zu jener Zeit laufenden Ausstellung bekannt gemacht. Ein besonderes Ereignis für die Staatsbibliothek war die Aufnahme des PartiturAutographs von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie in das UNESCO-Register „Memory of the World“ im Jahr 2001. Von diesem Autograph befinden sich die Sätze 1 bis 4 nahezu vollständig in der Staatsbibliothek, zwei Blätter aus dem 2. Satz sind im Beethoven-Haus in Bonn, drei Blätter ebenfalls aus dem 2. Satz in der Bibliotheque Nationale in Paris. Am 7. und 8. Dezember hatten die Berliner und ihre Gäste die Gelegenheit, die Partitur im Original zu sehen. Verschiedene Interpretationen brachten den zahlreichen Besuchern die Sinfonie akustisch nah. Die Besinnlichkeit der würdevollen Veranstaltung fand großen Anklang.

Ausstellung der autographen Partitur von Beethovens 9. Sinfonie auf dem Neujahrsempfang Am 13. Dezember gestalteten die Freunde der Staatsbibliothek e.V. eine BenefizLesung zu Gunsten der „Bücher der Könige“, einem Projekt zur Bestandserhaltung, mit Deutschlands bekanntestem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Bibliothekartag in Bielefeld Erstmalig war die Staatsbibliothek Anfang April auf dem 91. Bibliothekartag mit einem eigenen Stand vertreten. Dabei präsentierten die Mitarbeiter und Mitarbeite-

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rinnen aus zahlreichen Abteilungen ihre Digitalisierungs- und Katalogisierungsprojekte, die die Staatsbibliothek online anbietet, darunter die Zeitschriftendatenbank (gemeinsam mit der Deutschen Bibliothek), die Altkarten-Datenbank, die Digitalisierung Preußischer Rechtsquellen u. a.. Das Referat für Öffentlichkeitsarbeit sorgte sowohl inhaltlich als auch organisatorisch für einen gelungenen Auftritt. Publikationen Zahlreiche Publikationen begleiteten vor allem die Ausstellungen, Veranstaltungen und den Messeauftritt der Staatsbibliothek. Besonders zu erwähnen sind an dieser Stelle der rasch vergriffene Begleitband zur Ausstellung „Karl Foerster: Vom großen Welt- und Gartenspiel“ der gemeinsam mit dem Reichert-Verlag Wiesbaden herausgegebene Katalog „Carl Maria von Weber“ sowie die beiden Kataloge, die die PREUSSEN | 2001 Ausstellungen „Goethe / Berlin / Mai 1778 – Sechs Tage durch die preußische Residenzstadt“ und „Der reale Nutz – Angewandte Wissenschaften in Preußen im 18. Jahrhundert“ begleiteten. Internet Unter www.staatsbibliothek-berlin.de/aktuelles stellte das Referat für Öffentlichkeitsarbeit dem interessierten Publikum stets weiterführende Informationen zu den Veranstaltungen, Publikationen und Presseveröffentlichungen der Staatsbibliothek zu Berlin zur Verfügung.

Ausbildungsleitung
Ausbildungsleiter: Dr. Raimund-Ekkehard Walter Stellvertreter: Robert Zepf Die Ausbildungsleitung der Staatsbibliothek verbleibt bei der Bildung der Zentralabteilung im Geschäftsbereich des Ständigen Vertreters bzw. der Ständigen Vertreterin. Nach der Pensionierung von Dr. Baron wird die Ausbildungsleitung wegen seiner Vertretungsfunktion bis zur Wiederbesetzung der Stelle dem Leiter der Katalogabteilung, Herrn Hädrich, unterstellt. Die Aufgabe des Ausbildungsleitung ist die Planung und Durchführung der bibliothekarischen Aus- und Weiterbildungsaktivitäten der Staatsbibliothek, insbesondere der in den einzelnen Ausbildungsgängen vorgeschriebenen Praktika, sowie die Durchführung des praxisbegleitenden Unterricht (Titelaufnahme, Bibliographienkunde, Online-Informationsvermittlung). Darüber hinaus vertritt die Ausbildungsleitung im Auftrag der Generaldirektion die Staatsbibliothek in den für praktische Fragen der Ausbildung zuständigen regionalen und überregionalen Gremien und pflegt die Verbindungen zu den bibliothekarischen Ausbildungseinrichtungen. Das Jahr 2001 stand im Zeichen der Neuordnung der theoretischen Ausbildung des mittleren und des höheren Bibliotheksdienstes. Die seit 1981 bei der Staatsbibliothek erfolgreich durchgeführte Ausbildung von Bibliotheksassistentenanwärtern wurde im September 2001 mit den letzten Laufbahnprüfungen an der Biblio-

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theksschule in Frankfurt a. M. abgeschlossen. An ihre Stelle tritt die an der Staatsbibliothek seit 1. 9. 2000 eingeführte Berufausbildung als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FAMI). Die theoretische Ausbildung erfolgt im Blockunterricht am Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung in Berlin-Lichterfelde, die als zentrale Ausbildungsstätte für die Länder Berlin und Brandenburg dient. Als Folge der Einstellung des Bibliotheksreferendariats im Lande Nordrhein-Westfalen wurden zum 1. April 2001 letztmalig Referendarinnen und Referendare zur theoretischen Ausbildung an die FH Köln abgeordnet. Auf der Grundlage eines Verwaltungsabkommens zwischen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 29. Mai 2001 erfolgt die theoretische Ausbildung der Bibliotheksreferendare und die Anstellungsprüfung künftig an der Bayerischen Bibliotheksschule in München. Da die Referendarausbildung in Bayern erst kürzlich grundlegend aktualisiert worden ist und die Entwicklungen im Management- und IT-Bereich umfassend berücksichtigt, ist damit eine den Bedürfnissen der Staatsbibliothek in besonderer Weise entsprechende und für die Zukunft tragfähige Zusammenarbeit begonnen worden. Auszubildende im Jahr 2001 insgesamt Bibliotheksreferendarinnen / -refendare Auszubildende (Fachangestellte) Bibliotheksassistenanwärter 13 6 2 Abschlüsse 5 – 2

Externe Praktikantinnen und Praktikanten Bibliotheksreferendarinnen / -referendare Studierende (FH-Studiengänge) 2 4

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ABT. INFORMATIONSTECHNIK (I B)
Abteilungsleiter: Stellvertreterin: Jann-Gerd Hans Gudrun Hoffmann

I. IT-Übersichten IT-Systeme und Terminals (ohne Drucker, CD-ROM-Laufwerke, Streamer, Scanner...) Server Bestand 1998 Bestand 1999 Bestand 2000 Bestand 2001 23 25 25 27 Terminals 270 200 8 – Personalcomputer 295 (davon 170 mit Netzanbindung) 580 (davon 510 mit Netzanbindung) 650 (davon 630 mit Netzanbindung) 790 (davon 780 mit Netzanbindung)

Aktive Netzkomponenten Router Bestand 1998 Bestand 1999 Bestand 2000 Bestand 2001 10 11 12 12 Switche 3 8 20 21 Hubs 14 18 18 18

Netzwerke Novell NetWare Bestand 1998 Bestand 1999 Bestand 2000 Bestand 2001 3 2 1 1 TCP/IP 5 5 3 3 Terminalnetze 5 5 1 –

II. Schwerpunkte der IT-Maßnahmen im Jahr 2001 1. Bibliotheksinformationssystem Nachdem zum Ende des Vorjahres die serverseitigen Vorbereitungen zur Aufnahme des Betriebes der lokalen Komponenten des GBV-Systems abgeschlossen waren und mit dem endgültigen Aufbau des lokalen Datenpools in den ersten Wochen des Jahres auch die Katalogdaten des Monographien- und Zeit-

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schriftenbestandes aus den Verbundsystemen im lokalen System bereitstanden, konnte der OPAC für den Zugriff durch die Bibliotheksbenutzer innerhalb und außerhalb der Bibliothek freigegeben werden. Im Rahmen der Maßnahme Funktionsanpassung wurden im Gebäude Potsdamer Straße ergänzend zu den OPAC-Plätzen im Lesesaalbereich auch OPAC-Plätze in der Eingangshalle eingerichtet, die teilweise mit verlagerten Geräten, teilweise mit neuen Geräten, „Thin Clients“ auf Linux-Basis, bestückt wurden. Auch im Gebäude Unter den Linden wurden außerhalb des Informationszentrums bzw. der Lesesäle OPAC-Plätze eingerichtet. Aus der Inbetriebnahme der Erwerbungskomponente des lokalen Systems durch die Pilotarbeitsgruppe Erwerbungsautomatisierung und den dabei gewonnenen praktischen Erfahrungen sowie mit dem schrittweisen Übergang zum regulären Betrieb erwuchsen weitere spezifische fachliche Anforderungen, ergänzt um Vorgaben aus schon einbezogenen Sonderabteilungen, die durch entsprechende Anpassungen bzw. Parametrisierungen des Erwerbungsmoduls umzusetzen waren. Die IT-Ausstattung der Akzessionsarbeitsplätze sowie der Arbeitsplätze, die wegen des Aufbaus der Medienabteilung und der Abteilung Katalogsysteme aus Erwerbungs- bzw. Katalogabteilung neu auszustatten waren, konnte zum Jahresende hin abgeschlossen werden. 2. Lokales Netz der SBB Im Gebäude Potsdamer Straße wurde im Zuge der Baumaßnahme Funktionsanpassung das lokale Netz um Datenanschlüsse im Bereich der Bibliographische Auskunft, inbesondere für Internetplätze für Bibliotheksbenutzer, sowie in der Eingangshalle im Bereich der neuen Katalogauskunft (für OPAC-Plätze) und der umgebauten Leihstelle erweitert. Dementsprechend wurde die aktive Netzwerktechnik in der Netzzentrale um einen weiteren Switch ergänzt. Baubedingte Umzüge von Arbeitsplätzen in andere Gebäudteile führten am Standort Unter den Linden zur Verlagerung sowie auch zur Neuverlegung von Datenanschlüssen und zu anschließenden Konfigurationsarbeiten, um die Funktionalität der Arbeitsplätze auch am neuen Ort zu gewährleisten. 3. Ausleihsystem Im Frühjahr wurde ergänzend zur Bereitstellung des Online-Benutzerkatalogs (OPAC) die Magazinbestellkomponente des Ausleihsystems freigegeben, so dass im OPAC ermittelte Buchtitel anschließend durch Copy-and-Paste-Übernahme der Magazinsignatur auch online zur Ausleihe sowohl in der Bibliothek als auch von zu Hause aus bestellt werden können, wobei die Bestellausdrucke direkt in die Magazinetagen gesteuert werden, in der die jeweils gewünschten Bücher stehen. 4. Internetplätze für Bibliotheksbenutzer Zur Einrichtung von Benutzerplätzen mit vollständigem Internetzugang wurde die vorgesehene technische Ausstattung mit Thin Clients als Endgeräte und Servern im Hintergrund zur Konfiguration und Administration der Plätze sowie zur Verwaltung von Downloads und Ausdrucken ausgeschrieben und im Herbst beauftragt. Bedingt durch Lieferprobleme konnten die für den Standort Pots-

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damer Straße vorgesehenen 40 Geräte erst Ende November als erster Realisierungsschritt installiert werden, die Installation der restlichen acht Geräte im Gebäude Unter den Linden war nach erfolgreicher Erprobung als zweiter Schritt vorgesehen. Um Erfahrungen mit der gewählten Konfiguration Linux-basierter Endgeräte zu gewinnen, wurde zunächst bis Jahresende ein Testbetrieb mit vollem Internetzugang, aber eingeschränktem Funktionsumfang ohne Downloading von Dateien und Ausdruckmöglichkeiten, eingerichtet. 5. Zentralkartei der Autographen Die Migration des bisherigen IT-Systems für die Zentralkartei der Autographen zu einer neuen IT-Lösung für ein offenes Verbundsystem zum zentralen Nachweis von Autographen und Nachlässen in Archiven, Bibliotheken und Museen unter dem Namen Kalliope konnte im Berichtsjahr begonnen werden, nachdem die Bewilligung der bei der DFG beantragten Förderung zum Jahresbeginn vorlag. Die ersten Schritte zur Realisierung des Projekts umfaßten die Beschaffung, Installation und Konfiguration des Servers für das neue IT-System, der im Mai einsatzbereit war, so dass die Grundsoftware implementiert werden konnte. Der Vertrag mit dem Softwarelieferanten zur Lieferung der Grundsoftware und zum Aufbau der Anwendungslösung mit einem Realisierungszeitraum von einem Jahr wurde zu Beginn des zweiten Quartals abgeschlossen. Schwerpunkte der Anpassungsentwicklungen im laufenden Jahr waren der Aufbau des neuen Online-Systems, die Migration der Altdaten und die Bereitstellung der Verbundfunktionalitäten für eine zentrale Online-Erfassung der Autographennachweise durch die Verbundpartner. 6. Gesamtkatalog der Wiegendrucke Die Entwicklung eines neuen IT-Systems für den Gesamtkatalog der Wiegendrucke war im Vorjahr beauftragt und begonnen worden. Mit der Fertigstellung der XML-Datenbank als zentralem Baustein und der Bereitstellung der Funktionen für die Aktualisierung der Datenbank durch die GW-Redaktion lagen in den ersten Wochen des Jahres grundlegende Komponenten der neuen Lösung einsatzfertig vor. Die Arbeiten zum Aufbau des IT-Systems wurden mit Entwicklungen zur automatisierten Erstellung der Druckvorlagen für die Herstellung des Kataloges aus der Datenbank zur Übergabe an Satzcomputer fortgesetzt, wobei insbesondere auch spezifische Schriftenfonts zu integrieren waren. Aus der Erfahrung des praktischen Einsatzes wurden ferner Arbeiten in die Revision und Optimierung bereits betriebener Komponenten investiert. 7. IT-Anwendung für digitale Objekte Im Rahmen DFG-geförderter Projekte zur Verteilten Digitalen Forschungsbibliothek sind in der Staatsbibliothek Digitalisate einzelner Sammelobjekte einschließlich Metadaten hergestellt worden (z. B. Musikdrucke mit Werken des Komponisten Felix Draeseke, preußische Rechtsquellen). Für deren Speicherung, Verwaltung und Bereitstellung sowie auch für zukünftige weitere Digitalisate wird eine geeignete, flexible Anwendungslösung benötigt.

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Zur Bündelung und Strukturierung fachlicher Vorstellungen für die Bereitstellung digitaler Objekte im Netz sowie zur Analyse der Anforderungen wurde daher gegen Ende des Jahres gemeinsam mit den Fachabteilungen bei einer ITFirma ein moderierter Workshop zum Thema Digitale Bibliothek durchgeführt, um daraus in einem weiteren Schritt den Leistungsumfang einer technischen Lösung zu bestimmen. 8. IT-Sicherheitskonzept der Stiftung Als gemeinsames Projekt der Hauptverwaltung der SPK, der Staatlichen Museen und der Staatsbibliothek wurden Anforderungen an die Fortschreibung des bestehenden IT-Sicherheitskonzepts der Stiftung formuliert, eine beschränkte Ausschreibung durchgeführt und aus dem Anbieterkreis eine Firma ausgewählt. Diese wurde im Herbst mit der Fortschreibung des IT-Sicherheitskonzepts beauftragt und führte bis Jahresende die entsprechenden Erhebungen und Interviews zum derzeitigen Stand in den Stiftungseinrichtungen durch, um daran anschließend das aktualisierte und fortgeschriebene Konzept zu erstellen.

III. Beschaffung von IT-Komponenten, Betrieb und Betreuung der IT-Systeme und der laufenden IT-Verfahren Die ständigen Aufgaben umfaßten: 1. Beschaffung der IT-Komponenten Beschaffung von IT-Komponenten wie Server, PC, Drucker und sonstiges ITZubehör sowie PC-Software weitgehend unter Nutzung von Rahmenverträgen des Landesbetriebes für Informationstechnik Berlin bzw. des Landesverwaltungsamtes Berlin 2. Sicherstellen des Rechner-Betriebes und der Netze an drei Standorten: – 27 Server unter den Betriebssystemen Solaris, LINUX, SCO-Unix, Windows NT, Novell mit Funktionen als Kommunikationserver, Mailserver, Domain Name Server, WWW-Server, Proxy-Server, Firewallserver, Ausleihserver, CDROM-Server, SUBITO-Server, Abteilungsserver, Anwendungsserver – sieben Workstations unter HP-UX – 790 Personalcomputer unter Windows NT, in Einzelfällen auch noch unter WfW 3.11 – zwei IP-Netze (LAN-Haus 1 und LAN-Haus 2) – drei fachlich orientierte lokale Netze (Katalogisierung der Ostasienabteilung, Netz für das Ausleihsystem, Netz der Zeitungsabteilung) – ca. 800 sonstiger Geräte (Drucker, Scanner, CD-ROM-Laufwerke, Streamer, Hubs, Switche,…) 3. Sicherstellen der Kommunikationsdienste: IPX, Internetdienste, Anschluß an das Gigabit-Wissenschaftsnetz (G-WIN)

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4. Installation, Konfiguration, Betrieb und Betreuung von IT-Standardanwendungen im PC-Bereich Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Internetdienste, CD-ROM-Installationen 5. Betrieb und Betreuung der unter II. nicht aufgeführten IT-Verfahren und IT-Standardanwendungen: – Gesamtindex mittelalterlicher Handschriften (1999 Abschluß der Erfassungen weiterer Kataloge) – Erwerbungsstatistik – Systematischer Katalog der Musikalien – VD 17 – SUBITO – Europäische Bibliographie zur Osteuropaforschung – allegro-Anwendungen – Sammlung Deutscher Drucke – Erwerbung – Bibliographia Cartographica, – Verzeichnis der Drucke des 16. Jahrhunderts – Gesangbuchsammlung Wernigerode – Einblattdrucke – Verwaltung von Internet-Links – Datenbank der Bucheinbände als gemeinsamer Datenpool dreier Einrichtungen – zentrale Bereitstellung von CD-ROM-Datenbanken in den lokalen Netzen

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ERWERBUNGSABTEILUNG (II A)
Abteilungsleiter: Stellvertreter: Dr. Gerhard Kanthak Dr. Helmut Oehling (bis 15.10.2001) Dr. Jelka Keiler (kommissarisch ab 16.10.2001)

Erwerbungsetat 2001 der SBB insgesamt Die verfügbaren Mittel für Bestandsergänzungen und -erhaltung waren gegenüber dem Vorjahr in der Summe rückläufig; mit 23.000.560 DM lagen sie um 7,8 % unter dem Ausgabenstand des Rekordjahres 2000. Diese Ausgabenreduzierung ist das Ergebnis verschiedener, z. T. gegenläufiger Faktoren: 1. Die regulären Haushaltsmittel für Bestandsergänzungen und -erhaltung blieben im nominellen Ansatz gegenüber dem Vorjahr zwar gleich, wurden jedoch zu Beginn des Etatjahres de facto durch eine Haushaltssperre um 590.000 DM reduziert. 2. Die Mehreinnahmen aus Benutzungsgebühren waren im Dreijahresverlauf rückläufig (1999: DM 1.019.710, 2000: DM 893.910 und 2001: DM 864.000). 3. Auch die übertragenen zusätzlichen Selbstbewirtschaftungsmittel waren niedriger und lagen mit 618.128 DM deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (1.293.000 DM). 4. Die eingeworbenen Drittmittel und Spenden erfuhren hingegen um 14,7 % eine weitere spürbare Steigerung auf 4.156.716 DM, die sowohl den – wie im Vorjahr – gesteigerten Aktivitäten der Bestandserhaltung wie auch den Literaturerwerbungen zugute gekommen ist; in der Summe kompensierte dieser Zuwachs jedoch nicht die Reduzierungen bei den seitens der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bereitgestellten Eigenmitteln. Die Rahmenbedingungen für die Erwerbungstätigkeit auf der Basis reduzierter Mittel waren wie in den Vorjahren weiterhin ungünstig. Ein hoher Anteil an Kauferwerbungen wird außerhalb der Euro-Zone in US-Dollar bzw. mit britischem Pfund fakturiert und führt folglich aufgrund der anhaltenden für den Euro ungünstigen Währungsrelationen zu hochpreisigen Erwerbungen im Druckschriftenbereich. Die Preissteigerungen vor allem bei den Zeitschriften aus dem STM-Bereich lagen wiederum weit über der Inflationsrate. Dieser sich auf den internationalen Buchmärkten kumulierende Kaufkraftverlust der Staatsbibliothek zu Berlin erfolgt vor dem Hintergrund eines ungebrochenen Anstiegs der konventionellen Literaturproduktion wie eines stark expandierenden Angebots elektronischer Publikationen. Im Ergebnis muss folglich konstatiert werden, dass die verfügbaren Erwerbungsmittel nicht annähernd den Anforderungen entsprechen, die sich aus den Aufgaben der Staatsbibliothek zu Berlin im Bestandsaufbau als herausragende gesamtstaatliche Bibliothek in der Bundesrepublik Deutschland und als eine der weltweit führenden internationalen Forschungsbibliotheken ergeben. Der Erwerbungsumfang musste im Jahr 2001 aufgrund dieser Mittelsituation deutlich reduziert werden. Speziell im Bereich der hochpreisigen westeuropäischspra-

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chigen STM-Zeitschriften hat die Bibliothek wiederholt die Zahl ihrer Abonnements gemindert. Im Jahr 2001 wurden im STM-Bereich 297 Zeitschriftenabonnements für 689.935 DM abbestellt. Trotz dieser Abbestellungen sind die Ausgaben für die Zeitschriften fast gleich geblieben, was mit den extremen Preissteigerungen im STM-Bereich zu begründen ist. 2001 wurden 7.036.692 DM für laufende Zeitschriften ausgegeben im Vergleich zum Vorjahr mit 7.064.759 DM. Von den 37.356 laufend gehaltenen Zeitschriftenabonnements der SBB werden 21.350 Abonnements über Kauf bezogen, das sind 57,2 % des Bestandes. Diese Abonnementszahlen der SBB sind im Vergleich zu anderen Bibliotheken immer noch relativ hoch. Auch die Bestände an wissenschaftlichen Zeitschriften im STM-Bereich sind weiterhin verhältnismäßig gut; die Naturwissenschaften, Medizin und Ingenieurwissenschaften werden gemäß Erwerbungsprofil im Vergleich zu anderen Disziplinen mit geringerer Sammelintensität in der SBB erworben. Der Ausgabenanteil für laufende Verpflichtungen insgesamt (neben Zeitschriftenabonnements noch laufende Fortsetzungswerke und Schriftenreihen) stieg im Mehrjahresverlauf von 52 % in 1999 über 57 % in 2000 auf knapp 62 % in 2001 an. Die Anfang des Erwerbungsjahres festgelegte Etatmittelverteilung zwischen den erwerbenden Abteilungen der SBB erlaubte einen deutlichen Anstieg des Anteils antiquarischer Erwerbungen (von 13.815 auf 15.721 bibliographischen Einheiten); dem korrespondierte hingegen eine mehr als zwanzigprozentige Reduzierung der Novitätenerwerbungen (von 91.844 auf 72.796 bibliographische Einheiten). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat ihren Anteil zur Förderung der Literaturbeschaffung in den Sondersammelgebieten um vier Prozent von 2.194.356 DM auf 2.282.339 DM an gehoben. Dieser moderate Anstieg orientierte sich an den beschränkten Möglichkeiten der SBB, aufgrund ihrer generellen Etatsituation ihre Eigenanteile nennenswert anheben zu können. Er reflektiert darüber hinaus auch die Tatsache, dass die SBB personell an Kapazitätsgrenzen zur Bearbeitung ihrer Zugänge stößt. Erwerbungsabteilung In der Erwerbungsabteilung reduzierte sich 2001 die Zahl der versandten Bestellungen um 16 % auf 21.741 Titel und setzte damit die negative Entwicklung des Vorjahres fort. Als Folge dieses reduzierten Bestellvolumens verzeichnete die Bucherwerbung jeweils in allen Bereichen und insgesamt mit 37.907 bibliographischen Einheiten einen Rückgang um 19,3 %; sie erzielte damit im Jahr 2001 ihr niedrigstes Erwerbungsvolumen seit Bildung der vereinigten Staatsbibliothek zu Berlin. Neben der Reduzierung der verfügbaren Etatressourcen ist ein weiterer Grund dieses Rückgangs in der internen Umstellung der Erwerbungsvorgänge von konventioneller Bearbeitung auf IT-gestützte Inventarisierung im Rahmen des Erwerbungssystems ACQ gegeben, das vom Gemeinsamen Bibliotheksverbund der SBB als lokales Bibliothekssystem bereitgestellt wird. Dieses Erwerbungssystem ACQ ist im Laufe des Jahres 2001 für die gesamte Bucherwerbung in der Erwerbungsabteilung eingeführt worden; für die Zeitschriftenerwerbung ist in der zweiten Jahreshälfte die Implementierung vorbereitet worden. Das Erwerbungssystem ACQ ist von der Erwerbungsabteilung in der Weise offen parametrisiert worden, dass es zukünftig in allen elf erwerbenden Abteilungen der SBB eingesetzt werden kann;

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konkret wurde es für den Buchbereich im Berichtsjahr mit Hilfe der Erwerbungsabteilung bereits in den Abteilungen Historische Drucke sowie Amtsdruckschriften und Internationaler Amtlicher Schriftentausch, in der Osteuropa- und der Kartenabteilung eingeführt. 2001 wurden im Zeitschriftenreferat der Erwerbungsabteilung 14.114 laufend gehaltene Zeitschriften betreut. Das sind 37,8 % des gesamten Zeitschriftenbestandes der SBB, der mit 37.365 anzugeben ist. Von den in der Erwerbungsabteilung betreuten 14.114 Zeitschriften werden 11.9 36 über Kauf bezogen, dass sind 84,6 %. Die Katalogisierungszahlen zu neuen Titeln, Körperschaften, Beständen und Änderungen waren 2001 rückläufig, was mit den Planungsarbeiten für die Einführung des elektronischen Erwerbungssystems ACQ zusammenhängt. Dies betrifft ebenso die Zahlen zur Vorakzession, Bestellkatalogisierung und Akzessionierung neuer Zeitschriften, deren Erwerb ab Herbst 2001 vorübergehend eingeschränkt wurde. Im Jahr 2001 wurden die Printabonnements ergänzt durch den Einstieg in die Bereitstellung von elektronischen Zeitschriften. Die Erwerbungsabteilung beschaffte erstmals 825 elektronische Zeitschriften überwiegend als Parallelversionen zu vorhandenen Printabonnements aus dem Bereich Science, Technology und Medicine. Diese elektronischen Zeitschriften werden im CBS des GBV und der ZDB katalogisiert und in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek Regensburg erfasst. Damit können die Benutzer der SBB auf komfortable Weise in drei Katalogen nach elektronischen Zeitschriften recherchieren – über den Stabikat, über die ZDB und in der EZB. Zum Jahresende wurde begonnen, Geschäftsgänge für die elektronischen Zeitschriften bezüglich der Katalogisierung, der Verwaltung und weiteren Erschließung festzulegen. In der Zeitschriftenablage werden laufende Zeitschriften aus allen Abteilungen (mit Ausnahme der Zeitungsabteilung) bis zur Abgabe an die Einbandstelle gelagert und von hier aus der Benutzung zur Verfügung gestellt. In der Ablage befinden sich immer nur ungebundene Hefte von noch unvollständigen Jahrgängen maximal der letzten fünf Jahre (das laufende Jahr eingeschlossen). Ende des Jahres 2001 wurden alle noch ungebundenen Hefte des Jahres 1997 ausgehoben, so dass sich in der Ablage nur Zeitschriftenhefte ab 1998 befinden, was die Steuerung der Leihscheine erleichtert. Nach Auskunft der Benutzungsabteilung werden 80 % der Leihscheine zu Zeitschriftenheften über diese Ablage abgewickelt, da die neuesten Hefte gewünscht werden. Seit Einführung der elektronischen Bestellkomponente müssen wesentlich mehr Leihscheine bearbeitet werden als in den vorherigen Jahren. Die Einbandstelle der Erwerbungsabteilung ist für die Bearbeitung des Gesamtzugangs ab Erscheinungsjahr 1956 (mit Ausnahme des Bestandes der Zeitungsabteilung) und für Reparaturen des Neubestandes aus dem Haus 2 zuständig. Die im Jahr 2000 bereits festgestellte Tendenz eines rückläufigen Bindevolumens setzte sich 2001 fort. Im Vergleich zu 66.427 Buchbindeeinheiten im Jahr 2000 wurden im Jahr 2001 nur 64.374 Buchbindeeinheiten bearbeitet. Dies ist ein Rückgang um 3,09 Prozent. In Konsequenz waren auch die Ausgaben für den modernen Bibliothekseinband rückläufig.

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Erwerbungsstatistik der Staatsbibliothek zu Berlin Zugang nach Materialien in physischen Einheiten (Bestandseinheiten) 1999 Bücher, Zeitschriften und Zeitungen nach Bänden Karten und Pläne Noten Handschriften nach Einzelstücken Tonträger Mikroformen Sonstige Materialien nach physischen Einheiten Summe 138.361 7.706 1.879 198 720 83.003 12.189 244.046 116.115 9.011 2.237 121 920 48.978 3.138 161.445 126.519 7.465 2.201 153 813 60.188 3.829 201.015 2000 2001

Zugang nach Art der Erwerbung in physischen Einheiten (Bestandseinheiten) 1999 Kauf Tausch* Pflicht/Freiexemplar Geschenk Summe
*

2000 103.129 33.043 12.515 12.758 161.455

2001 145.297 30.813 10.169 14.736 201.015

179.848 35.336 11.039 17.823 244.046

Amtlicher Schriftentausch und Bibliothekstausch

Ausgaben zur Bestandsvermehrung 1999 Literaturerwerbungen davon: – Drittmittel – Lücken- oder Rückergänzung Bestandspflege* davon: – Drittmittel incl. Spenden Bestandsergänzungen u. -pflege 15.896.298 2.771.570 2.309.990 4.233.610 337.305 20.129.908 2000 19.198.749 2.509.793 2.929.313 5.772.061 1.114.385 24.970.810 2001 17.152.844 2.602.339 2.880.205 5.849.716 1.554.377 23.002.560

* Einband und Bestandserhaltung einschließlich Verfilmungen

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Ausgaben zur Bestandsvermehrung – laufende Verpflichtungen – 1999 Lfd. Zeitschriften Lfd. Serien Lfd. Fortsetzungswerke Nebenkosten* Summe Anteil an Erwerbungsmitteln (ohne Einband u. Bestandspflege)
* Zoll, Transport, Tausch, Mitgliedschaften

2000 7.064.759 1.669.454 1.833.039 324.244 10.891.496 57%

2001 7.036.692 1.417.610 1.672.875 491.064 10.618.241 61,9 %

5.790.281 1.221.618 1.300.355 402.910 8.312.225 52 %

Laufend gehaltene Zeitschriften 1999 Ausgaben Laufende Abonnements Neue Abonnements Abbestellte/abgeschlossene Abonnements 5.790.281 38.109 1.625 1.807 2000 7.064.759 37.642 2.652 2.185 2001 7.036.692 37.356 981 1.267

Bestandsvermehrung nach Erscheinungsjahren in bibliographischen Einheiten (Prozentangaben ohne laufende Zeitschriftenjahrgänge) 1999 Aktuelles Erscheinungsjahr Vorhergehende vier Jahre 1956 bis auf letzte 5 Jahre Summe Neuerwerbungen 1913–1955 1871–1912 1801–1870 bis 1800 Summe Antiquaria Insgesamt Dazu: laufende Zeitschriftenjahrgänge 16.767 (16,1 %) 65.977 (63,5 %) 8.486 (8,2 %) 91.230 (87,8 %) 5.769 (5,6 %) 3.553 (3,4 %) 2.030 (1,9 %) 1.382 (1,3 %) 12.734 (12,2 %) 2000 20.163 (19,1 %) 61.077 (57,8 %) 10.604 (10,0 %) 91.844 (86,9 %) 4.386 (4,2 %) 3.330 (3,2 %) 1.827 (1,7 %) 4.272 (4,0 %) 13.815 (13,7 %) 49.647 2001 15.749 (17,8 %) (56 %) 7.400 (8,4 %) 72.796 (82,2 %) 4.019 (4,6 %) 2.580 (2,9 %) 2.103 (2,4 %) 7.019 (7,9 %) 15.721 (17,8 %) 88.517 (100 %) 21.209

103.964 (100 %) 105.659 (100 %) 21.791 22.191

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Bestandsvermehrung nach Erscheinungsländern in bibliographischen Einheiten 1999 Deutschland 42.703 1999 Australien,Neuseeland Belgien Frankreich Großbritannien Italien Kanada Niederlande Österreich Schweiz Skandinavien Sonst. Westeuropa Spanien Süd-/Mittelamerika USA Summe 459 1.059 7.462 7.442 5.509 1.934 3.015 2.447 2.864 2.564 401 986 73 11.435 47.650 1999 Albanien Baltikum Bulgarien Tschechien/Slowakei Finnland Griechenland ehem. Jugoslawien und Nachfolgestaaten Polen Rumänien GUS Ungarn Zypern Summe 111 762 773 2.300 297 132 2.587 2.397 464 6.527 550 3 16.903 2000 47.272 2000 243 988 5.857 8.831 5.584 1.735 2.610 1.823 2.374 2.523 502 1.200 91 12.369 46.730 2000 36 1.132 632 1.848 245 127 1.642 3.690 302 8.446 726 58 18.886 2001 38.031 2001 240 856 5.102 7.350 4.774 1.450 2.961 2.071 2.161 2.307 518 883 105 9.004 39.782 2001 38 1.255 439 2.305 285 93 1.187 2.457 238 4.778 573 2 13.650

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Äthiopien Afghanistan Arab. Länder Bangla Desh Bhutan Birma Indien Indonesien Iran Israel Kambodscha Laos Malaysia Nepal Pakistan Papua Neuguinea Philippinen Schwarzafrika Singapur Sri Lanka Südafrika Thailand Türkei Vietnam Summe

1999 3 26 637 2 – 43 1.050 261 165 455 62 45 30 6 10 5 24 172 187 34 204 97 442 729 4.689

2000 6 16 458 2 16 13 662 1.085 242 513 21 1 117 335 54 – 22 132 155 4 68 76 189 411 4.598

2001 1 1 380 2 26 102 917 613 168 528 4 53 134 8 15 – 29 75 145 6 69 156 383 380 4.195

1999 Hongkong Japan Macao Mongolei Nordkorea Ozeanien Südkorea Taiwan Tibet VR China Summe 117 2.403 2 216 9 4 668 411 1 10.806 14.637

2000 63 3.882 – 173 33 2 835 552 4 5.655 11.199

2001 40 4.523 2 564 109 29 460 567 2 3.404 9.700

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Zugang von Literatur mit inhaltlich-regionalem Bezug in bibliographischen Einheiten 1999 Osteuropa Orient Ost- und Südostasien Summe 17.928 5.110 18.247 41.285 2000 19.366 5.544 15.177 40.087 2001 14.449 4.266 13.079 31.794

Osteuropa: Regionaler Raum der Länder des Tabellenblocks Albanien bis Zypern Orient: Regionaler Raum der Länder des Tabellenblocks Äthiopien bis Vietnam, aber ohne südostasiatische Länder Ost- und Südostasien: Regionaler Raum der Länder des Tabellenblocks Hongkong bis VR China, einschließlich der südostasiatischen Länder

Ausgaben für Erwerbung nach Fächern insgesamt (ohne Handschriften, Autographe und Nachlässe) 1999 Allgemeines Philosophie Psychologie Religion und Theologie Soziologie, Gesellschaft, Statistik Politik, öffentl. Verwaltung, Militär Wirtschaft, Arbeit Recht Erziehung, Bildung, Unterricht Volks- und Völkerkunde Natur, Naturwissenschaften allg. Mathematik Informatik, Kybernetik Physik, Astronomie Chemie Geowissenschaften 1.583.828 258.589 170.735 689.724 295.089 382.036 596.753 1.531.560 153.519 128.974 180.250 438.665 134.959 541.491 570.579 292.004 2000 1.855.337 340.083 181.281 794.423 440.113 475.944 608.217 1.919.827 181.498 83.844 182.704 487.348 147.015 680.479 535.599 300.535 2001 2.000.831 257.972 142.629 699.450 334.978 402.995 640.145 1.888.710 150.637 79.470 191.282 446.023 113.829 581.241 474.542 310.586

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1999 Biologie Medizin, Veterinärmedizin Technik Land- und Hauswirtschaft, Hotel- und Gaststättengewerbe Umweltschutz, Raumordnung; Landschaftsgestaltung Architektur Bildende Kunst, Photographie Musik, Theater, Tanz, Film Sport, Spiele Allg. und vgl. Sprach- und Lit.wiss. Engl. Sprach- und Lit.wiss. Dtsch. Sprach- und Lit.wiss. Romanische Sprach- und Lit.wiss. Klassische Sprach- und Lit.wiss. Slaw. und balt. Sprach- und Lit.wiss. Sprach- und Lit.wiss. sonst. Sprachen Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur Archäologie, Vorgeschichte, Geschichte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Geographie, Heimat- u. Länderkunde, Reisen, Atlanten 570.320 499.024 485.045 193.389 98.525 114.679 317.663 329.938 20.625 191.193 208.668 143.897 136.911 66.576 132.988 170.240 761.435 1.223.081 84.693 372.779

2000 707.337 851.530 636.016 168.780 136.414 97.472 349.788 440.519 20.285 238.430 217.314 163.518 159.256 60.777 122.243 206.699 838.122 1.397.503 96.443 483.025

2001 646.621 669.100 384.784 161.494 98.823 114.902 352.784 394.498 20.391 245.186 193.709 148.451 154.384 59.855 129.137 233.417 740.940 1.226.989 97.995 413.023

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Laufend gehaltene Zeitschriftenabonnements nach Fächern 1999 insges. 5.910 450 245 908 2.548 2.432 6.009 2.831 1.881 315 287 296 100 297 213 612 571 1.462 893 1.461 257 206 320 505 950 499 332 81 283 222 265 279 97 271 199 569 537 1.163 862 1.458 267 328 818 1.865 2.100 2.875 1.064 6.012 1.023 2.442 1.019 1.059 2.065 804 275 195 264 74 233 192 289 474 648 475 311 792 2.628 808 653 904 647 227 239 220 227 886 2.669 2.425 5.953 2.915 1.835 324 263 266 96 267 187 537 515 1.121 850 1.444 405 457 411 461 4.141 5.733 3.942 5.645 davon Kauf insges. davon Kauf insges. 2000 2001 davon Kauf 3.855 416 212 640 618 1.015 1.057 2.096 778 271 193 251 73 229 179 275 452 608 473 298

44

Allgemeines

Philosophie

Psychologie

Religion und Theologie

Soziologie, Gesellschaft, Statistik

Politik, öffentl. Verwaltung, Militär

Wirtschaft, Arbeit

Recht

Erziehung, Bildung, Unterricht

Volks- und Völkerkunde

Natur, Naturwissenschaften allgemein

Mathematik

Informatik, Kybernetik

Physik, Astronomie

Chemie

Geowissenschaften

Biologie

Medizin, Veterinärmedizin

Technik

Land- u. Hauswirtschaft, Hotel und Gaststättengewerbe

1999 insges. 483 155 543 944 97 382 249 287 285 99 421 481 902 2.323 97 639 38.109 81 544 22.062 (58 %) 1.998 867 415 487 887 2.378 94 664 37.642 418 442 98 101 274 290 224 282 220 280 99 438 418 849 2.041 79 528 21.322 (57%) 241 243 234 347 382 339 78 92 78 87 392 241 286 294 101 450 495 869 2.374 92 671 37.356 717 928 701 929 422 526 411 521 99 167 116 174 94 496 86 494 83 118 412 699 74 349 230 225 281 99 445 425 832 2.035 76 499 20.871 (56 %) davon Kauf insges. davon Kauf insges. davon Kauf

2000

2001

Umweltschutz, Raumordnung, Landschaftsgestaltung

Architektur

Bildende Kunst, Photographie

Musik, Theater, Tanz, Film

Sport, Spiele

Allg. und vgl. Sprach- und Literaturwiss.

Englische Sprach- und Literaturwiss.

Deutsche Sprach- und Literaturwiss.

Romanische Sprach- und Literaturwiss.

Klassische Sprach- und Literaturwiss.

Slaw. und balt. Sprach- und Literaturwiss.

Sprach- und Literaturwissenschaften sonstige Sprachen

Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur

Archäologie, Vorgeschichte, Geschichte

Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

Geographie, Heimat- u. Länderkunde, Reisen, Atlanten

Summe

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Leistungsstatistik der Erwerbungsabteilung Bestellwesen 1999 Versandte Bestellungen 27.239 Monographienakzession 1999 Bibliographische Einheiten Ausgaben in DM Hochschulschriften in Papierform in Mikroform 801 2.064 Serienakzession 1999 Laufende Serien Stücke aus laufenden Serien Einzeln bestellte Serienstücke Akzessionierte Stücke insges. Ausgaben in DM 7.358 13.291 6.754 20.045 1.598.925 2000 7.041 15.274 5.995 21.269 1.999.240 2001 7.057 12.591 4.989 17.580 1.701.680 616 920 627 3.176 23.096 1.768.704 2000 21.829 1.972.511 2001 17.074 1.822.894 2000 25.896 2001 21.741

Akzession mehrbändiger begrenzter Werke 1999 Bibliographische Einheiten Ausgaben in DM 3.836 1.073.612 2000 3.871 1.425.406 2001 3.253 1.233.021

Zeitschriftenkatalogisierung 1999 Erfassung neuer Titel Erfass. neuer Körperschaften Änderungsvorschläge Zentralredaktion a) Titel b) Körperschaften Anlage neuer 1a-Bestandssätze Bestandsänderungen 4.476 58 2.257 10.481 4.235 65 2.478 23.461 2.198 40 1.768 13.807 977 52 2000 764 83 2001 376 65

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Zeitschriftenakzession 1999 Vorakzession Bestellkatalogisierung Akzession neuer Zeitschriften Abschlüsse lfd. Zeitschriften 1.709 469 560 457 2000 1.657 655 497 777 2001 739 192 307 400

Akzessionierung des laufenden Zeitschriftenzugangs und Abonnementsüberwachung 1999 Laufende Zeitschriften Erstmahnungen Zweitreklamationen Lieferantenmeldungen Ersatzbeschaffungen durch Kauf durch Xerokopie im Leihverkehr Individuelle Briefe 153 54 413 Einband 1999 Neubestand (Neuzugang und Reparaturen): Monographien Zeitschriften Zeitungen* Sondersignaturen Lesesaalbände Deckenverstärkung angelegte Kapseln aufgelöste Kapseln Altbestand (Reparaturen): Hauptreihe Dt. Musiksammlung = DMS Bearb. Buchbindeeinheiten Ausgaben in DM** 1.391 1.149 80.310 1.944.134 1.377 2.212 66.427 1.603.992 – – 64.374 1.569.750 40.845 29.638 – 2.705 4.582 905 717 (2.090) 29.909 25.422 244 1.666 4.891 706 542 (1.928) 36.952 23.755 92 1.013 3.693 1.201 nicht 2000 2001 174 256 732 14.533 1.912 1.861 4.064 2000 14.220 2.193 1.342 3.920 2001 14.114

}

nicht mittelt

} gezählt

* ohne Bände der Zeitungsabteilung ** incl. Ausgaben für die Zeitungsabteilung

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Zeitschriftenablage 1999 Leihscheine – davon positiv erledigt – davon negativ erledigt Ausgeliehene Hefte 17.529 (– 23 %) 7.833 9.696 21.001 (45 %) (55 %) 2000 18.451 (+ 7 %) 8.701 (47 %) 9.750 (53 %) 22.236 nicht ermittelt 2001

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KATALOGABTEILUNG (II B)
Abteilungsleiter: Stellvertreter: Günter Hädrich Ulrike Junger (ab 1.4.2001)

Im Jahr 2001 gab es für die Katalogabteilung ungewöhnlich viele wichtige Veränderungen: • Der lokale OPAC der Staatsbibliothek (StaBiKat) wurde fertiggestellt und am 3. 3. 2001 der lokalen und weltweiten Benutzung zugeführt. Am 28. 5. 2001 erfolgte eine Präsentation des StaBiKat für Presse und Benutzung in Anwesenheit des Präsidenten. • Im Frühjahr wurde in einer Reihe von Gesprächen zwischen dem Ständigen Vertreter des Generaldirektors, dem Leiter der Katalogabteilung und dem Leiter der Erwerbungsabteilung die künftige Verteilung der Stellen bzw. der Mitarbeiter zwischen der Medienabteilung und der Abteilung Katalogsystem diskutiert und am 11. 4. abschließend festgelegt. Im Ergebnis hatte die Katalogabteilung 26 Mitarbeiter bzw. 20,5 Stellen an die Medienabteilung abzugeben. Die Überlegungen zur Organisationsstruktur der neuen Abteilung Katalogsystem, die im Jahr 2000 begonnen hatten, wurden fortgesetzt, zu einem Abschluss gebracht und der Generaldirektion zur Zustimmung vorgelegt. Die Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über ihre künftige Tätigkeit in der Abteilung Katalogsystem und über die erforderlichen Umsetzungen in die Medienabteilungen verliefen in gutem Einvernehmen. • Die Stelle des stellvertretenden Abteilungsleiters, die seit 1. 11. 2000 unbesetzt war, konnte zum 1. 4. 2001 wiederbesetzt werden. Neue Stellvertreterin wurde Frau Ulrike Junger, die in der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes Projektleiterin für den Anschluss der Staatsbibliothek an den Gemeinsamen Bibliotheksverbund gewesen war. • In der Mitte des Jahres begannen in der Katalogabteilung und in der Erwerbungsabteilung intensive Raumplanungen, in denen einerseits die Organisationsstruktur der neu zu bildenden Abteilungen zu berücksichtigen war, andererseits erstmals jeder Mitarbeiter einen persönlichen Bildschirmarbeitsplatz erhalten sollte. Bisher hatte es vom persönlichen Arbeitsplatz getrennte Gruppen-Bildschirmarbeitsplätze gegeben. Die ursprüngliche Vorstellung, diese Planungen durch eine professionelles Unternehmen oder das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung durchführen zu lassen, ließ sich aus Kosten- und Zeitgründen nicht realisieren, und so kam es am Ende zu dem Ergebnis, dass die gesamten Planungen von den beiden Abteilungen selbst durchgeführt und umgesetzt werden mussten. Unter den räumlichen und klimatischen Bedingungen des Großraums war dies ein ausgesprochen schwieriges Unternehmen, das auch mit der Beschaffung neuen Mobiliars für alle Arbeitsplätze verbunden war. Die aus Regalen bestehende weiße Zwischenwand im Großraum wurde entfernt. Die Verteilung der Großraumbereiche auf die neu zu bildenden Abteilungen erwies sich als besonders schwierig. Hier musste zwischen den Vorstellungen der Mitarbeiter, den Anforderungen der Arbeitsorganisation und den räumlich vorgege-

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benen Bedingungen des Großraums ein angemessener Ausgleich gefunden werden. Die Neueinrichtung des Großraums und der angrenzenden Räume erfolgte am 14. und 15. Dezember. Insgesamt wurden bei dieser Aktion in der Abteilung Katalogsystem und Wissenschaftliche Dienste und in der Medienabteilung 61 Bildschirmarbeitsplätze im Großraum und in mehreren angrenzenden Räumen neu eingerichtet. • Mit der Schließung des allgemeinen Lesesaals im Haus Potsdamer Straße am 14. Juli wurde die bisherige Sachkatalogauskunft eingestellt und die Katalogauskunft im neuen Katalogzentrum in der Eingangshalle eingerichtet. Dies machte umfangreiche Planungs-, Schulungs- und Einarbeitungsmaßnahmen erforderlich, da der in der Katalogauskunft eingesetzte Mitarbeiterkreis wesentlich erweitert wurde. Die Katalogabteilung war hier maßgeblich beteiligt und hat aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Sachkatalogauskunft wesentlich zum Gelingen der Umstellung beitragen können. In diesem Zusammenhang mussten auch die sonstigen Benutzungsdienste der Katalogabteilung (Buchausgabe des Lesesaals, Selbstabholbereich für den Lesesaal) neu organisiert und personell bestückt werden. • Im Oktober wurde von der Generaldirektion auf Vorschlag des Leiters der Benutzungsabteilung und im Einvernehmen mit der Leitung der Katalogabteilung entschieden, dass die Fachreferenten der Katalogabteilung, die aufgrund eines Beschlusses der Arbeitsgruppe „Zukunft der Staatsbibliothek“ der Benutzungsabteilung zugeordnet werden sollten und deshalb seit Ende letzten Jahres dem Leiter der Benutzungsabteilung unterstellt waren, bei der Katalogabteilung bzw. der künftigen Abteilung Katalogsystem bleiben. Hierzu war noch die Zustimmung des Präsidenten einzuholen, die nach einem Gespräch mit dem Leiter der Benutzungsabteilung erteilt wurde. Die Fachreferenten wurden wieder wie vorher dem Stellvertreter des Leiters der Katalogabteilung unterstellt. Gleichzeitig wurde auf Vorschlag des Abteilungsleiters festgelegt, dass die Abteilung künftig den Namen „Abteilung Katalogsystem und Wissenschaftliche Dienste“ erhalten solle. Alphabetische Katalogisierung Bereits zu Beginn des Jahres wurden drei Mitarbeiterinnen aus der alphabetischen Katalogisierung in die Erwerbungsabteilung umgesetzt, um dort mit vier Mitarbeiterinnen der Erwerbungsabteilung zusammen den integrierten Geschäftsgang in einer Pilotphase zu entwickeln und zu erproben. Die langjährige Leiterin der Titelaufnahme hat aufgrund von Altersteilzeit nach dem Blockmodell die Abteilung verlassen; die Stelle konnte neu besetzt werden. Zum Abbau der Katalogisierungsrückstände hat die Abteilung im Berichtsjahr eine zusätzliche befristete Stelle. Trotz der umfangreichen Zusatzaufgaben, verringerter Personalkapazität und der Neugestaltung von Arbeitsplätzen sind die Bearbeitungszahlen nur wenig gesunken. Insgesamt wurden in der alphabetischen Katalogisierung 52.777 Bände bearbeitet (Vorjahr 55.335 Bände, ohne Katalogpflege, weitere Zahlen im Statistikteil). Aufgrund des relativ niedrigen Zugangs von der Erwerbungsabteilung gelang es am Jahresende 1999 daher, die bei der Umstellung auf den Gemeinsamen Bibliotheksverbund entstandenen Katalogisierungsrückstände weiter abzubauen, und

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zwar innerhalb des Berichtsjahres von 24.502 Bänden auf 17.990 Bände. Dies ist ein erfreuliches Ergebnis, zu dem der im Sachgebiet Katalogpflege entwickelte sog. ISBN-Geschäftsgang mit dem Einsatz von Mitarbeiterinnen des mittleren Dienstes wesentlich beigetragen hat. Die Situation im Katalogisierungssystem des GBV hat sich durch die Einführung von SBB-Umlenkungen für mehrbändige Werke und durch die laufende Dublettenbereinigung im Zusammenhang der Online-Katalogisierung gegenüber dem Vorjahr verbessert. Retrospektive Konversion Die im Herbst 2000 begonnene Konversion des Provisorischen Altbestandskataloges (PAK) wurde fortgesetzt und im Juni 2001 abgeschlossen. Jeweils 10% der Lieferungen wurden auf Fehler kontrolliert. Die erforderlichen Korrekturen wurden nach dem Einspielen der jeweiligen Lieferungen in den Konversionspool durchgeführt; Rückstände entstanden dabei nicht. Insgesamt wurden 301.746 Katalogzettel verarbeitet, in ein vereinfachtes PICA-Kategorienschema umgesetzt, maschinenlesbar erfasst und offline in den SBB-Retropool des GBV geladen. Die Qualität der Datenlieferungen war, nach gewissen Anlaufschwierigkeiten und der Zurückweisung einer Lieferung im Vorjahr, durchweg gut. Der Zettelkatalog wurde nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts im August 2001 makuliert. Für die Konversion des Alphabetischen Kataloges I, die von der Abteilung Historische Drucke gemeinsam mit der Katalogabteilung durchgeführt wird, wurden aufgrund der Ausschreibung vom Oktober 2000 im März 2001 zwei Firmen für das Pilotprojekt im Umfang von zweimal 20.000 Titeln ausgewählt. Leider gab kurz darauf eine der Firmen ihre Auflösung bekannt, so dass ein anderer Bewerber ausgewählt werden musste. Die ersten Datenlieferungen erfolgten im Juli. Bei einer der beiden Firmen gab es sehr unregelmäßige Lieferungen; bis zum Ende des Pilotprojekts hatte diese Firma nur die Hälfte der vereinbarten Daten liefern können. Die gelieferten Daten wurden eingehend geprüft, wobei sich die Qualität der Daten in beiden Fällen als akzeptabel erwies, wenn auch aufgrund der problematischen Konversionsvorlagen wesentlich höhere Fehlerraten auftraten als bei früheren Projekten. Die letzte Datenlieferung des Pilotprojekts ging am 28. 12. 2001 ein. Die Online-Eingabe der von der Konversionsfirma aufgrund besonderer Probleme nicht erfassten und zurückgesandten Titelaufnahmen aus dem Alten Alphabetischen Katalog konnte Mitte des Jahres abgeschlossen werden. Die sonstigen Nacharbeiten an den Konversionsdaten dieses Kataloges wurden fortgesetzt. Einen wesentlichen Anteil an den Arbeiten des Referats machen Korrekturarbeiten der verschiedensten Art an den Konversionsdaten aus. Hierzu gehören auch die Meldungen aus der Benutzung: vom Signierdienst gab es 1.328 Korrekturmeldungen, von der Buchdatei 1.607. Von anderen Abteilungen kamen 115 Korrekturmeldungen. Insgesamt sind vom Referat 69.553 Online-Korrekturen durchgeführt worden. Im Juni 2001 schied der Referatsleiter wegen Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst aus. Die Stelle wurde neu ausgeschrieben, bis zum Jahresende war jedoch über die Wiederbesetzung der Stelle noch nicht entschieden worden. Für den Umzug der 11 Mitarbeiter(innen) des Referates aus dem Nordteil des Gebäudes in drei ehemalige Räume des Berliner Gesamtkataloges (BGK) im Südteil des Hauses wurde ein Möblierungsplan für die zu beziehenden Räume erstellt.

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Der Auszug des BGK erfolgte im Dezember des Berichtsjahres, der Umzug des Referats Retrospektive Konversion ist für Anfang 2002 vorgesehen. Sacherschließung Im Bereich Sacherschließung war das Jahr 2001 im wesentlichen durch Konsolidierung und wachsende Routine im Umgang mit dem Sacherschließungsverfahren im GBV (verbale Erschließung nach den RSWK, klassifikatorische Erschließung mit der Basisklassifikation) gekennzeichnet. Dies wird an den gestiegenen Bearbeitungszahlen deutlich: gegenüber dem Jahr 2000 wurden rund 13,500 Bände mehr erschlossen, von dieser Steigerung entfielen auf die Fachreferenten der Abteilung ca. 8.500 Bände. Der Anteil an Fremddaten in der Sacherschließung wiederum ist gesunken. Dies bedeutet eine Zunahme der individuellen Arbeitsbelastung im Bereich der Inhaltserschließung. Angesichts überall sinkender Bibliotheksetats dürfte auch künftig nicht mit einer substantiell höheren Fremddatenquote zu rechnen sein. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Staatsbibliothek als eine der Bibliotheken, die mindestens auf Verbundebene an vielen Titeln Alleinbesitz hat, nicht auch eine besondere Verpflichtung zur Erschließung ihrer Bestände hat. Eine Entlastung der Fachreferenten im Bereich der Sacherschließung erfolgte seit der ersten Jahreshälfte 2001 durch die Mitarbeiter des Referats Sacherschließung. Die seit längerem geplante Beteiligung des gehobenen Dienstes an der aktiven Erschließungsarbeit wird seit Mai 2001 sukzessive ausgebaut. In zwei Arbeitsgruppen unter Leitung der stellvertretenden Abteilungsleiterin wurden in regelmäßigen Abständen Fragen und Probleme besprochen, die sich während der Erschließungsarbeit gezeigt hatten. Insgesamt wurden vom Referat Sacherschließung 972 Bände bearbeitet. Ziel ist es, dieses Volumen im Jahr 2002 deutlich zu steigern, damit eine in quantitativer Hinsicht verbesserte Erschließungsleistung der Abteilung insgesamt erreicht wird. Die Mitarbeiter des Referats werden sich vor allem in den Fächern an der Sacherschließung beteiligen, die einen sehr hohen Zugang haben, in denen längere Abwesenheiten oder Vakanzen überbrückt werden müssen oder in denen der zuständige Fachreferent gezielt entlastet werden soll, um beispielsweise Projektaufgaben wahrnehmen zu können. In qualitativer Hinsicht ist die Erschließung durch den gehobenen Dienst zufriedenstellend, so daß von seiten der Abteilungsleitung keine Bedenken bestehen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Die Arbeit der Schlagwort-Redaktion, die die im Zuge der Sacherschließungsarbeit in der Staatsbibliothek anfallenden Schlagwortneuansetzungen für die Schlagwortnormdatei (SWD) redaktionell bearbeitet und in die Master-Datei bei der Deutschen Bibliothek Frankfurt/Main eingibt, war gleichfalls von einer zunehmenden Routine geprägt mit dem positiven Resultat, dass im vergangenen Jahr die seit der Umstellung der Sacherschließung aufgelaufenen Rückstände an Neuansetzungen in nennenswertem Umfang abgebaut werden konnten. Insgesamt 1135 vorläufige Schlagwortnormdatensätze wurden bearbeitet, davon wurden rund 850 Sätze in die SWD eingebracht. Im Bereich der Personen- und Körperschaftsschlagwörter bestehen keine Rückstände mehr, so dass die laufend anfallenden Neuansetzungen zeitnah bearbeitet werden können. Der Leiter der Schlagwort-Redaktion vertrat im Dezember die SBB auf dem jährlichen Treffen der SWD-Partner in Frankfurt/Main. Themen waren u.a. die Entwick-

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lungen im IT-Bereich, Berichte über laufende Projekte im Bereich Sacherschließung sowie die Behandlung von Einzelproblemen, die im Laufe des Jahres bei der gemeinsamen Arbeit an der SWD aufgetreten waren. In der Expertengruppe RSWK und der Expertengruppe DDC sowie im Konsortium DDC Deutsch wird die Staatsbibliothek durch die Leiterin Wissenschaftliche Dienste vertreten. Die Arbeit der EG RSWK/SWD besteht im wesentlichen in der laufenden Pflege und Auslegung der „Regeln für den Schlagwortkatalog/RSWK“. Die im Jahr 2001 neu berufene Expertengruppe DDC Deutsch ist vom Standardisierungsausschuß damit beauftragt, das geplante Projekt einer Übertragung der Dewey Decimal Classification ins Deutsche fachlich zu betreuen, während das Konsortium DDC Deutsch das Projekt von seiten der potentiellen Anbieter und Nutzer entsprechender Daten begleitet. Im Zuge der Vorbereitung der 22. Ausgabe der DDC durch OCLC/Forest Press wurde um Stellungnahmen von deutscher Seite zur Gliederung der Stellen für deutsche Geschichte bzw. des Holocaust gebeten. Der Fachreferent für Geschichte hat sich hieran mit mehreren ausführlichen Vorschlägen beteiligt. Darüber hinaus arbeitet die Leiterin Wissenschaftliche Dienste innerhalb des GBV in der Facharbeitsgruppe Sacherschließung mit. Dieses Gremium ist verantwortlich für die gemeinsame Sacherschließung im GBV. Im vergangenen Jahr befasste die Arbeitsgruppe sich vornehmlich mit aktuellen Problemen der Sacherschließung in den Datenbanken des GBV (Indexierung, Fehlerbereinigung, Nutzung von Sacherschließungsdaten). Die Mitarbeit der Staatsbibliothek an diesen regionalen und überregionalen Gremien, die erst seit dem Übergang auf das Sacherschließungsverfahren des GBV erfolgt, wird von seiten der Abteilung positiv bewertet, da sie die Möglichkeit bietet, sich aktiv an der Erarbeitung und Pflege nationaler Standards und an der aktuellen Diskussion im Bereich der Inhaltserschließung zu beteiligen. Wissenschaftliche Dienste Die Situation im Bereich Wissenschaftliche Dienste war im Jahr 2001 vor allem durch personelle und organisatorische Veränderungen geprägt. Die von der Arbeitsgruppe „Zukunft der Staatsbibliothek“ beschlossene Zuordnung der Fachreferenten zur Benutzungsabteilung, die mit dem Jahreswechsel 2001/2002 vollzogen werden sollte, wurde im Oktober 2001 mit Zustimmung des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wieder aufgehoben. Statt dessen bleiben die Fachreferenten weiterhin Mitglieder der Abteilung II B. Die geplante Umsetzung zur Benutzungsabteilung sollte einhergehen mit einem Ausbau der Informationsdienstleistungen, die der Wissenschaftliche Dienst erbringen soll. Der Verbleib der Fachreferenten in der Katalogabteilung wurde daher vom Präsidenten ausdrücklich an die Bedingung geknüpft, daß im kommenden Jahr entsprechende Konzepte erarbeitet und umgesetzt werden. Im April 2001 nahm der neue Fachreferent für Geschichte seine Arbeit auf. Ende des Jahres schied die Fachreferentin für Anglistik aus dem Dienst aus. Die freiwerdende Stelle wurde bis auf weiteres von einer anderen Kollegin betreut. Diese Veränderungen sind die ersten einer ganzen Reihe, die sich in den nächsten Jahren im Fachreferentenkollegium vollziehen werden. Der anstehende Generationswechsel kann Anlass dafür sein, die bisherigen Tätigkeiten der Fachreferenten

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gegebenenfalls anders zu gewichten und um neue Aufgaben wie Projektarbeit anzureichern. Die im Jahr 2001 angespannte Etatsituation der Staatsbibliothek führte im Sommer zu einer größeren Abbestellaktion von Zeitschriften vornehmlich im Bereich Naturwissenschaften/Medizin/Technik. Es mußten Titel im Volumen von ca. 690.000 DM abbestellt werden. Die stagnierenden Erwerbungsmittel führten jedoch in allen Fächern zu reduzierten Bestellvolumina. Bei gleichzeitig weiter steigender Buchproduktion und steigenden Preisen bedeutet dies einen stärkeren Zwang zur Selektion. Im Zuge der sog. Funktionsanpassung wurde im Herbst 2001 im Erdgeschoß des Hauses Postsdamer Strasse ein Katalogzentrum eröffnet und eine Katalogauskunft eingerichtet, an der sich auch die Fachreferenten beteiligen. Die bisherige Sachkatalogauskunft im Lesesaal wurde eingestellt, da zum einen der konventionelle Sachkatalog in die Kataloghalle umgestellt wurde, zum anderen mit der Freigabe des elektronischen Benutzerkatalogs (StaBiKat) die Trennung zwischen Formalund Sachauskünften obsolet geworden ist. Der Fachreferent für Geschichte hat in Kooperation mit mehreren Bibliotheken und Forschungseinrichtungen vornehmlich aus dem Raum Berlin-Brandenburg einen DFG-Antrag im Bereich Virtuelle Fachbibliothek Geschichte erarbeitet. Das Projekt mit dem Namen CLIO-online, das im Dezember vom Hauptausschuß der DFG bewilligt wurde, strebt den Aufbau eines zentralen Internet-Einstiegs für die Geschichtswissenschaften an. Geplant sind u.a. der Einsatz einer Metasuchmaschine für historische Fachinformation, der Aufbau eines Portals für die Fachkommunikation sowie von Subject Gateways und die Publikation von Quellen, Forschungsbeiträgen und Rezensionen in elektronischer Form. Für das Sondersammelgebiet Recht muß für das Jahr 2001 im Vergleich zum Vorjahr leider ein Rückgang im Bereich der Monographienerwerbung konstatiert werden (250 bibliographische Einheiten weniger), während bei den Zeitschriften erneut eine leichte Steigerung zu verzeichnen war (168 bibliographische Einheiten mehr). Hintergrund sind die stagnierenden Erwerbungsmittel bei gleichzeitiger Verteuerung vor allem ausländischer Zeitschriften und antiquarischer Titel. Im Herbst 2001 fand sich unter der Leitung von Herrn Dr. Finger (Leiter der Benutzungsabteilung) eine kleine Arbeitsgruppe aus den Referenten des SSG Recht, dem Fachreferent für Geschichte sowie der stellvertretenden Abteilungsleiterin zusammen, um einen neuen Antrag an die DFG für eine Virtuelle Fachbibliothek Recht zu erarbeiten. Gleichzeitig entwarf die Gruppe ein Konzept für eine verbesserte Repräsentation des Sondersammelgebietes und seiner Leistungen im WWW. Zusammenfassung Das Jahr 2001 war in der Katalogabteilung durch tiefgreifende Veränderungen gekennzeichnet. Zum einen ergab sich dies aus der schrittweisen Vorbereitung der neuen Abteilung Katalogsystem und Wissenschaftliche Dienste, zum anderen aus neuen Benutzerdienstleistungen. Dies sind der StaBiKat, mit dem die Staatsbibliothek zum ersten Mal einen aktuellen und komfortablen elektronischen Gesamtnachweis der Hauptmenge der in elektronischer Form vorliegenden Daten anbietet und die neue Katalogauskunft, die alle Arten von Anfragen zu den Beständen der Staatsbibliothek an einer Auskunftsstelle bündelt. Diese Dienstleistungen machten

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sehr arbeitsintensive vorbereitende und begleitende Arbeiten erforderlich, von denen alle Mitarbeiter der Abteilung betroffen waren. Besonders engagiert haben sich hier die IT-Beauftragten der Abteilung, die federführend oder maßgeblich an Planungs-, Organisations- und Schulungsmaßnahmen für eine große Zahl von Mitarbeitern, nicht nur aus der eigenen Abteilung, beteiligt waren. Dass die Bearbeitungszahlen insgesamt in Anbetracht der Umstände nur wenig gesunken sind und dass die Rückstände in der alphabetischen Katalogisierung weiter reduziert werden konnten, kann als erfreulich betrachtet werden. In der Sacherschließung hat sich durch die wachsender Vertrautheit mit dem neuen Verfahren eine deutliche Steigerung der Bearbeitungszahlen ergeben. Sehr positiv zu bewerten ist, dass im Bereich Wissenschaftliche Dienste vielversprechende Schritte im Hinblick auf Projekte im Themenbereich Virtuelle Fachbibliotheken unternommen worden sind. Die Abteilungsleitung war nicht nur durch viele Organisationsaufgaben und Personalvorgänge gefordert, sondern der Abteilungsleiter wurde auch nach dem Ausscheiden des Ständigen Vertreters des Generaldirektors im Mai 2001 regelmäßig zu Vertretungsfunktionen in der Generaldirektion herangezogen. Besonders zahlreich waren im Berichtsjahr die Fortbildungsmaßnahmen, an denen Mitarbeiter(innen) teilgenommen haben. Themen waren u.a.: Windows NT, Textverarbeitung mit Wordperfect, Inter- und Intranet, Umgang mit schwierigen Benutzern. Daneben gab es flächendeckende Inhouse-Schulungen zum StaBiKat und zur Katalogauskunft.

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STATISTIKEN
Katalogisierung von Monographien im Verbund (GBV) Bände Abteilung II B II C III B III C III D III E III G III K Summe Titelsätze II B II C III B III C III D III E III G III K Summe 46.127 16.500 842 1.977 9.346 2.020 8.456 3.151 88.419 59.972 7.053 1.720 6.343 7.146 2.563 10.260 3.378 98.435 60.076 7.516 2.274 7.051 10.237 2.780 7.173 3.566 100.673 1999 42.982 21.811 816 1.996 8.816 1.800 8.012 2.787 89.020 2000 57.412 5.928 1.604 8.392 6.348 2.203 9.267 3.065 94.219 2001 57.938 6.387 2.252 7.378 9.459 2.439 6.826 3.374 96.053

Zeitschriftenkatalogisierung in der ZDB Neuaufnahmen Titel Bestandssätze Körperschaften Korrekturen Titel Bestandssätze Körperschaften 7.985 23.090 294 8.622 34.912 258 6.444 25.183 21 1999 3.222 6.914 509 2000 2.464 7.670 328 2001 1.948 7.335 242

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Titelaufnahme: Zugang / bearbeitet 1999 Zugang (Bände/bibliogr. Einh.) bearb. Bde/BE vom Zugang bearb. Bde/BE mit Nachkatalogisierung bearb. Titelsätze aller Geschäftsgänge 64.452 41.930 42.436 46.127 2000 45.434 54.151 55.335 59.972 2001 43.811 51.376 52.777 60.076

Entwicklung der Fremdleistungsnutzung bearb. Titelsätze aller Geschäftsgänge 1999 Eigenaufnahmen Verbundaufnahmen Fremdtitelaufnahmen Summe 26.088 14.205 5.834 46.127 2000 12.763 38.624 8.585 59.972 2001 12.715 39.125 8.236 60.076

Entwicklung der Fremdleistungsnutzung bearb. Titelsätze aller Geschäftsgänge, Anteile in Prozent 1999 Eigenaufnahmen Verbundaufnahmen Fremdtitelaufnahmen Summe 56,6% 30,8% 12,6% 100,0% 2000 21,3% 64,4% 14,3% 100,0% 2001 21,2% 65,1% 13,7% 100,0%

Bearbeitung von Körperschaften 1999 Eigenaufnahmen Korrektur von GKD-Aufnahmen 782 536 2000 882 462 2001 698 441

Retrokonversion Neuaufnahmen und Korrekturen im Konversionspool 1999 II B neue Titelsätze korr. Datensätze II C neue Titelsätze korr. Datensätze 1.087 440 4.503 21.464 3.494 40.232 682 4.944 2000 6.165 73.989 2001 1.171 69.533

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Sacherschließung Sacherschließung nach den Richtlinien für die kooperative Sacherschließung im GBV Fachreferenten II B / Referat Sacherschließung bearbeitet gesichtet (Fremdleistungen) Sacherschließung nicht gewünscht Fristablauf ohne Sacherschließung Summe 2000 22.720 13.841 1.324 7.916 45.801 2001 31.439 9.849 1.633 13.044 55.965

(die Sacherschließung nach RSWK wurde am 1.10.1999 eingeführt)

Sacherschließung (SE) nach den Richtlinien für die kooperative Sacherschließung im GBV bearbeitet (Fremdleist.) II B Referat Sacherschl. II B Fachreferenten III B III C III D III E III F III K Summe 2000 2001 2000 2001 2000 2001 2000 2001 2000 2001 2000 2001 2000 2001 2000 2001 2000 2001 447 972 22.273 30.467 815 1.158 1.342 1.830 2.901 4.888 2.087 2.677 620 713 1.991 3.228 32.476 45.933 gesichtet 8.909 301 4.485 8.576 123 236 237 497 970 1.800 1.613 1.968 685 1.002 7 8 17.029 14.388 ohne Sacherschließung 7.916 13.044 1.324 1.633 51 150 80 85 152 47 166 106 8 62 11 0 9.708 15.127 Summe 17.272 14.317 28.082 40.676 989 1.544 1.659 2.412 4.023 6.735 3.866 4.751 1.313 1.777 2.009 3.236 59.213 75.448

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ABTEILUNG HISTORISCHE DRUCKE (II C)
Abteilungsleiterin: Stellvertreter: Annette Wehmeyer bis 30. 09. 2001 N.N. ab 01. 10. 2001 Gerd-Josef Bötte

Allgemeines Das Jahr 2001 war auch in der Abteilung Historische Drucke von der Einführung des Erwerbungssystems „ACQ“ gekennzeichnet. Die Mitarbeiter der Abteilung befanden sich in einer vergleichweise günstigen Situation, da hier die Organisation des integrierten Geschäftsgangs bereits vor vier Jahren eingeführt wurde. Trotzdem mußten sich die Bibliothekare in eine neue, zusätzliche Datenbankstruktur mit neuen Erfassungsrichtlinien einarbeiten. Zudem wird das System den speziellen Anforderungen der Antiquariabearbeitung nur bedingt gerecht. Besonders aufwendig gestaltet sich die Führung der Lieferantenstammdaten, da es sich bei den Partnern um eine Vielzahl, z. T. kleinster Antiquariate handelt. Unbefriedigend ist auch, dass die Rechnungsbearbeitung nicht im System erfolgen kann, so dass die Überwachung der ausgehenden Rechnungen, die Bearbeitung von Mahnungen und dergleichen mittels einer lokalen Datei erledigt werden muß. Erfreulich ist, dass die Einführung von ACQ im integrierten Geschäftsgang der Abteilung nicht zur Restebildung geführt hat. Wie im Vorjahr berichtet, schien es im Rahmen des GBV vorerst keine Möglichkeit der über die Signaturen hinausgehenden Verwaltung von Lesesaalbeständen zu geben. Der GBV hat im August des Jahres 2001 seine Position dazu geändert und der SBB die Realisierung der geforderten Funktionalitäten zur Lesesaalverwaltung im derzeitigen Katalogisierungssystem zugesagt. Ziel dieser Bemühungen ist es, ein Auskunftsinstrument für den Lesesaalbestand in beiden Häusern zu schaffen. Gleichzeitig soll den Referenten ein Arbeitsinstrument zum Aufbau und zur Klassifikation der Lesesaalbestände und der Pflege der Lesesaalsystematik gegeben werden. Aus Sicht der Lesesaalverwaltung sollen die Funktionen bisher geführter Karteien – insbesondere Ersatz der bisherigen Standortzettelkataloge – übernommen und die Bestandsrevision ermöglicht werden. Der Einsatz für die Verwaltung der mit den Lesesälen verbundenen Buchbindervorgänge ist vorgesehen. Das im Verlauf des Jahres in Zusammenarbeit mit der Abteilung Informationstechnik sowie der Katalog- und Benutzungsabteilung zunächst für eine lokale Lösung erstellte Pflichtenheft wurde zum Ende des Jahres 2001 überarbeitet und dem GBV zur Realisierung übergeben. Die in Hinblick auf den Neubau des Großen Lesesaals im Jahr 2000 überarbeiteten und konkretisierten Festlegungen für den inhaltlichen Aufbau des Allgemeinen Lesesaals im Haus Unter den Linden wurden im Mai 2001 der Bibliothekskommission der SPK vorgestellt und von ihr gebilligt. Die wissenschaftlichen Referenten der Abteilung sind nun verstärkt dazu übergegangen, neben den Bestellungen neuer Sekundärliteratur auch historische Quellen aus dem historischen Druckschriftenbestand der Bibliothek zu sichten, für die Aufstellung im Lesesaal auszuwählen und zu klassifizieren. Im Jahr 2001 wurden so ca 3.000 Bände umgestellt.

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Um die Lesesaalhandbibliothek zum geplanten Termin übergeben zu können, muß in den nächsten Jahren eine drastische Steigerung der bearbeiteten Bände erreicht werden. Neben anderen Voraussetzungen ist dafür aber insbesondere die Unterstützung durch das oben erwähnte Lesesaalverwaltungssystem erforderlich. Ende 1998 hat die SPK eine Erbschaft von Frau Dr. Christa Karoli angenommen. Die damit verbundene Summe soll nach dem Willen von Frau Dr. Karoli der Erweiterung und Pflege der Bestände von E.T.A. Hoffmann in der SBB dienen. Die im Jahr 2000 begonnenen Arbeiten am „E.T.A.-Hoffmann-Archiv“ wurden 2001 fortgesetzt: Sichtung und Verzeichnung der Bestände in den Sonderabteilungen, Vorbereitung einer Homepage, Vorbereitung einer für 2002 geplanten Ausstellung. Einen besonderen Schwerpunkt stellte die Erwerbung von Hoffmanniana dar, insbesondere der Ankauf zweier umfangreicher Sammlungen von Originalillustrationen zu Werken von E.T.A. Hoffmann, die Ihren Standort in der Kinder- und Jugendbuchabteilung haben. Die bis Oktober 2002 befristete Stelle ist seit Ende 2001 nicht mehr besetzt, so daß die Pläne für eine Ausstellung zunächst aufgegeben werden mußten. Die Arbeit an der Homepage wird durch die Abteilung fortgesetzt. Seit 1993 ist die SBB Mitglied des Consortiums of European Research Libraries (CERL). Im Jahr 2001 hat die Abteilung die Vertretung der Bibliothek in diesem internationalen Gremium übernommen und in dieser Eigenschaft an der Jahrestagung in Lyon teilgenommen. Im Bereich der Restitution kriegsverlagerter Bestände unterstützte die Abteilung in Abstimmung mit der Musikabteilung die Rückführung des Archivs der Sing-Akademie zu Berlin in die Staatsbibliothek. Ein Mitarbeiter war Mitglied der Expertenkommission, die im April und Juni 2001 in Kiew die Restitution vorbereitete. Er organisierte im September bzw. November die praktische Durchführung des Transportes dieser über 5.100 Einheiten umfassenden Sammlung nach Berlin. Bestand Neuerwerbungen 1999 Rara Künstlerische Drucke Einbandsammlung Luthersammlung Flugschriften Libri impressi rari Insgesamt 211 67 45 22 15 – 360 2000 293 142 40 36 12 1 524 2001 312 32 19 15 21 – 441 Umstellungen aus dem Hauptmagazin 1999 649 86 53 – – – 788 2000 320 49 77 – – – 446 2001 497 162 31 – – – 690

Die Abteilung verwaltet zur Zeit etwa 200.000 Bestandseinheiten Rara und andere Sondersammlungen des historischen Druckschriftenbestandes. Als Folge der Fassadensanierung waren im Herbst 2000 Bauschäden in zwei Magazinen entstanden, so dass erneut eine vorübergehende Umsetzung von ca 70.000 BE erforderlich wurde. Die Verwaltung und Aufrechterhaltung der Bereitstellung dieser Bestände

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erforderte seitdem bei andauernder personeller Unterbesetzung extreme organisatorische und körperliche Anstrengungen der Mitarbeiter. Die Außenwandsanierung und der Einbau einer leistungsfähigen Klimaanlage nahmen ein ganzes Jahr in Anspruch. Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten erhielt die Abteilung einen zusätzlichen Magazinraum als Voraussetzung für die Übernahme und Zusammenführung der Drucke des 16. Jahrhunderts aus den Hauptmagazinen der SBB zur „Sammlung 16. Jahrhundert“. Der Bezug der rekonstruierten bzw. neuen Magazinräume führte zu einer völligen Neuordnung der Sammlungen, die eine aufwendige logistische Vorbereitung erforderte. Mit Unterstützung einer Transportfirma, wurden innerhalb von 3 Wochen 3,2 Stellkm im Rahmen des Umzuges bewegt. Die Einweihung der Magazine erfolgte am 16. 11. 2001. Erwerbung Bestandseinheiten 16. Jh. 17./18. Jh. 19./20. Jh. (bis 1955) SDD MF-Edition Insgesamt 1999 110 1.117 7.159 1.630 – 10.016 2000 73 3.269* 5.932** 1.961 – 11.235 2001 175 1.615 4.012 1.305 2.779 9.886

* Veränderung des erfaßten Erscheinungszeitraumes: 1601–1850 ** Veränderung des erfaßten Erscheinungszeitraumes: 1851–1955

Ausgegebene Mittel in DM 16. Jh. 17./18. Jh. 19./20. Jh. (bis 1955) SDD MF-Edition Insgesamt – davon DFG

1999 254.199 524.250 520.296 125.704 – 1.424.449 29.970

2000 92.092 897.691 521.981 128.483 – 1.640.247 83.228

2001 249.289 521.656 513.496 112.865 18.018 1.415.324 17.357

Zu den besonderen Erwerbungen der Abteilung im Geschäftsjahr 2001 zählt für das 16. Jahrhundert die 1566 in Königsberg erschienene „Chronica, Kurtzer Außzug der Preussischen Chronicken“, ein Druck der bisher zu den Kriegsverlusten der Bibliothek gezählt werden mußte. Das Sondersammelgebiet Slawistik wurde u. a. durch eine Grammatik des 18. Jahrhunderts „Kratkija Pravila Rossijskoj Grammatiki“, 1790 in Moskau erschienen, ergänzt. Charles Nordhoffs „Californien als Ziel der Auswanderung“ ist ein Beispiel der in Deutsch publizierten Handbücher für Auswanderer. Es erschien

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1883 in London, dem Umsteigeplatz für die Reise in die Neue Welt. Damit konnte die Sammlung Deutscher Drucke um einen nicht im deutschsprachigen Raum publizierten Druck ergänzt werden. Die „Memoires complets et authentiques...“ von Saint-Simon, bei Hachette in Paris zwischen 1856 und 1858 erschienen, schließen ebenfalls eine Kriegslücke. Ursinus „Systema Arithmetices Practicae“, 1619 in Köln erschienen, ergänzt den Bestand früher Drucke zur Zahlentheorie. Die Sammlung Künstlerischer Drucke erhielt Zuwachs durch den 1929 im Wiener Krystall-Verlag erschienenen Titel „Wiener Werkstätte 1903-1928“, der die Entwicklung des modernen Kunstgewerbes zum Gegenstand hat. Katalogisierung DV-Katalogisierung Katalogisierung im BVBB/GBV – davon Schutzverfilmungen Katalogisierung in der ZDB – Titeldatei – Bestandsdatei – Körperschaftsdatei – Korrekturen Bestandsdatei – Schutzverfilmungen (Jge) 188 1.295 98 2.005 210 195 2.096 92 2.631 525 122 2.505 73 5.142 374 1999 6.155 234 2000 6.151 677 2001 6.401 502

Katalogverwaltung / Konversion / Revision Katalogverwaltung/Revision Neuaufnahmen Nutzung/Bearbeitung GBV-Aufnahmen Nutzung/Bearbeitung Konversionsaufnahmen Korrektur/Löschung Konversionsaufnahmen davon Umstellungen Eintragungen im Alten Realkatalog Abgleich Rara-Standortkat./StaBiKat – davon Korrekturen 2000 632 2.890 1.584 5.456 2.175 10.506 1.434 866 2001 959 4.158 1.014 6.944 3.128 7.639 11.969 2.712

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Konversion/Revision Neuaufnahmen – insgesamt* Nutzung/Bearbeitung GBV-Aufnahmen – insgesamt* Nutzung/Bearbeitung Konversionsaufnahmen – insgesamt* Korrektur/Löschung Konversionsaufnahmen – insgesamt* Davon Meldungen des Signierdienstes
* Zusammenfassung Konversion/Katalogverwaltung

2000 3.871 4.503 8.137 11.027 1.121 2.705 21.765 27.221 3.000

2001 2.536 3.495 10.871 15.029 4.707 5.721 45.123 52.067 3.400

Nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren wurde der Zuschlag für das Pilotprojekt zur Erfassung des Alphabetischen Kataloges I (AK I) den Firmen D.M.P. Dataservices Nederland B.V., Barendrecht und Medea Services GmbH, Budapest erteilt. Mit dem Pilotprojekt (Juni bis November 2001) sollte bei einer vorgesehenen Gesamtmenge von ca 20.000 Aufnahmen pro Firma ein Vergleich der qualitativen, quantitativen und auch organisatorischen Leistungsfähigkeit der Firmen ermöglicht werden, um im Anschluß eine Entscheidung für den Zuschlag zum Hauptprojekt treffen zu können. Die Firma Medea hat dabei sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht überzeugt und wurde deshalb Ende Dezember 2001 für den Zuschlag zum Hauptprojekt vorgeschlagen. Parallel zum Pilotprojekt wurden von der Firma Mikro-Univers die Rückkopien des Kataloges von der MFAusgabe als Grundlage für die spätere Erfassung hergestellt. Die Qualität der Rückkopien ist in Teilbereichen aufgrund der schlechten Lesbarkeit des Originals oder auch der Mikrofiches problematisch. Als Schlußfolgerung aus den Erfahrungen des Jahres 2001 ist festzustellen, daß die Firma Medea sowohl mit dem Katalog als auch mit den Erfassungsvorgaben (http://ak1.sbb.spk-berlin.de) gut zurecht kommen sollte. Die im Vorfeld entstandenen Bedenken bezüglich des online-Verfahrens im Rahmen des GBV konnten widerlegt werden. Erwartungsgemäß liegen die Probleme in der Lesbarkeit der Rückkopien, zu denen aber nach Prüfung anderer Lösungen keine Alternative gesehen wurde. Die Konversion des Provisorischen Altbestandskataloges (PAK) des Hauses 2 wurde von II C zwischen Februar und Juni 2001 mit der Prüfung von Teillieferungen unterstützt; von insgesamt 146.000 Datensätzen wurden ca 10% der Liefermenge geprüft. Die Eigenkonversion der von der Firma Saztec nicht erfaßten Aufnahmen aus dem Alphabetischen Katalog (AK II) ist im Verlauf des Jahres 2001 abgeschlossen worden. An der Auflösung des Ergänzungskataloges zum Alphabetischen Katalog III (AK III) wird laufend gearbeitet. Allerdings geht die Erfassung wegen der Belastung aus den anderen Konversionsprojekten weiterhin nur langsam voran; von insgesamt 108 Katalogkästen sind bisher erst 15 Kästen im GBV erfaßt.

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Die Revision des Standortkataloges der Rara-Sammlung im Abgleich mit den Konversions- bzw. Verbunddaten in Anschluß an die Zusammenführung der Bestände ist weiterhin dringend erforderlich und wurde deshalb fortgesetzt. 2001 sind insgesamt 11.969 Aufnahmen überprüft worden, von denen 2.712 keinen korrekten Sonderstandortvermerk hatten. Das Projekt zur Erfassung der Lesesaalsignaturen des Hauses Uunter den Linden wurde fortgesetzt. Die Übersignaturen der HA 4, HA 6, HA 8, HA 9 und HA 10 waren zum Jahresende vollständig erfaßt. An den Signaturen der HA 2, HA 3, HA 5, HA 7 und HA 15 wird zur Zeit gearbeitet.

Erschließungsprojekte Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des XVI. Jahrhunderts (VD 16): Wie bereits im Jahresbericht 2000 festgestellt, steht z. Zt. keine aktualisierte Fassung des Verzeichnisses für Recherchen zur Verfügung. Die Abteilung hat daher die im Oktober 2000 abgebrochene Meldung von Titeln im Jahr 2001 nicht wieder aufgenommen. Die im Rahmen der Aufarbeitung der SBB-Meldereste durch die Zentralredaktion entstehenden Rückfragen werden jedoch kontinuierlich beantwortet. Short-Title-Catalogue der Drucke des 16. Jahrhunderts im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin (ST 16): 2001 wurde die Erfassung von Drucken mit französischen Druckorten abgeschlossen. Für die SBB ist damit der bemerkenswert umfangreiche Bestand von insgesamt 6.880 Drucken des 16. Jahrhunderts mit französischen Druckorten vollständig nachgewiesen. Die Erfassung wird seit Juni 2001 mit den italienischen Druckorten, beginnend mit der außergewöhnlich umfangreichen Sammlung der Aldinen, fortgesetzt. Bis Jahresende waren 503 Aldinen katalogisiert. Die Datenbank enthält z. Zt insgesamt Nachweise von 22.570 Drucken des 16. Jahrhunderts im Bestand der SBB. Auf dem Bibliothekartag in Bielefeld wurde die Datenbank der bibliothekarischen Öffentlichkeit vorgestellt (http://st16.sbb.spk-berlin.de/index.html). Der von den Fachkollegen bestätigte Bedarf zur Optimierung der Recherchemöglichkeiten in der Datenbank konnte trotz intensiver Bemühungen der Abteilung in Zusammenarbeit mit I B bisher leider nicht erreicht werden. Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des XVII. Jahrhunderts (VD 17) (http://www.vd17.de): 2001 wurden 11.680 Drucke (2000: 11.948) katalogisiert. Damit sind seit Beginn des Projektes im Jahr 1996 insgesamt 50.758 Drucke des 17. Jahrhunderts aus dem deutschen Sprachraum erfaßt. Nach Austausch der HP-Workstations gegen Linux-PCs im Dezember 2000 kam es zu einer spürbaren Verkürzung der bis dahin sehr langen Wartezeiten beim Import bzw. Export der Datensätze in die zentrale VD 17-Datenbank. Mitte des Jahres wurde die Datenbank neu aufgebaut und die technische Betreuung ging vom Forwiss-Institut an die BSB München über. Die Zeiten der Übertragungsperformance hatten sich in diesem Zusammenhang wieder extrem verschlechtert, so daß ein kontinuierliches Arbeiten nur in den Morgen- bzw. Abendstunden möglich war. Ein weiteres Problem stellt die Ermittlung der relevanten Drucke dar. Nach der vorgezogenen Bearbeitung der bisher aus beiden Häusern der SBB zusammengeführten Bestandsgruppen kann jetzt nur noch an Bestandsgruppen gearbeitet werden, die sich an

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unterschiedlichen Standorten befinden und für die Bearbeitung arbeitsaufwendig zusammengeführt werden müssen. Die Fortsetzung der Zusammenarbeit der Abteilung mit dem English Short Title Catalogue (ESTC) gestaltete sich schwierig, da die Zentralredaktion in den USA personell nicht kontinuierlich besetzt war. Insgesamt wurden 920 relevante Drucke der SBB an das Verzeichnis gemeldet (http://www.rlg.org/eureka.html). Über die Zahl der Ersteintragungen aufgrund dieser Meldungen kann für das Jahr 2001 vorerst keine Aussage getroffen werden, da die entsprechenden Bestätigungen der Zentralredaktion nur sehr unvollständig vorliegen. Im Rahmen der Integration des Alten Realkataloges (ARK) in den OPAC wurde 2001 die Erfassung der Systematik des ARK und die Vergabe von Schlagworten zu den Sachstellen des Katalogteils Jurisprudenz vollständig abgeschlossen. Für eine ganze Reihe von Katalogbereichen ist die Erfassung der Systematiken fortgesetzt bzw. abgeschlossen worden. Es ist bedauerlich, daß bei der Zusammenarbeit mit dem GBV für die maschinelle Datenübernahme der Textdateien in eine lokale Normdatei keine Fortschritte erzielt wurden. Mit dem Abschluß der Arbeiten am Katalogteil Jurisprudenz steht jetzt ein großer Datenpool zur Verfügung, an dem die repräsentative Darstellung des Gesamtprojektes der sachlichen Erschließung und Recherche historischer Druckschriften auf der Basis einer differenzierten Klassifikation in einem OPAC erfolgen könnte. In Hinblick auf diese Perspektiven wurde die Führung des Originalkataloges im Jahr 2001 abgebrochen. Seit Mitte Februar 2001 erfolgt die Auflösung des Ergänzungskataloges zum ARK, d.h. der Abgleich der Angaben des EK mit den Titeln im Konversionspool bzw. GBV. Ca. 6.000 Eintragun gen wurden bis zum Jahresende abgeglichen und in die Online-Nachweise übertragen. Im April 2001 wurde mit der Erfassung der Notationen des Kataloges Krieg 1914 in den Konversionspool bzw. GBV begonnen. Bisher sind ca 9.600 Eintragungen bearbeitet. Die Erfassung wird mit einer Katalogrevision verbunden, d.h. es findet eine Kennzeichnung der vorhandenen Bestände bzw. der Kriegsverluste statt. Seit Mitte November werden im Rahmen einer SAM-Beschäftigungsmaßnahme die Technik-Notationen des ARK im Konversionspool bzw. GBV erfaßt. Zum Jahresende waren ca 3.100 Eintragungen bearbeitet. Zum Jahreswechsel 2000/2001 hat die DFG die Anträge der SBB, der HerzogAugust-Bibliothek Wolfenbüttel und der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart für die Arbeit an der Einbanddatenbank genehmigt. Auf dem Bibliothekartag in Bielefeld konnte eine Probeversion der Datenbank erstmals der bibliothekarischen Öffentlichkeit vorgestellt werden. Insbesondere in Berlin kamen die Arbeiten im Verlauf des Jahres jedoch nur schleppend voran. Die von der DFG geförderte Stelle konnte erst im Oktober besetzt werden. Darüber hinaus wurde die volle Funktionstüchtigkeit der lokalen Datenbank in Berlin erst Anfang 2002 durch die Abteilung I B sichergestellt, so dass II C während des gesamten Jahres 2001 nicht mit einer kontinuierlichen Erfassung der Einbanddurchreibungen aus der „Sammlung Schunke“ beginnen konnte. Die von der Abteilung Informationstechnik den Projektpartnern für die Mitte bzw. 2. Jahreshälfte 2001 zugesagten Verbund- und Internet-Versionen der Datenbank wurden bis zum Ende des Jahres nicht realisiert. II C entwickelte einen Web-Auftritt zur Selbstdarstellung des Projektes mit Beschreibungen der zu erfassenden Sammlungen der drei Partner

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(http://www.hist-einband.de). In Zusammenarbeit mit zwei Fremdfirmen hat die Abteilung die vom „Arbeitskreis für die Erfassung und Erschließung Historischer Bucheinbände“ erarbeitete Terminologieliste gotischer Einbandstempel (einschl. Abb.) in eine Datenbank umgesetzt. Mit der Erarbeitung einer entsprechenden Liste für den Einbandschmuck des 16. Jahrhunderts wurde in II C im Rahmen der Erfassung der „Sammlung Schunke“ begonnen. Der Antrag auf Förderung der Digitalisierung Preußischer Rechtsquellen wurde von der DFG im Frühjahr 2000 genehmigt. Es handelt sich vorerst um die Werke „Corpus constitutionum marchicarum“ und „Novum corpus constitutionum prussico-brandenburgensium praecipue marchicarum“ sowie um die Erfassung der dazugehörenden Inhaltsverzeichnisse und Register. Die Projektorganisation des Scann-Prozesses erwies sich für die Abteilung als äußerst arbeits- und zeitaufwendig, da die beauftragte Firma während des gesamten Arbeitsprozesses größte Mühe hatte, die Qualitätsanforderungen kontinuierlich zu erfüllen. Von 18 Bänden mußten 7 Bände doppelt, teilweise mehrfach gescannt werden. Parallel dazu wurde das Pflichtenheft für die Ausschreibung der Erfassung der Inhaltsverzeichnisse und Register erarbeitet. Eine erste Vorstellung des Projektes erfolgte auf dem Bibliothekartag in Bielefeld. Die Präsentation des Projektes im Netz ist offen, da abhängig von der Verfügbarkeit eines Datenmanagement-Systems in der SBB. An einer Übergangslösung zur Darstellung der gescannten Werke wird in der Abteilung gearbeitet. Benutzung/Information 1999 Schriftliche Anfragen Mündliche Auskünfte 1.174 ca. 61.000 2000 1.186 ca. 63.600 2001 1.272 ca. 56.000

Entwicklung und Pflege von WWW-Seiten Die II C-Seiten der SBB-Homepage wurden aktualisiert. Das Layout änderte sich durch die Einbeziehung spezifischer Bildleisten zum historischen Buch (http://www. sbb.spk-berlin.de/deutsch/abteilungen/historische_drucke/index.html). Die Aktualisierung der Eingangsseite für das Informationszentrum von II C erfolgte im Verlauf des Jahres kontinuierlich (http://altedrucke.sbb.spk-berlin.de/linksammlung/indexi.html). Für die Information im Rara-Lesesaal wurde eine spezielle Eingangsseite entwickelt (http://altedrucke.sbb.spk-berlin.de/linksammlung/indexr.html). Die im Verlauf des Jahres erarbeitete Linkliste „Virtuelle Welt des Alten Buchs“ ist über die Adresse (http://altedrucke.sbb.spk-berlin.de/linksammlung/index.html) verfügbar. Die Liste wird monatlich aktualisiert.

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Benutzung der von der Abteilung verwalteten Rara und anderen Sondersammlungen des historischen Druckschriftenbestandes 1999 Entleihungen in den Rara-LS Benutzer im Rara-LS mündl. Auskünfte im Rara-LS Bearb. Fernleihscheine – davon positiv Fotoaufträge 10.842 2.706 1.995 426 190 1.328 2000 6.619* 1.489* 827* 467 211 2.137 2001 11.126** 1.892** 700** 466 112 2.134

* Der Rara-Lesaal war von Juli bis August 2000 wegen Bauarbeiten geschlossen. ** Der Rara-Lesesaal war für 3 Wochen wegen des Umzuges der Sonderbestände geschlossen

Leihverträge/Reprintverträge für den Druckschriftenbestand der SBB 1999 Ausstellungen – davon Leihgaben Gesamtversicherungswert (in DM) Reprintverträge – dafür Leihgaben Gesamtversicherungswert (in DM) 58 215 1.299.000 8 746 207.400 2000 45 241 1.778.000 7 1.099 368.500 2001 42 273 3.294.727 11 1.057 343.950

Bestandserhaltung der von der Abteilung verwalteten Rara und anderen Sondersammlungen des historischen Druckschriftenbestandes Die bestandserhaltenden Maßnahmen wurden in Zusammenarbeit mit der Hausbuchbinderei und diversen Fremdfirmen im Jahr 2001 kontinuierlich fortgesetzt. Die verausgabten Mittel in Höhe von rund 270.000 DM verteilten sich wie in den Vorjahren auf die unterschiedlichen Maßnahmen wie Einbandreparatur, Papierspalten, Restaurierung, Gammabestrahlung und Reinigung. Hinzu kamen rund 7.500 DM aus der Aktion der Buchpatenschaften. 2.144 Bände (davon 547 Bde Einzelbeauftragungen und 1.597 Bde Gammabestrahlung) konnten insgesamt bearbeitet werden. Einen besonderen Schwerpunkt bildete im Zusammenhang mit den Bauarbeiten/Umzügen (s. Allgemeines) die Durchsicht der Rara-Sammlung, der Sammlung 16. Jahrhundert und der Bibliothek Diez (zusammen rund 2,5 Stellkm) durch die Mitarbeiter des Referates 16. Jahrhundert auf Schimmelpilzbefall und die entsprechende Beauftragung für die Gammabestrahlung. Ebenfalls im Zusammenhang mit den Bauarbeiten reinigten die Mitarbeiter alle interimistisch aufgestellten Bestände vor der Rückführung in die rekonstruierten Magazine (ca 2,8 Stellkilometer). Besonders hervorzuheben ist der Katalog standardisierter Vergabekriterien für die Beauftragung bestandserhaltender Maßnahmen, der unter maß-

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geblicher Beteiligung von II C in Zusammenarbeit mit der Abt. für Bestandspflege und Reprographie entwickelt wurde. Die in ihm enthaltenen Standards dürften in Zukunft zu einer wesentlichen Erleichterung und Beschleunigung bei der Auftragsvergabe für Einzelbeauftragungen führen. Öffentlichkeitsarbeit Eigene Ausstellungen: „Der reale Nutz“ vom 4. 7. bis 4. 8. 2001 (Katalog) im Rahmen des „Preußenjahres“. 2001 sind wieder jeweils zwei Ausgaben des „Newsletter“ der IFLA Section on Rare Books and Manuscripts erschienen, für dessen Herausgabe die Abteilung seit 1998 verantwortlich zeichnet. Seit 2001 ist der Newsletter auch elektronisch im IFLANET verfügbar. Die Zeitschrift „Einbandforschung“ ist 2001 mit dem Erscheinen der Hefte 8 und 9 weitergeführt worden. Die Homepage des Arbeitskreis für die Erfassung und Erschließung Historischer Bucheinbände (AEB) (http://aeb.sbb.spk-berlin.de) wurde in Abhängigkeit von den Aktivitäten des Arbeitskreises laufend aktualisiert. Die Jahrestagung des AEB in Leipzig ist wie schon in den Vorjahren unter maßgeblicher Beteiligung eines Mitarbeiters der Abteilung organisiert worden. Neben zahlreichen Führungen und der Präsentation von Kostbarkeiten aus den Beständen der Abteilung im Rahmen von Veranstaltungen sowie Vorträgen und Publikationen der Mitarbeiter hat die Abteilung folgende Besucher (Auswahl) betreut: P. Leclerc (New York Public Library), W. Undorf (Kunglige Biblioteket Stockholm), Frau de Conihout (Bibl. Mazarine), A. A. Semjonova (St. Petersburg), K. Skovgaard-Petersen (Kongelige Bibliotek Kopenhagen).

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BENUTZUNGSABTEILUNG (II D)

Abteilungsleiter: Dr. Karl Werner Finger Stellvertreter: Uwe Schwersky Das Jahr 2001 war für die Benutzungsabteilung ein äußerst ereignisreiches Jahr, das von vier einschneidenden Veränderungen geprägt war: 1. Die Einführung des OPAC und die Freigabe der Bestellkomponente liessen die Ausleihzahlen in die Höhe schnellen und machen eine grundlegende Anpassung der Geschäftsgänge für die Literaturbereitstellung notwendig 2. Die Baumaßnahmen im Haus Unter den Linden wurden fortgesetzt 3. Für den letzten Bauabschnitt der Funktionsanpassung im Haus Potsdamer Straße wurde der Lesesaal über drei Monate geschlossen. 4. Platzmangel im Magazin vom Haus Potsdamer Straße und der Freizug der Büchertürme im Haus Unter den Linden erforderten Bestandsverlagerungen in das Außenmagazin Ein reiner Vergleich von Zahlen mit dem Routinebetrieb der Vorjahre würde nur ein unzulängliches Bild von der in diesem Jahr durch die Benutzungsabteilung erbrachten Leistung ergeben, denn die Veränderungen haben die Arbeit in allen Bereichen der Benutzungsabteilung beeinflusst. Die Einführung des OPAC und der elektronischen Bestellkomponente hatte gravierende Auswirkungen auf alle Bereiche des Benutzungsbetriebes. Am 5. März wurde der neue Onlinekatalog der Staatsbibliothek (StaBiKat) für die Benutzung freigeschaltet. Damit waren erstmals 6 Millionen Daten aus fast allen Bestandsschichten mit einer modernen Suchmaschine per Internet recherchierbar. An der Konfigurierung des Systems und den vorbereitenden Schulungen waren die Mitarbeiter der Benutzungsabteilung in hohem Maße beteiligt. Der neue Onlinekatalog wurde von den Benutzern sofort sehr gut angenommen. Die Nutzungsfrequenz stieg innerhalb weniger Tage auf über 40.000 Zugriffe täglich. Als Konsequenz der verbesserten Recherchemöglichkeiten wuchs das Ausleihvolumen in den Monaten März und April so stark an, dass noch im April die Einführung der elektronischen Bestellkomponente zur Entlastung der Geschäftsgänge in der Literaturbereitstellung notwendig wurde. Die Bestellvorgänge wurden am 24. April auf das elektronische Verfahren umgestellt und erwartungsgemäß vor allem für die Bestellung per Internet von außen genutzt. Für die Recherchen innerhalb der Bibliothek stehen den Benutzern zahlreiche Plätze zur Verfügung. Im Haus Unter den Linden wurden in den Allgemeinen Lesesälen und mit Verspätung auch außerhalb des kontrollierten Bereichs zusätzliche Rechercheplätze aufgestellt. Als Folge der Einführung der elektronischen Bestellungen stieg der Beratungsbedarf in allen Bereichen der Benutzungsabteilung deutlich an. Vor allem die Betreuung der Benutzer bei Fehlbestellungen und nicht fristgerechter Bereitstellung macht auch im Haus Unter den Linden die Einrichtung einer eigenen Informationsstelle für die Literaturbereitstellung notwendig. Leider zeichnete sich bis zum Jahresende noch keine geeignete Unterbringungsmöglichkeit ab. Im Haus Potsdamer Straße wird diese Beratung von der Katalogauskunft übernommen.

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Die Bau- und Folgearbeiten im Haus Unter den Linden haben permanente Anpassungen des Benutzungsbetriebes erforderlich gemacht: – Wiederholte Wasserschäden, Bauschmutz und direkte Einwirkungen von Bauarbeiten im Magazin vom Haus Unter den Linden führten zu Schäden am Bestand und stellten eine permanente Bedrohung dar. – Probleme mit Schimmelpilzen machten weitreichende Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter und umfangreiche Dekontaminierungsmaßnahmen am Altbestand notwendig. – Eine Zusammenführung von Altbestand nach der Dekontaminierung konnte entgegen den Forderungen der Benutzungsabteilung nicht vorgenommen werden. – Aufgezeigte Sicherheitsprobleme mit der Lippmann-Regalanlage zogen schnelle Reparaturen und einige aufwändige zusätzliche Umstellungs- und Rückarbeiten im Magazin vom Haus Unter den Linden nach sich. – Während der Schließzeit des Lesesaales vom Haus Potsdamer Straße mussten die entsprechenden Funktionen im Haus Unter den Linden verstärkt und ein zusätzlicher Lesesaalbetrieb mit 70 Leserplätzen organisiert werden. – Der Selbstabholbereich für die Ausleihe außer Haus musste im letzten Quartal aus den bis dahin genutzten Räumen weichen und konnte nur in viel zu kleinen Räumlichkeiten untergebracht werden. – Zum Jahresende begannen die Bestandsverlagerungen zum Freizug der Büchertürme. Die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen im Magazin vom Haus Unter den Linden waren das Thema zu Beginn des Jahres. Das vermutete Vorkommen von Schimmelpilzen im Bestand und die folgende Diskussion in der Presse verunsicherten die Mitarbeiter. Als Konsequenz verstärkte die Bibliothek die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit verschimmelten Büchern und liess ihre Mitarbeiter in mehreren Veranstaltungen von fachkundigem Personal für die Erkennung und den Umgang mit verschimmelten Büchern schulen. Bei einer Messung der Keimbelastung in der Atemluft konnten keine erhöhten Werte festgestellt werden. Ebenso ergaben sich Probleme für die Sicherheit bei den Regelblechen der historischen Lippmann-Regalanlage. Als Folge der sicherheitstechnischen Untersuchung wurden fehlende Arretierungsschrauben ersetzt, unsichere Zusatzregale abgebaut und Bestandsverlagerungen vorgenommen. Vorbeugend wurde der Umgang mit der Anlage über strengere Arbeitsvorschriften geregelt. Immer wieder gefährdeten baubedingte Havarien den historischen Altbestand. Vor allem aggressiver Baustaub und Wassereinbrüche waren trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Mängelanzeigen nicht zu vermeiden. Als Ausgleich für die dreimonatige Schließung des Allgemeinen Lesesaales in der Potsdamer Straße wurde die Anzahl der Leserplätze durch Einrichtung eines provisorischen Lesesaals im 6. Büchergeschoss erhöht, und die Ausleihe für den Lesesaal komplett in die Bücherausgabe des Hauses Unter den Linden verlagert. Als Folge waren täglich große Büchermengen zwischen den Häusern zu transportieren, was die vorhandene Transport- und Lagerkapazität bereits nach kurzer Zeit deutlich überstieg. Schwierigkeiten brachte auch die mangelhafte Ausstattung mit Kopiermöglichkeiten im Haus Unter den Linden, die sich bis zum Ende des Provisoriums nicht beheben ließ. Während dieser Zeit erhielten die Lesesäle und die Bücherausgabe personelle Unterstützung durch die Mitarbeiter aus der Potsdamer Straße.

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Im letzten Quartal musste der Selbstabholbereich für die Ausleihe außer Haus wegen Baumaßnahmen in andere Räume ziehen. Diese sind für eine ordnungsgemäße Abwicklung viel zu klein und nur als Übergangslösung hinnehmbar. Eine günstigere Unterbringung zeichnet sich jedoch erst nach weiteren Baufortschritten für Mitte 2002 ab, wenn der Selbstabholbereich in die ehemaligen Räume des Orientlesesaales ziehen kann. Zum Ende des Jahres begannen die Vorbereitungen für den Freizug der Büchertürme mit den ersten Bestandsverlagerungen in das Außenmagazin im Westhafenspeicher. Dabei handelt es sich ausschließlich um Literatur, die nach 1955 erschienen ist. Leider konnte damit vorerst keine weitere Zusammenführung des Altbestandes verbunden werden. Auch die Bauarbeiten zur Funktionsanpassung im Haus Potsdamer Straße haben tiefgreifende organisatorische Veränderungen für alle Bereiche der Benutzungsabteilung mit sich gebracht. Für Planung und Ausführung von Sonderaufgaben fielen im Jahr 2001 schätzungsweise über 3000 Arbeitsstunden an, die nicht alle durch die Einschränkung bei den Routineaufgaben erbracht werden konnten. Allein aus der aufgeführten chronologischen Folge der Ereignisse ergibt sich, dass die Aufgaben im Jahr 2001 mit erheblicher Mehrarbeit für alle Mitarbeiter verbunden waren. – Im Januar zog die Leihstelle in der Potsdamer Straße in den neu eingerichteten Bereich zurück. – Mitte Juli wurde der Lesesaal im Haus Potsdamer Straße geschlossen und zur Baustelle erklärt. Die Mitarbeiter der Bibliographischen Auskunft, der Lesesaalverwaltung, der Buchausgabe und des Drehkreuzes wurden an anderen provisorischen Arbeitsplätzen untergebracht. – Am 19. Juli 2001 wurde das neue Katalogzentrum im Haus Potsdamer Straße in Betrieb genommen. – Gleichzeitig begann der Trainingsbetrieb für die neue Katalogauskunft im Katalogzentrum. – Für die Zeit der Lesesaalschließung wurde für die Benutzer ein Provisorium mit 200 Leserplätzen in der Eingangshalle eingerichtet. – Im Ausstellungsraum der Eingangshalle wurde ein umfangreicher Handbestand mit einer Auswahl der wichtigsten Nachschlagewerke angeboten. – Im Magazin unter der Kataloghalle kam es aufgrund der Baumaßnahmen zu Wasserschäden an 2600 Bänden. – Die Buchausgabe für den Lesesaal konnte Mitte August mit der Wiedereinrichtung ihres verkleinerten Bereiches beginnen. – Ende August wurden in Anpassung an die veränderte Regalaufstellung die Bestände der Handbibliotheken im allgemeinen Lesesaal neu geordnet. – Anfang Oktober nahm der umgebaute Lesesaal seinen Betrieb wieder auf. – Mit der Öffnung des neuen Lesesaales wurde das Auskunftswesen im Haus Potsdamer Straße neu organisiert: Katalogauskunft, zentrale Lesesaalauskunft und die Auskunft zur Dokumentenbeschaffung haben ihren Auskunftsbetrieb aufgenommen. – Mit einer provisorischen PC-Lösung gingen Anfang November die Internetarbeitsplätze in Betrieb. – Im Oktober begannen die ersten Umzüge von Beständen aus dem Magazin der Potsdamer Str. in das Außenmagazin im Westhafen.

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Rückzug der Leihstelle in den umgebauten Bereich: Mit fünfmonatiger Verspätung konnte die Leihstelle schrittweise in den umgebauten Bereich zurückziehen. Zahlreiche zum Teil gravierende Planungs- und Ausführungsmängel erschwerten die Betriebsaufnahme und machten umfangreiche Nachbesserungen notwendig, die auch bis zum Jahresende noch nicht abgeschlossen waren. Aufgrund der verzögerten Inbetriebnahme der Leihstellen konnte auch der neue Selbstabholbereich für den Lesesaal erst mit einer weiteren Verzögerung bei der Wiederöffnung des Lesesaales seine Funktion aufnehmen. Während der Schließzeit wurden in ihm die aktuellen Zeitschriftenjahrgänge für die Benutzer bereitgestellt. Aufgrund von Nachbesserungsbedarf im Bereich der Einrichtung sowie wegen des noch nicht kalkulierbaren Personalbedarfs für den Echtbetrieb wurde zunächst mit dem Örtlichen Personalrat ein sechsmonatiger Probebetrieb vereinbart. Katalogzentrum: Die Freischaltung des StaBiKat war eine wichtige Voraussetzung für die Inbetriebnahme des neuen Katalogzentrums mit den 70 geplanten Rechercheplätzen, in dem die Unterbringung des Alten Alphabetischen Kataloges nicht mehr vorgesehen war. Lediglich die Sachkataloge nach Eppelsheimer und der Realkatalogteil der ehemaligen SBPK wurden im neuen Katalogzentrum aufgestellt. Damit ging auch die mehr als zwanzigjährige Tradition zur Sachkatalogauskunft im Lesesaal der Potsdamer Straße zu Ende. Sie wurde in die Katalogauskunft integriert. Da sich der Umbau der geplanten Auskunftstheke verzögerte, musste der Betrieb zunächst an einer provisorischen Theke aufgenommen werden. Erste Erfahrungen im realen Betrieb haben gezeigt, dass noch erhebliche Mängel in der Ergonomie der Auskunftstheke bestehen. Auch für den Bereich der Rechercheplätze und die Katalogaufstellung waren und sind noch weitgreifende Nachbesserungen notwendig. Da das Katalogzentrum nicht direkt auf dem Weg zum Lesesaal liegt, werden viele Benutzer erst durch gezielte Hinweise an anderen Auskunftsstellen auf dieses Serviceangebot aufmerksam gemacht. Eine bessere Beschilderung soll diesem Manko abhelfen. Veränderung des Auskunftswesens: Die Verlagerung der Sachkataloge in das neue Katalogzentrum, die Einrichtung der Internetrechercheplätze im Lesesaal an die Stelle des Alten Alphabetischen Kataloges, die Konzentrierung der Lesesaalauskunft auf eine zentrale Theke und die Einrichtung der Katalogauskunft machten auch eine Neugestaltung des Auskunftswesens notwendig. Mit einem vierstufigen Auskunftsangebot im Haus Potsdamer Straße soll den Lesern der Weg zur gewünschten Information erleichtert werden: – In der Eingangshalle findet man die Katalogauskunft, die bei der formalen wie sachlichen Suche im SBB-Bestand und seiner Benutzung hilft. Sie liegt außerhalb des kontrollierten Bereichs bei den frei zugänglichen OPAC-Rechercheplätzen. – In der Hauptgeschossebene des Allgemeinen Lesesaals ist die Lesesaalauskunft für alle Fragen zur Benutzung des Freihandbestandes zuständig. – Ebenfalls im Lesesaalbereich in der Nähe zu den Internetarbeitsplätzen gibt die Bibliographische Auskunft Hilfestellung bei der Suche nach Literatur, die nicht in der Staatsbibliothek vorhanden ist.

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– In direkter Nachbarschaft zur Bibliographischen Auskunft erhalten die Leser Beratung zur Dokumentenbeschaffung für in der SBB nicht vorhandene Literatur. Synchron mit der Schließung des Lesesaals im Haus Potsdamer Straße nahm die neue Katalogauskunft ihren Trainingsbetrieb auf. In Zusammenarbeit zwischen der Bibliographischen Auskunft und der ehemaligen Sachkatalogauskunft wurden mehr als 120 Mitarbeiter aus allen Abteilungen im Haus Potsdamer Straße durch theoretische Einführungen und praktische Ausbildung auf diese große Gemeinschaftsaufgabe vorbereitet. Seit der Wiederöffnung des Lesesaals Ende Oktober geben hier im Schichtbetrieb die Mitarbeiter aus fast allen Abteilungen während der gesamten Öffnungszeit des Hauses Auskunft und Hilfestellung zur Suche im Bestand und seiner Benutzung. Diese Dienstleistung ist ohne Benutzerkarte zugänglich. Wegen des Verzugs bei der Umrüstung der einzelnen Theken im Allgemeinen Lesesaal vom Haus Potsdamer Straße wurde die Auskunft zum Freihandbestand zunächst probehalber an der neuen, zentral gelegenen Theke zusammengefasst, an der die Mitarbeiter jetzt im Schichtbetrieb während der gesamten Öffnungszeit der Bibliothek Auskunft geben. Für die Mitarbeiter der Lesesaalverwaltung, die zuvor ihre ständigen Arbeitsplätze an den jeweiligen Theken der Handbibliotheken hatten, ergab sich dadurch erstmalig die Gelegenheit, als Arbeitsgruppe gemeinsam an Hintergrundarbeitsplätzen zusammenzuarbeiten. Die Arbeitsweise läuft als Testbetrieb bis Ende Januar 2002. Über eine Fortsetzung wird dann entschieden. Ein neuer Service wurde für die Beratung zur Dokumentenbeschaffung eingerichtet. Während der Kernzeiten haben die Leser im Haus Potsdamer Straße die Möglichkeit, sich direkt von den Mitarbeitern der ehemals nehmenden Fernleihe über den günstigsten Weg zur Literaturbeschaffung beraten zu lassen. Das Beratungsangebot geht von der klassischen Fernleihbestellung über die online-Fernleihe und die Dokumentenlieferdienste bis hin zur direkten Verfügbarkeit im Internet. Die Buchausgabe für den Lesesaal: Für die Ausgabe von schützenswerter Literatur und Sondermaterialien in den Allgemeinen Lesesaal vom Haus Potsdamer Straße wurde die Buchausgabe auf ihren ehemaligen Umfang wieder zurückgebaut. Damit konnte auch der Ausstellungsraum für das Mendelssohn-Archiv wieder seiner Bestimmung zurückge geben werden. Da die Personalausstattung für die Buchausgabe nach der notwendigen Reduzierung ebenfalls zu eng war, mussten (wie zuvor) Unterstützungskräfte angeworben werden. Auch für die Buchausgabe wurde zunächst ein sechsmonatiger Probebetrieb vereinbart. Umzugsplanung und Neuordnung des Allgemeinen Lesesaales: Mit fast 500 zusätzlichen Arbeitsstunden für die Planung und Realisierung hatten der Umzugskoordinator und seine Helfer die Hauptlast bei der Räumung und Wiedereinrichtung des Lesesaales zu tragen. Der Reduzierung der Stellfläche für den Lesesaalbestand zugunsten neuer Leserplätze musste mit einer veränderten Aufstellung Rechnung getragen werden. In der Konsequenz wurden 90.000 Bände (fast die Hälfte des Lesesaalbestandes) bewegt. Neu hinzugewonnen werden konnten Regalflächen im Ostfoyer, die eine geschlossene Aufstellung der Handbibliothek

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für die Geschichte ermöglichte. Eine räumliche Konzentrierung erfuhr die Handbibliothek Recht. Unter Konzentrierung des ausländischen Rechts konnte genügend Fläche für das wachsende EU-Recht bereitgestellt werden. Auch der Bibliographische Apparat musste in weiten Teilen neuorganisiert werden, da die Stellflächen unter und auf den alten Katalogschränken verloren gingen. Der Umbau brachte einen Zugewinn von 120 Leserplätzen. Die Mehrzahl von ihnen ist mit einer Anschlussmöglichkeit an das Internet ausgestattet. Bibliographische Auskunft und Internetrechercheplätze: Die im Jahre 2000 begonnenen Planungen für die konkrete Ausgestaltung der Internetarbeitsplätze wurde in 2001 fortgesetzt. Im Ausschreibungs- und Genehmigungsverfahren ergaben sich jedoch Verzögerungen, so dass der neue Arbeitsbereich im November 2001 nur mit 8 der 40 geplanten Benutzerplätze in einen provisorischen Betrieb gehen konnte. Obwohl sich die eingerichtete IT-Lösung als stabil und sicher herausgestellt hat, führten massive Mängel im Leistungsumfang sowie die durch das Betriebssystem Linux bedingten Spezifika bei Mitarbeitern wie Benutzern zu erheblichen Bedienungsproblemen. Die Mängel im Leistungsvermögen konnten bis Jahresende nicht behoben werden. In Vorbereitung auf die neuen Internetarbeitsplätze wurde unter Federführung einer Mitarbeiterin aus der Bibliographischen Auskunft das Portal ELSTER (Elektronischer Startpunkt Erstinformation) für den Einstieg in die sachliche Suche im Internet aufgebaut. Für diese Sammlung einschlägiger Internetadressen und ihre Klassifizierung und Beschreibung wurden Mitarbeitern aller Abteilungen in mehreren Kursen im Umgang mit der Datenbank geschult. Der Versuch, für das Referat Information eine neue flexiblere Organisationsform zu finden, wurde ergebnislos abgebrochen und auf das Jahr 2002 verschoben. Magazinbetrieb: Bereits Anfang des Jahres waren alle Platzreserven im Magazin vom Haus Potsdamer Straße erschöpft. Der Neuzugang musste in Notregalen untergebracht werden, was den Betrieb erschwerte. Zusätzlich brachte die Umstellung auf die Elektronische Bestellkomponente eine erhebliche Mehrbelastung für die Mitarbeiter mit sich. Erst Ende Oktober konnte mit den Umzügen von Beständen aus dem Magazin vom Haus Potsdamer Straße in den Westhafenspeicher begonnen werden. Vor allem die weniger genutzten Signaturengruppen des Altbestandes, insgesamt ca. 11.000 lfd. Meter wurden in die mit Rollregalanlagen ausgestattete Magazinanlage im Westhafenspeicher ausgelagert. Es folgten die DSB-Bestände aus den Büchertürmen des Hauses Unter den Linden. Für den stetig ansteigenden Ausleihbedarf aus dem Außenmagazin musste ein geregelter Magazinbetrieb aufgebaut werden, obwohl auch hier die baulichen Voraussetzungen noch nicht in einem akzeptablen Zustand waren. Bereits zum Ende des Jahres zeigte sich, dass sowohl die Bedienung des neuen Außenmagazins als auch die Transportkapazität zwischen den Standorten verstärkt werden musste. Die Beschaffung eines LKW und fahrbarer Transportcontainer wurde in Angriff genommen. Die Magazinsituation im Haus Unter den Linden war ebenfalls in diesem Jahr unter dem Einfluss von Bauarbeiten und Umzügen weit entfernt von einem Routinebetrieb und konnte nur mit großem Engagement der Mitarbeiter in dem notwendigen Umfang aufrecht erhalten werden.

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Pilotprojekt Führungsprinzipien: Als erste Anwenderin für die im Jahre 2001 entwickelten Führungsprinzipien hat sich die Benutzungsabteilung zu einem Pilotprojekt zur Verfügung gestellt. Unter externer Moderation sind in 2 Workshopreihen von den Mitarbeitern, die mit Führungsaufgaben betraut sind, individuelle Nahziele für ein verändertes Führungsverhalten vereinbart worden. Über ein schriftliches Feedback wurden die Fortschritte dokumentiert. Für diesen Personenkreis wurde zusätzlich ein Fortbildungsseminar zum Thema veranstaltet. Die Ergebnisse des Pilotprojektes wurden dokumentiert. Es hat sich gezeigt, dass vor allem die Kommunikation und der Informationstransfer innerhalb und zwischen den einzelnen Sachgebieten sowie vertikal zwischen den Führungsebenen bewusster gestaltet und verbessert werden muß. EURO-Umstellung: Das Jahr endete mit der EURO-Umstellung, die alle Bereiche vom Ausleihsystem über die Gebührenordnung, sämtliche Kassenfunktionen bis hin zu den Tageskartenautomaten und den Garderobenschränken in der gesamten Bibliothek betraf. Die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten dafür wurden im laufenden Berichtsjahr in Zusammenarbeit mit der Zentralabteilung erbracht. In diesem Zusammenhang ist von II D erneut die Umstellung auf bargeldlosen Zahlungsverkehr und die Entlastung der Benutzungsabteilung beim Inkassogeschäft gefordert worden. Personelle Veränderungen Die im Februar 2001 ausgesprochene viermonatige Wiederbesetzungssperre hat sich auf den Personalstand vor allem im Magazin vom Haus Potsdamer Straße sehr negativ ausgewirkt. Im Laufe des Jahres waren dadurch vier Stellen über längere Zeit vakant. Krankheitsausfälle und Urlaubszeiten brachten ernsthafte Engpässe mit erheblichen Rückständen mit sich. Im gesamten Bereich der Literaturbereitstellung war der Arbeitsanfall vor allem in der ersten Jahreshälfte nicht zu bewältigen. Der mit der Schließzeit des Lesesaals im Haus Potsdamer Straße verbundene Rückgang im Bestellaufkommen brachte bis zum Jahresende zunächst eine leichte Entspannung. Die im Herbst einsetzenden Umzüge haben zusätzliche Personalkapazität gebunden. Während der Lesesaalschließung im Haus Potsdamer Straße wurde die Mehrbelastung in den Lesesälen und der Bücherausgabe vom Haus Unter den Linden mit einer umfangreichen Personalunterstützung durch Mitarbeitern der Benutzungsabteilung aufgefangen. Die organisatorischen Veränderungen aus der Funktionsanpassung machten die Erstellung von neuen Dienstplänen für die betroffenen Bereiche Katalogauskunft, Leihstelle, Buchausgabe und Lesesaalauskunft notwendig. Trotz der Neuordnung der Personalverteilung zwischen Buchausgabe im Lesesaal und Leihstelle im Haus Potsdamer Straße waren die neuen Dienstpläne nur mit der massiven Unterstützung durch die Mitarbeiter anderer Sachgebiete und anderer Abteilungen abzudecken. Im März des Jahres ging die langjährige Leiterin der Signierstelle in Pension. Die Wiederbesetzung konnte wegen der anstehenden Umorganisation erst zum Jahresende in Angriff genommen werden.

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Mitte des Jahres wurde eine neue Stabsstelle in der Abteilungsleitung für die Betreuung des Ausleihsystems, des Dokumentenliefersystems Subito und die Anpassung von Geschäftsgängen an die neuen IT-Möglichkeiten eingerichtet. Zum Jahresende wurden 4 zusätzliche Mitarbeitern aus einer Strukturanpassungsmaßnahme des Landes Berlin für die Erfassungsarbeiten zum Altbestand in der Buchdatei für ein Jahr eingestellt. Weitere 4 Mitarbeiter aus der gleichen Maßnahme konnten für die Zusammenführung des Altbestandes im Haus Unter den Linden angeworben werden. Die wichtigsten Benutzungszahlen im Überblick Im Januar und Februar 2001 verzeichneten die Lesesäle beider Häuser wieder einen so großen Ansturm, dass erneut Überlegungen zu einer Begrenzung der maximalen Personenzahl im kontrollierten Bereich angestellt werden mussten. Als Grundlage für eine realistische Planung wurde im Haus Potsdamer Straße ein automatisches Erfassungssystem an der Eingangskontrolle eingerichtet, das laufend die Zahl der anwesenden Personen anzeigt. Rein statistisch ist die Anzahl der Bibliotheksbenutzungen um 18% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Dies ist vor allem im Zusammenhang mit der dreimonatigen Schließung des Lesesaals im Haus Potsdamer Straße zu sehen. Die Leser haben die angebotenen 200 provisorischen Leserplätze im Haus Potsdamer Straße nicht mit der erwarteten Frequenz angenommen (–27 % Ortsbenutzung), während die 70 zusätzlichen Plätze im Haus Unter den Linden voll ausgenutzt waren (+20 % Ortsbenutzung). In gleicher Weise hat sich die Schließung auf die Anzahl entliehener Bände in die Lesesäle ausgewirkt. Mit –24,5% war hierbei trotz Anstieg im Haus Unter den Linden ein genereller Rückgang über beide Häuser zu verzeichnen. Als Folge des verbesserten Zugangs zu den Beständen durch den OPAC und die Bestellkomponente sind die Ausleihzahlen außer Haus um 60 % gestiegen, wobei sich vor allem bei der Ausleihe über das Haus Unter den Linden mit einem fast 70 %igen Anstieg die Tendenz des Vorjahres fortsetzte. Insgesamt sind im ersten Jahr des weltweiten Zugangs zu unseren Beständen mehr als die Hälfte aller Recherche- und Bestellvorgänge über das Internet von außen im System eingegangen. Deutlich wird diese Erleichterung auch bei der Verwaltung des eigenen Benutzerkontos; Verlängerungen und auch Vormerkungen werden fast ausschließlich nur noch von den Lesern selbst im Bestellsystem vorgenommen. Leihverkehr und kostenpflichtige Dokumentenlieferung: Die national und international verbesserte Nachweissituation unserer Bestände schlägt sich auch deutlich in den Kennzahlen der gebenden Fernleihe nieder. Mit einem leichten Anstieg von 2,3 % im Leihverkehr scheint die Phase der sinkenden Nachfrage überwunden zu sein, während sich im Internationalen Leihverkehr der Trend der Vorjahre weiter fortsetzt. Hier erschließen sich offenbar den Lesern durch die Vielzahl der Besitznachweise und alternativen Beschaffungswege andere Versorgungsmöglichkeiten. Weiter erfreulich ist die Tendenz bei der Positivquote in der gebenden Fernleihe. Lag diese 1991 noch bei 36,0 %, erreichte sie 2001 einen neuen Höchststand von 56,7 %. Das belegt eindrucksvoll eine verbesserte Nachweissituation im Bibliothekswesen insgesamt. Die Bestellungen werden gezielt an die besitzende Bibliothek geschickt.

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Bei den kostenpflichtigen Lieferdiensten haben sich die Trends der Vorjahre fortgesetzt. Beim DBI-Link/Kopierservice ist die Anzahl der eingegangen Bestellungen und die Erledigungsquote weiter gesunken. Die über SUBITO eingegangenen Bestellungen sind auf 12.411 Bestellungen (+ 49,4 %) angestiegen, während die Erledigungsquote annähernd gleich geblieben ist (2000 = 73,7% und 2001 = 75,3%). Der Grund hierfür dürfte in der wachsenden Konkurrenzsituation der Dokumentenlieferdienste und den Abbestellungen der SBB im Bereich medizinischer und naturwissenschaftlicher Zeitschriften liegen. Im nehmenden Leihverkehr sind die Mengen weiter rückläufig. Mit 4.030 in 2001 abgesandten Bestellungen ist das Volumen um ein Viertel der Vorjahresmenge gesunken. Auf die zurückgehende Nachfrage nach dem klassischen Fernleihservice der Bibliothek wurde mit einer organisatorischen Veränderung und der Schaffung einer Servicestelle Dokumentenbeschaffung reagiert. Unter Integration aller Beschaffungswege werden hier die Benutzer über die Bestellmöglichkeiten von nicht in der SBB vorhandener Literatur beraten. STATISTIKEN 2001 Die wichtigsten Benutzungszahlen im Überblick 1999 Bibliotheksbenutzungen Aktive Benutzer (mit Jahres- oder Wochenkarte) Benutzte physische Einheiten – Davon Entleihungen außer Haus incl. Entleihungen aus den Sonderabteilungen – Davon Entleihungen in die Allgemeinen Lesesäle – Davon Entleihungen in die Sonderlesesäle – Davon Fernleihe – Davon Dokumentenlieferung außerhalb des Leihverkehrs Ortsbenutzung II D Aktive Benutzer (mit Jahres- oder Wochenkarte) – Haus Unter den Linden – Haus Potsdamer Str. Benutzer (mit Tageskarte) – Haus Unter den Linden – Haus Potsdamer Str. 1.193.571 32.674 1.266.159 2000 1.188.591 32.777 1.227.294 2001 974.575 33.828 1.625.577

589.844 400.592 191.449 57.450 26.824 1999 31.401 6.860 24.541 94.780 15.769 79.011

628.370 331.880 160.907 59.397 26.740 2000 31.286 7.107 24.179 104.888 18.361 86.527

1.161.190 250.606 155.109 58.672 29.298 2001 32.436 10.579 21.857 94.883 26.874 68.009

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Ortsbenutzung II D Bibliotheksbenutzungen – Haus Unter den Linden – Haus Potsdamer Str. Entleihungen nach phys. Einheiten in die Allgemeinen Lesesäle – Haus Unter den Linden – Haus Potsdamer Str. – Davon Verlängerungen – Haus Unter den Linden – Potsdamer Str. Entleihungen nach phys. Einheiten außer Haus Haus Unter den Linden Haus Potsdamer Str. Verlängerung per Internet – Davon vom Benutzer durchgeführte Verlängerungen – Haus Unter den Linden – Haus Potsdamer Str. Verlängerung per Internet – Davon vom Personal durchgeführte Verlängerungen – Haus Unter den Linden – Haus Potsdamer Str. Vormerkungen – Haus Unter den Linden (durch Personal) – Haus Potsdamer Str. (durch Personal) – Haus Unter den Linden (von Benutzern) – Haus Potsdamer Str. (von Benutzern) – von Benutzern per Internet Mahnungen (1.–4. Mahnstufe)

1999 1.185.415 232.026 953.389 400.592 91.655 308.937

2000 *1.180.229 229.147 951.082 331.888 86.845 245.035 10.556 4.556

2001 966.883 275.070 691.813 250.606 104.386 146.220 5.441 4.168 1.273 1.006.081 274.025 645.016 87.040 105.836 4.408

6.336 586.206 90.120 496.086

6.010 628.370 163.162 465.208

30.061

1.888

14.388 87.040

195.477 32.878 162.599 34.852 2.364 32.488

257.607 66.245 191.362 32.719 6.842 25.877

216.811 74.675 142.136 72.353 4.203 12.786 9.654 18.102

99.428

105.898

27.608 121.324

* korrigierte Zahl zum Zweijahresbericht 1999/2000

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Ortsbenutzung II D

1999

2000

2001

Anwendung der Elektronischen Bestellkomponente durch die Benutzer nach ihrer Freischaltung am 27. April 2001 Elektronische Bestellungen – In der Bibliothek – Per Internet Elektronische Signaturanfragen – In der Bibliothek – Per Internet Kontoabfragen – In der Bibliothek – Per Internet 417.297 205.753 211.544 493.442 250.483 242.960 91.488 19.535 71.953

Zu 2.3 Bibliotheksbenutzungen Diese Zahlen beruhen auf den automatischen Zählungen bei der Eingangskontrolle. Damit werden im Haus Unter den Linden alle Personen erfaßt, die den öffentlichen Bereich betreten. Im Haus Potsdamer Straße dagegen werden die Benutzer nicht erfasst, die lediglich die Leihstelle aufsuchen, und die Ausstellungsbesucher. Mit dem Abschluss der Funktionsanpassung im November 2001 im Haus Potsdamer Straße wurde das Katalogzentrum vor die Eingangskontrolle gelegt. Damit werden alle Benutzer, die für eine Recherche und Bestellung das Katalogzentrum aufsuchen, nicht mehr als Bibliotheksbenutzung registriert. Gebende Fernleihe Erhaltene Bestellungen – Haus Unter den Linden – Haus Potsdamer Str. Davon Überreg. LV (incl. blauer LV) – Haus Unter den Linden – Haus Potsdamer Str. Davon Internat. LV – Haus Unter den Linden – Haus Potsdamer Str. Positiv erledigt – Davon überreg. LV – Davon Internat. LV Verliehene Phys. Einheiten Durch Kopien erledigte Bestellungen 1999 87.385 27.405 59.980 79.101 25.268 53.833 8.284 2.137 6.147 45.835 41.774 4.061 36.637 20.813 2000 *84.361 23.516 *60.845 *76.800 21.905 *54.895 7.561 1.611 5.950 *44.220 40.332 3.888 32.547 21.092 2001 85.551 25.507 60.044 79.322 24.122 55.200 6.229 1.385 4.844 47.794 44.468 3.326 38.820 19.852

* korrigierte Zahlen zum Jahresbericht 1999/2000

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Kopierservice Erhaltene Bestellungen Positiv erledigt

1999 24.918 21.703

2000 18.431 16.536

2001 16.887 13.347

Subito Erhaltene Bestellungen Positiv erledigt

1999 7.246 5.121

2000 8.309 6.122

2001 12.411 9.221

Nehmende Fernleihe Abgesandte Bestellungen Davon Positiv erledigt

1999 6.457 4.279

2000 5.425 4.274

2001 4.030 2.984

Bestände der Allgemeinen Lesesäle Haus Unter den Linden ALS I (HA 2-10) Eingearbeitete Bände Ausgeschiedene Bände Gesamtbestand – Bände – Mikroformen/Werke – CD-ROM/Werke – Auslage-Zeitschriften – Loseblattwerke ALS II (HA 12-17) Eingearbeitete Bände Ausgeschiedene Bände Gesamtbestand Bände Auslage-Zeitschriften
* korrigierte Zahlen zum Jahresbericht 1999/2000

1999 2.211 242 32.641 42.094/58 26/23 212 13 277 83 7.864 46

2000 *3.081 156 35.566 42.663/58 42/23 233 13 *155 8 *8.011 42

2001 1.938 361 37.143 47.593/64 28/27 239 13 627 421 8.217 44

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Haus Potsdamer Str. Allgemeiner Lesesaal (HB 2-17) Eingearbeitete Bände Eingearb. Mikroformen/Werke Eingearbeitete CD-ROM Eingearbeitete Disketten Ausgeschiedene Bände Ausgesch. Mikroformen/Werke Ausgeschiedene CD-ROM Ausgeschiedene Disketten Gesamtbestand Bände Mikroformen/Werke CD-ROM Diskette Ausgelegte Zeitschriften Loseblattwerke 90.225 17.252/154 196/110 78 2.253 906 *90.021 17.938/*166 140/96 77 2.214 926 87.469 18.179/167 209/149 77 2.211 909 1999 7.582 248/28 227 15 6.742 57/4 134 10 2000 *7.268 686/12 268 15 7.472 0/0 324 16 2001 7.634 605/7 165 1 10.186 364/6 96 1

Bibliographischer Apparat (HB 1) Eingearbeitete Bände Eingearb. Mikroformen (Werke) Eingearbeitete CD-ROM Eingearbeitete Disketten Ausgeschiedene Bände Ausgesch. Mikroformen (Werke) Gesamtbestand Bände Mikroformen (Werke) CD-ROM (Werke)

1999 1.809 82

2000 1.729 82 24 15

2001 1.405 46 15 0 1.196 42 70.785 1.489 137

971 56 70.339 1.470 98

1.492 67 *70.576 1.485 122

* Korrigierte Zahlen zum Zweijahresbericht 1999/2000

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ABT. ÜBERREGIONALE BIBLIOGRAPHISCHE DIENSTE (II E)
Abteilungsleiter: Stellvertreter: Dr. Hartmut Walravens Günter Franzmeier (bis Jan. 2001), Sigrun Putjenter (ab Feb. 2001)

Zeitschriftendatenbank (ZDB) ZDB Neuaufnahmen/Überarbeitungen Korrekturen Titel (insgesamt) Bestandsnachweise (insgesamt) 1992* 16.700 180.922 995.225 4.645.000 2000 17.616 130.583 1.000.000 5.500.000 2001 28.000 148.765 1.053.000 5.627.000

* Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum Jan.-Nov., da im Dez. der ZDB-Betrieb wegen der Migration ruhte.

Da sich die Anzahl der von den Verbundteilnehmern beantragten Korrekturen und Ergänzungen in Höhe des Vorjahresniveaus bewegte, war die Zentralredaktion Titel auch im Jahr 2001 mit diesen Aufgaben in einem solchen Maße ausgelastet, dass die ihr eigentlich zukommende zweite Hauptaufgabe, die Eingangskontrolle der Neuaufnahmen, erneut nicht wahrgenommen werden konnte. Im Bereich Titelaufnahme konnte die Einarbeitung der restlichen nicht-westeuropäischen Zeitschriften des Hauses Potsdamer Straße endgültig abgeschlossen werden. Anschließend wurde die Arbeit an den lediglich in Listenform vorliegenden noch nicht in der ZDB nachgewiesenen Altbestandssignaturen dieses Hauses aufgenommen. Gegen Ende des Jahres wurde sowohl diese als auch die Arbeit des DFG-Projekts „Einarbeiten der Zeitschriften des Hauses Unter den Linden“ durch die Einführung des PICA-Erwerbungsmoduls ACQ in der SBB vorübergehend erschwert, da hiermit ein Wechsel zur Primärerfassung von Bestandsangaben im GBV statt in der ZDB verbunden ist. Außerdem wurden wie in den Vorjahren die Titel und Bestände kleinerer Bibliotheken, der sog. Indirektmelder, ohne Förderung von außen in die ZDB eingebracht. Sehr erfreulich ist in diesem Zusammenhang auch das Zustandekommen eines gemeinsamen Projekts mit der Max-Planck-Gesellschaft, deren Bibliotheken zukünftig ihre fortlaufenden Sammelwerke in der ZDB nachweisen sollen. Seit Ende des Jahres 2001 werden dazu die Bestands- und ggf. auch neue Titeldaten in der Abteilung eingegeben. Insgesamt sind in diesem Zuge ca. 16.000 Lokaldaten in die ZDB einzubringen. Darüber hinaus wurde die Arbeit mit den Kooperationspartnern in Riga und Vilnius fortgesetzt. Im Bereich des Zeitungsnachweises sind zum einen die nunmehr in 3. Auflage bei Saur erschienenen Bände „Internationale Zeitungsbestände in Deutschen Bibliotheken“ zu erwähnen. Außerdem wurde im Laufe des Jahres eine durch die Initiative der IFLA ausgelöste Umfrage zum Standortnachweis von Zeitungen in Bibliotheken, Archiven, Dokumentationsstellen, Museen und Zeitungsverlagen durch-

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geführt. Die Ergebnisse, die auch Angaben zu Mengen und Aspekten der Sammlungen enthalten, wurden in eine eigens erstellte Datenbank eingegeben und stehen der Öffentlichkeit nun über die Website der ZDB zur Recherche zur Verfügung: http://daten.zeitschriftendatenbank.de/projekte/zeitungstopographie/allgemein.html. Gemeinsam wurde von den drei mit der Katalogisierung befassten Sachgebieten außerdem wieder die Aufgabe der Erteilung von Schulungen wahrgenommen. Das Referat Systembetreuung war neben der Systemanalyse und datentechnischen Arbeiten im Zusammenhang mit den Datendiensten zwischen der ZDB und den Verbünden vor allem auch mit Aufgaben beschäftigt, die den Endnutzern der ZDB zukünftig einen Mehrwert bieten sollen. Dazu gehört sowohl die Integration von Informationen aus Aggregatordatenbanken als auch die Sondierung der technischen Grundlage für einen endnutzerorientierten Ausbau des ZDB-OPAC mit der Recherchemöglichkeit in Artikeldatenbanken und dem Angebot einer Bestellfunktionalität. Die Weichen für eine solche Weiterentwicklung hatte das Steuerungsgremium für Normdateien in seiner 58. Sitzung gleich zu Beginn des Jahres gestellt. Ein weiteres Arbeitsgebiet bestand im Bereich der Normierung von Bestandsangaben. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) gepflegt. Den Katalogisierern, die in beiden Datenbanken arbeiten, konnte ein Skript bereitgestellt werden, mit dem aus der präziseren Titelaufnahme für die ZDB halbautomatisch eine weitere, kürzere Aufnahme für die EZB erstellt werden kann. Zudem erforderte auch die Weiterentwicklung der CD-ROMAusgabe der ZDB, die seit 2000 bei Saur erscheint, noch einiges an Arbeit. Der ZDB-OPAC, der gemeinsam mit Der Deutschen Bibliothek (technische Betreuung) betrieben wird, konnte weiter optimiert werden. Er steht rund um die Uhr für Recherchen zur Verfügung und wurde im Berichtszeitraum durchschnittlich 36.000 mal pro Tag aufgerufen. Die ebenfalls zu diesem Referat gehörende Hotline der ZDB erfreute sich regen Zuspruchs. Die Bedeutung einer solchen Mittlerstelle zwischen Benutzern bzw. Teilnehmern und der ZDB bzw. SBB bestätigte sich damit erneut. Ebenso wurde die Sigelstelle stark frequentiert. Als besonders erfreulich sowohl für die Endnutzer als auch das Fachpublikum ist hervorzuheben, dass seit diesem Jahr auch über den Web-OPAC der ZDB eine, wenn auch bislang eingeschränkte, Sigelsuche möglich ist. Obendrein wurde ein neues Sigelverzeichnis erarbeitet, das nun erstmals im Verlag Saur erschien. Die Informationsversorgung des Fachpublikums erfolgte weiterhin erfolgreich über den Newsletter der Abteilung, II E aktuell. Vor allem für die schnelle gezielte Weiterleitung von Mitteilungen an die ZDB-Teilnehmer hat sich die offene Mailingliste ZDB-INFO bewährt, deren Nutzerkreis sich inzwischen auf 550 Subskribenden, auch aus den Benutzungsabteilungen verschiedener Bibliotheken, vergrößert hat. Für die allgemeine Verbreitung von Informationen, die für einen größeren bibliothekarischen Fachkreis von Interesse sein könnten, wurde die Mailingliste INETBIB genutzt. Außerdem stellten auch die Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Datenbankteilnehmer im September sowie das ZDB-Anwendertreffen und der ZDB-Stand auf dem Bibliothekartag in Bielefeld wieder sehr gute Gelegenheiten zum Austausch mit den Fachkollegen dar. Zu letzterem Anlaß wurde auch die ZDB-Informationsbroschüre gründlich überarbeitet und im April 2001 neu herausgegeben. Öffentlichkeitsarbeit und Informationsvermittlung betreibt die ZDB seit dem Herbst

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außerdem über eine neu gestaltete und inhaltlich stark überarbeitete Website (www.zeitschriftendatenbank.de). Übrigens ist auch das Logo der ZDB im Jahr 2001 neu hinzugekommen. Neben dem grundsätzlichen Engagement für die deutsche Zeitschriften-Interessengruppe, „Forum Zeitschriften“ (GeSIG, German Serials Interest Group), setzte sich die Abteilung erfolgreich für die Gründung einer speziellen Arbeitsgruppe „AG Zeitungen“ ein. Damit wurde endlich ein Gremium sowohl für Fachleute aus Archiven und Bibliotheken als auch von Zeitungsverlagen und -archiven geschaffen, in dem ein interdisziplinärer Austausch über das in Deutschland bislang weitgehend vernachlässigte Thema „Zeitungen“ stattfinden kann. Darüber hinaus war die Abteilung in folgenden Gremien vertreten: – AG Verbund • Arbeitsgruppe verbundübergreifende Fernleihe • Arbeitsgruppe Normierung von Bestandsangaben • Expertengruppe Formalerschließung • Expertengruppe Gemeinsame Körperschaftsdatei • Zeitweilige Expertengruppe Elektronische Ressourcen • MAB-Ausschuss • Konferenz der Zentralkataloge • Kommission für Bibliothekstantieme (beratend für den DBV) • Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung (ABDOS) • DIN-Ausschuß NABD / Arbeitsausschuß 10 (Länderzeichen) • Maintenance Agency for ISO 366-2 (Country subdivision code) / Experts • ISO/TC46/SC9 (Identification and description of information resources) • IFLA Section on Serial Publications • IFLA Round Table on Newspapers • ISSN Directors Meetings • IAML (International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres) Gemeinsame Körperschaftsdatei (GKD) GKD Neuaufnahmen Korrekturen Aufnahmen (insgesamt) 1999 43.000 52.000 778.000 2000 23.574 10.000 802.524 2001 87.941 36.033 890.465

Die GKD ist seit der Migration zum Jahreswechsel 1999/2000 online verfügbar. Außerdem stehen die Daten weiterhin als Teil der Normdaten-CD-ROM Der Deutschen Bibliothek zur Verfügung.

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Auch im Jahr 2001 wurden die Folgen der Migration noch nicht vollständig überwunden. Nachdem im Dezember 1999 der Betrieb umstellungsbedingt vollständig ruhte, nahmen im Laufe des Jahres 2000 die Bibliotheksverbünde erst allmählich wieder die Offline-Lieferung großer Datenmengen auf, und selbst im Jahr 2001 war es noch nicht allen Verbünden möglich, regelmäßig Daten zu liefern. Die speziellen Modalitäten bedürfen in einem Fall noch der abschließenden Problembeseitigung, haben einstweilen aber ein erhebliches Maß an Mehrarbeit verursacht. Erfreulich, wenn auch ebenfalls nicht gänzlich unproblematisch, ist der Zuwachs, den die GKD aufgrund der Lieferung von 11.806 Sätzen österreichischer Altdaten erfahren hat. Damit hat die GKD für die österreichischen Kollegen wieder einen aktuellen Stand erreicht. Als vorteilhaft für die gesamte Körperschaftskatalogisierung kann die vollständige Überarbeitung der GKD-Informationen hervorgehoben werden. Diese stehen nunmehr als pdf-Dokument kostenlos und frei zugänglich auf der ZDB-Website unter http://www.zeitschriftendatenbank.de/gkd/infos.html zur Verfügung. Bei Bedarf werden sie nach Absprache mit den GKD-Partnern aktualisiert bzw. ergänzt und dann sowohl als Einzeldokument als auch im Rahmen einer überarbeiteten Gesamtfassung der GKD-Informationen im Internet angeboten. Während in den Vorjahren meist ein Treffen der GKD-Redaktionen, im Jahr 2000 auch unter Beteiligung der Verbünde, stattfand, einigte man sich im Berichtsjahr, dass aufgrund der weitgehenden personellen Übereinstimmung eine Sitzung der Expertengruppe GKD den Belangen ebenfalls dienlich sei. Die Expertengruppe GKD konstituierte sich in ihrer Sitzung am 20. 11. 2001 in Frankfurt/M. Vor allem für diese Sitzung, aber auch für die Sitzungen der Expertengruppe Formalerschließung, leistete die GKD-Redaktion erhebliche Vorarbeiten. ISBN Die neue (28.) Ausgabe des Publishers International ISBN Directory erschien in neuer Aufmachung, diesmal mit knapp 560.000 Eintragungen. Die ISBN-Jahrestagung fand unter lebhafter Beteiligung in Luxemburg statt. Zu den Hauptthemen gehörten die Behandlung elektronischer Publikation und die Novellierung des ISBN-Standards. ISO TC 46/SC 9 hat eine Arbeitsgruppe konstituiert, die im Februar 2002 ihre Arbeit unter Leitung von Michael Healy (London) aufnehmen wird. Grund für die Revision ist der enorm gestiegene Bedarf an ISBNs. SC 9 hat sich überdies bemüht, eine gemeinsame Antwort der SC9-Identifikatoren auf die MPEG-21-Ausschreibung zur Interoperabilität von Identifikatoren zustande zu bringen. Während die Vorleistungen der Arbeitsgruppe (unter Beteiligung von ISBN) ansehnlich waren, enttäuschte die Behandlung der Sache durch MPEG, so dass mangels weiterer Ressourcen von einer weiteren Verfolgung des Unternehmens Abstand genommen wurde. Erfreulich ist die Einrichtung einer ISBN-Agentur bei der Europäischen Kommission in Luxemburg, wodurch eine bessere Betreuung der EU-Organisationen gewährleistet wird. Es ist auch die Schaffung eines Publikationskatalogs der EU beabsichtigt, so daß ein Nachweis der verwendeten Nummern möglich ist; die Unesco, die ansonsten die internationalen Organisationen betreut, hat diese Möglichkeit nicht.

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Ein Fortbildungsseminar fand im April in Dushanbe statt; damit sind hoffentlich die weichen für einen Beitritt Tajikistans gestellt. Weitere Seminare waren für Azerbaijan, Palästina und Kosova geplant, haben sich aber auf grund der jeweiligen lokalen Situation verzögert. Die Arbeiten an einem neuen ISBN/ISMN-Datenverwaltungssystem wurden fortgesetzt; der Abschluß dieses schwierigen Unternehmens wird für das Frühjahr 2002 erwartet. ISMN Das ISMN-System hat 30 Agenturen. Positiv ist zu bewerten, dass es im Laufe des Jahres gelungen ist, einen hauptamtlichen Mitarbeiter zu gewinnen, wenn auch nur mit einem befristeten Teilzeitvertrag. Die Bemühungen, in den USA eine Agentur zu gründen, sind von Bowker wieder aufgenommen worden, nachdem sie durch die Veränderung der Firma zunächst aufgehalten worden waren. Australien und Griechenland haben die praktische Arbeit aufgenommen. Spanien und Polen sind als neue Mitglieder gewonnen. Die dritte Ausgabe des Internationalen Musikverlegerverzeichnisses erschien Ende Mai des Jahres. Darin sind knapp 12.000 Musikverleger aus aller Welt nachgewiesen. Das Internationale ISMN-Panel fand im April in Prag statt, auf Einladung der Nationalbibliothek; über die Ergebnisse berichtet ein Newsletter. Die nächste Tagung wird im Mai 2002 in Ankara stattfinden.

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ABTEILUNG BESTANDSPFLEGE UND REPROGRAPHIE (II F)
Abteilungsleiter: Dr. Hartmut Böhrenz Stellvertreter: Andreas Mälck

Allgemeines Die im Jahr 1999 vorgenommene Umstrukturierung der Abteilung ist mit dem im Berichtsjahr aktualisierten Geschäftsverteilungsplan ausdrücklich bestätigt worden. Innerhalb der Restaurierungswerkstatt wurden die Sachgebiete „Restaurierungsarbeiten“, „Außenvergabe von Restaurierungsarbeiten“ und „Befristete Sonderprojekte“ gebildet. Nach dem Ausscheiden des langjährigen Leiters der Restaurierungswerkstatt, Herrn Restaurator Ernst Bartelt, aus dem Berufsleben Ende August 2000, übernahm am 1. März 2001 die neu in den Dienst der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eingetretene Leiterin der Restaurierungswerkstatt, Frau Restauratorin Julia Bispinck B.A., ihren Aufgabenbereich. Wie auch in den vergangenen Jahren war die Abteilung 2001 in nahezu allen Bereichen mit großem Engagement an der Vorbereitung und Durchführung von Ausstellungen beteiligt. Dank großzügiger Zuwendungen Dritter konnte die mit dem Juli 2000 aufgenommene Restaurierung der tintenfraßgeschädigten Autographe von Johann Sebastian Bach am Zentrum für Bucherhaltung (ZFB) in Leipzig fortgesetzt werden. Zu den Hauptförderern gehörten die BASF AG, das Bundesverwaltungsamt, die Hermann Reemtsma-Stiftung, Montblanc International und das Packard Humanities Institute (USA). Auf dem vom Verein der Freunde der Staatsbibliothek eingerichteten Konto „Bach Patronat“ gingen zusätzlich zahlreiche größere und kleine Spenden ein, so u. a. die Einnahmen aus dem Benefizkonzert eines japanischen Jugendorchesters. Neben der am ZFB laufenden Restaurierung der Bach-Autographe wurde zusätzlich ab dem Frühjahr 2001 unter der Leitung von Professor Dr. Wolfgang Wächter die aus Eigenmitteln finanzierte Bach-Restaurierung durch Restauratorinnen der Staatsbibliothek im Haus Unter den Linden aufgenommen. Im laufenden Jahr sind vom Zentrum für Bucherhaltung 1.030 Blätter und von der Staatsbibliothek 460 Blätter restauriert worden. Damit konnten seit dem Jahr 2000 insgesamt 2.330 Blätter der Wissenschaft wieder zugänglich gemacht werden. Die Restaurierungskosten belaufen sich zur Zeit auf 1.943.618,37 DM. Durch die finanzielle Unterstützung der Kulturstiftung der Länder war die weitere Restaurierung der Ende des Zweiten Weltkrieges durch Feuer und Löschwasser schwer beschädigten hebräischen Bibel Ms or fol 1210/1211 aus dem 14. Jahrhundert, der sogenannten Erfurter Bibel, möglich. Die eingesetzte Methode zum Lösen der verklebten Pergamentblätter und das zeitaufwendige Verfahren zum Glätten der Seiten haben sich bewährt. Für die Ergänzung der Fehlstellen im Bereich der oberen Blattkanten wurde der international bekannte Schweizer Pergamentrestaurator Andrea Giovannini beratend herangezogen. In den Buchbindereien der Häuser Unter den Linden und Potsdamer Straße kam es zu einer Vereinheitlichung der Methoden bei der Reparatur historischer Druck-

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schriften des 16. bis 19. Jahrhunderts. Neben hochwertigen Einband- und Reparaturarbeiten am Bestand des Hauptmagazins traten buchbinderische Arbeiten für die Abteilung Historische Drucke, die Kartenabteilung und die Kinder- und Jugendbuchabteilung hinzu. Die zu leistenden Sonderarbeiten bezogen sich auf die buchbinderische Betreuung von Ausstellungen, die Durchsicht des Magazinbestandes auf vordringlich zu reparierende Druckschriften sowie auf das Separieren schimmelpilzbefallener Materialien, wobei unter Berücksichtigung der sensiblen Reaktionen innerhalb der Bibliothek auf dieses Phänomen auch zahlreiche nicht eindeutige Fälle der Gammabestrahlung zugeführt wurden. Einen breiten Raum nahm wiederum die Ausbildung der eigenen Buchbinderlehrlinge, die buchbinderische Ausbildung der Bibliotheksreferendare und der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste sowie die Betreuung von Schülerpraktikanten ein. Mit der Einführung der Benutzungsgebühren zugunsten der Bestandserhaltung war das Berichtsjahr das dritte Jahr in Folge, in dem nicht unerhebliche finanzielle Mittel für Aufträge an die freie Wirtschaft zur Verfügung standen. Da angesichts eines fehlenden elektronischen Lesesaalverwaltungssystems reparaturbedürftige Bestände für den geplanten Neubau eines allgemeinen Lesesaals im Haus Unter den Linden nicht angeliefert wurden, leitete die Abteilung zusätzliche bestandserhaltene Maßnahmen für die Abteilung Historische Drucke und für die Musikabteilung in die Wege. Im Zuge der Vergabe von Buchreparaturarbeiten an Stadtbuchbinder konnten weitere Werkstätten erfolgreich einbezogen werden. Insgesamt flossen der Einbandreparatur außer Haus nahezu 1 Million DM zu. Die für Sekundärmedien verausgabten Mittel waren mit etwa 250.000 DM weiterhin unverhältnismäßig hoch, zum großen Teil kamen sie Verfilmungsprojekten der Zeitungsabteilung zugute. Etwa 17.000 säurehaltige Bände des Hauptmagazins wurden in der Massenentsäuerungsanlage des Zentrums für Bucherhaltung in Leipzig behandelt. Im dritten Vertragsjahr des Rahmenvertrages zwischen dem Zentrum für Bucherhaltung und dem Bundesministerium des Innern verausgabte die Staatsbibliothek hierfür mehr als 560.000 DM. Darin sind sämtliche Leistungen wie Selektion im Hauptmagazin, Transport, chemische Behandlung und Qualitätskontrolle enthalten. Ende des Jahres 2001 begann der Umzug des zentralen Filmspeichers aus dem Bereich der Büchertürme des Hauses Unter den Linden in den Westhafenspeicher. Am neuen Standort steht für die Masterfilme ein klimatisierter Magazinraum mit abgeteiltem Büro zur Verfügung. Neu angeschaffte Mikrofilmschränke gewährleisten eine ordnungsgemäße Archivierung. Im Haus Unter den Linden profitierte das Referat Reprographie durch die laufenden Baumaßnahmen. Im Zuge der Instandsetzung der Heizungsstränge wurden das Fotoatelier und das Fotolabor neu hergerichtet. Die Diazo-Filmkopiergeräte konnten aus dem Erdgeschoß unter das Dach umgesetzt und mit einem Abzug für Ammoniakdämpfe versehen werden. Die Mikrofilmstelle erhielt nach einer zwischenzeitlich sehr beengten Unterbringung einen großzügigen Kameraraum und ein angemessenes Labor. Neben den laufenden Arbeiten der Foto- und Mikrofilmstelle für die Bibliotheksbenutzer sind die Beendigung der Schwarzweiß-Mikroverfilmung des umfangreichen Konvoluts der frühen handschriftlichen Kopien der Bach-Sammlung und die kurz vor dem Abschluß stehende Schwarzweiß-Mikroverfilmung der Georg Philipp

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Restaurierungswerkstatt
721 Bände Bände/Blätter Blätter unter Glas Stücke Komplettrestaurierung Blätter Blätter Blätter Teil- und Einbandrestaurierung, Zustandsprotokolle Komplettrestaurierung 2 63 13 24 12 241 71 485 411 195 40 87 282 45 8405 14906 – 58 – 2 234 93 4 1444 802 403 Komplett- und Teilrestaurierungen

1999

2000

2001

Bezeichnung

Bemerkung

Handschriften/ Druckschriften

Pergamenthandschriften

Turfanfragmente

Autographe, Briefe

Musikautographe

J. S. Bach-Autographe

Grafiken, Handzeichnungen

Landkarten

Statistiken

Ausstellungsobjekte

Einbandrestaurierungen 1.257 314 182 402 Kassetten, Mappen, Passepartouts Objekte – 160 Karten

17

–

–

Speisekartensammlung

Eigenleistungen der Werkstätten

Sonderarbeiten

Außenvergabe 220 – –

76

31

340

Aufbau einer historischen Papiersammlung

Ablösen alter Einbandpapiere

Telemann-Bestände besonders hervorzuheben. Aus dem drucktechnischen Bereich sollen die Festgabe für Dr. Günter Baron und die Publikation der Dienstprotokolle aus der Amtszeit Adolf von Harnacks an der Königlichen Bibliothek beispielhaft genannt werden.

1) Davon 16 Komplettrestaurierungen 3) Davon 4 Komplettrestaurierungen 5) Zentrum für Bucherhaltung (ZfB), Leipzig

2) Davon 29 Komplettrestaurierungen 4) Blätter der Erfurter Bibel 6) Davon 1.030 Blätter ZfB, 460 Blätter Staatsbibliothek zu Berlin

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Fremdvergabe von Druckschriften des allgemeinen Magazinbestandes (Einbandstelle) Bindeeinheiten/Objekte Erstmaliges Binden Einbandreparaturen Nachlaßkästen, Mappen usw. Buchpflege und Massenentsäuerung a) Massenentsäuerung b) Sterilisierung schimmelpilzbefallener Bestände c) Fetten von Ledereinbänden, Reinigen von Pergamenteinbänden d) Aufziehen von Landkarten Sekundärmedien (Verfilmung, Digitalisierung) Präge- und Aufdruckarbeiten u.a. 1999 6.738 7.931 1.424 24.421 1.060 1.485 325 1.161 458 2000 3.661 10.675 976 24.228 3.443 – – 1.139 352 2001 2.356 11.043 3.689 8.087 21.746 3.220 76 6.008 627

Aufgewandte Mittel für die Fremdvergabe von Druck- und Handschriften sowie Autographe Eigenmittel (DM)1 Fremdmittel (DM) Summe (DM) 1999 2.040.744 93.603 2.134.347 2000 3.053.683 1.029.822 4.082.505 2001 2.725.589 1.481.485 4.207.074

1 einschließlich Einnahmen aus allgemeinen Benutzungsgebühren

Fremdvergabe von Sonderbeständen (Abt. Historische Drucke und Sonderabteilungen) aus Eigenmitteln Abt. II C III A III B III C III E III F III H III K Summe1 Bezeichnung Historische Drucke Handschriftenabteilung Musikabteilung Kartenabteilung Orientabteilung Ostasienabteilung Zeitungsabteilung Kinder- und Jugendbuchabteilung 1999 54.000 68.500 63.000 80.000 10.000 13.000 12.000 25.000 325.500 Ausgaben in DM 2000 223.500 105.800 205.000 107.500 75.200 37.000 105.300 83.200 942.500

2001 275.000 202.000 320.000 147.500 – 35.845 29.500 110.000 1.119.845

1 Der Betrag ist in den ausgewiesenen Eigenmitteln der vorigen Tabelle enthalten

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Buchbinderei/Signaturenaufdruckstelle Einbandreparaturen/erstmaliges Binden Nachlaßkästen Buchpflege Prägearbeiten Erstellen und Aufkleben von Signaturenschildern mittels PC, Spezialschreibmaschine Klebearbeiten Sonstige Arbeiten (Magnetisierung, Entmagnetisierung, Stempeln, ...) Nebenarbeiten in Stunden (z.B. bei der Fremdvergabe und beim Auf- und Abbau von Ausstellungen)

1999 4.017 722 666 5.636

2000 3.780 268 236 17.868

2001 3.153 264 206 10.242

128.743 13.406 17.089

51.646 7.106 16.724

74.722 15.884 15.218

3.537

7.109

2.481

Haus Unter den Linden: Zusätzlich wurden im Rahmen der Außenvergabe am Altbestand im Jahr 1999 für 12.153 Bände, im Jahr 2000 für 15.455 Bände und im Jahr 2001 für 12.611 Bände die fachlichen Vorgaben für die Durchführung der Reparaturarbeiten festgelegt. In der Buchbinderei erfolgte im Jahr 2001 die Ausbildung von 2 Lehrlingen und 17 Praktikanten. Durch die Signaturenaufdruckstelle Haus Potsdamer Straße wurden im Jahr 1999 insgesamt 47.726 Bände, im Jahr 2000 insgesamt 56.131 Bände und im Jahr 2001 insgesamt 61.518 Bände des Neuzugangs einer Schlusskontrolle unterzogen. Mikrofilm-und Kopierstelle Reprographische Arbeiten gemäß Entgeltliste (Auftragsarbeiten) a) Direktkopien b) Mikrorollfilmaufnahmen c) Mikrorollfilmduplikate d) Mikrofiches (Original) e) Mikrofiches (Duplikate) f) Readerprints (Rückvergrößerungen) Sicherheitsverfilmungen, Projekte a) Direktkopien Großkopierer b) Mikrorollfilmaufnahmen – Farbe – Schwarz-weiß c) Mikrorollfilmduplikate d) Mikroficheaufnahmen e) Mikroficheduplikate 1999 787.210 315.151 167.438 226.393 7 3.602 74.619 180.428 51.000 863.439 2.759 70.801 41.600 2.519 11.749 2000 402.135 256.059 30.232 18.220 849 2.951 93.824 431.277 145.500 597.716 – 143.844 123.722 1.718 16.493 2001 317.240 69.218 33.956 107.880 90 6.866 99.230 381.839 161.510 494.578 – 137.178 79.895 1.981 1.275

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Fotostelle Aufnahmen Vergrößerungen

1999 10.899 8.049

2000 11.364 7.714

2001 17.746 8.563

Druckerei Druckaufträge a) Akzidenzen – Staatsbibliothek zu Berlin – Staatliche Museen zu Berlin b) Publikationen – Monographien einschließlich Ausstellungskataloge – Periodika-Ausgaben1 – Ausstellungs- und Veranstaltungsbegleitung2 Gesamtzahl der gedruckten Seiten davon Staatliche Museen zu Berlin

1999 562 326 195

2000 520 274 240

2001 393 225 143

10 23 26 6.966.972 2.233.000

8 28 33 8.443.877 2.103.000

8 24 14 4.947.239 1.933.500

1 z.B. Mitteilungen, sbb-intern, Akzessionslisten 2 Einladungskarten, Plakate, Faltblätter usw.

Öffentlichkeitsarbeit Führungen Restaurierungswerkstatt – Prof. Dr. H.-J. Hinrichsen mit Studenten, Musikwissenschaftliches Institut der Universität Zürich – Vorstand der Herrmann Reemstma-Stiftung, Hamburg – Mitarbeiter der Firma IBM (aus Anlaß einer Spende für das Bach Patronat) – Studenten der Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin – Abteilungsleiter der Kungliga Bibliothek, Stockholm – Berliner Runde zur Bestandserhaltung – Fachklasse Restaurierung der Universität Potsdam – Frau de Roy, Bibliothek des Louvre, Paris

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HANDSCHRIFTENABTEILUNG (III A)
Abteilungsleiter: Dr. Eef Overgaauw Stellvertreter: Dr. Peter Jörg Becker

Allgemeines Der Aufgabenbereich und die organisatorische Gliederung der Abteilung sind gegenüber den Vorjahren im Wesentlichen unverändert geblieben. Als neue und dauerhafte Aufgabe ist die redaktionelle Betreuung der Handschriftendatenbank („manuscripta-mediaevalia.de“) zu erwähnen. Unmittelbar nach dem Auslaufen der Projektförderung durch die DFG gelangte das Projekt in die Trägerschaft der Bayerischen Staatsbibliothek, des Bildarchivs Foto Marburg und der Staatsbibliothek zu Berlin. Am 1. März wurde die neue GW-Datenbank im Inkunabelrefererat in Betrieb genommen; ebenso am 1. März wurde das mit Mitteln der EU geförderte Projekt LEAF gestartet (s. u.). Der Personalstand hat sich erheblich geändert, insbesondere wegen des An- und Auslaufens von Projekten, die mit Mitteln der DFG und der EU durchgeführt werden. Besonders bei diesen Vorhaben wirkt sich negativ aus, dass aus dienstrechtlichen Gründen keine Werkverträge mehr abgeschlossen werden können. Die dazu zur Verfügung stehenden Fördermittel können bis auf weiteres nicht abgerufen werden. Um eine gründliche Sanierung und Reinigung des Dachbereichs durchzuführen, wurde der Handschriftenlesesaal im Sommer für drei Wochen geschlossen. Dabei wurden auch asbesthaltige Dichtungsmittel entfernt. Für auswärtige und bereits angemeldete Leser wurde eine Benutzung in den Diensträumen der Abteilung ermöglicht. Die Klimaanlage funktionierte nicht zufriedenstellend. Im Handschriftenlesesaal, im Objektschutzmagazin und in einigen Diensträumen war sowohl die Temperatur als auch die relative Luftfeuchtigkeit an manchen Tagen zu hoch. Für 2002 sind Arbeiten vorgesehen, durch die dieses Problem gelöst werden soll. Unter reger Beteiligung mehrerer Angehörigen der Abteilung und ehrenamtlicher Mitarbeiter wurden die Vorbereitungen der für Sommer 2003 geplante Ausstellung von deutschen mittelalterlichen Handschriften und Inkunabeln weitergeführt.

Bestand und Erwerbung Etatmittel (einschl. Drittmittel) in DM Handschriften, Nachlässe, Autographen, Inkunabeln, Einblattmaterialien HsLS (Kontingent bei der Erwerbungsabteilung) 1999 2000 2001

1.190.000 34.000

992.000 65.000

834.000 47.000

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Zuwachs/Bestand Handschriften Nachlässe Autographen Inkunabeln Einblattdrucke/Porträts Lesesaalbestand HsLS

Zuwachs 1999 25 8 317 3 8.321 993

Zuwachs 2000 37 18 283 9 834 712

Zuwachs 2001 27 15 249 12 7.867 844

Bestand 31.12.2001 18.305 744 240.182 4.372 487.455 ca. 34.200

Besondere Erwerbungen Nur eine mittelalterliche Handschrift konnte erworben werden, ein umfangreicher Codex mit „Der Heiligen Leben“ (Winter- und Sommerteil), der um die Mitte des 15. Jhs. in Süddeutschland, vermutlich in Bayern angefertigt worden ist. Bei einer Versteigerung in Berlin kaufte die Bibliothek das wegen seines Alters und der qualitätsvollen Aquarelle bedeutende illuminierte Stammbuch des in Cottbus gebürtigen Pharmaziestudenten Johann Kauel, welches 1620–25 in Hamburg, Augsburg, Cottbus und Berlin entstanden ist. Von erheblicher historischer Bedeutung ist ein Konvolut mit Briefen der preußischen Könige Friedrich II. und Friedrich Wilhelm II. an die Hofbuchdrucker Georg Jacob I + II Decker (Vater, 1732–1799, und Sohn, 1765–1819) und an deren Enkel bzw. Söhne aus den Jahren 1769–1821. Diese Briefe beziehen sich überwiegend auf die Erwerbung von Büchern durch die genannten Könige und auf den Druck einiger Werke Friedrichs II. Nicht weniger als 15 Nachlässe wurden erworben, 15 weitere wurden ergänzt. Die bedeutendste Erwerbung ist ein Restnachlass Theodor Mommsens, bestehend aus 127 Schriftstücken (meist Briefe) Mommsens an den Heidelberger Germanisten Zangemeister, der von den Nachfahren Zangemeisters gekauft wurde. Die Gegenbriefe Zangemeisters waren schon im Nachlass Mommsen vorhanden. Zu erwähnen sind ferner die Nachlässe und Teilnachlässe der Schauspielerin Antje Weisgerber (Briefwechsel mit Gustaf Gründgens), der Schriftsteller Heinz Knobloch und Friedrich Freksa, des Generaldirektors der Deutschen Staatsbibliothek Horst Kunze (aus Mitteln der Generaldirektion), des Altphilologen und Philosophen Rudolf Schottlaender, des Musikwissenschaftlers Erich von Hornbostel, von Marie Hauptmann, von Eckart Hauptmann, von Herbert Lenz und von Friedrich Justus Perels. Trotz der steigenden Preise, sowohl in den Auktionen als auch bei den Autographenhändlern, konnten in diesem Jahr 249, teilweise sehr bedeutende Autographe (154 Signaturen) gekauft werden. Drei Autographen wurden aus Mitteln der KaroliStiftung erworben. Kleinere Konvolute oder einzelne Autographe beziehen sich u. a. auf folgende Personen: Johann Erich Biester, Hans Blüher, Friedrich v. Bodenstedt, August Boeckh, Dietrich Bonhoeffer, Karl Bonhoeffer, Margret Boveri, Hans Delbrück, Otto Dibelius, Friedrich Drake, Ignaz v. Döllinger, Emil DuBois-Reymond, Adolf Erman, Leander van Ess, Gustav Freytag, Helmut Gollwitzer, Karl Grolmann, Gustaf Gründgens, Ernst Haeckel, Otto Hahn, Adolf v. Harnack, Eckart Hauptmann, Gerhart Haupt-

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mann, Margarete Hauptmann, Kurt Hiller, Johann Gottfried Herder, Julius Eduard Hitzig, E.T.A. Hoffmann, Christian Hofmann von Hofmannswaldau, Ricarda Huch, Alexander von Humboldt, Fanny Lewald-Stahr, Max Liebermann, Walther v. Molo, Theodor Mommsen, Gustav Nachtigal, Friedrich Nicolai, Jean Paul, Georg Heinrich Pertz, August v. Platen, Karl Preisendanz, Joseph Maria von Radowitz, Leopold von Ranke, Johannes Rau, Friedrich Rückert, Karl Friedrich Schinkel, Friedrich v. Schlegel, Ludwig Tieck, Ludwig Uhland, Karl Varnhagen v. Ense, Anton v. Werner, Max Wien und Friedrich Wilken. Die weitaus bedeutendste der insgesamt sechs neuerworbenen Inkunabeln enthält einen deutschsprachigen Bericht über die Krönung Maximilians von Habsburg, die am 9. April 1486 in Aachen stattfand. Dieses besonders seltene Buch entstand kurz nach der Krönung Maximilians in der Offizin des Anton Sorg in Augsburg. Neben den sechs durch Kauf erworbenen Inkunabeln kommen sechs weitere, die an Handschriften angebunden sind und vorher nicht erfasst wurden (vier an Ms. Magdeb. 266 und zwei an Ms. Magdeb. 269). Im Bereich der Einblattmaterialien konnte von Herrn Dr. Klaus Kirchner (Erlangen) seine sehr bedeutende Sammlung Feindflugblätter übernommen werden. Diese 8.337 Blätter stammen über wiegend aus dem Zweiten Weltkrieg. Während der letzten Jahrzehnte wurden aus Haushaltsmitteln ständig größere und kleinere Konvolute aus dieser Sammlung gekauft, weitere Konvolute kamen als Schenkungen von Herrn Dr. Kirchner in die Bibliothek. Dank eines großzügigen Zuschusses der DFG konnte nun die ganze Sammlung erworben wurden. Ein kleiner, noch verbleibender Teil wird im nächsten Jahr übernommen. Des Weiteren konnten 44 kulturhistorische Einblattdrucke erworben werden, darunter ein sehr seltener Einblattdruck über die Weltzeit (um 1680) und eine ebenso seltene Darstellung des Niemand (1615), mit einem Holzschnitt des Hans Weidlitz und mit Versen von Johannes Coler nach Ulrich von Hutten. Bemerkenswert sind auch ein Flugblatt des Romeyn de Hooghe gegen die katholisierende Politik Jakobs II. von England aus dem Jahr 1686 und ein bisher unbekanntes Plakat (1944) mit einer Hitlerkarikatur des sowjetischen Zeichners Viktor Deni. Für die Porträtsammlung wurden 44 Porträts erworben. 13 Exlibris kamen als Geschenk. Ca. 300 Theaterzettel wurden aus der Sammlung Herrmann (Abt. Historische Drucke) übernommen, fünf weitere Theaterzettel kamen mit dem Ankauf eines Gründgensporträts und als Geschenk zu den Beständen. Im November 2002 wurde die Sammlung Neujahrsgrüße von Frau Ursula Lang (Beelitz) besichtigt. Diese Sammlung umfasst 750 Neujahrsgrafiken von 200 Künstlern; sie wird Ende 2002 als Geschenk in den Besitz der Staatsbibliothek übergehen. Katalogisierung Im Verlag Harrassowitz erschien Ursula Winters erster Teilband des Katalogs der Manuscripta Magdeburgica. Frau Winter hat ihren Katalog als ehrenamtliche Mitarbeiterin der Staatsbibliothek fertiggestellt. Die Katalogisierung der Manuscripta Magdeburgica wird von Frau Dr. Winter (ehrenamtlich) und Herrn Kurt Heydeck weitergeführt. Der zweite Teilband kann voraussichtlich 2002 in Druck gehen. Die neuerworbenen Handschriften wurden für die Benutzung aufgearbeitet (teilweise in Kurzbeschreibungen) und bereitgestellt. Die Katalogisierung der Signatu-

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rengruppen Ms. lat. fol., Ms. lat. quart, Hdschr. und der Ms. theol. lat. oct. wurde weitergeführt. Die Vorbereitungen für die Ausstellung von deutschen Handschriften und Inkunabeln aus den eigenen Beständen und weiteren Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurden fortgesetzt durch die Erstellung von Objektbeschreibungen für den Ausstellungskatalog. Diese Präsentation wird Juni-September 2003 im Ausstellungsraum am Kulturform veranstaltet. Die wissenschaftliche Erschließung des sehr umfangreichen Briefnachlasses Mommsen wurde weitergeführt, die Grundkatalogisierung des Nachlasses Boveri wurde abgeschlossen und mit den Arbeiten am Register sowie die Ermittlung fehlender biographischer Daten wurde begonnen. Die Erschließung des sehr umfangreichen Nachlasses Gerhard Tag (Exlibris) wurde fortgesetzt; es konnten 1260 Korrespondenzpartner Gerhard Tags ermittelt und in einem vorläufigen Verzeichnis festgehalten werden. In ähnlicher Weise wurde die Graphiksammlung Tags abschließend geordnet; bis jetzt wurden 2000 Künstler ermittelt und in einem vorläufigen Verzeichnis erfasst. Durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Abteilung wurden weiterhin die Nachlässe Arnswaldt, Swarzenski und Fabri katalogisiert. Die Erschließung des Nachlass Jean Paul wurde mit Mitteln der DFG weitergeführt. Der erste Teilband des Katalogs wurde druckfertig beim Verlag Harrassowitz abgeliefert. Dieser Band wird 2002 erscheinen. Für den zweiten Teilband wurden weitere Faszikel erschlossen. Für die große Jean-Paul-Ausstellung in Zürich wurde ein erhebliches Maß an Zuarbeit geleistet. Mit Unterstützung von Mitarbeitern der EDV-Abteilung der Bibliothek wurde der Versuch unternommen, die Beschreibungen im Katalog der überwiegend in Krakau aufbewahrten Sammlung Autographa in eine Allegro-Datei zu konvertieren, um dadurch die Suchmöglichkeiten zu verbessern. Da das Ergebnis hinter den Erwartungen zurückblieb, wurde entschieden, diese Beschreibungen als Volltextdatei auf einer CD-ROM zu speichern. Die Einleitung zum Katalog, zusammen mit verschiedenen Anhängen und einer Liste der Verfasser und Adressaten, wird gedruckt. Die CD-ROM mit den Beschreibungen wird dem Katalog beigegeben. Sein Erscheinen ist für 2002 vorgesehen. Die neuerworbenen Autographen wurden wie üblich akzessioniert und durch Angehörige der Abteilung katalogisiert. Auch die Abteilung ,Varia‘ aus der Sammlung ,Autographa‘ wurde erstmals systematisch erfaßt. Die Retrokatalogisierung der Bestände und die Retrokonversion der Kataloge der Porträtsammlung wurde fortgesetzt. Vom 1. 7.–31.12. wurden 819 Porträts und 450 Stammsätze neu in der Datenbank expo erfasst. Dabei handelt es sich vor allem um Juristenporträts aus der Sammlung Hansen, die in Kurzaufnahmen nach dem Katalog erfasst wurden. Hinzu kommt die Katalogisierung von 30 Porträts aus den unkatalogisierten Beständen der Porträtsammlung, die damit der Benutzung zugänglich gemacht werden. Dadurch konnten einige Kriegsverluste ausgeglichen werden. Mit der Aufstellung einer Sammlung der Fotoagentur Atlantis wurden 3000 Porträts von Personen des öffentlichen Lebens aus der Zeit zwischen 1927–1939, die bisher noch nicht in die allgemeine Sammlung eingearbeitet waren, wieder der Benutzung zugänglich gemacht.

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Die Ordnung von 236 Glasplatten und Negativen (A-I) in der Glasplattensammlung Bibliotheksangehörige wurde durchgeführt. 176 Dargestellte wurden neu und vollständig katalogisiert. Von den aus dem Haus Unter den Linden übernommenen Theaterzetteln wurde eine provisorische Verzeichnung nach den Theatern angelegt. Um die Arbeit an die Datenbank expo zu optimieren, wurde diese auf die Windows-Version A 99 umgestellt und weiter an die Erfordernisse einer schnellen und effektiven Erfassung der Bestände (u.a. Kurztitelerfassung) angepaßt. Die für die Einblattmaterialien verwandte Datenbank wird inzwischen in der Kinderbuchabteilung für die Aufnahme der Bilderbogensammlung angewendet. Im Zentrum für Handschriftenkatalogisierung wurde die bereits 1974 in der Deutschen Staatsbibliothek angefangene und nach der Vereinigung der beiden Berliner Staatsbibliotheken 1992 wieder aufgenommene Katalogisierung der mittelalterlichen Handschriften der UB Rostock mit dem Erscheinen des umfangreichen Katalogs endgültig abgeschlossen. Die Erschließung der Handschriften aus dem Kloster Eberhardsklausen in der StB Trier wurde fortgesetzt, mußte jedoch auch in diesem Jahr krankheitsbedingt wiederholt unterbrochen werden. Sie wird von dem Bearbeiter ehrenamtlich fortgesetzt. Die Katalogisierung der theologischen lateinischen Handschriften in Oktav (Mss. theol. lat. oct.) aus den eigenen Bestand wurde weitergeführt. Nach Ablauf des Arbeitsvertrages wurde das Rohmanuskript für den ersten Teilband fertiggestellt, Einleitung und Register werden von der Verfasserin ehrenamtlich erstellt. Die Katalogisierung der mittelalterlichen Handschriften der ULB Düsseldorf wurde zügig und erfolgreich weitergeführt. Am 1. Dezember wurde mit der Inventarisierung der mittelalterlichen Handschriften der UB Greifswald und der Bibliothek des Geistlichen Ministeriums in Greifswald begonnen. In diesem Projekt, das sich nach den Vorgaben der „Neuen Konzepte für die Erschließung von Handschriften“ der DFG richtet, werden die Beschreibungen in die Datenbank „manuscripta-mediaevalia.de“ eingegeben und über diese Datenbank bereitgestellt. Die Arbeiten an der Handschriftendatenbank wurden kontinuierlich fortgesetzt. Die Normdatei der literarischen Werke wurde auf etwa 10.000 Datensätze ausgebaut. Der Bestand an normalisierten deutschsprachigen Initien wuchs auf über 40.000 Stück. In Ergänzung der entsprechenden Gesamtindex-Einträge wurden die Kreuzund Initienregister vier weiterer Kataloge in den Datenbestand integriert. Aus den Sachschlagwörtern des Gesamtindex wurde im Abgleich mit der SWD der Ausbau eines hierarchischen Thesaurus der Sacherschließung begonnen. Das Internet-Angebot, das nun unter dem Namen „Manuscripta mediaevalia“ auf http://www.manuscripta-mediaevalia.de verfügbar ist, wurde strukturell und hinsichtlich des Layouts überarbeitet. Neben einer neu gestalteten Datenbankabfrage stehen nun die meisten der 175 erfassten Kataloge als blätterbare digitale Bilder im Netz zur Verfügung. Auf dem Bielefelder Bibliothekartag wurde das Projekt am Stand der Staatsbibliothek präsentiert. Mit dem 1. November 2001 endete in Berlin die Projektphase und begann die Arbeit der Zentralredaktion, für die eine unbefristete Stelle eingerichtet wurde. Im Bereich der Zentralkartei der Autographen konnte, nachdem die DFG im Dezember 2000 das Projekt Kalliope bewilligt hatte, im April nach der Unterzeich-

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nung des Vertrages mit der Firma aStec die Arbeit aufgenommen werden. Die Vorbereitungen der in BIS erfaßten Daten aus der ZKA sowie der Ausbau des gekauften Systems zur offenen Verbundssoftware wurden in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen. Seit September konnten wieder Daten aus der ZKA erfaßt werden. Mit der Online-Integration der Normdaten der PND wurde das System im November voll funktionsfähig. Als erster externer Partner beteiligt sich seit Dezember 2001 die Europauniversität Viadrina (Frankfurt/Oder) mit der Erschließung des Vorlasses von Karl Dedecius an Kalliope. Im Januar wurde das EU-Projekt MALVINE (Manuscripts and letters via integrated networks in Europe) erfolgreich beendet. Alle Partner waren sich einig, das Projekt als europäisches Konsortium MALVINE fortzuführen und so bald wie möglich neue Partner zu gewinnen. Der Rechner betrieb von MALVINE wurde im Sommer von der Firma Joanneum Research (Graz) an die Staatsbibliothek übergeben. Bis zum Jahresende konnte die Wiederinbetriebnahme mit verbesserten Funktionalitäten noch nicht erfolgen: der Wartungsvertrag mit Joanneum Research sowie der Konsortialvertrag wurden noch nicht unterzeichnet. Im März wurde das EU-Projekt LEAF (Linking and Exploring Authority Files) unter der Federführung der Staatsbibliothek begonnen. LEAF ist auf 3 Jahre angelegt und hat im wesentlichen folgen de Ziele: 1. Existierende Normdateien und Körperschaften sollen innerhalb eines elektronischen Systems (LEAF-System) allgemein zur Verfügung gestellt werden. 2. Solche Normdatensätze, die eine bestimmte Person oder Körperschaft beschreiben, sollen automatisch, im Ausnahmefall auch manuell, miteinander verknüpft und dem Benutzer als ,aggregierte‘ Datensätze präsentiert werden. 3. Die existierenden Normdateien sollen zielgerichtet qualitativ verbessert werden durch – die Möglichkeit, lokale Datensätze mit Hilfe von Normdateien anderer Länder oder Institutionen zu erstellen bzw. anzureichern; – ,Annotationen‘, die von registrierten Benutzern jedem Datensatz angehängt werden und von den verantwortlichen Bibliothekaren verarbeitet werden können; – den Aufbau einer Zentralen Europäischen Namens-Normdatei, die sich aus von Benutzern erfragten Datensätzen aufbaut 4. Die im Leaf-System vorhandenen Normdatensätze sollen für andere elektronische Suchdienste während der Projektdauer (konkret: MALVINE) nutzbar gemacht werden und somit zuverlässige und zielgerichtete Suchen ermöglichen. Nach dem erfolgreichen Kick-Off-Treffen in Madrid (3.–7. März) wurde die Arbeit aufgenommen. Aus den bereitgestellten EU-Mitteln konnten zwei Mitarbeiter eingestellt werden. Nach den in der ersten Projektphase anfallenden Arbeiten wie die Erhebung der Dateninhalte und -strukturen sowie einer gut beantworteten Benutzerumfrage wurde das LEAF-Modell im Konsortium lebhaft diskutiert. Das große Interesse von Institutionen aus aller Welt an dem Projektziel stimuliert die Arbeit immer stärker. Präsentationen des Projekts bei verschiedenen Gelegenheiten zeigen, wie sehr das Projekt dem Desiderat, in der Informationsvermittlung im Kulturbereich bessere Strukturen bereit zustellen, entspricht. Am 1. Mai wurde die neue Datenbank des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke, die durch die Firma Sema (Köln) aus Mitteln der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

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erstellt wurde, der Staatsbibliothek übergeben. Die Daten in der bisherigen Datenbank wurden in die neue Datenbank transportiert. Zum Zeitpunkt der Übergabe funktionierte die neue Datenbank noch nicht einwandfrei. Auch bei der Eingabe neuer Daten durch die Mitarbeiter des Inkunabelreferats ergaben sich verschiedene Fehler und Probleme, besonders bei der Speicherung der Daten. Dank der Vermittlung eines Mitarbeiters der Abteilung Informationstechnik konnten verschiedene Probleme gelöst werden. Weitere Verbesserungen sind jedoch erforderlich. Während der Bibliothekartags in Bielefeld wurde die Datenbank der Öffentlichkeit vorgestellt. Bestandserhaltung Die Leiterin der Restaurierungswerkstatt der Staatsbibliothek vermittelte die Restaurierung von 16 Handschriften, darunter einige wertvolle mittelalterliche Codices sowie 14 Inkunabeln, in privaten Werkstätten Baden-Württembergs. Das Ergebnis dieser Restaurierungen war in jeder Hinsicht befriedigend. Acht weitere Inkunabeln wurden in der Werkstatt der Staatsbibliothek restauriert. Die Digitalisierung des umfangreichen Archivs des Aufbau-Verlags wurde vorbereitet. Vom Inhalt einiger Mappen wurden durch die Firma Mikro-Univers Probedigitalisate erstellt und beurteilt. Über das weitere Verfahren wurden verschiedene Gespräche mit Vertretern der Firmen Mikro-Univers und Hofmeyer sowie des Bundesverwaltungsamts geführt. Die systematische Umbettung der Porträtsammlung und der Sammlung Kulturhistorische Einblattdrucke wurde in der Werkstatt der Firma Zeman weitergeführt (446 Porträts in 121 Mappen), die Restaurierung von 164 Mappen mit Kulturhistorischen Einblattdrucken wurde mit der Abteilung für Bestandserhaltung besprochen und für die Restaurierung vorbereitet. Ausgewählte, besonders restaurierungsbedürftige Theaterzettel wurden in NOMI-Boxen der Firma Klug Conservation umgebettet. Die Sammlung Hansen wurde abschließend in neue Mappen und Kästen geordnet. Insgesamt wurden 168 kleine Kästen mit 6.700 Porträtmappen und 186 große Kästen mit 7.400 Mappen angelegt. Unter reger Beteiligung mehrerer Angehöriger der Abteilung, wurde ein Digitalisierungskonzept erstellt. Es bildet die Grundlage für die Stellungnahme der Handschriftenabteilung bei der Entwicklung eines Digitalisierungskonzepts der ganzen Bibliothek. Benutzung/Information Benutzung Zahl der Benutzer Benutzte Materialien Schriftliche Anfragen Fotoaufträge Vermittelte Nachweise aus der ZKA 1999 7.280 17.732 2.941 932 22.811 2000 7.288 18.400* 2.623 879 17.794 2001 5.933 13.773 2.620 635 16.392

* Zusätzlich zur Magazinaushebung wurden von den Magazinern 1948 (1999) bzw. 1.277 (2000) HsLS-Bände aus Räumen ausgehoben, die für Benutzer nicht zugänglich sind.

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Die Organisation des Betriebsablaufs im Handschriftenlesesaal und die Voranmeldung der Leser verlief wie üblich. Die Einarbeitung des Lesesaalbestandes aus Haus 1 in die Systematik des Katalogs des Handschriftenlesesaals wurde weitergeführt. Die Lesesaalsystematik wurde an einigen Stellen verbessert.

Öffentlichkeitsarbeit Im Berichtsjahr haben Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Abteilung insgesamt 20 Führungen (1999: 32; 2000: 25) durchgeführt, u.a. über Handschriften der Divina Commedia für Studenten der Italianistik an der Freien Universität Berlin. Im Inkunabelreferat wurden Führungen und Inkunabelpräsentationen für amerikanische Studenten im Junior Year, für Mitglieder der Friedrich-Spee-Akademie, für italienische Studenten der Bibliothekswissenschaft, für Bibliothekswissenschaftler der Humboldt-Universität, für Historiker derselben Universität und für die Deutsche Gesellschaft für Information durchgeführt. Darüber hinaus wurden verschiedene Hausführungen gegeben. Die Handschriftenabteilung hat im Jahre 2001 folgende Ausstellungen gezeigt: Am 19. Februar 2001 fand, unter reger Beteiligung von Presse und Wissenschaft, eine Präsentation des im Jahre 2000 erworbenen Hegel-Tagebuchs statt. Prof. Dr. Walter Jaeschke und der Abteilungsleiter hielten Vorträge; eine kleine Ausstellung von Hegel-Handschriften wurde gezeigt. Anläßlich eines Besuches des Rowfant-Club, einer Gesellschaft amerikanischer Bibliophiler, in der Staatsbibliothek zu Berlin präsentierte die Abteilung am 25. und 26. April 2001 eine Auswahl aus ihren mittelalterlichen Handschriften und Inkunabeln. Am 9. Oktober 2001 fand im Lessing-Saal eine Veranstaltung zum 160. Todestag des Baumeisters und Malers Schinkel statt. Veranstalter waren die Staatsbibliothek zu Berlin und die Schinkelgesellschaft (Berlin/Neuruppin). In einer Ausstellung wurden Schinkel-Handschriften aus den Beständen der Handschriftenabteilung gezeigt. In einem Vortrag wurden diese Handschriften besprochen. Die anlässlich der Bundesgartenschau in Potsdam organisierte Ausstellung über den Gärtner und Schriftsteller Karl Foerster (1874–1970) wurde zunächst in Haus 1 der Bibliothek, anschließend auf der Freundschaftsinsel in Potsdam mit Kopien der Exponate wiederholt. Die Handschriftenabteilung leistete eine bedeutende Zuarbeit. Insgesamt 57 Ausstellungen anderer Veranstalter wurden mit 278 Leihgaben beschickt, darunter folgende Präsentationen „El retorno de Humboldt“ (Bogota/ Quito), „Treasures from the world’s Libraries“ (Canberra), „Hel en Hemel“ (Groningen), „Preußen 1701“ (Berlin/Potsdam), „Abglanz des Himmels“ (Hildesheim), „Otto der Große“ (Magdeburg), „Spätmittelalter am Oberrhein“ (Karlsruhe), „Byzanz…“ (Paderborn); „Jean Paul“ Zürich). Im Rahmen der Projekten LEAF und Kalliope wurden Tagungen der Projektpartner veranstaltet: am 3.–7. März in Madrid, am 23.–24. August in Berlin, am 27.–28. September in Caen und 19.–20. November in Graz, jeweils unter der Leitung von Mitarbeitern der Staatsbibliothek.

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MUSIKABTEILUNG MIT MENDELSSOHN-ARCHIV (III B)
Abteilungsleiter: Stellvertreter: Dr. Helmut Hell Dr. Hans-Günter Klein

Erwerbung/Bestand Erwerbung in bibliogr. Einheiten Musikautographen und -abschriften Briefe Nachlässe Musikdrucke Textbücher Mikroformen vom eigenen Bestand Bildmaterialien Tonträger Zuwachs 1999 19 24 4 1.564 38 1.229 10 706 Zuwachs 2000 18 53 7 2.030 233 1.132 9 567 Zuwachs 2001 19 62 4 2.150 177 1.246 26 580 Bestand am 31.12.2001 66.373 78.465 427 445.092 14.366 33.955 7.830 42.434

Besondere Erwerbungen Die Mendelssohn-Sammlung wurde um das Partiturautograph der sechs vierstimmigen Lieder für gemischten Chor op. 48 von Felix Mendelssohn Bartholdy erweitert (entstanden 1839, im darauffolgenden Jahr bei Breitkopf & Härtel publiziert); es handelt sich um eine Stichvorlage, in welche noch Korrekturen eingetragen wurden. Über den Auktionshandel konnten umfangreiche Teile mit herausgehobener Korrespondenz an Georg Schünemann (1884–1945) dem seit längerem in der Abteilung befindlichen Nachlaß des Musikforschers und langjährigen Leiters der Musikabteilung in der Preußischen Staatsbibliothek hinzugefügt werden; die Briefe waren offenbar seinerzeit vor der Übergabe von Schünemanns Archiv an die Bibliothek durch die Familie abgesondert worden. Ferner konnte mit Förderung durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft der Nachlaß des in die USA emigrierten Komponisten Richard Mohaupt (1906–1957) erworben werden. Am 01.12. kehrte das nach dem Zweiten Weltkrieg im Gefolge der Kriegsauslagerungen aus Berlin in Kiew in der Ukraine verwahrte Musikarchiv der Sing-Akademie zu Berlin zurück und wurde von der Singakademie zu Berlin der Abteilung zur Depositalverwahrung übergeben (über 5.100 Signaturen, wertvolle handschriftliche Quellen insbesondere zu Johann Sebastian Bach und seiner Familie sowie zur Berliner Musikgeschichte des 18. und frühen 19. Jahrhunderts).

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Das Archiv der Singakademie kam 2001 aus der Ukraine zurück und wird in der Staatsbibliothek als Depositum verwahrt.

Etatmittel in DM Musikautographen und -abschriften Musikdrucke, Tonträger Summe Fachliteratur*
*

1999 397.000 125.000 522.000 44.000

2000 **460.000 140.000 600.000 45.000

2001 ***283.000 152.000 435.000 54.000

Kontingent bei der Erwerbungsabteilung (ohne Periodika, Fortsetzungen, Serien, Osteuropa) ** Mit Drittmitteln: DM 160.000 *** Mit Drittmitteln: DM 20.000

Katalogisierung Formale Erschließung (Neuaufnahmen/Veränderungen, Verweisungen) Musikdrucke, Bücher, Libretti Tonträger 1999 2000 2001

989/ 517 458/2.825

1.714/ 331 667/4.247

2.254/1.494 684/4.283

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Daneben wurde auch der Neuzugang an Handschriften und Briefen wie in den Vorjahren voll ständig katalogisiert. Die sachliche Erschließung der Drucke und Tonträger erfolgte parallel zur Formalerschließung. Als „Spätfolge“ des Zusammenzugs der Abteilung (1997) waren im Berichtsjahr noch 196 Buchumstellungen vom einen zum anderen Haus vorzunehmen und die Kataloge entsprechend zu bereinigen. In der Reihe der Konversationshefte Ludwig van Beethovens erschien Band 11.

Benutzung/Information 1999 Benutzer der Abteilung Ortsleihe/Lesesaal – Bestellungen – positiv erledigt Fernleihe – Bestellungen – positiv erledigt Reprovermittlung – Zahl der Aufträge – Zahl der bearbeiteten Objekte Umschnitte von Tonträgern Schriftliche Auskunft (Antworten) 15.382 56.042 48.936 2.811 1.669 1.638 4.467 6 2.727 2000 12.043 48.594 43.478 2.582 1.521 1.838 5.809 22 2.916 2001 13.361 47.072 42.580 2.450 1.444 1.730 4.991 7 3.101

Bestandserhaltung innerhalb der Abteilung Die Restaurierung der Werkautographen Johann Sebastian Bachs wurde kontinuierlich und zügig fortgesetzt. Aus dem Altbestand der Musikabschriften wurden zwölf Objekte restauriert. Mit Drittmitteln konnte im Rahmen eines Werkvertrags der Nachlaß von Robert Biberti, eines Mitglieds der Comedian Harmonists, konservatorisch behandelt werden (Einzelsignierung, Einlegen in moderne Umschläge und Schachteln). In der Microfiche-Reihe zu den Musikhandschriften wurde die Telemann-Sammlung in Angriff genommen, während des Berichtsjahrs konnten etwa zwei Drittel des Bestands abgearbeitet werden (in zwei Lieferungen erschienen). Aus dem Altbestand der Musikdrucke, insbesondere aus der “Deutschen Musiksammlung“ (DMS), wurden 5.255 Signaturen durch Außenvergabe in einen akzeptablen physischen Zustand gebracht (Einbanderneuerung, Reparaturen, ggf. auch Papierbehandlung). 205 Bände wurden gegen Schimmel behandelt. 401 Objekte wurden im Haus neu gebunden oder repariert. Bei 295 Bänden legten zusätzlich die Magaziner selbst Hand an. Der Neubestand schlug buchbinderisch für die Abteilung mit 1.613 Einheiten zu Buche.

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Öffentlichkeitsarbeit Ausstellungen eigene Ausstellungen Beteiligung an fremden Ausstellungen Leihgaben 1999 1 13 46 2000 3 13 78 2001 6 12 106

Veranstaltungen Das Autograph von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie wurde in das Memory of the World Register der Unesco aufgenommen. Das Haus präsentierte aus diesem Anlaß am 7./8. 12. die Partitur des Werks in einer Ausstellung im Lessing-Saal der Öffentlichkeit. Als Hintergrund erklangen dazu berühmte Einspielungen des Werks aus dem eigenen Tonträgerbestand. Seit Ende November ist der mehrere Jahre lang aus Raumnot für die Benutzerbedienung im Lesesaal des Hauses Potsdamer Straße „zweckentfremdete“ Mendelssohn-Ausstellungsraum wieder eingerichtet, zusammen mit der ersten der künftig wieder kontinuierlich vorgesehenen Dauerausstellungen zur Geschichte der Berliner Familie. Das Ereignis wurde im Rahmen eines Festakts der Bibliothek, der u. a. auch der Wiedereröffnung des Lesesaals im Haus Potsdamer Straße galt, gefeiert.

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KARTENABTEILUNG (III C)
Abteilungsleiter: Wolfgang Crom Stellvertreter: Dr. Klaus Lindner

Allgemeines Im Mittelpunkt des Jahres 2001 stand die Zusammenführung des alten Kartenbestandes im Haus Unter den Linden. Mit dieser Maßnahme war die Revision verbunden, die anhand des alten Bandkatalogs vorgenommen wurde. Ziel dieses Unterfangens ist die nun klare Gliederung des umfangreichen Kartenbestandes: Haus Unter den Linden verwaltet die historischen Bestände bis 1939, während im Haus Potsdamer Straße die modernen Karten und Kartenwerke ab 1940, die elektronische Kartographie sowie das kartographische Schrifttum bereitgestellt wird. Das für den Umzug der Karten notwendige Aussetzen des Benutzungsbetriebs wurde mit der Schließung des Hauptlesesaals im Haus Potsdamer Str. abgestimmt. Der Kartenlesesaal im Haus Unter den Linden mußte darüber hinaus für die umfangreichen Revisionsarbeiten und die ab Herbst laufenden bautechnischen Sanierungsmaßnahmen geschlossen bleiben. Wegen dieser weitreichenden und arbeitsintensiven Maßnahmen mußten die sonst üblichen Arbeiten stark zurückgefahren werden. Dies schlägt sich insbesondere in den Benutzungs-, aber auch Katalogisierungsstatistiken nieder. Zum Jahresende konnte mit den Vorbereitungen der Einführung des Erwerbungsmoduls ACQ begonnen werden, so dass die Kartenabteilung mit Beginn des Jahres 2002, mit Ausnahme der Lieferungswerke, das integrierte Bestell- und Katalogisierungsverfahren nutzen wird. Bestand Die von der Kartenabteilung verwalteten Bestände wuchsen im Berichtszeitraum auf annähernd 1.170.000 Einheiten, woran die Karten mit ca. 950.000 Blättern den größten Anteil haben, gefolgt von über 150.000 Bildansichten. 1999 Karten Atlanten Bildansichten Globen CD-/DVD-ROM Kartograph. Schrifttum Summe in BE 938.696 28.568 153.618 161 536 33.332 1.154.911 2000 946.477 28.825 153.661 164 648 33.595 1.163.370 2001 950.951 29.158 153.786 168 1.037 33.770 1.168.870

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Erwerbung Wie es aus der Tabelle der Bestandsentwicklung abzulesen ist, beinhaltete die Erwerbung des Jahres 2001 einige markante Aspekte, die wiederum ihren Niederschlag in der Erwerbungsstatistik finden. Einerseits wurden seit 6 Jahren wieder mehr Mittel für die Erwerbung antiquarischer Karten bereitgestellt, andererseits ist ein Einbruch bei der Erwerbung analoger Kartenblätter bei den Kartenwerken zu verzeichnen, während die Menge elektronischer Karten auf optischen Speichern stark angestiegen ist. Dieser Punkt spiegelt die veränderte Marktsituation wieder, da nun auch mehr und mehr Kartenwerke in digitaler Form angeboten werden. 1999 Ausgaben für Karten Ausgaben für Atlanten Ausgaben für Ansichten Ausgaben für Schrifttum Gesamtausgaben davon Antiquaria bzw. Neuerscheinungen 216.143 29.968 15.540 20.886 282.537 66.879 215.658 2000 243.687 45.939 41.157 35.723 366.506 100.726 265.780 2001 139.541 91.157 29.568 36.260 296.526 157.679 138.847

In der weiteren Aufschlüsselung der einzelnen Literaturformen auf die letzten vier Erwerbungsjahre zeigt sich in den meisten Fällen eine mittelfristig stabile Bestandsvermehrung; demgegenüber fallen die Zahlen für die topographischen Karten aus den oben erwähnten Gründen unter die Hälfte des Vorjahres ab. Durch den veränderten Mitteleinsatz, teils durch die Marktlage erzwungen, teils aber auch auf Grund fehlender Arbeitskapazität (wg. Umzug des Altbestands, Einführung von ACQ), sowie infolge des Etatrückgangs wurden gegenüber den Vorjahren deutlich weniger kartographische Materialien erworben.

1999 Topographische Karten – davon ausländische Thematische Karten Luftbilder u. -karten Seekarten Atlanten Bildansichten Globen CD-/DVD-ROM Kartograph. Schrifttum Summe BE 5.152 4.003 1.859 81 5 267 21 10 178 179 7.752

2000 6.347 4.913 1.235 34 165 257 43 3 112 263 8.459

2001 2.879 2.549 1.568 19 8 333 125 4 389 175 5.500

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Besondere Erwerbungen Leider konnte die geplante Fortsetzung der Erwerbung der russischen Generalstabskarte 1:50.000 wegen Lieferschwierigkeiten nicht verwirklicht werden. Dagegen konnten insbesondere für die Sammlung Deutscher Drucke weitere Stücke erworben werden, darunter ein taktiler Atlas (1879), ein astronomischer Atlas (1851) und ein Erdglobus (1827), womit ein Kriegsverlust ausgeglichen werden konnte. Das gleiche gilt für den vom Freundeskreis für Cartographica geschenkten Columbus-Großglobus (1935) mit seinem beachtlichen Umfang von 333 cm. Katalogisierung Der Umzug des Altkartenbestandes wirkte sich stark auf die Katalogisierungsleistung aus. Während die Mitarbeiter der Kartenabteilung im Haus Unter den Linden sich vordergründig der Zusammenführung und Revision des Altbestandes widmeten, führten die Mitarbeiter des Hauses Potsdamer Straße in diesem Zusammenhang die elektronische Erfassung des so genannten Altbestands im Neubestand durch. Eine geregelte Erfassung des Neuzugangs konnte damit nicht gewährleistet werden. Mit der Einführung des Erwerbungsmoduls ACQ zum Jahr 2002 wird sich der ständige personelle Engpass in der Katalogisierung hoffentlich entspannen. IKAR-Altkartendatenbank Nach erfolgter Migration der Datenbank und der damit verbundenen Nachbesserungen konnte im Berichtsjahr wieder eine geregelte Eingabe erfolgen. Für die nun gewonnenen neuen Teilnehmer an der Altkartendatenbank wurden von den Mitarbeitern der Kartenabteilung Schulungen durchgeführt. Die Zusammenführung des Altkartenbestandes ermöglichte die Gelegenheit für eine Dublettenkontrolle der bereits in der Datenbank enthaltenen Titel aus der Staatsbibliothek zu Berlin. Arbeitsergebnisse Titelsätze Lokalsätze Kartenblätter
* siehe Zweijahresbericht 1999/2000

1999 4.064 7.149 15.114

2000 keine Angaben* keine Angaben* keine Angaben*

2001 8.582 3.972 8.778

Handgezeichnete Karten Die von der DFG geförderte „Studie zur Frage der überregionalen Erfassung handgezeichneter kartographischer Darstellungen in deutschen Bibliotheken und Archiven“ konnte nach dem Aufbau einer Datenbank mit der Probeverzeichnung beginnen. Benutzung / Information Die Zusammenführung der Altkarten und die Sanierungsmaßnahmen in beiden Häusern bedingten eine längerfristige Schließung der Kartenlesesäle. Dennoch konnte dank des Einsatzes aller Mitarbeiter ein Notdienst eingerichtet werden, um dringliche Anfragen und eine unaufschiebbare Einsichtnahme in die Kartenbestände und die kartographische Literatur zu gewährleisten. Erfreulicherweise zeigten

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die Benutzer großes Verständnis für die stark eingeschränkte Benutzung und den reduzierten Informationsservice, da der Nutzen der Zusammenlegung und Revision als sehr hoch eingeschätzt wurde. Für die Zeit der Lesesaalschließung hatten sich die Kolleginnen und Kollegen der Kartensammlungen in Dresden, Göttingen, Halle/Saale, München und Stuttgart für die Umleitung von Benutzeranfragen bereit erklärt. Dafür sei ihnen an dieser Stelle nochmals ausdrücklich gedankt. Andererseits schlägt sich die mehrere Monate dauernde eingeschränkte Nutzung der Kartenbestände in der Statistik für das Kalenderjahr 2001 kaum nieder. 1999* Benutzer/Besucher** Karten Atlanten Ansichten Schrifttum Auskünfte, mdl./tel. Auskünfte, schriftl. 16.192 69.577 6.245 4.394 7.618 7.799 826 2000* 8.156 66.081 5.516 2.523 6.984 7.547 760 2001* 5.511 59.591 4.922 4.164 6.434 6.532 761

* Gesamtzahlen für beide Lesesäle der Kartenabteilung ** ab 2000 nur Benutzer

Bestandserhaltung Die sich seit einigen Jahren abzeichnende Tendenz der steigenden Ausgaben für Bestandserhaltung hat sich im Berichtsjahr 2001 fortgesetzt, auch wenn wiederum ein erheblicher Anteil für die gesplitteten Kosten der aufwändigen Restaurierung des Sanuto-Globus eingesetzt worden ist. Bestandsschutz in DM Globen Atlanten Karten Bücher Sonstiges Summe 1999 6.980 14.900 25.225 15.400 13.600 91.405 2000 45.000 28.000 22.600 20.360 8.700 131.860 2001 58.254 17.321 34.120 0 37.858 147.553

Bestandsschutz Objekte Globen Atlanten Karten Bücher

1999 3 11 448 380

2000 1 10 409 759

2001 1 8 363 0

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Die Restaurierung von Büchern, insbesondere aus dem Bestand der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, wurde aus anderen Mitteln bereitgestellt und wird deswegen nicht hier wirksam. Die Mehraufwendungen bei „Sonstiges“ beinhalten u.a. säurefreie Mappen oder Schutzkassetten für Atlanten, die im Zusammenhang mit der Bestandsverlagerung aufgetreten sind. Öffentlichkeitsarbeit Im Jahr 2001 war die Kartenabteilung mit zahlreichen Exponaten an vielen Ausstellungen zum Preußenjahr beteiligt, eine kleine Kabinettausstellung vor dem Lesesaal im Haus Potsdamer Straße hat sich ebenfalls diesem Thema zugewandt. An Besonderheiten wurde die Deutschlandkarte von Nikolaus Cusanus in Trier gezeigt und für die große Jahrhundertausstellung der Nationalbibliothek von Australien eine über 2,5 m lange Rheinlaufkarte verliehen. Ebenfalls nach Übersee wurden einige Karten zur Humboldt-Ausstellung in Kolumbien verfrachtet. Die bereits im Jahr 2000 in der Staatsbibliothek präsentierte Ausstellung „Berlin-Brandenburg im Kartenbild“ konnte nun in Potsdam wiederholt werden. Der Ausstellungskatalog ist inzwischen vollständig im Internet präsent (http://www.geog.fu-berlin.de/de/Karto/ 2bik/index.shtml). Das Herder-Institut Marburg zeigte in den Räumlichkeiten der Kartenabteilung im Haus Potsdamer Str. die Ausstellung „Das östliche Mitteleuropa im historischen Luftbild“. Die enge Verzahnung mit verschiedenen Arbeitskreisen zeigte sich u.a. in der Beherbergung der Tagungen für die Kommission Atlaskartographie der Deutschen Gesellschaft für Kartographie und des Arbeitskreises Fernerkundung. Die Kartenabteilung selbst war auf nationalen und internationalen Tagungen vertreten, darunter dem Deutschen Bibliothekartag in Bielefeld, der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kartographie in Berchtesgaden, dem Jahrestreffen der Kartenkuratoren in Salzburg, der International Conference on the History of Cartography in Madrid und dem Polnischen Kartographentag in Stettin.

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OSTEUROPA-ABTEILUNG (III D)
Abteilungsleiter: Dr. Walter Andreesen Stellvertreterin: Ulrike Meyer-Plieske, M. A. (ab 1.3.2001)

Allgemeines Mit Wirkung zum 1. 3. 2001 hat Frau Ulrike Meyer-Plieske die Stellvertretung des Abteilungsleiters übernommen. Frau Meyer-Plieske ist Finno-Ugristin, die vor der Wahrnehmung ihrer jetzigen Funktion bereits 1999/2000 ein vakantes Fachreferat vertreten hat. Auch die Leitung der Zeitschriften-Bearbeitung in der OsteuropaAbteilung wurde am 1. 7. 2001 neu besetzt. Die „New Contents Slavistics“ sind als gedruckte Inhaltsverzeichnisse slawistischer Zeitschriften 2001 letztmalig von der Osteuropa-Abteilung bearbeitet worden. Gleichzeitig wurde in Zusammenarbeit mit dem GBV mit der Eingabe von slawistischen Zeitschriftenaufsätzen in die Online-Contents-Datenbank (OLC) begonnen. Bestand Der Gesamtbestand an osteuropäischen Monographien im Haus Potsdamer Straße umfasste Ende 2000 527.475 bibliographische Einheiten und 2001 535.803 bibliographische Einheiten. Erwerbung Ausgaben für Literatur Osteuropäische Periodika u. Monographien in DM Einzelkäufe in westlichen Sprachen über II A in DM Summe in DM Erworbene Einheiten Monographien in osteurop. Sprachen (in b.E.***) Erwerbung der Osteuropaabteilung in Bänden (Phys. Einheiten)* Erwerbung von Literatur zu Osteuropa in westlichen Sprachen (in bibliogr. Einheiten)* Gesamtsumme Erwerbung der SBB mit Osteuropa-Bezug in phys. E.**
*

1999 965.000 42.000 1.007.000

2000 1.051.000 57.000 1.108.000

2001 780.530 57.000 837.530

10.679 13.554

12.589 14.994

8.328 10.617

1.085 18.255

1.198 21.405

996 16.915

Monographien und Zeitschriften ohne westliche Titel: Bei Zeitschriften wird jeweils eine Einheit gezählt ** also incl. der Erwerbungen von osteuropäischer Literatur anderer Abteilungen; phys. E.= physische Einheiten *** b.E. =bibliographische Einheiten

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Im Jahr 2000 ist eine ungemein hohe Zahl von 12.589 osteuropäischen Monographien (bibliographische Einheiten) akzessioniert worden. Der Soll-Etat wurde von der Generaldirektion entscheidend erhöht, um aufgelaufenen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Das Haushaltsjahr 2000 endete mit dem höchsten Etat in der Geschichte der Abteilung (DM 1.108.000,–). Damit konnten mit Stand vom Januar 2001 Zahlungs- und Akzessionsrückstände in erheblichem Umfang abgebaut werden. Diese hohen Erwerbszahlen konnten und sollten sich im Jahr 2001 nicht wiederholen; es wurden insgesamt 8.326 b.E. an osteuropäischen Titeln und 771 b.E. westeuropäische Titel mit Bezug auf Osteuropa erworben. Bestellungen wurden insgesamt 4.465 aufgegeben (osteuropäische Monographien und Zeitschriften); ferner 750 Bestellungen auf westeuropäische Titel. Ab Herbst 2001 mußten sowohl das Bestellwesen wie die Akzession reduziert werden, da die Vorbereitungen und Schulungen für die Einführung integrierter Geschäftsgänge begonnen hatten. Damit ist auch der Rückgang der Monographienerwerbung gegenüber 1999 zu erklären (das Jahr 2000 ist nicht repräsentativ). Gliederung der Erwerbung nach den wichtigsten Herkunftsländern: Rußland: Polen: Südosteuropa: Tschechien und Slowakei: Baltische Länder: 27,4 % 19,56 % 15,18 % 10,21 % 8,58 %

In den Zahlen für Polen sind Geschenke des Polnischen Kulturinstituts in Berlin im Umfang von ca. 700 b.E. enthalten. Der Umfang der vom Kulturinstitut übergebenen Bände lag weitaus höher bei etwa 1.200. Der Gesamtanteil für alle osteuropäischen Philologien und literarischen Quellen betrug knapp über 50%. Für literarische Texte in slawischen Sprachen wurden 17,92 % (= 1.903 b.E.), für slawische Philologien und Volkskunde 15,9 % (= 1.694 b.E.) der Mittel verausgabt, insgesamt 33,82 %. Dies entspricht einer Summe von DM 146.018,- und etwa dem prozentualen Anteil des Vorjahres sowie der Bedeutung, die der Pflege des von der DFG geförderten Schwerpunktes zukommt. Unter Berücksichtigung der Erwerbungsabteilung (Literatur in westeuropäischen Sprachen mit Bezug auf Osteuropa) sowie der Abteilung Historische Drucke ergaben sich für das SSG „Slawische Sprachen und Literaturen. Volkskunde“ folgende Zahlen für die SBB-PK: Erwerbungsabteilung: 440 b.E. Monographien 40 b.E. Zeitschriften Osteuropa-Abteilung: 3.597 b.E. Monographien 298 b.E. Zeitschriften Abteilung Historische Drucke: 278 b.E. Monographien (2000: 740 b.E.) (2000: 37 b.E.) (2000: 4.971 b.E.) (2000: 329 b.E.) (2000: 116 b.E.)

Für das Sondersammelgebiet Rechtswissenschaft und benachbarte Gebiete wie „Staat“, „Politik“ u.a. wurden 1.078 b.E. erworben (=10,15 %). Im Jahr zuvor waren dies rund 19 %.

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Die sonstige Fächerverteilung entspricht den langjährigen Durchschnittswerten, wobei wie bisher die Geschichtswissenschaft und benachbarte Fächer den Philologien mit einem Anteil von 17,6 % folgen (2000: 24,9 %). Zeitschriften 1999 Neuaufnahmen Zeitschriftentitel 2000 2001 lfd. gehaltene Zeitschriften insges. 4.500

196

246

127

Die gesamte Zeitschriftenbearbeitung (Auswahl, Bestellwesen, Akzession, Katalogisierung) wird mit Ausnahme der Ablage und Bindegutbearbeitung in der Osteuropa-Abteilung durchgeführt. Im Jahr 2001 waren für 2.217 b.E. bei den Zeitschriftenabonnements Rechnungen eingegangen und hierfür wurden 439.131,– DM bezahlt (2000: DM 485.602,– für 2.421 b.E.). Der Durchschnittspreis ist damit mit 198,– DM völlig stabil geblieben; dies entspricht auch der Tendenz der Vorjahre. Das Soll bei den Zeitschriften in Höhe von 450.000 DM wurde geringfügig unterschritten. Die von der Bibliotheksleitung erwünschten Einsparleistungen wurden somit erbracht. Osteuropa-Erwerbungen des Hauses in physischen Einheiten (Gesamtsumme): Erwerbungsabteilung: Osteuropa-Abteilung: Abt. Historische Drucke: Musikabteilung: Kartenabteilung: Abt. Amtsdruckschriften und Tausch: Insgesamt: 1.295 phys. E. 10.597 phys. E. 3.007 phys. E. 433 phys. E. 1.535 phys. E. 396 phys. E. 17.263 phys. E.*

* Ohne osteuropäische Zeitungen, die als phys. Einheiten in der Statistik nicht ausgeworfen sind.

Zusammenfassung Der Bestand an osteuropäischen Zeitschriften wurde in Abstimmung mit der Erwerbungsabteilung reduziert. Insbesondere betraf dies den technisch-naturwissenschaftlichen Bereich; die Einsparungen betrugen 15.000,– DM. Die gegenüber 2000 geringeren Erwerbungszahlen bei den Monographien sind folgendermaßen zu erklären: 1. Im Haushaltsjahr 2000 verausgabte die Osteuropa-Abteilung den höchsten Betrag in ihrer Geschichte, insgesamt weit über eine Million DM. Dies beruhte auf Sonderzuwendungen der Generaldirektion, um Altlasten bei der Akzession abzutragen. Insofern ist der Vergleich der Haushaltsjahre 2001 : 2000 unter Vorbehalt zu stellen.

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2. Wegen der Schulungen für die integrierten Geschäftsgänge (ACQ) wurden Bestellwesen und Akzession ab Herbst 2001 heruntergefahren. Besondere Erwerbungen Wie in den Vorjahren wurden mehrere künstlerisch gestaltete Bücher der russischen Konzeptualisten, insbesondere von deren bedeutendstem Vertreter Michail Karasik, sowie ein Band aus der russischen „minimalistischen“ Kunstszene erworben. Aus Mitteln der Erwerbungsabteilung konnte der Zugang zu mehr als 2000 russischen Datenbanken über „Integrum World-Wide“ im Dezember 2001 für zunächst ein Jahr ab Januar 2002 abonniert werden. Dies ist insbesondere für Recherchen auf dem SSG „Recht“ ebenso für benachbarte Gebiete wie Staat und Politik von Bedeutung, aber auch für das SSG „Slawische Sprachen und Literaturen“. Katalogisierung Formalkatalogisierung Monographien Zeitschriften* 1998 10.176 6.938 1999 8.790 8.127 2000 6.348 7.509 2001 9.458 2.362

* Bearbeitung (Neuerfassung und Korrekturen einschließlich Körperschaften) in der ZDB

Der Einbruch bei der Monographien-Katalogisierung, der 1999/2000 insbesondere durch die Umstellung von der Bearbeitung im IBAS auf den GBV bedingt war, wurde 2001 überwunden; die Katalogisierungsdaten waren damit wieder höher als die Akzessionszahlen. Bemerkbar machte sich auch die befristete Besetzung von zwei Teilzeitstellen (je 19,25 Std.) bei der Monographienkatalogisierung. Die durch den GBV verursachten Korrekturarbeiten sind erheblich; die Mehrbelastungen im Osteuropa-Bereich werden nicht durch die Nutzung von Fremddaten ausgeglichen. Die Rückstände – einschließlich der Altlasten aus den achtziger Jahren – belaufen sich auf ca. 20.000 Bände. Ein entscheidender Abbau ist ohne Fremdleistung wohl nicht möglich. Die Sachkatalogisierung wurde wie bisher arbeitsteilig von den Fachreferenten der Osteuropa-Abteilung (Sprache, Literatur, Geschichte) und der Katalogabteilung (sonstige Fächer) im GBV durchgeführt. Der Osteuropa-Sammelkatalog (OSK) erfüllt derzeit nur noch eine Restfunktion in der Orts- und Fernleihe. Er gehört zu den Konversionsprojekten der SBB-PK, wobei der Zeitpunkt und die Modalitäten bisher nicht abschließend geklärt werden konnten. Er enthält eigene und Fremddaten im Umfang von ca. 1 Million Karten, wobei der Eigenbestand ca. 250.000 b.E. (= ca. bis zu 400.000 Bänden) umfaßt; davon gehört ca. ein Drittel zu den Sondersammelgebieten „Recht“ sowie „Slawische Sprachen und Literaturen, Volkskunde“.

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Benutzung Der Osteuropa-Lesesaal stand während der mehrmonatigen Bauarbeiten im Haus Potsdamer Straße und der dadurch bedingten Schließung des Hauptlesesaals der gesamten Benutzerschaft zur Verfügung. Die bisherige, langjährig durchgeführte Regelung, die eine Besetzung des Auskunftsplatzes bis 19 Uhr vorsah, wurde mit Zustimmung der Generaldirektion aufgehoben zugunsten einer modifizierten Regelung: Auskunft 9–17, Samstag 9–13 Uhr, Öffnung des Lesesaals bis 21 bzw. 19 Uhr. Die Gründe hierfür waren im wesentlichen die Beteiligung der Sonderabteilungen an der Katalogauskunft. Dadurch mußten die Dienstleistungen im OELS reduziert werden. Signierdienst am Osteuropa-Sammelkatalog (OSK) Osteuropa-Sammelkatalog Anzahl eingegangener Leihscheine – davon positiv erledigt 1999 1.300 218 (=16,8%) 2000 836 244 (=29,2%) 2001 625 177 (=28,3%)

Damit ist der OSK zu einem peripheren Instrument der Literaturrecherche geworden; die Öffentlichkeit im nehmenden Leihverkehr nimmt ihn nicht mehr wahr, da die Bestände im Internet nicht zugänglich sind. Dies, obwohl nicht unbedeutende Bestände nur im OSK nachgewiesen sind, die nach wie vor auch über den OSK von wissenschaftlichen „Stammkunden“ in Berlin genutzt werden. Öffentlichkeitsarbeit Unter der Leitung des langjährigen ehemaligen Leiters der Osteuropa-Abteilung, Dr. Franz Görner, wurde die 30. Tagung der „Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung (ABDOS)“ in Thorn, 4.–7.6.2001, vorbereitet und durchgeführt; sie stand unter dem Motto „Internationale Zusammenarbeit im neuen Jahrtausend“. Vier Mitarbeiter der Osteuropa-Abteilung nahmen an der Tagung teil. Die Tagungsbeiträge werden als Band 28 der Reihe „Staatsbibliothek zu Berlin. Veröffentlichungen der Osteuropa-Abteilung“ herausgegeben. Von der deutschen Redaktion der „Europäischen Bibliographie zur Osteuropaforschung“ wurde 2001 die Arbeit an den Berichtsjahren 1996-2000 abgeschlossen, die Daten der Länderredaktionen werden von der Zentralredaktion in Paris zusammengestellt und voraussichtlich in einer Online-Version über Internet zugänglich gemacht werden. Bei der jährlichen Redaktionskonferenz wurden mit der Redaktion des amerikanischen Pendants der Europäischen Bibliographie, der „American Bibliography of Slavic and East European Studies (ABSEES)“, Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit aufgenommen. Seit einiger Zeit gibt es parallel zu den gedruckten Bänden bereits eine InternetVersion, die vom Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Grenoble entwickelt wurde und z. Zt. auch noch betreut wird (http://dodge.msh-alpes.prd. fr:8001/fra/themes/bee.html). Die „New Contents Slavistics“, die seit 1998 von der Osteuropa-Abteilung als Inhaltsverzeichnisse slawistischer Zeitschriften herausgegeben wurden, erschienen

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2001 letztmalig in gedruckter Form. Ab Juli 2001 ist unter Leitung von Frau MeyerPlieske und mit der Unterstützung durch eine Werkvertragskraft begonnen worden, die entsprechenden Daten – allerdings nicht mehr im Umfang von 450, sondern reduziert auf etwa 120 Kernzeitschriften zur Slawistik – als Online-Daten in die Datenbank der „Online-Contents (OLC)“ des GBV in Göttingen einzugeben. Bisher wurden 4500 Aufsätze erfaßt; Werkverträge sind vorerst nicht genehmigt worden, so dass die Weiterführung nicht auf gesicherten Füßen steht, die Bearbeitung der „New Contents“ gleichwohl zu den Aufgaben der Sondersammelgebiete gehört. Nach Übernahme der beiden slawistischen Sondersammelgebiete durch die Staatsbibliothek im Jahre 1998 hat die Osteuropa-Abteilung in Zusammenarbeit mit der Abteilung Historische Drucke für das von der DFG geförderte internetgängige System WEBIS die beiden entsprechenden Seiten konzipiert, die inzwischen – einschließlich einer kleinen Liste ausgewählter Slawistik-Links – unter den Adressen http://webis.sub.uni-hamburg.de/ssg/bib.1a/ssg7_39 und http://webis. sub.uni-hamburg.de/ssg/bib1a/ssg7_40 abrufbar sind. Die Planungen für eine virtuelle Fachbibliothek Slawistik sind begonnen worden.

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ORIENTABTEILUNG (III E)
Abteilungsleiter: Stellvertreter: Dr. Hartmut-Ortwin Feistel Dr. Hars S. Kurio

Allgemeines Im Jahre 2001 konnte sowohl die Position eines Fachreferenten für Hebraistik, Judaistik, Semitistik und den Alten und Christlichen Orient als auch eine Bibliotheksinspektorenstelle besetzt werden. Trotzdem hat der sonstige Personalabbau auch in der Orientabteilung in den letzten Jahren bereits zu spürbaren Leistungseinschränkungen geführt. Infolgedessen können die Benutzungsanforderungen, namentlich im Bereich Handschriften, nur mit längeren Bearbeitungs- und Bereitstellungsfristen befriedigt werden.

Bestand Erwerbungen in bibliogr. Einheiten Oriental. Handschriften Turfan-Fragmente Filme und Faksimiles anderer Sammlungen, einschließlich balinesischer Handschriften Zuwachs 1999 147 – Zuwachs 2000 63 – Zuwachs 2001 107 – Bestand 41.232 ~40.000

–

– 392 Filme 1.908 Dias –

–

~7.484

NGMPP*-Filme (30-MeterRollen); Bestand Zahl der 392 Filme verfilmten Handschriften 4.572 Dias OLS Handbibliothek –

142 Filme 181.607 8.028 Dias 27.586 Dias – 27.675

* Nepal-German Manuscripts Preservation Project

Im Zuge des Aufbaus der Datenbank für die orientalischen Handschriften sind nunmehr sämtliche Signaturen von Originalhandschriften der Orientabteilung erfasst. Jedoch wird es noch vieler Arbeit bedürfen, bis alle jetzt schon vorhandenen Informationen zu den Handschriften eingegeben sein werden und auch der gesamte Bereich reproduzierter Materialien registriert ist. Dadurch wird es auch in Zukunft noch kontinuierliche Veränderungen bei den Angaben zum Bestand geben.

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Erwerbung Erwerbungsmittel in III E Eigenmittel DFG-Mittel Summe Ausgaben Handschriften Laufende Verpflichtungen Einzelkauf über III E Einzelkauf Kontingent II A Summe Ausgaben 138.000 40.000 42.000 132.000 342.000 258.000 45.000 62.000 148.000 513.000 294.000 41.000 72.000 110.000 517.000 1999 194.000 26.000 220.000 2000 265.000 39.000 316.000 2001 378.000 29.000 407.000

Die Referenten der Orientabteilung waren insgesamt verantwortlich für Erwerbungen in Höhe von DM 770.906,00 (Handschriften, Monographien, Zeitschriften), die jedoch zum Teil (SSG 6.25 / Südostasien) bei der Ostasienabteilung statistisch erfasst werden. Erwerbungen BE Monographien davon SSG 6.20 Zeitschriftenjahrgänge davon SSG 6.20 1999 4.940 93 665 118 2000 4.461 81 683 95 2001 4.744 149 569 123

Im Jahre 2001 konnten 107 orientalische Handschriften erworben werden.

Katalogisierung Druckschriften 1999 Formalerschließung 1.809 2000 2.074 2001 2.261

Die Fachreferenten der Orientabteilung klassifizieren die Literatur sowohl für den Alten Realkatalog (Haus Unter den Linden), als auch für den GBV; unterstützen andere Abteilungen bei der Bearbeitung von Literatur in orientalischen Sprachen und wirken mit an der Erarbeitung des neuen Sacherschliessungssystems. Jedoch gibt es hierzu zur Zeit keine statistische Erfassung. Handschriften Im Jahre 2001 waren im Verzeichnis der Orientalischen Handschriften in Deutschland (im Auftrag der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen herausgegeben

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von Hartmut-Ortwin Feistel; Franz Steiner Verlag Stuttgart) folgende Bände erschienen [in eckigen Klammern die Zahl der beschriebenen Handschriften der SBB-PK]: XII,3 Chinesische und Manjurische Handschriften und seltene Drucke : Teil 3: Nicht-Buddhistische Handschriften aus der Berliner Turfan-Sammlung. Herausgegeben von Simone-Christiane Raschmann, beschrieben von Nishiwaki. 2001. [358] XXXVII,5 Islamische Handschriften : Teil 5: Thüringen. Bearbeitet von Florian Sobieroij. 2001. Damit liegen jetzt 107 Katalog- und 46 Supplementbände vor.

Benutzung/Information 1999 Handschriftenbenutzer: OLS Benutzte Handschriften Handschriftenbenutzer: Arbeitsstelle Turfanforschung Benutzte Handschriften Handschriftenbenutzer: Mikrofilme Zahl der Aufnahmen / Handschriften Handschriftenbenutzer: Fotos und Xeroxkopien Zahl der Aufnahmen / Handschriften Aufnahmen für Digitalisierung Handschriftenbenutzer / Aufnahmen auf CD-ROM / Zahl der Turfanfragmente Handschriftenbenutzer an anderen Orten Neu verliehene Handschriften Noch am Ort des Benutzers Schriftliche Anfragen 220 3.061 9 807 123 19.607 426 80 1.812 475 1.425 2000 232 1.738 9 308 119 17.340 251 81 1.663 677 1.194 2001 174 953 10 470 148 23.939 370 89 1.100 223 6.433 3 736 602 5 81 411 385

– 4 34 655 383

– 7 28 650 381

Anmerkungen: 1. Es wurde keine Statistik der OLS-Benutzer geführt, doch dürfte es sich nach gewissenhafter Schätzung um mehr als 10.000 im Jahr handeln. Ebenso kann die Benutzung des frei zugänglichen Lesesaal-Bestandes nicht erfasst werden.

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2. Nicht berücksichtigt bei der Statistik wurde die Benutzung von Handschriften und Turfan-Fragmenten durch Mitarbeiter der Berliner Arbeitsstellen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen der Katalogisierung der Orientalischen Handschriften in Deutschland sowie des Projekts Turfanforschung der BerlinBrandenburgischen Akademie der Wissenschaften. 3. Die Benutzung der Turfanfragmente ist nur für Fremdbenutzer in der Arbeitsstelle Turfanforschung und im Rahmen der Digitalisierungsprojekte separat ausgewiesen; sonst ist ihre Nutzung im Original oder mittels Fotobestellung in den angegebenen Zahlen subsummiert. 4. Bei den Aufnahmen für die Digitalisierung handelte es sich um kooperative Projekte mit der Universität Frankfurt/Main und der Stiftung Tamai einerseits, und mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften andererseits. Resultate können im Internet unter http://titus.uni-frankfurt.de bzw. http://www. bbaw.de/vh/turfan betrachtet werden. Bestandserhaltung Die Arbeiten an der Restaurierung der hebräischen Bibel „Erfurt 1“ wurden kontinuierlich fortgesetzt. Im Laufe des Jahres wurden 144 weitere Blätter ausgelöst und geglättet. Damit nähert sich dieser Arbeitsschritt dem Ende. In Vorbereitung der Ausstellung im Jahr 2002 wurde mit der Erstellung einer Video-Dokumentation begonnen. Dazu kamen die Restaurierung und Neuverglasung von 93 Turfan-Fragmenten. Ausserdem wurden von der Restaurierungswerkstatt zahlreiche Zustandsprotokolle für Leihgaben an auswärtige Ausstellungen erstellt. Ausserdem wurden 20 tibetische Buchdeckel (19 Signaturen) gesäubert und dafür Kästen angefertigt; diese Arbeiten wurden Anfang 2002 abgeschlossen.

Öffentlichkeitsarbeit Ausstellungen Die Orientabteilung war an 10 Ausstellungen mit 75 Objekten beteiligt, entweder durch Ausrichtung oder durch Leihgaben aus dem Bestand. Ausserdem begannen 2001 die Vorbereitungen zu einer Ausstellung, die vom 4. Juli bis 17. August 2002 stattfinden soll, und unter dem Titel Kitve-Jad: Jüdische Handschriften, restaurieren, bewahren, präsentieren die Restaurierungsarbeiten an der Bibel „Erfurt 1“ sowie andere Handschriften der Orientabteilung zeigen soll.

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OSTASIENABTEILUNG (III F)
Leiter: Stellvertreter: Dr. Rainer Krempien. Dr. Johann-Michael Streffer

Allgemeines Die Ostasienabteilung beabsichtigt die Sammeltätigkeit in den gewohnten Bahnen fortzusetzen, da die wissenschaftlichen Publikationen trotz der rasanten Medienentwicklung nach wie vor überwiegend in Buchform erscheinen. Auch die Nachfrage der Ostasienwissenschaften nach Büchern hat sich nicht verändert. Das Angebot neuer Informationsdienstleistungen auch im Ostasienbereich wird im Rahmen der technischen Möglichkeiten der Staatsbibliothek ausgebaut. Bisher haben wir uns auf die vorrangigste Aufgabe, die Automatisierung und onlineBereitstellung unserer Kataloge konzentriert. Nach der im Jahre 2000 erfolgten Netzanbindung auch der Ostasienabteilung werden auch aktive Informationsangebote vorbereitet. Von den neun PC, die an das „Ostasiennetz“ (s. u.) angeschlossen sind, konnten bisher nur zwei auch an das Internet angeschlossen werden. Die Fachreferentin für Sinologie, Frau Helga Keller, schied nach 40jährigem Dienst mit Erreichung der Altersgrenze mit dem 31. Dezember 2000 aus der Ostasienabteilung aus, diese Stelle des höheren Dienstes im Chinareferat wurde eingespart. Zum 30. November 2001 schied nach Erreichung der Altersgrenze der Fachreferent für Koreanistik und Leiter des Referats 3 = Korea aus. Diese Stelle mußte wie auch eine Stelle des gehobenen Dienstes im Chinareferat ebenfalls eingespart werden; das Koreareferat ist also zur Zeit unbesetzt. Seit dem 1. Januar 2001 konnte jedoch die Fachreferentenstelle für Japanologie neu besetzt werden, der Kollege ist seit dem 1. September 2001 auch als Leiter des Referats 2 = Japan tätig. Seit Beginn 1999 steht ein im ABM-Programm des Bezirksamts Tiergarten finanzierter wissenschaftlicher Mitarbeiter (Japanologe) dreivierteltags zur Verfügung. Die Räumlichkeiten der Abteilung für die Unterbringung der Mitarbeiter sind ausreichend, aber für die Aufbewahrung des Geschäftsgangsmaterials herrscht leider noch immer Mangel an Stauraum. Erwerbung Die Ostasienabteilung erhält für die Wahrnehmung des Sondersammelgebietes Mittel für die Monographien- und Zeitschriftenerwerbung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Diese Zuwendungen bilden 75 % der Mittel, die Staatsbibliothek fügt mindestens 25 % Eigenmittel hin zu. Die Zuwendungen der DFG und die Pflichtanteile der Staatsbibliothek sind auch im Jahre 2001 etwa gleich geblieben, aber durch die für uns ungünstige Entwicklung der Wechselkurse von Dollar und Yen hat die Ostasienabteilung erheblich an „Kaufkraft“ eingebüßt. Leider war es bei der an gespannten Haushaltssituation der Bibliothek auch 2001 nicht möglich, einen Antrag auf Nachbewilligung bei der DFG zu stellen. Der Umfang der Erwerbungen für das Sondersammelgebiet 6,25 im Jahre 2001 ist in der folgenden Statistik dargestellt:

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1999 Monographien (in phys. Einheiten) Laufende Zeitschriften (in Jahrgängen) Etatmittel in DM 16.304 3.204 1.200.227

2000 13.728 3.511 1.470.416

2001 11.418 3.416 1.377.058

Der Vollzug des Jahreshaushalts 2001 gestaltete sich erneut sehr schwierig, da die Einführung des neuen integrierten Geschäftsgangs auch jetzt wegen des langsamen Fortschreitens der EDV-Ausrüstung noch nicht abgeschlossen ist. Die Erwerbungen konnten wegen der angespannten Haushaltslage nicht mehr den hohen Umfang früherer Jahre erreichen, sind aber für den Aufbau der Ostasiensammlung nach wie vor erfreulich. Die Mittel für Monographien wurden voll ausgenutzt, bei den Zeitschriften wurden sämtliche vorliegenden Abonnementsrechnungen bezahlt. Die Anzahl der laufenden Zeitschriften ist weitgehend unverändert. Die Lieferanten hielten die Ausstellung der Abonnementsrechnungen auch dieses Jahr bis Oktober zurück, um die für sie günstige Entwicklung der Kurse zu nutzen. Durch die für den Buchimport aus Ostasien sehr ungünstige Währungsentwicklung besteht weiterhin ein sehr hoher Schuldenüberhang. Die Staatsbibliothek hat sich außer Stande gesehen, zusätzliche Mittel zu beantragen, da bei der angespannten Haushaltssituation die dabei erforderlichen Eigenmittel nicht bereitgestellt werden können. Die Ostasienabteilung musste deshalb die Neubestellung von Publikationen stoppen, da die Haushaltsmittel mit der Abdeckung der Schulden und der Bezahlung der Festbestellungen (standing orders) weitgehend verbraucht sind. Ein weiteres gravierendes Problem entwickelte sich aus der Entwicklung der „freien“ Marktwirtschaft in der Volksrepublik China. Mit der Aufhebung der dortigen Buchpreisbindung stiegen die Preise, und unser Hauptlieferant erhöhte einseitig den Umfang der Lieferungen. Trotz entsprechen der Verhandlungen gelang es nur sehr langsam, die Lieferungen wieder auf das absprachegemäße Volumen zu reduzieren. An einen völligen Abbruch der Geschäftsbeziehungen konnten wir wegen eines kontinuierlichen Sammlungsaufbaus auch nicht denken. Im Verbund mit den ungünstigen Kursen war die angestrebte Lösung nicht ohne weitere Verschuldung möglich. Ein Beispiel für unvorhergesehene Beschaffungsprobleme: Bei einigen abonnierten Zeitschriften werden nur Hefte mit ungerader Zählung geliefert. Ein in den Heften gedruckter Hinweis des Herausgebers teilt dazu mit, dass die fehlenden Hefte mit der geraden Zählung nur gegen nochmalige Überweisung des Rechnungsbetrags zu erhalten seien. Solche Ideen sind typisch für die derzeitige chinesische „Marktwirtschaft“. Für die kontinuierliche Beschaffung führt dies natürlich zu ungewohnten Belastungen beim Bestandsaufbau. An Literatur über Ostasien in westlichen Sprachen wurden im Jahr 2001 1486 Bände erworben (2000: 2.383 Bde 1999: 2.946 Bde). Benutzerwünsche werden in einem speziellen Eilt-Geschäftsgang erfüllt. Als besondere Erwerbung konnte die Ostasienabteilung aus Berliner Privatbesitz einen handkolorierten japanischen Blockdruck Seikei zusetsu (An illustrated Work

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Ein neu erworbener japanischer Blockdruck

on Agriculture and five Grains). – Kompilator: So Senshun. – Holzschneider: Fujita Kinroku. – 20 Hefte. – 1804. Signatur 5 A 57496 Rara-OA erwerben. Es handelt sich um eine Enzyklopädie der Landwirtschaft und Gartenkunst, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts vom Daimyo der Provinz Satsuma, des mächtigsten Landesherrn auf der Insel Kyushu, Shimazu Shigehide, in Auftrag gegeben wurde. Das auf hundert Hefte ausgelegte Werk blieb unvollendet. Es erschien in Ausgaben mit 10, 20 und 30 Heften. Unser Exemplar mit 20 Heften ist auf das Jahr 1804 (Bunka 1) datiert. Es behandelt die Formen der Landwirtschaft, insbesondere des Reisanbaus, und die wichtigsten Feldfrüchte. Die Teils phantasievoll ausgestalteten Illustrationen geben auch Einblick in das Landleben und die dörfliche Kultur der Zeit. Dem japanischen Kompilator standen trotz der Abschließung des Landes gegen die Außenwelt während der Edo-Zeit die damals modernsten Informationen zur Verfügung; so verwendete er holländische Quellen und bietet auch holländische Rezepte für die Zubereitung von Speisen.

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Erschließung 1999 Titelaufnahmen 16.352 2000 14.701 2001 14.162

Von diesen Titelaufnahmen für Monographien und Serienstücke in ostasiatischen Sprachen entfielen auf das Chinesische 7.444 (2000: 7.156; 1999: 11.785). Die Katalogisierungsleistung im Japanischen betrug 2001: 5592 (2000: 4.642; 1999: 3.258). Für die Datenbank von tibetischen, mongolischen und uigurischen Titeln wurden 2001: 1126 Titelaufnahmen angefertigt (2000: 1.875; 1999: 1.309). Die Katalogisierung koreanischer Bücher im Netz konnte mangels eines geeigneten Schriftprogramms noch nicht aufgenommen werden. Im Jahr 2001 wurden 734 Aufnahmen (2000: 1.028; 1999: 814) in der Datenbank provisorisch ohne Hangul-Schrift eingegeben. Durch Interimsnachweise und die rasche Bearbeitung von im Leihverkehr verlangten Bänden sind die zügige Bereitstellung auch der noch nicht bearbeiteten Materialien für die Literaturversorgung gewährleistet. Für die ZDB wurden im Jahre 2001 266 neue Zeitschriftentitel aufgenommen: China 97, Japan 167, Korea 2 (2000 gesamt 380: China 129, Japan 246, Korea 5; 1999 gesamt 533: China 143, Japan 390, Korea 0). Bei der Titelaufnahme für den GBV wirkt die Ostasienabteilung bei der Namensansetzung (auch für PND), bei der Ermittlung von Neben- oder Originaltiteln und bei den Ansetzungen von Körperschaften mit. Die Ostasienabteilung hat schon seit Jahrzehnten bei der Erschließung der originalschriftlichen Bestände nicht mit der Erwerbung Schritt halten können. Mit Übernahme der zum größten Teil unkatalogisierten ostasiatischen Bestände der Deutschen Staatsbibliothek 1991 haben sich die Rückstände weiter vergrößert. Wie immer wieder mitgeteilt, ist die Mitarbeiterzahl und -kapazität seit Jahren rückläufig. Die Rückstände sind aber provisorisch in einem Interimskatalog erschlossen und werden im Benutzungsfall umgehend bereitgestellt. Bestandserhaltung Der Buchbestand der Ostasienabteilung steht im Allgemeinen Magazin. Die selbst verwalteten, in Objektschutzräumen verwahrten Sonderbestände sind wegen guter Papierqualität nicht sehr gefährdet. Anders verhält es sich mit einem Teil der Bestände, die aus dem Haus Unter den Linden übernommen wurden. Diese Bücher sind teils stark verschmutzt. Seit 1999 wurde mit der buchbinderischen Aufarbeitung der historischen Bestände der Ostasienabteilung begonnen. In Zusammenarbeit mit zwei Berliner Fachbetrieben werden die wertvollen ostasiatischen Sonderbestände gesäubert und buchbinderisch überarbeitet. Aus den Signaturengruppen Libri sinici und Libri sinici N.S. konnten seit 1999 1024 Einbandhüllen (Tao) für chinesische Blockdrucke sowie 1183 chinesische Einzelheftungen erneuert werden. Es wurde mit den dringlichsten, d. h. am meisten beschädigten Bänden und Heften begonnen, und dieses sogenannte „Tao-Programm“ soll mit einem Finanzrahmen von jährlich 15.000 EUR weitergeführt werden. Die gleichzeitig durchgeführten Revisionsvorgänge werden auch zu einer genaueren Feststellung der tatsächlichen Verlagerungs- und

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Kriegsverluste führen. Die regelmäßige Veröffentlichung der Ergebnisse ist in Vorbereitung (s. u.). Benutzung Die Benutzung der SSG-Bestände wird in der Staatsbibliothek nicht gesondert erfasst. Durch Beobachtung der tatsächlichen Umsätze in den einschlägigen Magazinbereichen und durch frühere Berechnungen mit Hilfe der Buchdatei-Zahlen kann von einer jährlichen Inanspruchnahme von mindestens 50.000 Bänden ausgegangen werden. Die detaillierte Statistik des blauen Leihverkehrs sowie über die Bearbeitung von originalsprachigen Anfragen belegt nur die Signier- und Bibliographiertätigkeit und spiegelt so keinesfalls die tatsächliche Benutzung des SSG wider. Die Ergebnisse dieses Fernleihverkehrs sind den nachfolgenden Übersichten zu entnehmen. Fernleihverkehr Blauer Leihverkehr (Gesamteingang) – davon signiert – positiv – negativ Roter Leihverkehr (Gesamteingang) – davon signiert – positiv – negativ Gesamter Leihverkehr – davon signiert – positiv – negativ 1999 1.881 369 1.625 256 219 1 138 81 2.100 370 1.763 337 2000 1.998 568 1.669 329 257 11 184 73 2.255 610 1.853 402 2001 1.282 544 1.085 197 160 13 95 65 1.442 557 1.180 262

Der Umfang der Bestellungen auf ostasiatische Literatur im blauen Leihverkehr ist leider deutlich zurückgegangen. Eine der Ursachen sind die Portokosten, die den Instituten bei der Rücksendung entstehen. Manche Institute lassen Studenten die Rücksendung selbst privat zu eigenen Lasten erledigen. Dies verstößt zwar gegen unsere Abmachungen, aber bei Rückfragen erhielten wir die oben angeführte Erklärung. Außerdem sind unsere Möglichkeiten, Aufsatzliteratur aus Japan für unsere Benutzer zu beschaffen, stark eingeschränkt. Interessant ist der erstaunliche Anstieg koreanischer Nachfragen. Japanisch Umfang der Bestellungen Erledigungsquoten 2000: 60,8% 2001: 57,5% 2000: 83,9% 2001: 81,2% Chinesisch 2000: 37,1% 2001: 35,4% 2000: 82,7% 2001: 83,2% Koreanisch 2000: 2,1% 2001: 7,0% 2000: 85,7% 2001: 80,2%

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Die Erledigungsquoten haben sich 2001 nicht wesentlich verändert. Die Anzahl der „unklar“-Fälle im Magazin bei Fernleihbestellungen, ostasiatische Sprachen betreffend, betrugen 227 (Vorjahr: 331). Davon wurden 92,5 % (Vorjahr: 89,7 %) positiv erledigt. Die Anzahl der von der Ostasienabteilung selbst hergestellten und versandten Aufsatzkopien betrug 499 (Vorjahr 866) Vorgänge. Darüber hinaus wurden 31 Dissertationen (Vorjahr: 59) auf Benutzerwunsch bestellt (China 15 (34), Japan 15 (19), Korea 0 (6), Zentralasien 1 (–). Über die mündliche und schriftliche Auskunftstätigkeit wird keine Statistik geführt; sie ist, bedingt durch den kleinen Benutzerkreis der Ostasienwissenschaften, nicht sehr umfangreich. Öffentlichkeitsarbeit Die Information über das SSG 6,25 erfolgt über die Homepage der Staatsbibliothek (www.sbb.spk-berlin.de): Ostasienabteilung und ein englischsprachiges Portal (www.ead.sbb.spk-berlin.de). Außerdem gibt es den Eintrag für das Sondersammelgebiet 6,25 in webis, der weitere fachliche Links anbietet. Die Ostasienabteilung bietet ihre elektronischen Kataloge (Chinesisch: z. Zt. ca. 110.000 Titel, Japanisch: ca.15.000 Titel sowie den Katalog der Zentralasienbestände: 12.000 Titel) im Internet an und hat eine online-Bestellkomponente für die Zusammenarbeit mit den Fachinstitutionen eingerichtet (Blauer Leihverkehr per e-mail). Publikationen der Abteilung Die Publikation der Zettelkataloge der Ostasienabteilung ist nicht mehr beabsichtigt. Eine Konvertierung dieser Nachweise in das im Entstehen befindliche „Ostasiennetz“ wird angestrebt. Der aktuelle Nachweis soll dann über Internet erfolgen. Im Rahmen der Revision der historischen Bestände wird auch versucht alle bekannten Informationen über die verschollenen Sammlungsteile bekanntzumachen. Als erster Band erschien: Die Sammlung Franke in der Preußischen Staatsbibliothek. – Bearb. von Helga Keller. – Hrsg. und mit Registern versehen von Hartmut Walravens, Wiesbaden: Harrassowitz 2001 (= Orientalistik Bibliographien und Dokumentationen; 15). – 180 S.

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ABTEILUNG AMTSDRUCKSCHRIFTEN UND INTERNATIONALER AMTLICHER SCHRIFTENTAUSCH (III G)
Abteilungsleiter: Stellvertreter: Dr. Johannes Metz Volker Fuhrmann

Allgemeines Das Jahr 2001 stand ab der zweiten Jahreshälfte ganz im Zeichen der Einführung des PICA-Erwerbungssystems ACQ für Monographien, mehrbändige Werke und Schriftenreihen; die Einbeziehung von Zeitschriften soll erst im Laufe des nächsten Jahres erfolgen. Für die Abteilung bedeutete dies eine erneute große Herausforderung, nachdem erst vor zwei Jahren die Umstellung der Katalogisierung auf den Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) zu bewältigen war. Beim ACQ war zunächst das von der Erwerbungsabteilung für ihren Bereich umgesetzte System an die Erfordernisse der Amtsdruckschriftenabteilung anzupassen, wobei sich herausstellte, dass sich dieses System auf die abteilungseigenen Erwerbungsarten zum Teil nur mit Notlösungen anwenden läßt und für den Bereich des gebenden Tausches (Beschaffung deutscher Amtsdruckschriften für die ausländischen Tauschpartner) ungeeignet ist. Hier bedarf es noch eines eigenen Tauschmoduls für die gesamte Tauschverwaltung: Beschaffung, Kontenführung des gebenden und nehmenden Tauschs (Lieferungen der Tauschpartner), Versand, Statistik. Für diesen Komplex lagen bereits entsprechende Anforderungen des Ibero-Amerikanischen Instituts und der Kunstbibliothek an PICA im Rahmen eines Pflichtenhefts vor, denen sich die Abteilung weitgehend anschließen konnte. Dies hatte zur Folge, dass die Abteilung die Erwerbungen für ihre Tauschpartner vorerst getrennt von denen für die eigene Bibliothek in dem bisherigen konventionellen Rahmen weiterführen muß. Entsprechend sind noch die in den Fortsetzungskarteien integrierten Karten der für den Tausch bestimmten laufenden deutschen Amtsdruckschriften (Schriftenreihen und Zeitschriften) zu separieren. Als typographisch sehr unbefriedigend erwiesen sich die vom System erzeugten Bestellformulare. Eine Verbesserung wird durch den Einsatz der Textverarbeitung in Verbindung mit ACQ angestrebt. Trotz aller Bemühungen konnte die erforderliche Ausstattung aller beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit eigenen PCs bis zum Jahresende nicht erreicht werden, so dass bei der vorgesehenen praktischen ACQ-Anwendung ab dem Erwerbungsjahr 2002 mit einer zeitlichen Verzögerung gerechnet werden muß. Im Hinblick auf die künftige ACQ-Bearbeitung der Zeitschriften wurde Anfang Dezember in der Staatsbibliothek die Bestandsführung von der Zeitschriftendatenbank (ZDB) auf das Zentrale Bibliothekssystem (CBS) umgestellt, was eine entsprechende Einarbeitung der Arbeitsgruppe Zeitschriftentitelaufnahme der Abteilung erforderlich machte. Im Rahmen ihrer informatorischen Aufgaben bemühte sich die Abteilung verstärkt um die Vermittlung einschlägiger Internetquellen. Die im Vorjahr aufgebaute und auf der Website der Abteilung sowie des DFG-Sammelschwerpunktes Parlamentsschriften (WEBIS) angebotene Sammlung von „Links zu amtlichen Körperschaften

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und Netzpublikationen“ wurde laufend aktualisiert und durch neue Quellen ergänzt, wobei der Schwerpunkt auf kostenlos zugänglichen Publikationen liegt. Daneben war die im lokalen Netz („Intranet“) präsentierte Dokumentation „Rechtsgrundlagen und Hilfsmittel der Abteilung III G“ zu pflegen und zu erweitern. Im Oktober fand ein von der Firma TRIA IT-consulting GmbH für die Staatsbibliothek veranstalteter „Workshop Anforderungsanalyse Digitale Bibliothek“ statt, dem sich Interviews in den einzelnen Abteilungen zu ihren Anforderungen an eine Digitale Bibliothek anschlossen. Von Seiten des Abteilungsleiters wurde die Option der Erwerbung und Archivierung von Online/Netz-Publikationen im Sinne der Kontinuität der Sammlungen SBB eingebracht, was kooperative Verfahren auf nationaler und internationaler Ebene nicht ausschließt. Seit November nimmt die Abteilung an der Auskunftstätigkeit im neuen Katalogzentrum des Hauses Potsdamer Straße teil. Hinzu kommen Unterstützungsdienste in der Leihstelle bei der Buchausgabe für den Lesesaal. Abgabeerlasse Bei den neuen Bundesländern fehlen nach wie vor die Abgabeerlasse der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. In Erwartung solcher Erlasse werden erbetene Titel in der Regel als Freiexemplare abgegeben. Von Sachsen-Anhalt gibt es keine Abgaberegelung für den Tausch. Am 1. Juli 2001 ist eine neue „Gemeinsame Geschäftsordnung für die Berliner Verwaltung, Allgemeiner Teil (GGO I)“ vom 8. Mai 2001 (DBl. I Nr. 4 / 15.06.2001) in Kraft getreten. Im Gegensatz zur bisherigen GGO I von 1984 ist in der Neufassung unter § 27, Abs. 2 die Abgabe amtlicher Veröffentlichungen nicht mehr im Detail geregelt. Bestehen bleibt die Verpflichtung zur Abgabe von „Belegexemplare(n)“ an „bestimmte“ Bibliotheken. Die Regelung der Einzelheiten des Verfahrens obliegt der für Kultur zuständigen Senatsverwaltung. Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur hat diese Regelung in Form eines Rundschreibens über die „unentgeltliche Pflichtabgabe von amtlichen Veröffentlichungen an bestimmte Bibliotheken“ mit Datum vom 10. Juli 2001 getroffen (Bekanntmachung im Amtsblatt für Berlin Nr. 39 / 03.0.8.2001, S. 3445–3446). An die Staatsbibliothek sind auf Anforderung bis zu 10 weitere Exemplare „für Zwecke des Internationalen Schriftenaustausches“ abzugeben. Internationaler Amtlicher Schriftentausch Immer mehr Veröffentlichungen von Behörden und anderen staatlichen Einrichtungen des In- und Auslandes werden auch oder nur noch im Internet publiziert und sind dort in vielen Fällen kostenlos zugänglich. Dies hat zur Folge, dass die Zahl der für den Tausch verfügbaren laufenden deutschen Amtsdruckschriften sinkt und die Zahl der ausländischen Amtsdruckschriften, deren Lieferung als Papierexemplar unter Hinweis auf das Internet abgebrochen wird, steigt. Die dänische Königliche Bibliothek, Kopenhagen, hatte bereits im Dezember des Vorjahres der Abteilung die Einstellung des amtlichen Schriftentausches mitgeteilt. Im Januar folgte ein Rundschreiben an alle ausländischen Tauschpartner mit der Information, dass die Tauschstelle in der Königlichen Bibliothek (IDE, The Danish Institute for the Exchange of Publications) zum 1. Januar 2001 geschlossen wird. Die Abteilung hat auf beide Schreiben mit dem Hinweis reagiert, dass es sich bei

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unseren Tauschbeziehungen um ein Deutsch-Dänisches Regierungsabkommen über den Austausch von staatlichen und anderen amtlichen Schriften vom 6. Januar 1965 handelt und die Kündigung deshalb auf diplomatischem Wege – unter Einhaltung einer einjährigen Kündigungsfrist – erfolgen muß. In ihrer Anwort vom 20. 3. 2001 teilte die Königliche Bibliothek diese Auffassung und erklärte sich bereit, bis zu der Kündigung des Abkommens weiterhin dänische Amtsdruckschriften zu senden, wünschte aber selber nichts mehr zu empfangen. Eine Reklamation vom Mai 2001 wurde sehr sorgfältig bearbeitet, das Reklamierte jedoch nur noch zu einem geringen Teil, d. h. soweit vorrätig, geliefert. Danach erhielt die Abteilung weder weitere Sendungen der Königlichen Bibliothek noch Informationen über eventuelle Aktivitäten auf diplomatischer Ebene. Der Tauschpartner Israel State Archives teilte im Februar mit, dass er zwar weiterhin israelische Amtsdruckschriften zu senden bereit ist, seinerseits aber auf deutsche Gegengaben verzichtet, weil er aufgrund von Verwaltungsveränderungen kein ausländisches Material mehr sammelt. Beim Tauschpartner USA sank erneut die Anzahl der gelieferten Mikrofiches. Der Anteil der CD-ROMs ist unvermindert gross. Es wurden jedoch aus Personalgründen im ersten Halbjahr nur CD-ROMs zu laufenden Titeln bearbeitet und statistisch erfasst. Außerhalb der laufenden deutschen Tauschsendungen bestellt die Library of Congress regelmäßig Monographien und Serienstücke amtlicher Veröffentlichungen des Bundes und der Länder wie auch von kommunalen Herausgebern. In den meisten Fällen können die Wünsche erfüllt werden, wenn auch die Beschaffung der Titel zum Teil sehr arbeitsintensiv ist. Bei den ehemaligen Tauschpartnern Australien und Südafrika gibt es in geringem Umfang immer noch eine Weiterbelieferung durch einzelne Herausgeber. Nachdem das australische Repräsentantenhaus im Juli 2000 die Einstellung der kostenlosen Belieferung mit Parlamentsveröffentlichungen angekündigt hatte und daraufhin etliche erfolglose Versuche unternommen worden waren, den Kauf anzubahnen, stellte es sich im Laufe des Berichtsjahres heraus, dass die wichtigsten australischen Parlamentsschriften weiterhin kostenlos gesandt werden. Internationale Organisationen Die Organsation for Economic Cooperation and Development (OECD) in Paris hat ab Januar 2001 ihre Lieferungen an die Staatsbibliothek zu Berlin eingestellt, weil die Staatsbibliothek keine offizielle Depository Library der OECD ist. Diesen Statuts besitzt in Deutschland allein die Deutsche Bücherei in Leipzig. Die Belieferung der Staatsbibliothek erfolgte bisher auf der Grundlage einer freien Vereinbarung aus dem Jahre 1965. Da die OECD-Literatur im wirtschaftswissenschaftlichen Bestand der Staatsbibliothek ihren festen Stellenwert hat – ein großer Teil der laufenden Zeitschriften steht im Lesesaal – und die Veröffentlichungen in keiner anderen Bibliothek der Region in nennenswertem Umfang gesammelt werden, wollte die Bibliothek die Entscheidung nicht ohne weiteres akzeptieren. Nach intensiven Bemühungen, in die auch das OECD Berlin Centre mit eingeschaltet war, erhielt der Generaldirektor auf einen entsprechenden Antrag hin am 1. 8. 2001 von der Deutschen Ständigen Vertretung bei der OECD in Paris die Zusage, dass „alle Publikationen und sonst öffentlich zugänglichen Datenträger der OECD“ der Staatsbibliothek zu Berlin weiterhin unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden,

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allerdings mit der für Depotbibliotheken obligatorischen Verpflichtung, die Kosten für den Versand zu übernehmen. Bis zum Jahresende ist die Lieferung noch nicht wieder aufgenommen worden. Als Grund wurden u. a. logistische Probleme mit der rückwirkenden Belieferung ab Januar 2001 durch den neuen britischen Auslieferer “Turpin Distribution Services Limited” genannt. Auch bei den internationalen Organisationen vollzieht sich die Entwicklung, gedruckte Veröffentlichungen durch Publikationen im Internet zu ersetzen. Der kostenlose Zugriff ist meistens gewährleistet; es stellt sich jedoch die Frage, auf wie lange Zeit die Materialien elektronisch verfügbar sein werden. Das derzeit vorherrschende Anliegen der Herausgeber, hauptsächlich die aktuelle Nachfrage zu bedienen, vernachlässigt die Aufgabe der Bibliotheken, Dokumente zu archivieren und deren langfristige Benutzung sicherzustellen. Dem Interesse der Abteilung, eine in dieser Form in Deutschland einmalige Sammlung von amtlichen Dokumenten des In- und Auslandes zu pflegen und bereit zu halten, stehen diese Tendenzen klar entgegen. Erwerbung Monographien und Serienstücke = katalogisierter Zugang (integrierter Geschäftsgang): Bibliographische Einheiten Ausländische ADS Deutsche ADS Parlamentaria Internat. Organisationen Summe 1999 1127 4601 62 949 6739 2000 1443 6311 105 571 8430 2001 999 4100 69 676 5844

Die niedrigeren Zahlen bei den deutschen und ausländischen Amtsdruckschriften sind hauptsächlich durch Personalausfall bedingt.

Zeitschriften Bibliographische Einheiten Ausländische ADS Deutsche ADS Parlamentaria Internat. Organisationen Summe 1999 2586 4906 274 513 8279 2000 2722 5045 231 452 8450 2001 2762 4635 217 304 7918

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Mikromaterial: Vor allem full set aus den USA; zum größten Teil als Sondersammlung in der Abteilung und durch Register erschlossen. Physische Einheiten Mikrofiches Mikrofilme 1999 27.780 – Digitale Medien Physische Einheiten Disketten CD-ROMs 1999 53 568 2000 22 809 2001 9 702 2000 26.136 16 2001 23.861 –

Erwerbungsstatistisch nicht in der Abteilung berücksichtigt sind die für die Kartenabteilung beschafften Karten (einschl. CD-ROMs) und andere der Abteilung zugehende Veröffentlichungen, die nicht in ihren Sammelbereich fallen oder aus sprachlichen Gründen nicht von ihr katalogisiert werden können und deshalb an die zuständigen Stellen der Bibliothek weitergegeben werden. Katalogisierung Im Rahmen des integrierten Geschäftsganges für Monographien und Serienstücke gelten die Zahlen für die Erwerbungen. Zeitschriften Titelaufnahme (ZDB) Titelneuaufnahmen 1999 1.045 2000 806 2001 899

Zahl der laufenden Zeitschriften, ohne USA-MF (Ende 2001): 12.875 (davon Parl.: 466) Zahl der laufenden Zeitschriften in Serien (Ende 2001): 1.134 Benutzung/Information Leihscheine, die amtliche Veröffentlichungen betreffen und in der Benutzungsabteilung nicht positiv erledigt werden konnten: Leihscheine Eingang positiv erledigt 1999 2362 1307 2000 1954 1075 2001 1313 800

Die Zahl der von der Abteilung insgesamt zu bearbeitenden Leihscheine ging auch im Berichtsjahr weiter zurück. Der Grund dafür dürften verbesserte bibliographische Nachweise und Zugriffsmöglichkeiten auf Volltexte im Internet sein. Die Quote der positiven Erledigungen war mit rd. 61 %. höher als in den beiden Vorjahren (rd. 55 %).

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Die Inanspruchnahme der Abteilung für mündliche und telephonische Auskünfte wird wegen des damit verbundenen Aufwandes nicht statistisch erfasst. Internationaler Amtlicher Schriftentausch Tauschpartner 2001: Belgien*, Bulgarien, Dänemark*, Estland, Finnland, Frankreich*, Großbritannien*, Indien, Israel*, Italien, Japan, Kanada*, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Moldawien, Niederlande*, Norwegen*, Österreich, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien*, Südkorea, Taiwan, Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn, USA*, Weißrussland.
* Abkommen bzw. Vereinbarungen auf Regierungsebene

Versand deutscher ADS Einzelstücke*

1999 49.972

2000 58.462

2001 49.178

*Monographien, Serienstücke, Zeitschriftenhefte, Parlamentaria, digitale Medien

Der Rückgang der Stückzahl gegenüber dem Vorjahr ist u.a. dadurch bedingt, dass die Tauschpartner Dänemark und Israel auf die Belieferung mit deutschen Amtsdruckschriften verzichtet haben. In der Versandstatistik nicht berücksichtigt sind die aus Dublettenlisten der Abteilung bestellten Monographien und Serienstücke (2001: 507 Exemplare). Diese zweimal jährlich zusammengestellten Listen erfreuen sich bei den Tauschpartnern eines regen Interesses. Öffentlichkeitsarbeit Am Jubiläumsjahr „300 Jahre Preußen” beteiligte sich die Abteilung mit einer kleinen Ausstellung zum Thema „Brandenburg heute“, die ab Anfang Mai in der Eingangshalle des Hauses Potsdamer Straße zu sehen war. Präsentiert wurden zweiunddreißig zwischen 1991 und 1999 erschienene Publikationen staatlicher und kommunaler Institutionen. Die vielfältigen Arbeiten und Planungen der Denkmalpflege und der Stadterneuerung, die Restaurierungstätigkeit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Bemühungen von Bund, Land und Gemeinden um Bestandssicherung, Modernisierung, Kulturförderung und Naturschutz lieferten das Material für diesen Rundblick auf ein seit mehr als 300 Jahren kultiviertes Erbe. Aus Anlass der Bargeld-Umstellung zum 1. Januar 2002 folgte Anfang Dezember die Ausstellung „Der EURO – EINE neue Währung für ZWÖLF Staaten“. Gezeigt wurde eine kleine Auswahl von Publikationen und anderen Materialien, die die Euro-Einführung in den vergangenen Jahren begleitet haben. Neben den in der Staatsbibliothek vorhandenen Dokumenten wurde auch Informationsmaterial aus dem Jean-Monnet-Haus – Europäisches Informationszentrum, Berlin, herangezogen. Zu der vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma erstellten Ausstellung „Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma“ (Ausstellungsraum im Haus Potsdamer Straße, 2. März – 12. April) trug die Abteilung mit einer Präsentation einschlägiger amtlicher Veröffentlichungen bei.

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Die ab 1998 in der Reihe „Das besondere Thema“ erschienenen Auswahlverzeichnisse der von der Abteilung erworbenen amtlichen Veröffentlichungen werden auch auf der Website der Abteilung als PDF-Dateien angeboten, die jeweils neueste Ausgabe in der Regel bereits vor Erscheinen des gedruckten Verzeichnisses. Ende 2001 im Internet: „Die Europäische Union“, „Kindheit und Jugend“, „Rechtsextremismus, Gewalt und Demokratie“, „Die neuen Bundesländer“ (2000), „Gleichberechtigung, Gleichstellung von Frauen und Männern“ (2000), „Deutsche Einheit, Aufbau Ost“ (2000), „DDR-Geschichte“ (1999), „Senioren“ (1999), „Menschenrechte, Menschenwürde“ (1998), „Informationstechnik“ (1998).

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ZEITUNGSABTEILUNG (III H)
Abteilungsleitung: Dr. Joachim Zeller Stellvertreter: Alexander Fiebig

Allgemeines Zur verbesserten Benutzerinformation wurden das Faltblatt der Abteilung sowie das Informationsblatt überarbeitet. Für den Lesesaalbereich wurden Informationsblätter zur Benutzung der Readerprinter, der MF-Lesegeräte und der PC‘s verfasst. Durch die Beteiligung aller Beschäftigten wurden die bis zu 5 Mehrfachexemplare der „Frankfurter Zeitung“ kollationiert. Dabei wurden mehr als 800 Bände bearbeitet, aus 170 Bänden sind einzelne Ausgaben, Seiten oder Beilagen zu entnehmen und zur Ergänzung dem vervollständigten Exemplar, das im Bestand verbleibt, beizufügen. Erarbeitet wurde ein weiterer DFG-Projektantrag zur Verfilmung der Zeitungen der ehemaligen deutschen Ostgebiete. Zur Ergänzung des lückenhaften Bestandes der SBB wurden polnische, baltische und deutsche Bibliotheken gebeten, gegebenenfalls ihre Ergänzungsbestände für eine kooperative Verfilmung zur Verfügung zu stellen. Durch die begonnene Nutzung von Magazinräumen im Westhafen durch die Benutzungsabteilung wurden die von der Zeitungsabteilung teilweise genutzten Kellermagazine 05 und 04 geräumt. In diesem Zusammenhang erfolgten weitere Bestandsverlagerungen, z. B. die Rücknahme osteuropäischer Zeitschriften, die im Westhafenspeicher gelagert waren, in das Magazin des Hauses Potsdamer Straße. In den Dachmagazinen 704 und 705 wurden zusätzliche Magazinregale ergänzend aufgestellt. Dadurch konnten nach vollständig geordneter und benutzbarer Aufstellung der Zeitungs-Bestände des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung weitere Plätze für Sortier- und Kollationierungsarbeiten geschaffen werden. Außerdem wurden einige Signaturengruppen (N.Ztg und Zsn 70 000 ff.) dort aufgestellt, um im Raum 201 Platz für die Signaturen Ztg 10 000 ff. zu schaffen. Es wurden im Lesesaal weitere 30 Leseplätze geschaffen, 2 neue MF-Lesegeräte und 1 gebrauchter Reader-Printer wurden beschafft. Für die Magazinarbeit konnten in ausreichender Zahl Bücherwagen erworben werden. Der aus Haus 2 übernommene SUBITO-Buchscanner (Omniscan 3000) konnte betriebsfähig auf- und umgebaut werden. Prinzipiell können nun originale Zeitungsbände gescannt und die Digitalisate sowohl auf Disketten oder CD-ROMs gespeichert, wie auch Ausdrucke bis zum Format DIN A2 hergestellt werden. Um diese Leistung jedoch standardmäßig den Benutzern anbieten zu können, sind Entgelt-Regelungen wie auch Festlegungen zum Personaleinsatz erforderlich. Der Einsatz des OMNISCAN 3000 erfolgte bisher nur in besonderen, dringenden Fällen oder für umfangreiche Recherche-Vorhaben – jeweils immer mit sehr guten Ergebnissen (z. B. für ein Projekt zur Erfassung deutschsprachiger japanischer Literatur-, Theater- oder Musik-Rezensionen für die Tokioter Universität).

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Der Kapazität des CD-ROM-Server wurde für den wachsenden CD-ROM-Bestand ausreichend erweitert. Zwei zusätzliche PC für die Mitarbeiter der Ablage/Einbandstelle und des Magazins wurden installiert, können allerdings noch nicht an das Abteilungs-Intranet angeschlossen werden. Ebenfalls wurde der Laptop der Zeitungsabteilung für die Bearbeitung von Access-Datenbanken genutzt. Es gelang bisher allerdings nicht, die Verlässlichkeit rechnergestützter Arbeiten und des Datenzugriffs für Benutzer wie für Mitarbeiter ausreichend stabil zu gewährleisten. Im Bereich des mittleren Dienstes konnten auch im vergangenen Jahr die dringend erforderlichen Stellenerweiterungen nicht erfolgen. Weder wurde die halbe Stelle der Bearbeiterin des Filmmagazins erweitert, noch konnte die Stelle für einen zweiten Magaziner der Zeitungsabteilung geschaffen werden. Erfolgreicher verlief dagegen die Zusammenarbeit mit Sozialämtern und Projektgesellschaften des Landes Berlin, wodurch Jahresverträge mit Sozialamtskräften abgeschlossen oder maximal verlängert werden konnten sowie neue Projektkräfte der Abteilung zugewiesen wurden. Nur durch die Einbeziehung dieser zusätzlichen, zeitweise bis zu 12 Arbeitskräfte in den Magazin-und Bereitstellungsdienst konnten personelle Probleme (durch Krankheit, Urlaub, Fortbildung) der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Abteilung überbrückt werden: Außerdem wurden dadurch im Magazin Neuaufstellungs-, Rückund Revisionsarbeiten größeren Umfangs möglich. Vier SAM-Kräfte werden für Kollationierungsarbeiten eingesetzt werden. Erwerbung Nochmals erfolgte in Abstimmung mit der Benutzungsabteilung, dem Herder-Institut Marburg sowie der Bayerischen Staatsbibliothek München eine Abbestellung osteuropäischer Zeitungen. Die ungünstige Währungsentwicklung sowie die z. T. immensen Preissteigerungen ausländischer Titel (im Mittel +25%, bei Mikrofilmen mehr als 30%!) führen bei dem im Prinzip stagnierenden Etat der Zeitungsabteilung zu einer zunehmenden Ausdünnung des Sammelschwerpunktes. Wiederholt, aber bisher ergebnislos, wurde auf diese Disparitäten der Etatverteilung hingewiesen. In Abstimmung mit den betroffenen Sonderabteilungen wurden ca. 60 osteuropäische und orientalische Zeitungen zur Abbestellung ab 2002 ausgewählt. Fortgesetzt wurde die Bestandsübernahme afrikanischer Zeitungen aus dem Hamburger Institut für Afrikakunde mit wiederum mehr als 30 Titeln, die zwar lückenhaft vorhanden, aber ansonsten in Europa nicht nachgewiesen sind. Mehrere Angebote zur Bestandsübernahme von Bibliotheken, u. a. auch aus der Speicherbibliothek des Landes Nordrhein-Westfalen in Bochum wurden geprüft. Aus der westfälischen Universitäts-und Landesbibliothek Münster wurde die in Deutschland nur in einem Exemplar nachgewiesene „Gevelsberger Zeitung“ übernommen. Durch Antiquariats-Kauf konnten mehrere Jahrgänge der unikalen „Riga’schen Börsen- und Handelszeitung“ erworben werden. Zusätzlich konnte zu einem besonders günstigen Preis der „Official Index to the Times“ 1906–1980 erworben und in das CD-ROM-Angebot integriert werden.

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Anzahl der Titel davon ausländ. Titel davon dt. Titel Bände Ausgaben in DM – DFG-Mittel in DM – Eigenanteil in DM – Bindekosten in DM

1999 487 375 112 2.852 252.941 85.000 167.941 103.976

2000 526 398 128 2.442 291.709 85.000 206.709 91.037,99

2001 417 362 55 1.850 376.000 121.000 255.000 72.991,83

Erschließung Neben der laufenden Titel- und Bestandsbearbeitung in der ZDB wurden die Umsignierungsarbeiten fortgesetzt. Ab Jahrgang 2001 erhalten die laufenden Zeitungen, Neuerwerbungen und Mikrofilme Ztg 10 000 ff. – Signaturen. Ebenfalls Umsignierungen ergaben sich aus den Kollationierungsarbeiten, da die verbleibenden Bestände einheitliche Signaturen erhalten. Bei der „Frankfurter Zeitung“ deren Kollationierung abgeschlossen werden konnte, gab es bis zu 5 unterschiedliche Exemplare mit unterschiedlichster Provenienz. Auch die kollationierten Bände der „Vossischen Zeitung“ wurden unter eine Signatur gestellt. Das Ziel, aus der unübersichtlichen Fülle der ZDB-Bestandssätze mit Splitterbeständen und Lücken möglichst einen kompletten Bestandssatz anzulegen, konnte bei diesen (wenigen) Titeln erreicht werden. Leider war es auch im vergangenen Jahr nicht möglich, die für diese Umsignierungsprozesse erforderliche Datenbank zu erstellen. Benutzung 1999 8.156 44.793 9.380 13.349 21.864 9.971 1.055 3.285 1.078 873 1.345 3.039 3.616 469 2000 7.362 44.054 8.653 9.814 24.516 14.629 1.093 3.068 891 1.107 1.071 3.161 3.715 486 2001 7.692 38.593 9.037 6.674 22.901 15.352 1.388 2.995 811 1.166 1.059 3.620 3.482 665

Benutzer Bereitstellungen insgesamt – davon Bände – davon ungeb. Ausg. – davon Mikroformen Leihscheine neg. Fernleihscheine – davon Kopien – davon Filme – davon neg. mündliche Auskunft telefonische Auskunft schriftliche Auskunft

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Auf den ersten Blick bedenklich erscheint der anhaltende Trend sich verringernder Benutzungszahlen. Man muß dazu aber den zunehmenden Einfluß digitaler Medien berücksichtigen. Bereits im Vorfeld kann der interessierte Leser in der ZDB recherchieren, ob gesuchte Zeitungen in der Staatsbibliothek vorhanden sind. Auch sachliche Recherchen lassen sich via Internet erledigen, wodurch oft eine Einschränkung des Recherche-Umfangs möglich wird. Die Zahl der schriftlichen Anfragen (davon nahezu 50 % via e-mail) ist wesentlich gestiegen. Der rückläufige Trend fällt besonders bei der Bereitstellung ungebundener Zeitungen auf. Dazu trägt sicher das Angebot vieler aktueller Zeitungen im Volltext im Internet bei, die oft auch problemlos ausgedruckt werden können. Viele frühere Leser der aktuellen Auslage des ZLS besuchen uns nicht mehr, da sie ihre Lektüre am heimischen Computer erledigen können. Aber auch die zeitnahen Verfilmungen vieler Zeitungen erübrigen oft die Bereitstellung der ungebundenen OriginalZeitungen. Da aus den Original-Zeitungen nicht kopiert werden kann, wenden sich auch viele Leser bei Titeln wie „Tagesspiegel“ oder „Berliner Morgenpost“ an Bibliotheken, die ihre Zeitungen nicht archivieren. Sowohl die Verfilmung der historischen Zeitungsbestände, wie auch der Erwerb von Mikrofilmen reduziert die Bereitstellung der Originalbände. Die Benutzungsmöglichkeit einiger Zeitungen (TAZ ab 1986, Spiegel ab 1989, FAZ ab 1993 u.a.m.) hat ebenfalls zu geringerer Benutzungsfrequenz bei Originalbänden und Filmen geführt, auch wenn die CD-ROMs keine Anzeigen etc. enthalten. Die CD-ROM-Nutzung wird statistisch noch nicht erfaßt. Die relative Konstanz der Filmnutzung, trotz eines ständig wachsenden Angebotes, ist neben den digitalen Medien auch dadurch zu erklären, dass viele Mikrofiches inzwischen durch Mikrofilme ersetzt wurden, bei denen bei gleichem Umfang die Zahl der benutzten Einheiten wesentlich geringer ist. Auch bei der Fernleihe bestätigt sich der Trend vom Original (d. h. hier von der Kopie vom Original) zum Mikrofilm. Bestandserhaltung Die hochwertige Einbandreparatur der kleinformatigen (auf holzfreiem Papier gedruckten) Bände der „Haude-Spenerschen Zeitung“ konnte abgeschlossen werden. Die Einbandreparatur der entsprechenden Bände der „Vossischen Zeitung“ wurde fortgesetzt. Trotz diverser Finanzierungsprobleme konnte das Verfilmungsprojekt „Berliner Regionalzeitungen“ durchgeführt werden. Ein weiteres DFG-Verfilmungs-Projekt „Zeitungen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten“ wurde vorbereitet. Von der für die Zeitungsabteilung tätigen Reprowerkstatt des Mikrofilm-Centers konnten im Laufe des Jahres 1727 Bände von 186 Titeln (das entspricht 966 Original- und 1932 Diazo-Filmen) als Sicherheitsverfilmung mit DFG-Mitteln verfilmt werden. Die Gesamtkosten betrugen 205.758,84 DM. Aus Eigenmitteln wurden Schutzverfilmungen von 18 Titeln in 304 Bänden (jeweils 116 Original- und DiazoFilme) durchgeführt. Hier betrugen die Gesamtkosten 27.029,30 DM.

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Öffentlichkeitsarbeit Die Abteilung wirkte aktiv in der REGAG (Regionale Arbeitsgruppe Zeitungen Berlin/Brandenburg) mit, der Abteilungsleiter nahm an den Arbeitstagungen teil. Insgesamt etwa 20 Gruppen- und Einzelführungen wurden im Jahr 2001 durchgeführt. Die Zeitungsabteilung wirkte an zwei „Tagen des Offenen Denkmals“ mit und veranstaltete eine Ausstellung zum „Preußenjahr“.

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KINDER- UND JUGENDBUCHABTEILUNG (III K)
Abteilungsleiterin: Carola Pohlmann Stellvertreterin: Ursula Henning

Allgemeines Nach anfänglichen Umstellungsproblemen in der Sacherschließung haben sich die Titelaufnehmerinnen der Abteilung in die Regelwerke und die speziellen Erfordernisse zur Sacherschließung von Kinder- und Jugendliteratur eingearbeitet. Probleme konnten mit Unterstützung des Referats Sacherschließung in II B gelöst werden. Im Berichtsjahr wurde mit der Bearbeitung der 3000 Bände umfassenden Sammlung amerikanischer Kinderbücher begonnen, die im Dezember 2000 von der Martin-Luther-Universität Halle als Geschenk übernommen worden war. Diese Erwerbung stellt eine wesentliche Bereicherung des Bestandes an englischsprachigen Kinderbüchern dar. Da durch die zusätzliche Bearbeitung dieser Bände die notwendigen Ankäufe nicht vernachlässigt werden dürfen, wird die Einarbeitung der Sammlung voraussichtlich erst im Jahre 2003 abgeschlossen werden können. Im Oktober 2001 konnte die Sekretariatsstelle der Abteilung (20 Wochenstunden) nach einem Jahr Vakanz wieder besetzt werden. Die Neubesetzung bringt eine wesentliche Entlastung für die Mitarbeiterinnen mit sich, die bisher die im Sekretariat anfallenden Arbeiten zusätzlich erledigen mußten. Im September 2001 konnte für ein Jahr eine ABM-Kraft eingestellt werden, die den Rara-Bestand der Abteilung systematisch auf Schadensfälle durchsieht und erste bestandserhaltende Maßnahmen einleitet. Eine Fortsetzung dieser Maßnahme über ein Jahr hinaus ist wünschenswert. Bestand und Erwerbung 1999 Bestand in Bänden Erwerbungsmittel in DM Erwerbung in bibliographischen Einheiten Antiquarische Erwerbungen 146.117 180.000 3.411 1.038 2000 149.054 190.000 2.937 608 2001 152.870 180.000 3.816 1.399

Im Berichtsjahr konnte die Erwerbung nochmals um fast 1.000 Titel gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Ein Grund dafür ist die Einarbeitung der Sammlung amerikanischer Kinderbücher (s. unter Allgemeines). Daraus erklärt sich auch die starke Erhöhung der antiquarischen Erwerbungen, die in Kontrast zu den kontinuierlichen Preissteigerungen auf dem Antiquariatsmarkt steht. Durch Ankäufe allein können so große Titelmengen gegenwärtig nicht erworben werden.

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Besondere Erwerbungen 1. Byl jeden domeček. Obrázková kniha pro malé děti. – v Prace: Vyd. Děditsví Komenského, 1905. Berühmtes tschechisches Jugendstilbilderbuch. 2. Im zoologischen Garten: ein Bilderbuch zum Aufstellen. – Eßlingen, München: Schreiber, 1899. Seltenes Aufstellbilderbuch, das einen Höhepunkt in der Entwicklung der deutschen Spielbilderbücher darstellt. 3. Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus: Nussknacker und Mäusekönig : Ein allerliebstes Kindermärchen nach E.T.A. Hoffmann oder Neueste Bilderlust in 10 fein illuminierten Kupfertafeln nach Original-Zeichnungen von P. C. Geissler. – Nürnberg: Zeh, um 1845. Die gedruckte Ausgabe wird ergänzt durch acht der originalen lavierten Federzeichnungen von Peter Carl Geissler, der zu den bekanntesten Buchkünstlern seiner Zeit gehörte. Außerdem wurden im Berichtsjahr Teile der Nachlässe der Kinderbuchillustratoren Ingeborg Meyer-Rey und Bernhard Nast als Dauerleihgaben für die Sammlung der Originalillustrationen übernommen. Katalogisierung 1999 3.032 2000 3.141 2001 3.818

Bei der Titelaufnahme und Sacherschließung gibt es keine Bearbeitungsrückstände. Benutzung / Information 1999 Zahl der Benutzer Anzahl d. ben. Bestandseinheiten Fotoaufträge Leihverkehr 2.646 5.395 258 467 2000 2.298 5.002 494 535 2001 2.463 7.255 351 537

Bestandserhaltung Im Bereich der Bestandserhaltung konnten 2001 mehrere wichtige Projekte begonnen werden. So wurden 228 Bände kostbare historische Kinderbücher neu gebunden, 183 Bilderbogen wurden restauriert und ca. 300 NOMI-Boxen zur Aufbewahrung besonders wertvoller historischer Kinderbücher beschafft. Ein besonderes Problem stellt die Restaurierung von Spielbilderbüchern dar. Im Berichtsjahr konnten 20 Objekte an einen Restaurator vergeben werden. Diese anspruchsvollen restauratorischen Arbeiten werden in Zusammenarbeit mit der Abteilung II F vergeben und können nur von einigen wenigen Firmen ausgeführt werden, die sich auf diese Bücher spezialisiert haben. 2001 konnte erstmals eine größere Anzahl dieser Bände wiederhergestellt werden.

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Im Rahmen der Buchpatenschaften des Vereins der Freunde der Staatsbibliothek wurden 2001 neun wertvolle Kinderbücher restauriert. Besondere Bereiche der Abteilung Das 1999 begonnene Projekt zur Digitalisierung der Bilderbogensammlung wurde wie geplant im Mai 2001 abgeschlossen. 2002 soll mit der inhaltlichen Erschließung der Bilderbogen in einer Datenbank begonnen werden. Die Datenbank der Bilderbogen wird auf der Grundlage der in der Handschriftenabteilung bereits vorhandenen Einblattdatenbank erstellt.

Öffentlichkeitsarbeit Ausstellungen der Abteilung Die Ausstellung „GeschichtsBilder : Historische Jugendbücher aus vier Jahrhunderten“, die im Sommer des Jahre 2000 in der Staatsbibliothek zu sehen war, wurde vom 27. 9. bis 10. 10. 2001 in der Universität Wien gezeigt. Folgende Ausstellungen wurden durch Leihgaben aus der Kinder- und Jugendbuchabteilung unterstützt: 1. „Wo Kinder sind, da ist ein goldenes Zeitalter“ : Kinder und Kindheit im 18. Jahrhundert – 3.12. 2000–31.7.2001 in der Forschungsstätte für Frühromantik in Oberwiederstedt. 2. „Illustrationen von Erich Hölle“ – 11. 5. 2001–1. 7. 2001 im Museum der Stadt Penzberg. 3. „Geschichte der Zeitmessung“ – 24. 4. 2001–24. 8. 2001 im Stadtmuseum Halle. 4. „Es war einmal ... Ludwig Bechstein (1801–1860)“ – 10. 9. 2001–10. 4. 2002 Meininger Museen. Veranstaltungen: 1. Am 24. 4. 2001 wurde in der Staatsbibliothek der 75. Geburtstag der Illustratorin Eva Johanna Rubin mit einer Feierstunde begangen. Zu dieser Veranstaltung waren Kinderbuchautoren, Illustratoren, Forscher, Sammler und Freunde der Künstlerin eingeladen. 2. Am 23. 5. 2001 hielt die Abteilungsleiterin einen Vortrag zum Thema „Naturwissenschaft und Technik im Kinderbuch um 1800“ in der Forschungsstätte für Frühromantik in Oberwiederstedt. 3. Am 28. 11. 2001 hielt die Abteilungsleiterin in Magdeburg einen einführenden Vortrag zum Werk der Illustratorin Eva Johanna Rubin anlässlich einer Ausstellung der Künstlerin.

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IFLA 2003 BERLIN SEKRETARIAT
Generalsekretärin: Barbara Schleihagen Konferenzkoordinator: Christoph Albers

IFLA 2003 Berlin Konferenz Der Kongress mit dem Thema: „Bibliothek als Portal: Medien – Information – Kultur“ wird vom 1. bis 9. August 2003 im Internationalen Congress Centrum (ICC) Berlin stattfinden. Die große Bedeutung dieser Veranstaltung wird durch die Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Johannes Rau unterstrichen. Es werden mehr als 3.000 Teilnehmer aus aller Welt erwartet. Veranstalter ist die Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände e.V. (BDB) im Auftrag der IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions). Allgemeines Die Konferenz der IFLA findet jedes Jahr im Sommer in einem anderen Teil der Welt statt und kommt nun nach 20 Jahren wieder nach Deutschland. Die Konferenz ist das wichtigste Forum für das Fachprogramm der IFLA und auch der Treffpunkt für die Ratsversammlung, die als Vertretung aller Mitglieder das höchste Organ der IFLA ist. Der Zuschlag an Berlin wurde vergeben nach Einladung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und nach offizieller Bewerbung durch die BDB, des Dachverbands der bibliothekarischen Verbände in Deutschland. Für die Vorbereitung der Konferenz hat die BDB ein IFLA 2003 Nationales Organisationskomitee, bestehend aus 17 Personen, eingesetzt, dem der Sprecher der BDB, Dr. Georg Ruppelt, als Präsident vorsteht. Für die Koordination und Organisation der Konferenz wurde im Juli 2000 ein IFLA 2003 Berlin Sekretariat an die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz angegliedert. Das Sekretariat nutzt

Das IFLA 2003 Berlin Nationales Organisationskomitee

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die Infrastruktur (EDV, Telekommunikation, Informationen, Ausstattung, Material) der Staatsbibliothek, ist jedoch nicht in deren Organisations- und Verwaltungsstruktur eingebunden, sondern hat einen unabhängigen Gaststatus. Das Sekretariat ist in unmittelbarer Nähe zur Staatsbibliothek, Haus 2, in der Sigismundstr. 8–9, dem Gebäude des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, untergebracht. Personal Das Sekretariat besteht zur Zeit aus zwei Personen und wird von der Generalsekretärin geleitet. Zu einem späteren Zeitpunkt wird es bis Konferenzende um zwei weitere Stellen aus der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und der Staatsbibliothek zu Berlin aufgestockt werden. Das Personal ist fachlich der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände e.V. unterstellt, dienstrechtlich jedoch dem Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin. Für die Zeit bis Konferenzende arbeitet die Generalsekretärin für die IFLA 2003 Konferenz in einem befristeten Vertragsverhältnis mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Konferenzkoordinator ist als früherer Mitarbeiter des Ehemaligen Deutschen Bibliotheksinstituts unmittelbar der für Kultur zuständigen Senatsverwaltung unterstellt. Aktivitäten Zu den wichtigsten Aufgaben im Berichtszeitraum gehörte neben der Einwerbung finanzieller Mittel bei öffentlichen Einrichtungen und Firmen (ein Sponsorenhandbuch mit Details zur Konferenz und zu Fördermöglichkeiten liegt in deutscher und englischer Sprache vor) die Informations-und Öffentlichkeitsarbeit. Mit einem Ausstellungsstand auf dem Bibliothekartag in Bielefeld, auf der IFLA-Konferenz in Boston und auf der Frankfurter Buchmesse sowie durch Beiträge in der Fachpresse, einer eigenen Website für die IFLA in Deutschland und Konferenzseiten auf der IFLA-Website, einer speziellen Mailingliste, laufenden Werbeanzeigen und mit Hilfe des IFLA 2003-Logos, das sich auf der Homepage von vielen Bibliotheken und den Bibliotheksverbänden befindet, wurde die Fachöffentlichkeit über die bevorstehende Konferenz und die IFLA informiert. Diese Aktivitäten fanden Ergänzung durch verschiedene Vorträge und regelmäßige Berichte über den Stand der Vorbereitungen auf den Sitzungen verschiedener Bibliotheksverbände bis hinab auf die Landesebene. Zusätzlich wurde eine kleine Seminarreihe in Zusammenarbeit mit dem Referat Weiterbildung der Freien Universität Berlin begonnen, in der verschiedene Initiativen der IFLA ausführlicher vorgestellt werden. Ergänzt wurden diese Informationsangebote durch eine offizielle Konferenzankündigung, die in hoher Auflage gedruckt und im Inland und Ausland verteilt wurde. Die Erste Ankündigung erschien im August 2001, eine endgültige Ankündigung mit Anmeldeformular wird im August 2002 vorliegen. Das eigentliche Fachprogramm der IFLA-Konferenz wird nicht von einem Programmkomitee in Deutschland, sondern in den einzelnen IFLA-Sektionen festgelegt. Die konkrete Planung für die Berliner Konferenz erfolgt auf der IFLA-Konferenz im August 2002 in Glasgow, gefolgt von entsprechenden Calls for Papers. Im Vorfeld brachte das IFLA 2003-Sekretariat Vortragvorschläge deutscher Referenten in den einzelnen Sektionen ein. Obwohl die IFLA-Sektionen bei ihren Planungen weitgehend selbständig sind, ist es in einigen Fällen gelungen, den deutschen Vor-

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schlag zu integrieren. Für den Festredner und für die Gastvorträge, die vom Nationalen Organisationskomitee vorgeschlagen werden, gibt es bereits konkrete Vorstellungen, ebenso wie für das Programm der Eröffnungs- und Schlussveranstaltung. In Vorbereitung ist auch eine deutsch-englische Publikation, die das deutsche Bibliothekswesen speziell mit Blick auf die ausländischen Gäste vorstellt. Zusätzlich werden Berliner und Brandenburger Bibliotheken und Informationseinrichtungen in Auswahl in einem zweisprachigen Wegweiser präsentiert, der als praktischer Leitfaden bei individuellen Besuchen dienen kann. Auch wird während der Konferenz traditionsgemäß die Bibliothekslandschaft vor Ort mit halb- oder ganztägigen Führungen durch Bibliotheken aller Sparten vorgestellt. Die entsprechenden Bibliotheken wurden angeschrieben und eingeladen, diese Besuche in ihren Häusern zu organisieren. Mit dem Konferenzmanager K.I.T. GmbH, der auch für die Teilnahmeregistrierung, Hotelbuchung und das Projektmanagement zuständig ist, wurde ein Vertrag über die Organisation der begleitenden Fachausstellung abgeschlossen. Erfreulich ist das schon jetzt rege Interesse der Firmenwelt, sich auf diese Weise an der IFLA 2003 zu beteiligen. Für einen reibungslosen Konferenzablauf werden auch die über 200 ehrenamtlichen Helfer sorgen. Bisher haben sich bereits über 100 Personen für diese Aufgabe gemeldet. Das erste umfassende Konferenzbudget wurde im Juni 2001 aufgestellt, im IFLA 2003 NOK besprochen und anschließend umfassend aktualisiert. Weitere Anpassungen werden vorgenommen, sobald konkrete Zahlen bekannt werden. Das Budget basiert auf angenommenen Teilnehmerzahlen von 2500, 3000 und 3500. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 1,5 Mio. Euro. Auch das kulturelle Leben in Berlin und Deutschland wird den Konferenzteilnehmern durch eine Stadtführung, Samstagsausflüge und mehrtägige Vor- und Nachkonferenz-Reisen näher gebracht. Das entsprechende Programm hierfür wurde im Berichtszeitraum erarbeitet. An zwei Abenden werden die Konferenzteilnehmer zu einem Empfang in einem Berliner Museum und zu einem Kulturfest in der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, eingeladen. Die Vorbereitungen für das abwechslungsreiche Festprogramm sind im Berichtszeitraum voll angelaufen. Durch die geographische Nähe zu Berlin sollen verstärkt Kollegen aus Mittel- und Osteuropa für die Teilnahme an der Konferenz gewonnen werden. Dazu wurden verschiedene Kontakte vor allem nach Polen und Ungarn aufgenommen. Öffentlichkeitsarbeit Im Berichtszeitraum wurden 10 Pressemitteilungen verfasst und versendet. Zusätzlich wurden vier Vorträge zur IFLA, zur internationalen Arbeit und zur IFLA 2003 Berlin Konferenz gehalten, sowie über die Vorbereitungen der IFLA 2003-Konferenz bei Sitzungen verschiedener Verbände, deren Sektionen und Landesverbänden und auf einer Sitzung der KMK AG Bibliotheken berichtet. Zusätzlich wurde eine Vortragsveranstaltung zur IFLA im Rahmen des Besuchs der IFLA-Präsidentin und des IFLA-Generalsekretärs am 13. März 2001 in Zusammenarbeit mit der FU Berlin, Referat Weiterbildung und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin organisiert. Auf folgenden Tagungen und Konferenzen präsentierte sich das IFLA 2003-Sekretariat mit einem Ausstellungsstand: 91. Deutscher Bibliothekartag Bielefeld vom

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2.–5. April 2001, 67. IFLA-Generalkonferenz und Ratsversammlung Boston vom 16.–25. August 2001, Frankfurter Buchmesse 2001 vom 10.–15. Oktober 2001. Die neue Website „Die IFLA in Deutschland“ wurde am 4. Mai 2001 freigeschaltet. Sie wurde seitdem laufend aktualisiert. Die offizielle Konferenzwebsite IFLA 2003 Berlin liegt bei IFLANET und wird seit November 2000 in Deutsch und Englisch gepflegt. Die IFLA 2003-Mailingliste wurde ebenfalls im Vorjahr in Betrieb genommen, die Zahl der Listenteilnehmer beträgt 252 (Stand: 5. 12. 2001). Die Mailingliste informiert über die Vorbereitungen zur IFLA 2003-Konferenz in Berlin und dient gleichzeitig als Informationsdienst für Mitteilungen des IFLA-Nationalkomitees. Sie ist eine moderierte Liste für Ideen, Anregungen, Diskussionen und Informationen rund um die IFLA in Deutschland. Die Mailingliste wird vom IFLA 2003 Berlin Sekretariat betreut. (Informationen und Anmeldung unter: http://wwwm.sbb.spkberlin.de/m/ifla-2003.html). Sekretariat des IFLA Nationalkomitees Die Aufgaben des Sekretariats für das IFLA Nationalkomitee wurden dem IFLA 2003 Berlin Sekretariat bis Ende 2003 übertragen, um alle Aktivitäten für die IFLA Arbeit in Deutschland auch weiterhin zentral betreuen zu können. Unter http://www.ifla-deutschland.de informiert die Website „IFLA in Deutschland“ über die Arbeit des IFLA Nationalkomitees, über die Mitglieder der IFLA in Deutschland, die Vorbereitungen zur IFLA 2003-Konferenz in Berlin, und stellt erste Informationen über die IFLA in deutscher Sprache zusammen. Von dieser Website können auch viele Fachartikel zur IFLA abgerufen werden. Am 2. Februar fand die jährliche Sitzung des Nationalkomitees bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn statt. Weitere Aufgaben Die Generalsekretärin wurde vom Vorstand des DBV als Vertreterin des DBV im Fachgremium „Bibliothek & Information International (BII)“, vormals Bibliothekarische Auslandsstelle benannt.

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LITERATURVERZEICHNIS
laufende Veröffentlichungen Zweijahresbericht 1999/2000. / Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz / hrsg. vom Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. – Berlin 2001 Mitteilungen / Staatsbibliothek zu Berlin. – N.F. 10, 2001, H. 1-2 Ausstellungskataloge / Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; N.F. 43–45 Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Bd. 12–13

Einzelveröffentlichungen „Als Schauspieler fühle ich mich“ : Gustaf Gründgens (1899–1963). Ein Berliner Symposium / hrsg. von Erika Fischer-Lichte und Dagmar Walach und mit Unterstützung der Freunde der Staatsbibliothek. – Berlin : Bostelmann & Siebenhaar, 2001. (Als Neujahrsgabe 2001 für die Mitglieder des Vereins der Freunde der Staatsbibliothek.) Architekturwettbewerb : Staatsbibliothek zu Berlin; ein neuer Lesesaal für das Haus Unter den Linden / hrsg. von Staatsbibliothek zu Berlin; Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Konzeption und Redaktion: Matthias Vollmer, Daniela Lülfing, Olaf Asendorf. – Berlin : jovis Verlag, 2001. Auswählen, verwalten, dienen: Dienstprotokolle aus der Amtszeit Adolf von Harnacks an der Königlichen Bibliothek / Preußischen Staatsbibliothek 1905–1921 / Bearb. u. komm. von Friedhilde Krause. – Wiesbaden: Reichert 2001 (Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Bd. 12) Maizière, Lothar de; Jammers, Antonius: Bevor Berlin zur Weltstadt wurde. Die Residenz in Fotografien von Leopold Ahrendts / hrsg. von Stiftung Denkmalsschutz Berlin & Staatsbibliothek zu Berlin. – Berlin : Braun, 2001. 103 S. Planen und Gestalten : Festgabe für Günter Baron anlässlich seines Ausscheidens aus dem Amt des Ständigen Vertreters des Generaldirektors der Staatsbibliothek zu Berlin / hrsg. von Antonius Jammers. – Wiesbaden: Reichert 2001 (Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Bd. 13) Goethe-Berlin-Mai-1778 : sechs Tage durch die preußische Residenzstadt. Ausstellung im Preußenjahr 2001, 27. April bis 9. Juni 2001. Haus Unter den Linden. Text: Siegfried Detemple. – Wiesbaden : Reichert, 2001 (Ausstellungskataloge, N.F. 43) Karl Foerster: Vom großen Welt- und Gartenspiel. Hrsg. von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Begleitheft zur Ausstellung. Idee, Konzept und Realisation: Sonja Dümpelmann.- Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin, 2001. Bach Patronat Nachrichten / Hrsg.: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. – Ausgabe 5. 2001. – Berlin

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Katalogabteilung Hädrich, Günter: Alphabetische Katalogisierung und Sacherschließung, in: Zehn Jahre PICA in Niedersachsen. Skizzen eines Erfolgs. Aus Anlaß der 5. Verbundkonferenz (…) Vom 11.-12. September 2001 in Göttingen. Redaktion: Elmar Mittler, Göttingen: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek 2001 (= Göttinger Bibliotheksschriften, 16), S. 142–145 Junger, Ulrike: „Ist mehr drin?“ Defizite und Chancen bei der Nutzung von Sacherschließungsdaten : Bericht von einem Workshop in Hannover, in: -mb- Mitteilungsblatt der Bibliotheken in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, H. 119, Juni 2001, S. 1a–6a Junger, Ulrike: Datenmigration, in: Zehn Jahre PICA in Niedersachsen. Skizzen eines Erfolgs. Aus Anlaß der 5. Verbundkonferenz (…) Vom 11.–12. September 2001 in Göttingen. Redaktion: Elmar Mittler, Göttingen: Niedersächsische Staatsund Universitätsbibliothek 2001 (= Göttinger Bibliotheksschriften, 16), S. 145–150

Abt. Historische Drucke Einbandforschung : Informationsblatt des Arbeitskreises für die Erfassung und Erschließung Historischer Bucheinbände (AEB) / hrsg. im Auftrag der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. – Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Heft 8. 2001–Heft 9. 2001. Der reale Nutz : angewandte Wissenschaften in Preußen im 18. Jahrhundert. Ausstellung vom 4. Juli bis 4. August 2001. Text: Regina Mahlke. – Wiesbaden : Reichert, 2001. – 170 S. (Ausstellungskataloge, N.F. 44)

Abt. Überregionale Bibliographische Dienste II E aktuell : Mitteilungen aus der Abteilung Überregionale Bibliographische Dienste. II E. – Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. 18. 2001. 19. 2001. ISMN Newsletter / Edited by Staatsbibliothek. ISMN Agency. – Berlin. – 11.2001 Internationale Bibliographie der Bibliographien 1959–1988 (IBB) / hrsg. von Hartmut Walravens. Bd. 7. – München : Saur. 2001. Internationale Zeitungsbestände in deutschen Bibliotheken : ein Verzeichnis von 54.000 Zeitungen, Amtsblättern und zeitungsähnlichen Periodika mit Besitznachweisen und geographischem Register / hrsg. von Hartmut Walravens. 2 Bde. 3. Ausg. – München : Saur, 2001. 2287 S.

150

Abt. Bestandspflege und Reprographie Böhrenz, Hartmut: Bestandserhaltung in wissenschaftlichen Bibliotheken. In: Planen und Gestalten: Festgabe für Günter Baron.../ Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz. Hrsg. Von Antonius Jammers. – Berlin, 2001. – S.57-64. (Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Bd.13)

Handschriftenabteilung Breslau, Ralf: Ein Fund und eine Neuerwerbung zum Grimm-Nachlass der Staatsbibliothek zu Berlin, in: Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft 7 (1997), Kassel 2001, S. 97–100. Gantert, Klaus: Die Bibliothek des Freiherrn Joseph von Laßberg. Ein gescheiterter Erwerbungsversuch der Königlichen Bibliothek zu Berlin in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit einem Vorwort von Volker Schupp. – Heidelberg 2001 (Beihefte zum Euphorion, Bd. 42). Lieder, Hansjörg: MALVINE and LEAF projects promote library sharing in Europe, in: OCLCV Newsletter No. 254 (Nov./Dec. 2001), p. 9–10 (Online version unter http://www2.oclc.org/oclc/pdf/news254.pdf). Nickel, Holger: Eine ,Krönung Maximilians‘ neu in der Inkunabelsammlung, in: Mitteilungen N.F. 10 (2001), Nr. 1, S. 172–174 Nickel, Holger: Die Einbände der Kartause Buxheim in der Sammlung Helmut N. Friedlaender, in: Einbandforschung 9 (2001), S. 62–64. Overgaauw, Eef: Die Bedeutung von Faksimiles für die Handschriftenkunde, in: Staatsbibliothek zu Berlin. Mitteilungen N.F. 10 (2001), S. 288–293. Overgaauw, Eef: Neue Konzepte der Handschriftenerschließung in Deutschland, in: Gazette du livre médiéval Nr. 38 (2001), S. 50–54. Schipke, Renate: Hermann Hesse und Carl Busse. Genese eines frühen Gedichtbandes (1902), in: editio 15 (2001), S. 187–190. Weber, Jutta: MALVINE, LEAF and Kalliope: Some co-operation Models, in: http:// www.leidenuniv.nl/wgbw/Weber.pdf. Weber, Jutta: The European way of presenting modern manuscripts and letters in the Internet. MALVINE, Kalliope and LEAF, in: IFLA. Section on rare books and manuscripts. Newsletter. Summer 2001, S. 7–11. Weber, Jutta: MALVINE, KALLIOPE und LEAF. Neue Strukturen in der Vernetzung von Daten der europäischen Kulturgeschichte, in: Editio 15 (2001), S. 177–186. Weber, Jutta: MALVINE, KALLIOPE und LEAF. Ein Konzept zur Bildung von Infrastruktur in Europa zur Vermittlung von grundlegenden Daten der europäischen Kultur, in: ZfBB 2 (2001), 151–153. Winter, Ursula: Die Manuscripta Magedeburgica der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Teil 1: Ms. Magdeb. 1–75. – Wiesbaden: Harrassowitz 2001 (Staatsbibliothek zu Berlin. Kataloge der Handschriftenabteilung. Hrsg. v. Eef Overgaauw. Erste Reihe: Handschriften, Band 4, Teil 1)

151

Musikabteilung Carl Maria von Weber, wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl : Eine Dokumentation zum Opernschaffen. Ausstellung anläßlich des 175. Todestages des Komponisten vom 5. Dezember 2001 bis 12. Januar 2002 der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Katalog: Joachim Veit, Frank Ziegler unter Mitarbeit von Eveline Bartlitz. – Wiesbaden : Reichert, 2001. (Ausstellungskataloge / Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; N.F. 45)

Kartenabteilung Bibliographica Cartographica / hrsg. von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz in Verbindung mit der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e.V. Red.: Lothar Zögner. – München : Saur. Bd. 27. 2000–2001 Crom, Wolfgang: IKAR: Migration und Fortführung der Altkartendatenbank. – In: Bibliotheksdienst. – 35. 2001. – S. 347–348 Zögner, Lothar: Kartographische Sammlungen in Berlin : Geschichte, Standorte, Informationen / hrsg. von Lothar Zögner. – 1. Aufl. – Gotha : Perthes, 2001 ( = Kartensammlung und Kartendokumentation ; 12)

Osteuropaabteilung ABDOS-Tagung. – 30. Thorn, 4. 6.–7. 6. 2001. Referate und Beiträge / hrsg. von F. Görner. – Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz 2001. – (Veröffentlichungen der Osteuropa-Abteilung Bd 28.)

Abt. Amtsdruckschriften und Internationaler Amtlicher Schriftentausch Auswahlverzeichnisse „Das besondere Thema“: „Rechtsextremismus, Gewalt und Demokratie“ (Februar 2001, 48 S., 332 Nrn.) „Kindheit und Jugend“ (Oktober 2001, 91 S., 586 Nrn.) „Die Europäische Union“ (... 2001). 96 S.

IFLA Berlin 2003 Sekretariat Albers, Christoph: Die IFLA Generalkonferenz und Ratsversammlung 2001 in Boston. Ein Rückblick aus Sicht des IFLA 2003 Berlin Sekretariats. In: BuB 53(2001)12, S. 688–689. Albers, Christoph und Barbara Schleihagen: Bibliothek als Portal: Medien – Information – Kultur. Die Vorbereitung der 69. IFLA Ratsversammlung und Generalkonferenz 2003 in Berlin, in: Planen und Gestalten: Festgabe für Günter Baron anlässlich seines Ausscheidens aus dem Amt des Ständigen Vertreters des Generaldirek-

152

tors der Staatsbibliothek zu Berlin / hrsg. v. Antonius Jammers unter Mitarb. v. Martin Hollender u. Ralf Breslau. – Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, 2001. S. 19–29. (Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Bd. 13) Schleihagen, Barbara: Bibliothek als Portal: Medien – Information – Kultur. Die IFLA 2003 Konferenz in Berlin, in: BuB 53 (2001) 6/7, S. 347–350. Schleihagen, Barbara: Freier Zugang zu Information und Meinungsfreiheit: IFLA/ FAIFE, in: Bibliotheksdienst 35 (2001) 12, S. 1638 –1644.

153

Staatsbibliothek zu Berlin
GD
Generaldirektor: Dr. A. Jammers Ständiger Vertreter: N.N. Generaldirektion H 1 u. H 2

Organisationsplan
Stand: 31. 12. 2001

Preußischer Kulturbesitz

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Erwerbungsabteilung H2

Unter den Linden 8 • Haus 1 (H 1) • 10117 Berlin Potsdamer Straße 33 • Haus 2 (H 2) • 10785 Berlin

Z II D
Dr. K.-W. Finger Vertr.: U. Schwersky • Literaturversorgung • Lesesäle • Information • Handschriften • Nachlässe u. Autographen • Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Inkunabelsammlung • Einblattmaterialien, Benutzung, Lesesaal Dr. E. Overgaauw Vertr.: Dr. P.-J. Becker Dr. W. Andreesen Vertr.: U. Meyer-Plieske • Wissenschaftliche Fachreferate • Erwerbung u. Katalogisierung • Benutzung, Lesesaal • Osteuropa-Sammelkatalog • Europäische Bibliographie zur Osteuropa-Forschung

Zentralabteilung H 1 u. H 2 Benutzungsabteilung H 1 u. H 2

II A

III A III D

Handschriftenabteilung H 1 u. H 2 Osteuropaabteilung H2

Fr. Dr. D. Lülfing Vertr.: H.-J. Klinger

III G

Dr. G. Kanthak Vertr.: Dr. J. Keiler

Abt. Amtsdruckschriften u. Internat. amtlicher Schriftentausch H2 Dr. J. Metz Vertr.: V. Fuhrmann • Katalog Amtl. Veröffent., Zeitschriftenkatalogisierung • Ausländ. Amtsdruckschriften • Deutsche Amtsdruckschriften, Internat. Amtlicher Schriftentausch • Veröffentlichungen Internat. Organisationen

• Referatsgruppe Allg. Verwaltung – Personalstelle – Haushalts- u. Wirtschaftsstelle – Innerer Dienst – Haustechnik • Baureferat • Organisationsreferat • Öffentlichkeitsarbeit und Ausstellungswesen Katalogabteilung H2 Dr. H. Walravens Vertr.: S. Putjenter • Internat. ISBN/ISMN-Agentur • Zeitschriftendatenbank • Gemeinsame Körperschaftsdatei Dr. H. Hell Vertr.: Dr. H.-G. Klein

• Rechnungsstelle • Vorakzession u. Bestellwesen • Buchakzession • Zeitschriftenbearbeitung u. Ablagen, Einbandstelle

II B

II E

Abt. Überregionale Bibliographische Dienste H 1 u. H 2

III B

Musikabteilung H1

IB

Abt. Informationstechnik H 1 u. H 2

G. Hädrich Vertr.: U. Junger

III E

Orientabteilung H2 Dr. H.-O. Feistel Vertr.: Dr. H. Kurio • Wissenschaftl. Fachreferate • Bibliothekarische Dienste • Handschriften

III H

Zeitungsabteilung Westhafenstr. 1 13353 Berlin Dr. J. Zeller Vertr.: A. Fiebig • Geschäftsgang, Neuzugang • Benutzung, Information u. Zeitungsverfilmung

J.-G. Hans Vertr.: Fr. G. Hoffmann

• Zentrale IT-Anwendung im Bibliotheksbereich • PC-Anwendungen, Netze, • Systemtechnik, Systembetrieb u. Produktion

• Neubestandskatalogisierung • Katalogpflege u. Auskunft • Retrospektive Konversion u. Altbestandskatalogisierung • Verwaltung des Neuen Sachkataloges • Wissenschaftl. Fachreferate

• Autographen, Abschriften, Briefe, Nachlässe, Rara, Deposita, wiss. Auskunft, Projekte • Musikdrucke ab Erschj. 1801 • Fachlit. u. Textbücher ab Erschj. 1801, MedelssohnArchiv • Tonträger, Sacherschließung von Musikdrucken • Benutzung

III K III C Kartenabteilung H 1 u. H 2
W. Crom Vertr.: Dr. K. Lindner

BA Märkisches Ufer 16–18 10179 Berlin
Dr. H. Böhrenz Vertr.: A. Mälck • Restaurierung • Bucherhaltung • Reprographie

Bildarchiv

II C II F

Abt. Historische Drucke H1

Kinder- u. Jugendbuchabteilung H1

Abteilung Bestandspflege u. Reprographie H 1 u. H 2

III F

Ostasienabteilung H2 Dr. R. Krempien Vertr.: Dr. M. Streffer

Fr. C. Pohlmann Vertr.: Fr. U. Henning • Erwerbung • Erschließung • Benutzung, Lesesaal • Karten, Atlanten, Globen • Kartographisches Schrifttum • Benutzung, Lesesäle • China • Japan • Korea

Fr. A. Wehmeyer Vertr.: G.-J. Bötte

Dr. K. H. Pütz Vertr.: Fr. H. Klein

• Erwerbung u. Erschließung • Kundenbelieferung u. Abrechnungen

• Drucke d. 16. Jahrhunderts • Drucke d. 17.–20. Jh. • Konversion u. Katalogverwaltung

Örtlicher Personalrat
Vors.: G. Weidemann
        
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