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Full text: Bundesbericht Forschung und Innovation Issue 2012

Bundesbericht Forschung
und Innovation 2012

Forschung

Impressum
Herausgeber
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Referat Grundsatzfragen der Innovationspolitik
11055 Berlin

Bestellungen
schriftlich an den Herausgeber
Postfach 30 02 35
53182 Bonn
oder per
Tel.: 01805 – 262 302
Fax: 01805 – 262 303
(Festnetzpreis 14 ct/min, höchstens 42 ct/min aus Mobilfunknetzen)
E-Mail: books@bmbf.bund.de
Internet: www.bmbf.de

Redaktion
VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, Berlin

Gestaltung
W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld
Hauke Sturm Design, Berlin

Druckerei
Media-Print Informationstechnologie GmbH, Paderborn

Bildnachweis
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (S. 114), 

BMBF (Vorwort, S. 338), FH Köln – Institut für Rettungsingenieurwesen 

und Gefahrenabwehr – Projekt MANET (S. 156 oben), iStockPhoto/Sparky 

2000 (S. 156 unten), Ilja C. Hendel/Wissenschaft im Dialog (S. 204), 

Volker Rebehn (S. 227 rechts, 3. von oben), Karl-Heinz Orth (S. 227 links 

unten), Jan Ovelgönne (S. 156 mitte), ROV: G. Grundmann (S. 315),
�
H. Spohler (S. 261), Thinkstock (S. 33, 92, 95, 101, 106, 109, 119, 125, 127, 128,
130, 136, 140, 143, 145, 148, 151, 153, 159, 164, 166, 171, 174, 180, 189)
Geodaten der Landkarten: ESRI (Europa) und Bundesamt
für Kartographie und Geodäsie (Deutschland)

Bonn, Berlin 2012

Bundesbericht Forschung 

und Innovation 2012


Forschung

VoRwoRt

Vorwort
Wie sieht Deutschland 2020 aus? Wie sichern wir unseren
Kindern eine lebenswerte Zukunft? Wie gehen wir mit dem
demographischen Wandel um? Wie bewältigen wir den
Klimawandel? Wie stellen wir die Versorgung der wachsenden
Weltbevölkerung sicher? Diese und andere Fragen werden
in Deutschland im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern
diskutiert und von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erforscht.
Auch der Bundesbericht Forschung und Innovation widmet sich diesen Fragen und bestätigt zugleich die zentralen
Ergebnisse des Gutachtens zu Forschung, Innovation und
technologischer Leistungsfähigkeit der Expertenkommission
Forschung und Innovation. Das Ergebnis: Der Forschungs- und
Innovationsstandort Deutschland ist so aufgestellt, dass wir
Antworten auf diese drängenden Fragen zu Recht erwarten
können!
Die Investitionen in unser Forschungs- und Innovationssystem haben dazu beigetragen, dass sich Deutschland trotz
der europäischen Schulden- und Finanzkrise wirtschaftlich
so erfreulich entwickelt hat. Forschung und Entwicklung sind
bedeutende Faktoren für Wohlstand und Lebensqualität in
Deutschland. Die Bundesregierung investiert daher mehr Geld
in Bildung, Forschung und Entwicklung als jemals zuvor.

Dabei setzen wir mit den Investitionen auf langfristig
wirkende Strukturen und Strategien. Die Wirkung des Hochschulpakts wird an den stetig wachsenden Absolventinnenund Absolventenzahlen sichtbar. Auch die Hightech-Strategie
zahlt sich aus: Denn mit der Ausrichtung der Forschungs- und
Innovationspolitik der Bundesregierung auf die Bedürfnisse
der Menschen setzen wir auf Märkte mit Potenzial. So bleibt
Deutschland das Land, in dem die Zukunft zuhause ist!

Bundesministerin für Bildung und Forschung

InHaltsüBeRsIcHt

Inhaltsübersicht 


FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIscHe ZIele unD MassnaHMen DeR BunDesReGIeRunG

teil II
�

stRuktuRen, RessouRcen unD FöRDeRMassnaHMen Des DeutscHen FoRscHunGsunD InnoVatIonssysteMs
stRuktuRen Des DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteMs

teil B

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes

Bund

teil c

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR

länder

teil D

InteRnatIonale ZusaMMenaRBeIt In FoRscHunG unD InnoVatIon

teil e

Daten unD Fakten ZuM DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteM

Daten
anhang

anHanG
�

International

teil a

struktur

teil III

strategie

teil I

Inhalt

1

Inhalt
�

teIl I:

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIscHe ZIele
unD MassnaHMen DeR BunDesReGIeRunG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15
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1

nachhaltiger wachstumsmotor Forschung und Innovation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
�
Made in Germany – Deutschlands Innovationskraft als internationales Erfolgsmodell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

Bildung, Forschung und Innovation als Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21


2

Die Hightech-strategie 2020 für Deutschland vorantreiben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
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Schlüsseltechnologien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Zukunftsprojekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Rahmenbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Aus Ideen schneller Innovationen machen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Gemeinsame Verantwortung für Forschung und Innovation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

Beratung zu Forschung und Innovation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Die europäische Innovationspolitik mitgestalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31


3

wissenschaft stärken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
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Ziele und Ansätze der Wissenschaftspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Freiheit und Anreize für wissenschaftliche Initiative weiter ausbauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Ressortforschung als Teil des Wissenschaftssystems weiterentwickeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34


4

Bildung in der wissensgesellschaft ausbauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
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Gute Bildung als Grundbedingung für Wissenschaft und Forschung, Wohlstand und sozialen Zusammenhalt . . . 35

Qualifikationen und Talente fördern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

Ausländische Potenziale erschließen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36


5

Die europäische und die internationale Zusammenarbeit intensivieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
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Wachsende Bedeutung internationaler Kooperationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

Umsetzung der strategischen Ziele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38


teIl II:

stRuktuRen, RessouRcen unD FöRDeRMassnaHMen
Des DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteMs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
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teIl a: stRuktuRen Des DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteMs. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
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einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
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1

Das deutsche Forschungs- und Innovationssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .48
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1.1
1.2
1.2.1
1.2.2
1.3

Wo findet Forschung und Entwicklung statt? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
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Wer finanziert Forschung und Entwicklung? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .50
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Akteure der deutschen Forschungsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .50
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Europäische Union . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
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Wie funktioniert staatliche Forschungs- und Innovationsförderung? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
�

Inhalt

2

1.3.1
1.3.2
1.3.3

Rechtliche Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
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Zusammenwirken von Bund und Ländern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
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Förderinstrumente des Staates . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
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2

Fue-durchführende organisationen und einrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
�

2.1
2.2
2.2.1
2.2.2
2.2.3
2.2.4
2.2.5
2.2.6
2.2.7
2.2.8
2.3
2.3.1
2.3.2
2.3.3

Hochschulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
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Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .59
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Max-Planck-Gesellschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .59
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Fraunhofer-Gesellschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
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Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
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Leibniz-Gemeinschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
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Akademien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .65
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Stiftung caesar (center of advanced european studies and research) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
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Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
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Wissenschaftskolleg zu Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
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Staatliche Einrichtungen mit FuE-Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .69
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Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .69
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Kontinuierliche Zusammenarbeit mit FuE-Einrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .71
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Landeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .71
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3

Fue-fördernde organisationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
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3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
3.6

Deutsche Forschungsgemeinschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
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Deutscher Akademischer Austauschdienst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
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Alexander von Humboldt-Stiftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
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Begabtenförderungswerke im Hochschulbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
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Deutsche Bundesstiftung Umwelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
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Deutsche Stiftung Friedensforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
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4

unternehmen der wirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
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5

Forschungs- und wissenschaftsmanagement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
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5.1
5.2
5.3

Projektträger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .80
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DLR-Raumfahrtmanagement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
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Zentrale Fachinformationseinrichtungen und zentrale Fachbibliotheken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
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teIl B: FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .83
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einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .89
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B1

Forschungsschwerpunkte
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Gesundheit, ernährung
�
1

Gesundheitsforschung und Medizintechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93
�

1.1
1.1.1
1.1.2
1.1.3
1.2
1.3
1.4
1.5

Forschung im Bereich Gesundheit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93

Individualisierte Medizin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93

Präventions- und Ernährungsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94

Lebenswissenschaftliche Grundlagenforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96

Patientenrelevante Forschung, Volkskrankheiten und übertragbare Krankheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97

Versorgungsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99

Forschung für Gesundheitswirtschaft, Medizintechnik und Gesundheitstelematik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .100

Strahlenschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .104


Inhalt

3

2

ernährung, landwirtschaft und Verbraucherschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
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2.1
2.2
2.3

Ernährung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .108

Nachhaltige Agrarwirtschaft und ländliche Räume . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .110

Gesundheitlicher und wirtschaftlicher Verbraucherschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111


klima/energie
3

klima, umwelt, nachhaltigkeit

3.1
3.1.1
3.1.2
3.1.3
3.1.4
3.2
3.2.1
3.2.2
3.2.3
3.3
3.3.1
3.3.2
3.3.3
3.4
3.4.1
3.4.2
3.4.3

Klima, Klimaschutz, globaler Wandel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .116

Klima- und Klimafolgenforschung und Lebensraum Erde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .116

Klimawissen nutzbar machen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .117

Biodiversität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .118

Wasserforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .118

Küsten-, Meeres- und Polarforschung, Geowissenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .120

Meeresforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .120

Polarforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121

Geowissenschaften, Geotechnologien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121

Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .122

Forschung für Nachhaltigkeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .123

Gesellschaftliches Handeln in Richtung Nachhaltigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .123

Konzepte für Nachhaltigkeit in Industrie und Wirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .123

Ökologe, Naturschutz, nachhaltige Nutzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .126

Nachhaltiges Landmanagement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .126

Nachhaltige Nutzungskonzepte für Regionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .126

Nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .129


...................................................................................

115
�

4

energieforschung und energietechnologien

4.1
4.2
4.3
4.4
4.5

Energieeffizienz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .132

Erneuerbare Energien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .132

Nukleare Sicherheit und Endlagerforschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .133

Stilllegung, Rückbau und Entsorgung kerntechnischer Pilot- und Versuchsanlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .134

Fusionsforschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .134


.................................................................

131
�

5

Raumordnung, stadtentwicklung, wohnen und Bauforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137
�

5.1
5.2

Raumordnung, Stadtentwicklung und Wohnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .137

Bauforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .138


Mobilität
6

Fahrzeug- und Verkehrstechnologien einschließlich maritimer technologien

6.1
6.1.1
6.1.2
6.2

Fahrzeug- und Verkehrstechnologien. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141

Verkehrsforschungsprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141

Elektromobilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .142

Maritime Technologien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .144


...................

141
�

kommunikation
7

Informations- und kommunikationstechnologien

7.1
7.2
7.3
7.4
7.5

IT-Systeme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .149

Kommunikationssysteme, IT-Sicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .150

Elektronik und Elektroniksysteme. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .150

Mikrosystemtechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .152

Entwicklung konvergenter Informations- und Kommunikationstechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .154


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149
�

Inhalt

4

sicherheit
8

Zivile sicherheits-, Friedens- und konfliktforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157
�

8.1
8.2

Zivile Sicherheitsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .157

Friedens- und Konfliktforschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .158


9

wehrwissenschaftliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160
�

9.1
9.2
9.3
9.4
9.5

Wehrmedizinische und wehrpsychologische Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .160

Wehrtechnische Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .161

Soziowissenschaftliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .162

Militärgeschichtliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .162

Geowissenschaftliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .163


schlüsseltechnologien
10

Biotechnologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
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11

nanotechnologien und werkstofftechnologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
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11.1
11.2

Nanotechnologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .168

Werkstofftechnologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .170


12

photonik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171
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13

produktionssysteme und -technologien

14

luft- und Raumfahrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174
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14.1
14.2

Luftfahrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .174

Raumfahrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .175


.......................................................................

173
�

weitere schwerpunkte
15

Forschung und entwicklung zur Verbesserung
der arbeitsbedingungen und im Dienstleistungssektor

15.1
15.2

Forschung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .178

Forschung im Dienstleistungssektor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .179


.................................................

178
�

16

Innovationen in der Bildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181
�

16.1
16.2
16.2.1
16.2.2
16.2.3
16.2.4
16.2.5
16.2.6
16.2.7
16.2.8
16.3
16.4

Bildungsberichterstattung: internationale Assessments. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .182

Empirische Bildungsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .182

Empirische Forschung zur ganztägigen Bildung, Erziehung und Betreuung (2005 – 2011) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .183

Forschung zu Bildung in der frühen Kindheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .183

Forschung und Entwicklung zur Alphabetisierung/Grundbildung Erwachsener . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .184

Lernen vor Ort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .184

Kulturelle Bildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .184

Berufsbildungsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .185

Hochschulforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .185

Bildung für nachhaltige Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .186

Neue Medien in der Bildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .186

Institutionalisierte Förderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .187


17

Geisteswissenschaften, wirtschafts- und sozialwissenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190
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17.1
17.2
17.3
17.4

Geisteswissenschaftliche Forschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .190

Sozialwissenschaftliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .191

Infrastrukturen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .192

Wirtschafts- und finanzwissenschaftliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .193


Inhalt

5

B2

Institutionelle Infrastrukturen

1

Grundfinanzierung der Forschungseinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194
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2

ausgaben des Bundes für wissenschaft, Forschung und entwicklung
an Bundeseinrichtungen mit Forschungs- und entwicklungsaufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 196
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3

Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten

4

überwiegend hochschulbezogene sonderprogramme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200
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4.1
4.2

Hochschulpakt 2020 , 2. Säule (DFG-Programmpauschalen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .200

Exzellenzinitiative. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .200


5

pakt für Forschung und Innovation

B3

Forschungsinfrastrukturen und Querschnittsmaßnahmen

1

Forschungsinfrastrukturen, Großgeräte der Grundlagenforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
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2

Querschnittsmaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203
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2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
2.7
2.8
2.9
2.10
2.11

Innovations- und Technikanalyse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .203

Foresight . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .203

Metrologie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .205

Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .206

Die Innovationsinitiative für die neuen Länder – Unternehmen Region und Spitzenforschung
und Innovation in den Neuen Ländern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .206

Chancengerechtigkeit von Frauen in Bildung und Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .207

Kompetenznetze Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .208

Spitzencluster-Wettbewerb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .208

Masterplan Umwelttechnologien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .210

Umweltinnovationsprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .210

Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .212


B4

Innovativer Mittelstand

.....................................

............................................................................

199
�

201
�

1

technologieförderung des Mittelstandes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213
�

1.1
1.2
1.3

Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .213

ERP-Innovationsprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .214

FuE-Förderung gemeinnütziger externer Industrieforschungseinrichtungen Ostdeutschlands
INNO-KOM-Ost . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .214

KMU-innovativ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .214


1.4

2

Gründungsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .216
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2.1
2.2
2.3
2.4

Existenzgründungen aus der Wissenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .216

High-Tech Gründerfonds . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .217

ERP-Startfonds . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .217

Gründerwettbewerb – IKT Innovativ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .218


3

technologietransfer und Innovationsberatung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .219
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3.1
3.2
3.3
3.4
3.5

Industrielle Gemeinschaftsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .219

BMWi-Innovationsgutscheine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .219

Innovationswettbewerb Wirtschaft trifft Wissenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .219

KMU-Patentaktion im Rahmen von SIGNO – Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .220

Forschungscampus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .220


Inhalt

6

teIl c: FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 221
�
landeswettbewerbe „Jugend forscht“

...............................................................................

226
�

einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229
�
1

Baden-württemberg

1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .231

Wissenschafts- und Innovationssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .231

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .233

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .233

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .234

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .235

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .235


................................................................................................

230
�

2

Freistaat Bayern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 237
�

2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
2.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .238

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .238

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .239

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .240

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .241

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .241

Internationalisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .241


3

Berlin

3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
3.6
3.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .244

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .244

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .246

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .246

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .246

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .247

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .248


.....................................................................................................................

243
�

4

Brandenburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249
�

4.1
4.2
4.3
4.4
4.5
4.6
4.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .250

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .250

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .252

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .253

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .253

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .253

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .254


5

Freie Hansestadt Bremen

5.1
5.2
5.3
5.4
5.5
5.6
5.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .256

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .256

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .257

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .258

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .259

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .259

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .259


..........................................................................................

255
�

6

Freie und Hansestadt Hamburg

6.1
6.2
6.3
6.4

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .262

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .262

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .265

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .265


.................................................................................

261
�

Inhalt

7

6.5
6.6

Nachwuchsförderung und Förderung von Frauen in der Wissenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .265

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .266


7

Hessen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267
�

7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
7.6

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .268

Hochschulforschung und außerhochschulische Technologiepolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .268

Forschungsförderprogramm LOEWE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .269

Außerhochschulische Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .270

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .270

Internationale Aktivitäten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .272


8

Mecklenburg-Vorpommern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 273
�

8.1
8.2
8.3
8.4
8.5

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .274

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .274

Technologieförderung und Technologietransfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .277

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .277

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .278


9

niedersachsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 279
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9.1
9.2
9.3
9.4
9.5
9.6
9.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .280

Wissenschaftssystem (in ausgewählten Themenfeldern). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 280

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .282

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .283

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .283

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .283

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .284


10

nordrhein-westfalen

10.1
10.2
10.3
10.4
10.5
10.6
10.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .286

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .287

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .287

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .288

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .289

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .289

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .290


...............................................................................................

285
�

11

Rheinland-pfalz

11.1
11.2
11.3
11.4
11.5
11.6
11.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .292

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .292

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .294

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .295

Cluster- und Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .295

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .296

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .296


.......................................................................................................

291
�

12

saarland

12.1
12.2
12.3
12.4
12.5
12.6
12.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .298

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .298

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .299

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .300

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .300

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .301

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .301


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297
�

13

Freistaat sachsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 303
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13.1

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .304


Inhalt

8

13.2
13.3
13.4
13.5
13.6
13.7

Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .304

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .306

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .306

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .307

Sonstige Programme und Maßnahmen des Landes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .307

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .308


14

sachsen-anhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 309
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14.1
14.2
14.3
14.4
14.5
14.6
14.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .310

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .310

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .312

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .313

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .314

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .314

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .314


15

schleswig-Holstein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 315
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15.1
15.2
15.3
15.4
15.5
15.6
15.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .316

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .316

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .318

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .319

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .319

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .320

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .320


16

Freistaat thüringen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 321
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16.1
16.2
16.3
16.4
16.5
16.6
16.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .322

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .323

Technologieförderung und Technologietransfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .323

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .324

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .325

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .325

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .326


teIl D: InteRnatIonale ZusaMMenaRBeIt In FoRscHunG unD InnoVatIon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 327
�
einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 331
�
1

strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von wissenschaft 

und Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 332
�

1.1
1.2
1.3
1.4
1.5

Die Forschungszusammenarbeit mit den weltweit Besten stärken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 332
�
Innovationspotenziale international erschließen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 333
�
Die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern in Bildung, Forschung und Entwicklung nachhaltig stärken. . . . . . 333
�
International Verantwortung übernehmen und globale Herausforderungen bewältigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 334
�
Querschnittsmaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 334
�

2

Bilaterale Zusammenarbeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 335
�

2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6

Zusammenarbeit mit europäischen Staaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 335
�
Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 337
�
Zusammenarbeit mit dem asiatisch-pazifischen Raum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 340
�
Zusammenarbeit mit den USA und Kanada . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 342
�
Zusammenarbeit mit Mittel- und Südamerika . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 344
�
Zusammenarbeit mit dem Mittelmeerraum und Afrika . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 346
�

Inhalt

teIl e:

9

3

europäische Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 351
�

3.1
3.1.1
3.1.2
3.1.3
3.1.4
3.1.5
3.2
3.2.1
3.2.2
3.2.3
3.3
3.4

Europäische Union. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 351
�
Europäischer Forschungsraum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 351
�
EU-Forschungsrahmenprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 355
�
Europäischer Forschungsrat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 359
�
Europäisches Institut für Innovation und Technologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 359
�
Strukturfonds . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .360
�
Europäische zwischenstaatliche Initiativen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361
�
EUREKA – Die europäische Forschungsinitiative . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361
�
COST – Europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung . . . . . . . . . 363
�
Europäisches Strategieforum für Forschungsinfrastruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 364
�
Europäische zwischenstaatliche Organisationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 365
�
Europarat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 365
�

4

Multilaterale organisationen und Initiativen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 367
�

4.1
4.2
4.3
4.4
4.5

Gruppe der 8 (G8) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 367
�
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 368
�
Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 368
�
UN-Einrichtungen in Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 369
�
Weitere internationale Gremien und Initiativen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 370
�

Daten unD Fakten ZuM DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteM . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375
�
1

ausgewählte Daten zum deutschen Forschungs- und Innovationssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 381
�

1.1
1.1.1
1.1.2
1.2
1.2.1
1.2.2
1.2.3
1.3
1.3.1
1.3.2

Ressourcen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .382

Finanzielle Ressourcen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .382

Personelle Ressourcen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .390

FuE-Erträge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .393

Wissenschaftliche Leistung: Publikationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .393

Technologische Leistung: Patente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .394

Leistungsfähigkeit von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .395

Innovation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .396

Innovationsbeteiligung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .396

Innovationserfolg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .399


2

Das deutsche Forschungs- und Innovationssystem im internationalen Vergleich

2.1
2.2

Europa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .404

OECD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .406


3

tabellen

..............

.................................................................................................................

401
�

409
�

Begriffserläuterungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .409


ausgaben des Bundes für wissenschaft, Forschung und entwicklung
Tabelle 1
Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle

2
3
4
5

Tabelle 6
Tabelle 7

Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung (BAFE) der Bundesrepublik Deutschland
nach durchführenden Sektoren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .412
�
FuE-Ausgaben der Bundesrepublik Deutschland und ihre Finanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .414
�
Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben der Bundesrepublik Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 415
�
Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Ressorts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 416
�
Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung für Projektförderung,
Ressortforschung und institutionelle Förderung nach Förderbereichen und Förderschwerpunkten . . . . . . . 419
�
Ausgaben des BMBF für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung für Projektförderung,
Ressortforschung und institutionelle Förderung nach Förderbereichen und Förderschwerpunkten . . . . . . . 425
�
Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Förderarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 429
�

Inhalt

10

Tabelle 8
Tabelle 9

Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Empfängergruppen . . . . . . . . . . . .431
�
Ausgaben des Bundes an Gesellschaften und Unternehmen der Wirtschaft für Wissenschaft, 

Forschung und Entwicklung nach der Wirtschaftsgliederung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 433
�
Tabelle 10 Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung an internationale 

wissenschaftliche Organisationen und an zwischenstaatliche Forschungseinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 435
�

weitere öffentliche ausgaben für wissenschaft, Forschung und entwicklung
Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle

11
12
13
14
15

Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben des Bundes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 436
�
Gemeinsame Forschungsförderung durch Bund und Länder (Institutionelle Förderung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 438
�
FuE-Ausgaben des Bundes und der Länder nach Forschungszielen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .441
�
Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben der Länder. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 443
�
Grundmittel der Länder und Gemeinden (Gv.) für Wissenschaft nach Aufgabenbereichen
in länderweiser Gliederung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 444
�

Fue-ausgaben im internationalen Vergleich
Tabelle 16 Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung nach finanzierenden und
durchführenden Sektoren in ausgewählten OECD-Staaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 447
�
Tabelle 17 Staatlich finanzierte Ausgaben für Forschung und Entwicklung in ausgewählten Staaten
der Europäischen Union nach Forschungszielen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449
�
Tabelle 18 Staatlich finanzierte Ausgaben für Forschung und Entwicklung in ausgewählten Staaten
der Europäischen Union nach verschiedenen Kriterien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 451
�
Tabelle 19 Einnahmen und Ausgaben der Bundesrepublik Deutschland für technische Forschung und Entwicklung 

nach Wirtschaftszweigen, Staatengruppen und Staaten laut Zahlungsbilanzstatistik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 453
�

öffentliche Finanzierung der wissenschaft
Tabelle 20 Wissenschaftsausgaben der Bundesrepublik Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 456
�
Tabelle 21 Wissenschaftsausgaben der öffentlichen Haushalte nach Aufgabenbereichen 

und Finanzierungsquellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 457
�

aufwendungen der wirtschaft für Fue
Tabelle 22 Interne FuE-Aufwendungen des Wirtschaftssektors sowie Anteil der eigenfinanzierten
internen FuE-Aufwendungen nach der Wirtschaftsgliederung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 458
�
Tabelle 23 Beschäftigte, Umsatz und interne FuE-Aufwendungen der Unternehmen nach 

der Wirtschaftsgliederung und nach Beschäftigtengrößenklassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 459
�
Tabelle 24 Regionale Aufteilung der internen FuE-Aufwendungen des Wirtschaftssektors auf Sitzländer 

der Forschungsstätten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 463
�

ausgaben für lehre, Forschung und entwicklung an wissenschaftlichen einrichtungen
Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle

25
26
27
28
29

Ausgaben der Hochschulen für Lehre und Forschung nach Hochschularten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 464
�
Ausgaben der Hochschulen für Forschung und Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 468
�
Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben der Hochschulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 469
�
Ausgaben der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb der Hochschulen nach Ausgabearten . . . . . . . . 470
�
Ausgaben der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb der Hochschulen 

nach Wissenschaftszweigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 474
�
Tabelle 30 Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb
der Hochschulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 478
�

In Fue tätiges personal
Tabelle 31 FuE-Personal nach Personalgruppen und Sektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 479
�
Tabelle 32 FuE-Personal nach Geschlecht, Sektoren und Personalgruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 481
�

Inhalt

11

Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle

33
34
35
36
37
38

FuE-Personal der Bundesrepublik Deutschland insgesamt in regionaler Aufteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 482
�
FuE-Personal im Wirtschaftssektor nach der Wirtschaftsgliederung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 483
�
Regionale Aufteilung des FuE-Personals im Wirtschaftssektor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 485
�
Personal der Hochschulen nach Personalgruppen und Wissenschaftszweigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 486
�
Regionale Aufteilung des FuE-Personals der Hochschulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 488
�
Personal der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb der Hochschulen nach Institutionen 

und Personalgruppen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 489
�
Tabelle 39 	 Personal der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb der Hochschulen nach Institutionen
und Wissenschaftszweigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 497
�
Tabelle 40 	 Regionale Aufteilung des FuE-Personals der wissenschaftlichen Einrichtungen
außerhalb der Hochschulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 501
�
Tabelle 41 	 FuE-Personal in den Staaten der EU und in ausgewählten OECD-Staaten nach Personalgruppen
und Sektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 502
�

Innovationen und patente
Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle
Tabelle

42
43
44
45
46
47

Innnovatorenquote nach Branchengruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 504
�
Innovationsintensität nach Branchengruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 505
�
Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen pro Million Einwohner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 506
�
Weltmarktrelevante Patente im internationalen Vergleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 507
�
Patentanmeldungen (DPMA) nach Bundesländern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 508
�
Grunddaten zum Bildungswesen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 509
�

Fue-relevante Bildungsdaten
Tabelle 48 	 Budget für Bildung, Forschung und Wissenschaft nach Bereichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 510
�
Tabelle 49 	 Finanzierungsstruktur (Initial Funds) der Bildungsausgaben nach Bildungsbereichen 2008 . . . . . . . . . . . . . . . . . 511
�
Tabelle 50 	 Anteil der Studienanfänger/-innen und Hochschulabsolventinnen/-absolventen 

am Altersjahrgang (ISCED 5A) im internationalen Vergleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .512
�
Tabelle 51 	 Studienanfänger/-innen absolut und am Altersjahrgang in Deutschland (ISCED 5A)
nach Fächergruppen und Studienbereichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .513
�
Tabelle 52 	 Hochschulabsolventinnen/-absolventen absolut und am Altersjahrgang in Deutschland
(ISCED 5A) nach Fächergruppen und Studienbereichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 514
�
Tabelle 53 	 Kennzahlen zu Bevölkerung, Erwerbstätigkeit und wirtschaftlicher Tätigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 515
�
Tabelle 54 	 Bevölkerung, Erwerbstätigkeit und Bruttoinlandsprodukt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 516
�

teIl III anHanG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 519
�
adressen sowie thematische schwerpunkte der organisationen und einrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 523
�
akademien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 523
�
Begabtenförderungswerke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 524
�
Bundeseinrichtungen mit Fue-aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 525
�
Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .525

Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Inneren (BMI) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .525

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .526

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .527

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) . . . . . . . . . . . . . . . . .527

Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .528

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .530

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .531


Inhalt

12

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .532

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .533

Geschäftsbereich des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .533


kontinuierliche Zusammenarbeit mit Fue-einrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 533
�
Geschäftsbereich des Bundeskanzleramtes (BK) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .533

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .533

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .534

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .534

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) . . . . . . . . . . . . . . . . .534


europäische zwischenstaatliche organisationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 535
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Förderorganisationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 537
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Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 538
�
Anschriften der Fraunhofer-Institute in Deutschland. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .538

Anschriften der Fraunhofer-Institute im Ausland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 548
�

Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 553
�
Anschriften der Helmholtz-Zentren in Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .553

Anschriften der Helmholtz-Repräsentanzen im Ausland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .556


landeseinrichtungen mit Fue-aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 557
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Baden-Württemberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .557

Bayern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .559

Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .561

Brandenburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .562

Bremen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .562

Hamburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .563

Hessen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .564

Niedersachsen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .565

Nordrhein-Westfalen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .567

Rheinland-Pfalz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .568

Saarland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .570

Sachsen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .571

Sachsen-Anhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .572

Schleswig-Holstein. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .572

Thüringen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .572


Max-planck-Gesellschaft zur Förderung der wissenschaften e.V.

............................................

574
�

Anschriften der Max-Planck-Institute. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .574

Anschriften der Max-Planck-Institute im Ausland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .583


projektträger. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 584
�
Projektträger des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .584

Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .585

Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .586

Projektträger des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .586

Projektträger des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .587

Projektträger des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .587


Raumfahrtmanagement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 587
�
stiftung caesar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 587
�

Inhalt

13

stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im ausland (DGIa) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 588
�
wissenschaftsgemeinschaft Gottfried wilhelm leibniz e.V.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 590
�
Anschriften der Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft in Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .590


Zentrale Fachinformationseinrichtungen und zentrale Fachbibliotheken. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 603
�
Glossar. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 608
�
abbildungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 615
�
Verzeichnis der Infoboxen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 617
�
tabellenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 619
�
abkürzungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 622
�
stichwortverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 636
�

14
�

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIscHe ZIele unD MassnaHMen DeR BunDesReGIeRunG

15

Teil I:
Forschungs- und innovationspolitische Ziele
und Maßnahmen der Bundesregierung
strategie
Strategie

16

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIscHe ZIele unD MassnaHMen DeR BunDesReGIeRunG

strategie
Strategie

Teil I:
Forschungs- und innovationspolitische Ziele
und Maßnahmen der Bundesregierung

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIscHe ZIele unD MassnaHMen DeR BunDesReGIeRunG

17

Inhalt
�

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIscHe ZIele
unD MassnaHMen DeR BunDesReGIeRunG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15
�
1

nachhaltiger wachstumsmotor Forschung und Innovation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
�
Made in Germany – Deutschlands Innovationskraft als internationales Erfolgsmodell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

Bildung, Forschung und Innovation als Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21


2

Die Hightech-strategie 2020 für Deutschland vorantreiben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
�
Schlüsseltechnologien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Zukunftsprojekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Rahmenbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Aus Ideen schneller Innovationen machen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Gemeinsame Verantwortung für Forschung und Innovation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

Beratung zu Forschung und Innovation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Die europäische Innovationspolitik mitgestalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31


3

wissenschaft stärken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
�
Ziele und Ansätze der Wissenschaftspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Freiheit und Anreize für wissenschaftliche Initiative weiter ausbauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Ressortforschung als Teil des Wissenschaftssystems weiterentwickeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34


4

Bildung in der wissensgesellschaft ausbauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
�
Gute Bildung als Grundbedingung für Wissenschaft und Forschung, Wohlstand und sozialen Zusammenhalt . . . 35

Qualifikationen und Talente fördern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

Ausländische Potenziale erschließen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36


5

Die europäische und die internationale Zusammenarbeit intensivieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
�
Wachsende Bedeutung internationaler Kooperationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

Umsetzung der strategischen Ziele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38


Strategie

teIl I:

strategie

18

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIscHe ZIele unD MassnaHMen DeR BunDesReGIeRunG

nacHHaltIGeR wacHstuMsMotoR FoRscHunG unD InnoVatIon

1

19

Nachhaltiger Wachstumsmotor Forschung
und Innovation
�

•	�

Innovationen „made in Germany“ begeistern die Welt. Ob die
Entwicklung von klimaschonender Energie oder Mobilität,
künstlicher Intelligenz oder virtueller Realität: Deutschland
ist überaus erfolgreich darin, mit innovativen Technologien,
Produkten und Dienstleistungen Lösungen zum Wohle des
Menschen zu finden sowie mit einer starken industriellen Basis
im weltweiten Wettbewerb zu bestehen und zukunftssichere
Arbeitsplätze zu schaffen.

•	�

Deutschland gehört mit einem Welthandelsanteil von
knapp 12 % für forschungsintensive Waren zu den führenden
Exporteuren von Technologiegütern, die vielfach auf intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit beruhen.

abb. 1

Bruttoinlandsausgaben für Forschung und entwicklung (BaFe) der Bundesrepublik
Deutschland 2005–2009 und wirtschaftliche entwicklung im Jahr 2010

7

6
scHweDen

5
wachstum des realen BIp in % (2010)

•	�

•	�

Auf dem globalen Markt für Umwelttechnik und Ressourcen effizienz erreicht Deutschland sogar einen Marktanteil von
15 %.
Viele Unternehmen, gerade auch kleine und mittlere, sind
globale Technologie- und Systemführer in ihrer Branche.
Fast jedes zweite deutsche Unternehmen ist nach der ZEWInnovationserhebung 2011 innovationsaktiv. Zudem unterhalten viele internationale Unternehmen große Forschungsund Entwicklungszentren in Deutschland.
Auch im Wissens- und Technologietransfer ist Deutschland
im internationalen Vergleich gut aufgestellt. Unterneh men und Forschungseinrichtungen arbeiten eng vernetzt
zusammen. Bei den Drittmitteln beispielsweise, welche die
Hochschulen aus der Wirtschaft anwerben, führt Deutschland die Spitzengruppe an.

Japan**

4

DeutscHlanD
FInnlanD
VeReInIGte staaten**

3
VeReInIGtes
könIGReIcH

2

östeRReIcH

ItalIen

scHweIZ*

FRankReIcH

1
noRweGen

0
0,5

1

spanIen

1,5

2

2,5

3

-1
Durchschnittlicher anteil der BaFe am BIp in % (2005–2009)
Datenbasis: Eurostat
* Schweiz Werte BAFE 2005 und 2008
** Vereinigte Staaten und Japan Werte BAFE 2005–2008
Die Größe der Kreise bildet das BIP (absolut) im Jahr 2010 ab.
Berechnung der VDI/VDE-IT

3,5

4

Strategie

Made in Germany – Deutschlands Innovationskraft
als internationales erfolgsmodell

nacHHaltIGeR wacHstuMsMotoR FoRscHunG unD InnoVatIon

Dank dieser Innovationskraft der Unternehmen, Hochschulen
und Forschungseinrichtungen ist Deutschland der Stabilitätsanker in Europa. Gleichzeitig sind innovative Unternehmen,
insbesondere die kleinen und mittleren Firmen, wichtige
Wachstums- und Beschäftigungsmotoren. Die erfreuliche
wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands – trotz der europäischen Schulden- und Finanzkrise – ist insbesondere auch auf
die Investitionen in sein Innovationssystem zurückzuführen,
die zu hoher Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsvorsprüngen geführt haben (siehe Abbildung 1). Dies belegt die hohe Bedeutung von Forschung und Entwicklung für Beschäftigung,
Wohlstand und Lebensqualität in Deutschland.
„Made in Germany“ – Deutschlands Erfolgsgeschichte als
stabiles, wirtschaftlich erfolgreiches und innovatives, sozial

abb. 2

starkes Land, in dem Ingenieurskunst und Ideenreichtum eine
große Rolle spielen, gilt es fortzusetzen. Dies ist eine große
Herausforderung. Denn die Welt wandelt sich drastisch. Wir
stehen am Beginn eines Jahrzehnts fundamentaler technologischer, ökologischer und gesellschaftlicher Umbrüche:

•	�

•	�

Der Aufbau der Weltbevölkerung verändert sich. Während
in den meisten europäischen Ländern immer weniger Kinder geboren werden, wächst die Bevölkerung in anderen
Ländern der Welt weiter.
Diese sehr unterschiedlichen demografischen Entwicklungen führen zu einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse:
Die Wachstumsmärkte der Zukunft liegen außerhalb
Europas in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Bruttoinlandsausgaben für Forschung und entwicklung (BaFe) in der Bundesrepublik
Deutschland nach finanzierenden sektoren (Durchführungsbetrachtung) und anteil
der BaFe am Bruttoinlandsprodukt (BIp) im Zeitverlauf

50
45
40
35
30
in Mrd. €

25
20
15
10

24,3
15,3
0,1
0,7

33,4
15,9
0,2
1,1

37,7
15,8
0,2
2,1

40.1
16.2
0,2
2,2

41,9
16,9
0,2
2,5

44,8
18,9
0,2
2,7

44,3
19,9
0,2
2,6

0

23,3
13,6
0,2
0,7

5

1991

1995

2000

2005

2006

2007

2008

2009

Wirtschaft

Staat

Private Institutionen ohne Erwerbszweck

2010*

2,82

2,82

2009

2010
Schätzung

Ausland

BaFe in % des BIp
2,9
2,8

2,69

2,7
in % des BIp

strategie

20

2,6
2,5

2,47

2,47

2,51

2000

2005

2,54

2,53

2006

2007

2,4
2,3

2,19

2,2
2,1
1991

1995

* Daten für 2010 lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.
Datenbasis: Tabelle 1

2008

nacHHaltIGeR wacHstuMsMotoR FoRscHunG unD InnoVatIon

•	�

•	�

Als große Wissens- und Wirtschaftsnation im Herzen Europas
ist Deutschland von diesen Entwicklungen vielfältig betroffen. Deutschland besitzt das Potenzial, substanziell zur
Lösung der globalen Herausforderungen beizutragen, seine
weltweite Stellung als einer der führenden Innovationsstandorte zu behaupten und so langfristig Wohlstand und
gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern. Doch was ist die
beste Grundlage dafür?
Die Debatte um neue Wirtschaftsmodelle verläuft kontrovers. Die einen fordern „Wohlstand ohne Wachstum“, da
traditionell immer mehr Wachstum – jedes Auto, jede Reise,
jeder Kühlschrank – mit immer mehr Ressourcenverbrauch
und Umweltschäden einhergeht. Andere halten am bisherigen Wachstumsparadigma fest, um im Wettbewerb mit
neuen Gestaltungsmächten nicht zurückzufallen. Für die
Bundesregierung ist klar: Die Antwort auf die Verknappung
der Ressourcen, die Gefahren des Klimawandels, den Verlust
der biologischen Vielfalt, den demografischen Wandel, die
steigenden Staatsschulden und die Unsicherheit über die
Entwicklung der Weltwirtschaft liegt in einer nachhaltigen
Wachstumsstrategie.
Nachhaltiges Wachstum beinhaltet die Entkopplung von
Wachstum, Ressourcenverbrauch sowie Schadstoff- und CO2Ausstoß. Es bedeutet, den Bedürfnissen der heutigen Generation
zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Es
bedeutet, Umweltschutz, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und
soziale Verantwortung so zusammenzuführen, dass Entschei1

Siehe Infobox in Teil D, Seite 331

dungen unter allen drei Gesichtspunkten dauerhaft tragfähig
sind – in globaler Betrachtung. Die Erhaltung der Tragfähigkeit
der Erde ist das entscheidende Ziel. Die Bundesregierung hat
wichtige Schritte hierfür unternommen, unter anderem mit
der eingeleiteten Energiewende, dem Ressourceneffizienzprogramm und der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse.
Diesen eingeschlagenen Kurs gilt es beizubehalten.
Bildung, Forschung und Innovation als schlüssel
zu nachhaltigem wachstum
Bildung, Forschung und Innovation sind unverzichtbarer Teil einer qualitativen, langfristig wirkenden Wachstumsstrategie und
einer den Prinzipien der Nachhaltigkeit verpflichteten Politik.
Denn Technologien und Innovationen „made in Germany“ sind
notwendig, um den Klimawandel zu bekämpfen, Ressourcen zu
schonen und unsere Wirtschaftsweise insgesamt nachhaltiger zu
gestalten. Neue technische Lösungen und Innovationen sind erforderlich, um die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen
Wirtschaft nicht nur zu erhalten, sondern weiter auszubauen.
Sie tragen dazu bei, Antworten auf diese und andere globale Herausforderungen unserer Zeit zu finden, und stärken gleichzeitig
Deutschlands Wirtschafts- wie Innovationskraft.
Forschung und Innovation sind der Schlüssel dafür, dass
wir auch in Zukunft jene Produkte, Dienstleistungen und
Technologien entwickeln können, mit denen wir nachhaltig
individuelles Wohlergehen und gesellschaftlichen Wohlstand
schaffen – zum Beispiel:

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•	�
•	�

„grüne Technologien“ im In- und Ausland verkaufen und
gleichzeitig die Kohlendioxidbilanz verbessern;
mit altersgerechten technischen und sozialen Innovationen
die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen verbessern und gleichzeitig neue Leitmärkte prägen;
die führende Rolle Deutschlands in der satellitengebundenen Erdbeobachtung für nachhaltige Ressourcennutzung
und Klimaschutz weltweit einsetzen.

Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren ihre
Politik konsequent auf Bildung, Forschung und Innovation
ausgerichtet. Die gestiegene Bedeutung von Forschung und
Entwicklung in Deutschland zeigt sich unter anderem an
folgenden Indikatoren:

•	�

In der deutschen Wirtschaft stiegen die Ausgaben für
Forschung und Entwicklung trotz Finanz- und Schuldenkrisen im Jahr 2010 auf rund 47 Mrd. Euro. Das ist ein Plus
von über 20 % gegenüber 2005. Insgesamt liegen die FuEAufwendungen in der deutschen Wirtschaft gemessen am
BIP bei 1,89 % und damit um mehr als die Hälfte höher als
im Durchschnitt der Europäischen Union (1,16 %).

•	�

Die Bundesregierung investiert mehr Geld für Bildung,
Forschung und Entwicklung als jemals zuvor (siehe Abbildung 3). So ist der BMBF-Haushalt 2012 gegenüber dem
Vorjahr um rund 11 % auf insgesamt 12,9 Mrd. Euro gestie-

Strategie

•	�

Der weltweite Innovationswettbewerb nimmt rasant zu.
Neue wirtschaftliche und technologische Zentren entstehen rund um die Welt. Sie fordern die bisherige Weltspitze
in Forschung und Innovation in Europa, Ostasien und den
USA heraus. Große neue Gestaltungsmächte1 wie Brasilien,
China, Indien oder Mexiko investieren stärker in Forschung
und Entwicklung als jemals zuvor. Allein China hat die Zahl
der Studierenden zwischen 2001 und 2010 verdreifacht.
Der technologische und wirtschaftliche Aufschwung in
den neuen Gestaltungsmächten geht einher mit einem
Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs an Energie, sonstigen
Rohstoffen und Lebensmitteln. Die intensive Nutzung der
Erde ist mit einem dramatischen Schwinden der Artenvielfalt sowie mit einer erheblichen Belastung von Böden, Luft
und Wasser verbunden.
Der Klimawandel beschleunigt sich. Die 2000er-Dekade
war das wärmste Jahrzehnt seit Einführung der Wetteraufzeichnung. Davor galt diese Aussage bereits für die 1990er –
und davor schon für die 1980er – Jahre. Nach dem aktuellen
Stand der Wissenschaft ist davon auszugehen, dass sich
die Erderwärmung weiter fortsetzen wird. Ein wirksamer
Klimaschutz steht vor der besonderen Herausforderung,
zeitgleich den weltweit wachsenden Bedarf an Energie wie
die zur Neige gehenden Vorräte fossiler Energieträger zu
berücksichtigen.

21

nacHHaltIGeR wacHstuMsMotoR FoRscHunG unD InnoVatIon

22

abb. 3

ausgaben des Bundes und der länder für Forschung und entwicklung im Zeitverlauf
(Finanzierungsbetrachtung)

16.000
14.000
12.000

in Mio. €

8.000
6.000

8.479
7.746

9.090
7.725

9.119
8.082

9.081
8.055

8.868
7.924

9.035
7.727

9.306
8.004

10.147
8.037

10.933
8.941

12.022
9.366

12.793
9.753

13.680

13.818

0

8.325
7.641

2.000

8.293
7.541

4.000

8.148
7.474

Strategie

10.000

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

Bund*

Länder**

* Ausgaben des Bundes 2012 geschätzt, 2009 bis 2011 einschließlich Konjunkturpaket II, 2011 und 2012 einschließlich Energie- und Klimafonds
** Ausgaben der Länder 2010 geschätzt
Quellen: Bund: Daten aus Tabelle 4, Länder: Daten aus Tabelle 14 plus Schätzung für 2010 des Statistischen Bundesamtes

gen. Der BMWi-Haushalt für forschungs- und technologiepolitische Maßnahmen im Jahr 2012 stieg gegenüber dem
Vorjahr um rund 8 % auf 2,8 Mrd. Euro. Trotz Konsolidierungszwängen im Haushalt steht die Bundesregierung zu
ihrem Versprechen, in dieser Legislaturperiode zusätzlich
12 Mrd. Euro für Bildung und Forschung auszugeben.

•	�

Insgesamt ist der Anteil von Forschung und Entwicklung
am Bruttoinlandsprodukt deutlich gestiegen – von 2,51 %
im Jahr 2005 auf 2,82 % im Jahr 2010 (siehe Abbildung 2).
Wie von der Expertenkommission Forschung und Innovation bestätigt, ist dies ein gutes Zwischenergebnis. Damit
liegt das Ziel, dass Staat und Wirtschaft bis 2020 3 % des
Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung
investieren, in greifbarer Nähe.

•	�

Entsprechend ist auch die Zahl der in Forschung und
Entwicklung tätigen Menschen gestiegen. Von 2005 bis
2010 gab es einen Zuwachs von über 72.000 Vollzeitäquivalenten beim FuE-Personal. Heute arbeiten in Deutschland
so viele Menschen wie noch nie für Forschung und Entwicklung, mehr als eine halbe Million. Sie produzieren die Ideen
für die Lebensqualität und den Wohlstand von morgen.

•	�

Internationale Vergleichsstudien belegen die deutsche
Innovationsstärke. Im „Innovation Union Scoreboard 2011“
der Europäischen Kommission kommt Deutschland auf
Rang 3 (hinter Schweden und Dänemark) und gehört damit
zu der Gruppe der „Innovationsführer“ in Europa. Auch

im aktuellen Innovationsindikator der Telekom-Stiftung
verbessert sich Deutschland im Vergleich zu 2009 aus dem
Mittelfeld auf Rang 4. Als einen wesentlichen Grund für
diese guten Ergebnisse werden mehr Investitionen der öffentlichen Hand in Wissenschaft und Forschung genannt.
Alle diese Indikatoren zeigen: Unser Land hat seine Ausgangsposition in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.
Deutschland gehört zu den attraktivsten und dynamischsten
Forschungs- und Innovationsstandorten der Welt. Es gibt daher allen Grund zu Optimismus, dass wir diese Position weiter
ausbauen und Deutschlands Ideen von heute für den Wohlstand von morgen nutzen können. Um dieses Ziel zu erreichen,
sollten vier Schwerpunkte konsequent weitergeführt und
umgesetzt werden:
1. 	
2. 	
3. 	
4. 	

die Hightech-Strategie 2020 für Deutschland vorantreiben
Wissenschaft stärken
Bildung in der Wissensgesellschaft ausbauen
die europäische und die internationale Zusammenarbeit
intensivieren

DIe HIGHtecH-stRateGIe 2020 FüR DeutscHlanD VoRantReIBen

2

23

Die Hightech-Strategie 2020 für Deutschland vorantreiben
�

abb. 4

In den Jahren 2010 bis 2013 wird der Bund insgesamt knapp
27 Mrd. Euro in die fünf Bedarfsfelder Klima/Energie, Gesundheit/Ernährung, Kommunikation, Mobilität und Sicherheit
sowie in die Förderung von Schlüsseltechnologien über alle
Bedarfsfelder hinweg investieren.1
Die Finanzierung von Maßnahmen der Hightech-Strategie
erfolgt im Rahmen der jeweils geltenden Finanzplanung der
Ressorts. Sie setzt sich zusammen aus Programmen und Maßnahmen der einzelnen Ressorts sowie aus Mitteln des Energieund Klimafonds (EKF). Die dem EKF zufließenden Mittel sind
abhängig von den Erlösen aus dem Zertifikathandel und damit
nicht vorhersehbaren Schwankungen unterworfen. Auch hier
erfolgt die Finanzierung im Rahmen der jeweils für den EKF
geltenden Finanzplanung.
1

Ermittelt nach der Leistungsplansystematik des Bundes.

Die Hightech-strategie: Zukunftsprojekte und Bedarfsfelder

Q u e rs c h

nittsthemen / Rahmenbeding
unge
n

nachhaltige
Mobilität
nachwachsende
Rohstoffe als
alternative zum öl

Die co2 - neutrale,
energieeffiziente und
klimaangepasste stadt

Mobilität
Klima
Energie

krankheiten besser
therapieren mit
individualisierter Medizin

Gesundheit
Ernährung

Mehr Gesundheit durch
gezielte prävention
und ernährung

Schlüsseltechnologien
auch im alter
ein selbstbestimmtes
leben führen

Intelligenter umbau der
energieversorgung

Sicherheit
sichere
Identitäten

Kommunikation

Internetbasierte
Dienste für die
wirtschaft

Industrie 4.0

Strategie

Deutschlands Innovationskraft stärken – das ist das Ziel der
Hightech-Strategie. In dieser nationalen Innovationsstrategie
bündelt die Bundesregierung seit 2006 eine Vielzahl ihrer
Forschungs- und Innovationsaktivitäten über alle Politikfelder,
Themen und Ressorts hinweg. In der Hightech-Strategie werden
alle Prozessschritte – von der Grundlagenforschung über die
Invention zur Innovation – im Zusammenhang gesehen. Damit
soll Deutschlands Stellung als einer der attraktivsten und dynamischsten Forschungs- und Innovationsstandorte weltweit weiter
ausgebaut werden. Der integrative Ansatz der Hightech-Strategie
hat breite Unterstützung in Wissenschaft und Wirtschaft gefunden und ist auch international auf große Beachtung gestoßen.
In dieser Legislaturperiode wurde die Hightech-Strategie
weiterentwickelt. Sie konzentriert sich auf globale Herausforderungen, die von besonderer Bedeutung für das Wohl der
Menschheit und den Innovationsstandort Deutschland sind.

DIe HIGHtecH-stRateGIe 2020 FüR DeutscHlanD VoRantReIBen

Strategie

24

Die Hightech-Strategie orientiert sich zudem daran, innovationsförderliche Rahmenbedingungen zu gestalten, damit aus
Ideen schneller Innovationen werden. So soll beispielsweise
die Finanzierung von Innovationen – insbesondere für kleine
und mittlere Unternehmen (KMU) – erleichtert und die Gründungsbedingungen für innovationsorientierte Unternehmen
verbessert werden. In den Zukunftsprojekten der HightechStrategie wird dieser ganzheitliche Ansatz an konkreten Zielen
ausgerichtet und in der Zusammenarbeit von unterschiedlichen Fachressorts unterstützt von Akteuren aus Wissenschaft
und Wirtschaft ausgestaltet (siehe Abbildung 4).

Energietechnologien, effiziente Antriebstechniken, Luft- und
Raumfahrttechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologie sind Treiber für Innovationen und die
Grundlage für neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Sie tragen entscheidend dazu bei, die globalen Herausforderungen zu lösen. Ihr Nutzen hängt entscheidend davon ab,
wie gut ihr Transfer in die wirtschaftliche Anwendung gelingt.
Die Förderung der Schlüsseltechnologien wird daher verstärkt
auf Anwendungsfelder fokussiert.

schlüsseltechnologien

Es ist ein Kernanliegen der Hightech-Strategie 2020, die Forschungs- und Innovationspolitik auf zentrale Missionen auszurichten. Gesellschaftlich und wirtschaftlich relevante Innovationssprünge entstehen immer stärker an den Schnittstellen
von Technologien und Disziplinen. Gemeinsames Handeln in
Netzwerken aus öffentlicher Forschung und Unternehmen, die
umfassende Lösungen erarbeiten, wird daher immer wichtiger.

Auch die Förderung wichtiger Schlüsseltechnologien wird
darauf ausgerichtet, Fortschritte in den fünf Bedarfsfeldern
zu erzielen. Denn Schlüsseltechnologien wie die Bio- und
Nanotechnologie, Mikro- und Nanoelektronik, optische Technologien, Mikrosystem-, Werkstoff- und Produktionstechnik,

Infobox

Zukunftsprojekte

nomie gelingen und zugleich die natürliche Artenvielfalt
erhalten werden kann.

Die Zukunftsprojekte der Bundesregierung
Die co2-neutrale, energieeffiziente und
klimaangepasste stadt
(federführend: BMVBS/BMBF; mitwirkend: BMWi/BMU)
Das Zukunftsprojekt entwickelt Antworten auf den fortschreitenden Klimawandel und seine Konsequenzen auf
der Ebene der Stadt. Es werden Lösungen zur Reduzierung
des CO2-Ausstoßes und für einen möglichst effizienten
Energieverbrauch auf wechselseitig abhängigen Handlungsfeldern erarbeitet, insbesondere bei Neubau und
Sanierung von Gebäuden, im städtischen Verkehr, in der
Stadtplanung und in der kommunalen Energieversorgung. Das Zukunftsprojekt sucht für das Gesamtsystem
Stadt zudem nach Lösungen zur Bewältigung der Folgen
klimatischer Veränderungen, die schon jetzt nicht mehr
abzuwenden sind.

Intelligenter umbau der energieversorgung
(federführend: BMWi; mitwirkend: BMELV/BMVBS/
BMU/BMBF)
Das Zukunftsprojekt geht der Frage nach, wie angesichts
der weltweiten Verknappung fossiler Energiequellen und
vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Atomkraft die
Energieversorgung in Deutschland langfristig gesichert
werden kann. Es zielt gleichermaßen auf die verstärkte
Nutzung erneuerbarer, volatiler Energiequellen wie etwa
Sonne, Wind und Biomasse sowie auf die Steigerung der
Energieeffizienz entlang der gesamten Energiekette. Die
Energiewende erfordert den Ausbau von Stromtrassen, die
Bereitstellung großer Energiespeicherkapazitäten sowie
die Einführung „intelligenter“ Netze (smart grids), die
Angebot und Nachfrage auf den Strommärkten flexibel und
effizient steuern.

nachwachsende Rohstoffe als alternative zum öl
(federführend: BMELV/BMBF; mitwirkend: BMI/BMWi/
BMVBS/BMU/BMZ)
Der wirtschaftliche Wohlstand der Industrienationen hängt
wesentlich vom Erdöl ab, das nicht nur ein wichtiger Energieträger ist, sondern auch ein unverzichtbarer Rohstoff
etwa für die Herstellung von Kunststoffen, Baumaterialien,
Medikamenten oder Chemikalien. In Antizipation der
absehbaren Verknappung und Verteuerung des Rohöls
sucht das Zukunftsprojekt, insbesondere auf dem Gebiet
der Biowissenschaften, alternative Grundstoffe für höchst
unterschiedliche Anwendungsfelder, wie die energetische
und die industrielle Nutzung, und geht dabei auch der
übergreifenden Frage nach, wie der Einstieg in die Bioöko-

krankheiten besser therapieren mit individualisierter
Medizin
(federführend: BMBF; mitwirkend: BMG)
Die individualisierte Medizin befasst sich umfänglich mit
den auf den einzelnen Menschen wirkenden Einflüssen, die
die Erkrankungswahrscheinlichkeit, den Verlauf sowie die
Heilung von Krankheiten bestimmen. Hierzu zählen Faktoren
wie Ernährung, Bewegung und Umwelteinflüsse sowie die
individuellen genetischen Voraussetzungen und die physiologischen Vorgänge im Körper. Durch ein besseres Verständnis der komplexen Wechselwirkungen sollen maßgeschneiderte Präventions-, Diagnostik- und Behandlungsverfahren
entwickelt werden, die bei minimierten Nebenwirkungen
deutlich verbesserte Therapieerfolge ermöglichen sollen.

DIe HIGHtecH-stRateGIe 2020 FüR DeutscHlanD VoRantReIBen

auch im alter ein selbstbestimmtes leben führen
(federführend: BMBF; mitwirkend: BMI/BMWi/BMAS/
BMFSFJ/BMG/BMVBS)
Das Zukunftsprojekt erforscht Ursachen und Konsequenzen
des demografischen Wandels und entwickelt Antworten
auf die Herausforderungen, die eine Gesellschaft des längeren Lebens mit sich bringt. Technologische, medizinische
und soziale Innovationen sollen dazu beitragen, dass
Menschen in der dritten Lebensphase ein mobiles, vielseitig aktives und sozial integriertes Leben führen, möglichst
dauerhaft im eigenen Zuhause bleiben und von wirksamen
medizinischen Strategien zur Bewältigung alterstypischer
Krankheiten und Gebrechen profitieren können. Dabei
sollen Hightech-Lösungen wie das „intelligente Haus“ oder
die Telemedizin ebenso in den Blick genommen werden
wie neue Ansätze in der Pflege und in der Gestaltung des
sozialen Zusammenlebens. Darüber hinaus gilt es, die Kompetenzen und Erfahrungen älterer Menschen für Wirtschaft
und Gesellschaft stärker zu nutzen und generell ein neues
Altersbild in unserer Gesellschaft zu verankern.
nachhaltige Mobilität
(federführend: BMWi/BMVBS; mitwirkend: BMELV/BMU/
�
BMBF)
�
Mobilität und effiziente, nahtlose Transportketten sind 

eine unverzichtbare Voraussetzung für wirtschaftlichen 


Wohlstand und individuelle Lebensqualität. Gleichzeitig
verursacht Verkehr auch klima- und umweltschädliche
Emissionen und trägt zum globalen Energieverbrauch bei.
Angesichts des weltweit steigenden Verkehrsaufkommens
bei gleichzeitiger Verknappung der fossilen Energieträger
sucht das Zukunftsprojekt nach innovativen, ökologisch
nachhaltigen Mobilitätslösungen. Dabei nimmt es Antriebstechnologien, Fahrzeugkonzepte und Kraftstoffe
ebenso in den Blick wie die Gesamtheit des Verkehrssystems und den Wandel des gesellschaftlichen Mobilitätsverhaltens.
Internetbasierte Dienste für die wirtschaft
(federführend: BMWi; mitwirkend: BMI/BMBF)
Die zunehmende Bedeutung des Internets für die Bewältigung zahlreicher alltäglicher Aufgaben spiegelt sich in
der wachsenden Bedeutung des Sektors für die Wertschöpfung in Deutschland. Die IT-Anwendungen vom „Cloud
Computing“ bis hin zur Entwicklung eines Internets der
Datennetze eröffnen Marktpotenziale und Spielraum für
neuartige Geschäftsideen. Das Zukunftsprojekt fokussiert
auf die Möglichkeiten und Risiken, die sich hierbei ergeben,
und zeigt denkbare Lösungsoptionen für die damit verbundenen Herausforderungen auf.
Industrie 4.0
(federführend: BMBF/BMWi; mitwirkend: BMI)
Die rasanten technischen Fortschritte im IT-Sektor eröffnen
völlig neue Anwendungsoptionen. In vielen Zukunftsprojekten der Hightech-Strategie spielen „Cyber Physical Systems“ im Sinne von intelligenten, selbststeuernden Netzen
zwischen physischen Gegenständen eine wichtige Rolle, so
in der Energieversorgung, im Verkehrswesen, in der Industrieproduktion oder in der Gestaltung von Wohnungen. Das
Zukunftsprojekt zielt in einem darüber hinausweisenden
Schritt auf die Vernetzung dieser Netze untereinander. Die
sich dadurch neu eröffnenden Potenziale für die Organisation unserer Lebens- und Arbeitswelt können zum Ausgangspunkt einer neuen industriellen Revolution werden.
sichere Identitäten
(federführend: BMI/BMBF; mitwirkend: AA/BMWi/BMVBS)
Das Zukunftsprojekt zeigt Lösungen auf, wie in einer
zunehmend vernetzten Welt der Schutz der Privatsphäre
und die individuelle Freiheit in Hinblick auf informationelle Selbstbestimmung und Datensicherheit im Internet
gewährleistet werden können. Dabei geht es von der
Perspektive des Einzelnen aus, etwa mit Blick auf die
Einführung eines vollwertigen elektronischen Identitätsnachweises bzw. einer Online-Authentisierung. Darüber
hinaus behandelt das Zukunftsprojekt u. a. innovative
Ansätze zur Vermittlung von Online-Kompetenz an Kinder
und Jugendliche.

Strategie

Mehr Gesundheit durch gezielte prävention
und ernährung
(federführend: BMBF; mitwirkend: BMELV/BMG)
Angesichts der steigenden Lebenserwartung und des
Wunsches, möglichst viele Jahre aktiv zu bleiben, gewinnen die Gesunderhaltung des Menschen und damit auch
Fragen der Prävention und einer gesunden Ernährung an
Bedeutung. Das Zukunftsprojekt untersucht zum Beispiel
die Interaktion von Nahrungsmitteln und menschlichem
Organismus sowie die Bestimmungsfaktoren der Lebensmittelauswahl, um daraus u. a. Strategien zur wirksamen
Prävention von ernährungsmitbedingten Krankheiten
und zur allgemeinen Verbesserung der Lebensqualität
abzuleiten. Dabei fokussiert es u. a. auf die Erforschung der
Wege für eine dauerhafte, gesundheitsförderliche Lebensstiländerung unter Einbeziehung von Bewegung, auf die
Entwicklung von personalisierten Ernährungskonzepten,
auf die Vermittlung von Ernährungskompetenz und auf die
Entwicklung neuartiger, gesundheitsförderlicher Lebensmittel. Der Erforschung des Nutzens von Präventionsmaßnahmen kommt besondere Bedeutung zu, ebenso wie
Fragen der Qualität, Wirksamkeit und Zielgruppenerreichung. Prävention muss auch die geschlechtsspezifischen
Besonderheiten berücksichtigen. Darüber hinaus wird vor
dem Hintergrund des demografischen Wandels großer
Wert auf eine bessere Nutzung der präventiven Potenziale
auch bei älteren Menschen gelegt.

25

Strategie

26

Zudem verlangen zentrale Herausforderungen koordinierte
Systemansätze, die verschiedene Technologien einbinden, um
komplexe Lösungen zu erarbeiten. Innovationspolitik muss
auch deshalb über Forschung hinausgehen und Schritte der
Realisierung und Umsetzung beinhalten.
Deshalb hat die Bundesregierung zehn missionsorientierte Zukunftsprojekte entwickelt (siehe Infobox). In diesen
Zukunftsprojekten werden systemische Lösungen entwickelt,
um drängende gesellschaftliche Herausforderungen mit globalem Charakter zu bewältigen und dabei gleichzeitig einen
Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft
zu leisten. Zukunftsprojekte vermitteln verständlich und prägnant Schwerpunkte der Innovationspolitik. Sie bieten zudem
die Chance, neben einer abgestimmten Forschungsförderung
auch innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu gestalten. In ihrem Bericht „Zukunftsprojekte der Hightech-Strategie
(HTS-Aktionsplan)“ hat die Bundesregierung die geplante Umsetzung dieser zehn Zukunftsprojekte detailliert beschrieben.
Rahmenbedingungen
In der Hightech-Strategie wird neben der thematisch fokussierten Förderung von Forschung und Entwicklung und der
Umsetzung von Zukunftsprojekten der Blick auf übergreifende
Rahmenbedingungen und Querschnittsthemen gerichtet.
Sie werden konsequent auf Innovationsfreundlichkeit hin
überprüft und angepasst.
Für positive Gründungsbedingungen muss insbesondere
die Finanzierungssituation von Gründern und jungen innovativen Unternehmen durch die Stärkung des Wagnis- und
Beteiligungskapitalmarktes weiter verbessert werden. Die im
Rahmen des Innovationsdialogs im Februar 2012 angekündigte Investitionszulage zur Wagniskapitalfinanzierung junger
innovativer Unternehmen ist ein wichtiger Schritt in diese
Richtung.
Geschäftsmodell-Innovationen sind für die technologische wie dienstleistungsbasierte Zukunft des Standortes
Deutschland aus wirtschaftlicher sowie wissenschaftlicher
Sicht wichtig. Denn sie können den Charakter ganzer Industrien verändern und somit eine vergleichbare Qualität wie
wissenschaftlich-technologische Innovationen aufweisen.
Daher schenkt die Bundesregierung diesem Thema besondere
Aufmerksamkeit.
Entsprechend den Festlegungen im Koalitionsvertrag wird
die Bundesregierung die Entscheidung über die Einführung
einer steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung
unter Berücksichtigung des gebotenen Konsolidierungskurses und der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung treffen.
Mit Blick auf die Anforderungen des Artikels 115 Grundgesetz
sowie die europäischen Vorgaben zur Haushaltsdisziplin besteht gegenwärtig nur ein begrenzter Spielraum für strukturell
wirkende Steuermindereinnahmen.
Normen und Standards sorgen für Transparenz und Vergleichbarkeit, für hohe Qualität sowie Sicherheit und Nachhaltigkeit bei Produkten und Dienstleistungen. Sie öffnen Märkte
und schaffen gleiche Zugangsbedingungen, insbesondere

DIe HIGHtecH-stRateGIe 2020 FüR DeutscHlanD VoRantReIBen

auch für klein- und mittelständische Unternehmen. Normung
und Standardisierung werden in Deutschland zunehmend
integraler Bestandteil des Forschungs- und Innovationsprozesses, denn frühzeitig eingeleitet fördern sie den Transfer von
Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen und den schnellen Marktzugang von Innovationen.
Eine aktive Beteiligung an Normungs- und Standardisierungsaktivitäten verschafft der deutschen Wirtschaft zudem globale
Wettbewerbsvorteile. Wir werden deshalb auch in Umsetzung
des normungspolitischen Konzepts der Bundesregierung die
Potenziale von Normung und Standardisierung durch gezielte
Integration in die Forschungsförderung verstärkt nutzen.
Bei der öffentlichen Vergabe wird die Bundesregierung
verstärkt Innovationsaspekte berücksichtigen. Innovative Lösungen können einerseits die Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung und andererseits die Nachfrage nach neuen Produkten,
Dienstleistungen und technischen Lösungen und damit die Innovationstätigkeit der Wirtschaft wirkungsvoll unterstützen.
Vielfach ist der Einkauf einer innovativen Lösung mit Nachhaltigkeits- und Energieeinspareffekten verbunden.
aus Ideen schneller Innovationen machen
Der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
gehört zu den Kernelementen der Hightech-Strategie für
Deutschland. Um nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung
zu sichern, müssen Forschungsergebnisse mit Innovationspotenzial erkannt und am Markt schnell und erfolgreich
umgesetzt werden. Gleichzeitig gilt es, für die Zukunft relevante Forschungsfragen zu formulieren und hierzu Lösungen
zu erarbeiten. Das setzt eine starke Partnerschaft aller am
Innovationsprozess Beteiligten voraus. Ein Beispiel dafür sind
die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, die mit dem
Leitgedanken der Translation den Bogen von der Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung von innovativen Therapien spannen. Die Zentren sind eine Schnittstelle zwischen
Forschung, Klinik und Wirtschaft, durch die der Transfer von
Forschungsergebnissen vom Labor zu marktreifen Arzneimitteln und Behandlungsverfahren künftig noch rascher und
effizienter erfolgen wird.
Wissenschaftliche Einrichtungen und Unternehmen
arbeiten in Deutschland eng vernetzt zusammen. 58 % der
Unternehmen in Deutschland, die Forschungskooperationen
eingehen, kooperieren mit Hochschulen, rund 26 % mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. An immer mehr
Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden heute die
Kooperation und der Verwertungsgedanke frühzeitig in den
Prozess der Forschung und Entwicklung einbezogen und als
ein relevanter Teil ihrer Mission angesehen. Gleichwohl bestehen im Wissens- und Technologietransfer im Kontext globaler
Herausforderungen und eines zunehmenden Wettbewerbs
noch Potenziale, die es weiter zu erschließen gilt.
Um die Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
zu stärken und zu verbreitern, hat das BMBF 2007 den Spitzencluster-Wettbewerb auf den Weg gebracht. Nach Auswahl der
dritten und abschließenden Runde im Januar 2012 sind 15 Spit-

DIe HIGHtecH-stRateGIe 2020 FüR DeutscHlanD VoRantReIBen

abb. 5

27

standorte der spitzencluster

luftfahrtcluster
Metropolregion Hamburg
www.luftfahrtstandort-hamburg.de

www.its-owl.de

Bioeconomy cluster
www.bioeconomy.de

effizienzcluster logistikRuhr
www.effizienzcluster.de

cool silicon
www.cool-silicon.org

software-cluster
www.software-cluster.com

solarvalley
Mitteldeutschland
www.solarvalley.org

cluster für Individualisierte
Immunintervention cI3
www.ci-3.de

Medical Valley eMn

Biotechnologie-cluster
Rhein-neckar

www.medical-valley-emn.de

www.BioRN.de

Microtec südwest

Münchner Biotech cluster

www.mstbw.de

www.m4.de

elektromobilität süd-west
www.emobil-sw.de

Forum organic electronics
www.innovationlab.de

M·a·I carbon
www.mai-carbon.de

Quelle: BMBF

Strategie

Intelligente technische systeme
ostwestfalenlippe

DIe HIGHtecH-stRateGIe 2020 FüR DeutscHlanD VoRantReIBen

28

Infobox

Strategie

ausgewählte spitzencluster im überblick
Mit ihren Schwerpunkten und Projekten sind die 15 Spitzencluster auf die zentralen Zukunftsthemen gerichtet. Auch die Gestaltung der Rahmenbedingungen ist
Bestandteil der Spitzencluster-Strategie. Dabei haben
Themen der Aus- und Weiterbildung für den Fachkräftebedarf besondere Bedeutung. Beispiele aus den 10 Spitzenclustern der ersten beiden Runden sind:
• Cool Silicon in Sachsen mit mehr als 100 Unternehmen
und Forschungseinrichtungen ist wegweisend bei
hochenergieeffizienter Mikroelektronik. Entwickelt
werden Halbleiter für Rechnersysteme und Breitbandfunksysteme sowie kabellose und energieautarke
Sensornetze, z. B. ein sich selbst versorgender Sensorknoten für die Überwachung von Flugzeugstrukturen
aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Auch
der Nachwuchs ist im Blick, wie bei dem neu initiierten
englischsprachigen Masterstudiengang „Nanoelectronic Systems“.
• Der Spitzencluster Forum Organic Electronics in der
Metropolregion Rhein-Neckar will mit der Flexibilität
und Transparenz der Bauelemente auf Basis der organischen Elektronik neue Anwendungsbereiche in den
Feldern Beleuchtung, Solarenergiegewinnung und der
Massenherstellung elektronischer Bauteile erschließen. Die mehr als 20 beteiligten Akteure decken die
gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Erforschung neuer Materialien über die Konzeption von
Bauteilen bis zur Vermarktung von Anwendungen. Ein
Herzstück der Bildungs- und Forschungsinfrastruktur
im Spitzencluster ist das Konzeptlabor der Innovation
Lab GmbH. In diesem gemeinsamen Forschungs- und
Entwicklungslabor arbeiten Studierende und Wissenschaftler aus führenden Hochschulen mit Forschern
aus der Chemie- und Druckindustrie an gedruckter
organischer Elektronik interdisziplinär und projektübergreifend zusammen.
• Schlüsselfragen der Logistik sind der Gegenstand
des EffizienzClusters LogistikRuhr, in dem rund 120
Unternehmen sowie 11 Forschungseinrichtungen und
Hochschulen zusammenwirken. Dabei wird auch angestrebt, sich als weltweites Zentrum für die innovative
Gestaltung hochwertiger Logistikdienstleistungen zu
etablieren. Ein besonderes Thema des Spitzenclusters
ist die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen. Neben den Umweltauswirkungen werden hier
auch die Arbeitsbedingungen im Transportgewerbe in
den Blick genommen.

zencluster gekürt, die in ihren Technologiebereichen auf dem
Weg in die internationale Spitzengruppe sind oder ihren Platz
dort nachhaltig sichern. Das Themenspektrum der Cluster ist
vielfältig und zukunftsgerichtet – entlang an den Bedarfsfeldern der Hightech-Strategie mit wichtigen Beiträgen für die
Zukunftsprojekte. In diesen Clustern arbeiten bis zu 350 Partner aus renommierten Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Unternehmen sowie andere Akteure in einer Region zusammen an einer gemeinsamen Strategie. Sie beteiligen dabei
weitere Akteure – insbesondere KMU. Gerade wachstumsstarke
junge Unternehmen finden in den Spitzenclustern ideale Rahmenbedingungen. Und diese Cluster sind in ganz besonderem
Maße Wachstumsmotoren, auch über ihre Regionen hinaus.
Die Partner der Cluster entwickeln neue Technologien
und Dienstleistungen und schließen Innovationsketten. Ihre
Projektergebnisse tragen zur Bewältigung von Aufgaben in Bereichen wie Energie, Ressourceneffizienz oder Gesundheit bei.
Sie bringen auch neue Berufsbilder und innovative Studiengänge hervor, die den Anforderungen des Arbeitsmarktes der
Zukunft entsprechen. Mit einem Fördervolumen von 40 Mio.
Euro pro Cluster über 5 Jahre – d. h. insgesamt 600 Mio. Euro
– und den Mitteln der beteiligten Unternehmen in gleicher
Höhe werden 1,2 Mrd. Euro gezielt in Stärken des Innovationsstandortes Deutschland investiert.
Die Initiative Kompetenznetze Deutschland des BMWi
vereint die 100 leistungsfähigsten Technologienetzwerke
Deutschlands mit rund 9.000 Akteuren. Das BMWi hat dazu
über die Geschäftsstelle Kompetenznetze Deutschland z. B. die
passgenaue Unterstützung der Clustermanager zur Professionalisierung ihrer Arbeit finanziert. Die Mitgliedschaft war an
die Erfüllung anspruchsvoller Qualitätskriterien gebunden.
Im Leistungsvergleich mit 140 europäischen Clustern erwiesen
sich die Aktivitäten und Dienstleistungen der Clustermanager
der Kompetenznetze als besonders wirksam für die Geschäftsund FuE-Aktivitäten der mittelständischen Mitgliedsunternehmen. Das BMWi richtet seine Clusterpolitik derzeit neu aus.
Ein Ziel ist dabei, die nationalen Innovationscluster hin zum
exzellenten Clustermanagement im Sinne der europäischen
Qualitätskriterien weiterzuentwickeln.
Gemeinsam wollen BMBF und BMWi aufbauend auf den
bisherigen Erfahrungen und unter Einbeziehung der Länder
eine dauerhafte Plattform für den gegenseitigen Austausch zu
Clusterthemen und Clusterpolitik schaffen. Unter anderem soll
ein Clusterportal im Internet – auch ausländischen Interessenten – einen attraktiven, zentralen Zugang zu den verschiedenen Initiativen und Akteuren auf den unterschiedlichen
Ebenen ermöglichen.
Mit der Initiative Forschungscampus hat das BMBF im August 2011 ein neues Instrument zur Innovationsförderung zum
Einsatz gebracht, das den Fokus auf eine neue, räumlich sehr
enge und längerfristige Form der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft legt – für eine gemeinsame strategische
Grundlagenforschung. Im Rahmen des Wettbewerbs sollen bis
zu zehn innovative und zukunftsgerichtete Forschungscampus-Modelle für längerfristige, verbindliche Partnerschaften
von Wissenschaft und Wirtschaft auf Augenhöhe und die

DIe HIGHtecH-stRateGIe 2020 FüR DeutscHlanD VoRantReIBen

Innovationsgutscheine und langfristige zinsgünstige Darlehen
für marktnahe Innovationsprojekte runden das Bild ab. Im
Rahmen der Fachprogramme des BMWi und des BMBF werden
Verbundprojekte gefördert, an denen KMU maßgeblich beteiligt sind. Um den mittelständischen Unternehmen – insbesondere Erstantragstellern – den Einstieg in diese anspruchsvollen
Programme zu erleichtern, bietet das BMBF über die Förderinitiative KMU-innovativ in allen seinen Technologiefeldern einen
an ihrem spezifischen Bedarf ausgerichteten Zugang an. Die
mit der Förderung angestoßenen zusätzlichen FuE-Investitionen der Wirtschaft erzeugen mittel- bis langfristige positive
Markt- und Beschäftigungswirkungen.
Trotz des Auf- und Ausbaus regionaler Cluster in den neuen
Ländern mithilfe der Förderprogramme der Programmfamilie
„Unternehmen Region“ sowie der Maßnahme Spitzenforschung
und Innovation in den Neuen Ländern sind dem weiteren Ausbau regionaler Innovationsinitiativen durch die Wirtschaftsstruktur in den neuen Ländern Grenzen gesetzt. Daher bedarf
die regionale Fokussierung der Innovationsförderung in
Ostdeutschland einer Erweiterung um einen überregionalen
Ansatz. Ziel des BMBF ist es zukünftig, die räumlich diversifizierten, in ganz Ostdeutschland entstandenen Kompetenzen
zu sektoralen Clustern zu verdichten, die Weiterentwicklung
eigenständiger technologischer Spezialisierungen in Ostdeutschland zu unterstützen und die Entwicklung zu tragfähigen überregionalen und international sichtbaren Innovationsstrukturen zu unterstützen.
Mit dem Programm „Innovationskompetenz Ost“(INNOKOM-Ost) unterstützt das BMWi den Transfer von Forschungsergebnissen der gemeinnützigen externen Industrieforschungseinrichtungen insbesondere in KMU, denn sie dominieren die
ostdeutsche Industrieforschung.
Bei der Umsetzung der Hightech-Strategie wirken alle Instrumente und Aktivitäten, die quer zu den aufgegriffenen Technologien und über alle Bedarfsfelder der Hightech-Strategie angelegt sind, eng zusammen mit den Programmen der fachspezifischen Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten.
Damit wird das Innovationssystem als Ganzes gestärkt.
Gemeinsame Verantwortung für Forschung und Innovation
Forschung und Innovation brauchen den Dialog mit der Gesellschaft, denn neue Technologien können unser Leben und
unseren Alltag entscheidend verändern. Und sie werden nur
dann angenommen, wenn es einen breiten Konsens über ihren
Nutzen gibt. Daher ist es ein zentrales Ziel der Bundesregierung, den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern im Bereich
Forschung und Innovation zu stärken.
Insbesondere bei gesellschaftlich kontroversen Zukunftstechnologien ist ein vertiefter Diskurs notwendig. Deshalb hat
das BMBF in Umsetzung des Koalitionsvertrags vom Oktober
2009 den Bürgerdialog „Zukunftstechnologien“ initiiert, der
Bürgerinnen und Bürgern eine Dialogplattform für einen
Diskurs untereinander und mit Expertinnen und Experten und
Entscheidungsträgern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bietet. Die daraus resultierenden Empfehlungen geben

Strategie

Zusammenarbeit unter einem Dach ausgewählt und unterstützt werden. Dabei wird vor allem auf Forschungsfelder von
starker Komplexität, mit hohem Forschungsrisiko und besonderen Potenzialen für Sprunginnovationen fokussiert, um die
innovativen Produkte und Dienstleistungen für morgen und
übermorgen hervorzubringen. Die Initiative zielt auf Modelle, die neu geplant werden oder sich im Aufbau befinden. Der
Wettbewerb hat bereits dazu beigetragen, die gemeinsame
Entwicklung neuer Ideen von Partnern aus der Wissenschaft
– Hochschulen wie außeruniversitären Forschungseinrichtungen – und Unternehmen voranzutreiben. Eine unabhängige
Jury wird Forschungscampus-Modelle auswählen, die in einem
Zeitraum von 5 bis 15 Jahren mit jeweils bis zu 2 Mio. Euro pro
Jahr gefördert werden.
Darüber hinaus fördert das BMBF mit der Maßnahme
Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP technologie- und themenoffen Projekte aus dem
akademischen Bereich der Wissenschaft, um Ergebnisse der
öffentlichen Forschung hinsichtlich ihrer technischen Machbarkeit und ihres wirtschaftlichen Potenzials überprüfen und
in Richtung Anwendung weiterentwickeln zu lassen. Erste
Ergebnisse der geförderten Projekte zeigen, dass gerade in der
Grundlagenforschung tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dadurch Unterstützung und Motivation erhalten,
den Schritt aus dem Prozess der Forschung in Richtung wirtschaftlicher Verwertung und Nutzung frühzeitig mitzudenken
und dann auch zu gehen. Alle Wege der Verwertung stehen
danach offen.
Besondere Bedeutung kommt zudem kleinen und mittleren
Unternehmen (KMU) und ihrer Beteiligung am Innovationsgeschehen zu. Das BMWi bietet hierzu umfassende Unterstützungsmaßnahmen und setzt bereits in der Gründungsphase an,
denn zu einer erfolgreichen Innovationspolitik gehört auch,
neue Impulse für die Gründungsdynamik zu setzen und das
Gründungsklima in Deutschland nachhaltig zu verbessern.
Mit dem Programm Existenzgründungen aus der Wissenschaft
(EXIST) werden Maßnahmen unterstützt, die das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen stärken sowie die Anzahl und die Qualität technologieorientierter und wissensbasierter Gründungen steigern. Als
weiter gehendes Finanzierungsinstrument stellt der High-Tech
Gründerfonds (HTGF) Risikokapital für neu gegründete Technologieunternehmen bereit. Gemeinsam mit der KfW-Bankengruppe und 13 privaten Investoren hat das BMWi dazu im Herbst 2011
den mit 291 Mio. Euro ausgestalteten HTGF II aufgelegt.
Mit dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)
werden vor allem Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und mit Forschungseinrichtungen, aber auch einzelbetriebliche Innovationsvorhaben gefördert. Mit den Finanzierungshilfen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte können
die Unternehmen innovative Ideen für neue Produkte, Produktionsverfahren oder Dienstleistungen unmittelbar umsetzen
und somit schnell Innovationsgewinne realisieren. Die Industrielle Gemeinschaftsforschung unterstützt Forschungsprojekte,
die für ganze Industriebranchen von Relevanz sind. Zuschüsse
für Innovations- und Effizienzberatungen mittels der BMWi-

29

Strategie

30

auch Impulse für die Gestaltung zukünftiger Forschungs- und
Innovationspolitik.
Gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog richtet das BMBF die Wissenschaftsjahre aus. Gemeinsam wollen
die Partner die Öffentlichkeit stärker für Wissenschaft interessieren, Entwicklungen in der Forschung transparenter machen
und dabei insbesondere junge Menschen für Forschungsthemen begeistern und ihnen im Hinblick auf ihre Berufswahl
Anregungen geben. Seit dem Jahr 2010 richten sich die Wissenschaftsjahre statt an einzelnen Disziplinen an fächerübergreifenden Themen aus, denen eine große gesellschaftliche
Bedeutung zukommt. Neben der Vermittlung der Themen
und wissenschaftlichen Inhalte sollen die Wissenschaftsjahre
gesamtgesellschaftliche Debatten über Entwicklungen in Forschung und Wissenschaft anstoßen und vorantreiben.
Neben dem Neubau des BMBF am Kapelle-Ufer im Berlin
soll das Haus der Zukunft als Schaufenster für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland entstehen. Es ist
vorgesehen, dieses Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Konferenzzentrum in öffentlich-privater Partnerschaft gemeinsam
mit Wirtschaft und Wissenschaft zu realisieren. Besuchern
aus aller Welt soll dort die Möglichkeit geboten werden, einen
Blick in die Zukunft zu werfen und mit den Akteuren aus Wissenschaft und Forschung in einen Dialog zu treten.
Beratung zu Forschung und Innovation
Angesichts des wissenschaftlich-technischen Fortschritts
wächst der Bedarf an verlässlichem Orientierungswissen.
Politische Entscheidungen werden komplexer, wissenschaftliche Beratung ist notwendiger denn je. Die Bundesregierung
verfügt über ein differenziertes System der Politikberatung.
Politik und Gesellschaft brauchen wissenschaftlich fundierte Beratung, um den bildungsbezogenen, medizinischen,
technologischen, ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen
Herausforderungen der Gesellschaft zu begegnen und das zukünftige Miteinander zu gestalten. Diese Beratungsfunktion
nehmen die Einrichtungen des Bundes mit FuE-Aufgaben
wahr – national und international. Sie liefern wissenschaftlich
fundierte Entscheidungsgrundlagen und Dienstleistungen zur
Unterstützung politischen Handelns.
Im Innovationsdialog diskutieren hochrangige Vertreter
aus Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam mit der Bundeskanzlerin, der Bundesforschungsministerin und dem Bundeswirtschaftsminister über strategische Weichenstellungen
der Innovationspolitik. Seit 2010 wurden hier die wichtigen
Themen Innovationsfinanzierung, Cluster- und Netzwerkförderung sowie Technologielinien mit hohem Potenzial für
die Wertschöpfung in Deutschland behandelt. Die Bundesregierung trägt mit diesem Dialog dazu bei, die strategische
Ausrichtung ihrer Politik frühzeitig mit Wissenschaft und
Wirtschaft zu beraten.
Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI)
berät die Bundesregierung in forschungs-, innovations- und
technologiepolitischen Fragestellungen mit international
anerkanntem Sachverstand. Die unabhängigen Experten

DIe HIGHtecH-stRateGIe 2020 FüR DeutscHlanD VoRantReIBen

bündeln neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit Bezug
zur Innovationsforschung und bewerten in ihren jährlichen
Gutachten die Stärken und Schwächen des deutschen Innovationssystems. Ihre Hinweise und Handlungsempfehlungen
sind wertvolle Grundlage für weitere innovations- und forschungspolitische Entscheidungen.
Eine entscheidende Rolle in der Hightech-Strategie spielt
die Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft. Sie bildet das
Forum für einen intensiven Austausch von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Wirtschaft und Wissenschaft haben hier die
Möglichkeit, ihre Ideen und Konzepte einzubringen und zu
diskutieren. Die Promotoren der Forschungsunion sind Multiplikatoren für die Ergebnisse dieser Diskussionen und leisten
als Partner in der Umsetzung eigene Beiträge zur Weiterentwicklung der Hightech-Strategie.
Der Wissenschaftsrat hat die Aufgabe, die Bundesregierung
und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen
und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung zu beraten. Zu den Besonderheiten
des Wissenschaftsrats gehört seine Vermittlungsfunktion zwischen Wissenschaft und Politik. Neben der Evaluation einzelner Forschungsorganisationen, -einrichtungen und Hochschulen sowie der Akkreditierung privater Hochschulen greift der
Wissenschaftsrat auch übergreifende Fragestellungen sowie
aktuelle Themen und Entwicklungen im Wissenschaftsbereich
auf. Das Arbeitsprogramm wird gemeinsam beschlossen.
Akademien der Wissenschaften: Die Deutsche Akademie
der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der
Wissenschaften vertritt einerseits die Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler aus Deutschland in internationalen
Gremien und bringt sich andererseits in die wissenschaftsbasierte Beratung von Gesellschaft und Politik zu Forschung
und Innovation ein. Auf diesem Gebiet arbeitet sie mit der
Deutschen Akademie der Technikwissenschaften e.V. (acatech), der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und den Akademien der Länder zusammen
und bezieht deren Expertise ein. Die Deutsche Akademie der
Technikwissenschaften – acatech e.V. fördert zum einen den
Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Zum anderen berät und informiert acatech Politik und
Öffentlichkeit auf einer wissenschaftsbasierten Grundlage
über technikbezogene Zukunftsfragen.
Technologievorausschau: Um die Zukunft zu gestalten,
müssen rechtzeitig Informationen über gesellschaftliche und
technologische Entwicklungen gesammelt und interpretiert
werden. Hierzu hat das BMBF den zweiten Zyklus seines
Foresight-Prozesses gestartet, um erneut einen weiten Blick
(10 – 15 Jahre) in die Zukunft zu werfen. In einer intensiven
zweijährigen Suchphase werden gesellschaftliche Trends und
technologische Entwicklungen aufgenommen, analysiert und
zu Szenarien verknüpft, um frühzeitig Orientierungswissen
für die zukünftige Forschungs- und Innovationspolitik zu gewinnen.

DIe HIGHtecH-stRateGIe 2020 FüR DeutscHlanD VoRantReIBen

31

Die europäische Innovationspolitik mitgestalten

Strategie

Im Kommissionsvorschlag für das neue Rahmenprogramm
für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ sind viele
strukturierende Elemente aufgriffen, bei denen wir in
Deutschland mit der nationalen Hightech-Strategie bereits
gute Erfahrungen gemacht haben. „Horizont 2020“ ist Kern
der europäischen Innovationsunion, die die Entwicklung
eines zukunftsfähigen, wirtschaftlich starken und innovativen
Europas zum Ziel hat. Auf europäischer Ebene werden so die
Anstrengungen, die Deutschland mit der nationalen HightechStrategie unternimmt, verstärkt und ergänzt. So ermöglichen
die politische Priorisierung von Forschung und Innovation,
die Verzahnung ihrer Förderinstrumente und die strategisch
ausgerichtete Agenda der Forschungsthemen die Synergien,
die notwendig sind, um die Ziele der Europa-2020-Strategie zu
erreichen. Forschung und Innovation sind wichtige Hebel, um
die Zukunft Europas langfristig zu sichern und Wohlstand und
Beschäftigung zu ermöglichen.

wIssenscHaFt stäRken

32

Strategie

3

Wissenschaft stärken
�

Ziele und ansätze der wissenschaftspolitik
Deutschland ist ein führender Standort für Wissenschaft, Forschung und Innovation. Für die Zukunft gilt es, diese Position
zu halten und gleichzeitig die internationale Strahlkraft unserer exzellenten Forschung weiter zu erhöhen. Hierzu braucht
es herausragende Standorte, eine hohe Leistungsfähigkeit
insgesamt und eine bessere Attraktivität für die besten Köpfe.
Die deutsche Forschungslandschaft ist aber auch gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Akteuren. Neue Wege in
der Zusammenarbeit zwischen den besten Akteuren sind ein
wichtiger Schritt, um die führenden Wissenschaftsstandorte
in Deutschland zu stärken. Die Bundesregierung strebt
zudem eine Erweiterung der Kooperationsmöglichkeiten von
Bund und Ländern im Wissenschaftsbereich an. Hierzu wird
eine Änderung des Grundgesetzes im Bereich der Gemeinschaftsaufgabe des Art. 91b GG vorgeschlagen werden, durch
die künftig Bund und Länder nicht nur bei Projekten, sondern
auch bei der institutionellen Förderung von Einrichtungen
der Wissenschaft und Forschung an Hochschulen von überregionaler Bedeutung zusammenwirken können. Angesichts
der wachsenden Internationalität des Wissenschaftssystems
in einer zunehmend globalisierten Welt ist Deutschland auf
dauerhafte überregionale Strukturen mit überregionaler
Sichtbarkeit angewiesen.
Auch die Wirtschaft, die stärker in der anwendungsorientierten Forschung tätig ist, muss die in Teilen bereits exzellente Kooperation mit der Wissenschaft zu einer neuen Verbindlichkeit, hin zu einer längerfristigen, strategischen Kooperation bringen. In Zukunft werden die Hochschulen international besonders erfolgreich sein, die ihr Profil auf der Basis von
Forschung, Lehre und Verwertung der Forschungsergebnisse
als gleichwertige Aufgaben schärfen. Die Expertenkommission Forschung und Innovation hebt in diesem Zusammenhang die Fortschritte in der Finanzierung der Forschung an
Hochschulen seit 2006, insbesondere durch Maßnahmen des
Bundes, hervor.
Die drei großen Reforminitiativen von Bund und Ländern
– Hochschulpakt einschließlich Qualitätspakt Lehre, Exzellenzinitiative und der Pakt für Forschung und Innovation – haben
wesentlich dazu beigetragen, diese wissenschaftspolitischen
Ziele zu erreichen (siehe Infobox).
Das Wissenschaftssystem genießt hohe Priorität bei Bund
und Ländern. Die Reforminitiativen werden von Bund und
Ländern fortgesetzt.

Freiheit und anreize für wissenschaftliche Initiative weiter
ausbauen
Die Exzellenzinitiative und der Pakt für Forschung und Innovation sind wichtige Impulsgeber für mehr Exzellenz, mehr Wettbewerb, mehr Profilbildung und mehr Dynamik, aber auch für
mehr Kooperation und Vernetzung im Wissenschaftssystem.
So bescheinigte die Expertenkommission Forschung und
Innovation der Exzellenzinitiative eine differenzierende und
profil gebende Wirkung, welche insbesondere die internationale Sichtbarkeit der deutschen Hochschullandschaft erhöht
hat. Mit der dritten Runde der Exzellenzinitiative können erfolgreiche Vorhaben aus den ersten beiden Runden fortgesetzt
und neue Projekte zum Ausbau der Spitzenforschung realisiert
werden. Damit erhält die Spitzenforschung an den Hochschulen weitere internationale Sichtbarkeit.
Der Pakt für Forschung und Innovation versetzt die Forschungsorganisationen in die Lage, strategische Maßnahmen
fortzusetzen und weiterzuentwickeln, vorhandene Instrumente qualitativ und quantitativ auszubauen sowie neue zu entwickeln, zu erproben und zu etablieren.
Für die Zukunft gilt es, die internationale Strahlkraft unserer exzellenten Forschung weiter zu erhöhen. Neue Wege in
der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind hier ein wichtiger Schritt. Erfolgreiche
Kooperationen wie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT),
die Forschungsallianz zwischen dem Forschungszentrum Jülich
und der RWTH Aachen (JARA) oder auch die aktuell angestrebte Kooperation zwischen der Charité und dem Max-DelbrückZentrum sind Beispiele für die großen Chancen, die sich aus
übergreifenden Forschungskooperationen ergeben können.
Das Wissenschaftsfreiheitsgesetz soll zu attraktiveren
Rahmenbedingungen in der außeruniversitären Forschung
beitragen. In den Bereichen Haushalt, Personal, Beteiligungen
und Bauverfahren soll eine größtmögliche Autonomie für die
Wissenschaftseinrichtungen verankert werden, um damit
wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen auf gesetzlicher
Grundlage zu schaffen. Wesentliche Ziele sind:

•	�

Im Bereich Haushalt erhalten die Wissenschaftsorganisationen auf Grundlage des Gesetzes die erforderliche Autonomie zum eigenverantwortlichen Einsatz von Personal-,
Sach- und Investitionsmitteln. Mit der Einführung von Globalhaushalten können die Einrichtungen unter Berücksichtigung der Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit ihre Arbeit effizienter und zielorientierter gestalten.

wIssenscHaFt stäRken

33

Infobox
Die drei Reforminitiativen von Bund
und ländern
exzellenzinitiative

Hochschulpakt
• Bund und Länder schaffen ein bedarfsgerechtes Studienangebot und sichern so den quantitativen Ausbau der
Hochschulbildung. In den Jahren 2007 bis 2010 wurden
185.000 neue Studienplätze geschaffen, doppelt so viele
wie ursprünglich vereinbart. Insgesamt werden in der
zweiten Programmphase rund 320.000 bis 335.000 zusätzliche Studiengelegenheiten geschaffen. Alleine der
Bund stellt hierfür in den Jahren 2011 bis 2015 mindestens
4,7 Mrd. Euro bereit.
• Mit annähernd 516.000 Studienanfängerinnen und
-anfängern und insgesamt 2,4 Millionen Studierenden
haben wir in Deutschland 2011 ein Rekordniveau erreicht.
Eine akademische Ausbildung gewinnt weiter an Attraktivität. Davon haben auch die MINT-Fächer profitiert.
• Bund und Länder haben zusätzlich beschlossen, im
Rahmen der Forschungsförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG) in die Overheadfinanzierung einzusteigen. Forschungsstarke Hochschulen

Strategie

• Die Exzellenzinitiative mit einem Fördervolumen von ca.
1,9 Mrd. Euro für die beiden Auswahlrunden 2006 und
2007 hat nicht nur in den geförderten Hochschulen profilbildende Wirkung erzeugt. Ihr wissenschaftsgeleitetes
und wettbewerbliches Verfahren hat auch international
große Anerkennung erfahren.
• In den 39 Graduiertenschulen wird der wissenschaftliche
Nachwuchs gefördert und zum Teil fakultäts- und fächerübergreifend zusammengearbeitet.
• In 37 Exzellenzclustern findet Forschung auf internationalem Spitzenniveau statt. Sie integrieren in der Regel
mindestens zwei Fachgebiete.
• 9 Universitäten werden erfolgreiche Konzepte umsetzen, mit denen sie sich als Institution in der internationalen Spitzengruppe etablieren wollen.
• Der Ausbau der internationalen Vernetzung als Querschnitts- und Leitungsaufgabe spielt in allen Konzepten
eine wichtige Rolle.
• In allen drei Förderlinien kooperieren die Universitäten
mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern
aus Wissenschaft und Wirtschaft. Bisher konnten rund
4.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rekrutiert werden, davon ca. 25 % aus dem Ausland.
• Bund und Länder haben die Fortsetzung der Exzellenzinitiative mit insgesamt 2,7 Mrd. Euro für die dritte Auswahlrunde beschlossen.

können durch die Einführung der DFG-Programmpauschalen in Höhe von 20 % der direkten Projektmittel ihre
strategische Handlungsfähigkeit weiter stärken. Bis
2015 trägt der Bund die Kosten von etwa 1,7 Mrd. Euro
weiterhin alleine.
• Der Qualitätspakt Lehre als dritte Säule des Hochschulpakts unterstützt 186 Hochschulen aus allen 16 Bundesländern bei der Verbesserung ihrer Studienbedingungen.
Bis 2020 wird der Bund dafür rund 2 Mrd. Euro investieren.
pakt für Forschung und Innovation
• Mit dem Pakt für Forschung und Innovation wird die
dynamische Entwicklung in der außeruniversitären
Forschung verstärkt und beschleunigt. Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen HGF, MPG, FhG, WGL
sowie die DFG als Förderorganisation der Hochschulforschung können ihre Position unter den weltweit Besten
nachhaltig sichern.
• In den Jahren 2011 bis 2015 werden die Zuwendungen an
die Partner des Pakts jährlich um 5 % gesteigert.
• Mit dem Pakt gehen einvernehmlich vereinbarte forschungspolitische Ziele einher, die in einer jährlichen
Monitoring-Berichterstattung von den Paktpartnern beschrieben und von Bund und Ländern in der GWK bewertet werden. Neben der frühzeitigen und systematischen
Identifizierung zukunftsweisender Forschungsgebiete,
der Nachwuchsförderung, der organisationsübergreifenden Vernetzung und der Internationalisierung sind
der Wissens- und Technologietransfer sowie nachhaltige
Partnerschaften mit der Wirtschaft wesentliche Ziele des
Pakts. Hierzu werden von den Paktpartnern vielfältige
Kennzahlen erhoben. Diese gehen im Rahmen einer qualitativen Gesamtschau in die Monitoringberichte ein.

wIssenscHaFt stäRken

34

•	�

Strategie

•	�

•	�

Im Personalbereich erhalten die Wissenschaftseinrichtungen einen größeren Handlungsspielraum, um sich auch
künftig im internationalen Wettbewerb um Spitzenkräfte
behaupten zu können. So sollen nicht-öffentliche Mittel
wie Wirtschaftserträge, Spenden oder privates Vermögen
für wettbewerbsfähige Gehälter oder Gehaltsbestandteile
eingesetzt werden können.
Für Beteiligungsvorhaben der Wissenschaftseinrichtungen
wird durch das Wissenschaftsfreiheitsgesetz ein Einwilligungsverfahren etabliert, das mit klar geregelten Fristen
die Verfahrensabläufe beschleunigen wird.
Auch die Durchführung von Baumaßnahmen wird effizienter gestaltet. Die Wissenschaftseinrichtungen erhalten
dabei mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung,
wenn sie über hinreichenden baufachlichen Sachverstand
und ein adäquates internes Controlling verfügen.

Der Anwendungsbereich des Gesetzes soll die vom Bund bzw.
gemeinsam von Bund und Ländern gem. Art. 91b GG institutionell geförderten Wissenschaftseinrichtungen umfassen.
Für die Einrichtungen des Bundes mit Ressortforschungsaufgaben strebt die Bundesregierung dem Wissenschaftsfreiheitsgesetz und bisherigen Maßnahmen der Wissenschaftsfreiheitsinitiative entsprechende Flexibilisierungen in den Bereichen
Haushalt, Personal und Bauverfahren beginnend mit dem
Haushaltsgesetz 2013 an.

Ressortforschung als teil des wissenschaftssystems
weiterentwickeln
Die Ressortforschung des Bundes ist ein unverzichtbarer
Bestandteil des Wissenschaftssystems.
Die Ressortforschung deckt in einer problemorientierten, praxisnahen und interdisziplinären Herangehensweise
ein breites Aufgabenspektrum ab: Neben der wissenschaftlichen Bearbeitung gesetzlich zugewiesener Aufgaben zählen
beispielsweise auch das Entwickeln und Pflegen gesetzlicher
Regelwerke und Normen sowie das Betreiben von Datenbanken, Expertensystemen und Messnetzen zum Portfolio der
Ressortforschung.
Ressortforschung wird von 40 Bundeseinrichtungen mit
FuE-Aufgaben sowie von 6 außeruniversitären FuE-Einrichtungen in kontinuierlicher Zusammenarbeit betrieben. Die
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden durch die
Einrichtung selbst, in Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen oder durch Vergabe von Forschungsaufträgen an
externe Forschungsnehmer (extramurale Forschung) ausgeführt. Dabei ist es ein Alleinstellungsmerkmal der Einrichtungen mit FuE-Aufgaben, dass die wissenschaftliche Expertise
für dringliche Fragestellungen des Regierungshandelns kurzfristig abrufbar ist und gleichzeitig langfristig angelegte
wissenschaftliche Aufgaben auf hohem, international vergleichbarem Niveau bearbeitet werden.
Damit stehen die Einrichtungen des Bundes mit FuE-Aufgaben vor der Herausforderung, sich einerseits im Spannungs-

feld von Politikberatung und wissenschaftsbasierter Aufgabenwahrnehmung zu positionieren und sich andererseits
mit ihren besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen als Behörden im nationalen und internationalen Wettbewerb aller
Forschungseinrichtungen zu bewähren. Die wissenschaftliche
und thematische Orientierung der Einrichtungen des Bundes
mit FuE-Aufgaben erfolgt somit stets vor dem Hintergrund der
originären Aufgaben und Bedürfnisse der Ressorts.
Der Bedarf an qualitativ hochwertigen, wissenschaftsbasierten Erkenntnissen zur sachgerechten Wahrnehmung
der Ressortaufgaben erhöht sich ständig. Es ist daher ein wichtiges Ziel der Bundesregierung, die Einrichtungen mit FuEAufgaben weiterzuentwickeln und ihre hohe wissenschaftliche Exzellenz als gleichberechtigte Partner im Wissenschaftssystem nachhaltig zu fördern. Dazu tragen in den Jahren 2012
und 2013 unter anderem die folgenden Initiativen und Maßnahmen bei: die Profilierung und Erhöhung der Sichtbarkeit
der Ressortforschung, die Stärkung der ressortübergreifenden
Koordinierung und des Erfahrungsaustauschs, die Steigerung
der Wettbewerbsfähigkeit, die Intensivierung der einrichtungsspezifischen Qualitätssicherungs- und Evaluierungsmaßnahmen, die Einführung von Forschungsprogrammen
in allen Einrichtungen sowie die Verstetigung der Internationalisierung.

BIlDunG In DeR wIssensGesellscHaFt ausBauen

4

35

Bildung in der Wissensgesellschaft ausbauen
�

Gute Bildung von Anfang an ist eine zentrale Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Wissenschafts- und Innovationssystem und zugleich die Basis für Wohlstand und sozialen
Zusammenhalt. Um den Anforderungen einer dynamischen
Wissensgesellschaft gerecht zu werden, sind gute Bildung
und Weiterbildungsmöglichkeiten während des gesamten
Lebensverlaufs unverzichtbar. Wissenschaft und Forschung
benötigen Menschen, die bereit sind, neue Fragen zu stellen
und nach innovativen Antworten zu suchen.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist
die Sicherung der Fachkräftebasis – insbesondere im Segment
der Hochqualifizierten – essenziell, um unser leistungsstarkes
Wissenschaftssystem und damit die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu erhalten und auszubauen.
Die Mehrzahl der Prognosen kommt zu dem Ergebnis, dass in
Deutschland auf lange Sicht ein Mangel an Fachkräften droht.
Der zukünftige Wohlstand in unserem Land wird deshalb
wesentlich davon abhängen, dass junge Menschen ausreichend qualifiziert und neue Potenziale für die Fachkräftebasis
erschlossen werden können. Deshalb hat die Bundesregierung
im Sommer 2011 ein Fachkräftekonzept beschlossen, dessen
Maßnahmen sich an alle Zielgruppen des Arbeitsmarktes richten. Es umfasst sowohl die Ausbildung junger Menschen wie
auch die Qualifizierung Älterer. Das Konzept strukturiert die
Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung in der Fachkräftesicherungspolitik entlang der fünf Sicherungspfade Aktivierung und Beschäftigungssicherung, bessere Vereinbarkeit von
Familie und Beruf, Bildungschancen für alle von Anfang an,
Qualifizierung: Aus- und Weiterbildung sowie Integration und
qualifizierte Zuwanderung.
Der Schwerpunkt bei der Fachkräftesicherung wird bei der
Qualifizierung der bereits in Deutschland lebenden Menschen
liegen. Dabei ist es notwendig, sehr langfristig die Sicherung
der Fachkräftebasis anzugehen. Dieser Prozess beginnt mit der
frühkindlichen Bildung, geht über die Schule sowie die Berufsausbildung und reicht bis zur Weiterbildung. Von besonderer
Bedeutung sind die Dienst- und Förderleistungen der Agenturen für Arbeit und Jobcenter, insbesondere die Berufseinstiegsbegleitung. Diese Leistungen sind durch das Gesetz zur
Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt
durch Zusammenführung in dem Abschnitt Berufswahl und
Berufsausbildung transparenter gestaltet worden. Sie werden
je nach Lebenslage und Bedarf passgenau eingesetzt. Maßnah-

men des BMBF sind z. B. die Bildungsketten, das JOBSTARTERProgramm, der Ausbau der Studienplätze gemeinsam mit den
Ländern oder der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen.
Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung des „Gesetzes zur
Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland
erworbener Berufsqualifikationen“. Damit wird sichergestellt,
dass für Arbeitgeber und Betriebe nachvollziehbare einheitliche Bewertungen für im Ausland erworbene Qualifikationen
zur Verfügung stehen. Das Anerkennungsgesetz leistet einen
wichtigen Beitrag dazu, Menschen mit Migrationshintergrund
einen verbesserten Zugang zum Arbeitsmarkt – auch in Wissenschaft und Forschung – zu ermöglichen. Es sieht einen Anspruch auf ein transparentes und zügiges Anerkennungsverfahren vor und ist am 1. April 2012 in Kraft getreten. Zugleich
muss die qualifizierte Zuwanderung von Fachkräften nach
Deutschland gestaltet werden.
Für eine Stärkung des Bildungssystems ist ein Zusammenwirken der Verantwortlichen auf allen Ebenen notwendig. Der
Bund und die Länder stellen sich in der 2008 beschlossenen
Qualifizierungsinitiative für Deutschland den gemeinsamen
Herausforderungen für das Bildungssystem. Mit den vereinbarten Maßnahmen der Qualifizierungsinitiative haben Bund
und Länder schon sichtbare Schritte erreicht, wie die Steigerung der Studienanfängerquote oder die Senkung der Schulabbrecherquoten belegen.
Gute Bildung setzt Investitionen in Bildungsqualität voraus. Die Länder und die Kommunen tragen 86,3 % der öffentlichen Bildungsausgaben gemäß Bildungsbudget bzw. 68,1 % des
gesamten Bildungsbudgets, d. h. 104,6 Mrd. Euro (2008). Die
Regierungschefinnen und -chefs von Bund und Ländern haben
die Erreichung des nationalen Ziels von 10 Prozent des BIP für
Bildung und Forschung bis 2015 vereinbart, in dessen Rahmen
3 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung vorgesehen
sind. Der Anteil von Bildung und Forschung am Bruttoinlandsprodukt ist dabei zwischen 2008 und 2009 von 8,6 auf 9,3 %
gestiegen. Für die Bildung allein erhöhte sich der Anteil am
BIP zwischen 2008 und 2009 von 6,2 auf 6,8 %. Vor allem mit
der Fortführung der drei Wissenschaftspakte, die von Bund
und Ländern beschlossen wurden – Hochschulpakt 2020,
Exzellenzinitiative und Pakt für Forschung und Innovation
–, leisten Bund und Länder einen erheblichen Beitrag zur
Erreichung des in der Qualifizierungsinitiative vereinbarten
10-Prozent-Ziels. Insgesamt investieren Bund und Länder rund
23 Mrd. Euro in die drei Wissenschaftspakte, davon der Bund
rund 15 Mrd. Euro.

Strategie

Gute Bildung als Grundbedingung für wissenschaft und
Forschung, wohlstand und sozialen Zusammenhalt

36

Strategie

Qualifikationen und talente fördern
Angesichts des demografischen Wandels und der Tendenz zu
wissensintensiveren Tätigkeiten müssen Kinder und Jugendliche frühzeitig auf ihrem Bildungsweg unterstützt werden. In
der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung werden
die Weichen für den weiteren Verlauf der Bildungsbiografie
gestellt. Die Sprachförderung ist dabei eine wichtige Aufgabe
über alle Bildungsbereiche hinweg. Deshalb werden Bund und
Länder eine gemeinsame Initiative im Bereich Sprachförderung,
Sprachdiagnostik und Leseförderung starten. Das BMBF wird die
Forschung zur sprachlichen Bildung u. a. durch ein neues Forschungsprogramm ab 2012 im Kontext des Rahmenprogramms
zur Förderung der empirischen Bildungsforschung stärken.
Mit dem Programm „Haus der kleinen Forscher“ werden
Kinder in Kitas gezielt an naturwissenschaftlich-technische
Themen herangeführt. Mit dem Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung werden wissenschaftlich fundierte Grundlagen zur Qualitätssicherung im
Bildungssystem erarbeitet, z. B. für die Initiativen zur Sprachförderung und Sprachstandfeststellung sowie für eine wissensbasierte, ergebnisorientierte Steuerung auf allen Ebenen des
Bildungssystems.
Voraussetzung für einen erfolgreichen Einstieg von jungen
Menschen in das Erwerbsleben ist ein schulischer Abschluss
und eine gute berufliche Ausbildung. Im Zentrum der Anstrengungen der Bundesregierung steht deshalb die frühzeitige Berufsorientierung. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Übernahme der Berufseinstiegsbegleitung in die Regelförderung
nach dem Arbeitsförderungsrecht. Mit der Initiative Abschluss
und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss
werden junge Menschen in der Schule und bis zum Erreichen
eines Berufsabschlusses begleitet. Seit Start der Initiative
Ende 2010 sind 13.000 junge Menschen von Berufseinstiegsbegleitern beim Übergang von der Schule in den Beruf beraten
worden. Mit den Ländern Baden-Württemberg, Hessen und
Thüringen wurden Vereinbarungen geschlossen, um die Initiative zu verstetigen. Der Bund unterstützt außerdem junge
Menschen mit den Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für bedürftige Kinder und Jugendliche.
Die Bundesregierung wirbt für eine attraktive berufliche
Ausbildung. Deshalb hat sie mit dem Wirtschafts- und Sozialpartnern die Kampagne „Berufliche Bildung – praktisch unschlagbar“ gestartet.
Im Rahmen des Programms Bündnisse für Bildung wird die
Bundesregierung ab 2013 bildungsbenachteiligte Kinder und
Jugendliche mit außerschulischen Angeboten insbesondere der
kulturellen Bildung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern.
Bund und Länder haben in der Qualifizierungsinitiative
das gemeinsame Ziel formuliert, mindestens 40 % eines Altersjahrgangs für ein Studium zu gewinnen und die Studienbedingungen weiter zu verbessern. Mittlerweile ist es gelungen,
die Studienanfängerquote von 37,1 % (2007) auf 45,2 % (2010)
zu erhöhen. Nach den Vorausberechnungen der Kultusministerkonferenz wird sich die Zahl der Studienanfänger bis 2025
weiter deutlich erhöhen. Bund und Länder schaffen deshalb

BIlDunG In DeR wIssensGesellscHaFt ausBauen

im Rahmen der zweiten Programmphase des Hochschulpakts 320.000 bis 335.000 zusätzliche Studienmöglichkeiten.
In dem vom Bund finanzierten Qualitätspakt Lehre werden
mit 2 Mrd. Euro bis 2020 Maßnahmen zur Verbesserung der
Personalausstattung von Hochschulen, zur Unterstützung bei
der Qualifizierung des Lehrpersonals und zur Sicherung und
Weiterentwicklung einer qualitativ hochwertigen Hochschullehre gefördert.
Der 19. BAföG-Bericht (2012) zeigt auf, dass die Ausgaben für
das BAföG 2010 mit 2,9 Mrd. Euro (2008: 2,3 Mrd. Euro) ein Rekordniveau erreicht haben. Damit konnten sowohl die Zahl der
geförderten Studierenden als auch die monatlichen Förderbeträge erhöht werden. Darüber hinaus fördert der Bund besondere Begabungen durch verschiedene Stipendienprogramme.
Die Zahl der Stipendien, mit denen Studierende in Deutschland
von der Bundesregierung unterstützt werden, hat sich innerhalb von nur sechs Jahren mehr als verdoppelt. Erhielten noch
2005 rund 16.400 meist junge Menschen ein Stipendium, waren
es 2011 bereits rund 37.000. So wurde u. a. 2011 das Deutschlandstipendium eingeführt. Im Rahmen dieses Programms
werden begabte und leistungsstarke Studierende mit monatlich 300 Euro gefördert, die je zur Hälfte von privaten Mittelgebern und vom Bund zur Verfügung gestellt werden. Mithilfe des
Deutschlandstipendiums konnten 2011 insgesamt rund 10 Mio.
Euro an zusätzlichen privaten Mitteln für die Unterstützung
von begabten Studierenden mobilisiert werden. Ein weiteres
Feld des Bundes ist die Förderung der Berufsausbildung durch
Berufsausbildungsbeihilfe und Ausbildungsgeld.
2011 haben die Regierungen von Bund und Ländern den Wettbewerb Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen gestartet.
Der Wettbewerb soll ebenfalls zur Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen Beruf und Hochschule und damit zur dauerhaften Sicherung des Fachkräfteangebots beitragen. Die Förderung
der ersten Welle des Wettbewerbs begann im Oktober 2011. Die
Ausschreibung für die zweite Wettbewerbsrunde startet 2014.
Ohne eine verstärkte berufliche Weiterbildung lassen sich
die Herausforderungen durch den demografischen Wandel
am Fachkräftemarkt nicht lösen. Bund und Länder wollen
deshalb bis 2015 die Weiterbildungsquote auf 50 Prozent der
Erwerbsbevölkerung erhöhen. Konkret wird Weiterbildungsbereitschaft durch Förderleistungen der Bundesagentur für
Arbeit und der Jobcenter, Maßnahmen wie die erfolgreich
eingeführte Bildungsprämie und das Aufstiegsstipendium für
beruflich besonders Qualifizierte unterstützt.
ausländische potenziale erschließen
Die Nutzung und Förderung inländischer Potenziale allein wird
mit Blick auf die Folgen des demografischen Wandels nicht ausreichen. Die Bundesregierung will deshalb mit dem Gesetz zur
Umsetzung der EU-Hochqualifizierten-Richtlinie (Blaue Karte)
die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte weiter erleichtern.
Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde im Dezember 2011
vom Bundeskabinett verabschiedet. Damit wird u. a. auch die
aufenthaltsrechtliche Situation und Perspektive von ausländischen Absolventen deutscher Hochschulen verbessert.

DIe euRopäIscHe unD DIe InteRnatIonale ZusaMMenaRBeIt IntensIVIeRen

5

37

Die europäische und die internationale
Zusammenarbeit intensivieren

Wissenschaft und Forschung leisten einen wichtigen Beitrag,
um die großen globalen Herausforderungen zu bewältigen.
Die Zunahme und Vertiefung grenzüberschreitender Verflechtungen auf vielen gesellschaftlichen Feldern verleiht der internationalen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung
zusätzliche Bedeutung. Dies zeigt sich beispielsweise an den
wissenschaftlichen Antworten auf globale Herausforderungen, etwa auf den Klimawandel, deren Qualität insbesondere
von der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit internationaler Forscher- und Expertenteams abhängt.
Forschung und Bildung sind die wesentlichen Treiber für die
Entwicklung von Innovation und die Bewältigung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturwandels – in Deutschland wie in seinen Partnerländern. Forschung und Bildung
gewinnen immer mehr Bedeutung für eine internationale Zusammenarbeit im Hinblick auf übergeordnete Ziele auswärtiger
Politik, sei es in den Feldern Wirtschaft, Sicherheit, europäische
Integration oder bei globalen Kooperationen zur Bewältigung
globaler Herausforderungen wie Klima- und Umweltschutz, Gesundheit, Migration oder demografische Veränderungen.
Die forschungs- und innovationspolitischen Ziele der
Bundesregierung in Verbindung mit dem erklärten Willen
Europas, die weltweit wettbewerbsfähigste wissensbasierte
Volkswirtschaft zu werden, erfordern eine verstärkte Nutzung
der Chancen der zunehmenden Internationalisierung. Mit der
Strategie zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung hat die Bundesregierung auf diese Herausforderungen
reagiert. Zusammen mit der Hightech-Strategie, dem Pakt für
Forschung und Innovation und der Exzellenzinitiative ist die
Internationalisierungsstrategie ein Kernelement der deutschen Forschungspolitik.

Internationalisierungsstrategie
der Bundesregierung
Die Internationalisierungsstrategie hat vier prioritäre Zielfelder benannt, die den roten Faden für die internationalen
Aktivitäten der deutschen Wissenschaft und Forschung bilden
sollen. Sie zielt darauf ab, im kontinuierlichen internationalen
Vergleich jeweils das beste Wissen, die optimalen Strukturen
und die zielführenden Prozesse zu identifizieren und für den
Wissenschafts- und Forschungsstandort Deutschland nutzbar
zu machen. Sie soll sowohl Leitfaden als auch Ausgangsbasis

für die Kooperation von Akteuren des deutschen Wissenschafts- und Innovationssystems sein, die Aufgaben und Missionen der deutschen Wissenschafts-, Forschungs- und Mittlerorganisationen im internationalen Umfeld durch verbesserte
Abstimmung und verstärkten Informationsaustausch in ihren
Zielen und Wirkungen unterstützen und damit bislang nicht
ausreichend genutzte Synergien erschließen.
Die Zusammenarbeit mit den weltweit Besten stärken
Deutschland will die Qualität seiner Bildung- und Forschungslandschaft auf höchstem Niveau weiterentwickeln. Im Zentrum steht dabei die Stärkung der nationalen Exzellenz unter
anderem durch Ausbau und Vertiefung der Zusammenarbeit
mit den weltweit besten Wissenschaftlern, Fachkräften und
Instituten. Deutschland ist heute einer der attraktivsten Studien- und Forschungsstandorte, und deutsche Forscherinnen
und Forscher sind weltweit gefragte Partner. Beides ist eng
miteinander verbunden, muss auf hohem Niveau erhalten und
ausgebaut werden.
Innovationspotenziale international erschließen
Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen
werden bei der Erschließung internationaler Innovationspotenziale unterstützt, um sich im weltweiten Wettbewerb besser zu positionieren. Zwei zentrale Aufgaben der Innovationspolitik sind dabei besonders zu nennen – die effektive Nutzung
des globalen Wissens für die eigenen forschungsgetriebenen
Innovationen sowie die Erleichterung des Zugangs innovativer
deutscher Produkte und Dienstleitungen zu internationalen
Märkten. Dies beinhaltet die Gestaltung innovationsförderlicher Rahmenbedingungen für die internationale Zusammenarbeit sowie die Förderung der Vernetzung deutsche Innovationsakteure mit Partnern überall auf der Welt.
Die Zusammenarbeit mit entwicklungsländern in Bildung
und Forschung nachhaltig stärken
Durch die Internationalisierungsstrategie soll die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern in Bildung, Wissenschaft
und Forschung eine neue Qualität erhalten, indem berufliche
Bildung, tertiäre Bildung, Wissenschaft und Forschung v. a.
im Blick auf ihren Gesamtzusammenhang ausgebaut werden.
Gleichzeitig erfolgt durch die Kooperationen ein Auf- und
Ausbau von Kapazitäten in den Entwicklungsländern. Dadurch

Strategie

wachsende Bedeutung internationaler
kooperationen

38

DIe euRopäIscHe unD DIe InteRnatIonale ZusaMMenaRBeIt IntensIVIeRen

wird deutschen Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen die Vernetzung mit Partnern in Entwicklungsländern ermöglicht und eine notwendige Grundlage für
die gemeinsame Lösung der anstehenden globalen Fragen
geschaffen.

Strategie

International Verantwortung übernehmen und globale
Herausforderungen bewältigen
Die Menschheit steht im 21. Jahrhundert vor immensen und
global wirkenden Herausforderungen: Ressourcenverbrauch,
Klimawandel und Artenschwund bedrohen unsere Zukunft.
Die Versorgung von Bürgern und Wirtschaft mit sicherer,
kostengünstiger und umweltfreundlicher Energie, Nahrungsmitteln und anderen Ressourcen ist zu einer systemischen
Transformationsaufgabe geworden. Die Bewältigung dieser
Herausforderungen verlangt nach Anstrengungen in allen Politikbereichen. Deutschland kann mit seinen Forschungs- und
Innovationskapazitäten beachtliche Beiträge leisten für eine
evidenzbasierte Lösung globaler Herausforderungen.

umsetzung der strategischen Ziele
Zur Umsetzung der Internationalisierungsstrategie hat die Bundesregierung in der jetzigen Legislaturperiode die politische
Verständigung und Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft
und Forschung auf internationaler Ebene intensiv und engagiert vorangetrieben. Dazu zählen zum einen die Regierungskonsultationen, bei denen Bildung und Forschung eine wichtige Rolle spielen (z. B. mit Russland im Juli 2011, mit China im
Juni 2011, mit Indien im Mai 2011, mit Israel im Januar 2011 sowie
die halbjährlich stattfindenden Regierungskonsultationen mit
Frankreich). Zum anderen gehören dazu die Verhandlungen
im Rahmen der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit
(WTZ). Seit Ende 2010 hat das BMBF für die Bundesregierung
WTZ-Verhandlungen mit sieben Partnerländern (China im November 2010, USA und Kanada im September 2011, Russland im
Oktober 2011, Chile und Mexiko im November 2011, Vietnam im
November 2011) durchgeführt. Zur Vertiefung der internationalen Zusammenarbeit finden zudem sogenannte „Forschungsforen“ statt – im Jahr 2011 mit Partnern wie Israel (Juni 2011) und
Frankreich (Oktober 2011).
umsetzung in der bilateralen Zusammenarbeit
Die bilaterale Kooperation mit wichtigen Partnerländern
weltweit steht für Deutschland im Mittelpunkt der internationalen Zusammenarbeit in der Forschung. Hierdurch wird
die deutsche Forschungspolitik besonders sichtbar. Dies gilt
insbesondere für Länder mit hoher Entwicklungsdynamik und
bedeutenden Zukunftsmärkten und ist zudem im Hinblick auf
attraktive Wissenschafts- und Technologieressourcen von strategischer Bedeutung. Die bilaterale Kooperation erfolgt meist
im Rahmen der WTZ, wobei langfristig laufende Austauschprogramme und gemeinsame Forschungsprojekte im Vordergrund stehen. Neue Ansätze ergeben sich durch die Vernetzung

in Netzwerken und Clustern sowie durch eine stärkere Einbeziehung von KMU bei der Technologiekooperation. Beispielsweise gibt es im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms
Mittelstand eine Zusammenarbeit mit Israel.
Ein weiteres Beispiel für die bilaterale Zusammenarbeit
sind die deutsch-französischen Forschungsprojekte zur „Genomik und Pathophysiologie von Herz-Kreislauf- und metabolischen Erkrankungen“. Bewährt hat sich auch die deutschfranzösische Forschungskooperation DEUFRAKO, über die eine
Vielzahl strategisch wichtiger Vorhaben im Verkehrsbereich
vorangetrieben werden.
Hervorzuheben ist ebenfalls das deutsch-brasilianische
Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11
(DBWTI). Als wichtiges Element zur Umsetzung der Internationalisierungsstrategie trug das DBWTI zu einer Stärkung der
Kooperation bei gleichzeitig hoher Sichtbarkeit bei. Unter dem
gemeinsamen Motto „nachhaltig: innovativ“ fanden bis April
2011 über 100 deutsch-brasilianische Veranstaltungen zu den
übergreifenden Themen Nachhaltigkeit und Innovation satt.
Dass solche bilateralen Aktivitäten auch mittel- und langfristig tragen sollen, verdeutlichen die Planungen zu einem
deutsch-brasilianischen Forschungsfonds; eine entsprechende
gemeinsame Absichtserklärung wurde von den Forschungsministern beider Länder im April 2011 unterzeichnet. Auch
haben das BMELV und das BMBF 2011 ein „Memorandum of
Understanding“ mit der staatlichen brasilianischen Agrarforschungsorganisation Empraba unterzeichnet, das dazu dient,
die bilaterale Zusammenarbeit beider Staaten auf dem Gebiet
der Agrarforschung zu stärken.
Ein weiteres Beispiel für die Bedeutung bilateraler Forschungszusammenarbeit ist das „Memorandum of Understanding“ zwischen Deutschland und China zur wissenschaftlichen
Kooperation in der Grundlagenforschung zur Elektromobilität
anlässlich der Reise von Bundesministerin Schavan nach China
im Juni 2010. Auf dieser Grundlage haben die Vereinigung der
deutschen Technischen Hochschulen (TU9) und eine Gruppe
chinesischer Hochschulen unter Führung der Tongji-Universität eine Zusammenarbeit im Bereich der Grundlagenforschung
für die Elektromobilität begonnen. Auch die erste ausländische
Beteiligung am bemannten Raumfahrtprogramm Chinas 2011,
der Mitflug der deutschen Forschungsanlage SIMBOX an Bord
der Raumkapsel Shenzhou-8, ist ein gelungenes Beispiel für die
internationale Wertschätzung deutscher Forschung.
Auch die Expertenkommission Forschung und Innovation
betont die Herausforderung durch den Aufstieg Chinas für
den Wirtschaftsstandort Deutschland und begrüßt die bereits
vorhandenen vielfältigen Kooperationen zwischen beiden
Ländern.
Als wichtiges Instrument der bilateralen und regionalen
Zusammenarbeit haben sich zudem die Projekte der Aufbaustäbe der Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäuser
(DWIH) in New York, Sao Paulo, Tokyo und Moskau 2011 erwiesen. Der Aufbau und Betrieb der DWIH bzw. Zentren erfolgt
in Abstimmung zwischen Auswärtigem Amt, BMBF und der
„Allianz“ der Wissenschaftsorganisationen seit 2009.

DIe euRopäIscHe unD DIe InteRnatIonale ZusaMMenaRBeIt IntensIVIeRen

europäische umsetzung: europa weiterbauen

umsetzung auf globaler ebene: Forschungspolitische
Verantwortung in globalen Fragen übernehmen
Deutschland will international eine größere forschungspolitische Verantwortung übernehmen, um zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und Ausbreitung von Infektionskrankheiten beizutragen.
Hierzu sind multilaterale Initiativen der unterschiedlichen forschungspolitischen Akteure sowie die Einbeziehung der neuen
Gestaltungsmächte erforderlich. Im Rahmen der G8 und der
OECD verfolgt das BMBF das Ziel, die multilaterale Zusammenarbeit und Steuerung von Forschungspolitik zu verbessern.
Das gilt bspw. bei der Sicherung der Welternährung bei
global steigender Bevölkerungszahl. Auf immer weniger Fläche muss immer mehr Nahrung produziert werden. Der Klimawandel verschärft die Nahrungsmittelversorgung. Dürrekatastrophen und Überschwemmungen führen zu Ernteausfällen.
Das ist verbunden mit Preissteigerungen für Lebensmittel und
Lebensmittelknappheit. Beides birgt eine große Gefahr von regionalen Unruhen. Die Forschung muss zu einer nachhaltigen
Sicherung und Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität, des Ertragspotenzials von Pflanzen unter verschiedenen
klimatischen Bedingungen und Bodengegebenheiten und zur
Entwicklung innovativer Agrartechnik beitragen.
Ein Beispiel für den wissenschaftlichen Beitrag zur Lösung
globaler Probleme sind die Klimakompetenzzentren, die das
BMBF im Jahr 2010 startete. Zusammen mit Partnern aus dem
südlichen und westlichen Afrika zielt diese Initiative auf den
Aufbau von regionalen Kompetenzzentren (Regional Science
Service Centres) zu den Themen „Klimawandel und angepasstes Landmanagement in Afrika“.
Darüber hinaus analysiert seit 2010 auf Betreiben des BMBF
in der OECD ein internationales Forschungsnetzwerk unter
Führung des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE),
welche Formen multilateraler Kooperation in Forschung und
Innovation besonders geeignet sind, globale Herausforderungen wie Klimawandel, Energieknappheit, Nahrungsmittelkrisen oder grenzüberschreitende Infektionskrankheiten anzugehen. Auf der Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen
OECD-Leitlinien für die multilaterale Forschungskooperation
entwickelt und verabschiedet werden.

Strategie

Deutschland gestaltet die Entwicklung des Europäischen
Forschungsraums (EFR) aktiv mit. So sind mit dem Start der
fünf EFR-Initiativen 2008 (1. Bessere Karrieremöglichkeiten
und mehr Mobilität: Eine Europäische Partnerschaft für die
Forscher, 2. Forschungsinfrastrukturen: ESFRI und Europäischer Rechtsrahmen für Forschungsinfrastrukturen – ERIC,
3. Wissenstransfer: Europäische Charta zum Umgang mit
geistigem Eigentum, 4. Gemeinsame Programmplanung:
Bessere Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen,
5. Europäischer Strategierahmen für die internationale
wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit)
zentrale Strukturelemente im Aufbau, welche die Konturen
des EFR deutlich erkennbar machen. Bei der Koordinierung
nationaler Aktivitäten und Programme mit Blick auf den
EFR sind die Prinzipien der Freiwilligkeit und der variablen
Geometrie zentrale Gestaltungsfaktoren. In Ergänzung
zu nationalen Forschungsprogrammen ist das 7. Europäische Rahmenprogramm für Forschung, Entwicklung und
Demonstration (Forschungsrahmenprogramm) inzwischen
das weltweit größte Programm in diesem Bereich. Um die
Chancen dieses Programms optimal nutzen zu können, steht
deutschen Antragstellern ein vielfältiges Beratungsangebot
zur Verfügung. Die Bundesregierung trägt mit dem Netzwerk
Nationaler Kontaktstellen (NKS) zum Forschungsrahmenprogramm bei. Europäische zwischenstaatliche Initiativen
wie EUREKA und COST bieten darüber hinaus einen offenen
Rahmen für anwendungsnahe Forschung und Entwicklung.
Europäische Forschungsorganisationen wie CERN bilden die
institutionelle Basis der Forschung in Europa.
Den Prozess zur Vorbereitung des kommenden Forschungsrahmenprogramms für Forschung und Innovation,
„Horizont 2020“ ab 2014, hat Deutschland mit Positionspapieren bzw. Stellungnahmen mitgestaltet. Die Bundesregierung
setzt sich dabei in besonderer Weise für das Exzellenzprinzip
als Kriterium der Förderung ein, ebenso für die Vereinfachung
der Förderverfahren, eine hohe Gewichtung der Verbundprojektförderung und die Stärkung von Schlüsseltechnologien.
Einen besonderen Stellenwert für den weiteren Ausbau des
Europäischen Forschungsraums haben zudem die Integration
des Europäischen Technologieinstituts (EIT) in „Horizont 2020“
sowie der Ausbau des grundlagenforschungsorientierten Europäischen Forschungsrats (ERC).
Speziell bei den Energietechnologien ist die europäische
Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung. Die Bundesregierung unterstützt den Strategic Energy Technology (SET)Plan der Europäischen Kommission und engagiert sich bei
seiner Umsetzung. Ziel ist es, die anwendungsnahe Energieforschung bei Schlüsseltechnologien mit europäischer Dimension zu stärken. Dazu gehören u. a. Netztechnik, Windenergie
und Biomasse.

39

Strategie

40
�

teIl II

41
�

Teil II:
Strukturen, Ressourcen und Fördermaßnahmen
des deutschen Forschungs- und Innovationssystems

struktur

42

teIl II

stRuktuRen Des DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteMs

43

Teil A:
Strukturen des deutschen Forschungsund Innovationssystems

struktur
Struktur

44

stRuktuRen Des DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteMs

struktur
Struktur

Teil A:
Strukturen des deutschen Forschungsund Innovationssystems

stRuktuRen Des DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteMs

45

Inhalt
�

teIl II:

stRuktuRen, RessouRcen unD FöRDeRMassnaHMen
Des DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteMs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
�

teIl a: stRuktuRen Des DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteMs. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
�
einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
�
Das deutsche Forschungs- und Innovationssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .48
�

1.1
1.2
1.3

Wo findet Forschung und Entwicklung statt? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
�
Wer finanziert Forschung und Entwicklung? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .50
�
Wie funktioniert staatliche Forschungs- und Innovationsförderung? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
�

2

Fue-durchführende organisationen und einrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
�

2.1
2.2
2.3

Hochschulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
�
Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .59
�
Staatliche Einrichtungen mit FuE-Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .69
�

3

Fue-fördernde organisationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
�

3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
3.6

Deutsche Forschungsgemeinschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
�
Deutscher Akademischer Austauschdienst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
�
Alexander von Humboldt-Stiftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
�
Begabtenförderungswerke im Hochschulbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
�
Deutsche Bundesstiftung Umwelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
�
Deutsche Stiftung Friedensforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
�

4

unternehmen der wirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
�

5

Forschungs- und wissenschaftsmanagement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
�

5.1
5.2
5.3

Projektträger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .80
�
DLR-Raumfahrtmanagement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
�
Zentrale Fachinformationseinrichtungen und zentrale Fachbibliotheken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
�

Struktur

1

Struktur

stRuktuRen Des DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteMs

stRuktuRen Des DeutscHen FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteMs

47

Einleitung
�

Das deutsche Forschungs- und Innovationssystem genießt weltweit höchste anerkennung und kann auf 

eine lange tradition zurückblicken. erkenntnisse sowohl aus der Grundlagenforschung als auch aus der
�
angewandten Forschung und entwicklung (Fue) fungieren in Deutschland stets als treiber der sozialen
�
und ökonomischen entwicklung.
nehmend durch die gemeinsamen Anstrengungen im Rahmen
der Europäischen Union (EU) unterstützt, und zwar insbesondere durch die Strategie „Europa 2020“ und das neue EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“
(engl. „Horizon 2020“).
Vor diesem Hintergrund wird die komplexe Aufgabe der
Förderung von Forschung und Innovation deutlich. Es ist
offensichtlich, dass auch in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands entscheidend von einem leistungsstarken
Forschungs- und Innovationssystem abhängt. Im Hinblick
auf gesellschaftliche und globale Herausforderungen bedarf
es auch weiterhin einer vielseitigen Forschungslandschaft,
die von verschiedenen Institutionen und Akteuren getragen
wird. Hierbei bildet die enge Verzahnung von Grundlagenforschung, angewandter Forschung und industrieller Entwicklung eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzbarkeit
von Forschungsergebnissen in Innovationen.
In Kapitel A1 wird zunächst ein Überblick über das deutsche
Forschungs- und Innovationssystems gegeben. Eine vertiefende Darstellung derjenigen Organisationen, die Forschung und
Entwicklung (FuE) durchführen und fördern, sowie der Rolle
der privatwirtschaftlichen Unternehmen erfolgt in den Kapiteln A2 bis A5. Eine detaillierte Liste der FuE-Organisationen
mit Adressen und Angaben zu ihren Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten findet sich im Anhang.

Struktur

Obwohl nationale Forschungs- und Innovationssysteme weltweit durchaus Gemeinsamkeiten aufweisen, unterliegen sie in
ihrer spezifischen Ausprägung kontinuierlichen Veränderungen, die das Resultat gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und
politischer Entwicklungen sind. Bei der Lektüre dieses Kapitels
sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:
Erstens, die folgende Benennung von Institutionen und
Akteuren sowie die Beschreibung ihrer Aufgaben sollte keinesfalls als statisch interpretiert werden. Das Forschungs- und
Innovationssystem ist ständigem Wandel unterworfen und
passt sich kontinuierlich den Anforderungen von Gesellschaft,
Wirtschaft und Politik an.
Zweitens, die Institutionen und Akteure agieren in hohem
Maße miteinander und sollten nicht als isolierte Säulen betrachtet werden. So ist es im Hinblick auf die in der HightechStrategie der Bundesregierung identifizierten fünf Bedarfsfelder unbestritten, dass ausgeprägte interdisziplinäre FuE eine
unerlässliche Grundlage bietet, um den Herausforderungen
mit innovativen Lösungsansätzen zu begegnen. Hierfür müssen die unterschiedlichen Akteure (Wissenschaft, Wirtschaft
und Politik) gemeinsame Ideen entwickeln und ihre Kräfte
bündeln.
Drittens, die öffentliche Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation in Deutschland wird in erheblichem
Maße durch die Bundesregierung befördert. Gleichzeitig wird
das nationale Forschungs- und Innovationssystem dabei zu-

davon:	
  

Staat:	
  
Private	
  
2.022	
  Mio.	
  €	
  	
  
Ins>tu>onen	
  
5%	
  
ohne	
  
Erwerbszweck:	
  
Das DeutscHe39	
  
FoRscHunGsunD InnoVatIonssysteM
Mio	
  €	
  	
  
0,08%	
  
Ausland:	
  
1.553	
  Mio.	
  €	
  
3%	
  

Wirtscha):	
  
41.662	
  Mio.	
  €	
  
92%	
  

48

1

Ausgaben	
  für	
  FuE	
  durch	
  
Staat	
  und	
  
private	
  InsDtuDonen	
  
Das deutsche Forschungsund
Innovationssystem
ohne	
  Erwerbszweck:	
  9.932	
  Mio.	
  €,	
  davon:	
  
Staat:	
  
8.302	
  Mio.	
  €	
  
84%	
  

Wirtscha):	
  
976	
  Mio.	
  €	
  
10%	
  

Private	
  
Ins>tu>onen	
  
ohne	
  
Erwerbszweck	
  	
  
137	
  Mio.	
  €	
  
1%	
  
Ausland:	
  
517	
  Mio.	
  €	
  
5%	
  

Ausgaben	
  
für	
  FuE	
  durch	
  Hochschulen:	
  
11.808	
  komplexe
Mio.	
  €,	
   Zusammenhänge zwischen den ForDie Erläuterungen in diesem Kapitel geben
einen Überblick
Es bestehen
davon:	
  
	
  
Ausland:	
  
über das deutsche Forschungs- und Innovationssystem.
Dabei
schung und Entwicklung durchführenden und finanzierenden
Staat:	
  
508	
  Mio.	
  €	
  
9.610	
  
Mio.	
  €	
  
werden Fragen nach der differenzierten Struktur, der
FinanzieSektoren.
Abbildung 6 skizziert diese Zusammenhänge.1
4%	
  
82%	
  
rung und der Funktionsfähigkeit angesprochen.

Struktur

Wirtscha):	
  
1.690	
  Mio.	
  €	
  
14%	
  

abb. 6

Abb: Bruttoinlandsausgaben fŸ r Forschung und Entwicklung nach

Bruttoinlandsausgaben für Forschung und entwicklung
(BaFe) der Bundesrepublik
und finanzierenden
Sektoren 2009
Deutschland nach finanzierenden und durchführenden sektoren 2009

Ausgaben	
  für	
  FuE	
  in	
  der	
  Wirtscha5:	
  45.275	
  Mio.	
  €,	
  
davon:	
  
Staat:	
  

Finanzierende
BruPoinlandsausgaben	
  
für	
  FuE	
  sektoren:
insgesamt:	
  67.014	
  Mio.	
  €,	
  
davon:	
  
Staat:	
  

Wirtscha):	
  
19.933	
  Mio.	
  41.662	
  
€	
  
Mio.	
  €	
  
Wirtschaft:
Staat:
30%	
  
44.328 Mio. €
19.933 Mio. € 92%	
  
Private	
  
66 %
30 %
Ins>tu>onen	
  
ohne	
  
Abb: Bruttoinlandsausgaben fŸ r Forschung und Entwicklung
nach durchfŸ hrenden
Private Institutionen
Bruttoinlandsausgaben für Wirtscha):	
  
Erwerbszweck:	
  	
  
und
finanzierenden
Sektoren
2009
ohne
Erwerbszweck:
Forschung und entwicklung44.328	
  Mio.	
  €	
  
176	
  Mio.	
  €	
  
176 Mio. €
66%	
  
insgesamt: 67.014 Mio. €
Ausgaben	
  für	
  FuE	
  in	
  der	
  Wirtscha5:	
  45.275	
  0,26%	
  
M0,26
io.	
  €
% ,	
  

davon:	
  

Wirtscha):	
  
41.662	
  Mio.	
  €	
  
92%	
  

Durchführende sektoren:

Wirtschaft

Staat

Abb: Bruttoinlandsausgaben fŸ r Forschung und Entwicklung nach durchfŸ hrenden
Forschungsund finanzierenden Sektoren 2009
organisationen

Private	
  
2.022	
  Mio.	
  €	
  	
  
Ins>tu>onen	
  
5%	
  
ohne	
  
Erwerbszweck:
39	
  Mio	
  €	
  	
  
0,08%	
  
Ausland:	
  
1.553	
  Mio.	
  €	
  
3%	
  

Ausland:	
  
Staat:	
  
2.578	
  
M
Ausland:
2.022	
  
Mio.	
  
€io.	
  
	
  	
   €	
   Private	
  
Ausgaben	
  
für	
  FuE	
  durch	
  Staat	
  und	
  private	
  InsDtuDonen	
  
5%	
   4%	
  
2.578Ins>tu>onen	
  
Mio.
€ Erwerbszweck:	
  9.932	
  Mio.	
  €,	
  davon:	
  
ohne	
  
ohne	
  
4%
Private	
  
Erwerbszweck:	
  
Ins>tu>onen	
  
39	
  MStaat:	
  
io	
  €	
  	
  
ohne	
  
8.302	
  
0,08%	
  Mio.	
  €	
  
Erwerbszweck	
  	
  
84%	
  
Ausland:	
  
137	
  Mio.	
  €	
  
1.553	
  Mio.	
  €	
  
1%	
  
3%	
  
Ausland:	
  
Wirtscha):	
   517	
  Mio.	
  €	
  
976	
  Mio.	
  €	
  
5%	
  
10%	
  

Hochschulen

ausgaben für Fue
ausgaben für Fue
Ausgaben	
  für	
  ausgaben
FuE	
  durch	
  für
Staat	
  
Fueund	
  private	
  InsDtuDonen	
  
Ausgaben	
  für	
  
FuE	
  iMio.
n	
  der	
  €Wirtscha5:	
  45.275	
  Mio.	
  €,	
  
45.275
11.808 Mio. €
ohne	
  Erwerbszweck:	
  
9.932	
  Mio.	
  €,	
  davon:	
  
9.932
Mio.
€
davon:	
  
Ausgaben	
  für	
  FuE	
  durch	
  Hochschulen:	
  11.808	
  Mio.	
  €,	
  
Staat:	
  
Private	
  
Staat:
Private Institutionen
Private	
   Staat:
davon:	
  	
   Ausland:
2.022	
  Mio.	
  €	
  	
  
Ausland:	
  
Staat:	
  
Ins>tu>onen	
  
Wirtschaft:
2.022 Mio. €
Staat:	
  
8.302 Mio. €
Ins>tu>onen	
  
5 %5%	
  
84M
% io.	
  €	
  
8.302	
  

Wirtscha):	
  
41.662 Mio. €
41.662	
  Mio.	
  €	
  
92 %
92%	
  

ohne	
  
84%	
  
Erwerbszweck:	
  
Private Institutionen
39	
  
M
io	
  
€
	
  
	
  
ohne Erwerbszweck:
0,08%	
  
39 Mio. €
0,08Ausland:	
  
%
1.553	
  Mio.	
  €	
  
Ausland:
1.553 Mio.3%	
  
€

ohne Erwerbszweck:
9.610	
  Mio.	
  €	
  
ohne	
  
137 Mio. €
Staat:
82%	
  
Erwerbszweck	
  
	
  
1%
9.610 Mio. €
137	
  M82
io.	
  %€	
  
1%	
  
Ausland:
Ausland:	
  
517
Mio.
€
Wirtschaft:
Wirtscha):	
   517	
  Mio.	
  €	
  
5%
976 Mio. €
976	
  Mio.	
  
€	
  
5%	
  
10 %
10%	
  

508508	
  
Mio.M
€io.	
  €	
  
4%
4%	
  

Wirtscha):	
  
Wirtschaft:
1.690	
  
1.690
Mio.M€io.	
  €	
  
14%	
  
14 %

3%

Ausgaben	
  für	
  FuE	
  durch	
  Hochschulen:	
  11.808	
  Mio.	
  €,	
  
BruPoinlandsausgaben	
  für	
  FuE	
  insgesamt:	
  67.014	
  Mio.	
  €,	
  
davon:	
  	
  
Ausgaben	
  
für	
  Tabelle
FuE	
  d1urch	
  
Staat	
  
und	
  private	
  InsDtuDonen	
  
Ausland:	
  
Datenbasis:
– Daten
für 2009
Staat:	
  
davon:	
  
508	
  Mio.	
  €	
  
Staat:	
  
ohne	
  Erwerbszweck:	
  9.932	
  Mio.	
  €,	
  davon:	
  
9.610	
  Mio.	
  €	
  
Staat:	
  
8.302	
  Mio.	
  €	
  
84%	
  

Wirtscha):	
  
976	
  Mio.	
  €	
  
10%	
  

82%	
  
Private	
  
Ins>tu>onen	
  
ohne	
  
Erwerbszweck	
  	
  
137	
  Mio.	
  €	
  
1%	
  
Ausland:	
  
517	
  Mio.	
  €	
  
5%	
  

4%	
  

1	�

19.933	
  Mio.	
  €	
  
30%	
  

Wirtscha):	
  

Private Institutionen ohne Erwerbszweck: Für die nationale Bericht1.690	
  Mio.	
  €	
  
erstattung umfasst dieser Sektor die überwiegend vom Staat finanzierten
14%	
  
Organisationen ohne Erwerbszweck (z. B. HGF, MPG, FhG) und die privaten
Wirtscha):	
  
Organisationen ohne
Erwerbszweck, die weder überwiegend vom Staat
44.328	
  
io.	
  Wirtschaft
€	
  
noch überwiegend
vonMder
finanziert werden bzw. nicht vor66%	
   für Unternehmen der Wirtschaft erbringen.
nehmlich Dienstleistungen

BruPoinlandsausgaben	
  für	
  FuE	
  insgesamt:	
  67.014	
  Mio.	
  €,	
  
davon:	
  
Staat:	
  
Ausgaben	
  für	
  FuE	
  durch	
  Hochschulen:	
  11.808	
  Mio.	
  €,	
  
19.933	
  Mio.	
  €	
  
davon:	
  	
  
30%	
  
Ausland:	
  
Staat:	
  
9.610	
  Mio.	
  €	
  

508	
  Mio.	
  €	
  

Private	
  

Private	
  
Ins>tu>onen	
  
ohne	
  
Erwerbszweck:	
  	
  
176	
  Mio.	
  €	
  
0,26%	
  
Ausland:	
  
2.578	
  Mio.	
  €	
  
4%	
  

Das DeutscHe FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteM

49

1.1 	 Wo findet Forschung und
Entwicklung statt?

und Schwerpunkten eine besondere Rolle. Die Institute der
Max-Planck-Gesellschaft (MPG) konzentrieren sich insbesondere auf freie Grundlagenforschung in innovativen Feldern.
Die thematischen Schwerpunkte liegen dabei auf biologischmedizinischen, physikalisch-chemischen sowie auf sozial- und
geisteswissenschaftlichen Gebieten. Die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) legt den Fokus stärker auf die anwendungsorientierte Forschung. Sie führt insbesondere Forschung für die
Industrie, Dienstleistungsunternehmen und die öffentliche
Hand durch. In der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) sind 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische
Forschungszentren zusammengeschlossen, deren Aufgabe darin besteht, langfristige Ziele des Staates und der Gesellschaft
zu verfolgen. In Kooperation mit universitären und außeruni-

Forschung und Entwicklung wird in verschiedensten öffentlichen und privaten Institutionen betrieben, die in Abbildung 7
aufgeführt und deren Beziehungen untereinander dargestellt
werden.
öffentliche Institutionen, private Institutionen
ohne erwerbszweck
Auf öffentlicher Seite sind zunächst die Hochschulen – Universitäten und Fachhochschulen – zu nennen. Während die uni-

akteure des deutschen Forschungs- und Innovationssystems

Bundesregierung

wissenschaftsrat
Evaluation und
Beratung

16 landesregierungen

Gemeinsame
wissenschaftskonferenz
Koordinierung

Beratung

öffentliche Forschung
•
•
•
•

europäische
kommission

• Expertenkommission
Forschung und Innovation
• Forschungsunion
• Innovationsdialog

Hochschulen
Akademien
Ressortforschung
Forschungsorganisationen
(MPG, FhG, HGF, WGL)*

Intermediäre
•
•
•
•
•

AiF**

DFG***
Stiftungen (öffentliche und private)
Stifterverband
Europäischer Forschungsrat (ERC)
Verbände und Kammern

Forschung und entwicklung in der wirtschaft
• Große und multinationale Unternehmen
• Kleine und mittelständische Unternehmen

* Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF),
Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL)
** Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen
*** Deutsche Forschungsgemeinschaft

versitäre Forschung durch eine thematische und methodische
Breite charakterisiert ist, liegt der Schwerpunkt an Fachhochschulen eher auf der anwendungsorientierten Forschung. Eine
Hauptaufgabe beider Hochschultypen stellt die Ausbildung
des wissenschaftlichen Nachwuchses dar.
Neben der Hochschulforschung existiert ein weites
Spektrum an außeruniversitärer Forschung, die in privaten
Institutionen ohne Erwerbszweck durchgeführt wird. Neben verschiedenen Akademien, Stiftungen usw. spielen vier
Forschungsorganisationen mit unterschiedlichen Profilen

versitären Einrichtungen wird strategisch-programmatisch
ausgerichtete Spitzenforschung in sechs Forschungsbereichen durchgeführt: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit,
Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt,
Raumfahrt und Verkehr. Schließlich vereint die Leibniz-Gemeinschaft (WGL) 87 Einrichtungen, die anwendungsbezogene Grundlagenforschung betreiben und wissenschaftliche
Infrastruktur bereitstellen. Es bestehen zahlreiche Kooperationen mit Hochschulen und Unternehmen sowie der öffentlichen Verwaltung.

Struktur

abb. 7

50

Struktur

einrichtungen des Bundes und der länder
mit Ressortforschungsaufgaben
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Bundes und der
Länder dienen der Vorbereitung, Unterstützung und Umsetzung politischen und administrativen Handelns und sind
mit der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben verbunden.
Ganz gleich ob Gesundheit und Ernährung, Klimaschutz und
Energie, Mobilität oder Sicherheit: Politische Entscheidungen
brauchen eine wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlage. Die Ressortforschung identifiziert in enger Abstimmung mit den Ressorts wichtige Herausforderungen für die
Gesellschaft von morgen und erarbeitet Handlungsoptionen
für staatliche Maßnahmen.
Zudem erbringt die Ressortforschung wichtige, zum Teil
gesetzlich festgelegte forschungsbasierte Dienstleistungen
für Wirtschaft und Gesellschaft auf den Gebieten der Prüfung,
Zulassung, Regelsetzung und des Monitorings. Sie beteiligen
sich insbesondere an der Erarbeitung und Fortschreibung
gesetzlicher Regelwerke und der Normung. Zusätzlich fördern
Einrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben den wissenschaftlichen Nachwuchs und betreiben nationale, internationale und supranationale Expertensysteme und Datenbanken
sowie wissenschaftsbasierte Messnetze.
Dieses anspruchsvolle, breite Aufgabenspektrum bedienen
40 Bundeseinrichtungen mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben sowie weitere sechs FuE-Einrichtungen, mit denen kontinuierlich zusammengearbeitet wird (s. auch Kapitel A 2.3.1).
Die Anschriften und Kurzbeschreibungen der Bundeseinrichtungen sowie der Landeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben
sind im Anhang zu finden. Zudem sind dort Internetlinks zu
Forschungsprogrammen und einrichtungsspezifischen Maßnahmen zur Qualitätssicherung hinterlegt.

Das DeutscHe FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteM

sitären Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen).
Der komplementäre Effekt von privatwirtschaftlich und
öffentlich geförderter Forschung und Entwicklung eröffnet
Möglichkeiten für gemeinsame Forschungsprojekte und deren
Finanzierung. Derartige kooperative Strukturen können als
wichtiges Indiz für eine hoch entwickelte und diversifizierte
FuE-Landschaft angesehen werden, die im Zusammenspiel der
Akteure ihre volle Leistungsfähigkeit entfaltet.

1.2 	 Wer finanziert Forschung und
Entwicklung?
Die Differenziertheit des deutschen Forschungs- und Innovationssystems spiegelt sich auch in dessen Finanzierung wider.
So werden FuE-Projekte in öffentlich finanzierten Einrichtungen auch aus Drittmitteln, private Forschung wiederum
zu einem Teil auch öffentlich gefördert. Darüber hinaus sind
auch die von der Europäischen Kommission verwalteten
Forschungsrahmenprogramme für die FuE-Landschaft in
Deutschland von Bedeutung.
Insgesamt stieg der Anteil der Ausgaben für FuE in
Deutschland 2009 auf 2,82 % des Bruttoinlandsprodukts.
Schätzungen des BMBF für 2010 ergeben ebenfalls FuE-Ausgaben von etwa 2,82 % des Bruttoinlandsprodukts. In absoluten
Zahlen erhöhten sich die Gesamtausgaben (Bund, Länder und
Wirtschaft) für FuE zwischen 2005 und 2009 von 55,7 Mrd.
Euro auf 67 Mrd. Euro pro Jahr und somit um gut 20 %. Für 2010
ist mit weiterhin hohen FuE-Ausgaben von etwa 70 Mrd. Euro
zu rechnen. Abbildung 9 illustriert die Ausgaben der FuEdurchführenden Akteure in Deutschland, ihren Forschungscharakter und ihre Finanzierung.

wirtschaft
Die Wirtschaft ist eine wichtige Akteurin in der deutschen
Forschungslandschaft. Für die Durchführung von Forschung
und Entwicklung werden rund zwei Drittel der jährlich in
Deutschland investierten Forschungsmittel von der Privatwirtschaft bereitgestellt. Diese Mittel werden sowohl für die
eigene Forschung der Unternehmen als auch für gemeinsame
Projekte mit Partnern aus der Wissenschaft aufgewandt. Die in
diesem Sektor stattfindende Forschung ist naturgemäß stark
anwendungsorientiert und zielt auf unmittelbar verwertbare
Ergebnisse. Die Grundlagenforschung spielt im Wirtschaftssektor eine untergeordnete Rolle.
Die Vielfalt des deutschen Forschungs- und Innovationssystems resultiert unter anderem aus der föderalen Struktur
und der Größe des Landes. Sie zeichnet sich durch eine breite
Spannweite der Forschungsgebiete aus und ermöglicht darüber hinaus eine hohe Spezialisierung in Kernbereichen.
Ein weiterer wichtiger Faktor für den Erfolg und die Leistungsfähigkeit der deutschen Forschung ist die Bereitschaft der
verschiedenen Akteure zur Zusammenarbeit (z. B. durch
Bildung von Forschungsverbünden zwischen außeruniver-

1.2.1 	 akteure der deutschen Forschungsförderung
Bund und länder
Das föderale System der Bundesrepublik Deutschland eröffnet
sowohl dem Bund als auch den Ländern in ihren jeweiligen
Zuständigkeitsbereichen die Möglichkeit der Forschungsförderung, ohne dass dafür gesonderte Forschungsförderungsgesetze erlassen worden sind.
Zudem wirken Bund und Länder gemäß Art. 91 b GG bei der
Förderung von Einrichtungen und Vorhaben der wissenschaftlichen Forschung von überregionaler Bedeutung zusammen.
Dies entspricht der gemeinsamen Verantwortung von Bund
und Ländern für die Forschung, die in vielen Fällen ein aufeinander abgestimmtes und am gesamtstaatlichen Interesse
orientiertes Handeln erfordert.
Allein der Anteil des Bundes an den staatlichen FuE-Ausgaben konnte von ca. 9 Mrd. Euro im Jahr 2005 auf 12,8 Mrd. Euro im
Jahr 2010 gesteigert werden. 2011 erhöhten sich die Bundesausgaben für FuE weiter auf 13,7 Mrd. Euro (Soll), für 2012 sind FuE-

Das DeutscHe FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteM

abb. 8

51

Bruttoinlandsausgaben für Forschung und entwicklung (BaFe) der Bundesrepublik
Deutschland nach durchführenden sektoren 2009 (Durchführungsbetrachtung)

Finanzierung in Mrd. €
2,6

Durchführung in Mrd. €

0,2

50

0,04
1,55
2,02

45
40
35
Mrd. €

19,9
44,3

30
25

41,66

20

5
0
Wirtschaft

Wirtschaft

Staat

Ausland

0,14
0,52

0,00
0,51

8,30
0,98

9,61

Staat und private
Institutionen ohne
Erwerbszweck

1,69
Hochschulen

Private Institutionen ohne Erwerbszweck

Datenbasis: Tabelle 1 – Daten für 2009

Ausgaben in Höhe von etwa 13,8 Mrd. Euro vorgesehen. Damit
wird beispielsweise die Forschung in Wissenschaftszweigen
unterstützt, die (noch) keinen unmittelbaren Bezug zur technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung haben, die aber
im Interesse der Gesellschaft liegen, etwa weil Grundlagenforschung Impulse für anwendungsorientierte Forschungszweige
gibt. Zudem findet im Wissenschaftssystem die Ausbildung
qualifizierten Nachwuchses statt, sodass die Förderung auch in
diesem Zusammenhang von großer Bedeutung ist.
wirtschaft
Die internen FuE-Aufwendungen der Wirtschaft in Deutschland betrugen 2010 46,9 Mrd. Euro (+ 3,7 % gegenüber Vorjahr). Bei einer Branchenbetrachtung zeigen sich deutliche
Unterschiede: Etwa 37 % der internen FuE-Aufwendungen
der Wirtschaft wurden im Fahrzeugbau investiert. Circa 16 %
der Ausgaben wurden für FuE in der Elektrotechnik genutzt.
Es folgen der Maschinenbau mit ca. 10 %, die pharmazeutische Industrie mit ca. 8 % und die chemische Industrie mit
ca. 7 %.
In Deutschland werden rund zwei Drittel aller Bruttoinlandsausgaben für FuE von der Wirtschaft finanziert (vgl.
Tabelle 1 in Kapitel E). Für 2009 entspricht der Anteil der von
der Wirtschaft finanzierten FuE-Aktivitäten 1,85 % des Bruttoinlandsprodukts. Dieser Wert betrug 2005 noch 1,68 % des
Bruttoinlandsprodukts.

Die Wirtschaft führt zunehmend FuE mit Partnern aus
Wirtschaft und Wissenschaft durch. 2009 wurde etwa ein
Fünftel der FuE-Aufwendungen für externe Forschungsvorhaben (an andere Unternehmen, Hochschulen, staatliche
Forschungseinrichtungen usw.) ausgegeben. Zum Vergleich:
1995 betrug dieser Anteil ein Zehntel, 2002 ein Sechstel der
FuE-Aufwendungen.
Von den Aufwendungen, die Unternehmen für FuE an
Externe zahlen, verbleiben ca. zwei Drittel bei Unternehmen
im Inland. Knapp ein Fünftel der FuE-Aufträge wurden ins
Ausland vergeben, wobei insbesondere Unternehmen der
chemischen sowie der pharmazeutischen Industrie mehr FuEKapazitäten im Aus- als im Inland nutzten. Etwa ein Zehntel
der externen FuE-Aufwendungen der Wirtschaft ging an Hochschulinstitute und Hochschulprofessorinnen und -professoren.
weitere Fue-fördernde organisationen
Bund und Länder fördern gemäß Art. 91 b GG die Deutsche
Forschungsgemeinschaft e. V. als Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland. Ihre Kernaufgabe besteht
in der Finanzierung und Auswahl der besten Forschungsvorhaben von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an
Hochschulen und Forschungsinstituten. Weitere Informationen finden sich in Kapitel A.
Darüber hinaus leistet eine Vielzahl von Stiftungen in
Deutschland einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der Quali-

Struktur

15
10

Das DeutscHe FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteM

52

tät von Wissenschaft und Forschung. Sie wirken ergänzend zur
staatlichen Forschungsförderung und sind Ausdruck privaten
finanziellen Engagements. Die Stifterinnen und Stifter geben
damit ein Beispiel für verantwortliches Handeln im demokratischen Staat.
Eine Gemeinschaftsaktion der Wirtschaft zur Förderung
der deutschen Wissenschaft und Forschung ist der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. Unter seinem Dach
wurden 2010 mehr als 470 Stiftungen betreut und ein Gesamt-

abb. 9

vermögen von über 2,3 Mrd. Euro verwaltet. Aber auch andere
große deutsche Stiftungen – wie beispielsweise die Robert
Bosch Stiftung, die VolkswagenStiftung, die Klaus Tschira Stiftung – fördern Projekte bzw. Einrichtungen aus den verschiedensten Bereichen der Wissenschaft.
In den Kapiteln A2 und A3 werden – entsprechend ihren
Aufgaben (FuE-durchführend oder FuE-fördernd) – die Stiftung
caesar, die Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute
im Ausland, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die

Die deutsche Forschungslandschaft
FuE-Ausgaben in Mrd. € (Daten 2009)

Anwendungsnahe
Forschung

45,3
Bundeseinrichtungen mit
FuE-Aufgaben
0,9
1,6

Forschungscharakter

11,8

FhG

Wirtschaft

Hochschulen

1,1
3,1

1,1

Grundlagenforschung

Struktur

1

0

Sonstige

HGF

0,3
0,
3 Öffentliche Einrichtungen

1,5
0,4

WGL

MPG
Wiss. Bibliotheken, Archive,
Archive, Museen

öffentlich

Finanzierung

Gesamtausgaben
2009: 67 Mrd. €
privat

Öffentliche Einrichtungen: Zu den
öffentlichen Einrichtungen für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
gehören die Bundes-, Landes- und
kommunalen Forschungseinrichtungen
(ohne Leibniz-Gemeinschaft sowie
ohne Bundeseinrichtungen mit FuEAufgaben)
Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben:
Einrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben, die dem Geschäftsbereich
eines bestimmten Bundesministeriums
zugeordnet sind und aus dem sie
finanziert werden
HGF: Einrichtungen der HelmholtzGemeinschaft
MPG: Max-Planck-Institute
Wiss. Bibliotheken, Archive, Museen:
ohne Einrichtungen der LeibnizGemeinschaft
WGL: Einrichtungen der LeibnizGemeinschaft
FhG: Fraunhofer-Institute
Wirtschaft
Sonstige: Sonstige Forschungseinrichtungen einschließlich Akademien
Hochschulen: Universitäten,
Hochschulen und Fachhochschulen

1

Die horizontale Dimension „Finanzierung“ gibt den Anteil der Wirtschaft an der Finanzierung der FuE-Aktivitäten der jeweiligen Institutionen wieder.
Ein Wert von „0“ entspricht 0 % Finanzierungsanteil der Wirtschaft, ein Wert von „1“ entspricht 100 % Finanzierungsanteil der Wirtschaft.
Die vertikale Dimension „Forschungscharakter“ wird berechnet aus Publikationen (SCI-Publikationen je Forscher/in) und Patenten (Patentanmeldungen je 1.000 Forscherinnen/Forscher). Eine Institutionengruppe liegt umso näher am Wert „0“ (maximale Orientierung auf Grundlagenforschung),
je höher ihre Publikationsquote und je niedriger ihre Patentquote ist. Umgekehrt liegt eine Institutionengruppe umso näher am Wert „1“ (maximale
Orientierung auf anwendungsnahe Forschung), je höher ihre Patentquote und je niedriger ihre Publikationsquote ist.
Die folgenden Werte wurden geschätzt: „Finanzierung“ für HGF, MPG, wiss. Bibliotheken, Archive, Museen und „Sonstige“. „Forschungscharakter“ für
öffentliche Einrichtungen, wiss. Bibliotheken, Archive, Museen, Wirtschaft und „Sonstige“. Für die Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben wurde der
Forschungscharakter abweichend vom oben beschriebenen Vorgehen nicht über Patent- und Veröffentlichungsquoten, sondern anhand der besonderen Rolle dieser Einrichtungen im Bereich der Normierung und Standardisierung geschätzt.
Für die Dimension „Forschungscharakter“ wurden die Werte für Universitäten und Fachhochschulen gemittelt. Der relativ anwendungsnahe Positionierung der Hochschulen ergibt sich insbesondere aus den sehr hohen Patentquoten der Fachhochschulen. Die Position der „Blasen“ der einzelnen
Institutionengruppen im Koordinatensystem orientiert sich an den Mittelpunkten der Kreise. Die Koordinaten der Mittelpunkte entsprechen also den
jeweiligen horizontalen und vertikalen Skalenwerten.
Datenbasis zur Finanzierung: Tabelle 1 für FuE-Ausgaben der Wirtschaft nach durchführenden Sektoren; Tabelle 26 und 28 für FuE-Ausgaben der
restlichen FuE-Institutionengruppen; weitere Quellen zu Finanzierungsanteilen der Wirtschaft: FhG-Jahresbericht 2010, WGL-Jahresbericht 2010; Rest:
Schätzungen; Quelle zu Patenten und Publikationen: Europäisches Patentamt: Patstat. – Science Citation Index: SCISearch. – Statistisches Bundesamt:
Fachserie 11, Reihe 4.3.2, Fachserie 14, Reihe 6. – Berechnungen und Schätzungen des Fraunhofer-ISI und ZEW.

Das DeutscHe FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteM

Deutsche Stiftung Friedensforschung vertiefend dargestellt.
Bei diesen Stiftungen beteiligte sich der Bund maßgeblich an
der Gründungsfinanzierung.

53

1.3 	 Wie funktioniert staatliche
Forschungs- und Innovationsförderung?

1.2.2 	 europäische union
Für eine funktionierende staatliche Forschungs- und Innovationsförderung bedarf es mehrerer Säulen. Das rechtliche
Fundament ist im Grundgesetz festgelegt. Auf Grundlage des
gesetzlichen Rahmens wirken Bund und Länder gemeinsam
an der staatlichen Forschungsförderung. Bund und Ländern
stehen mehrere Instrumente zur Verfügung, die eine zielgerichtete Forschungsförderung ermöglichen: die Projektförderung, die institutionelle Förderung sowie die Finanzierung der
Ressortforschung.

1.3.1 	 Rechtliche Grundlagen
Die Förderung von Forschung und Entwicklung ist eine gemeinsame Aufgabe von Staat und Gesellschaft. Eine international wettbewerbsfähige Forschung und der in Art. 5 Abs. 3
GG verbürgte Freiraum der Wissenschaft bedürfen entsprechender finanzieller Rahmenbedingungen. Die Finanzierungskompetenzen von Bund und Ländern ergeben sich aus dem
Grundgesetz.
Zentrale verfassungsrechtliche Bestimmung für die gemeinsame Förderung von Wissenschaft und Forschung durch
Bund und Länder ist Art. 91 b GG. Nach dieser Vorschrift können
Bund und Länder aufgrund von Vereinbarungen in Fällen überregionaler Bedeutung zusammenwirken bei der Förderung von

•	�
•	�
•	�

Einrichtungen und Vorhaben der wissenschaftlichen
Forschung außerhalb von Hochschulen,
Vorhaben der Wissenschaft und Forschung an Hochschulen,
Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten.

Der Bund hat darüber hinaus auch Finanzierungskompetenzen insbesondere für Vorhaben der wissenschaftlichen Großforschung (z. B. Luftfahrt, Weltraum-, Meeres-, Kernforschung)
und der internationalen Forschungseinrichtungen. Bund und
Länder haben des Weiteren Finanzierungskompetenzen in Zusammenhang mit der Erfüllung ihrer hoheitlichen Aufgaben
und Beratung bei politischen und administrativen Entscheidungen (Ressortforschung).

1.3.2 	 Zusammenwirken von Bund und ländern
Entsprechend den verfassungsrechtlichen Vorgaben der
Bundesrepublik wirken Bund und Länder bei der staatlichen
Forschungsförderung zusammen. Dabei sind sowohl auf
Bundes- als auch auf Landesebene nicht nur die Forschungsund Wissenschaftsministerien, sondern auch andere Ressorts
aktiv (z. B. Wirtschaft, Landwirtschaft und Verbraucherschutz,
Umwelt und Gesundheit).
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) bietet
ein Forum des Austauschs und der Koordinierung der Wissen-

Struktur

Eine zunehmend größere Rolle im Gefüge der FuE-Förderung
nehmen die von der Europäischen Kommission verwalteten
Forschungsrahmenprogramme ein. Neben der erheblichen
finanziellen Bedeutung der EU-Förderung für die verschiedenen Fachbereiche tragen die europäischen Forschungsprogramme auch maßgeblich zur Vernetzung von Wissenschaft
und Forschung in Europa bei. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines europäischen Forschungsraums und schärfen das weltweit sichtbare Profil der
europäischen Forschungslandschaft. Das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm mit einem Budget von ca. 54 Mrd. Euro für
den Zeitraum 2007 bis 2013 setzt mit einem gegenüber dem
Vorgängerprogramm deutlich gewachsenen Budget in erster
Linie auf Kontinuität der Inhalte und Instrumente. Mit dem
Europäischen Forschungsrat (European Research Council,
ERC) wurde jedoch eine neue, unabhängige und erkenntnisgetriebene Förderstruktur für die Forschung etabliert, die
eine neue Art der Grundlagenforschung (Pionierforschung)
in einem europäischen Wettbewerb fördert, dem allein die
Exzellenz als entscheidendes Kriterium der Projektauswahl
zugrunde gelegt wird.
Daneben existieren mit COST (Europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen
Forschung) und EUREKA (Initiative für verstärkte technologische Zusammenarbeit in Europa) zwei Kooperationsmechanismen, in denen ohne direkte Projektförderung ein Rahmen für
Kooperationen von Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Europa zur Verfügung steht. Diese ausschließlich von
den Interessen von Wissenschaft und Wirtschaft angetriebenen Kooperationssysteme stellen eine hervorragende Ergänzung der europäischen Rahmenprogramme in variabler Geometrie dar. Die Zusammenarbeit zwischen EUREKA und der
Europäischen Kommission wurde erfolgreich fortgesetzt und
durch das gemeinsame Förderprogramm Eurostars weiter intensiviert. Eurostars ist ein FuE-Programm nach Artikel 169 des
EG-Vertrags (Art. 185 AEUV), das sich an forschende kleine
und mittelständische Unternehmen richtet. In der Gesamtlaufzeit von 2008 bis 2013 stehen in den teilnehmenden Staaten
rund 300 Mio. Euro zur Verfügung, die von der Europäischen
Kommission um weitere 100 Mio. Euro aufgestockt werden.
Weitere Informationen zum Forschungsrahmenprogramm
der EU sowie COST und EUREKA finden sich in Kapitel D3.
Das EU-Bildungsprogramm Programm für lebenslanges
Lernen mit einem Gesamtvolumen von rund 7 Mrd. Euro für
die Laufzeit von 2007 bis 2013 sieht neben umfangreichen
Austauschmaßnahmen insbesondere transnationale Projekte
zur Steigerung der Qualität der Bildungssysteme vor. Dabei
werden auch transnationale Netze in der Hochschul- und Berufsbildungsforschung gefördert.

Das DeutscHe FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteM

54

schafts- und Forschungspolitik. Sie dient ferner dem gemeinsamen Zusammenwirken bei der Förderung der Forschungsorganisationen sowie von Vorhaben überregionaler Bedeutung als
Entscheidungsgremium (z. B. bei der Exzellenzinitiative und
beim Hochschulpakt).
Der Wissenschaftsrat (WR), der sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Persönlichkeiten des öffentlichen
Lebens sowie Vertreterinnen und Vertretern von Bund und
Ländern zusammensetzt, berät die Bundesregierung und die
Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und
der Forschung.

Struktur

Gemeinsame wissenschaftskonferenz
Durch Verwaltungsabkommen vom 11. September 2007
haben Bund und Länder auf der Grundlage von Art. 91 b GG
die Errichtung einer Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz
(GWK) vereinbart (Bundesanzeiger 2007, S. 7787). Sie ersetzt
seit dem 1. Januar 2008 die damalige Bund-Länder-Kommission
für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK). Der
GWK gehören die für Wissenschaft und Forschung sowie die
für Finanzen zuständigen Ministerinnen und Minister sowie
Senatorinnen und Senatoren des Bundes und der Länder an.
Sie behandelt die Bund und Länder gemeinsam betreffenden
Fragen der Forschungsförderung, der wissenschafts- und forschungspolitischen Strategien und des Wissenschaftssystems.
Die Mitglieder der GWK sind beauftragt,

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•	�

•	�

unter Wahrung ihrer Kompetenzen bei gemeinsam berührenden Fragen eine enge Koordination auf dem Gebiet der
nationalen, europäischen und internationalen Wissenschafts- und Forschungspolitik mit dem Ziel anzustreben,
die Leistungsfähigkeit des Wissenschafts-und Forschungsstandortes Deutschland im internationalen Wettbewerb
zu steigern,
in Fällen überregionaler Bedeutung bei der Förderung
von Einrichtungen und Vorhaben der wissenschaftlichen
Forschung außerhalb von Hochschulen, von Vorhaben
der Wissenschaft und Forschung an Hochschulen und von
Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten zusammenzuwirken,
sich gegenseitig auch über wesentliche eigene Planungen
und Entscheidungen, die nicht Gegenstand gemeinsamer
Förderung sind, zu unterrichten.

Die gemeinsame Förderung der Wissenschaft und Forschung
erstreckt sich u. a. auf die in der Anlage zum GWK-Abkommen
genannten Einrichtungen und Vorhaben von überregionaler
Bedeutung. Zu den begünstigten Einrichtungen gehören
beispielsweise auch die im Kapitel A 2 genannten Institutionen FhG, HGF, MPG, WGL und die DFG. Einzelheiten der
gemeinsamen Förderung, die Voraussetzungen und Folgen
des Ausscheidens aus der gemeinsamen Förderung sowie
die Anteile des Bundes und der Länder an der gemeinsamen

Finanzierung werden in Ausführungsvereinbarungen zum
GWK-Abkommen geregelt.
wissenschaftsrat
Der Wissenschaftsrat ist ein von den Regierungen des Bundes
und der Länder gemeinsam getragenes und je hälftig finanziertes Beratungsgremium mit der Aufgabe, übergreifende
Empfehlungen zur inhaltlichen und strukturellen Entwicklung
der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs
zu erarbeiten sowie zur Sicherung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Wissenschaft in Deutschland im nationalen
und europäischen Wissenschaftssystem beizutragen.
Dies umfasst Empfehlungen und Stellungnahmen im Wesentlichen zu zwei Aufgabenfeldern der Wissenschaftspolitik:

•	�

•	�

zu übergreifenden Fragen des Wissenschaftssystems, zu
ausgewählten Strukturaspekten von Forschung und Lehre
sowie zur Planung, Bewertung und Steuerung einzelner
Bereiche und Fachgebiete,
zu wissenschaftlichen Institutionen (Universitäten, Fachhochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen), insbesondere zu ihrer Struktur und Leistungsfähigkeit, Entwicklung und Finanzierung.

Der Wissenschaftsrat besteht aus der Wissenschaftlichen Kommission und der Verwaltungskommission, die in der Vollversammlung zusammentreten und dort Beschlüsse fassen.
Die Wissenschaftliche Kommission umfasst 32 Mitglieder.
Sie werden vom Bundespräsidenten berufen, und zwar 24 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf gemeinsamen
Vorschlag der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der MaxPlanck-Gesellschaft, der Hochschulrektorenkonferenz, der
Helmholtz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft und der
Leibniz-Gemeinschaft sowie 8 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf gemeinsamen Vorschlag der Bundesregierung und der Landesregierungen. Die Verwaltungskommission besteht aus 22 Mitgliedern, wobei die 16 Vertreterinnen
und Vertreter der Länder jeweils eine Stimme und die sechs des
Bundes 16 Stimmen führen. Die Vollversammlung hat somit
54 Mitglieder, die zusammen 64 Stimmen führen. Die Beschlüsse des Wissenschaftsrates (Vollversammlung) müssen von
einer Zweidrittelmehrheit getragen werden; dies fördert die
Suche nach konsensfähigen Lösungen.
Die derzeitigen Arbeitsbereiche des Wissenschaftsrats
umfassen:

•	�
•	�
•	�
•	�
•	�

tertiäre Bildung
Forschung
Evaluation
Hochschulinvestitionen und Akkreditierung
Medizin

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– Wissenschaftsrat: www.wissenschaftsrat.de
– Gemeinsame Wissenschaftskonferenz: www.gwk-bonn.de

Das DeutscHe FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteM

55

1.3.3 Förderinstrumente des staates
Die Förderung von Forschung und Entwicklung durch den
Bund erfolgt zum einen durch zielorientierte, kurz- bis mittelfristige Forschungsförderung (Projektförderung) und zum
anderen durch mittel- und langfristig angelegte institutionelle
Förderung sowie im Rahmen der Ressortforschung.
projektförderung

abb. 10 ausgaben des Bundes für Forschung und entwicklung im Rahmen der direkten projektförderung und Ressortforschung nach Ressorts sowie in Deutschland wirksame Fueaufwendungen der eu
Ausgaben des Bundes für Forschung und Entwicklung im Rahmen der
direkten Projektförderung und Ressortforschung nach Ressorts im Jahr 2010

In Deutschland wirksame
FuE-Aufwendungen der EU*

3.500
2.912,3

in Mio. €

3.000

2.500

2.000

1.500

1.000

949,5

869,6

734,8

724,4

500

0

BMWi

BMVg

BMBF

Übrige Ressorts

EU

Einschließlich Ausgaben für Aufträge im Rahmen der Ressort- und Wehrforschung und -entwicklung und für die Weiterentwicklung von Hochschule und Wissenschaft
sowie die Realisierung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre.
* Da das Budget für das 7. Forschungsrahmenprogramm (Laufzeit 2007–2013) über die Jahre exponentiell ansteigt und damit auch die Jahrestranchen der in Deutschland
wirksamen FuE-Aufwendungen der EU jährlich steigen, ist es wenig aussagekräftig, für die deutschen Zuwendungsanteile an der EU-Projektförderung ein Stichjahr zu
wählen. Daher wird stattdessen der Mittelwert über die bisherige Laufzeit angegeben.
Quelle: BMBF, EU-Daten: ECORDA-Vertragsdatenbank zum 7. FRP

Struktur

Die Projektförderung – insbesondere des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung (BMBF) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU),
des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz (BMELV) sowie des Bundesministeriums
für Gesundheit (BMG) – erfolgt im Rahmen von Förder- bzw.
Fachprogrammen, und zwar auf der Grundlage eines Antrags
für ein zeitlich befristetes Vorhaben. Neben Einzelprojekten
können in der Projektförderung auch Verbundprojekte mit
mehreren gleichrangigen Partnern finanziert werden.
Die direkte Projektförderung bezieht sich jeweils auf ein
konkretes Forschungsfeld. Ziel ist es u. a., in ausgewählten Bereichen einen im internationalen Maßstab hohen Leistungsstand
von Forschung und Entwicklung zu erreichen bzw. zu sichern.

Das Ziel der indirekten Projektförderung besteht darin,
Forschungseinrichtungen und Unternehmen – insbesondere
kleine und mittlere – bei der FuE-Tätigkeit zu unterstützen. Sie
zielt zum Beispiel auf die Entwicklung und Stärkung von Forschungsinfrastruktur, Forschungskooperationen, innovativen
Netzwerken und Personalaustausch zwischen Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft.
Auch im Rahmen der Ressortforschung werden Projekte
finanziert. Die Vergabe von FuE-Projekten erfolgt dabei durch
die Ressorts oder durch Einrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben. Die Projektförderung des Bundes erfolgt innerhalb
der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, die auf
europäischer und nationaler Ebene gesetzt werden.
Auf europäischer Ebene spielt der Gemeinschaftsrahmen
der Europäischen Kommission für staatliche Beihilfen für
Forschung, Entwicklung und Innovation eine entscheidende Rolle. Die nationalen Rahmenbedingungen ergeben sich
insbesondere aus der Bundeshaushaltsordnung und dem Bundeshaushaltsgesetz. Die Fördervorhaben werden überwiegend
von Projektträgern wissenschaftlich-technisch und administrativ betreut, die bei der Beratung von Antragstellern, der
Vorbereitung der Förderentscheidung, der Abwicklung von
Vorhaben sowie der Erfolgskontrolle (einschließlich Verwertung der Ergebnisse) eingeschaltet werden.

Das DeutscHe FoRscHunGs- unD InnoVatIonssysteM

56

abb. 11

ausgaben des Bundes für Forschung und entwicklung nach Ressorts 2012 (soll1)

2,81
in Mrd. euro 2

0,17

0,98

0,09

0,18

1,96

0,53

0,20

0,27
8,07

Struktur

0,52

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Bundesministerium der Verteidigung
Übrige Ressorts
Stand: Gesetzesentwurf der Bundesregierung vom 12.8.2011
Aufgrund von Rundungen von Mrd.-Beträgen können
Differenzen in der Addition entstehen.
Datenbasis: Tabelle 4

1

2

Institutionelle Förderung
Die institutionelle Förderung bezieht sich nicht auf einzelne Forschungsvorhaben, sondern jeweils auf den gesamten
Betrieb und die Investitionen von Forschungseinrichtungen,
die über einen längeren Zeitraum vom Bund oder gemeinsam
von Bund und Ländern gefördert werden. Damit werden die
Forschungsinfrastruktur, Kompetenz und strategische Ausrichtung der deutschen Forschungslandschaft gesichert. Wichtige
Beispiele hierfür sind die Zuwendungen, die von Bund und
Ländern im Rahmen der gemeinsamen Forschungsförderung nach Art. 91 b GG geleistet werden, z. B. im Rahmen der
Forschungsorganisationen Helmholtz-Gemeinschaft, LeibnizGemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und Fraunhofer-Gesellschaft (siehe auch Kapitel A 2.2).
Die institutionelle Förderung ist mit hohen Anforderungen
und dementsprechender Rechenschaftslegung verbunden.
Ressortforschung (inklusive auftragsforschung)
Als Teil der Bundesverwaltung liegt der institutionelle Kern
der Ressortforschung bei den Einrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben, die dem Geschäftsbereich eines bestimmten Bundesministeriums zugeordnet sind und aus dem sie
finanziert werden. 2010 standen für Bundeseinrichtungen mit
FuE-Aufgaben ca. 830 Mio. Euro zur Verfügung. Damit wurden
6,5 % der öffentlichen FuE-Ausgaben des Bundes im Rahmen

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Auswärtiges Amt
Bundesministerium für Gesundheit
Bundeskanzleramt (einschl. Beauftragter der Bundesregierung
für Kultur und Medien)
Summe der übrigen nicht einzeln ausgewiesenen Ressorts

der Ressortforschung erbracht. Ein Teil dieser Mittel fließt
im Rahmen der Vergabe, Begleitung und Auswertung von
externen FuE-Projekten (extramurale Bearbeitung von FuEProjekten) anderen Einrichtungen des Wissenschaftssystems
zu. Die Einrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben sind
ein wichtiger Teil des nationalen und internationalen Wissenschaftssystems und verfügen über herausragende wissenschaftliche Infrastrukturen.

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

2

FuE-durchführende Organisationen und Einrichtungen
�

In Deutschland gibt es etwa 750 staatlich finanzierte Forschungseinrichtungen, die überwiegend vom Bund, von
einem Land oder vom Bund und den Ländern gemeinsam
finanziert werden.

Als Hochschulen werden in Deutschland alle staatlichen und
staatlich anerkannten privaten Universitäten und Fachhochschulen ausgewiesen. Sie dienen der Pflege und Entwicklung
der Wissenschaften und Künste durch Forschung, Lehre,
Studium und Weiterbildung. Sie bereiten auf berufliche Tätigkeiten vor, die die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden oder die Fähigkeiten der künstlerischen
Gestaltung erfordern.
Traditionell bilden die Hochschulen das Rückgrat des deutschen Forschungssystems. Diese herausragende Stellung wird
durch die thematische und methodische Breite der Hochschulforschung begründet und durch die Nachwuchsförderung
abgesichert. Als Träger des größten und zugleich umfassendsten Potenzials der öffentlich finanzierten Forschung in
Deutschland sowie als Basis und wichtigste Knotenpunkte des
deutschen Forschungssystems kommt den Hochschulen eine
zentrale Rolle zu. Aufgrund der institutionellen Verbindung
von Forschung, forschungsorientierter Nachwuchsausbildung
und Lehre wird die Leistungsfähigkeit der Hochschulen zu
einer wichtigen Voraussetzung für den Erfolg des gesamten
deutschen Forschungssystems.
Das Spektrum der Forschung an Hochschulen reicht von
der Grundlagenforschung über anwendungsorientierte Forschung bis hin zu Entwicklungsarbeiten:

•	�

•	�

Grundlagenforschung ist experimentelle oder theoretische Arbeit, die in erster Linie auf die Gewinnung neuer
Erkenntnisse über den zugrunde liegenden Ursprung von
Phänomenen und beobachtbaren Tatsachen gerichtet ist,
ohne auf eine besondere Anwendung oder Verwendung
abzuzielen (vgl. Frascati Manual 1993, § 224).
Angewandte Forschung umfasst alle Anstrengungen, die
auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse gerichtet sind. Sie
ist jedoch in erster Linie auf ein spezifisches, praktisches
Ziel oder eine bestimmte Zielsetzung gerichtet (vgl. Frascati Manual 1993, § 229).
Experimentelle Entwicklung ist systematische, auf vorhandenen Erkenntnissen aus Forschung und/oder praktischer

Erfahrung aufbauende Arbeit, die auf die Herstellung
neuer Materialien, Produkte und Geräte und die Einführung neuer Verfahren, Systeme und Dienstleistungen
sowie deren wesentliche Verbesserung abzielt (vgl. Frascati
Manual 1993, § 233).
„An-Institute“ sind rechtlich selbstständige Einrichtungen an
Hochschulen, die zwar organisatorisch, personell und räumlich mit diesen verflochten sind, ohne jedoch einen integralen
Bestandteil der jeweiligen Hochschule zu bilden. Als Bindeglied zwischen Hochschule und Wirtschaft ist ihre Aufgabe
die Erforschung wirtschaftsnaher Bereiche im Spannungsfeld
zwischen angewandter Forschung und marktrelevanter
Produktentwicklung. In den Universitäten, zwischen ihnen
und mit außerhochschulischen Einrichtungen hat sich eine
Reihe von Kooperationen entwickelt. Dies sind insbesondere
Verbundprojekte, Sonderforschungs- und Transferbereiche.
Die Fachhochschulen nahmen – entsprechend der Tradition ihrer Vorläufereinrichtungen – bei ihrer Einrichtung
zu Beginn der 1970er-Jahre zunächst überwiegend keine
Forschungsaufgaben wahr, sondern beschränkten sich auf die
Lehre und konnten in einigen Bundesländern Forschung nur
insoweit betreiben, als sie unmittelbar auf ihren Lehrauftrag
bezogen war. Inzwischen spielen diese jedoch in der vor allem
anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung eine
immer größere Rolle. Wegen ihres Praxisbezuges und ihrer
regionalen Einbindung sind sie wichtige Bindeglieder zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und die prädestinierten
Partnereinrichtungen insbesondere der kleinen und mittleren
Unternehmen der Region, die keine eigenen Forschungs- und
Entwicklungsabteilungen aufweisen. Auch wenn die Fachhochschulen keinen Auftrag zur Heranbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses haben, so erhält die Durchführung
von anwendungsnahen Forschungs- und Entwicklungsprojekten auch im Hinblick auf die Qualifizierungsfunktionen der
Fachhochschulen eine immer größere Bedeutung.
Der größte Teil der Hochschulen hat sich in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zusammengeschlossen. Die HRK
versteht sich als Stimme der Hochschule gegenüber Politik und
Öffentlichkeit. Gemäß dem Statistischen Bundesamt verfügt
Deutschland derzeit über 421 Hochschulen, davon 108 Universitäten, 6 pädagogische Hochschulen, 16 Theologische Hochschulen, 52 Kunsthochschulen, 210 allgemeine Fachhochschulen und 29 Verwaltungsfachhochschulen. Abbildung 12 zeigt
die regionale Verteilung der Hochschulen.

Struktur

2.1 Hochschulen

•	�

57

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

58

abb. 12

Verteilung der Hochschulen nach Bundesländern
�

7
7

3
2
Kiel 1

3

2
7
Kiel 1
10 Hamburg
6
2 2

Struktur

2 1
4
1
Bremen

6

7

1
2
1
4
Schwerin

5

2 2
6

3

Mainz

VDE-IT

Berlin
5
22
12

Berlin

Potsdam
4 1 1
2
2
Magdeburg

2 1 3
8
10

10

7

4
4 1 6 1 2
Dresden
7
1
7
1
Erfurt Erfurt

4 1
7
1
Erfurt

10
7

7
2

6

2 Dresden
6
Dresden

3
2

Mainz
8

7
2
6
Dresden

Mainz
Mainz
3
6 6 3
2 28 8

3 5 7
2 8
Wiesbaden 13
3
2 2
2 2
1
1
1
1
Saarbrücken

Saarbrücken

6
4
14

2 2

VDE-IT

2 2

10

6

1
arbrücken

6

4 1
7
1
Erfurt
3
3 5 75 7
Wiesbaden
Wiesbaden
13 13
3 3

3 5 7
Wiesbaden 13
3

1
rbrücken

2
1
4
Schwerin

2

11
5
5
13
22
22
2
12
12
2
Potsdam
11
13
Hannover
4 1 1 Potsdam2 1 3
2
2
Potsdam
4 1Hannover
4 1 21
2
1
8
2 1 3
2 1 3
Berlin
Magdeburg
2
2
2
2
5
8
8
22Magdeburg
Magdeburg
12

4

36 4
8
seldorf

6

2
10 Hamburg

Berlin

11
13
2
2
Hannover

5 3636
16 4 8
16
8
Düsseldorf
Düsseldorf

1
2
1
4
1
Schwerin

1 Schwerin
Bremen

2 1
4
1
Bremen 11 13
2
2
Hannover

36 4
8
eldorf

3
2
Kiel 1

10 Hamburg

2 1
41
2 1 11 2 Bremen
4
10 Hamburg
4
2 2

3
2
Kiel 1

8

38
Stuttgart

6
46
14
4
1438
8
38
Stuttgart
8

Stuttgart

6
4
14
8

38
Stuttgart

3
1

8

24

12
München
3

3

24
8 3
24
12
1 8 12
München
1

München
24

1 8 12
München

Hochschulen
Quelle: BMBF, VDI /VDE-IT
Datenbasis: Statistisches Bundesamt – Fachserie 11
Reihe 4.1 Bildung und Kultur: Studierende an Hochschulen
(Vorbericht)
Wintersemester 2011/2012
Quelle:
BMBF,
VDI/VDE-IT

Landeshauptstädte

Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT
Landeshauptstädte

Hochschulen

Universitäten
Pädagogische Hochschulen
Hochschulen
Theologische Hochschulen
(Zahl
im Kreis gibt die Anzahl
derKunsthochschulen
jeweiligen Hochschulen an)
Hochschulen
Universitäten
Allgemeine Fachhochschulen
Landeshauptstädte
Pädagogische Hochschulen
Verwaltungsfachhochschulen
Theologische Hochschulen
Landeshauptstädte
Kunsthochschulen
Allgemeine Fachhochschulen
Verwaltungsfachhochschulen

Universitäten
Hochschulen
Pädagogische Hochschulen
Universitäten
Theologische Hochschulen
Pädagogische Hochschulen
Kunsthochschulen
Theologische Hochschulen
Allgemeine Fachhochschulen
Kunsthochschulen
Verwaltungsfachhochschulen

Allgemeine Fachhochschulen
Verwaltungsfachhochschulen

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

2.2 	 Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

59

verantwortlicher Forschungstätigkeit Grundlagen für einen
erfolgreichen Weg in den Wissenschaften zu legen.
Internationale aktivitäten

Vier Forschungsorganisationen spielen in der deutschen
Forschungslandschaft eine besondere Rolle: die Max-PlanckGesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., die
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten
Forschung e. V., die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. und die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. Darüber hinaus werden Akademien,
Stiftungen und Vereine mit öffentlichen Mitteln finanziert.

2.2.1 	 Max-planck-Gesellschaft
Gründung und organisationsform

Finanzierung
Die Finanzierung der MPG erfolgt aus öffentlichen Mitteln von
Bund und Ländern (institutionelle Förderung): 2011 erhielt die
MPG 1,29 Mrd. Euro (hier ohne das MPI für Plasmaphysik, das
aus dem Etat der HGF finanziert wird). Hinzu kommen Drittmittel für Projekte von öffentlichen oder privaten Geldgebern
sowie der Europäischen Union.
aufgaben und ausrichtung
Die Institute betreiben Grundlagenforschung in drei Sektionen: biologisch-medizinische Sektion, chemisch-physikalischtechnische Sektion und geistes-, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Sektion. Es werden vorrangig besonders innovative
Forschungsrichtungen aufgegriffen, die an den Hochschulen
in Deutschland noch keinen ausreichenden Platz finden, wegen ihres interdisziplinären Charakters nicht in das Organisationsgefüge der Hochschulen passen oder einen personellen
und apparativen Aufwand erfordern, der von Hochschulen
nicht erbracht werden kann.
Seit 1969 fördert die MPG besonders begabte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen von zeitlich
befristeten „Max-Planck-Forschungsgruppen“. Sie bieten jungen, im internationalen Wettbewerb ausgewählten Forschenden die Möglichkeit, auf der Basis eines eigenen Etats in eigen-

Struktur

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) wurde 1948 in der Nachfolge der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) gegründet. Sie ist
eine gemeinnützige Organisation des privaten Rechts in Form
eines eingetragenen Vereins. Die Max-Planck-Gesellschaft mit
Sitz in Berlin und Verwaltungssitz in München ist Trägergesellschaft der 80 Max-Planck-Institute (MPI) und Forschungseinrichtungen mit mehr als 13.300 Mitarbeitern, davon etwa
5.220 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Im Rahmen
der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung arbeiten darüber
hinaus rund 8.700 Nachwuchs- und Gastwissenschaftler in den
Instituten der MPG.

Die starke internationale Ausrichtung der Max-Planck-Gesellschaft wird sichtbar durch einen intensiven Wissenschaftleraustausch, wissenschaftsgeleitete Kooperationen ihrer Institute weltweit sowie durch die International Max Planck Research
Schools zur Nachwuchsförderung. Etwa ein Drittel aller
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und fast die Hälfte
aller Doktoranden kommen aus dem Ausland. Insgesamt sind
inzwischen 30 % der Institutsdirektorinnen bzw. -direktoren
und 33 % aller wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausländische Staatsbürger. Der Anteil der ausländischen
Doktoranden liegt bei 47 %, der Anteil der Postdoktoranden bei
88 %. Zudem waren im Jahr 2010 rund 970 Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler aus aller Welt an den Instituten der MPG tätig.
Darüber hinaus hat die Max-Planck-Gesellschaft im Rahmen ihrer Internationalisierungsstrategie drei neue strategische Instrumente geschaffen: Member Institutes im Ausland,
Max Planck Center und Max-Planck-Partnergruppen.
Mit dem Ziel, an herausragenden Wissenschaftsstandorten
einen verbesserten Zugang zu exzellentem Wissenschaftlerpotenzial zu gewinnen, Berufungsbedingungen zu optimieren,
das Spektrum der Forschung zu erweitern und damit die Innovationsfähigkeit zu stärken, treibt die Max-Planck-Gesellschaft
die Gründung von Auslandsinstituten voran (USA und Luxemburg). Erfolgreich geführte Auslandsinstitute tragen dazu bei,
das internationale Ansehen Deutschlands weiter zu stärken
und die Erfolgsprinzipien der MPG international zu verbreiten.
Das deutsche Wissenschaftssystem insgesamt wird insbesondere durch erweiterte Chancen für die Förderung des
wissenschaftlichen Nachwuchses und durch die Kooperation
deutscher Universitäten mit den Auslandsinstituten der MPG
profitieren können.
In den beiden Jahren 2010 und 2011 wurden insgesamt elf
neue Max Planck Center auf den Weg gebracht bzw. eröffnet.
Durch diese erhalten die Wissenschaftskooperationen mit
erstklassigen ausländischen Partnern in zukunftsweisenden
Forschungsgebieten eine neue Qualität.
Herausragende ausländische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die nach einem Forschungsaufenthalt an einem Max-Planck-Institut in ihre Herkunftsländer
zurückkehren, unterstützt die Max-Planck-Gesellschaft beim
Aufbau einer Partnergruppe in ihrer Heimat. In Asien, Osteuropa und Südamerika arbeiten zum Stichtag 1. Februar 2011
insgesamt 44 Partnergruppen.
Die Adressen der Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft und deren Forschungsschwerpunkte finden sich im
Anhang. Abbildung 13 zeigt die Standorte der Max-PlanckInstitute in Deutschland.

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

60

abb. 13

standorte der Institute der Max-planck-Gesellschaft
�

Kiel
Kiel

Hamburg
Hamburg

Schwerin
Schwerin

Bremen
Bremen

Struktur

Berlin
Berlin
Potsdam
Potsdam

Hannover
Hannover
Magdeburg
Magdeburg

Düsseldorf
Düsseldorf

Dresden
Dresden
Erfurt
Erfurt

Wiesbaden
Wiesbaden
Mainz
Mainz

Saarbrücken
Saarbrücken

Stuttgart
Stuttgart

München
München

Forschungsstätten
Forschungsstätten
Landeshauptstädte

Quelle:BMBF,
BMBF, VDI
/VDE-IT
Quelle:
VDI/VDE-IT
Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT

Landeshauptstädte

Landeshauptstädte
Biologisch-Medizinisch
Biologisch-Medizinisch
Biologisch-Medizinisch
Chemisch-Physikalisch
Chemisch-Physikalisch
Chemisch-Physikalisch
Geisteswissenschaftlich
Geisteswissenschaftlich
Geisteswissenschaftlich
Sonstige
Sonstige
Sonstige

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

61

2.2.2 	 Fraunhofer-Gesellschaft

Internationale aktivitäten

Gründung und Geschichte der organisation

Die Globalisierung von Wirtschaft und Forschung erfordert
zunehmend eine internationale Zusammenarbeit. Niederlassungen der Fraunhofer-Gesellschaft in Europa, in den USA und
in Asien sorgen für Kontakt zu den wichtigsten gegenwärtigen
und zukünftigen Wirtschaftsräumen.
Die Adressen der Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft und deren Forschungsschwerpunkte finden sich im
Anhang. Abbildung 14 zeigt die Standorte der FraunhoferInstitute in Deutschland.

Gegründet 1949, ist die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung
der angewandten Forschung e. V. (Fraunhofer) die führende
Trägerorganisation für Einrichtungen der angewandten Forschung in Deutschland. Ihren Namen verdankt die Gesellschaft
dem als Forscher, Erfinder und Unternehmer gleichermaßen
erfolgreichen Gelehrten Joseph von Fraunhofer (1787–1826).
organisationsform, standorte, Mitglieder, anzahl
der Mitarbeiter

aufgaben und ausrichtung
Die Fraunhofer-Gesellschaft führt Vertragsforschung für die
Industrie, für Dienstleistungsunternehmen und die öffentliche
Hand aus und bietet Informations- und Serviceleistungen an.
Fraunhofer orientiert sich konsequent am Ziel der Umsetzung
von Forschungsergebnissen in neue und innovative Produkte,
Verfahren und Dienstleistungen.
thematische schwerpunkte
Eine weitere wichtige Aufgabe von Fraunhofer ist die strategische Forschung. Im Rahmen der institutionellen Förderung des
Bundes und der Länder werden Forschungsprojekte durchgeführt, die zu Innovationen in der Gesellschaft und in Schlüsseltechnologien beitragen. Dazu gehören die Forschungsgebiete
Informations- und Kommunikationstechnik, Life Sciences,
Mikroelektronik, Light & Surfaces, Produktion, Werkstoffe und
Bauteile sowie Verteidigungs- und Sicherheitsforschung.
Im Jahr 2010 hat Fraunhofer das Hermsdorfer Institut für Technische Keramik e. V. in die Vertragsforschung aufgenommen.
Fraunhofer ist auf eine enge Zusammenarbeit mit den
Hochschulen angewiesen. Sie ergänzt dadurch ihre Ressourcen
in der Grundlagenforschung und gewinnt wissenschaftlichen
Nachwuchs. Die Universitäten ziehen durch eine praxisnahe
Ausbildung und die gemeinsame Bearbeitung praxisrelevanter Forschungsthemen ihrerseits Nutzen aus der Kooperation
mit Fraunhofer. Kennzeichnend für diese Zusammenarbeit
sind gemeinsame Berufungen auf Lehrstühle und in die Leitung von Fraunhofer-Instituten.
1

Siehe Tabelle 12

2.2.3 	 Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren
Gründung und Geschichte der organisation
1958 als „Arbeitsausschuss für Verwaltungs- und Betriebsfragen der deutschen Reaktorstationen“ gegründet, wurde innerhalb von 40 Jahren aus dem Arbeitsausschuss lose verbundener
Forschungszentren die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren.
organisationsform, standorte, Mitglieder, anzahl
der Mitarbeiter
In der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren e. V. (HGF), einem eingetragenen Verein
mit Sitz in Bonn, sind 18 nationale Großforschungszentren
für naturwissenschaftlich-technische und biologisch-medizinische Forschung zusammengeschlossen. Mit ca. 31.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Jahresbudget
von rund 3,3 Mrd. Euro ist sie die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Die Geschäftsstellen der HelmholtzGemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. befinden sich
in Bonn und Berlin.
Im Herbst 2001 hat die HGF mit den Zuwendungsgebern
einen Reformprozess eingeleitet, indem das bisherige System
der Finanzierung auf die programmorientierte Förderung
umgestellt wurde. Kernelement des neuen Finanzierungssystems ist die Ablösung der bisherigen rein zentrenbezogenen
Förderung durch die Förderung von rund 30 zentrenübergreifenden Forschungsprogrammen in sechs Forschungsbereichen (s. u.). Die Vergabe der Fördermittel erfolgt auf der Basis
von Begutachtungen durch international besetzte Gremien.
Strategisches Ziel der Reform ist die Leistungssteigerung durch
mehr Wettbewerb und mehr Kooperation. Die Programmerstellung für die zweite fünfjährige Programmperiode und ihre
Begutachtungen wurden 2009 abgeschlossen. Insgesamt wird
die HFG zu ca. 70 % von Bund und Ländern finanziert, ca. 30 %
werben die Zentren selbst als Drittmittel ein.

Struktur

Die FhG betreibt derzeit 60 Institute an Standorten in der
gesamten Bundesrepublik. Rund 18.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sind bei Fraunhofer beschäftigt. Die Finanzierung
der FhG erfolgt zu ca. 30 % aus öffentlichen Mitteln von Bund
und Ländern (2010 522 Mio. Euro institutionelle Förderung1).
Von dem jährlichen Forschungsvolumen entfallen in etwa 90 %
auf den Leistungsbereich Vertragsforschung. Circa 70 % dieses
Bereiches erwirtschaftet Fraunhofer aus Aufträgen der Industrie und der öffentlichen Hand.

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

62

abb. 14 standorte der Institute der Fraunhofer-Gesellschaft
�

Kiel

Schwerin

Hamburg

Kiel

Bremen

Kiel

Schwerin

Struktur

Hamburg

Schwerin

Hamburg

Bremen

Hannover

Berlin

Potsdam
Berlin

Magdeburg

Bremen

Potsdam
Berlin

Hannover
Magdeburg
Hannover

Potsdam

Magdeburg

Düsseldorf

Dresden
Erfurt

Düsseldorf

Dresden
Erfurt

Düsseldorf

Dresden
Erfurt

Wiesbaden
Wiesbaden

Mainz

Wiesbaden
Mainz
Mainz

Saarbrücken

Saarbrücken

Saarbrücken

Stuttgart

Stuttgart

Stuttgart

München

München

München

Forschungsstätten
Forschungsstätten
Landeshauptstädte
Landeshauptstädte

Quelle: BMBF, VDI /VDE-IT
Forschungsstätten

Landeshauptstädte

IUK­Technologien
IUK­Technologien

Light & Surfaces
Light & Surfaces

Werkstoffe,Bauteile – Materials
Produktion
Werkstoffe, Bauteile – MaterialsProduktion

Life Sciences

Mikroelektronik

Verteidigung und Sicherheit

Life Sciences

Mikroelektronik

Verteidigung und Sicherheit

Sonstiges

Sonstiges

Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT

Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT

Landeshauptstädte
IUK­Technologien

Light & Surfaces

Werkstoffe, Bauteile – Materials

Produktion

Life Sciences

Mikroelektronik

Verteidigung und Sicherheit

Sonstiges

Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

aufgaben und ausrichtung

Forschungsschwerpunkte
Im Rahmen der programmorientierten Förderung der HGF
werden die zur Verfügung stehenden Mittel der Grundfinanzierung über wettbewerbliche Verfahren in sechs Forschungsbereichen vergeben:

•
•
•
•
•
•

Energie
Erde und Umwelt
Gesundheit
Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr
Schlüsseltechnologien
Struktur der Materie

und Ländern gefördert werden, existiert seit 1977) die „Arbeitsgemeinschaft Blaue Liste“ (AG-BL). 1993 erfolgte die Gründung
der „Wissenschaftsgemeinschaft Blaue Liste“ (WBL) und 1997
die Umbenennung in „Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried
Wilhelm Leibniz“ (WGL), kurz „Leibniz-Gemeinschaft“.
organisationsform, standorte, Mitglieder, anzahl
der Mitarbeiter
In der WGL sind (Stand 2011) 87 Forschungseinrichtungen,
Einrichtungen der wissenschaftlichen Infrastruktur sowie
Forschungsmuseen organisiert, die gemeinsam von Bund
und Ländern nach der Ausführungsvereinbarung WGL der
GWK finanziert werden; zwei Einrichtungen sind assoziiert.
Insgesamt beschäftigen Leibniz-Einrichtungen rund 16.800
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon ca. 7.800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler) und verfügen über ein
Gesamtbudget von etwa 1,4 Mrd. Euro. Der Finanzierungsanteil
von Bund und Ländern im Rahmen der institutionellen Förderung beträgt in der Regel 50 zu 50. Ein Teil der institutionellen
Förderung wird im wettbewerblichen Verfahren zwischen den
Leibniz-Instituten vergeben, das die WGL administriert. Für
2011 waren hierfür 12 Mio. Euro vorgesehen.
Vorrangiges Ziel der WGL ist es, ihren Mitgliedseinrichtungen optimale Bedingungen für die Forschung zu verschaffen.
Dies geschieht durch Interessenvertretung der Mitglieder nach
außen, eine stärkere Zusammenarbeit der Mitgliedsinstitute
mit regelmäßigem Informationsaustausch sowie durch strategische Forschungsverbünde. Die WGL übernimmt darüber
hinaus Verantwortung im forschungspolitischen Kontext. Sie
unterhält als Hauptsitz eine Geschäftsstelle in Berlin und Büros
in Bonn und Brüssel.

Internationale aktivitäten

aufgaben und ausrichtung

Für Spitzenforschung, die wettbewerbsfähig ist und deren
Ergebnisse von weltweiter Relevanz sind, ist die HGF international optimal aufgestellt. Dazu zählen u. a. der strategische
Aufbau internationaler Allianzen, Kooperationen und die
Vernetzung mit nationalen und internationalen Partnern aus
der Wissenschaft, insbesondere aus den Hochschulen und aus
der Wirtschaft. Ein spezieller Programmpunkt der HGF ist die
internationale Nachwuchsförderung. Die HGF unterhält internationale Büros in Brüssel, Peking und Moskau.
Die Adressen der Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft und deren Förderschwerpunkte finden sich im Anhang.
Abbildung 15 zeigt die Standorte der Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft in Deutschland.

Grundlage für die Förderung der Leibniz-Einrichtungen durch
Bund und Länder sind die überregionale Bedeutung und das
gesamtstaatliche wissenschaftspolitische Interesse an ihrer
Arbeit. Leibniz-Institute forschen auf den Gebieten der Natur-,
Ingenieur-, Gesundheits- und Umweltwissenschaften über
Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den
Geisteswissenschaften.
Sie arbeiten strategisch und themenorientiert an der Lösung drängender gesellschaftlicher, ökonomischer, technologischer und ökologischer Fragen. Diesen Auftrag erfüllen sie
durch Forschung, Bereitstellung wissenschaftlicher Infrastruktur und Dienstleistung sowie Wissenstransfer in Gesellschaft
und Politik.
Hochschulkooperationen sind für die WGL von strategischer Bedeutung. 24 Leibniz-Institute waren 2010 an 45 Sonderforschungsbereichen der DFG und 52 Graduiertenkollegs
beteiligt. 23 Einrichtungen beteiligten sich an 41 Schwerpunktprogrammen der DFG. Im Rahmen der Exzellenzinitiative gab
es 2010 16 Beteiligungen an zehn Graduiertenschulen sowie
18 Beteiligungen an 14 Exzellenzclustern. Zudem ist die Zahl
der gemeinsamen Berufungen, bei denen leitende Wissen-

2.2.4 leibniz-Gemeinschaft
Gründung und Geschichte der organisation
1990 gründeten die 81 Einrichtungen der „Blauen Liste“ (die
Liste von Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund

Struktur

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung
großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft
und Wirtschaft durch strategisch ausgerichtete Spitzenforschung in den sechs zentrenübergreifenden Forschungsbereichen. Sie erforscht Systeme hoher Komplexität unter
Einsatz von Großgeräten und Infrastrukturen gemeinsam mit
nationalen und internationalen Partnern. Die HGF verbindet
Forschung und Technologieentwicklung mit innovativen
Anwendungs- und Vorsorgeperspektiven.
Der mit dem Pakt für Forschung und Innovation verbundene finanzielle Zuwachs eröffnet den Helmholtz-Zentren die
Möglichkeit, neben ihren wissenschaftlichen Kernaufgaben
auch Querschnittsaufgaben wie beispielsweise die Kooperation und Vernetzung mit der Wirtschaft und der Wissenschaft,
die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses oder den
Technologietransfer zu vertiefen.

63

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

64

abb. 15 standorte der Institute der Helmholtz-Gemeinschaft
�

Kiel
Kiel

Hamburg
Hamburg

Schwerin
Schwerin

Bremen
Bremen

Struktur

Berlin
Potsdam
Berlin

Hannover 
Hannover 

Potsdam
Magdeburg
Magdeburg

Düsseldorf

Dresden

Düsseldorf

Erfurt

Dresden

Erfurt

Wiesbaden
Wiesbaden
Mainz
Mainz

Saarbrücken
Saarbrücken

Stuttgart
Stuttgart

München
München

Forschungsstätten
Forschungsstätten

Quelle:
BMBF,
VDI/VDE-IT
Quelle:
BMBF, VDI
/VDE-IT
Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT

LForschungsstätten
Landeshauptstädte
andeshauptstädte

Landeshauptstädte

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

schaftlerinnen und Wissenschaftler aus Leibniz-Instituten eine
Professur an benachbarten Hochschulen innehaben, von 121 im
Jahr 2000 auf fast 250 im Jahr 2010 gestiegen. Die Summe der
von den Leibniz-Instituten eingeworbenen Drittmittel belief
sich 2010 auf nahezu 330 Mio. Euro.
Alle Leibniz-Institute stellen sich im Abstand von maximal
sieben Jahren einer unabhängigen, externen und konsequenten Evaluierung. Im Verlauf dieses Verfahrens prüft der
Leibniz-Senat die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Institute und stellt fest, ob die Voraussetzungen für eine gemeinsame Förderung durch Bund und Länder weiter bestehen. Dem
Senat gehören die für die gemeinsame Forschungsförderung
zuständigen Bundes- und Landesminister, Präsidenten und
Vorsitzenden deutscher Wissenschaftsorganisationen sowie
weitere Wahlmitglieder an. Der Senat tagt mindestens einmal
im Jahr.

Alle Leibniz-Institute sind international vernetzt; viele pflegen ständige Kooperationen mit Forschungseinrichtungen
weltweit oder unterhalten Forschungsstationen im Ausland.
Leibniz-Präsident Karl Ulrich Mayer ist 2011 in das Governing
Board der neu gegründeten Organisation Science Europe
gewählt worden.
Das Leibniz-Büro in Brüssel dient als Anlaufstelle für
Leibniz-Einrichtungen und verfolgt forschungspolitische
Entwicklungen und Entscheidungsprozesse, um frühzeitig in
EU-Strategien eingebunden zu sein.
Die Adressen der Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft
und deren Förderschwerpunkte finden sich im Anhang.
Abbildung 16 zeigt die Standorte der Leibniz-Institute in
Deutschland.

2.2.5 akademien
Die acht deutschen Akademien der Wissenschaften in Berlin,
Düsseldorf, Göttingen, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Mainz
und München haben sich in der „Union der deutschen Akademien der Wissenschaften“ zusammengeschlossen, um ihre
Grundlagenforschungen zu koordinieren und sich gegenüber
den Wissenschaftsorganisationen im Inland wie im Ausland
wirkungsvoller darzustellen. Etwa 1.600 Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler der verschiedensten Fachrichtungen sind
zu ordentlichen oder korrespondierenden bzw. außerordentlichen Mitgliedern einer der acht Akademien gewählt worden.
Aufgabe der Akademien ist es im Wesentlichen, langfristige Vorhaben der Grundlagenforschung zu koordinieren und
zu betreuen sowie den interdisziplinären Dialog zu entwickeln
und zu pflegen. Die Akademien haben als weiteres Aufgabenfeld die Beratung der Gesellschaft zu allgemeinen und zu Zukunftsfragen in ihre Arbeit aufgenommen. In Symposien und
öffentlichen Veranstaltungen tragen sie zu einem intensiven
Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft bei.
Darüber hinaus gehört die Durchführung des von Bund

und Ländern je zur Hälfte finanzierten Akademienprogramms
mit einem Gesamtvolumen von derzeit rund 54 Mio. Euro zu
ihren wesentlichen Aufgaben. Der Grundhaushalt der Akademien der Wissenschaften, die Landeseinrichtungen sind, wird
allein vom jeweiligen Sitzland finanziert.
Im Februar 2002 wurde im Rahmen der Union der gemeinnützige Verein „acatech – Konvent für Technikwissenschaften
der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften e. V.“
gegründet. Der Bund (Bundesministerium für Bildung und
Forschung – BMBF) hat sich von 2002 bis 2006 mit rund 1,3 Mio.
Euro im Wege der Projektförderung am Aufbau der Geschäftsstelle beteiligt. acatech vereint erstmals die technikwissenschaftlichen Aktivitäten der Akademien der Wissenschaften
unter einem Dach. Seit 1. Januar 2008 führt der Verein seine
bisherige Arbeit als „Deutsche Akademie der Technikwissenschaften“ (acatech e. V.) fort. Bund (BMBF) und Länder
beteiligen sich jeweils zur Hälfte an der staatlichen Grundfinanzierung. Darüber hinaus wird der Verein mit Mitteln der
Wirtschaft gefördert.
Acatech ist eine Arbeitsakademie mit zurzeit rund 360
Mitgliedern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Acatech fördert
zum einen den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft,
Politik und Gesellschaft. Zum anderen berät und informiert die
Akademie selbstbestimmt und unabhängig zu Technikthemen,
die für die Zukunft des Standorts Deutschland von Bedeutung
sind. Acatech ist nicht Mitglied der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.
Nationale Akademie der Wissenschaften ist seit Februar
2008 die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina. Die
Leopoldina ist eine übernationale naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft, die vom Bund (BMBF) und dem
Land Sachsen-Anhalt im Verhältnis 80 zu 20 finanziert wird.
Gegründet 1652, ist sie die weltälteste dauerhaft existierende
naturforschende Akademie und mit derzeit rund 1.400 Mitgliedern zudem die mitgliederstärkste der deutschen Gelehrtengesellschaften. Als Nationalakademie hat die Leopoldina die Aufgabe die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in internationalen Akademiegremien zu repräsentieren.
Zudem übernimmt sie spezielle Aufgaben der wissenschaftsbasierten Beratung von Politik und Öffentlichkeit.
Auf diesem Gebiet arbeitet sie im Zusammenwirken mit
Vertretern der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) e. V., der Berlin-Brandenburgischen Akademie
der Wissenschaften (BBAW) und den Akademien der Länder
und bezieht deren Expertise ein.
Ein Koordinierungsgremium unter Beteiligung der genannten Akademien verständigt sich über die im Rahmen der
wissenschaftsbasierten Politikberatung zu bearbeitenden Themen und setzt Arbeitsgruppen ein, die gegebenenfalls unter
Einbeziehung der Expertise weiterer Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler Stellungnahmen zu politisch und gesellschaftlich relevanten Fragestellungen erarbeiten. Die Leopoldina ist nicht Mitglied der Union der deutschen Akademien der
Wissenschaften.
Seit 2011 wird unter dem Dach der Leopoldina die „Junge
Akademie“ gefördert. Sie ist eine Einrichtung zur Förderung

Struktur

Internationale aktivitäten

65

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

66

abb. 16 standorte der Institute der leibniz-Gemeinschaft
�

Kiel

Kiel

Schwerin
Hamburg
Schwerin
Hamburg

Bremen

Struktur

Bremen

Berlin
Berlin

Potsdam

Hannover
Hannover

Magdeburg

Potsdam

Magdeburg

Düsseldorf
Dresden

Erfurt

Düsseldorf

Dresden

Erfurt

Wiesbaden
Wiesbaden
Mainz
Mainz

Saarbrücken
Saarbrücken

Stuttgart
Stuttgart

München
München

VDI /VDE-IT
Quelle: Quelle:
BMBF,BMBF,
VDI/VDE-IT
Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT

Forschungsstätten
Forschungsstätten
Forschungsstätten
Landeshauptstädte
Landeshauptstädte
Landeshauptstädte

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

hoch qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchses und wurde 2000 von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BAW) und der Leopoldina als Projekt gegründet.
Ihre Mitglieder (max. 50) werden für fünf Jahre gewählt und
erhalten jeweils ein einmaliges und flexibles Forschungsbudget
(Abbildung 17).

2.2.6 	 stiftung caesar (center of advanced
european studies and research)
Gründung, Finanzierung

organisation
Aufsichtsorgan ist der Stiftungsrat. Er setzt sich zusammen
aus dem Präsidenten der MPG (Vorsitz), einem Vizepräsidenten
der MPG, sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern,
zwei Mitgliedern des Bundes und einem vom Land NordrheinWestfalen entsandten Mitglied sowie je einem Mitglied des
Deutschen Bundestages und des Landtages Nordrhein-Westfalen, einem Vertreter der Wirtschaft, dem Oberbürgermeister der Stadt Bonn und dem Rektor der Universität Bonn. Die
Stiftung wird von einem Vorstand geleitet, der vom wissenschaftlichen Direktorenkollegium und der kaufmännischen
Geschäftsführerin gebildet wird. caesar beschäftigte 2010 insgesamt 120 Mitarbeiter.
aufgaben
Satzungsgemäßer Zweck der Stiftung ist die Förderung von
Wissenschaft und Forschung durch Gründung und Betrieb
eines natur- und ingenieurwissenschaftlich orientierten
Forschungszentrums in Bonn. Die Stiftung caesar hat 1999 den
wissenschaftlichen Betrieb aufgenommen. Nach Empfehlungen des Wissenschaftsrates wurde das Forschungszentrum
wissenschaftlich neu ausgerichtet.
Seit 2008 forscht caesar auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. Schwerpunkte sind die Erforschung von sensorischen
Prozessen und molekularen Ursachen neurodegenerativer
Erkrankungen. caesar arbeitet mit modernen photonischen,
molekularbiologischen, chemischen und mikrotechnologischen Methoden. Im Fokus stehen optische Verfahren zur
Erforschung und Steuerung neuronaler Aktivität sowie der
Einsatz mikroskopischer und spektroskopischer Methoden in
den Neurowissenschaften.

2.2.7 	 stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche
Institute im ausland
Die Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im
Ausland (DGIA) wurde am 20. Juni 2002 als rechtsfähige bundesunmittelbare Stiftung öffentlichen Rechts errichtet. Ihre aktuelle Rechtsgrundlage ist das Stiftungsgesetz vom 1. Juli 2009.
Die Stiftung wird vom Bund finanziert, sie verfügte im Jahr 2011
über einen Gesamthaushalt von rund 36 Mio. Euro.
Oberstes Entscheidungs- und Lenkungsorgan ist der
Stiftungsrat. Ihm gehören neben den Vertreterinnen bzw.
Vertretern des BMBF und des Auswärtigen Amts insbesondere
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an. Die Organisationsstruktur ist geprägt von den Grundsätzen der wissenschaftlichen Selbstverwaltung und ermöglicht den Instituten, ihre
Interessen zu bündeln und gemeinsam zu vertreten. Sitz der
Stiftung ist Bonn.
Die Stiftung unterhält weltweit zurzeit zehn Institute. Dazu
gehören die sechs Deutschen Historischen Institute in London,
Moskau, Paris, Rom, Warschau und Washington D.C., das Deutsche Institut für Japanstudien in Tokyo, die Orient-Institute in
Beirut und Istanbul sowie das Deutsche Forum für Kunstgeschichte in Paris.
Die Stiftung fördert die Forschung mit Schwerpunkten auf
den Gebieten der Geschichts-, Kultur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in ausgewählten Ländern und das gegenseitige Verständnis zwischen Deutschland und den jeweiligen
Gastländern. Die Institute betreiben Forschung, bilden wissenschaftlichen Nachwuchs aus und sind mit ihren Bibliotheken
und Veranstaltungen Ansprechpartner für die wissenschaftliche Gemeinschaft ihrer Gastländer und Deutschlands. Die Stiftung DGIA ist die einzige deutsche Forschungseinrichtung, die
aufgrund ihres Arbeitsauftrages wissenschaftlich ausschließlich im Ausland tätig ist und nicht zuletzt durch ihre eigenen
Forschungen wesentlich zum internationalen Austausch über
Fragen, Methoden und Ergebnisse geisteswissenschaftlicher
Forschung beiträgt und somit die Position der Geisteswissenschaften in Deutschland im internationalen Kontext stärkt.
„perspecitivia.net“ ist die Kommunikations- und Publikationsplattform der DGIA, die – gemäß dem Prinzip des „Open
Access“ – ihre Publikationen weltweit barrierefrei anbietet.

2.2.8 	 wissenschaftskolleg zu Berlin
Gründung
Die institutionellen Voraussetzungen für die Gründung des
Wissenschaftskollegs als eine private Institution in Form eines
Vereins wurden 1980 geschaffen, und der Mediävist und Professor der Literaturwissenschaft Peter Wapnewski wurde zum
Gründungsrektor berufen (1981–1986). Wolf Lepenies, Professor
der Soziologie und Wissenschaftshistoriker, leitete das Wissenschaftskolleg von 1986 bis 2001. Von Oktober 2001 bis März
2007 nahm Dieter Grimm, Professor des öffentlichen Rechts an
der Humboldt-Universität zu Berlin und ehemaliger Richter

Struktur

Die Stiftung caesar wurde am 11. Juli 1995 als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Bonn von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Nordrhein-Westfalen errichtet.
Sie finanziert sich durch Erträge aus dem Stiftungskapital in
Höhe von insgesamt 383 Mio. Euro (350 Mio. Euro Bundesmittel
aus dem Bonn/Berlin-Ausgleich, davon 97 Mio. Euro für Bau- und
Investitionsmaßnahmen). Die Stiftung wird nicht institutionell
gefördert, sondern ist auf die Erwirtschaftung eigener Mittel
ausgerichtet (Wertpapiererträge und Drittmittel).

67

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abb. 17

standorte der akademien
�

Kiel
Kiel
Kiel

Hamburg
Hamburg
Hamburg

Schwerin
Schwerin
Schwerin

Bremen
Bremen
Berlin
Berlin

Struktur

Bremen

Berlin
Potsdam
Potsdam

Hannover 
Hannover 
Hannover 

Magdeburg
Magdeburg

Potsdam

Magdeburg

Düsseldorf
Düsseldorf

Dresden
Dresden

Erfurt
Erfurt

Düsseldorf

Dresden

Erfurt

Wiesbaden
Wiesbaden
Wiesbaden
Mainz
Mainz
Mainz
Saarbrücken
Saarbrücken
Saarbrücken
Stuttgart
Stuttgart
Stuttgart

München
München
München

Quelle: BMBF, VDI /VDE-IT

Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT
Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT
Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT

Akademien
Akademien
Landeshauptstädte
Landeshauptstädte
Akademien
Landeshauptstädte

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

am Bundesverfassungsgericht, dieses Amt wahr. Rektor des Wissenschaftskollegs ist seit April 2007 Luca Giuliani, Professor der
klassischen Archäologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Finanzierung
Finanziert wird das Wissenschaftskolleg zu Berlin gemeinsam
vom Land Berlin und dem BMBF, mit Aufwendungen in Höhe
von jeweils 3.205.000 Euro (Zahlen für das Jahr 2011). Neben
diesen Beiträgen der institutionellen Förderer erhält es Beiträge
von der Schweiz und der schwedischen Stiftung Riksbankens
Jubiläumsfond. Projekte werden aus Drittmitteln finanziert.
Hinzu kommen private Mittel vonseiten des Freundeskreises.
struktur

aufgaben
Im Wissenschaftskolleg zu Berlin haben Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler die Möglichkeit, sich frei von Zwängen
und Verpflichtungen für ein akademisches Jahr auf selbst
gewählte Arbeitsvorhaben zu konzentrieren. Diese internationale Lerngemeinschaft auf Zeit ist geprägt von Fächervielfalt
und kritischen Diskursen der rund vierzig Fellows.

2.3 	 Staatliche Einrichtungen
mit FuE-Aufgaben
2.3.1 	 Bundeseinrichtungen mit Fue-aufgaben
Die Bundeseinrichtungen mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben nehmen ihre Tätigkeit im Kontext der Aufgaben des
jeweiligen Bundesministeriums wahr, zu dessen Geschäftsbereich sie gehören. Ihre Forschungsaufgaben haben demgemäß
das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Durchführung
von Fachaufgaben und die Politikberatung zu gewinnen
(Ressortforschung). Das Alleinstellungsmerkmal von Einrichtungen mit FuE-Aufgaben ist das Vorhalten von sehr kurzfristig
abrufbarer wissenschaftlicher Expertise für das Regierungshandeln bei gleichzeitiger Bearbeitung langfristig angelegter
wissenschaftlicher Fragestellungen auf hohem, international

vergleichbarem Niveau. Sie tragen damit auch zum allgemeinen Erkenntnisgewinn bei. Zusätzlich fördern Einrichtungen
mit Ressortforschungsaufgaben den wissenschaftlichen
Nachwuchs.
Für eine sachgerechte Erfüllung ihrer Beratungs-, Forschungs- und Sachaufgaben ist eine hohe wissenschaftliche
Qualität der Arbeit der Bundeseinrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben unabdingbar. Von 2004 bis 2010 wurden daher auf Bitte der Bundesregierung alle Einrichtungen des Bundes mit FuE-Aufgaben durch den Wissenschaftsrat (WR) systematisch evaluiert. Mit den „Empfehlungen zur Profilierung der
Einrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben des Bundes“
vom November 2010 hat der Wissenschaftsrat eine zweite
übergreifende Stellungnahme zur Ressortforschung verabschiedet und die Evaluierungen abgeschlossen. Darin werden
die Forschungsleistungen überwiegend als gut, teilweise auch
exzellent bewertet, die forschungsbasierten Dienstleistungen
als gut bis sehr gut und dem „State of the Art“ der jeweiligen
Disziplin entsprechend. Der WR hat die zuständigen Ministerien darum gebeten, nach 3 Jahren über die Umsetzung der
Empfehlungen zu den einzelnen Einrichtungen zu berichten,
sodass diese Nachverfolgungen teilweise noch laufen.
Die Evaluation der Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben durch den Wissenschaftsrat ging Hand in Hand mit der
von den Ressorts und in den Einrichtungen betriebenen Weiterentwicklung, z. B. der Einführung neuer Maßnahmen zur
Qualitätssicherung (siehe u. a. Konzept einer modernen Ressortforschung vom Dezember 2007). Die Bundesregierung hat
im Juni 2011 einen Bericht erarbeitet, der die Anregungen des
Wissenschaftsrates aufgreift und die Ziele und Ansatzpunkte
zur Weiterentwicklung der Bundeseinrichtungen mit FuEAufgaben konkretisiert, um das hohe Leistungsniveau und die
wissenschaftliche Exzellenz der Ressortforschung zu sichern
und weiter auszubauen. Im Rahmen abgestimmter übergreifender Initiativen wird die Bundesregierung die Profilierung
und Sichtbarkeit der Ressortforschung weiter erhöhen, die
ressortübergreifende Koordinierung und den Erfahrungsaustausch weiter stärken und die institutionellen Rahmenbedingungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit verbessern.
Die Bundesressorts sowie die Leitungen der Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben werden dafür Sorge tragen, dass die
wissenschaftliche Qualität weiter gesteigert, die Internationalisierung verstetigt und einrichtungsspezifische Qualitätssicherungs- und Evaluierungsmaßnahmen weiter ausgebaut
werden.
Den Bund berührende Fragen der Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie grundsätzliche Fragen der
Ressortforschung werden im interministeriellen Ausschuss für
Wissenschaft und Forschung (IMA) behandelt. Mitglieder sind
die durch ihre Forschungsbeauftragten vertretenen Bundesministerien und das Bundeskanzleramt. Den Vorsitz führt das
BMBF.
Ein Teil der Bundeseinrichtungen hat sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, in der Erfahrungen,
beispielsweise im Hinblick auf Best-Practice-Beispiele von Qualitätssicherungsmaßnahmen, ausgetauscht werden.

Struktur

Die Mitgliederversammlung bestimmt die Richtlinien für die
Arbeit des Wissenschaftskollegs und stellt den jährlichen Haushaltsplan fest. Der wissenschaftliche Beirat berät den Vorstand
in allen wissenschaftlichen Angelegenheiten. Insbesondere bei
der Berufung der Fellows stützt der Rektor sich auf die Empfehlungen dieses international zusammengesetzten Gremiums.
Ebenso wie das Wissenschaftskolleg wurde 1980 die Wissenschaftsstiftung Ernst Reuter gegründet. Vorsitzender des
Stiftungsrates ist der Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin. Der Stiftungsrat wirkt an den zentralen
Personalentscheidungen des Wissenschaftskollegs mit, insbesondere an der Berufung des Rektors und der Permanent Fellows.

69

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

70

abb. 18 standorte der Bundeseinrichtungen mit Fue-aufgaben und der Fue-einrichtungen
mit kontinuierlicher Zusammenarbeit

Kiel

Schwerin
Hamburg

Bremen

Struktur

Berlin

Potsdam

Hannover 
Magdeburg

Düsseldorf

Dresden
Erfurt

Wiesbaden
Mainz

Saarbrücken

Stuttgart

München

FuE­Einrichtungen mit kontinuierlicher Zusammenarbeit
Bundeseinrichtungen mit FuE­Aufgaben 
Quelle: BMBF, VDI /VDE-IT
Quelle: BMBF, VDI/VDE­IT

Landeshauptstädte

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

71

Die Anschriften und Kurzbeschreibungen der Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben sind im Anhang zu finden. Dort
sind ebenfalls, wo vorhanden, die Forschungsprogramme und
einrichtungsspezifischen Maßnahmen zur Qualitätssicherung
als Internetlink hinterlegt (siehe Anhang S. 525 ff).

2.3.2 	 kontinuierliche Zusammenarbeit mit Fueeinrichtungen

2.3.3 	 landeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben
Die Landes- und kommunalen Forschungseinrichtungen werden institutionell aus Landesmitteln und zum Teil aus Mitteln
Dritter finanziert. Grundsätzlich gehören dazu auch die Akademien, die wegen ihrer besonderen Stellung und teilweisen
Finanzierung aus dem sogenannten Akademienprogramm
im Kapitel „Akademien“ dargestellt werden. Unberücksichtigt
bleiben Archive, Bibliotheken, Museen und vergleichbare Einrichtungen, soweit sie nicht im Kapitel „Leibniz-Gemeinschaft“
dargestellt werden.
In dem vorliegenden Bericht sind Forschungseinrichtungen der Länder aufgeführt, die zu mindestens 50 % von dem
jeweiligen Bundesland grundfinanziert sind. Diejenigen
Forschungseinrichtungen der Länder, die zu einer der vier
großen Forschungsorganisationen (MPG, FhG, HGF und WGL)
gehören, sind in den Listen dieser Forschungsorganisationen
aufgeführt und in den betreffenden Landkarten abgebildet.
Die Adressen der Landeseinrichtungen und deren Förderschwerpunkte finden sich im Anhang. Abbildung 19 zeigt
die Standorte der Landeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben in
Deutschland.

Struktur

Die FuE-Einrichtungen, mit denen Ressortforschung in geregelter und kontinuierlicher Zusammenarbeit erfolgt, können
wie andere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen unterschiedliche Rechtsformen haben (z. B. gemeinnützige Stiftung,
gemeinnützige GmbH, gemeinnütziger eingetragener Verein).
Eine geregelte und kontinuierliche Zusammenarbeit ist sinnvoll, wenn die wissenschaftlichen Arbeiten und die thematische
Ausrichtung im Zuständigkeitsbereich des jeweiligen Ressorts
angesiedelt sind und im besonderen Ressortinteresse liegen. Sie
kann auf unterschiedlichen Grundlagen beruhen und in unterschiedlicher Intensität auftreten – von regelmäßigem Informationsaustausch bis zu Kooperation und institutioneller Förderung nach den Bestimmungen des Zuwendungsrechts. Die Förderung nach den Bestimmungen des Zuwendungsrechts beinhaltet den regelmäßigen Informationsaustausch und die mittelbare Steuerung über die Aufsichtsgremien der Einrichtungen.
Eine Liste der Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen
mit kontinuierlicher Zusammenarbeit findet sich im Anhang.
Abbildung 18 zeigt die Standorte der Bundeseinrichtungen mit
FuE-Aufgaben (ohne Außenstellen) und der FuE-Einrichtungen
mit kontinuierlicher Zusammenarbeit in Deutschland.

Fue-DuRcHFüHRenDe oRGanIsatIonen unD eInRIcHtunGen

72

abb. 19 standorte der landeseinrichtungen mit Fue-aufgaben 


Kiel
Kiel

Schwerin
Schwerin
Hamburg
Hamburg
Bremen
Bremen

Struktur

Berlin
Berlin

Hannover 
Hannover 

Potsdam
Potsdam
Magdeburg
Magdeburg

Düsseldorf
Düsseldorf

Dresden
Dresden

Erfurt
Erfurt

Wiesbaden
Wiesbaden
Mainz
Mainz

Saarbrücken
Saarbrücken

Stuttgart
Stuttgart

München
München

Quelle: BMBF, VDI /VDE-IT

Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT
Quelle: BMBF, VDI/VDE-IT

Landeseinrichtungen
Landeseinrichtungen
Landeshauptstädte
Landeshauptstädte

Fue-FöRDeRnDe oRGanIsatIonen

3

73

FuE-fördernde Organisationen
�

3.1 	 Deutsche Forschungsgemeinschaft

Infobox
DFG-Förderatlas 2012 - kennzahlen zur öffentlich
finanzierten Forschung in Deutschland
Die Neuauflage des DFG-Förder-Rankings, der DFG-Förderatlas 2012, liefert Kennzahlen zur öffentlich finanzierten
Forschung in Deutschland. Er informiert über die Beteiligungen deutscher Wissenschaftseinrichtungen an den
Förderprogrammen der DFG wie auch weiterer nationaler
und internationaler Forschungsförderinstitutionen.
Der Aufbau des neuen Berichts orientiert sich weitgehend
an dem im DFG-Förder-Ranking 2009 entwickelten Modell
(vgl. www.dfg.de/dfg_profil/evaluation_statistik/ranking/).
Die Basis bilden nach wie vor Daten, die über die Förderung durch ausgewählte Mittelgeber informieren. Der
Bericht deckt mit Daten zur Forschungsförderung durch
die DFG, den Bund, die Arbeitsgemeinschaft industrieller
Forschungsvereinigungen »Otto von Guericke« e.V., die
Europäische Union, die Alexander von Humboldt-Stiftung,
den European Research Council und den Deutscher Akademischer Austauschdienst ca. 90 % aller öffentlich finanzierten Drittmittel für die universitäre Forschung ab.

3.2 	 Deutscher Akademischer
Austauschdienst
Gründung
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) begann
1925 als „Akademischer Austauschdienst e. V.“; 1950 erfolgte
die formelle Neugründung unter dem Namen „Deutscher
Akademischer Austauschdienst e. V.“ als eingetragener Verein
des privaten Rechts.

Struktur

Die Entstehung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
geht auf die Zeit der Weimarer Republik zurück. Sie wurde
1920 als Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie 1949 wiederbegründet und nach der Verschmelzung mit dem Forschungsrat
(1951) umbenannt in Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
Mitglieder der DFG sind 69 Hochschulen, 16 außerhochschulische Forschungseinrichtungen, 8 Akademien und 3 Wissenschaftsverbände. Bund und Länder fördern seit dem Jahr 2002
alle Förderverfahren der DFG mit einem einheitlichen Finanzierungsschlüssel von 58 % Bund zu 42 % Länder (Rahmenvereinbarung Forschungsförderung in der Fassung vom 11. April
2001 und Ausführungsvereinbarung über die gemeinsame
Förderung der DFG).
Die DFG ist die zentrale Selbstverwaltungsorganisation
der Wissenschaft in Deutschland. Ihr zentrales wissenschaftliches Entscheidungsgremium ist der Senat, dem 39 wissenschaftliche Mitglieder aller Fachrichtungen angehören. Der
Senat berät und entscheidet über die forschungspolitischen
Grundsätze der Arbeit der DFG, über die Schwerpunktprogramme sowie über die Einrichtung neuer Forschergruppen
und Hilfseinrichtungen.
Der Hauptausschuss ist für die finanzielle Förderung der
Forschung zuständig und beschließt – auf der Grundlage von
Beschlüssen des Senats – die Entwicklung der Förderpolitik
und Programmplanung sowie den Wirtschaftsplan der DFG
(der anschließend der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz
zur Beschlussfassung vorgelegt wird), seit 2005 außerdem die
Bewilligungen im Rahmen der allgemeinen Forschungsförderung. Für die Sonderforschungsbereiche und die Graduiertenkollegs existiert weiterhin jeweils ein eigener Bewilligungs-ausschuss. Der Hauptausschuss setzt sich zusammen
aus den 39 Mitgliedern des Senats, aus 16 Vertreterinnen oder
Vertretern der Länder, 8 des Bundes, die insgesamt 16 Stimmen
führen, sowie 2 Vertreterinnen oder Vertretern des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e. V.
Die Hauptaufgabe der DFG besteht in der finanziellen
Unterstützung von Forschung an Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen, wobei die Mittel überwiegend
in den Hochschulbereich fließen. Zu den satzungsgemäßen
Aufgaben der DFG gehören ferner die Förderung der Zusam-

menarbeit zwischen den Forschern, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die Beratung von Parlamenten
und Behörden in wissenschaftlichen Fragen und die Pflege
der Verbindungen der Forschung zur ausländischen Wissenschaft.

Fue-FöRDeRnDe oRGanIsatIonen

74

Mitglieder
Mitglieder sind auf Antrag die in der Hochschulrektorenkonferenz vertretenen Hochschulen sowie deren Studierendenschaften; zurzeit: 235 Hochschulen und 124 Studierendenschaften
(Stand: Oktober 2011).
Finanzierung

Struktur

Circa 80 % des Haushalts finanziert der Bund, vor allem das
Auswärtige Amt sowie die Bundesministerien für Bildung
und Forschung und für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung. Den Rest stellen die Europäische Union und private Geldgeber zur Verfügung. Von 2000 bis 2010 haben sich
die dem DAAD zur Verfügung stehenden Mittel um über 50 %
erhöht (2010: 384 Mio. Euro).

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•	�
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•	�

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Stipendien für Ausländer: Förderung ausländischer
Nachwuchseliten an deutschen Hochschulen und
Forschungseinrichtungen
Stipendien für Deutsche: Förderung des deutschen
Führungsnachwuchses bei Studium und Forschung im
Ausland – einschließlich Erasmus
Internationalisierung der Hochschulen: die Internationalität und Attraktivität der deutschen Hochschulen für
Ausländer fördern
Förderung der Germanistik und der deutschen Sprache
im Ausland: die Germanistik sowie deutsche Sprache,
Literatur und Landeskunde an ausländischen Universitäten
stärken
Bildungszusammenarbeit mit Entwicklungsländern:
Förderung der wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und
demokratischen Entwicklung in neuen Gestaltungsmächten

struktur
Organe des Vereins sind neben der Mitgliederversammlung
das Kuratorium und der Vorstand. Das Kuratorium besteht aus
bestellten Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Ländern,
Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern, Studierenden,
wissenschaftlichen Organisationen sowie gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliederversammlung. Dem Vorstand gehören neben dem Präsidenten, Vizepräsidenten und
neun in der Auslandsarbeit erfahrenen Persönlichkeiten ein
Vertreter des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft
e. V. sowie drei Studierendenvertreter an.
Die Geschäftsstelle des DAAD befindet sich in Bonn, sie
wird von der Generalsekretärin/dem Generalsekretär geleitet.
Ein Hauptstadtbüro in Berlin unterhält den Kontakt zu den
politischen Institutionen, zudem ist hier das renommierte Berliner Künstlerprogramm angegliedert. Darüber hinaus verfügt
der DAAD über 14 Außenstellen und 50 Informationszentren
weltweit, mit denen er direkte Kontakte zu den wichtigsten
Partnerländern hält und vor Ort berät.
aufgaben
Der DAAD als eine Selbstverwaltungsorganisation der deutschen Hochschulen hat die Aufgabe, die akademischen Beziehungen mit dem Ausland vor allem durch den Austausch von
Studierenden, Graduierten und Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern zu fördern. Er ist die weltweit größte Förderorganisation für den grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Austausch. Seit seiner Gründung hat der DAAD über
1,6 Mio. Akademikerinnen und Akademiker im In- und Ausland unterstützt. Seine Programme sind in der Regel offen für
alle Fachrichtungen und alle Länder und kommen Ausländerinnen und Ausländern wie Deutschen gleichermaßen zugute.
Zu seinen Aufgaben gehört auch die Förderung der Internationalität und Attraktivität deutscher Hochschulen.
Mit seinen mehr als 250 Einzelprogrammen ist er in den
folgenden Handlungsfeldern aktiv:

Das Programmangebot reicht vom Auslandssemester für junge
Studierende bis zum Promotionsstudium, vom Praktikum zur
Gastdozentur, es unterstützt den Aufbau von Hochschulpartnerschaften und von Hochschulen im Ausland. Marketingdienstleistungen bieten deutschen Hochschulen die Möglichkeit zur Stärkung ihrer internationalen Sichtbarkeit.

3.3 	 Alexander von
Humboldt-Stiftung
Gründung
Die Alexander von Humboldt-Stiftung wurde 1953 von der Bundesrepublik Deutschland als rechtsfähige Stiftung des privaten
Rechts in Bonn errichtet.
Finanzierung
Die Alexander von Humboldt-Stiftung wird mit 97 % überwiegend aus Bundesmitteln finanziert sowie aus Zuwendungen
Dritter und Mitteln des Eigenvermögens und der Sondervermögen. Der Etat 2010 betrug 103,1 Mio. Euro, davon waren
99,7 Mio. Euro Bundeszuwendungen (Auswärtiges Amt, BMBF,
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung, BMU, Investitions- und Tilgungsfonds).
struktur
Die Organe der Stiftung sind der Stiftungsrat, der Präsident
und der Generalsekretär. Dem Stiftungsrat gehören neben
dem Präsidenten auch die Präsidenten der großen Selbstverwaltungsorganisationen der deutschen Wissenschaft, der
Präsident der Ständigen Konferenz der Kultusminister der
Länder und zwei Bundesminister an. Sitz der Stiftung ist Bonn.
Ein Hauptstadtbüro hält in Berlin den Kontakt zu Partnern aus
Politik und Wissenschaft.

Fue-FöRDeRnDe oRGanIsatIonen

aufgaben

75

•	�

Im Bundeskanzler-Stipendienprogramm stehen je zehn
Stipendien für künftige Führungskräfte aus den USA, der
Russischen Föderation und seit 2006 aus China in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft für einen
langfristigen Aufenthalt in Deutschland zur Verfügung.
Schließlich verwaltet die Stiftung weitere Stipendien für
besondere Zwecke, etwa seit 2009 internationale Klimaschutzstipendien an Nachwuchsführungskräfte aus neuen
Gestaltungsmächten, die sich mit dem Klimawandel und
Ressourcenschutz befassen.

•	�

Bei der Stiftung angesiedelt sind die Nationale Kontaktstelle (NKS) für Mobilität im 7. Forschungsrahmenprogramm
der EU sowie EURAXESS Deutschland, die Beratungsstelle
für international mobile Forscherinnen und Forscher.

Der Zweck der Stiftung besteht insbesondere darin, wissenschaftlich hoch qualifizierten ausländischen Akademikerinnen und Akademikern die Möglichkeit zu geben, ein Forschungsvorhaben in Deutschland durchzuführen und die
daraus entstehenden Verbindungen mit Wissenschaftlern in
Deutschland zu erhalten. In diesem Zusammenhang fördert
die Stiftung auch Forschungsaufenthalte von deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Ausland.
Instrumente

•	�

Einen Forschungsaufenthalt für deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland ermöglicht die
Stiftung insbesondere durch die Vergabe von jährlich rund
150 Feodor-Lynen-Forschungsstipendien.

•	�

Mit der Alexander von Humboldt-Professur, dem internationalen Preis für Forschung in Deutschland, werden weltweit führende Forscherinnen und Forscher aller Disziplinen, die bisher im Ausland tätig waren, für eine langfristige
Forschungstätigkeit in Deutschland gewonnen. Das vom
BMBF finanzierte Preisgeld in Höhe von bis zu 5 Mio. Euro
für experimentell arbeitende bzw. 3,5 Mio. Euro für theoretisch arbeitende Wissenschaftler wird über einen Zeitraum
von fünf Jahren zur Verfügung gestellt.

•	�

Mit dem Sofja Kovalevskaja-Preis, der mit bis zu 1,65 Mio.
Euro dotiert ist, können Spitzennachwuchsforscher aus
dem Ausland für fünf Jahre eine eigene Arbeitsgruppe an
deutschen Forschungseinrichtungen aufbauen. Der Preis
wurde im Jahr 2010 zum fünften Mal an 18 Preisträgerinnen
und Preisträger verliehen.

•	�

Die Humboldt-Stiftung verleiht außerdem jährlich bis zu
100 Humboldt-Forschungspreise an international anerkannte ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Hinzu kommen der Max-Planck-Forschungspreis,
der seit 2004 gemeinsam von Humboldt-Stiftung und
Max-Planck-Gesellschaft jährlich an je einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin aus Deutschland und aus
dem Ausland verliehen wird, sowie der Anneliese MaierForschungspreis zur Förderung der Internationalisierung
der Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland, der
jährlich bis zu fünfmal vergeben wird.

3.4 	 Begabtenförderungswerke
im Hochschulbereich
Die zwölf überwiegend aus Bundesmitteln geförderten Begabtenförderungswerke nehmen mit ihrer Stipendienförderung
für Studierende und Promovierende einen besonderen Platz in
der deutschen Stiftungslandschaft ein. In ihren unterschiedlichen Trägern spiegelt sich der Pluralismus unserer Gesellschaft
wider. Gemeinsam ist den Begabtenförderungswerken ihre
Verantwortung gegenüber der individuellen Begabung und
zugleich gegenüber der freiheitlich-demokratisch verfassten
Gesellschaft im Ganzen, die ohne funktionale Leistungseliten
nicht lebensfähig ist.
Das geschäftsführende Begabtenförderungswerk in der
Arbeitsgemeinschaft der Begabtenförderungswerke wechselt
jährlich. Im Jahr 2011 war es das Cusanuswerk (www.cusanuswerk.de), im Jahr 2012 ist es die Stiftung der Deutschen Wirtschaft e.V.
Gründung
Die ältesten Begabtenförderungswerke – Friedrich-EbertStiftung und Studienstiftung des deutschen Volkes – wurden
bereits in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts gegründet; weitere – die konfessionellen Begabtenförderungswerke,
die Hans-Böckler-Stiftung sowie andere politische Stiftungen
– kamen seit den 50er-Jahren hinzu, zuletzt 2009 das Ernst
Ludwig Ehrlich Studienwerk.
Mitglieder
Die Begabtenförderungswerke haben eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, der die im Anhang aufgeführten Mitglieder
angehören.

Struktur

•	�

Die Stiftung vergibt jährlich über 500 Humboldt-Forschungsstipendien an promovierte ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Länder- oder Fächerquoten bestehen dabei nicht. Außerdem vergibt die Stiftung
jährlich rund 60 Georg Forster-Forschungsstipendien an
Forscher aus neuen Gestaltungsmächten.

Fue-FöRDeRnDe oRGanIsatIonen

76

Finanzierung

struktur

Die Träger der einzelnen Werke finanzieren die jeweilige
Basisstruktur. Der überwiegende Teil der von diesen an Studierende und Promovierende vergebenen Mittel kommt aus dem
Haushalt des BMBF: Diese Mittel werden nach einheitlichen
Richtlinien als Stipendien, Familien- und Auslandszuschläge,
Büchergeld und weitere für Studium und Promotion förderliche Leistungen vergeben.
Vom Auswärtigen Amt erhalten die politischen Stiftungen
Zuwendungen zur Stipendienvergabe an Studierende aus dem
Ausland sowie für deren Betreuung und Nachbetreuung.

Ein Kuratorium von 14 Mitgliedern wird von der Bundesregierung durch die Bundesumweltministerin/den Bundesumweltminister berufen. Dieses bestellt eine Generalsekretärin/einen
Generalsekretär, die/der die Geschäftsstelle leitet.

Struktur

struktur
Die Werke bzw. die sie tragenden Stiftungen – insbesondere
die politischen Stiftungen – sind in privatrechtlicher Form
organisiert. Zusammen bilden sie die Arbeitsgemeinschaft der
Begabtenförderungswerke, die sich seit Anfang der 70er-Jahre
sowohl als Organ der Binnendiskussion und Abstimmung
unter den Werken selbst wie auch als Gesprächspartner von
Politik und Wissenschaftsverwaltung, vor allem gegenüber
dem zuständigen BMBF, bewährt hat.
aufgaben
Die zwölf bundesweit tätigen Begabtenförderungswerke
leisten durch ihre materielle und ideelle Förderung besonders
befähigter und motivierter Studierender und Promovierender einen bedeutenden Beitrag bei der für die Forschung
unabdingbaren Heranbildung eines hoch qualifizierten
wissenschaftlichen Nachwuchses. Dabei kommt der ideellen
Förderung, die neben der Vermittlung fachübergreifender
Kenntnisse und Fähigkeiten auch individuelle Beratung umfassen kann, besondere Bedeutung zu.
Informationen über das gemeinsame Selbstverständnis,
Schwerpunkte der einzelnen Werke und ihre Arbeit insgesamt
sind unter www.stipendiumplus.de zu finden. Die Adressen der
zwölf Begabtenförderwerke sind im Anhang gelistet.

3.5 Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Gründung
Durch Gesetz des Bundestages vom 18. Juli 1990 wurde die
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts errichtet.
Finanzierung
Der Erlös aus dem Verkauf der bis zum 1. Oktober 1989 bundeseigenen Stahlwerke Peine-Salzgitter AG in Höhe von rund
1,3 Mrd. Euro (1991) begründete das DBU-Stiftungskapital, aus
dessen Erträgen sich die DBU finanziert.

aufgaben
Hauptaufgabe der DBU ist die Förderung von Vorhaben zum
Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung kleiner
und mittlerer Unternehmen. Sie fördert Projekte außerhalb der
staatlichen Programme zu Umwelttechnik, Umweltforschung
und Naturschutz sowie Umweltkommunikation.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt setzt den Schwerpunkt ihrer Fördertätigkeit bei der Entwicklung innovativer,
auf die Anforderungen der Praxis abgestimmter Problemlösungen insbesondere im produkt- und produktionsintegrierten Umweltschutz, im Klimaschutz durch Energieeffizienz
und technologische Optimierung der erneuerbaren Energien,
in der Entwicklung ressourcenschonender Bauprodukte, bei
nachhaltigen Chemieprodukten und -verfahren, bei biotechnologischen Produkten und Verfahren mit dem Schwerpunkt
industrieller Biotechnologie, in der umweltgerechten Landnutzung und im Naturschutz sowie in der Umweltinformationsvermittlung, der Umweltkommunikation und der Umweltbildung. Im letzten Bereich liegt ein besonderer Schwerpunkt
in der Förderung der naturwissenschaftlich-technischen
Umweltbildung.
Die Erfüllung gesetzlicher Pflichtaufgaben, reine Investitionsvorhaben, laufende institutionelle Kosten, die Markteinführung entwickelter Produkte, reines Monitoring sowie Grundlagenforschung werden nicht gefördert.
Neben der Projektförderung besteht ein Stipendienprogramm zur Förderung des hoch qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchses. Es stellt jährlich 60 Stipendien für Promotionsvorhaben auf dem Gebiet des angewandten Umweltschutzes zur Verfügung.
Darüber hinaus verleiht die DBU den „Deutschen Umweltpreis“ für Einsatz und Leistungen, die entscheidend und in
vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Umwelt
beigetragen haben bzw. in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden.
Seit der Aufnahme der Stiftungsarbeit im Jahr 1991 hat die
DBU über 7.900 Projekte mit rund 1,4 Mrd. Euro Fördervolumen
unterstützt. Für Förderprojekte stehen jährlich ca. 50 Mio. Euro
zur Verfügung.

Fue-FöRDeRnDe oRGanIsatIonen

3.6 	 Deutsche Stiftung Friedensforschung

77

Förderung des alljährlich erscheinenden und renommierten
Friedensgutachtens, welches das gemeinsame Jahrbuch von
fünf Instituten der Friedens- und Konfliktforschung in der
Bundesrepublik darstellt.

Gründung
Die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF) wurde im
Jahr 2000 als zunächst unselbstständige, später rechtsfähige
Stiftung bürgerlichen Rechts durch das BMBF im Auftrag der
Bundesregierung gegründet.
Finanzierung

struktur
Der fünfzehnköpfige Stiftungsrat mit Vertreterinnen und
Vertretern aus Wissenschaft, Regierung und Bundestag wird
von der Bundesregierung berufen. Er wählt einen geschäftsführenden Vorstand, der sich aus dem Vorsitzenden und zwei
stellvertretenden Vorsitzenden zusammensetzt. Er bestellt
ferner eine Geschäftsführerin oder einen Geschäftsführer
zur Leitung der Geschäftsstelle. Ein wissenschaftlicher Beirat
berät den Stiftungsrat in Fragen der inhaltlichen Ausrichtung
der Forschungsförderung und der Vermittlung der aus den
geförderten Projekten hervorgehenden Forschungsergebnisse.
aufgaben
Die geförderten Forschungsprojekte lassen sich den Themenkomplexen Friedensvölkerrecht und internationale Organisationen, Rüstungskontrolle und Abrüstung, Gewalt- und
Krisenprävention, Intervention in Gewaltkonflikten, Friedenskonsolidierung, Friedenspädagogik und historische Friedensforschung zuordnen. Eine besondere Beachtung gilt der
Kommunikation von Forschungsbefunden im In- und Ausland.
Im Jahr 2011 vergab die DSF rund 460.000 Euro zur Förderung
größerer Forschungsvorhaben und 146.000 Euro für Klein- und
Vernetzungsprojekte. Die seit Gründung verausgabten Mittel
für die Forschungsprojektförderung addieren sich auf rund
7,8 Mio. Euro. Des Weiteren richtete die Stiftung im Oktober
2010 mit finanzieller Unterstützung des BMBF das internationale Symposium „Religionen und Weltfrieden“ aus.
Im Rahmen ihres Sonderprogramms zur Struktur- und
Nachwuchsförderung bewilligte die Stiftung in den Jahren
2002 bis 2010 Fördermittel zur Einrichtung von Masterstudiengängen und einer Promotionsförderung mit Betreuungssystem sowie zweier Stiftungsprofessuren für die naturwissenschaftliche Friedensforschung an den Universitäten
Hamburg und Darmstadt. Hierfür stellte die DSF zusätzlich
5,1 Mio. Euro zur Verfügung. Hervorzuheben ist weiterhin die

Struktur

Bei Gründung wurde die DSF vom Bund mit einem Stiftungskapital von 25,56 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2007 wurde
es um 1,5 Mio. Euro auf 27,06 Mio. Euro aufgestockt. Mit den
Erträgen der Kapitalbewirtschaftung werden die Kosten der
Förderung und der Verwaltung gedeckt.

unteRneHMen DeR wIRtscHaFt

78

Struktur

4

Unternehmen der Wirtschaft
�

Trotz der Krisenjahre – die deutsche Wirtschaft hat mit ihren
Investitionen in Forschung und Entwicklung Kurs gehalten.
Die deutschen Unternehmen investierten 2010 3,7 % mehr als
2009 – insgesamt 46,93 Mrd. Euro gab die deutsche Wirtschaft
für interne Forschung und Entwicklung (FuE) aus. Die Plandaten der Unternehmen für 2011 und 2012 lassen eine Steigerung
erwarten. Im Jahr 2011 sollten rund 49,34 Mrd. Euro für FuE
aufgewendet werden, 2012 werden es voraussichtlich sogar
49,9 Mrd. Euro sein. Gemessen an der FuE-Intensität – gemeint
sind damit die FuE-Aufwendungen der Wirtschaft als Anteil
am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – hat die Wirtschaft ihre Aufwendungen seit 1995, wo der Wert bei 1,45 % lag, stetig erhöht.
Zuletzt erreichte er beachtliche 1,91 % (2009). Damit stieg die
Quote gegenüber dem Vorjahr nochmals auf ein Allzeithoch.1
Die deutsche Wirtschaft ist somit eine wichtige Akteurin
im deutschen Forschungs- und Innovationssystem. Bezogen
auf die Finanzierung als auch auf die Durchführung von FuE
liegt der Anteil der Wirtschaft bei rund zwei Dritteln. Betrachtet man die Verteilung der FuE-Aufwendungen zwischen
Wirtschaft und Staat, zeigt sich, dass der Anteil der Wirtschaft
seit 1995 kontinuierlich über zwei Drittel lag. 2009 betrug der
Anteil 67,5 %.2
In den vergangenen Jahren zeigte sich, dass die Wirtschaft
zunehmend FuE mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft
durchführt, wobei die von der Wirtschaft aufgewendeten Mittel für gemeinsame Projekte mit Partnern aus der Wissenschaft
dabei naturgemäß auf marktnahe Entwicklungen fokussieren,
während die Investitionen der Wirtschaft in Grundlagenforschung eine untergeordnete Rolle spielen.
Der gestiegene Forschungsbedarf der Wirtschaft wurde
in den vergangenen Jahren verstärkt durch Nutzung externer
FuE-Kapazitäten (Vergabe von FuE an Dritte: andere Unternehmen, Hochschulen, staatliche Forschungseinrichtungen
usw.) realisiert. In Zahlen ausgedrückt bedeutete dies für das
Jahr 2010, dass zusätzlich zu den innerbetrieblichen FuE-Aufwendungen die Wirtschaft etwas weniger als 11 Mrd. Euro in
außerbetriebliche FuE investierte. Das Verhältnis von innerund außerbetrieblichen FuE-Aufwendungen liegt bei rund 80
zu 20 %. Im Jahr 2010 zeigte sich nun ein leichter Rückgang der
externen FuE-Aufwendungen, während die internen Aufwen-

1

Quelle: Stifterverband (2011): Forschungsinvestitionen der Wirtschaft wachsen 2010 um 3,7 Prozent auf 46,93 Milliarden Euro, Pressemitteilung vom
5. Dezember 2011

2

Quelle: Stifterverband (2011): Wirtschaftskrise führt zu leichtem Rückgang
bei FuE-Aufwendungen der Wirtschaft, Essen: FuE-facts Januar 2011

dungen nach dem Krisenjahr 2009 wieder gestiegen sind. Das
Krisenjahr 2009 hat hier eine leichte – vermutlich temporäre
– Konzentration auf die FuE innerhalb des eigenen Unternehmens bewirkt.
Insgesamt investierte die Wirtschaft inner- und außerbetrieblich somit im Jahr 2010 57,8 Mrd. in FuE, 2009 waren es mit
knapp 56,5 Mrd. Euro noch weniger als die gut 57 Mrd. Euro
aus dem Jahr 2008. Somit stiegen die gesamten Investitionen
nach einem leichten Rückgang – prozentual gesehen jedoch
niedriger als der Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts des Jahres 2009 – wieder leicht an.
Durch diese FuE-Aufwendungen der Wirtschaft werden
in Unternehmen bestehende Arbeitsplätze gesichert und
neue geschaffen, denn FuE führt zu Innovationen, die die
Produktivität erhöhen, neue Produkte und Dienstleistungen
hervorbringen bzw. bestehende verbessern und neue Märkte
erschließen. Indirekt profitieren daher viele Beschäftigte von
den FuE-Aufwendungen der Wirtschaft, und ganz unmittelbar
profitieren die rund 337.000 Beschäftigten (Jahr 2010), die in
Unternehmen in der FuE tätig sind. Insbesondere der Fahrzeugbau (ca. 100.000), die Elektrotechnik (ca. 50.000) und der
Maschinenbau (knapp 40.000) waren im Jahr 2009 die Branchen mit den meisten Beschäftigten in FuE.
Bereits heute kann man aber festhalten: Die Anzahl der
Forscherinnen und Forscher in Deutschland ist in den letzten
Jahren – trotz der Krise – deutlich gewachsen. Von 2005 bis
2009 gab es einen Aufwuchs um insgesamt ca. 60.000 Vollzeitäquivalente beim FuE-Personal in Forschungseinrichtungen
und Unternehmen, das ist ein Zuwachs von 12 %. Davon entfielen etwa 28.000 Vollzeitäquivalente in der Forschung und
Entwicklung auf die Wirtschaft. Zum Vergleich: Von 2000 bis
2005 war ein Rückgang von knapp 9.500 Vollzeitäquivalenten
zu verzeichnen (minus 2 %).
Bei Betrachtung der Branchen wird deutlich, dass bei
Forschungsaktivitäten, die durch die Wirtschaft finanziert
werden, insbesondere der Fahrzeugbau das Schwergewicht ist:
Knapp 40 % der FuE-Aufwendungen wurden im Jahr 2009 hier
investiert. Es folgten die Elektrotechnik (12 %), die pharmazeutische Industrie (10 %) und der Maschinenbau (9 %).
Die FuE-Intensität der deutschen Wirtschaft entwickelt
sich regional unterschiedlich. Am intensivsten wird weiterhin in den südlichen Bundesländern geforscht. Baden-Württemberg, Bayern und Hessen haben ihre dominante Stellung
weiter gefestigt und leicht ausgebaut. Gründe für die Stärke
des Südens sind u. a. die hohe Konzentration FuE-intensiver
Industrien sowie führende Technologiezentren, die für die

unteRneHMen DeR wIRtscHaFt

79

innovationspolitische Bedeutung der jeweiligen Region ausschlaggebend sind. In der regionalen Verteilung liegen im Jahr
2009 die FuE Aufwendungen der Bundesländer als Anteil am
BIP in einer Bandbreite zwischen 0,3 und 3,8 %.3
Die Innovatorenquote – d. h. Unternehmen, die innerhalb
eines zurückliegenden Dreijahreszeitraums (also in den Jahren
2007 bis 2009) zumindest ein Innovationsprojekt erfolgreich
abgeschlossen bzw. zumindest eine Innovation eingeführt
haben – lag im Jahr 2009 bei 42,4 %. Auch hier zeigte sich ein
leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, der ebenso beim
Anteil der kontinuierlich forschenden Unternehmen (11,6 % im
Jahr 2009) zu verzeichnen war.4

Struktur

3	

Quelle: Stifterverband (2011): Südwesten bleibt spitze!, Essen: FuE-facts
September 2011

4	

Quelle: ZEW (2011): Innovationsverhalten der dt. Wirtschaft: Indikatorenbericht zur Innovationserhebung 2010, Mannheim

FoRscHunGs- unD wIssenscHaFtsManaGeMent

80

5

Forschungs- und Wissenschaftsmanagement
�

Struktur

5.1 Projektträger
Projektträger sind bei fachlich qualifizierten Einrichtungen
angesiedelte Organisationseinheiten oder private Unternehmen, die für verschiedene Bundesministerien wissenschaftlich-technische und administrative Managementaufgaben in
unterschiedlichen Aufgabenbereichen wahrnehmen.
Die Hauptaufgabe der Projektträger ist die Unterstützung
der Projektfördertätigkeit des Bundes. Der Schwerpunkt ihrer
Arbeit liegt bei der fachlichen und administrativen Beratung
der Antragsteller, der Vorbereitung von Förderentscheidungen, der Projektbegleitung und Erfolgskontrolle.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das Bundesumweltministerium (BMU) und das
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) haben mehrere Projektträger beliehen. Beliehene Projektträger sind befugt, Förderentscheidun-

Infobox
Informationen zu Fördermöglichkeiten des Bundes
Allgemeine Informationen über Fördermöglichkeiten und
Verfahren, gezielte Weiterleitung an die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie Unterstützung bei
der Antragstellung bietet die Förderberatung „Forschung und
Innovation“. Neben der Homepage www.foerderinfo.bund.de
stehen auch zwei gebührenfreie Hotlines zur Verfügung:
• Zu allen Themen der Forschungs- und Innovationsförderung: 0800 262-3008
• Lotsendienst für KMU-Förderung: 0800 262-3009
• Per E-Mail ist die Förderberatung „Forschung und Innovation“ des Bundes unter beratung@foerderinfo.bund.de
zu erreichen. Der elektronische Informationsdienst AS-Info
informiert über alle Neuigkeiten der Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes.
Über die BMBF-Homepage www.bmbf.de steht allen Interessierten ein Informations- und Dienstleistungsangebot zur
Verfügung, das ständig zielgruppenorientiert ergänzt und
aktualisiert wird. Die BMBF-Homepage umfasst u. a. Informa-

gen nicht nur vorzubereiten, sondern sie innerhalb bestimmter fachlicher Rahmenvorgaben selbst zu treffen.
Neben der Beratung durch die Projektträger hält die Bundesregierung ein Informations- und Beratungsangebot zu
allen Fragen der Forschungs- und Innovationsförderung insbesondere des Bundes bereit. Die Förderberatung „Forschung
und Innovation“ des Bundes ist beim Projektträger Jülich (PtJ)
angesiedelt. Sie wendet sich mit ihrem Beratungsangebot an
Interessierte, die sich mit den Fördermöglichkeiten von Bund,
Ländern und EU-Kommission genauer vertraut machen wollen. Spezielle Zielgruppen sind neben Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Industrie kleine und mittelständische
Unternehmen.
Für die kleinen und mittleren Unternehmen wurde zudem
ein spezieller Lotsendienst eingerichtet, der durch die Verfahrenswege zur Erlangung von Fördermitteln, Anlaufstellen und
Konditionen der Förderprogramme führt.
Anschriften und Kurzbeschreibungen der einzelnen Projektträger finden sich im Anhang.

tionen zum BMBF und seinen Arbeitsfeldern sowie aktuelle
Themen der Bildungs- und Forschungspolitik. Sie informiert
darüber hinaus über interessante Veröffentlichungen und
Termine und ermöglicht Recherchen in einem umfangreichen
Archiv. Durch zahlreiche Verknüpfungen mit anderen
Informationsquellen wird ein einfacher und strukturierter
Zugang zu vielfältigen vertiefenden Informationen eröffnet
(z. B. sind über den Förderkatalog von BMWi, BMBF, BMU und
BMELV Informationen zu über 100.000 Forschungs- und
Entwicklungsvorhaben verfügbar).
Informationen zu Inhalt und Zielen der Ressortforschung
des BMG sowie Informationen zu aktuellen Ausschreibungen
finden sich unter www.bmg.bund.de (Stichwort Ressortforschung bzw. Ausschreibungen). Informationen zu Inhalt
und Zielen der Ressortforschung des BMELV sowie weiterführende Informationen finden sich unter www.bmelv.de
(Ministerium, Forschung und Innovation).
Das BMWi (www.bmwi.bund.de) sowie das BMU (www.
bmu.de) sind an die Förderdatenbank des Bundes im Internet
angeschlossen, welche einen vollständigen und aktuellen
Überblick über die Förderprogramme gibt.
Informationen erteilt zudem die Auskunftsstelle BMWiFörderung unter der Telefonnummer 030 18615-8000 und
per E-Mail: foerderberatung@bmwi.bund.de.

FoRscHunGs- unD wIssenscHaFtsManaGeMent

5.2 	 DLR-Raumfahrtmanagement
Das DLR nimmt mit seinem Geschäftsbereich DLR-Raumfahrtmanagement aufgrund der Aufträge der mit Raumfahrt
befassten Bundesressorts unter der Federführung des BMWi
folgende Aufgaben wahr:

•	�
•	�
•	�

Mehrere Einrichtungen der Bundesressorts unterhalten Fachinformationseinrichtungen und zentrale Fachbibliotheken,
deren Dienstleistungen für die Wahrnehmung von Ressortaufgaben erforderlich sind oder der interessierten Fachöffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Die überregionalen Fachinformationseinrichtungen und
die zentralen Fachbibliotheken sind zum großen Teil Einrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm
Leibniz oder Einrichtungen des Bundes mit Ressortforschungsaufgaben. Sie haben folgende Aufgaben:
Aufbau von Literatur- und Fakteninformationsdatenbanken,
Angebot und Vertrieb von (Fach-)Informationsdiensten,
Bereitstellung von Informationsdatenbanken für die
Onlinenutzung über Fachinformationsrechenzentren
(national, international),
Sammlung und Bereitstellung von Literatur, Archivalien
und fachspezifischen Zeugnissen aus Wissenschaft, Kultur
und Natur.

Struktur

5.3 	 Zentrale Fachinformationseinrichtungen und
zentrale Fachbibliotheken

•	�

Diese Einrichtungen stehen zum Teil auch der Öffentlichkeit
zur Information und für die Wahrnehmung von Aufgaben in
der Forschung zur Verfügung. Die Adressen sind im Anhang
zu finden.
Abbildung 20 zeigt die Standorte der Fachinformationseinrichtungen und zentralen Fachbibliotheken.

die Erstellung der von der Bundesregierung zu verabschiedenden integrierten deutschen Raumfahrtplanung,
die Durchführung der deutschen Raumfahrtprogramme
und -aktivitäten, die Vergabe von Aufträgen und Zuwendungen im Rahmen der vorhandenen Raumfahrtmittel,
die Wahrnehmung deutscher Raumfahrtinteressen im
internationalen Bereich, insbesondere gegenüber der
Europäischen Weltraumorganisation ESA, in dem von der
Bundesregierung vorgegebenen Rahmen.

Rechtsgrundlage für das Handeln des Deutschen Zentrums für
Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) ist die ministerielle Beleihung,
zu der das Raumfahrtaufgabenübertragungsgesetz (RAÜG)
ermächtigt.
Die Einzelheiten des Umfangs und der Durchführung der
Aufgaben werden in einer Rahmenvereinbarung des Bundes
(vertreten durch das BMWi) mit dem DLR und gesonderten
Ausführungsvereinbarungen der auftraggebenden Bundesministerien geregelt.

•	�
•	�
•	�

81

FoRscHunGs- unD wIssenscHaFtsManaGeMent

82

abb. 20 standorte der Fachinformationseinrichtungen und zentralen Fachbibliotheken 


Kiel
Kiel

Hamburg
Hamburg

Schwerin
Schwerin

Bremen
Bremen

Struktur

Berlin
Berlin

Hannover 
Hannover 

Potsdam
Potsdam
Magdeburg
Magdeburg

Düsseldorf
Düsseldorf

Dresden
Dresden

Erfurt
Erfurt

Wiesbaden
Wiesbaden
Mainz
Mainz

Saarbrücken
Saarbrücken

Stuttgart
Stuttgart

München
München

Quelle: BMBF, VDI /VDE-IT

Quelle:
Quelle:BMBF,
BMBF,VDI/VDE-IT
VDI/VDE-IT

Fachinformationseinrichtungen 
Fachinformationseinrichtungen 
und zentrale Fachbibliotheken
und zentrale Fachbibliotheken
Landeshauptstädte
Landeshauptstädte

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes

83

Teil B:
Forschungs- und Innovationspolitik
des Bundes

Bund

84

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes

Bund

Teil B:
Forschungs- und Innovationspolitik
des Bundes

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes

85

Inhalt
�

teIl B: FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .83
�
einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .89
�
B1

Forschungsschwerpunkte
�

Gesundheit, ernährung
�
Gesundheitsforschung und Medizintechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93
�

1.1
1.1.1
1.1.2
1.1.3
1.2
1.3
1.4
1.5

Forschung im Bereich Gesundheit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93

Individualisierte Medizin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93

Präventions- und Ernährungsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94

Lebenswissenschaftliche Grundlagenforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96

Patientenrelevante Forschung, Volkskrankheiten und übertragbare Krankheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97

Versorgungsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99

Forschung für Gesundheitswirtschaft, Medizintechnik und Gesundheitstelematik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .100

Strahlenschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .104


2

ernährung, landwirtschaft und Verbraucherschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
�

2.1
2.2
2.3

Ernährung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .108

Nachhaltige Agrarwirtschaft und ländliche Räume . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .110

Gesundheitlicher und wirtschaftlicher Verbraucherschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111


klima/energie
3

klima, umwelt, nachhaltigkeit

3.1
3.1.1
3.1.2
3.1.3
3.1.4
3.2
3.2.1
3.2.2
3.2.3
3.3
3.3.1
3.3.2
3.3.3
3.4
3.4.1
3.4.2
3.4.3

Klima, Klimaschutz, globaler Wandel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .116

Klima- und Klimafolgenforschung und Lebensraum Erde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .116

Klimawissen nutzbar machen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .117

Biodiversität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .118

Wasserforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .118

Küsten-, Meeres- und Polarforschung, Geowissenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .120

Meeresforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .120

Polarforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121

Geowissenschaften, Geotechnologien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121

Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .122

Forschung für Nachhaltigkeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .123

Gesellschaftliches Handeln in Richtung Nachhaltigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .123

Konzepte für Nachhaltigkeit in Industrie und Wirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .123

Ökologe, Naturschutz, nachhaltige Nutzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .126

Nachhaltiges Landmanagement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .126

Nachhaltige Nutzungskonzepte für Regionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .126

Nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .129


...................................................................................

115
�

4

energieforschung und energietechnologien

4.1
4.2

Energieeffizienz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .132

Erneuerbare Energien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .132


.................................................................

131
�

Bund

1

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes

86

4.3
4.4
4.5

Nukleare Sicherheit und Endlagerforschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .133

Stilllegung, Rückbau und Entsorgung kerntechnischer Pilot- und Versuchsanlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .134

Fusionsforschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .134


5

Raumordnung, stadtentwicklung, wohnen und Bauforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137
�

5.1
5.2

Raumordnung, Stadtentwicklung und Wohnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .137

Bauforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .138


Mobilität
6

Fahrzeug- und Verkehrstechnologien einschließlich maritimer technologien

6.1
6.1.1
6.1.2
6.2

Fahrzeug- und Verkehrstechnologien. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141

Verkehrsforschungsprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141

Elektromobilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .142

Maritime Technologien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .144


...................

141
�

Bund

kommunikation
7

Informations- und kommunikationstechnologien

7.1
7.2
7.3
7.4
7.5

IT-Systeme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .149

Kommunikationssysteme, IT-Sicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .150

Elektronik und Elektroniksysteme. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .150

Mikrosystemtechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .152

Entwicklung konvergenter Informations- und Kommunikationstechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .154


........................................................

149
�

sicherheit
8

Zivile sicherheits-, Friedens- und konfliktforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157
�

8.1
8.2

Zivile Sicherheitsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .157

Friedens- und Konfliktforschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .158


9

wehrwissenschaftliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160
�

9.1
9.2
9.3
9.4
9.5

Wehrmedizinische und wehrpsychologische Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .160

Wehrtechnische Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .161

Soziowissenschaftliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .162

Militärgeschichtliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .162

Geowissenschaftliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .163


schlüsseltechnologien
10

Biotechnologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
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11

nanotechnologien und werkstofftechnologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
�

11.1
11.2

Nanotechnologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .168

Werkstofftechnologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .170


12

photonik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171
�

13

produktionssysteme und -technologien

14

luft- und Raumfahrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174
�

14.1
14.2

Luftfahrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .174

Raumfahrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .175


.......................................................................

173
�

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes

87

weitere schwerpunkte
15

Forschung und entwicklung zur Verbesserung
der arbeitsbedingungen und im Dienstleistungssektor

15.1
15.2

Forschung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .178

Forschung im Dienstleistungssektor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .179


.................................................

178
�

16

Innovationen in der Bildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181
�

16.1
16.2
16.2.1
16.2.2
16.2.3
16.2.4
16.2.5
16.2.6
16.2.7
16.2.8
16.3
16.4

Bildungsberichterstattung: internationale Assessments. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .182

Empirische Bildungsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .182

Empirische Forschung zur ganztägigen Bildung, Erziehung und Betreuung (2005 – 2011) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .183

Forschung zu Bildung in der frühen Kindheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .183

Forschung und Entwicklung zur Alphabetisierung/Grundbildung Erwachsener . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .184

Lernen vor Ort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .184

Kulturelle Bildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .184

Berufsbildungsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .185

Hochschulforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .185

Bildung für nachhaltige Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .186

Neue Medien in der Bildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .186

Institutionalisierte Förderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .187


Geisteswissenschaften, wirtschafts- und sozialwissenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190
�

17.1
17.2
17.3
17.4

Geisteswissenschaftliche Forschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .190

Sozialwissenschaftliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .191

Infrastrukturen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .192

Wirtschafts- und finanzwissenschaftliche Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .193


B2

Institutionelle Infrastrukturen

1

Grundfinanzierung der Forschungseinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194
�

2

ausgaben des Bundes für wissenschaft, Forschung und entwicklung
an Bundeseinrichtungen mit Forschungs- und entwicklungsaufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 196
�

3

Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten

4

überwiegend hochschulbezogene sonderprogramme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200
�

4.1
4.2

Hochschulpakt 2020 , 2. Säule (DFG-Programmpauschalen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .200

Exzellenzinitiative. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .200


5

pakt für Forschung und Innovation

B3

Forschungsinfrastrukturen und Querschnittsmaßnahmen

1


Forschungsinfrastrukturen, Großgeräte der Grundlagenforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202

2

Querschnittsmaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203
�

2.1
2.2
2.3
2.4
2.5

Innovations- und Technikanalyse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .203

Foresight . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .203

Metrologie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .205

Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .206

Die Innovationsinitiative für die neuen Länder – Unternehmen Region und Spitzenforschung
und Innovation in den Neuen Ländern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .206

Chancengerechtigkeit von Frauen in Bildung und Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .207

Kompetenznetze Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .208

Spitzencluster-Wettbewerb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .208


2.6
2.7
2.8

.....................................

............................................................................

199
�

201
�

Bund

17

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes

88

2.9
2.10
2.11

Masterplan Umwelttechnologien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .210

Umweltinnovationsprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .210

Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .212


B4

Innovativer Mittelstand

1

technologieförderung des Mittelstandes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213
�

1.1
1.2
1.3

Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .213

ERP-Innovationsprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .214

FuE-Förderung gemeinnütziger externer Industrieforschungseinrichtungen Ostdeutschlands
INNO-KOM-Ost . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .214

KMU-innovativ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .214


Bund

1.4

2

Gründungsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .216
�

2.1
2.2
2.3
2.4

Existenzgründungen aus der Wissenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .216

High-Tech Gründerfonds . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .217

ERP-Startfonds . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .217

Gründerwettbewerb – IKT Innovativ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .218


3

technologietransfer und Innovationsberatung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .219
�

3.1
3.2
3.3
3.4
3.5

Industrielle Gemeinschaftsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .219

BMWi-Innovationsgutscheine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .219

Innovationswettbewerb Wirtschaft trifft Wissenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .219

KMU-Patentaktion im Rahmen von SIGNO – Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .220

Forschungscampus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .220


FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes

89

Einleitung
�

Unterstützende Initiativen und Programme zur Förderung von
Schlüsseltechnologien sowie die Optimierung von Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Innovation sind
dabei ebenso wichtig wie die konsequente Berücksichtigung
von Querschnittsthemen (z. B. die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses). Durch die HTS werden neue Wertschöpfungspotenziale für die Wirtschaft erschlossen und qualifizierte, zukunftssichere Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen.
Die Forschungsförderung der Bundesregierung umfasst zudem Aktivitäten für die Bildungsforschung oder Forschung in den
Geisteswissenschaften sowie Maßnahmen für den Mittelstand.
Teil B gibt einen Überblick über das gesamte Spektrum
der Forschungs- und Innovationsförderung der Bundesregierung. Abschnitt B1 bietet einen Überblick über die einzelnen
Forschungsschwerpunkte des Bundes. Neben einer Kurzbeschreibung des Förderbereiches und der Förderschwerpunkte
finden sich auch Hinweise zu den Ergebnissen. Die Gliederung
folgt der FuE-Leistungsplansystematik des Bundes. Diese Systematik erlaubt es, die FuE-Ausgaben des Bundes unabhängig

vom finanzierenden Ressort unter forschungsthematischen
Gesichtspunkten darzustellen. Die FuE-Leitungsplansystematik
ist Grundlage für die Forschungskoordinierung innerhalb der
Bundesregierung und sorgt für Transparenz der FuE-Aktivitäten aller Ressorts.
Abschnitt B2 beschreibt die Förderung institutioneller
Infrastrukturen. In B3 werden die Förderung von Forschungsinfrastrukturen und Querschnittsmaßnahmen beschrieben,
und im Abschnitt B4 „Innovativer Mittelstand“ werden die
speziellen Forschungsförderungsmaßnahmen für kleine und
mittelständische Unternehmen in Deutschland dargestellt.
Hinweisen auf weitere Informationsquellen wie Internetadressen sind mit einem blauen Pfeil gekennzeichnet. Infoboxen erklären wichtige Begriffe, stellen Projekte oder Programme vor oder geben zusätzliche Informationen. Darüber
hinaus sind zentrale Begriffe zu Forschung, Entwicklung und
Innovation im Glossar erläutert, das im Anhang auf Seite 608
zu finden ist.

Bund

In Deutschland wird die öffentliche Förderung von Forschung, entwicklung und Innovation in erheblichem
Maße durch die Bundesregierung betrieben. Dabei stimmt sie sich in ihrer Forschungs- und Innovationspolitik mit den Bundesländern ab und verfolgt zudem das Ziel, die Forschungs- und entwicklungstätigkeit
der wirtschaft zu stimulieren und sie gezielt zu unterstützen.
Die Forschungs- und Innovationspolitik des Bundes orientiert sich seit dem Jahr 2006 an den leitlinien
der Hightech-strategie für Deutschland (Hts). erstmals wurde hier eine umfassende nationale Innovationsstrategie entwickelt, mit der die bestehenden wissenschaftlich-technischen kompetenzen zusammengefasst und gezielt ausgebaut werden sollten. Der erfolg dieses neuen ansatzes führte im Jahr 2010
folgerichtig zur fortentwickelten Hightech-strategie 2020, die auf gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen in Deutschland und weltweit fokussiert und fünf Bedarfsfelder identifiziert: klima/energie,
Gesundheit/ernährung, Mobilität, sicherheit und kommunikation. Der aktionsplan zur umsetzung der
Hts beschreibt auf diesen Feldern 10 Zukunftsprojekte mit klaren Zielvorstellungen und Meilensteinen
(siehe Infobox s.24/25) Ziel der Hightech-strategie ist es, Deutschland in diesen Bedarfsfeldern zum Vorreiter bei der lösung der globalen Herausforderungen zu machen und überzeugende antworten auf die
drängenden Fragen des 21. Jahrhunderts zu geben.

Bund

90

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk Des BunDes

FoRscHunGsscHweRpunkte

91

B1 Forschungsschwerpunkte
Gesundheit, Ernährung

„Gesund bleiben – gesund werden“ ist ein zentrales Bedürfnis aller Menschen. Grundlegende Fragen der
Gesundheit im ganzheitlichen sinne sind trotz intensiver Forschung immer noch nicht beantwortet oder
stellen sich unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen neu. Durch die alterung der Gesellschaft
einhergehend mit einer Zunahme von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes melitius typ 2, Herz-kreislauferkrankungen oder rheumatischer erkrankungen sowie aufgrund veränderter lebens- und umweltbedingungen erhöht sich die Zahl kranker und pflegebedürftiger Menschen deutlich.
und Ernährungsbereich haben sich in den letzten Jahrzehnten entscheidend gewandelt. In früheren Jahren stand in
Europa die Versorgung mit Lebensmitteln im Vordergrund,
heute haben Aspekte wie Qualität und Sicherheit wie auch die
ökologische Ziele berücksichtigende Herstellungsweise von
Produkten einen höheren Stellenwert. Auf der zur Verfügung
stehenden Fläche muss künftig weltweit sowohl Nahrungsmittelerzeugung als auch Biomasseproduktion für energetische
und stoffliche Zwecke erfolgen. Gleichzeitig muss die biologische Vielfalt bewahrt werden. Die Haltungsbedingungen für
Nutztiere sind weiterzuentwickeln. Die Voraussetzungen für
eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume müssen in
Zeiten der Globalisierung und demografischer Veränderungen untersucht und Lösungswege auch für die Sicherung der
Welternährung entwickelt werden. Der Klimawandel muss
gebremst und die agrar- sowie forstwirtschaftlichen Nutzungssysteme müssen an die zukünftigen Veränderungen angepasst
werden. Verbraucherseitig sind ernährungsbedingte Gefahren
frühzeitig zu erkennen und abzuwehren. Verbraucherschutz
geht heute weit über Ernährungsfragen hinaus und muss alle
Lebensbereiche vom Autokauf bis hin zum Zahnersatz, von der
Altersversorgung bis zur Zertifizierung von Bildungsangeboten und die Beratung bei den Banken einschließen.

Bund

Mithilfe der Gesundheitsforschung sollen grundlegend neue
Erkenntnisse für die Gesunderhaltung und Krankheitsbekämpfung erarbeitet und Lösungskonzepte für bestehende
und die zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen
entwickelt werden.
Krankheiten zu verstehen bildet dabei eine wichtige
Grundlage für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem. Nur
wenn wir Krankheiten wirklich verstehen – also die Zusammenhänge zwischen genetischer Disposition, Umwelteinflüssen und Lebensstil, Ernährung und Bewegung–, können
Risikofaktoren rechtzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen
zur Vorsorge ergriffen werden. Eine solche Prävention könnte
zum Beispiel aus einem speziellen Ernährungsplan und mehr
körperlicher Bewegung bestehen. Wirksame Prävention und
Behandlung bedürfen daneben der evidenzbasierten Untersuchung der Wirksamkeit, des Nutzens und der Risiken mithilfe
geeigneter Studien.
Sichere und schmackhafte Nahrungsmittel, eine gesunde
Ernährung und lebendige Regionen, die ihren Bewohnern
Arbeit und Erholung bieten und in denen die natürliche Umwelt und die Tiere geschützt werden, zählen zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Die Land-, Forst-, Fischerei- und
Ernährungswirtschaft sowie die Forschung können dazu
erhebliche Beiträge leisten. Die Herausforderungen im Agrar-

FoRscHunGsscHweRpunkte

92

Auf einen Blick:
Gesundheitsforschung und Medizintechnik

Bund

Mit der Verbesserung der lebensbedingungen und dem medizinisch-technischem Fortschritt ist in
den letzten Jahrzehnten die lebenserwartung stetig gestiegen. Die gewonnenen Jahre gehen jedoch
nicht nur mit gesunden lebensphasen einher. ältere Menschen erkranken im Durchschnitt häufiger
und schwerer als Jüngere. schwerwiegende, chronische erkrankungen und Mehrfacherkrankungen
nehmen mit dem demographischen wandel zu. Diese entwicklung erfordert neue lösungen.
Die Zunahme von Krankheiten beeinträchtigt nicht nur die
Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen, sondern stellt auch die sozialen Sicherungssysteme vor neue
Aufgaben. Mit dem Rahmenprogramm Gesundheitsforschung von Ende 2010 hat die Bundesregierung die Weichen
für eine zukunftsgerichtete Gesundheitsforschung gestellt.
Schwerpunkte sind die gebündelte Erforschung von Volkskrankheiten, die Stärkung der Forschung in den Bereichen
individualisierte Medizin, Prävention und Ernährung sowie
zur Versorgung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gesundheitswirtschaft, die eine Schlüsselrolle bei neuen Innovationen und einer schnellen Translation von Forschungsergebnissen spielt.
Um die Erforschung der Volkskrankheiten zu bündeln, die
interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der außeruniversitären und universitären Forschung zu verbessern und die
Translation von Forschungsergebnissen in die medizinische
Praxis zu beschleunigen, wurden die Deutschen Zentren der
Gesundheitsforschung gegründet:

•
•
•
•
•
•

Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung
Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
Deutsches Zentrum für Lungenforschung
Deutsches Konsortium für translationale Krebsforschung
Deutsches Zentrum für Diabetesforschung
Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen

Prävention kann dabei helfen, künftige Belastungen, die in
Zusammenhang mit den großen Volkskrankheiten entstehen, zu verringern. Dabei bedarf die Entwicklung erfolgversprechender Präventionsansätze einer guten wissenschaftlichen Fundierung und erfordert ein hohes Maß an Interdisziplinarität. Deshalb werden die relevanten Ansätze in einer
Förderstrategie zusammengeführt, interdisziplinär verknüpft
und ausgebaut.
Die Gesundheitswirtschaft ist eines der großen Wachstumsfelder in den Industrienationen. Die Bundesregierung
trägt dazu bei, die Innovationskraft der Gesundheitswirtschaft zu erhöhen und die Translation von Forschungserkenntnissen in praktische Anwendung zu beschleunigen.

Die individualisierte Medizin hat großes Potenzial, um zu
besser wirksamen Therapien mit geringen oder keinen
Nebenwirkungen zu kommen. Sie eröffnet zudem der
deutschen Gesundheitswirtschaft neue Innovationschancen,
um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten bzw. zu steigern.
In der Forschungsförderung zur individualisierten Medizin
wird die gesamte Innovationskette in den Blick genommen
von der Grundlagenforschung über die präklinische und
klinisch-patientenorientierte Forschung bis in die Gesundheitswirtschaft und so die systematische Entwicklung von
Produkten und Verfahren ermöglicht.
Daneben sieht das Programm den Ausbau der leistungsstarken deutschen Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie vor und stellt dabei Patientenorientierung und
Patientensicherheit in den Mittelpunkt. Zentrales Anliegen ist
es, jedem Menschen eine optimale Gesundheitsversorgung
zu ermöglichen. Gute Gesundheitsversorgung und wirtschaftliche Überlegungen müssen dabei in Einklang gebracht
werden.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF – Gesundheitsforschung: www.bmbf.de
und www.gesundheitsforschung-bmbf.de
– BMG – Ressortforschung: www.bmg.bund.de und
www.bmg.bund.de/glossarbegriffe/r/ressortforschung.
html

FoRscHunGsscHweRpunkte

1

93

Gesundheitsforschung und Medizintechnik

(BNI); Deutsches Diabetes-Zentrum – Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung (DDZ); Zentralbibliothek der Medizin (ZB MED)
und das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und
Dokumentation (ZPID), siehe Adressen in Teil III.

1.1

Forschung im Bereich Gesundheit

Forschung im Bereich Gesundheit umfasst unter anderem die
Gebiete individualisierte Medizin und seltene Erkrankungen,
Prävention und Ernährung und die lebenswissenschaftliche
Grundlagenforschung. Hierbei handelt es sich um Forschungsfelder, mit denen die Grundlage für wesentliche Erkenntnisfortschritte bei der Aufklärung der Ursachen von Krankheiten,
dem besseren Verständnis des Wechselspiels von genetischer
Disposition, Lebensstil und Umweltfaktoren und damit für
neue Diagnostik-, Präventions-und Therapiemöglichkeiten
geschaffen werden.
Gerade medizinische Forschung braucht den Dialog mit
der Gesellschaft. Denn sie betrifft wie kaum ein anderes Forschungsgebiet unmittelbar den Menschen und damit ethische
und soziale Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Insbesondere bei einer gesellschaftlich kontrovers diskutierten
Umsetzung von Forschungsergebnissen wird die Bundesregierung einen offenen Diskurs unterstützen, der eine realistische
Abschätzung der Chancen und Risiken für den Einzelnen und
die Gesellschaft ermöglicht.

1.1.1

Individualisierte Medizin

Fortschritte im Wissen um Krankheitsursachen und -veranlagungen sowie neue diagnostische Technologien sind die Basis
einer auf die individuelle Erkrankung oder die genetische Ausstattung der Menschen zugeschnittenen Medizin. Durch eine
individualisierte Arzneimitteltherapie soll ein Höchtmaß an
therapeutischer Wirksamkeit bei gleichzeitiger Minimierung
von Nebenwirkungen erreicht werden. Durch die Forschungsförderung der Bundesregierung soll die individualisierte
Medizin gestärkt und ihre Implementierung in das deutsche
Gesundheitssystem unterstützt werden.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

•	�

Die Entwicklung zur individualisierten Medizin baut auf
lebenswissenschaftlicher Grundlagenforschung – insbesondere der Genom- und Postgenomforschung – zu mo-

Bund

Eine wachsende Zahl von Menschen leidet an chronischen
Krankheiten und Mehrfacherkrankungen. Dies stellt eine
große Belastung für die Betroffenen und ihre Angehörigen und
eine bedeutende Herausforderung für das Gesundheitssystem
dar. Wichtige Antworten auf diese Herausforderungen sind
von der medizinischen Forschung zu erwarten.
Das im Dezember 2010 verabschiedete Rahmenprogramm
Gesundheitsforschung der Bundesregierung definiert die
strategische Ausrichtung der medizinischen Forschung für die
kommenden Jahre. Es wird gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) getragen und federführend
vom BMBF umgesetzt. Schwerpunkt der Forschung ist es, das
Wissen über Entstehung, Verlauf und Vermeidung von großen
Volkskrankheiten zu erweitern und als Grundlage für effiziente Maßnahmen zu nutzen.
Die Ressortforschung des BMG umfasst ein breites Spektrum: Gefördert werden Forschungsprojekte zur Gesundheitsförderung und zur Verbesserung der Versorgung sowie
der Versorgungsstrukturen. Ebenfalls unterstützt werden
Forschungsvorhaben zur Optimierung der Qualitätssicherung
in der Medizin sowie zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten (insbesondere Influenza und EHEC) und zur Antibiotikaresistenz. Im Rahmen des Nationalen Krebsplans (NKP) werden
vor allem Vorhaben der Versorgungsforschung gefördert, die
für die Umsetzung der Ziele des NKP unmittelbar bedeutsam
sind. Darüber hinaus fördert das BMG Forschung zur Prävention des Drogen- und Suchtmittelmissbrauchs, zur Arzneimitteltherapiesicherheit sowie zur elektronischen Gesundheitskarte.
Zum Geschäftsbereich des BMG gehören fünf nachgeordnete Behörden: das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (BZgA), das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), das Paul-Ehrlich-Institut – Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (PEI) sowie das Robert Koch-Institut (RKI). Diese Einrichtungen nehmen als Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben
Forschungsaufgaben in unterschiedlichem Umfang wahr. Die
Erkenntnisse aus der Ressortforschung des BMG sind oftmals
Grundlage für die Weiterentwicklung gesetzlicher Vorgaben –
viele Ergebnisse fließen auch unmittelbar in die Praxis ein.
Institutionell fördert das BMG folgende Forschungseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft: Forschungszentrum Borstel
– Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften (FZB);
Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Zentrum für Experimentelle
Virologie (HPI); Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

FoRscHunGsscHweRpunkte

94

Bund

•	�

lekularen Vorgängen beim Krankheitsgeschehen auf. Die
weitere wissenschaftliche Analyse einzelner Wirkfaktoren
und ihrer bioinformatischen Aufbereitung und Vernetzung wird einen wesentlichen Beitrag für das Verständnis
zu Gesundheit und Krankheit leisten.
Die Erforschung, wissenschaftliche Validerung und Nutzbarmachung von verlässlichen diagnostischen und prognostischen Markern für die Klinik steht jedoch bei vielen
Erkrankungen noch am Anfang. Zwar hat die Wissenschaft
in den letzten Jahren zahlreiche Marker, die auf krankhafte Veränderungen hinweisen, identifiziert, dennoch
besteht eine aktuelle Herausforderung in der klinischen
Nutzbarmachung dieser Forschungsergebnisse. Durch die
gezielte Förderung können grundlagennah (z. B. bei der
Entwicklung sogenannter innovativer Diagnostika und
Therapien), krankheitsspezifisch (z. B. in Kompetenznetzen, Translationszentren) oder technologieorientiert (z. B.
in der Medizintechnik, regenerativen Medizin) verlässliche Marker erforscht und für die medizinische Nutzung
erschlossen werden.

Mit erschwerten Ausgangsbedingungen sieht sich die Forschung zu seltenen Erkrankungen konfrontiert. Die Bundesregierung fördert daher gezielt die kooperative Forschung und
Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
und Klinikern. Das Bundesministerium für Gesundheit hat
gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und ACHSE (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen e. V.) das Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit
Seltenen Erkrankungen (NAMSE) ins Leben gerufen. Ziel ist es,
die Situation von Menschen mit seltenen Erkrankungen entscheidend zu verbessern. Das Bündnis soll Vorschläge für einen
nationalen Aktionsplan für seltene Erkrankungen erarbeiten.
In der Arbeitsgruppe Forschung wird über die Rahmenbedingungen für die Forschung und Entwicklung bei seltenen Erkrankungen sowie über zukunftsweisende Forschungsschwerpunkte diskutiert und konkrete Vorschläge werden erarbeitet.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–

1.1.2

www.bmg.bund.de
www.bmbf.de/de/1109.php
www.achse-online.de
www.namse.de

präventions- und ernährungsforschung

Erfolgreiche Prävention kann einen Beitrag leisten, um Krankheiten zu vermeiden oder abzumildern und Wohlbefinden
und Gesundheit zu steigern. Zudem kann davon ausgegangen
werden, dass mittelfristig Einsparpotenziale im Gesundheitssystem realisiert werden können. Präventionsmaßnahmen –
auch im Bereich der Ernährung – können nur erfolgreich sein,
wenn ihre Wirksamkeit wissenschaftlich validiert ist und sie
auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind. Bei allen Maßnahmen der Prävention wie z. B. körperliche Bewegung, gesun-

de Ernährung, Impfungen oder umweltbezogene Vorhaben
kommt der Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger
eine besondere Bedeutung zu. Hierzu leistet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Geschäftsbereich
des BMG einen wichtigen Beitrag. Zur Forschung des BMELV im
Bereich Ernährung siehe Kapitel 2.1.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

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Erforschung der vererbbaren Einflüsse von Verhalten und
Umwelt (Epigenetik)
Epidemiologische Untersuchungen zur Gewinnung
verlässlicher Daten für Präventionsmaßnahmen
Wissenschaftlicher Nachweis der Effektivität und Effizienz
von Präventionsmaßnahmen
Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Nahrungsmitteln und menschlichem Stoffwechsel
Erforschung der Bestimmungsfaktoren für das individuelle
Ernährungsverhalten
Basiswissen für die Entwicklung von neuartigen,
funktionellen Lebensmitteln; Stärkung der Zukunftsfähigkeit der deutschen Ernährungswirtschaft
Impfstoffentwicklung zur Vermeidung von Infektionskrankheiten, besonders auch durch resistente Erreger; ein aktueller Schwerpunkt liegt auf armutsbedingten Krankheiten
Förderung der Gesundheit von Kindern: u. a. Entwicklung
von Patientenschulungen für Kinder mit chronischen
Erkrankungen, Expertise zur Ausweitung der Kinderuntersuchungen, Ermittlung von Basiswissen und Entwicklung
von Konzepten zur Stärkung der psychischen Gesundheit
Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur Aufklärung und Enttabuisierung psychischer Erkrankungen
und deren Darstellung in den Medien.
Erforschung von Risiko- und Schutzfaktoren für die Entwicklung von Drogen- und Suchtproblemen und Evaluation neuer Ansätze der Suchtprävention für Jugendliche,
ältere Menschen, Schwangere und Kinder aus suchtbelasteten Familien
Verbesserung des Wissens über die Bedeutung der körperlichen Bewegung bei der Prävention von lebensstilabhängigen, chronischen Erkrankungen

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
www.bzga.de

0	"	weiterführende Informationen im Internet
– BMBF – Aktivitäten zur Präventionsforschung:
www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/842.php
– BMBF – Aktivitäten zur Ernährungsforschung:
www.bmbf.de/de/1033.php
– BMG: www.bmg.bund.de/praevention
– BMG: www.drogenbeauftragte.de
– Nationaler Aktionsplan IN FORM – Deutschlands Initiative

FoRscHunGsscHweRpunkte

95

ZukunFtspRoJekt

Krankheiten besser therapieren
mit individualisierter Medizin
Die moderne Molekularbiologie hat die Gesundheitsforschung beflügelt und eröffnet neue perspektiven für die evidenzbasierte Medizin. sie zielt u. a. darauf ab, diagnostische Marker zu bestimmen,
die es erlauben, krankheitsrisiken abzuschätzen, den erfolg von therapien vorherzusagen und
deren Verlauf zu kontrollieren. Die Identifizierung und Validierung solcher Biomarker stellt einen
Fokus einer individualisierten Medizin dar, wie sie die Bundesregierung innerhalb ihres im Dezember 2010 verabschiedeten Rahmenprogramms Gesundheitsforschung erstmals als Forschungsfeld
genannt hat. Zurzeit erarbeitet sie einen aktionsplan, der im Frühjahr 2012 veröffentlicht werden
soll. unterstützt wird sie dabei von der Forschungsunion wirtschaft-wissenschaft und dem Gesundheitsforschungsrat.

Federführendes Ressort:
BMBF
Mitwirkendes Ressort:
BMG
Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im Rahmen
der jeweils geltenden
Finanzplanung bis zu
370 Mio. Euro vorgesehen.

Bund

Die Bundesregierung beabsichtigt, in erster Linie solche
Forschungsvorhaben zu unterstützen, die tragfähige Brücken
schlagen zwischen grundlagenorientierter, klinischer
Forschung und Anwendung in der Praxis, um damit eine
effizientere und für die Patientinnen und Patienten nutzbringende medizinische Versorgung zu ermöglichen. Sie wird
deshalb bevorzugt auf Projekte setzen, die von Akteuren aus
Wissenschaft, klinischer Versorgung und Unternehmen
gemeinsam erarbeitet und durchgeführt werden. Auch die
ethischen Aspekte einer Individualisierung der Medizin, etwa
die Verhinderung einer Diskriminierung, sollen im Rahmen
des Aktionsplans erforscht werden. Durch Informations- und
Bildungsangebote soll zudem die Eigenverantwortung der
Patienten gestärkt werden.
Nicht nur für die Patientenversorgung, sondern auch für
die Wirtschaft hat die individualisierte Medizin bereits heute
eine wichtige Bedeutung. Besonders in der Tumortherapie ist
ein diagnostischer Test, der eine positive Wirkung eines
Medikamentes prognostiziert, vielfach zur Voraussetzung

einer entsprechenden Behandlung geworden. In
Deutschland gab es Ende 2011 schon 16 Wirkstoffe.
Für die Entwicklung solcher Tests suchen die
meisten Pharmafirmen Kooperationen mit kleinen
und mittleren Biotechnologie-Unternehmen als
Innovationspartner.
In deutschen Universitäten, Kliniken und
Großforschungseinrichtungen hat das Thema
individualisierte Medizin inzwischen enorm an
Bedeutung gewonnen. Die Helmholtz-Gemeinschaft will das Forschungsfeld zu einer besonderen strategischen Querschnittsaufgabe ihrer
einzelnen Zentren ausbauen, die FraunhoferGesellschaft richtet eine eigene Projektgruppe
ein, und in den biologisch-medizinischen
Instituten der Max-Planck-Gesellschaft werden
die notwendigen Grundlagen erforscht.
Indem sie öffentliche und private Akteure auf dem Gebiet
der individualisierten Medizin weiter vernetzt, sieht sich die
Bundesregierung auf dem richtigen Weg, Deutschland in der
weltweit rasanten Dynamik dieses Forschungsfeldes
erfolgreich zu positionieren.

FoRscHunGsscHweRpunkte

96

für gesunde Ernährung und mehr Bewegung:
www.in-form.de
– Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit:
www.seelischegesundheit.net
– Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS):
www.kiggs.de
– Ernährungsforschung des BMELV: www.bmelv.de

Infobox

Bund

sportwissenschaftliche Förderprogramme
Den Orientierungsrahmen der Forschungsförderung
bilden zwei aktuelle Förderprogramme des BISp (Programm zur Schwerpunktsetzung sportwissenschaftlicher
Forschung und Langfristiges strategisches Forschungsprogramm für das Wissenschaftliche Verbundsystem im
Leistungssport – WVL), in denen die aus Sicht des Sports,
der Wissenschaft und der Politik relevanten Probleme im
Spitzen- und Nachwuchsleistungssport aufgeführt sind.
Die fachliche Herangehensweise des BISp an diese
Probleme ist ganzheitlich-problembezogen, zunehmend
dominieren überdisziplinäre Ansätze.
wVl-projekte
Innerhalb des WVL agiert das BISp im Verbund mit
anderen Partnern. Das BISp hat Forschungsprojekte nach
Abstimmung im WVL-Strategieausschuss ausgeschrieben,
die zentrale Forschungsprobleme des Sports mit Blick auf
die Olympischen Spiele bearbeiten. Ein thematischer
Schwerpunkt ist die Optimierung von Trainings- und
Wettkampfqualität. Weitere WVL-Projekte sind u. a. zu
folgenden Themen geplant: Regenerationsmanagement
im Spitzensport, Krafttraining im Nachwuchsleistungssport und Anwendungen der automatischen Bilderkennung.
Förderschwerpunkt „Rückenschmerz“
Gegenstand des Schwerpunktes ist ein vierjähriges
Großprojekt zum unspezifischen Rückenschmerz, das von
einem wissenschaftlichen und klinischen Forschungsnetzwerk ganzheitlich bearbeitet wird. Ausgehend von einer
interdisziplinären erkenntnisorientierten Forschung
sollen individualisierte diagnostische und therapeutische
Lösungen in den Sport und in die Gesamtgesellschaft
übertragen werden.

–
Ressortforschung:
Bundeseinrichtung mit Forschungs– Entwicklungsaufgaben
und
–
Bundesinstitut
für Sportwissenschaft (BISp)
–
www.bisp.de

1.1.3 	 lebenswissenschaftliche
Grundlagenforschung
Noch immer sind viele Krankheiten nicht heilbar. Die BMBFgeförderte lebenswissenschaftliche Grundlagenforschung
hat aber bereits vielversprechende Ansatzpunkte für neue
Arzneien oder Behandlungen identifiziert. Durch die Einspeisung biomedizinischer Ergebnisse und quantitativer Daten in
Computermodelle können Wechselwirkungen des Stoffwechsels erfasst und die Rolle einzelner Komponenten vorhergesagt
werden. Dadurch ist die lebenswissenschaftliche Grundlagenforschung zu einem wichtigen Motor des Erkenntnisfortschritts in Biologie und Medizin geworden und entwickelt sich
aufgrund der notwendigen Infrastruktur immer stärker zu
einer international organisierten Großforschung, bei der die
weltweit leistungsfähigsten Akteure zusammenarbeiten und
den wissenschaftlichen Fortschritt maßgeblich prägen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

•	�

Ziel der medizinischen Genomforschung ist es, die molekularen Grundlagen von Krankheitsursachen und
Gesundungsprozessen zu verstehen, um Zielstrukturen für
individualisierte Diagnostik und nebenwirkungsärmere
Medikamente zu identifizieren. Besonders bei Infektionskrankheiten spielt die Schnelltestdiagnostik eine bedeutende Rolle, um einer Ausbreitung effektiv entgegenzuwirken und die Krankheitslast gering zu halten.

•	�

Die Systembiologie verknüpft molekularbiologische Ansätze mit compuergestützter Modellierung, um funktionelle
Eigenschaften biologischer Systeme zu verstehen und
Vorhersagen zu ermöglichen. Sie wird dazu beitragen, die
individuellen Unterschiede der Menschen bei Prävention,
Diagnose und Therapie zu berücksichtigen.

•	�

Von der neuen Forschungsrichtung Computational Neuroscience wird ein besonderer Fortschritt im Verständnis
der neuronalen Grundlagen von Hirnleistungen erwartet.
Das BMBF fördert daher das Nationale Netzwerk Computational Neuroscience.

•	�

Stammzellen und ihre Abkömmlinge stellen die biologische Basis der regenerativen Medizin dar, zu der die heute
bereits etablierten Verfahren der Zelltherapie und des
Tissue Engineering gehören. Bis zu funktionstüchtigen
Organen ist es dennoch ein weiter Weg. Die Förderung der
Stammzellforschung ermöglicht Anstrengungen auf verschiedenen Ebenen, um Lücken zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung schließen zu können.

FoRscHunGsscHweRpunkte

Infobox
lärmwirkungsforschung

1.2 	 Patientenrelevante Forschung,
Volkskrankheiten und
übertragbare Krankheiten
Die Zahl der Menschen, die an nicht übertragbaren Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Lungen-

Die Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie mit
ihren aufzustellenden Lärmaktionsplänen muss auf aktuelle
Erkenntnisse und Daten der Lärmwirkungsforschung
zurückgreifen. Eine besondere Bedeutung wird daher die
wirkungsgerechte Bewertung von Maßnahmenpaketen
erlangen, die im Zuge der Lärmaktionsplanung erarbeitet
werden. Mithilfe der Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung können Bewertungen von Lärmminderungsmaßnahmen vorgenommen werden, um praktikable, wirtschaftlich günstige und die schädlichen Einwirkungen des Lärms
auf den Menschen optimal reduzierende Maßnahmenpakete
zu identifizieren.
Einwirkungen von besonders tieffrequentem Schall im
Frequenzbereich unter 20 Hz, dem sogenannten Infraschall,
verursachen häufig Lärmbeschwerden, weil die Immissionen
für die Betroffenen oftmals schwer zu identifizieren und
einzuschätzen sind. Dieser Thematik nimmt sich ein aktuelles
Forschungsvorhaben im Rahmen des Umweltforschungsplans des Bundesumweltministeriums an. Hier wird der
aktuelle Wissensstand erfasst und bewertet. Außerdem
sollen die wichtigsten Infraschallquellen in Deutschland
identifiziert werden, um infraschallbedingte Wirkungen auf
ein Minimum reduzieren zu können.
Der aktuelle Umweltforschungsplan setzt einen weiteren
Schwerpunkt der Lärmwirkungsforschung in der Analyse der
Wirkungen von Umgebungslärm (vor allem von Straßen-,
Schienen- und Fluglärm) in seiner Gesamtheit auf die
Bewohner einer Großstadt in Deutschland. Diese Untersuchungen schließen sich an kürzlich abgeschlossene Forschungen an, die die Wirkungen nächtlichen Fluglärms auf
Anwohnerinnen und Anwohner eines großen deutschen
Flughafens mit epidemiologischen Verfahren intensiv
untersucht haben. Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten wird die Untersuchung der Lärmwirkungen sein,
die durch die Umweltlärmquelle Schienenverkehr ausgelöst
werden. Im Fokus stehen hierbei die Geräusche des nächtlichen Schienengüterverkehrs, die lokal zu sehr hohen
Belastungen führen können.
Eine Optimierung von Flugrouten unter Lärmaspekten
kann die Auswirkungen auf die Bevölkerung reduzieren.
Offen ist aber noch, wie eine Optimierung aus Sicht der
Lärmwirkungsforschung am besten zu erfolgen hat: Ist es
besser zu bündeln oder soll man den Lärm verteilen?
Antworten auf diese komplexen Fragen werden von einem
weiteren aktuell geplanten Forschungsvorhaben des
Umweltforschungsplans erwartet.

oder neurodegenerativen Erkrankungen und an übertragbaren Infektionskrankheiten leiden bzw. erkranken, nimmt
weiter zu. Wichtiges Ziel ist es daher, das Auftreten von Volkskrankheiten und Infektionskrankheiten zu verhindern oder zu
verzögern, ihre Prävention, Früherkennung, Diagnostik und
Therapie, Rehabilitation und Nachsorge zu verbessern und
Patientinnen und Patienten das Leben mit ihrer Erkrankung

Bund

Jedes Geräusch, das zu Störungen, Belästigungen, Beeinträchtigungen oder Schäden führen kann, wird als Lärm
bezeichnet. Lärm lässt sich nicht ausschließlich mit physikalischen Messverfahren erfassen, denn Lärm ist das Ergebnis
kognitiver Auseinandersetzung mit Geräuschen. Geräusche
können in vielfältiger Weise die Lebensbedingungen des
Menschen beeinträchtigen. Betroffen sind vor allem die
Kommunikation, die Erholung und Entspannung innerhalb
und außerhalb der Wohnung, das konzentrierte geistige
Arbeiten, das psychische Befinden und die Wohnnutzung.
Die Summe aller in einer bestimmten Situation erlebten
Störungen aufgrund der Geräuscheinwirkung und der damit
einhergehenden Empfindungen wird als Belästigung
bezeichnet. Belästigungen zählen zu den Hauptwirkungen
des Umgebungslärms. Darüber hinaus können Belastungen
durch Umgebungslärm zu akuten und chronischen Schlafstörungen führen sowie längerfristig das Risiko für HerzKreislauf-Erkrankungen erhöhen. Lärmbelastungen in der
Freizeit, die ein ähnliches Ausmaß wie bei hohen Arbeitslärmbelastungen annehmen, bewirken ebenso wie diese auf
Dauer irreversible Schäden des Gehörs (Ohrgeräusche wie
z. B. Tinnitus, Hörverlust).
Das Verhältnis des Menschen zur Umwelt ist als Folge
menschlicher Aktivitäten Veränderungen unterworfen.
Negative Rückwirkungen der veränderten Umwelt auf
Befinden und Gesundheit können nur dann effektiv minimiert
werden, wenn auf Grundlage belastbarer Kenntnisse über
diese komplexen Beziehungen sowohl die Beurteilung von
Präventionsmaßnahmen als auch die Beurteilung von
Sanierungsszenarien erfolgt.
Die Lärmwirkungsforschung leistet Beiträge zur
Ausfüllung wichtiger, vor allem im Bundesimmissionsschutzgesetz verankerter unbestimmter Rechtsbegriffe (Gefahr,
erhebliche Nachteile, erhebliche Belästigungen), soweit sie
sich auf den Umgebungslärm beziehen. Darüber hinaus
werden Begründungen für Maßnahmen sowie die fachliche
Basis für die Entwicklung von quellen- und gebietsbezogenen Qualitätszielen sowie von derzeit intensiv diskutierten
akzeptorbezogenen Qualitätsstandards unter Beachtung der
verschiedenen Wirkungsbereiche des Lärms (physische,
psychische und soziale Wirkungen) als wichtige Basis für
Grenz- oder Richtwertsetzungen erarbeitet.

97

FoRscHunGsscHweRpunkte

Bund

98

zu erleichtern. Dazu müssen Forschungsergebnisse schneller
aus dem Labor in die klinische Forschung und in die medizinische Praxis gelangen. Zudem ist eine engere Verknüpfung
von Kompetenzen, Disziplinen und Institutionen notwendig.
Die Bundesregierung unterstützt die Etablierung innovativer
überregionaler Forschungsstrukturen, die sich am Leitgedanken der Translation, d. h. dem Transfer von Forschungsergebnissen aus dem Labor in die breite medizinische Versorgung,
ausrichten. Eine zentrale Rolle nehmen dabei die Deutschen
Zentren der Gesundheitsforschung ein. 27 Standorte mit
mehr als 100 beteiligten Hochschulen, Universitätsklinika
und außeruniversitären Forschungseinrichtungen arbeiten
in den neuen Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung
zu Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Lungenkrankheiten und Krebs zusammen. Sie wurden im Juni
2011 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Deutschen Zentren für
Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und für Diabetesforschung (DZD) mit insgesamt 13 Standorten und 20 Mitgliedseinrichtungen wurden bereits 2009 gegründet. Das BMBF
wird bis 2015 rund 700 Mio. Euro für die sechs Zentren zur
Verfügung stellen. Im Fokus der Forschungsarbeiten stehen sowohl Verbesserungen bei der Prävention, Früherkennung und
Diagnose von Volks- und Infektionskrankheiten als auch die
Entwicklung von Konzepten für individualisierte Therapien.
Die wissenschaftlichen und epidemiologischen Untersuchungen des Robert Koch-Instituts tragen dazu bei, die Datenund Erkenntnisgrundlage zu bedeutsamen Volkskrankheiten
und Infektionskrankheiten kontinuierlich zu verbessern. Wichtiges Ziel dabei ist es, das Neuauftreten solcher Krankheiten und
bestimmte Trends frühzeitig zu erkennen und zu bewerten.
Die institutionelle Förderung der Zentren wird ergänzt
durch die krankheitsbezogene Projektförderung des BMBF.
Das BMG fokussiert bei seiner Forschung insbesondere auf eine
Optimierung der Versorgungssituation und hat dementsprechend eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen umgesetzt.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

•	�

•	�

Das BMBF hat im Mai 2011 sein neues Förderkonzept für
Forschung und Entwicklung zu vernachlässigten und armutsassoziierten Krankheiten vorgestellt. Im Mittelpunkt
stehen solche Krankheiten, die vor allem Menschen in Entwicklungsländern betreffen. Hervorzuheben ist die im Juli
2011 veröffentlichte Förderlinie zu Produktentwicklungspartnerschaften (Product Development Partnerships, PDP),
mit der das BMBF erstmalig neue Wege in der Forschungsförderung zu übertragbaren Krankheiten geht.
Mit den Kompetenznetzen fördert das BMBF die Vernetzung herausragender Akteure in Forschung und Versorgung zu 21 gesundheitspolitisch wichtigen Krankheitsbildern. In den Kompetenznetzen arbeiten Wissenschaftler
zusammen an der Rekrutierung großer Patientenkohorten,
nutzen gemeinsame Biomaterialbanken und fördern
durch interdisziplinäre Kooperation den Transfer von Forschungsergebnissen in die Versorgung.

•	�

Auf europäischer Ebene ist das BMBF Partner im von Frankreich koordinierten ERA-Netz für HIV- und AIDS-Forschung
HIVERA (Harmonising, Integrating and Vitalising European Research on AIDS/HIV). HIVERA soll Startpunkt von
länderübergreifenden Forschungsaktivitäten sein, die sich
den wichtigen Herausforderungen im Umgang mit HIV
und Aids sowohl in wissenschaftlicher wie in gesellschaftlicher Hinsicht annehmen. 2011 wurde eine gemeinsame
Bekanntmachung zur Bildung transnationaler Forschungskonsortien veröffentlicht.

•	�

In der Ressortforschung des BMG nehmen – unter Einbeziehung von Genderaspekten – Infektionskrankheiten
und Volkskrankheiten wie z. B. Diabetes mellitus Typ 2,
Krebs, Herz-Kreislauf- und psychische Erkrankungen eine
wichtige Rolle ein. Verschiedene Projekte tragen dazu bei,
geeignete Maßnahmen zum Schutz und zur Verbesserung
der Gesundheit der Bevölkerung zu entwickeln.

•	�

Im Nationalen Krebsplan unter der Leitung des BMG
wurden bisher die vier Handlungsfelder Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung, Weiterentwicklung der
onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung, Sicherstellung einer effizienten onkologischen
Behandlung und die Stärkung der Patientenorientierung
aufgegriffen (siehe Infobox).

•	�

Kernthemen der Infektionserkrankungsforschung des BMG
sind u. a. antimikrobielle Resistenzen und Krankenhausinfektionen sowie HIV/Aids. Zusammen mit dem BMELV
und dem BMBF wurde die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) initiiert. Der Aktionsplan zur Umsetzung
der HIV/Aids Bekämpfungsstrategie der Bundesregierung
wurde weitergeführt.

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungs- 

und Entwicklungsaufgaben
�
Robert Koch-Institut (RKI) 

www.rki.de
�

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–
–
–

www.bmbf.de/de/gesundheitszentren.php
www.kompetenznetze-medizin.de
www.bmbf.de/de/15337.php
www.bmbf.de/foerderungen/16859.php
www.hivera.eu
Gesundheitsberichterstattung des Bundes:
www.rki.de und www.gbe-bund.de
– Verbesserung der Frauengesundheit:
www.frauengesundheitsportal.de
–	�Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART): 

www.bmg.bund.de und www.bmelv.de
�
– Nationaler Krebsplan:
www.bmg.bund.de/nationaler-krebsplan

FoRscHunGsscHweRpunkte

99

gemeinsamer Forschungsförderung der Bundesregierung,
der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Verbände
der gesetzlichen Krankenkassen auf Bundesebene und der
privaten Krankenversicherung.

Infobox
produktentwicklungspartnerschaften
Produktentwicklungspartnerschaften (Product Development Partnerships, PDP) sind internationale Non-ProfitOrganisationen, die es sich zur Aufgabe machen,
Präventionsmethoden, Diagnostika oder Medikamente
gegen vernachlässigte und armutsbedingte Krankheiten
zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Durch
Zusammenarbeit verschiedener Akteure bündeln sie
Wissen aus Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft.
PDPs werden durch öffentliche und private Geldgeber
finanziert, im Gegenzug werden die Produkte den
Betroffenen später zu einem sehr geringen Preis zur
Verfügung gestellt. PDPs haben sich als effektiv im Kampf
gegen Malaria, Tuberkulose und tropische Armutskrankheiten erwiesen und tragen so zur Erreichung gesundheitsrelevanter Millenniumsziele der Vereinten Nationen
(u. a. Gesundheit von Kindern unter fünf Jahren und
Müttergesundheit) bei.

•	�

Im Schwerpunkt „Gesundheit im Alter“ sollen die wissenschaftlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um eine
bessere medizinische Versorgung und Pflege älterer Menschen zu ermöglichen. Dabei stehen chronische Erkrankungen und Multimorbidität (Mehrfacherkrankungen) sowie die Identifizierung und Stärkung der gesundheitlichen
Ressourcen im Alter im Fokus der geförderten Projekte.

•	�

Pflegeforschung schafft wissenschaftlich abgesichertes
Handlungswissen für effizientes pflegerisches Handeln.

•	�

Studien in der Versorgungsforschung eruieren die Etablierung einer leistungsfähigen Versorgungsforschung, um
die wissenschaftlichen Grundlagen für Lösungen zur Gestaltung, Organisation und Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens zu identifizieren und zu analysieren.

Infobox

Die Gesundheitspolitik steht vor der Herausforderung, das
Gesundheitswesen qualitativ auf einem hohen Stand und
gleichzeitig finanzierbar zu halten. Um die Qualität der Versorgung zu verbessern, sind wissenschaftliche Erkenntnisse
über den Nutzen von Leistungen unter den Bedingungen der
Routineversorgung erforderlich. Die Bundesregierung hat
mit ihren Fördermaßnahmen wesentliche Aufbauhilfe für die
Versorgungsforschung geleistet. Im neuen Rahmenprogramm
Gesundheitsforschung der Bundesregierung stellt sie eine
wesentliche Komponente dar. In der Versorgungsforschung
wird u. a. untersucht, wie traditionelle Grenzen zwischen
Versorgungssektoren (stationäre und ambulante Behandlung,
Rehabilitation, Pflege u. a.) überwunden werden können. Ziel
ist die Entwicklung integrativer Versorgungskonzepte. Die
Versorgungsforschung erforscht weiter, welche der schon
entwickelten Konzepte sich bewährt haben und wo Bedarf an
Neu- und Weiterentwicklungen besteht.

Infektionsforschung

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

•	�

In der Allgemeinmedizin trägt die Forschung zur Vermittlung
der Ergebnisse aus der patientenorientierten Forschung in die
Routineversorgung bei. Ziele der Förderung sind die Stärkung
der Allgemeinmedizin, der wissenschaftlichen Integration in
Universitäten und des Forschungsbezugs.

•	�

Versorgungsnahe Forschung – chronische Krankheiten
und Patientenorientierung: Untersuchungen zur Wirksamkeit von Versorgungsmaßnahmen unter Einbeziehung
und aktiver Beteiligung chronisch Kranker stehen im Fokus

Zur Prävention und Kontrolle übertragbarer Krankheiten
widmet sich das BMG aktuell mit besonderem Nachdruck der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen.
Hauptursachen der zunehmenden Resistenzen von
mikrobiellen Erregern sind der unsachgerechte Einsatz
von Antibiotika und die oft inkonsequente Anwendung
infektionspräventiver Hygienemaßnahmen. Um dieser
Entwicklung entgegenzuwirken, fördert das BMG im
Rahmen der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie
(DART) Forschungsvorhaben mit einem Gesamtvolumen
von 5 Mio. Euro.
Das Beispiel der EHEC/HUS-Epidemie 2011 verdeutlicht die Relevanz von Forschungsergebnissen für die
Gesundheit der Bevölkerung. So hat die schnelle
molekularepidemiologische Charakterisierung des
EHEC-Erregers zur Eingrenzung dieser Epidemie
beigetragen. Zur Klärung weiterer wichtiger Fragestellungen – beispielsweise die Untersuchung von Langzeitfolgen der Erkrankung, Einfluss einer Antibiotikagabe
auf den Verlauf der Infektion, Untersuchung der
Dauerausscheidung von EHEC, Identifizierung von
Bevölkerungsgruppen mit erhöhtem Risiko für Komplikationen infolge einer EHEC-Infektion – fördert das BMG
mit rund 1 Mio. Euro die Etablierung einer norddeutschen EHEC-Datenbank. Die Erkenntnisse werden zur
Optimierung von Präventionsstrategien und Therapieempfehlungen gegen EHEC/HUS beitragen.

Bund

1.3 Versorgungsforschung

FoRscHunGsscHweRpunkte

100

Bund

•	�

Der Aufbau von „Zentren der gesundheitsökonomischen
Forschung“ dient insbesondere der gezielten Nachwuchsförderung und der Stärkung der für das Gesundheitssystem
in Deutschland relevanten gesundheitsökonomischen
Forschung.

Das BMG hat im Rahmen seiner Ressortforschung, die im
Schwerpunkt Versorgungsforschung ist, ergänzend Maßnahmen zur Arzneimittelversorgung, zur evidenzbasierten
Überprüfung und Anpassung von Therapieempfehlungen
besonders bei Infektionskrankheiten, zur Verbesserung der
Situation der Pflegebedürftigen, zur Qualitätssicherung in
der medizinischen Versorgung, zur Weiterentwicklung der
Behandlung sowie zur Versorgung und Rehabilitation von
Personen mit psychischen Erkrankungen initiiert. Zudem
hat das BMG das Leuchtturmprojekt Demenz sowie darauf
aufbauend die Zukunftswerkstatt Demenz angestoßen und
den Förderschwerpunkt Forschung im Nationalen Krebsplan
gestartet (siehe Infobox). Im Fokus der Projekte zur Demenzforschung stehen dabei insbesondere die Ergebnisqualität der
Pflege bei demenzerkrankten Menschen und die Sicherung der
Lebensqualität für Erkrankte und für pflegende Angehörige.
Auch Projekte des BMFSFJ wie H.I.L.DE, LEANDER und
PURFAM leisten hierzu entsprechende Beiträge.

Infobox
Förderschwerpunkt Forschung
im nationalen krebsplan
Der Nationale Krebsplan – ein langfristig angelegtes
Koordinierungs- und Kooperationsprogramm – hat die
Krebsforschung als ein Querschnittsthema aufgegriffen,
um insbesondere Vorhaben der Versorgungsforschung,
die für die Umsetzung der Ziele des Nationalen Krebsplans von unmittelbarer Bedeutung sind, zu fördern. Die
Ergebnisse werden als eine wichtige gesundheitspolitische Erkenntnis- und Entscheidungsgrundlage für die
gezielte Weiterentwicklung der onkologischen Versorgung in Deutschland dienen.
Der vom BMG im Juni 2011 initiierte und auf vier Jahre
angelegte Förderschwerpunkt basiert auf den bisherigen
Arbeiten in den aktuellen Handlungsfeldern des Natio nalen Krebsplans und umfasst folgende Themenfelder:
• Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung
• Psychosoziale/Psychoonkologische Unterstützung von
Krebspatientinnen und -patienten
• Patientenorientierung in der Onkologie: Informierte
Entscheidung und Patientenkompetenz
– www.bmg.bund.de/nationaler-krebsplan

Eine wichtige Grundlage für den Ausbau der Versorgungsforschung leistet das Ende 2011 verabschiedete GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG). Die Regelungen zur Datentransparenz in der gesetzlichen Krankenversicherung wurden
im GKV-VStG mit dem Ziel neu konzeptioniert, Daten des
GKV-Systems auch für Zwecke der Versorgungsforschung nutzen zu können. Hierzu werden die bereits für den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich von den Krankenkassen
erhobenen und zusammengeführten Daten in einer zentralen
Stelle pseudonymisiert und aufbereitet und stehen für die
vorgesehenen Zwecke den gesetzlich genannten Nutzungsberechtigten zur Verfügung.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungs- 

und Entwicklungsaufgaben
�
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation 

und Information (DIMDI) 

www.dimdi.de
�

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF-Forschungsverbünde „Gesundheit im Alter“:
www.ama-consortium.de
www.priscus.net
http://esther.dkfz.org/esther/esther-net.html
www.uke.de/institute/allgemeinmedizin/index_
Versorgung.php
www.albertinen.de/krankenhaeuser/geriatrische_klinik/
leistungsspektrum/lucas
www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/4329.php
– BMBF – Aktivitäten zur Versorgungsforschung:
www.forschung-patientenorientierung.de
www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/versorgungsforschung.php
– BMG – Pflege, Leuchtturmprojekt Demenz:
www.bmg.bund.de
– Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit:
www.ap-amts.de, www.psychiatrie.de/apk

1.4 	 Forschung für Gesundheitswirtschaft, Medizintechnik und
Gesundheitstelematik
Die deutsche Gesundheitswirtschaft ist in vielen Sparten gut
aufgestellt. Um bestehende Wettbewerbsvorteile zu erhalten
und auszubauen, sind kontinuierliche Forschungsaktivitäten
notwendig. Die Forschungsförderung der Bundesregierung
trägt dazu bei, dass wirksame und effiziente innovative Ansätze aus der Wissenschaft schneller in die klinische Anwendung und auf den Markt gebracht werden können und so die
Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft gestärkt wird.
Der weitere Aufbau der Telematikinfrastruktur schafft
die Voraussetzungen, den gezielten Informationsaustausch
der Beteiligten im Gesundheitssystem zu verbessern und

FoRscHunGsscHweRpunkte

101

ZukunFtspRoJekt

Auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben führen
Der anteil älterer Menschen an der Bevölkerung steigt kontinuierlich. 2030 werden in Deutschland
bereits 22 Millionen Menschen leben, die über 65 Jahre alt sind. Das entspricht 29 % der Gesamtbevölkerung. Der demografische wandel zu einer Gesellschaft des längeren lebens stellt uns vor
Herausforderungen und bietet zugleich chancen, die es zu nutzen gilt. aus diesem Grund hat die
Bundesregierung unter Federführung des BMBF die Forschungsagenda „Das alter hat Zukunft“
erarbeitet und ende 2011 beschlossen. an deren sechs Forschungsfeldern orientieren sich die
Handlungslinien dieses Zukunftsprojektes. Die Forschungsunion wirtschaft-wissenschaft begleitet
auch dieses projekt.

Federführendes Ressort: BMBF
Mitwirkende Ressorts: BMAS, BMFSFJ, BMG, BMI, BMVBS,
BMWi
Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im Rahmen der jeweils
geltenden Finanzplanung bis zu 305 Mio. Euro vorgesehen.

Bund

Welche Ursachen und Konsequenzen hat der demografische
Wandel in Deutschland, und wie prägt er die Lebensrealität
älterer Menschen und ihre Rolle in der Gesellschaft? Das sind
die Grundsatzfragen des ersten Forschungsfeldes, zu dem die
Berliner Altersstudie II und der deutsche Alterssurvey zählen.
Die weiteren Handlungslinien des Zukunftsprojektes
thematisieren konkrete Aspekte des Alterns. Angestrebt
werden die Entwicklung neuer Versorgungskonzepte,
Techniken und Dienstleistungen, die dem demografischen
Wandel gerecht werden, und darüber hinaus auch ein
Erhöhen der Wertschätzung für das Alter. So wird untersucht,
wie ältere Menschen sich mit ihren Kompetenzen und
Erfahrungen aktiv in Wirtschaft und Gesellschaft einbringen
und ihre Potenziale – etwa in altersgemischten Arbeitsgruppen oder im Ehrenamt – erhalten und erschließen können.
Die Aufklärung der biologischen Mechanismen des Alterns
soll es, im Einklang mit dem Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung, immer mehr Menschen
ermöglichen, bei guter Gesundheit alt zu werden. Ein
weiteres Ziel sind bauliche Lösungen, die es älteren Menschen erlaubt, sicher und unabhängig in ihrem eigenen

Zuhause zu wohnen, barrierefrei und
gegebenenfalls unterstützt von altersgerechten Assistenzsystemen. Damit
ältere Menschen am gesellschaftlichen
Leben teilhaben können, müssen sie mobil
und kontaktfähig bleiben. Das erfordert
sowohl die alterssensible Anpassung
kommunaler Infrastrukturen als auch die
Entwicklung altersgerechter Mobilitätsund Kommunikationstechnologien. Für die
Lebensqualität alter Menschen und ihrer
Familien ist es schließlich unabdingbar,
umfassende Konzepte zu entwickeln, die
– mit Vorrang im häuslichen Umfeld – eine
menschenwürdige Pflege ermöglichen.
Mit diesem Zukunftsprojekt stellt sich
die Bundesregierung aktiv und produktiv
auf den demografischen Wandel ein, der die meisten
entwickelten Länder der Erde betrifft. Von den Ergebnissen
des Zukunftsprojekts werden alle Generationen profitieren.

FoRscHunGsscHweRpunkte

102

Infobox
arzneimitteltherapiesicherheit

Bund

Die Anwendung von Arzneimitteln beinhaltet immer
auch ein relevantes Risiko. Die Ursachen für Risiken
können z. B. infolge von vermeidbaren Medikationsfehlern als unerwünschte Arzneimittelereignisse z. B. bei
der Verschreibung oder Anwendung von Arzneimitteln
auftreten. Sie treten insbesondere dann auf, wenn
Arzneimittel ungewollt nicht bestimmungsgemäß
angewendet werden. Das Bundesministerium für
Gesundheit hat zusammen mit der Ärzteschaft, der
Apothekerschaft, Patientenvertretern und anderen am
Gesundheitswesen Beteiligten den Aktionsplan zur
Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit ins
Leben gerufen. Dieser beinhaltet konkrete Maßnahmen
zur Vermeidung von Medikationsfehlern und somit auch
zur Reduzierung von unerwünschten Arzneimittelereignissen. Nach Abschluss des Aktionsplans 2008/2009 zur
Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit wird
nun der Aktionsplan 2010 – 2012 umgesetzt.

dadurch die Qualität und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung nachhaltig zu steigern. Durch Schnittstellen zwischen der Telematikinfrastruktur und medizinischen
Forschungseinrichtungen wird in Zukunft ein schnellerer
Transfer von Forschungsergebnissen in die Alltagsversorgung und Pflege ermöglicht.
Im Sinne optimaler Gesundheitsleistungen ist es unerlässlich, dass Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von
Arzneimitteln bestmöglich gewährleistet sind. Hierzu tragen
das BMG sowie – zu seinem Geschäftsbereich gehörend – das
Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gezielt bei.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunktes

•	�

Arzneimittelentwicklung ist eine zentrale Aufgabe der
Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Das BMBF unterstützt die Erforschung neuer Ansätze in der Wirkstoffsuche,
Arzneimittelentwicklung und bei innovativen Diagnoseund Produktionsverfahren durch vielfältige Initiativen.

•	�

Regenerative Medizin gehört zu den Gebieten mit der stärksten Entwicklungsdynamik. Sie basiert auf der Wiederherstellung funktionsgestörter Zellen, Gewebe oder Organe.

•	�

Translationszentren bieten Forscherinnen und Forschern
sowie Medizinerinnen und Medizinern ein interdisziplinär
hervorragend aufgestelltes Umfeld dafür, um neue regenerative Ansätze in die klinische Anwendung zu bringen.
Das BMBF fördert den Aufbau von drei Translationszentren
in Berlin, Leipzig und Rostock, die DFG zwei weitere in Dresden und Hannover.

•	�

Der ressortübergreifende Nationale Strategieprozess Innovation in der Medizintechnik soll unter Einbeziehung aller
Akteure Innovationsprozesse beschleunigen und die Patientenversorgung verbessern. Dabei werden insbesondere die
Belange kleiner und mittlerer Unternehmen berücksichtigt,
die die Medizintechnikindustrie in Deutschland prägen.

•	�

Zur Erhöhung der Patientensicherheit tragen u. a. die
verbesserte Standardisierung problematischer Allergenextrakte für die spezifische Immuntherapie, die Entwicklung
neuer Beratungsansätze im Hinblick auf die klinische
Prüfung mit kleinen Probandenzahlen und die Zulassung
von Arzneimitteln für neuartige Therapien (ATMP), die
Einrichtung eines Hämophilieregisters sowie der unter
Beteiligung der Ärzte- und Apothekerschaft vom BMG ins
Leben gerufene Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit 2010 – 2012 (AP) bei, der derzeit
umgesetzt wird.

•	�

Das BMG führt seit Beginn der Arbeiten zur Einführung der
elektronischen Gesundheitskarte und zum Aufbau einer
Telematikinfrastruktur begleitende Forschungsprojekte
durch, die der konzeptionellen Vorbereitung politischer

www.ap-amts.de

Infobox
nationaler strategieprozess Innovation
in der Medizintechnik
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das
Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie führen gemeinsam einen ressortübergreifenden Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“ durch. Unter Mitwirkung
von Akteuren aus Politik, Wissenschaft, Industrie und
Gesundheitswesen wird gemeinsam nach Wegen
gesucht, um den Innovationsprozess in der Medizintechnik zu beschleunigen und die Patientenversorgung zu
verbessern. Die Initiative will zugleich einen aktiven
Beitrag leisten, die Medizintechnikbranche am Standort
zu stärken. Alle Stufen des Innovationsprozesses werden
im Zusammenhang gesehen: vom medizinischen Bedarf
über Forschung, Entwicklung und klinische Bewertung
bis hin zur Finanzierung durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und Markterschließung.
www.strategieprozess-medizintechnik.de

FoRscHunGsscHweRpunkte

Infobox
Bioökonomie
Globale Ernährungssicherung, nachhaltige Rohstoff- und
Energieversorgung aus Biomasse, der Erhalt der biologischen Vielfalt, Klima- und Umweltschutz sind die großen
Aufgaben zu Beginn dieses Jahrhunderts. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gilt es dabei zu sichern.

103

Bioökonomie ausgebaut werden. Als Bestandteil der
Hightech-Strategie gibt sie den Bedarfsfeldern Energie/
Klima sowie Gesundheit/Ernährung wichtige Impulse.
Mit der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie
2030 legt die Bundesregierung die Grundlagen für die Vision
einer nachhaltigen biobasierten Wirtschaft bis zum Jahr
2030, deren vielfältiges Angebot die Welt ausreichend und
gesund ernährt sowie mit hochwertigen Produkten aus
nachwachsenden Rohstoffen versorgt. Deutschland soll zu

Bund

Abbildung: Der Systemansatz der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, bedarf es
neben gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen
Anstrengungen intensiver Forschung sowie neuer Ansätze
für Forschung und Innovation. Mit der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ der Bundesregierung
sollen die Grundlagen für die weitere Entwicklung einer
wissensbasierten und international wettbewerbsfähigen

einem führenden Forschungs- und Innovationstandort in der
Bioökonomie werden. Dies kann einen Wachstumsschub
für biobasierte Produkte, Energien, Verfahren und Dienstleistungen bewirken und die Wettbewerbsfähigkeit der
deutschen Wirtschaft im weltweiten Maßstab stärken. Die
Biotechnologie ist dabei der zentrale Impulsgeber.
>>

FoRscHunGsscHweRpunkte

104

>>
�
Die Forschungsstrategie strebt fünf prioritäre 

Handlungsfelder an:
�
•	� Weltweite Ernährung sichern
•	� Agrarproduktion nachhaltig gestalten
•	� Gesunde und sichere Lebensmittel produzieren
•	� Nachwachsende Rohstoffe industriell nutzen
•	� Energieträger auf Basis von Biomasse ausbauen

Bund

Die Umsetzung der Forschungsstrategie erfolgt durch
vernetzte Förderlinien der beteiligten Ressorts BMBF,
BMELV, BMU und BMZ.
Um Zielkonflikte zwischen diesen Handlungsfeldern
aufzulösen, sind ganzheitliche Ansätze gefordert, die
ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Belange
gleichermaßen berücksichtigen und im Sinne nachhaltiger
Lösungen integrieren (vgl. Abbildung).

und administrativer Entscheidungen dienen. Dies betrifft
zum Beispiel eine elektronische Patientenakte nach § 291a
SGB V und europäische Initiativen wie das Projekt European
Patients – Smart open Services (epSOS), in dem länderübergreifende elektronische Gesundheitsdienstleistungen
entwickelt und erprobt werden. Wichtige Meilensteine für
den Aufbau einer Telematikinfrastruktur sind der 2011 begonnene bundesweite Basis-Rollout der Kartenlesegeräte
und die im Oktober 2011 gestartete Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte, über die bis Ende 2012 mindestens
70 % der gesetzlich Krankenversicherten (d. h. ca. 50 Mio.
Versicherte) verfügen sollen. Damit wird die Grundlage
für neue, innovative und sichere elektronische Dienste im
Gesundheitswesen gelegt.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
www.bfarm.de

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungs- 

und Entwicklungsaufgaben
�
Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe 

und biomedizinische Arzneimittel (PEI) www.pei.de
�

Im Jahr 2011 hat das BMBF u. a. folgende Förderinitiativen
gestartet:
•	� GlobE – Globale Ernährungssicherung
•	� EMIDA – Emerging and Major Diseases of Lifestock
•	� Basistechnologien für eine nächste Generation 

biotechnologischer Verfahren
�
•	� Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie
•	� Go-Bio: Gründungsoffensive Biotechnologie, 5. Runde
Die laufenden Aktivitäten BioEnergie 2021, Kompetenznetze der Agrar- und Ernährungsforschung, Pflanzenbiotechnologie der Zukunft sind ebenfalls wichtiger Bestandteil der Umsetzung der Strategie.
www.bmbf.de/pub/biooekonomie.pdf
www.bmbf.de/de/1024.php
www.biooekonomierat.de

1.5 Strahlenschutz
Das Förderkonzept des BMBF Grundlagenforschung Energie
2020+ sowie die darauf basierende Bekanntmachung „Grundlegende FuE-Arbeiten in der nuklearen Sicherheits- und Entsorgungsforschung zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zum Kompetenzerhalt“ sind auch Grundlage der
Projektförderung zur Strahlenforschung. Die Projektförderung
ist speziell auf die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses
gerichtet. Zur Förderung kommen Arbeiten aus der Strahlenschutzmedizin, der medizinischen Strahlenbiologie (z. B. die
Entwicklung effizienterer Prognoseverfahren für mögliche Erkrankungen durch Strahlenexposition) und der Radioökologie.
Im Umweltforschungsplan (UFOPLAN) des BMU werden
fachliche Grundlagen der Ressortaufgabe Strahlenschutz
sichergestellt und ein Beitrag zum Kompetenzerhalt in der
Strahlenforschung geleistet. Dazu gehören Fragen zu ionisierenden und nicht ionisierenden Strahlen. Unterschieden werden natürlich vorkommende und künstlich vom Menschen verursachte Strahlen. Natürliche Strahlung umfasst die Strahlung
aus dem Weltall ebenso wie die Strahlung aus dem Erdreich (im
Wesentlichen Radon und seine Zerfallsprodukte). Weiterhin
untersucht wird z. B. das Verhalten von radioaktiven Stoffen
im Ökosystem sowie deren Eintrag in die Nahrungskette. Die
Exposition gegenüber künstlicher Strahlung erfolgt im Wesentlichen durch Anwendungen in der medizinischen Diagnostik.
Im UFOPLAN des BMU werden folgende Themen bearbeitet:

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF – Gesundheitsforschung:
www.gesundheitsforschung-bmbf.de
– Elektronische Patientenakte nach § 291 SGB V:
www.isst.fraunhofer.de/geschaeftsfelder/eHealth/refpro/
elektronische_patientenakte/index.jsp

•	�
•	�
•	�

Analyse der natürlichen und zivilisatorischen Strahlenexposition
Weiterentwicklung von Messgeräten und dosimetrischen
Berechnungsmodellen
Radioökologische Daten und Modelle unter Einschluss von
Konzepten zur Ermittlung der realistischen Strahlenexposition unter Einfluss moderner Messgeräteentwicklung

FoRscHunGsscHweRpunkte

•	�
•	�
•	�
•	�
•	�

•	�
•	�
•	�

Die Forschung innerhalb dieser Schwerpunkte wird ergänzt
durch BMBF-geförderte Vorhaben zu spezifischen Themen,
die im vom BMBF und BMU initiierten Kompetenzverbund
Strahlenforschung abgestimmt wurden. Die Kooperation in
Verbundvorhaben zwischen Großforschungseinrichtungen,
Hochschulen und Industrie soll einen Beitrag zur nachhaltigen
Sicherung der Kompetenz auf dem Themenfeld Strahlenforschung leisten. Die Arbeiten verbessern insbesondere die
Grundlagen für die Bewertung der Strahlenexposition des
Menschen.
Die erzielten Forschungsergebnisse sind Grundlage für
zukünftige rechtliche Regelungen und für sonstige Fachaufgaben des BMU im Bereich Strahlenschutz. Die durch das BMBF
institutionell geförderten Arbeiten werden schwerpunktmäßig
ergänzt und die Kooperation zwischen institutionell finanzierten Zentren der Helmholtz- oder Leibniz-Gemeinschaft und
Hochschulen weiter ausgebaut.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
www.bfs.de

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMU UFOPLAN: www.bmu.de/forschung/aktuell/1239.php
– BMU Strahlenschutz:
www.bmu.de/strahlenschutz/aktuell/1782.php
– Deutsches Mobilfunk-Forschungsprogramm:
www.emf-forschungsprogramm.de

Bund

Untersuchungen zu genetischen und somatischen
Wirkungen im niedrigen Dosisbereich
Untersuchungen zur Verringerung der medizinischen
Strahlenexposition der Patientinnen und Patienten in der
medizinischen Diagnostik
Vorsorge für Störfälle und Unfälle
Überprüfung bestehender Maßnahmen anhand der
Erfahrungen durch die Ereignisse in Fukushima
Strahlenrisiken durch Umgang mit radioaktiven Stoffen
und ionisierenden Strahlen und Verfahren zur Optimierung des Strahlenschutzes einschließlich strahlenschutzrechtlicher Regelungen
Strahlenexposition und Strahlenschutz bei der Entsorgung
radioaktiver Abfälle
Biologische Indikatoren, Pathogene von Strahlenschäden
einschließlich Diagnose und Therapie
Wirkungen und Risiken nicht ionisierender Strahlen
(einschließlich des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms), dazu gehören Untersuchung der Wirkungen
elektromagnetischer Felder bei niedriger Feldstärken,
Hautkrebsentstehung durch UV-Strahlung, Infrarot und
elektromagnetische Felder, weiterhin die Evaluierung
des messbaren Nutzens für die Solariennutzerinnen und
-nutzer durch die UV-Schutzverordnung

105

FoRscHunGsscHweRpunkte

106

Auf einen Blick:
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Bund

Die ernährungssicherung, der klimawandel und der erhalt der natürlichen Ressourcen stellen die
großen globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Die weltweit wachsende Bevölkerung und die mit zunehmendem wohlstand in den neuen Gestaltungsmächten1 geänderten ernährungsgewohnheiten werden die nachfrage nach lebensmitteln bis zum Jahr 2050 etwa verdoppeln.
Hinzu kommt der wachsende Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen für Bioenergie und stoffliche
nutzung. um eine ausreichende ernährung der weltbevölkerung zu gewährleisten, ist eine nachhaltige steigerung der landwirtschaftlichen produktivität notwendig. Forschung und Innovation
nehmen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine zentrale Rolle ein.
Langfristig werden sich Erträge nur dann nachhaltig
steigern lassen, wenn neue Sorten und Technologien
entwickelt werden, die an den Standort optimal
angepasst sind und knappe Ressourcen effizient nutzen.
Durch Einsatz moderner Züchtungsverfahren soll die
Widerstandsfähigkeit gegen abiotische (z. B. Trockenheit) und biotischen Stressfaktoren (Schädlinge,
Krankheiten) sowie die Nutzungseffizienz der knappen
Ressourcen Nährstoffe und Wasser verbessert werden.
Die Herausforderung bei der Weiterentwicklung der
Nutztierhaltung besteht darin, gleichzeitig negative
Umweltwirkungen zu mindern, eine hohe Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten, das Tierwohl besonders zu
berücksichtigen und all dies mit den betriebswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Anforderungen in
Einklang zu bringen. Schonende Verfahren der
Bodenbearbeitung, eine effiziente
Landtechnik, Logistik und
Lagerwirtschaft und wirksame
und umweltverträgliche Düngeund Pflanzenschutzmittel sind
weitere Bausteine einer nachhaltig produktiven Land- und
Ernährungswirtschaft.
Im Verbraucherschutz gibt es
seit Jahren die Forderung nach
einer wissenschaftlichen
Unterstützung der Verbraucherpolitik durch eine eigenständige
Verbraucherforschung. Ziel der
Bundesregierung ist es daher,
nachhaltige Strukturen für eine
interdisziplinäre Verbraucherforschung zu etablieren.
1

Siehe Infobox in Kapitel D, Seite 331

FoRscHunGsscHweRpunkte

2

107

Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
�

gestärkt werden. Gegenüber dem Jahr 2010 wurde die Innovationsförderung um 8 Mio. Euro und die Förderung der
nachwachsenden Rohstoffe um 7,5 Mio. Euro auf insgesamt
93,5 Mio. Euro erhöht. Die Zweckbestimmung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau wurde um die Förderung auch
anderer nachhaltiger Formen der Landwirtschaft erweitert.
Das BMELV unterstützt den Aufbau der Deutschen Agrarforschungsallianz. Die Allianz hat zum Ziel, der Fragmentierung der deutschen Agrar- und Ernährungsforschung durch
eine Bündelung der Kompetenzen entgegenzuwirken. Mittels
Fachforen zu aktuellen Forschungsthemen werden vorhandene Strukturen und Mittel in der deutschen Agrarforschung
zusammengeführt.
Das BMELV hat unter Beteiligung von Fachleuten aus der
Wirtschaft und Wissenschaft ein „Forschungs- und Innovationskonzept Nutztiere“ erarbeitet. Es zeigt auf, wo die Forschung über eine nachhaltige Erzeugung tierischer Lebensmittel ergänzt werden muss. Das Konzept wurde im Zusammenhang mit dem Prozess zur Entwicklung der „Charta für
Landwirtschaft und Verbraucher“ erstellt.
Das BMELV hat verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der
Verbraucherforschung umgesetzt. Mit dem „Netzwerk Verbraucherforschung“ wurde eine Plattform für den interdisziplinären, verbraucherwissenschaftlichen Austausch geschaffen.
Zur Deckung eines kurzfristigen Entscheidungshilfebedarfs in
Fragen der wirtschaftlichen Interessen der Verbraucherinnen
und Verbraucher sowie der Verbraucherinformation wurde
ein Expertenpool aufgebaut. Zur Stärkung der Forschung zum
Verbraucherschutz unterstützt das BMELV eine Stiftungsprofessur „Rechtlicher Verbraucherschutz“.
Im Rahmen eines vom BMELV organisierten Innovationskongresses haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik,
Wirtschaft und Verbänden sowie Praktikerinnen und Praktikern Möglichkeiten zu Verbesserungen bei der Einführung
von neuen Technologien in die Praxis erörtert. Für die Markteinführung neuer Technologien stellt die Landwirtschaftliche
Rentenbank zusätzliche Mittel zur Verfügung.
Das BMELV hat seine Aktivitäten auf Ebene der Europäischen Union verstärkt und unterstützt ERA-Net und Joint-Programming-Maßnahmen jetzt auch mit finanziellen Mitteln.

ergebnisse und zusätzliche Informationen

0"	 weiterführende Informationen im Internet

Im Haushalt des BMELV konnten die Förderprogramme des
BMELV zu Innovation und zu nachwachsenden Rohstoffen

– BMELV: www.bmelv.de
– BMELV Forschungseinrichtungen:
www.bmelv-forschung.de

Bund

Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherpolitik berühren viele Lebensbereiche der Bürgerinnen und Bürger. Eine
ausgewogene, gesunde Ernährung mit sicheren Lebensmitteln
zu gewährleisten und eine starke, nachhaltige und ihren vielseitigen Aufgaben gewachsene Landwirtschaft zu fördern sind
wichtige Ziele der Bundesregierung. Produkte für den privaten
Konsum müssen gesundheitlich unbedenklich und sicher sein.
Außerdem gilt es, die Entscheidungsspielräume der Verbraucherinnen und Verbraucher zu sichern und Markttransparenz,
Verbraucherrechte und eine effektive Rechtsdurchsetzung
zu gewährleisten. Dies spiegelt sich auch in den Forschungsschwerpunkten Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wider.
Die Forschung des Bundesministeriums für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ist eng mit
den Zukunftsthemen Klimaschutz, nachwachsende Rohstoffe
und Ernährung der Weltbevölkerung verknüpft. Sie weist zahlreiche Bezüge zu anderen Forschungsschwerpunkten der Bundesregierung auf, z. B. zur Gesundheitsforschung, zum Schwerpunkt Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit, zur Meeresforschung,
zur Energieforschung, zur Biotechnologie und zur Sicherheitsforschung. Die Schonung der natürlichen Lebensgrundlagen
durch eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion, die
Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln sowie Maßnahmen
zur Prävention und Bekämpfung von Tierseuchen und Zoonosen, d. h. von Tieren auf den Menschen übertragbare Infektionen, sind wichtige Forschungsthemen. Gleichzeitig sollen
Perspektiven für den ländlichen Raum geschaffen werden.
Über 500 Mio. Euro fließen jährlich aus dem BMELV-Haushalt, um Wissenschaft, Forschung und Entwicklung (FuE) zu
diesen Themen voranzubringen. Der Forschungsbedarf für die
nächsten Jahre wird im Forschungsplan des BMELV konkretisiert. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse für die Vorbereitung der politischen Entscheidungen des BMELV liefern in
erster Linie die Bundesforschungsinstitute im Geschäftsbereich des BMELV.
Außerdem fördert das BMELV Forschungsvorhaben aus
dem Programm zur Innovationsförderung, aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe und dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.

FoRscHunGsscHweRpunkte

108

Infobox
Innovationsprogramm ernährung,
landwirtschaft, Verbraucherschutz

Generierung von Basiswissen für den Ausbau und die Optimierung von wissenschaftlich fundierten Präventionsstrategien
gegen ernährungsassoziierte Erkrankungen sowie die Erhöhung
der Innovationsfähigkeit der deutschen Ernährungswirtschaft.
schwerpunkte des BMelV

Bund

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft stehen auf den
nationalen und internationalen Märkten unter ständigem Wettbewerbsdruck. Der permanente Strukturwandel unterstreicht dabei deutlich die Intensität des
Anpassungsdrucks. Um die Beschäftigungs- und
Wertschöpfungspotenziale dieser Sektoren in Zukunft
noch stärker zu erschließen, ist es notwendig, den
technischen Fortschritt zu beschleunigen. Ziel des
Programms ist die Unterstützung von technischen und
nicht technischen Innovationen in Deutschland in den
Bereichen Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Förderung ist auf
•
•
•
•
•

die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit,
die Stärkung der wirtschaftlichen Innovationskraft,
die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen,
die Schonung natürlicher Ressourcen und
die Verbesserung der Arbeitsbedingungen

gerichtet. Mit der Förderung soll die Entwicklung
innovativer, international wettbewerbsfähiger Produkte,
Verfahren und Leistungen auf Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse unterstützt werden.
Das Programm beinhaltet die Unterstützung von:
• Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben, die das Ziel haben, innovative technische und
nicht technische Produkte marktfähig zu machen
• Vorhaben zur Steigerung der Innovationsfähigkeit
einschließlich Wissenstransfer, Untersuchungen zu
den gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Innovationen sowie Identifizierung von
künftigen Innovationsfeldern.
Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung (BLE): www.ble.de

2.1 Ernährung
Das BMELV unterstützt durch seine Forschungseinrichtungen
und seine Forschungs- und Innovationsförderung eine gesunde Ernährung, ein besseres Ernährungsverhalten und eine
bessere Ernährungsinformation sowie die Sicherung und Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität bei Lebensmitteln.
Hierzu komplementär sind die Ziele der Forschungsförderung des BMBF im Ernährungssektor: die Verbesserung der Problemlösungskompetenz und der internationalen Wettbewerbsbzw. Leistungsfähigkeit der deutschen Ernährungsforschung, die

•	�

Das Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für
Ernährung und Lebensmittel (MRI) in Karlsruhe forscht zur
Ernährungsphysiologie, Ernährungsverhalten, Lebensmitteltechnologien, Mikrobiologie sowie Sicherheit und
Qualität bei Lebensmitteln. Dafür stehen rund 47 Mio. Euro
zur Verfügung.

•	�

Mit dem Innovationsprogramm unterstützt das BMELV u. a.
Innovationen zur Vermeidung und Kennzeichnung von
Allergenen in Lebensmitteln, zur Sicherheit und Qualität
bei Lebensmitteln sowie zum Qualitäts- und Risikomanagement in der Ernährungswirtschaft. Für die Förderung
von Innovationen sind im Haushalt des BMELV insgesamt
34,5 Mio. Euro veranschlagt.

•	�

Mit dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau und
andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft unterstützt
das BMELV Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer
u. a. in der Außer-Haus-Verpflegung, Optimierung von
Qualität und Hygiene, Unterscheidung von ökologischen
und konventionellen Lebensmitteln sowie die nachhaltige Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln.
Hierfür stehen insgesamt 16 Mio. Euro, davon rund 8,4 Mio.
Euro für Forschung, zur Verfügung.

schwerpunkte des BMBF
Die auf Prävention bzw. Gesundheitsförderung ausgerichtete
Förderung der Ernährungsforschung des BMBF wird im Kapitel
„Gesundheitsforschung und Medizintechnik“ dargestellt.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut
für Ernährung und Lebensmittel (MRL)
www.mri.bund.de

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–

BMELV: www.bmelv.de
Projektträger BLE: www.ble.de
Max Rubner-Institut: www.mri.bund.de
Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung:
www.fisa-online.de
– BMELV-Forschungseinrichtungen:
www.bmelv-forschung.de
– BMBF: www.bmbf.de
– Forschungszentrum Jülich: www.fz.juelich.de

FoRscHunGsscHweRpunkte

109

ZukunFtspRoJekt

Mehr Gesundheit durch gezielte Prävention
und Ernährung
ein gesunder lebensstil kann helfen, krankheiten zu vermeiden. Im Mittelpunkt der zukünftigen
Förderung der präventionsforschung steht das bessere Verständnis der wirkungsweise sowohl
der primären, sekundären und tertiären prävention als auch der Gesundheitsförderung. Der erforschung des nutzens von präventionsmaßnahmen kommt besondere Bedeutung zu, ebenso wie Fragen der Qualität, wirksamkeit und Zielgruppenerreichung. prävention muss auch die geschlechtsspezifischen Besonderheiten berücksichtigen.
lands soll in einem Netzwerk,
bestehend aus universitären und
nicht universitären Forschungseinrichtungen, verwirklicht
werden. Sie wird mehr als
200.000 Menschen umfassen,
deren Lebensgewohnheiten und
gesundheitliches Befinden
regelmäßig und langfristig
verfolgt werden, um verlässliche
Ansatzpunkte für Früherkennung
und Prävention zu entdecken.
Gleichzeitig will die Bundesregierung für mehr
wissenschaftliche Kompetenz im Ernährungssektor
sorgen, indem sie einzelne Forschungsstandorte
profiliert und den Nachwuchs fördert. Der laufende
interdisziplinäre Wettbewerb „Innovationen und neue
Ideen für den Ernährungssektor“ unterstreicht ihr
Engagement auf diesem Gebiet. Zu mehr gesundheitsfördernden Innovationen will sie auch die Lebensmittelindustrie weiter anregen. Schon heute spielen in deren
Strategien die individuellen Gesundheitsbedürfnisse der
Verbraucher eine große Rolle.
Eine Vielzahl von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, auch die neu eingerichteten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung,
liefern wertvolle Beiträge zur Präventions- und Ernährungsforschung. Das Zukunftsprojekt trägt dazu bei,
auch international wertvolle Impulse zu geben, so etwa
im Rahmen der europäischen gemeinsamen Programmplanungsinitiative „A healthy diet for a healthy life“.
Federführendes Ressort: BMBF
Mitwirkende Ressorts: BMELV, BMG
Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im Rahmen der
jeweils geltenden Finanzplanung bis zu 90 Mio. Euro
vorgesehen.

Bund

Darüber hinaus wird vor dem
Hintergrund des demografischen Wandels großer Wert
auf eine bessere Nutzung der
präventiven Potenziale auch bei
älteren Menschen gelegt. Eine
wichtige Rolle spielt dabei – neben weiteren Lebensstilfaktoren
– die richtige Ernährung. Die
konkreten Zusammenhänge
zwischen Ernährung, anderen
Elementen des Lebensstils wie
ausreichende Bewegung, Verzicht auf Rauchen, möglichst
geringer Alkolholkonsum, genetischer Veranlagung und
Umwelt sind aber noch nicht ausreichend erforscht. Ein
besonderes Forschungsinteresse besteht an der Wechselwirkung zwischen den vielfältigen Inhaltsstoffen von Lebensmitteln und dem menschlichen Organismus. Die Bundesregierung wird im Rahmen des Zukunftsprojektes im Herbst 2012
einen „Aktionsplan Präventions- und Ernährungsforschung“
vorlegen, der den Handlungsbedarf für die Forschungsbereiche Prävention und Ernährung darstellt und auch auf
Schnittstellen eingeht. Begleitet wird das Projekt von der
Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft.
Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zählen
zu den Volkskrankheiten, für deren Entstehung dem
Bewegungs- und Ernährungsverhalten sowie weiteren
Lebensstilfaktoren ein
maßgeblicher Anteil
zugeschrieben wird. Die
epidemiologische Datenbasis
für diese Hypothese ist aber
schmal. Hier soll durch den
Aufbau einer „Nationalen
Kohorte“ Abhilfe geschaffen
werden. Diese bisher größte
Bevölkerungsstudie Deutsch-

FoRscHunGsscHweRpunkte

110

2.2 	 Nachhaltige Agrarwirtschaft
und ländliche Räume

Infobox
Förderprogramm nachwachsende Rohstoffe

Das BMELV unterstützt durch seine Forschungseinrichtungen und seine Forschungs- und Innovationsförderung eine
nachhaltige Agrarwirtschaft und die Entwicklung ländlicher Räume. Im Mittelpunkt stehen eine nachhaltige Land-,
Gartenbau-, Forst-, Fischerei- und Ernährungswirtschaft sowie
die Erschließung des Potenzials nachwachsender Rohstoffe,
Perspektiven für ländliche Räume sowie der Klimaschutz und
die Anpassung an den Klimawandel.
Das BMU finanziert Forschungsprojekte, die sich mit einer
natur- und umweltverträglicheren Ausgestaltung der Landwirtschaft befassen und sich im Kapitel „Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit“ wiederfinden.
Darüber hinaus fördert das BMBF Forschungsprojekte in
der Agrarforschung, die sich im Kapitel „Biotechnologie“ und
der Überblickseite „Bioökonomie“ wiederfinden.

Das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe legt
die wesentlichen Ziele und Inhalte der Förderung von
Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe
durch das Bundesministerium für Landwirtschaft,
Verbraucherschutz und Ernährung (BMELV) fest. Ziel des
Förderprogramms ist es,

•	�

Gefördert wird insbesondere

Bund

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

• einen Beitrag für eine nachhaltige Rohstoff- und
Energiebereitstellung zu leisten,
• die Umwelt durch Ressourcenschutz, besonders umweltverträgliche Produkte und durch eine Verringerung der Treibhausgasemissionen zu entlasten,
• die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Land- und
Forstwirtschaft sowie der ihr vor- und nachgelagerten
Bereiche zu stärken.

•	�

Das Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI), forscht insbesondere zu Pflanzengenetik,
Pflanzenzüchtung, Pflanzenernährung und Bodenkunde
sowie Pflanzenschutz und Pflanzengesundheit. Dafür steht
ein Budget von rund 76 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung.
Das Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für ländliche Räume, Wald und Fischerei
(vTI) forscht querschnittartig insbesondere zu den Themen
Ökonomie (Mikro- und Makroökonomie der Land-, Forst-,
Holz-, Ernährungs- und Fischwirtschaft), Technologie,
ländliche Räume, stoffliche Nutzung nachwachsender
Rohstoffe, Klima, Biodiversität und ökologischer Landbau.
Das Budget beträgt rund 79 Mio. Euro pro Jahr.

•	�

Das Deutsche BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) forscht
zu Bioenergiesystemen, Biokraftstoffen, Biogastechnologien, Biomasseverbrennung und zur thermochemischen
Prozesstechnik. Das Jahresbudget beträgt 9,7 Mio. Euro.

•	�

Über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe des
BMELV (59 Mio. Euro) werden durch die Fachagentur
Nachwachsende Rohstoffe (FNR) insbesondere Demonstrations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte unterstützt,
die der Erschließung weiterer Verwendungsmöglichkeiten
nachwachsender Rohstoffe im Nichtnahrungsmittelsektor
und dem Aufbau von Produktlinien von der Erzeugung bis
zur Verwendung nachwachsender Rohstoffe dienen.

•	�

Im Rahmen des Innovationsprogramms des BMELV
(34,5 Mio. Euro) wird die Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren zur klimaeffizienten und ressourcenschonenden Produktion von landwirtschaftlichen
Erzeugnissen, zur nachhaltigen Anwendung von Pflan-

• der Aufbau von Produktlinien von der Erzeugung bis
zur Verwendung nachwachsender Rohstoffe,
• die Erschließung weiterer Verwendungsmöglichkeiten
im Nichtnahrungsmittelsektor,
• die Informationsvermittlung und Beratung für Produzenten, Verarbeiter und Anwender sowie Verbraucher
nachwachsender Rohstoffe,
• die Öffentlichkeitsarbeit für die Verwendung
nachwachsender Rohstoffe.
Die derzeitigen Förderschwerpunkte des Programms
sind:
• Züchtungsstrategien für nachwachsende Rohstoffe
• wissenschaftliche Nachwuchsgruppen zur stofflichen
und energetischen Biomassenutzung
• stoffliche Nutzung von Lignin
• biobasierte Polymere und biobasierte naturfaserverstärkte Kunststoffe
• Energiepflanzenanbau
• feste Bioenergieträger
• stoffliche und konstruktive Nutzung von Holz
• Synthese und Anwendung von Spezial- und Feinchemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen
• Bioethanol aus Lignocellulose
Mit der Durchführung dieses Förderprogramms ist die
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) als
Projektträger des BMELV beauftragt.
Projektträger FNR: www.fnr.de

FoRscHunGsscHweRpunkte

zenschutzmitteln, zur Züchtung klimaangepasster Kulturpflanzen und zur Verbesserung der Energieeffizienz in
der Agrarwirtschaft unterstützt.

•	�

Schwerpunkte der Forschung und Entwicklung im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und anderer nachhaltiger
Formen der Landwirtschaft (insgesamt 16 Mio. Euro) sind
u. a. ökonomische Fragen des ökologischen Landbaus,
andere nachhaltige Verfahren der Landbewirtschaftung
sowie die nachhaltige Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung hochwertiger Agrarprodukte.

•	�

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterstützt durch
Forschung und mit witterungsabhängigen Beratungsangeboten die Landwirtschaft, denn diese gehört zu den am
stärksten vom Wetter abhängigen Wirtschaftszweigen.
Einen wichtigen Schwerpunkt bilden beim DWD auch
Untersuchungen und Vorhersagemodelle zu Auswirkungen zukünftiger Klimaverhältnisse auf die Land- und
Forstwirtschaft.

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungs- 

und Entwicklungsaufgaben
�
Johann Heinrich von Thünen-Institut, 

Bundesforschungsinstitut für ländliche Räume, Wald und 

Fischerei (vTI) 

www.vti.bund.de
�

Ressortforschung: Kontinuierliche Zusammenarbeit 

mit FuE-Einrichtungen
�
Deutsches Biomasseforschungszentrum (DBFZ)
�
www.dbfz.de
�

2.3 	 Gesundheitlicher und wirtschaftlicher Verbraucherschutz
Das BMELV unterstützt durch seine Ressortforschung und Forschungsförderung den gesundheitlichen und wirtschaftlichen
Verbraucherschutz.
Im Mittelpunkt des gesundheitlichen Verbraucherschutzes
stehen die Verbesserung der Lebensmittel- und Produktsicherheit, die Bekämpfung von Zoonosen sowie die Sicherung und
Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität bei Lebensmitteln, Futtermitteln und anderen Produkten.
Im wirtschaftlichen Verbraucherschutz und zur Verbesserung der Informationsmöglichkeiten für Verbraucherinnen
und Verbraucher hat das BMELV verschiedene Maßnahmen
zur Stärkung der Verbraucherforschung eingeleitet. So werden
die in der Forschung zu den wirtschaftlichen Interessen der
Verbraucherinnen und Verbraucher und in der Verbraucherinformation aktiven Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
sowie Forschergruppen in einem „Netzwerk für Verbraucherforschung“ eine Plattform für den interdisziplinären, verbraucherwissenschaftlichen Austausch und eine Anlaufstelle für
Themen finden. Das Netzwerk soll als Kristallisationspunkt für
die auf die Verbraucherinnen und Verbraucher – nicht auf den
Absatz – ausgerichtete Forschung in Deutschland dienen. In
einem ersten Workshop des Netzwerks Verbraucherforschung
im November 2011 haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit möglichen Forschungsschwerpunkten befasst
und über die Zusammenarbeit im Netzwerk diskutiert.
Zur Deckung des entsprechenden kurzfristigen Entscheidungshilfebedarfs in Fragen der wirtschaftlichen Interessen der
Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der Verbraucherinformation wurde ein Expertenpool aufgebaut. Interessierte
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der rechtswissenschaftlichen, wirtschaftswissenschaftlichen oder sozialwissenschaftlichen Disziplin können hier ihre Expertise einbringen.
Mit der Unterstützung einer Stiftungsprofessur Rechtlicher Verbraucherschutz setzt das BMELV einen neuen Akzent
in seiner eigenen wissenschaftlichen Beratung. Der Lehrstuhl
wurde an der Universität Bayreuth eingerichtet. Gleichzeitig
dient er auch der Stärkung von Forschung zum Verbraucherschutz in Deutschland.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–

BMELV: www.bmelv.de
Projektträger BLE: www.ble.de
Projektträger FNR: www.fnr.de
Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung:
www.fisa-online.de
– BMELV-Forschungseinrichtungen:
www.bmelv-forschung.de
– Deutscher Wetterdienst: www.dwd.de

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

•

Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut
für Tiergesundheit (FLI), verfolgt eigene Forschung zum
Schutz vor Infektionskrankheiten durch eine bessere,
schnellere Diagnose, zu Maßnahmen der Prävention sowie
zu Grundlagen für moderne Bekämpfungsstrategien bei
Tierseuchen und Zoonosen, zur Entwicklung tierschutzgerechter Haltungssysteme und zur effizienten Verwendung
von Futtermitteln für die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel tierischer Herkunft. Dafür stehen dem Institut rund
105 Mio. Euro zur Verfügung.

Bund

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungs- 

und Entwicklungsaufgaben
�
Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut 

für Kulturpflanzen (JKI) 

www.jki.bund.de
�

111

FoRscHunGsscHweRpunkte

Bund

112

•	�

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) forscht u. a.
zur Entwicklung sensitiver Nachweismethoden, zur Gewinnung von Daten als Grundlage für Expositionsabschätzungen, zur Risiko(früh)erkennung und Risikominimierung,
zur Dokumentation, Bewertung, Entwicklung und Validierung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen und zur Risikokommunikation und Risikowahrnehmung. Das Jahresbudget beträgt rund 69 Mio. Euro.

•	�

Das Max-Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für
Ernährung und Lebensmittel (MRI) beschäftigt sich u. a. mit
der Sicherung und Verbesserung der Qualität von agrarischen Rohstoffen und daraus hergestellten Lebensmitteln.
Dem Institut stehen 47 Mio. Euro zur Verfügung.

•	�

Thematische Schwerpunkte des Innovationsprogramms
des BMELV (34,5 Mio. Euro) sind hier u. a. Optimierung der
Qualitätsmanagementsysteme in der Vieh- und Fleischwirtschaft, Verbesserung der Sicherheit und Qualität von
Lebens- und Futtermitteln, Verbesserung des Verbraucherschutzes in der Informationsgesellschaft und bei Dienstleistungsangeboten sowie eine Verbesserung der Information
über Produkteigenschaften.

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungs- 

und Entwicklungsaufgaben
�
Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut 

für Tiergesundheit (FLI) 

www.fli.bund.de
�

Ressortforschung: Kontinuierliche Zusammenarbeit 

mit FuE-Einrichtungen
�
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
�
www.bfr.bund.de
�

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–
–

BMELV: www.bmelv.de
Projektträger BLE: www.ble.de
Bundesinstitut für Risikobewertung: www.bfr.bund.de
Max Rubner-Institut: www.mri.bund.de
BMELV-Forschungseinrichtungen:
www.bmelv-forschung.de
– Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung:
www.fisaonline.de

FoRscHunGsscHweRpunkte

113

Klima/Energie
�

Das vorhandene wissen zur klimaentwicklung lässt keinen Zweifel aufkommen: Das klima hat sich bereits
verändert und wird sich weiter verändern. Zeichen der erderwärmung sind u. a. die steigenden globalen
Mitteltemperaturen, der steigende Meeresspiegel, die abschmelzenden Gletscher und vermehrt extreme
wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, heftige niederschläge und stürme mit einer Zunahme damit
einhergehender schäden. Die politik der Bundesregierung fokussiert daher nicht nur auf Maßnahmen, die
die Menge klimaschädlicher stoffe reduzieren und dadurch die Geschwindigkeit des klimawandels abbremsen sollen, sondern insbesondere auch auf umfassende schutz- und anpassungsmaßnahmen. Vorsorge und die erhöhung der widerstandsfähigkeit aller sektoren ist Ziel der Deutschen anpassungsstrategie
an den klimawandel (Das).
Produktivitätssteigerung bei der Nutzung von Biomasse zur
Nahrungsherstellung und Bioenergieproduktion. Weltweit
besteht die Herausforderung einer bezahlbaren, sicheren und
klimaverträglichen Energieversorgung. Deutschland möchte
bei hoher Effizienz konventioneller Energiesysteme und dem
Einsatz neu entwickelter Technologien mit einem breiten Energiemix Vorreiter sein. Die aktuell zur Verfügung stehenden
Technologien reichen nämlich nicht aus, die künftige EnergieArchitektur entsprechend den wachsenden Anforderungen zu
gestalten. Ein Paradigmenwechsel in Richtung nachhaltiges
Wirtschaften ist unerlässlich.

Bund

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist die Nachfrage nach Rohstoffen enorm gestiegen, verstärkt insbesondere durch den
immens wachsenden Bedarf in den neuen Gestaltungsmächten wie Indien und China. Auch wenn die aktuelle finanzielle
und wirtschaftliche Situation in der Welt dazu geführt hat,
dass die Nachfrage zurückgegangen ist, wird mittelfristig
damit gerechnet, dass diese wieder steigen wird. Effiziente
Strategien für den Umgang mit Rohstoffen – von der umweltund sozial verträglichen Förderung über die Steigerung der
Effizienz bis hin zur Substitution – sind damit nötiger denn je.
Darüber hinaus erfordert die weltweit steigende Nachfrage
nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen eine massive

FoRscHunGsscHweRpunkte

114

Auf einen Blick:
Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit

Bund

Das klima auf der erde verändert sich. Die Forschung zeigt klar, dass dieser wandel wesentlich
durch den Menschen beeinflusst wird, was angesichts des weiterhin rasanten anstiegs der weltbevölkerung zu großen Herausforderungen führt. Die eisdecke schrumpft, die schneebedeckung geht
zurück, und der Meeresspiegel steigt, was zu einer Gefahr für viele länder führen wird. Die Menschheit muss sich in ihrem Handeln anpassen und antworten auf die aktuellen Herausforderungen finden. wir müssen den ausstoß von treibhausgasen verringern (Mitigation) und wege finden, uns an
die klimaveränderung anzupassen (adaptation). Forschung kann uns zeigen, wie das gelingen kann.

Abbildung: Projizierte Änderungen der Erdoberflächentemperatur für das frühe und späte 21. Jahrhundert im Vergleich zum Zeitraum 1980–1999. Die
Grafiken zeigen die AOGCM-Multimodell-Mittel-Projektionen für die A2- (oben), A1B- (Mitte) und B1-5 RES-Szenarien (unten), gemittelt über die Jahrzehnte
2020 – 2029 (links) und 2090 – 2099 (rechts).*

Das Forschungs- und Versorgungsschiff Polarstern

Die Prozesse des Klimasystems sind träge und lassen sich nicht
oder nicht schnell genug umkehren, selbst wenn wir alles für
den Schutz des Klimas tun. Die damit verbundenen Umwälzungen werden wir nur bewältigen, wenn wir neues Wissen
schaffen und es gezielt einsetzen. Eine breite Wissensbasis
und Anwendung wie Verbreitung dieses Wissens sind grundlegend für ein international wirksames Klimamanagement.
Schon heute sind Menschen gezwungen, wegen
klimatischer Extremereignisse ihre Heimat zu verlassen.

Vielen Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Zahlreiche Lebensformen sind bedroht und sterben aus –
darunter Arten, die für unsere Ernährung wichtig sind.
Das Bevölkerungswachstum mit heute mehr als
7 Milliarden Menschen erhöht den Druck auf biologische
Systeme und Ressourcen.
Mit innovativen Konzepten und Technologien wird es uns
gelingen, natürliche Systeme zu bewahren und den Nachschub an Ressourcen dauerhaft sicherzustellen. Rohstoffe
müssen umwelt- und sozialverträglich gefördert und durch
weniger knappe Güter ersetzt und die Recyclingmöglichkeiten ausgeschöpft werden.
Die landwirtschaftliche Produktion muss weltweit massiv
ausgebaut werden. Wir wollen mehr Menschen (besser)
ernähren sowie mit Biomasse Güter produzieren und Energie
gewinnen.
*Aus: IPCC 2007: Klimaänderung 2007: Synthesebericht. Beitrag der Arbeitsgruppen
I, II und III zum Vierten Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für
Klimaänderung (IPCC), Pachauri, R. K. and Reisinger, A., Eds., Cambridge University
Press, Cambridge, United Kingdom und New York, NY, USA. Deutsche Übersetzung
durch die deutsche IPCC-Koordinationsstelle, Berlin, 2007.

FoRscHunGsscHweRpunkte

3

Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit 


Forschung für eine nachhaltige Entwicklung bedeutet, global
Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig regional
Standorte zu sichern. Umwelt- und gesellschaftsverträgliche
Konzepte und Technologien sichern Arbeitsplätze, setzen
Standards und stärken den Export.
Auf der Basis der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und
der Hightech-Strategie verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Klima- und Ressourcenschutz
sowie im Energiebereich mit seinem neuen Rahmenprogramm
Forschung für nachhaltige Entwicklungen (FONA) u. a. folgende
förderpolitische Ziele:

•	�

•	�
•	�
•	�

Stärkung der wissenschaftlichen Exzellenz, um Durchbrüche im Klima- und Ressourcenschutz und in Energiefragen zu erzielen
Stärkung Deutschlands als Technologieführer bei Klimaschutz und Anpassung, nachhaltigem Ressourcenmanagement, innovativen Umwelt- und Energietechnologien
Konzentration der Forschungsförderung auf die Märkte
von morgen, Stärkung der Exportorientierung der deutschen Wirtschaft
Ausbau der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft, Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in die Spitzenforschung
Verzahnung der Forschungs- und Innovationsförderung
unterschiedlicher Ressorts

thematische schwerpunkte
Im Rahmen der Ressortforschung des Bundesministeriums
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) finden
eine Reihe von Aktivitäten zu den Schwerpunkten Umwelt
und Wirtschaft, Ressourceneffizienz, Ressourcenschonung
und Abfallwirtschaft, ökologische Produktpolitik, Klimaschutz
und Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels,
Grundwasser- sowie Gewässer-, Boden- und Meeresschutz statt.
Ebenso gehören zu den Forschungsschwerpunkten Fragen der
Luftreinhaltung, des Lärmschutzes, der nachhaltigen Mobilität, zum Bereich Umwelt und Gesundheit sowie der stofflichen
Risiken, aber auch der nationalen und internationalen Naturschutzpolitik und der biologischen Vielfalt.
Die mit der Landwirtschaft verbundenen Aktivitäten des
Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sind in Kapitel 2 näher beschrieben.
Die Schwerpunkte des BMBF-Rahmenprogramms Forschung für nachhaltige Entwicklungen sind:

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globale Verantwortung – internationale Vernetzung
Erdsystem und Geotechnologien
Klima und Energie
nachhaltiges Wirtschaften und Ressourcen
gesellschaftliche Entwicklungen

Diese Aktionsfelder werden durch Querschnittsthemen ergänzt.
Als zentrale Querschnittsthemen werden Landmanagement,
Ökonomie und Nachhaltigkeit, Forschungsinfrastrukturen,
Naturgefahren, Küstenforschung in Nord- und Ostsee sowie
Forschungen für Küstenzonenmanagement in neuen Gestaltungsmächten bearbeitet. Weitere Themen können bei Bedarf
ergänzt werden. Dabei ist der inter- und transdisziplinäre Ansatz
für diese komplexen Forschungsfelder von großer Bedeutung.
ergebnisse und zusätzliche Informationen
Das jährlich stattfindende „BMBF-Forum für Nachhaltigkeit“ ist
fester Bestandteil des Rahmenprogramms. Hier finden Akteurinnen und Akteure eine Plattform für neue Ideen, persönlichen Austausch und Vernetzung. Aktuelle Ergebnisse aus den
Förderschwerpunkten werden vorgestellt, neue Kooperationen initiiert und der Austausch zwischen Politik, Wissenschaft,
Wirtschaft und Gesellschaft zu den drängenden Fragen der
Nachhaltigkeit vorangetrieben.
Das Internetportal www.fona.de und das BMBF-Forum für
Nachhaltigkeit eröffnen Akteurinnen und Akteuren der Nachhaltigkeit neue Möglichkeiten zur Kommunikation und Interaktion sowie zur Präsentation der Forschungsergebnisse.
Dabei lebt das Portal von der aktiven Beteiligung der Akteurinnen und Akteure, die hier die Möglichkeit haben, eigene
Aktivitäten in Forschung, Entwicklung und Bildung für Interessenten aus Gesellschaft, Wirtschaft und Aus- und Weiterbildung zu präsentieren. Zusätzlich können Akteurinnen und
Akteure auch das umfangreiche Serviceangebot nutzen und
sich über aktuelle Publikationen, Veranstaltungen, Pressemeldungen und Ausschreibungen informieren oder ihrerseits auf
interessante Termine und Links hinweisen.
Mit dem Motto „Zukunftsprojekt Erde“ wird 2012 zum Wissenschaftsjahr zur Nachhaltigkeit. Wissenschaft und Forschung
werden als Ideengeber und Berater für Politik, Wirtschaft und
Gesellschaft in der Nachhaltigkeitspolitik sichtbar, Zukunftsfragen werden offen und kontrovers diskutiert. Die dabei entwickelten Lösungen sind eine Entscheidungshilfe für Politik,
Unternehmen wie auch Bürgerinnen und Bürger. Das Thema
soll gerade junge Menschen ansprechen und ihr Interesse an

Bund

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115

FoRscHunGsscHweRpunkte

116

der Forschung zur Nachhaltigkeit wecken. Die Erkenntnisse
des Wissenschaftsjahres werden in zukünftige Forschungsprogramme einfließen.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–

www.fona.de
http://ptdlr-klimaundumwelt.de/index.php
www.ideen-zuenden.de/de/683.php
www.bmu.de/forschung/aktuell/1239.php

Bund

3.1 	 Klima, Klimaschutz,
globaler Wandel
Gesellschaftliche, ökonomische und technische Entwicklungen
führen weltweit zu Veränderungen in Klima und Umwelt. Damit verändern sich die Lebensbedingungen auf der Erde – zum
Beispiel die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen wie Luft,
Wasser und Vegetation. Es verändern sich aber auch die sozialen Lebensgrundlagen. Deutschland ist hier als Betroffener,
Mitverursacher und Problemlöser gleichermaßen gefordert.
Daraus leiten sich zahlreiche Fragen und Aufgaben für Forschung, Bildung und Innovation ab, denen private Akteure aus
eigenem Interesse nicht nachgehen können oder wollen. Das
BMBF verfolgt daher im Rahmen seiner Forschungspolitik auch
einen Auftrag der gesellschaftlichen Vorsorge und Verantwortung zur Bewahrung der Lebensgrundlagen. Andererseits hat
es die Aufgabe, die deutsche Wirtschaft dabei zu unterstützen,
sich auf wandelnde internationale Märkte und Wettbewerbsbedingungen einzustellen.
Die Forschungsförderung des BMBF ist gleichermaßen
bedarfs- wie zukunftsorientiert. Das heißt, Forschung sorgt für
belastbarere Trendaussagen und Bewertungen (handlungsorientiertes Systemwissen), sagt Folgen voraus, bewertet diese
und stellt anwendbare und zielgerichtete Anpassungsoptionen zur Verfügung (Anpassungsforschung), lässt effektive Minderungstechnologien und -verfahren entwickeln (Forschung
zur Mitigation) und erarbeitet Instrumente und Methoden zur
Entscheidungsfindung (Entscheidungsinstrumente).
Die Bundesregierung bekennt sich dabei zu ihrer globalen
Verantwortung, denn Klima macht an keiner Grenze halt. Das
BMBF hat richtungweisende Initiativen zur Zusammenarbeit
mit neuen Gestaltungsmächten intensiviert. Es beteiligt sich
im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit z. B. an ERANets und engagiert sich in den 2008 von der Europäischen
Kommission zur Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen (wie dem Klimawandel) ins Leben gerufenen
Joint-Programming-Initiativen. Durch die Unterstützung
internationaler Programme und Sekretariate positioniert sich
Deutschland auch angemessen in der internationalen Umweltforschung.
Klimaschutz beinhaltet aber auch Schutz vor dem Klima. Warnungen vor Extremereignissen basieren auf einer
Wettervorhersagekette, in der Beobachtungen, numerische
Wettervorhersagemodelle und Verfahren zur Verdichtung der
Information für die Meteorologen im Warndienst zur Verfü-

gung stehen. In der dem BMVBS nachgeordneten Behörde
Deutscher Wetterdienst (DWD) finden wesentliche Forschungsund Entwicklungsarbeiten statt, in denen die gesamte Kette von
der Beobachtung bis hin zur Unterstützung der Warnungen
ständig verbessert wird. Messverfahren werden weiterentwickelt, wodurch automatische Beobachtungen in Dauerbetrieb
ermöglicht werden. Numerische Wettermodelle werden entwickelt (z. B. ICON), für den Einsatz auf Hochleistungsrechnern optimiert und ständig verbessert, um die Beobachtungen (z. B. die
Daten des neuen Radarverbundes des DWD und Satellitendaten)
zu assimilieren und Vorhersagen zu produzieren. Hierzu gehören innovative Ensemblevorhersagesysteme, um probabilistische Aussagen treffen zu können. Verfahren werden entwickelt,
um die Informationen aus den Vorhersagemodellen und Beobachtungen zu verdichten und damit den Entscheidungsprozess
der Meteorologen im Warndienst zu optimieren. Ende 2010
wurde das Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung gegründet,
eine Kooperation zwischen Universitäten und dem DWD.

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)
www.bafg.de

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)
www.baw.de

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Deutscher Wetterdienst (DWD)
www.dwd.de

0" weiterführende Informationen im Internet
– http://ptdlr-klimaundumwelt.de/de/97.php
–	�Hightech-Strategie: www.bmbf.de/pub/hightech_
�
strategie_fuer_klimaschutz.pdf
�
– Projektträger DLR: www.dlr.de/pt
– BMBF: www.bmbf.de/de/8493.php
– DWD: www.dwd.de

3.1.1 	 klima- und klimafolgenforschung
und lebensraum erde
Das Verständnis natürlicher und sozialer Systeme ist die Grundlage für die Entwicklung und Bewertung von Handlungsstrategien, mit denen eine Zukunft unter veränderten globalen
Umweltbedingungen gestaltet werden kann. Die Forschung
versucht, Schlüsselprozesse genau zu erfassen sowie deren Ver-

FoRscHunGsscHweRpunkte

0	" weiterführende Informationen im Internet
– MiKlip: www.fona-miklip.de
– http://ptdlr-klimaundumwelt.de/de/773.php
– www.bmu.de/Klimaschutz/downloads/doc/47641.php

3.1.2 klimawissen nutzbar machen
Die Veränderungen der Umwelt durch den Klimawandel
wirken sich auf die Bedingungen für Investitionen und die Entwicklung von Märkten aus. Damit Industrie und Finanzwirtschaft sich darauf einrichten können, brauchen sie Informationen über zukünftige Prozesse. Das Gleiche gilt für Bereiche wie
etwa den Tourismus oder die Wasserwirtschaft. Die Bundesregierung hat deshalb die Verbesserung von Informations- und

Beratungsmöglichkeiten zu einem Ziel der Hightech-Strategie
und der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel
(DAS) gemacht. Das Climate Service Center (CSC), dessen Aufbau durch das BMBF von 2009 bis 2014 mit bis zu 20 Mio. Euro
unterstützt wird, soll mit einer neuen Generation von Informations- und Beratungsangeboten die Brücke zwischen der
Klimaforschung und Nutzern bilden. BMBF, BMU und BMVBS
haben darüber hinaus vereinbart, den Service des CSC, das eng
mit dem Deutschen Wetterdienst kooperiert, gemeinsam zu
nutzen. Das BMVBS ermöglicht mit dem Climate Data Center
(CDC) seiner Oberbehörde DWD insbesondere den Klimaforschungseinrichtungen in der Bundesrepublik einen gebündelten Zugriff auf die umfangreichen historischen, aktuellen und
zukünftig auch projizierten Klimadaten, über die der DWD für
den nationalen, europäischen und globalen Kontext verfügt.
Eine Erweiterung des CDC für nachbearbeitete (herunterskalierte und biaskorrigierte) Zeitreihen von Klimaprojektionen
sowie eigene Originaldaten ist in Bearbeitung und wird 2012
nutzergruppenorientiert freigeschaltet werden.
Zur Unterstützung des Prozesses der Anpassung an die
unabwendbaren Folgen des Klimawandels wurde 2006 das
Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) im
Umweltbundesamt (UBA) eingerichtet. KomPass wertet bestehende Forschungsergebnisse aus, fördert die Kooperation und
Vernetzung der für die Anpassung verantwortlichen Akteure
und unterstützt das BMU bei der DAS-Umsetzung.
Im BMU sowie dessen nachgeordneten Behörden, dem
Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem UBA, gibt es Querschnittsvorhaben, die spezifisch der Umsetzung und Weiterentwicklung der DAS dienen. Dazu gehören:

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Ermittlung/Bewertung der Vulnerabilität in Deutschland
Auswirkungen des Klimawandels auf Umweltschutzgüter
bzw. für ausgewählte Risikobereiche
Grundlagen zur Planung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen wie bspw. ökonomische Grundlagen
zur Erfassung und Bewertung der Kosten und Nutzen von
Anpassungsmaßnahmen
Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen und -instrumenten zur Unterstützung der Erarbeitung und Fortschreibung des DAS-Aktionsplans
Monitoring und Evaluierung wie z. B. die Erarbeitung eines
Indikatorensets zur DAS
Stärkung der Vernetzung und Kommunikation

In einem gemeinsamen Vorhaben der Bundesressorts werden
die Bundesoberbehörden unter der Steuerung des UBA bis 2014
ein Gesamtbild der Vulnerabilität in Deutschland erstellen,
das zugleich eine wichtige Basis für die Weiterentwicklung der
DAS liefern wird.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungs- und
Entwicklungsaufgaben
Umweltbundesamt (UBA)
www.umweltbundesamt.de

Bund

änderung zu beschreiben und zu verstehen. Die Beobachtung
und Analyse globaler Stoffkreisläufe sind wichtige Elemente
zum besseren Systemverständnis.
Damit können Veränderungen natürlicher Systeme simuliert und Trends erkannt werden. Ein Beispiel hierfür ist die seit
September 2011 laufende Fördermaßnahme MiKlip – Mittelfristige Klimaprognosen. Mit Vorhersagen für einen Zeitraum von
ungefähr zehn Jahren verbessert sie die Planungssicherheit.
Das neue BMBF-Programm Ökonomie des Klimawandels untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher Emissionspfade
und bewertet ihre ökonomischen, sozialen, ökologischen und
technologischen Implikationen. Sie schafft eine quantitative
Grundlage, um Handlungsoptionen gegeneinander abwägen
und in einen globalen Zusammenhang stellen zu können.
Aus dem Umsetzungsprozess der Ende 2008 beschlossenen Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS)
ergeben sich zahlreiche Handlungsfelder und vielfältiger
Forschungsbedarf, denen sich der Aktionsplan Anpassung
widmet. Der von allen Ressorts unter Federführung des BMU
erarbeitete Aktionsplan Anpassung wurde am 31. August 2011
vom Bundeskabinett verabschiedet und erfasst alle relevanten Lebensbereiche. Da für alle Sektoren die Infrastruktur und
ihre Widerstandsfähigkeit bezüglich Klimaereignissen von
besonders hohem Stellenwert und unsere Gesellschaften in
hohem und weiterhin zunehmendem Maße von verlässlicher
und sicherer Mobilität abhängig sind, sind die Auswirkungen
klimatischer Veränderungen auf die Verkehrsinfrastrukturen
besonderer Bestandteil der forschungs- und infrastrukturpolitischen Aktivitäten des Bundesministeriums für Verkehr, Bau
und Stadtentwicklung (BMVBS) und seinem Geschäftsbereich
zugeordneten Einrichtungen mit deren Ressortforschungsaufgaben. Maßnahmen sind das Forschungsprogramm KLIWAS
– Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt in Deutschland; die Bereitstellung von Daten, Produkten,
Dienstleistungen und Infrastrukturen durch den DWD, z. B.
Entwicklung des Vorhersagemodells ICON; die Erweiterung
des Erstumfangs des ZWEK-Ensembles (Zusammenstellung von
Wirkmodelleingangsdatensätzen für die Klimafolgenabschätzung), um eine probabilistische Auswertung von Lufttemperatur- und Niederschlagsdaten und darauf basierender, ausgewählter Kennwerte zu ermöglichen.

117

FoRscHunGsscHweRpunkte

118

0" weiterführende Informationen im Internet
– CSC: www.climate-service-center.de
– KomPass: www.anpassung.net
–	�DAS: www.bmu.de/klimaschutz/anpassung_an_den_
klimawandel/doc/42781.php; www.anpassung.net
– www.bmu.de/Klimaschutz/downloads/doc/47641.php
– http://klimzug-nord.de
– www.kliwas.de
– www.dwd.de/cdc

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungs- und
Entwicklungsaufgaben
Bundesamt für Naturschutz (BfN)
www.bfn.de

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.fona.de
– www.gbif.de
– www.biodiversa.org

Bund

3.1.3 Biodiversität
Der Verlust der biologischen Vielfalt stellt eine ähnlich große
Herausforderung wie der Klimawandel dar und ist eng mit
diesem verbunden. Die Zerstörung von Lebensräumen schreitet voran, viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Bereits
ausgestorbene Arten sind irreversibel verloren. Noch immer
bestehen gravierende Wissenslücken in Bezug auf Ursachen,
Ausmaß und Folgen des Verlustes der biologischen Vielfalt.
Die Forschungsförderung des BMBF setzt den Rahmen für
ein besseres Verständnis der Wechselwirkungen zwischen
menschlichen Gesellschaften, Ökosystemen und globalem
Wandel und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung.
Mit ca. 17,5 Mio. Euro (im Zeitraum 2001 bis 2013) fördert
das BMBF die Global Biodiversity Information Facility (GBIF).
GBIF ist eine internationale Initiative von mehr als 100 Staaten
und internationalen Organisationen mit dem Ziel, wissenschaftliche Daten und Informationen zur Biodiversität (aus
naturkundlichen Forschungssammlungen sowie Beobachtungsdaten) in digitaler Form über das Internet weltweit frei
und dauerhaft verfügbar zu machen. In Deutschland wurden
insgesamt acht GBIF-Knoten, die sich an großen Organismengruppen orientieren, eingerichtet. Seit dem Jahr 2007 beteiligt
sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Hälfte
am jährlichen GBIF-Mitgliedsbeitrag.
Die nationale Forschungsförderung wird im ERA-Net
BiodivERsA mit einem Netzwerk von 21 Forschungsförderorganisationen aus 15 europäischen Ländern abgestimmt. Auf
Grundlage gemeinsamer Ausschreibungen aus den Jahren
2008 und 2010 (Gesamtvolumen 32,9 Mio. Euro) fördert das
BMBF 15 Vorhaben. Die Forschung untersucht, wie Ökosysteme
funktionieren und Dienste zur langfristigen Sicherung des
menschlichen Wohls (Ökosystemdienstleistungen) bereitstellen. Außerdem werden Methoden und Maßnahmen zum
Ökosystemmanagement entwickelt und für die Beratung von
Politik und Verwaltung bereitgestellt.
Im BMU und im Bundesamt für Naturschutz (BfN) werden
60 bis 70 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Biodiversität und insbesondere zur Umsetzung der nationalen Strategie
zur biologischen Vielfalt in Auftrag gegeben.

3.1.4 wasserforschung
Es ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, die
Versorgung der Menschheit mit ausreichend sauberem Wasser
sicherzustellen. Globale Umweltveränderungen (z. B. Landnutzungsänderungen und Klimaänderungen) beeinflussen die
globalen und regionalen Wasserkreisläufe und stellen damit
die mittel- und langfristige Wasserverfügbarkeit infrage.
Bevölkerungswachstum, Wasserverschmutzung und ein steigender Pro-Kopf-Wasserverbrauch wirken sich zudem auf die
Wasserqualität und -quantität aus. Nutzungskonflikte sind vorprogrammiert. Das BMBF hat deshalb im Rahmenprogramm
FONA mit dem neuen Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Wassermanagement“ (NaWaM) die Voraussetzungen geschaffen,
das innovative Potenzial der deutschen Forschung zur Lösung
der genannten Herausforderungen noch besser zu nutzen.
Übergeordnetes Ziel der BMBF-Förderung ist die Entwicklung
von Entscheidungsunterstützungssystemen sowie das Aufzeigen und Bewerten von Handlungsoptionen, um hierdurch ein
nachhaltiges Management der lebensnotwendigen Ressource
Wasser zu ermöglichen.
Die europäische Wasserrahmenrichtlinie stellt national
grundsätzlich neue Anforderungen an den ökologischen,
mengenmäßigen und chemischen Zustand der Gewässer. Dies
erfordert auch umfangreiche methodische Neuentwicklungen
auf fachlich-technischer als auch organisatorischer Ebene.
Die europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie ist thematisch sowohl mit der Wasserrahmenrichtlinie, aber auch mit
der Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie verzahnt. Mit ihrem Ökosystemansatz, der zugleich
ein integratives Vorgehen erfordert, stellt sie eine Herausforderung besonderer Art dar, zu deren Bewältigung – vergleichbar
dem Vorgehen bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie
– eine Reihe methodischer Neu- und Weiterentwicklungen auf
fachlicher und organisatorischer Ebene erforderlich sind.
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde nimmt mit ihrem
umfassenden Wissen über den Wasserkreislauf, dem Wasserdargebot und dem Zustand der Gewässer in Deutschland, ihrer
Vernetzung im internationalen Raum und ihren Forschungsaktivitäten als zentrale Bundeseinrichtung mit FuE-Aufgaben
im Geschäftsbereich des BMVBS hier eine besondere Rolle ein.
Lösungsansätze des Bundes für eine nachhaltige Nutzung
der Bundeswasserstraßen zielen verstärkt darauf ab, Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur im Rahmen der

FoRscHunGsscHweRpunkte

119

ZukunFtspRoJekt

Die CO2-neutrale, energieeffiziente
und klimaangepasste Stadt
Der energie- und Ressourcenverbrauch in Deutschland konzentriert sich überwiegend auf die städte.
städte und urbane lebensräume haben daher für die Bewältigung der großen Herausforderungen
des 21. Jahrhunderts eine schlüsselfunktion. aufgrund des erheblichen und stetig weiter steigenden
anpassungsbedarfs und auch aufgrund der vielfältigen Betroffenheit der städte durch den klimawandel sind alle gesellschaftlichen akteure und alle politikfelder disziplinübergreifend gefragt und
müssen konzeptionell und praktisch zusammengeführt werden.

Bund

Die Verwirklichung der Zukunftsvision einer
„CO2-neutralen, energieeffizienten und
klimaangepassten Stadt“ kann gelingen, wenn
gleichzeitig die energetische Modernisierung
von Gebäuden und Produktionsanlagen, die
zukunftsfähige Gestaltung einer nachhaltigen
Mobilität sowie der Ausbau intelligenter
Energienetze vorangetrieben werden. Städte
sollen sich dem Klimawandel anpassen und
dafür das regionale Umfeld sowie unterschiedliche Stadt-Land-Beziehungen berücksichtigen.
Die Aktivitäten setzen auf eine breite Beteiligung aller gesellschaftlichen Akteure.
Mit der Herausforderung der „CO2-neutralen, energieeffizienten und klimaangepassten Stadt“ als einem der wichtigsten
politischen Zukunftsthemen haben sich die
zuständigen Ministerien schon umfassend auseinandergesetzt. Sie werden dabei von der Forschungsunion WirtschaftWissenschaft unterstützt. Der damit bereits heute verfügbare Fundus an vielfältigen Erkenntnissen und
Problemlösungen für Teilaspekte dieser komplexen Materie

auf den verschiedensten Handlungs- und Erkenntnisebenen
ist beeindruckend.
Die Hightech-Strategie greift die bereits zahlreich
vorhandenen innovations- und forschungspolitischen
Initiativen der zuständigen Ressorts auf und führt verschiedene Pfade zusammen. Zum einen sollen so
wichtige Erkenntnisse der Forschung im
Praxistest frühzeitig ihre Wirksamkeit unter
Beweis stellen. Zum anderen ist es das Ziel,
Einzelfragen der Praxis zeitnah den Weg
zurück in die Forschung zu bahnen.
Federführende Ressorts: BMVBS, BMBF
Mitwirkende Ressorts: BMU, BMWi
Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im
Rahmen der jeweils geltenden Finanzplanung
bis zu 560 Mio. Euro vorgesehen.

FoRscHunGsscHweRpunkte

120

wasserwirtschaftlichen Unterhaltung und zur Erhaltung und
Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit von
Staustufen zu entwickeln und umzusetzen.

Modellvorstellungen zum Gesamtsystem entwickelt, um Prognoseinstrumente für die Entwicklung von Klima und Umwelt
zu schaffen und Planungsinstrumente für eine nachhaltige
Ressourcennutzung zu entwickeln.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– NaWaM: www.fona.de/de/9847
– IWRM: www.bmbf.wasserressourcen-management.de
– GLOWA: www.glowa.org
– Europäische Hochwasserforschung: www.crue-eranet.net
–	�Gewässerschutz – WRRL: www.bmu.de/gewaesserschutz/
aktuell/3795.php

Bund

3.2 	 Küsten-, Meeres- und Polarforschung, Geowissenschaften
Das System Erde zeichnet sich durch eine hohe Komplexität
aus. Die das Erdsystem bestimmenden Prozesse sind miteinander gekoppelt und bilden verzweigte Ursache-WirkungsKetten. Zahlreiche Einzelfaktoren beeinflussen eine Vielzahl
äußerst sensibler Kreisläufe und damit das Gleichgewicht
unseres Planeten. Beobachtete oder vorhergesagte Veränderungen manifestieren sich auf unterschiedlichen Raum- und
Zeitskalen in den Subsystemen des Erdsystems: Atmosphäre,
Geosphäre, Hydrosphäre und Biosphäre. Künftig werden verstärkt die Wechselwirkungen der Subsysteme untersucht und

Infobox
extremwerte aus klimaprojektionen
Eines der zukünftigen Forschungsthemen wird sein,
Kenntnisse von möglichen meteorologischen Extremwerten als Folge des zukünftigen Klimawandels zu gewinnen.
Dies ist von großer Wichtigkeit für die Vorsorge unserer
Gesellschaft vor der zu erwartenden Zunahme von
witterungsbedingten Extremwetterereignissen. Zudem
zeigen Evaluationen von Klimaprojektionen, dass die
Fehler bei der Simulation von Extremereignissen deutlich
höher sind als bei der Simulation mittlerer Verhältnisse.
Eine möglichst belastbare Auswertung regionaler Klimaprojektionen für Deutschland hinsichtlich der Änderung des
Extremverhaltens von Temperatur, Niederschlag und
Windgeschwindigkeit ist daher erforderlich. Der Deutsche
Wetterdienst wird daher im Rahmen einer ressortübergreifenden Behördenallianz aus dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), dem Umweltbundesamt (UBA) und dem Technischen Hilfswerk (THW) ein
Projekt zur Auswertung von Extremwerten aus regionalen
Klimaprojektionen durchführen.
Federführendes Ressort: BMVBS
(Deutscher Wetterdienst, DWD)
Mitwirkendes Ressort: BMU (UBA)

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

•
•
•
•

Meeresforschung
Polarforschung
Geowissenschaften, Geotechnologien
Europäische und internationale Zusammenarbeit

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF: www.bmbf.de/de/7605.php
– Forschungszentrum Jülich:
www.fz-juelich.de/ptj/system-erde
– BMBF – Planet Erde: www.planeterde.de

3.2.1 	 Meeresforschung
Zur Klärung von Austauschvorgängen zwischen Ozean und
Atmosphäre und als wesentlichen Beitrag zur Klimaforschung
fördert das BMBF die Projekte Surface Ocean Processes in the
ANthropocene (SOPRAN) und Der Nordatlantik als Teil des
Erdsystems: Vom Systemverständnis zur Analyse regionaler
Auswirkungen (NORDATLANTIK).
Meeresforschung und -überwachung bedarf geeigneter
Technik, um erfolgreich zu sein. Hierzu wird die Entwicklung neuartiger Sensortechnologien und autonom arbeitender Steuerungssysteme gefördert, u. a. Brennstoffzellen zur
Energieversorgung und Module zur submarinen Informationsübertragung. Es ist eine Aufgabe der Zukunftsvorsorge,
Konzepte zu entwickeln, die eine nachhaltige Nutzung der
Küstenräume ermöglichen. Dazu unterstützt das BMBF die
Küstenforschung in Nord- und Ostsee auf der Basis einer dafür
geschaffenen Agenda. Zudem werden Vorhaben im Küsteningenieurwesen mit den Schwerpunkten Küstenschutz und
Hochwasserschutz gefördert.
Vor dem Hintergrund steigenden Nutzungsdrucks auf
die Meere finanziert das BMU u. a. Forschung zur integrativen
Bewertung des ökologischen Zustands der Meere und ihrer
Belastungen durch z. B. Fischerei, Eutrophierung, Schadstoffe,
Müll und Unterwasserlärm, einschließlich kumulativer Effekte.
Darüber hinaus werden die Nutzungen der Meeresumwelt einer sozioökonomischen Analyse und Maßnahmen zum Schutz
der Meeresumwelt einer Folgenabschätzung einschließlich
Kosten-Nutzen-Analyse unterworfen.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
www.bsh.de

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) führt
im Bereich Meeresforschung zahlreiche meeres- und schiff-

FoRscHunGsscHweRpunkte

fahrtsbezogene Disziplinen zusammen. Hierzu zählen meereskundliche Untersuchungen zur Verbesserung der Kenntnisse
über das Meer ebenso wie wissenschaftliche Arbeiten zur
Erfüllung von Aufgaben wie Wasserstandsvorhersage und Gezeitendienste, Sturmflutwarndienste oder Eisdienst. Entwicklung und Betrieb computergestützter operationeller Modelle
zur Vorsorge für Seenotfälle und Schiffsunfälle ermöglichen
Verdriftungsvorhersagen für infolge von Seeunfällen vermisste
Menschen oder z. B. für ausgetretene Schadstoffe wie Chemikalien und Öl. Diese Modelle werden neuesten Erkenntnissen
entsprechend kontinuierlich weiterentwickelt.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
www.bgr.bund.de

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF – Planet Erde:
www.planeterde.de/forschung/projekte/bmbf-projekte
– Forschungszentrum Jülich:
www.fz-juelich.de/ptj/meeresforschung
– BMU: www.bmu.de/forschung/ufoplan/doc/40881.php
– BSH: www.bsh.de
–	�BGR: www.bgr.bund.de/DE/Themen/MarineRohstoffforschung/marinerohstoffforschung_node.htm

•	�
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•	�

Analyse von Spurenstoffen in der Atmosphäre, der
Hydrosphäre und der Biosphäre der Antarktis
Struktur, Dynamik und Funktionsprinzipien polarer
Ökosysteme
Massenhaushalt und Dynamik von Land- und Schelfeis
Struktur der Erdkruste und des Erdmantels des
antarktischen Kontinents

Die vom BMBF geförderten Arbeiten konzentrieren sich auf
die Region der Arktis und werden im Rahmen der deutschrussischen Zusammenarbeit durchgeführt. Im Einzelnen
sind die Verbundvorhaben ICDP-ELGYGYTGYNSEE und
System Laptev-See POLYNJA zu nennen. Am Elgygytgynsee
werden Paläoklima-Untersuchungen an den Sedimentsequenzen durchgeführt, um die Klima- und Umweltgeschichte in der Region seit dem Pliozän lückenlos rekonstruieren
zu können. Mit dem Verbundvorhaben System Laptev-See
sollen die Polynjen- und Frontensysteme in den eurasischen
Schelfmeeren am Beispiel der Laptev-See fächerübergreifend studiert werden.
Die BGR-Polarforschung kann auf eine fast 35-jährige Tradition zurückblicken. Bis Ende 2011 sind insgesamt 16 marine
geophysikalische Expeditionen und 40 geowissenschaftliche
Landexpeditionen in die Polargebiete organisiert und durchgeführt worden. Die BGR kooperiert dabei mit deutschen und
ausländischen Universitäten, geologischen Diensten und Polarforschungseinrichtungen.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�BMBF – Planet Erde: www.planeterde.de/forschung/
projekte/bmbf-projekte
–	�Forschungszentrum Jülich: www.fz-juelich.de/ptj/
�
polarforschung
�
–	�BGR: www.bgr.bund.de/DE/Themen/Polarforschung/
polarforschung_node.html

3.2.2 polarforschung
Die Polargebiete sind Schlüsselregionen für die Klimaentwicklung und damit für das Leben auf unserem Planeten. Themenschwerpunkte der Polarforschung sind die Untersuchung der
Wechselwirkungen von Kryo-, Hydro- und Atmosphäre. Im
Vordergrund stehen Klima- und Ökosystemforschung, aber
auch die Entwicklung polartauglicher Technologie und die
Suche nach Naturstoffen. Das BMBF fördert Projekte, insbesondere in der Arktis, die sich mit Veränderungen in marinen und
terrestrischen Bereichen der Polargebiete und deren Auswirkungen auf Umwelt und Ökosysteme befassen. Eine Einbindung der Vorhaben in bilaterale Abkommen zur wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit im Rahmen von Kooperationen mit ausländischen Partnern wird dabei angestrebt.
prioritäre themen der deutschen polarforschung

•	�

Bedeutung der Polargebiete für das Klimageschehen,
thermische und dynamische Wechselwirkungen zwischen
Atmosphäre – Ozean – Kryosphäre

3.2.3 Geowissenschaften, Geotechnologien
Ziel der Geowissenschaften ist es, Prozesse und Wechselwirkungen im Innern und an der Oberfläche des Planeten zu verstehen
und anthropogene Einflüsse auf natürliche Kreisläufe abzuschätzen. Im Rahmen des Sonderprogramms Geotechnologien
werden vom BMBF Projekte zu den Themen Fernerkundung,
Frühwarnsysteme, Mineraloberflächen und Tomografie sowie
geologische Kohlendioxid-Speicherung gefördert.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Im Mittelpunkt von Fernerkundungsvorhaben steht die Nutzung der Informationen aus den Satellitenmissionen CHAMP,
GRACE und GOCE zur Bereitstellung hochpräziser Modelle des
Erdschwere- und Erdmagnetfeldes.
Auch die Entwicklung von Frühwarnsystemen zur Schadensminderung bei Erdbeben und Tsunamiwellen sowie Massenbewegungen und Vulkanausbrüchen waren Gegenstand
der BMBF-Förderung. So wurde z. B. mit dem Projekt EXUPERY

Bund

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
führt Untersuchungen zu Rohstoffvorkommen durch, dies
umfasst auch Fragen des Tiefseebergbaus. Ein weiterer wichtiger Aspekt der BGR-Meeresforschung ist die Untersuchung
sedimentärer Ablagerungen des Meeresbodens unter umweltund paläoklimatischen Gesichtspunkten.

121

FoRscHunGsscHweRpunkte

122

ein mobiles Überwachungssystem geschaffen, das im Fall eines
drohenden Vulkanausbruchs weltweit eingesetzt werden kann.
Mit der Projektförderung zum Thema Mineraloberflächen
sollen Struktur und Eigenschaften geogener und biogener
Minerale bzw. mineralischer Massenprodukte charakterisiert
werden. Im Rahmen des Schwerpunktes Tomografie konzentriert sich die BMBF-Förderung auf Technologien und Methoden, die auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen
Skalen eine hochauflösende Abbildung von Strukturen und
Prozessen im Untergrund ermöglichen.
Die geologische Speicherung von Kohlendioxid kann einen
Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten. Aus diesem Grund
unterstützt das BMBF Forschungsarbeiten, die grundlegende
Fragestellungen für eine sichere Lagerung des Klimagases
klären sollen. 2010 wurde das Forschungsprojekt CO2MAN begonnen, in dessen Rahmen die Speicherung von Kohlendioxid

Infobox

Bund

Geodäsie zur tsunamiwarnung
Am 26. Dezember 2004 kostete ein Seebeben im
Indischen Ozean – das drittstärkste je gemessene Beben
– mindestens 231.000 Menschen in acht asiatischen
Ländern das Leben. Die Flutwelle drang mehrere
Tausend Kilometer bis nach Ost- und Südostafrika vor
und forderte dort weitere Opfer. Ziel ist es, durch die
Auswertung verschiedener Messgrößen möglichst
frühzeitig Hinweise auf einen Tsunami und dessen
Ausmaß zu erhalten. Für die beschriebene Region
vergehen von der Entstehung eines Tsunamis bis zum
ersten Aufrollen der Welle auf die Festlandküsten von
Indonesien etwa 20 Minuten. In dieser Zeit können
verschiedene Sensoren, die an unterschiedlichen
Standorten im Ausbreitungsbereich der Welle aufgebaut werden, frühzeitig Abweichungen vom Normalzustand (Anomalien) erfassen, sodass innerhalb kürzester
Zeit Gefährdungskarten für betroffene Regionen im
Warnzentrum vorliegen und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können. GITEWS ist ein Projekt
der deutschen Bundesregierung im Rahmen des
Wiederaufbaus der vom Tsunami betroffenen Region
am Indischen Ozean. Es wird durch ein Konsortium aus
neun Forschungsinstituten in Deutschland getragen:
Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) Konsortialführer, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Bundesanstalt für Geowissenschaften
und Rohstoffe (BGR), Deutsches Zentrum für Luft- und
Raumfahrt (DLR), GKSS Forschungszentrum Geesthacht,
Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM), LeibnizInstitut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR),
United Nations University – Institute for Environment
and Human Security (UNU-EHS).

in einem tiefen Grundwasserleiter erprobt wird.
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) betreibt die zur Beratung der Ressorts notwendige
Zweck- und Vorlaufforschung. Sie bilden die Grundlage für
die fachgerechte Aufgabenerfüllung der BGR und umfassen
methodische und instrumentelle geowissenschaftliche Entwicklungsarbeiten und deren Umsetzung in die Praxis. Die
mittelfristige Forschungsplanung der BGR orientiert sich an
einer Forschungsleitlinie und ist in Forschungs- und Entwicklungsplänen konkretisiert.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– Geotechnologien: www.geotechnologien.de
–	�BMBF – Planet Erde: www.planeterde.de/forschung/
projekte/bmbf-projekte/
– www.co2ketzin.de
– BGR: www.bgr.bund.de

3.3 	 Umwelt- und
Nachhaltigkeitsforschung
Durch nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweisen sowie
innovative Technologien können wir Umweltbelastungen und
die Nutzung natürlicher Ressourcen auf ein dauerhaft verträgliches Maß reduzieren. Das Leitprinzip der nachhaltigen
Entwicklung prägt die Politik der Bundesregierung. Umweltschutz, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Verantwortung sind dabei so zusammenzuführen, dass Entscheidungen unter allen drei Gesichtspunkten dauerhaft tragfähig
sind – in globaler Betrachtung. Die Erhaltung der Tragfähigkeit
der Erde bildet die absolute äußere Grenze; in diesem Rahmen
ist die Verwirklichung der verschiedenen politischen Ziele zu
optimieren.
Mit dem Rahmenprogramm Forschung für nachhaltige
Entwicklungen (FONA) fördert das BMBF gezielt die Erforschung, Umsetzung und Vermittlung von Innovationen für
eine nachhaltige Entwicklung. Der inter- und transdisziplinäre Ansatz des Rahmenprogramms spiegelt die innovative
Weiterentwicklung von bisherigen Forschungskonzepten und
Forschungsergebnissen wider.
Der Beratungs- und Forschungsbedarf, der sich insgesamt
aus den Ressortaufgaben des Bundesministeriums für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ergibt, wird jährlich
in einem Umweltforschungsplan (UFOPLAN) festgelegt.
Die Förderaktivitäten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sind im
Kapitel „Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“
näher beschrieben.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

•
•
•
•

Forschung für Nachhaltigkeit
Gesellschaftliches Handeln in Richtung Nachhaltigkeit
Nachhaltige Nutzungskonzepte für Regionen
Nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen

FoRscHunGsscHweRpunkte

•
•

Konzepte für Nachhaltigkeit in Industrie und Wirtschaft
Europäische und internationale Zusammenarbeit

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF: www.fona.de
– BMU: www.bmu.de/forschung/aktuell/1239.php

3.3.1 	 Forschung für nachhaltigkeit
Im Rahmen der Ressortforschung des BMU werden umweltrelevante Fragen der nachhaltigen Entwicklung bearbeitet
sowie Entscheidungsgrundlagen und -hilfen für die Vorbereitung, Überprüfung, Weiterentwicklung und Umsetzung der
vielfältigen umweltrechtlichen Regelungen und umweltpolitischen Konzeptionen erarbeitet. Derzeit sind die Vorhaben des
BMU zur Nachhaltigkeitsforschung auf die Entwicklung von
Zukunftsszenarien einzelner Gesellschaftsbereiche und von
quantifizierbaren Modellen nachhaltigen Wirtschaftens sowie
auf entsprechende Strategiepfade umweltpolitischer Innovations- und Transformationsprozesse ausgerichtet.
Forschungsgebiete innerhalb des schwerpunkts

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�Nationaler Wohlfahrtsindex: www.polsoz.fu-berlin.de/
polwiss/forschung/systeme/ffu/forschung/projekte/
laufende/07_wohlfahrtsindex/index.html
–	�Grand Design: www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/
systeme/ffu/forschung/projekte/laufende/11_grand_design/
index.html

3.3.2 	 Gesellschaftliches Handeln in Richtung
nachhaltigkeit
Mit der verstärkten Integration gesellschaftlicher Aspekte in
die Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung entspricht das
BMBF Empfehlungen u. a. des Wissenschaftsrats (1994) und des
Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltfragen (1996). Einer
der Schwerpunkte innerhalb des Fördergebiets ist die SozialÖkologische Forschung (SÖF), die Orientierungs- und Handlungswissen zur Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bietet. Bearbeitet werden gesellschaftliche Problemlagen u. a. auf den Gebieten Ernährung und Konsum, Wasserund Energieversorgung sowie gesellschaftliche Auswirkungen
des Klimawandels. Neben der Projektförderung im Rahmen
von Verbundvorhaben werden auch inter- und transdisziplinär
arbeitende Nachwuchsforschergruppen sowie Infrastrukturen an kleineren, nicht grundfinanzierten Forschungsinstituten gefördert. Aktuelle Themenschwerpunkte beziehen
sich auf neue Wege zum nachhaltigen Konsum und soziale
Dimensionen von Klimaschutz und Klimawandel. Ein weiterer
Schwerpunkt widmet sich den Wirtschaftswissenschaften für
Nachhaltigkeit (WiN). Diese BMBF-Förderinitiative verfolgt
das Ziel, wirtschaftswissenschaftliche Forschung aus dem gesamten Spektrum der Volkswirtschaftslehre zu initiieren, um
praktikable Lösungen für Fragen der Nachhaltigkeitspolitik
zu entwickeln und damit zu einer stärkeren Verankerung der
Wirtschaftswissenschaften im deutschen und internationalen
Nachhaltigkeitsdiskurs beizutragen.
Am neu gegründeten „Institute for Advanced Sustainability Studies – Institut für Klimawandel, Erdsystemforschung und
Nachhaltigkeit“ (IASS) in Potsdam arbeiten zudem exzellente
internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu
Fragen globaler Nachhaltigkeit. Ziel ist es, Spitzenforschung zu
vertiefen sowie Erkenntnisse der Wissenschaft im Austausch
mit Politik und Zivilgesellschaft umzusetzen. Das BMBF übernimmt 85 % der jährlichen 9 Mio. Euro Förderung für die nächsten sieben Jahre, das Land Brandenburg trägt 15 %.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–

SÖF: www.sozial-oekologische-forschung.org
WiN: www.wi-n.org
IASS: www.iass-potsdam.de
FONA – Gesellschaft und Ökonomie: www.fona.de/de/9964

3.3.3 	 konzepte für nachhaltigkeit in Industrie
und wirtschaft
Als eines von derzeit acht Technologiefeldern der Förderinitiative KMU-innovativ werden Technologien für Ressourcen- und
Energieeffizienz/Klimaschutz gefördert (400 Bewilligungen
mit einem Gesamtfördervolumen von ca. 80 Mio. Euro).
Der Klimawandel stellt auch für die Finanzwirtschaft
und den Standort Deutschland eine besondere Herausforderung dar. Die Forschungsinitiative CFI – Climate Change,
Financial Markets and Innovation in Verbindung mit dem
Finanzforum:Klimawandel zielt daher darauf ab, zur Beherr-

Bund

In einem BMU-Vorhaben sollen Eckpunkte eines ökologisch
tragfähigen Wohlfahrtskonzepts erarbeitet weren. Ausgangspunkt der Arbeiten ist die Ermittlung geeigneter ökologischer
Ziele eines solchen ökologisch nachhaltigen Wohlfahrtsmodells sowie die Analyse geeigneter Messverfahren nachhaltiger
Entwicklung. Zudem werden aktuell vorliegende „grüne“
Wachstums- und Wohlfahrtsmodelle analysiert, um Ansatzpunkte eines ökologisch tragfähigen Wohlfahrtskonzepts zu
identifizieren. Ergebnis des Vorhabens soll ein Referenzmodell
für künftigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand sowie entsprechende Transformationsprozesse sein, das
für die Ableitung politischer Handlungsempfehlungen und
eine Messung des Umsetzungserfolgs geeignet ist.
Ein zweites Vorhaben greift eine zentrale Empfehlung
des „Peer Review“ zur Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie
von 2009 auf: Es zielt darauf ab, die Zukunftsvorstellung eines
nachhaltigen Deutschlands und konkrete Umsetzungspfade
(Roadmaps) im Sinne eines „Grand Design 2050“ zu erarbeiten
und die dafür erforderlichen konkreten umweltpolitischen
Beiträge der einzelnen Akteure zu identifizieren. Auf dieser
Grundlage sollen Vorschläge für politische Rahmenbedingungen entwickelt werden, die die Akteure bei der Umsetzung
eines Grand Design 2050 effektiv unterstützen können.

123

FoRscHunGsscHweRpunkte

124

schung der Risiken, Minimierung der Kosten und besseren
Nutzung der Chancen beizutragen. Ziel des Vorhabens ist es,
den Forschungs- und Entwicklungsbedarf der Praxis und die
Forschungsperspektiven der Wissenschaft aufzugreifen und
konkrete Beiträge zu erarbeiten, um die effektive und effiziente Umsetzung von Potenzialen für Klimaschutz und Klimaanpassung in Finanz- und Realwirtschaft zu verbessern.
Innovative Prozesse, Produkte und Dienstleistungen ermöglichen es, die Energie- und Ressourceneffizienz zu erhöhen
oder umweltschädliche Emissionen nachhaltig zu vermeiden.
Damit verbunden ist das Ziel, die Rohstoffproduktivität bis zum
Jahr 2020 (im Vergleich zu 1994) zu verdoppeln, die Rohstoffbasis zu verbreitern (weg vom Öl) und die Wirtschaftskraft
deutscher Unternehmen, insbesondere von KMU, dauerhaft zu
stärken. Um eine zeitnahe Umsetzung der Projektergebnisse in
die Praxis zu unterstützen, kommt hier in der Regel das Förderinstrument der anwendungsorientierten Verbundforschung
– der Kooperation zwischen wissenschaftlichen Institutionen
und Akteuren aus der Wirtschaft – zum Einsatz.

Bund

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Innovationen als Schlüssel für Nachhaltigkeit in der Wirtschaft
Von 2005 bis 2012 werden 110 Verbundprojekte mit insgesamt
ca. 120 Mio. Euro durch das BMBF gefördert. Schwerpunkte
sind Verfahrenstechnik, Oberflächen, Leichtbau, Mess-, Regelund Steuerungstechnik.
Bionik
Im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts BIONA – Bionische
Innovationen für nachhaltige Produkte und Technologien werden Forschungsvorhaben, Demonstratoren und Prototypen,
Nachwuchsgruppen und Querschnittsprojekte mit ca. 32 Mio.
Euro (2007 bis 2012) gefördert. Dieser Schwerpunkt läuft aus.
r2 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz –
Rohstoffintensive Produktionsprozesse
Im Fokus stehen rohstoffnahe Industrien mit hohem Materialeinsatz. Gefördert werden v. a. Projekte in der Metall- und
Stahlindustrie, der Chemie-, Keramik- und Baustoffindustrie.
22 Verbundprojekte werden seit 2009 mit insgesamt 38 Mio.
Euro gefördert.
r3 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz –
Strategische Metalle und Mineralien
Gefördert werden Verbundprojekte mit dem Ziel, Effizienzsprünge in der Ressourcennutzung zu erreichen. Vor dem
Hintergrund zunehmender Rohstoffverknappung liegt der
Fokus auf Steigerung der Rohstoffeffizienz, Recycling und
Substitution knapper strategisch relevanter Rohstoffe. Als
strategisch relevant werden Metalle und Industriemineralien
bezeichnet, die sich durch eine signifikante Bedeutung für
Schlüsseltechnologien und ein hohes Rohstoffversorgungsrisiko für die Industrie charakterisieren lassen. Häufig sind sie
schwer substituierbar, haben volatile Preise und weisen eine
meist dissipative Verwendungsstruktur auf, was schließlich

auch das Recycling erschwert. Ein weiterer Schwerpunkt
ist die Rückführung wertvoller Rohstoffe aus dem Rückbau
von Infrastruktur (Urban Mining) oder Altdeponien (Landfill
Mining) in Produkte und Güterproduktion. Im Bereich des
„Urban Mining“ ist beispielsweise mittlerweile mehr Kupfer
eingelagert, als noch in natürlichen Lagerstätten vorhanden
ist. Urban Mining kann somit die Abhängigkeit von steigenden
Rohstoffpreisen und Importen verringern. Das erste Vorhaben
wurde Ende 2011 bewilligt. Es sind 30 Mio. Euro Fördermittel
des BMBF vorgesehen.
Technologien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz – chemische
Prozesse und stoffliche Nutzung von CO2
Die Fördermaßnahme wurde im Juni 2009 bekannt gegeben
und umfasst ein Gesamtvolumen von bis zu 100 Mio. Euro.
Inhaltliche Schwerpunkte sind die stoffliche Verwertung
von CO2, die Substitution klimarelevanter Flüssigkeiten und
Verfahrensoptimierung zur Senkung der CO2-Emissionen in
chemischen Prozessen.
Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie
Mit der Gründung des neuen Helmholtz-Instituts Freiberg für
Ressourcentechnologie (HIF) setzt das BMBF eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um. Das HIF wird strategisch
wichtige Kompetenzen in der Technologieforschung für eine
sichere und nachhaltige Rohstoffversorgung entlang der
gesamten Wertschöpfungskette in Deutschland aufbauen, die
von der Erkundung und Gewinnung der Rohstoffe über ihre
Aufbereitung und Veredlung bis hin zum Recycling reicht. Der
Schwerpunkt soll auf solche Rohstoffe gelegt werden, die für
Schlüsselindustrien wie Mobilität, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie neue Energietechniken kritisch
sind. Mit der Einrichtung des HIF verfolgt das BMBF einen
komplementären Ansatz zu vorhandenen Einrichtungen in
Deutschland wie z. B. der Deutschen Rohstoffagentur (DERA)
oder Hochschulen mit montanwissenschaftlicher Schwerpunktsetzung. Gleichzeitig werden die oben genannten
Förderschwerpunkte der Projektförderung mit der institutionellen Förderung verknüpft werden.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–

www.hightech-strategie.de/de/kmu-innovativ.php
http://ptdlr-klimaundumwelt.de/de/789.php
Rohstoffeffizienztechnologien: www.fona.de/de/9818
www.cfi21.org

FoRscHunGsscHweRpunkte

125

ZukunFtspRoJekt

Nachwachsende Rohstoffe als Alternative zum Öl
als energieträger und ausgangsmaterial vieler chemischer produkte bildet das erdöl derzeit die
Basis der weltwirtschaft. sein Vorrat geht jedoch zur neige, und seine Verbrennung beschleunigt
den klimawandel. nachwachsende Rohstoffe, die sich sowohl energetisch als auch materiell nutzen
lassen, bieten eine vielversprechende alternative zum erdöl und anderen fossilen Brennstoffen wie
kohle und Gas. Ihr potenzial zu erforschen und zu erschließen ist die aufgabe dieses Zukunftsprojektes. es ist ein integraler Bestandteil der nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030 der
Bundesregierung. Die Forschungsunion wirtschaft-wissenschaft begleitet das projekt. Ihrer emp fehlung entsprechend hat die Bundesregierung 2009 einen Bioökonomie-Rat eingerichtet.

Bund

Das Zukunftsprojekt verfolgt zwei große Ziele:
Einerseits will es die Nutzung von Biomasse steigern, ohne damit in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion zu treten. Das kann sowohl durch
Ertragsoptimierung auf existierenden Anbauflächen als auch durch die effiziente Verwendung
von nicht essbaren Bestandteilen wie zum Beispiel Pflanzenwänden geschehen. Andererseits
will es in Analogie zu heutigen Erdölraffinerien
neue Prozesse zur vollständigen Nutzung von
Biomasse etablieren: Bioraffinerien sollen künftig
in der Lage sein, Biomasse in Energieträger wie
beispielsweise Ethanol und in Bausteine für Chemikalien und Kunststoffe zu verwandeln.
Pilotanlagen für solche Bioraffinerien sollen
im Sommer 2012 vom Chemisch-Biologischen
Prozesszentrum (CBP) in Leuna und von der Firma
Südchemie in Straubing in Betrieb genommen
werden. Das von der Fraunhofer-Gesellschaft
koordinierte CBP gehört zum Cluster
„Bioeconomy“, der im Januar 2012 als ein
Sieger aus dem Spitzencluster-Wettbewerb des BMBF hervorging.
Mit ihrer „Roadmap Bioraffinerien“,
die sie Mitte 2012 vorlegen wird, zeigt
sich die Bundesregierung im globalen
Wettbewerb gut gerüstet für die Ausgestaltung einer zukünftigen ökologisch
basierten Ökonomie.
Federführende Ressorts: BMBF, BMELV
Mitwirkende Ressorts: BMI, BMU,
BMVBS, BMWi, BMZ
Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im
Rahmen der jeweils geltenden Finanzplanung bis zu 570 Mio. Euro vorgesehen.

FoRscHunGsscHweRpunkte

126

3.4 	 Ökologe, Naturschutz,
nachhaltige Nutzung
3.4.1 	 nachhaltiges landmanagement

Bund

Demografische Veränderung, Klimawandel und die Globalisierung der Wirtschaftssysteme stellen uns regional und weltweit
vor neue Herausforderungen im Umgang mit der begrenzten
Ressource Fläche. Die Wechselbeziehungen zwischen ländlichen und urbanen Räumen werden zunehmend komplexer,
und verschiedene Ansprüche müssen miteinander in Ein-

klang gebracht werden. Eine nachhaltige und ausreichende
Produktion hochwertiger Lebensmittel muss sichergestellt
werden, wobei gleichzeitig ein wachsender Anteil der Biomasse stofflich und energetisch genutzt wird. Wirtschafts- und
Erholungsräume konkurrieren miteinander. Trotzdem muss
Biodiversität erhalten und Ökosysteme stabilisiert werden.
Vor diesem Hintergrund hat das BMBF im Jahr 2010 die Fördermaßnahme Nachhaltiges Landmanagement gestartet. Mit
der Förderung sollen die nötigen Wissens- und Entscheidungsgrundlagen für ein nachhaltiges Landmanagement geschaffen
und die entsprechenden Handlungsstrategien, Technologien
und Systemlösungen bereitgestellt werden.

Infobox

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

Greentech-atlas 3.0

Das Forschungsmodul A1 behandelt das Wechselspiel zwischen
Landmanagement und Klimaschutz. Handlungsoptionen, die
nachhaltiges Landmanagement und Klimaschutz vereinen,
sind zu entwerfen.
Im Modul A2 stehen die Wechselwirkungen und Interdependenzen zwischen Landmanagement und Ökosystemdienstleistungen im Zentrum. Ziel ist es, das Verständnis zur Analyse,
Bewertung und Interaktion von Ökosystemfunktionen und
-dienstleistungen zu verbessern.
Modul B umfasst Förderaktivitäten, die sich unterschiedlichen Herausforderungen in verschiedenen Regionen in
Deutschland stellen. Dabei soll vor allem die integrierte Entwicklung von städtischen und ländlichen Räumen gestärkt
werden. Ziel der Förderung ist die Entwicklung neuer, nachhaltiger und praktikabler Lösungen für Regionen. Hauptansatzpunkte der Forschung für eine integrierte Stadt-Land-Entwicklung sind die regionalen Wertschöpfungsnetze sowie Energieund Stoffströme.

Umwelt- und Effizienztechnologien gehören zu den
wichtigsten Zukunftsmärkten des 21. Jahrhunderts. Sie
sorgen dafür, Belastungen für die Umwelt von vornherein zu vermeiden, sie zu verringern oder bereits
entstandene Schäden zu beheben. Zugleich unterstützt ihr Einsatz Unternehmen dabei, mit knappen und
teurer werdenden Rohstoffen effizient zu wirtschaften und wettbewerbsfähiger zu sein. Hier lassen sich
für Unternehmen gerade jetzt, aber auch in Zukunft
Kostensenkungspotenziale erschließen.
Bereits die ersten beiden Auflagen des Atlas GreenTechmade in Germany haben gezeigt, dass Umwelt- und
Effizienztechnologien und Umweltinnovationen wichtige
Wirtschaftsfaktoren in Deutschland sind und sich immer
mehr zu einem Motor für Wachstum und Beschäftigung
entwickelt haben. Daran hat sich nichts geändert. Die
große Dynamik der Märkte sowie die positive Resonanz
auf die Publikation hat das Bundesumweltministerium
veranlasst, den Atlas zu aktualisieren, weiterzuentwickeln
sowie um neue Themenfelder zu ergänzen.
In der neuen Auflage werden auf Grundlage einer
breiten Unternehmensbefragung die sechs Leitmärkte
umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung,
Energieeffizienz, Rohstoff- und Materialeffizienz, umweltfreundliche Mobilität, Kreislaufwirtschaft sowie umweltfreundliche Wasserwirtschaft vermessen. Um eine größere
Tiefenschärfe bei der Betrachtung der nationalen und
internationalen Märkte zu erreichen, werden unterhalb
der Leitmarktebene noch zwei weitere Ebenen eingeführt:
Marktsegmente und Technologielinien. Dieses Gliederungsschema ermöglicht einen hohen Detaillierungsgrad.
Zugleich wird – unter dem Eindruck von Rio Plus 20
und dem Thema Green Economy – auch die „grüne“
Transformation klassischer Wirtschaftszweige beleuchtet. Darüber hinaus wird die Förderpolitik der Bundesländer für Umwelt- und Effizienztechnologien skizziert.
Erscheinungstermin des Atlas in deutscher und englischer Sprache ist Frühjahr 2012.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.nachhaltiges-landmanagement.de
– www.refina-info.de

3.4.2 	 nachhaltige nutzungskonzepte für Regionen
Die Anpassung an den Klimawandel wird in der Fördermaßnahme KLIMZUG – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten
– unter einem raumbezogenen Aspekt weiter ausformuliert
und damit entsprechenden Handlungsbedarfen begegnet.
Regionen sind ein wichtiger Bezugspunkt der BMBF-Forschung
zur Nachhaltigkeit und zum globalen Wandel. Wichtige Entscheidungen werden häufig vor Ort gefällt. Durch die Einbeziehung von regionalen Akteuren wird Praxiswissen vor Ort
nutzbar gemacht und erhöht sich die Akzeptanz für Lösungsvorschläge. In KLIMZUG werden innovative Strategien zur Anpassung an den Klimawandel in Regionen entwickelt. In sieben
Modellregionen sollen die zu erwartenden Klimaänderungen
und die damit verbundenen extremen Wetterausprägungen
in regionale Planungs- und Entwicklungsprozesse integriert
werden, um zum einen die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit
von Regionen zu erhöhen, zum anderen die Entwicklung und

FoRscHunGsscHweRpunkte

127

ZukunFtspRoJekt

Intelligenter Umbau der Energieversorgung
Der ausstieg aus der kernenergie und die energiewende mit dem eintritt in das Zeitalter der erneuerbaren energien sind äußerst ambitionierte aufgaben, für deren erfolgreiche lösung eine enge
Zusammenarbeit zwischen politik, wirtschaft, wissenschaft und Zivilgesellschaft erforderlich ist.
Insbesondere die wissenschaft ist gefragt, zügig die notwendigen Fundamente zu legen und die
technologischen Durchbrüche zu erzielen, um die energieversorgung Deutschlands nachhaltig sicherzustellen. Mit ihrem 6. energieforschungsprogramm hat die Bundesregierung im august 2011 den
Fahrplan für dieses Zukunftsprojekt skizziert. es ist das ergebnis eines umfangreichen konsultationsprozesses und wurde mit den Forschungsaktivitäten der wirtschaft und der wissenschaftlichen
Institute abgestimmt. Die Forschungsunion wirtschaft-wissenschaft begleitet das Zukunftsprojekt.

Bund

Das Zukunftsprojekt bezieht seine Stärke
aus den fachlichen Synergien zwischen
den beteiligten Ressorts. Diese spiegeln
sich auch in den drei ressortübergreifenden Forschungsinitiativen wider. Die
erste Initiative „Energiespeicher“ wurde
bereits auf den Weg gebracht. Zwei weitere Initiativen zu den Themen „Netze“
und „Solares Bauen/Energieeffiziente
Stadt“ werden folgen. Die Arbeitsgruppe „Neue Technologien“ der Plattform
„Zukunftsfähige Netze“ soll zudem
konkrete Empfehlungen für die Setzung
von Prioritäten in Forschung und Entwicklung geben. Um die Abstimmung
der Forschungsaktivitäten im Energiebereich zu optimieren, wird überdies die
Koordinierungsplattform „Energieforschungspolitik“ der Ressorts ausgebaut, sowohl national mit
den Bundesländern als auch international mit europäischen
Forschungsinstitutionen.
Trotz ihres großen Engagements in der Forschungsförderung sieht die Bundesregierung die Hauptverantwortung für

die Erforschung und Entwicklung innovativer Energietechnologien für eine erfolgreiche Energiewende bei der Wirtschaft,
die sie deshalb bei der Erstellung des 6. Energieforschungsprogramms konsultierte und weiterhin in die Abstimmung
ihrer diesbezüglichen Aktivitäten einbeziehen wird. Mit dem
Zukunftsprojekt „Intelligenter Umbau der Energieversorgung“ bekräftigt die Bundesregierung, dass Deutschland zu
einer der energieeffizientesten und umweltschonendsten
Volkswirtschaften der Welt werden kann.
Federführendes Ressort: BMWi
Mitwirkende Ressorts: BMELV, BMVBS, BMU, BMBF
Budget: Für das 6. Energieforschungsprogramm sind im
Rahmen der geltenden Finanzplanung bis zu 3,7 Mrd. Euro
vorgesehen. Diese werden zu großen Teilen zur Umsetzung
des Zukunftsprojektes eingesetzt.

FoRscHunGsscHweRpunkte

128

Infobox
europäische und internationale
Zusammenarbeit
Beteiligt sind Partner aus 14 Ländern.
Inhaltlich liegen die Schwerpunkte in
einer Verbesserung der dekadischen
Klimavorhersage, der Entwicklung
von Klimadienstleistern, der Etablierung nachhaltiger gesellschaftlicher
Veränderungen und der Entwicklung
von Entscheidungsunterstützungssystemen sowie in der Vernetzung des
Klimawissens.

Bund

Das BMBF leistet zudem substanzielle
finanzielle Beiträge zu internationalen
Programmen, Institutionen und Einrichtungen in der Forschung zu globalen
Umweltveränderungen.
Die Bundesregierung bekennt sich auch in der Forschungskooperation zu ihrer globalen Verantwortung. Internationale Zusammenarbeit ist deshalb eine wichtige Säule der
Hightech-Strategie im Bedarfsfeld Klima. Neue Allianzen,
insbesondere mit den neuen Gestaltungsmächten, aber
auch der europäische und transatlantische Dialog sind
Voraussetzungen dafür, innovative und angepasste Lösungen weltweit anbieten und durchsetzen zu können.
Das BMBF leistet einen Beitrag zu einer Reihe von
Forschungsprogrammen, die transnational bearbeitet
werden; es beteiligt sich im Rahmen der europäischen
Zusammenarbeit z. B. an ERA-Nets und engagiert sich zusammen mit dem BMELV in den 2008 von der Europäischen
Kommission zur Bewältigung großer gesellschaftlicher
Herausforderungen (wie dem Klimawandel) ins Leben
gerufenen Joint-Programming-Initiativen.
• BIODIVERSA arbeitet im Themenfeld „Biologische Vielfalt“.
Beteiligt sind 14 EU-Mitgliedstaaten. Auf der Grundlage
einer ersten gemeinsamen Ausschreibung aus dem Jahr
2008 (Gesamtvolumen 21,8 Mio. Euro) fördert das BMBF
acht Vorhaben.
• CIRCLE2 (Laufzeit 2010 – 2014) arbeitet zur „Adaptation an
den Klimawandel“; beteiligt sind 34 Institutionen aus 23
Mitgliedstaaten (aus Deutschland: BMBF, UBA und PT-DLR).
Der Schwerpunkt liegt in der Koordinierung nationaler und
regionaler Programme sowie auf einer Verbesserung der
Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis.
• Joint-Programming-Initiative „Connecting Climate Knowledge for Europe“: JPI-Climate ist eine europäische Initiative zur koordinierten Finanzierung von Klimaforschung,
die sich 2011 unter dem Vorsitz des BMBF konstituiert hat.

• Internationale Sekretariate (z. B. IHDP, IGBP, DIVERSITAS,
START)
• Technical Support Unit der Arbeitsgruppe III des IPCC und
deutsche IPCC-Koordinierungsstelle (gemeinsam mit BMU)
• Global Biodiversity Information Facility (GBIF)
Im BMBF-Förderschwerpunkt Forschung für die nachhaltige
Entwicklung der Megastädte von morgen werden energieund klimaeffiziente Strukturen in urbanen Wachstumszentren entwickelt. Neun bilaterale transdisziplinäre Teams
erarbeiten und implementieren bis 2013 angepasste
technische und nicht technische Innovationen.
Mit Partnern aus Politik und Wissenschaft im westlichen und
südlichen Afrika wird der gemeinsame Aufbau von Kompetenzzentren vorbereitet. Die Zentren sollen Wirkungen des
Klimawandels auf regionaler Ebene untersuchen, Entscheidungsgrundlagen erarbeiten und die Ausbildung von
afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
unterstützen. Das BMBF plant – für eine Laufzeit von bis zu
fünf Jahren – eine Anschubfinanzierung von bis zu 10 Mio.
Euro pro Jahr und Zentrum.

"	weiterführende Informationen im Internet

0
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–
–

ERA-NETs: www.eurobiodiversa.org, www.circle-era.net
JPI-Climate: www.jpi-climate.eu
IPCC: www.ipcc.ch
Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle: www.de-ipcc.de
Megacities: www.future-megacities.org
www.sasscal.org
www.wascal.org

FoRscHunGsscHweRpunkte

Nutzung neuer Technologien, Verfahren und Strategien zur
Anpassung an den Klimawandel in Regionen voranzutreiben.
Realisiert wird dies durch Netzwerke zwischen Unternehmen,
Verwaltung und gesellschaftlichen Bedarfsträgern sowie der
Wissenschaft, die in der jeweiligen Region verankert sind.
Im BMBF-Förderschwerpunkt Forschung für die nachhaltige
Entwicklung der Megastädte von morgen werden energie- und
klimaeffiziente Strukturen in urbanen Wachstumszentren
entwickelt. Neun bilaterale transdisziplinäre Teams erarbeiten
und implementieren bis 2013 angepasste technische und nicht
technische Innovationen, z. B. in Addis Abeba, Ho Chi Minh
Stadt oder Lima.

129

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– ProgRess: www.bmu.de/wirtschaft_und_umwelt/ressourceneffizienz/ressourceneffizienzprogramm/doc/47841.
phpRohstoffeffizienztechnologien www.fona.de/de/9818
– NaWaM: www.fona.de/de/9847
– IWRM: www.bmbf.wasserressourcen-management.de

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– KLIMZUG: www.klimzug.de
– www.future-megacities.org

3.4.3 	 nachhaltige nutzung von natürlichen
Ressourcen

Bund

Ziel einer nachhaltigen Nutzung ist es, den Ressourcenverbrauch vom Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum zu
entkoppeln. Dazu müssen wir einerseits die natürlichen
Ressourcen schonen, andererseits aber auch durch innovative
Technologien und Dienstleistungen effizienter nutzen und
die Rohstoffproduktivität durch optimierte Wertschöpfungsketten erhöhen. Bei der Steigerung der Ressourceneffizienz ist
Deutschland international Vorreiter, daraus entwickelt sich die
Basis für einen stabilen Standortvorteil, eine gestärkte Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und eine gesicherte
nachhaltige Beschäftigung.
Die Bundesregierung hat daher am 29. Februar 2012 das
Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) beschlossen.
Hierbei handelt es sich um ein umfassendes strategisches Konzept zur Steigerung der Ressourceneffizienz, das ein kohärentes
System zur Steigerung der Ressourceneffizienz einschließlich konkreter Handlungsmaßnahmen beinhaltet. ProgRess gibt einen
Überblick über die zahlreichen bereits vorhandenen Aktivitäten
staatlicher und gesellschaftlicher Akteure, identifiziert weiteren
Handlungsbedarf und beschreibt konkrete Handlungsansätze
und Maßnahmen. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette
betrachtet. Das Programm setzt insbesondere auf Marktanreize,
auf Information, Beratung, Bildung, Forschung und Innovation
sowie auf die Stärkung freiwilliger Maßnahmen und Initiativen in
Wirtschaft und Gesellschaft.
Im Bereich Ressourceneffizienz unterstützt das BMBF deshalb im Forschungsrahmenprogramm FONA im Aktionsfeld
„Nachhaltiges Wirtschaften und Ressourcen“ die Forschungszusammenarbeit von Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und
Gesellschaft. Dazu zählen z. B. die Förderschwerpunkte „Innovative Technologien für Ressourceneffizienz“ und „Nachhaltiges Wassermanagement“ (NaWaM).

FoRscHunGsscHweRpunkte

130

Auf einen Blick:
Energieforschung und Energietechnologien

Bis 2050 wollen wir 60 Prozent
Energien und effizienten Technolounserer Energieversorgung aus
gien den Weg zur Marktdurchdrinerneuerbaren Quellen schöpfen. Im
gung ebnen. Die Forschung wird
gleichen Zeitraum soll der Primärbreit aufgestellt, um möglichst viele
energieverbrauch gegenüber 2008
Optionen für energiepolitische
um 50 Prozent sinken (vgl. AbbilEntscheidungen zu entwickeln.
dung). Das sieht das Energiekonzept
Auch nach dem Ausstieg aus der
der Bundesregierung vor. Grundlage
Kernenergie bleibt die Forschung
für die Forschungsförderung bildet
zur Reaktorsicherheit und für atodas 6. Energieforschungsprogramm.
mare Endlager ein wichtiges TheAngesichts der Katastrophe des
ma. Dabei geht es nicht nur um die
Kernkraftwerks Fukushima hat die
Fortentwicklung der SicherheitsBundesregierung beschlossen, dass
standards kerntechnischer Anlagen.
letzte Kernkraftwerk in Deutschland
Ein wichtiges, übergreifendes Ziel
bis Ende 2022 definitiv vom Netz zu
der Forschungsarbeiten ist auch die
nehmen. Damit muss der Umbau
Ausbildung ausreichend quaunserer Energieversorgung nun
lifizierten wissenschaftlichen
noch schneller erfolgen. Das ist nur
Nachwuchses. Zudem verfolgt
möglich, wenn wir in der Technodie Bundesregierung mit ihrem
logie einen großen qualitativen Sprung nach vorne tun.
internationalen Engagement in der Fusionsforschung eine
Forschung und Entwicklung sind hier noch stärker gefordert
langfristige Option für die Energieversorgung.
als in der Vergangenheit.
Zukünftig wollen wir Energie so
50.000
Energiekonzept Deutschland
nutzen, wie uns das heute für den WasDE 2050
CH
serkreislauf selbstverständlich ist: Große
DK
40.000
Flüsse speisen sich aus vielen kleinen
Quellen. Wir entnehmen nur Wasser, wenn
NL
AU
wir es tatsächlich brauchen. Wir sichern
FI
DE 2008
30.000
USA
unseren künftigen Bedarf, indem wir es
UK
F
CA
in Talsperren speichern. Wasser, das wir
DE 1990
I
JP
gebraucht haben, geben wir aufbereitet
20.000
zurück. Der Wasserkreislauf ist scheinbar
unendlich. Er ist das Vorbild für unsere
DE 1970
P
künftige Energieversorgung. Die Themen
10.000
für die Energieforschung sind damit
BR
klar: neue Energiequellen erschließen,
primärenergieverbrauch pro kopf [GJ/a]
intelligent speichern und verteilen sowie
CN DE 1950
0
effizient nutzen.
0
50
100
150
200
250
300
350
Der Strukturwandel zu einer nachWirtschaftliche Entwicklung und Energieverbrauch in ausgewählten Ländern 2008
haltigen Energieversorgung braucht
und der energiewirtschaftliche Kurs Deutschlands von 1950 bis 2050
zukunftsweisende Innovationen. An(AU = Australien; BR = Brasilien; CA = Kanada; CH = Schweiz; CN = China; DE = Deutschland;
wendungsorientierte und GrundlagenDK = Dänemark; FI = Finnland; IT = Italien; JP = Japan; NL = Niederlande; PT = Portugal; UK =
forschungsförderung sollen erneuerbaren
Vereinigtes Königreich; US = Vereinigte Staaten) Quelle: BMWi Referat III C 2 Energieforschung
Bruttoinlandsprodukt pro kopf [euR2008]

Bund

Deutschland steht vor dem übergang in das Zeitalter der erneuerbaren energien. Das ist eine der
großen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Voraussetzung ist, dass sie
sicher, bezahlbar und klimaverträglich ist.

FoRscHunGsscHweRpunkte

4

131

Energieforschung und Energietechnologien
�

1.	� Strategische Fokussierung der Fördermittel auf Technologien und Technologiesysteme, die für den von der
Bundesregierung angestrebten Übergang Deutschlands
zu einer nachhaltigen Energieversorgung wichtig sind.
Damit stehen im Mittelpunkt der Forschungsförderung:
erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiespeichertechnologien, Netztechnik, Integration der erneuerbaren
Energien in die Energieversorgung und das Zusammenwirken dieser Technologien.
2. 	 Ressortübergreifende Zusammenarbeit auf ausgewählten,
für die künftige Energieversorgung Deutschlands wichtigen Feldern. Eine erste ressortübergreifende Förderinitiative „Energiespeicher“ wurde bereits 2011 ins Leben
gerufen. Weitere Initiativen zu den Themen „Netze“ und
„Solares Bauen – Energieeffiziente Stadt“ werden folgen.
3. 	 Verstärkung der internationalen Kooperation bei Technologieentwicklungen auf dem Gebiet der Energieforschung
insbesondere innerhalb der Europäischen Union. Dabei
steht die Umsetzung des Strategischen Energietechnologieplans (SET-Plan) im Mittelpunkt.
4.	� Optimierung der Abstimmung und Koordination der
Energieforschungsaktivitäten in Deutschland durch Ausbau
der „Koordinierungsplattform Energieforschungspolitik“.

Das 6. Energieforschungsprogramm ist als gemeinsames Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit (BMU), des Bundesministeriums für
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(BMBF) unter der Federführung des BMWi entstanden. Das
bei Energiefragen zu Gebäuden und Verkehr betroffene
BMVBS wurde eingebunden. Die Bundesregierung stellt für
die Forschungsförderung innovativer Energietechnologien im
Rahmen ihres Energieforschungsprogramms von 2011 bis 2014
rund 3,5 Mrd. Euro zur Verfügung. Gegenüber den Vorjahren
ist dies eine deutliche Steigerung des Forschungsbudgets,
die sich zu einem erheblichen Teil aus dem zum 1. Januar
2011 eingerichteten Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ speist. Das 6. Energieforschungsprogramm fügt sich
in die Technologieoffensive des BMWi und in die HightechStrategie der Bundesregierung ein, deren generelles Ziel es
ist, die enormen Potenziale Deutschlands in Wissenschaft und
Wirtschaft zu aktivieren und zukunftsfähige Lösungen für die
nationalen und globalen Herausforderungen bereitzustellen.
Die Bundesregierung fördert Forschung und Entwicklung von
Technologien mit spezifischen Energiebezügen auch außerhalb des Energieforschungsprogramms. Dabei handelt es sich
um Ansätze und Vorhaben, in denen die energieforschungspolitischen Aspekte nicht im Vordergrund stehen (u. a. Mobilitätsforschung, Luftfahrtforschung und Bauforschung), so z. B.
auch die Förderung zur Stilllegung, Rückbau und Entsorgung
kerntechnischer Pilot- und Versuchsanlagen (siehe Abschnitt 4.4).
Unter Federführung des BMVBS wird bis 2016 das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie umgesetzt. Insbesondere sollen hiermit die CO2-Emissionen
im Verkehr und bei Gebäuden langfristig reduziert und neue
leistungsfähige Verfahren zum Einsatz regenerativer Energien
untersucht werden.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– Energieforschung: www.bmwi.de/Navigation/Energie/
energieforschung.html
– Erneuerbare Energien: www.erneuerbare-energien.de/
inhalt/4595
– Bioenergie: www.bmelv.de
– Grundlagenforschung: www.energieforschung-bmbf.de
– www.now-gmbh.de#

Bund

Die Bundesregierung hat am 3. August 2011 das 6. Energieforschungsprogramm Forschung für eine umweltschonende,
zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung verabschiedet.
Damit legt sie die Grundlinien und Schwerpunkte ihrer Förderpolitik für die kommenden Jahre fest. Orientierungsgrundlage
für das neue Energieforschungsprogramm sind das Energiekonzept der Bundesregierung vom 28. September 2010 und die
Energiebeschlüsse vom 8. Juni 2011. Um die darin formulierten
energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen, ergänzt
die Bundesregierung ihre Energie- und Klimapolitik durch
einen neuen strategischen Ansatz. Dieser Ansatz setzt auf eine
verbesserte Förderung von Forschung und Entwicklung moderner Energietechnologien. Eine exzellente, breit angelegte
und gut vernetzte, von den Grundlagen bis zur industriellen
Demonstration und Anwendung reichende Forschung und
Entwicklung gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen,
neue Konzepte zu erproben, Innovation voranzutreiben,
zukunftsfähige Energietechnologien an den Markt heranzuführen und so die Energiewende zu beschleunigen. Vor diesem
Hintergrund setzt die Bundesregierung mit ihrem 6. Energieforschungsprogramm auf vier zentralen Feldern neue Akzente:

FoRscHunGsscHweRpunkte

132

4.1 Energieeffizienz
Die Bundesregierung strebt in ihrem Energiekonzept eine massive Begrenzung des Primärenergieverbrauchs an. Bis zum Jahr
2020 soll dieser um 20 % und bis 2050 um 50 % gegenüber 2008
gesenkt werden. Die Erhöhung der Energieeffizienz ist eine
zentrale energiepolitische Zielsetzung, weil über dortige Fortschritte entschieden wird, ob die anderen energiepolitischen
Ziele erreicht werden können. Je erfolgreicher die Entwicklung
bei der Reduzierung des Energiebedarfs ist, umso eher wird es
gelingen, den Anteil der erneuerbaren Energien in dem angestrebten Umfang zu erhöhen. Dies gilt gleichermaßen für die
angestrebte Minderung der Treibhausemissionen.

Bund

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die energiepolitischen Vorgaben der Bundesregierung machen
es notwendig, mit der Erhöhung der Energieeffizienz auf
allen Ebenen der Energiekette anzusetzen: bei der Energiegewinnung, der Energieumwandlung, beim Energietransport
und bei der Energieverteilung, vor allem aber bei der Energienutzung durch die Endverbraucher. Dementsprechend
ist auch die Förderung von Forschung und Entwicklung von
Energieeffizienztechnologien durch das BMWi breit aufgestellt. Aufgabe dabei ist es, Investoren und Verbraucherinnen
und Verbrauchern auf allen Ebenen und in allen Bereichen
den Zugriff auf hocheffiziente, innovative und wirtschaftliche
Energietechnologien zu ermöglichen. Die gezielte Förderung
von Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekten
soll den Weg innovativer Effizienztechnologien in den Markt
ebnen und dadurch eine deutliche Senkung des spezifischen
Primärenergieverbrauchs zu wirtschaftlich vertretbaren
Konditionen ermöglichen. Die Schwerpunkte der Forschungsförderung im BMWi sind:

•	�
•	�
•	�
•	�
•	�
•	�
•	�
•	�
•	�

energieoptimiertes Bauen (EnOB)
energieeffiziente Stadt und dezentrale Energiesysteme
Energieeffizienz in Industrie, Gewerbe, Handel
und Dienstleistungen
Energiespeicher
Netze für die Stromversorgung der Zukunft
Kraftwerkstechnik einschließlich CCS-Technologien
Brennstoffzellen/Wasserstoff
energiewirtschaftliche Aspekte der Elektromobilität sowie
Energiesystemanalyse

Flankiert werden diese Aktivitäten durch energiebezogene Fördermaßnahmen in anderen Technologien und Forschungsarbeiten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Das BMVBS fördert u. a. Modellvorhaben und Ideenwettbewerbe zum „Energieeffizienten Neubau von Nichtwohngebäuden kommunaler und sozialer Einrichtungen“,
zudem fördert es im Rahmen seiner Initiative Zukunft Bau
Plus-Energie-Haus-Prototypen, Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität, erneuerbare Energien im Gebäudebereich, Technikinnovationen, gesellschaftlichen Dialog, Wettbewerb sowie

energieeffiziente Gebäudesanierung. Weitere Themenfelder
sind das„Niedrigenergiehaus im Bestand“, die „energetische
Sanierung von Großwohnsiedlungen“, die „energetische Stadterneuerung“ sowie „regionale Energiekonzepte“ 2012 – 2015 in
acht Modellregionen.
Energieforschung zur Verbesserung der Energieeffizienz
bedarf in besonderer Weise einer engen Verzahnung von
Grundlagenforschung und angewandter Forschung. Hier werden grundlegende Arbeiten unter folgenden Förderschwerpunkten durchgeführt:

•	�
•	�
•	�
•	�

Wettbewerb „Energieeffiziente Stadt“
Lithium-Ionen-Batterie
Nutzung des Untergrunds zur CO2-Speicherung
intelligenter Umgang mit CO2

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�BMWi – Forschung für Energieeffizienz: www.bmwi.de/
Navigation/Energie/energieforschung.html
– Forschungszentrum Jülich: www.fz-juelich.de
– BINE Informationsdienst Energieforschung für die Praxis:
www.bine.info
– EnEff:Stadt: Forschung für die Energieeffiziente Stadt:
www.eneff-stadt.info
– EnOB: Forschung für Energieoptimiertes Bauen:
www.enob.info
– COORETEC: www.cooretec.de
– BMBF: Grundlagenforschung Energie:
www.energieforschung-bmbf.de
– CO2-Speicherung: www.geotechnologien.de
– BMVBS – Forschungsinitiative Zukunft Bau:
www.forschungsinitiative.de

4.2 Erneuerbare Energien
Deutschland soll in Zukunft bei wettbewerbsfähigen Energiepreisen und hohem Wohlstandsniveau eine der energieeffizientesten und umweltschonendsten Volkswirtschaften der
Welt werden. Erneuerbare Energien wie Windkraft, Solarenergie, Geothermie, Wasserkraft und Biomasse sind – neben einer
deutlichen Steigerung der Energieeffizienz – der Schlüssel, um
dieses Ziel zu erreichen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Angewandte Forschung, Entwicklung und Demonstration im
BMU
Die Schwerpunkte der anwendungsorientierten Forschungsförderung des BMU liegen auf Technologien mit hohem Ausbau-, Innovations- und Treibhausgasminderungspotenzial. Der
Ausbau der Förderung der Windenergieforschung – sowohl an
Land (onshore) wie auf See (offshore) – wird daher fortgesetzt.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Kosteneffizienz und
Berücksichtigung der ökologischen Auswirkungen. Die Photovoltaik bleibt ein zweiter wichtiger Schwerpunkt. Der Fokus

FoRscHunGsscHweRpunkte

Die Projektförderung des BMELV umfasst die verschiedenen
Technologien zur Nutzung der Bioenergie. Dazu gehören die
festen, flüssigen und gasförmigen Bioenergieträger.
Die anwendungsnahe Forschungsförderung des BMU wird
durch Grundlagenforschung des BMBF ergänzt. Hier werden
grundlegende Arbeiten in den folgenden Schwerpunkten
gefördert:

•
•
•
•
•
•

Photovoltaik
Nutzung biologischer Ressourcen zur Energieerzeugung
Windenergie
Solarthermie
Photosynthese
Wasserkraft

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMU – Erneuerbare Energien:
www.erneuerbare-energien.de
– BMBF – Grundlagenforschung:
www.energieforschung-bmbf.de

– BMU – Innovation durch Forschung. Jahresbericht 2010:
www.erneuerbare-energien.de/inhalt/47616/4595
– Forschungsjahrbuch des Projektträgers Jülich:
www.forschungsjahrbuch.de
– Internetseite des BMU zur Forschungsförderung:
www.erneuerbare-energien.de/inhalt/4595
–	�Projektträger Jülich – Energieforschungsprogramm
erneuerbare Energien: www.ptj.de/erneuerbare_energien
– BINE Informationsdienst – Themen der Energieforschung:
www.bine.info

4.3 	 Nukleare Sicherheit und
Endlagerforschung
Die Reaktorsicherheits- und Entsorgungsforschung unterstützen die weltweiten Bemühungen zur Fortentwicklung des
Grundlagenwissens. Die Finanzierung aus Mitteln des Bundes
stellt sicher, dass die Forschung unabhängig von Interessen
Einzelner erfolgt.
Ziel der projektgeförderten Reaktorsicherheitsforschung
des BMWi ist es, verbesserte Kenntnisse zu sicherheitsrelevanten Fragestellungen zu erlangen, zur weiteren Erhöhung der
Sicherheit kerntechnischer Anwendungen beizutragen sowie
den Stand von Wissenschaft und Technik mit zu definieren und
weiterzuentwickeln. Dies erfolgt teilweise in Kooperation mit
ausländischen Forschungspartnern insbesondere mit Blick
darauf, zu erhöhter Sicherheit der in Nachbarländern betriebenen oder geplanten Kernkraftwerke beizutragen und diese
aufgrund eigenständiger Kompetenz beurteilen zu können.
Dabei werden u. a. auch die aus dem Reaktorunfall in Fukushima erwachsenden Fragen und Sicherheitsaspekte zukünftiger
Reaktorsysteme sowie das sicherheitstechnische Potenzial
innovativer Reaktor- bzw. Entsorgungskonzepte betrachtet.
Ein übergreifendes Ziel der Forschungsarbeiten ist der
auch unter Ausstiegsbedingungen erforderliche Kompetenzerhalt. Dem dienen insbesondere spezifische Nachwuchsförderprojekte und der Kompetenzverbund Kerntechnik.
Die Endlagerforschung wird zunehmend im Rahmen europäischer und internationaler Zusammenarbeit auf Fragen der
Langzeitsicherheit von Endlagern für hochradioaktive Abfälle
fokussiert. Für die in Deutschland verfügbaren Wirtsgesteine
sollen die Aussagesicherheit von Analysen verbessert, eine
höhere Robustheit des Gesamtsystems erreicht, Ergebnisse
rechnerischer Simulation bewertet und das Vorgehen bei der
Erstellung des Safety Case weiterentwickelt werden. Da in
Deutschland Untertagelabors nicht verfügbar sind, werden die
Institut-Aktivitäten in Labors in Schweden, der Schweiz, Frankreich und zukünftig auch in den USA durchgeführt. Die bisher
überwiegend im europäischen Rahmen durchgeführte sozialwissenschaftliche Forschung soll national weiter verstärkt
werden, um die Anforderungen von Politik und Öffentlichkeit
in geeigneter Weise zu erfüllen.
Die institutionell geförderte nukleare Sicherheitsforschung
im Geschäftsbereich des BMBF erfolgt in Abstimmung mit dem
BMWi in den Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft

Bund

liegt hier darauf, durch die Förderung anwendungsorientierter Forschung die Technologieentwicklung aus den Labors in
industrielle Prozesse zu bringen, um die deutsche Technologieund Marktführerschaft zu behaupten.
Auch die Unterstützung von Forschung und Entwicklung
zur Erdwärmenutzung wird fortgesetzt. Geothermie bietet
den Vorteil, dass die hiermit gewonnene Energie stetig zur
Verfügung steht und somit eine wichtige Ergänzung zu
den fluktuierenden erneuerbaren Energieträgern darstellt.
Hinzu kommt das große Potenzial für eine emissionsarme
Wärmeversorgung. Bei der Förderung der solarthermischen
Versorgung mit Wärme und Kälte wird es entscheidend sein,
neben der Weiterentwicklung der Kollektortechnik auch
die Fragen der Integration in Gebäude, der solaren Kühlung
und Prozesswärme sowie der saisonalen Speicherung der
Energie anzugehen. Perspektivisch kann auch der Import
von Solarstrom vor allem aus den Ländern Nordafrikas einen
Beitrag für die zukünftige Energieversorgung in Deutschland leisten. Daher – aber auch zum Kompetenzerhalt der
Wirtschaft – wird Forschung und Entwicklung solarthermischer Kraftwerke gefördert.
Auch Projekte zu Wasserkraft und Meeresenergie werden
gefördert, wobei bei Wasserkraft besonderer Wert auf die
ökologische Optimierung gelegt wird. Der kontinuierliche
Ausbau der erneuerbaren Energien erfordert die ständige
Optimierung des Zusammenspiels der erneuerbaren Energien untereinander und mit den konventionellen Energien
sowie eine intelligente Abstimmung von Stromerzeugung und
Stromverbrauch. Entsprechend wird der Förderschwerpunkt
„Integration erneuerbarer Energien und regenerative Energieversorgungssysteme“ ausgebaut. Angesichts der umfassenden
und energieträgerübergreifenden Bedeutung von Netzen und
Energiespeichern werden hierzu gemeinsame Förderinitiativen mit dem BMWi und dem BMBF durchgeführt.

133

FoRscHunGsscHweRpunkte

134

Deutscher Forschungszentren (HGF). Sie ist auf die Sicherheit
von Kernkraftwerken und der nuklearen Entsorgung sowie auf
die Minimierung hochradioaktiver Abfälle gerichtet. Die Forschung wird selbstverständlich auch in Zusammenarbeit mit
ausländischen Partnern und Euratom durchgeführt. Begleitend und ergänzend zu den Maßnahmen des BMWi werden
ebenfalls Sicherheitsaspekte zukünftiger Reaktorsysteme betrachtet. Soweit dies über die institutionell geförderten Aktivitäten hinausgeht, sollen die Forschungsprojekte der gezielten
Nachwuchsförderung auf den Feldern der Reaktorsicherheits-,
Entsorgungs- und Strahlenforschung Gegenstand der Projektförderung des BMBF sein.
Im Kompetenzverbund Strahlenforschung werden neben
gezielter Nachwuchsförderung strahlenbiologische, strahlenmedizinische und radioökologische Fragestellungen untersucht.

Bund

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH:
www.grs.de
– Endlagerforschung: www.kit.edu
– Forschungszentrum Jülich: www.fz-juelich.de/portal/DE/
Forschung/EnergieUmwelt/Entsorgungsforschung/_node.
html
– Sicherheit von Transport- und Lagerbehältern für radioaktive Abfälle: www.bam.de
– Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR):
www.bgr.bund.de/DE/Themen/Endlagerung/Endlagerforsch/endlagerforsch_node.html
– Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): www.bfs.de/de/bfs/
forschung/bfs_Forschungsprogramm.html

4.4 	 Stilllegung, Rückbau und
Entsorgung kerntechnischer
Pilot- und Versuchsanlagen
Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Versuchs- und
Demonstrationsanlagen
Im Rahmen abgeschlossener Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Bundesregierung zur friedlichen Nutzung der
Kernenergie wurden in früheren Jahren eine Reihe von Forschungsreaktoren, Pilot- und Versuchsanlagen sowie nukleare
Testanlagen errichtet und betrieben. Das BMBF ist im Rahmen
der gesetzlichen Regelungen gehalten, für eine umweltverträgliche Stilllegung und Entsorgung der Anlagen in seinem
Verantwortungsbereich zu sorgen.
Gesetzliche Endlageraufwendungen
Der Bund hat nach dem Atomgesetz die Aufgabe, Anlagen zur
Endlagerung radioaktiver Abfälle einzurichten.

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Versuchs- und
Demonstrationsanlagen
Rückbau des Mehrzweckforschungsreaktors (MZFR) und der
Kompakten Natriumgekühlten Kernreaktoranlage (KNK) im
Karlsruher Institut für Technologie (KIT, ehemals Forschungszentrum Karlsruhe – FZK), des Schwerwasserreaktors DIDO
(FRJ-2) im Forschungszentrum Jülich (FZJ), der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) sowie kleinere Forschungsprojekte zur Rückbautechnik speziell im Nuklearbereich.
Gesetzliche Endlageraufwendungen
Die Kosten für die Endlageraufwendungen, die im Rahmen der
Stilllegung und des Rückbaus kerntechnischer Versuchs- und
Demonstrationsanlagen anfallen, werden verursachungsgerecht getragen. Dies sind Endlagervorausleistungen und
Endlagergebühren für die Forschungszentren KIT, FZJ, das
Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG – ehem. GKSS), das
Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH
(HZB) und für die früheren Hochtemperaturreaktoren AVR
(Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor Jülich) und THTR
(Thorium-Hochtemperaturreaktor) mit dem vom Bund zu
erbringenden Anteil.
Für Stilllegung, Rückbau und gesetzliche Endlageraufwendungen werden Ausgaben in Höhe von jährlich rund 200 Mio.
Euro getätigt.
ergebnisse und zusätzliche Informationen
Das Projekt Asse wurde am 1. Januar 2009 an das BMU als
Endlager des Bundes übertragen. Der Stilllegungsbereich im
ehemaligen Forschungszentrum Karlsruhe (seit 1. Oktober
2009 Karlsruher Institut für Technologie) wurde Mitte 2009
an die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe Rückbau und
Entsorgungs-GmbH (WAK) übertragen. Der Rückbau des Forschungsreaktors Merlin im Forschungszentrum Jülich wurde
im Jahr 2009 abgeschlossen.

4.5 	 Fusionsforschung
Mit dem Engagement in der Fusionsforschung verfolgt die
Bundesregierung eine langfristige Option für die Energieversorgung.
Auf dem Weg zu Elektrizität aus Fusionskraftwerken wurden
und werden in einer bisher beispiellos organisierten, strukturierten und international aufgeteilten Kooperation nationale wie
internationale Meilensteine erarbeitet. Das Großexperiment ITER
(International Thermonuclear Experimental Reactor) am Standort Cadarache, das gemeinsam von Europa, Japan, USA, Russland,
China, Indien und Südkorea gebaut wird, ist der nächste große
Schritt in dieser Richtung. Im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU sind für die Fusionsforschung 2012 und 2013
insgesamt 2,2 Mrd. Euro an Fördermitteln vorgesehen.

FoRscHunGsscHweRpunkte

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

ergebnisse und zusätzliche Informationen
Die Hochtemperaturplasmaphysik hat in den letzten Jahrzehnten rasante Fortschritte gemacht. Im Experiment konnten die
Energie liefernden Fusionsreaktionen bereits verwirklicht und
die Vorgänge innerhalb des Plasmas zum Teil schon durch umfangreiche Simulationsrechnungen nachvollzogen werden.

Infobox
tokamak und stellarator
Auf dem Weg zu einem Kraftwerk konzentriert sich die
Fusionsforschung auf zwei verschiedene Experimenttypen, den Tokamak und den Stellarator. Die meisten
Anlagen – so auch ITER – sind heute vom Typ Tokamak, der
am besten untersucht und am nächsten an die Zündbedingungen herangekommen ist.
Beide besitzen ringförmige Magnetfelder. Tokamaks
stellen einen Teil dieses Feldes durch einen im Plasma
fließenden elektrischen Strom her. Stellaratoren dagegen
bauen den Magnetfeldkäfig ausschließlich mithilfe äußerer
Spulen auf. Damit lassen sie gerade dort Stärken erwarten,
wo Tokamaks Schwächen zeigen. So sind Stellaratoren für
Dauerbetrieb geeignet, während Tokamaks ohne Zusatzmaßnahmen nur pulsweise arbeiten.
Quelle und weitere Informationen:
www.ipp.mpg.de/ippcms/de/pr/exptypen/index.html

Für die erforderlichen Schlüsseltechnologien zum Bau von
ITER wurden mit deutscher Hilfe bereits teilweise Prototypen
gebaut und erfolgreich getestet.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– Max-Planck-Institut für Plasmaphysik: www.ipp.mpg.de

Bund

Die deutschen Fusionsforschungsinstitute, die sowohl in Europa
wie weltweit eine führende Rolle übernommen haben, sind das
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik Garching und Greifswald
(IPP) sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das
Forschungszentrun Jülich (FZJ). Das bearbeitete Themenspektrum umfasst plasmaphysikalische Forschungsarbeiten (inklusive Theorieentwicklung) zur Tokamak- und Stellaratorphysik,
technologische und ingenieurwissenschaftliche Arbeiten zu
ITER und einem zukünftigen Demonstrationskraftwerk (DEMO)
sowie Untersuchungen zur Plasma-Wand-Wechselwirkung und
zur Entwicklung von Materialien für zukünftige Fusionsreaktoren. Die Inbetriebnahme des Fusionsexperiments Wendelstein
7-X in Greifswald ist eine prioritäre Aufgabe der nationalen Fusionsforschung. Ein weiteres internationales Ziel ist es, durch ITER
erstmalig mit einem brennenden Fusionsplasma im 500-MWBereich die Machbarkeit der Energiegewinnung aus Fusionsprozessen zu demonstrieren.
Über die Arbeiten zu den großen Experimenten hinaus sind
für DEMO insbesondere weitere Fortschritte auf den Gebieten
der Plasmamodellierung, der Plasma-Wand-Wechselwirkung
sowie FuE-Arbeiten zum Brennstoff- und zum Tritiumkreislauf,
zur Entwicklung von Divertoren, zur Magnettechnologie und
in den Materialwissenschaften unabdingbar.

135

FoRscHunGsscHweRpunkte

136

Auf einen Blick:
Raumordnung, Stadtentwicklung, Wohnen
und Bauforschung

Bund

Die Ressortforschung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und stadtentwicklung (BMVBs) zielt
hier darauf ab, mit innovativen lösungen, konzepten und strategien nachhaltiges Bauen und eine
nachhaltige stadt- und siedlungsentwicklung zu unterstützen und aktuellen Herausforderungen
Rechnung zu tragen. Im Bereich stadtentwicklung konzentrieren sich die aufgaben auf die wissenschaftliche auswertung des praktischen einsatzes städtebaulicher Instrumente und Verfahren
sowie auf die anforderung der kommunalen praxis an eine nachhaltige stadtentwicklungspolitik.

Die Anpassung des Wohnungsbestands an den demografischen Wandel sowie die Herausforderungen des Klimaschutzes und der Energieeinsparung sind zentrale Aufgaben
für die Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Auch der
öffentliche Personennahverkehr muss in einigen Regionen
den Herausforderungen einer schrumpfenden Nachfrage
angepasst werden und gleichzeitig eine bedürfnisgerechte
Mobilität zur Verfügung stehen. Im Schwerpunktbereich
Raumordnung, Stadtentwicklung, Wohnen und Bauforschung stehen u. a. die indikatorgestützte Forschung zur
Raum- und Stadtentwicklung, Prognosen für die Wohnungsund Immobilienmärkte, die Evaluierung von Förderprogrammen, die Erarbeitung von Strategien und Konzepten sowie

die Weiterentwicklung von wohnungs- und stadtentwicklungspolitischen Instrumenten, die eine nachhaltige Raumund Stadtentwicklung unterstützen.
Im Bereich Wohnungswesen liegen die Schwerpunkte vor
allem auf energetischer und altersgerechter Anpassung von
Wohnungsbeständen und Wohnumfeld, Evaluierung und Weiterentwicklung von Fördermaßnahmen im Gebäudebereich,
Analysen von Investitionsmaßnahmen in den Wohnungsbestand und Untersuchungen zur sozialen Absicherung des
Wohnens (insbesondere Wohngeld, Übernahme der Kosten
der Unterkunft und Heizung). Mit dem Ziel des Ausbaus der
transnationalen Zusammenarbeit und neben der Beteiligung
am Forschungsnetzwerk zur Europäischen Raumentwicklung (ESPON) wird auch das Ziel verfolgt, die transnationale
Zusammenarbeit in der Raumordnung im Rahmen der
Gemeinschaftsinitiative INTERREG III B konsequent voranzutreiben und Empfehlungen für deren künftige Ausgestaltung
zu geben.
Wichtige Forschungsprogramme zur Durchführung
entsprechender Ressortaufgaben auf den Gebieten Raumordnung, Stadtentwicklung und Wohnungswesen sind das
raumordnerische Aktionsprogramm Modellvorhaben der
Raumordnung (MORO) und der Experimentelle Wohnungsund Städtebau (ExWoSt).
Die aktuelle Herausforderungen aufgreifende Bauforschung des BMVBS sind auf die Konkretisierung und Umsetzung von Strategien und Konzepten für nachhaltiges Bauwesen ausgerichtet. Im Schwerpunktbereich Bauforschung
spielt daher die bauangewandte Forschungsinitiative Zukunft
Bau des BMVBS eine wichtige Rolle. Sie fördert Lösungen
für aktuelle Anforderungen im Baubereich wie Klimaschutz,
Ressourceneffizienz, demografischer Wandel und Mobilität
im Verbund von Wirtschaft, Wissenschaft und Privaten. Eine
besondere Stellung nehmen innerhalb dieser BMVBS-Bauforschung Modellvorhaben ein, mit denen gezielt der gesellschaftliche Forschungsdialog, die wirtschaftliche Entwicklung im Bauwesen gefördert und gleichzeitig beispielhaft für
aktuelle Baupolitik geworben wird.

FoRscHunGsscHweRpunkte

5

137

Raumordnung, Stadtentwicklung, Wohnen 

und Bauforschung
�

und auf die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und
der Integration vor Ort in Stadt und Land. Diese Forschungsfelder
ergänzen wichtige, bereits laufende Projekte. Dazu zählt beispielsweise die Entwicklung von städtischen Anpassungsstrategien an
den Klimawandel, die energetische Stadterneuerung sowie die
alters- und familiengerechte Entwicklung von Stadtquartieren.
Im Wohnungs- und Immobilienwesen fokussiert sich die
Forschung des BMVBS auf die aktuellen Herausforderungen bei
der klima- und altersgerechten Anpassung des Gebäudebestandes, auf die soziale Absicherung des Wohnens sowie die Analyse
aktueller Entwicklungen auf den Wohnungs- und Immobilienmärkten. Auch die Einbeziehung privater Immobilieneigentümer
in integrierte Stadt- und Quartiersentwicklungsstrategien stellt
dabei eine besondere Herausforderung dar. Die Forschung dient
als Grundlage für ordnungs- und förderpolitische Entscheidungen der Wohnungspolitik. Die aktuelle Bauforschung des BMVBS,
insbesondere dabei die Initiative Zukunft Bau, hat zum Ziel, die
Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bauwesens im europäischen
Binnenmarkt zu stärken und bestehende Defizite insbesondere bei
technischen, baukulturellen und organisatorischen Innovationen
zu beseitigen.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/FP/forschungsprogramme_
node.html
– www.bmvbs.de

5.1 	 Raumordnung, Stadtentwicklung und Wohnen
Die Anpassung des Wohnungsbestands an den demografischen
Wandel sowie die Herausforderungen des Klimaschutzes und
der Energieeinsparung sind zentrale Aufgaben für die Bau-,
Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Auch der öffentliche
Personennahverkehr muss in einigen Regionen den Herausforderungen einer schrumpfenden Nachfrage angepasst
werden und gleichzeitig eine bedürfnisgerechte Mobilität
zur Verfügung stehen. Auf den Wohnungsmärkten nehmen
die regionalen Unterschiede zu: Einzelne dynamische Wachstumsregionen mit Verknappungstendenzen und steigenden
Wohnkosten stehen schrumpfenden Regionen mit Leerstand
gegenüber. Hier sind Versorgungskonzepte gefragt, die auf die
lokalen und regionalen Verhältnisse zugeschnitten sind.

Bund

Die Wohnungs-, Immobilien- und Bauwirtschaft ist eng mit
anderen Wirtschaftsbereichen verflochten und hat eine große
Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft. Zugleich ist sie eng
verbunden mit den Themen Umwelt und Mobilität, Klimaschutz
und Energieeinsparung. Durch gezielte Forschung können hier
Innovationen vorangetrieben und ein großes Potenzial für die
zukunftsfähige und effiziente Entwicklung der Branche sowie
einer nachhaltigen Entwicklung der Städte und Gemeinden
unter Beachtung des demografischen Wandels inklusive seiner
Auswirkungen auf den ländlichen Raum erschlossen werden. Die
durch die Bundesregierung eingeleitete Energiewende, die einen
integrativen Ansatz zur Steigerung der Energieeffizienz und einen
verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien vorsieht, wird durch
Forschung hierzu vorangetrieben. Immobilien spielen in Bezug
auf Klima und Energie eine wesentliche Rolle – im Gebäudebestand werden ca. 40 % der gesamten Endenergie verbraucht.
Die Ressortforschung des Bundesministeriums für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) zielt hier darauf ab, mit
innovativen Lösungen, Konzepten und Strategien nachhaltiges
Bauen und eine nachhaltige Stadt- und Siedlungsentwicklung
zu unterstützen und aktuellen Herausforderungen Rechnung zu
tragen. Durch konkrete Modellvorhaben, z. B. in Bezug auf regionale Daseinsvorsorgeplanung, Stadt-Land-Partnerschaften und
städtisch-regionale Strategien zur Anpassung an den Klimawandel, werden Vorbilder geschaffen, neue Verfahren erprobt und Investitionen angeregt. Eine Voraussetzung für die Entwicklung von
Anpassungsstrategien sind Wirkmodelle für die lokale Klimafolgenabschätzung. Der DWD nutzt hierzu die Ergebnisse regionaler
Klimaprojektionen als Eingangsdaten für seine Wirkmodelle, um
Beratungsprodukte, wie beispielsweise zur zukünftigen Wärmebelastung des Menschen, für die jeweils relevante Ebene der Landes-, Regional- und Kommunalplanung zu erstellen.
Neue Projekte beschäftigen sich zudem mit dem Beitrag
der Raumordnung zur Sicherung des leitungsgebundenen
Energietransfers sowie der Fortschreibung der Bundesverkehrswegeplanung unter Aspekten der Raumverträglichkeit. In der
Stadtentwicklung konzentrieren sich die Aufgaben auf die wissenschaftliche Auswertung des praktischen Einsatzes städtebaulicher Instrumente und Verfahren sowie auf die Anforderung der
kommunalen Praxis an eine nachhaltige Stadtentwicklungspolitik. Im experimentellen Wohnungs- und Städtebau wurden 2011
neue Forschungsfelder gestartet. Sie konzentrieren sich auf die Innenstädte, die grundlegende Umbrüche erleben, auf die Verknüpfung von Beschäftigungs- und städtischen Entwicklungsstrategien

FoRscHunGsscHweRpunkte

138

Zugleich erlebt die Bau- und Wohnungswirtschaft einen
tief greifenden Strukturwandel. Die Bautätigkeit findet heute
nicht mehr hauptsächlich im Neubau statt. Investitionen in
den Bestand nehmen nahezu 80 % der Bautätigkeit ein. Hier
bestehen große Chancen gerade für kleinere und mittelständische Bauunternehmen.

Bund

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut
wesentliche Forschungsaufgaben im Politikbereich Raumordnung, Stadtentwicklung und Wohnen für das BMVBS. Im Mittelpunkt der Forschung stehen insbesondere indikatorgestützte
Prognosen zur Raum- und Stadtentwicklung, für die Wohnungsund Immobilienmärkte, die Evaluierung von Förderprogrammen, die Erarbeitung von Strategien und Konzepten sowie die
Weiterentwicklung von wohnungs- und stadtentwicklungspolitischen Instrumenten, die eine nachhaltige Raum- und
Stadtentwicklung unterstützen. Von besonderer Bedeutung
sind die Fragen der Energieeinsparung, des Klimaschutzes und
der Bestandsanpassung an den demografischen Wandel.
Im Wohnungswesen liegen die Schwerpunkte vor allem
auf energetischer und altersgerechter Anpassung von Wohnungsbeständen und Wohnumfeld, Evaluierung und Weiterentwicklung von Fördermaßnahmen im Gebäudebereich,
Analysen von Investitionsmaßnahmen in den Wohnungsbestand und Untersuchungen zur sozialen Absicherung des
Wohnens (insbesondere Wohngeld, Übernahme der Kosten
der Unterkunft und Heizung). Die Analyse der sich verändernden Finanzierungsbedingungen für die wohnungswirtschaftlichen Akteure, der verschiedenen Anbietergruppen auf dem
Wohnungsmarkt, die Rolle der privaten Wohnungsvermieter
sowie Fragen der Wohneigentumsbildung als Instrumente der
Altersvorsorge sind weitere wesentliche Untersuchungsfelder.
Mit dem Ziel des Ausbaus der transnationalen Zusammenarbeit und neben der Beteiligung am Forschungsnetzwerk zur
Europäischen Raumentwicklung (ESPON) wird auch das Ziel
verfolgt, die transnationale Zusammenarbeit in der Raumordnung im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative INTERREG III B
konsequent voranzutreiben und Empfehlungen für deren
künftige Ausgestaltung zu geben. In der Stadtentwicklung
werden einschlägige Netzwerke zur europäischen Stadtentwicklung einer Status- und Entwicklungsanalyse unterzogen.
Wichtige Forschungsprogramme zur Durchführung
entsprechender Ressortaufgaben auf den Gebieten Raumordnung, Stadtentwicklung und Wohnungswesen sind das raumordnerische Aktionsprogramm Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) und der Experimentelle Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt). Aus den Forschungsmitteln des Energie- und
Klimafonds werden Projekte finanziert, die einen wichtigen
Beitrag für Innovationen und Analysen zu Klimaschutz und
Energieeinsparung bei Wohngebäuden leisten.
0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/FP/MORO/moro__node.html
– www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/FP/ExWoSt/exwost__node.html

5.2 Bauforschung
Die aktuelle Herausforderungen aufgreifende Bauforschung
des BMVBS ist auf die Konkretisierung und Umsetzung von Strategien und Konzepten für nachhaltiges Bauwesen ausgerichtet.
Modellvorhaben im Bauwesen sind Plattformen für einen gezielten Forschungsdialog innerhalb der Gesellschaft. Anschaulich werben sie für nachhaltiges, energieeffizientes Bauen der
Zukunft, das neben Wohnqualität, innovativen Materialien und
Techniken auch die Aspekte der Altersvorsorge, des Recyclings
und des demografischen Wandels mit berücksichtigt
Die bauangewandte Forschungsinitiative Zukunft Bau des
BMVBS fördert Lösungen für aktuelle Anforderungen wie Klimaschutz, Ressourceneffizienz, demografischer Wandel und Mobilität im Verbund von Wirtschaft, Wissenschaft und Privaten.
Eine besondere Stellung nehmen innerhalb dieser BMVBSBauforschung Modellvorhaben ein, mit denen gezielt der gesellschaftliche Forschungsdialog, die wirtschaftliche Entwicklung
im Bauwesen gefördert und gleichzeitig beispielhaft für aktuelle
Baupolitik geworben wird. Umfassend wird z. B. über das Bauen
der Zukunft, eine neue Gebäudegeneration – sogenannte Effizienzhäuser Plus – informiert. Anschaulich, ohne Verzicht auf
Ästhetik und Lebensqualität, werden zukünftige Immobilien als
Kleinkraftwerke gezeigt, die einen Beitrag zur Energiewende
in Deutschland leisten können. Dabei wird auch fachübergreifende Forschung gefördert. Modell- und Forschungsvorhaben
wie das Effizienzhaus Plus verknüpft mit Elektromobilität sollen
im Realtest Synergien zwischen innovativen Immobilien und
Mobilen aufzeigen, die Marktfähigkeit dieser Modelle überprüfen und auf zukünftige Lebensveränderungen in diesen zwei
zentralen Lebensbereichen einstimmen.Die Fördergebiete
reichen von Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien
in Gebäuden, neuen Prototypen für energiesparendes Bauen
bzw. Null- und Effizienzhaus Plus über neue Materialien und
Techniken im Bauwesen bis zu grundlegender Verbesserung der
Bauqualität und Nachhaltigkeit im Bau und zur Modernisierung
des Gebäudebestandes. Mit bisher rund 50 Mio. Euro und über
1.400 Forschungsanträgen der Forschungsinitiative Zukunft Bau
setzt das BMVBS seit 2006 wichtige Impulse für die Innovationsfähigkeit am Bau. Neben der Grundlagenforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und den Demonstrationsvorhaben des Bundesministeriums für Wirtschaft
und Technologie (BMWi) ist die angewandte Bauforschung des
BMVBS ein entscheidender Baustein auf dem Weg zur breiten
Anwendung neuester Technologien in der Baubranche.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
www.bbsr.bund.de
www.bbr.bund.de

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.forschungsinitiative.de

FoRscHunGsscHweRpunkte

139

Mobilität
�

Die Mobilitätsansprüche der Menschen und wirtschaft steigen in unserer global vernetzten schnelllebigen welt stetig an. Das damit einhergehende Verkehrswachstum sowohl im individuellen als auch
im waren- und Güterbereich stellt große Herausforderungen an Verkehrsinfrastrukturen, logistik und
technologie. auch die großen globalen Herausforderungen unserer Zeit wie klimawandel und der demografische wandel stellen unsere Verkehrs- und Infrastruktursysteme vor große aufgaben, die es effizient,
sicher und bezahlbar zu lösen gilt. Gleichzeitig steigen mit dem zunehmenden Verkehr auch die umweltpolitischen Herausforderungen: Der Verkehr in europa ist schon heute für rund 20 % der co2-emissionen
verantwortlich, verbraucht rund 70 % des Mineralöls und ist eine der großen lärmquellen unserer Zeit.
Zusammenwachsens, zudem Garant für die Zukunftsfähigkeit
einer Gesellschaft.
Die Klimaschutzziele der Bundesregierung setzen daher
insbesondere auch beim Verkehr an: weniger Treibhausgasemissionen, höhere Energieeffizienz und ein größerer Anteil
an erneuerbaren Energien. Technologische Lösungen, innovative Ansätze und Anpassungen sind notwendig, um dem
künftig weiter steigenden Verkehr und dem Bedürfnis nach
sicherer, schneller und umweltverträglicherer Mobilität von
Menschen und Gütern gerecht zu werden. Zugleich setzt es
sich die Bundesregierung zum Ziel, die Verkehrsinfrastruktur
und -systeme klimaresistent zu machen, und verfolgt hierzu
eine klare Anpassungsstrategie im Rahmen der DAS. Ziel der
Bundesregierung ist zudem, Deutschland zur modernsten Logistikdrehscheibe Europas zu entwickeln.

Bund

Die Bundesregierung ist sich bewusst, dass Mobilität unverzichtbare Grundlage für Wirtschaftswachstum, Daseinsvorsorge und Lebensqualität darstellt und dass diesem Bereich daher
in jedweder Innovationsstrategie ein besonderes Augenmerk
gewidmet werden muss. Die zu lösenden Herausforderungen
bei steigenden Mobilitätsansprüchen und -notwendigkeiten
in einer globalisierten, arbeitsteiligen Welt erfordern große
Anstrengungen sowohl in Forschung und Entwicklung als
auch in der Umsetzung neuer und innovativer Lösungen sowie
der Förderung emissionsfreier Fortbewegungsarten. Nur so gelingt es, Mobilität langfristig zu sichern, effizient und sicher zu
gestalten und gleichzeitig verkehrsbedingte Belastungen und
Emissionen abzubauen. Heute ist komfortable, zuverlässige
und schnelle Fortbewegung über weite Strecken essenzieller
Bestandteil einer Volkswirtschaft und Kern des europäischen

FoRscHunGsscHweRpunkte

140

Auf einen Blick:
Fahrzeug- und Verkehrstechnologien,
maritime Technologien

Bund

effiziente Verkehrsinfrastrukuren und -techniken sind in Zeiten des globalen klimawandels grundlegend für die Gewährleistung der Mobilität, die unsere heutigen Gesellschaften und wirtschaften
brauchen. Zugleich wachsen die ansprüche an bezahlbare, bessere, verlässliche und umweltverträgliche Mobilität kontinuierlich. Durch die fortschreitende Globalisierung sind Mobilität und
Verkehrssystem das Rückgrat geworden, welches arbeitsteilung, weltweite Vernetzung von Gütern
und Menschen und unseren heutigen lebensstil sowie die Versorgung der weltweit stark anwachsenden Bevölkerung ermöglicht.

Der bodengebundene Verkehr ist für die Bundesrepublik
Deutschland von enormer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung. Beispielsweise hat der Straßenverkehr
einen Anteil von ca. 24 % am Endenergieverbrauch in
Deutschland. Ferner ist die Logistikbranche derzeit der
drittgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland mit rund 2,6
Mio. Beschäftigten und einem Jahresumsatz von ca.180 Mrd.
Euro. Das 3. Verkehrsforschungsprogramm der Bundesregierung bildet den strukturellen Rahmen für die Umsetzung der
Fördermaßnahmen mit drei technologischen Programmsäulen Intelligente Infrastruktur, Mobilität im 21. Jahrhundert und
Intelligente Logistik.
Um die zukünftige Mobilität nachhaltig zu gestalten
sowie die energie- und klimapolitischen Ziele einzuhalten,
setzt man auf alternative Antriebe und Diversifizierung der
Energiequellen. Vor allem die Elektromobilität ist ein
entscheidender Schlüssel, um Mobilität in Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Sie hilft, dass Mobilität klimafreundlicher
wird und gleichzeitig unsere Abhängigkeit von fossilen
Kraftstoffen reduziert wird. Darüber hinaus bietet sie neue
Chancen für unsere Industrie. In einem eigenen Regierungsprogramm aus dem Jahr 2011 hat die Bundesregierung eine
Reihe von Maßnahmen zusammengefasst, um die Entwick-

lung der Elektromobilität voranzutreiben. Insbesondere
fördert die Bundesregierung verstärkt Forschung und
Entwicklung auf diesem Gebiet. Zugehörige Schwerpunkte
sind u. a. Batterietechnologien, elektrische Antriebe und
Fahrzeugintegration, Aspekte der Produktionstechnik und
die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die Verknüpfung von Elektrofahrzeugen mit
dem öffentlichen Nahverkehr, aber auch mit den Energiesystemen. Hier bietet Elektromobilität übrigens besondere
Möglichkeiten: Elektrofahrzeuge können in Zukunft als
mobile Pufferspeicher für volatil erzeugten Strom aus
erneuerbaren Quellen dienen.
Die maritime Wirtschaft hat eine hohe Bedeutung. Etwa
90 % des europäischen Außenhandels und rund 30 % des
Binnenhandels werden auf dem Seeweg bestritten. Deutschland wickelt etwa 60 % seines Exports über Seewege ab. Die
maritime Wirtschaft ist eine Hochtechnologiebranche, die
sich heute mehr als alle anderen Branchen einem extrem
harten Verdrängungswettbewerb stellen muss, gleichzeitig
erfährt die Meerestechnik innerhalb der maritimen Techno logien eine rasant wachsende Bedeutung für Klimaschutz,
Energie- sowie Ressourcengewinnung.

FoRscHunGsscHweRpunkte

6

141

Fahrzeug- und Verkehrstechnologien
einschließlich maritimer Technologien

Nicht zuletzt wird der demografische Wandel die Verkehrsund Infrastruktursysteme beeinflussen. Während in einigen
Regionen ein Rückgang des Verkehrsaufkommens zu erwarten
ist, wird in Ballungsräumen der Güterverkehr massiv zunehmen und sich individuelle Mobilität stark verändern.

6.1 	 Fahrzeug- und Verkehrstechnologien
6.1.1 	 Verkehrsforschungsprogramm
Das Anfang 2009 gestartete 3. Verkehrsforschungsprogramm
der Bundesregierung Mobilität und Verkehrstechnologien
bündelt die verkehrsbezogenen Forschungsaktivitäten von
fünf Ressorts (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie [BMWi], Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung [BMVBS], Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz [BMELV], Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
[BMU] und Bundesministerium für Bildung und Forschung
[BMBF]), die in Teilen Eingang gefunden haben in die HightechStrategie [HTS] der Bundesregierung. Übergeordnetes Ziel ist
ein effizientes integriertes, zugleich möglichst umwelt- und
ressourcenschonendes Verkehrssystem in Deutschland, das
auch internationalen Ansprüchen gerecht wird und die wichtige Funktion Deutschlands als Transitland und als wichtiger
Hub in einer globalisierten Welt berücksichtigt. Insbesondere
werden Technologien zur effizienten Ausnutzung der Verkehrsträger, zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen
Energieträgern, zur Vorbereitung der Verkehrssysteme auf
den demografischen Wandel sowie zur weiteren Erhöhung der
Sicherheit im Verkehr durch Assistenzsysteme gefördert. Darüber hinaus engagieren sich BMWi und BMVBS innovationspolitisch gemeinsam mit Frankreich in der deutsch-französischen
Forschungskooperation DEUFRAKO.
Das BMWi konzentriert seine Aktivitäten dabei im Wesentlichen auf

•
•
•

intelligente Logistik
Mobilität im 21. Jahrhundert
intelligente Infrastruktur

Bund

Effiziente Verkehrsinfrastrukuren und -techniken sind in Zeiten
des globalen Klimawandels grundlegend für die Gewährleistung der Mobilität, die unsere heutigen Gesellschaften und
Wirtschaften brauchen. Zugleich wachsen die Ansprüche an bezahlbare, bessere, verlässliche und umweltverträgliche Mobilität kontinuierlich. Durch die fortschreitende Globalisierung sind
Mobilität und Verkehrssystem das Rückgrat geworden, welches
Arbeitsteilung, weltweite Vernetzung von Gütern und Menschen und unseren heutigen Lebensstil sowie die Versorgung
der weltweit stark anwachsenden Bevölkerung ermöglicht.
Es besteht hier ein hoher Anpassungsdruck, der dadurch
verstärkt wird, dass die Verkehrsinfrastruktur relativ starr und
langlebig ist, obwohl in Arbeitswelt und Wirtschaft Veränderungen häufig sehr rasch erfolgen.
Die Bundesregierung nutzt deshalb die Möglichkeiten von
Forschung und Innovation, um das Verkehrssystem kontinuierlich unter Nutzung und Fortentwicklung modernster
Verkehrs- und Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) an die sich wechselnden Bedingungen anzupassen.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Gewährleistung von Sicherheit, Verlässlichkeit, Barrierefreiheit, Robustheit, Effizienz,
Verkehrsoptimierung und Nachhaltigkeit.
Begrenzte Flächen und Finanzierungsrahmen für den
Ausbau der Verkehrsinfrastruktur erzwingen deren effiziente
Nutzung. Daneben verursachen Staus erhebliche volkswirtschaftliche Schäden, die durch intelligente Verkehrslenkungskonzepte reduziert werden können. Auch können verbesserte
Technologien in Fahrzeugen Unfälle im Straßenverkehr –
neun von zehn entstehen aufgrund menschlichen Fehlverhaltens – mildern oder sogar vermeiden. Gleichzeitig steigen
mit dem zunehmenden Verkehr die umwelt- und klimapolitischen Herausforderungen.
Die Klimaschutzziele der Bundesregierung setzen daher
auch beim Verkehr an: weniger Treibhausgas- und Feinpartikelemissionen, höhere Energieeffizienz und ein größerer Anteil an erneuerbaren Energien. Technologische Lösungen, innovative Ansätze und Anpassungen sind notwendig, um dem
künftig weiter steigenden Verkehr und dem Bedürfnis nach
sicherer, schnellerer und umweltverträglicherer Mobilität von
Menschen und Gütern gerecht zu werden. Aus dem Energieund Klimafonds werden daher Mittel zur Finanzierung von
anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung der Elektromobilität genutzt.

FoRscHunGsscHweRpunkte

142

mit folgenden Schwerpunkten:

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Bund

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Förderbekanntmachung „Zukunftsfähige Logistiknetzwerke“: Entwicklung und Demonstration von ganzheitlichen
Prozessoptimierungen und Technologien für Logistiknetzwerke, definiert als Gesamtheit ihrer Knoten (Umschlag- und Verteilknoten) und Kanten (Transportströme).
Dabei sollen Effizienz und Robustheit des Gesamtsystems
gesteigert werden.
Förderbekanntmachung „Von Tür zu Tür“: Entwicklung
von personalisierten Diensten zur Navigation des Fahrgastes entlang seiner individuellen Reiseroute im öffentlichen
Personenverkehr von Tür zu Tür. Diese werden eine flexible,
nutzergerechte und zuverlässige, auf aktuellen Informationen zum öffentlichen Personen- und Fußgängerverkehr
basierte Orientierung ermöglichen.
Verbundprojekt „Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld
Deutschland (SIM-TD)“: Erforschung und Erprobung sowie
Nachweis der Wirkungen der Car-to-X-Kommunikation
und ihrer Anwendungen in realitätsnahen Verkehrsszenarien in einer großflächigen Testfeld-Infrastruktur im
Großraum Frankfurt am Main.
Verbundprojekt „Ko-FAS – Kooperative Sensorik und Perzeption für die präventive Sicherheit im Straßenverkehr“:
Diese in sich schlüssige und eigenständige Projektinitiative
trägt unter Nutzung neuartiger Informations- und Kommunikationstechniken Lösungsoptionen insbesondere zur
Steigerung der aktiven Sicherheit im Straßenverkehr bei.
Forschungsverbund „Leiser Verkehr“: Lärmminderung
an der Quelle im Schienen- und Straßenverkehr (Projekte:
LäGiV, StarDAMP, Leistra-3).

Die Verkehrsforschungsaktivitäten der Bundesregierung
bilden sich auch in den Ressortforschungsaktivitäten des
BMVBS und dessen nachgeordneter Behörden ab. Die Ressortforschung des BMVBS ist hier insbesondere auf Effizienz,
Sicherheit, Leistungsfähigkeit, Intermodalität, Barrierefreiheit von Schnittstellen sowie Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit des Verkehrssystems als Ganzes ausgerichtet. Bei
den Fahrzeug- und Verkehrstechnologien stehen alternative
Antriebskonzepte, Verkehrslenkungs- und Steuerungssysteme,
Verkehrs- und Mobilitätsmanagement und Telematik (IKT),
Verkehrssicherheit, Energieeffizienz, Einsatz innovativer
Technologien im Fahrzeug sowie Infrastruktur und Elektromobilität im Vordergrund. Wirtschaftlicher Bau und sichere,
effiziente und verlässliche Erhaltung und Nutzung der Straße,
demografischer Wandel/Stadt von morgen (Mobilitätssicherung in schrumpfenden Räumen, Erhaltung der Mobilität
im Alter) sowie Anpassung der Verkehrsinfrastruktur an den
Klimawandel sind weitere besondere Schwerpunkte.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
www.bast.de

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
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–
–

SIM-TD: www.simtd.de
KO-FAS: www.kofas.de
BMWi: www.bmwi.de
BMVBS: www.bmvbs.de
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt): www.bast.de
Projektträger Mobilität und Verkehrstechnologien:
www.tuvpt.de
– Nationale Kontaktstelle Verkehr: www.nks-verkehr.eu
– Forschungsinformationssystem:
www.forschungsinformationssystem.de
–	�Deutsch-Französische Kooperation in der 

Verkehrsforschung: http://deufrako.org
�

6.1.2 elektromobilität
Elektromobilität ist ein entscheidender Schlüssel, um Mobilität
in Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Sie hilft, dass Mobilität
klimafreundlicher und gleichzeitig unsere Abhängigkeit von
fossilen Kraftstoffen reduziert wird. Darüber hinaus bietet sie
neue Chancen für unsere Industrie.
Die Bundesregierung hat die Entwicklung der Elektromobilität bislang mit 500 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket II
gefördert. Diese Fördermaßnahme lief Ende 2011 aus. Zur
Fortführung ihres Engagements in der Elektromobilität hat
die Bundesregierung daher am 18. Mai 2011 das Regierungsprogramm Elektromobilität beschlossen. Darin hat sie ihre
geplanten Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität
in Deutschland zusammengefasst. Die Bundesregierung verstärkt ihre Anstrengungen für Forschung und Entwicklung.
Insgesamt setzt die Bundesregierung auf einen intelligenten
Maßnahmenmix aus Forschungsförderung für Wirtschaft und
Wissenschaft sowie Anreizen für die Bürgerinnen und Bürger.
Diese beinhalten Änderungen im Straßenverkehrs- und im
Steuerrecht. Zudem wird der Bund im Rahmen einer Beschaffungsinitiative selbst Elektrofahrzeuge nutzen.
Im Regierungsprogramm hat die Bundesregierung den
Rahmen dafür gesetzt, dass in Deutschland zum Jahr 2020 eine
Million Elektrofahrzeuge fahren. Eine Kaufprämie schließt die
Bundesregierung aus. Vielmehr legt sie ihren Schwerpunkt auf
die Förderung von Forschung und Entwicklung, um bei den beteiligten Akteuren das Know-how aufzubauen, damit Deutschland im internationalen Wettbewerb weiterhin gut aufgestellt
ist. Thematische Schwerpunkte der Forschungsförderung der
Bundesregierung sind Batterieforschung, Gesamtfahrzeugkonzepte inklusive der Komponenten sowie Ladeinfrastruktur
und Netzintegration. Dabei beziehen sich die Maßnahmen keineswegs nur auf elektrisch angetriebene Personenkraftwagen.
Beispielsweise werden auch elektrische Nutzfahrzeuge und
Elektrobusse berücksichtigt. Ein weiteres Thema ist die Untersuchung der Auswirkungen der Elektrifizierung der Antriebsstränge auf das Gesamtsystem Mobilität.
Deutschlands Industrie soll auch bei der Elektromobilität
eine weltweite Spitzenstellung als Leitanbieter behaupten.
Dabei sind primär die Unternehmen gefordert, marktfähige
Produkte zu entwickeln und innovative Projekte umzusetzen.

FoRscHunGsscHweRpunkte

Infobox
wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie

Ein entsprechender Kompetenzaufbau an Hochschulen und
in Forschungseinrichtungen hat ebenfalls eine hohe Bedeutung, um rechtzeitig die Grundlagen für neue Konzepte nach
2020 zu legen. Zur internationalen Einbindung der deutschen Aktivitäten trägt auch die Beteiligung der Bundesregierung am von der Europäischen Kommission ausgeschriebenen ERANET+ Electromobility bei.
Die 2010 eingerichtete Nationale Plattform Elektromobilität
(NPE) hatte im Vorfeld zum Regierungsprogramm im Mai 2011
ihren zweiten Bericht vorgelegt. Der Ansatz, Unternehmen,
Verbände, Wissenschaft und gesellschaftliche Akteure an einem
Tisch zu versammeln, um sich auf einen gemeinsamen Weg
zur Einführung der Elektromobilität zu verständigen, hat sich als
richtig erwiesen. Die NPE sieht Deutschland auf einem guten Weg
zum Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität.

und Schiffe, berücksichtigt. Weitere Anwendungen für
Wasserstoff und Brennstoffzellen finden sich im Schienenverkehr und maritimen Bereich.
Um den weiteren Ausbau der Technologien zu gewährleisten, haben Bund, Industrie und Wissenschaft gemeinsam
in strategischer Allianz 2006 das Nationale Innovationspro gramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP)
initiiert. Das NIP soll die Marktvorbereitung von Produkten
dieser zukunftsgerichteten Technologie entscheidend
beschleunigen. Das Gesamtbudget des auf zehn Jahre bis
2016 angelegten NIP beträgt 1,4 Mrd. Euro. Bereitgestellt
wird die Summe je zur Hälfte vom Bund – dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und
dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
(BMWi) – und der beteiligten Industrie.
Im NIP werden groß angelegte Demonstrationsprojekte
zu Leuchtturmprojekten gebündelt und finden unter realen
Alltagsbedingungen statt. Dadurch arbeiten die Projektpartner gemeinsam und effizienter an Fragen und Herausforderungen, denen sie sich andernfalls alleinstehend und
mit größerem individuellem Aufwand stellen müssten.

Bund

Deutschland ist im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in Europa führend. Wasserstoff ist in gebundener Form das am häufigsten vorkommende Element.
Wasserstoff ist bei Standardumgebungsbedingungen gasförmig; er wird u. a. in der Chemie- oder Lebensmittelindustrie seit mehr als 100 Jahren in großem Maßstab kommerziell produziert und genutzt. Er kann auf vielfältige Weise aus
fossilen und aus erneuerbaren Energieträgern hergestellt
werden. So kann er mittels Elektrolyse, in der mit Strom
Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird, schwankenden Strom z. B. aus Windenergie
oder Fotovoltaik speichern und somit die Netze entlasten
(www.performingenergy.de; www.powertogas.info). Im
Verkehr kann Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen
dazu beitragen, die langfristigen CO2-Reduktionsziele zu
erreichen.
Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie befindet sich heute weitestgehend in einem
vorkommerziellen Demonstrationsstatus. So werden Brennstoffzellen-Pkw und
-Busse inklusive der notwendigen Wasserstoffinfrastruktur in Flotten öffentlich getestet (www.cleanenergypartnership.de)
und Brennstoffzellen in der Hausenergieversorgung in ersten privaten Haushalten
betrieben (www.callux.net). Im Bereich
der netzunabhängigen Stromversorgung
z. B. zur Absicherung kritischer Infrastrukturen werden zum Teil kommerzielle
Anwendungen bedient (www.cleanpowernet.de). Neben den Antriebssystemen
werden auch Systeme für die Bordstromversorgung, z. B. Auxiliary Power Units
(APUs) für Lastkraftwagen, Flugzeuge

143

Elektromobilität muss im wahrsten Sinn des Wortes „erfahrbar“ und sichtbar sein. Deshalb sieht das Regierungsprogramm
den Aufbau einiger weniger regionaler „Schaufenster“ vor. Bei
den Schaufenstern handelt es sich um Gebiete, in denen Energie,
Fahrzeug und Verkehr mit ihren innovativen Technologien
und Lösungen in ein Gesamtsystem Elektromobilität eingebunden werden. Hier sollen die neuesten Innovationen sofort auf
die Straße gebracht und im Alltag auf ihre Praxistauglichkeit
untersucht werden. Gerade deutsche Verkehrstechnologiekompetenz soll in diesen großen Demonstrationsvorhaben auch
international sichtbar werden. Die Bundesregierung wird dieses
Programm mit bis zu 180 Mio. Euro fördern.
Neben den Schaufenstern ist die Einrichtung sogenannter
Leuchttürme vorgesehen. Darunter ist die Bündelung besonders herausragender Forschungsprojekte in der Technolo-

FoRscHunGsscHweRpunkte

144

Bund

gieentwicklung und -anwendung zu verstehen. So sollen z. B.
herausragende Projekte zur Antriebstechnik, zur Batterieforschung, zum Leichtbau, zu Ladeinfrastruktur und Netzintegration, zu Mobilitätskonzepten, zu Recycling und Ressourceneffizienz oder zur Erforschung von Informations- und
Kommunikationstechnologien in einem Leuchtturm zusammengefasst werden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür sind
die Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den laufenden
Förderprogrammen der Bundesministerien. Dabei kann auf
den guten Erfahrungen der bisherigen Projekte und Aktivitäten (z. B. auch der Förderprogramme im Rahmen des Konjunkturpakets II 2009–2011) aufgebaut werden.
Neben der Elektromobilität fördert die Bundesregierung
auch die Weiterentwicklung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit dem Nationalen Innovationsprogramm
Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie NIP, in dem u. a.
Forschung, Entwicklung und Demonstration von Brennstoffzellenfahrzeugen und der entsprechenden Wasserstoffinfrastruktur unterstützt werden. Auf diese Art erfolgt eine technologieoffene Förderung alternativer Antriebe, sodass sich die
Technologien gegenseitig ergänzen können.

•

Produktion vernetzt, schnell, flexibel
Herausforderungen ergeben sich aus dem Zielkonflikt,
einerseits die Kosten zu senken und andererseits technisch
überlegene Produkte in immer kürzeren Innovationszyklen auf den Märkten zu platzieren. Der Fokus der Förderung ist auf verbesserte und neue Produktionstechniken
ausgerichtet. Flexibilität, Organisation und Vernetzung
entlang der Wertschöpfungskette stehen im Mittelpunkt.
Neue Materialen und Fertigungskonzepte gewinnen hier
stark an Bedeutung.

•

Schifffahrt zuverlässig, effizient, sauber
Der Güteraustausch steigt infolge der Globalisierung stetig
an. Deutschland stellt mit 55 % den maßgeblichen Anteil
an Containerschiffen. Im Fokus stehen für Deutschland als
rohstoffarmes Land innovative Technologien für sichere,
effiziente und umweltschonende Schiffspassagen. Bei den
Binnenschiffen gilt es auch, die Attraktivität zu steigern,
damit der Transportträger seine Potenziale besser entfalten kann.

•

Meerestechnik intelligent, autonom, nachhaltig
Offshore-Förderung von Öl und Gas, Offshore-Windenergie, Nutzung von Gasmethanhydraten, die Speicherung
von Kohlendioxid im Meeresboden sowie die Erschließung
mineralischer Rohstoffe werden zunehmend wichtig. Der
Fokus der Förderung ist auf den Bedarf an autonomen,
intelligenten, umweltschonenden, robusten sowie tiefseetauglichen Technologien ausgerichtet. Besondere Kompetenzen deutscher Unternehmen liegen bei Sicherheit und
Wartung. Die Präsenz der Unternehmen an den stark expandierenden Märkten gilt es zu stärken und auszubauen.

•

Ergebnisse
Das Vorgängerprogramm ist Ende 2010 ausgelaufen. Die
Evaluation hat ergeben, dass durch die Fördermaßnahmen
ca. 7.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden konnten.
Dank innovativer Technologien wurde dadurch ein zusätzlicher Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro ermöglicht.

6.2 Maritime Technologien
Etwa 90 % des europäischen Außenhandels und rund 30 % des
Binnenhandels werden auf dem Seeweg bestritten. Deutschland wickelt etwa 60 % seines Exports über Seewege ab. Die
maritime Wirtschaft ist eine Hochtechnologiebranche, die
sich heute mehr als alle anderen Branchen einem extrem
harten Verdrängungswettbewerb stellen muss. Mit rund
400.000 Beschäftigten und einem Umsatzvolumen von mehr
als 54 Mrd. Euro jährlich zählt sie damit zu den wichtigsten
und fortschrittlichsten Wirtschaftszweigen des Landes. Das
BMWi-Forschungsprogramm Maritime Technologien der
nächsten Generation steht im Zeitraum von 2011 bis 2015 mit
einem Volumen von 150 Mio. Euro vorwiegend für industrielle
Verbundprojekte zur Verfügung. Einem zweiten Raumfahrtprogramm gleich erfährt die Meerestechnik innerhalb der
maritimen Technologien eine rasant wachsende Bedeutung
für Klimaschutz, Energie- sowie Ressourcengewinnung.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunktes

•

Schiffstechnik sicher, umweltverträglich, konkurrenzfähig
Durch neue Herausforderungen für Sicherheit und Zuverlässigkeit ergeben sich immer weiter verschärfende
Umweltauflagen. Gleichzeitig gilt es, die Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit der deutschen Produktionsstandorte zu erhalten. Der Fokus der Förderung ist auf die
Erhaltung und Ausbau der Systemkompetenz gerichtet.
Dabei sind Präzision in der Konstruktion und Bau sowie
die Fähigkeiten zur Umsetzung von Speziallösungen die
Stärken des deutschen Schiffbaus.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–

www.bmwi.de
www.fz-juelich.de/ptj
www.nks-schifffahrt-meerestechnik.de
www.foerderinfo.bund.de

FoRscHunGsscHweRpunkte

145

ZukunFtspRoJekt

Nachhaltige Mobilität
Mobilität ist die unverzichtbare Voraussetzung persönlicher Freiheit, sozialen Zusammenlebens und
wirtschaftlichen wohlstands. Der weltweit wachsende Verkehr verbraucht jedoch immer mehr Flächen und Ressourcen. er verursacht lärm, staus und luftverschmutzung. angesichts von klimawandel, wachsender weltbevölkerung und begrenzten fossilen Rohstoffen muss die zukünftige Mobilität
auf eine neue, nachhaltige Grundlage gestellt werden. Die Bundesregierung verfolgt deshalb in
diesem Zukunftsprojekt das Ziel, auf hohem sicherheitsniveau Modelle einer nachhaltigen Mobilität
zu entwickeln, die gleichzeitig die emissionen mindern und die umwelt schonen sowie die wettbewerbsfähigkeit der deutschen wirtschaft stärken. sie wird dabei beraten von der Forschungsunion
wirtschaft-wissenschaft.

Bund

Das Zukunftsprojekt ist der Vorgabe des Energiekonzeptes
der Bundesregierung verpflichtet, den Endenergieverbrauch im Verkehrssektor bis 2050 um 40 % gegenüber
2005 zu senken. Seiner strategischen Bedeutung entsprechend bündelt es ressortübergreifend zahlreiche Forschungsschwerpunkte und -initiativen. Sowohl beim
Personen- als auch im Gütertransport sollen Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit der Verkehrsträger verbessert werden. Es wird entscheidende Beiträge dazu liefern,
innovative Formen des motorisierten Individualverkehrs zu
verwirklichen, den öffentlichen Verkehr attraktiver zu
gestalten, das Schienennetz zu modernisieren, den
Luftverkehr zu optimieren und nutzerfreundliche intermodale Schnittstellen zu schaffen. Ferner zielt es darauf ab, die
gesamte Verkehrsinfrastruktur den Herausforderungen des
Klimawandels anzupassen. In den Städten soll sich die
Verkehrsplanung künftig noch stärker an den Bedürfnissen
der Menschen ausrichten.
Ein wichtiger Baustein des Zukunftsprojektes ist das 2011
beschlossene Regierungsprogramm „Elektromobilität“.
Demnach sollen 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf
Deutschlands Straßen fahren. Das erfordert eine enge
Zusammenarbeit zwischen Automobilherstellern, Zulieferern, Energieversorgern und IKT-Unternehmen. Parallel dazu

werden mit der Wasserstoff- und der Brennstoffzellentechnologie weitere alternative Energiespeicher erprobt. Fahrerassistenzsysteme, die IKT-unterstützt intelligentes Fahren
ermöglichen, sowie elektronische mobile Informations- und
Servicedienste sollen die Sicherheit im Verkehr weiter
erhöhen und zu zusätzlichen Energieeinsparungen führen.
Angesichts des zunehmenden Güterverkehrs ist es von
großer Bedeutung, logistische Prozesse effektiver zu
gestalten und eine bessere Vernetzung der Transportströme
zu erreichen.
Mit diesem Zukunftsprojekt unterstreicht die Bundesregierung ihren Anspruch, Deutschland angesichts der
weltweiten Herausforderungen durch wachsende Verkehrsund Transportströme als führenden Anbieter nachhaltiger
Mobilitätslösungen zu positionieren.
Federführende Ressorts: BMVBS, BMWi
Mitwirkende Ressorts: BMBF, BMELV, BMU
Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im Rahmen der jeweils
geltenden Finanzplanung bis zu 2,19 Mrd. Euro vorgesehen.

Bund

146

FoRscHunGsscHweRpunkte

FoRscHunGsscHweRpunkte

147

Kommunikation
�

Die Informations- und kommunikationstechnologien (Ikt) haben die welt sichtbar verändert. Internet
und Mobilfunk stehen beispielhaft für die technologischen entwicklungen und ihre auswirkungen auf
die lebens- und arbeitswelt der Menschen. Die Globalisierung mit ihren chancen und Herausforderungen wäre ohne Ikt nicht möglich gewesen. Ikt sind aber auch Innovations- und wachstumstreiber für
viele andere Branchen. über 90 % aller prozessoren arbeiten nicht in den computern in unseren Büros
oder zu Hause, sondern im Verborgenen wie beispielsweise in aBs-systemen im automobil, in Maschinensteuerungen und in medizinischen Geräten. Mehr als ein Drittel des gesamten produktivitätsfortschritts
in Deutschland beruht mittlerweile auf Ikt. Die Ikt-wirtschaft leistet bereits heute einen maßgeblichen
Beitrag zum produktivitäts- und wirtschaftswachstum in Deutschland. sie ist mit einem anteil von 6 % an
der Bruttowertschöpfung ein wichtiger industrieller sektor in Deutschland.

Bund

FoRscHunGsscHweRpunkte

148

Auf einen Blick:
Informations- und Kommunikationstechnologien

Bund

Informations- und kommunikationstechnologien (Ikt) sind ein fester Bestandteil unseres alltäglichen lebens und sorgen für sichtbare Veränderungen in der welt. Bereits das Internet steht mit
seinen Möglichkeiten für eine rasante entwicklung, die sich in die Zukunft hinein fortsetzen wird.
IKT sind aber weitaus mehr als das gut sichtbare Internet oder
die ebenfalls gut sichtbaren Computer und Mobiltelefone,
die wir täglich nutzen, denn sie wirken oft im Verborgenen.
So hängen die Automobilbranche, der Maschinenbau und die
gesamte Produktion von den IKT ab, viele Dienstleistungen
sind zudem inzwischen nur mit ihrer Hilfe denkbar. Insgesamt sind sie für die Wirtschaft deshalb von entscheidender
Bedeutung.
Dabei gilt der Forschung und den Rahmenbedingungen
für die Sicherheit im Internet besonderes Augenmerk. Die
hohen Sicherheitsstandards bei technischen Systemen für die
Deutschland bekannt ist, müssen sich auch in der virtuellen
Welt wiederfinden. Der Schutz der Privatsphäre im Internet
muss gewährleistet sein, damit die digitale Wirtschaft
erfolgreich wachsen kann.
Für die IKT-Branche selbst zeigt sich dies auch in Zahlen,

mit einem Marktvolumen von etwa 145 Mrd. Euro, einer
Beschäftigtenzahl von etwa 850.000 Erwerbstätigen und
einem Anteil von 5,3 % am Bruttoinlandsprodukt. Hierbei ist
zu bedenken, dass die indirekte Wirkung auf andere
Wirtschaftsbereiche nicht erfasst ist und dass die große
gesellschaftliche Bedeutung der IKT für die Lebens- und
Arbeitswelt in Zahlen kaum gebührend erfasst werden kann.
Eine moderne Produktion bedeutet im Zeitalter der
Informations- und Kommunikationstechnologien, insbeson-

dere des Internets, den Wandel zur Industrie
4.0. Mit dem Internet der Dinge wird eine
vierte industrielle Revolution eingeleitet, die
über die Vernetzung von Produkten und
Prozessen für den Produktlebenszyklus und
damit für die Produktion und die produktnahen Dienstleistungen entscheidende
Bedeutung hat.
Einer Virtualisierung von Produkten und
Prozessen folgt eine Steuerung über
autonome eingebettete Systeme, die in
Verbindung mit der Vernetzung über das
Internet zu Cyber-Physical Systems werden
und das Internet der Dinge Wirklichkeit
werden lassen. Mit diesen Systemen ist es
möglich, den gesamten Produktlebenszyklus
zu erfassen und in geeignete Bahnen zu
lenken, sowohl in der Planung, als auch der
Produktion, bis hin zur erneuten Zuführung der Rohstoffe in
die Produktion im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft.
Ein weiterer Schwerpunkt der Förderung im Bereich der IKT
ist das Höchstleistungsrechnen, bei dem es zum einen um
eine Steigerung der Rechenleistung selbst geht – wobei das
Stichwort hier „Exascale-Computing“ lautet – und ebenso
um die Anwendungen in Modellierung und Simulation, für
die auch geeignete Software zu entwickeln ist.

FoRscHunGsscHweRpunkte

7

Informations- und Kommunikationstechnologien

Die Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologien
(IKT) für Wirtschaft und Gesellschaft ist vielfältig, daher wird
hier nur eine ähnlich umfassende Forschungs- und Innovationspolitik zu nachhaltigen Erfolgen beitragen. Ziele einer
solchen Politik sind, im Einklang mit der Hightech-Strategie
2020 und der IKT-Strategie Deutschland Digital 2015:

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149

•	�

Wettbewerbsfähigkeit stärken
IKT sind Schlüsseltechnologien und damit Grundlage für
neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen und Treiber
für Innovationen in den in Deutschland traditionell starken
Anwendungsbereichen. Diese Tradition gilt es zu erhalten
und die Spitzenstellung Deutschlands in den IKT zu festigen
und auszubauen. Spitzenforschung und Wertschöpfung im
IKT-Bereich in Deutschland zu stärken lautet das Ziel, damit
Wohlstand und Arbeitsplätze eine sichere Grundlage haben.

•	�

Informationstechnologie-Sicherheit voranbringen
Das Zeitalter des zukünftigen Internets, des Internets der
Dinge und Dienste, wird mehr als bereits jetzt von Internetkriminalität bedroht werden. Der Schutz der Bürgerinnen
und Bürger sowie der Netze, die eine kritische Infrastruktur
bilden, ist von besonderem öffentlichem Interesse. Deshalb
sind die Entwicklung überprüfbarer und durchgehend
sicherer Informationstechnologie (IT)-Systeme, die Analyse
und Absicherung bestehender Systeme und nicht zuletzt
auch die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands
in der IT-Sicherheit Ziele, die die Förderung verfolgt.

•	�

Elektronik und Elektroniksysteme
Mikrosystemtechnik/Mensch-Technik-Interaktion,
demografischer Wandel
Entwicklung konvergenter IKT

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bmbf.de/de/9069.php
– www.bmbf.de/de/398.php

7.1 IT-Systeme
Intelligente Softwaresysteme sind Innovationstreiber in allen
wesentlichen Wirtschaftszweigen. Sie bestimmen maßgeblich
die Wertschöpfung von Produkten, Fertigungs- und Geschäftsprozessen. Sie sind ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor
deutscher Unternehmen auf dem Weltmarkt. Eine bedeutende
Rolle spielt dabei die Verknüpfung von Alltagsgegenständen
zum „Internet der Dinge“.
Die Fördermaßnahmen orientieren sich an den Vorgaben des im März 2007 veröffentlichten Förderprogramms IKT
2020 – Forschung für Innovationen des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung (BMBF). Mit der Fördermaßnahme
KMU-innovativ: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wird insbesondere die Beteiligung von kleinen und
mittleren Unternehmen (KMU) sichergestellt. Schwerpunkte
des Förderbereichs IT-Systeme sind:

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•	�

•	�

eingebettete Systeme, wobei insbesondere softwareintensive eingebettete Systeme mit Anknüpfungen an die Elektronik, Kommunikationstechnologie und Mikrosystemtechnik
im Vordergrund stehen
simulierte Realität, mit den Themen Grid-Anwendungen
und -Infrastruktur, virtuelle/erweiterte Realität, Simulation, Informationslogistik und Softwareentwicklungen für
Höchstleistungsrechner
Internet der Dinge, Ambient Intelligence und Geschäftsprozessintegration, neue Formen der Mensch-TechnikInteraktion, Nutzungskomfort und Gebrauchstauglichkeit

ergebnisse und zusätzliche Informationen
thematische schwerpunkte

•	�
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•	�

IT-Systeme
Kommunikationstechnologien und Dienste
IT-Sicherheitsforschung

Strukturelle Weiterentwicklung der IKT im Höchstleistungsrechnen und in internationaler Zusammenarbeit (Deutschtürkisches Forschungszentrum für IKT: German-Turkish
Advanced ICT Research Center)

Bund

Große Herausforderungen angehen
Die Möglichkeiten zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen, wie Energie- und Ressourceneffizienz, Gesundheit, Mobilität und Sicherheit, werden durch Unterstützung
mit IKT in vielen Fällen wesentlich erweitert, als Beispiele
sind hier die Sicherheit im Straßenverkehr, eine moderne
Medizin und altersgerechte Assistenzsysteme zu nennen.
Mit Assistenzsystemen und Fragen der Kommunikationstechnik wird auch der Bogen zu weiteren tiefer gehenden
gesellschaftlichen Fragestellungen wie Mensch-TechnikInteraktion und demografischem Wandel geschlagen.

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FoRscHunGsscHweRpunkte

150

Bei den Fördermaßnahmen erfolgt gemäß der HightechStrategie sowie des Programms IKT 2020 die Prioritätensetzung
auf anwendungsorientierten strategischen Kooperationen
von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Dazu soll nicht nur
die gesamte Wertschöpfungskette mit einbezogen werden,
sondern es wird auch ein erheblicher finanzieller Eigenanteil
der Wirtschaft erwartet.

Bund

7.2 	 Kommunikationssysteme,
IT-Sicherheit
Privates Umfeld, Wirtschaft, Kultur und Politik – moderne
Kommunikationstechnologien durchdringen längst alle
Bereiche unseres Lebens. Insbesondere das Internet ist unverzichtbare Basis für zentrale Wirtschaftsbereiche wie Finanzen,
Produktion und Dienstleistungen. Ein Trend wird die rasante
Zunahme der mobilen Kommunikation sein, vor allem getrieben durch das mobile Internet. Ziel ist es, die hervorragende
internationale Position Deutschlands in den Kommunikationstechnologien weiter auszubauen. Die Erforschung und Entwicklung neuer leistungsfähiger, sicherer und energieeffizienter Technologien sollen eine weltweite Spitzenposition sichern
und Standards setzen. Kommunikationstechnologien sind ein
Teilbereich innerhalb des Förderprogramms IKT 2020.
schwerpunkte des Fördergebietes

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Förderung von innovativen Ansätzen von kleinen und
mittleren Unternehmen
neue Technologien als Grundlage für künftige Kommunikationsstandards, sowohl für den Festnetz- wie auch den
Mobilfunkbereich
neue Anwendungen, insbesondere Assistenzsysteme im
Dienste älterer Menschen sowie Fahrzeugkommunikation
zur Verbesserung der Sicherheit und des Verkehrsflusses
neue Dienste für die Geschäftskommunikation und das
Gesundheitssystem
kognitive drahtlose Kommunikationssysteme zur Nutzung
der raren Funkfrequenzen und Deckung des zukünftigen
Bandbreitenbedarfs
Internet der Zukunft, insbesondere die Erforschung und
Entwicklung von Basistechnologien für neue Dienste,
Erhöhung der Ausfallsicherheit und Verbesserung des
Netzwerkmanagements
autonome Sensorsysteme zur selbstständig vernetzten
Kommunikation, beispielsweise für die Steuerung von
Anlagen und Prozessen
Zukunftstechnologien wie Netzwerkinformationstheorie,
polymerbasierte Kommunikationssysteme und integrierte
Photonik

It-sicherheitsforschung
Mit zunehmender Verbreitung und Bedeutung der Informations- und Kommunikationssysteme steigen auch Anzahl und

Professionalität von Angriffen auf diese Systeme. In Zukunft
wird es darum gehen, mögliche Problemfelder frühzeitig zu
identifizieren und geeignete Lösungsansätze für morgen zu
erforschen, damit sich Deutschland den Fragen der Cybersicherheit langfristig stellen kann. Hierzu wird das gemeinsam
vom BMBF und dem Bundesministerium des Innern (BMI)
etablierte Arbeitsprogramm IT-Sicherheit weiterentwickelt,
drei neue Kompetenzzentren zur IT-Sicherheitsforschung aufgebaut und neue gesellschaftliche Themenfelder aufgegriffen.
Schwerpunkte sind:

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Grundlagen für die Entwicklung überprüfbarer und
durchgehend sicherer IT-Systeme
Erforschung neuer Ansätze bei der Analyse und
Absicherung von IKT-Systemen
Gewährleistung von Sicherheit in unsicheren
Umgebungen, insbesondere von mobilen Systemen
Schutz von Internet-Infrastrukturen; hierfür müssen Angriffe erkannt, Schadsoftware isoliert, eine Weiterverbreitung verhindert und Dritte rechtzeitig informiert werden
Security by Design; IKT-Systeme sollen von Beginn an so konzipiert und entwickelt werden, dass sie inhärent sicher sind
neue Herausforderungen zum Schutz von IT-Systemen und
Identifikation von Schwachstellen
Quantenkommunikation zum sicheren Austausch von
Daten zwischen IT-Systemen
Rahmenbedingungen und Technologien für eine neue
Kultur des Vertrauens und der Privatsphäre im Internet

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bmbf.de/de/17845.php
– www.bmbf.de/de/73.php

7.3	� Elektronik und Elektroniksysteme
Elektronik und Elektroniksysteme sind unverzichtbar für die
Entwicklung innovativer und auf dem Weltmarkt konkurrenzfähiger Produkte und Dienstleistungen. Im Rahmen des BMBFForschungsprogramms IKT 2020 werden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten (FuE) gefördert, die im Verbund zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft durchgeführt werden und einen
möglichst großen Teil der Wertschöpfungskette abdecken. Die
FuE-Schwerpunkte liegen auf innovativen Elektroniksystemen
für die Erschließung neuer Anwendungen und Kompetenzzentren für Elektronikforschung.
Innovative elektroniksysteme
Hochintegrierte und multifunktionale Elektroniksysteme spielen
für die Wettbewerbsfähigkeit eine entscheidende Rolle. Durch
die Miniaturisierung elektronischer Bauteile und die Integration
von modernsten Technologien und Materialien sind völlig neue
Anwendungsmöglichkeiten entstanden. Gefördert wird die Entwicklung hochkomplexer Elektroniksysteme beispielsweise für
den Geräte- und Anlagenbau und die Medizintechnik.

FoRscHunGsscHweRpunkte

151

ZukunFtspRoJekt

Industrie 4.0
Die wirtschaft steht an der schwelle zur vierten industriellen Revolution. Durch das Internet getrieben wachsen reale und virtuelle welt immer weiter zu einem Internet der Dinge zusammen. Die
kennzeichen der zukünftigen Form der Industrieproduktion sind die starke Individualisierung der
produkte unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten (Großserien-)produktion, die weitgehende Integration von kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und wertschöpfungsprozesse und
die Verkopplung von produktion und hochwertigen Dienstleitungen, die in sogenannten hybriden
produkten mündet. Die deutsche Industrie hat jetzt die chance, die vierte industrielle Revolution
aktiv mitzugestalten. Mit dem Zukunftsprojekt Industrie 4.0 wollen wir diesen prozess unterstützen.
cluster „Intelligente
technische Systeme“
aus Ostwestfalen-Lippe
(„It’s OWL“).
Auf Initiative der
Bundesregierung
haben Experten bereits
2009 eine „Nationale
Roadmap Embedded
Systems“ vorgelegt.
Die Neuausrichtung
der Forschung für
die Bereiche Produktion, Dienstleistung
und Arbeitsgestaltung bezieht die
Verwirklichung des
Zukunftsprojektes Industrie 4.0 mit ein. Beim Thema „Smart
Factory“ liegen die Schwerpunkte auf intelligenten Produktionssystemen und -verfahren sowie auf der Realisierung
verteilter und vernetzter Produktionsstätten. Parallel dazu
werden innerhalb des Zukunftsprojektes strategische
Fördermaßnahmen im Bereich des Internets der Dinge auf
das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 ausgerichtet. Unter der
Überschrift „Smart Production“ werden unter anderem
die unternehmensübergreifende Produktionslogistik, die
Mensch-Maschine-Interaktion und 3D in industriellen Anwendungen noch stärker in den Blick genommen. Die enge Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen als Anbieter wie
Anwender von „smarten“ Produktionsmethoden ist hierbei
von zentraler Bedeutung. Das Zukunftsprojekt wird von der
Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft unterstützt.
Federführende Ressorte: BMBF, BMWi
Mitwirkendes Ressort: BMI
Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im Rahmen der jeweils
geltenden Finanzplanung bis zu 200 Mio. Euro vorgesehen.

Bund

Das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 ist mit wichtigen
technologie-, wirtschaftsund gesellschaftspolitischen Standortperspektiven verbunden. Auf dem
Gebiet der (softwareintensiven) eingebetteten
Systeme hat sich Deutschland bereits eine führende
Stellung insbesondere
im Automobil- und
Maschinenbau erarbeitet. Eine immer größere
Bedeutung erlangen
dabei die sogenannten
Cyber-Physical-Systems
(CPS), d.h. die Vernetzung von eingebetteten IKT-Systemen
untereinander und mit dem Internet. Zusätzlich zur stärkeren Automatisierung in der Industrie ist die Entwicklung
intelligenterer Monitoring- und autonomer Entscheidungsprozesse relevant, um Unternehmen und ganze Wertschöpfungsnetzwerke in nahezu Echtzeit steuern und optimieren
zu können. Neuartige Geschäftsmodelle und erhebliche
Optimierungspotenziale in Produktion und Logistik gilt es
zu erschließen. Hinzu kommen neue Dienstleistungen für
wichtige Anwendungsbereiche, wie die in der HightechStrategie identifizierten Bedarfsfelder Mobilität, Gesundheit
sowie Klima und Energie.
Bei den Themen Embedded Systems und Internet der
Dinge ist die Bundesregierung bereits frühzeitig aktiv
geworden: Ergebnisse erfolgreicher Initiativen wie Digitales
Produktgedächtnis, Wandelbare Logistiksysteme, Autono mik, NextGenerationMedia und Exzellenzcluster wie „Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer“ und „Kognition für Technische Systeme“ sind hier zu berücksichtigen.
Jüngstes Beispiel ist der im Januar 2012 ausgewählte Spitzen-

FoRscHunGsscHweRpunkte

152

Die Energiekosten und der Klimaschutz erfordern den
verantwortungsbewussten Umgang mit den verfügbaren Ressourcen. Die Leistungselektronik ist dabei eine Schlüsseltechnologie, mit der Strom noch effizienter genutzt werden kann.
Gefördert werden elektronische Systeme, für die u. a. neue
Bauelemente, Materialien und Aufbautechniken zu entwickeln

Infobox

Bund

Demografischer wandel/
Mensch-technik-Interaktion
Die Bundesregierung hat die Mensch-Technik-Interaktion
als ein Zukunftsfeld identifiziert, das eine prominente
Rolle in den Forschungsaktivitäten der gesellschaftlichen
Bedarfsfelder der Hightech-Strategie 2020 für Deutschland spielt. So kompensieren z. B. Assistenzsysteme
gesundheitliche Einschränkungen, sie sind zunehmend
energieeffizient und mobil einsetzbar, sie erleichtern die
Kommunikation und erhöhen die Sicherheit. In der vom
BMBF federführend verantworteten „Forschungsagenda
der Bundesregierung für den demografischen Wandel:
Das Alter hat Zukunft“ hat die Bundesregierung ressortübergreifend in sechs Forschungsgebieten zukunftsträchtige Felder zur Gestaltung des demografischen
Wandels dargestellt.
Förderschwerpunkte der Mensch-Technik-Interaktion und Mikrosystemtechnik innerhalb dieser Agenda
betreffen sowohl sehr anwendungsnahe Entwicklungen,
zum Beispiel bei Assistenzsystemen zur Erhaltung und
Wiederherstellung körperlicher Funktionen (MenschTechnik-Interaktion: Assistenzsysteme zur Unterstützung körperlicher Funktionen), als auch technologische
Forschung, um bestimmte Funktionen wie die Energieautonomie technischer Systeme zu erreichen (Energieautarke Mobilität).
Einen innovativen Lösungsansatz für die Gestaltung
des demografischen Wandels bieten Assistenzsysteme,
die ältere Menschen dabei unterstützen, ein selbstständiges und aktives Leben zu führen (Förderschwerpunkt
„Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und
unabhängiges Leben“). Ebenso stehen intuitiv bedienbare Kommunikationsmittel im Fokus, die den Kontakt
mit dem sozialen Umfeld erleichtern und neue Mobilitätslösungen ermöglichen (Förderschwerpunkt „Mobil
bis ins hohe Alter“). Oftmals werden die altersgerechten
Assistenzsysteme dabei im Verbund mit sozialen Dienstleistungen entwickelt (Förderschwerpunkt „Assistierte
Pflege von morgen“). Dabei müssen die Assistenzsysteme
als komplexe und gleichzeitig zuverlässige und robuste
Alltagslösungen umgesetzt werden.
– www.bmbf.de/de/4657.php
– www.das-alter-hat-zukunft.de

sind und die zur Energieeffizienzsteigerung, z. B. bei der Erzeugung regenerativer Energien, eingesetzt werden können.
Die 3D-Systemintegration, d. h. die dreidimensionale
Anordnung von elektronischen Chips, ist eine Schlüsseltechnologie, wenn es um neue Anwendungen etwa in der Kommunikation, im Energie- und Gesundheitssektor geht. Ziel der
Forschung ist, die 3D-Integration wissenschaftlich voranzubringen, in praxisrelevante Technologien zu überführen und
zeitnah zur Produktionsreife zu gelangen.
Die CMOS (Complementary Metal Oxide Semiconductor)Technologie ist die tragende Basistechnologie zur Herstellung
fortschrittlicher Halbleiterchips. Der globale Trend zu kleineren Strukturen erfordert die Entwicklung neuer Lösungen bei
Materialien, Design, Architektur und Hochintegration. Die
Halbleiterindustrie kann die fortschrittlichsten Technologien
nur nutzen, wenn Werkzeuge zur Verfügung stehen, die
den Entwurf innovativer Halbleiterchips zu wirtschaftlichen
Bedingungen ermöglichen. Aufbauend auf den Erkenntnissen
der Electronic-Design-Automation-Forschung werden neue
rechnergestützte Werkzeuge zur Entwicklung innovativer
Elektroniksysteme gefördert.
kompetenzzentren
Der internationale Wettbewerb um die besten Standortbedingungen erfordert die Bündelung von Know-how in übergreifenden Kompetenzzentren. In Dresden, dem größten Mikroelektronikstandort Europas, werden FuE-Projekte verschiedener Kompetenzzentren (Advanced Mask Technology Center,
Nanoelectronic Materials Laboratory, Fraunhofer-ASSID/All
Silicon System Integration Dresden) gefördert.
ergebnisse und zusätzliche Informationen
Die Förderung des BMBF trägt entscheidend dazu bei, die Position Deutschlands als wichtiger Halbleiterstandort zu stärken
und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Darüber hinaus stärken die Fördermaßnahmen bedeutende
Industriezweige wie Automobilproduktion, Automatisierung,
Medizin, Sicherheit und Energietechnik. Die europäische
Zusammenarbeit wird durch die Teilnahme an den FuE-Programmen EUREKA (CATRENE) und ENIAC (European Nanoelectronics Advisory Council) unterstützt.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bmbf.de/de/6247.php

7.4 Mikrosystemtechnik
Die BMBF-Förderung der Mikrosystemtechnik und deren interdisziplinäres Zusammenwirken mit anderen Schlüsseltechnologien tragen dazu bei, wegweisende technologische Lösungen
für „Systeme für den Menschen“ zur Verfügung zu stellen, um
gesellschaftliche Herausforderungen wie den demografischen
Wandel zu bewältigen. Neue Dimensionen von Interaktion,

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153

ZukunFtspRoJekt

Internetbasierte Dienste für die Wirtschaft
Das Internet ist schnell über eine weltweite Infrastruktur für den Zugang zu Informationen hinausgewachsen. es hat sich im Verlauf der vergangenen Jahre zu einer immer und überall verfügbaren
plattform für Dienstleistungen entwickelt, wie der erfolg von Hunderttausenden verschiedener
applikationen für alle Bereiche des lebens zeigt. Bisher sprechen diese applikationen vorwiegend
privatanwender an. Zunehmend werden auch Business-applikationen in die Geschäftsprozesse vieler
unternehmen und administrationen integriert. sowohl bei den It-anbietern als auch bei den Itanwendern eröffnen internetbasierte Dienstleistungen große wachstumspotenziale. Dem trägt die
Bundesregierung mit diesem Zukunftsprojekt Rechnung, das von der Forschungsunion wirtschaftwissenschaft begleitet wird.
was die bedeutende
Position Deutschlands
im Bereich der Unternehmenssoftware
unterstreicht. Der
Kristallisationskern für die
weitere Ausgestaltung
des Zukunftsprojektes
ist das 2011 angelaufene „Aktionsprogramm
Cloud Computing“. In
einem offenen Dialog von
Akteuren aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik
werden bestehende
Herausforderung bei
der Verbreitung und
Nutzung von Cloud Computing angegangen. Dazu gehören
Bereiche wie Standards, IT-Sicherheit und der Rechtsrahmen.
Cloud Computing bedeutet einen Paradigmenwechsel für die
IT-Anbieter: Sie müssen mit neuen Geschäftsmodellen reagieren. Gleichzeitig bietet Cloud Computing den IT-Anwendern
vielfältige neue Möglichkeiten. Sie können zukünftig ihre IT
effizienter und flexibler gestalten und sich somit besser auf ihr
Kerngeschäft konzentrieren. Dem Mittelstand soll diese Umstellung mit dem Technologieprogramm „Trusted Cloud“ und
der Förderinitiative „KMU-innovativ: IKT“ erleichtert werden.
Die Bundesregierung baut mit diesem Zukunftsprojekt
die Wettbewerbsposition Deutschlands im gegenwärtig
rasch entstehenden Internet der Dienste konsequent aus.
Federführendes Ressort: BMWi
Mitwirkende Ressorts: BMBF, BMI
Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im Rahmen der jeweils
geltenden Finanzplanung bis zu 300 Mio. Euro vorgesehen.

Bund

Das Zukunftsprojekt baut
auf dem bereits 2007 von
der Bundesregierung
begonnenen Forschungsprogramm „THESEUS
– Neue Technologien für
das Internet der Dienste“
auf. In THESEUS werden
Technologien entwickelt,
die insbesondere den
Zugang zu Informationen
vereinfachen, Daten zu
neuem Wissen verknüpfen
und die Grundlage für neue
Dienstleistungen im Internet schaffen. Dafür ist die
Entwicklung semantischer
Technologien entscheidend, die in einem jeweils spezifischen
Kontext wichtige von unwichtigen Informationen trennen
können. In das Zukunftsprojekt einbezogen ist der Spitzencluster „Softwareinnovationen für das digitale Unternehmen“,

FoRscHunGsscHweRpunkte

154

Integration, Mobilität, Miniaturisierung und Vernetzung zeichnen diese Systeme für den Menschen aus. Daraus ergibt sich eine
neue Forschungsperspektive für das komplexe Zusammenspiel
von Mensch und technologischer Entwicklung.
Mit der Fördermaßnahme KMU-innovativ werden dem innovativen deutschen Mittelstand der Mikrosystemtechnikbranche,
insbesondere aus der Sensorik, attraktive Fördermöglichkeiten
in der Forschung für Systeme für den Menschen eröffnet.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB)
www.bib-demographie.de

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bmbf.de/de/5701.php

Bund

7.5 	 Entwicklung konvergenter
Informations- und
Kommunikationstechnik
Informations- und Kommunikationstechnologien, digitale
Inhalte und Dienste gewinnen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen immer mehr an Bedeutung. Aus der fortschreitenden Entwicklung und Konvergenz von bislang getrennten Technologien und Systemen ergeben sich dabei neue
Potenziale für innovative netzbasierte Produkte, Dienste
und Anwendungen. Ziel des BMWi-Förderschwerpunktes ist
es daher, FuE-Projekte insbesondere im Rahmen von Technologiewettbewerben zu fördern, die die Entwicklung und
pilothafte Erprobung neuartiger IKT-basierter Anwendungen
im vorwettbewerblichen Bereich zum Gegenstand haben. So
soll die Umsetzung von Forschungsergebnissen in marktreife
Produkte, Dienste und Verfahren beschleunigt und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland nachhaltig
gestärkt werden.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Trusted Cloud (Cloud Computing)
Entwicklung und Erprobung innovativer, sicherer und rechtskonformer Cloud-Computing-Lösungen für den Mittelstand
und den öffentlichen Sektor in der Entwicklung von Basistechnologien sowie Anwendungen für den Industriesektor, den
Gesundheitssektor und den öffentlichen Sektor.
THESEUS (Internet der Dienste)
Entwicklung und Erprobung neuer Technologien, die insbesondere mithilfe semantischer Verfahren den Zugang zu
Informationen vereinfachen, Daten zu neuem Wissen vernetzen und die Grundlage für neue Dienstleistungen im Internet
schaffen sollen.

Infobox
RFID
Die RFID-Technologie (radio frequency identification)
ermöglicht die berührungslose Identifikation sowie das
Lesen und Beschreiben eines Chips per Funk über kürzere
Distanzen mit einem dafür passenden Schreib-/Lesegerät. Dies bietet vielfältige Optionen insbesondere zur
Automatisierung logistischer Prozesse und von Produktionsprozessen.

E-Energy (Internet der Energie)/IKT für Elektromobilität
Entwicklung und Erprobung eines IKT-basierten Energiesystems der Zukunft durch die Nutzung der IKT zur Optimierung
der Elektrizitätsversorgung sowie Entwicklung und Erprobung
IKT-basierter Lösungen, Anwendungen und Dienste für den
Aufbau einer Elektromobilitätsinfrastruktur und für die Integration von Elektrofahrzeugen in intelligente Stromnetze (vgl.
auch Kapitel 6.1.2).
Autonomik (Internet der Dinge)
Pilothafte Entwicklung, Erprobung und Anwendung von
neuen Technologien und Standards für die internetbasierte
Vernetzung von intelligenten Objekten. Wichtige Teilbereiche
betreffen autonom agierende Service-Roboter in der mittelständischen Fertigung, die mittelstandsorientierte Optimierung der gesamten Logistikprozesse in der Automobilbranche
auf Basis von RFID sowie branchenübergreifende Lösungen
zur intelligenten Vernetzung von Unterhaltungselektronik,
Informationstechnik, Telekommunikation, Gebäudetechnik
und Haushaltsgeräten.
IT2green
Entwicklung und Erprobung eines ganzheitlichen Informationsmanagements für den optimalen energieeffizienten
Einsatz von IKT in KMU, Verwaltung und Wohnen.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–
–

Trusted Cloud: www.trusted-cloud.de
THESEUS: www.theseus-programm.de
E-Energy: www.e-energy.de
IKT für Elektromobilität: www.ikt-em.de
Autonomik:
www.autonomik.de; www.connected-living.org
– IT2Green: www.it2green.de

FoRscHunGsscHweRpunkte

155

Sicherheit
�

terrorismus und extremistische angriffe, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, regionale konflikte, der Zusammenbruch von staaten, die organisierte kriminalität, technische unfälle größeren ausmaßes sowie natur- und umweltkatastrophen stellen auch für Deutschland ein großes Gefährdungspotenzial dar. Gefahren und Bedrohungen können dabei sehr vielfältig und unterschiedlich in ihrer wirkung
sein, den einzelnen oder die gesamte Gesellschaft betreffen.
gen Versorgungs-, Verkehrs- und Informationsinfrastrukturen
müssen vor Risiken und Bedrohungen geschützt werden.
Es muss zum Beispiel sichergestellt werden, dass im Hamburger Hafen keine Container mit Gefahrstoffen, Bomben oder
Plagiaten eingeschleust werden oder in Lebensmitteln und
in der Wasserversorgung keine gesundheitsgefährdenden
biologischen oder chemischen Agenzien auftreten.

Bund

Deutschlands hocheffiziente, automatisierte und vernetzte
Infrastrukturen reagieren sehr sensibel auf Eingriffe. Auch
ohne Terror können aus kleinen Ursachen große negative Wirkungen erwachsen. Bekannte Beispiele sind der Sturm Kyrill,
der weite Teile des Verkehrs in Deutschland lahmlegte, oder
der europaweite Stromausfall, nachdem ein Kabel an der Ems
getrennt wurde. Die für unsere Gesellschaft lebensnotwendi-

FoRscHunGsscHweRpunkte

156

Auf einen Blick:
Zivile Sicherheitsforschung, Friedens- und
Konfliktforschung

Bund

Ziel der durch die Bundesregierung geförderten sicherheitsforschung ist, die zivile sicherheit der
Bürgerinnen und Bürger sowie den schutz kritischer Infrastrukturen zu verbessern und dabei die
Balance zwischen sicherheit und Freiheit zu wahren.
Die Förderschwerpunkte decken das Spektrum der zivilen
Sicherheitsforschung ab. Dieses umfasst den Schutz und die
Rettung von Menschen, die Sicherheit von Infrastrukturen
für Versorgung und Verkehr, die Detektion von Gefahrstoffen
sowie die Erforschung gesellschaftlicher Dimensionen ziviler
Sicherheit.
Die interdisziplinäre Projektarbeit basiert auf Szenarien
und ist anwendungsorientiert. In den Projektverbünden
erforschen Natur-, Technik-, Sozial- und Geisteswissenschaftler gemeinsam mit Endanwendern und Industrie innovative

Mit digitaler Informationsgewinnung Katastrophen besser bewältigen

Das Projekt HERMES testet eine Evakuierung in der ESPRIT Arena in
Düsseldorf

Sicherheitslösungen, die Technologien und Handlungsempfehlungen enthalten. Dabei spielen die gesellschaftlichen
Dimensionen eine wichtige Rolle. Zentral sind die Aspekte,
welche Art der Sicherheit und welche Sicherheitskultur die
moderne Zivilgesellschaft anstreben will.
Mit dem zweiten Rahmenprogramm Forschung für die
zivile Sicherheit der Bundesregierung für den Zeitraum von
2012 bis 2017 stellt sich die Bundesregierung den künftigen
Herausforderungen in der zivilen
Sicherheit und setzt neue Schwerpunkte, wie die Stärkung der gesellschaftlichen Dimensionen ziviler
Sicherheit, urbane Sicherheit und
Sicherheit der Wirtschaft.
weitere Informationen unter:
www.sifo.de

Zivile Sicherheitsforschung: Die Balance
zwischen Sicherheit und individuellen
Freiheiten wahren

FoRscHunGsscHweRpunkte

8

157

Zivile Sicherheits-, Friedens- und Konfliktforschung
�

8.1 Zivile Sicherheitsforschung
Am 25. Januar 2012 wurde im Bundeskabinett das neue Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit (2012 – 2017)“
verabschiedet. Es orientiert sich an den Strukturen des ersten,
von 2007 bis 2011 laufenden Programms, setzt aber wichtige
neue Impulse. So konzentriert sich die Forschungsförderung
insbesondere auf den Bereich der Prävention sowie auf Maßnahmen zur Krisenbewältigung. Anhand von Krisenszenarien
sollen neue und verbesserte Lösungswege untersucht werden.
Ganz bewusst werden in die Forschungsprojekte auch die
späteren Nutzerinnen und Nutzer, zum Beispiel Feuerwehr,
Notärztinnen und -ärzte, Technisches Hilfswerk und Polizei, mit
eingebunden. Ebenfalls von Anfang an integriert sind Expertinnen und Experten aus den Sozial- und Geisteswissenschaften.
Denn gesellschaftliche, rechtliche und ethische Aspekte spielen
eine wichtige Rolle.

Ziel des neuen Rahmenprogramms ist Forschung für Sicherheit in der offenen Gesellschaft. Es geht unter anderem um
die Verbesserung der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger
sowie lebenswichtiger Infrastrukturen für Waren, Verkehr und
Informationen, aber auch um die Analyse gesellschaftlicher und
ethischer Aspekte ziviler Sicherheit. Es ist geplant, jährlich rund
55 Mio. Euro für zivile Sicherheitsforschung bereitzustellen.
Fördergebiete im schwerpunkt zivile sicherheitsforschung
Szenarienorientierte Förderung
•	� Schutz von Verkehrsinfrastrukturen
•	� Schutz und Rettung von Menschen
•	� Schutz vor Ausfall von Versorgungsinfrastrukturen
•	� Sicherung der Warenketten
•	� Sicherung der Lebensmittel und Lebensmittelwarenketten
•	� Sicherheit im Luftverkehr
•	� Urbane Sicherheit
•	� Maritime Sicherheit
•	� Kriminologie
Technologieverbünde
Detektionssysteme für chemische, biologische,
radiologische, nukleare und explosive Gefahrstoffe
(CBRNE-Gefahren)
•	� Integrierte Schutzsysteme für Rettungs- und Sicherheitskräfte
•	� Mustererkennung
•	� Biometrie

•	�

Gesellschaftliche Dimensionen der zivilen Sicherheitsforschung
Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung
Sicherheitsökonomie und Sicherheitsarchitektur
KMU-innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit
Themenoffene Bekanntmachung für kleine und mittlere
Unternehmen (KMU)

•	�
•	�
•	�
•	�

Internationale Kooperationen in der zivilen Sicherheitsforschung
Europäische Union
Israel
Frankreich
USA

•	�
•	�
•	�
•	�

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.sifo.de

Bund

Sicherheit und innerer Frieden bilden die Basis für ein freies
Leben. Doch die Risiken für die zivile Sicherheit werden vielfältiger. Die Vernetzung internationaler Handels- und Reiseströme, die Gefährdungen durch Extremwetterereignisse sowie die
zunehmende Digitalisierung führen zu neuen Verwundbarkeiten. Weitere Risiken entstehen durch organisierte Kriminalität
und einen weltweit operierenden Terrorismus. Wenn zum
Beispiel Warenketten für längere Zeit unterbrochen werden,
kann es zu Engpässen bei der Versorgung mit Lebensmitteln
und Medikamenten kommen. Störungen der Verkehrswege
auf Straßen, Schienen, Wasser und in der Luft beeinträchtigen
Bürgerinnen und Bürger in ihrem täglichen Leben ebenso wie
die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft. Auch mögliche Sicherheitslücken im digitalen Datenverkehr können zu Missbrauch
verleiten, der weitreichende Folgen für den Einzelnen und die
Gesellschaft haben kann.
Kritische Infrastrukturen für Versorgung, Verkehr und
Information sowie städtische Räume müssen auch künftig
bestmöglich geschützt werden. Dabei sind in der zivilen Sicherheitsforschung innovative Strategien zur Prävention und zur
Erhöhung der Selbsthilfefähigkeiten der Bevölkerung in Katastrophenfällen ebenso gefragt wie Lösungen für ein modernes
Einsatz- und Krisenmanagement. Wenn wir auch in Zukunft
das hohe Sicherheitsniveau in Deutschland halten und dabei
gleichzeitig die individuelle Freiheit und Unversehrtheit aller
Bürgerinnen und Bürger wahren wollen, müssen wir nach neuen Wegen und umfassenden Sicherheitslösungen suchen.

FoRscHunGsscHweRpunkte

158

8.2 Friedens- und Konfliktforschung
Die Friedens- und Konfliktforschung ist neben der normativen
und theoretischen Auseinandersetzung mit dem Friedensbegriff verstärkt auf die Handlungsfelder einer nachhaltigen
Friedenspolitik ausgerichtet. Sie analysiert bestehende Konflikte in ihren Ursachen und Verläufen, entwickelt und bewertet
Strategien, die das friedliche Zusammenleben konträrer
Interessengruppen bewahren oder wieder ermöglichen sollen.
Um bei integrativen Ansätzen voranzukommen, ist es wichtig,
dass sich die Friedens- und Konfliktforschung angrenzenden
geistes- und naturwissenschaftlichen Disziplinen öffnet. Die
Nachfrage nach Themen, welche in der Friedens- und Konfliktforschung bearbeitet werden, ist in Zeiten, in denen die Zunahme an nationalen und internationalen Konflikten beträchtlich
ist, ebenso deutlich gewachsen wie das Bedürfnis, hinsichtlich
ziviler Interventionsmöglichkeiten und friedlicher Konfliktregelungsmechanismen über wissenschaftlich fundiertes und
anwendungsnahes Wissen zu verfügen.

Bund

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF)
Die 2000 vom BMBF mit einem Stiftungskapital von 25,56 Mio.
Euro gegründete Stiftung soll eine längerfristig gesicherte
Förderung und Initiierung wissenschaftlicher Projekte, die
Durchführung nationaler und internationaler wissenschaftlicher Konferenzen und eine mehrschichtige Förderung des
akademischen Nachwuchses ermöglichen. Die Stiftung führt
selbst keine wissenschaftlichen Untersuchungen durch. Im
Rahmen der Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der
Stiftung wurde im Oktober 2011 in Osnabrück ein in Wissenschaft und Öffentlichkeit viel beachtetes Symposium zu dem
Thema „Religionen und Weltfrieden“ veranstaltet.
Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)
Die Stiftung ist 2009 nach positiver Evaluierung durch den

Infobox
Völkerrecht
Das Völkerrecht ist eine überstaatliche Rechtsordnung,
durch die die Beziehungen zwischen den Völkerrechtssubjekten (meist Staaten) sowie deren Institutionen
und Organisationen auf der Grundlage der Gleichrangigkeit geregelt werden. Wichtigste positivrechtliche
Rechtsquelle des Völkerrechts ist die Charta der Vereinten Nationen und das in ihr niedergelegte Allgemeine
Gewaltverbot, das als Völkergewohnheitsrecht auch über
die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen hinaus verbindlich ist und jedem Staat einen Angriffskrieg verbietet.
(Quelle: Hobe, Stephan [2008]: Einführung in das Völkerrecht,
Tübingen, 9. Auflage, S. 9)

Infobox
Just peace Governance
Das gleichnamige HSFK-Forschungsprogramm beleuchtet die Zusammenhänge und Brüche zwischen Gerechtigkeit, Frieden und Regieren/Governance. Die Begriffskombination suggeriert zunächst, dass wünschenswerte
Dinge automatisch miteinander einhergehen. Doch bei
genauerer Betrachtung zeigt sich, dass unterschiedliche
Vorstellungen von Gerechtigkeit, Moral und anderen
Normen durchaus auch Zündstoff für Konflikte bieten,
mitunter sogar Kriege verursachen können. Vor diesem
Hintergrund sollen Probleme und Ansätze zur Schaffung
gerechter Friedensordnungen erforscht werden. In den
vergangenen Jahren sind die Grenzen zwischen öffentlich und privat zunehmend undeutlicher geworden und
nicht staatliche Akteure spielen auch im Raum jenseits
des Staates eine immer größere politische Rolle. Dabei ist
ungeklärt, ob und auf welche Weise die Vielzahl unterschiedlichster grenzüberschreitend agierender nicht
staatlicher Akteure den Frieden fördert oder gefährdet.

Wissenschaftsrat in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen
worden. Die HSFK forscht zur Sicherheits- und Weltordnungspolitik von Staaten, zu internationalen Organisationen und
zum Völkerrecht, zu Just Peace Governance in der transnationalen Sphäre und Herrschaft und zum gesellschaftlichen
Frieden.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF):
www.bundesstiftung-friedensforschung.de
– Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
(HSFK): www.hsfk.de

FoRscHunGsscHweRpunkte

159

ZukunFtspRoJekt

Sichere Identitäten
Vertrauen ist ein kostbares Gut und die Basis jeder belastbaren Beziehung. Vertrauen lässt sich
auch im Internet verwirklichen, wenn die Menschen dort ihrer eigenen und jeder fremden Identität genauso sicher sein können wie im wirklichen leben. wege dorthin will die Bundesregierung in diesem Zukunftsprojekt unter der Federführung des BMBF und des BMI aufzeigen. sichere
Identitäten sollen den nutzern ermöglichen, ihr Recht auf informationelle selbstbestimmung im
weltweiten netz auszuüben, und gleichzeitig eine solide Grundlage für Geschäfte im virtuellen
Raum bilden. Dies ermöglicht netzbasierten Geschäftsmodellen ein nachhaltiges wachstum. Heute
noch verbreiteten problemen der cyberkriminalität wie Identitätsdiebstahl oder das Vortäuschen
falscher Internetseiten kann so effizient begegnet werden. Dieses Zukunftsprojekt pflegt eine enge
Zusammenarbeit mit den Zukunftsprojekten „Internetbasierte Dienste“ und „Industrie 4.0“. Die
Forschungsunion wirtschaft-wissenschaft begleitet es.

Bund

Die 2011 vorgestellte Cyber-Sicherheitsstrategie
der Bundesregierung sieht vor, in Deutschland für
höchstmögliche Sicherheit im Internet zu sorgen,
ohne dadurch die Vorteile und Möglichkeiten des
Netzes zu schmälern. Neben der Einrichtung des gemeinsamen Cyber-Abwehrzentrums und der Förderung von drei Kompetenzzentren der IT-Sicherheitsforschung als technologische Akteure fokussiert die
Bundesregierung die Forschung auch interdisziplinär auf gesellschaftswissenschaftliche Fragestellungen. Erste Beispiele, wie das Thema „Sichere
Identitäten“ bereits heute aufgegriffen wurde, sind
die flächendeckende Einführung des neuen Personalausweises mit seiner Online-Ausweisfunktion,
DE-Mail für eine sichere elektronische Kommunikation und das Technologieprogramm „Trusted Cloud“.
Neu angestoßen wird die Forschung zum Sicheren
Cloud Computing als eine eigene Aktionslinie innerhalb des
Zukunftsprojektes. Parallel dazu kommt der Sicherheit der
kritischen IT-Infrastrukturen ebenfalls besondere Aufmerksamkeit zu, und Grundlagenforschung im Bereich sicherer,
vertrauenswürdiger Hardware flankiert diese Forschung auf
der Technologieebene.
Gefördert von der Bundesregierung und koordiniert von
der acatech hat das
interdisziplinäre
Forschungsprojekt
„Internet-Privacy
– Eine Kultur der
Privatsphäre und des
Vertrauens im
Internet“ seine Arbeit
aufgenommen. Erste

Handlungsempfehlungen werden die Projektteilnehmer auf
einem Symposium im März 2012 vorstellen.
Im weltumspannenden Internet kann es keine nationalen
Insellösungen für sichere Identitäten geben. Kooperation auf
europäischer und internationaler Ebene ist daher integraler
Bestandteil des Zukunftsprojekts. Die Bundesregierung hat
bereits einen Koordinierungsstab für Cyber-Außenpolitik ins
Leben gerufen. Mittelfristig will die Bundesregierung mit
diesem Zukunftsprojekt eine „Pole-Position“ für Deutschland
schaffen, um weltweit Maßstäbe für ein vertrauenswürdiges
Internet „made in Germany“ zu setzen.
Federführende Ressorts: BMBF, BMI
Mitwirkende Ressorts: AA, BMVBS, BMWi
Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im Rahmen der jeweils
geltenden Finanzplanung bis zu 60 Mio. Euro vorgesehen.

FoRscHunGsscHweRpunkte

160

Bund

9

Wehrwissenschaftliche Forschung
�

Der Forschungsbedarf und mithin die Forschungsaktivitäten
der Bundeswehr leiten sich unmittelbar aus ihren Aufgaben
und somit aus dem Fachauftrag des Ressorts Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) ab. Die Hauptaufgaben der
Bundeswehr sind:

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•	�

Internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung
einschließlich des Kampfes gegen den internationalen
Terrorismus
Unterstützung von Bündnispartnern
Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger
Rettung und Evakuierung
Partnerschaft und Kooperation
Hilfeleistungen der Bundeswehr im In- und Ausland

Die Ressortforschung des BMVg spielt eine wichtige Rolle im
Prozess, den Bedarf der Bundeswehr an militärischen Fähigkeiten zu decken – insbesondere vorhandene Fähigkeitslücken
mittel- und langfristig zu schließen – und somit einen Beitrag
zur sicherheitspolitischen Vorsorge der Bundesrepublik
Deutschland zu leisten.
Ressortforschungsaktivitäten des BMVg sind eingebettet
in den konzeptionellen Rahmen der Bundeswehr – (Verteidigungspolitische Richtlinien [VPR] und Konzeption der Bundeswehr [KdB] – und auf die darin formulierten übergeordneten
Zielvorgaben für die deutschen Streitkräfte ausgerichtet. Dies
bedeutet vor allem, dass Forschungsaktivitäten des BMVg auf
die Anforderungen an die Bundeswehr, die sich aus den Einsätzen ergeben, zu fokussieren sind (Einsatzorientierung).

•	�

der Gewinnung von notwendigen wehrwissenschaftlichen
Erkenntnissen, sofern entsprechende zivile Forschungsergebnisse den Streitkräften nicht oder nicht unmittelbar
zur Nutzung verfügbar gemacht werden können,
dem Erhalt einer wehrwissenschaftlichen Basis in
Deutschland,
der Schaffung eines ausreichenden Gewichts Deutschlands
in einer zukünftigen multinationalen Verteidigungs- und
Sicherheitsforschungslandschaft.

Vorrangiges Ziel der Ressortforschung des BMVg ist es, Grundlagen für die Erfüllung des Fachauftrages des Verteidigungsressorts bereitzustellen. Dies betrifft vor allem den Erhalt einer umfassenden Urteils- und Beratungsfähigkeit über alle wehrwissenschaftlich relevanten Forschungsgebiete sowie das frühzeitige
Aufgreifen neuer wehrwissenschaftlicher Entwicklungen und
Trends in Forschungsvorhaben zur Vorbereitung ministerieller
Entscheidungen. Darüber hinaus soll die Ressortforschung des
BMVg die internationale Kooperationsfähigkeit Deutschlands
im Verteidigungsbereich durch einen geeigneten Ausbau der
bi- und multilateralen Forschungskooperationen – insbesondere
im europäischen Rahmen der European Defence Agency (EDA)
und im transatlantischen Rahmen der North Atlantic Treaty
Organization (NATO) – sicherstellen.

9.1 	 Wehrmedizinische und
wehrpsychologische Forschung

Die ressorteigene Forschung des BMVg dient dabei:

Die wehrmedizinische Forschung und Entwicklung ist ein aus
dem Auftrag des Sanitätsdienstes abgeleiteter Teilbereich der
Ressortforschungsaktivitäten des BMVg. Sie dient dazu, frühzeitig Fähigkeitslücken zu erkennen und zu schließen, die sich im
Rahmen der Erfüllung des Auftrages des Sanitätsdienstes zur
gesundheitlichen Prävention und der sanitätsdienstlichen Versorgung der Soldatinnen und Soldaten ergeben. Die in eigenen
Einrichtungen durchgeführte oder durch das BMVg gesondert
finanzierte wehrmedizinische Forschung und Entwicklung ist
ein anwendungsbezogener, fortdauernder Prozess zum Schließen von Fähigkeitslücken in der sanitätsdienstlichen Versorgung der Bundeswehr.

•

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

thematische schwerpunkte

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Wehrmedizin und Wehrpsychologie
Wehrtechnik
Sozialwissenschaften
Militärgeschichte
Geowissenschaften

Zusätzliche Informationen

der Sicherstellung einer fachbezogenen Urteils-, Beratungs- und Handlungsfähigkeit in allen wehrwissenschaftlich relevanten Feldern für das BMVg und den nachgeordneten Bereich,

•	�

Medizinischer ABC-Schutz zur Untersuchung von Präventionsmaßnahmen, Pathomechanismen, Diagnostik und

FoRscHunGsscHweRpunkte

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9.2 Wehrtechnische Forschung
Die wehrtechnische Forschung und Technologie (FuT) fußt auf
drei Säulen der Durchführung.
Die erste Säule wird durch die ressorteigene Forschung
in drei Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben gebildet. Die
zweite Säule stellt die durch den Rüstungsbereich grundfinanzierte Forschung an externen Forschungseinrichtungen des
Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) und
der Fraunhofer-Gesellschaft der angewandten Forschung e. V.
(FhG) sowie dem Deutsch-Französischen Forschungsinstitut
Saint-Louis (ISL) dar. Die dritte Säule der Rüstungsforschung
bildet die projektfinanzierte Forschung durch Vergabe von
FuT-Vorhaben an Dritte.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Wehrtechnische FuT beinhaltet:

•	�
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•	�
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Aufklärung, Navigation, Simulation, Satellitentechnik
landgestützte Plattformen
luftgestützte Plattformen
seegestützte Plattformen
Waffen, Gegenmaßnahmen, Zielannäherung, Wirkung
und Schutz
querschnittliche FuT-Aufgaben (beispielsweise. Betriebsstoffe, fremdes Wehrmaterial)
Informationstechnologie

Zusätzliche Informationen

•	�

Mit der 2012 beginnenden Neustrukturierung der präventivmedizinisch orientierten Forschung und Beratung in einem
Institut für Präventivmedizin sollen die entsprechenden Fähigkeiten gebündelt und die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit
verbessert weden.

ergebnisse und zusätzliche Informationen

Ressortforschung: Bundeseinrichtungen mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Institut für Radiobiologie der Bundeswehr
Institut für Pharmakologie und Toxikologie 

der Bundeswehr 

Institut für den Medizinischen Arbeits- und Umweltschutz 

der Bundeswehr 

Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe
Schifffahrtmedizinisches Institut der Marine

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/a/ 

sanitaetsdienst
�

Wehrtechnische FuT steht am Beginn einer Wertschöpfungskette, an deren Ende die Beschaffung von Wehrmaterial für
die Bundeswehr steht. Durch eine intensive Beobachtung und
Erschließung aller für wehrtechnische Anwendungen relevanten natur- und ingenieurwissenschaftlichen Felder durch die
wehrtechnische FuT wird die Bundeswehr in die Lage versetzt,
technologische Entwicklungen hinsichtlich ihrer militärischen
Verwendbarkeit bzw. ihres Bedrohungspotenzials zu beurteilen.
Ressortforschung: Bundeseinrichtungen mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Forschungsbereich für Wasserschall- und Geophysik (FWG)
der wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen, Maritime Technologie und Forschung
Wehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien
– ABC-Schutz (WIS)
Wehrwissenschaftliches Institut für Werk- und 

Betriebsstoffe (WIWeB) 


Bund

Therapiemaßnahmen von Gesundheitsstörungen, die durch
Exposition mit ionisierender Strahlung, Radionukliden,
biologischen und chemischen Kampfstoffen und vergleichbaren Noxen hervorgerufen werden
Klinische Wehrmedizin insbesondere im Hinblick auf die Besonderheiten der sanitätsdienstlichen Versorgung im Einsatz
Präventivmedizin/Hygiene insbesondere im Hinblick auf
spezifische Gesundheitspräventionsprogramme und körperliche Trainingsprogramme für Soldatinnen und Soldaten
Leistungsphysiologie/Wehrergonomie im Hinblick auf die
individuellen personalen Voraussetzungen, die Arbeitsbedingungen und Arbeitsumgebungen an vielfältigen
militärischen Arbeitsplätzen
Flugmedizin/Tauch- und Schifffahrtsmedizin im Hinblick
auf die gesundheitlichen Belastungen in besonderen Verwendungen bei Luftwaffe und Marine
Arbeits- und Umweltmedizin im Hinblick auf die Besonderheiten der multifaktoriellen Belastung und Beanspruchung
an militärischen Arbeitsplätzen
Psychotraumatologie/Psychische Gesundheit im Hinblick
auf militärspezifische psychische Belastungen und deren
gesundheitliche Folgen
Wehrpsychologie, insbesondere im Hinblick auf Stressprävention und Intervention bei Belastungsfolgen und
Testverfahren zur Unterstützung der Eignungsfeststellung
für bestimmte Verwendungen

161

FoRscHunGsscHweRpunkte

162

9.3 	 Soziowissenschaftliche
Forschung
Die sozialwissenschaftliche Forschung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr (SWInstBw) stellt dem Ressort
und der Bundeswehr wissenschaftliche Erkenntnisse über
den Funktionswandel von Streitkräften im nationalen und
multinationalen Kontext, zur inneren Lage der Streitkräfte,
zum Verhältnis von Streitkräften und Gesellschaft sowie zu den
für die Streitkräfte relevanten soziokulturellen Entwicklungen
in der Gesellschaft zur Information und Lagefeststellung und
insbesondere als Entscheidungsgrundlagen zur Verfügung.
Sie unterstützt damit den Transformationsprozess der Bundeswehr und trägt zur Verbesserung ihrer Einsatzfähigkeit bei. Mit
Beiträgen zur kritischen Selbstreflexion der Streitkräfte fördert
sie deren Weiterentwicklung.

Bund

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Forschungsarbeit des Instituts orientiert sich an den
Erkenntnisinteressen des Ressorts und setzt die Themen der
mittelfristigen Forschungsplanung um. Die Analyseebenen
sind internationales System (europäische Integration, einsatzbedingte Belastungen), Streitkräfte und Gesellschaft (z. B. Wertewandel, Demografie/Nachwuchsgewinnung, Einstellungen
in der Bevölkerung), die militärische Organisation (z. B. innere
Lage, innere Führung, Transformation, Militär und Ökonomie,
Integration von Frauen) und die Soldatin bzw. der Soldat als
Individuum (z. B. Dienst- und Berufszufriedenheit, soldatisches
Selbstverständnis, Sozialisation in den Streitkräften). Hieraus haben sich die interdisziplinär ausgerichteten aktuellen
Forschungsschwerpunkte und Kompetenzfelder des SWInstBw
entwickelt:

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•	�

Einstellungsforschung und Meinungsumfragen (z. B.
jährliche Bevölkerungsbefragungen, Streitkräfteumfragen)
Personalgewinnung und -bindung
sozialwissenschaftliche Begleitung der Auslandseinsätze
(z. B. Befragungen der Soldatinnen und Soldaten im Einsatz)
Multinationalität/europäische Streitkräfte, die Transformation der Bundeswehr (z. B. Studien/Befragungen zur
ökonomischen Modernisierung der Bundeswehr)
Schwerpunkt Militär, Ethik und innere Führung

Sozialwissenschaftliche Forschungsergebnisse und Analysen
aus diesen Forschungsfeldern tragen zum Verständnis der
Rahmenbedingungen für die Bundeswehr bei und werden
im Wege der Beratung bei politischen, administrativen und
militärfachlichen Entscheidungen eingebracht.

ergebnisse und zusätzliche Informationen
Die wichtigste Aufgabe der sozialwissenschaftlichen Ressortforschung ist die Beratung des Ressorts. Darüber hinaus er-

bringt sie Dienstleistungen für die Bundeswehr und kommuniziert mit der wissenschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit. Von besonderer Bedeutung ist neben den
nationalen und internationalen Forschungskooperationen der
gemeinsam mit der Universität Potsdam und dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) etablierte Masterstudiengang „Military Studies“.
Ressortforschung: Bundeseinrichtungen mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr (SWInstBw)
www.sowi.bundeswehr.de

9.4 	 Militärgeschichtliche Forschung
Das MGFA erforscht die Militärgeschichte als integralen Bestandteil der allgemeinen Geschichtswissenschaft nach deren
Methoden und Standards unter Berücksichtigung der Wechselbeziehungen zwischen Militär, Staat, Politik, Gesellschaft,
Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik im globalen Kontext. Wissenschaftliche Erkenntnisse bilden das Fundament
der historischen Bildung in den Streitkräften, die Grundlage
der Traditionspflege der Bundeswehr, die historische Fachberatung amtlicher Stellen und die historische Information der
Öffentlichkeit. Mit der militärhistorischen Grundlagenforschung beginnt somit eine Wertschöpfung, an deren Ende die
Bereitstellung militärhistorischer Erkenntnisse steht.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Zeit nach 1945 stellt den Schwerpunkt der Grundlagenforschung dar. Die Erforschung der Militärgeschichte der Bundesrepublik Deutschland im Bündnis folgt einem integrativen Ansatz, bei dem die Geschichte der NATO, der Bundeswehr und der
deutschen Gesellschaft miteinander verschränkt werden. Dazu
werden die militärgeschichtlichen Forschungen eingebettet
in die Allianzstrategie, in Sicherheitspolitik und Verfassungsordnung der Bundesrepublik sowie in deren Wirtschaft und
Gesellschaft. Schrittweise wird die Forschung auf die Zeit der
„Armee der Einheit“ und der Auslandseinsätze der Bundeswehr
nach 1990 erweitert. Mit der Aufarbeitung der Militärpolitik
der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Warschauer
Pakt und der Rolle ihrer bewaffneten Organe trägt das MGFA
zur Erforschung der Geschichte der Diktatur der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bei. Kernthemen sind
die Rolle der DDR und ihres Militärs im Warschauer Pakt, die
Entwicklung der Nationalen Volksarmee (NVA) als Machtinstrument der SED, die Sicherheitsarchitektur im SED-Staat sowie das
Verhältnis von Militär und Gesellschaft. Epochenübergreifend
werden mit der Methode des systematischen, diachronen und
synchronen Vergleichs von Kriegsenden, Nachkriegsordnungen und Folgekonflikten im 19./20. Jahrhundert die historischen
Dimensionen gegenwärtiger militärischer, politischer, sozialer
und kultureller Konfliktpotenziale untersucht.

FoRscHunGsscHweRpunkte

ergebnisse und zusätzliche Informationen
Durch seine Forschung mit den Methoden und Standards
der Geschichtswissenschaft ist das MGFA Teil der „Scientific
Community“ und pflegt den Dialog mit geschichtswissenschaftlichen und militärgeschichtlichen Einrichtungen des
In- und Auslands. Der Kooperation mit der Professur für
Militärgeschichte an der Universität Potsdam kommt besondere Bedeutung zu. Das MGFA arbeitet mit seiner historischen
Expertise mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen der
Bundeswehr zusammen.
Ressortforschung: Bundeseinrichtungen mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Militärgeschichtliches Forschungsamt (MGFA)
www.mgfa.de

163

eigenen FuE-Maßnahmen für die Optimierung der Hauptaufgaben des GeoInfoDBw erforderlich und abzudecken ist. Forschungsaktivitäten orientieren sich dabei an den im Amt für
Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBw) vorgehaltenen angewandten geowissenschaftlichen Fachgebieten.
ergebnisse und zusätzliche Informationen
Die Forschungsaufgaben des Geoinformationswesens konzentrieren sich grundsätzlich auf interdisziplinäre Lösungsansätze.
Die geowissenschaftlichen und verwandten Disziplinen legen
ihren Schwerpunkt dabei auf die angewandte Forschungs- und
Entwicklungsarbeit.
Ressortforschung: Bundeseinrichtungen mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBw)

9.5 Geowissenschaftliche Forschung

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Ziele des Ressortforschungsbereichs ergeben sich unmittelbar aus dem aktuellen und zukünftig sich weiterentwickelnden Auftrag der Bundeswehr bzw. des GeoInfoDBw. Es gilt, relevante Geofaktoren und Umwelteinflüsse immer und überall
erkennen zu können, deren Auswirkungen auf Operationsführung und Taktik zu beurteilen, aktuelle und qualitätsgesicherte gering- und hochdynamische Geoinformationen für Übung,
Einsatzvorbereitung und Einsatz weltweit und flächendeckend
bereitzustellen, Einsatzkräfte geowissenschaftlich zu beraten
und der Leitung des BMVg die Bedeutung von politischen Prozessen mit Raumbezug zu vermitteln. Die dazu erforderlichen
Hauptaufgaben GeoInfo-Beratung, GeoInfo-Datengewinnung,
GeoInfo-Produktion, GeoInfo-Datenmanagement und GeoInfo-Ausbildung sind konsequent einsatzorientiert auszulegen
und weiter zu optimieren. Ausgehend von den genutzten
Verfahren zur GeoInfo-Unterstützung und Einsatzrandbedingungen wird unter Berücksichtigung von extern verfügbaren
Forschungsergebnissen der angewandte geowissenschaftliche
Forschungs- und Entwicklungsbedarf identifiziert, der mit

Bund

Der Ressortforschungsbereich Geowissenschaften bearbeitet
die Themen und Fragestellungen, die für die aktuelle, mittelfristige und langfristige Sicherstellung der militärischen
Kernfähigkeit GeoInfo-Unterstützung erforderlich sind. Die für
Streitkräfte und für das BMVg erforderliche geowissenschaftliche Expertise wird im Amt für Geoinformationswesen der
Bundeswehr vorgehalten und an der teilstreitkräfteübergeordneten Auftragsentwicklung orientiert weiterentwickelt. Dabei
sind die für die Bundeswehr im Einsatz gegebenen Rahmenbedingungen und die resultierenden Aufgabenstellungen des für
die Geoinformationsunterstützung verantwortlichen Geoinformationsdienstes der Bundeswehr (GeoInfoDBw) maßgeblich zu berücksichtigen.

FoRscHunGsscHweRpunkte

164

Auf einen Blick:
Schlüsseltechnologien
schlüsseltechnologien wie die Bio- und nanotechnologie, Mikro- und nanoelektronik, optische
technologien, Mikrosystem-, werkstoff- und produktionstechnik, luft- und Raumfahrttechnologie
sowie Informations- und kommunikationstechnologie sind treiber für Innovationen und die Grundlage für neue produkte, Verfahren und Dienstleistungen.
lichen Erfolg „made in Germany“. In vielen Anwendungsgebieten gehört Deutschland zur Weltspitze. Das BMBF hat
seine Strategie dazu im Mai 2011 mit dem Programm Photonik
Forschung Deutschland – Licht mit Zukunft vorgelegt.
Im Schwerpunkt Produktionssysteme und -technologien
wird anwendungsnahe Forschung in Verbundprojekten
gefördert mit dem Ziel, beispielhafte Lösungen für die
zukunftsfähige Produktion in Deutschland zu entwickeln und
insbesondere auch für KMU bereitzustellen.

des „Aktionsplans Nanotechnologie 2015“ sowie des
Förderprogramms Werkstoffinnovationen für Industrie und
Gesellschaft – WING vorangetrieben. Im Fokus von WING
steht verstärkt die Förderung innovativer Werkstofftechnologien/Nanotechnologie in den Bereichen Ressourcen,
nachhaltige Mobilität und Gesundheit.
Photonik steht für das „Werkzeug Licht“ und für wirtschaft-

Der Schwerpunktbereich Luft- und Raumfahrt hat zum
Ziel, den Unternehmen am Standort Deutschland international vergleichbare Rahmenbedingungen und damit
eine faire Chance zu bieten, auch künftig technologisch
anspruchsvolle Arbeitsanteile mit hoher Wertschöpfung
zu akquirieren und dadurch nachhaltig Arbeitsplätze in
Deutschland zu schaffen.

Bund

Die Biotechnologie als Schlüsseltechnologie bietet erhebliche Chancen für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung und einen Wandel der industriellen Produktion auf Basis
der Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Die Biotechnologie
ist ein zentraler Impulsgeber lebenswissenschaftlicher
Forschung und für zahlreiche Anwendungen in der Pharma-,
Chemie-, Ernährungs- oder Futtermittelindustrie.
Nano- und Werkstofftechnologien als Schlüsseltechnologien werden unter den Dächern der Hightech-Strategie und

FoRscHunGsscHweRpunkte

165

Schlüsseltechnologien
�

schlüsseltechnologien sind treiber für Innovationen in den in Deutschland starken anwendungsbereichen
wie beispielsweise automobil, Medizintechnik, Maschinenbau und logistik. neue produkte, Verfahren und
Dienstleistungen sind ohne schlüsseltechnologien, die die Grundlage für vielfältige anwendungen in den
unterschiedlichsten Branchen bilden, heute kaum noch denkbar. Die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands
hängt deshalb entscheidend davon ab, wie entschlossen die chancen von schlüsseltechnologien genutzt
werden und ihr transfer in die wirtschaftliche nutzung gelingt.

Forschung und Entwicklung in den Schlüsseltechnologien
leisten einen essenziellen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher
Herausforderungen, insbesondere in den Schwerpunktbereichen Gesundheit, Klimaschutz/Ressourcenschutz/Energie,

Sicherheit und Mobilität. Ohne schlüsseltechnologiegetriebene Innovationen wären beispielsweise weder moderne
Medikamentenentwicklung noch eine Verringerung des
CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr denkbar.

Bund

FoRscHunGsscHweRpunkte

166

Bund

10 Biotechnologie
�

Die Bundesregierung unterstützt Forschung und Innovation in
der Biotechnologie. Diese Schlüsseltechnologie bietet erhebliche Chancen für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung
und einen Wandel der industriellen Produktion auf Basis der
Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Der Schutz der Umwelt
sowie die Schaffung wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze sind
ebenfalls zentrale Anliegen. Die Biotechnologie ist somit ein
zentraler Impulsgeber lebenswissenschaftlicher Forschung
und für zahlreiche Anwendungen in der Pharma-, Chemie-,
Ernährungs- oder Futtermittelindustrie. Die Forschungsförderung richtet sich dabei auf alle Glieder der Innovationskette:
vom Erkenntnisgewinn bei den biologischen Grundlagen bis
hin zu deren Kommerzialisierung. Hierbei kommt der institutionellen Förderung eine besondere Bedeutung zu. Dies haben
die Wissenschaftsorganisationen (Helmholtz-Gemeinschaft
Deutscher Forschungszentren – HGF, Max-Planck-Gesellschaft
– MPG, Leibniz Gemeinschaft – WGL und Fraunhofer-Gesellschaft – FhG) erkannt und in ihrer Entwicklung berücksichtigt.
Die Förderung der Grundlagenforschung durch die Deutsche
Forschungsgemeinschaft setzt das Bundesministerium für Bil-

Infobox
Biotechnologie
Medizinische (rote) Biotechnologie: zielt auf
Anwendungen in der Medizin, z. B. zur Diagnostika- und Medikamentenentwicklung; oftmals interdisziplinär vernetzt, wie in der Medizintechnik.
Industrielle (weiße) Biotechnologie: nutzt
biotechnologische Verfahren unter Einsatz nachwachsender Rohstoffe für neue Dienstleistungen
und Produkte, wie Grund- und Feinchemikalien,
Pharmaprodukte, Lebensmittelzusätze, Waschund Reinigungsmittel, biobasierte Kunststoffe,
Textilprodukte und Kosmetikartikel.
Pflanzenbiotechnologie (grüne Biotechnologie):
setzt biotechnologische Forschungsmethoden
zur Züchtung ertragsoptimierter Nutzpflanzen

dung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Projektförderung
fort und gibt gezielte Impulse zu bestimmten Forschungsthemen, die gesellschaftliche Herausforderungen adressieren. Im
Sinne der Hightech-Strategie der Bundesregierung erarbeitet die Biotechnologie wesentliche Lösungsbeiträge zu den
Bedarfsfeldern Gesundheit/Ernährung und Klima/Energie und
eröffnet damit die Möglichkeit, den Biotechnologiestandort
Deutschland nicht nur in Europa, sondern auch weltweit an die
Spitze zu führen.
Die Biotechnologie ist als zentrale lebenswissenschaftliche
Schlüsseltechnologie in den missionsorientierten Rahmenprogrammen Gesundheitsforschung (medizinische Biotechnologie)
und Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 (industrielle Biotechnologie und Pflanzenbiotechnologie; siehe Infobox
„Biotechnologie“) der Bundesregierung verankert.
Innerhalb des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung
der Bundesregierung (siehe Kapitel Gesundheitsforschung
und Medizintechnik) leistet die Biotechnologie insbesondere
Beiträge in den Aktionsfeldern:

ein; Pflanzen, die tolerant gegenüber Stress (z. B. Schädlinge,
Klimaschwankungen) sind oder neuartige/verbesserte Eigenschaften besitzen, z. B. für die industrielle Nutzung.

FoRscHunGsscHweRpunkte

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•	�

Erforschung von Volkskrankheiten: z. B. durch die medizinische Infektionsgenomik
individualisierte Medizin: in den thematischen Schwerpunkten Genomforschung und Systembiologie sowie den
regenerativen Technologien
Präventions- und Ernährungsforschung: mit der molekularen Ernährungsforschung
Gesundheitswirtschaft: durch Forschungsförderung innovativer Biotechnologieunternehmen oder die Förderung
von Medikamentenentwicklungen (Pharma-Initiative/
BioPharma-Wettbewerb)
Gesundheitsforschung in globaler Kooperation: durch die
Unterstützung zahlreicher europäischer (z. B. im Rahmen von
ERA-Netzen) und außereuropäischer Zusammenarbeiten

167

– Forschungsstrategie BioÖkonomie: www.bmbf.de/pub/
biooekonimie.pdf, www.bmbf.de/de/1024.php
– Bioökonomierat: www.biooekonomierat.de
– ELSA: www.bmbf.de/de/1056.php

Die zunehmende Anwendung der Biotechnologie in klassischen, oft erdölbasierten Industriebranchen wie der Pharma- und Chemieindustrie wird mit dem Begriff Bioökonomie
beschrieben. Mit der Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030
forciert die Bundesregierung diesen Strukturwandel und
unterstützt den Einsatz der industriellen Biotechnologie und
Pflanzenbiotechnologie innerhalb der Handlungsfelder des
Programms durch die Förderung:

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•	�

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•	�

der Forschung zur Ernährungssicherung und -sicherheit
(GlobeE, Kompetenznetze Agrarforschung, Pflanzenforschung
der Zukunft)
von Basistechnologien für eine nächste Generation
biotechnologischer Verfahren
der Anwendung in der Industrie (Innovationsinitiative
industrielle Biotechnologie, BioIndustrie 2021, BioRaffinerieCluster, Spitzencluster BioEconomy, Genomforschung an
Mikroorganismen)
der Bioenergieforschung (BioEnergie 2021)
von Gründungen und von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) (GO-Bio, KMU-innovativ: Biotechnologie)
systembiologischer Ansätze

Biotechnologische Forschung wirft auch Fragen nach dem
verantwortbaren Rahmen auf, z. B. zu embryonalen Stammzellen, genetischer Diagnostik oder gentechnisch veränderten
Pflanzen. Eine innovationsorientierte Forschungspolitik muss
Antworten suchen, wie der Fortschritt dem Wohl des einzelnen Menschen und der Gemeinschaft zugutekommen kann.
Durch die Förderung von Begleit- und Vorsorgeforschung trägt
die Bundesregierung dazu bei, den gesellschaftlichen Diskurs
zu neuesten Entwicklungen der Lebenswissenschaften zu
unterstützen (ELSA-Förderung: engl. Ethical, Legal and Social
Aspects) oder Forschung verträglich und sicher zu gestalten
(z. B. Forschungsförderung zu Ersatzmethoden zum Tierversuch und biologische Sicherheitsforschung).

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�Rahmenprogramm Gesundheitsforschung: www.bmbf.de/
pub/gesundheitsforschung.pdf, www.bmbf.de/de/
gesundheitsforschung.php

Bund

•	�

FoRscHunGsscHweRpunkte

168

11 Nanotechnologien und Werkstofftechnologie
�

Bund

Nano- und Werkstofftechnologien werden unter den Dächern
der Hightech-Strategie 2020, des Aktionsplans Nanotechnologie 2015 sowie des Förderprogramms Werkstoffinnovationen
für Industrie und Gesellschaft – WING vorangetrieben. Leitziele sind die Stärkung der Innovationskraft der Unternehmen,
die Berücksichtigung des gesellschaftlichen Bedarfs und die
Nutzung von Forschung und Technologie für nachhaltige Entwicklungen. Konkret spiegeln sich diese Forderungen in den
spezifischen Förderaktivitäten wider, die auf die entsprechenden Bedarfsfelder wie Gesundheit, Klima/Energie, Mobilität,
Kommunikation und Nachhaltigkeit fokussieren. Für die Förderung der Nano- und Werkstofftechnologien stehen jährlich
rund 120 Mio. Euro zur Verfügung.
aktuelle schwerpunkte
Im Fokus von WING steht verstärkt die Förderung innovativer
Werkstoff- und Nanotechnologien in den Bereichen Ressourcen,
nachhaltige Mobilität und Gesundheit. Einzelheiten der diesbezüglichen regulären Förderaktivitäten werden in den folgenden
Abschnitten erläutert. Nachfolgend werden die innerhalb von
WING geförderten besonderen Fördermaßnahmen dargestellt:

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Die Innovationsallianz Carbon Nanotubes (Inno.CNT) hat
die Erschließung der Anwendungspotenziale von Kohlenstoffnanoröhren im Leichtbau, in der Chemie und in der
Elektronik zum Gegenstand.
Die Innovationsallianz Lithium Ionen Batterie LIB 2015 ist auf
die Entwicklung einer neuen, leistungsstarken Batteriegeneration ausgerichtet, insbesondere auf neue Material-,
Fertigungs- und Systemintegrationskonzepte
Neue Diagnostika und bildgebende Verfahren für die
Klinik- und Arzneimittelentwicklung sind Ziel der Innovationsallianz des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung (BMBF) und der Industrie zur molekularen
Bildgebung (MoBiTech).
Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die auf dem
Gebiet der Nanotechnologie tätig sind bzw. ihr Geschäftsfeld
durch deren Einsatz erweitern wollen, wird mit der Förderinitiative KMU-innovativ Nanotechnologie der Rücken gestärkt.
Mit der Maßnahme NanoMatFutur soll der wissenschaftliche
Nachwuchs in der Materialforschung gefördert werden.
Eine wichtige Querschnittsaufgabe, die Untersuchung der
Auswirkungen und des Nutzens von Nanomaterialien auf
die Umwelt und den Menschen, erfolgt durch die Maßnahmen NanoNature und NanoCare.

Das BMBF engagiert sich in mehreren ERA-Nets der Europäischen Union, die sich mit den Themen Ressourcen/Nachhaltigkeit, Materialforschung, Nanomedizin und Risikoforschung zu
Nanomaterialien befassen.
Das BMBF fördert neben den gesonderten Themen der
Materialforschung und der Nanotechnologie auch gezielt
Ansätze, die sowohl den Nano- als auch den Werkstoffaspekt
fokussieren, um der wachsenden Verzahnung beider Themen
gerecht zu werden.
Um den Einsatz der Erkenntnisse der Werkstoff- und Nanotechnologie auch in handwerklich geprägten Branchen zu
unterstützen, wurde eine Fördermaßnahme für die Textilindustrie initiiert (NanoMatTextil).
Die Fördermaßnahme Effizienter Wirkstofftransport in biologischen Systemen verfolgt die Erforschung der Grundlagen
für eine neue Generation von vorrangig therapeutischen Verabreichungssystemen.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF – Neue Technologien: www.bmbf.de/de/1000.php

11.1 Nanotechnologie
Die Förderung der Nanotechnologie erfolgt unter dem Dach des
Aktionsplans Nanotechnologie 2015, der an die Nano-Initiative
– Aktionsplan 2010 anknüpft. Damit wurde eine gemeinsame
Plattform für einen sicheren, nachhaltigen und erfolgreichen Umgang mit der Nanotechnologie in allen ihren Facetten geschaffen.
Nanotechnologische Anwendungen können Potenziale
für ressourcen- und energieeffiziente Produkte und Prozesse
und wertvolle Beiträge zur Bewältigung der globalen Herausforderungen eröffnen. Nanoskalige Materialien können z. B.
im Klimaschutz zur Einsparung von Treibhausgasen, in der
Photovoltaik oder in der Wärmedämmung eingesetzt werden.
Weitere Anwendungsfelder finden sich in der Medizintechnik,
der Arzneimittelherstellung, der Energietechnik, der Informationstechnik und in der Mobilität.
Das BMBF fördert Nanotechnologie überwiegend in industriegeführten Verbundprojekten. Dies erfolgt vorrangig in fachspezifischen Förderaktivitäten oder Innovationsallianzen. Außer
in der Risikoforschung sind viele Aktivitäten in der Nanotechnologie eng mit den Aktivitäten der Werkstoffforschung verknüpft.
Auf nationaler Ebene setzt die Forschungsförderung auf
dem Gebiet der Nanomaterialien diverse Schwerpunkte – allen
voran die Nano-Risikoforschung.

FoRscHunGsscHweRpunkte

169

In den BMBF-Maßnahmen NanoCare und NanoNature werden Anwendungen und Messmethoden für den vorsorgenden
und nachhaltigen Umgang mit Nanomaterialien entwickelt
und ein mögliches Risiko für Nanomaterialien untersucht, um
eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützten.
In der Maßnahme NanoCare wurde festgestellt, dass Nanoskaligkeit allein keine Grundlage für die Risikobewertung
eines Nanomaterials darstellt. Die Daten stehen der Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung und helfen, den Nutzen und das
Risiko dieser neuen Technologie besser einzuschätzen.
Eine weitere Erfolgsgeschichte der BMBF-Förderung auf
diesem Gebiet ist die Hyperthermie. Diese Technik zur Wärmebehandlung von Tumoren auf Basis medizinischer Nanopartikel ist mittlerweile zugelassen und wird von ihrem Erfinder im
eigenen Unternehmen vermarktet.
Das BMBF ist aufgrund des hohen Stellenwertes der Risikoforschung zur Nanotechnologie zusätzlich international aktiv
(z. B. ERA-Net Safe Implementation of Innovative Nanoscience
and Nanotechnology – SIINN).
Um einen verantwortungsvollen Umgang mit der Nanotechnologie zu unterstützen, führte die NanoKommission
unter Federführung des Bundesumweltministeriums (BMU)
ihre erfolgreiche Arbeit des „Stakeholder-Dialogs“ in einer

zweiten Phase (2009–2011) fort und legte 2011 einen Bericht mit
Empfehlungen zur Entwicklung, Regulierung und Risikoforschung von Nanomaterialien vor. Der Dialog wird 2011/2012 im
Rahmen von „FachDialogen“ fortgesetzt.
Parallel initiiert das BMU Initiativen zur Risikoforschung,
um die Klärung der Fragen nach möglichen Risiken für Umwelt und Gesundheit durch Nanomaterialien zu beschleunigen. Dies erfolgt in internationaler Arbeitsteilung auch bei der
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und über verschiedene Forschungsvorhaben.
Die BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung erforscht gemeinsam mit Partnern aus Industrie und
Wissenschaft die sichere Anwendung von Nanomaterialien,
entwickelt zuverlässige Mess- und Prüfverfahren sowie nanoskalige Referenzmaterialien.
Das BMBF unterstützt den Dialog zur Nanotechnologie
mit der Öffentlichkeit durch Begleitmaßnahmen, wie z. B. den
„nanoTruck“ oder den Austausch von Expertinnen und Experten mit den Bürgerinnen und Bürgern.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– DaNa– Wissensplattform Nanomaterialien:
www.nanopartikel.info

Besondere Interessen der Materialforschung betreffen
den sicheren Betrieb technischer Systeme, den Erhalt des
sicherheitstechnischen Niveaus von Produkten sowie die
Schadensprävention. Gerade Letzteres verlangt neben der
Aufklärung von Schadensursachen ein vertieftes Verständnis
der Schädigungsmechanismen, welches auch dem Schutz
der Umwelt, dem Erhalt volkswirtschaftlicher Werte und
unseres kulturellen Erbes zugutekommt.
Gegenwärtig stellt der Wandel zur systemorientierten
Prüfung technischer Produkte und Anlagen unter realistischen Beanspruchungen die Materialforschung vor neue
Herausforderungen. Nicht nur die Komplexität der Materialien nimmt stetig zu, sondern auch die Vielfalt und
Koppelung ihrer chemischen oder mechanischen Beanspruchung während des Einsatzes. Simulationen und die Prüfung
unter Realbedingungen greifen hierbei eng ineinander. Die
gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Normung und die
technische Regelsetzung zur Beurteilung von Stoffen,
Materialien, Konstruktionen und Verfahren sowie in den Technologietransfer ein. Das hohe Niveau an technischer
Sicherheit von Anlagen, Systemen und Produkten befördert
die Technikakzeptanz und Lebensqualität in unserem Land
und trägt zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland bei. Die BAM unterhält dafür wissenschaftliche Kooperationen mit vergleichbaren Staatsinstituten, Hochschulen
sowie der Industrie und Verbänden.

Materialforschung
Zukunftsfragen, die sich durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt ergeben, sind in vielen Technologiefeldern an die Weiterentwicklung leistungsfähiger Materialien und Werkstoffe sowie deren sicheren Einsatz
gekoppelt. Materialforschung und -prüfung begleiten dabei
den gesamten Produktentwicklungs- und -lebenszyklus: von
der Entwicklung innovativer Werkstoffe und deren Auswahl
über das Design und die Fertigung bis hin zur dauerhaften
Verwendung eines Produktes, einschließlich eines nachhaltigen Recyclings.
Moderne Materialforschung im Spannungsfeld zwischen
Entwicklung und systemorientiertem Einsatz muss deshalb
von wissenschaftlicher Interdisziplinarität geprägt sein. Die
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung als
Ressortforschungseinrichtung des BMWi verfolgt solche
interdisziplinären Forschungsansätze in der technischen
Sicherheit, der Werkstofftechnik, der Umweltverträglichkeit
von Materialien und der analytischen Chemie. Die Schwerpunkte liegen hierbei in der Vertiefung sicherheitstechnischer Erkenntnisse, der Entwicklung und Validierung
leistungsfähiger Mess- und Prüfverfahren sowie der pränormativen Forschung. Die Beständigkeit von Materialien und
die Umweltauswirkungen ihres Einsatzes werden dabei
ebenso einbezogen wie die Herstellung geeigneter Referenzmaterialien zur Sicherung der Qualität in der Analytik
und Prüftechnik.

0

"	weiterführende Informationen im Internet
– www.bam.de
– www.ressortforschung.de

Bund

Infobox

FoRscHunGsscHweRpunkte

170

– nanoTruck: www.nanotruck.de
–	�BMU – Nanotechnologie: www.bmu.de/chemikalien/
nanotechnologie/aktuell/37643.php
– BAM – Nanotechnologie: www.nano.bam.de

Bund

11.2 Werkstofftechnologie
Auch die Werkstoffforschungsförderung des BMBF setzt aktuell Schwerpunkte auf die Themen Mobilität, insbesondere der
Elektromobilität, die Ressourcen- und Rohstoffverfügbarkeit
und die Gesundheit.
Ein zentrales Fördergebiet ist die Elektromobilität, deren
erfolgreiche Umsetzung eng an die Verfügbarkeit leistungsstarker, robuster und zugleich wirtschaftlicher Batterien
geknüpft ist. Dazu bedarf es intensiver Forschungsanstrengungen in der Batterietechnologie. Neben der laufenden Innovationsallianz LIB 2015, welche die Weiterentwicklung und
Demonstration der Lithiumionentechnologie verfolgt, wurde
mit der Förderbekanntmachung Schlüsseltechnologien der
Elektromobilität der Ansatz auf weitere Werkstoffthemen wie
u. a. Verbesserung des Antriebsstrangs verbreitert. Gleichzeitig wurde in der Batterieforschung mit der Bekanntmachung
ExcellentBattery die Basis für die zukünftige Exzellenz in der
Batterieforschung gelegt. Eine weitere zentrale Schlüsseltechnologie für die Mobilität ist der Leichtbau (Bekanntmachung
Multimaterialsysteme). Durch eine Reduktion des Fahrzeuggewichts kann die Reichweite der Elektrofahrzeuge bei gleicher
Batterieleistung erhöht werden.
Ein weiteres, wesentliches Fördergebiet ist die Ressourceneffizienz, d. h. die möglichst effiziente Nutzung von Energie und
Materialien. So zielt die die Fördermaßnahme Höchstleistungswerkstoffe darauf ab, die thermomechanischen Einsatzgrenzen
höchstbelasteter Werkstoffe noch zu erhöhen, um die energetischen und innermotorischen Wirkungsgrade in der Kraftwerksund Verkehrstechnik zu steigern. Damit soll ein wesentlicher
Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen und zur Erhöhung
der Langlebigkeit und Zuverlässigkeit technischer Komponenten geleistet werden. Bei der Bekanntmachung ThermoPower
geht es um die Umwandlung von Abwärme bei motorischen
oder industriellen Prozessen durch thermoelektrische Generatoren in Strom. Im Fokus der Entwicklung stehen thermoelektrische Werkstoffe, die aus wenig Wärme (Temperaturgradienten)
möglichst viel Strom generieren sollen.
Zur Erhöhung der stofflichen Ressourceneffizienz ist 2011
die Bekanntmachung MatRessource veröffentlicht worden, mit
den Zielen, versorgungskritische Elemente zu substituieren,
chemische Katalysatoren zu entwickeln und die Korrosionsbeständigkeit von Werkstoffen zu erhöhen. Da die deutsche
Wirtschaft strategische Metalle für wichtige Zukunftstechnologien – wie beispielsweise die Elektromobilität – dringend
benötigt, sind sowohl die effiziente Nutzung von Rohstoffen als
auch die Substitution von kritischen Materialien notwendige
FuE-Strategien, um die Abhängigkeit von international wenig
kalkulierbaren Märkten zu verringern.

Einen dritten Schwerpunkt der Werkstoffforschung bilden
die Gesundheitsthemen. Mit der Bekanntmachung Bioaktive Implantate soll die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit
deutscher Medizintechnikunternehmen im Bereich der Implantate gestärkt und durch neuartige Systeme ein Nutzen für Patienten
und Gesellschaft erzielt werden. Die Maßnahme Funktionale Einwegsysteme für die Medizin und Bioproduktion – BioDisposables
richtet sich an die Branchen Medizintechnik, Biotechnologie und
Pharma und adressiert die Erforschung einer neuen Generation
hochwertiger Kunststoffprodukte für die regenerative Medizin,
die Bioproduktion und die Medizintechnik.
Gefördert werden aber auch weiterhin klassische Werkstoffthemen, wie z. B. in der Bekanntmachung „Intelligente
Werkstoffe für neue innovative Produkte“. Intelligent agierende Werkstoffe sollen die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit, wie Klimaschutz, Energieeffizienz oder
nachhaltige Mobilität, lösen.
Das BMBF fördert in der Werkstofftechnologieforschung
überwiegend Verbundprojekte unter Industrieführung. Dies
erfolgt vorrangig in fachspezifischen Förderaktivitäten oder
Innovationsallianzen.
Auch für die Werkstofftechnologie ist eine Risikobegleitforschung notwendig, um eine nachhaltige Entwicklung von
Produkten sicherzustellen.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
www.bam.de

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF – Neue Technologien: www.bmbf.de/de/1000.php

FoRscHunGsscHweRpunkte

171

12 Photonik
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Infobox
organische optoelektronik
Organische Materialien können Halbleiter sein und in der
Retorte maßgenau erzeugt werden, sie können dann auch wie
Lampen leuchten (organische lichtemittierende Dioden,
OLED) oder wie Solarzellen wirken
(organische Photovoltaik, OPV).
Zunächst stellten Effizienz, Haltbarkeit und die Produktionskosten die zentralen Probleme der
organischen Elektronik dar.
Inzwischen ist es im Rahmen der
Innovationsallianzen des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung (BMBF) gelungen,
hierfür Lösungsansätze zu
entwickeln. Der BMBF-Spitzencluster „Forum Organic Electronics“
um die Region Heidelberg greift
dabei Querschnittsthemen auf, die
für alle Fragestellungen der
organischen Elektronik relevant
sind, und schafft damit Technologieplattformen. Durch das

•	�

Photonik in wichtigen Wachstumsmärkten nutzen
Die Photonik wird immer stärker zur Schlüsseltechnologie
für Energieeffizienz, Kommunikation, Gesundheit, also für
wichtige Zukunftsmärkte. Das Programm soll die damit
verbundenen Chancen gezielt nutzen, zum Beispiel durch
den Aufbau neuer Allianzen zwischen der Photonik und
ihren Anwendern.

•	�

Integrierte photonische Systemtechnologie aufbauen
Die Photonik steht heute an einer Schwelle, die vergleichbar ist mit dem Übergang von der konventionellen
Elektronik zur Mikroelektronik in den Sechziger-Jahren
des vergangenen Jahrhunderts. Künftig werden Halbleiterlichtquellen und optische Halbleiter-Bauelemente
wesentliche Grundbausteine der Photonik sein. In diesem
Wandel sollen deutsche Institute und Unternehmen mit
Forschungsvorhaben unterstützt werden.

gemeinsame, frühzeitige Aufgreifen des Themenfeldes der
organischen Optoelektronik ist es gelungen, Deutschland
hier erfolgreich zu positionieren. So haben im Jahr 2011
industrielle Pilotproduktionslinien in Regensburg und
Aachen den Betrieb aufgenommen. Ende 2011 wurden die
im OE-Cluster Dresden entwickelten Technologien mit dem
deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet.

Bund

Die optischen Technologien stehen für wirtschaftlichen Erfolg
„Made in Germany“. Dies bedeutet Wettbewerbsfähigkeit und
Wirtschaftswachstum sowie Arbeitsplätze in Deutschland. Um
die verschiedenen Nutzungsformen des Mediums Licht ist ein
Hochtechnologiezweig entstanden, der international auch
als Photonik bezeichnet wird. In vielen Anwendungsgebieten
gehört Deutschland zur Weltspitze. Das Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Mai 2011 mit dem Programm Photonik Forschung Deutschland – Licht mit Zukunft seine Strategie dazu vorgelegt: Das Ministerium wird Forschung
und Entwicklung in der Photonik in den nächsten Jahren mit
gut 100 Mio. Euro jährlich fördern.
Das BMBF-Programm Photonik Forschung Deutschland geht
zurück auf einen breit angelegten Agenda-Prozess, in dem
über 300 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und
Wirtschaft gemeinsam die Forschungsaufgaben der Photonik
erarbeitet haben. Das neue BMBF-Programm formuliert für die
Forschungsförderung sechs Leitlinien:

FoRscHunGsscHweRpunkte

172

Photonische Prozessketten realisieren
Die klassischen technologischen Kompetenzen der deutschen Wirtschaft in der „Produktion von Produktivität“
sollen durch den Einsatz photonischer Verfahren ergänzt
und in Richtung flexibler, energieeffizienter und digital integrierter Produktionsverfahren weiterentwickelt werden.

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Forschen, Vorbeugen und Heilen mit Licht
Die Biophotonik ermöglicht es, Lebensprozesse genauer zu
untersuchen und Krankheiten grundsätzlich zu erforschen. Auch in der Umwelt- und Analysetechnik bietet das
Licht innovative Lösungen.

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Die Basis der Photonik ausbauen – neuartige Strahlquellen,
Optiken, Materialien
Deutschland muss seine technologischen Kernkompetenzen in der Photonik schützen und gezielt ausbauen und das
Wechselspiel zwischen wissenschaftlicher und angewandter Photonik stärken, um neue Forschungsgebiete frühzeitig zu erschließen.

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Photonik kommunizieren und vernetzen
Forschung und Innovation brauchen den Dialog mit der Gesellschaft. Es wird ein wichtiger Bestandteil des Programms
sein, über die Photonik zu informieren und die Forschungsanstrengungen hierzu zu erklären. In besonderer Weise
gilt das für die Kommunikation über die Möglichkeiten der
Photonik bei der Berufs- und Studienfachwahl.

Bund

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Um die Umsetzung des neuen Programms ab Anfang 2012
vorzubereiten, sind seit Sommer 2011 mehrere Förderaufrufe
erschienen:

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„Ultrasensitiver Nachweis und Manipulation von Zellen
bzw. Geweben und ihren molekularen Bestandteilen“
„Organische Elektronik, insbesondere organische Leuchtdioden und organische Photovoltaik“
„Integrierte Mikrophotonik“
„Photonische Verfahren und Werkzeuge für den ressourceneffizienten Leichtbau“

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�Download des Programms Photonik Forschung
Deutschland: www.bmbf.de/pub/photonik_forschung_
in_deutschland.pdf
–	�Agenda Photonik 2020: www.bmbf.de/pubRD/Agenda_
Photonik2020_11-2010.pdf
–	�Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der optischen
Technologien in Deutschland: www.bmbf.de/pubRD/
optische_technologien.pdf
–	�Informationen zu laufenden Projekten und Forschungsergebnissen: www.photonikforschung.de

FoRscHunGsscHweRpunkte

173

13 Produktionssysteme und -technologien 


thematische schwerpunkte
Die Forschungsaktivitäten der BMBF-Programmlinie Forschung
für die Produktion von morgen umfassen derzeit vier thematische Schwerpunkte:

•	�

Ressourcen- und Energieeffizienz in der Produktion
Ein steigender Bedarf, eine sinkende Verfügbarkeit und
damit einhergehende steigende Preise von Energie und
Rohstoffen haben die Ressourceneffizienz und die entsprechenden Prozess- und Produktinnovationen zu einem
zentralen Wettbewerbsfaktor werden lassen. Gerade für
Deutschland bietet es sich an, die Vorreiterrolle auf dem
Gebiet der ressourcen- und energieeffizienten Produktion
einzunehmen, um die internationale Führungsrolle als
Exportnation für Produktionstechnologie zu sichern und
auszubauen.

•	�

Entwicklung von Produktionstechnologien für die
Elektromobilität
Als ein zentraler Beitrag für das Ziel der Bundesregierung,
in Deutschland einen Leitmarkt für Elektromobilität zu
etablieren, soll die notwendige Produktionstechnologie für
die Serienfertigung von Fahrzeugen in Leichtbauweise und
mit elektrischen Antrieben entwickelt werden.

ergebnisse und zusätzliche Informationen

•	�

Standortsicherung durch wandlungsfähige Produktionssysteme
Der globale Wettbewerb bewirkt einen ständigen Veränderungsdruck auf produzierende Unternehmen, der es erfordert, dass Produktionssysteme zeitnah an die veränderten
Bedingungen angepasst werden müssen.

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Innovative Produkte effizient entwickeln
Für den wettbewerbsfähigen Standort Deutschland ist die
effiziente Entwicklung innovativer Produkte, Prozesse und
Produktionssysteme von entscheidender Bedeutung. Es
werden neue Lösungen entwickelt, mit denen Informationen aus allen Phasen des Produktlebenszyklus verarbeitet
und schon zum Zeitpunkt der Ideenentstehung über die
Phase der Produktentwicklung bis zu der Herstellung und
dem Vertrieb von kundenindividuellen, ressourcenschonenden, nachhaltigen Produkten genutzt werden.

Zwischen 1999 und 2011 wurden mehr als 715 Mio. Euro Fördermittel für rund 450 Verbundprojekte der Produktionsforschung mit rund 2.900 Partnern zur Verfügung gestellt. Von
den beteiligten Partnern waren über die Hälfte KMU; 12 % aller
beteiligten Unternehmen waren jünger als fünf Jahre.
Die Produktionsforschung beteiligt sich auch an der themenoffenen Förderinitiative KMU-innovativ.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.produktionsforschung.de

Bund

Das verarbeitende Gewerbe wird auch in Zukunft die Basis
einer gesunden Volkswirtschaft bilden. Jeder dritte Arbeitsplatz in Deutschland ist in diesem Gewerbe und dem eng
damit verknüpften Dienstleistungssektor zu finden. Zur
Sicherung zukunftsfähiger Arbeitsplätze sind Investitionen in
Forschung, Entwicklung und Qualifizierung für die Schaffung
intelligenter Konzepte und innovativer Technik von existenzieller Bedeutung.
Mit gezielten, zukunftsweisenden Fördermaßnahmen
im Programm Forschung für die Produktion von morgen wird
anwendungsnahe Forschung in Verbundprojekten gefördert.
Ziel ist es hierbei, beispielhafte Lösungen für die zukunftsfähige Produktion in Deutschland zu entwickeln und insbesondere
auch für KMU bereitzustellen.

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174

Bund

14 Luft- und Raumfahrt
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Auf Grundlage aktueller Prognosen kann auch weiterhin mit
einem Wachstum des Luftverkehrsaufkommens von durchschnittlich 5 % jährlich gerechnet werden. Dies bedeutet eine
Verdoppelung innerhalb von 15 Jahren. Dabei bilden Regionalund Kurzstreckenflugzeuge auch künftig das größte Marktsegment. Technologische Fortschritte, welche rechtzeitig in diese
Produkte einfließen, haben daher die größte Hebelwirkung
auf die Senkung schädlicher Klimagasemissionen. Gleichzeitig
bietet dieses größte Marktsegment die Möglichkeit, Wertschöpfungsanteile an der Zelle, den Systemen und Triebwerken
für deutsche Standorte zu erhalten und auszubauen, sofern
rechtzeitig konkurrenzfähige und einsatzreife Technologien
samt Fertigungsstrategien zur Verfügung stehen.
Im Sinne dieser Zukunftsvorsorge ist es unerlässlich, Forschung und Entwicklung von Hochtechnologien in der zivilen
Luftfahrt auch weiterhin voranzutreiben. Die Bundesregierung verfolgt daher das Ziel, den Unternehmen am Standort
Deutschland international vergleichbare Rahmenbedingungen und damit eine faire Chance zu bieten, auch künftig technologisch anspruchsvolle Arbeitsanteile mit hoher Wertschöpfung zu akquirieren und dadurch nachhaltig Arbeitsplätze in
Deutschland zu schaffen. Diese Zielsetzung ist ein wesentlicher
Bestandteil der Hightech-Strategie 2020 für Deutschland.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Wirtschaft/ 

branchenfokus,did=196162.html
�

14.1 Luftfahrt
Die Innovationskraft der deutschen Luftfahrtindustrie
basiert wesentlich auf einem Forschungsnetzwerk, das stetig
wächst und sich festigt. Die Mitwirkung der Universitäten,
der einschlägigen Forschungszentren und der spezialisierten
kleinen und mittleren Unternehmen ist dabei von zentraler
Bedeutung. Der Luftfahrtindustrie am Standort Deutschland
ist es mithilfe dieses Netzwerks in den vergangenen Jahren
gelungen, ihre Position in wegweisenden Entwicklungs- und
Produktionsprogrammen im internationalen Wettbewerb zu
verteidigen und auszubauen. Deutliches Spiegelbild dieses Erfolgs sind die positiven Entwicklungen der Mitarbeiterzahlen
und Umsätze der zivilen Luftfahrtbranche.
Grundsätzlich soll mit den Fördermaßnahmen die technologische Basis und die wirtschaftlich-technische Situation der
Luftfahrtindustrie und des Luftverkehrs verbessert werden.

Die Stärkung von Innovationskraft und Kompetenzen bei Forschung, Entwicklung und Produktion am Standort Deutschland steht dabei im Mittelpunkt. Damit soll die Luftfahrtindustrie im Rahmen effektiver Netzstrukturen befähigt werden,
die in der ACARE-VISION 2020 formulierten Ziele zu erreichen.
Langfristig wird ein nachhaltiges und wirtschaftliches Lufttransportsystem angestrebt.
Der Forschungsförderung liegen die Ziele der ACARE (Advisory Council for Aeronautic Research in Europe)-Vision 2020
zugrunde, und sie wird sich an den heute erkennbaren Herausforderungen orientieren:

Infobox
acaRe
Das Advisory Council für Aeronautics Research (ACARE)
wurde 2001 in Paris von Vertretern europäischer Mitgliedstaaten, der Flugzeugindustrie, Flughäfen, Fluglinien und
Forschungsorganisationen mit dem Ziel gegründet, das
europäische und weltweite Flugtransportsystem zu
verbessern. In einer Strategischen Forschungsagenda
(SRA) legen die Partner Meilensteine fest.

FoRscHunGsscHweRpunkte

•	�

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Technologie-undInnovation/Technologiepolitik/Schluesseltechnologien/
luftfahrtforschung.html
–	�www.dwd.de/bvbw/appmanager/bvbw/ 

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14.2 Raumfahrt
Die Raumfahrtstrategie der Bundesregierung vom 30. November 2010 bildet die Grundlage für die künftigen deutschen
Aktivitäten in der Raumfahrt. Die Raumfahrtstrategie setzt die
Leitlinien, sich klar nach Nutzen und Bedarf auszurichten, sich
am Prinzip der Nachhaltigkeit zu orientieren und dabei eine
intensive europäische und internationale Zusammenarbeit anzustreben. Die Raumfahrtstrategie ist die Antwort auf die sich
verändernden politischen und gesellschaftlichen Bedingungen – national wie international. Es werden acht Handlungsfelder definiert:

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Ausbau strategischer Raumfahrtkompetenzen
Schaffung eines einheitlichen Rechtsrahmens
Ausbau der starken Position in der Weltraumforschung
Erschließung neuer Märkte
Nutzung der Raumfahrt für zivile und militärische Sicherheit
Gestaltung der Rollenverteilung der Raumfahrt in Europa
Bestimmung der deutschen und europäischen Rolle in der
Exploration
Sicherung der technologische Unabhängigkeit und des
Zugangs zum All

Unter der Federführung des BMWi ist mit der Raumfahrtstrategie ein verlässlicher politischer Rahmen für eigenverantwortliches Planen und Handeln von Wirtschaft und Wissenschaft
in der Raumfahrt geschaffen worden. Gleichzeitig wird ein
effizienter Einsatz öffentlicher Ressourcen gewährleistet. Die
Ziele der Raumfahrtstrategie werden mit folgenden Schwerpunkten umgesetzt:

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Deutsche Systemfähigkeit beim Aufbau von Satellitensystemen mit innovativen Technologien erlangen und sichern
den Weltraum erforschen und als Labor nutzen
Raumfahrtdaten auswerten und für Anwendungen auf der
Erde nutzen
den Zugang Europas zum All sichern
Weltraummissionen sicher durchführen

Als Leitlinien für die Aktivitäten dienen folgende Prinzipien:

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den gesellschaftlichen Nutzen der Raumfahrt mehren
Effizienz in der Raumfahrt weiter steigern
Kommerzialisierung der Raumfahrt und Innovationen
fördern
Nachwuchs gewinnen und fördern

Die Raumfahrtstrategie definiert dabei die längerfristige Ausrichtung und Schwerpunktsetzung des deutschen Raumfahrtengagements in:

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Raumfahrtanwendungen
Weltraumwissenschaft
Raumfahrttechnologien und -infrastrukturen

Bund

Fertigung, Wartung und Instandsetzung – Ziel ist die
nationale Abdeckung aller Phasen von der Fertigung bis
zur Wartung und Instandhaltung
•	� Umweltverträglicher Luftverkehr – Ziel ist die Entwicklung
innovativer Technologien zur signifikanten Reduktion von
Lärm- und Schadstoffemissionen (z. B. Triebwerksbereich)
•	� Steigerung der Transportleistung – Ziel ist eine stärkere
Verknüpfung von Prozessen und Infrastruktur (z. B. Flugführung, Pilotenassistenz, Flughafenmanagement)
•	� Sicherheit und Passagierfreundlichkeit – Ziel ist die Entwicklung innovativer Kabinensysteme (z. B. modularer
Aufbau)
•	� Effiziente Luftfahrzeuge – Schwerpunkte liegen hier auf
der Entwicklung von Leichtbaustrukturen (z. B. CFKSandwich) und effizienten Systemen (z. B. More Electrical
Aircraft)
•	� Integrierte Technologievorhaben – Ziel ist die Betrachtung,
Optimierung und Validierung von Einzeltechnologien im
größeren Systemkontext unter Hinzuziehung der notwendigen Fertigungsverfahren
Für die oben genannten Schwerpunkte wird eine mittelfristige
industrielle Verwertungsmöglichkeit angestrebt.
Zusätzlich finden aber auch grundsätzliche akademische
Forschungsarbeiten in der Förderlinie „Ökoeffizientes Fliegen“
statt. Langfristiges Ziel ist die weitere Umsetzung eines nachhaltigen Lufttransportsystems. Aspekte hiervon sind u. a. ein
Null-Emissionen-Flugzeug bei Schadgasen und Lärm sowie
effiziente Flugführungsstrukturen für mehr Kapazität und
Sicherheit im Luftverkehr. Hier wird eine strategische Verwertungsperspektive im Zeitraum 2040 bis 2050 angestrebt.
Bei bestmöglicher Versorgung von Flughäfen mit meteorologischen Diensten können Verspätungen reduziert und
Sicherheit und Komfort erhöht werden. Der Deutsche Wetterdienst trägt hierzu mit seinem Projekt ITWS/LLWAS und seiner
Teilnahme im Luftfahrtforschungsprogramm des BMWi –
Innovativer Airport (LuFO-iPort) wesentlich bei. Ziel des Projektes ITWS/LLWAS ist die Einführung neuer Messsysteme für die
lokale Windsituation und die automatische Warnung insbesondere vor Windscherungen, die Integration der Wetterdaten
verschiedener Quellen und deren Aufbereitung zur Darstellung
von nutzergerechten Produkten und als Eingabegrößen zur
Kurzfristprognose. In LuFO-iPort werden ein Sichtweitenvorhersagesystem für den Flughafen München und ein probabilistisches Vorhersageverfahren des Windes für den Flughafen
Frankfurt entwickelt. Schwerpunkte des BMVBS-Luftfahrtforschungsprogramms sind insbesondere Flugsicherheit, Effizienz
und Reduzierung der Emissionen des Luftverkehrs.

175

FoRscHunGsscHweRpunkte

Bund

176

Die Umsetzung der Strategie erfolgt durch das Nationale
Programm für Weltraum und Innovation, die deutsche Beteiligung bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA
(European Space Agency, näheres siehe Kapitel D 3.3) und das
FuT-Programm Raumfahrt des Deutschen Zentrums für Luft- und
Raumfahrt (DLR, siehe Kapitel A2.2.3).
Die Bundesregierung gab im Jahr 2010 rund 1,2 Mrd. Euro
für die Raumfahrt aus. Davon wurden 989 Mio. Euro durch das
Technologieressort BMWi aufgebracht: 613 Mio. Euro für die
ESA, 222 Mio. Euro für das Nationale Programm für Weltraum
und Innovation und 154 Mio. Euro für Raumfahrtforschung im
DLR. Andere Bundesministerien, z. B. das BMVBS (GMES – Global
Monitoring for Environment and Security, Galileo – europäisches Satellitennavigationssystem, EUMETSAT – Europäische
Organisation zur Nutzung von meteorologischen Satelliten)
oder das BMVg sind federführend an anwendungsbezogenen
Weltraumprojekten beteiligt. Die Raumfahrtaktivitäten des
BMVBS zielen u. a. auf die Verbesserung der Interoperabilität
von Erdbeobachtungssystemen durch Entwicklung internationaler Datenstandards, Verbesserung des Umwelt-, Arten-,
Klima- und Katastrophenschutzes und die Förderung des nachhaltigen Ressourcenmanagements und genauerer Wettervorhersagen ab.
Eine Vielzahl von Politikfeldern der Europäischen Union
(u. a. Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft, gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik) ist inzwischen auf Raumfahrtaktivitäten angewiesen – wie Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung und künftig auch Satellitennavigation.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�BMWi: www.bmwi.de; www.bmwi.de/BMWi/Navigation/
Technologie-und-Innovation/Technologiepolitik/
Schluesseltechnologien/raumfahrt.html
– DLR: www.dlr.de; www.dlr.de/rd
– ESA: www.esa.int
–	�Europäische Kommission: http://ec.europa.eu/enterprise/
policies/space/research/index_en.htm

FoRscHunGsscHweRpunkte

177

Weitere Schwerpunkte
�

Die Forschungs- und Innovationsförderung der Bundesregierung geht über die aktivitäten der Hightechstrategie weit hinaus. weitere schwerpunkte liegen in der Forschung zu Innovationen in der Bildung und
in den Geistes-, wirtschafts- und sozialwissenschaften.

Bund

FoRscHunGsscHweRpunkte

178

Bund

15 Forschung und Entwicklung zur Verbesserung
der Arbeitsbedingungen und im Dienstleistungssektor

Die Arbeitswelt befindet sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts
in einem grundlegenden Wandel, der im Wesentlichen von
der beschleunigten technischen und kulturellen Entwicklung
und einer zunehmenden Globalisierung bestimmt wird. Betriebsstrukturen verändern sich ebenso wie die traditionellen
Arbeitsverhältnisse. Open Innovation bezeichnet neue Formen
der Zusammenarbeit von Produzenten, Nutzern und Kunden.
Hinzu kommen der demografische Wandel und neue Wertvorstellungen der Menschen auch in Bezug auf ihre berufliche
Tätigkeit. Fragen nach der Innovationsfähigkeit von Unternehmen, der Innovationsbeschleunigung oder der zunehmenden
Bedeutung von Dienstleistungen stellen sich ebenso wie nach
neuen Ansätzen im Ergebnistransfer.
Diesen Herausforderungen stellen sich die Programme Arbeiten – Lernen – Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit
in einer modernen Arbeitswelt und Innovationen mit Dienstleistungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(BMBF). Sie wollen einerseits die Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in einem ganzheitlichen Verständnis als zentralen Ansatzpunkt für Wachstum und Beschäftigung stärken,
andererseits der deutschen Dienstleistungsforschung – in der
Verknüpfung von Dienstleistungsforschung und -praxis – eine
gute Basis bieten. Mit ihren Zielen setzen sie die Empfehlungen der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI)
um.
Beide Programme sind als lernende Programme mit
eigenen Steuerungsinstrumentarien (Monitoringvorhaben,
Metaprojekte, Fokusgruppen) angelegt. Mittels spezifischer
Bekanntmachungen bzw. Förderschwerpunkten werden Verbundvorhaben gefördert, die von vornherein wissenschaftliche Erkenntnissuche mit der unmittelbaren betriebspraktischen Erprobung verbinden.

15.1 Forschung zur Verbesserung
der Arbeitsbedingungen
Um den Herausforderungen des kontinuierlichen Wandels in
der Arbeitswelt Rechnung zu tragen und frühzeitig die Weichen
für optimal aufeinander abgestimmte und gute Arbeitsbedingungen zu stellen, fördert das BMBF mit dem FuE-Programm
Arbeiten – Lernen – Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit
in einer modernen Arbeitswelt innovative Konzepte der Personal-, Kompetenz- und Organisationsentwicklung.

Das 2007 gestartete Programm sieht in der Innovationsfähigkeit von Menschen, Unternehmen und Netzwerken einen
Schlüsselfaktor zur langfristigen Sicherung des Forschungs- und
Wirtschaftsstandortes. Ziel ist es daher, die Innovationsfähigkeit
der deutschen Wirtschaft basierend auf einem ganzheitlichen
Verständnis als zentralem Ansatzpunkt für Wachstum und
Beschäftigung zu stärken. Mit seinem Leitbild richtet sich das
Programm daher an Menschen, die ihr Können, ihre Kreativität und ihre Motivation in die Arbeitswelt einbringen und ihre
Kompetenzen dort auch (weiter-)entwickeln. Es richtet sich an
Unternehmen, die Voraussetzungen für erfolgreiche Kompetenzentwicklungen schaffen und damit zur Quelle neuer Ideen,
erfolgreicher Produkte und neuer Beschäftigung werden. Und
es richtet sich an Netzwerke, die über die Zusammenarbeit
Marktchancen und Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen.
Gleichzeitig soll mit einer engen Kooperation zwischen
Forschung und Praxis der Forschungsexzellenz Vorschub
geleistet und Wege für eine langfristig angelegte betriebliche
Personal- und Organisationsentwicklung aufgezeigt werden, die auf sozial und wirtschaftlich tragfähigen Konzepten
beruht. Wichtige Faktoren der Innovationsfähigkeit von Menschen und Unternehmen sind in diesem Kontext beispielsweise
ein abgestimmtes Zusammenspiel von Mensch und Technik
am Arbeitsplatz, kontinuierliches Lernen oder gesundheitsförderliche Arbeitsplätze.
Das Programm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds mitfinanziert. Jährlich stehen rund 19 Mio. Euro nationale Mittel aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung.
Thematische Schwerpunkte wurden in folgenden Bereichen
gesetzt:

•	�
•	�
•	�
•	�

Innovationsfähigkeit im demografischen Wandel
Balance von Stabilität und Flexibilität in einer sich wandelnden Arbeitswelt
Innovationsstrategien jenseits traditionellen Managements
Prävention im Arbeits- und Gesundheitsschutz

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) benötigt zu den Themen Mindestarbeitsbedingungen, Sicherheit
und Gesundheit bei der Arbeit sowie menschengerechte
Arbeitsgestaltung wissenschaftliche Expertise.
Im Rahmen seiner Ressortforschung vergibt das BMAS
Forschungsaufträge zu Entlohnung, Arbeits- und Arbeitszeit-

FoRscHunGsscHweRpunkte

gestaltung und Arbeitsschutz. So wurden die Auswirkungen
der bestehenden gesetzlichen Mindestlohnregelungen in verschiedenen Branchen hinsichtlich der Kriterien Beschäftigung,
Arbeitnehmerschutz und Wettbewerb evaluiert.
Zur Arbeitszeitgestaltung erfolgen Untersuchungen zu
den möglichen Auswirkungen etwaiger Flexibilisierungen von
gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendarbeitsschutz.
Ein weiteres Forschungsvorhaben untersucht, wie arbeitsmedizinische Angebotsuntersuchungen nach der Verordnung
zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) in der betrieblichen Praxis angenommen werden. Es sollen förderliche und
hemmende Faktoren beschrieben und erste Empfehlungen für
die Praxis abgeleitet werden, um Effizienz und Akzeptanz arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen zu gewährleisten.
Ferner prämiert das BMAS in zweijährigem Turnus besonders innovative und gelungene betriebliche Lösungen und
Produktentwicklungen zum Schutz der Beschäftigten bei
Tätigkeiten mit Gefahrstoffen. Die Auswahl der Preisträger erfolgt im Rahmen eines Ressortforschungsvorhabens durch ein
Konsortium ausgewiesener Expertinnen und Experten.

0"	 ergebnisse und weiterführende Informationen
im Internet
– www.bmbf.de
– www.arbeiten-lernen-kompetenzen-entwickeln.de

15.2 Forschung im Dienstleistungssektor
Ausgerichtet an den Zielen der Hightech-Strategie (HTS) der
Bundesregierung leistet das BMBF-Förderprogramm einen
Beitrag zur Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes im Dienstleistungssektor. Das
Programm berücksichtigt die wachsende Bedeutung der
Dienstleistungen für den Innovationsprozess und die Gestaltung der gesellschaftlichen Herausforderungen wie z. B. Nachhaltigkeit, Mobilität oder demografischer Wandel. Vor dieser
Zielsetzung wird besonderer Wert auf die Beteiligung von
Unternehmen und Organisationen gelegt. Sie sollen mit ihren
Ergebnissen die Grundlagen für wirtschaftlich tragfähige
Geschäftsmodelle, neuartige Vorgehensweisen und Lösungen
legen. Unterstrichen wird die Bedeutung der Dienstleistungsforschung durch den Aktionsplan DL 2020. Zukunft gestalten mit
Dienstleistungen. Er gibt Impulse für die ressortübergreifende
Zusammenarbeit mit anderen Fachprogrammen, wie z. B. die
Gesundheits-, Energie- und Mikrosystemforschung. Eine schon
langjährige Zusammenarbeit gibt es mit der Energieforschung
des BMBF im Rahmen des Wettbewerbs Energieeffiziente Stadt.
Für das Programm stehen jährlich 17,5 Mio. Euro aus dem

Bundeshaushalt zur Verfügung. Das Programms hat folgende
Förderschwerpunkte:

•	�
•	�
•	�

Dienstleistungsqualität durch professionelle Arbeit
Technologie und Dienstleistungen im demografischen
Wandel
Produktivität von Dienstleistungen

Vordringliche Maßnahmen sind personenbezogene Dienstleistungen am Beispiel seltener Krankheiten.
Über das Portal www.dl2100.de können umfassende Informationen zur Umsetzung des Förderprogramms eingesehen
werden. Hier stehen auch viele Dokumente aus geförderten
Vorhaben zum Herunterladen bereit.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.dl2100.de
– www.dienstleistungstagung.de
– www.wettbewerb-energieeffiziente-stadt.de

Bund

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungs- und
Entwicklungsaufgaben
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
www.baua.de

179

180

FoRscHunGsscHweRpunkte

Auf einen Blick:
Innovationen in der Bildung

Bund

Bildungschancen eröffnen lebenschancen. Gut ausgebildete und hoch qualifizierte Frauen und
Männer sichern unserem land wachstum, wohlstand und Fortschritt. Deshalb investiert die Bundesregierung so viel in Bildung wie nie zuvor. so werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass
erfolgreiche projekte fortgesetzt und neue angebote entwickelt und gefördert werden können.
Im Mittelpunkt steht dabei,
Bildungsgerechtigkeit zu schaffen; d. h. dass alle Menschen
in Deutschland ihre Talente
und Fähigkeiten voll entfalten
können – unabhängig von ihrer
Herkunft oder ihrem sozialen
Status. Dazu gehört einerseits
die Stärkung der Bildung in der
frühen Kindheit. Außerdem
sind zahlreiche Initiativen für
Jugendliche zur Förderung des
Überganges in das Ausbildungssystem entstanden, die durch
die Berufsbildungsforschung
begleitet werden. Auch die
Stärkung der Aus- und Weiterbildung über verschiedene
Programme und Aktivitäten
steht dabei im Mittelpunkt. Beispielsweise bieten die digitalen
Medien große Potenziale für
ein leistungsfähiges Berufsbildungssystem und Bildung im Allgemeinen. Sie tragen zur
Beschäftigungsfähigkeit und zur Sicherung des Qualifikations-

niveaus bei und bieten Wege jenseits traditioneller Wissensvermittlung an.
Die Ausgaben des Bundes für Bildung,
Forschung und Wissenschaft betrugen im Jahr
2008 insgesamt 25,9 Mrd. Euro – so viel wie
nie zuvor. Im Rahmen der Qualifizierungsinitiative wurde mit den Ländern vereinbart, dass
in Deutschland der Anteil der Aufwendungen
für Bildung und Forschung gesamtstaatlich bis
2015 auf 10 % des Bruttoinlandsprodukts gesteigert wird. In der 17. Legislaturperiode stellt
der Bund zusätzlich 12 Mrd. Euro für Bildung
und Forschung bereit. Diese positiven Impulse
sollen auch für die Zukunft gesichert werden.

FoRscHunGsscHweRpunkte

181

16 Innovationen in der Bildung
�

Infobox
Gemeinschaftsaufgabe von Bund und ländern
Zu den durch das Grundgesetz gesicherten Gemeinschaftsaufgaben von Bund und Ländern gehört nach Art. 91b
Abs. 2, dass Bund und Länder aufgrund von Vereinbarungen
zur Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens
im internationalen Vergleich und bei diesbezüglichen
Berichten und Empfehlungen zusammenwirken können.

international beachtete empirische Forschung zur Struktur,
Entwicklung und Wirksamkeit schulischer Ganztagsangebote.
Andererseits sind zahlreiche Initiativen für Jugendliche zur Förderung des Überganges in das Ausbildungssystem entstanden,
die durch die Berufsbildungsforschung begleitet werden. Programme und Aktivitäten zur Stärkung der Aus- und Weiterbildung binden beispielsweise die Berufsbildungsforschung mit
ein, um Herausforderungen für Innovationen im deutschen
Berufsbildungssystem zu identifizieren und so konkrete Handlungsoptionen zur strukturellen Verbesserung der beruflichen
Bildung zu erarbeiten.
Im Rahmen der Hochschulausbildung setzt die Bundesregierung mit dem Deutschlandstipendium neue Maßstäbe.
Das nationale Stipendienprogramm unterstützt begabte und
leistungsfähige Studierende mit 300 Euro monatlich. Das Stipendium wird hälftig vom Bund bereit gestellt. 150 Euro pro
Monat werden von privaten Mittelgebern beigetragen, die damit gezielt in talentierte Studierende investieren. Wichtigster
Multiplikator bei der Umsetzung des Deutschlandstipendiums
sind die Hochschulen, die nicht nur die Akquise von privaten
Stipendienmitteln abdecken, sondern auch die Auswahl der
Bewerberinnen und Bewerber durchführen. Im Rahmen des
Auswahlprozesses stehen neben Leistung und Begabung auch
soziales und gesellschaftliches Engagement sowie die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen im Fokus der Entscheidung. Nicht nur dem drohenden Fachkräftemangel soll durch
das Deutschlandstipendium vorgebeugt werden, auch wird
eine neue Stipendienkultur in Deutschland angestoßen, die sich
durch den Grundgedanken trägt, dass Bildung und Begabtenförderung nicht allein eine Aufgabe des Staates, sondern der
ganzen Gesellschaft sind.
Die Bundesregierung fördert darüber hinaus die Bildungsforschung im Kontext der allgemeinen institutionellen Forschungsförderung (z. B. DFG, MPG, WGL), der Ressortforschung
(z. B. BIBB) und über die Projektförderung. Sie trägt durch die
Verbesserung von allgemeinen Rahmenbedingungen zur
Förderung der Bildungsforschung bei (u. a. wissenschaftliche
Nachwuchsförderung, Verbesserung der informationellen
Infrastruktur, Förderung des internationalen Austausches und
der Vernetzung).

Bund

Bildungschancen eröffnen Lebenschancen. Gut ausgebildete
und hoch qualifizierte Frauen und Männer sichern unserem
Land Wachstum, Wohlstand und Fortschritt. Deshalb investiert
die Bundesregierung so viel in Bildung wie nie zuvor. So werden
die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass erfolgreiche Projekte fortgesetzt und neue Angebote entwickelt und gefördert
werden können.
Im Mittelpunkt steht dabei, Bildungsgerechtigkeit zu
schaffen; d. h., dass alle Menschen in Deutschland ihre Talente
und Fähigkeiten voll entfalten können – unabhängig von ihrer
Herkunft oder ihrem sozialen Status. Das Bildungssystem – von
der frühkindlichen Bildung bis zum tertiären Sektor – muss sich
dafür als stimmiges Gesamtsystem begreifen und transparente
und durchlässige Entwicklungspfade bieten. Unser Schulsystem muss mehr Kindern und Jugendlichen höhere Bildungsabschlüsse ermöglichen. Dazu gehört ein höheres Leistungsniveau ebenso wie die Vermittlung sozialer und kultureller
Kompetenzen. In der schulischen Bildung müssen die Stärken
und individuellen Voraussetzungen eines jeden Kindes und
eines jeden Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Es gilt, individuelle Stärken zu fördern und individuelle Benachteiligungen
zu beheben. Nationale und internationale Schulleistungsstudien haben Schwächen und Ansatzpunkte des deutschen Bildungssystems aufgedeckt. In den letzten Jahren wurden viele
Maßnahmen ergriffen, um insbesondere sozial benachteiligte
Kinder zu fördern, dennoch zeigt sich hier noch erheblicher
Handlungsbedarf. Hier müssen weitere Reformen ansetzen,
um Chancengerechtigkeit über die gesamte Bildungslaufbahn
hinweg zu ermöglichen. Dazu gehören einerseits die Stärkung
der Bildung in der frühen Kindheit, die Unterstützung der
nachhaltigen inhaltlichen Ausgestaltung von Ganztagskonzepten in den Ländern durch Förderung des Ganztagsschulprogramms der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und auch

FoRscHunGsscHweRpunkte

182

Bund

16.1 Bildungsberichterstattung:
internationale Assessments
Zu den im Grundgesetz verankerten Gemeinschaftsaufgaben
von Bund und Ländern gehört nach Art. 91b Abs. 2, dass Bund
und Länder aufgrund von Vereinbarungen zur Feststellung
der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens im internationalen
Vergleich und bei diesbezüglichen Berichten und Empfehlungen zusammenwirken können. Dies betrifft internationale
Schulvergleichsstudien und die nationale Bildungsberichterstattung. Bund und Länder können so im Rahmen ihrer
Gemeinschaftsaufgabe auf der Grundlage wissenschaftlich
fundierter Ergebnisse gemeinsam Ziele für die Weiterentwicklung des Bildungswesens festlegen und durch koordinierte
Maßnahmen in den jeweiligen verfassungsmäßigen Zuständigkeitsbereichen umsetzen.
Seit 2006 wird alle zwei Jahre der nationale Bildungsbericht
veröffentlicht, der durch eine unabhängige wissenschaftliche
Autorengruppe unter Federführung des Deutschen Instituts für
Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erstellt wird. Kern
des Bildungsberichts ist ein regelmäßig aktualisierbarer Satz von
Indikatoren, der Bildung im Lebenslauf abbildet und der um ein
wechselndes Schwerpunktkapitel ergänzt wird. Der Bildungsbericht 2010 untersuchte Perspektiven des demografischen Wandels
und der Bildungsbericht 2012 widmet sich im Schwerpunkt dem
Thema „Kulturelle/musisch-ästhetische Bildung“.
Die von Bund und Ländern finanzierten internationalen
Grundschulstudien IGLU (Internationale Grundschul-LeseUntersuchung) und TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) untersuchen alle fünf bzw. vier Jahre
die Kompetenzen und Lernbedingungen von Viertklässlern im
Lesen sowie in Mathematik/Naturwissenschaften. Die letzten
Untersuchungen von IGLU und TIMSS fanden 2011 statt, die
Ergebnisse werden Ende 2012 veröffentlicht.
Bei PISA, einer alle drei Jahre durchgeführten internationalen Erhebung der Kompetenzen von 15-Jährigen im Lesen, in
der Mathematik und den Naturwissenschaften, trägt das BMBF
die internationalen und die Länder die nationalen Kosten. Die
nächste PISA-Studie erscheint Ende 2013.
Zur weiteren Stärkung der Bildungsforschung haben das
BMBF und die Länder 2010 das Zentrum für internationale
Bildungsvergleichsstudien (ZIB) gegründet, einen Verbund
zwischen der Technischen Universität München, dem DIPF und
dem Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN). Darüber hinaus hat das BMBF im Februar 2011 eine
Bekanntmachung zur Förderung von Forschungsvorhaben in
Ankopplung an Large-Scale-Assessments veröffentlicht. Die auf
der Basis eines wissenschaftlichen Begutachtungsverfahrens
ausgewählten Projekte werden seit Anfang 2012 gefördert.
Des Weiteren unterstützt der Bund die internationale
Studie PIAAC (Programme for the International Assessment of
Adult Competencies) zur Messung von Kompetenzen Erwachsener. Im Fokus von PIAAC stehen Schlüsselkompetenzen wie
Lesen und Mathematik sowie allgemeine für den Arbeitsmarkt
benötigte Kompetenzen. Die Durchführung von PIAAC liegt in
der Federführung des BMBF und wird vom BMBF sowie BMAS

finanziert. Die Ergebnisse der Studie sollen im Herbst 2013 veröffentlicht werden. PISA und PIAAC sind OECD-Programme.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–
–

Nationaler Bildungsbericht: www.bildungsbericht.de
IGLU: www.iglu.ifs-dortmund.de
TIMSS: www.timss.ifs-dortmund.de
PISA: www.pisa.oecd.org
PISA 2012, nationales Projektmanagement:
www.pisa2012.tum.de
– PIAAC: www.oecd.org/piaac

16.2 Empirische Bildungsforschung
Um Bildungsprozesse erfolgreich gestalten zu können, ist
eine leistungsstarke Bildungsforschung erforderlich. Benötigt
werden fundierte Kenntnisse darüber, wie sich Bildungserwerb in
unterschiedlichen Kontexten und unter wechselnden Rahmenbedingungen im Lebenslauf vollzieht und welche Folgen aus diesen
Entwicklungen für Individuum und Gesellschaft resultieren.
Das Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung, das von der Bundesregierung im Jahr 2007 in
enger Abstimmung mit den Ländern initiiert wurde, zielt darauf,
Wissen für Reformen des Bildungssystems bereitzustellen sowie
die empirische Bildungsforschung in Deutschland langfristig
strukturell zu stärken. Die im Rahmenprogramm fokussierten
Bereiche decken aktuell wichtige handlungs- und steuerungsrelevante Aspekte im (insbesondere formalen) Bildungssektor ab.
Seit 2008 wurden bzw. werden im Rahmenprogramm zur
Förderung der empirischen Bildungsforschung zu folgenden
Inhalten Forschungsvorhaben gefördert:

•	�
•	�
•	�
•	�
•	�
•	�
•	�

Lehr-Lern-Forschung unter neurowissenschaftlicher
Perspektive
Sprachdiagnostik/Sprachförderung
Ursachenbezogene individuelle Diagnostik und Intervention bei umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten
Steuerung im Bildungssystem
Professionalität des pädagogischen Personals in Bildungseinrichtungen
Forschung zum Projekt „Jedem Kind ein Instrument“
Chancengerechtigkeit und Teilhabe - sozialer Wandel und
Strategien der Förderung

Insgesamt werden aktuell 185 Forschungsprojekte mit einem
Volumen von ca. 123 Mio. Euro gefördert. Die Forschungsergebnisse werden u. a. in der Reihe Bildungsforschung des
BMBF publiziert. Darüber hinaus werden die Projektergebnisse
auf dem für das Rahmenprogramm eingerichteten Internetportal veröffentlicht.
Im Kontext des Rahmenprogramms werden ferner aktuell
73 Doktorandinnen und Doktoranden gefördert. Damit trägt
das Programm auch zur strukturellen Stärkung der Bildungsforschung bei. Darauf zielt auch die Verbesserung der informa-

FoRscHunGsscHweRpunkte

16.2.1 empirische Forschung zur ganztägigen
Bildung, erziehung und Betreuung
(2005 – 2011)
Angesichts der steigenden gesellschaftlichen Bedeutung ganztägiger Bildung sind empirisch fundierte Erkenntnisse zur Qualität und Wirksamkeit schulischer Ganztagsangebote in ihren
professionellen, sozialräumlichen und familiären Kontexten
von erheblicher bildungspolitischer Relevanz. Das BMBF fördert
daher unter Nutzung von Mitteln des Europäischen Sozialfonds
Forschungen, die zugleich an die internationale Fachdebatte zu
Nachmittagsangeboten und School Effectiveness anknüpfen:
1.	� Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen – StEG
(2005 – 2011): Empirische Längsschnittstudie mit systematischen Befragungen von Lehr- und pädagogischen
Fachkräften, Schulleitungen, Schülerinnen und Schülern,
Eltern sowie außerschulischen Kooperationspartnern;
Weiterführung 2012 bis 2015 mit den Schwerpunkten
Qualität und Wirkungen für den fachlichen Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler
2. 	 Förderschwerpunkt ganztägige Bildung, Erziehung und
Betreuung (2008–2011) zu den vier Themenschwerpunkten:
•	� Ganztagsschule im Rahmen sozialräumlicher und
infrastruktureller Entwicklungen
•	� Professionsentwicklung und Veränderung der Berufskulturen in und durch Ganztagsschulen
•	� Ganztagsschule und Familien
•	� individuelle Förderung im Rahmen einer veränderten
Lehr- und Lernkultur in Ganztagsschulen

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– Projekt StEG: www.projekt-steg.de
– Ganztagsschulforschung:
www.ganztagsschulen.org/10248.php

16.2.2 Forschung zu Bildung in der frühen kindheit
weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte –
wiFF (2008 – 2012)
WiFF ist eine Initiative des BMBF und der Robert Bosch Stiftung
in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jugendinstitut e. V.
Wesentliches Anliegen des Projektes ist die systematische Vernetzung der zuständigen Akteure, Entscheider und Anbieter
im frühpädagogischen Arbeitsfeld. Ziel ist es, Transparenz im
Feld der Aus- und Weiterbildung herzustellen, deren Qualität
zu sichern und die Anerkennung und Anschlussfähigkeit zwischen Aus-, Fort- und Weiterbildung zu fördern.
WiFF unterstützt den strukturellen und qualitativen Ausbau des Weiterbildungssystems länder- und trägerübergreifend. In einem bundesweiten Qualitätsentwicklungsprozess
will WiFF konsensfähige, frühpädagogische Weiterbildungsinhalte sowie Modelle zur Anerkennung von qualitativ hochwertigen Weiterbildungen auf Bildungsabschlüsse fördern und
entwickeln. Fort- und Weiterbildungsanbieter erhalten qualitativ hochwertige Materialien für die Entwicklung von frühpädagogischen Weiterbildungsangeboten für unterschiedliche
Kompetenzstufen. Über eine begleitende Förderrichtlinie
werden bundesweit Forschungen zur Ausweitung der Weiterbildungsinitiative unterstützt.
Förderung von Bildungsforschung „kooperation
von elementar- und primarbereich“ (2010–2012)
Ziel ist, fundierte Erkenntnisse zu Formen der Kooperation von
Kitas, Grundschulen und Elternhäusern zu generieren und
die Entwicklung von „Bildungshäusern“ auf deren Bedeutung
für die Lern- und Bildungsprozesse von Kindern zu evaluieren
sowie Ansätze für einen Transfer von Bedingungen einer gelungenen Kooperation in der Breite näher zu untersuchen.
Die Fördermaßnahme Kooperation von Elementar- und
Primarbereich bezieht sich auf Forschungsvorhaben, in denen
Fragen zu netzwerkbasierten Bildungshäusern in umfassender Weise untersucht werden. Zum einen sollen Forschungsvorhaben stimuliert werden, die auf der breiteren Ebene der
quasiinstitutionellen (quasiorganisationellen) Vernetzung der
Sozialisationsinstanzen Kindergarten, Grundschule und Familie ansetzen. Neben diesem Schwerpunkt, der den breiteren
Bildungskontext für die Kinder im Übergang thematisiert, soll
zum anderen ein zweiter Akzent auf die Dokumentation von
Bildungsverläufen von Kindern gerichtet sein.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.weiterbildungsinitiative.de

Bund

tionellen Infrastruktur sowie die Förderung des internationalen Austausches.
Ein wichtiger Bestandteil des Rahmenprogramms zur Förderung der empirischen Bildungsforschung ist das Nationale
Bildungspanel (National Educational Panel Study/NEPS). Das NEPS
wird durch das BMBF vom 1. September 2009 bis 31. Dezember
2013 mit insgesamt rund 85 Mio. Euro gefördert. Koordiniert
wird das NEPS vom Institut für bildungswissenschaftliche Längsschnittforschung (INBIL) an der Universität Bamberg. Die zentrale Zielsetzung des Nationalen Bildungspanels besteht darin,
mehr darüber zu erfahren, wie sich Kompetenzen im Lebenslauf
entfalten und wie die Aneignung von Kenntnissen, Fähigkeiten
und Fertigkeiten innerhalb und außerhalb der Bildungsinstitutionen am besten unterstützt werden kann. Dazu werden Datenerhebungen zu Bildungs- und Qualifizierungsprozessen über
die gesamte Lebensspanne durchgeführt. So wird sukzessive
eine umfangreiche Datenbasis (Scientific Use Files) zur Analyse
von Bildungsverläufen für die Bildungsforschung bereitgestellt. In den Haupterhebungen sollen rund 60.000 Personen
befragt und getestet werden: Neugeborene, Kindergartenkinder, Grundschulkinder und Schülerinnen und Schüler der
Sekundarstufe I und II, Studierende und Erwachsene.
0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de

183

FoRscHunGsscHweRpunkte

184

16.2.3 Forschung und entwicklung zur alpha betisierung/Grundbildung erwachsener
Ziel ist es, mit diesem Förderschwerpunkt den Forschungsstand und damit die Grundlagen dieses sensiblen Themas der
Erwachsenenbildung zu verbessern. Die erzielten Ergebnisse
sollen zur Modernisierung der Alphabetisierungsarbeit beitragen und auch die bundesweit agierenden Akteurinnen und
Akteure in Wissenschaft und Praxis der Alphabetisierungsarbeit durch gemeinsame Arbeiten vernetzen und das „Bündnis
für Alphabetisierung“ stärken (Gesamtlaufzeit: Oktober 2007
bis Februar 2012).
Zu folgenden Themenkomplexen werden seit Ende 2007
Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durchgeführt:

•	�

Bund

Verbesserung der Grundlagen für die Alphabetisierung/
Grundbildung von Erwachsenen
•	� Verbesserung der Effizienz von Beratung und Maßnahmen
der Grundbildung
•	� Alphabetisierung/Grundbildung im Kontext von
Wirtschaft und Arbeit
• Fortbildung und Professionalisierung der Lehrenden
Nachhaltige Ergebnisse werden angestrebt:

•	�
•	�
•	�
•	�
•	�

zur Verbesserung der theoretischen Grundlagen und der
Datenlage
zur Konzeptentwicklung für die Profession „Erwachsenenalphabetisierer“
zur Verbesserung der Erkenntnisse zu den verschiedenen
Zielgruppen
zu neuen Möglichkeiten zur Motivierung und Beratung
zur Sensibilisierung vorhandener Strukturen (z. B. Jobcenter) für die spezifischen Probleme der Betroffenen

Auf der Grundlage dieses nunmehr abgeschlossenen Förderschwerpunktes wird das BMBF als neue Initiative ein Programm zur arbeitsplatzorientierten Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Alphabetisierung und Grundbildung
mit rund 20 Mio. Euro von 2012 bis 2015 fördern. Mit der
Initiative sollen neue Wege zur Alphabetisierung und Grundbildung entwickelt und vielversprechende Ansätze gestärkt
werden, um den Anteil funktionaler Analphabeten in Deutschland langfristig zu senken.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.alphabund.de

16.2.4 lernen vor ort
Mit dem Programm Lernen vor Ort werden seit 2009 bundesweit
40 Kommunen gefördert, um Steuerungsmodelle und -strukturen für ein effizientes Bildungssystem auf kommunaler Ebene
zu entwickeln. Ziel ist es, die unterschiedlichen Bildungszuständigkeiten auf kommunaler Ebene unter Einbeziehung aller
wichtigen Bildungsbereiche und -akteure zusammenzuführen.

Lernen vor Ort ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit inzwischen über
150 deutschen Stiftungen und wird für zunächst drei Jahre im
Zeitraum vom 1. September 2009 bis 31. August 2012 mit insgesamt 60 Mio. Euro zur Hälfte aus Mitteln des Europäischen
Sozialfonds finanziert. Eine zweijährige Verlängerungsphase
soll sich vom 1. September 2012 bis 31. August 2014 anschließen.
Die bisherigen Ergebnisse von Lernen vor Ort sind vielversprechend; das Interesse weiterer Kommunen, die bislang nicht
im Programm gefördert wurden, ist hoch. Es ist daher geplant,
in einer Transferphase die Ergebnisse des Programms prinzipiell
allen Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland zugänglich
zu machen. Dazu soll, gemeinsam mit den Ländern, eine nachhaltig wirkende Transferstruktur etabliert werden.
Die Kommunen werden insbesondere in folgenden
Schwerpunkten gefördert:

•	�
•	�
•	�
•	�
•	�

•	�

Etablierung eines kommunalen Bildungsmanagements
Einführung und Erprobung eines kommunalen Bildungsmonitorings
Bereitstellung eines neutralen, bildungsbereich- und trägerübergreifenden Beratungsangebots
Verbesserung der bildungsbezogenen Übergänge
Bildungsaktivitäten in jeweils zwei weiteren Aktionsfeldern
(demografischer Wandel, Integration und Diversitätsmanagement, Familienbildung/Elternarbeit, Demokratie und
Kultur sowie Wirtschaft, Technik, Umwelt und Wissenschaft)
transferfähige Aufbereitung der zentralen Programmergebnisse

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.lernen-vor-ort.info

16.2.5 kulturelle Bildung
Kulturelle Bildung ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, die aus dem
Selbstverständnis der Bundesrepublik als Kulturstaat erwächst.
Die Bundesregierung setzt deshalb konsequent den Auftrag des
Koalitionsvertrags um, „gemeinsam mit den Ländern den Zugang
zu kulturellen Angeboten unabhängig von finanzieller Lage und
sozialer Herkunft (zu) erleichtern und die Aktivitäten im Bereich
der kulturellen Bildung (zu) verstärken“. Innerhalb der Bundesregierung wird kulturelle Bildung im Wesentlichen in drei Ressorts
unter unterschiedlichen Gesichtspunkten gefördert: durch das
BMBF, das BMFSFJ sowie durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).
Das BMBF unterstützt ab dem Jahr 2013 Bündnisse für Bildung auf lokaler Ebene dabei, bildungsbenachteiligte Kinder
und Jugendliche mit außerschulischen Bildungsmaßnahmen
in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Im Zentrum
der Förderung stehen Maßnahmen der kulturellen Bildung,
wie beispielsweise Ferienfreizeiten mit kulturellem Schwerpunkt, Paten- und Mentorenprogramme, Maßnahmen zur
Leseförderung oder zur Verbesserung der Medienkompetenz
oder Kunst-, Kultur- und Theaterprojekte.

FoRscHunGsscHweRpunkte

Im Bereich der kulturellen Bildung ist die Datenlage außerordentlich schlecht. Um dies zu verbessern, fördert das BMBF
Forschung zur kulturellen Bildung:

•	�

2. Jugendkulturbarometer. Bundesweite Repräsentativbefragung zur kulturellen Partizipation von Jugendlichen in
Deutschland.
•	� Empirische Begleitforschung im Längsschnitt zu den
Programmen „Jedem Kind ein Instrument“ in NRW und
Hamburg.
Kulturelle Jugendbildung hat das Ziel, positive Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche und eine „Kultur des
Aufwachsens“ mitzugestalten und zu sichern. In diesem Sinne
unterstützt das BMFSFJ die Weiterentwicklung eines vielfältigen kulturellen Bildungsangebotes und die Sicherung einer
pluralen Träger-Infrastruktur. Somit werden die freien Träger
in der kulturellen Jugendbildung befähigt, ein Konzept einer
gesellschaftsbezogenen Jugendbildung und ein kulturelles
Angebot weiterzuentwickeln. Gefördert werden neben den
bundeszentralen Fachorganisationen, drei institutionelle Einrichtungen sowie insbesondere auch bedeutende bundesweite
Wettbewerbe und Preise – wie z. B. der Bundeswettbewerb
„Jugend musiziert“.

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im
östlichen Europa (BKGE)
www.bkge.de

16.2.6 Berufsbildungsforschung
Die Berufsbildungsforschung (BBF) identifiziert zentrale
Herausforderungen für Innovationen im deutschen Berufsbildungssystem und erarbeitet konkrete Handlungsoptionen
zur strukturellen Verbesserung der beruflichen Bildung.
Gemäß dem Berufsbildungsgesetz soll die BBF unter anderem
inländische, europäische und internationale Entwicklungen in
der Berufsbildung beobachten, Anforderungen an Inhalte und
Ziele der Berufsbildung ermitteln sowie Weiterentwicklungen
der Berufsbildung im Hinblick auf gewandelte wirtschaftliche,
gesellschaftliche und technische Erfordernisse vorbereiten.
Neben dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) fördert
das BMBF Forschungsprojekte im Rahmen der BBF-Initiative,
der Früherkennungsinitiative, der Kompetenzmessinitiative
Ascot und der Pilot-Initiative DECVET.
Zentraler Schwerpunkt der BBF ist die Stärkung der Attraktivität des Berufsbildungssystems. Die Projekte dienen unter
anderem dazu, das Berufsbildungssystem zu modernisieren,
die Übergänge zu optimieren, die Durchlässigkeit zwischen den
Bildungsbereichen zu verbessern, die Qualität der Berufsbildung zu steigern, erworbene Kompetenzen messbar zu machen,
zielgerichtete Angebote für Jugendliche mit schlechten Startchancen zu entwickeln sowie die europäische Zusammenarbeit
in der Berufsbildung zu intensivieren. Ende 2011 sind die ersten
Projekte in der neuen Forschungsinitiative zur Messung von
beruflichen Handlungskompetenzen (Ascot-Initiative) gestartet.
Die Messverfahren ermöglichen valide Aussagen zu Kompetenzniveaus von Berufsausbildungsabsolventen sowie zur Leistungsfähigkeit von Bildungsgängen und Bildungssystemen.
Entsprechend der Zielsetzung sollen die Projekte die berufsbildungspolitische Diskussion weiterführen. Viele Studien
sind inzwischen sowohl in der Berufsbildungsforschungsreihe
des BMBF als auch in den entsprechenden Publikationen des
BIBB veröffentlicht worden. Neue Studien werden fortlaufend
initiiert und abgeschlossene Projektergebnisse publiziert.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
www.bibb.de

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF Berufsbildungsforschung:
www.bmbf.de/de/6201.php
– Bundesinstitut für Berufsbildung: www.bibb.de
– Pilot-Initiative DECVET: www.bmbf.de/de/15504.php
– Kompetenzmessinitiative Ascot: www.ascot-vet.net

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– JeKi-Forschungsschwerpunkt:
www.jeki-forschungsprogramm.de

16.2.7 Hochschulforschung
Übergeordneter Anspruch des Förderschwerpunkts Hochschulforschung (im Sinne der Forschung über Hochschulen)
ist es, diesbezüglich bislang nur rudimentär vorhandene FuE

Bund

Gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen finanziert der BKM
mit rund 100.000 Euro ein Forschungsvorhaben des Deutschen
Hygiene-Museums Dresden. Dieses dient der Entwicklung,
Erarbeitung und Umsetzung einer Museumsdidaktik. Um systematisch hochprofessionelle museumspädagogische Angebote
für neue Zielgruppen insbesondere aus dem „bildungsfernen
Milieu“ entwickeln zu können, müssen die Vermittlungsinstrumente und -methoden analysiert und optimiert werden.
Am Ende dieses Prozesses stehen praxisorientierte Empfehlungen, die für Museen unterschiedlicher Größenordnung
handhabbar sind und die sich an unterschiedliche Akteure
richten, die für die erfolgreiche Umsetzung unverzichtbar sind.
Das betrifft Erzieherinnen und Erzieher in der vorschulischen
Ausbildung ebenso wie Lehrerinnen und Lehrer der unterschiedlichsten Schultypen, aber auch Verantwortliche in den
Museen (Leitung und musemspädagogische Mitarbeiter). Es ist
beabsichtigt, die Ergebnisse über die jeweiligen Dachverbände
(Deutscher Museumsbund etc.) bundesweit zu kommunizieren.

185

FoRscHunGsscHweRpunkte

186

zu stärken sowie zusätzliche FuE-Kapazitäten aufzubauen.
Damit soll die Basis wissenschaftlich abgesicherten Wissens
über die Gestaltung der Strukturen und Prozesse der institutionalisierten Wissensgenerierung und -vermittlung vergrößert
werden. Implizite Annahme dabei ist, dass mit einer stärkeren
Verwissenschaftlichung der Organisation Hochschule deren
Leistungsfähigkeit in Forschung und Lehre zunimmt. Dies ist
mit Blick auf deren kontinuierlich wachsende Bedeutung für
Wissensgesellschaften von erheblicher Relevanz. Im Mittelpunkt dieses Förderschwerpunkts steht die Projektförderung.
In regelmäßigen Abständen werden thematisch fokussierte
Förderrichtlinien veröffentlicht.
Förderlinien innerhalb des schwerpunkts

Bund

•	�

Hochschulforschung als Beitrag zur Professionalisierung
der Hochschullehre (Laufzeit: 2008 – 2013; 32 Forschungsverbünde; Fördervolumen: 17 Mio. Euro)
•	� Wissenschaftsökonomie (Laufzeit: 2011 – 2015; 20 Forschungsverbünde; Fördervolumen: 8 Mio. Euro)
•	� Kompetenzmodellierung und -erfassung im Hochschulbereich (Laufzeit: 2011 – 2016; 23 Forschungsverbünde;
Fördervolumen: 14 Mio. Euro)
•	� Kompetenzzentrum Bibliometrie (Laufzeit: 2008 – 2012;
1 Forschungsverbund; Fördervolumen: 6 Mio. Euro)
Im Jahr 2012 werden zwei neue Förderangebote veröffentlicht
werden.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�Projektübersicht auf dem Online-Portal zum Forschungsprogramm Empirische Bildungsforschung:
www.empirische-bildungsfoschung-bmbf.de/zeigen.
html?seite=9785
– Tagung „Der Bologna-Prozess aus Sicht der Hochschulforschung – Analysen und Impulse“. Dort wurden aktuelle
Forschungsergebnisse zur „Bologna-Reform“ vorgestellt
und diese mit praxisrelevanten Fragestellungen verbunden. Der Tagungsband steht zum Download zur Verfügung:
www.che.de/downloads/CHE_AP_148_Bologna_Prozess_
aus_Sicht_der_Hochschulforschung.pdf
–	�Aktuelle Veranstaltungen zur Präsentation der Forschungsergebnisse: www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/
veranstaltungen.html?b=30

16.2.8 Bildung für nachhaltige entwicklung
Bildung für nachhaltige Entwicklung soll in allen Bereichen des
gesellschaftlichen Lebens und insbesondere des Bildungssystems stärker wahrgenommen werden. Hierfür bedarf es einer
wissenschaftlichen Fundierung. Das BMBF hat deshalb Ende
2010 eine Förderbekanntmachung zu Forschungspotenzialen
der Bildung für nachhaltige Entwicklung veröffentlicht. Die auf
der Basis eines wissenschaftlichen Begutachtungsverfahrens
ausgewählten Projekte werden seit Ende 2011 gefördert.

Infobox
web 2.0 und mobiles lernen
Web 2.0-Anwendungen bieten dem Lernenden vielfältige
Chancen, den Lernprozess partizipativ zu gestalten. Der
(Informations-)Konsument wird somit gleichzeitig zum
Produzenten. Dadurch werden neue Möglichkeiten der
Vernetzung und der Produktion von Inhalten geschaffen,
u. a. mit Formaten wie Podcasts, Internettagebüchern
(Blogs), Diensten zur Erschließung von Wissen durch
semantische Techniken (Folksonomies) oder gemeinsam
erarbeiteten Texten (Wikis). Gerade Letztere bieten sich
an, informelles Wissen nachhaltig zu sichern.
Mobiles Lernen wird zukünftig dabei eine immer
größere Rolle spielen, denn vielerorts findet Lernen
bereits außerhalb typischer Bildungsorte statt. So kann
mobiles Lernen direkt am Arbeitsplatz ansetzen, indem
die für die Lösung eines Problems erforderlichen Lerninhalte direkt vor Ort abgerufen werden können. Für mobil
Arbeitende, die konventionelle Qualifizierungsmethoden
kaum nutzen können, entsteht dadurch ein wichtiger
Zugang zu Bildung.

16.3 Neue Medien in der Bildung
Die digitalen Medien bieten große Potenziale für ein leistungsfähiges Berufsbildungssystem und Bildung im Allgemeinen.
Sie tragen zur Beschäftigungsfähigkeit und zur Sicherung des
Qualifikationsniveaus bei und bieten Wege jenseits traditioneller Wissensvermittlung an.
Digitale Medien als Bildungsangebote sind kein Selbstzweck,
sondern ergänzen die bestehenden Lernmethoden sinnvoll und
stellen den lernenden Menschen mit seinen Bedürfnissen in den
Mittelpunkt. Sie bieten die Voraussetzungen, um mit schnell
wechselnden Lerninhalten Schritt zu halten. Digitale Medien
ermöglichen eine höhere Flexibilität, eine schnellere Anpassbarkeit von Lerninhalten an neue Entwicklungen und veränderten
Bedarf, aber auch neue methodische Zugänge zum Lernen und
zur Kompetenzentwicklung für spezifische Zielgruppen. Um
den Wirkungsgrad digitaler Medien in der beruflichen Bildung
zu erhöhen, fördert die Bundesregierung dazu notwendige Forschungs-, Entwicklungs- und Erprobungsprozesse.
Das Fördervolumen der von 2010 bis 2012 laufenden Fördermaßnahmen beträgt ca. 32 Mio. Euro.

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
In den einzelnen Fördergebieten werden mit qualifizierten
Angeboten – auch in der Medienkompetenzförderung – Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen und insbesondere zur
beruflichen Qualifizierung und zur Weiterbildung geschaffen,
Lernortkooperationen und die Vernetzung der Akteure auf dem

FoRscHunGsscHweRpunkte

Bildungssektor unterstützt und zu einer stärkeren Durchlässigkeit innerhalb des nationalen Bildungssystems beigetragen.
Folgende Ziele sind mit den einzelnen Fördergebieten
verbunden:

•	�

•	�
•	�
•	�
•	�

ergebnisse und zusätzliche Informationen
Der Bericht „Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur“
einer vom BMBF beauftragten Expertenkommission wurde
2010 in erweiterter Form neu aufgelegt und als Broschüre
gedruckt (Bonn/Berlin 2010).
Im Rahmen der jährlich stattfindenden Fachtagung „eQualification“ haben die geförderten Projekte die Möglichkeit, ihre
Ergebnisse vorzustellen und in Fachaustausch mit den anderen
Projekten zu treten. Begleitend sind jeweils die Broschüren
„eQualification – Neue Medien, neue Wege der Qualifizierung“
erschienen (Bonn/Berlin 2010 und 2011).

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF: www.bmbf.de/de/16684.php
– Fachportal der Förderprojekte:
www.qualifizierungdigital.de
– Fachtagung eQualification: www.equalification.info
neue Medien und gesellschaftlicher wandel
Im Rahmen des „Dialog Internet – Aufwachsen mit dem Netz“
(www.dialog-internet.de) werden durch das BMFSFJ seit
November 2010 Initiativen für eine zeitgemäße Kinder- und Jugendnetzpolitik entwickelt und umgesetzt, die Kinder, Jugendliche, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Akteure der
digitalen Welt dabei unterstützen, den Herausforderungen
einer sich schnell entwickelnden digitalen Medienlandschaft
gerecht zu werden. Ziel ist es, eine dauerhafte Zusammenarbeit
und einen konstruktiven Austausch zwischen Bund, Ländern,

Wirtschaft, Wissenschaft, Selbstkontrollorganisationen, Kinder- und Jugendschutz sowie Organisationen und Initiativen
zum Thema Kinder- und Jugendnetzpolitik zu fördern. Neben
der Umsetzung diverser Projekte, die die Vermittlung von
Medienkompetenz fördern, wurden seitens des BMFSFJ bislang
zwei Expertisen an das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg vergeben: Die Expertise
„Verbesserungsvorschläge für die Strukturen zur Bekämpfung
von Darstellungen von Kindesmissbrauch im Internet“ zielt
darauf ab, auf der Grundlage von qualitativen, anonymen
Experteninterviews mögliche Handlungsfelder und Verbesserungspotenziale in der Bekämpfung von Darstellungen von
Kindesmissbrauch im Internet zu identifizieren. Der sekundäranalytische Bericht „Jugendschutzsoftware im Elternhaus“ leistet eine systematische Aufbereitung des Forschungsstandes zu
Kenntnis, Akzeptanz und Nutzung von Jugendschutzsoftware
in Familien. Die Handlungsempfehlungen der Expertinnen
und Experten des „Dialog Internet“ schlagen weitere Initiativen
vor, z. B. zur Rezeption von Online-Werbung durch Minderjährige, die derzeit ausgelotet werden.
Auf der Grundlage des Surveyprojektes Aufwachsen in
Deutschland: Alltagswelten (AIDA), das am Deutschen Jugendinstitut mit Mitteln des BMFSFJ durchgeführt wird, werden vielfältige Faktoren und Konstellationen erhoben und analysiert,
die den Lebenslauf von Kindern, Jugendlichen und jungen
Erwachsenen prägen und beeinflussen. Dabei wird auch die
Nutzung Neuer Medien erfasst. Die Daten erlauben es, das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen thematisch breit
einzubetten. Derzeit werden in einer ergänzenden Zufallsstichprobe unter dem Titel „MediKUS“ verallgemeinerbare Aussagen über mediale, kulturelle und sportliche Aktivitäten von
Kindern und Jugendlichen in Deutschland erhoben. Ergebnisse
werden im Juni 2012 erwartet.

16.4 Institutionalisierte Förderung
Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) unterstützt als Leibniz-Institut Bildungsforschung,
Bildungspraxis, Bildungspolitik und Bildungsverwaltung auf
der Grundlage umfassender Serviceleistungen und eigener
Forschungsbeiträge. Mit seinen Forschungsaktivitäten zu Fragen
der Qualität im Bildungswesen auf systemischer, organisatorischer und individueller Ebene trägt das DIPF zur kritischen
Reflexion von Qualitäts-, Steuerungs- und Entwicklungskonzepten bei. Zugleich baut das DIPF seine Informationsdienstleistungen für die Wissenschaft für unterschiedliche Zielgruppen, aber
auch für ein breiteres Publikum kontinuierlich aus.
Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung e. V. –
Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) ist die zentrale
Einrichtung für Wissenschaft und Praxis der Erwachsenenbildung in Deutschland. Als Leibniz-Einrichtung strukturiert,
vernetzt und präsentiert es Ergebnisse der Forschung zu
lebenslangem Lernen, führt eigene empirische Forschungen
durch und erprobt und evaluiert innovative Modelle. Darüber
hinaus fördert das DIE die Entwicklung von Standards für An-

Bund

•	�

den Einsatz digitaler Medien für Bildungszwecke in die
Breite zu tragen und damit verbundene Potenziale zur
Unterstützung struktureller Reformen in der beruflichen
Bildung nutzbar zu machen,
den Anteil digitaler Lernerinnen und Lerner und die Qualität der digitalen Lerninhalte in der beruflichen Qualifizierung zu steigern,
durch beispielhafte Lösungen die berufliche Ausbildung
und berufsbegleitende Qualifizierung in einzelnen Branchen und branchenübergreifend zu unterstützen,
mit dem Einsatz innovativer, netzgestützter Technologien
junge Menschen in der Berufsvorbereitung bzw. Berufsorientierung anzusprechen und zu begleiten,
durch neue Web-2.0-Anwendungen und den Einsatz mobilen Lernens den Markt der beruflichen Weiterbildung zu
stimulieren und somit neue Möglichkeiten des lebenslangen Lernens zu erschließen,
die Medienkompetenz im Rahmen einer umfassenden Medienbildung in der beruflichen Qualifizierung zu stärken.

187

FoRscHunGsscHweRpunkte

Bund

188

gebote und Beschäftigte in der Weiterbildung und wirkt auch
auf internationalen Ebenen. Umfassende Dienstleistungen für
Akteure in Wissenschaft, Praxis und Politik auf dem Gebiet der
Erwachsenenbildung und des lebenslangen Lernens liefert das
DIE neben der eigenen Forschungstätigkeit.
Das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel (IPN) hat in
der naturwissenschaftlichen und der mathematischen Bildung
eine überregionale gesamtstaatliche Aufgabenstellung. Es
konzentriert sich auf solche Aufgaben, die für Bund und Länder von besonderem Interesse sind und von den Hochschulen
aus strukturellen Gründen nicht oder nicht in hinreichender
Kontinuität geleistet werden können. Um zur Weiterentwicklung der Praxis des naturwissenschaftlichen und mathematischen Unterrichts beitragen zu können, identifiziert die Forschung des Instituts relevante Problembereiche der naturwissenschaftlichen und mathematischen Bildung in Deutschland.
Das vom BMFSFJ institutionell geförderte Deutsche Jugendinstitut e. V. (DJI) ist bundesweit das größte außeruniversitäre
sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut im Bereich Kinder,
Jugendliche und Familien. Es wirkt als Einrichtung mit Ressortforschungsaufgaben des BMFSFJ unter anderem bei den Jugendund Familienberichten der Bundesregierung mit. Ein weiterer
Schwerpunkt sind Dauerbeobachtung und Social Monitoring
in der Kinder-, Jugend- und Familienforschung, der Kinder- und
Jugendhilfe sowie der nonformalen und informellen Bildung,
darunter die Beteiligung an der „Studie zur Entwicklung von
Ganztagsschulen – StEG“ und weitere Forschungen zur Ganztagsbetreuung und -bildung. Als Langzeitstudie führt das DJI
u. a. das Projekt „Jugendhilfe und sozialer Wandel“ durch. Auf
der Grundlage seiner Forschungsergebnisse berät das DJI Politik
und Praxis der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.
Das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI), seit 2011 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft,
erforscht aus kulturwissenschaftlich-historischer Perspektive
Ordnungen des Wissens, Erinnerungsmuster und Identitätsangebote, die über schulbezogene Bildungsmedien vermittelt
werden. Mit seiner Forschungsbibliothek, die über eine weltweit einzigartige Sammlung internationaler Schulbücher vor
allem für Geschichte, Geografie und Politik verfügt, fungiert
das GEI als Zentrum schulbuchbezogener Forschung: Es fördert
die wissenschaftliche Kommunikation sowie die internationale
Vernetzung des Forschungsfelds und erbringt vielfältige forschungsgestützte Infrastruktur- und Beratungsleistungen für
Wissenschaft, Politik und Bildungspraxis.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wird als bundesunmittelbare, rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts
aus Haushaltsmitteln des BMBF finanziert. Das BIBB ist das
anerkannte Kompetenzzentrum zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in
Deutschland. Es berät die Bundesregierung, die Wissenschaft
und praktische Einrichtungen der Berufsbildung. Ziele seiner
Forschungs-, Entwicklungs- und Beratungsarbeit sind es, Zukunftsaufgaben der Berufsbildung zu identifizieren, Innovationen in der nationalen wie internationalen Berufsbildung
zu fördern und neue praxisorientierte Lösungsvorschläge für

die berufliche Aus- und Weiterbildung zu entwickeln. Die
Forschungsschwerpunkte des BIBB sind die Entwicklungen des
Ausbildungsmarktes und Beschäftigungssystems, die Modernisierung und Qualitätssicherung der beruflichen Bildung, das
lebensbegleitende Lernen, die Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit der Bildungswege, die berufliche Bildung für spezifische Zielgruppen und die Internationalität der Berufsbildung.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
–
–
–
–
–

www.dipf.de
www.die-bonn.de
www.ipn.uni-kiel.de
www.gei.de
www.bibb.de

Ressortforschung: Kontinuierliche Zusammenarbeit mit
FuE-Einrichtungen
Deutsches Jugendinstitut e. V. (DJI)
www.dji.de

FoRscHunGsscHweRpunkte

189

Auf einen Blick:
Geisteswissenschaften, Wirtschaftsund Sozialwissenschaften
Die Geistes-, sozial- und wirtschaftswissenschaften leisten einen Beitrag zum kulturellen Gedächtnis, sie vermitteln zwischen kulturen, sie liefern wissen über gegenwärtige kulturelle, soziale und
wirtschaftliche entwicklungen, sie reflektieren und bieten orientierungswissen über werte und
gesellschaftliche Zukunftsfragen. Im Gefüge der wissenschaften leisten die Geistes- und sozialwissenschaften damit wichtige Beiträge zur Zukunftssicherung unserer Gesellschaft.

Bund

Die Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften nimmt
auf die Besonderheiten dieses großen Wissenschaftsbereiches Rücksicht, in der viele kleinere Fächer neben wenigen
großen stehen, in dem eine hohe Methodenvielfalt herrscht
und die große Bandbreite von der frei gewählten Grundlagenforschung bis hin zur auftragsgemäßen Beratung von Politik
und Gesellschaft, von der Forschung des einzelnen Wissenschaftlers bis hin zu großen Forschungsverbünden und auf
Dauer eingerichteten Forschungsinstituten reicht.
Eine besondere Bedeutung erhalten die Geistes- und
Sozialwissenschaften im europäischen und internationalen
Zusammenhang, indem sie zum Verständnis und zur Übersetzung kultureller Vielfalt beitragen, sich mit den Beziehungen
zwischen Staaten und Kulturen befassen und durch die
Vergegenwärtigung des kulturellen Erbes dazu beitragen, das
Potenzial für Zusammenhalt neu zu entdecken.
Grundlegend für die Geisteswissenschaften sind Schriften,
Quellen, Objekte, die in Bibliotheken, Archiven und Sammlungen bewahrt werden. Die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften benötigen empirische Daten über gesellschaftliche
und wirtschaftliche Vorgänge in großer Zahl, die sie in
Umfragen oder Statistiken gewinnen. Es ist deshalb Teil der
Förderung der Wissenschaften, Daten, Objekte und Quellen
bestmöglich als Infrastruktur verfügbar zu machen, bis hin
zu einer virtuellen Forschungsumgebung, in der alle nötigen
Informationen für die Wissenschaftler digitalisiert verfügbar
sind und weitergegeben werden können.

Neue Erkenntnisse ergeben sich oft gerade aus dem
Zusammenspiel der Disziplinen. Dafür müssen Gelegenheiten
geschaffen werden, in denen Wissenschaftler gemeinsam
arbeiten können – Orte, die dafür genug Freiraum lassen,
und Förderangebote zu Forschungsthemen, die Expertinnen
und Experten verschiedener Fächer zusammenführen. Durch
Verbundforschung, in der Praxispartner wie z. B. Museen oder
Kommunen mitarbeiten, kann auch erreicht werden, dass
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser verstanden
werden und die Fragen aus der Praxis, aber auch das Erfahrungswissen aus der Praxis besser aufnehmen können.
Die Geistes- und Sozialwissenschaften haben eine besondere Rolle im europäischen und internationalen Zusammenhang, indem sie Grundlagen für die Übersetzung zwischen
Kulturen und Gesellschaften legen. Sie erarbeiten „Wissen
auf Vorrat“, das zum Verständnis uns ferner Kulturen, zur
Übersetzung in einer von Migration und Mobilität und damit
verbunden hoher kultureller Vielfalt geprägten Gesellschaft
beiträgt – beides Voraussetzungen für Zusammenhalt und
friedliches Zusammenleben.
Das BMBF unterstützt die Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften daher gezielt in diesen Bereichen.

FoRscHunGsscHweRpunkte

190

Bund

17 Geisteswissenschaften, Wirtschafts- 

und Sozialwissenschaften
�

Die Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften befassen
sich mit unserem kulturellen Gedächtnis und Erbe, mit der
Analyse wirtschaftlicher Entwicklungen und gesellschaftlicher Strukturen sowie mit Deutungsmustern der Gegenwart.
Sie leisten damit wichtige Beiträge zur Selbstverständigung
unserer Gesellschaft über ihre Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft. Kriterien und Maßstäbe zur Bewertung von
Modernisierungsprozessen oder zum grenzüberschreitenden
Verflechtungs- und Verständigungspotenzial von Gesellschaften sind für die Gestaltung unserer Zukunft wichtig,
denn gerade Zeiten des Übergangs und des schnellen Wandels produzieren einen erhöhten Bedarf an Reflexions- und
Orientierungswissen.
Die Förderung umfasst die Förderinitiative Freiraum für
die Geisteswissenschaften, die 2007 zum Jahr der Geisteswissenschaften gestartet wurde, laufende Aktivitäten zum Aufbau
von Forschungsinfrastrukturen sowie Projekte in internationaler Kooperation.
thematische schwerpunkte
Geisteswissenschaften
•	� Käte Hamburger Kollegs
•	� geisteswissenschaftliche Zentren
•	� Stärkung und Weiterentwicklung der Regionalstudien
•	� Wechselwirkungen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften
•	� Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften (inkl.
Museumsforschung)
•	� Nachwuchsgruppen „Europa von außen gesehen“
•	� Geisteswissenschaften im gesellschaftlichen Dialog
•	� Zentren für islamische Theologie/islamische Studien
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Aufbau von Forschungsinfrastrukturen in den Sozial- und
Wirtschaftswissenschaften
•	� Vorhaben internationaler Kooperation
•	� Wissenschaftsforschung

•	�

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bmbf.de/de/4630.php
– http://pt-dlr-gsk.de

17.1 	 Geisteswissenschaftliche
Forschung
Förderinitiative Freiraum für die Geisteswissenschaften
Die im Jahr der Geisteswissenschaften (2007) entwickelte
Initiative trägt durch längerfristig angelegte Forschung zur
strukturellen Stärkung der Geisteswissenschaften in Deutschland bei. Zudem wird die Internationalisierung der Forschung
vorangetrieben sowie die Rolle der Geisteswissenschaften als
Vermittler und Übersetzer zwischen Traditionen, Kulturen
oder Religionen gestärkt. Im Ergebnis wird dadurch die Bedeutung geisteswissenschaftlicher Forschung für den gesellschaftlichen Dialog in einer globalisierten Welt hervorgehoben.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunktes
Kernelement sind zehn interdisziplinäre „Käte Hamburger Kollegs“. Hierbei handelt es sich um an Universitäten angegliederte, aber administrativ eigenständige geisteswissenschaftliche
Einrichtungen mit internationalem und interdisziplinärem
Ansatz. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) und die Sitzländer fördern seit 2008 zudem geisteswissenschaftliche Zentren: in Berlin das Zentrum für Literaturund Kulturforschung, das Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft und das Zentrum Moderner Orient sowie in Leipzig
das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur
Ostmitteleuropas.
Zu Wechselwirkung zwischen den Natur- und Geisteswissenschaften werden neue Methoden und Anwendungsfelder für disziplinübergreifende Forschungsergebnisse in der
Archäologie sowie den Sprach- und Literaturwissenschaften
entwickelt. Übergeordnete Themen des Förderschwerpunktes
Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften sind Verständigung, Vergegenwärtigung sowie Übertragung. Hierbei werden innovative Anwendungsfelder für Museen entwickelt.
Strukturbildend wirkt das BMBF darüber hinaus bei der
Stärkung und Weiterentwicklung der Regionalstudien (Area
Studies), der geisteswissenschaftlichen Nachwuchsgruppen mit dem Thema „Europa von außen gesehen“ oder bei
der Förderung von vier Zentren für islamische Theologie in
Tübingen, Münster/Osnabrück, Erlangen-Nürnberg sowie
Frankfurt/Gießen.

FoRscHunGsscHweRpunkte

191

ergebnisse und zusätzliche Informationen

Infobox
In seinen Empfehlungen von 2006 bestätigt der Wissenschaftsrat den Geisteswissenschaften in Deutschland auch im internationalen Maßstab hohe Leistungsfähigkeit, sieht jedoch ebenso in
spezifischen Feldern Entwicklungsbedarf – etwa im Zusammenhang mit der Erneuerung der Hochschulen. Das BMBF hat diese
Empfehlungen bereits 2007 mit der Förderinitiative Freiraum für
die Geisteswissenschaften und dem „Jahr der Geisteswissenschaften“ aufgegriffen und den Humanities in Deutschland einen
größeren Spielraum gegeben, ihre Leistungen zu entfalten und
bei der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken. Seitdem hat sich
der Wissenschaftsrat mehrfach mit wichtigen Gebieten der
Geistes- und Sozialwissenschaften beschäftigt. Auch auf diese
Empfehlungen – zur Entwicklung der Regionalstudien (2006),
zu den Theologien und religionsbezogenen Studien (2010), zu
den Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie den wissenschaftlichen Sammlungen (2011) sowie die Stellungnahme zum Deutschen Literaturarchiv Marbach
und zur Klassik Stiftung Weimar (2011) – hat das BMBF zügig
mit Fördermaßnahmen geantwortet, sei es durch Verstärkung
laufender Aktivitäten oder durch neue Angebote.
Eine weitere Stärkung der europäischen und internationalen Zusammenarbeit speziell in den Geisteswissenschaften
wird über das europäische Netzwerk HERA (Humanities in the
European Research Area) angestrebt, das sich mit Fragestellungen zu Kulturkontakt, Transfer zwischen Kulturen und wechselseitiger Beeinflussung von Kulturen befassen wird.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bmbf.de/de/4630.php

17.2 Sozialwissenschaftliche
Forschung
In den Sozialwissenschaften werden Projekte gefördert, die
darauf abzielen, sozialwissenschaftliche Kompetenz und Forschungskapazitäten zu entwickeln, nicht zuletzt, um Beiträge
für den öffentlichen Diskurs über Zukunftsfragen unserer
Gesellschaft zu liefern.
Forschung zum Verhältnis von wissenschaft, politik
und Gesellschaft (wissenschaftsforschung)
Mit dem aktuellen Schwerpunkt der Wissenschaftsforschung
„Neue Governance der Wissenschaft“ wird im Rahmen von 16
durch das BMBF geförderten Projekten u. a. untersucht, welche
Governance-Strukturen sich im Wissenschaftssystem abzeichnen, welche Akteure in welchen Konstellationen zusammen-

Wie vom Wissenschaftsrat angeregt, flankiert das BMBF
seit 2011 den Aufbau von Zentren für Islamische Theologie
an Universitäten im Rahmen der Projektförderung für
zunächst fünf Jahre. Die Zentren sollen international
anerkannte Orte islamisch-theologischer Forschung
werden, wissenschaftlichen Nachwuchs in der Islamforschung hervorbringen sowie islamische Religionslehrerinnen und -lehrer ausbilden. Zudem ermöglichen die
Zentren ein wissenschaftlich fundiertes Studium von
Religionsgelehrten im staatlichen Hochschulsystem.
Dabei fördert das BMBF Forschungs- und Gastprofessuren
sowie theologische und interdisziplinäre Nachwuchsgruppen. Die Unterstützung ist an hohe Voraussetzungen
geknüpft, um den langfristigen Erfolg zu sichern. Dazu
zählen ein eigenständiges, dauerhaftes finanzielles
Engagement der Länder bzw. der Universitäten und ein
geeignetes Fächerspektrum an den beteiligten Universitäten: etwa mit christlichen Theologien, Islam- oder
Religionswissenschaft. In Tübingen, in Münster/Osnabrück
und in Frankfurt/Main (verbunden mit der Universität
Gießen) sind die ersten drei Zentren entstanden. Die
Universität Erlangen-Nürnberg wird im Herbst 2012 folgen.

wirken, welche Auswirkungen eintretende Veränderungen
auf die Autonomie und Leistungsfähigkeit wissenschaftlicher
Forschung haben – und nicht zuletzt: welche Handlungsbedingungen und -chancen sich für die Wissenschaftspolitik daraus
ergeben.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
nutzt Ressortforschung, um zukünftige politische Entscheidungen frühzeitig vorzubereiten und umzusetzen. Daneben
dient Ressortforschung insbesondere der Evaluierung geltender rechtlicher Regelungen sowie der Erfüllung gesetzlicher
Berichtspflichten. Ressortforschungsaufträge wer den zu allen
zentralen Fragen und Bereichen der Sozialpolitik, insbesondere der sozialen Sicherung, der Arbeitsmarktpolitik und des
Arbeitsschutzes, der Rehabilitation, der Behindertenpolitik
und der Sozialhilfe, vergeben.
In Abstimmung mit dem BMAS leisten darüber hinaus das
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz
und Arbeitsmedizin umfangreiche und vielfältige Spezialforschung zu Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsschutz. Weitere
Forschungsschwerpunkte des BMAS sind:

•	�
•	�
•	�
•	�

Erhebung sozioökonomischer Daten zur Alterssicherung
in Deutschland
Sozialhilfefragen
Armuts- und Reichtumsfragen
Evaluation von ESF-Bundesprogrammen

Bund

Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungsund Entwicklungsaufgaben
Deutsches Archäologisches Institut (DAI)
www.dainst.org

Zentren für Islamische theologie

FoRscHunGsscHweRpunkte

192

Bund

Im Berichtszeitraum wurden u. a. folgende Forschungsvorhaben abgeschlossen bzw. begonnen:
•	� Evaluation der Leistungen zur Beschäftigungsförderung
nach § 16e Abs. 10 SGB II (Jobperspektive) (Bericht an den
Deutschen Bundestag Ende August 2011 übersandt)
•	� Evaluation der Modellprojekte Bürgerarbeit (Beginn im
Januar 2011).
•	� Prozesskettenanalyse Gemeinsame Servicestellen und
Trägerübergreifendes Persönliches Budget (abgeschlossen
Oktober 2011)
•	� Umsetzung und Akzeptanz des Persönlichen Budgets
(Beginn Januar 2011)
•	� Evaluation Komplexleistung Frühförderung (Beginn
August 2011)
•	� Neukonzeption des Behindertenberichts (abgeschlossen
Februar 2011)
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fördert Forschungseinrichtungen institutionell
und vergibt Forschungsaufträge in den Bereichen der Familien-, Senioren-, Gleichstellungs-, Kinder- und Jugendpolitik
sowie zum freiwilligen Engagement. Aktuelle Schwerpunkte
der Forschungsaktivitäten des BMFSFJ sind:

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familienbezogene Maßnahmen und Leistungen
Lebenssituation älter werdender und älterer Menschen
Potenziale und Kompetenzen Älterer
Pflege und Versorgung
Prävention von Kriminalität und Gewalt im Alter
demenzielle Erkrankungen
Zivilgesellschaft und bürgerschaftliches Engagement
faire Chancen für Frauen und Männer im Lebensverlauf
reproduktive Gesundheit und Schwangerschaftskonflikt
neue Perspektiven für Jungen und Männer
Ausbau und Qualität von Betreuungsangeboten für Kinder
Nutzung der (Neuen) Medien durch Kinder und Jugendliche und deren Folgen
Surveyforschung „Aufwachsen in Deutschland“
Prävention von Gewalt in allen Lebensaltern
Zeitbudgeterhebung
Jugendhilfe und sozialer Wandel

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit führt sozialwissenschaftliche Forschung in seinem
Geschäftsbereich in den Themen Entwicklung des Umweltbewusstseins und umweltschonender Verhaltensweisen sowie
zur Bewusstseinsentwicklung im Umwelt- und Naturschutz
und bei der Herausbildung nachhaltiger Lebensstile durch.
Ressortforschung: Kontinuierliche Zusammenarbeit mit
FuE-Einrichtungen
Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA)
(German centre of Gerontology)
www.dza.de

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– Zur Wissenschaftsforschung: www.bmbf.de/de/4633.php
– www.uba.de/umweltbewusstsein

17.3 Infrastrukturen
In den Sozialwissenschaften zielt die Förderung von Infrastrukturen auf die Produktion von Daten durch Erhebungen sowie
die Verbesserung des Zugangs zu existierenden Erhebungsdaten und den Daten der amtlichen Statistik. In den Geisteswissenschaften stehen ein verbesserter Zugriff auf digitalisierte
Forschungsressourcen (z. B. Textkorpora, archäologische
Fundplätze) sowie neue Kooperationsmöglichkeiten der Forscherinnen und Forscher sowie innovative Forschungsansätze
im Mittelpunkt. Zusätzliche Anstrengungen zum Ausbau der
digitalen Infrastruktur durch neue Softwarelösungen (z. B.
Datamining, Textreuse) wurden mit der Fördermaßnahme
„eHumanities“ (enhanced Humanities) seit 2011 unternommen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunktes
Mit dem Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) fördert
das BMBF ein mit Forschenden verschiedener Disziplinen
und Vertreterinnen und Vertretern von Datenproduzenten
besetztes Gremium, das sich für weitere Verbesserungen der
Dateninfrastruktur einsetzt. Wichtige geschaffene Infrastrukturelemente sind die Forschungsdatenzentren (FDZ) der
statistischen Ämter von Bund und Ländern, der Bundesagentur
für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung Bund. Nach
diesem Vorbild wurden FDZ in weiteren Sachgebieten eingerichtet. Durch Methodenprojekte wird zudem die Forschung in
den statistischen Methoden unterstützt. Mit den drei Verbundprojekten

•	�
•	�
•	�

TextGrid: Vernetzte Forschungsumgebung
in den eHumanities,
D-Spin: Schaffung einer Forschungsinfrastruktur für den
integrierten Zugriff auf Sprachressourcen und sprachtechnologische Werkzeuge (bis 03/2011) und
eAqua: Extraktion von strukturiertem Wissen aus antiken
Quellen für die Altertumswissenschaften (bis 04/2011)

fördert das BMBF Forschungsumgebungen und -infrastrukturen für die Geisteswissenschaften allgemein oder für Einzeldisziplinen im Fördergebiet „eHumanities“. Mit jährlichen
Bekanntmachungen in den Jahren 2011 bis 2013 sollen weitere
Förderprojekte gewonnen werden, mit denen sowohl Infrastrukturverbesserungen als auch innovative Forschungsziele
angesteuert werden. Aktuell werden 40 Projekte im Bereich
der geisteswissenschaftlichen Infrastrukturen unterstützt.
Das BMBF beteiligt sich am European Strategy Forum on
Research Infrastructures (ESFRI) und unterstützt die deutschen
Partner in fünf geistes- und sozialwissenschaftlichen Projek-

FoRscHunGsscHweRpunkte

ten zur Schaffung einer europäischen Forschungsinfrastruktur. Dazu zählen u. a. die Projekte DARIAH (Digital Research
Infrastructure for the Arts and Humanities), CLARIN (Common
Language Resources and Technology) und SHARE (Survey of
Health, Aging and Retirement in Europe), die durch die nationale Förderung des BMBF wichtige Säulen der europäischen
Infrastrukturprojekte bilden.
Die Bedeutung der Anschlussfähigkeit dieser Aktivitäten in
Deutschland und Europa hat die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen bezeugt.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.RatSWD.de
– www.textgrid.de
– www.eaqua.net
– www.dariah.eu
– www.clarin.eu
– www.share-project.org
–	�http://ec.europa.eu/research/infrastructures/index_en.
cfm?pg=esfri

Grundlagen der Förderung
Verschiedene Bundesressorts (insbesondere das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und das Bundesministerium
für Arbeit und Soziales (BMAS) vergeben zur Vorbereitung
wirtschafts-, technologie-, finanz- und sozialpolitischer
Entscheidungen im Rahmen wettbewerblicher Verfahren
entsprechende Forschungsaufträge an wirtschaftswissenschaftliche Forschungsinstitute (Ressortforschung). Darüber
hinaus fördern Bund (BMWi) und Länder gemeinsam folgende
sieben Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft (WGL), die
wirtschafts- und finanzwissenschaftliche Forschung oder wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen:

•	�
•	�
•	�
•	�
•	�
•	�
•	�

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin (DIW)
Institut für Weltwirtschaft, Kiel (IfW)
Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
Institut für Wirtschaftsforschung, München (Ifo)
Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung,
Essen (RWI)
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim (ZEW)
Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften
– Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Kiel (ZBW).

Gefördert werden auf Grundlage von Art. 91 b GG Institute von
überregionaler Bedeutung und gesamtstaatlichem wissenschaftspolitischem Interesse.

Förderschwerpunkte
Wirtschaftswissenschaftliche Institute betreiben überwiegend anwendungsorientierte, theoretisch basierte empirische
Wirtschaftsforschung. Im Interesse der Exzellenz, der Unabhängigkeit und der Wertfreiheit der Forschung bedarf es eines
intensiven Wettbewerbs zwischen mehreren unabhängigen
Instituten. Für bestimmte Bereiche hat sich eine Arbeitsteilung
der Institute herausgebildet, d. h., die einzelnen Einrichtungen
sind auf unterschiedliche Schwerpunkte bzw. Alleinstellungsmerkmale ausgerichtet. Beispielsweise bilden im ifo-Institut
Konjunkturumfragen und -analysen einen Schwerpunkt. Das
ZEW verfügt über exzellente Kompetenz in der Finanzmarktund Arbeitsmarktforschung. Markenzeichen des IfW ist die
globale Ausrichtung des Instituts, d. h. die Analyse wirtschaftstheoretischer und -politischer Fragen aus globaler Perspektive.
Das DIW verfügt über besondere Stärken in der finanzwissenschaftlichen Forschung sowie der Analyse von Verteilungsfragen auf der Grundlage von Paneldaten (Sozioökonomisches
Panel, SOEP). Schwerpunkte der Forschung des RWI liegen in
der Bildung, Migration sowie der Energie- und Umweltökonomie. Das IWH widmet sich schwerpunktmäßig Fragen der
Transformation und der europäischen Integration.
Förderergebnisse
Die Wirtschaftsforschungsinstitute erbringen Informations-,
Beratungs- und Serviceleistungen für die Wissenschaft, die
Wirtschaftspolitik und die Öffentlichkeit. Die Förderung der
Wirtschaftsforschungsinstitute trägt dazu bei, dem wirtschaftspolitischen Diskurs eine sachliche und fundierte Grundlage
zu geben. Gute Wirtschaftspolitik basiert auf guter und am
aktuellen Bedarf orientierter wirtschaftswissenschaftlicher
Forschung. Flexibilität in Reaktion auf neue Problemstellungen
sind Bestandteil der Qualitätsanforderungen an die Einrichtungen. Moderne und praxisorientierte empirische Wirtschaftsforschung trägt dazu bei, frühzeitig drohende Fehlentwicklungen
aufzuzeigen und die Wirkungen wirtschaftspolitischer Entscheidungen quantitativ abzuschätzen. WGL-Institute werden
regelmäßig evaluiert. Die Verantwortung dafür liegt bei der
Leibniz-Gemeinschaft. Gemäß einem Beschluss des GWK-Ausschusses sind die Ergebnisse dieser Evaluierungen Grundlage
der regelmäßigen Überprüfung der Fördervoraussetzungen der
WGL-Institute durch Bund und Länder.
Ressortforschung: Kontinuierliche Zusammenarbeit mit
FuE-Einrichtungen
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
der Bundesagentur für Arbeit (IAB)
www.iab.de

Bund

17.4 Wirtschafts- und finanzwissenschaftliche Forschung

193

InstItutIonelle InFRastRuktuRen

194

Bund

B2 Institutionelle Infrastrukturen
1 Grundfinanzierung der Forschungseinrichtungen

Die Grundfinanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft e. V. (DFG), der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung
der Wissenschaften e. V. (MPG), der Fraunhofer-Gesellschaft zur
Förderung der angewandten Forschung e. V. (FhG), der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. (WGL) und
der Helmholtz- Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
e. V. (HGF) erfolgt auf der Grundlage des Abkommens zwischen
Bund und Ländern über die Einrichtung einer Gemeinsamen
Wissenschaftskonferenz von 2007 und Ausführungsvereinbarungen. Die gemeinsame Förderung erstreckt sich auf Einrichtungen von überregionaler Bedeutung und gesamtstaatlichem
wissenschaftspolitischen Interesse. Die finanzielle Förderung
umfasst Betriebs- und Investitionskosten. Die folgende Aufteilung der Finanzierung auf Bund und Länder wurde vereinbart:
Bundesanteil : Länderanteil
DFG: 58 : 42
MPG: 50 : 50
FhG: 90 : 10
WGL: 50 : 50
HGF: 90 : 10

an Hochschulen, insbesondere der Grundlagenforschung.
Durch den Hochschulpakt 2020 wurde für die meisten Programme neben der Förderung der direkten Projektkosten
die Finanzierung einer Pauschale von 20 % für die indirekten
Projektkosten eingeführt.
leibniz-Gemeinschaft
Die Grundfinanzierung der Wissenschaftsgemeinschaft
Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. betrug 2010 924 Mio. Euro. Die
Einrichtungen der WGL werden von Bund und Ländern in
der Regel zu jeweils 50 % finanziert. Für einzelne Institute der
WGL wurde von Bund und Ländern ein davon abweichender
Schlüssel vereinbart. Die WGL vereint 87 Einrichtungen, die
Forschung betreiben oder wissenschaftliche Infrastruktur
bereitstellen, hinzu kommen zwei assoziierte Mitglieder. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Institute ca. 16.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Leibniz-Gemeinschaft zeichnet
sich durch die große Vielfalt der bearbeiteten Themen und
durch ihre dezentrale Organisationsform aus.
Fraunhofer-Gesellschaft

2010 betrug die institutionelle Zuwendung des Bundes und
der Länder an die DFG, FhG, HGF, MPG und WGL insgesamt
6,34 Mrd. Euro. Details sind dem „Pakt für Forschung und Innovation Monitoring-Bericht 2011“ zu entnehmen. Entsprechend
den Zusagen im „Pakt für Forschung und Innovation“ soll die
Grundfinanzierung ab 2011 bis 2015 jährlich um 5 % gesteigert
werden.
Max-planck-Gesellschaft
Die Grundfinanzierung der Max-Planck-Gesellschaft durch Bund
und Länder lag im Jahr 2010 bei rund 1,26 Mrd. Euro. Die MaxPlanck-Gesellschaft unterhält 80 Institute, Forschungsstellen
und Arbeitsgruppen mit ca. 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in einem breiten Spektrum von Forschungsgebieten
mit besonders vielversprechenden Perspektiven tätig sind.

Die Grundfinanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft betrug im
Jahr 2010 526 Mio. Euro. Die FhG ist Träger von 60 Instituten in
sieben Institutsverbünden mit rund 18.000 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern. Die FhG vernetzt Grundlagenforschung
und deren Anwendungen über die eigenen Institutsgrenzen
hinaus. Die Projekte zielen dabei auf wirtschaftliche Verwertung. Etwa 90 % des Forschungsvolumens entfallen auf den
Leistungsbereich Vertragsforschung, ca. ein Drittel hiervon
wird aus Einnahmen im Rahmen der Grundfinanzierung von
Bund und Ländern (im Verhältnis 90 : 10 beim Betrieb bzw.
50 : 50 bei Ausbauinvestitionen) finanziert, zwei Drittel werden
aus Aufträgen der Industrie und aus öffentlich finanzierten
Forschungsprojekten erwirtschaftet. Das Gesamtbudget der
FhG im Jahr 2010 belief sich auf ca. 1,7 Mrd. Euro.
Helmholtz-Gemeinschaft

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Die Grundfinanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft betrug 2010 1,537 Mrd. Euro. Die DFG beschäftigt
756 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Hauptaufgabe der
DFG besteht in der finanziellen Unterstützung von Forschung

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist der Zusammenschluss von
aktuell 18 deutschen Forschungszentren mit über 31.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ihre Grundfinanzierung betrug
im Jahr 2011 2,097 Mrd. Euro bei einem Gesamtbudget von weit
über 3 Mrd. Euro. Der forschungspolitische Auftrag der HGF ist

InstItutIonelle InFRastRuktuRen

195

es, zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft,
Wissenschaft und Wirtschaft durch strategisch-programmatisch ausgerichtete Spitzenforschung beizutragen. Folgende
Einrichtungen wurden neu in die HGF aufgenommen: das
Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen
(Neugründung 2009), das „Forschungszentrum DresdenRossendorf“ (1. Januar 2011) und das „Helmholtz-Zentrum für
Ozeanforschung Kiel GEOMAR“ (1. Januar 2012).

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.gwk-bonn.de
–	�www.gwk-bonn.de/fileadmin/Papers/GWK-Heft-23-PFIMonitoring-Bericht-2011.pdf
– DFG-Forschungsförderung:
www.dfg.de/forschungsfoerderung
– DFG-Jahresbericht: www.dfg.de/jahresbericht
– www.fraunhofer.de
– www.helmholtz.de
– www.mpg.de
– www.wgl.de

Bund

insgesamt
dar. Fue

2008 Ist

44,5

27,9

22,3

11,1

24,5

0,4

28,5

48,7

26,9

1,0

insgesamt

62,9

80,8

35,8

51,5

Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsanstalt für Kulturpflanzen (JKI)

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesinstitut
für Tiergesundheit (FLI)

Max Rubner-Institut, Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (MRI)

Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume,
Wald und Fischerei (vTI)

12,7

10,6

50,8

Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung

Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information, Köln

Paul-Ehrlich-Institut, Langen

Bundesministerium für Gesundheit

52,2

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

7,1

0,6

1,3

51,5

35,8

80,8

62,9

10,4

54,6

10,9

15,0

67,0

39,2

137,8

66,1

53,1

10,9

0,6

1,5

67,0

39,2

137,8

66,1

10,6

22,8

12,2

26,9

0,5

0,0

0,6

1,3

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

1,1

k.A.

6,1

0,3

0,0

dar. exdar. Fue tramurale
Fue

2009 Ist

Bundesministerium für ernährung, landwirtschaft und Verbraucherschutz

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)*

0,8

24,5

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin, Dortmund

Bundesministerium für arbeit und soziales

Deutsches Archäologisches Institut, Berlin

auswärtiges amt

Bundesinstitut für Kultur und Geschichte
der Deutschen im östlichen Europa (BKE)

Beauftragter der Bundesregierung für kultur und Medien

Bundeseinrichtung mit Forschungs- und
entwicklungsaufgaben

1/3	

56,0

11,3

17,6

62,8

41,5

167,2

65,5

56,0

29,6

50,7

26,6

1,0

insgesamt

11,2

0,4

1,2

62,8

41,5

167,2

65,5

11,2

23,7

12,7

26,6

0,5

0,0

0,4

1,0

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

1,1

k.A.

6,4

0,2

0,0

dar. exdar. Fue tramurale
Fue

2010 Ist

in Mio. €

52,9

11,0

17,9

83,0

47,2

102,3

76,6

68,9

29,4

50,4

30,4

1,0

insgesamt

2 	 Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
an Bundeseinrichtungen mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben

Bund

10,6

0,4

1,2

83,0

47,2

102,3

76,6

13,8

23,5

12,6

30,4

0,5

dar. Fue

2011 soll

0,0

0,4

1,0

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

1,4

k.A.

6,3

0,2

0,0

dar. extramurale
Fue

62,8

12,0

18,0

79,1

46,9

105,6

75,7

68,6

35,2

51,7

32,7

1,0

insgesamt

12,6

0,4

1,2

79,1

46,9

105,6

75,7

13,7

28,2

12,9

32,7

0,5

dar.
Fue

2012 Reg.-entw.

196
InstItutIonelle InFRastRuktuRen

49,7

Robert Koch-Institut (RKI), Berlin

4,5

Bundesinstitut für Sportwissenschaft, Bonn
4,5

0,9

39,8

2,7

dar. Fue

5,2

2,0

64,4

60,8

insgesamt

19,3

67,5

Bundesamt für Naturschutz (BfN), Bonn**

Bundesamt für Strahlenschutz, Salzgitter**
93,0

3,1

24,9

62,6

32,5

17,7
9,6

Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz

Bundesamt für Seeschifffahrt und
Hydrographie, Hamburg

Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch
Gladbach

Deutscher Wetterdienst, Offenbach (Main)

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)***

18,3
2,4
5,2

Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe

Institut für medizinischen Arbeits- und
Umweltschutz der Bundeswehr

Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr

Bundesministerium der Verteidigung

45,9

Bundesanstalt für Wasserbau, Karlsruhe

2,6

1,2

1,2

9,6

17,7

32,5

1,3

4,7

2,4

5,0

2,4

16,7

11,0

18,9

35,4

67,1

27,5

51,1

20,0

98,5

4,8

22,6

Bundesministerium für Verkehr, Bau und stadtentwicklung

90,3

Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau **

Bundesministerium für umwelt, naturschutz und Reaktorsicherheit

1,8

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung,
Wiesbaden

Bundesministerium des Innern

57,6

insgesamt

2008 Ist

Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte

Bundesministerium für Gesundheit

Bundeseinrichtung mit Forschungs- und
entwicklungsaufgaben

2,5

1,2

1,1

11,0

18,9

35,4

6,6

5,8

2,0

4,3

5,0

33,5

5,2

1,0

51,5

2,7

0,0

0,0

0,0

–

0,4

3,9

0,0

k.A.

0,7

27,0

7,1

16,5

k.A.

k.A.

0,0

0,9

dar. exdar. Fue tramurale
Fue

2009 Ist

3,2
51,4

1,0
5,8

28,2
5,2
3,9

1,8
7,8
8,4
34,2
17,9
11,8

1,2
1,0
2,2

64,3

2,0
5,8

100,3
20,7
84,0

44,2
31,1
73,3
34,2
17,9
11,8

18,6
2,5
4,4

6,7

k.A.

0,0

0,0

0,0

–

0,37

4,3

5,6

2,3

19,6

12,7

26,4

32,7

67,5

25,4

k.A.
0,1

46,0

95,7

24,4

2,1

25,4

6,0

103,0

2,6

k.A.

14,9

103,4

65,8

0,5

1,1

2,8

0,9

1,3

12,7

26,4

32,7

7,8

6,4

1,8

4,4

6,1

29,0

6,7

1,3

82,7

3,3

0,0

0,0

0,0

27,2

0,58

4,5

1,1

k.A.

0,7

27,9

7,9

18,8

k.A.

k.A.

0,5

1,1

dar. exdar. Fue tramurale
Fue

dar. exdar. Fue tramurale
Fue
insgesamt

2011 soll

2010 Ist

in Mio. €

64,3

insgesamt

Bund

2/3

5,6

2,3

19,6

18,4

19,8

33,0

67,5

25,4

46,0

109,1

26,7

106,0

7,2

2,6

111,3

73,0

insgesamt

2,8

0,9

1,3

18,4

19,8

33,0

7,8

6,4

1,8

5,0

6,7

29,8

7,2

1,3

89,0

3,7

dar. Fue

2012 Reg.-entw.

InstItutIonelle InFRastRuktuRen
197

6,0

48,5

Bundesanstalt für Geowissenschaften und
Rohstoffe, Hannover
19,4

70,4

84,7

6,0

7,0

2,6

1,2

1,1

0,4

2,7

1,3

2,0

dar. Fue

61,4

123,9

165,7

6,0

17,1

8,4

1,8

14,0

3,8

7,1

2,4

3,6

insgesamt

24,6

69,5

98,6

6,0

4,1

2,7

1,2

1,3

0,3

2,8

2,4

1,8

2,5

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,4

0,1

0,0

0,0

0,0

dar. exdar. Fue tramurale
Fue

2009 Ist

59,6

138,4

164,4

6,9

17,4

4,9

1,6

13,4

4,9

7,5

2,4

3,6

insgesamt

23,9

78,3

98,7

4,8

4,2

1,6

1,0

1,2

0,4

3,0

1,2

1,8

2,5

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,3

0,0

0,0

0,0

0,0

dar. exdar. Fue tramurale
Fue

2010 Ist

in Mio. €

69,3

132,5

148,3

10,0

16,5

5,0

1,8

14,4

3,4

7,5

2,4

3,2

insgesamt

27,7

75,0

88,9

7,0

4,0

1,6

1,2

1,3

0,3

3,0

1,2

1,6

2,4

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,5

0,0

0,0

0,0

0,0

dar. exdar. Fue tramurale
Fue

2011 soll

73,8

138,5

166,7

10,0

16,5

6,9

1,6

14,4

3,4

7,7

2,4

3,2

insgesamt

29,5

78,4

100,0

7,0

4,0

2,2

1,0

1,3

0,3

3,1

1,2

1,6

dar. Fue

2012 Reg.-entw.

***	� Extramurale Forschungsausgaben = Mittel des BMVBS, die der Bundeseinrichtung zusätzlich zur Bewirtschaftung/Vergabe von Vorhaben bzw. für extramurale FuE übertragen wurden; die Datenmeldung erfolgt
wegen der Neugründung des BBSR nur für 2011
Quellen: Zahlen des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung aus der Datenbank DASTAT; Angaben zu extramuralen FuE-Ausgaben von den jeweiligen Ressorts

**	� Extramurale Forschungsausgaben = Mittel des BMU, die den Bundeseinrichtungen zusätzlich zur Bewirtschaftung/Vergabe von Vorhaben bzw. für extramurale FuE übertragen wurden

Institutionelle Förderung

115,0

Bundesanstalt für Materialforschung und
-prüfung, Berlin

*	�

141,2

Physikalisch-Technische Bundesanstalt,
Braunschweig

Bundesministerium für wirtschaft und technologie

Forschungsbereich für Wasserschall- und
Geophysik (FGW) der Wehrtechnischen
Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen,
Maritime Technologie und Forschung

22,6

8,2

Wehrwissenschaftliches Institut für
Schutztechnologien – ABC-Schutz (WIS)

Wehrwissenschaftliches Institut für
Werk- und Betriebsstoffe (WIWeB)

1,8

4,2

Schifffahrtmedizinisches Institut der Marine

Sozialwissenschaftliches Institut der
Bundeswehr (SWInstBw)

6,7

Militärgeschichtliches Forschungsamt
(MGFA)

12,7

2,6

Institut für Radiobiologie der Bundeswehr

Amt für Geoinformationswesen der
Bundeswehr (AGeoBw)

4,0

insgesamt

2008 Ist

Institut für Pharmakologie und Toxikologie
der Bundeswehr

Bundesministerium der Verteidigung

Bundeseinrichtung mit Forschungs- und
entwicklungsaufgaben

3/3

Bund

198
InstItutIonelle InFRastRuktuRen

InstItutIonelle InFRastRuktuRen

3

199

Forschungsbauten an Hochschulen
einschließlich Großgeräten

Bund

Ziel ist die Schaffung von Infrastrukturen für überregional bedeutsame und exzellente Forschung an deutschen Hochschulen. Dieses soll durch die Förderung von Forschungsbauten
an Hochschulen einschließlich Großgeräten erreicht werden.
Dafür stehen 2007 bis 2013 jährlich 298 Mio. Euro bereit, aufgeteilt in zurzeit 213 Mio. Euro für Forschungsbauten und 85 Mio.
Euro für Großgeräte.
Ein Großgerät kann gefördert werden, wenn es überwiegend der Forschung dient und die Beschaffungskosten (inklusive Zubehör) 200.000 Euro übersteigen (an Fachhochschulen
100.000 Euro). Großgeräteanträge werden der DFG vorgelegt.
Gefördert werden kann ein Forschungsbau, wenn er weit
überwiegend der Forschung dient, die Forschung von überregionaler Bedeutung ist und die Investitionskosten 5 Mio. Euro
übersteigen. Anträge der Länder werden dem Bund und dem
Wissenschaftsrat vorgelegt. Der Wissenschaftsrat empfiehlt
der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), welche der
von den Ländern angemeldeten Maßnahmen realisiert werden
sollen. Der Bund wirkt an der Förderentscheidung durch die
GWK mit. Fördermaßnahmen des Bundes werden von den entsprechenden Ländern in gleicher Höhe gegenfinanziert.
Die gesamte Fördermaßnahme ist zum 1. Januar 2007 an
die Stelle der Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau getreten,
die im Zuge der Föderalismusreform beendet wurde. Zusätzlich erhalten die Länder noch bis zum 31. Dezember 2013 jährlich 695,3 Mio. Euro Kompensationsleistungen des Bundes, die
durch die Länder in eigener Verantwortung für den Hochschulbau vorzusehen sind.

InstItutIonelle InFRastRuktuRen

200

4

Überwiegend hochschulbezogene Sonderprogramme
�

Bund

4.1 	 Hochschulpakt 2020 , 2. Säule
(DFG-Programmpauschalen)
Bund und Länder haben im Sommer 2007 den Hochschulpakt
2020 beschlossen und diesen im Juni 2009 bis zum Jahr 2015
verlängert. Mit einer ersten Programmlinie soll ein bedarfsgerechtes Studienangebot geschaffen und damit die Chancen
der jungen Generation zur Aufnahme eines Studiums gewahrt
werden. Ein zweites Ziel des Pakts ist es, die internationale
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forschung an Hochschulen zu stärken. Hierzu finanziert der Bund Programmpauschalen für DFG-geförderte Forschungsprojekte in Höhe von
20 % der Fördersumme. Damit können auch indirekte Projektausgaben, z. B. für die allgemeine Verwaltung des Projekts
oder für anteilige Ausgaben für im Projekt mitgenutzte Geräte
oder zentrale Einrichtungen, erstattet werden. Allein für die
DFG-Programmpauschalen stellte der Bund in der ersten Phase
rund 700 Mio. Euro zur Verfügung, für die zweite Phase stellt
er rund 1,7 Mrd. Euro bereit.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bmbf.de/de/6142.php

4.2 	 Exzellenzinitiative
Ziel der Exzellenzinitiative ist es, innovative Spitzenforschung
an den Hochschulen zu fördern, um die Universitäten als
Forschungsstätten international sichtbar und wettbewerbsfähig zu machen. Die erste Bund-Länder-Vereinbarung zur
Exzellenzinitiative vom Sommer 2005 umfasste zwei Auswahlrunden mit insgesamt 1,9 Mrd. Euro (75 % Bund, 25 % Sitzland).
Die Regierungschefs der Länder und die Bundeskanzlerin
haben am 4. Juni 2009 die Fortsetzung der Exzellenzinitiative
bis 2017 mit insgesamt 2,7 Mrd. Euro unterzeichnet. Das bisherige Auswahlverfahren als wettbewerblicher und wissenschaftsgeleiteter Prozess mit den bereits bestehenden Förderkriterien
sowie die Struktur mit den drei Förderlinien wird beibehalten.
Um auch kleineren Hochschulen bzw. Fachbereichen eine
Chance zu geben, wurden Finanzierungsbandbreiten definiert: für eine Graduiertenschule jährlich 1 bis 2,5 Mio. Euro
und für einen Exzellenzcluster 3 bis 8 Mio. Euro pro Jahr. Für
die Zukunftskonzepte stehen insgesamt rund 142 Mio. Euro pro
Jahr zur Verfügung. Die Ausschreibung wurde am 12. März 2010
veröffentlicht. Im März 2011 sind 59 Skizzen für neue Projekte
von der wissenschaftlichen Jury zur Antragstellung aufgefordert worden. Zum 1. September 2011 wurden insgesamt 143
Anträge eingereicht, davon 84 Fortsetzungsprojekte aus den
ersten beiden Runden. Diese Projekte verteilen sich auf die drei
Förderlinien mit 63 Anträgen für Graduiertenschulen (davon 25
neue Projekte), 64 für Exzellenzcluster (davon 27 neu) und 16 für
Zukunftskonzepte (davon 7 neu). Für Neu- und Fortsetzungsanträge der Hochschulen ist ein gemeinsamer Entscheidungstermin am 15. Juni 2012 mit Bewilligung zum November 2012
vorgesehen.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bmbf.de/de/1321.php

InstItutIonelle InFRastRuktuRen

5

201

Pakt für Forschung und Innovation 


Mit dem Pakt für Forschung und Innovation erhalten die Organisationen der gemeinsam geförderten Forschungseinrichtungen (Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft,
Max-Planck-Gesellschaft und Leibniz-Gemeinschaft) sowie die
Deutsche Forschungsgemeinschaft als Förderorganisation
finanzielle Planungssicherheit. Ihre Zuschüsse sollen in den
Jahren 2011 bis 2015 jährlich um 5 % steigen; Sondertatbestände wie Neugründungen oder Wechsel von Einrichtungen in
eine andere Förderform sollen dabei gesondert berücksichtigt
werden können.
schwerpunkte

1. 	 Das Wissenschaftssystem dynamisch entwickeln
2. 	 Die Vernetzung im Wissenschaftssystem leistungssteigernd und dynamisch gestalten
3. 	 Neue Strategien der internationalen Zusammenarbeit
entwickeln und umsetzen
4. 	 Nachhaltige Partnerschaften zwischen Wissenschaft
und Wirtschaft etablieren
5. 	 Die Besten dauerhaft für die deutsche Wissenschaft
gewinnen
Auf der Grundlage dieser forschungspolitischen Zielsetzung
haben die Wissenschafts- und Forschungsorganisationen
als Partner des Paktes in eigenen Erklärungen dargestellt,
welche Maßnahmen sie ergreifen wollen, um die genannten
forschungspolitischen Ziele zu erreichen und dazu beizutragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen
Wissenschaftssystems weiter auszubauen.
Im Pakt für Forschung und Innovation ist ein jährliches Monitoring vereinbart; die jährliche Berichterstattung dient dazu,
die durch den Pakt für Forschung und Innovation erzielten
Ergebnisse zu bewerten und gegebenenfalls weiterhin vorhandenen Handlungsbedarf festzustellen.

– Allgemeine Informationen: www.pakt-fuer-forschung.de
–	�Pakt für Forschung und Innovation – Monitoring – Bericht
2011 :
www.gwk-bonn.de/fileadmin/Papers/GWK-Heft-23-PFIMonitoring-Bericht-2011.pdf

Infobox
normung und standardisierung als
wegbereiter für Innovationen
Die Bundesregierung versteht Normung und Standardisierung als Querschnittsthema und unterstützt eine
koordinierte und pro-aktive Normungspolitik zur Stärkung
von Wettbewerb und Innovationen. Ziel ist es, durch eine
schnellere Durchsetzung von Innovationen am Markt als
Ergebnis einer effizienten und sinnvoll eingesetzten
Normung und Standardisierung den Innovationsstandort
Deutschland zu stärken. So bildet die Innovationsförderung mittels Normung einen Schwerpunkt des Normungspolitischen Konzepts der Bundesregierung.
Hierzu hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Projekte „Innovation mit Normen und
Standards“ (INS) und „Transfer von Forschungs- und
Entwicklungsergebnissen durch Normung und Standardisierung“ (TNS) initiiert. Die beiden Programme wirken in
unterschiedlichen Phasen des Innovationsprozesses.
Während sich das Projekt TNS an forschende Institutionen
und Unternehmen richtet, um z. B. Normung und
Standardisierung in den Entwicklungsprozess einzubeziehen, unterstützt das Projekt INS die Markteinführung
innovativer Produkte und sichert damit die Vorreiterrolle
der deutschen Wirtschaft bei Zukunftstechnologien.

Bund

Bund und Länder wollen im Einvernehmen mit den Wissenschaftsorganisationen mit der Fortsetzung des Pakts für
Forschung und Innovation folgende forschungspolitischen
Ziele erreichen:

0	"	 weiterführende Informationen im Internet

202

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

Bund

B3 Forschungsinfrastrukturen und Querschnittsmaßnahmen
1 Forschungsinfrastrukturen, Großgeräte
der Grundlagenforschung
�

Der Begriff Forschungsinfrastrukturen (FIS) umfasst alle umfangreichen Instrumente, Ressourcen oder Serviceeinrichtungen für die Forschung in allen Wissenschaftsgebieten, die sich
durch eine mindestens nationale Bedeutung für das jeweilige
Wissenschaftsgebiet auszeichnen. Forschungsinfrastrukturen können sowohl ortsgebunden, verteilt oder virtuell sein.
Sie zeichnen sich in der Regel durch eine lange Lebensdauer
(mindestens zehn Jahre) aus. Diese Definition schließt neben
den Großgeräten wie beispielsweise Teilchenbeschleunigern,
Teleskopen und Forschungsschiffen auch Rechner- und Dateninfrastrukturen ebenso ein wie Sammlungen, Archive und
andere Wissensressourcen.
Forschungsinfrastrukturen sind nicht nur eine wichtige,
sondern zugleich auch kostenintensive Ressource für den Forschungsstandort Deutschland. Für ihren effizienten Einsatz ist
daher eine frühzeitige Planung notwendig. Diese soll künftig
durch die Entwicklung einer deutschen Roadmap für Forschungsinfrastrukturen unterstützt werden. Das BMBF hat eine
Pilotphase zur Entwicklung einer solchen Roadmap gestartet,
um eine verlässliche Grundlage für die Entscheidung zur
Unterstützung herausragender FIS-Vorhaben, die aus wissenschaftlicher Sicht wünschenswert sowie aus wissenschaftspolitischer Sicht notwendig sind, zu schaffen und auf diese Weise
den hohen Leistungsstandard und die exzellente Qualität
der deutschen Forschung langfristig zu sichern. Dies ist nicht
zuletzt für die internationale Handlungs- und Verhandlungsfähigkeit der Bundesregierung auf dem Gebiet der Forschungsinfrastrukturen unabdingbar.
Die Großgeräte der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung sind für Forschung und Ausbildung in zahlreichen
Disziplinen von großer Bedeutung. Die Antwort auf neue wissenschaftliche Fragestellungen ist meist mit dem Einsatz neuartiger Großgeräte verbunden, die das technologisch Machbare ausreizen und weiter vorantreiben. Traditionell nimmt die
Großgeräteforschung in Deutschland auf vielen Gebieten eine
internationale Spitzenposition ein. Sie ist Ausgangspunkt und
Triebkraft für technische Innovation und eine auf Nachhaltigkeit orientierte Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft.
Großgeräte der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung sind kostenintensiv, von überregionaler, meist internationaler Bedeutung und häufig weltweit einzigartig. Das
BMBF unterstützt deren Bau und Betrieb durch institutionelle
Förderung der Helmholtz-Zentren DESY, GSI, KIT, FZJ, HZG
(ehemals GKSS) und HZB und der gemeinsamen europäischen
Forschungseinrichtungen CERN bei Genf, ESO in Garching sowie ESRF und ILL in Grenoble.

Im Rahmen der Projektförderung unterstützt das BMBF
die Nutzung der Großgeräte durch deutsche Hochschulen für
anspruchsvolle Grundlagenforschung. Dazu gehört zum einen
die Nutzung vorhandener Großgeräte, speziell des weltweit
ersten Freie-Elektronen-Lasers für weiche Röntgenstrahlung
FLASH, der Hochleistungsquelle für Synchrotronstrahlung
PETRA III bei DESY und des FRM II in Garching, des weltweit
größten und leistungsfähigsten Teilchenbeschleunigers LHC
am CERN bei Genf, sowie die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Radioteleskops ALMA in Chile. Zum anderen werden in
Deutschland die internationalen Großprojekte FAIR (Darmstadt) und European XFEL (Hamburg/Schleswig-Holstein) realisiert. In internationaler Zusammenarbeit wird im südschwedischen Lund die europäische Spallationsquelle ESS entstehen.
thematische schwerpunkte (Großgeräte)

•	�

Aufklärung der Struktur und Dynamik von Materie, von
den Grundbausteinen der Materie und den fundamentalen
Kräften bis hin zur Entwicklung der kosmischen Strukturen

•	�

Erforschung der Phänomene in kondensierter Materie,
Molekülen, Plasmen und Nanosystemen sowie der StrukturFunktionsbeziehungen von komplexen Materialien bis hin
zu Biomolekülen

•	�

Projektförderung zu:
•	� Struktur und Wechselwirkung fundamentaler Teilchen
•	� Hadronen- und Kernphysik
•	� Erforschung kondensierter Materie mit Photonen,
Neutronen und Ionen
•	� Astrophysik und Astroteilchenphysik
•	� Bereitstellung von Mitteln für die Realisierung der
oben genannten Großgeräteprojekte

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bmbf.de/de/98.php
– www.weltderphysik.de/thema/grossgeraete

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

2

Querschnittsmaßnahmen
�

2.1 Innovations- und Technikanalyse
Die Innovations- und Technikanalyse (ITA) des BMBF soll Gestaltungspotenziale in einer komplexen Gesellschaft beschreiben
und der Politik Handlungsspielräume aufzeigen. Ihr Anspruch
ist, den optimalen Weg zwischen Chance und Risiko jeder
neuen technologischen Entwicklung in Abhängigkeit von der
jeweiligen Akteurskonstellation zu finden. Technologische
Innovationspotenziale und gesellschaftlicher Innovationsbedarf sollen identifiziert und analysiert und in ihrer Wechselwirkung untersucht werden.
konstituierende Merkmale der Ita

•	�
•	�
•	�

die Neutralität gegenüber Chancen und Risiken von
Technologien
der weite Themen- und Technologieblick
die Interdisziplinarität und Zukunftsorientierung
das Wechselspiel zwischen Innovation, Technik und
Gesellschaft

Viele ITA-Projekte haben sich in ihrem jeweiligen Gebiet zu
einer wichtigen Referenz entwickelt, wie z. B. die Ergebnisse
zur Themenfeldausschreibung Nanotechnologie, die Potenzialanalyse der Bionik, die Regulierungsmöglichkeiten von
Hochtechnologie oder die Betrachtung von neuen Entwicklungen in den Informations- und Kommunikationstechnologien
sowie Perspektiven auf den demografischen Wandel.
Schwerpunkte der ITA sind technologische Innovationsfelder, insbesondere für die Untersuchung der Rahmenbedingungen und Folgen der Basistechnologien im Umfeld von Information/Kommunikation sowie Bio-/Gentechnik. Hier erarbeitet
ITA Empfehlungen zur Gestaltung der Innovationssysteme.
Beim Thema Gesellschaft und Partizipation wird nach Hintergrundinformationen über die Determinanten der Technikakzeptanz und nach aktuellen empirischen Erkenntnissen sowie
nach Informations-, Kommunikations- und Partizipationsmöglichkeiten von Bürgerinnen und Bürgern gefragt. Die Vorausschau wissenschaftlich-technischer Entwicklungen nimmt
bereits im Stadium der Entstehung neuer Technologien eine

innovationsorientierte Bewertung der Voraussetzungen und
Folgen der Technikentwicklung und -anwendung vor.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– ITA: www.innovationsundtechnikanalysen.de

2.2 Foresight
Aufgabe des BMBF-Foresight-Prozesses ist es, einen Blick in die
Zukunft von Forschung und Technologie mit einer Perspektive
von 10 bis 15 Jahren zu werfen und identifizierte Themen in
Umsetzungs- und Transferprozesse zu überführen. Denn schon
heute müssen Hintergrundinformationen und gesellschaftlich
wichtige Handlungsfelder der Zukunft identifiziert werden,
um für die rechtzeitige Weichenstellung und Priorisierung
der deutschen Forschungs- und Innovationspolitik zu sorgen.
Das BMBF hat bereits Anfang der 1990er-Jahre begonnen –
ergänzend zu den Maßnahmen zur Technologievorausschau
und -früherkennung der Fachabteilungen –, übergreifende
Vorausschauprozesse zu initiieren, um Orientierungswissen
für die strategische Planung zu generieren.
Der BMBF-Foresight-Prozess ist zyklisch angelegt. Die initiale
Such- und Analysephase generiert und interpretiert Informationen, die in der sich anschließenden Umsetzungs- und Impactphase verbreitet werden. Die Ergebnisse und neu gewonnenen Informationen fließen wiederum in die Vorbereitung
der nächsten Suchphase ein. Die letzte große Suchphase wurde
2009 abgeschlossen und befindet sich derzeit in der bis 2012
andauernden Transfer- und Umsetzungsphase. Es wurde der
Blick in die Zukunft geworfen, um

•	�
•	�
•	�
•	�

neue Schwerpunkte in Forschung und Technologie zu
identifizieren,
Gebiete für Forschungs- und Innovationsfelder übergreifender Aktivitäten zu benennen,
Potenzial für strategische Partnerschaften in einzelnen
Technologie- und Innovationsfeldern zu analysieren,
prioritäre Handlungsfelder für Forschung und Entwicklung abzuleiten.

Durch Bündelung von Forschungsaspekten mit hoher Wissensdynamik und Bedarfsorientierung identifizierte der Prozess
sieben sogenannte „Zukunftsfelder neuen Zuschnitts“, die zentrale Querschnittsaspekte abbilden und sich jenseits von bisherigen Fach- und Programmlogiken an Schnittstellen zwischen

Bund

Ein ganz zentrales Element der Innovations- und Technikanalyse ist der neutrale Blick auf Chancen und Risiken von Technologien, ohne dabei einen zu engen Technologiefokus einzunehmen. Die folgenden vier Merkmale der ITA bilden den Kern des
Förderprogramms:

•	�

203

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

204

Infobox

Bund

wissenschaftsjahre des BMBF
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
richtet gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog
(WiD) seit dem Jahr 2000 die Wissenschaftsjahre aus. Ziel ist
es, die Öffentlichkeit stärker für Wissenschaft zu interessieren. Entwicklungen in der Forschung sollen für Bürgerinnen
und Bürger transparenter und zugänglicher werden. Junge
Menschen sollen für Forschungsthemen begeistert werden und für ihre Berufswahl Anregungen erhalten. Ziel der
Wissenschaftsjahre ist es zudem, kontroverse Debatten anzuregen und voranzutreiben. Beabsichtigt ist auch, dass durch
Beiträge von Wissenschaft und Forschung konkrete Veränderungen in der Sichtweise auf die Themen des jeweiligen
Jahres ausgelöst werden und so auch Initiativen bis hin in den
politischen Raum entstehen.
Folgende Jahre hat es bisher gegeben: Jahr der Physik
(2000), Jahr der Lebenswissenschaften (2001), Jahr der Geowissenschaften (2002), Jahr der Chemie (2003), Jahr der Technik (2004), Einsteinjahr (2005), Jahr der Informatik (2006),
Jahr der Geisteswissenschaften (2007), Jahr der Mathematik
(2008), Forschungsexpedition Deutschland (2009), Die
Zukunft der Energie (2010), Forschung für unsere Gesundheit
(2011) und Zukunftsprojekt Erde (2012).
Die Wissenschaftsjahre richteten sich zunächst an
einzelnen Fächern aus. Ab dem Jahr 2010 erfolgte eine
Neuausrichtung: Statt an einer Disziplin orientieren sich
die Wissenschaftsjahre seitdem an fächerübergreifenden,
zukunftsgerichteten Themen. Im Fokus stehen interdisziplinäre Themen, die für die Gesellschaft in Zukunft wichtig
werden, für die aber bereits heute die Weichen gestellt

werden müssen – und zu denen die Natur- und Technikwissenschaften ebenso Beiträge leisten wie die Geistes- und
Sozialwissenschaften.
Das Wissenschaftsjahr 2012 „Zukunftsprojekt Erde“ zeigt
die Bedeutung wissenschaftlicher Arbeit für die Nachhaltigkeit auf. Im Mittelpunkt stehen dabei diejenigen Forschungsgebiete, die sich insbesondere mit den komplexen Veränderungen unsers globalen Ökosystems und seinen Folgen
beschäftigen. Konkret sind drei Themenlinien ausgewählt
worden, die die drei Hauptlinien der Nachhaltigkeit aufgreifen (Gesellschaft – Ökonomie – Umwelt):
1. Wie wollen wir leben?
2. Wie müssen wir wirtschaften?
3. Wie können wir unsere Umwelt bewahren?
Was nachhaltige Entwicklung konkret bedeutet, kann je
nach Region sehr unterschiedlich aussehen. Dies zeigt zum
Beispiel der Wettbewerb ZukunftsWerkStadt, eine zentrale Aktivität im Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde“.
Städte und Landkreise sind hierbei aufgefordert, gemeinsam
mit den Bürgerinnen und Bürgern Konzepte und Ideen für
nachhaltige Stadtplanung zu entwickeln. Die besten Vorschläge werden anschließend mit Unterstützung des BMBF
umgesetzt. Eine weitere zentrale Aktion im Wissenschaftsjahr 2012 soll Schülerinnen und Schüler für das Recycling
sowie für eine längere Nutzung von elektronischen Geräten
sensibilisieren. Wichtiger Bestandteil der Aktion ist das
Einsammeln von ausrangierten Handys. Anschließend soll
aufgezeigt werden, wie sich die einzelnen Bestandteile der
Geräte weiter verwenden lassen. Außer solchen bundesweiten Aktivitäten beteiligen sich am Wissenschaftsjahr mehr
als 300 Partner mit eigenen Ausstellungen, Wettbewerben,
Vortragsreihen und Diskussionsveranstaltungen.
Das Thema des Wissenschaftsjahres 2013 wird der demografische Wandel sein. Dieses Thema
ist nicht nur für Politik und Gesellschaft, sondern auch für jeden
Einzelnen von herausragender
Bedeutung. Das Wissenschaftsjahr 2013 wird abgestimmt sein
auf die weiteren Planungen und
Aktivitäten der Bundesregierung
in diesem Bereich.
Auf dem Ausstellungschiff „MS Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2011 –
Forschung für unsere Gesundheit“
konnten sich die Besucher und
Besucherinnen als rotes Blutkörperchen
auf eine Reise durch den Körper begeben
und so erkunden, wie Sauerstoff ins
Gehirn kommt.

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

einzelnen Disziplinen bewegen. Die Zukunftsfelder neuen
Zuschnitts basieren auf Zukunftsthemen, die einen bahnbrechenden Erkenntnisgewinn in Wissenschaft und Technologie
versprechen, Impulsgeber für andere Forschungsgebiete sind,
die zur wirtschaftlichen Entwicklung und internationalen
Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands beitragen, die Lebensqualität der Menschen maßgeblich fördern, an Kompetenzen
der deutschen Wissenschaft und Wirtschaft anknüpfen und an
einer nachhaltigen Ressourcennutzung orientiert sind.
Untern den sieben Zukunftsfeldern neuen Zuschnitt befinden sich u. a. die Felder:

•	�

•	�

•	�

Für die Weiterentwicklung der Hightech-Strategie sind die
Informationen aus der Foresight-Untersuchung ebenso
wichtig wie für die Ausarbeitung von Programmatiken für den
Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland. Beispielsweise wurde als Folge des jüngsten BMBF-Foresight-Prozesses
das BMBF-Referat „Demografischer Wandel; Mensch-TechnikKooperation“ eingesetzt und u. a. mit der Umsetzung des
Zukunftsfeldes neuen Zuschnitts „Mensch-Technik-Kooperationen“ betraut.
Im Jahr 2012 startet ein neuer Zyklus von BMBF-Foresight.
Der Schwerpunkt der Suche liegt auf der Bedarfsseite. Es werden plausible Szenarien und neue Missionen für die zukünftige
Forschungspolitik der Bundesregierung benannt.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF-Foresight: www.bmbf-foresight.de

2.3 Metrologie
Metrologie, die Wissenschaft vom richtigen Messen, stellt die
Grundlage für vielfältige weiterführende Forschung und Entwicklung von Spitzentechnologie dar – sei es in der Medizin,
im Energiesektor, beim Umweltschutz oder der HightechIndustrie. Das nationale Metrologieinstitut der Bundesrepublik
Deutschland, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB),
betreibt Grundlagenforschung und Entwicklung in der Metrologie als Basis für alle ihre Aufgaben zur Bestimmung von

Infobox
125 Jahre ptB
Im März 2012 feierte die Physikalisch-Technische Bundesanstalt ihren 125. Geburtstag. Die Vorgängerinstitution,
die Physikalisch-Technische Reichsanstalt (PTR) wurde im
Jahr 1887 gegründet und war die erste Großforschungseinrichtung in Deutschland. Ihr Gründer und erster Präsident
Hermann von Helmholtz ist heute Namensgeber der
Helmholtz-Gemeinschaft.

Naturkonstanten, Darstellung, Bewahrung und Weitergabe
der gesetzlichen Einheiten, Sicherheitstechnik, Konformitätsbewertungen und zu speziellen messtechnischen Dienstleistungen für den gesetzlich geregelten Bereich und die Industrie
sowie für den Technologietransfer, Beratung und Normung.
Durch die Rückführung von Messergebnissen auf nationale
Normale bzw. die SI-Einheiten wird die Vergleichbarkeit von
Messdaten und Qualitätsinformationen sichergestellt. Damit
leistet die PTB einen wesentlichen Beitrag zur nationalen Qualitätsinfrastruktur und zur internationalen Akzeptanz deutscher
Produkte. Die PTB hat mit ihren europäischen Partnerinstituten
das europäische Metrologie-Forschungsprogramm EMRP auf
den Weg gebracht, welches die Kompetenz aller Institute in
gemeinsamen Forschungsprojekten bündelt. Die EU fördert das
EMRP mit über 200 Mio. Euro. Es werden unter anderem Projekte zur Metrologie auf den Gebieten Energie, Umwelt, Industrie,
Gesundheit und neue Technologien bearbeitet.
Die BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) mit ihrer Leitlinie „Sicherheit in Technik und
Chemie“ ist für die technische Sicherheit zuständig und maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung und Bereitstellung von Referenzmaterialien und Referenzverfahren in der
Chemie. Dies dient besonders in der Chemie, Pharmazie und
Materialforschung zur Herstellung nationaler und internationaler Vergleichbarkeit.
In einem nationalen von der PTB koordinierten Netzwerk
werden von den Instituten BAM, Umweltbundesamt (UBA),
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und der PTB die nationalen Normale in der Chemie
bewahrt und weiterentwickelt.
Ressortforschung: Bundeseinrichtung mit Forschungs- und
Entwicklungsaufgaben
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
www.ptb.de

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie (BMWi) geförderten Programms Unterstützung
kleiner und mittlerer Unternehmen bei der Umsetzung von Innovationen in den Bereichen Messen, Normen, Prüfen und Quali-

Bund

•	�

Mensch-Technik-Kooperationen: Entwicklung einer neuen
Forschungsperspektive für das komplexe Zusammenspiel von Mensch und technologischer Entwicklung – der
Mensch als Maßstab
ProduzierenKonsumieren 2.0: Entwicklung zukunftsfähiger Wertschöpfungsformen an der Schnittstelle zwischen
Umwelttechnik, Produktion und Dienstleistungen durch
transformative Innovationen
Transdisziplinäre Modelle und Multiskalensimulation: Entwicklung integrativer Simulationsmethoden als zentraler
Querschnittsansatz zur Bewältigung von Komplexität in
Natur- und Geisteswissenschaften
Das Altern entschlüsseln: Forschung für ein besseres Verständnis des Alterns als zentraler multifaktorieller Prozess
über die gesamte Lebensspanne

205

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

206

tätssicherung (MNPQ-Transfer) stellen die Bundesanstalten PTB,
BAM und Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
(BGR) ihre Forschungskompetenz KMU im Rahmen gemeinsamer Technologie-Transferprojekte zur Verfügung.
thematische schwerpunkte

•	�
•	�
•	�
•	�
•	�

Grundlagen der Metrologie: Vorlaufforschung zur Weiterentwicklung des SI-Systems
Metrologie für die Wirtschaft: Weitergabe der metrologischen Basis über akkreditierte Kalibrierlaboratorien
Metrologie für die Gesellschaft: Korrektheit von Messungen im amtlichen und geschäftlichen Bereich, auch für
Verbraucher- und Umweltschutz
Forschungskooperationen, Technologietransfer und Beratung der Industrie in messtechnischen Fragestellungen
Mitarbeit bei der internationalen Harmonisierung des
Messwesens, Aufbauhilfe bei der messtechnischen Infrastruktur für neue Gestaltungsmächte

Bund

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�Nationales Metrologieinstitut – Physikalisch-Technische
Bundesanstalt: www.ptb.de
– BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung:
www.bam.de
– Umweltbundesamt: www.uba.de
–	�Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: www.bvl.bund.de
– Europäisches Metrologieforschungsprogramm:
www.emrponline.eu
–	�BMWi – Bereitstellung einer Qualitätsinfrastruktur für
Forschung, Technologie und Innovation: www.bmwi.de

2.4 	 Gemeinschaftsaufgabe
Verbesserung der regionalen
Wirtschaftsstruktur
Aus den Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) fördern
Bund und Länder privatwirtschaftlich-gewerbliche Investitionen sowie kommunale wirtschaftsnahe Infrastrukturmaßnahmen. Die Förderung unterstützt Investitionsmaßnahmen in
strukturschwachen Gebieten Deutschlands. Innovations- und
technologiepolitische Ziele sind Teil der GRW. Die neuen Länder und das Land Berlin zählen flächendeckend zum Fördergebiet der GRW, in den alten Ländern erfolgt die GRW-Förderung
in ausgewählten strukturschwachen Regionen.
Die gewerbliche Investitionsförderung der GRW unterstützt
den Innovationsprozess, indem sie die Implementierung von Erfindungen und Innovationen (z. B. die Umsetzung von Verfahrensoder Produktinnovationen) in Unternehmen fördert. Bezuschusst
werden können auch investive Maßnahmen in forschungs- und
technologieorientierten Betrieben wie der Ausbau und die Modernisierung von Forschungs- und Laboreinrichtungen.

Im Rahmen der Infrastrukturförderung fördert die GRW
darüber hinaus Gewerbe- und Technologiezentren. Hierdurch
unterstützt die GRW die Gründung innovativer Unternehmen,
die Entstehung, Ausbreitung und Anwendung von neuem technischen Wissen sowie die Entwicklung und Herstellung neuer
Produkte. Zielgruppe dieser Förderung sind kleine und mittlere
Unternehmen, die in besonderem Maße innovationsstark arbeiten. Seit 2009 ist im Rahmen der GRW auch die Förderung von
Breitbandverbindungen vorrangig für gewerbliche Unternehmen
in unterversorgten ländlichen Regionen möglich. Darüber hinaus
fördert die GRW außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die
u. a. einen FuE-Anteil von mindestens 70 % an der Gesamtleistung
nachweisen und auf KMU ausgerichtet sein müssen.
KMU werden zudem bei angewandter Forschung und Entwicklung für neue Produkte, Produktionsverfahren, Prozessinnovationen oder Dienstleistungen unterstützt. Daneben ist bei KMU auch
die Markteinführung von innovativen Produkten förderfähig.
Die erfolgreiche Erschließung regionaler Innovationspotenziale setzt neben Sach- und Infrastrukturinvestitionen auch
qualifiziertes Unternehmenspersonal voraus. Die GRW trägt
deswegen durch die Förderung von Beratungen und Schulungen von Arbeitnehmern dazu bei, die Personalstruktur von
KMU qualitativ zu verbessern.
Das Förderangebot Kooperationsnetzwerke und Clustermanagement unterstützt die regionale und überregionale Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und lokalen
Strukturen. Ziel ist es, vorhandene Potenziale besser auszuschöpfen und so die Wettbewerbsfähigkeit strukturschwacher
Regionen zu stärken.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Wirtschaft/Wirtschaftspolitik/Regionalpolitik/gemeinschaftsaufgabe.html

2.5 	 Die Innovationsinitiative für die
neuen Länder – Unternehmen
Region und Spitzenforschung
und Innovation in den Neuen
Ländern
Unter der Dachmarke Unternehmen Region setzen fünf Programme als eng verzahntes Förderinstrumentarium an unterschiedlichen Stellen im Innovationsprozess an und berücksichtigen zugleich die Besonderheiten des ostdeutschen Innovationsgeschehens. Bisher wurden mehr als 2.400 Vorhaben in über
390 regionalen Innovationsbündnissen gefördert. In diesen
Bündnissen engagieren sich mittelständische Unternehmen
sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen. 2008 gab das
BMBF mit dem 200-Millionen-Euro-Programm Spitzenforschung
und Innovation in den Neuen Ländern einen weiteren Impuls, um
die Innovationskraft in den neuen Ländern zu stärken, nachhaltige Forschungskooperationen aufzubauen und Universitäten
in ihrer Profilbildung zu unterstützen.

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts

207

winden. Für bislang drei Förderrunden steht ein Etat bis 2012
von 60 Mio. Euro zur Verfügung.
ergebnisse und zusätzliche Informationen
Unternehmen Region gehört zu den erfolgreichsten Innovationsinitiativen der Bundesregierung zum Aufbau innovativer
regionaler Forschungsstrukturen und -verbünde in technologischen Schwerpunktfeldern in den neuen Ländern. Obligatorisch ist eine markt- und spitzenforschungsorientierte
Innovationsstrategie, die darauf zielt, die regionale Kernkompetenz strategisch auszubauen, um nachhaltige Impulse für
eine regionale Clusterbildung zu geben. Die zu fördernden
regionalen Bündnisse entstehen bottom up.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.unternehmen-region.de

2.6 	 Chancengerechtigkeit von
Frauen in Bildung und Forschung
Die Schaffung von Chancengerechtigkeit für Frauen und Männer in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen
ist eine politisch-strategische Querschnittsaufgabe. Im Zuge
des demografischen Wandels hat die Bundesregierung vielfältige Maßnahmen zur Entwicklung und Gewinnung insbesondere von weiblichen Nachwuchskräften ergriffen, die darauf
abzielen, dass sich Deutschland als attraktiver Bildungs-,
Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb erfolgreich behaupten kann. Frauen
warten mit exzellenten Leistungen und Kompetenzen auf.

abb. 21 Frauenanteil im tertiären Bildungsbereich

18%

Professuren

2009
1992

8%
24%

Habilitationen

13%
44%

Promotionen

31%
51%

Studienabschlüsse

41%
50%

Erstimmatrikulierte

46%
0%

10%

20%

30%

40%

50%

Quelle: „Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung – 15. Fortschreibung des Datenmaterials (2009/2010) zu Frauen in Hochschulen
und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen“, GWK-Heft 22; Zahlenangaben gerundet

60%

Bund

Mit den Innovationsforen wird der Aufbau bzw. die Neuausrichtung regionaler Innovationsnetzwerke gefördert. Bislang
wurden bzw. werden über 133 Innovationsforen mit bis zu
85.000 Euro gefördert.
Ziel des Programms Innovative regionale Wachstumskerne
bzw. Wachstumskern-Potenzial ist die Stärkung unternehmerisch handelnder regionaler Bündnisse mit gemeinsamer
Technologie- oder Problemlösungsplattform mit Alleinstellungsmerkmal. Bislang wurden bzw. werden 41 Wachstumskerne mit über 840 Einzelvorhaben über je drei Jahre
(Etat bis 2014: 243 Mio. Euro) und 19 Wachstumskern-Potenziale mit über 80 Einzelvorhaben über je zwei Jahre (Etat bis
2014: 31,2 Mio. Euro) gefördert.
Das Programm Zentren für Innovationskompetenz. Exzellenz schaffen – Talente sichern zielt auf die Etablierung von
international leistungsstarken Forschungszentren, die bottomup durch exzellente Forschung, unternehmerische Strategie
und innovative Ansätze zur Nachwuchsförderung Maßstäbe
setzen. Mittlerweile ziehen 14 Zentren talentierte Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland an (Etat bis 2016:
244 Mio. Euro).
Mit dem Programm InnoProfile bzw. InnoProfile-Transfer
soll die Innovationsfähigkeit in den ostdeutschen Regionen
durch die Kooperation von Nachwuchsforscherinnen und -forschern mit regionalen Unternehmen gestärkt werden. Derzeit
wurden bzw. werden 42 Nachwuchsforschergruppen im Rahmen von InnoProfile gefördert (Etat bis 2013: 157 Mio. Euro).
Mit dem Programm ForMaT setzt das BMBF Impulse, um die
Trennung zwischen marktgetriebener industrieller Forschung
und erkenntnisgetriebener öffentlicher Forschung zu über-

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

Bund

208

Zur Durchsetzung gleichberechtigter Chancen von Frauen
hat das BMBF folgende Förderschwerpunkte etabliert: Seit
2008 fördern Bund und Länder gemeinsam mit rund 150 Mio.
Euro das Professorinnen-Programm zur strukturellen Erhöhung
der Beteiligung von Frauen auf allen Qualifikationsebenen
in Wissenschaft und Forschung. In kurzer Zeit etablierte sich
dadurch das Thema Chancengerechtigkeit im Hochschulbereich als wichtiger Wettbewerbsfaktor. Das Professorinnen-Programm hat eine hohe Akzeptanz und Wertschätzung erfahren:
77 % aller Universitäten, fast 40 % der FHs und mehr als 25 % der
Kunst- und Musikhochschulen haben sich daran beteiligt.1
Im BMBF-Förderprogramm Frauen an die Spitze, das mit
Mitteln des Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF)
aufgelegt ist, werden seit 2007 geschlechterbezogene Fragestellungen erforscht und neue Handlungskonzepte erprobt,
die Grundlagen für Handlungsansätze für mehr Chancengerechtigkeit in diesen Bereichen legen sollen.
Zur Erhöhung des Frauenanteils in MINT-Berufen haben
2008 zahlreiche Partner aus Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Politik, Verbänden, Sozialpartnern und Medien den Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen geschlossen. Ziel ist es,
junge Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe und
Studiengänge zu begeistern, Hochschulabsolventinnen für
Karrieren in der Wirtschaft zu gewinnen sowie die Anzahl der
naturwissenschaftlich-technischen Studienplätze zu erhöhen.
Zur Mobilisierung von mehr Wissenschaftlerinnen für
EU-geförderte Forschungsprojekte arbeitet die nationale Kontaktstelle FiF.
Mit den verschiedenen Förderschwerpunkten ermutigt das
BMBF Mädchen und junge Frauen, ihr individuelles Potenzial
und ihre persönlichen Begabungen in zukunftsorientierte Fächer und Berufsfelder einzubringen, in denen sie noch unterrepräsentiert sind. Den Frauen werden dadurch zukunftsträchtige Berufschancen eröffnet und Karriereoptionen aufgezeigt.
Das BMBF trägt damit zur Verbreiterung des Studien- und
Berufswahlspektrums von Mädchen und Frauen und zu einem
gleichberechtigten Zugang von Frauen zu Führungspositionen
in wichtigen gesellschaftlichen Entscheidungs- und Gestaltungsfeldern bei.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– BMBF: www.bmbf.de (> Frauen in Bildung und Forschung)
–	�PT-DLR: www.pt-dlr.de (> Chancengleichheit/ 

Genderforschung)
�
–	�GWK: www.gwk-bonn.de (> Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung, 15. Fortschreibung des Datenmaterials 2009/2010 zu Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen, Bonn 2011)
–	�EU-Büro des BMBF: www.eubuero.de/fif (> Frauen in die
EU-Forschung)

1

Ergebnis einer programmbegleitenden Abfrage bei Ländern und Hochschulen

2.7 Kompetenznetze Deutschland
Die BMWi-Initiative Kompetenznetze Deutschland vereint die
innovativsten und leistungsstärksten Technologienetzwerke.
Zurzeit hat die Initiative 97 Mitglieder in neun Innovationsfeldern (mehr als 6.500 Unternehmen als Akteure, davon ca.
5.000 kleine und mittlere Unternehmen, sowie ca. 1.700 FuEEinrichtungen). Die intensive Vernetzung von Wissenschaft
und Wirtschaft steigert die Innovationsfähigkeit der Mitgliedsunternehmen maßgeblich. Die Kompetenznetze stehen für
technologische Leistungsfähigkeit und sind Impulsgeber für
Innovationen und Wachstum.
Erfolgreiche Cluster zeichnen sich durch exzellentes Clustermanagement aus. Hier setzen die Services der Geschäftsstelle der Initiative an, z. B. Austausch guter Praxis. Zudem
führt sie regelmäßig Benchmarks innerhalb der Kompetenznetze sowie im Vergleich zu europäischen Clustern durch.
Bereits 44 Kompetenznetze sind mit dem Bronze-Label der
European-Cluster-Excellence-Initiative ausgezeichnet worden.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– Initiative Kompetenznetze Deutschland:
www.kompetenznetze.de
– European-Cluster-Excellence-Initiative:
www.cluster-excellence.eu

2.8 Spitzencluster-Wettbewerb
Ein Kernelement der Hightech-Strategie für Deutschland ist
der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, um
innovative Produkte, Prozesse und Dienstleistungen schneller
am Markt umsetzen zu können. Der 2007 gestartete, international beachtete Spitzencluster-Wettbewerb des BMBF ist 2011 in
seine dritte und letzte Runde gegangen. Im Januar 2012 hat die
unabhängige Jury aus elf Finalisten fünf weitere Spitzencluster
ausgewählt. Diese regionalen und inhaltlichen Partnerschaften zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren Akteuren
einer Innovations- und Wertschöpfungskette werden über
fünf Jahre mit bis zu 40 Mio. Euro pro Cluster gefördert. Mit der
Förderung für die 15 Spitzencluster von insgesamt 600 Mio.
Euro und den in gleicher Höhe beigesteuerten Mitteln der
beteiligten Unternehmen werden so 1,2 Mrd. Euro investiert.
Grundlage für die Auswahl und Förderung eines Spitzenclusters ist die Entwicklung von gemeinsamen strategischen
Zielen und die Definition künftiger Entwicklungsvorhaben in
einem innovativen Technologiebereich. Thematische Vorgaben gibt es nicht. Aber auch die fünf neuen Spitzencluster
ordnen sich mit ihren Zukunftsthemen in die Bedarfsfelder
der Hightech-Strategie 2020 ein: Nachhaltigkeit durch Koppelproduktion und kaskadenförmige Rohstoffnutzung auf
der Basis von Biomasse ist das Ziel des Clusters BioEconomy in
Mitteldeutschland. Der Cluster M A I Carbon im Städtedreieck
München-Augsburg-Ingolstadt will kohlenstofffaserverstärkte
Kunststoffe (CFK) zur Werkstoffgruppe des 21. Jahrhunderts
machen. Im Cluster „its OWL – Intelligente Technische Systeme

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

209

abb. 22 Regionale Verteilung der kompetenznetze (sitz der Geschäftsstelle)
�

Kiel

Kiel

Hamburg

Bremen

Hamburg

Schwerin

Schwerin

Berlin
Bremen

Potsdam

Hannover 

Berlin

Magdeburg
Hannover 

Potsdam

Düsseldorf

Bund

Magdeburg

Dresden
Erfurt

Düsseldorf

Dresden
Erfurt

Wiesbaden
Wiesbaden
Mainz
Mainz

Saarbrücken
Saarbrücken

Stuttgart

Stuttgart

München
München

Kompetenznetze
Kompetenznetze
Biotechnologie

Biotechnologie

Verkehr und Mobilität

Verkehr und Mobilität

Neue Materialien und Chemie

Neue Materialien und Chemie
Quelle: BMWi, VDI /VDE-IT
Quelle: BMWi, VDI/VDE­IT

Quelle: BMWi, VDI/VDE­IT

Mikro – Nano – Opto

Produktion und Verfahren

Mikro – Nano – Opto
Gesundheit und Medizin
Gesundheit und Medizin

Produktion und Verfahren
Energie und Umwelt
Energie und Umwelt

Information und Kommunikation

Luft­ und Raumfahrt

Information und Kommunikation

Luft­ und Raumfahrt

Landeshauptstädte
Landeshauptstädte

Landeshauptstädte

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

Bund

210

Ostwestfalen-Lippe“ geht es um eine Symbiose von Informatik und Ingenieurwissenschaften für die Märkte von morgen.
Beim Cluster Elektromobilität Süd-West arbeiten Partner aus
der Region Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart und Ulm an innovativen Lösungen für nachhaltige Mobilität. Neue Präventions-, Diagnose- und Therapieoptionen bei schwerwiegenden
Krankheiten erarbeitet der Cluster für Individualisierte ImmunIntervention (CI 3) in der Rhein-Main-Region.
Jeder Cluster muss sich nach zwei Jahren einer unabhängigen Zwischenbewertung stellen. Die fünf in der ersten Wettbewerbsrunde 2008 von der Jury ausgewählten Spitzencluster
haben diese Prüfung bereits erfolgreich bestanden: Solarvalley
Mitteldeutschland mit dem Fokus auf die Photovoltaiktechnologie, der Cluster Cool Silicon aus Dresden, der weltweit
eine führende Position im Bereich der energieeffizienten
Halbleitertechnologie einnimmt, der Cluster Forum Organic
Electronics aus Heidelberg im Zukunftsmarkt der elektronischen Bauteile aus Polymeren, der Cluster BioRN, ebenfalls aus
Heidelberg und in der molekularen und zellbasierten Medizin
tätig, der Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg mit seiner
international anerkannten Expertise im innovativen Kabinenbau, der Luftfahrtlogistik sowie der Wartung und Instandhaltung von Flugzeugen.
Mitte 2012 steht dieser Prozess auch bei den fünf Spitzenclustern der zweiten Wettbewerbsrunde an: dem EffizienzCluster LogistikRuhr mit der Entwicklung neuer dezentraler
und autonomer Logistikkonzepte, Medical Valley Europäische
Metropolregion Nürnberg für innovative Produkte und Dienstleistungen in der Gesundheitsversorgung, MicroTEC Südwest
in Baden-Württemberg für die Entwicklung von intelligenten und energieeffizienten Mikrosystemen, dem Münchner
Biotech-Cluster m4 für seine Strategie in der personalisierten
und zielgerichteten Medizin sowie dem Software-Cluster in
der Region um Darmstadt, Walldorf, Kaiserslautern, Karlsruhe
und Saarbrücken mit Softwarelösungen für die weitgehende
Digitalisierung von Unternehmen.
Die Umsetzung der Strategien erfolgt durch entsprechende Projekte der Clusterpartner in Forschung und Entwicklung,
Nachwuchsförderung und Qualifizierung, der Gewinnung von
Fach- und Führungskräften sowie Prozessen des Clustermanagements. Zwischenergebnisse aus der begleitenden Evaluation bestätigen, dass Cluster ausgewählt wurden, die in ihrem
jeweiligen Technologiefeld zur Spitze gehören. Sie konnten mit
dem Förderimpuls die bereits hohe interne Vernetzung noch
ausbauen. Eine Karte der Standorte der Spitzencluster ist auf
Seite 27 zu finden (siehe Abbildung 5).

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– Spitzencluster-Wettbewerb:
www.spitzencluster-wettbewerb.de

2.9 Masterplan Umwelttechnologien
Das Kabinett verabschiedete am 12. November 2008 den von
BMBF und BMU erarbeiteten Masterplan Umwelttechnologien.
Leitgedanke des Masterplans ist es, Innovations- und Umweltpolitik sinnvoll zu verzahnen und gleichzeitig neue Märkte für
Umwelttechnologien zu erschließen. Deutschlands starke Rolle in der Entwicklung und Vermarktung von Umwelttechnologien, insbesondere auch im Hinblick auf die Exportförderung,
soll weiter gefestigt werden.
Umwelt- und Effizienztechnologien gehören zu den wichtigsten Zukunftsmärkten des 21. Jahrhunderts. Umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung, Energieeffizienz,
Rohstoff- und Materialeffizienz, Kreislaufwirtschaft, umweltfreundliche Wasserwirtschaft sowie nachhaltige Mobilität sind
weltweit zentrale Zukunftsmärkte.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Der Masterplan 2008 identifizierte zunächst drei prioritäre
Technologiebereiche auf Basis einer Standortbestimmung zu
Umwelttechnologiemärkten und deren Entwicklungstendenzen: Wasser, Rohstoffe und Klimaschutz. In den Wassertechnologien kann die Innovationskraft Deutschlands genutzt und
gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der globalen
Millenniumsziele geleistet werden. Technologien für Rohstoffproduktivität und -effizienz sowie Klimaschutztechnologien
sind eine wichtige Grundlage für die internationale Transformation der Volkswirtschaften hin zur „Green Economy“, die als ein
Thema im Fokus der Rio-plus-20-Konferenz im Juni 2012 steht.
Der Masterplan wird derzeit im Ressortkreis fortentwickelt.
Herausforderungen, Chancen und Defizite der Umwelttechnologien werden analysiert, Verbesserungspotenziale und Handlungsbedarf aufgezeigt. Vor dem Hintergrund der internationalen Diskussion um die Green Economy werden dabei die
Potenziale der Umwelttechnologien für nachhaltige Entwicklung, umweltverträgliches Wachstum, Innovation und neue
Arbeitsplätze im Fokus stehen.

2.10 Umweltinnovationsprogramm
Das Umweltinnovationsprogramm (UIP) ist seit 33 Jahren ein
wichtiges Instrument zur Fortentwicklung der Umweltpolitik
und des Stands der Technik. Unterstützt wird die erstmalige
Demonstration der praktischen Eignung und Leistungsfähigkeit neuer Produktionsanlagen und Verfahrenstechniken zur
Verminderung von Umweltbelastungen im großtechnischen
Maßstab. Fördermöglichkeiten gibt es u. a. für:

•	�
•	�
•	�
•	�

Umweltschutzanlagen,
Entsorgungs-, Versorgungs- und Behandlungsanlagen,
umweltschonende Produktionsverfahren,
Anlagen zur Herstellung oder zum Einsatz umweltverträglicher Produkte.

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

211

abb. 23 Das umweltinnovationsprogramm

1979
2000

luftreinhaltung

umweltfreundliche
energieversorgung
und -verteilung

1985
abfallvermeidung,
-verwertung,
-beseitigung

1985

2000
energieeinsparung,
-effizienz,
erneuerbare energie

Integrierte Vermeidung
oder Reduzierung von
umweltbelastungen

1990

lärmreduzierung

1985

umweltsituation
ostdeutsche
Bundesländer

abwasserreinigung,
wasserbau

1987

Quelle: BMU

Vorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
werden bevorzugt gefördert (Anteil bei den Zuwendungsempfängern derzeit 52 %). 2011 waren 94 Vorhaben mit einem
Fördervolumen von 28 Mio. Euro in der Umsetzung.
Förderbereiche
Das UIP zeigt eine große Streuung der Fördervorhaben sowohl
in den Inhalten als auch in Art und Umfang der jeweils erzielten Umweltentlastungen als auch hinsichtlich Unternehmenstypen und -größen. Dabei haben sich die Förderschwerpunkte
seit Bestehen des UIP deutlich geändert:
Im Einzelnen bewirkten die Projekte Umweltentlastungen in
den Bereichen:

•	�
•	�
•	�
•	�

Luft – Minderung oder vollständige Vermeidung von
Emissionen wie Treibhausgase, Lösemittel, Stäube, Stickoxide, Ammoniak
Energie – Einsparung von Energie, Einsatz erneuerbarer
Energie und Steigerung der Energieeffizienz
Abfall – Vermeidung, Verwertung und umweltfreundliche
Beseitigung
Ab-/Wasser – Verringerung oder Vermeidung von
Wasserverbrauch und Abwassermenge, Verringerung der
Schadstofffrachten

•	�
•	�

Lärm – Einsparung von Transporten, lärmreduzierte
Antriebs- bzw. Produktionstechnik, Lärmschutz
Boden – Verminderung oder Vermeidung des Eintrags von
Schadstoffen

In den letzten Jahren gab es einen starken Trend hin zu medienübergreifenden (67 %) und produktionsintegrierten Vorhaben
(61 %). Dabei wurden Projekte mit dem inhaltlichen Schwerpunkt
Energieeinsparung und -effizienz sowie umweltfreundliche
Energieversorgung mit Abstand am häufigsten gefördert.
ergebnisse und zusätzliche Informationen
Im Rahmen einer Evaluierung des UIP über die letzten 10 Jahre
wurde festgestellt, dass die Ziele des UIP (Verminderung von
Umweltbelastungen, Multiplikation der Ergebnisse, Nachahmungseffekte, nachhaltige Impulse bei Produktionsprozessen
und im Wettbewerb, Weiterentwicklung von Regelwerken
und des Standes der Technik) erreicht werden.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�www.bmu.de/foerderprogramme/pilotprojekte_inland/
doc/2330.php

Bund

Bodenschutz

FoRscHunGsInFRastRuktuRen unD QueRscHnIttsMassnaHMen

212

Bund

2.11 Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher
Forschung
Im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung
wurde im Mai 2010 die Fördermaßnahme „Validierung des
Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP“
durch das BMBF auf den Weg gebracht. VIP richtet sich an
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen,
aus Forschungseinrichtungen, die von Bund und Ländern
gemeinsam gefördert werden, und aus Bundeseinrichtungen
mit FuE-Aufgaben. Sie erhalten dabei Unterstützung, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung frühzeitig hinsichtlich
ihrer technischen Umsetzbarkeit, der Erschließung neuer
Anwendungsbereiche sowie ihrer wirtschaftlichen Potenziale
zu überprüfen.
Mit der Validierung wird ein weiterer entscheidender Schritt
getan, Forschungsergebnisse verstärkt für die wirtschaftliche
Nutzung verfügbar zu machen und eine Brücke zwischen
akademischer Forschung und wirtschaftlicher Anwendung zu
schlagen. Damit wird die Voraussetzung für eine erfolgreiche
Weiterentwicklung zu innovativen technologiebasierten Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen geschaffen.
Die Maßnahme ist technologieoffen. Die verpflichtende
Einbindung eines „Innovationsmentors“ stellt sicher, dass sich
die geförderten Vorhaben an den Erfordernissen der Innovationsprozesse orientieren und die Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler durch markterfahrene Expertinnen und
Experten mit entsprechender Praxiserfahrung strategische
Unterstützung erhalten.
VIP fokussiert auf die bisherige Förderlücke der „Orientierungsphase“, die von Expertinnen und Experten zwischen der
Grundlagen- und der Anwendungsforschung gesehen wird und
an die sich die nachfolgende Verwertung anknüpfen kann.
Die Themen reichen von biotechnologischen und medizinischen Anwendungen über IKT und Produktions- und Verfahrenstechnik bis hinein in den Dienstleistungsbereich. Mehr als
50 Vorhaben sind bereits in der Förderung.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– Validierungsförderung: www.validierung-foerderung.de

InnoVatIVeR MIttelstanD

213

B4 Innovativer Mittelstand
1 Technologieförderung des Mittelstandes

1.1 	 Zentrales Innovationsprogramm
Mittelstand
Neue Produkte und Dienstleistungen sowie effiziente Produktionsverfahren sind für die Existenz und das Wachstum von
Unternehmen von großer Bedeutung. Deshalb werden mit dem
Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) anspruchsvolle technische Forschungs- und Entwicklungsprojekte von
kleinen und mittleren Unternehmen gefördert, die zu neuen
Produkten, Verfahren oder technischen Dienstleistungen
führen. Die Entwicklungsarbeiten können entweder im Betrieb
mit eigenem Personal durchgeführt werden (ZIM-SOLO) oder
in Kooperation mit anderen Unternehmen oder Forschungs-

Infobox
Mittelstand
Der Mittelstand ist das Herz der deutschen Wirtschaft und
der Motor für Wachstum und Beschäftigung. Über vier
Millionen Selbstständige und mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer in der Industrie, im Handwerk, Handel, Tourismus, den freien Berufen und weiteren
Dienstleistungen engagieren sich für ihre Kunden im Inund Ausland. Sie übernehmen Verantwortung und sorgen
für dauerhafte Arbeitsplätze; sie schaffen Werte und
sorgen mit Kreativität und Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

einrichtungen, wie Universitäten oder Fraunhofer-Instituten
(ZIM-KOOP). Darüber hinaus werden die Entwicklung und das
Management von innovativen Netzwerken gefördert (ZIMNEMO). Die Unterstützung aus dem ZIM erleichtert den KMU
die Finanzierung von Forschungsvorhaben und intensiviert
damit das Engagement in die Entwicklung neuer Produkte und
effizienterer Prozesse. Durch die Zusammenarbeit in Netzwerken können vielfach größenbedingte Nachteile ausgeglichen
werden. Gefördert werden:

•	�

•	�
•	�

Kooperationsprojekte (ZIM-KOOP)
•	� zwischen Unternehmen
•	� zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen
•	� eines Unternehmens verbunden mit einem 

Forschungs- und Entwicklungs-(FuE-)Auftrag 

Management und Organisation innovativer Netzwerke von
KMU (ZIM-NEMO)
einzelbetriebliche FuE-Projekte (ZIM-SOLO)

ergebnisse und zusätzliche Informationen
Seit Mitte 2008 ergingen über 16.000 Förderzusagen in Höhe
von mehr als 2 Mrd. Euro, mit denen Investitionen in Forschung und Entwicklung von 5,8 Mrd. Euro angestoßen wurde.
9.000 Unternehmen wurden erreicht, die Zusammenarbeit
mit Forschungseinrichtungen hat sich verdreifacht, und 2.000
Unternehmen agieren in Netzwerken. Für 2012 sind im Bundeshaushalt für das ZIM Mittel in Höhe von rund 500 Mio. Euro
vorgesehen. Damit werden zusätzliche FuE-Investitionen in
der Wirtschaft angestoßen und mittel- bis langfristige positive
Markt- und Beschäftigungswirkungen erzeugt.
Das ZIM ist in seiner Gesamtheit mehrfach positiv evaluiert
worden. Auch der DIHK-Innovationsreport führt das ZIM regelmäßig aus „Best Practice“ der Innovationspolitik auf. Das DieselKuratorium des Deutschen Instituts für Erfindungswesen
verlieh dem ZIM die Dieselmedaille 2011 für die „Beste Innovationsförderung“. Das nachfrageorientierte Programm ist technologie- und branchenoffen. Die meisten Projekte führen die KMU
in den Produktions- und Werkstofftechnologien durch. Aber
Gesundheitsforschung oder Elektromobilität haben einen beachtlichen Anteil an der Förderung. Damit stärken die vermehrten Forschungsaktivitäten nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit
der Unternehmen, sondern beschleunigen auch die Lösung
technologischer Herausforderungen. Die am meisten nachgefragte Projektform der Unternehmen ist die Kooperation mit
Forschungseinrichtungen. Damit trägt das ZIM maßgeblich zu

Bund

Gerade mittelständische Unternehmen brauchen staatliche
Unterstützung, um innovative Produkte, Verfahren und
Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Mit ihren Förderprogrammen stellt die Bundesregierung daher besonders den
kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zielgerichtete
Hilfe zur Verfügung, um KMU zu mehr Anstrengungen für
Forschung, Entwicklung und Innovationen anzuregen, die
Risiken von FuE-Projekten zu verringern, FuE-Ergebnisse zügig
in marktwirksame Innovationen umzusetzen, die Zusammenarbeit von KMU und Forschungseinrichtungen auszubauen
und das Engagement von KMU für FuE-Kooperationen und
innovative Netzwerke zu erhöhen. Förderung gibt es auch für
technologieorientierte Gründungen und junge Technologieunternehmen durch Finanzierungs- und Beteiligungshilfen.

InnoVatIVeR MIttelstanD

214

einer vertieften Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und
Wirtschaft und einem Technologietransfer bei.

•	�

Vorhaben der Vorlaufforschung, soweit sie sich mit Ergebnissen und Erkenntnissen der Grundlagenforschung im Hinblick auf industrielle oder kommerzielle Anwendungsbereiche auseinandersetzen und breite Applikationsmöglichkeiten für die mittelständische Wirtschaft erwarten lassen;

•	�

marktorientierten FuE-Vorhaben von der Detailkonzeption
bis zur Fertigungsreife mit dem Ziel, neue oder weiterentwickelte Erzeugnisse, Verfahren oder Dienstleistungen zu
gewinnen. Gefördert werden auch Aktivitäten zum Transfer von anwendungsreifen Forschungsergebnissen.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.zim-bmwi.de/
–	�www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Technologie-undInnovation/Technologiepolitik/Innovationsfoerderung-imMittelstand/technologieoffene-projektfoerderung.html
–	�www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Mittelstand/
�
zim,did=291224.html
�

Bund

1.2 	 ERP-Innovationsprogramm
Das ERP-Innovationsprogramm dient der langfristigen Finanzierung marktnaher Forschung und der Entwicklung neuer
Produkte, Produktionsverfahren oder Dienstleistungen sowie
deren Markteinführung. Durch die Bereitstellung zinsgünstiger und langlaufender Darlehen fördert die Kreditanstalt für
Wiederaufbau (KfW-Bankengruppe) die Innovationsfähigkeit
der Unternehmen und stärkt zusätzlich ihre Kapitalstruktur. Forschungs- und Entwicklungsvorhaben können mit bis zu 5 Mio.
Euro pro Vorhaben durch ein integriertes Finanzierungspaket,
das aus einem klassischen Darlehen und einem Nachrangdarlehen besteht, gefördert werden. 2010 wurden Innovationsvorhaben vorwiegend mittelständischer Unternehmen mit rund 814
Mio. Euro aus dem ERP-Innovationsprogramm gefördert.

0	"	 weiterführende Informationen im Internet

Ergänzt wurde das Programm 2009 durch ein Modellvorhaben
„Investitionszuschuss technische Infrastruktur“. Damit soll die
wissenschaftlich-technische Infrastruktur dieser Einrichtungen substanziell verbessert und deren Wettbewerbsfähigkeit
gestärkt werden.
ergebnisse und zusätzliche Informationen
Mit dem Programm INNO-KOM-Ost erhält die FuE-Förderung
gemeinnütziger externer Industrieforschungseinrichtungen
eine eigenständige Basis. Das Programm knüpft inhaltlich
an die erfolgreichen Vorgängerprogramme INNO-WATT (Teil
externe Industrieforschungseinrichtungen) und Industrielle
Vorlaufforschung an, denen durch Erfolgskontrollen und externe Evaluation hohe Wirksamkeit und Effizienz bescheinigt
wurden. Im Jahr 2010 liefen 547 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 63 Mio. Euro.

www.kfw.de/kfw/de/I/II/Download_Center/Foerderprogramme

0	"	 weiterführende Informationen im Internet

1.3 	 FuE-Förderung gemeinnütziger
externer Industrieforschungseinrichtungen Ostdeutschlands
INNO-KOM-Ost
Das Programm Innovationskompetenz Ost (INNO-KOM-Ost)
(Laufzeit: 2009 – 2013) zielt auf die nachhaltige Stimulierung
des wirtschaftlichen Aufholprozesses in Ostdeutschland. Durch
Unterstützung von Forschung und Entwicklung der gemeinnützigen externen Industrieforschungseinrichtungen werden
Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen
Wirtschaft gestärkt und damit Wachstumspotenziale erschlossen. Basis hierfür ist die strikte Ausrichtung des Programms auf
die Umsetzung der geförderten FuE-Ergebnisse am Markt bei
gleichzeitiger Sicherung des wissenschaftlichen Vorlaufs der
geförderten Einrichtungen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Das Programm INNO-KOM-Ost ist technologieoffen. Es beinhaltet die Fördermodule „Industrielle Vorlaufforschung“ und
„Marktorientierte FuE-Projekte“. Gefördert werden Ausgaben
für die Durchführung von

– FuE-Förderung: www.fue-foerderung.de

1.4 	 KMU-innovativ
Mit der Förderinitiative KMU-innovativ hat das BMBF 2007 im
Rahmen der Hightech-Strategie ein Förderangebot gestartet,
das KMU einen schnelleren und leichteren Einstieg in die
anspruchsvolle Forschungsförderung bietet. Ergebnisse der
begleitenden Evaluation zeigen, dass dieses Ziel erreicht wird.
Die durch KMU-innovativ geförderten Unternehmen sind sehr
forschungsstark, überdurchschnittlich jung und dynamisch
und dennoch zu einem guten Teil Förderneulinge.
Die Initiative ist eine wichtige Säule der BMBF-Innovationsförderung für forschungsintensive KMU und wissensintensive
Dienstleister. Sie schließt die Lücke zwischen stark anwendungsnahen, breitenwirksamen Maßnahmen mit einer deutlich weniger in eigener Forschung engagierten Klientel und
der Beteiligung an den sehr anspruchsvollen Verbundvorhaben der Fachprogramme.
Die Förderinitiative steht allen Technologiefeldern des
BMBF offen, die für Wachstum und Wohlstand in Deutschland
besonders wichtig sind: Biotechnologie, Nanotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologien, Produktionsforschung, Technologien für Ressourcen- und Energieeffizienz,

InnoVatIVeR MIttelstanD

215

optische Technologien und Sicherheitsforschung und seit 2011
auch für die Medizintechnik. Das Instrument wird in allen
Technologiefeldern innerhalb der Fachprogrammförderung
des BMBF auch künftig auf hohem Niveau fortgeführt.
Die Förderung erfolgt themenoffen innerhalb der Technologiefelder. Wichtiger als die exakte Einordnung in ein spezifisches Themengebiet sind Exzellenz und Innovationsgrad
der Projekte sowie hohe Verwertungschancen. Bisher – Stand
Februar 2012 – wurden 861 Projektskizzen mit einem Gesamtmittelvolumen von 996 Mio. Euro für eine Förderung empfohlen.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.kmu-innovativ.de

Bund

InnoVatIVeR MIttelstanD

216

Bund

2

Gründungsförderung
�

Gute, zukunftsträchtige Ideen sind die Basis innovativer Unternehmensgründungen. Junge Unternehmen und innovative
Gründungen sind oft Träger neuer Formen der Wertschöpfung
und wichtige Treiber des gesamtwirtschaftlichen Strukturwandels. Insbesondere die Gründungen aus forschungs- und
wissensintensiven Sektoren tragen überdurchschnittlich zu
Wachstum und Beschäftigung bei. Gerade für solche Gründungen steht nicht immer eine ausreichende private Finanzierung
bereit. Sie sind in der Gründungs- und Wachstumsphase aber
in besonderem Maße auf eine hinreichende Finanzierung
angewiesen. Um die strukturellen Nachteile – das Fehlen von
Sicherheiten, hohe Risiken bei Management, Märkten und
Technologien – bei der Kapitalaufnahme auszugleichen, setzt
die Bundesregierung ein breites Instrumentarium an Unterstützungsmaßnahmen ein.
Bei innovativen Gründungen konzentrieren sich die Maßnahmen des EXIST-Programms, des High-Tech Gründerfonds, des
Gründerwettbewerbs – IKT Innovativ sowie des ERP-Startfonds
auf die Förderung von forschungs- und wissensintensiven
Sektoren, um junge, innovative Unternehmen in der kapitalintensiven Wachstumsphase besonders zu unterstützen. Hierzu
zählen z. B.:

•
•
•	�
•	�
•	�

Informations- und Kommunikationstechnologien
optische und Lasertechnologien
Materialwissenschaften
Biotechnologie und Medizintechnik
Energie- und Umwelttechnologien

0	"	 weiterführende Informationen im Internet
–	�www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Mittelstand/ 

existenzgruendung.html
�
– www.gruenderwettbewerb.de

2.1 	 Existenzgründungen
aus der Wissenschaft
Mit dem Programm EXIST – Existenzgründungen aus der Wissenschaft werden seit 1998 Maßnahmen zur Verankerung einer
Kultur der unternehmerischen Selbstständigkeit und zur
Stärkung des Unternehmergeistes an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen unterstützt. EXIST ist
Bestandteil der Hightech-Strategie sowie der BMWi-Initiative
Gründerland Deutschland und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF) kofinanziert.

Der 2010 gestartete Wettbewerb EXIST-Gründungskultur –
Die Gründerhochschule soll Hochschulen dabei unterstützen,
sich als gründungsprofilierte Hochschule zu positionieren und
das Potenzial wissens- und technologiebasierter Gründungen
am Hochschulstandort nachhaltig zu erschließen und unternehmerisches Denken und Handeln unter Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu stärken.
Dabei stellen sich die teilnehmenden Hochschulen einem
zweistufigen Wettbewerb:
1. 	 Auf der ersten Stufe sind die teilnehmenden Hochschulen
aufgefordert, ein Konzept einer ganzheitlichen gründungsbezogenen Gesamtstrategie zu entwickeln.
2. 	 Die Hochschulen mit den überzeugendsten Konzepten
werden auf der zweiten Stufe bei der praktischen Umsetzung der Strategie – nachhaltige Etablierung gründungsunterstützender Strukturen, Durchführung gründerbezogener
Aktivitäten und Maßnahmen zur Stärkung unternehmerischen Denkens und Handelns – finanziell unterstützt.
Den drei besten Hochschulen wird außerdem das Prädikat
„EXIST-Gründerhochschule“ verliehen.
Mehr als 80 Hochschulen haben sich an der ersten Wettbewerbsrunde beteiligt. 24 Hochschulen wurden im September
2010 aufgefordert, eine umfassende Strategie zur Gründungsprofilierung vorzulegen. Die zehn Hochschulen mit den besten
Konzepten wurden im Juli 2011 zur Förderung ausgewählt. Sie
werden bei der Umsetzung ihrer Strategie über bis zu fünf Jahre unterstützt. Die besten drei Hochschulen wurden zusätzlich
als „EXIST-Gründerhochschule“ ausgezeichnet. Im September
2011 wurde eine zweite Wettbewerbsrunde gestartet, an der
sich 41 Hochschulen mit einer Ideenskizze beteiligt haben.
Anfang 2013 werden erneut zehn Hochschulen zur Förderung
ausgewählt werden.
Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt als breitenwirksame Maßnahme Gründerinnen und Gründer an Hochschulen
und Forschungseinrichtungen während der Vorgründungsphase, damit diese ihren Geschäftsplan erstellen und ihre innovative Produkt-/Dienstleistungsidee entwickeln können. Die
Gründer erhalten als Team ein einjähriges Stipendium sowie
Sach- und Coachingmittel. Seit Programmstart Ende 2007 wurden Stipendien für rund 800 Gründungsvorhaben vergeben.
Pro Jahr werden rund 180 neue innovative Vorhaben gefördert.
EXIST-Forschungstransfer ist als exzellenzorientierte
Maßnahme konzipiert. Es richtet sich an Wissenschaftlerin-

InnoVatIVeR MIttelstanD

217

nen und Wissenschaflter und erleichtert technisch besonders
anspruchsvollen Gründungsvorhaben den oft nur schwer
finanzierbaren Weg vom Labor zum Markt. Pro Jahr werden
bundesweit rund 25 bis 30 herausragende forschungsbasierte
Ausgründungsvorhaben aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in zwei jeweils 18-monatigen
Förderphasen unterstützt, die abgeschlossenen Forschungsprojekten entstammen und bis zur „Gründungsreife“ noch
erhebliche, aufwändige und risikobehaftete Entwicklungsarbeiten erfordern. EXIST-Forschungstransfer startete im
November 2007. In acht Antragsrunden wurden bis Ende 2011
mehr als einhundert Projekte zur Förderung in Förderphase I
ausgewählt. Daraus sind bislang knapp 540 neu gegründete
Unternehmen hervorgegangen, die in Förderphase II unterstützt werden (Stand: Januar 2012).

Portfolio-Unternehmen des Fonds einen Umsatz von 100 Mio.
Euro. Damit hat sich der High-Tech Gründerfonds in kurzer Zeit
erfolgreich am Markt etabliert und konnte dem im internationalen Vergleich unterentwickelten Markt für risikobehaftete
technologieorientierte Gründungsfinanzierungen erhebliche
Impulse verschaffen.
Die Zusagen verteilen sich über fast alle Bundesländer und
breit über die Innovationsfelder. Rund ein Viertel aller zugesagten Beteiligungen ging an bayerische Unternehmen (27 %).
Weitere Schwerpunkte liegen in Nordrhein-Westfalen und in
Berlin (jeweils 14 %), in Hamburg und in Baden-Württemberg
(jeweils 8 %). Stark vertreten sind vor allem Unternehmen
in den Technologiefeldern Internet und Web 2.0-Software,
Medizintechnik, Applikationssoftware, Biotechnologie sowie
Kommunikationstechnologie.

0"	 weiterführende Informationen im Internet

0"	 weiterführende Informationen im Internet

– www.exist.de

– www.high-tech-gruenderfonds.de

2.3 ERP-Startfonds

Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) investiert Risikokapital
in neu gegründete deutsche Technologieunternehmen. Er
schließt damit eine für dieses Gründersegment bestehende
Finanzierungslücke. Der HTGF stellt den Technologiegründern
als Erstfinanzierung bis zu 500.000 Euro zur Verfügung. Er
verfügt über ein deutschlandweites Netzwerk an akkreditierten Coaches, welche die Gründerinnen und Gründer in strategischen und operativen Unternehmensfragen sowie beim
Knüpfen relevanter Kontakte unterstützen. Der HTGF steht darüber hinaus mit praktisch allen größeren Investoren aus der
Wagniskapitalszene (Venture Capital, vermögende Business
Angel) in Verbindung, um so Anschlussfinanzierungen für das
zukünftige Wachstum seiner Unternehmen zu ermöglichen.
Über sein Netzwerk in die deutsche Industrie hinein vermittelt
er Kooperationen, Aufträge und Finanzierungen.
Der HTGF wurde im August 2005 durch das BMWi zusammen mit der KfW-Bankengruppe und Industriepartnern ins
Leben gerufen und mit einem Investitionsvolumen von 272 Mio.
Euro ausgestattet. Im Sommer 2011 ist planungsgemäß die Investitionsphase des ersten Fonds ausgelaufen. Gemeinsam mit
der KfW und zwölf Industrieinvestoren hat das BMWi deshalb
im Herbst 2011 einen zweiten High-Tech Gründerfonds aufgelegt. Der neue Fonds hat ein Volumen von 291 Mio. Euro. Hauptinvestor bleibt der Bund mit 220 Mio. Euro, gefolgt von der KfW
mit 40 Mio. Euro.
Der High-Tech Gründerfonds hat seit seinem Start mehr
als 320 Zusagen für Beteiligungen an jungen Technologieunternehmen erteilt (Stand: Januar 2012). Davon wurden
bislang rund 260 in konkrete Beteiligungsverträge umgesetzt;
weitere Fälle sind noch im Verhandlungsstadium. Darüber
hinaus konnten 375 Mio. Euro für Anschlussfinanzierungen
durch Dritte eingeworben werden, etwa 70 % davon durch
private Investoren. In den Portfoliounternehmen sind 2.450
zukunftsfähige Arbeitsplätze entstanden. 2011 erzielten die

Der ERP-Startfonds fördert die Bereitstellung von Beteiligungskapital in der Entwicklungs- und Aufbauphase von kleinen
Technologieunternehmen. Dadurch können diese Unternehmen in Forschung und Entwicklung investieren und ihre
innovativen Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zur
Marktreife bringen. Der ERP-Startfonds wurde im November
2004 mit einem Volumen von zunächst 250 Mio. Euro aufgelegt. In Reaktion auf die Wirtschafts- und Finanzkrise wurden
die Mittel Anfang 2009 um 220 Mio. Euro aufgestockt. Zum
1. Januar 2011 wurden mit einem Anschlussfonds weitere
250 Mio. Euro für die Finanzierung junger Technologieunternehmen bereitgestellt.
Voraussetzung für eine Beteiligung des ERP-Startfonds ist,
dass sich ein weiterer Beteiligungsgeber (Leadinvestor) in mindestens gleicher Höhe beteiligt, der auch beratend im Unternehmen mitwirkt (Koinvestment). Der ERP-Startfonds investiert
dabei zu wirtschaftlich gleichen Bedingungen wie der Leadinvestor (pari passu). Er investiert breit über alle Länder und alle Innovationsfelder. Stark vertreten sind insbesondere die Technologiefelder Biotechnologie, Software, Medizintechnik, Elektronik
und Kommunikation. Der ERP-Startfonds beteiligt sich mit maximal 5 Mio. Euro an einem Technologieunternehmen, verteilt auf
mehrere Finanzierungsrunden. Der Höchstbetrag bei erstmaliger Finanzierung beträgt 2,5 Mio. Euro.
Seit Beginn des ERP-Startfonds Ende 2004 wurden insgesamt 892 Verträge mit einem Volumen von rund 410 Mio.
Euro abgeschlossen. Damit konnten rund 400 Technologieunternehmen gefördert werden. Der ERP-Startfonds hat sich
damit neben dem High-Tech-Gründerfonds zum wichtigsten
Frühphasenfinanzierer junger Technologieunternehmen
entwickelt. Ohne das Engagement des Startfonds wäre für viele
Technologieunternehmen eine Umsetzung ihres Vorhabens
nicht möglich.

Bund

2.2 High-Tech Gründerfonds

InnoVatIVeR MIttelstanD

218

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.kfw-mittelstandsbank.de

Bund

2.4 	 Gründerwettbewerb –
IKT Innovativ
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
(BMWi) unterstützt mit dem „Gründerwettbewerb – IKT
Innovativ“ Unternehmensgründungen, bei denen innovative
Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zentraler
Bestandteil des Produkts oder der Dienstleistung ist. Aufgerufen sind auch Gründerinnen und Gründer aus der Kultur- und
Kreativwirtschaft, die IKT für ihr Geschäftsmodell nutzen.
Beim „Gründerwettbewerb – IKT Innovativ“ finden jährlich
zwei Wettbewerbsrunden statt. In jeder Wettbewerbsrunde
werden die besten Gründungskonzepte mit Geldprämien
von bis zu 30.000 Euro als Startkapital für die eigene Unternehmensgründung bepreist. Alle Gewinner erhalten in der
Gründungsphase zudem Unterstützung durch Expertinnen
und Experten eines eigens eingerichteten überregionalen
Netzwerks sowie durch individuelle Coachingangebote. Alle
Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten außerdem ein
qualifiziertes Feedback zu den Stärken und Schwächen ihres
Gründungskonzepts.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.gruenderwettbewerb.de

InnoVatIVeR MIttelstanD

3

219

Technologietransfer und Innovationsberatung
�

3.1 	 Industrielle
Gemeinschaftsforschung

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.aif.de

3.2 	 BMWi-Innovationsgutscheine
Die BMWi-Innovationsgutscheine zielen darauf ab, die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
go-innovativ fördert in zwei Leistungsstufen externe Beratungen zur Vorbereitung und Durchführung von Produkt- und
technischen Verfahrensinnovationen. Leistungsstufe 1 umfasst
z. B. Stärken-Schwächen-Profil des KMU, Check der Marktfähigkeit der geplanten Innovation.
Bei go-effizient spüren Beraterinnen und Berater betriebliche Potenziale zur Reduzierung des Rohstoffverbrauchs auf
und schlagen Maßnahmen vor (Leistungsstufe 1). In einer Vertiefungsberatung (Leistungsstufe 2) können sie dann auch die
Umsetzung der Maßnahmen fachlich begleiten.
ergebnisse und zusätzliche Informationen
Über 80 % der BMWi-Innovationsgutscheine des Moduls „goinnovativ“ führten zu FuE-Projekten. Im Ergebnis sparen die
kleinen und mittleren Unternehmen durch die vom BMWi
geförderten Materialeffizienzberatungen durchschnittlich pro
Jahr gut 200.000 Euro alleine an Materialkosten.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.bmwi-innovationsgutscheine.de

3.3 	 Innovationswettbewerb
Wirtschaft trifft Wissenschaft
Mit dem Innovationswettbewerb Wirtschaft trifft Wissenschaft hat der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen
Bundesländer neue Ansätze für einen Transfer wissenschaftlicher und technischer Innovationen in konkrete wirtschaftliche
Anwendungen gefördert. Ziel war es, das Potenzial von Forschungseinrichtungen noch stärker in gemeinsame Innovationsprozesse mit der Wirtschaft einzubringen und die Position
der Hochschulen in den neuen Ländern als „regionale Anker“
in den Innovationsprozessen zu stärken.

Bund

Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) unterstützt vorwettbewerbliche Forschungsprojekte, um KMU den Zugang
zu Forschungsergebnissen zu erleichtern. In Abstimmung mit
Unternehmen schlagen Forschungsvereinigungen branchenweite bzw. technologiefeldrelevante Forschungsvorhaben vor,
die durch Universitäten oder gemeinnützige Forschungseinrichtungen bearbeitet werden sollen. Die Resultate der Vorhaben stehen allen Unternehmen ohne Einschränkung zu jeweils
gleichen Bedingungen zur Verfügung.
Durch die IGF entstehen Forschungsnetzwerke zwischen
der mittelständischen Wirtschaft und Forschungseinrichtungen. Großunternehmen sind ebenso wie in die industriellen
Netzwerke auch in die IGF eingebunden.
Die im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung 2006 eingeführte Förderung von Clustern ermöglicht
durch Kombination von IGF-Vorhaben mit DFG- und/oder
industrienahen Vorhaben einen schnelleren Transfer der Forschungsergebnisse von der Grundlagenforschung in die Anwendung. Mit CORNET (Collective Research Network) werden
seit 2005 transnationale Projekte der Gemeinschaftsforschung
gefördert, da in vielen Bereichen, z. B. durch Einführung von
europaweiten Regelungen, ein gesamteuropäischer Forschungsbedarf besteht.
Die 2010 abgeschlossene erweiterte Erfolgskontrolle durch
das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung
zeigte ein sehr positives Ergebnis. Der Endbericht bezeichnet
die IGF als „weltweit einzigartig“, und damit „stellt [sie] zweifellos einen wichtigen Standortvorteil für kleine und mittelgroße
Unternehmen (KMU) in Deutschland dar“. Eine weitere Evaluation durch VDI/VDE-IT/iit und KMU Forschung Austria wurde
2011 begonnen und soll Funktionsweise und Erfolg der IGF
einerseits anhand von Projekten beleuchten sowie andererseits
das Programm als Ganzes beurteilen.

Unternehmen durch qualifizierte, externe Beratung deutlich
zu stärken. Sie können für eine Innovationsberatung zur
Professionalisierung des betrieblichen Innovationsmanagements (go-innovativ) bzw. für eine Beratung zur Steigerung der
Rohstoff- und Materialeffizienz (go-effizient) genutzt werden.
Durch die BMWi-Innovationsgutscheine sind 50 % der Ausgaben für die externen Beratungsleistungen bereits abgedeckt.

InnoVatIVeR MIttelstanD

220

Bund

Der Wettbewerb Wirtschaft trifft Wissenschaft hat sich an
Universitäten, An-Instituten von Hochschulen, öffentlichen
Forschungseinrichtungen sowie Fachhochschulen mit Sitz in
den neuen Ländern gewandt und bezog sich auf die Entwicklung neuer, effizienter Wege und Formen für professionellen
Wissens- und Technologietransfer aus der Wissenschaft in die
Wirtschaft sowie deren Erprobung in der Umsetzung.
Im Rahmen des Innovationswettbewerbs Wirtschaft trifft
Wissenschaft wurden seit 2007 drei Förderrunden gestartet.
Insgesamt werden 54 Projekte gefördert. Das Gesamtvolumen
des Förderprogramms beläuft sich auf 23,4 Mio. Euro.
Der Innovationswettbewerb endete im Jahr 2011. Auf der
Basis der Statusseminare und Zwischenberichte lässt sich feststellen, dass nachhaltige Kooperationen zwischen Wirtschaft
und Wissenschaft im Rahmen des Programms entstanden sind.
Fast alle Projekte führen auch nach Abschluss des Förderprogramms Kooperationen mit am Projekt beteiligten KMU fort.
Ein weiterer positiver Effekt ist darin zu sehen, dass im Rahmen
der geförderten Projekte 16 Unternehmen ausgegründet worden sind, weitere Ausgründungen sind in der konkreten Vorbereitung bzw. sind geplant.

3.4 	 KMU-Patentaktion im Rahmen
von SIGNO – Schutz von Ideen
für die gewerbliche Nutzung
Unter der Dachmarke SIGNO – Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung fördert das BMWi den Technologietransfer
durch die effiziente Nutzung von geistigem Eigentum, indem
Hochschulen, KMU und Erfinderinnen und Erfinder bei der
rechtlichen Sicherung und wirtschaftlichen Verwertung ihrer
innovativen Ideen unterstützt werden. Das Gesamtvolumen
des Förderprogramms beläuft sich auf ca. 16 Mio. Euro jährlich.
Das Programm wird im aktuellen Förderzeitraum zunächst bis
2013 weitergeführt.
Die KMU-Patentaktion innerhalb von SIGNO-Unternehmen
verfolgt das Ziel, die Innovationstätigkeit von KMU zu intensivieren, das Wissen über gewerbliche Schutzrechte und wissenschaftlich-technische Informationen zu verbreiten sowie die
wirtschaftliche Vermarktung von Erfindungen zu forcieren.
Konkret können kleine und mittlere Unternehmen aller
Branchen mit Zuschüssen von maximal 8.000 Euro bei Technologierecherchen, Kosten-Nutzen-Analysen, der Patentanmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) und
Vorbereitungsaktivitäten zur Verwertung unterstützt werden.
Darüber hinaus können auch ergänzende Auslandsanmeldungen gefördert werden. Monatlich erhalten ca. 70 Unternehmen
und Existenzgründerinnen und -gründer eine Förderung.
Die KMU-Patentaktion wird von einem bundesweiten Netzwerk aus kompeteten Dienstleistungsunternehmen im Innovations- und Technologietransfer umgesetzt. Diese sogenannten
SIGNO-Partner sind Ansprechpartner für alle Fragen zum Thema Innovation in ihrer Region. Zu ihnen gehören Erfinder- und
Patentinformationszentren, Gründer- und Technologiezentren,

Informationsvermittler, Transfereinrichtungen, Unternehmensberatungen und Hochschuleinrichtungen.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.signo-deutschland.de

3.5 	 Forschungscampus
Mit der Förderinitiative Forschungscampus des BMBF sollen
mittel- bis langfristig wirkende, auf strategische Partnerschaften in der anwendungsorientierten Grundlagenforschung
ausgerichtete Kooperationen angeregt werden.
Die Förderinitiative gibt einen Anreiz zum Aufbau eines
neuartigen Typs von Forschungs- und Innovationszentren in
Deutschland und wird so zu einem wichtigen Impulsgeber für
Innovation.
Durch den 2011 gestarteten Wettbewerb werden bis zu
zehn innovative und zukunftsorientierte Partnerschaften
zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit Unternehmen ausgewählt, die gemeinsam
an einem Ort die Technologien und Dienstleistungen von
morgen und übermorgen entwickeln. Dabei wird vor allem
auf Forschungsfelder von starker Komplexität, einem hohen
Forschungsrisiko und besonderen Potenzialen für Sprunginnovationen fokussiert.
Unternehmen sowie Hochschulen oder Forschungseinrichtungen sollen dabei auf Augenhöhe zusammenarbeiten und
gleichermaßen voneinander profitieren. Das betrifft beispielsweise die Nutzung von vorhandenen Infrastrukturen oder
auch die Schutzrechtsvereinbarungen.
Die Förderinitiative, die über mehrere Phasen bis zu
15 Jahre angelegt ist, sieht eine projektbezogene Förderung
von einer bis zwei Mio. Euro pro Jahr für jeden ausgewählten
Forschungscampus vor. Maßgebliche Eigenbeträge der Partner
werden dabei vorausgesetzt. Am Wettbewerb teilnehmen können in erster Linie neue Modelle, aber auch bereits bestehende
Partnerschaften, wenn sie eine substanzielle Weiterentwicklung des Forschungscampus nachweisen können.
Die Auswahl der Forschungscampus-Modelle wird mit Unterstützung durch eine unabhängige Jury erfolgen. Es sollen
vor allem solche Modelle für einen Forschungscampus gefördert werden, die auf mehrere Wirtschaftspartner – auch aus
dem Mittelstand – abzielen.

0"	 weiterführende Informationen im Internet
– www.forschungscampus-deutschland.de

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR

221

Teil C:
Forschungs- und Innovationspolitik
der Länder

länder

222

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR

länder

Teil C:
Forschungs- und Innovationspolitik
der Länder

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR

223

Inhalt
�

teIl c: FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 221
�
landeswettbewerbe „Jugend forscht“

...............................................................................

226
�

einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229
�
1

Baden-württemberg

1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .231

Wissenschafts- und Innovationssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .231

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .233

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .233

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .234

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .235

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .235


................................................................................................

230
�

Freistaat Bayern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 237
�

2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
2.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .238

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .238

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .239

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .240

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .241

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .241

Internationalisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .241


3

Berlin

3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
3.6
3.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .244

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .244

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .246

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .246

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .246

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .247

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .248


.....................................................................................................................

243
�

4

Brandenburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249
�

4.1
4.2
4.3
4.4
4.5
4.6
4.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .250

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .250

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .252

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .253

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .253

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .253

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .254


5

Freie Hansestadt Bremen

5.1
5.2
5.3

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .256

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .256

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .257


..........................................................................................

255
�

Länder

2

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR

224

Länder

5.4
5.5
5.6
5.7

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .258

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .259

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .259

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .259


6

Freie und Hansestadt Hamburg

6.1
6.2
6.3
6.4
6.5
6.6

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .262

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .262

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .265

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .265

Nachwuchsförderung und Förderung von Frauen in der Wissenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .265

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .266


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261
�

7

Hessen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267
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7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
7.6

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .268

Hochschulforschung und außerhochschulische Technologiepolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .268

Forschungsförderprogramm LOEWE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .269

Außerhochschulische Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .270

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .270

Internationale Aktivitäten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .272


8

Mecklenburg-Vorpommern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 273
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8.1
8.2
8.3
8.4
8.5

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .274

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .274

Technologieförderung und Technologietransfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .277

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .277

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .278


9

niedersachsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 279
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9.1
9.2
9.3
9.4
9.5
9.6
9.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .280

Wissenschaftssystem (in ausgewählten Themenfeldern). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 280

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .282

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .283

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .283

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .283

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .284


10

nordrhein-westfalen

10.1
10.2
10.3
10.4
10.5
10.6
10.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .286

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .287

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .287

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .288

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .289

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .289

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .290


...............................................................................................

285
�

11

Rheinland-pfalz

11.1
11.2
11.3
11.4
11.5
11.6
11.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .292

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .292

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .294

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .295

Cluster- und Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .295

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .296

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .296


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291
�

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR

225

12

saarland

12.1
12.2
12.3
12.4
12.5
12.6
12.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .298

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .298

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .299

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .300

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .300

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .301

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .301


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297
�

13

Freistaat sachsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 303
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13.1
13.2
13.3
13.4
13.5
13.6
13.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .304

Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .304

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .306

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .306

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .307

Sonstige Programme und Maßnahmen des Landes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .307

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .308


14

sachsen-anhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 309
�

14.1
14.2
14.3
14.4
14.5
14.6
14.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .310

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .310

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .312

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .313

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .314

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .314

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .314


schleswig-Holstein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 315
�

15.1
15.2
15.3
15.4
15.5
15.6
15.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .316

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .316

Technologieförderung und Technologietransfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .318

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .319

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .319

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .320

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .320


16

Freistaat thüringen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 321
�

16.1
16.2
16.3
16.4
16.5
16.6
16.7

Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .322

Wissenschaftssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .323

Technologieförderung und Technologietransfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .323

Gründerförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .324

Netzwerkförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .325

Nachwuchsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .325

Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .326


Länder

15

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR

226

Länder

Landeswettbewerbe „Jugend forscht“
Jugend forscht hat zum Ziel, Jugendliche für Naturwissenschaften, Mathematik und Technik zu begeistern, besondere
Talente zu fördern und in ihrer Studien- und Berufswahl zu
unterstützen.

Pro Jahr führt Jugend forscht bundesweit über 100 Wettbewerbe
durch. Seit der Gründung 1965 haben sich über 200.000 junge
Menschen am Wettbewerb beteiligt. Die Mehrzahl der erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bleibt ihren Fächern
in Ausbildung und Studium treu. Viele sind anschließend als
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Hochschulen und

Baden-Württemberg

Bremen

Bayern

Berlin

Brandenburg

Robert Bosch GmbH / Stiftung Jugend forscht e. V.

Wacker Chemie AG / Stiftung Jugend forscht e. V.

Siemens AG / Stiftung Jugend forscht e. V.

BASF Schwarzheide GmbH / Stiftung Jugend forscht e. V.

Hamburg

Hessen

Astrium GmbH / Stiftung Jugend forscht e. V.

Airbus Operations GmbH / Stiftung Jugend forscht e. V.

Merck KGaA / Stiftung Jugend forscht e. V. (Foto: Claus Völker)

Mecklenburg-Vorpommern

Stadtwerke Rostock AG, WEMAG AG /
Stiftung Jugend forscht e. V.

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR

227

Forschungseinrichtungen oder als Führungskräfte in Unternehmen tätig. Förderer der Initiative sind Bundesregierung, stern
und Wirtschaft; die Kultusministerien und Schulen unterstützen
Jugend forscht maßgeblich. Die Bundesministerin für Bildung
und Forschung ist Kuratoriumsvorsitzende des Wettbewerbträgers, dem gemeinnütziger Verein Stiftung Jugend forscht e. V.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 

finanziert die Jugend forscht Geschäftsstelle in Hamburg. 

Schirmherr des Wettbewerbs ist der Bundespräsident. 

Die Bilder auf dieser Doppelseite zeigen aktuelle Landes- 

siegerinnen und -sieger.
�

Niedersachen Technische Universität Clausthal / Stiftung Jugend forscht e. V.

Sachsen

Nordrhein-Westfalen

Sachsen-Anhalt

Saarland

BASF SE / Stiftung Jugend forscht e. V.

TÜV NORD BILDUNG Saar GmbH, IHK Saarland /
Stiftung Jugend forscht e. V.

Schleswig-Holstein

Thüringen

E.ON Avacon AG / Stiftung Jugend forscht e. V.

Technische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität
Kiel / Stiftung Jugend forscht e. V.

JENOPTIK AG / Stiftung Jugend forscht e. V.

Länder

Rheinland-Pfalz

Bayer AG / Stiftung Jugend forscht e. V.

Jugend forscht Sachsen / Stiftung Jugend forscht e. V.
(Patenunternehmen: BMW AG, GLOBALFOUNDRIES, Siemens AG)

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR

228

abb. 24 Regionale aufteilung der ausgaben für Forschung und entwicklung der Bundesrepublik
Deutschland (Durchführung und Finanzierung von Forschung und entwicklung) (2009)

SH
1,25  0,29

MV
1,75  0,47

HH
HB

2,28  0,48
BE

2,47  0,49
NI
ST
2,69  0,39
1,32  0,54
NW

NW
2,04  0,35

2,04  0,35

3,64  0,69
BB
1,38  0,33
SN

TH

Länder


HE
RP

2,68  0,58

2,05  0,5

3,02 0,3

2,11  0,34
1,26  0,32
SL
BY
BW
3,08  0,35
4,79  0,4

Staatliche FuE­Ausgaben der Länder 
(Finanzierung von FuE; 2009)
Gesamtausgaben in % am BIP des Landes 
(Durchführung)

Gesamtausgaben für FuE nach Ländern (Durchführung von FuE)
< 500 Millionen Euro

Erläuterungen der Abkürzungen: FuE = Forschung und Entwicklung;
BIP = Bruttoinlandsprodukt; Länderabkürzungen siehe Abkürzungsverzeichnis
Quelle: Stifterverband Wissenschaftsstatistik; Statistisches Bundesamt,
Berechnungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
Weiterführende Daten: www.datenportal.bmbf.de/portal/Tabelle-1.1.11.html

500 – 1.000 Millionen Euro
Staatliche Ausgaben in % am BIP des Landes
> 1.000 Millionen Euro
(Finanzierung)
Erläuterung der Abkürzungen: FuE = Forschung und Entwicklung; BIP = Bruttoinlandsprodukt; Länderabkürzungen siehe Glossar.

FoRscHunGs- unD InnoVatIonspolItIk DeR länDeR

229

Einleitung
�

Die föderale struktur der Bundesrepublik ermöglicht es, die regionalen Fähigkeiten, Ressourcen und
Infrastrukturen der 16 länder unter Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheiten zu entwickeln
und zu nutzen. neben den aktivitäten der Bundesrepublik führen die 16 länder eine Vielzahl an landesspezifischen forschungs-, technologie- und innovationspolitischen Fördermaßnahmen durch.
Bitte beachten Sie: Die Länder stellen aufgrund der Hoheit
über die Landespolitiken im Bundesbericht Forschung und
Entwicklung 2012 ihre Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik in Eigenverantwortung dar. Jedem Länderbericht
ist eine einheitlich strukturierte Überblicksseite vorangestellt,
welche die jeweilige Forschungslandschaft, die Struktur- und
Innovationsdaten sowie die Schwerpunkte der Ländermaßnahmen abbildet.
Im Interesse der Einheitlichkeit und der daraus resultierenden
besseren Übersichtlichkeit sowie Vergleichbarkeit hat das BMBF
den Ländern folgende Gliederung ihrer Beiträge vorgeschlagen:
1. 	 Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und
Innovationspolitik
2. 	 Wissenschaftssystem
3. 	 Technologieförderung und Technologietransfer
4. 	 Gründerförderung
5. 	 Netzwerkförderung
6. 	 Nachwuchsförderung
7. 	 Internationale Zusammenarbeit
Bedingt durch unterschiedliche Schwerpunktsetzungen und
landesabhängige Besonderheiten sind einzelne Länder von
dieser Gliederung in einigen Aspekten abgewichen.

Länder

Dabei werden spezifische Stärken der einzelnen Regionen hinsichtlich Technologie-, Wirtschafts- und Innovationskompetenz aufgegriffen und bestehende räumliche Strukturen und
Besonderheiten berücksichtigt. Mit diesen landesspezifischen
Fördermaßnahmen wird komplementär zu übergreifenden
Maßnahmen gefördert. Somit kann es in den Ländern zwar
Fördermaßnahmen im gleichen Technologiekontext geben,
jedoch sind Unterschiede in der Schwerpunktsetzung möglich.
Wenngleich es in allen Ländern Initiativen wie z. B. in
den Informations- und Kommunikationstechnologien, der
Medizintechnik oder den Umwelttechnologien gibt, unterscheiden sich deren Schwerpunktsetzungen. Verstärkt gibt es
nunmehr in den Ländern auch Maßnahmen in den Bereichen
Sicherheitstechnologien und Elektromobilität. Eine besondere
Bedeutung haben zahlreiche landesspezifische Innovationsprogramme bei der Unterstützung des Strukturwandels, das
heißt, wenn sich traditionelle Industriestandorte zu modernen
Hightech- und Dienstleistungszentren entwickeln.
Die regional unterschiedliche Forschungs- und Innovationsförderung sowie die adressierten Schwerpunktsetzungen
tragen entscheidend dazu bei, das deutsche Forschungs- und
Innovationssystem in seiner Gesamtheit zu stärken. Abbildung 24 gibt einen Überblick zur regionalen Aufteilung der
Ausgaben für Forschung und Entwicklung (Durchführung und
Finanzierung von Forschung und Entwicklung) im Jahr 2009.

BaDen-wüRtteMBeRG

230

1

Baden-Württemberg

strukturindikatoren

Länder

Landeshauptstadt: Stuttgart
Fläche: 35.751,45 km2
Einwohneranzahl (in 1.000): 10.749,90 (Stand: 30.06.2010)
Bevölkerungsdichte (je km2): 300,68 (Stand: 30.06.2010)
Bruttoinlandsprodukt (in Mio. Euro, 2010): 361.746
Bruttoinlandsprodukt (nominal je Einwohner in Euro, 2010):
33.651,15
Exportquote (Auslandsumsatz am Umsatz im verarbeitenden
Gewerbe in %, 2010): 42,5

•	�
•	�

schwerpunkte der Forschungs- und
entwicklungsmaßnahmen

•	�
•	�

Innovationsindikatoren

•	�

Gesamt FuE-Ausgaben (in Mio. Euro, 2009): 16.351
Gesamt FuE-Ausgaben (in % am BIP des Landes, 2009): 4,79
Staatliche FuE-Ausgaben (in Mio. Euro, 2009)1: 1.365
Staatliche FuE-Ausgaben (in % am BIP des Landes, 2009): 0,40
Patentanmeldungen (2010): 14.813
Patentanmeldungen je 100 Tsd. Einwohner (2010): 138

•	�

Forschungs- und wissenschaftslandschaft

•	�
•	�
•	�
•	�

•	�

9 Universitäten
23 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften
12 Institute der Max-Planck-Gesellschaft
2 Institute der HelmholtzGemeinschaft: KIT,
Deutsches Krebsforschungszentrum
2 Standorte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt
und 9 Standorte der Deutschen
Zentren für Gesundheitsforschung
7 Institute der LeibnizGemeinschaft
Heidelberger Akademie der
Wissenschaften
Ressortforschungseinrichtungen des Bundes: BFU für
Ernährung und Lebensmittel
sowie BA für Wasserbau
Institut für Transurane

1

Quelle: Tabelle 14

•	�

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•	�
•	�

European Molecular Biology Laboratory
Innovationsallianz Baden-Württemberg: 12 wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen

•	�

Nachhaltige Wissenschaft und Forschung fördern: Sicherung einer sehr gut ausdifferenzierten und international
konkurrenzfähigen Hochschul- und Forschungslandschaft
Schwerpunktsetzung und Profilbildung im Hinblick auf
wissenschaftliche Exzellenz
Gezielte Förderung des wissenschaftlichen und
unternehmerischen Nachwuchses
Intensivierung der Vernetzung von Wissenschaft und
Wirtschaft
Ausbau der Wachstumsbereiche nachhaltige Mobilität,
Umwelttechnologie, Ressourceneffizienz, Gesundheit und
Pflege sowie Embedded Systems und IT-Dienstleistungen

weitere Informationen
www.baden-wuerttemberg.de

Innenansicht in KATRIN

BaDen-wüRtteMBeRG

1.1 	 Grundsätze und Schwerpunkte
der Forschungs- und Innovationspolitik
Baden-Württemberg ist eine der hochschulreichsten und forschungsintensivsten Regionen Europas mit einer ausdifferenzierten Hochschul- und Forschungsinfrastruktur. Grundlagenforschung, die angewandte und die produktnahe Forschung
sind hier in einem ausgewogenen Verhältnis vertreten und
werden durch ein weitverzweigtes Netz von Transfereinrichtungen ergänzt.
Die Hochschulen verfügen über ein hohes Maß an Autonomie und entscheiden eigenverantwortlich über ihre Profilbildung. Das Land bietet den Hochschulen folgende Unterstützungsleistungen an:

•	�

•	�

•	�

Schaffung von forschungsfreundlichen Rahmenbedingungen, was insbesondere die finanzielle Planungssicherheit
durch die mehrjährige Festschreibung der Grundfinanzierung der Hochschulen beinhaltet
Unterstützung der Berufung von ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und
Ausland über den Struktur- und Innovationsfonds durch
zusätzliche Geräteausstattung
Anschubfinanzierung von Forschungsschwerpunkten,
die im Rahmen von wissenschaftlichen Begutachtungen
ausgewählt wurden

•	�
•	�
•	�
•	�

Nachhaltige Mobilität
Umwelttechnologie, Ressourceneffizienz
Gesundheit und Pflege
Embedded Systems und IT-Dienstleistungen

Diese Schwerpunkte liegen auch im Fokus der Koalitionsvereinbarung 2011. Mit einem Impulsprogramm von 60 Mio.
Euro Landesmitteln werden derzeit umgesetzt:

•	�
•	�
•	�

„Leuchtturmprojekte“ in den vier Schwerpunkten
Maßnahmen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs
Maßnahmen zur Verbesserung der FuE-Rahmenbedingungen und des Technologietransfers in KMU sowie bei der
Gründungsförderung

1.2 	 Wissenschafts- und
Innovationssystem
Forschungsland Baden-württemberg
Die Forschungs- und Technologiepolitik ist durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik
geprägt. Die verantwortlichen Ressorts stimmen ihre Aktivitäten eng aufeinander ab. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ist für alle Hochschulen des Landes und den
größten Teil der außeruniversitären Forschungseinrichtungen
zuständig. Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft ist für
die außeruniversitäre wirtschaftsnahe Forschung verantwortlich. Gemeinsam kümmern sich beide Ministerien um einen
funktionierenden Technologietransfer.
Das Land Baden-Württemberg hat mit FuE-Aufwendungen
von 16,35 Mrd. Euro (Anteil von 4,79 % am Bruttoinlandsprodukt) die höchste FuE-Intensität der deutschen Länder und
erreicht auch im Vergleich der Regionen einen Spitzenwert in
Europa. Dabei entfallen 80 % der FuE-Tätigkeit auf die Wirtschaft, 11 % auf die Hochschulen und 9 % auf die außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die hohe FuE-Intensität ist
Ursache und Folge der hohen Innovationskraft der Unternehmen im Land. Besonderes Gewicht hat dabei der Fahrzeugbau
einschließlich der Zulieferer, von denen in Baden-Württemberg viele weltweit renommierte Unternehmen ansässig sind.
Diese Branche bringt fast die Hälfte aller FuE-Aufwendungen
der Wirtschaft im Land auf.
Die Baden-Württemberg Stiftung gGmbH fördert mit den
Erträgen ihres Stiftungskapitals gemeinnützige Zwecke zur
Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Landes. In der Forschung
konzentriert sie sich in Ergänzung zur strukturellen Forschungsförderung des Landes auf Förderungen in der Grundlagenforschung mit Anwendungsperspektiven insbesondere in
den Schlüsseltechnologien.
Forschung im Hochschulbereich
Die Markenzeichen der Forschungspolitik sind eine sorgfältige
Berufungspolitik, eine gezielte Schwerpunktsetzung in und
zwischen den Universitäten sowie zwischen den Universitäten
und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und die
wissenschaftliche Qualität als entscheidendes Förderkriterium.
Die Forschungspolitik hat wichtige Rahmenbedingungen für
den Erfolg der Universitäten in den ersten beiden Förderrunden

Länder

Wissenschaftliche Innovationen sind die Voraussetzung für
neue Produkte, da sie neue Marktchancen eröffnen. Die Forschungspolitik ist deshalb darauf ausgerichtet, qualifizierten
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und
Ausland möglichst gute Bedingungen für ihre Forschung im
Land zu bieten. Die Umsetzung der Forschungsergebnisse in
marktfähige Produkte, Dienstleistungen bzw. Prozesse liegt
in der Verantwortung der Unternehmen. Das Ministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) sowie das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft (MFW) fördern im Rahmen
einer gemeinsamen Cluster- und Netzwerkstrategie die
Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und anderen
am Innovationsgeschehen beteiligten Akteuren sowie einzelbetriebliche und kooperative Forschungsvorhaben. Dabei
werden die Empfehlungen der Studie „Wirtschaftliche und
technologische Perspektiven der baden-württembergischen
Landespolitik bis 2020“ berücksichtigt, die im Auftrag der
Landesregierung angefertigt und im Juli 2010 veröffentlicht
wurde. Die Forschungs- und Technologiepolitik des Landes
umfasst danach schwerpunktmäßig die Wachstumsbereiche

231

BaDen-wüRtteMBeRG

232

der Exzellenzinitiative geschaffen: vier von insgesamt neun
Universitäten mit Elitestatus liegen in Baden-Württemberg:

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•	�

•	�

Länder

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Die Universität Freiburg gestaltet unter dem Motto
„Windows for Research“ Forschungsfreiräume für hoch
qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, international renommierte Forscherinnen und Forscher sowie Gastwissenschaftlerinnen und
Gastwissenschaftler.
Die Universität Heidelberg schlägt mit ihrem Zukunftskonzept eine Brücke zwischen Tradition und „Zukunft einer
Volluniversität“, da es die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen und die
Ausweitung strategischer Allianzen mit dem außeruniversitären Forschungsbereich zum Ziel hat.
Das Kernelement des Zukunftskonzepts der Universität
Karlsruhe ist die Fusion mit dem Forschungszentrum
Karlsruhe zum Karlsruhe Institute of Technology (KIT).
Diese Fusion, die auf der Grundlage des KIT-Zusammenführungsgesetzes alle Aktivitäten beider Einrichtungen zum
1. Oktober 2009 zusammengeführt hat, ist das bundesweite
Pilotprojekt zum Aufbrechen der Versäulung der deutschen
Forschungslandschaft und zu ihrer Neustrukturierung.
Die Universität Konstanz wurde als bundesweit einzige
kleine (weniger als 200 Professuren) und zugleich junge
Universität für ihr Zukunftskonzept ausgezeichnet. Es stellt
die Weiterentwicklung des „Modells Konstanz“ unter die
Vision einer „Kultur der Kreativität“ und legt ein besonderes Gewicht auf die weitere Verbesserung der internationalen Attraktivität der Universität Konstanz für junge
Spitzenforscherinnen und -forscher.

Jede dieser Universitäten hat einen oder mehrere Exzellenzcluster und Graduiertenschulen. Auch an anderen badenwürttembergischen Universitäten wurden Exzellenzcluster
und Graduiertenschulen eingerichtet. In der Exzellenzinitiative II bewerben sich die baden-württembergischen Universitäten mit zwanzig Fortsetzungsanträgen (vier Zukunftskonzepte,
sieben Exzellenzcluster, neun Graduiertenschulen) und zehn
Neuanträgen (ein Zukunftskonzept, drei Exzellenzcluster,
sechs Graduiertenschulen). Die staatlichen Universitäten einschließlich der medizinischen Fakultäten konnten im Jahr 2010
zusammen rund 921 Mio. Euro an Drittmitteln einwerben.
Die 23 staatlichen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind regionale Innovationsmotoren für die mittelständische Wirtschaft und betreiben produktnahe Anwendungsforschung. Sie steigerten ihre Drittmittel von knapp
12 Mio. Euro im Jahr 2000 auf 44 Mio. Euro im Jahr 2010.
Die Förderung des Landes ruht auf drei Pfeilern:

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An fast jeder Hochschule gibt es Institute für Angewandte
Forschung, die forschungsaktive Professorinnen und Professoren unterstützen. Sie bilden das Rückgrat der angewand-

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ten Forschung in den Hochschulen und erhalten vom Land
eine Grundfinanzierung. Die leistungsstärksten bekommen zusätzliche Bonusmittel aus dem Landeshaushalt, die
in einem wettbewerblichen Verfahren vergeben werden.
In einem Wettbewerbsverfahren werden im Programm
„Innovative Projekte“ begutachtete Forschungsprojekte mit
Unternehmen und oft auch Universitäten in den Ingenieur-,
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gefördert.
Seit 2008 baut das Land mit teilweiser Unterstützung
durch EU-Strukturmittel an den Hochschulen „Zentren für
angewandte Forschung“ auf. Sie bündeln die Kapazitäten
und Kompetenzen zu Schlüsseltechnologien mehrerer
Hochschulen und machen sie damit nicht nur für Unternehmen, sondern auch für die Universitäten zu interessanten Kooperationspartnern.
Im Zusammenhang mit der Bologna-Reform wurden 2010
kooperative Promotionskollegs zwischen Hochschulen und
Universitäten eingerichtet, um die Promotionsbedingungen für Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen
für Angewandte Wissenschaften auf eine verlässliche
Grundlage zu stellen (vgl. Ziffer 1.6 Nachwuchsförderung).

außeruniversitäre Forschung
Baden-Württemberg verfügt über eine breite außeruniversitäre Forschungslandschaft. Mit FuE-Ausgaben von rund 1,51 Mrd.
Euro pro Jahr erreicht dieser Sektor annähernd den Universitätsbereich. Dazu gehören:

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12 Institute der Max-Planck-Gesellschaft
16 Institute und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft
2 Institute der Helmholtz-Gemeinschaft (Karlsruher Institut
für Technologie, Deutsches Krebsforschungszentrum)
2 Standorte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt
9 Standorte der Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung
7 Institute der Leibniz-Gemeinschaft
Heidelberger Akademie der Wissenschaften
2 Ressortforschungseinrichtungen des Bundes (Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel sowie
Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe)
Institut für Transurane als Teil der gemeinsamen
EU-Forschungsstelle
European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg,
das von 20 europäischen Staaten, Israel und Australien
finanziert wird
12 wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen der Innovationsallianz Baden-Württemberg. Sie werden mit insgesamt
rund 20 Mio. Euro jährlich vom Land institutionell gefördert, sind über ihre Leitungspositionen mit benachbarten
Hochschulen verbunden und bilden eine wichtige Brücke
zwischen der Wissenschaft und insbesondere kleinen und
mittleren Unternehmen
mehrere Forschungseinrichtungen in den Geistes- und
Sozialwissenschaften

BaDen-wüRtteMBeRG

Ressortforschung
Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft
Baden-Württemberg unterstützt im Programm „Lebensgrundlage Umwelt und ihre Sicherung (BW-PLUS)“ Projekte mit
besonderer Bedeutung für Baden-Württemberg. Dabei geht es
um natur- und sozialwissenschaftliche Lösungen zur Gestaltung einer lebenswerten Umwelt.
Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz betreibt in den landwirtschaftlichen Landesanstalten,
der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt sowie den
Chemischen und Veterinäruntersuchungsämtern anwendungsorientierte Forschung. Sie beschäftigt sich mit Fragen
der Verbraucherpolitik/des Verbraucherschutzes, der Nachhaltigkeit in der Land- und Forstwirtschaft, des Klimawandels und
der Biodiversität.

1.3 	 Technologieförderung
und Technologietransfer

patentverwertung
Ideen und Technologien sind die Währung des 21. Jahrhunderts: Nur ihre konsequente Förderung sowie ihre gewinnbringende Vermarktung sichern die globale Wettbewerbsfähigkeit. Mehrere Patentverwertungsagenturen bieten umfangreiche Dienstleistungen für Patentierung und Verwertung von
Erfindungen an. Das Technologielizenzbüro TLB der badenwürttembergischen Hochschulen hat sich in den letzten Jahren zu einer der leistungsfähigsten Agenturen für Erfindungsund Patentmanagement entwickelt und erzielt unter den
Patentverwertungsagenturen die höchsten Lizenzeinnahmen.
Verbundforschung
Forschungseinrichtungen und Unternehmen bearbeiten
Themen im vorwettbewerblichen Bereich. Zur Umsetzung der
entsprechenden Empfehlungen, die der Innovationsrat BadenWürttemberg im September 2010 ausgesprochen hat, stellte
das Land 5 Mio. Euro zur Verfügung. Nach einer Ausschrei-

bung hat das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft 2010
15 Projekte mit einer Beteiligung von 86 Unternehmen sowie
22 Instituten und Forschungseinrichtungen mit einem Gesamtvolumen von fast 12 Mio. Euro bewilligt.
Neben der klassischen Verbundforschung gewinnen die
„Industry on Campus“-Vorhaben zunehmend an Bedeutung.
„Industry on Campus“-Vorhaben sind strategisch ausgerichtete und für eine längere Zeit vereinbarte Forschungspartnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen, die
von Land und Unternehmen gemeinsam finanziert werden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Partner arbeiten vielfach auf dem Hochschulgelände in einem Gebäude an
gemeinsam definierten Themen im vorwettbewerblichen Bereich. Beispiele sind das Projekthaus „e-drive“ (KIT und Daimler AG), das Katalyselabor CaRLa (Universität Heidelberg und
BASF) und die Zusammenarbeit der Hochschule Offenburg mit
der badenova zu nachwachsenden Rohstoffen.
stärkung der Innovationsfähigkeit von kMu
Baden-Württemberg hat 2008 als erstes Land Innovationsgutscheine eingeführt. Kleine und mittlere Unternehmen
erhalten dadurch die Möglichkeit, sich externen Sachverstand
auf dem nationalen und internationalen Forschungsmarkt
einzukaufen. Aufgrund des erfolgreichen Verlaufs wird die
Förderung 2012 fortgeführt und um eine Hightech-Komponente ergänzt, die mit max. 20.000 Euro die Produktentwicklung
und den Prototypenbau von jungen innovativen Unternehmen
unterstützen soll. Im ESF-Förderprogramm Coaching wurden
außerdem seit 2007 über 1.000 Innovationscoachings mit insgesamt über 3,9 Mio. Euro gefördert.

1.4 	 Gründerförderung
Baden-Württemberg und seine Förderbanken (L-Bank, Bürgschaftsbank Baden-Württemberg sowie Mittelständische
Beteiligungsgesellschaft) bieten Gründerinnen und Gründern
sowie mittelständischen Unternehmen ein breites Spektrum
an öffentlichen Förderprogrammen. Diese reichen von Mikrofinanzierungen und Darlehensprogrammen über Bürgschaften
und Beteiligungen bis hin zur Bereitstellung von Wagniskapital und Innovationsförderprogrammen.
Seit 1997 fördert die Initiative Existenzgründungen und
Unternehmensnachfolge des Ministeriums für Finanzen und
Wirtschaft Baden-Württemberg (ifex) die Einrichtung von
Gründerverbünden und Inkubatoren. Damit soll ein positives
„Gründungsklima“ an den Hochschulen geschaffen, das Thema
„Entrepreneurship“ stärker in der Lehre verankert und innovative Gründungsprojekte aus Hochschulen unterstützt werden.
Gründerinnen und Gründer erhalten die Möglichkeit, in der
Startphase auf dem Hochschulgelände zu arbeiten und die
Ressourcen der Hochschule zu nutzen. Außerdem werden sie
bei der Antragstellung zu Förderprogrammen des Landes und
des Bundes unterstützt. Im Rahmen des Förderaufrufs „Ausbau
des Unternehmergeistes an baden-württembergischen Hoch-

Länder

In Baden-Württemberg besteht ein differenziertes und leistungsfähiges Transfernetz, in das die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit Technologie- und
Beratungsstellen eingebunden sind. In den Kammern gibt es
Innovationsberater und aus EU-Strukturmitteln kofinanzierte
Technologietransferbeauftragte als regionale Ansprechpartner. Die Steinbeis-Stiftung hat ein flächendeckendes, auf die
Belange kleiner und mittelständischer Unternehmen ausgerichtetes Transfernetzwerk aufgebaut. Der Steinbeis-Verbund
bietet mit seinen 470 Steinbeis-Unternehmen im Land Beratung, Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung sowie Analysen und Expertisen. Die Steinbeis-Unternehmen sind
in der Regel an Hochschulen und Forschungseinrichtungen
angesiedelt, um eine enge Zusammenarbeit sicherzustellen.

233

BaDen-wüRtteMBeRG

234

schulen“ wurden von Anfang 2009 bis Ende 2011 insgesamt
10 Projekte, an denen 30 Hochschulen beteiligt waren, aus
Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Darauf
aufbauend erfolgte Anfang 2012 der ESF-Förderaufruf „Nachhaltige Gründungslehre und Gründungsunterstützung an
baden-württembergischen Universitäten und Hochschulen“.
Die Laufzeit der neuen Projekte beginnt frühestens am 1. Juli 2012
und endet voraussichtlich spätestens am 30. September 2014.
Diese institutionelle Förderung wird durch das Förderprogramm „Junge Innovatoren“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst ergänzt. Junge Wissenschaftle rinnen und Wissenschaftler sowie Absolventinnen und Absolventen erhalten Personalmittel. Seit 2011 werden auch zusätzlich Sach- und Investitionsmittel für ihre Gründungsvorhaben
vergeben. Sie bleiben bis zu drei Jahre Mitglied der Hochschule
und sind in die Gründerverbünde und Inkubatoren eingebunden. Mit diesem Programm wurden seit 1995 ca. 200 Ausgründungen unterstützt. Gute Standortvoraussetzungen für Unternehmensgründungen sowie Ausgründungen aus Hochschulen
bieten auch die Technologiezentren im Land. Dazu gehören
u. a. sechs Softwarezentren und fünf Biotechnologieparks.
Hinzu kommen landesweite Unternehmensplanspiele
wie z. B. PrimeCup, der mittlerweile im Rahmen von EXIST
bundesweit ausgetragen wird, und Wettbewerbe (z. B. der
Businessplan-Wettbewerb NewBizCup) an den Schulen und
Hochschulen im Land.

Länder

1.5 Netzwerkförderung
Die Wirtschaft des Landes kann sich auf den Weltmärkten
nur durch Wettbewerbsvorsprünge in der Hoch- und Spitzentechnologie behaupten. Solche Innovationen erfordern nicht
nur eine inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit in der
Forschung, sondern auch eine enge Zusammenarbeit zwischen
Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
Dies geschieht insbesondere in Cluster- und Innovationsnetzwerken, deren Förderung ein Kernelement der Innovationsund Strukturpolitik des Landes ist.
Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft hat mit dem
Regionalen Clusteratlas und der Regionalen Clusterdatenbank (www.clusterdatenbank-bw.de) für Interessenten eine
Handreichung zu den regionalen Clustern mit den jeweiligen
Clustermanagements und landesweiten Innovationsnetzwerken erarbeitet. Hinzu kommt der regelmäßige „Clusterdialog
Baden-Württemberg“ als Kontaktplattform für die landesweiten und regionalen Clusterakteure.
Im Rahmen eines regionalen Clusterwettbewerbs hat das
Ministerium für Finanzen und Wirtschaft in zwei Wettbewerbsrunden seit 2008 insgesamt 22 regionale Clustermanagements prämiert, die aus Mitteln des Europäischen Regionalfonds (EFRE) gefördert werden können. Sie decken ein breites
Themenspektrum ab und umfassen Innovationsbereiche wie
z. B. Nanotechnologie, Energie, Luft- und Raumfahrt, unternehmensnahe Dienstleistungen oder Satellitenkommunikation. Diese Cluster ergänzen die landesweiten Netzwerke, deren

Etablierung das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und
Kunst im Leichtbau, in der Nanotechnologie, Bionik, Intralogistik und im IT-Bereich initiiert oder unterstützt hat. Das
Ministerium für Finanzen und Wirtschaft fördert landesweite
Netzwerke in den Kompetenzfeldern Automotive, faserbasierte Werkstoffe, anwendungsbezogene Satellitennavigation und
mobile IT, Umwelttechnologie, Logistik, Mechatronik, Kultur-,
Kreativ- und IT-Wirtschaft mit EFRE-Mitteln.
Zur Koordinierung und zur Verstärkung der lokalen und
landesweiten Innovationspotenziale gibt es bereits eine Reihe
leistungsfähiger technologie- und branchenorientierter Agenturen und Netzwerke, die eine institutionelle Förderung des
Landes erhalten:

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Die BIOPRO Baden-Württemberg GmbH ist seit Ende 2002
die zentrale Anlaufstelle für alle Belange der Biotechnologie im Land. Sie unterstützt Forschungseinrichtungen und
Unternehmen beim Technologietransfer, Standortmarketing, Vernetzung und Unternehmensentwicklung, auch
über Branchengrenzen hinweg.
Die MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH ist Brancheneinrichtung und Kompetenzzentrum für IT und Medien. Sie führt gleichzeitig die
Geschäftsstelle vom Baden-Württemberg Connected e.V.
(bwcon), einer seit 1997 bestehenden Wirtschaftsinitiative,
die mittlerweile 470 Unternehmen und Forschungseinrichtungen umfasst.
Der Photonics BW e.V. führt die Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammen, die auf dem
Feld der optischen Technologien tätig sind. Er ist Projektträger für das Förderprogramm Optische Technologien der
Baden-Württemberg Stiftung gGmbH.
Der Mikrosystemtechnik Baden-Württemberg e.V. (MST BW)
bündelt seit 2005 die Unternehmen und Forschungseinrichtungen in diesem Technologiefeld und konnte so den
Spitzencluster MicroTEC Südwest 2010 erfolgreich aufbauen.
Die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie (e-mobil BW GmbH) wurde Ende 2009 als
Teil der Landesinitiative Elektromobilität eingerichtet. Sie
ist die zentrale Anlauf-, Beratungs- und Servicestelle für alle
Belange der Elektromobilität.
Das Technologie- und Innovationszentrum für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz Baden-Württemberg
GmbH (Umwelttechnik BW) soll die in Wirtschaft und
Wissenschaft vorhandenen Kompetenzen auf dem Gebiet
der modernen Umwelttechnologie zusammenführen und
Ansprechpartner und Berater insbesondere für kleine und
mittlere Unternehmen sein.

Weitere themenbezogene Plattformen zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind das
Forum Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg e.V., das
Design Center Stuttgart oder der Intralogistik-Netzwerk in
Baden-Württemberg e.V.
Die Cluster- und Netzwerkförderung schafft gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beteiligung baden-württem-

BaDen-wüRtteMBeRG

bergischer Einrichtungen am Spitzencluster-Wettbewerb
und am Wettbewerb „Gesundheitsregionen der Zukunft“
des Bundes. Im Spitzencluster-Wettbewerb werden nach drei
Ausschreibungsrunden insgesamt 15 Spitzencluster vom Bund
gefördert. Davon liegen 4 Cluster in Baden-Württemberg, ein
fünfter länderübergreifender Cluster hat erhebliche badenwürttembergische Anteile:

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„Forum Organic Electronics“ (Heidelberg)
„Zellbasierte und molekulare Medizin Rhein-Neckar –
BioRN“ (Mannheim)
„MicroTEC Südwest – The Cluster of Innovations“ (Freiburg)
Clusterinitiative CyberForum e.V. (Karlsruhe) als Teil des
länderübergreifenden Spitzenclusters „Softwareinnovationen für das Digitale Unternehmen – Darmstadt, Kaiserslautern, Karlsruhe, Saarbrücken, Walldorf“
„Elektromobilität Südwest“ (Stuttgart)

Im Wettbewerb „Gesundheitsregionen der Zukunft“ war die
Initiative „Metropolregion Rhein-Neckar – Raum für Gesundheit“ im Jahr 2010 erfolgreich.

1.6 Nachwuchsförderung
Neben der Ausbildung qualifizierter Fachkräfte für Wirtschaft
und Gesellschaft fördert das Ministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst mit einem differenzierten Maßnahmenkatalog den wissenschaftlichen Nachwuchs:

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Unterstützung von Promotionsvorhaben durch Landesstipendien, über deren fachliche Verteilung die Universitäten
selbstständig entscheiden.
Förderung von Graduiertenschulen und strukturierten Promotionskollegs in den Universitäten.
Einrichtung von bisher neun kooperativen Promotionskollegs, in denen Absolventinnen und Absolventen von
Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften unter gleichen Bedingungen und in gemeinsamer
Betreuung durch Professorinnen und Professoren aus Universitäten ihre Promotion durchführen. Voraussetzung für
eine Teilnahme der Universitäten war eine entsprechende
Anpassung ihrer Promotionsordnung.
Jährliche Ausschreibung des Eliteprogramms für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden durch die Baden-Württemberg Stiftung gGmbH.
Förderprogramm für Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren zur Verbesserung ihrer Ausstattung.
Margarete von Wrangell-Habilitationsförderprogramm, das
die spezifischen Bedingungen für Frauen in der Wissenschaft verbessern soll. Außerdem gibt es Wiedereinstiegsund Kontaktstipendien, um Frauen die wissenschaftliche
Tätigkeit in und nach der Familienphase zu erleichtern.
Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
führt gemeinsam mit dem Ministerium für Finanzen und
Wirtschaft die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen

in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung“ durch. In
diesem Rahmen fördert das Ministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst das ESF-Programm „MINT-Karriereberatungsstellen für Frauen“ an sieben Hochschulen für
Angewandte Wissenschaften. Die Karriereberatungsstellen sollen dazu beitragen, langfristig den Anteil an
Frauen in MINT-Führungspositionen zu erhöhen. Sie bieten
Beratungen zu Karriere- und Lebensfragen an, Kurse zu
Zusatzqualifikationen und/oder Mentoring-Programme.

1.7 Internationale Zusammenarbeit
Wissenschaft und Forschung enden nicht an nationalen Grenzen, sie sind international. Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes kooperieren mit zahlreichen Partnern
insbesondere in den USA, Ost- und Südostasien (China, Japan,
Malaysia, Vietnam), Südamerika (Chile, Brasilien), Australien
sowie Europa. An den Hochschulen betrug der Anteil der ausländischen Studierenden an allen Studierenden 12,5 % im Wintersemester 2010/2011. Der Anteil der internationalen Beschäftigten am wissenschaftlichen und künstlerischen Personal lag
im Jahr 2010 bei 10,1 %.
Eine profilierte institutionelle Zusammenarbeit gibt es mit
der deutschsprachigen Andrássy Universität in Budapest, der
German University in Kairo und der im Aufbau befindlichen
Vietnamesisch-Deutschen Universität in Ho Chi Minh City. Das
Land arbeitet außerdem mit der Stadtregion Shanghai und der
Provinz Jiangsu in der Systembiologie und in der Nanotechnologie sowie mit Singapur in der Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern in den
Lebenswissenschaften zusammen.
Die Baden-Württemberg Stiftung gGmbH trägt mit ihrem
umfangreichen Baden-Württemberg Stipendienprogramm
und ihrem Programm „Internationale Spitzenforschung“ erheblich zum Ausbau der internationalen Zusammenarbeit in
Wissenschaft und Forschung bei.
Das Arnold-Bergstraesser-Institut, das eng mit der Universität Freiburg zusammenarbeitet, ist national und international
in der Entwicklungspolitik ausgewiesen. Das Deutsch-Französische Institut (dfi) ist ein anerkanntes sozial- und geisteswissenschaftliches Informations- und Forschungszentrum über Entwicklungen in Frankreich und besitzt die bundesweit größte
Frankreich-Bibliothek.
Die Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen nutzen erfolgreich die Programme der Europäischen
Union. Sie haben im laufenden 7. EU-Forschungsrahmenprogramm bundesweit die meisten Mittel eingeworben, d.h.
insgesamt 802,7 Mio. Euro (Stand: 19. Oktober 2011). Das Land
unterstützt sie sowohl bei der Vorbereitung von Forschungsanträgen als auch bei der Beteiligung an den europäischen
Forschungsinfrastrukturen. EU-Strukturfondsmittel werden
auch für Forschungsverbünde, Cluster und den Ausbau der
Forschungsinfrastruktur im ländlichen Raum eingesetzt. Der
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit dienen die Unterstützung der Internationalen Bodenseehochschule und die

Länder

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236

Länder

Aktivitäten in Wissenschaft, Forschung und Technologie in der
Metropol-Region Oberrhein. Seit vielen Jahren arbeitet BadenWürttemberg außerdem im Netzwerk „Vier-Motoren für
Europa“ in Wissenschaft, Forschung und Technologie eng mit
den Partnerregionen Katalonien, Rhône-Alpes und Lombardei
zusammen. Über aktuelle Maßnahmen in der Forschungs- und
Innnovationspolitik wird auf dem CORDIS-Server der Europäischen Kommission berichtet. Der Europabeauftragte des Ministers für Finanzen und Wirtschaft und das von ihm geleitete
Steinbeis-Europa-Zentrum bieten insbesondere für die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sowie für kleine und
mittlere Unternehmen Informationen und Hilfestellung beim
Zugang zur EU-Forschungsförderung.

BaDen-wüRtteMBeRG

FReIstaat BayeRn

2

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Freistaat Bayern
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strukturindikatoren
Landeshauptstadt: München
Fläche: 70.549,97 km2
Einwohneranzahl (in 1.000): 12.519,10 (Stand: 30.06.2010)
Bevölkerungsdichte (je km2): 177,45 (Stand: 30.06.2010)
Bruttoinlandsprodukt (in Mio. Euro, 2010): 442.387
Bruttoinlandsprodukt (nominal je Einwohner in Euro, 2010):
35.336,94
Exportquote (Auslandsumsatz am Umsatz im verarbeitenden
Gewerbe in Prozent, 2010): 32,8

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Energieforschung und Clean Tech: Ressourcenmanagement, Energie- und Umwelttechnologien, Katalyse, nachhaltiges Planen und Bauen, nachwachsende Rohstoffe, 

Elektromobilität
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Neue Werkstoffe, intelligente und hybride Materialien, Nanotechnologie und deren Anwendung im organischen und
anorganischen Bereich; Leichtbautechnologien; interdisziplinäre Polymerforschung
Informations- und Kommunikationstechnologien (u. a. 

Höchstleistungsrechnen und Computersimulation)
�
Effiziente Produktionstechnologien, Mechatronik, Automatisierung, Robotik
�
Innovative, technologiebasierte Dienstleistungen

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Gesamt FuE-Ausgaben (in Mio. Euro, 2009): 13.037
Gesamt FuE-Ausgaben (in % am BIP des Landes, 2009): 3,08
Staatliche FuE-Ausgaben (in Mio. Euro, 2009)1: 1.497
Staatliche FuE-Ausgaben (in % am BIP des Landes, 2009): 0,35
Patentanmeldungen (2010): 12.969
Patentanmeldungen je 100 Tsd. Einwohner (2010): 104

weitere Informationen
www.bayern.de

universitäts- und Hochschulstandorte im Freistaat Bayern
Staatliche Universitäten

Forschungs- und wissenschaftslandschaft

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9 staatliche Universitäten (und 5 Universitätsklinika)
17 staatliche Hochschulen für angewandte Wissenschaften
– Fachhochschulen
6 staatliche Kunsthochschulen
6 nicht staatliche Universitäten und wissenschaftliche
Hochschulen
8 private und kirchliche Fachhochschulen
2 kirchliche Kunsthochschulen
1 Verwaltungsfachhochschule
55 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (davon: 12
MPI, 3 Helmholtz-Zentren, 12 Fraunhofer-Einrichtungen, 5
WGL-Institute und 23 Landeseinrichtungen)

Staatliche Hochschulen für
angewandte Wissenschaften

Aschaffenburg

Schweinfurt

Bamberg

Erlangen

1

Quelle: Tabelle 14

Amberg-Weiden

Nürnberg
Ansbach
Regensburg

Deggendorf
Ingolstadt

Passau
Landshut

Neu-Ulm

Lebenswissenschaften: Biosystemforschung, Biotechnologie, neuartige Laseranwendungen in der Diagnostik;
Gesundheitsforschung: Neurodegenerative Erkrankungen,
Diabetes, Herz-Kreislauf-, Lungen-, Infektionserkrankungen, Krebs

Bayreuth

Würzburg

schwerpunkte der Forschungs- und
entwicklungsmaßnahmen

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Hof

Coburg

Augsburg

Weihenstephan

München
Rosenheim
Kempten

Länder

Innovationsindikatoren

FReIstaat BayeRn

238

2.1 	 Grundsätze und Schwerpunkte
der Forschungs- und Innovationspolitik
Wesentlich für unseren Wohlstand, für die Sicherheit unserer
Arbeitsplätze und für einen erfolgreichen Strukturwandel
zu einer wissensbasierten Ökonomie ist die Innovationskraft
und damit Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Voraussetzung dafür sind leistungsfähige Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die die Basis für neue technologische
Entwicklungen und Innovationen schaffen. Daher genießt
die Förderung von Wissenschaft und Forschung seit jeher im
Freistaat Bayern einen besonderen Stellenwert:
Jährlich gibt der Freistaat in den laufenden Etats rund
5 Mrd. Euro für Wissenschaft, Forschung und Lehre aus.

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Bereits seit den 1990er-Jahren wurden im Rahmen der
Offensive Zukunft Bayern (1994 – 1999) und der High-TechOffensive (seit 1999) in diesem Bereich über 4 Mrd. Euro aus
Privatisierungserlösen des Freistaates Bayern investiert.
Mit dem Programm BayernFIT – Forschung, Innovation,
Technologie wurden für die Jahre 2008 bis 2011 weitere
rund 1,5 Mrd. Euro zusätzlich bereitgestellt. Das im November 2009 für fünf Jahre mit einem Volumen von über
100 Mio. Euro aufgelegte Strukturprogramm NürnbergFürth berücksichtigt ganz überwiegend FuI-Projekte. Ziel
des Programms ist es, den Strukturwandel positiv zu gestalten und nachhaltige, qualifizierte Arbeitsplätze in der
durch die Insolvenz der Quelle AG besonders betroffenen
Region zu schaffen. Auch in der aktuellen Zukunftsstrategie „Aufbruch Bayern“ (seit 2011) ist die Förderung von
Innovation eine der drei Säulen.

Länder

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Der Ministerrat hat im Mai 2011 ein „Gesamtkonzept für die
Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik“ der Bayerischen Staatsregierung verabschiedet, das die wesentlichen
Ziele der FuI-Politik in den kommenden Jahren nennt.

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Mit einem Anteil von 3,08 % am BIP (Stand: 2009) liegen die
FuE-Aufwendungen von Wirtschaft und Staat im internationalen Spitzenfeld und über dem Bundesdurchschnitt.

Diese Investitionen und Schwerpunktsetzungen erwiesen sich
als erfolgreich: Bayern gehört heute in vielen zukunftsträchtigen Feldern zu den führenden Forschungs- und Hochtechnologiestandorten in Europa.
Oberstes Ziel der bayerischen Forschungspolitik ist es, die
anerkannte Exzellenz der Forschung an bayerischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen
weiter zu erhöhen. Damit soll ihre Position in einer sich schnell
entwickelnden und immer kompetitiver werdenden nationalen und internationalen Forschungslandschaft erhalten sowie
ausgebaut werden.

Die Erfolgsfaktoren der bayerischen Forschungspolitik
sind zum einen die Förderung der Forschung in ihrer gesamten Breite und Vielfalt. Des Weiteren sind es die attraktiven
Rahmenbedingungen für die universitäre und außeruniversitäre Forschung.
Ein hoher Stellenwert kommt auch der Forschungsförderung mit Drittmitteln – insbesondere seitens der Wirtschaft –
zu. Ohne diese Drittmittel ist eine innovative und international
konkurrenzfähige Forschungslandschaft heute nicht mehr
denkbar. Aus diesem Grund hat die Bayerische Staatsregierung
im Juni 2010 das „Haus der Forschung“ (HdF) mit den Standorten Nürnberg und München eingerichtet. Aufgabe des HdF ist
es u. a., eine integrierte Förderberatung sowie ein umfassendes
Serviceangebot zur Antragstellung für EU- und Bundesmittel
bereitzustellen. Erste Erfolge im Sinne einer erhöhten Einwerbung von EU-Mitteln zeichnen sich ab.
Die Einwerbung von Drittmitteln wird bei der Zuweisung
von Haushaltsmitteln an die Hochschulen berücksichtigt. Damit
werden wichtige Anreize für die Hochschulen geschaffen, sich
verstärkt um die Einwerbung von Drittmitteln zu bemühen.

2.2 	 Wissenschaftssystem
Kennzeichnend für die Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Freistaat Bayern ist die besondere Vielfalt. Im Freistaat Bayern gibt es:

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9 staatliche Universitäten
17 staatliche Fachhochschulen – Hochschulen für
angewandte Wissenschaften
12 Max-Planck-Institute (MPI)
3 Großforschungseinrichtungen (Helmholtz-Zentren)
5 Institute der Leibniz-Gemeinschaft (WGL)
12 Institute und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft
(FhG) sowie
16 landesseitig finanzierte Forschungseinrichtungen
im Ressort des Staatsministeriums für Wissenschaft,
Forschung und Kunst

Forschung wird sowohl an Hochschulen als auch in außeruniversitären Forschungsinstituten betrieben. Das Fundament des
Forschungssystems sind die Hochschulen. Hier findet über die
Breite aller Fachrichtungen hinweg das Gros der Forschung
statt. Da sie zugleich den akademischen und wissenschaftlichen
Nachwuchs ausbilden, stehen sie für die Einheit von Lehre und
Forschung.
Die Forschungsaktivitäten der Universitäten sind vielfältiger Natur und reichen von der Grundlagenforschung bis hin
zur angewandten Forschung. In der anwendungsbezogenen
FuE sind die Fachhochschulen – Hochschulen für angewandte
Wissenschaften besonders aktiv. Sie sind die wichtigsten Kooperationspartner der KMU. Die Unternehmen profitieren von
deren Wissen und Forschungspotenzial. So werden Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft
bedeutend gestärkt. Mit einem speziellen Landesförderpro-

FReIstaat BayeRn

2.3 	 Technologieförderung
und Technologietransfer
Ein zügiger Transfer von Wissen und Technologien aus
den Hochschulen in die Unternehmen ist ein wesentlicher
Erfolgsfaktor für die Konkurrenzfähigkeit der bayerischen
Wirtschaft.
Wesentlich unterstützt wird dieser Transferprozess durch
die Arbeit der Wissens- und Technologietransferbeauftragten
an den bayerischen Hochschulen. Deren Aufgabe ist die Vermittlung, Durchführung und Betreuung von Kooperationen
mit Wirtschaftsunternehmen.

Eine hilfreiche Informationsquelle für die Suche nach
akademischem Know-how ist hierbei das Transferportal der
bayerischen Hochschulen „baydat online“ (www.baydat.de).
Dieses Portal bietet neben einem Überblick über die bayerische Hochschullandschaft und die bayerischen Cluster eine
hochschulübergreifende Recherchemöglichkeit nach Informationen sowie Ansprech- und Kooperationspartnern an den
bayerischen Hochschulen.
Ein wichtiges Forum für die Kontaktpflege zwischen Hochschulen und Wirtschaft ist ferner die Beteiligung der Hochschulen auf Fachmessen im In- und Ausland. Internationale
Leitmessen wie beispielsweise die CeBIT oder die IAA bieten
Hochschulen die Chance, ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren. Die Beteiligung an Fachmessen wird vom Freistaat
Bayern unterstützt.
Mit dem „Bonusprogramm zur Förderung der Auftragsforschung“ fördert der Freistaat die Kooperation mit der Wirtschaft, indem er die Einwerbung von Drittmitteln aus FuE-Aufträgen der Wirtschaft durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den Hochschulen durch einen Bonus honoriert.
Große Resonanz hat die Initiative zur Einrichtung von
Technologietransferzentren im Umfeld der Fachhochschulen
– Hochschulen für angewandte Wissenschaften gefunden. Die
inhaltlichen Schwerpunkte der derzeit 14 bestehenden bzw.
entstehenden Standorte für Technologietransferzentren orientieren sich an der Struktur der Wirtschaftsunternehmen in der
jeweiligen Region. Sie greifen Schwerpunktthemen wie Automotive, intelligente Systeme und Automatisierung, Mechatronik, Daten- und Leistungsübertragung, Elektromobilität,
erneuerbare Energien, optische Komponenten und AsphärenTechnik auf. Die Standorte der Technologietransferzentren
sind über Bayern verteilt, z. B. im Bayerischen Wald (Freyung,
Teisnach, Cham, Spiegelau), im unterfränkischen Obernburg
oder in Kempten. Der Freistaat Bayern finanziert die Laborausstattung und leistet eine Anschubfinanzierung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie sonstiges Personal.
Die Räumlichkeiten hingegen werden von der Kommune oder
dem Landkreis bereitgestellt. Die Technologietransferzentren
sollen der nachhaltigen Stärkung der Innovationskraft in der
entsprechenden Region dienen. Über angegliederte Gründerzentren werden weitere Impulse für die Wirtschaftsentwicklung und den Arbeitsmarkt entstehen.
Ziel der vom Freistaat Bayern und vom Bund geförderten
Hochschulpatentinitiative Bayern Patent ist es, das Erfindungspotenzial der bayerischen Hochschulen zu erschließen und
damit den Transfer wissenschaftlicher Entwicklungen in die
Wirtschaft durch professionelle Verwertung zu stimulieren.
Hierzu wurde eine Infrastruktur bestehend aus dezentral an
den Hochschulen tätigen Erfinderberaterinnen und Erfinderberatern sowie einer zentral tätigen Patent- und Vermarktungsagentur, der Bayerischen Patentallianz GmbH – BayPat,
geschaffen. Vereinigungen der bayerischen Wirtschaft sind
eng eingebunden und unterstützen die BayPat auch finanziell.
Zentraler Ansprechpartner für die Unternehmen im
Technologietransfer ist die Bayern Innovativ GmbH, die vom
Freistaat Bayern 1995 als landesweit operierende und bran-

Länder

gramm wird die angewandte FuE an den Fachhochschulen –
Hochschulen für angewandte Wissenschaften gestärkt.
Die Forschungsprofile der einzelnen Hochschulen bauen
zum einen auf gewachsenen Strukturen und vorhandenen
Kompetenzen auf. Zum anderen sind sie Ergebnis einer langfristigen Hochschulentwicklungsplanung, wie sie zuletzt im
Optimierungskonzept für die bayerischen Hochschulen von
2006 sowie im Innovationsbündnis Hochschule 2013 aus dem
Jahr 2008 und den auf ihm beruhenden Zielvereinbarungen
zum Ausbau der bayerischen Hochschulen im Rahmen des
Hochschulpakts 2020 festgelegt wurde.
Die Hochschulleitungen nehmen steuernd Einfluss auf die
Bildung profilschärfender Schwerpunkte durch die Stellenund Mittelvergabe innerhalb der Hochschule, eine zielgerichtete Berufungspolitik sowie Zielvereinbarungen im Innen- und
Außenverhältnis. Gerade kleinere Hochschulen sehen eine
erfolgreiche Forschungsstrategie oft auch im Ausbau von Spezialkompetenzen.
Neben den Hochschulen verfügt der Freistaat Bayern über
eine historisch gewachsene und ausdifferenzierte außeruniversitäre Forschungslandschaft. Zudem haben die MaxPlanck-Gesellschaft (MPG) und die Fraunhofer-Gesellschaft
(FhG) als zwei führende deutsche Forschungsorganisationen
ihren Hauptsitz in der bayerischen Landeshauptstadt. Neben
den Forschungsinstituten, die zu den Dachorganisationen
MPG, HGF, FhG und WGL gehören, gibt es zahlreiche landesseitig finanzierte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, voran die traditionsreiche Bayerische Akademie der
Wissenschaften, die 2009 ihr 250-jähriges Bestehen feiern
konnte. Ein besonderer Schwerpunkt dieser Einrichtungen im
Wissenschaftsressort liegt auf dem Gebiet der Osteuropaforschung und der historischen Forschung. Diese Einrichtungen
werden aktuell einer Strukturevaluierung unterzogen mit
dem Ziel, u. a. ihre Sichtbarkeit und Einbindung in die Forschungslandschaft zu stärken.
Die Stärkung der außeruniversitären Forschungslandschaft
und die Förderung von Kooperationen mit den Hochschulen
gehören zum essenziellen Kern der Forschungs- und Wissenschaftspolitik im Freistaat Bayern. Beispielhaft kann der 2009
gegründete Energie Campus Nürnberg genannt werden, in
dem eine Universität, eine Fachhochschule und drei außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zusammenwirken.

239

FReIstaat BayeRn

Länder

240

chenübergreifende Technologietransfereinrichtung gegründet
wurde. Sie konzipiert hierzu Plattformen wie Kongresse oder
Gemeinschaftsstände auf internationalen Hightech-Messen und
branchenspezifische Netzwerke. Individuelle Kooperationsprojekte und begleitende Internetportale ergänzen das Angebot.
Das Ziel der technologieorientierten Förderprogramme
des Freistaates Bayern ist es, durch die Förderung von Innovationen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken, Wachstumspotenziale zu verbessern und
qualifizierte Arbeitsplätze zu sichern bzw. neue zu schaffen.
Hierzu verfügt der Freistaat Bayern über das Bayerische Technologieförderungsprogramm sowie spezifische FuE-Förderprogramme in wichtigen Schlüsseltechnologien, z. B. Luft- und
Raumfahrttechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Neue Werkstoffe, Biotechnologie und Medizintechnik.
Gefördert werden FuE-Verbundvorhaben von Unternehmen
und Forschungseinrichtungen.
Das Förderprogramm „Innovationsgutscheine für kleine
Unternehmen/Handwerksbetriebe“ unterstützt innovative
Projekte solcher Unternehmen. In Kooperation mit Forschungseinrichtungen bzw. privatwirtschaftlichen Anbietern
von Entwicklungsdienstleistungen können mit den Innovationsgutscheinen neue oder verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen geplant bzw. entwickelt werden.
Unternehmen können mit einem Gutschein von maximal
7.500 Euro ihre Innovationen gezielt vorantreiben. Dabei kann
ein Unternehmen in der bis Mai 2012 dauernden dreijährigen
Pilotphase bis zu drei Gutscheine erhalten. Die Fortführung des
erfolgreichen Programms ist beabsichtigt.
Durch den gezielten Einsatz zusätzlicher Landesmittel konnten seit 2008 die Aktivitäten der Fraunhofer-Gesellschaft bayernweit ausgebaut werden. Die dabei verfolgte Zielrichtung beinhaltet neben der Etablierung neuer Themen und Standorte den
Ausbau bestehender Einrichtungen zu eigenständigen Instituten sowie die Erweiterung und Bestandspflege der vorhandenen
Institute. Thematisch konzentrieren sich die Ausbauaktivitäten
auf Health Care, Sicherheit, Mobilität, Ressourceneffizienz sowie
Kommunikations- und Lokalisierungstechnologien.
Um zukunftsweisende Projekte der Forschung zu unterstützen und für einen schnellen Transfer wissenschaftlicher
Erkenntnisse in die wirtschaftliche Umsetzung zu sorgen, hat
der Freistaat Bayern außerdem bereits 1990 die Bayerische Forschungsstiftung gegründet. Die Bayerische Forschungsstiftung
fördert mit rund 20 Mio. Euro pro Jahr innovative Projekte, die
gemeinsam von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft
durchgeführt werden.
Mit der Einrichtung des „Hauses der Forschung“ an den
beiden Standorten Nürnberg und München wurden 2010 die
mit FuI-Förderung befassten Einrichtungen Bayern Innovativ
GmbH, Bayerische Forschungsallianz GmbH, Bayerische Forschungsstiftung und Innovations- und Technologiezentrum
Bayern unter einem Dach gebündelt; damit wird auch ein Beitrag dazu geleistet, das Gesamtsystem des Technologietransfers in Bayern effizienter und für Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler sowie Unternehmerinnen und Unternehmer
transparenter zu gestalten

2.4 Gründerförderung
Die unmittelbarste Form des Wissens- und Technologietransfers
stellen innovative Unternehmensgründungen aus den Hochschulen heraus dar. An dieser Stelle setzen zwei bayerische Programme an: Das „Hochschulprogramm für Unternehmensgründungen/Gründernetzwerk Bayern – HOCHSPRUNG“ stellt durch
ein bayernweites Netzwerk die kompetente Information, Motivation und Beratung rund um das Thema Existenzgründung an
den Hochschulen sicher (www.hochsprung.de). Das „Bayerische
Förderprogramm zum leichteren Übergang in eine Gründerexistenz“ (FLÜGGE) fördert seit 1997 Existenzgründungen aus
den Hochschulen heraus, indem es jungen Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit einer innovativen Unternehmensidee die Möglichkeit eröffnet, parallel zur Konzeptionsphase
ihrer Unternehmensgründung für die Dauer von bis zu zwei
Jahren im Umfang einer halben Stelle an der Hochschule tätig
zu sein. Dadurch können die Hochschulabsolventinnen und
-absolventen ihren Lebensunterhalt sichern und in der Startphase kostengünstig Geräte, Räumlichkeiten oder andere Ressourcen der Hochschule nutzen. Rund 130 Gründungsunternehmen
konnten bereits von der FLÜGGE-Förderung profitieren, wovon
sich 80 % erfolgreich am Markt etablieren konnten oder erfolgreich verkauft wurden. Zudem wurden rund 1.100 überwiegend
hoch qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.
Unterstützung für junge Unternehmerinnen und Unternehmer bieten des Weiteren die über 50 Technologie- und
Gründerzentren in Bayern. Damit wurde eine Infrastruktur für
Gründer geschaffen, die technisch gut ausgestattete Flächenangebote mit einer kompetenten Erstberatung verbindet. Die
Unternehmen profitieren dabei besonders von der räumlichen
Nähe zu renommierten Forschungseinrichtungen.
Das Netzwerk Nordbayern und evobis unterstützen als Unternehmernetzwerke innovative Gründer und bestehende Unternehmen von der Businessplan-Erstellung über die Gründung
bis hin zur Kapitalvermittlung. Zu diesem Zweck veranstalten
sie jährlich Businessplan-Wettbewerbe – regional ausgerichtet
auf Nord- bzw. Südbayern – und bieten zudem umfassendes
Coaching zu Unternehmensplanung sowie Finanzierung für
technologieorientierte Unternehmensgründungen.
Die Bayern Kapital GmbH, die auf Initiative der Bayerischen
Staatsregierung Ende 1995 gegründet wurde, unterstützt innovative technologieorientierte Unternehmen aus verschiedensten Branchen mit Beteiligungskapital. Bislang wurden rund
170 Mio. Euro Beteiligungskapital in über 200 Unternehmen
investiert. Aufgrund der Kooperation mit anderen am Markt
tätigen Investoren sowie mit den Bundesinstitutionen ERPStartfonds der KfW und dem Hightech-Gründerfonds konnte
Bayern Kapital mindestens weitere 330 Mio. Euro Lead- und
Co-Investmentfinanzierung für junge bayerische Technologieunternehmen mobilisieren.
Das Bayerische Programm zur Förderung technologieorientierter Unternehmensgründungen (BayTOU) ist auf die Förderung technologisch und wirtschaftlich risikobehafteter Entwicklungsvorhaben in der Gründungsphase von Unternehmen
zugeschnitten. Die maximale Fördersumme für Konzeptvorha-

FReIstaat BayeRn

ben beträgt 26.000 Euro. In der Entwicklungsphase können Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft gefördert werden, die
noch keine sechs Jahre bestehen und weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigen. Seit 1998 wurden im Rahmen von BayTOU
262 Vorhaben mit insgesamt rund 24 Mio. Euro gefördert.

2.5 Netzwerkförderung

2.6 Nachwuchsförderung
Entscheidend für die Qualität und Zukunftschancen eines Wissenschaftsraums sind die dort arbeitenden und forschenden
Personen. Bayern bietet mit seinen Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen attraktive Rahmenbedingungen
für den besonders leistungsfähigen und leistungswilligen
Nachwuchs. Das im Jahr 2004 geschaffene Elitenetzwerk Bay-

ern akzentuiert dieses Angebot. Es bündelt auf der Grundlage
der Stärken Bayerns in der Forschung die besonders profilierten Wissenschaftsbereiche und verknüpft die herausragenden
Kompetenzzentren verschiedener Einrichtungen. Im Fokus
befindet sich die Vorbereitung auf eine wissenschaftliche Laufbahn bzw. eine wissenschaftsbezogene berufliche Tätigkeit.
Das Elitenetzwerk besteht aus vier aufeinander abgestimmten Programmen:

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Elitestudiengänge: 21 Elitestudiengänge bieten besonders
leistungsfähigen und motivierten Studierenden ein anspruchsvolles, nach internationalem Maßstab exzellentes
Lehrangebot unter optimalen Studienbedingungen.
Internationale Doktorandenkollegs: In elf Doktorandenkollegs werden herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler innerhalb eines anspruchsvollen
Forschungsprogramms als Gruppe intensiv betreut.
Max Weber-Programm Bayern: Dabei handelt es sich um
ein studienbegleitendes Exzellenzprogramm, das seine Stipendiaten in ideeller Hinsicht fördert und auch finanzielle
Unterstützung bietet.
Forschungsstipendien: Besonders befähigte Graduierte
und Postgraduierte können sich um ein Lebensunterhaltsstipendium bewerben. Die Förderung schließt Angebote
eines überfachlichen Exzellenzprogramms ein.

Kerngedanke des Elitenetzwerks ist die Vernetzung – sowohl
zwischen den verschiedenen Wissenschaftsstandorten als
auch über Grenzen einzelner Disziplinen hinweg. Miteinander
kooperierende bayerische Universitäten in Partnerschaft mit
ausländischen Spitzenhochschulen und außeruniversitären
Einrichtungen schaffen ein optimales Umfeld für eine erfolgreiche Forschungstätigkeit. Programmübergreifende Veranstaltungen im Elitenetzwerk sowie eine gemeinsame Plattform aller
Mitglieder im Internet runden das Vernetzungsangebot ab.
Ab dem Jahr 2013 wird das Elitenetzwerk Bayern um eine
fünfte Förderlinie „Internationale Nachwuchsforschergruppen“ im Postdoktorandenbereich erweitert. In der Nachwuchsförderung wird neben dem Elitenetzwerk Bayern ab dem Jahr
2012 ein neues Förderprogramm für „Kooperative Graduiertenkollegs“ von Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften – Fachhochschulen aufgelegt.
Ferner fördert der Freistaat Bayern das an der Bayerischen
Akademie der Wissenschaften angesiedelte „Förderkolleg“ für
hoch qualifizierte Promovierte aus Bayern, das diesen ein hochkarätiges wissenschaftliches Forum für den interdisziplinären
Austausch und wissenschaftlichen Freiraum außerhalb der
Universitäten bietet, damit sie sich kreativen und innovativen
Fragestellungen widmen können.

2.7 Internationalisierung
Das Zusammenwachsen von Wissen aus aller Welt hat dazu
geführt, dass die internationale Zusammenarbeit für eine
erfolgreiche Forschungsarbeit unverzichtbar geworden ist.

Länder

Der Freistaat Bayern unterstützt die Netzwerkbildung sowohl
innerhalb der Wissenschaft bzw. innerhalb der Wirtschaft als
auch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Mit den Forschungsnetzwerken „Bayerisches Genomforschungsnetzwerk (BayGene), Bayerisches ImmuntherapieNetzwerk (BayImmuNet) und dem aktuell im Aufbau befindlichen Bayerischen Forschungsnetzwerk für Molekulare Biosysteme (BioSysNet) stärkt Bayern innovative Forschungsfelder
und fördert zugleich den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Ein bewährtes Instrument, um die interdisziplinäre und
hochschulübergreifende Zusammenarbeit sowie den Wissenstransfer zu stärken, ist die Förderung von bayerischen
Forschungsverbünden. In diesen arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren bayerischen Hochschulen und meist auch mit Vertreterinnen und Vertretern der
Wirtschaft zusammen. Die Verbünde widmen sich für einen
begrenzten Zeitraum zukunftsrelevanten Themen. Insgesamt
wurden bislang über 60 bayerische Forschungsverbünde gefördert (für nähere Informationen siehe www.bayfor.org/de/
geschaeftsbereiche/forschungsverbuende.php).
Als Gesamtinitiative ist die 2006 gestartete Cluster-Offensive der Bayerischen Staatsregierung hervorzuheben. Durch die
verstärkte Vernetzung von Spitzenforschung, Unternehmen,
Existenzgründerzentren und Kapitalgebern in landesweiten
Clustern soll die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen
verbessert werden. Die Bündelung der Potenziale in Wirtschaft und Wissenschaft trägt dazu bei, dass aus Forschungsergebnissen noch schneller marktfähige Produkte entwickelt
werden. Im Rahmen der „Cluster-Offensive Bayern“ werden
mehrere bayernweit ausgerichtete Cluster-Plattformen in für
die bayerische Wirtschaft 19 besonders bedeutenden Branchen
und Kompetenzfeldern gefördert. Die Clusterförderung reicht
von traditionellen Sektoren wie Chemie und Ernährung bis
zu Hightech-Feldern wie Biotechnologie und Informationsund Kommunikationstechnik. Mit rund 5.000 an den Clustern
beteiligten Unternehmen weist die Initiative eine beachtliche
Breitenwirkung auf.

241

FReIstaat BayeRn

242

Länder

Ziel der Internationalisierungsbemühungen in Bayern ist es
daher, Strukturen und Angebote an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen so auszurichten, dass es gelingt, qualifizierte ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
für die Beteiligung an gemeinsamen Forschungsprojekten
zu gewinnen und gleichzeitig deutschen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern durch eine
Internationalisierung des Ausbildungsangebots und eine hohe
Qualität der Ausbildung die besten Voraussetzungen für ihre
Forschungsaktivitäten in Bayern im Rahmen von internationalen Forschungsnetzwerken zu bieten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde vom Freistaat Bayern eine Reihe von Maßnahmen
und Initiativen in die Wege geleitet, von denen hier folgende
beispielhaft genannt seien:
Gründung von hochschulübergreifenden Zentren zur
Schaffung von Netzwerken für eine verbesserte Koordination
der Kooperationen bayerischer Hochschulen und der mit ihnen
kooperierenden Forschungseinrichtungen mit bestimmten
Ländern/Regionen in Forschung und Lehre. Es handelt sich um
nunmehr sechs Zentren, die als Informations- und Kontaktstelle fungieren, aber auch neue Forschungsprojekte anstoßen.
Gefördert werden vor allem der Austausch von Lehrenden und
Studierenden und die Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit den entsprechenden Regionen,
u. a. durch die Gewährung von Mobilitätsbeihilfen und durch
die finanzielle Unterstützung von Projekten. Insgesamt wird
derzeit für die Arbeit und die Projekte ein Budget von jährlich
rund 1,3 Mio. Euro aus Mitteln des Freistaats Bayern für folgende
Hochschulzentren bereitgestellt:

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Bayerisch-Französisches Hochschulzentrum (BFHZ) an der
Technischen Universität München und der Ludwig-Maximilians-Universität München (gegründet 1997)
Bayerisch-Kalifornisches Hochschulzentrum (BaCaTeC)
an der Universität Erlangen-Nürnberg (gegründet 2000);
seit 2009 werden in der Hochschulzusammenarbeit auch
Kooperationsprojekte mit den US-Bundesstaaten Georgia,
South Carolina und Florida unterstützt
Bayerisches Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BayHOST) an der Universität Regensburg (gegründet 2005)
Bayerisches Hochschulzentrum für China (BayCHINA) an
der Universität Bayreuth (gegründet 2007)
Kooperationszentrum für Wirtschaft und Hochschulen für
Indien (BAYIND) an der Hochschule für angewandte Wissenschaften – Fachhochschule Hof (gegründet 2008)
Bayerisches Hochschulzentrum für Lateinamerika (BayLAT)
an der Universität Erlangen-Nürnberg (gegründet 2009)

Seit August 1998 werden Bachelor- und Masterstudiengänge
mit steigender Tendenz an bayerischen Hochschulen eingeführt. Derzeit gibt es in Bayern 827 Bachelor- und 724 Masterstudiengänge (Stand: Wintersemester 2011/2012). Auch das
Angebot an fachspezifischen Fremdsprachenausbildungen
und fremdsprachigen Lehrveranstaltungen wurde ausgeweitet, um die internationale Konkurrenzfähigkeit der in

Deutschland ausgebildeten Nachwuchswissenschaftlerinnen
und Nachwuchswissenschaftler zu sichern. Hier wurden aus
Mitteln des Freistaats Bayern und des Europäischen Sozialfonds
auf fünf Jahre angelegte Sonderprogramme im Umfang von
rund 19 Mio. Euro für die Hochschulen aufgelegt.
Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den
Aufenthalt ausländischer Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler sowie Dozentinnen und Dozenten an bayerischen Hochschulen wurden in Zusammenarbeit mit den Studentenwerken und den Ausländerbehörden der Kreisverwaltungen bzw. Kommunen Maßnahmen mit dem Ziel ergriffen,
diesem Personenkreis bei Behördengängen, besonders bei
Fragen der Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, Hilfestellungen zu geben und Verwaltungsverfahren zu beschleunigen.
Etliche Kommunen haben sich mit ihren Studentenwerken
und Hochschulen mit Unterstützung von örtlichen Unternehmen zusammengeschlossen und Serviceeinrichtungen
geschaffen, die es Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftlern sowie Dozentinnen und Dozenten ermöglichen,
an einem Ort nicht nur Behördenformalitäten zu erledigen,
sondern sich auch gleichzeitig über Strukturen und Angebote
der genannten Hochschulen umfassend beraten zu lassen.
Im EU-Bereich wurden Strukturverbesserungen mit dem
Ziel einer verstärkten Einwerbung von Drittmitteln in der
Forschung vorgenommen. Zu diesem Zweck wurde mit staatlicher Anschubfinanzierung im Juni 2006 die Bayerische Forschungsallianz GmbH, BayFOR, gegründet. BayFOR hat zum
Ziel, als zentrale Anlaufstelle für die bayerischen Hochschulen
die Beteiligung der bayerischen Wissenschaft an den Förderprogrammen der EU zu verbessern. Die BayFOR ist darüber
hinaus Partner im „Haus der Forschung“ mit Sitz in München
und Nürnberg.
Die Beteiligung bayerischer Hochschulen an EU-Bildungsund Forschungsprogrammen leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Wie die jährlich veröffentlichten Zahlen dokumentieren, haben die bayerischen Hochschulen in den vergangenen
Jahren mit zunehmendem Erfolg EU-Mittel eingeworben. Im
Jahr 2009 konnten fast 65 Mio. Euro eingeworben werden, im
Jahr 2010 erzielten die bayerischen Hochschulen mit 72,4 Mio.
Euro ein hervorragendes Resultat.

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243

Berlin 


strukturindikatoren

orte des wissens

Landeshauptstadt: Berlin
Fläche: 891,54 km2
Einwohneranzahl (in 1.000): 3.444,40 (Stand: 30.06.2010)
Bevölkerungsdichte (je km2): 3863,43 (Stand: 30.06.2010)
Bruttoinlandsprodukt (in Mio. Euro, 2010): 94.717
Bruttoinlandsprodukt (nominal je Einwohner in Euro, 2010):
27.498,80
Exportquote (Auslandsumsatz am Umsatz im verarbeitenden
Gewerbe in Prozent, 2010): 13,0

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Innovationsindikatoren
Gesamt FuE-Ausgaben (in Mio. Euro, 2009): 3.345
Gesamt FuE-Ausgaben (in % am BIP des Landes, 2009): 3,64
Staatliche FuE-Ausgaben (in Mio. Euro, 2009)1: 633
Staatliche FuE-Ausgaben (in % am BIP des Landes, 2009): 0,69
Patentanmeldungen je 100 Tsd. Einwohner (2010): 26

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1

4 Universitäten
Charité Universitätsmedizin Berlin
3 Kunsthochschulen
6 Fachhochschulen
26 staatlich anerkannte Privathochschulen
22 innerstädtische Technologieparks und Gründerzentren
über 60 außeruniversitäre
Forschungsstätten

Quelle: Tabelle 14

schwerpunkte der Forschungs- und entwicklungsmaßnahmen
Gemeinsame Innovationsstrategie mit Brandenburg in den
Clustern:
•	� Gesundheitswirtschaft
•	� Energietechnik
•	� Verkehr, Mobilität und Logistik
•	� Optik
•	� IKT/Medien/Kreativwirtschaft
weitere Informationen
www.berlin.de

Länder

Forschungs- und wissenschaftslandschaft

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Adlershof, die Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien
Buch, der Life Sciences Campus
Charlottenburg mit der Technischen Universität, der Universität der Künste und mehreren Fraunhofer-Instituten
Mitte mit der Humboldt-Universität und der Charité
Dahlem mit Berlins größter Universität, der Freien Universität

Berlin, Campus Adlershof (Ausschnitt) –
Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien

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Länder

3.1 	 Grundsätze und Schwerpunkte
der Forschungs- und Innovationspolitik
In kaum einer anderen Region Europas konzentrieren sich
so viele Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen wie in
Berlin: 4 staatliche Universitäten sowie die Charité-Universitätsmedizin Berlin, 3 staatliche Kunsthochschulen, 4 staatliche und 2 konfessionelle Fachhochschulen, 26 private Hochschulen und über 60 öffentlich finanzierte außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen haben ihren Sitz in der Bundeshauptstadt.
Wissen ist der primäre Rohstoff Berlins. Das Streben nach
international sichtbarer wissenschaftlicher Exzellenz, die Weiterentwicklung innovationsorientierter Cluster und die Stärkung einer wissensbasierten Wirtschaft sind die wesentlichen
Ziele der FuI-Politik des Landes Berlin.
Die durch Vielfalt geprägte und auch im Bundesvergleich
starke Forschungsposition der Bundeshauptstadt bietet
zahlreiche Anknüpfungspunkte für Kooperationen mit der
Wirtschaft. Den konzeptionellen Rahmen für die Weiterentwicklung der regionalen Cluster bildet die im Frühjahr 2011
von den beiden Landesregierungen beschlossene Gemeinsame
Innovationsstrategie Berlin-Brandenburg (innoBB).
Eine wichtige Rolle bei der Förderung der Berliner Spitzenforschung kommt der 2009 vom Berliner Senat gegründeten
Einstein-Stiftung Berlin zu. Ziel der aus Mitteln des Landes
finanzierten Stiftung ist es, exzellente Berliner Forschungsprojekte institutionenübergreifend zu fördern. Mit der Stiftung
bündeln Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und das Land Kräfte, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit der Berliner Wissenschaft
weiter zu erhöhen.
Um die Forschungsfähigkeit der Fachhochschulen zu stärken, wurde 2009 ebenfalls mit Landesmitteln das „Institut für
angewandte Forschung e. V. (IfaF)“ gegründet. Ziel des Instituts
ist es, den Kompetenztransfer der Fachhochschulen in die Anwendung zu bündeln, zu mobilisieren und leichter zugänglich
zu machen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Berliner
KMU und deren Wissensbedarfe.
Neben den vielfältigen technologieorientierten Angeboten weist Berlin eine außerordentliche Breite an geistes- und
sozialwissenschaftlicher Forschung auf, die zur Bewältigung
wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und internationaler Probleme beiträgt und die Kreativwirtschaft der Stadt mit neuen
Ideen versorgt.

3.2 	 Wissenschaftssystem
Das Berliner Wissenschaftssystem zeichnet sich durch eine umfangreiche Hochschullandschaft und eine bundesweit einmalige Dichte an außeruniversitären Forschungseinrichtungen
aus. Dabei bestehen enge Kooperationsbeziehungen zwischen
Hochschulen und außeruniversitären Instituten.

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Seit 1997 steuert das Land Berlin seine staatlichen Hochschulen über Hochschulverträge mit mehrjähriger Laufzeit.
Die Hochschulverträge für den Zeitraum von 2010 bis 2013
wurden als zentrales Instrument der Hochschulreform und
der outputorientierten Steuerung fortentwickelt, indem die
hochschulpolitisch gewünschten Steuerungsimpulse wesentlich verstärkt werden. Gegenüber den bisherigen Hochschulverträgen stehen hierbei drei maßgebliche Veränderungen im
Vordergrund:
1. 	 Konsolidierung des Ausstattungsrahmens auf der Basis der
Strukturpläne 2004 der Hochschulen: Dies bedeutet, dass
die hierbei zugrunde gelegten Studienplatzkapazitäten
abgesichert sind.
2. 	 Einführung eines leistungsbasierten Hochschulfinanzierungsmodell, welches die staatlichen Zuschüsse aufgabenbzw. leistungsbasiert bemisst und Leistungssteigerungen
gesondert honoriert. Damit werden stärker als bisher
Leistungsanreize gesetzt, mehr Transparenz bei der
Bemessung und Verwendung der Mittel geschaffen, die
Sichtbarkeit der Leistungen der Hochschulen gefördert
und größere Planungssicherheit gewährleistet.
3. 	 Anstieg der Studienkapazität im Umfang von insgesamt bis
zu 6.000 Studienanfängerinnen und -anfängern, um u. a.
für Absolventinnen und Absolventen der doppelten
Abiturjahrgänge hinreichend Studienchancen bereithalten zu können.
In die leistungsbasierte Hochschulfinanzierung sind zwingend
auch Forschungsleistungen der Hochschulen einbezogen. Seit
dem Jahr 2010 werden die Hochschulbudgets aus einer Sockelfinanzierung und der leistungsbasierten Finanzierung in der
Lehre sowie Forschung, Gleichstellung und Weiterbildung
berechnet. Der Gesamtzuschuss setzt sich im Durchschnitt aller
Hochschularten je zu einem Drittel der vorgenannten Bereiche
zusammen. Hierbei wird sowohl nach Fächergruppen als auch
nach Hochschularten unterschieden. Komplementäre Bestandteile der