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Full text: Bundesbericht Forschung und Innovation Issue 2008

Bundesbericht Forschung
und Innovation 2008

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für Bildung und Forschung (BMBF)
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© Corbis. All Rights Reserved.

Bundesbericht Forschung
und Innovation 2008

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Vorwort
Deutschlands wichtigste Ressourcen sind der Ideenreichtum und die Talente seiner Menschen. Dieses Potenzial
gilt es noch besser auszuschöpfen. Denn die Liste der
Herausforderungen ist lang: Fragen des Klimawandels
und der Globalisierung verlangen genauso nach zukunftsfähigen Lösungen wie Migration und demografischer Wandel. Um diese Aufgaben zu meistern, müssen
wir Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation
in unserem Land stärken. Deshalb setzt die Bundesregierung auf mehr Investitionen, hervorragende Rahmenbedingungen und ein gesellschaftliches Umfeld, das zu
Spitzenleistungen anspornt.
Eine auf Zukunft ausgerichtete Forschungs- und
Innovationspolitik bedarf einer breiten und qualitativ
hochwertigen Daten- und Informationsbasis. Der von der
Bundesregierung vorgelegte Bundesbericht Forschung
und Innovation (BuFI) beschreibt in Teil I die aktuellen
forschungs- und innovationspolitischen Ziele und Maßnahmen von Bund, Ländern und Europäischer Union.
Teil II stellt umfangreiche Informationen und Zahlen zu
Strukturen, Ressourcen und zur Förderung von Forschung und Innovation in Deutschland bereit.
Der BuFI nimmt zu zentralen Aussagen des Gutachtens
der unabhängigen Expertenkommission Forschung und
Innovation Stellung. Das erste Gutachten, das am
27. Februar 2008 der Bundeskanzlerin überreicht wurde,
zeichnet ein weitgehend positives Bild des Forschungsund Innovationsstandorts Deutschland, identifiziert aber
auch Herausforderungen und benennt den politischen
Handlungsbedarf. Dieses Gutachten ist gemeinsam mit
dem BuFI Teil der Neuordnung des Berichtswesens zu
Forschung und Innovation. Gutachten und BuFI werden
künftig alle zwei Jahre erstellt.

Der hier vorliegende Bundesbericht Forschung und
Innovation und das Expertengutachten zeigen: Deutschland hat mit der Hightech-Strategie und dem 6-Milliarden-Euro-Programm die Voraussetzungen für noch mehr
Innovationen und die schnellere Umsetzung von Ideen
in erfolgreiche Produkte geschaffen. Mehr Investitionen
in Forschung und Entwicklung und bessere Rahmenbedingungen für Innovationen – diesen Weg werden wir
konsequent weitergehen.

Dr. Annette Schavan, MdB
Bundesministerin für Bildung und Forschung

InHaltsveRzeIcHnIs

InHaltsveRzeIcHnIs

Inhaltsverzeichnis
Teil I
Politische Maßnahmen
Kurzfassung

19


1
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5

Die Hightech-Strategie für Deutschland
Entwicklung von Leitmärkten
Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringen
Technologieübergreifende Rahmenbedingungen innovationsfreundlich gestalten
Wirksamkeit der Hightech-Strategie
Weiterentwicklung der Hightech-Strategie

21

22

27

28

30

32


2

Wissenschaftspolitik

33


3

Innovation und Qualifikation

35


4

Strategie zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung

36


5

Bund und Europäische Union in der Forschungs- und Innovationspolitik

37


InHaltsveRzeIcHnIs

Teil II
Strukturen, Ressourcen, Fördermaßnahmen
Teil A
Strukturen des deutschen Forschungsund Innovationssystems
Einführung

45


1
1.1
1.2
1.3
1.4

Das deutsche Forschungs- und Innovationssystem im Überblick
Wo findet Forschung statt?
Wer finanziert Forschung?
Zusammenwirken von Bund und Ländern
Wie funktioniert staatliche Forschungsförderung?

47

47

48

48

49


2
2.1
2.2
2.2.1
2.2.2

Rahmenbedingungen und Arbeitsstrukturen
Rechtliche Rahmenbedingungen
Arbeitsstrukturen
Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK)
Wissenschaftsrat

51

51

51

51

52


3
3.1
3.2

Förderinstrumente des Staates
Projektförderung
Institutionelle Förderung

53

53

53


4
4.1
4.1.1
4.1.2
4.1.3
4.2

Forschungsförderung – Struktur und Akteure
Struktur der deutschen Forschungsförderung
Bund und Länder
Wirtschaft
Stiftungen
Europäische Union

55

55

55

55

56

56


5
5.1
5.2
5.3
5.4

Förderorganisationen
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH)
Begabtenförderungswerke im Hochschulbereich

58

58

61

62

63


6
6.1
6.2
6.3

Stiftungen
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (DGIA)
Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF)

65

65

66

69


7

Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen »Otto von Guericke« e. V. (AiF)

70


8
8.1
8.1.1

Projektträger und DLR-Raumfahrtmanagement
Projektträger
Projektträger des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

71

71

72


InHaltsveRzeIcHnIs

8.1.2
8.1.3
8.1.4
8.1.5
8.1.6
8.2

Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
Projektträger des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Projektträger des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)
Projektträger des Bundesministeriums Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)
DLR-Raumfahrtmanagement

74

75

76

76

76

76


9
9.1
9.2
9.3
9.4
9.5
9.6
9.6.1
9.6.2
9.6.3
9.7

77

77

78

103

123

129

146

146

157

158


9.8
9.9

FuE-durchführende Organisationen und Einrichtungen
Hochschulen
Max-Planck-Gesellschaft (MPG)
Fraunhofer-Gesellschaft (FhG)
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF)
Leibniz-Gemeinschaft (WGL)
Bundes- und Landeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben
Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben
Kontinuierliche Zusammenarbeit mit FuE-Einrichtungen
Landeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben
Akademien, Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina/Nationale Akademie und 

Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) e. V.
Stiftung caesar (center of advanced european studies and research)
Wissenschaftskolleg zu Berlin

10

Unternehmen der Wirtschaft

182


11

Zentrale Fachinformationseinrichtungen und zentrale Fachbibliotheken

185


177

180
Þ
180
Þ

Teil B
Forschungs- und Innovationsförderung
des Bundes
Einführung

196


1
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.7.1
1.7.2

Förderorganisationen, Hochschulen und überwiegend hochschulbezogene Sonderprogramme
Grundfinanzierung der Max-Planck-Gesellschaft
Grundfinanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Grundfinanzierung der Leibniz-Gemeinschaft
Grundfinanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft
Grundfinanzierung der Helmholtz-Gemeinschaft
Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten
Überwiegend hochschulbezogene Sonderprogramme
Hochschulpakt 2020
Exzellenzinitiative

198

198

199

200

201

202

203

204

204

205


2

Großgeräte der Grundlagenforschung

205


3
3.1
3.2

Meeres- und Polarforschung, Meerestechnik, Geowissenschaften
Meeresforschung
Polarforschung

207

207

209


InHaltsveRzeIcHnIs

3.3
3.4
3.5

Geowissenschaften, Geotechnologien
Europäische und internationale Zusammenarbeit
Schifffahrt und Meerestechnik

210

211

213


4

Weltraumforschung und Weltraumtechnik

215


5
5.1
5.2
5.3
5.4
5.5

Energieforschung und Energietechnologie
Rationelle Energieumwandlung
Erneuerbare Energien
Nukleare Sicherheits- und Endlagerforschung
Stilllegung, Rückbau und Entsorgung kerntechnischer Pilot- und Versuchsanlagen
Fusionsforschung

217

218

219

220

221

221


6
6.1
6.2
6.2.1
6.2.2
6.2.3
6.2.4
6.2.5

Forschung für eine nachhaltige Entwicklung
Klimaforschung und Lebensraum Erde
Forschung für Nachhaltigkeit
Gesellschaftliches Handeln in Richtung Nachhaltigkeit
Nachhaltige Nutzungskonzepte für Regionen
Nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen
Konzepte für Nachhaltigkeit in Industrie und Wirtschaft
Europäische und internationale Zusammenarbeit

222

223

225

226

227

229

231

234


7
7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
7.6
7.7
7.8
7.9
7.10

Forschung und Entwicklung im Dienste der Gesundheit
Effektive Bekämpfung von Krankheiten
Forschung zum Gesundheitswesen
Gesundheitsforschung in Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft
Stärkung der Forschungslandschaft durch Strukturoptimierung / -Innovation
Arzneimittelsicherheit sowie Blut und Blutprodukte
Verbesserung der Qualität und Versorgung in der GKV und in der sozialen Pflegeversicherung
Telematik im Gesundheitswesen
Suchterkrankungen
Bekämpfung und Vorbeugung von übertragbaren Krankheiten
Krankheitsbekämpfung, Gesundheitsvorsorge, Prävention und Gesundheitsförderung, Biomedizin

235

236

238

239

240

242

243

243

244

245

246


8.
8.1
8.2

Zivile Sicherheits-, Friedens- und Konfliktforschung
Zivile Sicherheitsforschung
Friedens- und Konfliktforschung, Humanitäres Minenräumen

246

247

248


9

Forschung und Entwicklung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen

248


10
10.1
10.2
10.3
10.4
10.5

Informations- und Kommunikationstechnik, Neue Dienste
Softwaresysteme/Wissenstechnologien
Kommunikationstechnologien
Elektronik und Elektroniksysteme
Mikrosystemtechnik
Multimedia – Entwicklung konvergenter IKT

250

251

252

253

254

255


11

Biotechnologie

256


12
12.1
12.2
12.3

Schlüsseltechnologien/Produktionsforschung
Nanomaterialien, Neue Werkstoffe
Produktionssysteme und -technologien
Optische Technologien

257

258

259

261


InHaltsveRzeIcHnIs

13

Luftfahrtforschung

262


14

Forschung und Technologie für Mobilität und Verkehr

263


15
15.1
15.2

Raumordnung und Städtebau; Bauforschung
Raumordnung, Städtebau; Bauforschung
Bauforschung – Bautechnische Forschung

265

265

266


16

Forschung und Entwicklung im Ernährungsbereich

267


17

Forschung und Entwicklung in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei

269


18
18.1
18.2
18.3
18.3.1
18.3.2
18.3.3
18.3.4
18.3.5
18.3.6
18.3.7
18.4
18.5
18.6

Bildungsforschung
Institutionelle Förderung und Maßnahmen zur Stärkung der empirischen Bildungsforschung
Forschungsvorhaben im Kontext einer bildungsbereichsübergreifenden Bildungsberichtserstattung
Forschung in der allgemeinen Bildung
Wissenschaftliches Gutachten zum Thema Nachhilfe (2007)
Empirische Forschung zu ganztägiger Bildung, Erziehung und Betreuung (2005 – 2009)
Wissenschaftliche Begleitung »TranskiGS« (2007-2010)
Gelingensbedingungen kooperativer Unterrichtsentwicklung (2007 – 2008)
Forschung und Entwicklung zur Alphabetisierung/Grundbildung Erwachsener
Schule – Wirtschaft/Arbeitsleben
Kulturelle Bildung
Berufsbildungsforschung
Hochschulforschung
Forschung zum Lernen und Weiterbildungsforschung

270

271

272

273

273

273

274

274

275

275

276

276

277

278


19

Neue Medien in der Bildung und Lernen im Netz

278


20
20.1
20.1.1
20.1.2
20.1.3
20.1.4
20.1.5
20.2

Innovation und verbesserte Rahmenbedingungen
Innovationsfinanzierung für technologieorientierte Unternehmen und Gründer
High-Tech Gründerfonds
ERP-Sondervermögen/Europäischer Investitionsfonds
ERP-Startfonds
ERP-Innovationsprogramm
Existenzgründungen aus der Wissenschaft (EXIST)
Verbesserung des Technologie- und Wissenstransfers/Förderung von Forschungskooperationen 

und innovativen Netzwerken
20.2.1 Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)
20.2.2 Programm Förderung der Erhöhung der Innovationskompetenz mittelständischer 

Unternehmen (PRO INNO II)
20.2.3 Förderwettbewerb Netzwerkmanagement-Ost (NEMO)
20.2.4 Kompetenznetze Deutschland
20.2.5 Spitzencluster-Wettbewerb
20.2.6 Die Forschungsprämie
20.2.7 KMU-innovativ
20.2.8 Förderung von Forschung und Entwicklung bei Wachstumsträgern in benachteiligten Regionen – 

INNOvative WAchsTumsTräger (INNO-WATT)
20.2.9 Förderung innovativer Netzwerke (InnoNet)
20.2.10 Innovationswettbewerb »Wirtschaft trifft Wissenschaft«
20.2.11 Förderprogramm »SIGNO – Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung«
20.3
Technisch-ökonomische Infrastruktur
20.4
Übrige direkte Fördermaßnahmen

279

280
280
280
280
281
281

282

282

282

283

284

284

284

285

285

286

286

287

288

288


InHaltsveRzeIcHnIs

21
21.1
21.2

Geisteswissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Geisteswissenschaften
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

289

290
291


22
22.1
22.2
22.3
22.4
22.5

Übrige, anderen Bereichen nicht zugeordnete Rahmenbedingungen
Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GA)
Die Innovationsinitiative für die Neuen Länder »Unternehmen Region«
Innovations- und Technikanalyse (ITA)
Chancengerechtigkeit von Frauen in Bildung und Forschung
Foresight

293

293

294

295

295

296


23
23.1
23.2
23.3
23.4

Verteidigungsforschung
Wehrtechnische und geowissenschaftliche Forschung und Entwicklung
Nichttechnische Forschungs- und Studienarbeit
Wehrmedizinische und wehrpsychologische Forschung
Militärhistorische und sozialwissenschaftliche Forschung

297

298

298

299

300

Teil C
Forschungs- und Innovationsförderung
in den Ländern
Einführung

307


1
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5

Baden-Württemberg
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Technologiepolitik
Technologieförderung und Technologietransfer
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Internationale Zusammenarbeit

308

308

309

312

313

314


2
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5

Freistaat Bayern
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Aktivitäten
Sonstige Programme und Maßnahmen des Landes

316

316

317

318

319

320


3
3.1
3.2
3.3
3.4

Berlin
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Aktivitäten

322

322

322

324

325


4
4.1
4.2
4.3
4.4
4.5

Brandenburg
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit
Sonstige Programme und Maßnahmen des Landes

327

327

328

331

332

332


InHaltsveRzeIcHnIs

5
5.1
5.2
5.3
5.4
5.5

Freie Hansestadt Bremen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und TechnologiepolitikProfilbildung
Hochschulforschung
Außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Aktivitäten

333

333

333

336

337

338


6
6.1
6.2
6.3
6.4

Freie und Hansestadt Hamburg
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

339

339

340

343

344


7
7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
7.6

Hessen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung
Forschungsförderungsprogramm LOEWE
Außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Aktivitäten

345

345

346

347

347

347

349


8
8.1
8.2
8.3
8.4

Mecklenburg-Vorpommern
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

350

350

351

353

355


9
9.1
9.2
9.3
9.4

Niedersachsen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

356

356

357

361

362


10
10.1
10.2
10.3
10.4

Nordrhein-Westfalen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

363

363

364

368

369


11
11.1
11.2
11.3
11.4
11.5

Rheinland-Pfalz
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und Forschung außerhalb der Hochschulen
Wissens- und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit
Sonstige Programme und Maßnahmen des Landes

370

370

371

373

374

375


12
12.1
12.2
12.3
12.4
12.5

Saarland
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung
Außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Innovationstransfer
Internationale Aktivitäten

377

377

379

380
381

382


InHaltsveRzeIcHnIs

13
13.1
13.2
13.3
13.4
13.5

Freistaat Sachsen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit
Sonstige Programme und Maßnahmen des Landes

383

383

384

386

387

387


14
14.1
14.2
14.3
14.4

Sachsen-Anhalt
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Fördermaßnahmen bzw. Zusammenarbeit

389

389

390

394

395


15
15.1
15.2
15.3
15.4
15.5

Schleswig-Holstein
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung
Außeruniversitäre Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

396

396

397

399

400

402


16
16.1
16.2
16.3
16.4
16.5

Freistaat Thüringen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung
Außeruniversitäre Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

403

403

404

407

408

408


Teil D
Internationale Zusammenarbeit
in Forschung und Innovation
1
1.1
1.2

Ziele der internationalen Zusammenarbeit
Bilaterale, europäische und multilaterale Zusammenarbeit
Strategie zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung

413

413

414


2
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
2.7

Bilaterale Zusammenarbeit
Zusammenarbeit mit West-, Nord- und Südeuropa
Zusammenarbeit mit Mittel-, Ost- und Südosteuropa
Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten
Zusammenarbeit mit dem asiatisch-pazifischen Raum
Zusammenarbeit mit den USA und Kanada
Zusammenarbeit mit Mittel- und Südamerika
Zusammenarbeit mit dem Mittelmeerraum und Afrika

415

415

417

420

423

426

428

430


3
3.1
3.2

Forschungsförderung der Europäischen Union
Die Lissabon-Strategie und der Europäische Forschungsraum
Die Bedeutung des Forschungsrahmenprogramms für den Forschungsstandort Deutschland

434

435

436


InHaltsveRzeIcHnIs

3.3
3.4
3.5

Das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU
Synergien zwischen Strukturfonds und Forschungsrahmenprogramm
Beratungsstellen der Bundesregierung zum europäischen Forschungsrahmenprogramm

436

441

442


4
4.1
4.2
4.3
4.4
4.5
4.6
4.7
4.8
4.9
4.10
4.11
4.12
4.13
4.14
4.15

Europäische Initiativen, Organisationen und Forschungseinrichtungen
EUREKA – Die europäische Forschungsinitiative
COST – Europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung
EIT – Europäisches Institut für Innovation und Technologie
Europäisches Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen ESFRI
Europäische Weltraumorganisation ESA
Europäische Organisation für Kernforschung – Europäisches Laboratorium für Teilchenphysik (CERN)
Europäische Organisation für Astronomische Forschung in der Südlichen Hemisphäre (ESO)
Europäische Konferenz für Molekularbiologie (EMBC)
Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL)
Europäische Synchrotron-Strahlungsanlage (ESRF)
Institut Laue-Langevin (ILL)
Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage
Europäisches Hochschulinstitut (EHI)
Europäischer Transschall-Windkanal (ETW)
Europarat (ER)

443

443

444

446

447

448

449

450

450

451

452

452

454

454

455

456


5
5.1
5.2
5.3
5.4
5.5
5.6
5.7

Multilaterale Organisationen und Initiativen
Internationaler Forschungsdialog
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur
UN-Standort Bonn
G8 und Carnegie-Gruppe
Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung
Weitere Organisationen und Gremien

457

457

458

459

460

461

462

465


Teil E
Tabellen und Statistiken
1

Die Wissenschaftsausgaben

473


2
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5

Die FuE-Ausgaben
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung
Internationaler Vergleich: Anteil der Bruttoinlandsausgaben für FuE (BAFE) am Bruttoinlandsprodukt
Bundesausgaben für Forschung und Entwicklung
Länderausgaben für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Gemeinsame Forschungsförderung durch Bund und Länder

474

474

476

476

481

481


3
3.1
3.2

Ressourcen der Hochschulen
Ausgaben der Hochschulen für Lehre und Forschung
FuE-Ausgaben der Hochschulen

483

483

483


4

Förderung des Bundes von FuE in der Wirtschaft

485


InHaltsveRzeIcHnIs

5
5.1
5.2
5.3

Das in FuE tätige Personal
Struktur und Entwicklung des FuE-Personals
Anteil von Akademikerinnen und Akademikern am gesamten FuE-Personal
Frauenanteil

486

486

486

487


6

Begriffserläuterungen

489


Tabellen und Statistiken
Die Ziffern in den Klammern zeigen die Nummerierung der Tabellen aus den vorherigen Jahren.
Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Tabelle 1

(3)

Tabelle 2
Tabelle 3

(2)
(41)

Tabelle 4
Tabelle 5

(7a)
(8a)

Tabelle 6

(8b)

Tabelle 7
Tabelle 8
Tabelle 9
Tabelle 10

(9)
(10)
(11)
(12)

Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung (BAFE)
der Bundesrepublik Deutschland nach durchführenden Sektoren
Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Förderarten
Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben der Bundesrepublik Deutschland 

insgesamt – Durchführung von FuE
Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Ressorts
Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Förderbereichen 

und Förderschwerpunkten
Ausgaben des BMBF für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Förderbereichen 

und Förderschwerpunkten
Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Förderarten
Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Empfängergruppen
Ausgaben des Bundes an Gesellschaften und Unternehmen der Wirtschaft für Wissenschaft, 

Forschung und Entwicklung nach der Wirtschaftsgliederung
Ausgaben des Bundes an internationale wissenschaftliche Organisationen und an
zwischenstaatliche Forschungseinrichtungen

492

495

496

497

499

503

505

507

509

511


Weitere öffentliche Ausgaben für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Tabelle 11
Tabelle 12
Tabelle 13
Tabelle 14
Tabelle 15

(39)
(6)
(13)
(40)
(14)

Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben des Bundes
Gemeinsame Forschungsförderung durch Bund und Länder (Institutionelle Förderung)
FuE-Ausgaben des Bundes und der Länder nach Forschungszielen
Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben der Länder – Finanzierung von FuE
Grundmittel der Länder und Gemeinden (Gv.) für Wissenschaft nach Aufgabenbereichen 

in länderweiser Gliederung

512

514

517

518

519


FuE-Ausgaben im internationalen Vergleich
Tabelle 16

(25)

Tabelle 17

(26)

Tabelle 18

(27)

Tabelle 19

(24)

Bruttoinlandsausgaben für FuE nach finanzierenden und durchführenden Sektoren
in ausgewählten OECD-Staaten
Staatlich finanzierte Ausgaben für Forschung und Entwicklung in ausgewählten Staaten 

der Europäischen Union nach Forschungszielen
Staatlich finanzierte Ausgaben für FuE in ausgewählten Staaten 

der Europäischen Union nach verschiedenen Kriterien
Einnahmen und Ausgaben der Bundesrepublik Deutschland für technische FuE nach 

Wirtschaftszweigen, Staatengruppen und Staaten laut Zahlungsbilanzstatistik

522

524

526

529


InHaltsveRzeIcHnIs

Öffentliche Finanzierung der Wissenschaft
Tabelle 20
Tabelle 21

(1)
(4)

Wissenschaftsausgaben der Bundesrepublik Deutschland
Wissenschaftsausgaben der öffentlichen Haushalte nach Aufgabenbereichen und 

Finanzierungsquellen

532

533


Aufwendungen der Wirtschaft für FuE
Tabelle 22

(16)

Tabelle 23

(18)

Tabelle 24

(42)

Interne FuE-Aufwendungen des Wirtschaftssektors sowie Anteil der eigenfinanzierten
internen FuE-Aufwendungen nach der Wirtschaftsgliederung
Beschäftigte, Umsatz und interne FuE-Aufwendungen der Unternehmen nach der 

Wirtschaftsgliederung und nach Beschäftigtengrößenklassen
Regionale Aufteilung der internen FuE-Aufwendungen des Wirtschaftssektors auf 

Sitzländer der Forschungsstätten

534

536

542


Ausgaben für Lehre, Forschung und Entwicklung an wissenschaftlichen Einrichtungen
Tabelle 25 (20a)
Tabelle 26 (20b)
Tabelle 27 (43)
Tabelle 28 (21a)
Tabelle 29 (21b)
Tabelle 30

(44)

Ausgaben der Hochschulen für Lehre und Forschung nach Hochschularten
Ausgaben der Hochschulen für FuE
Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben der Hochschulen – Durchführung von FuE
Ausgaben der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb der Hochschulen 

nach Ausgabearten
Ausgaben der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb der Hochschulen nach 

Wissenschaftszweigen
Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb 

der Hochschulen

543

546

547

548

552

556


In FuE tätiges Personal
Tabelle 31 (29a)
Tabelle 32 (29b)
Tabelle 33 (45)
Tabelle 34 (30)
Tabelle 35 (46)
Tabelle 36 (33)
Tabelle 37 (47)
Tabelle 38 (34)
Tabelle 39

(35)

Tabelle 40

(48)

Tabelle 41

(41)

FuE-Personal nach Personalgruppen und Sektoren
FuE-Personal nach Geschlecht, Sektoren und Personalgruppen
FuE-Personal der Bundesrepublik Deutschland insgesamt in regionaler Aufteilung
FuE-Personal im Wirtschaftssektor nach der Wirtschaftsgliederung
Regionale Aufteilung des FuE-Personals im Wirtschaftssektor
Personal der Hochschulen nach Personalgruppen und Wissenschaftszweigen
Regionale Aufteilung des FuE-Personals der Hochschulen
Personal der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb der Hochschulen nach 

Institutionen und Personalgruppen
Personal der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb der Hochschulen nach 

Institutionen und Wissenschaftszweigen
Regionale Aufteilung des FuE-Personals der wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb 

der Hochschulen
FuE-Personal in den Staaten der EU und in ausgewählten OECD-Staaten nach 

Personalgruppen und Sektoren

557

559

560

561

564

565

567

568

576

580

581


Innovationen und Patente
Tabelle 42 (57a)
Tabelle 43 (57b)
Tabelle 44 (55)
Tabelle 45 (56)
Tabelle 46

Kenngrößen zum Innovationsverhalten im Bergbau und Verarbeitenden Gewerbe
Kenngrößen zum Innovationsverhalten im unternehmensnahen Dienstleistungssektor
Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen pro Million Einwohner
Weltmarktrelevante Patente im internationalen Vergleich
Patentanmeldungen (DPA) nach Bundesländern

583

584

586

587

588


InHaltsveRzeIcHnIs

FuE-relevante Bildungsdaten
Tabelle 47 (50a)
Tabelle 48 (50b)
Tabelle 49 (50c)
Tabelle 50 (52a)
Tabelle 51 (52b)
Tabelle 52 (53b)

Tabelle 53 (51a)
Tabelle 54 (51b)

Grunddaten zum Bildungswesen
Budget der Bundesrepublik Deutschland für Bildung, Forschung und Wissenschaft nach
durchführenden Institutionen
Budget der Bundesrepublik Deutschland für Bildung, Forschung und Wissenschaft nach
finanzierenden Institutionen 2004
Anteil der Studienanfängerinnen und -anfänger und Hochschulabsolventeninnen
und -absolventen am Altersjahrgang (ISCED 5A) im internationalen Vergleich
Studienanfänger absolut und am Altersjahrgang in Deutschland (ISCED 5A) nach
Fächergruppen und Studienbereichen
Hochschulabsolventeninnen und -absolventen absolut und am Altersjahrgang
in Deutschland (ISCED 5A) nach Fächergruppen und Studienbereichen – Ausgewählte
makroökonomische Kennzahlen
Kennzahlen zu Bevölkerung, Erwerbstätigkeit und wirtschaftlicher Tätigkeit
Bevölkerung, Erwerbstätigkeit und Bruttoinlandsprodukt

589
590
592
594
595

596
597
599

Tabellenverzeichnis

603

Abbildungsverzeichnis

603

Abkürzungsverzeichnis

604

PolItIscHe MaßnaHMen

Teil I
Politische Maßnahmen

17

18

PolItIscHe MaßnaHMen

PolItIscHe MaßnaHMen

19

Kurzfassung
Deutschland kann in weiten Bereichen von Forschung
und Innovation auf eine positive Bilanz blicken. Die
Bundesregierung hat mit der Hightech-Strategie und
zusätzlichen Bundesmitteln bis 2009 von rund 6,5 Milliarden Euro für Forschung, Entwicklung und Innovation die
Weichen neu gestellt. Deutschland ist auf gutem Weg zu
dem Ziel, im Jahr 2010 drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung zu investieren.
Es ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, unser Land zu
einem der weltweit leistungsfähigsten Standorte für Wissenschaft, Forschung und Innovation zu machen. Dafür
werden die Herausforderungen immer größer. Weltweit
wird in wachsendem Umfang in Bildung, Forschung
und Innovation investiert. Das Gutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation macht deutlich:
Der Mobilisierungseffekt der Hightech-Strategie ist
unverkennbar. Politik, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen können sich aber trotz großer
Fortschritte mit dem Erreichten nicht zufriedengeben.
Die Bundesregierung wird unter Einhaltung des Ziels der
Haushaltskonsolidierung die Ausgaben für Forschung
und Entwicklung weiter steigern; sie wird alle Rahmenbedingungen prüfen, mit denen das Innovationsklima in
Deutschland weiter verbessert werden kann. Innovationspolitik ist ein zentrales Element ihrer Wachstumspolitik.
Die Ausgaben des Bundes für Forschung und Entwicklung betrugen im Jahr 2007 insgesamt 10,3 Milliarden
Euro und haben damit einen neuen Höchststand erreicht.
Die internen FuE-Aufwendungen der Wirtschaft sind im
Jahr 2006 gegenüber 2005 um 6,5 % auf 41,1 Milliarden
gestiegen. Die bislang vorliegenden Plandaten für das
Jahr 2007 weisen weitere hohe Steigerungen aus. Diese
Investitionen sind zentrale Voraussetzung für innovative
Produkte, Verfahren und Dienstleistungen und damit für
eine leistungs- und wettbewerbsfähige Volkswirtschaft.

Der Titel »Exportweltmeister« unterstreicht auch für das
Jahr 2007 eindrücklich, dass Erzeugnisse »Made in Germany« aufgrund ihrer Güte und ihres Entwicklungsstandes
weltweit gefragt und konkurrenzfähig sind.
Der Bedarf an hoch qualifizierter Arbeit steigt. Die Zahl
der in Forschung und Entwicklung beschäftigten Personen in der Wirtschaft wächst: Im Jahr 2006 waren rund
312.000 Personen (Vollzeitäquivalente) in Unternehmen
und industriellen Forschungseinrichtungen im FuEBereich tätig, was einen Zuwachs von 2,5 % gegenüber
2005 bedeutet. Für 2007 ergeben vorläufige Schätzungen
einen weiteren Anstieg um 2,5 % auf 320.000 Beschäftigte.
Von der Forschung und Entwicklung über die Konstruktion bis hin zum Design wächst die Einstellungsbereitschaft bei den Unternehmen für diese wissensintensiven
Bereiche.

A
Parlament und Öffentlichkeit haben einen Anspruch auf die
bestmögliche Dokumentation des Umfangs und der Effizienz
der eingesetzten Mittel für Forschung und Entwicklung (FuE).
Die Nachfrage nach zeitnahen Daten zur Entwicklung dieser Zukunftsinvestitionen wird größer. Gegenüber anderen gesamtwirtschaftlichen Daten liegen endgültige Zahlen zur Entwicklung der
FuE-Investitionen allerdings erst mit zeitlicher Verzögerung vor, da
Daten von Bund, Ländern und der Wirtschaft zusammengeführt
werden müssen. Die Bundesregierung hat dieses Problem erkannt
und bemüht sich in Abstimmung mit den Datenproduzenten,
künftig zusätzlich vorläufige Ergebnisse zu Forschung und Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Dieser Bericht weist endgültige FuE-Daten für alle Gebietskörperschaften für den Zeitraum bis
2005 aus. Die entsprechenden Statistiken werden nach Vorlage
neuer Daten kurzfristig aktualisiert und veröffentlicht.

20

PolItIscHe MaßnaHMen

Mit der Hightech-Strategie wurde auch nach dem Urteil der Expertenkommission Forschung und Innovation
ein neuer, vielversprechender Weg beschritten. Erstmals
wurde ein ressort- und politikfeldübergreifendes Konzept
einer Forschungs- und Innovationspolitik erarbeitet, das
die erforderlichen Rahmenbedingungen und die Ausgaben für Forschung und Innovation im Zusammenhang in
den Blick nimmt. Die Hightech-Strategie sorgt für mehr
private Investitionen in Forschung und Entwicklung und
schafft die Voraussetzungen für mehr Wirtschaftswachstum und sichere Arbeitsplätze.
Zahlreiche Initiativen der Hightech-Strategie wurden
bereits umgesetzt oder sind erfolgreich angelaufen:
 

– In strategischen Partnerschaften kooperieren dabei
große Konsortien von Unternehmen mit der Wissenschaft, in den nächsten zehn Jahren sind erhebliche
zusätzliche private FuE-Investitionen geplant.
– Im Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft werden Roadmaps entworfen, um die Voraussetzungen für
die Erschließung neuer Technologiefelder zu schaffen.
Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
werden durchlässiger:
– Mit dem Spitzencluster-Wettbewerb wird die Innovationskraft der leistungsfähigsten Cluster aus Wirtschaft
und Wissenschaft gestärkt, um Ideen schneller in
Produkte, Prozesse und Dienstleistungen umzusetzen.
– Die Forschungsförderung für den Mittelstand wird
übersichtlicher und vorrangig ausgebaut.
– Normung beschleunigt den Transfer von der Innovation
zum marktreifen Produkt, denn sie schafft Systemfähigkeit, fördert Vergleichbarkeit und Wettbewerb
und gewährleistet Rechts-, Vertrags- und Investitionssicherheit.

Förderberatung Forschung und Innovation
Die Bundesregierung richtet im Rahmen ihrer Hightech-Strategie
eine Erstanlaufstelle für Fragen zur Forschungs- und Innovationsförderung ein. Die zentrale Förderberatung »Forschung und
Innovation« des Bundes wendet sich mit ihren Informations- und
Beratungsangeboten besonders an »Förderneulinge«. Sie sorgt
bei Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen für
mehr Transparenz zu Förderprogrammen, Verfahrenswegen und
Konditionen. Der Zugang zur Forschungsförderung wird dadurch
beschleunigt.

Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation
werden günstiger:
– Spielräume zur Finanzierung von Innovationen wachsen: Die Innovationsförderung für Gründungen sowie
kleine und mittlere Unternehmen wird ausgebaut und
erleichtert; mit der Neuausrichtung des EXIST-Programmes werden Gründungsvorhaben aus Hochschulen und der Wissenschaft die Unterstützung erhalten,
die sie brauchen. Mit dem Gesetz zur Modernisierung
der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen
(MoRaKG) wird ein wichtiger Schritt zur Verbesserung
der Finanzierungsmöglichkeiten für schnell wachsende innovative Unternehmen getan.
– Gesetze und Regularien werden auf ihre Innovationsfreundlichkeit überprüft und wenn nötig angepasst:
U. a. werden die Startbedingungen für Gründerinnen
und Gründer verbessert und die Bestimmungen zum
Schutz des geistigen Eigentums international vorangebracht.
Die Hightech-Strategie wird durch zahlreiche Initiativen von Bund und Ländern zur Stärkung der Wissenschaft in Deutschland begleitet. Die deutsche Hochschullandschaft hat durch die Exzellenzinitiative an Dynamik
und Profil gewonnen. Der Pakt für Forschung und
Innovation schafft Planungssicherheit und neue Freiräume für die außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
Im Hochschulpakt haben sich Bund und Länder auf die
Bereitstellung von Mitteln für die Aufnahme von 90.000
zusätzlichen Studienanfängern in den Jahren 2007 bis
2010 geeinigt. Die Bundesregierung wird Eckpunkte für
ein Wissenschaftsfreiheitsgesetz für attraktive Rahmenbedingungen erarbeiten.
Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland sind eng in den europäischen
Forschungs- und Innovationsraum eingebunden.
Deutschland hat alle großen Initiativen der Europäischen
Forschungspolitik der vergangenen Jahre, wie den
Aufbau des European Research Council oder des Europäischen Institute of Technology, geprägt. Nationale und
europäische Politik werden auf allen Handlungsfeldern
abgestimmt. Unser Land profitiert darüber hinaus von
wachsenden EU-Mitteln für Forschung und Entwicklung,
sofern es gelingt, diese verstärkt nach Deutschland zu
holen.
Forschung kennt keine Grenzen. Lösungen für globale
Themen wie den Klimawandel erfordern eine intensive
Kooperation auf internationaler Ebene. Und sie erschließen neue Kompetenzen und Innovationspotenziale für
deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Unser Land übernimmt international Verantwortung
und trägt wesentlich zur Bewältigung der globalen
Klima-, Ressourcen-, Sicherheits- und Migrationsherausforderungen bei. Mit der Internationalisierungsstrategie

POLITISCHE MAßNAHMEN

21

Abbildung 1
Ziele der Hightech-Strategie

wird Deutschlands Position in der globalen Wissensgesellschaft weiter ausgebaut.
Deutschland ist ein attraktiver und begehrter Forschungsstandort. In internationalen Umfragen werden
regelmäßig die gute FuE-Infrastruktur und die hohe
Qualifikation des FuE-Personals hervorgehoben. Die
Expertenkommission Forschung und Innovation sieht
in der Hightech-Strategie einen neuen, vielversprechenden Weg zur Erhöhung der Effektivität der nationalen Forschungs- und Innovationspolitik. Gleichzeitig
entwirft sie einen erweiterten konzeptionellen Rahmen
der Forschungs- und Innovationspolitik. Die Bundesregierung sieht sich dadurch in ihrem Willen bestärkt,
die Hightech-Strategie und den Wissenschaftsstandort
Deutschland konsequent weiterzuentwickeln.
Dabei ist essentiell: Um die Innovationskraft unseres
Landes auch in Zukunft zu sichern, ist ein neuer Aufbruch
im Bildungssystem erforderlich – in der Breite und in der
Spitze. Mit der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung wird ein klares Signal gesetzt für die Stärkung
von Bildungschancen in allen Lebensbereichen, von der
frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung in den späteren Jahren. Die Länder – aber auch die Wirtschaft, die
Gewerkschaften und weitere gesellschaftliche Gruppen
– sind eingeladen, sich an einer »Qualifizierungsinitiative
für Deutschland« zu beteiligen.

1. Die Hightech-Strategie für Deutschland
Mit der im August 2006 verabschiedeten Hightech-Strategie hat die Bundesregierung erstmals einen ressort- und
politikfeldübergreifenden Ansatz zur Forschungs- und
Innovationspolitik vorgelegt. Seither wurde eine Vielzahl
neuer forschungs- und innovationspolitischer Initiativen
auf den Weg gebracht, um drei Ziele zu erreichen:
– In Deutschland sollen Leitmärkte für innovative Produkte und Dienstleistungen entstehen,
– Wirtschaft und Wissenschaft werden stärker miteinander vernetzt, um schneller neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen,
– technologieübergreifende Rahmenbedingungen werden verbessert, um Forschern und Innovatoren mehr
Freiräume zur Verwirklichung ihrer Ideen zu geben.
Mit dem im Oktober 2007 vorgelegten Fortschrittsbericht hat die Bundesregierung eine erste Bilanz gezogen.
Fortschritte wurden dokumentiert, aktuelle Entwicklungen dargestellt. Die Strategie ist als Prozess für die
gesamte Legislaturperiode angelegt, sie wird durch
Wirtschaft und Wissenschaft sowie Bund und Länder
kontinuierlich mit Leben gefüllt.

22

1.1. entwicklung von leitmärkten
Die Expertenkommission Forschung und Innovation
unterstützt die Ausrichtung der Hightech-Strategie an
der Entwicklung von Leitmärkten. Sie stellt Fragen an die
Auswahl und Gewichtung ihrer Schwerpunkte.
Die Bundesregierung orientiert ihre HightechStrategie an den großen globalen Herausforderungen
Gesundheit, Sicherheit, Klima- und Ressourcenschutz
sowie Mobilität. Schwerpunkte auf diesen wachsenden
Bedarfsfeldern werden bei der Umsetzung der HightechStrategie ausgebaut. Deutschland ist in einer herausragenden Position, auf diesen Bedarfsfeldern zur Lösung
drängender Zukunftsfragen beizutragen. Gleichzeitig
können auf diesen Feldern große Potenziale zum Ausbau
von Forschung und Entwicklung und – anknüpfend an
Stärken der deutschen Wirtschaft – für Wachstum und
Beschäftigung erschlossen werden.
Darüber hinaus werden die zentralen Querschnittsbzw. Schlüsseltechnologien gleichermaßen beachtet.
Die zielgerichtete Entwicklung von Querschnittstechnologien wie Nanotechnologien, Werkstofftechnologien,
Biotechnologie, Optischen Technologien, Mikrosystemtechnik, Produktionstechnologien, Informations- und
Kommunikationstechnik sowie innovativen Dienstleistungen schafft die Voraussetzung für technologische
Lösungen, um gesellschaftliche Bedarfsfelder zu erschließen sowie Wohlstand zu sichern.
Dieser Ansatz der Hightech-Strategie wird in insgesamt
17 Innovationsfeldern umgesetzt mit konkreten Schwerpunkten überall dort, wo Deutschland bereits Spitzenforschung betreibt, unsere Wirtschaft international wettbewerbsfähig ist und eine überdurchschnittliche Nachfrage
nach innovativen Gütern und Dienstleistungen als
Ergebnis der Forschung besteht. Über Schwerpunkte wird
auf jedem Innovationsfeld nach umfassenden Konsultationen mit Wissenschaft und Wirtschaft entschieden.
Wo Leitmärkte erschlossen werden können, werden
Kompetenzen in Forschung und Entwicklung gezielt
ausgebaut, konsequent strategische Partnerschaften geschmiedet, Rahmenbedingungen innovationsfreundlich
gestaltet, Risiken geklärt, geistiges Eigentum geschützt,
Initiativen zur Markteinführung unterstützt oder die Verbreitung neuer Technologien befördert. Dieser Weg wird
ressort- und politikfeldübergreifend vorangetrieben.
Hiermit wird ein attraktives Umfeld für verstärkte private
FuE-Investitionen geschaffen. Aus den Bedarfsfeldern
sind die folgenden Initiativen hervorzuheben:
Gesundheit Der demografische Wandel stellt unsere Gesellschaft vor große Aufgaben. Die Gesundheitsforschung
und Patientenversorgung ist dabei ganz besonders
gefordert, denn die gestiegene Lebenserwartung lässt
neue Krankheitsbilder in den Vordergrund treten, die

PolItIscHe MaßnaHMen

nach neuen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten rufen.
Die Bundesregierung will die Patientenversorgung weiter
in Richtung patientenindividuelle Therapie entwickeln,
verbessern und zugleich effizienter gestalten. Erklärtes
Ziel ist es, den Weg vom Forschungsergebnis bis zur Umsetzung zu verkürzen.
Das gemeinsam vom BMBF und BMG getragene Gesundheitsforschungsprogramm der Bundesregierung
ist Grundlage für Förderschwerpunkte und Fördermaßnahmen im Bereich der Gesundheitsforschung. Wichtige
Initiativen zur Förderung einer effizienten und qualitativ
hochwertigen Gesundheitsforschung sind:
– Der bundesweite Wettbewerb »Gesundheitsregionen
der Zukunft« soll zur Profilbildung von Gesundheitsregionen beitragen und die deutsche Gesundheitswirtschaft stärken. Innovationen im Gesundheitswesen
sollen effizienter umgesetzt und die Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten verbessert
werden.
– Der Ausbau klinischer Studien und der Aufbau von Koordinierungszentren für Studien werden ergänzt durch
die Vernetzung von Forschung und Behandlung in
Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren in
wichtigen Krankheitsbereichen wie z. B. Schlaganfall.
– Aufgrund des gesellschaftlichen, technologischen und
medizinischen Fortschrittes hat sich die durchschnittliche Lebenszeit der Menschen gravierend verlängert.
Gerade ältere Menschen leiden jedoch häufig unter
chronischen Krankheiten wie Demenzen, Parkinson,
Schlaganfall u. a. Die Alters- und Pflegeforschung muss
Antworten auf diese gesellschaftlichen Herausforderungen geben. In Kompetenznetzen werden daher
Akteure aus der Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitsversorgung vernetzt mit dem Ziel, die Patientenversorgung zu verbessern und neue Forschungsfragen
zu lösen.
– Auch die von der Bundesregierung und Sozialversicherungsträgern gemeinsam initiierte Förderung der
versorgungsnahen Forschung im Bereich »Chronische
Krankheiten und Patientenorientierung« wird hier
wichtige Impulse geben.
Voraussichtlich Ende 2008 wird ein neues Gesundheitsforschungsprogramm veröffentlicht. Inhaltliche Vorarbeiten wurden mit einem umfassenden Roadmap-Prozess
geleistet, in dem mehrere hundert Expertinnen und
Experten aus Wissenschaft und Industrie ihre Überlegungen zum künftigen Forschungsbedarf eingebracht
haben.
Aufgrund der großen Bedeutung des Themas »Demenz« hat die Bundesregierung zwei weitere Initiativen
ins Leben gerufen: In dem vorgesehenen Zentrum für
Neurodegenerative Erkrankungen sollen die besten
Wissenschaftler und Ärzte unter einem Dach zusam-

PolItIscHe MaßnaHMen

mengeführt werden. Es geht um die Erforschung von
Krankheitsursachen, Möglichkeiten der Prävention und
Früherkennung, die Entwicklung wirksamer Therapien und die Untersuchung der psychosozialen Folgen
von Demenzen. In einem Kernzentrum in Bonn sollen
bundesweit Partnerinstitute angegliedert werden, die
heute schon exzellente neurowissenschaftliche Forschung in Deutschland betreiben. Die Bundesregierung
setzt sich ferner dafür ein, dass Menschen mit Demenzerkrankungen ein menschenwürdiges Leben führen
können und eine optimale medizinische und pflegerische
Versorgung erhalten. Ziel des seit diesem Jahr geförderten Leuchtturmprojektes »Demenz« ist es daher, aus
den vorhandenen Versorgungsangeboten die besten zu
identifizieren und weiterzuentwickeln, Defizite bei der
Umsetzung einer evidenzbasierten pflegerischen und
medizinischen Versorgung demenziell Erkrankter zu beseitigen und eine zielgruppenspezifische Qualifizierung
für in der Versorgung engagierte Personen und beteiligte
Berufsgruppen zu erreichen.
Neu auftretende oder veränderte Krankheitserreger
sowie neue Übertragungs- und Verbreitungswege stellen
eine ständige Herausforderung für die Infektionsforschung dar. Die Bundesregierung hat daher zusätzlich
zu den Aktivitäten der Ressortforschungseinrichtungen
wie dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und dem Robert-KochInstitut (RKI) in diesem Bereich das Forschungssofortprogramm Influenza, das sich gezielt mit praxisrelevanten
Fragen der Influenza bei Mensch und Tier beschäftigt,
sowie das Forschungsförderprogramm Zoonosen, das
sich darüber hinaus auch mit anderen vom Tier auf den
Menschen übertragbaren Erkrankungen befasst, ins
Leben gerufen.
Die elektronische Gesundheitskarte wird in Verbindung mit der Telematikinfrastruktur das Gesundheitssystem in Deutschland nachhaltig verändern. Sie dient
dazu, als Schlüsselinstrument einer vernetzten IT-Infrastruktur im Gesundheitswesen die Information und
Kommunikation der Beteiligten im Gesundheitswesen zu
verbessern und dadurch Qualität und Wirtschaftlichkeit
der medizinischen Versorgung zu steigern.
Deutschland steht bei der Medizintechnik durch qualitativ hochwertige Entwicklungen mit an der Weltspitze.
Die Förderung der Bundesregierung zielt darauf ab,
Deutschlands internationale Spitzenposition zu sichern
und weiter auszubauen. Übergeordnetes Ziel ist der Einsatz neuer Methoden zum Wohle der Patienten. Erstmals
wurde in 2007 ein »Aktionsplan Medizintechnik« vorgelegt. Hierin werden alle Aktivitäten auf diesem Gebiet
gebündelt. Für 2008 ist eine aktualisierte Version des
Aktionsplans vorgesehen.
Mit der »Pharma-Initiative Deutschland« wird ein
sichtbares Signal für die Revitalisierung des PharmaStandortes Deutschland gesetzt. Im Sinne der Hightech-

23

Strategie sowie der Empfehlungen der Task Force Pharma
und der Forschungsunion wird die gesamte pharmazeutische Entwicklung in den Blick genommen. Eine
zentrale Maßnahme ist der Wettbewerb »BioPharma«,
der Kooperations- und damit Wachstumsimpulse entlang
der pharmazeutischen Wertschöpfungskette geben und
zugleich eine Verknüpfung zwischen der Aufklärung von
Krankheitsmechanismen, den dazugehörigen gesundheitsökonomischen Implikationen und der klinischwirtschaftlichen Anwendung neuer Therapieverfahren
ermöglichen soll.
S

Mit dem im Januar 2007 gestarteten Sicherheitsforschungsprogramm erhält Deutschland erstmals
ein Forschungsprogramm für die zivile Sicherheit. Die
Bundesregierung zielt darauf ab, innovative Sicherheitslösungen zum Schutz der Menschen zu entwickeln,
ohne Freiheit und Privatheit einzuschränken. Seither
wurden bereits fünf der geplanten acht Förderthemen
ausgeschrieben. Die ersten 18 Verbundprojekte aus der
Bekanntmachung »Gefahrstoffdetektion« laufen seit
Dezember 2007.
Klima- und Ressourcenschutz  Im März 2007 hat sich
die Europäische Union unter deutscher Präsidentschaft
auf ehrgeizige Klimaschutzziele verständigt. Bis zum
Jahr 2020 sollen die CO2-Emissionen um mindestens 20 %
bzw. um 30 % im Falle eines globalen Klimaabkommens
gegenüber 1990 reduziert werden. Die Erhöhung der
globalen Mitteltemperatur soll auf maximal zwei Grad
Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit begrenzt werden.
Die Antwort auf diese weltweite Herausforderung liegt
in großen Teilen in weiteren Innovationen und technologischen Entwicklungen.
Im Dezember 2007 hat die Bundesregierung hierzu das
integrierte Klima- und Energieprogramm verabschiedet.
Ein Kernpunkt ist die Förderung von Forschung, Entwicklung und Demonstration neuer, wettbewerbsfähiger
Technologien. Innovative Technologien, mit deren Hilfe
Energie nachhaltig bereitgestellt und effizienter genutzt
werden kann, erleichtern den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung und leisten einen wichtigen
Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel.
Das BMBF hat eine Hightech-Strategie zum Klimaschutz initiiert. Im Mittelpunkt stehen Schlüsseltechnologien, die große Effizienzgewinne, zügige Umsetzbarkeit und Stärkung der deutschen Wirtschaft auf dem

24

internationalen »Zukunftsmarkt Klimaschutz« versprechen. Ein weiterer Schwerpunkt der Hightech-Strategie
Klimaschutz zielt darauf, die in Vorbereitung befindliche
deutsche Strategie zur Anpassung an den Klimawandel
durch Forschung und Entwicklung zu flankieren. Stichworte sind die verbesserte Prognose von Extremereignissen und ihrer Folgen, die Identifizierung von Handlungsoptionen sowie die Analyse und Bewertung sektoraler
und regionaler Anpassungskonzeptionen. Die Anpassungsstrategie wird den Forschungsbedarf weiter konkretisieren und die entsprechenden Forschungsinitiativen
der Bundesregierung ressortübergreifend darstellen.
Im Rahmen der Forschungsinitiative »Zukunft Bau«
des BMVBS wurden Forschungscluster mit konkreten
Forschungsvorhaben zum nachhaltigen und energieeffizienten Bauen gebildet. Sie befassen sich mit anwendungsbezogener Forschung insbesondere hinsichtlich
der Instrumente für mehr Energieeffizienz und der
Anwendung neuer Technologien im Bauwesen.
In einem »Masterplan Umwelttechnik« bündeln BMU
und BMBF ihre Aktivitäten: Die Wettbewerbsfähigkeit
der deutschen Umweltindustrie in einem der wichtigsten
Zukunftsmärkte wird gestärkt, indem Forschung, Anwendung und Verbreitung von Technologien gefördert
und die Rahmenbedingungen innovationsfreundlicher
gestaltet werden. BMBF und BMU haben gemeinsam mit
BMZ, BMWi, AA und Vertretern der deutschen Wasserforschung sowie der Wasserwirtschaft eine Initiative
zur Gründung des Vereins German Water Partnership
gestartet. Im April 2008 haben sich 129 Unternehmen und
Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, um
gemeinsam an einer besseren internationalen Positionierung Deutschlands im Wasserbereich zu arbeiten. Mit der
von German Water Partnership organisierten Innovationsplattform unter Vorsitz des BMBF soll künftig ein
strategisches Forum zur Verfügung stehen, das gezielte
Technologieentwicklungen für spezifische Zielregionen
anregt. Ferner sollen Innovationspartnerschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft geschmiedet werden.
Ziel der Bundesregierung ist ein wirtschaftlich tragfähiger und nachhaltiger Ausbau der Bioenergie. Zusammen mit Wissenschaft und Industrie sind Biomassepotenziale zu erschließen, Technologien weiterzuentwickeln,
Rahmenbedingungen zu überprüfen und anzupassen.
Dabei arbeiten die beteiligten Ressorts in enger Vernetzung. Das BMBF hat im Rahmen seines Förderkonzepts
»Grundlagenforschung Energie 2020+« die energetische
Nutzung von Biomasse zu einem Schwerpunkt gemacht.
Die Förderinitiative »BioEnergie 2021 – Forschung für die
Nutzung von Biomasse« wurde im Januar 2008 gestartet. Sie soll dazu beitragen, neue Erkenntnisse über die
energetische Nutzung von Biomasse zu gewinnen. Dabei
sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um klimafreundliche Formen der Bioenergie wettbewerbsfähig

PolItIscHe MaßnaHMen

zu produzieren und um die zunehmende Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Energieproduktion
abfedern zu können. Für diese Initiative sind 50 Millionen
Euro für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren eingeplant. Anfang 2008 hat das BMELV das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) in Leipzig errichtet. BMU,
BMBF und BMVBS unterstützen die Arbeit des DBFZ und
sind in seinem Aufsichtsrat vertreten. Das DBFZ soll sich
insbesondere mit technologischen, aber auch ökonomischen und ökologischen Fragen der Forschung und
Entwicklung fester, flüssiger und gasförmiger Bioenergieträger in Deutschland befassen und durch Kompetenz
und Kapazität national und international herausragen.
Die Bundesregierung verfolgt darüber hinaus Aspekte
des Klima- und Ressourcenschutzes als Querschnittsaufgabe in allen Teilen der Hightech-Strategie.
Mobilität  Weltweit nimmt Deutschland in den Fahrzeug- und Verkehrstechnologien eine Spitzenstellung
ein. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Effizienz
des Gesamtverkehrssystems zu steigern, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fahrzeug- und Verkehrsindustrie zu verbessern, die Belastungen durch den Verkehr
zu verringern sowie ein angemessenes und sicheres Mobilitätsangebot für die gesamte Bevölkerung sicherzustellen. Hierzu hat die Bundesregierung am 27. Februar 2008
das neue Verkehrsforschungsprogramm »Mobilität und
Verkehrstechnologien« verabschiedet. Das Luftfahrtforschungsprogramm der Bundesregierung (LuFo) schafft
die technologischen Voraussetzungen für ein nachhaltiges Luftverkehrssystem. Ein Masterplan Güterverkehr
und Logistik des BMVBS als Antwort auf den bis 2025
noch um 70 Prozent wachsenden Güterverkehr sowie die
Kraftstoffstrategie werden entwickelt. Damit soll u. a.
die Marktentwicklung und die praktische Verfügbarkeit
von sicheren, komfortablen und ressourcensparenden
Technologien im Verkehr beschleunigt werden. Schwerpunkte sind beispielsweise die 2008 begonnene Umsetzung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) oder die
Bildung der Koordinationsplattform »Elektromobilität«
der Ressorts BMVBS, BMWi, BMBF und BMU. BMBF fördert
verkehrsbezogene Forschung im Rahmen von »IKT 2020:
Informations- und Kommunikationstechnologien 2020«,
»Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft«,
»Mikrosysteme«, »Forschung für die zivile Sicherheit«
sowie der molekularen Pflanzenforschung und Systembiologie.
Dienstleistungen  Die Bundesregierung sieht in der
verstärkten Integration innovativer Dienstleistungen in
innovations- und forschungspolitische Initiativen den
richtigen Weg, um Deutschlands Wettbewerbsstärke
weiter auszubauen und neue Beschäftigungsimpulse zu

PolItIscHe MaßnaHMen

setzen. Die Bundesregierung stärkt in Übereinstimmung
mit der Expertenkommission Forschung und Innovation
gezielt den Ausbau der Dienstleistungswirtschaft und
entsprechender Infrastrukturen. Das BMBF konzentriert
sich mit seinem Programm »Innovationen mit Dienstleistungen« auf Kernthemen der Dienstleistungswirtschaft.
Ein neuer Baustein ist der vom BMBF entwickelte Aktionsplan »Dienstleistungen 2020«. Neue Technologien im
Bereich des demografischen Wandels und der Nachhaltigkeit werden frühzeitig mit Konzepten für Dienstleistungsinfrastrukturen so verknüpft, dass sie marktfähig
werden.
Raumfahrt  Raumfahrt Made in Germany ist Hightech für
die Bürger Europas. Die Bundesregierung hat im Januar
2007 das Satellitendatensicherheitsgesetz auf den Weg
gebracht. Damit hat Deutschland einen international
anerkannten gesetzlichen Rahmen für eine sichere und
unbürokratische weltweite Vermarktung der Daten
hochwertiger Erdfernerkundungssysteme geschaffen,
neue Geschäftsfelder im Satellitendatenvertrieb und
in der wachsenden Geodatenindustrie können besetzt
werden. Zugleich werden die sicherheits- und außenpolitischen Interessen Deutschlands beim Verbreiten
und kommerziellen Vermarkten satellitengestützter
Erderkundungsdaten – insbesondere auf internationalen
Märkten – gewahrt.
Mit der Ankoppelung und Inbetriebnahme des in
Bremen gebauten europäischen Forschungsmoduls
Columbus an die Internationale Raumstation ISS sowie
dem erfolgreichen Erstflug des ebenfalls in Deutschland
integrierten automatischen und unbemannten Versorgungsraumschiffs ATV zur Internationalen Raumstation
konnte die deutsche Raumfahrt ihre hohe Leistungsfähigkeit auf internationaler Ebene unter Beweis stellen.
Im europäischen Kontext hat die Bundesregierung
durch ihr Engagement bei der Erstellung eines Europäischen Raumfahrtprogramms die Raumfahrt in Europa
einen entscheidenden Schritt nach vorn gebracht. Unter
deutscher EU-Ratspräsidentschaft haben die Mitgliedstaaten von EU und ESA auf dem 4. Weltraumrat am 22.
Mai 2007 mit der Resolution zur Europäischen Raumfahrtpolitik und dem Europäischen Raumfahrtprogramm
einen neuen Orientierungsrahmen für »Europa im All«
geschaffen. Im Vordergrund steht die Nutzung der Raumfahrttechnologien für Europas politische Ziele, speziell
im Bereich der Umweltüberwachung, der Kommunikation, des Verkehrs und der zivilen Sicherheit. Die europäischen Mitgliedstaaten sind entschlossen, mit Hilfe der
Raumfahrt ihre Position im globalen Wettbewerb weiter
auszubauen, durch eine stärkere Bündelung der Kräfte
ihre führende Rolle in Wissenschaft und Technologie zu
festigen und die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrie
weiter zu stärken.

25

Innovationsallianzen und strategische Partnerschaften  Mit Innovationsallianzen wurde ein grundlegend
neues Instrument der Forschungs- und Inno-vationspolitik
geschaffen. Sie haben das Potenzial, nachhaltige Wertschöpfung sowie Beschäftigung in Deutschland zu schaffen.
In Innovationsallianzen bilden Unternehmen der deutschen Wirtschaft gemeinsame Technologieplattformen.
Zur Erschließung vielverspre-chender technologischer Entwicklungslinien und Innovationsfelder werden arbeitsteilig
alle wichtigen Teile der Wertschöpfungskette abgedeckt.
Die beteiligten Unternehmen verständigen sich über die
vorwettbewerbliche FuE-Zusammenarbeit in Anwendungsfeldern und gehen eine finanzielle Verpflichtung zu
FuE-Investitionen für die vereinbarten Aufgaben ein. Dies
schafft Investitionssicherheit, gerade auch für kleine und
mittelständische Unternehmen. Das BMBF kann flankierend
hierzu offene Förderbekanntmachungen starten. Kleine
und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Hochschulen und/
oder Forschungseinrichtungen werden eingebunden. Im
Verantwortungsbereich des BMBF wurden bislang sechs
Innovationsallianzen vereinbart, in denen folgende Investitionen geplant sind (siehe tabelle 1).
Die Bundesregierung plant die Vereinbarung weiterer
Innovationsallianzen mit der Wirtschaft. Dies ist aus Sicht
der Bundesregierung überall dort sinnvoll, wo verstärkt private FuE-Investitionen mobilisiert werden können, die für
die gesellschaftlichen Bedarfsfelder Gesundheit, Klima- und
Ressourcenschutz, Mobilität und Sicherheit bedeutsam sind
und wo es eine exzellente Forschungslandschaft sowie eine
tragfähige industrielle Basis gibt.
	

– COORETEC zur Entwicklung innovativer Kraftwerkstechnologien inklusive CO2-Abtrennung,
– bei der Erdbeobachtung Entwicklung, Bau und Betrieb
hochauflösender Satellitensysteme und anschließende
Datenvermarktung,
– das auf dem IT-Gipfel beschlossene Leuchtturmprojekt
THESEUS für eine internetbasierte Wissensinfrastruktur,
– der Technologiewettbewerb E-Energy zur digitalen
Vernetzung und computerbasierten Optimierung des
gesamten Energieversorgungssystems,
– im Bereich von Verkehrssicherheit und -management
das geplante Forschungsvorhaben »Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland (SIM-TD)«,
– Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff- und
Brennstoffzellentechnologie (NIP) zur Entwicklung
und Marktvorbereitung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in der mobilen, stationären
sowie portablen Anwendung.

26

PolItIscHe MaßnaHMen

tabelle 1
Bislang aufgebaute Innovationsallianzen

Investitionen / Fue-Mittel in Mio. €
Öffentliche Hand

automobilelektronik
Zentrale Ziele der Innovationsallianz liegen darin, eine höhere Umweltfreundlichkeit und höhere
Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen. Sie soll sich zu einer offenen Forschungs- und
Entwicklungsplattform der deutschen Automobilhersteller, der Zulieferindustrie, von Hochschulen
und Forschungseinrichtungen im vorwettbewerblichen Bereich entwickeln. In der Folge wird die
internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen gestärkt.
oleD-Initiative
Organische Leuchtdioden verwandeln Strom äußerst effizient in Licht und können als dünne, biegsame Folien hergestellt werden. Bislang werden sie erst als kleine Displays in elektronischen Geräten
wie Mobiltelefonen eingesetzt. Die Forschungsprojekte sollen dazu beitragen, künftig auch großflächige und flexible Lichtquellen kostengünstig zu erzeugen. Tapeten aus Licht oder Fernsehschirme
zum Einrollen könnten mit dieser Technik unseren Alltag energiesparend beleuchten.
organische Photovoltaik (oPv)
Auch Organische Solarzellen können biegsam, dünn und transparent wie eine Folie sein. Sie sollen
künftig aus besonders preiswerten Materialien als Massenprodukt hergestellt werden können. So
eignen sie sich beispielsweise für den Einsatz zur Stromversorgung von Mobiltelefonen. Angestrebt
wird auch der Einsatz von Organischen Solarzellen im Bauwesen, wo sie künftig auf Dächern, Fassaden oder als Elemente in Fenstern Strom erzeugen könnten.
lithium-Ionen-Batterie
Ziel der Innovationsallianz ist es, eine neue Generation leistungsstarker Batterien für den Einsatz in
neuen Antriebskonzepten in Fahrzeugen und zur Effizienzsteigerung bei der Nutzung regenerativer
Energien der Zukunft zu entwickeln. Hiermit wird ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Die Entwicklungspotenziale der jeweiligen Wirtschaftszweige werden gefördert.
Molekulare Bildgebung
Ziel ist die Durchleuchtung lebender Zellen mit weitreichenden Anwendungen zur Früherkennung
von Krankheiten in der Medizintechnik. Um noch bessere Produkte auf den Markt und in die Kliniken
zu bringen, arbeiten Geräteentwickler enger als bisher mit Naturwissenschaftlern, Pharmazeuten,
den Anwendern in den Kliniken und Softwarespezialisten zusammen. Durch die Innovationsallianz
werden künftig gerade bei den Volkskrankheiten Krebs, Herz-Kreislauf- und Demenzerkrankungen
sehr viel frühzeitigere Diagnosen und bessere Therapien möglich.
european Initiative 100 Get
Ziel ist es, ein sicheres und schnelles Kommunikationsnetz zu entwickeln, das auf einem einheitlichen Standard vom Zugangsnetz bis in den Bereich der Kernnetze beruht. Durch den neuen, von
Europa aus gesetzten Netzstandard wollen die beteiligten Unternehmen aus Frankreich, Finnland,
Schweden und Deutschland die Technologieführerschaft erreichen und so Europa zur Nummer 1 bei
den Netztechnologien im weltweiten Wettbewerb machen.
summe

wirtschaft

100

500

100

500

60

300

60*

360

150

750

30

225

50 0

2.6 35

* Plus 15 Millionen Euro der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft

PolItIscHe MaßnaHMen

Ein weiteres wichtiges Kennzeichen der HightechStrategie besteht darin, Wettbewerbe, Netzwerke und
spezifische Programme entlang der gesamten Wertschöpfungskette abzustimmen. Die Bundesregierung
unterstützt so z. B. die Erschließung des Potenzials von
Biomasse über deren energetische Nutzung hinaus durch
ein Bündel von Maßnahmen von der landwirtschaftlichen Produktion bis hin zur Bereitstellung sicherer
und qualitativ hochwertiger Rohstoffe als Lebensmittel,
Futtermittel oder für andere Zwecke.
Mit der neuen Maßnahme »Kompetenznetze in der
Agrar- und Ernährungsforschung« sollen Forschungsund Innovationsaktivitäten gebündelt und die Forschungsstrukturen in der Agrarforschung positiv beeinflusst werden. Damit wird auch die wissenschaftliche
Basis für die nachfolgenden Aktivitäten gestärkt:
Das Programm zur Innovationsförderung in den
Bereichen Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gibt Wirtschaft und Wissenschaft Impulse zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrarund Ernährungswirtschaft. Schwerpunkte sind
u. a. Tiergesundheit, moderne Agrartechnik, sichere und
qualitativ hochwertige Lebensmittel und die Reduktion
von Allergenen.
Mit dem Programm Nachwachsende Rohstoffe unterstützt die Bundesregierung Forschung und Entwicklung
für die stoffliche und energetische Nutzung gleichermaßen. Industrie und Wissenschaft entwickeln gemeinsam u. a. innovative Konversionstechniken und neue
Produkte. Bioraffinerietechniken, Koppelnutzungen
energetischer und stofflicher Verwendung, Polymere
auf Cellulosebasis für die Bau-, Pharma- und Kosmetikindustrie oder naturfaserverstärkte Werkstoffe für den
Fahrzeugbau sind nur einige vielversprechende Beispiele
dafür.
Mit dem Cluster-Wettbewerb »BioIndustrie 2021« wird
diese positive Entwicklung auf dem Gebiet der weißen
Biotechnologie verstärkt und ausgebaut: Ziel ist, in
Clustern unter maßgeblicher Beteiligung der Wirtschaft
neue biotechnologisch-basierte Produkte und Prozesse
für viele Industrien, wie der Lebensmittel-, der Kosmetik-,
der Papier-, der Zellstoff-, der Textil-, der Lederindustrie
u. a. zu erschließen.
Komplementär wird der Wettbewerb »GenoMik« dazu
beitragen, durch neue Erkenntnisse der Genomforschung
über die Eigenschaften von Mikroorganismen neue
Anwendungen in der Industrie, Landwirtschaft oder im
Umweltschutz zu ermöglichen.

1.2. wirtschaft und wissenschaft zusammenbringen
Deutschlands Wissenschaft hat in den vergangenen
Jahren an Profil und Leistungsfähigkeit gewonnen. Die

27

Hightech-Strategie will die Kooperation zwischen exzellenter Wissenschaft und Unternehmen stärken. Sie bringt
die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Forschung und
Wirtschaft auf ein neues Niveau.
Die Besten der Besten stärken: Deutschlands spitzencluster Im August 2007 startete der erste nationale Spitzencluster-Wettbewerb. Der Wettbewerb wählt die leistungsfähigsten Cluster Deutschlands aus und begleitet sie auf dem
Weg in die internationale Spitzengruppe. Wissenschaft und
Wirtschaft formulieren in enger Abstimmung und Zusammenarbeit gemeinsame Strategien, die auf den jeweiligen
Stärken der Cluster aufsetzen und sich auf die Ausschöpfung noch ungenutzter Potenziale konzentrieren.
Die Kooperation von Forschung und Mittelstand verbessern: Förderung wird schnell und einfach Ziel der
Bundesregierung ist, die Zahl innovativer Unternehmen
zu erhöhen, ihre Innovationskompetenz zu stärken, den
Transfer einer Idee in den Markt zu erleichtern und die anwendungsorientierte Forschung und Produktentwicklung
in den KMU stärker mit der grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung in den Forschungsinstituten und den
Hochschulen zu vernetzen.
– Die marktnahen und technologieoffenen Kooperations- und Netzwerkprogramme des BMWi für den
Mittelstand werden ab dem 1. Juli 2008 in einem
»Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand« (ZIM)
mit den Modulen Kooperationsförderung und Netzwerkförderung zusammengefasst und transparenter
gestaltet, um KMU und Forschungseinrichtungen noch
enger zusammenzubringen und den Zugang für KMU
zu der Förderung zu erleichtern.
– Mit der im September 2007 gestarteten Förderinitiative
KMU-innovativ ermöglicht das BMBF forschenden KMU
in sechs Technologiefeldern einen vereinfachten und
beschleunigten Einstieg in seine Förderung. Unter dem
Motto »Vorfahrt für Spitzenforschung im Mittelstand«
wird ihnen so der Zugang zu anspruchsvollen Forschungsverbünden der Fachprogramme erleichtert.
Die Förderinitiative wird schrittweise auf weitere Technologiefelder ausgeweitet.
– Mit der 2007 eingeführten Forschungsprämie für die
öffentliche Forschung und der ForschungsprämieZwei
für gemeinnützige Forschungseinrichtungen gibt das
BMBF Hochschulen, Forschungseinrichtungen und ihren Wissenschaftlern den Anreiz, zusätzliche Potenziale für eine breite Zusammenarbeit mit der Wirtschaft,
insbesondere mit KMU, zu mobilisieren.
– Mit dem Aufbau der zentralen Förderberatung »Forschung und Innovation« des Bundes wird eine Erstanlaufstelle für Fragen zur Forschungs- und Innovationsförderung eingerichtet. Mit ihren Informations- und

28

PolItIscHe MaßnaHMen

Beratungsangeboten sorgt sie bei Hochschulen,
Forschungseinrichtungen und Unternehmen für mehr
Transparenz zu Förderprogrammen, Verfahrenswegen
und Konditionen und wird den Zugang zur Forschungsförderung beschleunigen.
Insgesamt belaufen sich die Fördermittel des BMBF sowie des BMWi zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen im Jahr 2007 auf 746 Mio. Euro. Die Ausgaben beider
Ressorts zugunsten von KMU stiegen seit 2005 um 20,3 %.
tabelle 2

S

men als leistungsfähige Organisatoren des TechnologieTransfers sowie als Initiatoren und Moderatoren von
regionalen und überregionalen Kooperationen und
Netzwerken des innovativen Mittelstandes erwiesen.
1.3. technologieübergreifende Rahmenbedingungen
innovationsfreundlich gestalten
Ein Markenzeichen der Hightech-Strategie ist, dass
Forschungsförderung und Rahmenbedingungen konsequent optimiert und miteinander verbunden werden.
Allgemeine und branchenspezifische Rahmenbedingungen können die Voraussetzungen für Innovationen
und die Aussicht auf eine erfolgreiche und schnellere
Vermarktung erheblich verbessern. Zentrales Anliegen
der Bundesregierung ist es, ein innovationsfreundliches
Umfeld für Forschung, Unternehmen, Gründungen und
Investoren zu gestalten. Deshalb werden alle Rahmenbedingungen auf den Prüfstand gestellt und eventuell
bestehende Innovationshemmnisse abgebaut.
V

Ein erstes Ergebnis dieses Prozesses und damit ein
wichtiger Schritt in die Zukunft ist das neue Programm
»Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern«. Hiermit werden neue Akzente gesetzt, um erfolgreiche Regionen über international wettbewerbsfähige
Spitzenforschung in einem Netzwerk innovationsorientierter Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft zu
stärken. Gefördert werden Verbünde aus Hochschulen,
außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Sie bündeln nachhaltig fokussierte Forschungsaktivitäten, um regional und überregional neue Perspektiven zu eröffnen.
Das BMWi unterstützt mit dem technologieoffenen
Programm »Förderung von Forschung und Entwicklung
bei Wachstumsträgern in benachteiligten Regionen/
INNO-WATT« die Stärkung und den Ausbau der industriellen Forschung in Ostdeutschland. Das Programm ist auf
aussichtsreiche Wachstumsträger konzentriert, die ihre
FuE-Ergebnisse erfolgreich am Markt umsetzen. Daneben
zielt das BMWi-Programm »Förderung der Industriellen Vorlaufforschung« auf die Erhaltung und Stärkung
der Kernkompetenzen der gemeinnützigen externen
Industrieforschungseinrichtungen. Als wichtiger Teil der
ostdeutschen Forschungsinfrastruktur haben sich diese
Einrichtungen aufgrund des Fehlens von Großunterneh-

Deutschland ist auf junge, schnell wachsende Unternehmen angewiesen, um auch in Zukunft im internationalen Technologiewettbewerb mitzuhalten. Über
neugegründete Technologieunternehmen gelangen
technische Ideen aus der Wissenschaft in die wirtschaftliche Umsetzung. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum
Strukturwandel der deutschen Wirtschaft hin zur Spitzentechnologie. Forderungen der Expertenkommission
Forschung und Innovation nach einer weiteren Verbesserung der allgemeinen Gründungskultur in Deutschland
und einer Verringerung bürokratischer Hemmnisse beim
Gründungsvorgang kommt die Bundesregierung nach.
Sie hat eine Existenzgründungsoffensive ins Leben
gerufen, mit der sie die Startbedingungen für Gründerinnen und Gründer in Deutschland verbessern möchte.
Mit der Einführung der elektronischen Register werden
die Eintragungen in die Handels-, Genossenschafts- und
Partnerregister deutlich beschleunigt. Die Reform des
GmbH-Gesetzes wird eine leichtere und schnellere Gründung von Unternehmen in dieser Rechtsform ermöglichen. Zugleich wird die Position der GmbH im EU-weiten
Wettbewerb gestärkt. Mit gezielten Fördermaßnahmen
wie EXIST-Gründerstipendium, EXIST-Forschungstransfer
oder GO Bio unterstützt die Bundesregierung angehende
Gründerinnen und Gründer mit Projekten vor allem aus
technologieintensiven Bereichen. Die Bundesregierung

PolItIscHe MaßnaHMen

29

tabelle 2
Forschungs- und technologieförderung für den Mittelstand

Fachprogramme der Forschungsförderung des BMBF 1

2005

2006

2007

202

212

213

43

45

56

375

405

477

620

662

746

+ 6,8%

+ 20,3%

- Förderumfang in KMU Fachprogramme der Forschungsförderung des BMWi 2
- Förderumfang in KMU KMU-Technologieprogramme des BMWi 3
- Technologieförderung zugunsten von KMU Summe
Steigerung gegenüber 2005

1 Bewilligte Fördermittel in den entsprechenden Jahren direkt an Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 100 Millionen Euro Umsatz
insbesondere in den Innovationsstrategien Querschnittstechnologien (IT, Fertigungstechnik, optische Materialforschung, Biotechnologie),
Gesundheit, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie Querschnittsprogrammen wie Unternehmen Region; ohne Bildungsausgaben. Die Förderinitiative KMU-Innovativ ist mit einer engeren KMU-Abgrenzung ein Teil dieser Summe.
2 Bewilligte Fördermittel in den entsprechenden Jahren an Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 100 Millionen Euro Umsatz in den
Bereichen Multimedia, Energie, Luftfahrt, Raumfahrt, Mobilität und Verkehr sowie Schiffs- und Meerestechnik.
3 Technologieförderprogramme zugunsten von KMU (ProInno, INNONET, NEMO, EXIST, Hightech-Gründerfonds, Industrielle Gemeinschaftsforschung, INNOWATT, ERP-Zuschüsse). Diese Mittel werden teils direkt an KMU, teils an Forschungsinstitute oder Forschungsvereinigungen der
Wirtschaft gezahlt, die primär für kleine und mittlere Unternehmen forschen.

strebt eine aktive Gründungskultur in Deutschland an,
diese lässt sich jedoch nicht über Nacht erreichen. Die
Bundesregierung versucht vor allem durch Maßnahmen, die sich an junge Menschen vor dem Einstieg ins
Berufsleben wenden, hier ein Umdenken anzuregen. Die
Maßnahmen JUNIOR und »Jugend gründet« wenden sich
dabei an Schülerinnen und Schüler, während EXIST für
Unternehmertum und Gründergeist an den Hochschulen
wirbt.
Die Bundesregierung stimmt der Auffassung der
Expertenkommission Forschung und Innovation zu,
dass eine hinreichende Finanzierung eine unerlässliche
Voraussetzung für Innovationen ist. Bankkredite sind für
Gründerinnen und Gründer, die ein hohes technisches
und wirtschaftliches Risiko eingehen, kaum zugänglich.
Die Finanzierung über Wagniskapital bleibt daher oft die
einzige Möglichkeit für Hochtechnologiegründungen
und junge Technologieunternehmen.
Mit dem Ziel, mehr Wagnis- und Beteiligungskapital
für Innovationen zu mobilisieren, hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRaKG)
auf den Weg gebracht, der rückwirkend zum 1. Januar
2008 in Kraft treten soll. Danach können Wagniskapitalbeteiligungsgesellschaften zukünftig rechtssicher einen
vermögensverwaltenden Status wählen und damit die
Besteuerung nur auf Ebene der Anleger sicherstellen. Des
Weiteren sind erweiterte steuerliche Verlustnutzungs-

möglichkeiten für Wagniskapitalbeteiligungsgesellschaften vorgesehen, wenn sie in junge Technologieunternehmen investieren. Entsprechend den Empfehlungen
der Expertenkommission Forschung und Innovation
enthält der Gesetzentwurf auch erstmals steuerliche
Anreize für Business Angels, die in junge Wachstumsunternehmen investieren. Die Kritik der Expertenkommission Forschung und Innovation, die Regelungen seien zu
restriktiv, um eine wirksame und international wettbewerbsfähige Förderung von Wagniskapitalfinanzierungen zu erreichen, wird ernst genommen. Das Gesetz
wird entsprechend der Zusage der Bundesregierung auf
seine praktischen Auswirkungen sehr genau untersucht
und zwei Jahre nach seinem Inkrafttreten im Hinblick auf
die mit dem Gesetz verfolgten Ziele evaluiert.
Die Bundesregierung teilt die Auffassung der Expertenkommission, dass eine Erhöhung von Wagniskapitalinvestitionen einen wichtigen Beitrag zur Erreichung
des 3%-Ziels leisten kann. Daher arbeitet sie nicht nur an
einer Verbesserung der rechtlichen und steuerlichen
Rahmenbedingungen, sondern mobilisiert unmittelbar
private Wagniskapitalinvestitionen im Rahmen ihrer
Förderarchitektur. Der zusammen mit sechs Industrieunternehmen und der KfW-Bankengruppe aufgelegte
High-Tech Gründerfonds gewährt neugegründeten
Technologieunternehmen eine erste Finanzierung mit bis
zu einer Million Euro pro Unternehmen. Zusammen mit
dem ERP-Startfonds und dem ERP/EIF-Dachfonds werden

30

für junge innovative Unternehmen insgesamt Fördervolumina von über einer Milliarde Euro über fünf Jahre zur
Verfügung gestellt.
Die besten Ideen schützen und nutzen  Mit der Verabschiedung des neuen Urheberrechts für die Informationsgesellschaft hat der Deutsche Bundestag die Weichen für
einen modernen Schutz des geistigen Eigentums gestellt.
Die Beschlüsse des G8-Gipfels und der deutschen EU-Ratspräsidentschaft haben den Arbeiten zur Reform, Umsetzung und Durchsetzung des Rechts am geistigen Eigentum auch auf internationaler Ebene neuen Schwung
gegeben. Eine EU-Charta zum Umgang mit geistigem
Eigentum an Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen wird eine gute Praxis des verantwortlichen
und fairen Einsatzes öffentlicher Ressourcen für den
Wissens- und Technologietransfer fördern. Hochschulen,
Unternehmen und Erfinder werden über die ebenfalls
neu aufgelegte BMWi-Programmfamilie »SIGNO« bei der
Anmeldung, Sicherung und Vermarktung von Patenten
unterstützt. Produktpiraterie spielt durch die globalisierten Märkte auch im Investitionsgüterbereich eine
zunehmende Rolle. Vielen produzierenden Industrieunternehmen fehlt eine systematische und wirkungsvolle
Vorgehensweise für den Schutz der eigenen Produkte.
Um den Schutz vor Produktpiraterie zu verbessern,
fördert das BMBF mit der Bekanntmachung »Innovationen gegen Produktpiraterie« Forschungsprojekte, die
Lösungen suchen, wie Maschinen, Dienstleistungen und
Ersatzteile so gestaltet werden können, dass es nahezu
unmöglich ist, sie nachzuahmen.
N

PolItIscHe MaßnaHMen

nachhaltig zu unterstützen. Die Transfermaßnahme
Normung sollte als integraler Bestandteil der Be- und
Verwertung von Forschungsergebnissen gesehen werden
und muss stärker in der Forschungs- und Technologieförderung verankert werden. Im Rahmen des Projektes
»Innovation mit Normen und Standards (INS)« fördert
das BMWi ein systematisches und frühes Berücksichtigen der Normungsaspekte von Innovationen, um so die
Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung schneller in
die Normungsarbeit einzubringen und zur Marktreife zu
führen. Die Themen für das INS-Projekt werden weitgehend von der Hightech-Strategie der Bundesregierung
vorgegeben: Sie reichen von der Luft- und Raumfahrt
über Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie bis zur
Medizin- und Biotechnologie.
Die öffentliche verwaltung modernisieren: einkauf
von Innovationen  Das Volumen aller öffentlichen
Aufträge von Bund, Ländern und Kommunen beträgt
etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP). Ein
gewichtiger Anteil daran könnte stärker für innovative
Lösungen eingesetzt werden. Davon profitiert zum einen
die Verwaltung selbst in Form von Effizienzgewinnen
und Modernisierungsschüben, und zum anderen kann
innovativen Unternehmen eine bessere Chance gegeben werden, ihre neuesten Produkte an die Bundesministerien und deren nachgeordnete Behörden und
Forschungseinrichtungen zu verkaufen. Sechs Bundesministerien haben sich konkret darauf verständigt, nach
Maßgabe des Wirtschaftlichkeitsprinzips möglichst die
modernsten Technologien und Anwendungen einzukaufen, etwa verbrauchs- und emissionsarme Fahrzeuge oder
Energieversorgungsanlagen.

1.4. wirksamkeit der Hightech-strategie
Es besteht eine große Einigkeit über den engen Zu-

Forschungsfristen
Anfang 1988 entdeckte der Physiker Peter Grünberg – parallel zu
dem Franzosen Albert Fert – den GMR-Effekt (Giant Magnetoresistance – deutsch: Riesenmagnetowiderstand), der es Ende der
1990er Jahre ermöglichte, die Speicherkapazität von Festplatten deutlich zu steigern. Heutzutage basiert die Funktion des
Schreib-Lese-Kopfs bei fast jeder Festplatte auf dem GMR-Effekt.

Die Innovationsförderung durch Normung und eine
stärkere Einbindung der Normung in die Forschung sind
Grundelemente der Normungsstrategie der Bundesregierung. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit von
Unternehmen und Forschungsinstituten muss rechtzeitig
durch geeignete Normung unterstützt werden, um den
Transferprozess von der Forschung in die Wirtschaft

Die Lizenzgebühren aus den auf die Entdeckung angemeldeten
Patenten (beginnend mit Patent DE 3820475 »Magnetfeldsensor
mit ferromagnetischer, dünner Schicht« angemeldet am 16. Juni
1988) flossen in zweistelliger Millionenhöhe an das Forschungszentrum Jülich. Im Jahr 2007 bekamen Grünberg und Fert für ihre
Entdeckung den Nobelpreis für Physik.

Politische MaßnahMen

31

Abbildung 2
Zum Zusammenhang zwischen FuE und Wirtschaftswachstum in wichtigen Industrieländern in den Jahren 1994 – 2004*

Jahresdurchschnittliche Veränderung des realen BIP in %

KOR

R 2 = 0,53

CAN

FIN

USA
GBR

SWE

NED
FRA
ITA
GER
SUI

JPN

Jahresdurchschnittliche Veränderung der realen Bruttoinlandsaufwendungen für FuE in %
* GBR, ITA, SWE 2003 statt 2004
Quelle: OECD Main Science and Technology Indicators (2006/1); NIW 2006

sammenhang von Innovationskraft und Wohlstand in
unserem Land. Ein finanzielles Engagement des Staates
zur Förderung von Forschung und Entwicklung ist ökonomisch gut begründet, wie auch die Expertenkommission
Forschung und Innovation ausgeführt hat. Gleichwohl
muss über die Wirkung einer jeden staatlichen Initiative
bestmögliche Rechenschaft abgelegt werden. Knappe
öffentliche Mittel sind dort zu investieren, wo auch im
Vergleich die größte Wirksamkeit nachgewiesen wurde.
Parlament und Öffentlichkeit haben einen Anspruch auf
die bestmögliche Dokumentation der Effizienz der eingesetzten Mittel. Vor diesem Hintergrund besteht ein hoher
Bedarf an einer unabhängigen Wirkungs- und Begleitforschung als Teil der Hightech-Strategie. Die Bundesregierung kommt diesem Bedarf nach. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Effekte von Forschung und
Innovation komplexer und eher langfristiger Natur sind,
also die Erfolge einer konsequenten Hightech-Strategie
erst in einigen Jahren voll sichtbar sein werden.
Im Grundsatz können bei der Evaluation öffentlicher
Investitionen in Forschung und Entwicklung drei Phasen
unterschieden werden:
– Eine erste Phase ist durch kurzfristige und direkte

Effekte charakterisiert. Hier können vergleichsweise
einfach die Mobilisierung privater Investitionen in Forschung und Entwicklung, eine Ausweitung der kooperierenden Partner oder die Erarbeitung von Patenten
nachvollzogen werden.
In vorliegenden Evaluationen wurde die grundsätzliche Hebelwirkung staatlicher FuE-Förderung in der
Wirtschaft vielfach belegt. In Fachprogrammen der
Forschungsförderung wurde im Mittel eine Mobilisierung privater Investitionen in Forschung und
Entwicklung im Verhältnis von 2:1 nachgewiesen. Die
Bundesregierung lässt alle neuen Instrumente der
Hightech-Strategie wie etwa die Innovationsallianzen,
die BMBF-Initiative KMU-innovativ oder das Zentrale
Innovationsprogramm Mittelstand des BMWi durch
eine unabhängige Begleitforschung evaluieren, um
diese direkten Effekte nachzuzeichnen.
– In einer zweiten Phase zeigen sich auf betrieblicher
Ebene mittelfristig die ökonomischen Effekte von
Investitionen in Forschung und Entwicklung. So werden Produkte entwickelt oder Lizenzen vergeben. Im
Zusammenspiel mit anderen Firmen oder sonstigen
Akteuren können sich leistungsstarke Partnerschaften
entwickeln. Durch die erfolgreiche Vermarktung von
Innovationen steigt der Umsatz. Teile der Ergebnisse

32

PolItIscHe MaßnaHMen

können aber auch als sogenannte »Spill overs« Dritten
zugutekommen und hier ebenfalls zu einer Steigerung der Innovationskraft beitragen. Erfolgreiche
Gründungen können aufgekauft, Patente mit hohem
Potenzial erworben werden. Mitarbeiter setzen ihr
Know-how in neuen Beschäftigungsverhältnissen um.
Bereits in dieser mittelfristigen Phase ist der Output
von FuE-Investitionen deshalb zunehmend indirekter
und eher auf Ebene eines Technologiefeldes oder einer
Branche zu identifizieren.
Um diese Effekte zu erfassen, wird die Bundesregierung die Wirkung ihrer Innovationsstrategien durch
Innovationsfeldanalysen beschreiben lassen. Vorbilder
sind eine Fülle von Arbeiten zur Fertigungstechnik
oder den optischen Technologien. Diese Arbeiten
unterstreichen, dass die technologische Kompetenz
der deutschen Wirtschaft auf diesen Feldern auf einer
engen Interaktion zwischen Wissenschaft und Wirtschaft beruht, wie sie auch in den Fachprogrammen
der Forschungsförderung unterstützt wird, die mit der
Hightech-Strategie gezielt verbessert werden sollen.
– In der dritten Phase, die Zeiträume von bis zu zehn
Jahren und darüber hinaus umfassen, manifestieren
sich schließlich volkswirtschaftliche Effekte industrieller Forschung und Entwicklung. Durch die Verbreitung
neuer Technologien wird die gesamte industrielle Basis
gestärkt: Bestehende wirtschaftliche Strukturen verändern sich, und es können neue Branchen entstehen.
Auf diese Weise nimmt die Wettbewerbsfähigkeit zu
und die Wertschöpfung in Deutschland steigt.
Die Relevanz von FuE für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist im Durchschnitt der Volkswirtschaften
evident. Unter den Industrieländern zeichnen sich vor
allem solche Volkswirtschaften durch ein überdurchschnittliches Wachstum aus, in denen die FuE-Aufwendungen am stärksten erhöht wurden. Auf die Steigerung von Forschung und Entwicklung lässt sich ein
großer Teil der weltweiten Dynamik beim wirtschaftlichen Wachstum im letzten Jahrzehnt zurückführen
(vgl. abbildung 2). Allerdings unterscheiden sich
Volkswirtschaften im Umfang, in welchem sie Chancen
des technologischen Wandels nutzen, und der Dynamik, mit welcher neue Innovationsfelder erschlossen
werden.
Die Analyse der Entwicklung der technologischen
Leistungsfähigkeit Deutschlands ist Teil des Beratungsauftrags an die Expertenkommission Forschung und
Innovation. Sie entwickelt die frühere Berichterstattung
zur technologischen Leistungsfähigkeit weiter.

1.5. weiterentwicklung der Hightech-strategie
Die Expertenkommission Forschung und Innovation stellt
in ihrem ersten Gutachten fest, dass der Mobilisierungseffekt der Hightech-Strategie unverkennbar sei. Sie ist ein
Aufbruchsignal in Wirtschaft und Wissenschaft hin zu
einem stärkeren FuE-Engagement. Das Innovationsklima
hat sich nachhaltig verbessert.
Die Expertenkommission weist in ihrem Gutachten auf
die besondere Bedeutung radikaler Innovationen hin,
welche oftmals in hoch innovativen Technologiegründungen entstehen. Die Bundesregierung strebt mit ihrer
Forschungs- und Innovationspolitik qualitative technologische Sprünge sowie die Erschließung neuer Märkte an.
Sie wird die Unterstützung einer neuen Gründungskultur
in Deutschland in das Zentrum ihrer Überlegungen zur
Weiterentwicklung der Hightech-Strategie stellen. Die
Expertenkommission formuliert darüber hinaus weitere
Vorschläge zur Weiterentwicklung der Forschungs- und
Innovationspolitik in Deutschland, insbesondere zur Spitzentechnologie. Dabei greift sie auf eine breite Debatte
in Wissenschaft und Wirtschaft zur Zukunft des Innovationsstandortes Deutschland zurück. Die Bundesregierung prüft diese Vorschläge intensiv u. a. im Rahmen der
folgenden Prozesse:
BMBF-Foresight-Prozess Das BMBF hat im September
2007 den BMBF-Foresight-Prozess gestartet. 10 bis 15 Jahre
– und darüber hinaus – reicht der Blick in die Zukunft,
um neue Schwerpunkte und übergreifende Themen in
Forschung und Technologie, Potenziale für strategische
Partnerschaften und prioritäre Handlungsfelder zu identifizieren. Dabei kommt ein breiter Mix von Methoden
zum Einsatz (z. B. Bibliometrie, Interviews, Befragungen,
fiktive Zeitreisen, Inventorenscouting).
Prüfung einer steuerlichen Förderung von Forschung
und entwicklung Um die Wettbewerbsfähigkeit
Deutschlands im internationalen Vergleich zu sichern
und weiter steigern zu können, besteht nach Ansicht der
Expertenkommission Forschung und Innovation über die
bereits begonnenen Maßnahmen der Bundesregierung
hinaus weiterer Handlungsbedarf hin zu einer breitenwirksamen öffentlichen FuE-Förderung. Die Expertenkommission empfiehlt der Bundesregierung, eine
steuerliche FuE-Maßnahme zu entwickeln. Die Mehrzahl
der OECD-Länder (21 von 30) und 15 EU-Mitgliedstaaten
haben in den letzten Jahren ihr Instrumentarium der
öffentlichen FuE-Förderung durch die Einführung einer
steuerlichen Förderung der FuE-Aufwendungen von Unternehmen ergänzt. Allerdings sehen einige Länder wie
die Schweiz, Schweden und Finnland ausdrücklich keine
steuerliche FuE-Förderung vor. Die Bundesregierung
prüft und bewertet zur Zeit die Möglichkeiten einer ei-

PolItIscHe MaßnaHMen

genständigen steuerlichen FuE-Förderung sowie alternative Fördermodelle.
Forschungsunion wirtschaft – wissenschaft Wichtiger
Partner bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der
Strategie ist die Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft. Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
haben zu zahlreichen Innovationsfeldern Vorschläge
und konkrete Handlungsempfehlungen vorgelegt. Im
Jahr 2008 wird die Forschungsunion alle Bereiche der
Hightech-Strategie beraten haben. Die Forschungsunion
wird ein Fazit ihrer Arbeit ziehen und Empfehlungen zur
Weiterentwicklung der Hightech-Strategie formulieren.
Z

33

den wissenschaftlichen Nachwuchs aus, sondern auch die
akademischen Fachkräfte für den Arbeitsmarkt. Angesichts von Prognosen einer vorübergehend stark ansteigenden Nachfrage nach Studienplätzen haben Bund und
Länder den Hochschulpakt abgeschlossen, mit dem zunächst zwischen 2007 und 2010 rund 90.000 zusätzliche
Studienanfänger an den Hochschulen aufgenommen
werden sollen. Dafür stellt der Bund bis 2010 insgesamt
565 Mio. Euro zur Verfügung, die Länder stellen die
Gesamtfinanzierung sicher. Der Bund stärkt im Rahmen
einer zweiten Säule dieses Hochschulpaktes auch die
Forschung: Projekte, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden, erhalten zusätzlich eine Vergütung der durch das Projekt entstehenden
indirekten Kosten in Höhe von 20 % der Fördersumme.
Insgesamt stellt die Bundesregierung dafür bis 2010 rund
700 Mio. Euro zur Verfügung.
E

Bund und Länder haben ferner entsprechend dem
Beschluss der Regierungschefs vom 16. Dezember 2006
Innovationsdialoge mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung gestartet. Am 4. Dezember 2007
fand der erste Innovationsdialog zum Thema Energie/
Neue Materialien statt. Im Juni/Juli 2008 ist ein weiterer
Innovationsdialog zum Thema Biotechnologie in Berlin
geplant. Die Ergebnisse werden im GWK-Fortschrittsbericht im Dezember 2008 der Bundeskanzlerin und den
Ministerpräsidenten der Länder vorgelegt.

2. wissenschaftspolitik
Freie wissenschaftliche Forschung ist die Grundlage des
deutschen Forschungs- und Innovationssystems. Zahlreiche Nobelpreise – jüngst für Chemie und für Physik
im Jahr 2007 – belegen die hohe Qualität und Exzellenz
der deutschen Forschung. Das deutsche Wissenschaftssystem befindet sich gleichwohl in einem zunehmend
schärferen internationalen Wettbewerb – um Forschungsmittel, große Projekte und die besten Köpfe.
Bund und länder investieren gemeinsam in kreative
und engagierte Menschen Grundpfeiler des deutschen
Wissenschaftssystems sind die Hochschulen mit breiter
Fächerstruktur und dem nach wie vor gültigen Prinzip
der Einheit von Forschung und Lehre. Sie bilden nicht nur

Der Erfolg geht jedoch weit über die auf den ersten
Blick erkennbaren Sieger hinaus: Die gesamte deutsche
Hochschullandschaft wurde durch den Wettbewerb
um die Forschungsmittel in eine Aufbruchstimmung
versetzt. Es entstanden neue Kooperationen mit der
Wirtschaft und insbesondere zwischen Hochschulen und
außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die vorher
undenkbar waren. Jeweils über 90 % der Exzellenzcluster
und Graduiertenschulen binden zusätzliche Partner ein.
Besonders die Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden auf eine neue, institutionalisierte Ebene gehoben, etwa das Zusammenwachsen
des Helmholtz-Forschungszentrums Karlsruhe und der
Universität Karlsruhe zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung von Bund
und Ländern für die Wissenschafts- und Forschungslandschaft sind nicht zuletzt jährlich 993,3 Mio. Euro, die
der Bund bis 2013 den Ländern für die Weiterentwicklung
der Hochschulinfrastruktur zur Verfügung stellt. Davon
sind für Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten jährlich 298 Mio. Euro vorgesehen sowie
pauschal für investive Ausgaben des allgemeinen Hochschulbaus bis 2013 jährlich 695,3 Mio. Euro.

34

Pakt für Forschung und Innovation Mit dem Pakt für
Forschung und Innovation sichern Bund und Länder die
langfristig hohe Qualität wissenschaftlichen Arbeitens in
den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und
der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Dafür stellen in den Jahren 2006 bis 2010 Bund und Länder zusätzliche Mittel in Höhe von ca. 2,3 Mrd. Euro zur Verfügung.
Die Wissenschaftsorganisationen haben eine Vielzahl
von Fördermaßnahmen, strategischen Prozessen und
Kooperationsverfahren entwickelt, die geeignet sind, der
»Versäulung« im Wissenschaftssystem nicht nur entgegenzuwirken, sondern diese in Teilbereichen zu überwinden und einen Mehrwert für die Forschung in Deutschland zu generieren.
Der Pakt für Forschung und Innovation hat einen Strukturwandel in der Wissenschaftslandschaft angestoßen,
der sich nur längerfristig vollziehen kann. Auf inhaltliche
Eckpunkte für eine Fortsetzung und Weiterentwicklung
der begonnenen strategischen Maßnahmen im Rahmen
einer möglichen Fortschreibung des Paktes für Forschung
und Innovation haben sich Bund und Länder im Februar 2008 in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz
(GWK) bereits geeinigt. Die Eckpunkte sind:
– das deutsche Wissenschaftssystem dynamisch weiterzuentwickeln,
– die Vernetzung im Wissenschaftssystem leistungssteigernd und dynamisch zu gestalten,
– neue Strategien der internationalen Zusammenarbeit
zu entwickeln und umzusetzen,
– nachhaltige Partnerschaften zwischen Wissenschaft
und Wirtschaft zu etablieren,
– die Besten dauerhaft für die deutsche Wissenschaft zu
gewinnen und
– mit flexiblen Rahmenbedingungen die internationale
Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Beste arbeitsbedingungen für hervorragende Forscherinnen und Forscher Exzellente Forschung braucht auch
exzellente Rahmenbedingungen. Durch das neue Gesetz
über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft (Wissenschaftszeitvertragsgesetz), das im April 2007 in Kraft
getreten ist, wurde die befristete Tätigkeit von wissenschaftlichen Beschäftigten in Drittmittelprojekten bereits
vereinfacht. Um ein Signal für die Stärkung der Autonomie der Hochschulen zu setzen, soll das Hochschulrahmengesetz zum 1. April 2009 aufgehoben werden.
Die Bundesregierung wird Eckpunkte für ein Wissenschaftsfreiheitsgesetz für attraktive Rahmenbedingungen erarbeiten. Ziel ist es, die besten Talente und
Leistungsträger für eine exzellente Forschung gewinnen
zu können, die Vernetzung innerhalb der Wissenschaft
im nationalen und internationalen Rahmen voranzutreiben sowie einen raschen Transfer von Wissen in Anwendungen zu fördern.

PolItIscHe MaßnaHMen

W

Der Bundesbericht zur Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses (BuWiN), den das Bundeskabinett
am 27. Februar 2008 beschlossen hat, analysiert erstmalig
umfassend die Situation der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland und gibt weitere wichtige Reformimpulse, die künftig in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern
(GWK) beraten werden. Zur Verbesserung der Transparenz über die Situation junger Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler in Deutschland wird von der RWTH
Aachen das Kommunikations- und Informationssystem
»Wissenschaftlicher Nachwuchs« (KISSWiN) entwickelt,
das zum zentralen Informationsinstrument zur Situation,
zu Karrierewegen und Fördermöglichkeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgebaut werden soll.
W

Mit dem Spezialflugzeug HALO (High Altitude and
Long Range Research Aircraft) können Wetter und Klimaereignisse gezielter vorhergesagt und effektivere Schutz-

PolItIscHe MaßnaHMen

maßnahmen ergriffen werden. Die neue Polarstation
Neumayer III in der Antarktis ermöglicht Forscherinnen
und Forschern geowissenschaftliche, meteorologische
und biologische Daten aus der Polarregion zu erheben.
Der Europäische Freie Elektronen Laser XFEL wird in
Hamburg mit internationaler Beteiligung gebaut. Mit
dieser drei Kilometer langen Anlage können zum ersten
Mal »Filme« biologischer und chemischer Reaktionen aufgenommen, also gleichzeitig Struktur und Dynamik beobachtet werden. Forschungsinfrastrukturen sind nicht
nur eine wichtige, sondern zugleich auch kostenintensive
Ressource für den Forschungsstandort Deutschland.
Daher ist eine frühzeitige Planung notwendig. Diese soll
künftig durch die Entwicklung einer deutschen Roadmap
für Forschungsinfrastrukturen unterstützt werden.
Bund und Länder haben im Rahmen der GWK im
Februar 2008 beschlossen, dass die Deutsche Akademie
der Naturforscher Leopoldina Deutschlands Nationale
Akademie der Wissenschaften wird. Damit einher
geht die Erwartung, dass die Leopoldina einerseits die
deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
in internationalen Gremien mit einer Stimme vertritt
(internationale Repräsentanz) und sich andererseits in
die wissenschaftsbasierte Beratung von Gesellschaft
und Politik einbringt. Auf diesem Gebiet wird sie mit der
Deutschen Akademie der Technikwissenschaften e. V.
(acatech), der Berlin-Brandenburgischen Akademie der
Wissenschaften und den Akademien der Länder zusammenarbeiten und deren Expertise einbeziehen. Die acatech berät und informiert Wissenschaft, Wirtschaft und
Politik zu relevanten Technikthemen, die für die Zukunft
des Standortes Deutschland von zentraler Bedeutung
sind. BMBF und BMWi werden gemeinsam mit acatech
einen Konzeptvorschlag für eine neue Beratungsstruktur für die Bundesregierung und insbesondere für die
Bundeskanzlerin unter Einbeziehung von Wirtschaft und
Wissenschaft erarbeiten.

3. Innovation und Qualifikation
Die Leistungsfähigkeit von Wissenschaft, Forschung und
Entwicklung ist nicht allein eine Frage des Geldes oder von
Strukturen. Innovationen werden von Menschen gemacht,
von Forscherinnen und Forschern, von Ingenieurinnen und
Ingenieuren, die mit Neugier, Ideenreichtum und fachlicher Expertise Neues wagen.
Deutschland befindet sich auf dem Weg zu einer Wissensgesellschaft. Die Qualifikationsanforderungen nehmen
kontinuierlich zu, insbesondere bei den hochwertigen und
Spitzentechnologiegütern, aber auch im expandierenden
Dienstleistungssektor.
Gleichzeitig führt der demografische Wandel dazu, dass
in Zukunft immer weniger junge Menschen in Deutschland

35

leben, lernen und arbeiten werden. So werden nach Projektionsrechnungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Jahr 2014 alters- und strukturwandelbedingt zwischen 180.000 und 480.000 Akademiker
und Akademikerinnen fehlen. Der Mangel an Fachkräften
ist bereits heute in einzelnen Branchen und Regionen spürbar. Demgegenüber sind derzeit 15 % der jungen Menschen
im Alter zwischen 20 und 29 Jahren ohne Berufsabschluss.
Die Expertenkommission Forschung und Innovation
weist zu Recht darauf hin: Der Schlüssel zum individuellen
Aufstieg und zur Deckung des Fachkräftebedarfs liegt in
Bildung und Qualifizierung. Alle jungen Menschen haben
ein Recht auf ihre Chance für eine adäquate Ausbildung;
Kinder aus einem bildungsfernen Umfeld muss ein besserer
Zugang zu höherer Bildung ermöglicht werden; Frauen
müssen bessere Chancen in Spitzenpositionen der Wissenschaft haben.
Die Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung Damit Deutschland auch zukünftig über genügend gut
ausgebildete Fachkräfte verfügt und alle Potenziale der
Menschen in der Breite wie an der Spitze genutzt werden, hat die Bundesregierung im Januar dieses Jahres die
Qualifizierungsinitiative auf den Weg gebracht. Sie stellt
ein zentrales Reformvorhaben der zweiten Hälfte der
Legislaturperiode dar.
Mit der Qualifizierungsinitiative soll jungen Menschen
in Deutschland unabhängig von ihrer sozialen Herkunft
durch neue Wege der Ausbildung und Qualifizierung
eine chancenreiche Lebensperspektive in Deutschland
eröffnet werden. Aufstieg durch Bildung soll durch den
Abbau von Barrieren an den Schnittstellen des Bildungssystems weiter erleichtert werden. Durch konsequentes
Setzen auf Weiterbildung sollen sich die Menschen für
die Anforderungen des Arbeitsmarktes von morgen qualifizieren können.
Die Qualifizierungsinitiative bündelt Maßnahmen
verschiedener Bundesressorts und setzt an vielen Stellen
des Bildungssystems an. Wer qualifizierte Fachkräfte will,
muss die gesamte Bildungsbiografie im Blick haben. Von
der Förderung von Kleinkindern bis zur Weiterqua-lifizierung älterer Erwerbstätiger sind die Bedingungen so zu
gestalten, dass alle ihre Chance erhalten.
Die Bundesregierung kann die durch die Qualifizierungsinitiative gestellte Aufgabe nur im engen Zusammenspiel mit anderen Akteuren meistern. Insbesondere
die Länder sind hier in der Verantwortung. Daher haben
Bund und Länder vereinbart, die Aktivitäten und Initiativen zu einer Qualifizierungsinitiative für Deutschland
zusammenzuführen und im Herbst 2008 zu verabschieden. Dies ist auch ein wichtiges Signal für die Stärke der
reformierten föderalen Ordnung in Deutschland.
A

36

beschrieben, die insbesondere für die Leistungsfähigkeit
des Innovations- und Forschungsstandortes Deutschland
eine bedeutende Rolle spielen:
Die Bundesregierung wird ein Aufstiegsstipendium
einführen. Absolventinnen und Absolventen der beruflichen Bildung und Berufstätige, die über berufliche
Qualifikationen eine Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, können sich darum bewerben. Ziel ist die
finanzielle Unterstützung beruflich besonders Begabter,
die ein Studium aufnehmen wollen.
In diesem Zusammenhang schlägt die Bundesregierung den Ländern und Hochschulen vor, den Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte deutlich zu erleichtern
und damit Aufstiegschancen und Durchlässigkeit im
Bildungssystem zu verbessern.
Es wird geprüft, das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) – das sogenannte Meister-BAföG
– fortzuentwickeln. Dabei geht es insbesondere um die
Erweiterung des geförderten Personenkreises sowie um
zusätzliche Anreize für besondere Leistungen und für den
Schritt in die Selbstständigkeit. Die gesetzlichen Voraussetzungen dafür werden im Jahr 2008 geschaffen.
Zentrales Instrument zur Unterstützung der Studierenden ist das Bundesausbildungsförderungsgesetz
(BAföG). Mit dem 22. BAföG-Änderungsgesetz wurde die
Förderung der Studierenden weiter an deren Bedürfnisse
angepasst: Die BAföG-Bedarfssätze steigen um
10 %, die Freibeträge um 8 %. Der maximale BAföG-Höchstsatz steigt damit von 585 Euro auf 643 Euro pro Monat.
Diese Änderungen treten zum 1. Oktober 2008 in Kraft.
Gleichzeitig wird das BAföG familienfreundlicher und
internationaler: Mit Blick auf die besondere finanzielle
Belastung von Studierenden mit Kindern erhalten diese
nun einen Kinderbetreuungszuschlag von 113 Euro für
das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind unter zehn
Jahren. Ausländische Auszubildende und Studierende
sind schon dann nach dem BAföG förderungsberechtigt,
wenn sie mit dauerhafter Bleibeperspektive in Deutschland leben. Dies ist ein ganz wesentlicher Schritt zur besseren Integration von bildungswilligen jungen Menschen
mit Migrations-hintergrund.
Die Expertenkommission für Forschung und Innovation fordert neben einer Steigerung der allgemeinen
Erwerbsquote von Frauen, den Frauenanteil in Forschung
und Entwicklung zu erhöhen. Die Bundesregierung
bereitet zusammen mit Verbänden, Unternehmen,
Forschungseinrichtungen, der Bundesagentur für Arbeit,
Hochschulen und Ländern sowie den Medien einen Nationalen Pakt zur Gewinnung von mehr jungen Frauen für
natur- und ingenieurwissenschaftliche Berufe vor.
Mit den Ländern wird die Bundesregierung im Jahr
2008 ein Professorinnenprogramm starten. Damit sollen
Professuren, die mit Frauen besetzt werden, durch eine
Anschubfinanzierung gefördert werden, wenn die

PolItIscHe MaßnaHMen

Hochschulen ein überzeugendes Gleichstellungskonzept
vorlegen. Mit den Mitteln des Programms können mit
entsprechender Kofinanzierung der Länder bis zu 200
Professorinnenstellen eingerichtet werden.
Die Bundesregierung plant, ihr Programm zur Qualifizierung arbeitsloser Akademikerinnen und Akademiker gezielt für den Wiedereinstieg nach Elternzeit oder
Berufspause zu öffnen und damit die Weiterbildung
während dieser Zeit zu unterstützen.
Die Expertenkommission Forschung und Innovation
betont in ihrem Gutachten die besondere Bedeutung der
Weiterbildung und fordert eine Steigerung der Weiterbildungsquote. Die Bundesregierung strebt mit Ländern,
Kommunen und Sozialpartnern – analog zum Ausbildungspakt – eine Weiterbildungsallianz an. Darin sollen
konkrete Beiträge aller Partner vereinbart werden, um
die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland von rund
43 % auf 50 % zu steigern.
Die Bundesregierung hat am 23. April 2008 die Einführung einer Bildungsprämie beschlossen. Sie soll als neues
Angebot die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung
erhöhen. Die Möglichkeiten umfassen die Zahlung einer
Weiterbildungsprämie in Höhe von bis zu 154 Euro, das
Bildungssparen nach dem Vermögensbildungsgesetz
sowie zinsgünstige Weiterbildungsdarlehen.

4. strategie zur Internationalisierung von wissenschaft und Forschung
Die im Februar 2008 verabschiedete Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft,
Forschung und Entwicklung wird im kontinuierlichen
internationalen Vergleich jeweils das beste Wissen,
die optimalen Strukturen und die zielführenden Prozesse identifizieren und für den Wissenschaftsstandort
Deutschland nutzbar machen. Diese Strategie ist ein
Leitfaden für die weitere Arbeit der Bundesregierung. Sie
ist gleichzeitig auch eine Plattform für die Kooperation
aller Akteure des deutschen Wissenschafts- und Innovationssystems, unterstützt die Aufgaben und Missionen
der deutschen Wissenschafts-, Forschungs- und Mittlerorganisationen im internationalen Umfeld durch
verbesserte Abstimmung und verstärkten Informationsaustausch in ihren Zielen und Wirkungen und erschließt
damit bislang nicht genutzte Synergien. Die Strategie zur
Internationalisierung von Wissenschaft, Forschung und
Entwicklung ist die Antwort der Bundesregierung auf die
Herausforderungen des globalen Wettbewerbs an unser
Wissenschafts- und Innovationssystem. Die vier prioritären Ziele der Strategie sind:
– Die Forschungszusammenarbeit mit den weltweit
Besten stärken: Deutsche Forscherinnen und Forscher

Politische Maßnahmen

müssen in Zukunft noch enger mit den innovativsten
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und mit
den weltweit besten Forschergruppen zusammenarbeiten. Gleichzeitig soll Deutschland zu einer ersten
Adresse für die besten Forscherinnen, Forscher und
Studierenden aus aller Welt werden.
– Innovationspotenziale international erschließen: Deutsche Unternehmen müssen sich die führenden und neu
entstehenden Hightech-Standorte und die kreativsten
FuE-Zentren der Welt als Partner sichern. Damit wird
der Innovationsstandort Deutschland gestärkt und für
FuE-intensive Unternehmen noch attraktiver.
– Die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern in
Bildung, Forschung und Entwicklung nachhaltig
stärken: Um die Voraussetzungen für eine engere
Wissenschaftskooperation mit künftigen neuen Wissenschafts- und Wirtschaftszentren in den Entwicklungsländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens zu
verbessern, werden künftig die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit und die Entwicklungszusammenarbeit stärker aufeinander abgestimmt. Dies
ist auch ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen,
sozialen und kulturellen Entwicklung dieser Länder
sowie zur welt-weiten Bekämpfung der Armut und
Lösung anderer globaler Herausforderungen.
– International Verantwortung übernehmen und globale Herausforderungen bewältigen: Deutschland wird
mit seinen Forschungs- und Innovationspotenzialen
zur Lösung der globalen Klima-, Ressourcen-, Gesundheits-, Sicherheits- und Migrationsherausforderungen
beitragen. Deutschland kann so nicht nur seine wissenschaftspolitischen, sondern auch seine außen- und
entwicklungspolitischen Ziele glaubhaft vertreten.

5. Bund und europäische Union in der Forschungs- und
Innovationspolitik
Auf dem Frühjahrsgipfel 2005 haben die Regierungschefs
die Erneuerung der Lissabon-Strategie beschlossen, um
die Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten
wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen
– einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes
Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu
erzielen. Jedes Mitgliedsland wurde aufgefordert, seine
Konzepte und Maßnahmen zur Umsetzung der LissabonStrategie für einen Dreijahreszeitraum darzulegen.
Deutschland hat dabei die europäische Zielmarke von 3 %
in 2010 als gesamtstaatliches Ziel übernommen.
Die EU-Kommission hat am 11. Dezember 2007 im Rah-

37

men der Lissabon-Strategie die Bedeutung des Wissensdreiecks (Bildung, Forschung, Innovation) besonders hervorgehoben. In den länderspezifischen Empfehlungen
ist Deutschland explizit für seinen Fortschritt im Bereich
Wissenschaftsgesellschaft gelobt worden.
Unter dem Motto »Mit Forschung gewinnen« nutzte
die Bundesregierung die deutsche Ratspräsidentschaft
während des ersten Halbjahres 2007, um vor dem Hintergrund der Lissabon-Strategie, dem 3%-Ziel, dem Start des
7. Forschungsrahmenprogramms und der Notwendigkeit
eines weiteren Ausbaus des Europäischen Forschungsraums für die Bedeutung der Forschung in Europa zu
werben.
Die Deutsche Ratspräsidentschaft verfolgte insbesondere die folgenden Themen, die auch jetzt nachhaltig
die Arbeit der Kommission und der folgenden Präsidentschaften prägen:
– die Rolle des Europäischen Forschungsrates (ERC) und
der Grundlagenforschung,
– die Stärkung der Bedeutung des Forschungsrahmenprogramms,
– die Initiierung einer Charta für den Umgang mit dem
geistigen Eigentum an Hochschulen und öffentlichen
Forschungseinrichtungen (IP-Charta) bei der Zusammenarbeit mit der global agierenden Wirtschaft,
– die Einrichtung des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT),
– die Erschließung von Möglichkeiten zur Steigerung der
finanziellen Mittel für Forschung durch die Nutzung
der Strukturfonds,
– die Erarbeitung eines Konzeptes für die internationale
Zusammenarbeit,
– die Schaffung eines Rechtsrahmens für den Bau und
Betrieb von großen Forschungsinfrastrukturen mit
internationaler Beteiligung und deren Finanzierung.
Der ebenfalls unter deutscher Ratspräsidentschaft
auf den Weg gebrachte Verfassungsvertrag der Europäischen Union nennt den Europäischen Forschungsraum
nun auch eine dauerhafte Aufgabe der nationalen sowie
der europäischen Ebene.
Im Januar 2007 wurde das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (7. FRP) als zentrales Instrument Europäischer
Forschungspolitik gestartet. Das 7. FRP ist Europas Antwort im Bereich von Forschung und Innovation auf die
sich durch die zunehmende Globalisierung stellenden
Herausforderungen. Die Basis für die für Wirtschaft und
Beschäftigung wichtigen Innovationen von morgen ist
exzellente Grundlagenforschung. Deshalb hat sich die
Bundesregierung insbesondere für die Einrichtung des
Europäischen Forschungsrates (ERC) als neues Instrument des 7. FRP eingesetzt. Der ERC sichert die Unabhängigkeit der Forschung und garantiert den Wettbewerb

38

der besten Forscherinnen und Forscher der Welt.
Darüber hinaus ist auch die Sicherheitsforschung
erstmalig ein eigenes Thema im FRP, mit einer klaren
Ausrichtung auf zivile Forschung zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger Europas. Ein weiterer wichtiger
neuer Akzent wird durch die Einrichtung einer eigenen
Programmlinie zur Förderung intersektoraler Mobilität
zwischen Forschung und Industrie im Rahmen der MarieCurie-Maßnahmen gesetzt. Anders als in den vorherigen
Programmen sind die Forschungsthemen im 7. FRP vollständig für die Kooperation mit Drittstaaten geöffnet.
Das von Deutschland im Rahmen der Ratspräsidentschaft konzipierte Modell für ein Europäisches Institut
für Innovation und Technologie (EIT) wird durch die
Verabschiedung der Verordnung im Frühjahr 2008 nun
in die Praxis umgesetzt. Das EIT soll zu einem Symbol
des integrierten europäischen Raums der Innovation,
Forschung und Ausbildung werden und sich zu einem
Referenzmodell entwickeln, das als Initialzündung und
Motor für langfristige Veränderungen in bestehenden
Bildungs- und Forschungseinrichtungen der EU dient.
Das EIT wird seine Tätigkeit primär in strategischen
Netzwerken aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und weiteren Forschungs- und Bildungsanbietern entfalten. Diese Netzwerke werden nach
dem Exzellenzprinzip ausgewählt und sollen auf einem
zukunftsträchtigen Technologiefeld aktiv sein.
Die unter deutscher Ratspräsidentschaft gestartete
Initiative für eine IP-Charta zum Umgang mit geistigem
Eigentum fand positive Resonanz. Im Juni 2007 haben
die Staats- und Regierungschefs die Kommission aufgefordert, auf dieser Grundlage eine IP-Charta zu erarbeiten. Die Verabschiedung der IP-Charta ist für Mai 2008
geplant. Bei der dann anstehenden Umsetzung wird die
Bundesregierung die Kooperationspartner unterstützen
und auf der Grundlage der Evaluation ihrer Ergebnisse
zur Professionalisierung des Umgangs mit dem geistigen
Eigentum beitragen.
Die EU hat mit der Lissabon-Strategie die Richtung
aufgezeigt: Bildung, Forschung und Innovation sind
Schlüssel, um zentrale Herausforderungen von morgen
zu bewältigen. Ausgehend von einer stärkeren Betonung
von Forschung, Entwicklung und Innovation im EU-Haushalt – wie in der geltenden Finanziellen Vorausschau
vorgesehen – trägt die Bundesregierung dazu bei, Europa
zu einem modernen, international konkurrenzfähigen
Forschungsraum weiterzuentwickeln. Bei der Halbzeitevaluierung des EU-Haushaltes wird dies mit Blick auf
eine nachhaltige Stärkung der Zukunftsinvestitionen in
Europa überprüft.

PolItIscHe MaßnaHMen

PolItIscHe MaßnaHMen

39

40

stRUKtURen, RessoURcen, FÖRDeRMaßnaHMen

stRUKtURen, RessoURcen, FÖRDeRMaßnaHMen

Teil II
Strukturen, Ressourcen,
Fördermaßnahmen

41

S

S

A

Teil A
Strukturen des deutschen Forschungsund Innovationssystems
Einführung

45

1
1.1
1.2
1.3
1.4

Das deutsche Forschungs- und Innovationssystem im Überblick
Wo findet Forschung statt?
Wer finanziert Forschung?
Zusammenwirken von Bund und Ländern
Wie funktioniert staatliche Forschungsförderung?

47
47
48
48
49

2
2.1
2.2
2.2.1
2.2.2

Rahmenbedingungen und Arbeitsstrukturen
Rechtliche Rahmenbedingungen
Arbeitsstrukturen
Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK)
Wissenschaftsrat

51
51
51
51
52

3
3.1
3.2

Förderinstrumente des Staates
Projektförderung
Institutionelle Förderung

53
53
53

4
4.1
4.1.1
4.1.2
4.1.3
4.2

Forschungsförderung – Struktur und Akteure
Struktur der deutschen Forschungsförderung
Bund und Länder
Wirtschaft
Stiftungen
Europäische Union

55
55
55
55
56
56

5
5.1
5.2
5.3
5.4

Förderorganisationen
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH)
Begabtenförderungswerke im Hochschulbereich

58
58
61
62
63

6
6.1
6.2
6.3

Stiftungen
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (DGIA)
Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF)

65
65
66
69

S

7

Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen »Otto von Guericke« e. V. (AiF)

70

8
8.1
8.1.1
8.1.2
8.1.3
8.1.4
8.1. 5
8.1. 6
8.2

Projektträger und DLR-Raumfahrtmanagement
Projektträger
Projektträger des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
Projektträger des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Projektträger des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)
Projektträger des Bundesministeriums Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)
DLR-Raumfahrtmanagement

71
71
72
74
75
76
76
76
76

9
9.1
9.2
9.3
9.4
9.5
9.6
9.6.1
9.6.2
9.6.3
9.7

77
77
78
103
123
129
146
146
157
158

9.8
9.9

FuE-durchführende Organisationen und Einrichtungen
Hochschulen
Max-Planck-Gesellschaft (MPG)
Fraunhofer-Gesellschaft (FhG)
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF)
Leibniz-Gemeinschaft (WGL)
Bundes- und Landeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben
Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben
Kontinuierliche Zusammenarbeit mit FuE-Einrichtungen
Landeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben
Akademien, Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina/Nationale Akademie und
Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) e. V.
Stiftung caesar (center of advanced european studies and research)
Wissenschaftskolleg zu Berlin

10

Unternehmen der Wirtschaft

182

11

Zentrale Fachinformationseinrichtungen und zentrale Fachbibliotheken

185

177
180
180

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

45

A

Einführung
Die Leistungsfähigkeit der deutschen Forschung hat eine
lange Tradition und spiegelt sich in einer eindrucksvollen
Reihe namhafter Forscherinnen und Forscher wider.
Zu diesen gehören Carl Zeiss (1816 – 1888), Robert Koch
(1843 – 1910), Conrad Röntgen (1845 – 1923), Max Planck
(1858 – 1947), Albert Einstein (1879 – 1955), Otto Hahn
(1879 – 1968), sowie Emmy Noether (1882 – 1935) und Hertha
Sponer (1895 – 1968), um nur einige zu nennen. Zahlreiche
Nobelpreise – jüngst für Chemie und für Physik im Jahr
2007 – belegen die hohe Qualität und Exzellenz der deutschen Forschung. Durch diese Forschungsergebnisse wurden und werden wegweisende Entwicklungen ausgelöst
und neue Wirtschaftzweige geschaffen. Deutschland ist
nach wie vor ein attraktiver und begehrter Forschungsstandort. In internationalen Umfragen werden regelmäßig die gute Infrastruktur für Forschung und Entwicklung
(FuE) und die hohe Qualifikation des FuE-Personals in
Deutschland hervorgehoben. Nicht ohne Grund liest sich
die Liste der multinationalen Firmen, die in Deutschland
eigene Forschung betreiben, wie ein »Who is Who« der
Hochtechnologie.

Um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten, bedarf es auch weiterhin eines ausdifferenzierten
Forschungs- und Innovationssystems, welches von verschiedenen Säulen getragen wird und sowohl die Privatwirtschaft als auch die Öffentliche Hand umfasst. Hierbei
ist eine enge Verzahnung von Grundlagenforschung mit
angewandter Forschung und den industriellen Entwicklungen eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzbarkeit von Forschungsergebnissen in Innovationen, die
den Fortschritt erst nutzbar werden lassen.
Im Folgenden werden die Strukturen des heutigen
deutschen Forschungs- und Innovationssystems dargestellt. Ausgehend von den rechtlichen Rahmenbedingungen werden die deutsche Forschungslandschaft und
deren internationale Verflechtung beleuchtet sowie die
FuE betreibenden Organisationen und Einrichtungen mit
ihren wesentlichen Forschungsaufgaben beschrieben.

S

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

47

A

1 Das deutsche Forschungs- und
Innovationssystem im Überblick
1.1 wo findet Forschung statt?
In Deutschland existiert eine breit gefächerte und
differenzierte Forschungs- und Innovationslandschaft.
Forschung wird in verschiedensten Institutionen – staatlich und nichtstaatlich – betrieben. Zunächst sind hier
die Hochschulen, d. h. die Universitäten und Fachhochschulen zu nennen. Die universitäre Forschung zeichnet
sich durch eine thematische und methodische Breite aus.
Auch an Fachhochschulen wird geforscht, der Schwerpunkt liegt hier auf einer eher anwendungsorientierten
Forschung. Weitere Hauptaufgabe der Hochschulen ist
die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Neben der Forschung an Hochschulen gibt es ein breites
Spektrum an außeruniversitärer Forschung. Vier Forschungsorganisationen mit unterschiedlichen Profilen
und Schwerpunkten haben sich etabliert und ergänzen
die universitäre Forschung.
Die Forschungsinstitute der Max-Planck-Gesellschaft
(MPG) sind gekennzeichnet durch freie Grundlagenforschung auf neuen Gebieten. Die thematischen Forschungsschwerpunkte liegen auf dem biologisch-medizinischen, physikalisch-chemisch-technischen sowie auf
dem geisteswissenschaftlichen Bereich.
Die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) fokussiert stärker
auf die angewandte Forschung. In ihren Instituten wird
beispielsweise auch Vertragsforschung für Industrie,
Dienstleistungsunternehmen und die öffentliche Hand
durchgeführt.
In der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) sind 15 Großforschungszentren zusammengeschlossen, die Großgeräte
und eine entsprechende Infrastruktur für nationale und
internationale Forschungsgruppen bereit stellen. Es wird

strategisch-programmatisch ausgerichtete Spitzenforschung in sechs zentrenübergreifenden Forschungsbereichen durchgeführt.
An den Instituten der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) liegt
der Schwerpunkt auf nachfrageorientierter und interdisziplinärer Forschung. Es bestehen zahlreiche Kooperationen mit der Industrie, der öffentlichen Verwaltung und
der Politik; auch mit Universitäten wird teilweise sehr eng
zusammengearbeitet.
Insbesondere die Wirtschaft ist eine wichtige Akteurin
in der deutschen Forschungs- und Innovationslandschaft.
Zwei Drittel der jährlich in Deutschland investierten
Forschungsmittel stammen aus Unternehmen der
Wirtschaft. Diese Mittel werden sowohl für die eigene
Forschung der Unternehmen als auch für gemeinsame
Projekte mit Partnern aus der Wissenschaft aufgewandt.
Die in diesem Sektor durchgeführte Forschung ist naturgemäß stark anwendungsorientiert und zielt auf unmittelbar verwertbare Ergebnisse.
Die Vielfältigkeit des deutschen Forschungssystems
resultiert unter anderem aus der föderalen Struktur und
der Größe des Landes. Sie ermöglicht eine breite Vielfalt
der Forschungsgebiete einerseits und Spezialisierung
andererseits. Ein weiterer wichtiger Faktor für den Erfolg
und die Leistungsfähigkeit der deutschen Forschung ist
die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure
(z. B. durch Bildung von Forschungsverbünden zwischen
außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen, durch gemeinsame Berufung von
Forschungseinrichtungen und Hochschulen auf Spezialgebieten zur Verstärkung von Forschung und Lehre der
kooperierenden Hochschule).

S

abbildung 1
akteure des deutschen Forschungs- und Innovationssystems

FuE in der WIrtschaft

Politik und Verwaltung

Bundesregierung
Wissenschaftsrat
GWK

Intermediäre
DFG
Projektträger
Stiftungen
(öffentlich und private)
Stifterverband

16 Landesregierungen
Europäische Kommission

Große und multinationale Unternehmen
Kleine und mittelständische Unternehmen

Verbände und Kammern
EU Research Council

AiF*
Öffentliche Forschung
Hochschulen
Ressortforschung
Akademien
Forschungsorganisationen
(MPG, FhG, HGF, WGL)

* Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen
Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, VDI/VDE-IT

1.2 wer finanziert Forschung?
Diese Vielfältigkeit und Ausdifferenzierung des deutschen Forschungs- und Innovationssystems spiegelt
sich auch in den Finanzströmen, die das System speisen,
wider. So finanzieren sich beispielsweise öffentliche
Einrichtungen nicht nur aus staatlichen Mitteln, sondern
auch über Drittmittel aus der Wirtschaft, während private Forschung auch öffentlich gefördert wird.
Die Entwicklung neuer Technologien, die volkswirtschaftlichen Wohlstand schaffen, ist vorrangig Aufgabe
der Wirtschaft. Entsprechend werden auch rund zwei
Drittel aller Bruttoinlandsausgaben für FuE in Deutschland von der Wirtschaft getragen. Dies entspricht 37,67
Mrd. Euro oder 1,68 % vom Bruttoinlandsprodukt .
Rund ein Drittel aller Aufwendungen für Forschung
und Entwicklung werden vom Staat finanziert. Damit
wird bspw. die Forschung in Wissenschaftszweigen
unterstützt, die (noch) keinen unmittelbaren Bezug zur
technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung
haben, die aber gleichwohl im Interesse der Gesellschaft
liegen, etwa weil Grundlagenforschung Impulse für
anwendungsorientierte Forschungszweige geben kann.
Nicht zuletzt wird im Wissenschaftssystem Nachwuchs
ausgebildet, sodass die Förderung auch aus diesem
Grund wichtig ist. Zur Stärkung der Innovationskraft
in Deutschland ist zudem die zielgerichtete Unterstützung von kleinen und mittelständischen Unternehmen
sinnvoll. Diese spielen oftmals bei der Umsetzung von

FuE-Ergebnissen in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen eine Vorreiterrolle.

1.3 zusammenwirken von Bund und ländern
Entsprechend dem föderalen System der Bundesrepublik
wirken Bund und Länder bei der staatlichen Forschungsförderung zusammen. Dabei sind sowohl auf Bundes- als
auch auf Landesebene nicht nur die Forschungsministerien, sondern auch andere Ressorts aktiv (z. B. Wirtschaft,
Umwelt).
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK), die
seit dem 1. Januar 2008 an die Stelle der Bund-LänderKommission (BLK) getreten ist, und in der die Forschungsund Finanzminister und -ministerinnen des Bundes und
der Länder zusammenkommen, bietet ein Forum des Austauschs und der Koordinierung der Wissenschafts- und
Forschungspolitik. Die GWK dient ferner dem gemeinsamen Zusammenwirken bei der Förderung der Wissenschaftsorganisationen sowie von Vorhaben überregionaler Bedeutung (z. B. bei der Exzellenzinitiative und
beim Hochschulpakt ).
Ferner berät der Wissenschaftsrat, der sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Persönlichkeiten
des öffentlichen Lebens sowie Vertretern von Bund und
Ländern zusammensetzt, die Regierungen von Bund und
Ländern in der Wissenschaftspolitik und spricht Empfehlungen aus.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

49

abbildung 2
Deutsche Forschungslandschaft 2008

Anwendungsnahe Forschung

39,6 Wirtschaft

A
Öffentliche
Einrichtungen
0,9

FhG 1,2

0,8 WGL

MPG 1,2

1,0 Sonstige

2,5 HGF
Grundlagenforschung

Forschungscharakter

FuE-Ausgaben in Mrd. € (Stand: 2005)

Wiss. Bibliotheken,
Archive, Museen
0,3

9,2 Hochschulen

öffentlich

privat
Finanzierung

FhG
HGF
MPG
sonstige
wGl
Öffentliche
einrichtungen

Fraunhofer-Gesellschaft
Helmholtz-Gemeinschaft
Max-Planck-Gesellschaft
Externe Industrieforschungseinrichtungen, AiF-Brancheninstitute, zentrale Einrichtungen der Hochschulkliniken
Leibniz-Gemeinschaft
Ressortforschung, Akademien

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, VDI/VDE-IT

1.4 wie funktioniert staatliche
Forschungsförderung?
Die staatliche Forschungsförderung im Sinne einer finanziellen Förderung ruht im Wesentlichen auf zwei Säulen:
der institutionellen Förderung und der Projektförderung. Die institutionelle Förderung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Staat unmittelbar die Einrichtungen
finanziert, in denen geforscht wird. So werden die vier
oben genannten Wissenschaftsorganisationen von Bund
und Ländern gemeinsam finanziert, wobei der jeweilige
Anteil unterschiedlich hoch ist (z. B. 90 % Bundesanteil
bei HGF und FhG, 50 % Bundesanteil bei MPG und WGL).

Wichtige Akteurin bei der institutionellen Förderung ist
die Deutsche Forschungsgemeinschaft, deren Hauptaufgabe die Unterstützung an Hochschulen und öffentlichen
Forschungseinrichtungen ist. Die DFG ist die zentrale
Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft zur
Förderung der Forschung an Hochschulen und öffentlich
finanzierten Forschungsinstitutionen in Deutschland.
Aus von Bund und Ländern gemeinsam bereitgestellten
Mitteln fördert die DFG Forschungsprojekte insbesondere
an Hochschulen und trägt damit wesentlich zur Stärkung
und Integration der Forschung in Deutschland wie auch
zur internationalen Zusammenarbeit und der Förderung
des wissenschaftlichen Nachwuchses bei. Die Mittel für

S

die Finanzierung der Hochschulen werden entsprechend
den Regelungen des Grundgesetzes in erster Linie von
den Ländern bereit gestellt.
Die Projektförderung hingegen ist auf die gezielte
Förderung spezifischer Forschungsvorhaben in einem
konkreten Forschungsfeld gerichtet und erfolgt im
Rahmen von Programmen. Sie kommt Hochschulen, Forschungseinrichtungen aber auch Unternehmen zugute
und ist im Gegensatz zur institutionellen Förderung kurzbis mittelfristig angelegt. Bei der Projektförderung sind
oft sogenannte Projektträger eingeschaltet, die sowohl
administrative als auch beratende Aufgaben erfüllen.
Neben der DFG existieren noch weitere Förderorganisationen und Stiftungen, die im Feld der Forschungsförderung aktiv sind. Erwähnt werden soll in diesem
Zusammenhang auch die Förderung durch die Europäische Union, z. B. mit den durch die EU-Kommission verwalteten Forschungsrahmenprogrammen. Am 27. 2. 2007
hat der Europäische Forschungsrat (European Research
Council – ERC) seine Arbeit aufgenommen. Dabei handelt es sich um eine Institution zur Finanzierung von
grundlagenorientierter Forschung, die als Bestandteil
des 7. Forschungsrahmenprogramms (2007 – 2013) der EU
implementiert wurde.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

51

A

2

Rahmenbedingungen und Arbeitsstrukturen

2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
Die Förderung der Forschung ist eine gemeinsame Aufgabe von Staat und Gesellschaft. Eine international wettbewerbsfähige Forschung und die grundrechtlich verbürgte
freie Entfaltung der Forscherinnen und Forscher (Art. 5
Abs. 3 GG) bedürfen entsprechender finanzieller Rahmenbedingungen. Die Finanzierungskompetenzen von Bund
und Ländern ergeben sich aus dem Grundgesetz und aus
ungeschriebenem Recht.
	

– Einrichtungen (z. B. MPG, WGL, DFG, FhG, HGF) und
Vorhaben der wissenschaftlichen Forschung außerhalb
von Hochschulen;
– Vorhaben der Wissenschaft und Forschung an
Hochschulen;
– Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich
Großgeräten.
Der Bund hat über die genannten Finanzierungskompetenzen hinaus (ungeschriebene) Finanzierungskompetenzen aus der Natur der Sache bzw. kraft Sachzusammenhangs. Dies gilt im Bereich der Forschung
insbesondere für Vorhaben der wissenschaftlichen Großforschung (z. B. Luftfahrt, Weltraum-, Meeres-, Kernforschung), die wegen ihrer besonderen wissenschaftlichen
Bedeutung und ihres außerordentlichen finanziellen
Aufwands sinnvollerweise nur vom Gesamtstaat gefördert werden können. Bund und Länder haben schließlich

Finanzierungskompetenzen in Zusammenhang mit der
Erfüllung ihrer staatlichen Aufgaben (Ressortforschung).

2.2 arbeitsstrukturen
2.2.1 Gemeinsame wissenschaftskonferenz (GwK)
Durch Verwaltungsabkommen vom 11. September 2007
haben Bund und Länder auf der Grundlage von Art. 91 b
GG die Errichtung einer Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) vereinbart (BAnz 2007 S. 7787). Die GWK
ersetzt seit dem 1. Januar 2008 die bisherige Bund-LänderKommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK). Der GWK gehören die für Wissenschaft und
Forschung sowie die für Finanzen zuständigen Ministerinnen und Minister und Senatorinnen und Senatoren des
Bundes und der Länder an. Sie behandelt alle Bund und
Länder gemeinsam berührenden Fragen der Forschungsförderung, der wissenschafts- und forschungspolitischen
Strategien und des Wissenschaftssystems.
	
– unter Wahrung ihrer Kompetenzen bei gemeinsam
berührenden Fragen eine enge Koordination auf dem
Gebiet der nationalen, europäischen und internationalen Wissenschafts- und Forschungspolitik mit dem Ziel
anzustreben, die Leistungsfähigkeit des Wissenschaftsund Forschungsstandortes Deutschland im internationalen Wettbewerb zu steigern;
– in Fällen überregionaler Bedeutung bei der Förderung
von Einrichtungen und Vorhaben der wissenschaftlichen Forschung außerhalb von Hochschulen, von
Vorhaben der Wissenschaft und Forschung an Hochschulen und von Forschungsbauten an Hochschulen

S

einschließlich Großgeräten zusammenzuwirken;
– sich gegenseitig auch über wesentliche eigene Planungen und Entscheidungen, die nicht Gegenstand
gemeinsamer Förderung sind, zu unterrichten.
Die gemeinsame Förderung der Wissenschaft und
Forschung erstreckt sich auf die in der Anlage zum GWKAbkommen genannten Einrichtungen und Vorhaben
von überregionaler Bedeutung. Zu den begünstigten
Einrichtungen gehören beispielsweise auch die zuvor
aufgeführten Institutionen. Einzelheiten der gemeinsamen Förderung, die Voraussetzungen und Folgen des
Ausscheidens aus der gemeinsamen Förderung sowie die
Anteile des Bundes und der Länder an der gemeinsamen
Finanzierung werden in Ausführungsvereinbarungen
von der GWK geregelt, wobei die Vertragschließenden
ihre Absicht erklärt haben, die bisherigen Ausführungsvereinbarungen neu zu fassen.

2.2.2 wissenschaftsrat Der Wissenschaftsrat ist ein von
den Regierungen des Bundes und der Länder gemeinsam
getragenes und je hälftig finanziertes Beratungsgremium mit der Aufgabe, übergreifende Empfehlungen zur
inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs
zu erarbeiten sowie zur Sicherung der internationalen
Konkurrenzfähigkeit der Wissenschaft in Deutschland
im nationalen und europäischen Wissenschaftssystem
beizutragen.
	

– zu übergreifenden Fragen des Wissenschaftssystems,
zu ausgewählten Strukturaspekten von Forschung und
Lehre sowie zur Planung, Bewertung und Steuerung
einzelner Bereiche und Fachgebiete;
– zu wissenschaftlichen Institutionen (Universitäten,
Fachhochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen), insbesondere zu ihrer Struktur
und Leistungsfähigkeit, Entwicklung und Finanzierung.
Der Wissenschaftsrat besteht aus der Wissenschaftlichen
Kommission und der Verwaltungskommission, die in der
Vollversammlung zusammentreten und dort Beschlüsse
fassen.
Die Wissenschaftliche Kommission hat 32 Mitglieder.
Sie werden vom Bundespräsidenten berufen, und zwar
24 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf
gemeinsamen Vorschlag der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, der Hochschulrektorenkonferenz, der Helmholtz-Gemeinschaft, der

Fraunhofer-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft
sowie acht Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf
gemeinsamen Vorschlag der Bundesregierung und der
Landesregierungen. Die Verwaltungskommission besteht
aus 22 Mitgliedern, wobei die 16 Vertreterinnen und Vertreter der Länder jeweils eine Stimme und die sechs des
Bundes 16 Stimmen führen. Die Vollversammlung hat somit 54 Mitglieder, die zusammen 64 Stimmen führen. Die
Beschlüsse des Wissenschaftsrates (Vollversammlung)
müssen von einer Zweidrittelmehrheit getragen werden;
dies fördert die Suche nach konsensfähigen Lösungen.
	
–
–
–
–

Lehre, Studium und wissenschaftlicher Nachwuchs;
Forschung;
Evaluation, qualitative Analysen;
Hochschulinvestitionen, institutionelle
Akkreditierung;
– Medizin;
– Evaluation der Ressortforschungseinrichtungen
des Bundes.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

53

A

3

Förderinstrumente des Staates

Die Förderung von Forschung und Entwicklung durch
den Bund erfolgt zum einen durch zielorientierte, kurzbis mittelfristige Forschungsförderung (»Projektförderung«) und zum anderen durch mittel- und langfristig
angelegte institutionelle Förderung.

3.1 Projektförderung
Projektförderung – insbesondere des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit (BMU) und des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) – erfolgt im Rahmen von
Förder- bzw. Fachprogrammen, und zwar auf der Grundlage eines Antrags für ein zeitlich befristetes Vorhaben.
Die direkte Projektförderung bezieht sich jeweils auf
ein konkretes Forschungsfeld. Ziel ist es, in ausgewählten Bereichen einen im internationalen Maßstab hohen
Leistungsstand von Forschung und Entwicklung zu erreichen.
Das Ziel der indirekten Projektförderung besteht
darin, Forschungseinrichtungen und Unternehmungen
– insbesondere kleine und mittlere Unternehmen – bei
der FuE-Tätigkeit zu unterstützen. Die Förderung richtet
sich dabei nicht auf ein bestimmtes Thema, sondern wird
für ein technologisches Vorhaben, unabhängig vom
Technologiefeld gewährt. Sie zielt z. B. auf die Entwicklung und Stärkung von Forschungsinfrastruktur, Forschungskooperationen, innovativen Netzwerken und
Personalaustausch zwischen Forschungseinrichtungen
und der Wirtschaft. Neben Einzelprojekten können auch
Verbundprojekte mit mehreren gleichrangigen Partnern
finanziert werden.

Die Projektförderung des Bundes erfolgt innerhalb der
rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, die
auf europäischer und nationaler Ebene gesetzt werden.
Auf europäischer Ebene spielt der Gemeinschaftsrahmen
der Europäischen Kommission für staatliche FuE-Beihilfen eine entscheidende Rolle. Die nationalen Rahmenbedingungen ergeben sich insbesondere aus der Bundeshaushaltsordnung und dem Bundeshaushaltsgesetz.
Die Förderprogramme werden überwiegend von Projektträgern wissenschaftlich-technisch und administrativ
betreut, die bei der Beratung von Antragstellern, der
Vorbereitung der Förderentscheidung, der Abwicklung
von Vorhaben sowie der Erfolgskontrolle (einschließlich
Verwertung der Ergebnisse) eingeschaltet werden.

3.2 Institutionelle Förderung
Die institutionelle Förderung bezieht sich nicht auf
einzelne Forschungsvorhaben, sondern jeweils auf den
gesamten Betrieb und die Investitionen von Forschungseinrichtungen, die über einen längeren Zeitraum vom
Bund oder gemeinsam mit den Ländern gefördert werden. Damit werden die Kompetenz und die strategische
Ausrichtung der deutschen Forschungslandschaft gesichert. Wichtige Beispiele hierfür sind die Zuwendungen,
die von Bund und Ländern im Rahmen der gemeinsamen
Forschungsförderung nach Art. 91 b GG geleistet werden.
Die Flexibilität der gemäß Art. 91 b GG von Bund und
Ländern gemeinsam geförderten Einrichtungen, sich in
Umfang und fachlicher Ausrichtung der Kapazitäten auf
wechselnde Schwerpunkte einzustellen, darf durch die
Abstimmungsprozesse der öffentlichen Zuwendungsgeber nicht behindert werden.

S

Die institutionelle Förderung ist mit hohen Anforderungen und dementsprechender Rechenschaftslegung
verbunden. Soweit keine konkreten Vorgaben für die Ergebnisverwertung bestehen, ermöglichen die generellen
Anforderungen an den Tätigkeitsbericht der geförderten
Einrichtung über das abgelaufene Haushalts-/Wirtschaftsjahr eine Kontrolle der Ergebnisverwertung.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

55

A

4

Forschungsförderung – Struktur und Akteure

4.1 struktur der deutschen Forschungsförderung
Die deutsche Forschungsförderung erfolgt durch
staatliche und private Institutionen, getrennt oder auch
gemeinschaftlich. So finanzieren sich z. B. öffentliche Einrichtungen teilweise über Drittmittel aus der Wirtschaft,
während private Forschung auch öffentlich gefördert
wird.
4.1.1 Bund und länder Das föderative System der
Bundesrepublik Deutschland eröffnet sowohl dem Bund
als auch den Ländern in ihren jeweiligen Aufgabenbereichen die Möglichkeit der Förderung der deutschen
Forschung, ohne dass dafür gesonderte Forschungsförderungsgesetze erlassen wurden.
Beide wirken gemäß Art. 91 b GG bei der Förderung von
Einrichtungen und Vorhaben der wissenschaftlichen Forschung von überregionaler Bedeutung zusammen. Dies
entspricht der gemeinsamen Verantwortung von Bund
und Ländern für die Forschung, die in vielen Fällen ein
aufeinander abgestimmtes und am gesamtstaatlichen
Interesse orientiertes Handeln erfordert.
Viele der wichtigsten Akteure der deutschen Forschungslandschaft wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft, die
Max-Planck-Gesellschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft
oder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft, sowie der
von Bund und Ländern eingerichtete Wissenschaftsrat (WR)
werden gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.
4.1.2 wirtschaft Die Wirtschaft hat im Jahr 2005 mit
37,7 Mrd. Euro zwei Drittel der Bruttoinlandsausgaben
für Forschung und Entwicklung (BAFE) in Höhe von 55,7
Mrd. Euro finanziert. Der ganz überwiegende Teil der
FuE-Ausgaben der Wirtschaft verbleibt in diesem Sektor:

Er macht 92 % der 38,6 Mrd. Euro der internen FuEAufwendungen der Wirtschaft aus. Der Staat unterstützt
Forschungsvorhaben der Wirtschaft mit weiteren rund
1,7 Mrd. Euro.
Unterteilt nach Branchen, liegt bei der FuE der Wirtschaft mit 38 % ein eindeutiger Schwerpunkt im Automobilbau. Ca. 19 % der FuE-Gesamtaufwendungen entfallen auf den Bereich Herstellung von Büromaschinen,
DV-Geräten und Elektrotechnik. Es folgen die Chemische
Industrie (18 %) sowie der Maschinenbau (9 %).
Die Wirtschaft hat in den letzten Jahren zunehmend
FuE-Aufträge an andere Unternehmen, Hochschulen,
staatliche Forschungseinrichtungen usw. vergeben. Diese
sogenannten externen FuE-Aufwendungen haben seit
Mitte der neunziger Jahre deutlich rascher zugenommen
als die internen FuE-Aufwendungen der Wirtschaft. Im
Jahr 2003 erreichten sie bereits einen Anteil von 18 %.
Die Entwicklung der externen FuE-Aufwendungen
wird im Allgemeinen deutlich durch Umstrukturierungen in Großunternehmen mitbestimmt, die zu veränderten Finanzierungsströmen für FuE führen können.
Gleichwohl geben sie auch Hinweise auf verstärkte
Zusammenarbeit der Unternehmen mit Partnern aus der
Wissenschaft und der Wirtschaft.
Im Jahr 2005 entfielen 59 % der externen FuE-Aufwendungen des Wirtschaftssektors auf andere Unternehmen
der deutschen Wirtschaft. Knapp ein Fünftel ging an
Auftragnehmer im Ausland. Dabei nehmen größere
Unternehmen FuE-Kapazitäten im Ausland stärker in
Anspruch als kleinere. Die Wissenschaft erhielt 2003 über
11 % der externen FuE-Aufträge der Wirtschaft (Unternehmen und Institutionen der Gemeinschaftsforschung).
Zugenommen haben vor allem die Aufträge an Hochschulinstitute und Professoren, deren Anteil von 7,7 % im
Jahr 2001 auf 10,1 % im Jahr 2005 gestiegen ist.

S

4.1.3 stiftungen Eine Vielzahl von Stiftungen leistet in
Deutschland einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der
Qualität von Wissenschaft und Forschung. Sie wirken
ergänzend zur staatlichen Forschungsförderung und sind
Ausdruck privaten finanziellen Engagements. Die Stifter
geben damit ein Beispiel für verantwortliches Handeln
im demokratischen Staat.
Eine Gemeinschaftsaktion der Wirtschaft zur Förderung der deutschen Wissenschaft und Forschung ist der
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. Unter
seinem Dach werden rund 350 Stiftungen betreut und
ein Gesamtvermögen von 1,4 Mrd. Euro verwaltet. Aber
auch andere große deutsche Stiftungen – wie beispielsweise die Robert Bosch Stiftung, die Volkswagenstiftung,
die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Klaus Tschira
Stiftung, die Bertelsmann Stiftung oder die Deutsche
Stiftung Friedensforschung – fördern Projekte bzw.
Einrichtungen aus den verschiedensten Bereichen der
Wissenschaft. Allein in den Jahren 2001 – 2005 waren ca.
30 % der Stiftungszwecke den Bereichen Wissenschaft
und Forschung sowie Bildung und Erziehung zugeordnet.
Die elf überwiegend aus Bundesmitteln geförderten
Begabtenförderungswerke nehmen mit ihrer Stipendienförderung für Studierende und Promovierende einen
besonderen Platz in der deutschen Stiftungslandschaft
ein. In ihren unterschiedlichen Trägern spiegelt sich der
Pluralismus unserer Gesellschaft wider. Gemeinsam ist
den Begabtenförderungswerken ihre Verantwortung
gegenüber der individuellen Begabung und zugleich
gegenüber der freiheitlich-demokratisch verfassten
Gesellschaft im Ganzen, die ohne funktionale Leistungseliten nicht lebensfähig ist.
Der Stiftungszweck der ebenfalls überwiegend aus
Bundesmitteln geförderten Alexander von HumboldtStiftung (AvH) besteht darin, hochqualifizierten ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die
Durchführung von Forschungsvorhaben in Deutschland
oder in Zusammenarbeit mit deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu ermöglichen und
dadurch längerfristige wissenschaftliche Kontakte und
Netzwerke zu knüpfen. Dazu gehört auch die Förderung
von Forschungsaufenthalten deutscher Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an Instituten von
ehemaligen Humboldt-Gastwissenschaftlerinnen und
-wissenschaftlern im Ausland.

4.2 europäische Union
Eine zunehmend größere Rolle im Gefüge der FuE-Förderung nehmen die von der Europäischen Kommission
verwalteten Forschungsrahmenprogramme ein. Neben
der erheblichen finanziellen Bedeutung der EU-Förderung für die verschiedenen Fachbereiche tragen die

europäischen Forschungsprogramme auch maßgeblich
zur Vernetzung von Wissenschaft und Forschung in
Europa bei und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur
Entwicklung eines Europäischen Forschungsraums und
damit auch eines weltweit sichtbaren Profils der europäischen Forschungslandschaft. Das 2006 ausgelaufene 6.
EU-Forschungsrahmenprogramm hat nach Aufstockung
des Budgets mit Beitritt der neuen Mitgliedstaaten ein
Gesamtvolumen von 19,23 Mrd. Euro, von dem rund 19 %
an deutsche Einrichtungen ging. Das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm, mit einem Budget von ca. 54 Mrd.
Euro für den Zeitraum 2007 bis 2013 setzt in erster Linie
auf eine Kontinuität der Inhalte und Instrumente. Mit
dem Europäischen Forschungsrat (European Research
Council, ERC) wurde eine neue, unabhängige und
erkenntnisgetriebene Förderstruktur für die Forschung
etabliert, die eine neue Art der Grundlagenforschung
(Pionierforschung) in einem europäischen Wettbewerb
fördert, dem allein die Exzellenz als entscheidendes
Kriterium der Projektauswahl zugrunde gelegt wird.
Für weitere Informationen zum Forschungsrahmenprogramm der EU siehe Teil D, Abschnitt 3.
Daneben existieren mit COST (Coopération européenne dans le domaine de la recherche scientifique et
technique – Europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung)
und EUREKA (Initiative für verstärkte technologische
Zusammenarbeit in Europa) zwei Kooperationsmechanismen, in denen ohne direkte Projektförderung ein Rahmen für Kooperationen von Forschungseinrichtungen
und Unternehmen in Europa zur Verfügung steht. Diese
ausschließlich von den Interessen von Wissenschaft und
Wirtschaft angetriebenen Kooperationssysteme stellen
eine hervorragende Ergänzung der europäischen Rahmenprogramme in variabler Geometrie dar. Die Zusammenarbeit zwischen EUREKA und der Europäischen
Kommission wurde erfolgreich fortgesetzt und insbesondere in Hinblick auf das geplante gemeinsame Förderprogramm Eurostars weiter intensiviert. Eurostars ist ein
FuE-Programm nach Artikel 169 des EG-Vertrags, das sich
an forschende kleine und mittelständische Unternehmen
richtet. Das Programm wird nach aktuellen Planungen
von 27 EUREKA-Staaten und der Europäischen Kommission getragen und finanziert werden. Nach Verabschiedung der Maßnahme nach Artikel 169 (EGV) wurde
Anfang 2008 bereits eine erste Ausschreibung lanciert.
Die EU-Bildungsprogramme SOKRATES (Schulen/
Hochschulen/Erwachsenenbildung) und LEONARDO 
(Berufliche Bildung) mit einem Gesamtvolumen von
3 Mrd. Euro für die Laufzeit 2000 – 2006 sehen neben
umfangreichen Austauschmaßnahmen insbesondere
transnationale Projekte zur Steigerung der Qualität der
Bildungssysteme vor. Dabei werden auch transnationale
Netze in der Hochschul- und Berufsbildungsforschung

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

gefördert. Erstmals sind ausdrücklich gemeinsame Projekte mit dem EU-Forschungsrahmenprogramm möglich.
In einem breiten Konsultationsverfahren zwischen
Bund, Ländern und den Sozialpartnern haben das BMBF
und die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) im
Juni 2003 der Europäischen Kommission ihre gemeinsame Stellungnahme zur Zukunft der EU-Bildungsprogramme LEONARDO DA VINCI und SOKRATES übermittelt. Die Stellungnahme fließt nunmehr in die bereits
frühzeitig begonnen Brüsseler Beratungen zur Gestaltung der neuen Generation der EU-Bildungsprogramme
ab 2007 ein.
Die Stellungnahme kann in deutscher und englischer
Fassung bei der Nationalen Agentur Bildung für Europa
abgerufen werden:
www.na-bibb.de/leonardo/Eckdaten1.pdf
www.na-bibb.de/leonardo/Eckdatenendgengl1.pdf

57

A

S

5

Förderorganisationen

5.1 Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Kennedyallee 40
53175 Bonn
Tel.: (02 28) 885 - 1
Fax: (02 28) 885 - 27 77
postmaster@dfg.de
www.dfg.de
Gründung 1920 als Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft; wiederbegründet 1949; nach Verschmelzung
mit dem Forschungsrat (1951) Umbenennung in DFG.
Mitglieder 69 Hochschulen, 16 außerhochschulische
Forschungseinrichtungen, acht Akademien, drei Wissenschaftsverbände.

Förderpolitik und Programmplanung sowie den Wirtschaftsplan der DFG (der anschließend der Gemeinsamen
Wissenschaftskonferenz zur Beschlussfassung vorgelegt
wird), seit 2005 außerdem die Bewilligungen im Rahmen
der allgemeinen Forschungsförderung. Für die Sonderforschungsbereiche und die Graduiertenkollegs existiert
weiterhin jeweils ein eigener Bewilligungsausschuss. Der
Hauptausschuss setzt sich zusammen aus den 39 Mitgliedern des Senats, aus 16 Vertretern oder Vertreterinnen
der Länder, acht des Bundes, die insgesamt 16 Stimmen
führen, sowie zwei Vertretern oder Vertreterinnen des
Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft.
A

 

Finanzierung Bund und Länder fördern seit dem Jahr
2002 alle Förderverfahren der DFG mit einem einheitlichen Finanzierungsschlüssel von 58 % Bund zu 42 % Länder (Rahmenvereinbarung Forschungsförderung in der
Fassung vom 11. 4. 2001 und Ausführungsvereinbarung
über die gemeinsame Förderung der DFG).
S

Der Hauptausschuss ist für die finanzielle Förderung
der Forschung zuständig und beschließt – auf der Grundlage von Beschlüssen des Senats – die Entwicklung der

	

– Einzelförderung im Normalverfahren – Förderung von
Forschungsvorhaben, die auf Initiative eines einzelnen
Forschers beantragt werden, Förderungsdauer ein bis
drei Jahre, Verlängerung möglich;
– Koordinierte Programme:
– Schwerpunktprogramme;
– Forschergruppen;
– Sonderforschungsbereiche/Transregio;

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

59

tabelle 1
Bewilligungen der DFG nach wissenschaftsbereichen und Fachgebieten 2006
wissenschaftsbereich/Fachgebiet

Betrag Mio. €

anteil %

Geistes- und sozialwissenschaften

211,5

14,2

Geisteswissenschaften

127,6

Sozial- und Verhaltenswissenschaften

83,9

lebenswissenschaften

576,6

Medizin

323,3

Biologie

220,1

Tiermedizin, Gartenbau, Agrar- und Forstwissenschaften
Naturwissenschaften
Mathematik

33,2
387,9
145,7

Chemie

104,1

Geowissenschaften, Geographie

101,7

Ingenieurwissenschaften

313,6

Maschinenbau und Produktionstechnik

84,8

Wärme-/Verfahrenstechnik

52,5

Werkstoffwissenschaften

52,9

Bauwesen und Architektur
Insgesamt

21,1

104,0
19,4
1.489,8

Quelle: DFG 2007
Basis: Einzelförderung, Direkte Nachwuchsförderung und
Koordinierte Programme (inkl. Geisteswissenschaftliche Zentren).

– Forschungszentren;
– Graduiertenkollegs;
– Geisteswissenschaftliche Zentren
(Ende 2007 ausgelaufen)
– Instrumente der direkten Nachwuchsförderung:
– Emmy Noether Programm;
– Heisenberg-Programm;
– Finanzierung der »eigenen Stelle«;
– Nachwuchsgruppen in Sonderforschungsbereichen;
– Forschungsstipendien;
– Wissenschaftliche Netzwerke
– Preise:
– Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Programm ;
– Heinz-Maier-Leibnitz-Preis;
– Communicator-Preis
– Infrastrukturförderung:
– Hilfseinrichtungen der Forschung – Forschungsschiffe, Koordinierungsstelle der Wissenschaftsorganisationen in Brüssel, Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung;

26,0

36,4

Physik

Elektrotechnik, Informatik und Systemtechnik

38,7

– Wissenschaftliche Großgeräte und Informationstechnik;
– Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und
Informationssysteme (LIS).

100,0

A

S

tabelle 2
Bewilligungen nach verfahren und Programmen 2006
anzahl
Programme

Einzelmaßnahmen

Mio. €

%

Einzelförderung

4.535

567,6

35,6

Einzelanträge 1

4.205

534,3

33,5

Publikationsbeihilfen

144

1,1

0,1

Paketanträge

186

32,2

2,0

Preise
Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Programm
Sonstige Preise 2

27

15,7

1,1

11

15,5

1,0

16

0,2

0,1

899

104,8

6,7

441

16,3

1,0

Heisenberg-Stipendien

72

9,1

0,6

Heisenberg-Professuren

6

1,2

0,1

111

48,9

3,1
0,1

Direkte nachwuchsförderung
Forschungsstipendien 3
Heisenberg-Programm

Emmy-Noether-Programm
Nachwuchsgruppen
Aktionsplan Informatik

5

1,3

253

24,9

1,6

NIH/DFG Research Career

4

0,1

0,1

Transition Awards Program

4

0,1

0,1

Eigene Stelle 4

7

3,1

0,2

10.988

817,4

51,5

Exzellenzcluster

17

14,5

0,9

Graduiertenschulen

18

3,0

0,2

2

0,5

0,1

4.488

370,9

23,3
0,4

EURYI Awards
Koordinierte Programme

923

Programme der Exzellenzinitiative

Zukunftskonzepte
Programme der Sonderforschungsbereiche
Sonderforschungsbereiche

247

Transferbereiche

18

58

5,8

Transregio

30

518

44,1

2,8

5

89

7,9

0,5

6

67

30,9

1,9

Forschungskollegs
DFG-Forschungszentren
Graduiertenkollegs

291

3.715

94,4

5,9

Schwerpunktprogramme 6

128

1.055

141,3

8,8

Forschergruppen

165

796

88,3

5,6

31

161

15,5

1,0

5

Klinische Forschergruppen
Geisteswissenschaftliche Zentren
Infrastrukturförderung

2

4

0,3

0,1

12

187

56,0

3,5

Hilfseinrichtungen der Forschung

4

4

19,3

1,2

Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme

8

183

36,7

2,3
0,2

ausschüsse und Kommissionen
Internationale wissenschaftliche Kontakte
Beiträge an internationale Organisationen
Förderung bilateraler Zusammenarbeit
Wahrnehmung internationaler Verpflichtungen
Gastprofessuren im Mercator-Programm
Internationale wissenschaftliche Veranstaltungen in Deutschland
Kongress-, Vortrags- und Informationsreisen
Insgesamt

Quelle: Jahresbericht der DFG 2006

935

13

2,8

4.177

23,6

1,5

16

6,1

0,3

1.038

6,3

0,4

140

0,5

0,1

42

2,6

0,2

426

4,9

0,3

2.515

3,2

0,2

20.826

1.587,9

100,0

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

5.2 Deutscher akademischer austauschdienst (DaaD)
Kennedyallee 50
53175 Bonn
Tel.: (02 28) 882 - 0
Fax: (02 28) 882 - 444
postmaster@daad.de
www.daad.de

61

Auslandsarbeit erfahrene Persönlichkeiten ein Vertreter
des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft sowie
drei Studierendenvertreter an.
A

Gründung Ursprünglich 1925; als eingetragener Verein
privaten Rechts 1950 wiedergegründet.
Mitglieder Ordentliche Mitglieder sind die in der Hochschulrektorenkonferenz vertretenen Hochschulen sowie
die Studierendenschaften dieser Hochschulen.
Finanzierung In erster Linie aus öffentlichen Mitteln,
vornehmlich vom Bund (ca. 86 %) und der EU (ca. 8 %),
andere Geldgeber 6 %. Dem DAAD standen/stehen in den
Jahren 2000 bis 2007 folgende Mittel in Mio. Euro zur
Verfügung:
2000 (Ist) 
218,80
2001 (Ist) 
238,66
2002 (Ist) 
256,53
2003 (Ist) 
251,15
2004 (Ist) 
237,52
2005 (Ist) 
247,87
2006 (Ist) 
263,30
2007 (Soll) 
277,67
						
Quelle: Wirtschaftspläne DAAD

S

Zu Tabelle 2:
1
2

3
4
5
6

Einschließlich Klinische Studien, Wissenschaftliche Netzwerke,
WGI-Geräteeinzelförderung und Förderinitiative Bioinformatik.
Heinz Maier-Leibnitz-Preis, von Kaven-Preis, Bernd Rendel-Preis,
Communicator-Preis, Ursula M. Händel-Tierschutzpreis,
Kopernikus-Preis; Die Finanzierung erfolgt aus Sondermitteln.
Einschließlich Rückkehrstipendien.
In der Einzelförderung, im Schwerpunktprogramm und in
Forschergruppen.
Einzelmaßnahmen: Zahl der in Graduiertenkollegs geförderten
Stipendiaten.
Ohne SPP-Forschungsstipendien, die unter »Direkte Nachwuchsförderung« berichtet werden.

A

	
– Individuelle Qualifizierung durch grenzüberschreitende Mobilität in Forschung, Lehre und Studium durch
Individualstipendien, Gruppenprogramme deutscher
Hochschulen, Förderung von Praktikantinnen und
Praktikanten, bilateralen Austausch von Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern, Kurzprogramme;
– Institutionelle und projektbezogene wissenschaftliche
Zusammenarbeit mit dem Ausland durch regionale
Sonderprogramme, Hilfen beim personellen Ausbau
akademischer Strukturen, Vermittlung deutscher wissenschaftlicher Lehrkräfte an ausländische Hochschulen, Förderung von Hochschulpartnerschaften und des
projektorientierten Personenaustausches;
– Förderung der deutschen Sprache und der Germanistik
im Ausland durch Vermittlung von Lektorinnen und
Lektoren, sowie Lehrkräften für deutsche Sprache, Sonderprogramme für ausländische Germanistinnen und
Germanisten, Förderung der Information und Zusammenarbeit in der Germanistik;
– (Nach-)Betreuung von Stipendiatinnen und Stipendiaten, Information und Publikation, Politikberatung
durch Organisation von Veranstaltungen und der
Möglichkeit für Nachkontakte, Informationen und
Publikationen für Ausländerinnen und Ausländer
zum Studium in Deutschland bzw. für Deutsche zum
Studium im Ausland, Stellungnahmen zu Fragen auswärtiger Kulturpolitik und internationaler Hochschulzusammenarbeit;
– Internationalisierung und Attraktivitätssteigerung
der deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, insbesondere der Aufbau eines professionellen
Marketings und die Förderung der Präsenz deutscher
Hochschulen im Ausland mit eigenen Studienangeboten.

S

5.3 alexander von Humboldt-stiftung (avH)
Jean-Paul-Str. 12
53173 Bonn
Tel.: (02 28) 833 - 0
Fax: (02 28) 833 - 199
post@avh.de
www.humboldt-foundation.de oder www.avh.de
Gründung Ursprünglich 1860 in Berlin; 1953 von der
Bundesrepublik Deutschland als rechtsfähige Stiftung
des privaten Rechts wiedererrichtet.
Finanzierung Sie wird mit über 95 % überwiegend aus
Bundesmitteln sowie zusätzlich aus den Länderhaushalten und von privater Seite finanziert. Der AvH standen/
stehen in den Jahren 2000 bis 2007 folgende Mittel in Mio.
Euro (Ist-/Soll-Ausgaben) zur Verfügung:
2000 (Ist) 
52,30
2001 (Ist) 
67,63
2002 (Ist) 
72,74
2003 (Ist) 
71,87
2004 (Ist) 
52,56
2005 (Ist) 
53,33
2006 (Ist) 
54,63
2007 (Soll) 
64,07
						

–

–

–

Quelle: Wirtschaftspläne, Jahresberichte, Jahresrechnungen
und Finanzberichte AvH

S

A
–

–

	
– Sie vergibt jährlich über 500 Forschungsstipendien an
promovierte ausländische Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler. Länder- oder Fächerquoten bestehen
dabei nicht.
– Sie verleiht ferner jährlich in verschiedenen Programmen bis zu 100 Humboldt-Forschungspreise an interna-

tional anerkannte ausländische Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler. Ein Teil dieser Forschungspreise
ist für die Vergabe an Naturwissenschaftlerinnen und
-wissenschaftler aus den USA vorgesehen. Hinzu kommen die hoch dotierten Max-Planck-Forschungspreise
für internationale Kooperationen, die seit 2004 von
AvH und MPG gemeinsam jährlich an je einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin aus Deutschland
und aus dem Ausland verliehen werden.
Im Bundeskanzler-Stipendienprogramm stehen je zehn
Stipendien für künftige Führungskräfte aus den USA
und – seit 2002 – auch aus der Russischen Förderation
in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
für einen langfristigen Aufenthalt in Deutschland zur
Verfügung. Schließlich verwaltet die AvH weitere Forschungsstipendien für besondere Zwecke.
Einen Forschungsaufenthalt für deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland
ermöglicht die AvH insbesondere durch die Vergabe
von jährlich bis zu 150 Feodor-Lynen-Forschungsstipendien. Für Forschungsaufenthalte in Japan können sich
deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
um ein Forschungsstipendium der Japan Society for
the Promotion of Science (JSPS) und der Science and
Technology Agency (STA) bewerben.
In den Jahren 2001 bis 2003 erhielt die Humboldt-Stiftung im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms
der Bundesregierung die Möglichkeit, Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus dem Ausland
für langfristige Aufenthalte nach Deutschland einzuladen (Wolfgang Paul- und Sofja Kovalevskaja-Preise).
Die Preisgelder ermöglichten es den Preisträgern,
für drei bis fünf Jahre eine eigene Arbeitsgruppe an
deutschen Forschungseinrichtungen aufzubauen. Der
Kovalevskaja-Preis ist im Jahr 2006 zum dritten Mal an
zwölf herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen
und -wissenschaftler verliehen worden. Im November
2008 findet die nächste Verleihung statt.
Im Jahr 2003 hat die AvH die Aufgaben der Nationalen
Kontaktstelle (NKS) für Humanressourcen und Mobilität sowie das Mobilitätszentrum für Deutschland
innerhalb des 6. und 7. Forschungsrahmenprogramms
der EU übernommen.
Mit dem 2008 neu geschaffenen Internationalen Preis
für Forschung in Deutschland sollen weltweit führende Forscherinnen und Forscher aller Disziplinen, die
bisher im Ausland tätig waren, für eine langfristige
Forschungstätigkeit in Deutschland gewonnen
werden. Der Preis wird den Namen Alexander von
Humboldt-Professur tragen.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

63

tabelle 3
zuwendungen des BMBF für die Begabtenförderung im Hochschulbereich in den Jahren 2000 bis 2006
Jahr

studienförderung

Promotionsförderung

Zuwendungen

Stipendiaten

Zuwendungen

Stipendiaten

2000

38.669

11.032

20.794

2.187

2001

45.569

11.597

26.012

2.434

2002

51.179

12.261

29.020

2.828

2003

50.061

12.762

29.053

2.804

2004

50.807

13.244

29.693

3.036

2005

49.871

13.415

30.629

2.989

2006

56.688

13.857

30.984

2.937

Quelle: BMBF

5.4 Begabtenförderungswerke im Hochschulbereich
Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der
Begabtenförderungswerke:
jährlich wechselnd – in 2008
Hans-Böckler-Stiftung
Herr Uwe Dieter Steppuhn
Tel.: (0211) 77 78 - 0
Fax: (0211) 77 78 - 12 0 (Zentrale)
www.boeckler.de
Gründung Die ältesten Begabtenförderungswerke –
Friedrich-Ebert-Stiftung und Studienstiftung des deutschen Volkes – wurden bereits in den 1920er Jahren gegründet; weitere kamen in den 50er, 70er und die beiden
letzten in den 90er Jahren hinzu.

Finanzierung Die Träger der einzelnen Werke finanzieren – nach Art und Umfang – in unterschiedlicher Weise
die Basisstruktur der Werke. Der ganz überwiegende
Teil der von diesen an Studierende und Promovierende
vergebenen Mittel kommt aus dem Haushalt des BMBF,
die nach einheitlichen Richtlinien als Stipendien, Familien- und Auslandszuschläge, Büchergeld und weitere, für
Studium und Promotion förderliche Leistungen vergeben
werden.
Vom Auswärtigen Amt erhalten die politischen
Stiftungen Zuwendungen zur Stipendienvergabe an
Studierende aus dem Ausland sowie für deren Betreuung
und Nachbetreuung (siehe die nach der Anschriftenliste
folgende Übersicht für die Jahre 2000 – 2006).
S

Mitglieder
	

–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–

Studienstiftung des deutschen Volkes
Cusanuswerk – Bischöfliche Studienförderung
Evangelisches Studienwerk Villigst
Hans-Böckler-Stiftung
Stiftung der Deutschen Wirtschaft für
Qualifizierung und Kooperation
Studienförderwerk Klaus Murmann
Konrad-Adenauer-Stiftung
Friedrich-Ebert-Stiftung
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Hanns-Seidel-Stiftung
Heinrich-Böll-Stiftung
Rosa-Luxemburg-Stiftung

 

A

A

S

Informationen über das gemeinsame Selbstverständnis, Schwerpunkte der einzelnen Werke und ihre Arbeit
insgesamt sind über die Webseite im Internet unter
www.stipendiumplus.de zu erreichen. Über diese
Adresse sind auch die Darstellungen der einzelnen
Werke zugänglich.

Rosa-Luxemburg-Stiftung e. V.
Studienwerk
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin
Tel.: (030) 443 10 - 0
Fax: (030) 443 10 - 11 88
info@bundesstiftung-rosaluxemburg.de
www.rosalux.de

A
Studienstiftung des deutschen Volkes e. V.
Ahrstrasse 41
53173 Bonn
Tel.: (02 28) 820 96 - 0
Fax: (02 28) 820 96 - 403
sdv@studienstiftung.de
www.studienstiftung.de

Hans-Böckler-Stiftung
Abt. Studienförderung
Hans-Böckler-Straße 39
40476 Düsseldorf
Tel.: (02 11) 77 78 - 0
Fax: (02 11) 77 78 - 210
zentrale@boeckler.de
www.boeckler.de

Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
Studienwerk
Rosenthaler Straße 40/41
10178 Berlin
Tel.: (030) 285 34 - 400
Fax: (030) 285 34 - 109
info@boell.de
www.boell.de

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Begabtenförderung
Karl-Marx-Straße 2
14482 Potsdam-Babelsberg
Tel.: (03 31) 70 19 - 349
Fax: (03 31) 70 19 - 222
fnst@fnst.de
www.fnst.de

Cusanuswerk
Bischöfliche Studienförderung
Baumschulallee 5
53115 Bonn
Tel.: (02 28) 983 84 - 0
Fax: (02 28) 983 84 - 99
cusanuswerk@t-online.de
www.cusanuswerk.de

Stiftung der Deutschen Wirtschaft e. V. – 
Studienförderwerk Klaus Murmann
Breite Str. 29
10178 Berlin
Tel.: (030) 20 33 - 0
Fax: (030) 20 33 - 15 55
sdw@sdw.org
www.sdw.org

Friedrich-Ebert-Stiftung e. V.
Godesberger Allee 149
53175 Bonn
Tel.: (02 28) 883 - 0
Fax: (02 28) 883 - 697
auskunft@fes.de
www.fes.de

Hanns-Seidel-Stiftung e. V.
Förderwerk
Lazarettstraße 33
80636 München
Tel.: (089) 12 58 - 0
Fax: (089) 12 58 - 403
info@hss.de
www.hss.de

Evangelisches Studienwerk e. V.
Haus Villigst
Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte
Tel.: (023 04) 755 - 0
Fax: (023 04) 755 - 250
info@evstudienwerk.de
www.evstudienwerk.de

Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.
Begabtenförderung
Rathausallee 12
53757 St. Augustin
Tel.: (022 41) 246 - 0
Fax: (022 41) 246 - 999
zentrale@kas.de
www.kas.de

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

65

A

6

Stiftungen

6.1 Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Tel.: (05 41) 96 33 - 0
Fax: (05 41) 96 33 - 190
info@dbu.de
www.dbu.de
Gründung Durch Gesetz des Bundestages vom 18. Juli
1990 wurde die DBU als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts errichtet.
Finanzierung Der Erlös aus dem Verkauf der bis dahin
bundeseigenen Stahlwerke Peine-Salzgitter AG in Höhe
von rund 1,3 Mrd. Euro (1991) begründete das DBU-Stiftungskapital, aus dessen Erträgen sich die DBU finanziert.
S

A

	
– sich klar vom gegenwärtigen Stand der Forschung
und Technik abgrenzen und eine Weiterentwicklung
darstellen (Innovation);
– für eine breite Anwendung, z. B. in einer ganzen Branche, geeignet sind und sich unter marktwirtschaft-

lichen Konditionen zeitnah umsetzen lassen (Modellcharakter);
– neue, ergänzende Umweltentlastungspotenziale erschließen (Umweltentlastung);
– der Bewahrung und Wiederherstellung des nationalen
Naturerbes dienen.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt setzt den Schwerpunkt ihrer Fördertätigkeit bei der Entwicklung innovativer, auf die Anforderungen der Praxis abgestimmter
Problemlösungen insbesondere im produkt- und
produktionsintegrierten Umweltschutz, im Klimaschutz
durch Energieeffizienz und technologische Optimierung der Erneuerbaren Energien, in der Entwicklung
ressourcenschonender Bauprodukte, bei nachhaltigen
Chemieprodukten und -verfahren, bei biotechnologischen Produkten und Verfahren mit dem Schwerpunkt
industrieller Biotechnologie, in der umweltgerechten
Landnutzung und im Naturschutz sowie in der Umweltinformationsvermittlung, der Umweltkommunikation und
der Umweltbildung.
Die Erfüllung gesetzlicher Pflichtaufgaben, reine
Investitionsvorhaben, laufende institutionelle Kosten, die
Markteinführungen entwickelter Produkte, reines Monitoring sowie Grundlagenforschung werden nicht gefördert.
Neben der Projektförderung besteht ein Stipendienprogramm zur Förderung des hochqualifizierten
wissenschaftlichen Nachwuchses. Es stellt jährlich 60
Stipendien für Promotionsvorhaben auf dem Gebiet des
angewandten Umweltschutzes zur Verfügung.
Darüber hinaus verleiht die DBU den »Deutschen Umweltpreis« für Einsatz und Leistungen, die entscheidend
und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung
der Umwelt beigetragen haben bzw. in Zukunft zu einer
deutlichen Umweltentlastung beitragen werden.

S

Für Umweltforschungsprojekte stehen derzeit jährlich
etwa 10 Mio. Euro zur Verfügung, insgesamt für Förderprojekte ca. 50 Mio. Euro.

6.2 stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche
Institute im ausland (DGIa)
Geschäftsstelle:
Kronprinzenstraße 24
53173 Bonn
Tel.: (02 28) 377 86 - 0
Fax: (02 28) 377 86 - 19
dgia@stiftung-dgia.de
www.stiftung-dgia.de
Gründung Die Stiftung DGIA wurde durch Gesetz vom
20. Juni 2002 als rechtsfähige bundesunmittelbare Stiftung öffentlichen Rechts mit Sitz in Bonn errichtet. Damit
wurden sieben deutsche Auslandsinstitute, die das BMBF
zuvor in unterschiedlicher Rechtsform gefördert hatte,
unter einem einheitlichen institutionellen Dach zusammengeführt.
Finanzierung Die Stiftung wird vom Bund finanziert,
sie verfügt im Jahr 2007 über einen Gesamthaushalt von
knapp 27 Mio. Euro.
S

verband der Wirtschaft für die deutsche Wissenschaft
benannt werden. Ferner werden die wissenschaftlichen
Beiräte der Institute durch insgesamt vier Mitglieder im
Stiftungsrat vertreten. Die Organisationsstruktur ermöglicht den Instituten mehr wissenschaftliche Selbstverwaltung und versetzt sie in Stand, ihre Interessen gemeinsam
noch besser zu bündeln und zu vertreten.
Die Stiftung unterhält institutionell die fünf Deutschen
Historischen Institute in Rom, Paris, London, Warschau
und Washington D. C. , das Deutsche Institut für Japanstudien in Tokio, das Orient-Institut in Beirut und Istanbul sowie das Deutsche Forum für Kunstgeschichte in Paris. Im
September 2005 wurde das Deutsche Historische Institut
in Moskau eröffnet, das – von der ZEIT-Stiftung und der
Krupp-Stiftung finanziert – als Projekt von der Stiftung
DGIA getragen wird.
A

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

67

Institute der stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im ausland (DGIa)

1

Deutsches Historisches Institut in Paris (DHI Paris)
8, rue du Parc-Royal
75003 Paris, Frankreich
Tel: 00 33 / 142 71 56 16
Fax: 00 33 / 142 71 56 43
info@dhi-paris.fr
www.dhi-paris.fr

– Sozialgeschichte der Spätantike und des frühen Mittelalters
in Gallien
– Papsturkunden in Frankreich
– Frankreich in Europa zwischen Humanismus und Absolutismus
– Deutsche Besatzung in Frankreich 1940 –1944
– Dt.-frz. Wirtschaftsbeziehungen im 20. Jahrhundert

2

Deutsches Historisches Institut in Rom (DHI Rom)
Via Aurelia Antica, 391
00165 Roma, Italien
Tel.: 00 396 / 06 66 04 921
Fax: 00 396 / 06 66 23 838
post@dhi-roma.it
www.dhi-roma.it

– Erforschung der deutsch-italienischen Beziehungen in
Mittelalter und Neuzeit
– Herausgabe von Nuntiaturberichten, Repertorium Germanicum (Nachweis deutscher Personen und Orte in päpstlichen
Registern), Italia Pontificia (Papsturkunden)

3

Deutsches Historisches Institut in london
(DHI london)
17 Bloomsbury Square
London WC1A 2NJ, Großbritannien
Tel.: 00 44 / 20 7309 2050
Fax: 00 44 / 20 7309 2055
ghil@ghil.ac.uk
www.ghil.ac.uk

– Britisch-deutsche Beziehungen, im Besonderen: Englische
Gesandtschaftsberichte (1815 – 1871) und Britische Besatzungspolitik nach 1945
– Empire und Commonwealth
– Englische Sozialgeschichte

4

Deutsches Historisches Institut in
washington D. c. (DHI washington)
1607 New Hampshire Avenue, N. W.
Washington D.C. 20009, USA
Tel.: 00 12 02 / 387 33 55
Fax: 00 12 02 / 483 34 30
info@ghi-dc.org
www.ghi-dc.org

– Vergleichende Forschung zu politischen, gesellschaftlichen,
kulturellen und intellektuellen Entwicklungen in Deutschland
und den USA
– Deutschland und die Vereinigten Staaten im Kalten Krieg
– Deutsch-amerikanische Beziehungen im internationalen Kontext
– Einzelstudien zur Sozialgeschichte und politischen Geschichte
der USA und Deutschland

5

Deutsches Historisches Institut in warschau
(DHI warschau)
Pałac Karnickich, Aleje Ujazdowskie 39
00 - 540 Warszawa, Polen
Tel.: 00 48 / 22 525 8300
Fax: 00 48 / 22 525 8337
dhi@dhi.waw.pl
www.dhi.waw.pl

– Erforschung der deutsch-polnischen Beziehungen, Fragen
der vergleichenden Geschichte Deutschlands und Polens und
Historiografie
– Veröffentlichung von Forschungsergebnissen und Quellen zu
den deutsch-polnischen Beziehungen
– Vermittlung wissenschaftlicher Kontakte zwischen Polen und
Deutschland sowie zu wissenschaftlichen Einrichtungen anderer
Staaten.

6

Deutsches Institut für Japanstudien in tokyo
(DIJ tokio)
Jochi Kioizaka Bldg. 2 F 7-1 Kioicho, Chiyoda-ku
Tokyo 102 - 0094, Japan
Tel.: 00 813 / 3222 - 5077
Fax: 00 813 / 3222 - 5420
dijtokyo@dijtokyo.org
www.dijtokyo.org

– Erforschung des modernen Japans und der deutsch-japanischen
Beziehungen in den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
– Vermittlung der Ergebnisse japanischer Forschung nach
Deutschland
– Beratung, Auskunftserteilung und Vermittlung wissenschaftlicher Kontakte

A

S

7

orient-Institut Beirut (oI Beirut)
Rue Hussein Beyhum, P. O. Box 2988
Beirut, Libanon
Tel.: 00 96 - 11 37 29 40
Fax: 00 96 - 11 37 65 99
oib@netgate.com.lb
www.oidmg.org

– Ethnogenese im Nahen Osten und im turksprachigen
Zentralasien
– Urbanisierungsprozesse im Nahen Osten
– Literatursoziologie und Geschichte der Literaturen des Nahen
Ostens
– Normenbildung und Normenwandel
a) im medialen Bereich
b) im Erziehungsbereich

Zweigstelle Istanbul:
Susam Sokak 16/18, D.8
80060 Istanbul-Cihangir, Türkei
Tel.: 00 90 - 21 22 936067
Fax: 00 90 - 21 22 496359
8

Deutsches Historisches Institut in Moskau
(DHI Moskau)
c/o APK Worldwide Courier GmbH
Desenißstr. 54
22083 Hamburg
007 - 499 - 744 - 4562
007 - 495 - 120 - 5213
dhi@dhi-moskau.org
www.dhi-moskau.org

– Erforschung der neueren russischen bzw. sowjetischen und
deutschen Geschichte im internationalen Kontext
– Wechselseitige Vermittlung der deutschen bzw. russischen
Historiografie
– Erschließung archivalischer Quellen
– Veranstaltung von Vorträgen und Konferenzen

9

Deutsches Forum für Kunstgeschichte Paris
(DFK Paris)
10, place des Victoires
75002 Paris, Frankreich
Tel.: 00 33 - 1 - 42 60 67 82
Fax: 00 33 - 1 - 42 60 67 83
contact@dt-forum.org
www.dt-forum.org

– Förderung der deutschen Frankreichforschung in der
Kunstgeschichte
– Steigerung des Interesses der französischen Geisteswissenschaften an der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit
deutscher Kunst und Kunstgeschichte
– Transfer und Veröffentlichung von Forschungsleistungen

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

6.3 Deutsche stiftung Friedensforschung (DsF)
Am Ledenhof 3 – 5
49074 Osnabrück
Tel.: (05 41) 600 35 42
Fax: (05 41) 600 790 39
info@bundesstiftung-friedensforschung.de
www.bundesstiftung-friedensforschung.de
Gründung Die DSF wurde im Jahr 2000 als zunächst unselbstständige, später rechtsfähige Stiftung bürgerlichen
Rechts durch das BMBF im Auftrag der Bundesregierung
gegründet.
Finanzierung Bei Gründung wurde die DSF vom Bund
mit einem Stiftungskapital von 25,56 Mio. Euro ausgestattet. 2007 stockte der Bund das Stiftungsvermögen um 1,5
Mio. Euro auf 27,06 Mio. Euro auf. Mit den Erträgen der
Kapitalbewirtschaftung werden die Kosten der Förderung und der Geschäftsstelle gedeckt.
S

A

69

Vorhaben, Durchführung nationaler und internationaler
wissenschaftlicher Konferenzen sowie durch Projekte
zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die
Stiftung führt selbst keine wissenschaftlichen Untersuchungen durch.
Die geförderten Projekte lassen sich den Themenkomplexen Friedensvölkerrecht und internationale Organisationen, Rüstungskontrolle und Abrüstung, Gewalt- und
Krisenprävention, Intervention in Gewaltkonflikte,
Friedenskonsolidierung nach Beendigung von Gewaltkonflikten, Friedenspädagogik und Historische Friedensforschung zuordnen. Eine besondere Beachtung gilt der
Kommunikation von Forschungsergebnissen im In- und
Ausland. Im Jahr 2007 vergab die DSF rund 630.000 Euro
zur Förderung von fünf größeren wissenschaftlichen
Vorhaben und 125.000 Euro für elf Kleinprojekte. Die seit
Gründung bewilligten Mittel der Forschungsförderung
addieren sich somit auf rund 5 Mio. Euro.
Im Rahmen ihres Programms zur Struktur- und
Nachwuchsförderung unterstützt die Stiftung insgesamt
vier Masterstudiengänge im Bereich der Friedens- und
Konfliktforschung an den Universitäten Hamburg, Marburg und Tübingen sowie an der FernUniversität Hagen,
eine Promotionsförderung mit Betreuungssystem an
drei Standorten sowie die Carl Friedrich von WeizsäckerStiftungsprofessur »Naturwissenschaft und Friedensforschung« an der Universität Hamburg. Hierfür stellt die
Stiftung insgesamt 5 Mio. Euro zur Verfügung.

A

S

7 Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen »Otto von Guericke« e. V. (AiF)
Hauptgeschäftsstelle
Bayenthalgürtel 23
50968 Köln
Tel.: (02 21) 376 80 - 0
Fax: (02 21) 376 80 - 27
info@aif.de
www.aif.de
Geschäftsstelle Berlin
Tschaikowskistraße 49
13156 Berlin
Tel.: (030) 481 63 - 3
Fax: (030) 481 63 - 401
gsb@aif.de
www.aif.de
Gründung 1954 als Dachorganisation von 20 der damals
in der Bundesrepublik Deutschland bestehenden industriellen Forschungsvereinigungen.
Mitglieder 103 gemeinnützige Forschungsvereinigungen aus allen Branchen der Wirtschaft und übergreifenden Technologiefeldern mit 46 eigenen Forschungseinrichtungen und insgesamt über 700 eng verbundenen
Instituten.
Finanzierung Die Arbeit der AiF wird durch die mittelständische Industrie finanziert. Bei dem branchenweit
angelegten Programm zur Förderung der industriellen
Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) fließen
die öffentlichen Mittel ausschließlich in die Förderung
einzelner Forschungsvorhaben. Der damit verbundene
Organisations- und Verwaltungsaufwand sowie das
dahinter stehende Innovationsnetzwerk werden aus
Eigenleistungen der Wirtschaft finanziert.

S

A

Die AiF ist seit ihrer Gründung ein kompetenter Partner
des Bundes, um im Rahmen unterschiedlicher Fördermaßnahmen an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft
und Wissenschaft zu wirken. Dabei agiert die AiF sowohl
branchenweit als auch firmenspezifisch und zudem fachhochschulorientiert.
Die AiF engagiert sich seit Programmstart im Jahr 1954
für das Förderprogramm IGF des BMWi. In diesem Programm werden vorwettbewerbliche Forschungsprojekte
gefördert, die durch die Wirtschaft initiiert wurden und
deren Ergebnisse allen interessierten Unternehmen aus
einer oder auch mehreren Branchen zugänglich gemacht
werden, um so besonders die Innovationsfähigkeit der
KMU zu stärken.
Auf internationaler Ebene setzt sich die AiF für eine
angemessene Beteiligung mittelständischer Unternehmen an den FuE-Maßnahmen der Europäischen Union
(EU) ein. Sie koordiniert ein ERA-Net-Projekt der EU zur
industriellen Gemeinschaftsforschung mit Partnern in 17
Ländern und Regionen Europas.
Seit 1978 fungiert die AiF außerdem als Projektträger
von Maßnahmen des Bundes zur Förderung von FuE in
KMU. Für die einzelnen Firmen ist diese Förderung unmittelbar wettbewerbsrelevant.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

71

A

8

Projektträger und DLR-Raumfahrtmanagement

8.1 Projektträger
Projektträger sind bei Helmholtz-Zentren oder anderen fachlich qualifizierten Einrichtungen angesiedelte
Organisationseinheiten, die für verschiedene Bundesministerien wissenschaftlich-technische und administrative
Managementaufgaben in unterschiedlichen Aufgabenbereichen wahrnehmen.
Die Hauptaufgabe der Projektträger ist die Projektförderung. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt bei der
fachlichen und administrativen Beratung der Antrag-

1 Allgemeine Informationen über Fördermöglichkeiten und
Verfahren, gezielte Weiterleitung an die richtigen Ansprechpartner
und Unterstützung bei der Antragstellung bieten neben der Hompage
unter www.forderinfo.bund.de zwei gebührenfreie Hotlines an:
Zu allen Themen der Forschungs- und Innovationsförderung unter
der Telefonnummer 08 00 - 262 30 08 und zur speziellen KMUFörderung unter 08 00 - 262 30 09. Per E-Mail ist die Förderberatung
»Forschung und Innovation« des Bundes unter foerderinfo@bund.de
zu erreichen. Der elektronische Informationsdienst AS-Info informiert
über alle Neuigkeiten der Forschungs- und Innovationsförderung
des Bundes. Über die BMBF-Homepage www.bmbf.de steht allen
Interessierten ein Informations- und Dienstleistungsangebot zur
Verfügung, das ständig zielgruppenorientiert ergänzt und aktualisiert
wird. Die BMBF-Homepage umfasst u. a. Informationen zum BMBF
und seinen Arbeitsfeldern sowie aktuelle Themen der Bildungs- und
Forschungspolitik. Sie informiert darüber hinaus über interessante
Veröffentlichungen und Termine und ermöglicht Recherchen in einem
umfangreichen Archivbereich. Durch zahlreiche Verknüpfungen mit
anderen Informationsquellen wird ein einfacher und strukturierter
Zugang zu vielfältigen vertiefenden Informationen eröffnet (z. B. sind
über den »Förderkatalog« von BMWi und BMBF Informationen zu über
100.000 Vorhaben aus den Bereichen Forschung und Entwicklung
verfügbar). Das BMWi ist an die Förderdatenbank des Bundes im
Internet angeschlossen, welche einen vollständigen und aktuellen
Überblick über die Förderprogramme gibt. Informationen erteilt
zudem die Förderberatung des BMWi (Tel. (030 18) 615 - 80 00,
E-Mail: foerderberatung@bmwi.bund.de).

steller, der Vorbereitung von Förderentscheidungen, der
Projektbegleitung und Erfolgskontrolle.
BMBF und BMWi haben mehrere Projektträger beliehen. Beliehene Projektträger sind befugt, Förderentscheidungen nicht nur vorzubereiten, sondern sie innerhalb
bestimmter fachlicher Rahmenvorgaben selbst zu treffen.
Neben den Projektträgern hält die Bundesregierung ein
Informations- und Beratungsangebot zu allen Fragen
der Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes
bereit. Die Förderberatung »Forschung und Innovation«
des Bundes ist beim Projektträger Jülich (PtJ) angesiedelt.
Sie wendet sich mit ihrem Beratungsangebot insbesondere an Interessierte, die sich mit den Fördermöglichkeiten
von Bund, Länder und EU-Kommission genauer vertraut machen wollen. Spezielle Zielgruppen sind neben
Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Industrie,
kleine und mittelständische Unternehmen. 1

S

8.1.1 Projektträger des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

1

arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen »otto von Guericke« e. v. (aiF)
Bayenthalgürtel 23
50968 Köln
Tel.: (02 21) 376 80 - 0
Fax: (02 21) 376 80 - 27
fh3@aif.de
www.aif.de/afue

– Angewandte Forschung an Fachhochschulen im Verbund mit der
Wirtschaft FH3

2

Deutsches elektronen-synchrotron (Desy)
22603 Hamburg
Tel.: (040) 89 98 - 37 02
Fax: (040) 89 94 - 37 02
pt@desy.de
pt.desy.de

– Astrophysik
– Erforschung der kondensierten Materie
– Hochenergiephysik

3

Deutsches zentrum für luft- und Raumfahrt e. v. (DlR)
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
Tel.: (02 28) 38 21 - 100
Fax: (02 28) 38 21 - 107
siegfried.schneider@dlr.de
www.pt-dlr.de/pt

–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–

4

Forschungszentrum Jülich GmbH (FzJ)
52425 Jülich
Tel.: (024 61) 61 - 46 21
Fax: (024 61) 61 - 69 99
beo01.beo@fz-juelich.de
www.fz-juelich.de/ptj

–
–
–
–
–
–
–
–
–
–

5

Forschungszentrum Karlsruhe GmbH (FzK)
Postfach 36 40
76021 Karlsruhe
Tel.: (072 47) 82 - 52 81
Fax: (072 47) 82 - 54 56
margitta.alter@pft.fzk.de
www.produktionsforschung.de

– Produktions- und Fertigungstechnologien
– Wassertechnologie und Entsorgung

6

Gesellschaft für schwerionenforschung mbH (GsI)
Postfach 11 05 52
64220 Darmstadt
Tel.: (061 59) 71 - 26 28
Fax: (061 59) 71 - 29 83
kksgsi-pt@gsi.de
www.gsi.de/gsi-pt

– Hadronen- und Kernphysik (HKP)

Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen
Benachteiligtenförderung (BQF)
Biomedizin
Chancengleichheit, Genderforschung
Empirische Bildungsforschung
Fachinformation
Geistes- und Sozialwissenschaften
Gesundheitsforschung
Globaler Wandel
Informationstechnik
Lernende Regionen
Nachhaltigkeit in Produktion und Dienstleistung
Neue Medien in der Bildung: Schule und
berufliche Bildung
– Sozioökologische Forschung
Biomedizinische Forschung
Biotechnologie
Clusterwettbewerb
Forschung für Nachhaltigkeit
Forschungsprämie
Grundlagenforschung Energie
Nanomaterialien, Neue Werkstoffe
Naturwissenschaftliche Grundlagenforschung
System Erde
Unternehmen Region

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

7

tÜv Rheinland consulting GmbH
Zentralbereich Forschungsmanagement
Projektträger Mobilität und Verkehr,
Bauen und Wohnen
Am Grauen Stein
51105 Köln
Tel.: (02 21) 806 - 4141
Fax: (02 21) 806 - 3496
forschung@de.tuv.com
www.tuv.com

– Bauen und Wohnen

8

vDI technologiezentrum GmbH
Graf-Recke-Straße 84
40239 Düsseldorf
Tel.: (02 11) 62 14 - 401
Fax: (02 11) 62 14 - 484
vditz@vdi.de
www.vditz.de

–
–
–
–

vDI/vDe Innovation + technik GmbH
Steinplatz 1
10623 Berlin
Tel.: (030) 31 00 78 - 0
Fax: (030) 31 00 78 - 141
vdivde-it@vdivde-it.de.de
www.vdivde-it.de

– Foresight
– Innovations- und Technikanalyse (ITA)
– Mikrosystemtechnik

9

Förderberatung »Forschung und Innovation«
des Bundes:
Projektträger Jülich (PTJ)
Forschungszentrum Jülich GmbH
Zimmerstraße 26 – 27
10969 Berlin
Gebührenfreies Servicetelefon
– Forschungsförderung: (08 00) 262 - 30 08
– KMU-Förderung: (08 00) 262 - 30 09
Fax: (030) 201 99 - 470
foerderinfo@bmbf.bund.de
www.foerderinfo.bmbf.de

Nanotechnologie
Optische Technologien
Physikalische Technologien
Sicherheitsforschung

73

A

S

8.1.2 Projektträger des Bundesministeriums für wirtschaft und technologie (BMwi)

1

arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen »otto von Guericke« e. v. (aiF)
Geschäftsstelle Berlin
Tschaikowskistr. 49
13156 Berlin
Tel.: (030) 481 63 - 451
Fax: (030) 481 63 - 402
aif@forschungskoop.de
www.aif.de, www.forschungskoop.de

– Programm Förderung der Erhöhung der Innovationskompetenz
mittelständischer Unternehmen (Pro Inno II)
– Netzwerkmanagement-Ost (Nemo)
– Netzwerk internationale Technologiekooperation (intec.net)

2a

Deutsches zentrum für luft- und Raumfahrt e. v. (DlR)
Projektträger Luftfahrtforschung
Königswinterer Str. 522 – 524
53227 Bonn
Tel.: (02 28) 44 76 62
Fax: (02 28) 44 77 10
dagmar.wollsiefen@dlr.de
www.dlr.de/pt-lf

– Luftfahrtforschung und -technologie

2b

Deutsches zentrum für luft- und Raumfahrt e. v. (DlR)
Projektträger Multimedia
Linder Höhe
51147 Köln
Tel.: (022 03) 601 - 4090
Fax: (022 03) 601 - 30 17
horst.blume@dlr.de
www.pt-multimedia.de

– Multimedia-Innovationsprogramm

3

euronorm GmbH
Stralauer Platz 34
10243 Berlin
Tel.: (030) 970 03 - 041
Fax: (030) 970 03 - 44
info@inno-watt.de
www.inno-watt.de

– Förderung von Forschung und Entwicklung von Wachstumsträgern in benachteiligten Regionen (Innovative WachsTumsTräger/
Inno-Watt)
– Förderung der industriellen Vorlaufforschung
– Förderung des Innovationsmanagements

4

F. a. z.-Institut für Management-,
Markt- und Medieninformationen
TOP-Team
Mainzer Landstrasse 199
60326 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 75 91 - 21 67
Fax: (069) 75 91 - 21 67
mail@top-online.de
www.top-online.de

– Technologieorientiertes Besuchs- und Informationsprogramm
(Top)

5

Forschungszentrum Jülich GmbH
Projektträger Jülich (PTJ)
52425 Jülich
Tel.: (024 61) 61 46 22
Fax: (024 61) 61 69 99
www.fz-juelich.de/ptj

– Energieforschung und Energietechnologien BMWi
– Technologietransfer und Unternehmensgründung: Existenzgründungen aus der Wissenschaft (Exist), High-Tech-Gründerfonds, Patentverwertung (SIGNO)
– Schifffahrt und Meerestechnik

6

Forschungszentrum Karlsruhe wassertechnologie
und entsorgung (PtKa-wte)
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Tel.: (072 47) 82 - 48 51
Fax: (072 47) 82 - 78 51
wte@ptka.fzk.de
www.fzk.de/ptka/wte

– Endlagerforschung

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

7

Gesellschaft für anlagen- und Reaktorsicherheit
(GRs) mbH
Schwertnergasse 1
50667 Köln
Tel.: (0221) - 20 68 - 0
Fax.: (0221) - 20 68 - 856
www.grs.de

– Reaktorsicherheitsforschung

8

vDI/vDe Innovation + technik GmbH
Projektträger InnoNet
Steinplatz 1
10623 Berlin
Tel.: (030) 31 00 78 - 0
Fax: (030) 31 00 78 - 141
vdivde-it@vdivde-it.de.de
www.vdivde-it.de

– Förderung von innovativen Netzwerken (InnoNet)

tÜv Rheinland consulting GmbH
Zentralbereich Forschungsmanagement
Am Grauen Stein 33
51105 Köln
Tel.: (0221) 806 - 4141
Fax: (0221) 806 - 3496
www.tuvpt.de

– Verkehrsforschung
– Mobilität und Verkehrstechnologien

9

75

A

A

8.1.3 Projektträger des Bundesministeriums für ernährung, landwirtschaft und verbraucherschutz (BMelv)

1

Bundesanstalt für landwirtschaft und ernährung (Ble)
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: +49 (0228) 6845 - 0
Telefax: +49 (0228) 6845 - 3444
info@ble.de
www.ble.de

– Innovationsförderung in den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
– Ökologischer Landbau
– Extramurale Ressortforschung

2

Fachagentur nachwachsende Rohstoffe e. v. (FnR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Telefon +49 (03843) 6930 - 0
Fax +49 (03843) 6930 - 102
info@fnr.de
www.fnr.de

– Nachwachsende Rohstoffe (Bioenergie, stoffliche Nutzung,
Markteinführung)

S

8.1.4 Projektträger des Bundesministeriums für Umwelt, naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
1

Forschungszentrum Jülich GmbH
Projektträger Jülich (PTJ)
Geschäftsbereich EEN
52425 Jülich
Tel.: (024 61) 61 - 0
Fax: (024 61) 61 - 28 40
f.stubenrauch@fz-juelich.de
www.fz-juelich.de/ptj

– Erneuerbare Energien (außer Bioenergie)

8.1. 5 Projektträger des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)
1

Deutsches zentrum für luft- und Raumfahrt e. v. (DlR)
Projektträger Gesundheitsforschung
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
Tel.: (02 28) 38 21 - 210
Fax: (02 28) 38 21 - 257
siegfried.schneider@dlr.de
www.pt-dlr.de/pt

–
–
–
–
–

Leuchtturmprojekt Demenz
Aktionsplan »Gesunde Ernährung und Bewegung«
Förderung der medizinischen Qualitätssicherung
Drogen- und Suchtmittelmissbrauch
Aktionsplan zur Umsetzung der HIV-/AIDS-Bekämpfungsstrategie

8.1. 6 Projektträger des Bundesministeriums verkehr, Bau und stadtentwicklung (BMvBs)
1

Forschungszentrum Jülich GmbH
Projektträger Jülich (PTJ)
52425 Jülich
Tel.: (024 61) 61 46 22
Fax: (024 61) 61 69 99
www.fz-juelich.de/ptj

8.2 DlR-Raumfahrtmanagement
Rechtsgrundlage für das Handeln des Raumfahrtmanagements des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) ist das Raumfahrtaufgabenübertragungsgesetz (RAÜG).
Das Raumfahrtmanagement nimmt hiernach aufgrund der Aufträge der mit Raumfahrt befassten
Bundesressorts unter der Federführung des BMWi
folgende Aufgaben wahr:
– die Erstellung der von der Bundesregierung
zu verabschiedenden integrierten deutschen
Raumfahrtplanung;
– die Durchführung der deutschen Raumfahrtprogramme und -aktivitäten, die Vergabe von
Aufträgen und Zuwendungen im Rahmen der
vorhandenen Raumfahrtmittel;

– Innovationswettbewerb »Wirtschaft trifft Wissenschaft«
– Innovatiosprogramm »Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie« (NIP)

– die Wahrnehmung deutscher Raumfahrtinteressen im
internationalen Bereich, insbesondere gegenüber der
Europäischen Weltraumorganisation ESA, im Rahmen
der Entscheidungen der Bundesregierung.
Die Einzelheiten des Umfangs und der Durchführung
der Aufgaben werden in einer Rahmenvereinbarung mit
dem BMWi und gesonderten Vereinbarungen zwischen
dem DLR und den auftraggebenden Bundesministerien
geregelt.
Deutsches Zentrum für Luft- und   
Raumfahrt e. V. (DLR) 
Königswinterer Straße 522 – 524
53227 Bonn
Tel.: (02 28) 447 - 0
Fax: (02 28) 447 - 700
www.dlr.de/rd

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

77

A

9 FuE-durchführende Organisationen
und Einrichtungen
In Deutschland gibt es etwa 750 staatlich finanzierte Forschungseinrichtungen, die überwiegend vom Bund und
von den Ländern nach vereinbarten Schlüsseln finanziert
werden.

als breite Plattform verschiedenster Disziplinen und
Forschungsformen sowie als Kooperationspartner in
ausgewählten Forschungsgebieten.
	

9.1 Hochschulen
Als Hochschulen werden in Deutschland alle staatlichen
und staatlich anerkannten privaten Universitäten und
Fachhochschulen ausgewiesen. Sie dienen entsprechend
ihrer Aufgabenstellung der Pflege und Entwicklung der
Wissenschaften und Künste durch Forschung, Lehre,
Studium und Weiterbildung. Sie bereiten auf berufliche
Tätigkeiten vor, die die Anwendung wissenschaftlicher
Erkenntnisse und Methoden oder die Fähigkeiten der
künstlerischen Gestaltung erfordern.
Traditionell bilden die Hochschulen das Rückgrat des
deutschen Forschungssystems. Diese herausragende
Stellung wird durch die thematische und methodische
Breite der Hochschulforschung begründet und durch die
Nachwuchsförderung abgesichert. Als Träger des größten
und zugleich umfassendsten Potenzials der öffentlich
finanzierten Forschung in Deutschland sowie als Basis
und wichtigste Knotenpunkte des deutschen Forschungssystems kommt den Hochschulen eine zentrale Rolle zu.
Aufgrund der institutionellen Verbindung von Forschung, forschungsorientierter Nachwuchsausbildung
und Lehre (Humboldtsches Prinzip der Einheit von Forschung und Lehre) wird die Leistungsfähigkeit der Hochschulen zu einer wichtigen Voraussetzung für den Erfolg
des gesamten deutschen Forschungssystems. Denn auch
die außerhochschulischen Forschungseinrichtungen
sind in hohem Maße auf leistungsstarke Hochschulen
angewiesen – als Ausbildungsstätten für den Nachwuchs,

– Grundlagenforschung ist experimentelle oder theoretische Arbeit, die in erster Linie auf die Gewinnung
neuer Erkenntnisse über den zugrundeliegenden
Ursprung von Phänomenen und beobachtbaren
Tatsachen gerichtet ist, ohne auf eine besondere Anwendung oder Verwendung abzuzielen (vgl. Frascati
Manual 1993, § 224).
– Angewandte Forschung umfasst alle Anstrengungen,
die auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse gerichtet
sind. Sie ist jedoch in erster Linie auf ein spezifisches,
praktisches Ziel oder eine bestimmte Zielsetzung gerichtet (vgl. Frascati Manual 1993, § 229).
– Experimentelle Entwicklung ist systematische, auf
vorhandenen Erkenntnissen aus Forschung und/oder
praktischer Erfahrung aufbauende Arbeit, die auf die
Herstellung neuer Materialien, Produkte und Geräte
und die Einführung neuer Verfahren, Systeme und
Dienstleistungen sowie deren wesentliche Verbesserung abzielt (vgl. Frascati Manual 1993, § 233).
»An-Institute« sind rechtlich selbstständige Einrichtungen an Hochschulen, die zwar organisatorisch,
personell und räumlich mit diesen verflochten sind,
ohne jedoch einen integralen Bestandteil der jeweiligen
Hochschule zu bilden. Als Bindeglied zwischen Hochschule und Wirtschaft ist ihre Aufgabe die Erforschung
wirtschaftsnaher Bereiche im Spannungsfeld zwischen
angewandter Forschung und marktrelevanter Pro-

S

duktentwicklung. In den Universitäten, zwischen ihnen
und mit außerhochschulischen Einrichtungen haben
sich eine Reihe von Kooperationen entwickelt. Dies sind
insbesondere Verbundprojekte, Sonderforschungs- und
Transferbereiche.
Die Fachhochschulen nahmen – entsprechend der
Tradition ihrer Vorläufereinrichtungen – bei ihrer
Einrichtung zu Beginn der 1970er Jahre zunächst überwiegend keine Forschungsaufgaben wahr, sondern
beschränkten sich auf die Lehre und konnten in einigen
Ländern Forschung nur insoweit betreiben, als sie unmittelbar auf ihren Lehrauftrag bezogen war. Inzwischen
spielen diese jedoch in der anwendungsorientierten
Forschung und Entwicklung eine immer größere Rolle.
Wegen ihres Praxisbezuges und ihrer regionalen Einbindung sind sie wichtige Bindeglieder zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und die prädestinierten Partnereinrichtungen insbesondere der kleinen und mittleren
Unternehmen der Region, die keine eigenen Forschungsund Entwicklungsabteilungen aufweisen. Auch wenn
die Fachhochschulen keinen Auftrag zur Heranbildung
des wissenschaftlichen Nachwuchses haben, so erhält die
Durchführung von anwendungsnahen Forschungs- und
Entwicklungsprojekten auch im Hinblick auf die Qualifizierungsfunktionen der Fachhochschulen eine immer
größere Bedeutung.
Der größte Teil der Hochschulen hat sich in der Hochschulrektorenkonferenz zusammengeschlossen.
Hochschulrektorenkonferenz
Ahrstraße 39
53175 Bonn
Telefon: (02 28) 887 - 0
Telefax: (02 28) 887 - 110
www.hrk.de
Berliner Büro:
Hochschulrektorenkonferenz
Markgrafenstraße 37
10117 Berlin
Telefon: (030) 20 62 92 - 0
Telefax: (030) 20 62 92 - 15
Ende 2005 gab es in Deutschland 383 Hochschulen (Quelle: Statistisches Bundesamt) und rund 115 Hochschulen in
privater Trägerschaft. Einzelheiten zu den Hochschulen
können unter www.hochschulkompass.de abgerufen
werden.

9.2 Max-Planck-Gesellschaft (MPG)
Die Max-Planck-Gesellschaft unterhält derzeit 79 eigene
Institute, Forschungsstellen, Laboratorien und Arbeitsgruppen. Die Max-Planck-Gesellschaft fördert die
Grundlagenforschung außerhalb der Hochschulen in den
Bereichen der Biologisch-Medizinischen Forschung, der
Chemisch-Physikalisch-Technischen Forschung sowie der
Geisteswissenschaftlichen Forschung.
In den Max-Planck-Instituten (MPI) werden vorrangig neue, besonders innovative Forschungsrichtungen
aufgegriffen, die an den Hochschulen in Deutschland
noch keinen oder keinen ausreichenden Platz finden,
wegen ihres interdisziplinären Charakters nicht in das
Organisationsgefüge der Hochschulen passen oder einen
personellen und apparativen Aufwand erfordern, der von
Hochschulen nicht erbracht werden kann.
Max-Planck-Institute bestehen somit komplementär
zur Hochschulforschung, sie haben in einzelnen Bereichen eine Schwerpunkt-, in anderen Bereichen eine
Ergänzungsfunktion.
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung  
der Wissenschaften e. V.
Hofgartenstraße 8
80539 München
Postanschrift:
Postfach 10 10 62
80084 München
Telefon: (089) 21 08 - 0
Telefax: (089) 21 08 - 11 11
post@gv.mpg.de
www.mpg.de
Die herausragende Stellung der MPG im deutschen Forschungssystem und im internationalen Kontext beruht
vor allem auf den international anerkannten Forschungsleistungen ihrer Wissenschaftlichen Mitglieder: Im Ranking des Institute for Scientific Information (ISI) vom Mai
2005 gehören 54 Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler zu den weltweit am meisten zitierten
Forschern. In den Disziplinen Chemie, Physik, Weltraumwissenschaften und Materialwissenschaften nahm
die MPG beim Ranking der meistzitierten Institutionen
weltweit Platz eins ein. In den Bereichen Biologie, Biochemie, Molekularbiologie und Genetik sowie Mikrobiologie
belegt die MPG die Ränge drei, vier und sechs. Insgesamt
gehört die MPG nach den Daten des ISI in zehn von 22
Forschungsgebieten zu den zehn besten Wissenschaftsinstitutionen weltweit.
Darüber hinaus kann die MPG auf 17 Nobelpreisträgerinnen und -träger seit 1954 verweisen. Die MPG nutzt die
mit der anteiligen Grundfinanzierung durch Bund und
Länder (Verhältnis 50 : 50) verbundene Autonomie sehr

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

79

abbildung 3
standorte von Hochschulen

A

Landeshauptstädte
Fachhochschulen
Kunst- und
Musikhochschulen
Universitäten

S

abbildung 4
standorte der einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft

Landeshauptstädte
Forschungsstätten

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

erfolgreich, um zukunftsträchtige Forschungsfelder zu
identifizieren und hierfür die weltweit besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu gewinnen.
Das trägt dazu bei, dass sie in einer Reihe von Forschungsgebieten im internationalen Vergleich eine
führende Rolle übernimmt. Die Arbeit der MPG und
ihre Kooperationen sind grundsätzlich interdisziplinär
angelegt. Durch ein mehrstufiges Verfahren der internen
und externen Evaluation sichert sie die Qualität ihrer
Leistungen auf hohem Niveau und schafft zugleich die
Voraussetzungen, um auf neue, innovative Entwicklungen in der Wissenschaft flexibel reagieren zu können. Weltweit gelten daher ihre Institute als Centers of
Excellence.
Seit 1969 fördert die MPG besonders begabte junge
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen
von zeitlich befristeten »Selbstständigen Nachwuchsgruppen«. Die Positionen in der Nachwuchsgruppenleitung sind begehrt. Sie bieten jungen, im internationalen
Wettbewerb ausgewählten Forscherinnen und Forschern
die Möglichkeit, auf der Basis eines begrenzten, aber gesicherten Etats in einer ersten Phase eigenverantwortlicher
Forschungstätigkeit die Grundlagen für einen erfolgreichen beruflichen Weg in den Wissenschaften zu legen.
Im Oktober 2004 hat die MPG erstmals neue Selbstständige Nachwuchsgruppen international und themenoffen
ausgeschrieben. Durch zwei weitere Ausschreibungsrunden 2006 und Ende 2007 wurde das Programm ausgeweitet. Derzeit (Dezember 2007) existieren insgesamt 76
Selbstständige Nachwuchsgruppen, darunter 36 Nachwuchsgruppen, die themenoffen ausgeschrieben worden
sind.
Im Jahr 2000 startete die MPG gemeinsam mit der
Hochschulrektorenkonferenz eine Initiative zur Nachwuchsförderung auf Graduiertenebene – die International Max Planck Research Schools (IMPRS). 63 MPI und
ihre Partneruniversitäten beteiligen sich inzwischen in
49 Research Schools an dieser Form der strukturierten
Doktorandenausbildung. Den zurzeit (Stand: Dezember
2007) ca. 1.700 Doktorandinnen und Doktoranden (davon
60 % Ausländerinnen und Ausländer aus 85 Herkunftsländern) wird eine interdisziplinäre, von Internationalität
geprägte exzellente Ausbildung geboten. 778 Doktorarbeiten aus den IMPRS wurden bisher abgeschlossen.
Der Frauenanteil insgesamt beträgt 42 %. Damit trägt die
MPG in nicht unerheblichem Umfang zu der vom Wissenschaftsrat geforderten flächendeckenden Einführung
von Graduiertenschulen in Deutschland bei.
Um die Verbindungen zwischen der MPG und den
Universitäten weiter zu stärken, sind in den vergangen
Jahren zwei Programme neu aufgelegt worden: MaxPlanck-Forschungsgruppen an Universitäten und MaxPlanck-Fellows. Die erste Max-Planck-Forschungsgruppe
(MPF) für Optik, Information und Photonik, die aus

81

drei Abteilungen besteht, nahm Anfang 2004 an der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ihre
Arbeit auf. Der Leiter der zweiten MPF an der Universität
Darmstadt wurde Ende 2006 auf eine Professur an der
Universität Karlsruhe berufen. Die dritte Max-PlanckForschungsgruppe zur Stammzellforschung bezog Ende
2007 ihre Labore an der Universität Ulm. Seit dem Jahr
2005 beruft die MPG hervorragende Hochschullehrkräfte
zu »Max Planck Fellows«. Die Berufung ist auf fünf Jahre
befristet und mit der Leitung einer kleinen Arbeitsgruppe an einem MPI verbunden. Zurzeit sind 20 Max Planck
Fellows aktiv, eine vierte interne Ausschreibungsrunde
lief Ende 2007 an.
Die verstärkte Einrichtung von Selbstständigen Nachwuchsgruppen, der weitere Ausbau der verschiedenen
Partnerprogramme zwischen Universität und MPG und
verschiedene Programme zur verstärkten Förderung
von Frauen in der Wissenschaft entsprechen den Anforderungen des Paktes für Forschung und Innovation, der
2005 von Bund und Ländern beschlossen wurde. Der ausführliche Bericht über die Umsetzung des Paktes im Jahr
2006 steht unter www.mpg.de/pdf/stellungnahmen/
paktforschunginnovation.pdf im Netz.
Einzelheiten zu den Max-Planck-Instituten ergeben
sich aus der folgenden Übersicht.

A

S

Baden-württemberg
Max-Planck-Institut für astronomie
Königstuhl 17
69117 Heidelberg
Tel.: (062 21) 528 - 0
Fax: (062 21) 528 - 246
Sekretariat@mpia.de
www.mpia-hd.mpg.de

– Planung und Bau photometrischer und spektrographischer
Geräte
– Galaktische Astronomie: Stellarastronomie; Sternenentstehung
und junge Objekte; interstellare Materie, galaktische Struktur;
Infrarotuntersuchungen
– Extragalaktische Astronomie: Quasare und Aktive Galaxien;
Entwicklung von Galaxien; Galaxienhaufen
– Extraterrestrische Astronomie: Experiment auf dem europäischen
Infrarotsatelliten Iso

Max-Planck-Institut für entwicklungsbiologie
Spemannstr. 35
72076 Tübingen
Tel.: (070 71) 601 - 350
Fax: (070 71) 601 - 300
ralf.dahm@tuebingen.mpg.de
www.eb.tuebingen.mpg.de

– Evolutionsgeschichte der Proteine und Proteinsystematik
– Genetik der Embryonalentwicklung bei der Taufliege Drosophila
melanogaster und dem Zebrabärbling Danio rerio
– Evolution entwicklungsbiologischer Prozesse: vergleichende
Analyse der Vulva-Entwicklung in frei lebenden Nematoden
– Integration von Umwelt- und genetischen Faktoren während der
Entwicklung der Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana
– Posttranskriptionale Mechanismen der Genexpression, Biologie
der RNA

Max-Planck-Institut für Festkörperforschung
Heisenbergstr. 1
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 689 - 0
Fax: (07 11) 689 - 10 10
www@fkf.mpg.de
www.fkf.mpg.de

– Chemie: Präparative Festkörperchemie; synthetische Optimierung; Entwicklung moderner Materialien; optische, elektronische
und magnetische Eigenschaften; Sol-Gel-Prozess; elektrochemische Reaktionen; Spektroskopie; Fullerene; Nichtmetalloxide
und Nitride; supraleitende Oxide; Ionenleiter; strukturelle Oxidkeramiken
– Physikalische Festkörperchemie und Elektrochemie; Chemische
Thermodynamik und Kinetik; Transport; Defektchemie; inhomogene Systeme; Ionenverteilung an Oberflächen; Grenzflächen;
Sensoren, Batterien; Halbleiter; Ionenleiter; Elektronenleiter;
gemischte Leiter
– Struktur- und Bindungseigenschaften; metallreiche Verbindungen; Magnetismus und Supraleitung; Transport; Kristallstruktur; magnetische Suszeptibilität; Röntgenstrukturanalyse; Neutronen; Hochtemperatur-Supraleiter; Übergangsmetall-Cluster;
Seltenerd-Verbindungen
– Physik: Struktur und Dynamik stark korrelierter Elektronensysteme; magnetische und elektrische Eigenschaften; Spindynamik;
Quantensysteme; Metall-Isolator-Übergang; Röntgenstrukturanalyse; Perovskitstrukturen; Hochtemperatur-Supraleiter.
– Nanowissenschaft und Nanotechnologie; Oberflächen und
Grenzflächen; Selbstorganisation und epitaxiales Wachstum;
Herstellung und Charakterisierung von Metall-, Halbleiter und
molekularen Nanostrukturen; Molekular-Elektronik; KohlenstoffNanoröhren; Cluster und Nanokristalle; Wechselwirkungen und
Prozesse auf atomarer und molekularer Skala; Rastersondenmikroskopie und Spektroskopie; Nanooptik
– Magnetisch-elektrische Effekte in dimensionsreduzierten
Materialien; elektronische Eigenschaften von Heterostrukturen; Quantenphänomene; Transporteigenschaften; Optische
Anregungen; Elektron-Phonon-Wechselwirkung; gekoppelte 2DElektronensysteme; Grenzflächen; Einelektron-Effekte; Halbleiter,
Nanoröhrchen, Fullerene, Au-Cluster, Polymere
– Theorie: Elektronen- und Bandstrukturrechnungen; Dichtefunktionaltheorie; Quanten-Monte-Carlo-Methoden, Einelektronentheorie; chemische Bindungen und Spektroskopie; ElektronPhonon-Wechselwirkung; Halbleiter; Übergangsmetalloxide;
Fullerene; Hochtemperatur-Supraleiter

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

83

– Vielteilchentheorie der Elektronenkorrelation; intra- und
interatomare Korrelationseffekte; schwache langreichweitige
Wechselwirkung; Elektron-Phonon-Wechselwirkung; Fermiflüssigkeitstheorie; strukturelle Phasen; Photoemission; Halbleiter;
Hochtemperatur-Supraleiter; Manganate; Vanadate
Max-Planck-Institut für Immunbiologie
Stübeweg 51
79108 Freiburg
Tel.: (07 61) 51 08 - 0
Fax: (07 61) 51 08 - 221
postmaster@immunbio.mpg.de
www.immunbio.mpg.de

– Biologie lymphoider Organe, insbesondere des Thymus; Evolution
des adaptiven Immunsystems; Mechanismen epithelialer Differenzierung
– Molekulare Mechanismen der lymphoiden Zelldifferenzierung;
Regulation zellspezifischer Genexpression in Antwort auf
extrazelluläre Signale
– Zelladhäsionsmoleküle als Morphoregulatoren; Signalübertragungsprozesse in der Mausembryonalentwicklung;
neuronale Stammzellen; Protocadherine
– Zebrafischentwicklung: Dorsoventrale Musterbildung,
Entwicklung der Hypophyse
– Homeostase von Lymphozyten; molekulare Mechanismen
der Lymphozyten-Differenzierung
– Aktivierung und Differenzierung von B-Lymphozyten; Strukturund Funktionsanalyse der B-Zell-Antigenrezeptoren

Max-Planck-Institut für Kernphysik
Saupfercheckweg 1
69117 Heidelberg
Tel.: (062 21) 516 - 0
Fax: (062 21) 516 - 601
mpik@mpi-hd.mpg.de
www.mpi-hd.mpg.de

– Forschungsbereich Astro- und Teilchenphysik: Hochenergieastrophysik, Theoretische Astrophysik, Infrarotastrophysik;
Physik schwerer Quarks, Neutrino-Astrophysik, Teilchenphysik
ohne Beschleuniger, Kosmischer Staub
– Forschungsbereich Dynamik von Atomen und Molekülen und
Vielkörperphysik: Attosekundendynamik in Stößen mit Ionen und
Elektronen, Femtosekundendynamik mit starken Lasern, EBIThochgeladene Ionen, Ultrakurze Laserpulse, Theorie atomarer
Stöße, Atom- und Molekülphysik mit gespeicherten Ionen,
Kern-Gamma-Spektroskopie, Ionenstrahl- und Ionenspeichertechnik, Relativistische Quantendynamik, QED in Laserfeldern,
Lasergetriebene komplexe Quantensysteme, Ion-Molekül-Wechselwirkungsprozesse in der Atmosphäre, Kohlenstoffcluster und
Fullerenchemie, Theoretische Vielkörperphysik und Feldtheorie
– Neutrinophysik, Atmosphärische Isotopenphysik, Archäometrie

Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik
Spemannstr. 38
72076 Tübingen
Tel.: (070 71) 601 - 561
Fax: (070 71) 601 - 520
holger.fischer@tuebingen.mpg.de
www.kyb.tuebingen.mpg.de

– Psychophysische und theoretische Untersuchungen zur Raumund Formwahrnehmung des Menschen
– Aufklärung der physiologischen Mechanismen, die der visuellen
Wahrnehmung und der Kognition zugrunde liegen; Psychophysik
und Elektrophysiologie an wachen, trainierten Affen
– Mathematische und experimentelle Untersuchungen zu Lernen
und Mustererkennung

Max-Planck-Institut für medizinische Forschung
Jahnstr. 29
69120 Heidelberg
Tel.: (062 21) 486 - 0
Fax: (062 21) 486 - 351
ramon@mpimf-heidelberg.mpg.de
www.mpimf-heidelberg.mpg.de

– Entwicklung neuer Methoden in der biologischen Mikroskopie.
– Molekulare Grundlagen der interzellulären Signalvermittlung im
zentralen und peripheren Nervensystem; molekularer Aufbau
transmitter- und spannungsgesteuerter Ionenkanäle und Mechanismen der Regulation ihrer Expression
– Molekularer Aufbau und genetische Regulation glutamatgesteuerter Ionenkanäle im zentralen Nervensystem; Mauslinien
mit genetisch manipulierten Glutamatrezeptoren; molekulare
Mechanismen für synaptische Plastizität
– Untersuchung grundlegender biologischer Prozesse wie Katalyse
durch Häm- oder Flavin-Enzyme, Chaperon-assistierte Proteinfaltung, mRNA-Prozessierung und Integration von Signalwegen
durch Adaptorproteine auf molekularer Ebene
– Molekulare Mechanismen der Muskelkontraktion

A

S

Max-Planck-Institut für Metallforschung
Heisenbergstr. 3
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 689 - 0
Fax: (07 11) 689 - 10 10
neziraj@mf.mpg.de
www.mpi-stuttgart.mpg.de

–

–

–

–

Max-Planck-Institut für ornithologie
Außenstelle Vogelwarte Radolfzell
Schlossallee 2
78315 Radolfzell
Tel.: (077 32) 15 01 - 0
Fax: (077 32) 15 01 - 69
fiedler@erl.ornithol.mpg.de
erl.ornithol.mpg.de

Das Institut betreibt Grundlagenforschung
in den Grenzbereichen der Materialwissenschaft:
Synthese und mikroskopische Erforschung von neuen Materialien
und Systemen an der Grenze zwischen der anorganischen, organischen und biologischen Welt
Entwicklung eines mikroskopischen Verständnisses der kritischen
Parameter, welche die Phänomene in Metallen, Keramiken,
Weicher Materie, Flüssigkeiten und Zellen in Kontakt mit anderen
Materialien und unter dem Einfluss von externen Feldern und
Kräften kontrollieren
Erforschung der zeitabhängigen Phänomene während struktureller Umwandlungen, molekularem Transport und Relaxationsprozessen in Materialien und Nanostrukturen auf der Zeitskala von
Stunden bis Sub-Pikosekunden
Entwicklung von neuen Konzepten zur Synthese von Materialien
und zur Erforschung ihrer Struktur-Eigenschafts-Beziehungen mit
dem Fokus auf mechanischen, thermischen, magnetischen und
optischen Phänomenen

– Biologische Rhythmen, Jahresperiodik, insbesondere Vogelzug,
Neurobiologie, Populations-, Verhaltens- und molekulare Genetik,
Evolutionsbiologie, Verhaltensendokrinologie, Ökomorphologie
und Etho-Ökologie, Populationsdynamik, Ökosystemanalysen,
Brutbiologie und Paarungssysteme, Energetik und Verbreitung
– Grundlagenforschung für Natur- und Umweltschutz
anzungssystems der Vögel, Mechanis– Evolution des Fortpfl
Fortpflanzungssystems
men der Spermienkonkurrenz und ihre Rolle bei der sexuellen
Selektion

(s. auch Bayern)
Max-Planck-Institut für ausländisches
und internationales strafrecht
Günterstalstr. 73
79100 Freiburg
Tel.: (07 61) 70 81 - 1
Fax: (07 61) 70 81 - 294
j.kaspar@iuscrim.mpg.de; m.hog@iuscrim.mpg.de
www.iuscrim.mpg.de

– Kriminologische Forschungsgruppe: Empirische Forschung
zum Gesamtbereich strafrechtlicher Sozialkontrolle und der
Kriminalitätsentstehung unter Einschluss des Opfers der Straftat
und seiner Bedürfnisse; Forschungsschwerpunkte: Sanktions- und
Vollzugsforschung; Sexualstraftaten; Organisierte Kriminalität
und innere Sicherheit; Normanwendung im Strafverfahrensrecht;
Opferforschung; Sozialer Wandel, Veränderung von Lebenslagen,
Kriminalität und Kriminalitätskontrolle
– Strafrechtliche Forschungsgruppe: Deutsches und ausländisches
Strafrecht, Strafverfahrensrecht und Strafvollzugsrecht; Strafrechtsvergleichung; Europäisches Strafrecht; Völkerstrafrecht;
Internationales Strafrecht; Informations- und Internetstrafrecht;
Rechtsinformatik; Bekämpfung der organisierten Kriminalität;
Strafrechtliche Bewältigung totalitärer Vergangenheit; Recht
und Medizin

Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht
und völkerrecht
Im Neuenheimer Feld 535
69120 Heidelberg
Tel.: (062 21) 482 - 1
Fax: (062 21) 482 - 288
information@mpil.de
www.mpil.de

– Recht der internationalen Organisationen, insbesondere der
Vereinten Nationen; Internationaler Menschenrechtsschutz;
Internationales Wirtschaftsrecht; Umweltvölkerrecht; Recht
der Internationalen Gemeinschaftsräume (Hohe See, Antarktis,
Weltraum)
– Recht der Europäischen Union, insbesondere Europäisches
Verfassungsrecht, Verwaltungsrechtsnetzwerke
– Ausländisches öffentliches Recht, insbesondere Verfassungsentwicklung in Mittel- und Osteuropa
– Rechtsvergleichung im Europäischen Rechtsraum
– Verfassungsentwicklung in ausgewählten islamischen
Staaten Afrikas und Asiens
– Theoretische Grundlagen transnationalen Rechts

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Friedrich-Miescher-laboratorium für biologische
arbeitsgruppen in der Max-Planck-Gesellschaft
Spemannstr. 39
72076 Tübingen
Tel.: (070 71) 601 - 460
Fax: (070 71) 601 - 445
www.fml.tuebingen.mpg.de

85

– Molekulare Mechanismen der Chromosomensegregation;
Maschinelles Lernen in der Biologie; Dynamik der Kernhülle;
Sister Chromatid Cohesion

Bayern
Max-Planck-Institut für astrophysik
Karl-Schwarzschild-Str. 1
85748 Garching
Tel.: (089) 300 00 - 0
Fax: (089) 300 00 - 22 35
info@mpa-garching.mpg.de
www.mpa-garching.mpg.de

– Die Sonne und der interplanetare Raum; Supernovae und
Nukleosynthese
– Enge Doppelsterne und Akkretion; die Milchstraße, andere
Galaxien und aktive Galaxienkerne; Gravitationslinsen
– Galaxienhaufen und großräumige Struktur; Galaxienbildung,
intergalaktisches Medium und physikalische Kosmologie
– Physikalische Prozesse; numerische Verfahren
– Quantenmechanik von Atomen und Molekülen, Astrochemie

Max-Planck-Institut für Biochemie
Am Klopferspitz 18 a
82152 Martinsried
Tel.: (089) 85 78 - 1
Fax: (089) 85 78 - 37 77
webmaster@biochem.mpg.de
www.biochem.mpg.de

– Strukturanalyse biologischer Makromoleküle mit mikrosko
mikrosko-pischen, elektronentomografischen und elektronenkristallografischen Methoden
– Genetische Analysen der Zell-Matrix-Interaktion während der
Mausentwicklung
– Aufbau und Analyse neuronaler Membransysteme; Selbstorganisation in Membranen; einfache neuronale Netze; NeuronSilizium-Systeme
– Erforschung von Prozessen der Proteinfaltung mit zellbiologischen, biochemischen und biophysikalischen Methoden
– Präparation, Kristallisation und Strukturanalyse von Proteinen;
Weiterentwicklung von experimentellen und theoretischen
Methoden der Kristallstrukturanalyse von Makromolekülen
– Mechanismen und Funktionen der selektiven Proteolyse in
eukaryotischen Zellen
– Mechanismen der Zellzyklus-Regulation mit Schwerpunkten auf
Zellteilung (Mitose) und Zentrosomenfunktion; Rolle von deregulierten Zellzyklus-Vorgängen bei der Krebsentstehung
– Struktur, Funktion und Biosynthese von Retinalproteinen;
Lichtenergiewandlung und Bioenergetik photosynthetischer
Organismen
– Struktur, Biochemie und Biologie von Rezeptoren der Tyrosinkinasefamilie, Bedeutung dieser biologischen Signalsysteme für
die Pathologie der Krebsentstehung und des Altersdiabetes
– Intrazellulärer Proteintransport; Programmierter Zelltod/Apoptose; Regulation der Zellproliferation; Molekulare Onkologie; CBCVHL Ubiquitin-Protein-Ligase-Komplex aus höheren Eukaryonten;
Regulation der Organisation des Zytoskeletts; Nano-Photonics;
Chemical Genetics; Proteinmodifikation und Kerntransport;
Mechanismen der Proteinfaltung im Zytosol der Bäckerhefe;
Chromosomensegregation und Mitose

Max-Planck-Institut für neurobiologie
Am Klopferspitz 18 a
82152 Martinsried
Tel.: (089) 85 78 - 1
Fax: (089) 85 78 - 35 41
diehl@neuro.mpg.de
www.neuro.mpg.de

–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–

Zelluläre und Systemneurobiologie
Neuronale Informationsverarbeitung
Molekulare Neurobiologie
Neuroimmunologie
Klinische Neuroimmunologie
Axonales Wachstum und Regeneration
Genetisch kodierte Indikatoren
Signaltransduktion
Synaptisches Rezeptor-Trafficking
Axon-Wegfindung und Neuronale Konnektivität
Differenzierung von Dendriten

A

S

Max-Planck-Institut für ornithologie
Eberhard-Gwinner-Straße
82319 Seewiesen bei Starnberg
Tel.: (081 57) 932 - 0
Fax: (081 57) 932 - 209
egen@orn.mpg.de
www.erl.ornithol.mpg.de
(s. auch Baden-Württemberg)

– Biologische Rhythmen, Jahresperiodik, insbesondere Vogelzug,
Neurobiologie, Populations-, Verhaltens- und molekulare Genetik,
Evolutionsbiologie, Verhaltensendokrinologie, Ökomorphologie
und Etho-Ökologie, Populationsdynamik, Ökosystemanalysen,
Brutbiologie und Paarungssysteme, Energetik und Verbreitung
– Grundlagenforschung für Natur- und Umweltschutz
– Evolution des For
ortpfl
tpflanzungssystems
anzungssystems der Vögel
ögel,, Mechanis
Mechanis-men der Spermienkonkurrenz und ihre Rolle bei der sexuellen
Selektion

Max-Planck-Institut für Geistiges eigentum,
wettbewerbs- und steuerrecht
Marstallplatz 1
80539 München
Tel.: (089) 242 46 - 0
Fax: (089) 242 46 - 501
Institut@ip.mpg.de
www.ip.mpg.de

– Systematische Er
Erforschung
forschung des deut
deutschen
schen,, ausländischen
ausländischen,, euro
euro-päischen und des Rechts des Geistigen Eigentums (Patente, Urheberrechte; Gebrauchs- und Geschmacksmuster sowie Marken),
des unlauteren Wettbewerbs und des Kartellrechts sowie (seit
2002) des Rechts der Unternehmenspublizität und der Besteuerung auf rechtsvergleichender und interdisziplinärer Grundlage.
Erforschung des Rechts kommerzieller Kommunikation (Medien,
Werbung, Kapitalmarktinformation) unter Berücksichtigung
moderner technischer Entwicklungen
– Wissenschaf
Wissenschaftliche
tliche Er
Erfassung
fassung der in
internationalen
ternationalen Recht
Rechtsen
senttwick
wick-lung (insbesondere der zwischen- und überstaatlichen Abkommen) auf den genannten Rechtsgebieten; Stellungnahmen zu
Abschluss und Revision dieser Verträge unter Einschluss der
Probleme der Entwicklungsländer
– Teilnahme an der internationalen Diskussion zur Fortentwicklung
des Welthandelsrechts, vor allem zum Immaterialgüter- und
Kartellrecht (WTO, Trips), und der internationalen Besteuerung
und Bilanzierung (OECD, IASB)
– Mitwirkung an der Rechtsangleichung und Rechtsvereinheitlichung im europäischen Rahmen, insbesondere an der Fortentwicklung des Rechts der Europäischen Union
– Un
Untersuchung
tersuchung der wir
wirttschaf
schaftlichen
tlichen,, sozialen und technolo
technolo-gischen Grundlagen in den genannten Rechtsgebieten
– Erstattung von Rechtsgutachten, insbesondere für Behörden,
Gerichte und zwischenstaatliche Organisationen

Max-Planck-Institut für Physik (werner-Heisenberg-Institut)
Föhringer Ring 6
80805 München
Tel.: (089) 323 54 - 0
Fax: (089) 322 67 - 04
schieck@mppmu.mpg.de
www.mppmu.mpg.de

– Auswer
Auswertung
tung der Daten aus Elektron
Elektron-P
-Positron
ositron--Vernichtungsernichtungsreaktionen bei Opal und Aleph (LEP/Cern); Aufbau des AtlasExperiments zur Untersuchung von Proton-Proton-Reaktionen
bei höchsten Energien (LHC/Cern); Reanalyse der Daten des JadeExperiments (Petra/Desy); Forschungs- und Entwicklungsarbeiten
für Teilchendetektoren
– Elektron/Positron-Proton-Reaktionen bei H1 und Zeus (HeraSpeicherring/Desy); Studien für ein neues Experiment zur Untersuchung der Quantenchromodynamik im Übergangsbereich vom
perturbativem zu nichtperturbativem Verhalten; FuE-Arbeiten für
Teilchendetektoren und neuartige Teilchenbeschleuniger
– Astro
Astro--Teilchenphysik
eilchenphysik,, insbesondere Physik der Kosmischen Strah
Strah-lung (Magic-Experiment/La Palma und Entwicklungsarbeiten für
das Weltraumobservatorium Euso) und Suche nach der Dunklen
Materie des Universums (Cresst-Experiment/Gran Sasso)
– Theoretische Physik
hysik:: Eichtheorien der fundamen
fundamenttalen Wechsel
echsel-wirkungen; Strahlungskorrekturen und Präzisionsvorhersagen;
Phänomenologie supersymmetrischer Eichtheorien; Automatisierte Berechnung von Hochenergieprozessen
– Stringtheorie; M-Theorie; Symmetriebrechung; Eichtheorien
und Gravitation

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Giessenbachstraße
85748 Garching
Tel.: (089) 300 00 - 0
Fax: (089) 300 00 - 35 69
mpe@mpe.mpg.de
www.mpe.mpg.de

– Physik des erdnahen Weltraums
eltraums:: Magnetosphärenphysik
Magnetosphärenphysik,, Sonnen
Sonnen-physik, Heliosphäre, Kometen, Entwicklung neuartiger Teilchenund Felddetektoren; Experimente: Cluster, Soho, Ace, Sampex,
Stereo
– Infrarot- und Submillimeter-Astronomie: Physikalische Prozesse
und Evolution der Galaxienkerne, Galaktisches Zentrum,
Galaxiendynamik und Existenz von Schwarzen Löchern, Physik
und Dynamik des interstellaren Mediums, Sternentstehungsgebiete, Laborspektroskopie an astronomisch relevanten
Molekülen; Experimente u. a.: Herschel-Pacs, Sofia (Stratospheric
Observatory for Infrared Astronomy)
– Röntgenastronomie: Rosat-Himmelsdurchmusterung, Röntgenemission von Kometen, extrasolare Planeten, Röntgenemission
von heißen und kühlen Sternen, Röntgendoppelsterne, Röntgenemission von Radiopulsaren, Supernova-Überreste, diffuse
galaktische Röntgenemission, Röntgenemission von Galaxien und
Quasaren, kosmologische Röntgenhintergrundstrahlung, CCDund Teleskop-Entwicklung für den Röntgenbereich (Rosita, Xeus),
Experimente auf den Chandra- und XMM (X-Ray Multi Mirror)Newton-Satelliten
– Gamma-Astronomie: Compton-Gammastrahlen-Observatorium
(CGRO), vollständige Himmelskarten der CGRO -Instrumente
Comptel (Compton Telescope) und Egret (Energetic Gamma Ray
Experimental Telescope), Gammastrahlen Weltraumobservatorium Integral, Gammapulsare
– Optische und Interpretative Astronomie:
Galaxienentwicklung, Dynamik von Galaxien, Spektrophotometrische und chemische Eigenschaften von Sternpopulationen.
– Theorie und komplexe Plasmen: Astrophysikalische Plasmen,
nichtideale Plasmen, komplexe Plasmen, interstellares Medium,
vielphasige diffuse Medien, Sternentstehung, Planetenentstehung, Braune Zwerge, großräumige Strukturen des Universums,
aktive Galaxien, komplexe Dynamik, medizinische Forschung,
Plasmakristall-Experiment (PKE-Nefedov) auf der ISS (International
Space Station)

Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
Boltzmannstr. 2
85748 Garching
Tel.: (089) 32 99 - 01
Fax: (089) 32 99 - 22 00
info@ipp.mpg.de
www.ipp.mpg.de

– Bearbeitung der plasmaphysikalischen Grundlagen für die
Entwicklung eines Kernfusionskraftwerks: Stabiler Einschluss
von Wasserstoffplasmen hoher Temperatur in Magnetfeldern,
Heizung und Nachfüllung von Plasmen, Plasmadiagnostik,
Magnetfeldtechnik, Technologie und Elektrotechnik
– Datenerfassung und -verarbeitung, Systemstudien, Plasmatheorie
– Materialforschung, Plasma-Wand-Wechselwirkung und Oberflächenphysik; sozioökonomische Untersuchungen zur Fusion

Max-Planck-Institut für Psychiatrie
(Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie)
Kraepelinstr. 2 und 10
80804 München
Tel.: (089) 306 22 - 1
Fax: (089) 306 22 - 605
webmaster@mpipsykl.mpg.de
www.mpipsykl.mpg.de

– Psychiatrie: Depression, Angst, PTST, Schizophrenie, Demenz
– Neurologie, Neuroradiologie: M. Parkinson, Multiple Sklerose,
Restless Legs Syndrom, Schlafstörungen; klinische Psychologie
und Neuropsychologie; Physiologie des Schlafes; molekulare und
klinische Psychopharmakologie; Genom- und Proteomforschung;
Verhaltensneuroendokrinologie; Verhaltenspharmakologie;
klinische und molekulare Neuroendokrinologie; bildgebende
Verfahren (Kernspintomografie, -spektroskopie); Verhaltensneurobiologie; Mausgenetik; Neurodegeneration; Neuroadaptation;
Geschichte der Psychiatrie

87

A

S

Max-Planck-Institut für Quantenoptik
Hans-Kopfermann-Str. 1
85748 Garching
Tel.: (089) 329 05 - 0
Fax: (089) 329 05 - 200
mpq-info@mpq.mpg.de
www.mpq.mpg.de

– Quanteninformationstheorie; Theoretische Quantenoptik;
Bose-Einstein-Kondensation; stark korrelierte Systeme
– Hochauflösende Laserspektroskopie an einfachsten Atomen;
direkte Messung optischer Frequenzen; Quantenphysik ultrakalter Atome; Mikrofallen; Atomlaser
– Ultrakalte Atome und kalte Moleküle; Bose-EinsteinKondensation; Einzel-Atom-Experimente; Quanteninformationsverarbeitung; Einzel-Photonen-Lichtquelle
– Ultrakurze Laserpulse;
aserpulse; extreme nichtlineare Optik
Optik;; At
Attosekun
tosekun-denröntgenpulse und -messtechnik, atomare Innerschaldynamik;
lasergetriebene kohärente Röntgenquellen und Teilchenbeschleuniger

Max-Planck-Institut für ausländisches und
internationales sozialrecht
Amalienstr. 33
80799 München
Tel.: (089) 386 02 - 0
Fax: (089) 386 02 - 490
info@mpisoc.mpg.de
www.mpisoc.mpg.de

– Aufgabe des Instituts ist die Gewinnung und Erprobung von
methodischen Grundlagen für die Forschung auf dem Gebiet des
ausländischen und internationalen Sozialrechts sowie die Sozialrechtsvergleichung. Das Institut versucht, dieser Aufgabe durch
eine exemplarische Arbeitsweise gerecht zu werden. Eine Anzahl
von Staaten – die Mehrzahl der EU-Staaten, die USA, die Russische
Föderation, die Türkei u. a. – sowie die wichtigsten einschlägigen
internationalen Organisationen, namentlich Internationale Arbeitsorganisation, Europäische Union/Europäische Gemeinschaft
und Europarat, werden ständig betreut. Andere Staaten und
Organisationen werden fallweise einbezogen.
– Schwerpunktmäßig wird eine Reihe von Sachthemen bearbeitet.
Zu diesen Themen gehören insbesondere die sozialen Risiken
Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Invalidität, Alter, Arbeitslosigkeit
sowie die soziale Grundsicherung/Sozialhilfe.

Berlin
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Lentzeallee 94
14195 Berlin
Tel.: (030) 824 06 - 0
Fax: (030) 824 99 - 39
webmaster@mpib-berlin.mpg.de
www.mpib-berlin.mpg.de

– Adaptives Verhalten und Kognition: Evolutionäre Grundlagen
von Verhalten und Kognition, u.a. deren Bereichsspezifität und
funktionale Anpassung; Risikoverhalten und Entscheidungen in
einer unsicheren Welt; Statistisches Denken
– En
Enttwicklungspsychologie
wicklungspsychologie:: En
Enttwicklungspsychologie der LebensLebensspanne; Geistige Entwicklung im Erwachsenenalter; Strategien
der Selbstregulation; Konzepte und Variationen erfolgreichen
Alterns
– Erziehungswissenschaft und Bildungssysteme:
Bildungsverläufe und institutioneller Wandel; Schulleistungen im
internationalen Vergleich; Entwicklungsaufgaben im Jugendalter; Optimierung von Lehr-/Lernprozessen
– Neurokognition der Entscheidungsfindung: Mechanismen der
Entscheidungsfindung werden mit einer Kombination psychophysischer Verfahren, multimodaler struktureller und funktioneller Bildgebung (MRT, MEG, EEG), mathematischer Modellierung sowie pharmakologischer Intervention untersucht

Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft
Faradayweg 4– 6
14195 Berlin
Tel.: (030) 84 13 - 30
Fax: (030) 84 13 - 31 55
fhi@fhi-berlin.mpg.de
www.fhi-berlin.mpg.de

– Dynamik der Molekül-Oberflächen-Wechselwirkung, Phänomene
der nichtlinearen Dynamik in heterogenen und biophysikalischen
Prozessen, Clusterphysik, Grenzflächeneigenschaften von Metallen und Halbleitern, Oberflächenstruktur, Heterogene Katalyse,
Elektrochemie, Elektronenübertragungsprozesse, Reaktionskinetik in Lösung und in Membranen
– Oberflächenphysik wohldefinierter oxidischer Systeme, Dynamik
heterogener Reaktionen an oxidischen und metallischen Oberflächen, Physik von oxidgetragenen Clustern, Spektroskopie von
Oberflächen und Adsorbatsystemen, magnetische Resonanz
von Oberflächen und Dynamik von Radikalreaktionen, optische
Spektroskopie an deponierten Clustern
– Elektronische Struktur von Festkörpern, Oberflächen und
Defekten, Theorie von Oberflächenstreumethoden, Theorie von
Wachstum und Rekonstruktion von Oberflächen, Theorie

Strukturen des deutschen Forschungs- und Innovationssystems

89

	

Max-Planck-Institut für molekulare Genetik
Ihnestr. 63 – 73
14195 Berlin
Tel.: (030) 84 13 - 0
Fax: (030) 84 13 - 13 88
info@molgen.mpg.de
www.molgen.mpg.de

Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie
Schumannstr. 21/22
10117 Berlin
Tel.: (030) 284 60 - 0
Fax: (030) 284 60 - 111
sek@mpiib-berlin.mpg.de
www.mpiib-berlin.mpg.de

– Molekulargenetische Analyse des Vertebratengenoms und
menschlicher Erbkrankheiten; Analyse menschlicher Gene, ihrer
Funktion und Evolution; Entwicklung und Anwendung neuer
Techniken in der funktionellen Genomanalyse
– Untersuchungen zur Struktur und Funktion des menschlichen
Genoms: Aufklärung monogener und komplexer Erbkrankheiten;
Entwicklung von Methoden zur Erkennung subtiler Unterschiede
zwischen verwandten Genomen
– Bioinformatik: theoretische Analyse von Regulation der DNA- und
Aminosäuresequenzen von Genen sowie von Genfamilien; theoretische Methoden in der molekularen Evolution; Datenanalyse in
der funktionellen Genomik, insbesondere Genexpressionsdaten
– Molekulargenetische Identifi
Identifikation
kation und Analyse ent
entwicklungsge
wicklungsge-netisch bedeutsamer Gene mit Schwerpunkt Skelettentwicklung
im Menschen und im Mausmodell; Ursachen klinischer Variabilität
und Penetranz genetisch bedingter Erkrankungen; molekulare
Grundlagen der Evolution des Skelettsystems
– En
Enttwicklungsgenetik – Molekulargenetische Analyse der Morpho
Morpho-genese und Organogenese bei Säugetieren; Aufklärung der Verzerrung der Mendelschen Vererbungsrate durch den T-Komplex
der Maus
– Biochemische, physikalische, genetische und immunologische
Untersuchungen über die Struktur und Funktion von Ribosomen
sowie über den molekularen Mechanismus der Proteinbiosynthese

– Aufschlüsselung der Immunan
Immunanttwor
wortt gegen in
intrazelluläre
trazelluläre Bakte
Bakte-rien: Einsichten in die zellulären und molekularen Mechanismen
der Infektabwehr und Pathogenese unter besonderer Berücksichtigung der Erreger der Tuberkulose (Mycobacterium tuberculosis), des Typhus (Salmonella typhi) und der Listeriose (Listeria monocytogenes); Entwicklung neuer Impfstoffträger für heterologe
Antigene sowie eines neuen Impfstoffs gegen Tuberkulose
– Analyse von Mechanismen der molekularen und zellulären
Wechselwirkung zwischen Krankheitserregern des Menschen und
ihrem Wirt; Bedeutung bakterieller Erreger für die Entwicklung
chronisch entzündlicher Prozesse und Krebs, z. B. nach Infektion
des Magens mit dem Erreger Helicobacter pylori, Aufklärung der
möglichen Rolle von Chlamydia pneumoniae bei der Pathogenese von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Alzheimerschen
Krankheit; neue Wege der Impfstoff- und Therapeutikaentwicklung.
– Wechselwirkungen zwischen enteropathogenen Bakterien und
dem angeborenen Immunsystem; molekulare und zelluläre
Mechanismen der Entzündungsentstehung und ihre Funktion bei
der Pathogenese von Darmerkrankungen; mechanistische Grundlagen der Apoptose-Induktion durch enteropathogene Erreger
wie z. B. Shigellen und Salmonellen; Funktionsanalyse bakteriell
induzierter Signaltransduktionswege; Entwicklung präventiver
und therapeutischer Maßnahmen sowohl gegen Darminfektionen als auch gegen andere entzündliche Erkrankungen

A

S

Max-Planck-Institut für wissenschaftsgeschichte
Boltzmannstr. 22
14195 Berlin
Tel.: (030) 226 67 - 0
Fax: (030) 226 67 - 299
jsr@mpiwg-berlin.mpg.de
www.mpiwg-berlin.mpg.de

– Geschichte der epistemischen Kategorien
Kategorien,, die das wissen
wissen-schaftliche Denken und seine Erklärungsstandards bestimmen:
Geschichte der sich ändernden Formen und Standards von Beweisen, Geschichte konkurrierender Formen wissenschaftlicher Faktizität und historische Untersuchungen zu den unterschiedlichen
Auffassungen und konkreten wissenschaftlichen Manifestationen
von Objektivität
– Strukturveränderungen von Wissenssystemen im Bereich der
Naturwissenschaft
– Bedingungen wissenschaftlicher Innovation
– Gegenwärtige Schwerpunkte im Bereich der biologischen und
medizinischen Wissenschaften vom 18. bis zum 20.Jahrhundert

Brandenburg
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik
(albert-einstein-Institut)
Am Mühlenberg 1
14476 Potsdam
Tel.: (03 31) 567 - 70
Fax: (03 31) 567 - 72 98
office@aei.mpg.de
www.aei-potsdam.mpg.de
(s. auch Niedersachsen)

Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung
Am Mühlenberg 1
14476 Potsdam
Tel.: (03 31) 567 - 90
Fax: (03 31) 567 - 91 02
www@mpikg-golm.mpg.de
www.mpikg-golm.mpg.de

– Geometrische Analysis und Gravitation: Physikalische Grundlagen
und mathematische Methoden der Allgemeinen Relativitätstheorie; Lösungen der Gravitationsfeldgleichungen zu gegebenen Anfangs- und Randbedingungen mit verschiedenen Materiemodellen, Gravitationskollaps, Raumzeitsingularitäten
– Quantengravitation und vereinheitlichte Theorien:
Beziehungen zwischen Gravitationstheorie und Quantenfeldtheorie, kanonische und andere Quantisierungsverfahren, dimensionsreduzierte Gravitations- und Supergravitationsmodelle,
Supergravitationstheorien, Superstrings und Supermembranen,
Quantenstruktur der Raumzeit
– Astrophysikalische Relativität
Relativitätstheorie
stheorie:: En
Enttstehung und Ausbrei
Ausbrei-tung von Gravitationswellen, Verfahren zu deren Nachweis; Rückwirkung auf Struktur und Bewegung der Quellen, numerische
Simulation von Schwarzloch-Wechselwirkungen
– Laserinterferometrie und Gravitationswellenastronomie: Interferometrische Techniken und fundamentale Grenzen der Interferometrie; Laserentwicklung und Laserstabilisierung; Betrieb
und Weiterentwicklung von laserinterferometrischen Gravitationswellendetektoren (Prototyp mit 12 m Armlänge in Garching
und Geo600 mit 600 m Armlänge in Ruthe); Entwicklung eines
Laserinterferometers im Weltraum, Lisa
– Experimentelle
Experimentelle Relativität und Kosmologie
Kosmologie:: En
Enttwicklung und Implementierung von Algorithmen zur Datenanalyse verschiedener
Quellen von Gravitationswellen; Einrichtung von Computerclustern für die rechenintensive Suche nach Gravitationswellen; neue
Methoden zur Messung von Gravitationswellen
– Polymerdispersionen, Polyelektrolyte, amphiphile Block- und
Pfropfcopolymere, Kolloidstrukturen und -analytik
– Grenzflächen und Membranen, geladene Polymere und Kolloide,
Biologische Physik
– Flüssige Grenzflächen, Makromoleküle an festen Oberflächen,
dünne organische Schichten, Hohlkapseln, Benetzung, Methodenentwicklung
– Aufbau und mechanische Adaption natürlicher Materialien,
Biomimetische Materialien und Biotemplate, Struktur und
Qualität des Knochenmaterials bei Osteoporose, Anwendung von
Synchrotronstrahlung und Neutronenstreuung

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie
Am Mühlenberg 1
14476 Potsdam
Tel.: (03 31) 567 - 80
Fax: (03 31) 567 - 84 08
contact@mpimp-golm.mpg.de
www.mpimp-golm.mpg.de

– Analyse der Syn
Synthese
these-- und Speicher
Speichervorgänge
vorgänge von Kohlenhydra
Kohlenhydra-ten in Höheren Pflanzen (»sink-source«-Interaktion); Untersuchungen zur Zellwandbiosynthese, zur Ionenaufnahme über
Wurzelhaare, der Etablierung und Optimierung nicht- oder
minimalinvasiver Messmethoden und Entwicklung von Methoden
zur automatisierten Einzelzellanalytik, funktionelle Genomanalyse mittels Expressions- und Metabolitenprofiling
– Untersuchungen zu komplexen metabolischen Netzwerken,
funktionelle Genomik Kohlenhydrate in Speicherorganen,
Nukleotidstoffwechsel, Zellulosesynthese, Proteomanalysen und
die Verstärkung der Bioinformatik
– Organellenbiologie
Organellenbiologie,, Biotechnologie und Molekulare Ökophysio
Ökophysio-logie: Physiologie und Genetik pflanzlicher Zellorganellen und deren Wechselwirkungen mit dem Zellkern. Genetische Regulation
der Photosynthese, Aufbau und Funktion der Proteinkomplexe,
die in die Photosynthesemembranen eingebaut sind

Bremen
Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie
Celsiusstr. 1
28359 Bremen
Tel.: (04 21) 20 28 - 50
Fax: (04 21) 20 28 - 580
contact@mpi-bremen.de
www.mpi-bremen.de

– Genetische Vielfalt mikrobieller Populationen im Meer und in
anderen aquatischen Ökosystemen; Entwicklung molekularbiologischer Methoden für die Ökologie
– Bakterielle Stoffumwandlungen im Meer
Meer,, insbesondere in SediSedimenten; Bedeutung physikalischer und chemischer Faktoren für
diese Prozesse
– Stoffwechselleistungen, Wachstum und Umweltanpassung von
Bakterien aus marinen und anderen aquatischen Habitaten

Hamburg
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Bundesstr. 53
20146 Hamburg
Tel.: (040) 411 73 - 0
Fax: (040) 411 73 - 298
annette.kirk@dkrz.de
www.mpimet.mpg.de

– Ozean im Erdsystem: Rolle der ozeanischen Transportprozesse
im Erdsystem; Fortentwicklung numerischer Klimamodelle durch
verbesserte Parametrisierung und höhere räumliche Auflösung;
damit Abschätzung der Vorhersagbarkeit und der Variabilität des
Klimas im Zeitbereich von Monaten bis zu Tausenden von Jahren,
insbesondere soll die Stabilität der thermohalinen Zirkulation
verstanden werden; gekoppelte Ozean-Atmosphäre-Modelle;
Ozeanzirkulation und Geochemie
– Land im Erdsystem: Terrestrische Hydrologie; Passive und aktive
Fernerkundung der Atmosphäre und der Erdoberfläche sowohl
vom Boden als auch vom Satelliten aus; Radar-Methoden und
Technologie; Modellierung von Grenzschichtprozessen; Vegetation im Erdsystem; Globale Vegetationsmodellierung
– Atmosphäre im Erdsystem: Globale Klimamodellierung
Klimamodellierung;; ModellieModellierung der mittleren und hohen Atmosphäre; Aerosole, Wolken und
Klima; Regionale Klimamodellierung

Max-Planck-arbeitsgruppen für strukturelle Molekularbiologie
am Desy
c/o DESY
Notkestr. 85, Gebäude 25 b
22607 Hamburg
Tel.: (040) 89 98 28 - 01
Fax: (040) 89 71 68 - 10
office@mpasmb.desy.de
www.mpasmb-hamburg.mpg.de

– Arbeitsgruppe Proteindynamik: Entwicklung von Verfahren der
Proteinkristallografie mit Synchrotronstrahlung; Betrieb einer
Messstation an einer Wiggler-Strahlführung (BW6) am Speicherring Doris; Untersuchung der Struktur-Funktions-Beziehungen
von Proteinen mithilfe zeitaufgelöster Röntgenbeugung
– Arbeit
Arbeitsgruppe
sgruppe Zytoskelet
Zytoskelett:
t: Struktur und Dynamik von ProteinfaProteinfasern des Zytoskeletts; Struktur, Biochemie und Molekularbiologie
von Tubulin, Mikrotubuli-assoziierten Proteinen, Proteinkinasen
und Motorproteinen aus Nervenzellen; computergestützte Lichtmikroskopie von zellulären Bewegungs- und Transportprozessen;
Rolle des Tau-Proteins und der Proteinphosphorylierung in der
Alzheimer-Krankheit und in Zellmodellen

91

A

S

Max-Planck-Institut für ausländisches und
internationales Privatrecht
Mittelweg 187
20148 Hamburg
Tel.: (040) 419 00 - 0
Fax: (040) 419 00 - 288
witt@mpipriv-hh.mpg.de
www.mpipriv-hh.mpg.de

– Privat-, Handels
Handels-- und Wir
Wirttschaf
schafttsrecht: europäisches Gesell
esell-schafts- und Konzernrecht, europäisches und internationales
Bank- und Kapitalmarktrecht, Corporate Governance in der Triade
Europa – USA – Japan, Wirtschaftsrecht der Telekommunikation,
Verkehrs- und Transportrecht, Wirtschaftsrecht des Mercosur
– In
Internationales
ternationales Privatrecht: europäisches in
internationales
ternationales Privatrecht, internationales und europäisches Zivilverfahrensrecht,
internationales Konkursrecht, internationales Wettbewerbsrecht
– Schuldrecht in historischer und vergleichender Perspektive,
Beziehungen zwischen englischem Common Law und kontinentaleuropäischem Civil Law, Mischrechtsordnungen (insbesondere
Schottland und Südafrika), europäische Privatrechtsvereinheitlichung

Hessen
Max-Planck-Institut für Biophysik
Marie-Curie-Str. 15
60439 Frankfurt/Main
Tel.: (069) 63 03 - 0
Fax: (069) 63 03 - 45 02
michael.lange@mpibp-frankfurt.mpg.de
www.mpibp-frankfurt.mpg.de

– Funktionsanalyse primär und sekundär aktiv transportierender
Membranproteine (lichtgetriebene Pumpen und die TransportATPasen bzw. Carrier und Antiporter). Stationäre und zeitaufgelöste elektrische bzw. elektrophysiologische Methoden in
Kombination mit zeitaufgelösten Fluoreszenztechniken unter
Voltage-Clamp-Bedingungen zur Bestimmung der dynamischen
Eigenschaften von Membranproteinen
– Struktur- und Funktionsuntersuchungen an Membranproteinen
aus Photosynthese und Atmungskette sowie an Rezeptoren;
Überexpression, Kristallisation und Röntgenstrukturanalyse,
elektrostatische Berechnungen
– Zweidimensionale Krist
Kristallisation
allisation und elektronenkrist
elektronenkristallogra
allogra-phische Strukturaufklärung von Membranproteinen. Hochauflösende Elektronenmikroskopie und Bildanalyse großer makromolekularer Komplexe

Max-Planck-Institut für Hirnforschung
Deutschordenstr. 46
60528 Frankfurt/Main
Tel.: (069) 967 69 - 0
Fax: (069) 967 69 - 440
webmaster@mpih-frankfurt.mpg.de
www.mpih-frankfurt.mpg.de

– Analyse der synaptischen Übertragung, Biochemie synaptischer
Vesikel und Membranproteine; molekulare Mechanismen
neuronaler Differenzierung, Synapsenbildung, neurologische
Erkrankungen
– Neuronale Grundlagen der Wahrnehmung
ahrnehmung,, strukturelle und funkfunktionelle Organisation der Großhirnrinde
– Aufbau und Funktion der Netzhaut des Auges: die Netzhaut als
vereinfachtes Modell für Funktionsabläufe im Gehirn

Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie
Karl-von-Frisch-Straße
35043 Marburg
Tel.: (064 21) 178 - 0
Fax: (064 21) 178 - 999
mpi@staff.uni-marburg.de
www.uni-marburg-de/mpi

– Biogeochemie von Spurengasen (CH4, H 2 , N 2O) in Böden, insbesondere die Ökophysiologie und Phylogenie der an den Spurengasumsetzungen beteiligten Mikroorganismen; Darmmikrobiologie bodenlebender Insekten und symbiontische Verdauung
– Biochemie der mikrobiellen Spurengasumsetzung (CH4, H 2) in
Böden, insbesondere die Struktur und Funktion der daran beteiligten Enzyme und Cofaktoren
– Ökophysiologie und Molekularbiologie von Myxobakterien im
Boden, insbesondere deren Biofilmbildung und Differenzierung
zu Fruchtkörpern
– Organismische Interaktionen zwischen dem phytopathogenen
Pilz Ustilago maydis und der Maispflanze
– Prokaryontische Zellbiologie

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Max-Planck-Institut für Herz- und lungenforschung
(w. G. Kerckhoff-Institut)
Parkstr. 1
61231 Bad Nauheim
Tel.: (060 32) 705 - 1
Fax: (060 32) 705 - 211
webmaster@mpi-bn.mpg.de
www.mpi-bn.mpg.de/de

Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte
Hausener Weg 120
60489 Frankfurt/Main
Tel.: (069) 789 78 - 0
Fax: (069) 789 78 - 169
graeber@mpier.uni-frankfurt.de
www.mpier.uni-frankfurt.de

– Entwicklung und Umbau des Herzens: (1) Verstehen der Prozesse,
die zur Proliferation organspezifischer Vorläuferzellen (sog.
Precursors) führen, auf denen die koordinierte Differenzierung
während der Organentwicklung und Regeneration beruht;
(2) die Entwicklung präklinischer Modelle, in denen die aus (1)
gewonnenen Erkenntnisse umgesetzt und überprüft werden,
um Gewebsregeneration v. a. im Herzen zu ermöglichen
– Entwicklung und Umbau der Lunge: Erkrankungen der Lunge
und der Atemwege sind hinsichtlich Morbidität, Mortalität
und gesundheitsökonomischer Belastung von herausragender
Bedeutung. Die Erforschung der zugrunde liegenden Krankheitsprozesse und die Entwicklung verbesserter diagnostischer
und therapeutischer Ansätze sind dagegen noch weitgehend
unterentwickelt. Insbesondere ist es bislang kaum gelungen,
das Potenzial des postgenomischen Zeitalters bei pulmonalen
Erkrankungen auszuschöpfen (»lost in translation«). Das Institut
hat das Ziel, gerade diesen Translationsprozess auf dem Gebiet
der Lungenerkrankungen zu fördern.
– Gesellschaf
esellschaftts- und Geschicht
eschichtstheorie
stheorie,, Römisches Recht
Recht,, Byzan
Byzanti
ti-nisches Recht, Mittelalterliche Rechtsgeschichte, Humanistische
Jurisprudenz
– Geschichte des Öffentlichen
Öffentlichen Recht
Rechtss, Osteuropäische Recht
Rechtssgeschichte, Juristische Zeitgeschichte, Rechtswissenschaftsgeschichte
– Selbstständige Nachwuchsgruppe: Lebensalter und Recht

Mecklenburg-vorpommern
Max-Planck-Institut für demografische Forschung
Konrad-Zuse-Str. 1
18057 Rostock
Tel.: (03 81) 20 81 - 0
Fax: (03 81) 20 81 - 202
info@demogr.mpg.de
www.demogr.mpg.de

– Determinanten von Altern, Langlebigkeit und Mortalität;
mathematisch-statistische Methoden der Demografie;
Altern und Familiendynamik
– Studien zur Geschichte demografischen Denkens
– Fertilität und Familiendynamik im heutigen Europa
– Demografie des frühen Erwachsenenalters
– Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt
– Soziale Dynamik und Fertilität
– Reproduktive Gesundheit

teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts
für Plasmaphysik
Wendelsteinstr. 1
17491 Greifswald
Tel.: (038 34) 882 - 001
Fax: (038 34) 882 - 009
info@ipp.mpg.de
www.ipp.mpg.de

– siehe MPI für Plasmaphysik Garching

(s. auch Bayern)

N
Max-Planck-Institut für biophysikalische chemie
(Karl-Friedrich-Bonhoeffer-Institut)
Am Faßberg 11
37077 Göttingen
Tel.: (05 51) 201 - 0
Fax: (05 51) 201 - 12 22
ehoelsc@gwdg.de
www.mpibpc.mpg.de

– Erforschung des Zusammenhangs zwischen Entwicklung,
Struktur und Funktion des Säugerhirns mittels genetischer und
molekularbiologischer Ansätze
– Untersuchung von Biomolekülen in fester und flüssiger Phase
mit NMR-Spektroskopie
– Theorie und Simulation von Dynamik und Funktion biologischer
Makromoleküle
– Analysen von Entwicklungs- und Differenzierungsprozessen
beim Säuger

93

A

S

– Neue optische Mikroskopie mit Auflösungen weit unterhalb der
Wellenlänge (Nanometerbereich) für die Biologie
– Molekulare Details der Entwicklung der Fruchtfliege
– Untersuchung der Mechanismen der synaptischen Transmission
– RNA-Prozessierung und -Transport
– Un
Untersuchung
tersuchung von Mechanismen der Freiset
Freisetzung
zung von Neuro
Neuro-transmittern und Hormonen, besonders aber die Funktion von
Ca++ in der Signalübertragung
– Untersuchung photochemisch induzierter Dynamik von
Molekülen in Kristallen, Flüssigkeiten und Gasen
– Entwicklung und Anwendung der magnetischen Kernresonanz
für nichtinvasive Untersuchungen lebender Systeme
– Chromatin-Biochemie, Histonmodifikation, Genomorganisation
– Biophysik der synaptischen Übertragung
Max-Planck-Institut für Dynamik und selbstorganisation
Bunsenstr. 10
37073 Göttingen
Tel.: (05 51) 51 76 - 0
Fax: (05 51) 51 76 - 669
mpisf@gwdg.de
www.mpisf.mpg.de

– Nichtlineare Dynamik mit Anwendungen auf festkörperphysikalische und neuronale Systeme
– Untersuchungen elementarer Wechselwirkungen zwischen
Atomen, Molekülen, Clustern und Photonen
– Experimentelle und theoretische Untersuchung molekularer
Wechselwirkungen in der Gasphase, in Flüssigkeiten und an
Oberflächen.

Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin
Hermann-Rein-Str. 3
37075 Göttingen
Tel.: (05 51) 38 99 - 0
Fax: (05 51) 38 99 - 389
webadmin@em.mpg.de
www.mpiem.gwdg.de

– Das Institut besteht aus vier Abteilungen sowie unabhängig
arbeitenden Gruppen. Mit den zuletzt erfolgten Berufungen
wurde das Ziel einer Fokussierung auf neurobiologische Forschung erreicht. Vorklinische Fragestellungen und die Arbeit mit
Tiermodellen humaner neurologischer/psychiatrischer Störungen
spielen dabei eine besondere Rolle.
– Molekulare Mechanismen der Entstehung von Synapsen zwischen
Nervenzellen; molekulare Mechanismen der Neurotransmitterfreisetzung an Synapsen
– Transgene Tiermodelle neurodegenerativer Erkrankungen
Erkrankungen;; Genetik und molekulare Pathologie von Myelinisierungsstörungen;
Gentranskriptionskontrolle in der Entwicklung des Nervensystems
– Molekular
Molekular-- und verhaltensbiologische Analyse von Neurotrans
Neurotrans-mitter-Rezeptoren, insbesondere des Corticotropin-ReleasingFactor-Rezeptors
– Struktur-Funktionsbeziehung an genetisch modifizierten
Ionenkanälen; physiologische Funktion von Ionenkanälen bei
neuronalen Interaktionen und bei der Krebsentstehung; Elektrophysiologie sekretorischer Zellen

Max-Planck-Institut zur erforschung multireligiöser und
multiethnischer Gesellschaften
Hermann-Föge-Weg 11
37073 Göttingen
Tel.: (05 51) 49 56 - 0
Fax: (05 51) 49 56 - 170
info@mmg.mpg.de
www.mmg.mpg.de

– Das Institut befindet sich im Aufbau; die drei Arbeitsbereiche
sollen Religionsgeschichte, Soziale Anthropologie und Politikwissenschaft umfassen.

Max-Planck-Institut für sonnensystemforschung
Max-Planck-Str. 2
37191 Katlenburg-Lindau
Tel.: (055 56) 979 - 0
Fax: (055 56) 979 - 240
webmaster@linmpi.mpg.de
www.linmpi.mpg.de

– Physik der Sonne, Heliosphäre und sonnenähnlicher Sterne,
Sonne-Erde-Beziehungen
– Physik der Planeten und Kometen
– Magnetosphärenforschung

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

teilinstitut Hannover des Max-Planck-Instituts für
Gravitationsphysik (albert-einstein-Institut)
Callinstr. 38
30167 Hannover
Tel.: (05 11) 762 - 23 56
Fax: (05 11) 762 - 27 84
office-hannover@aei.mpg.de
www.aei.mpg.de/hannover-de

95

– Siehe Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik
(Albert-Einstein-Institut), Potsdam

(s. auch Brandenburg)

N

A

Max-Planck-Institut für die Biologie des alterns
(in Gründung)
Köln

– Das Institut befindet
befindet sich im Aufbau.
Aufbau. Es soll sich mit den grund
grund-sätzlichen biologischen Prozessen beschäftigen, die den normalen Alterungsvorgang bei Lebewesen steuern. Im Vordergrund
steht die Grundlagenforschung anhand von Modellorganismen
(Fadenwurm, Fruchtfliege, Hefe und Maus). Die Planungen sehen
für das Institut eine fünfjährige Aufbauphase vor. Die drei Gründungsdirektoren und -direktorinnen haben ihren Ruf an das MPI
angenommen.

Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin
Röntgenstr. 20
48149 Münster
Tel.: (02 51) 835 - 86 17
Fax: (02 51) 835 - 86 16
j.mueller-keuker@mpi-muenster.mpg.de
www.mpi-muenster.mpg.de

– Regulation der Kontaktaufnahme zwischen Leukozyten und
Endothelzellen bei der Einwanderung von Leukozyten in Entzündungsherde. Regulation solcher Zelladhäsionsvorgänge durch
posttranslationale Modifikationen von Adhäsionsmolekülen.
Bildung und Öffnung von Zellkontakten zwischen Endothelzellen
– Stammzellforschung: Analyse der Keimbahn von Säugern aus
molekularbiologischer Sicht: Was unterscheidet eine Keimbahnzelle von einer Körperzelle? Worin besteht die molekulare Basis
der Pluripotenz embryonaler Stammzellen? Lässt sich Pluripotenz
in adulten Zellen wiederherstellen? Wie werden Keimzellen von
Säugern induziert?

Max-Planck-Institut für bioanorganische chemie
Stiftstr. 34 – 36
45470 Mülheim an der Ruhr
Tel.: (02 08) 306 - 4
Fax: (02 08) 306 - 39 51
weber@mpi-muelheim.mpg.de
www.mpi-muelheim.mpg.de

– Bioanorganische Chemie; Koordinationschemie.
– Metalloproteine: Struktur und Funktion des Photosystem II, NichtHäm-Eisen- und Mangankomplexe mit biologischer Relevanz;
Radikalkomplexe in der Biologie
– Biophysikalische Chemie und Biospektroskopie; Primärprozesse
der Photosynthese; magnetische Resonanzspektroskopie (EPR,
Endor); Metalloproteine; molekularbiologische Techniken;
Proteinchemie

Max-Planck-Institut für eisenforschung GmbH
Max-Planck-Str. 1
40237 Düsseldorf
Tel.: (02 11) 67 92 - 0
Fax: (02 11) 67 92 - 440
mpi@mpie-duesseldorf.mpg.de
www.mpie.de

– Computergestütztes Materialdesign: Ab-Initio-Berechnungen
von thermodynamischen Daten, theoretische Untersuchungen
von Mikrostruktureigenschaften und -dynamik, numerische
Simulation der Erstarrung
– Grenzflächenchemie und Oberflächentechnik: Erforschung der
umgebungsabhägig beschleunigten Zerstörung von Oberflächen
und Grenzflächen wie z. B. der Korrosion und der Enthaftung und
die Technologie neuer und stabiler Oberflächen und Grenzflächen
– Mikrostrukturphysik und Umformtechnik: Mathematische
Modellierung von Mikrostrukturen und Eigenschaften bei der
Werkstoffherstellung und ihre experimentelle Erforschung mittels Mikroskopie und Beugungsmethoden
– Werkstoffdiagnostik und Technologie der Stähle:
Herstellung und Untersuchung von Eisenbasiswerkstoffen,
spezialisiert u. a. auf die zerstörungsfreie Werkstoffcharakterisierung durch Beugung, Streuung und Tomografie
– Werkstofftechnik: Erforschung und Anwendung von neuartigen
hochfesten Stählen und Leichtgewicht-Stählen und von Werkstoffen in Schnell-Erstarrungs-Prozessen

S

Max-Planck-Institut zur erforschung von Gemeinschaftsgütern
Poppelsdorfer Allee 45
53115 Bonn
Tel.: (02 28) 914 16 - 0
Fax: (02 28) 914 16 - 55
webmaster@coll.mpg.de
www.coll.mpg.de

– Wir
Wirttschaf
schafttsrecht
srecht,, Recht und Ökonomie
Ökonomie,, Medien
Medien-- und Kommuni
Kommuni-kationsrecht, Recht und Verhalten, Umweltrecht
– »T
»Topics
opics in Economic Theor
Theory«:
y«: Preistheorie und allgemeine ökono
ökono-mische Gleichgewichtstheorie, Spieltheorie, Vertragstheorie und
Theorie der Anreizmechanismen

Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung
Paulstr. 3
50676 Köln
Tel.: (02 21) 27 67 - 0
Fax: (02 21) 27 67 - 555
info@mpi-fg-koeln.mpg.de
www.mpi-fg-koeln.mpg.de

– Soziologie des Marktes
– Institutioneller Wandel im gegenwärtigen Kapitalismus; Globale
Strukturen und ihre Steuerung; Theorien und Methoden
– Politik und politische Ökonomie
– Wissenschaft, Technik und Innovationssysteme

Max-Planck-Institut für Kohlenforschung (rechtsfähige stiftung)
Kaiser-Wilhelm-Platz 1
45470 Mülheim an der Ruhr
Tel.: (02 08) 306 - 1
Fax: (02 08) 306 - 29 80
scheifhacken@mpi-muelheim.mpg.de
www.mpi-muelheim.mpg.de

– Homogene Katalyse und Komplexchemie; Chirale Liganden;
Synthetische Organische Chemie; Selektive metallorganische
Agenzien und Katalysatoren; Asymmetrische Katalyse
– Naturstoffsynthesen
– Biokatalyse; Reaktionen in superkritischem CO2 ; Sol-Gel-Prozesse;
Metallkolloide
– Kombinatorische Katalyse
– Heterogene Katalyse; Zeolithe und amorphe Mischoxide;
Funktionsmaterialien
– Theorie: Quantenmechanische Methoden; Molecular Modeling

Max-Planck-Institut für Mathematik
Vivatsgasse 7
53111 Bonn
Tel.: (02 28) 402 - 0
Fax: (02 28) 402 - 277
dalitz@zib.de
www.mpim-bonn.mpg.de

– Algebraische Gruppen und arithmetische Untergruppen,
Darstellungstheorie; Zahlentheorie, arithmetische algebraische
Geometrie, automorphe Formen
– Algebraische Geometrie, Singularitäten; Komplexe Analysis;
Algebraische Topologie, Homotopietheorie, Differentialtopologie; Differentialgeometrie, partielle Differentialgleichungen
– Mathematische Physik, Stringtheorie

Max-Planck-Institut für neurologische Forschung
mit Klaus-Joachim-Zülch-Laboratorien der Max-Planck-Gesellschaft
und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln
Gleueler Str. 50
50931 Köln
Tel.: (02 21) 47 26 - 0
Fax: (02 21) 47 26 - 298
www.nf.mpg.de

– Funktionelle Störung und Erholung bei akuter und chronischer
experimenteller zerebraler Ischämie, stammzellbasierte Regeneration nach zerebraler Ischämie, molekulare Bildgebung und
Gentherapie von Glioblastomen
– Funktionsanalyse genetischer Veränderungen in Krebszellen,
morphometrische in-vivo-Charakterisierung neurologischer und
psychiatrischer Krankheitsbilder, kognitive Regenerations- und
Plastizitätsprozesse neurologischer und psychiatrischer Krankheitsbilder
– Neuroanatomische, physiologische und molekulare Grundlagen
der Handlungsüberwachung beim Menschen, Entwicklung sogenannter responsiver MR contrast agents und neuer radioaktiver
PET-Tracer, Weiterentwicklung experimenteller und klinischer
MRT- und PET-Technologie

Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie
Otto-Hahn-Str. 11
44227 Dortmund
Tel.: (02 31) 133 - 0
Fax: (02 31) 133 - 26 99
info@mpi-dortmund.mpg.de
www.mpi-dortmund.mpg.de

– Untersuchungen
Untersuchungen der Struktur
Strukturfunktionsbeziehungen
funktionsbeziehungen von Pro
Pro-teinen, insbesondere von Phosphotransferasen; Entwicklung
von biophysikalischen Methoden zur Erfassung zeitabhängiger
Strukturveränderungen
– Synthese und biologische Evaluierung von Lipo-, Glyco-,
Nucleo- und Phosphopeptiden und Proteinen, Naturstoffsynthese, kombinatorische Chemie
– Strukturelle und funktionelle Un
Untersuchungen
tersuchungen kleiner GTP
TP-bin
-bin-dender Proteine und ihrer Mutanten sowie des TumorsuppressorProteins APC, Charakterisierung der Interaktionen dieser Proteine
mit aktivierenden, inaktivierenden und Effektorproteinen

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Max-Planck-Institut für Radioastronomie
Auf dem Hügel 69
53121 Bonn
Tel.: (02 28) 525 - 0
Fax: (02 28) 525 - 229
postmaster@mpifr-bonn.mpg.de
www.mpifr-bonn.mpg.de
Darüber hinaus verfügt das MPI für Radioastronomie,
Bonn, über eine Außenstelle in Bad Münstereifel
(Nordrhein-Westfalen).

Max-Planck-Institut für züchtungsforschung
Carl-von-Linné-Weg 10
50829 Köln
Tel.: (02 21) 50 62 - 0
Fax: (02 21) 50 62 - 513
webmaster@mpiz-koeln.mpg.de
www.mpiz-koeln.mpg.de

– Hauptarbeitsgebiete sind die Radio- und Infrarotastronomie. Die
Erforschung der Physik von Sternen, Galaxien und des Universums beinhaltet als Schwerpunkte die Sternentstehung, junge
stellare Objekte, Sterne in späten Entwicklungsstadien, Pulsare,
das interstellare Medium der Milchstraße und externer Galaxien,
das galaktische Zentrum und seine Umgebung, Magnetfelder im
Universum, Radiogalaxien, Quasare und andere aktive Galaxien,
Staub und Gas in kosmologischen Entfernungen, Galaxien in
den Frühphasen des Universums, die Kosmische Strahlung und
Hochenergie-Teilchenphysik
– Großprojekte: Deutsch-amerikanisches Flugzeugobservatorium
Sofia, das Atacama Pathfinder Experiment (Apex), das Atacama
Large Millimeter Array (Alma), das Far-Infrared and Submillimetre
Telescope Satellitenobservatorium (Herschel), der Ausbau des
100-m-Radioteleskops in Effelsberg, die Konzeption eines Radioteleskops mit einer Sammelfläche von einem Quadratkilometer
(Square Kilometer Array), das Very Large Telescope Interferometer (VLTI) in Chile, das Large Binocular Telescope (LBT) in
Arizona und die Weiterentwicklung der Very-Long-BaselineInterferometrie (VLBI)
– Molekulare Mechanismen der Kontrolle von Wachstum und
Differenzierung in Pflanzen; molekulare Basis von circadianen
Rhythmen bei Pflanzen; Rolle der Modifikation von Proteinen
durch Ubiquitin und SUMO in der pflanzlichen Entwicklung
– Pflanzliche Immunreaktionen; Zelltodkontrolle; pflanzliche
Pathogenerkennung; Mechanismen der Genaktivierung und
-reprimierung; systemisch erworbene Resistenz; niedermolekulare Abwehrsubstanzen; Integration biotischer und abiotischer
Stress-Signale
– Molekulare Analyse der Blüteninduktion und Blütenentwicklung
von Antirrhinum majus, Arabidopsis thaliana und Zea mays;
molekulare Studien zur Evolution der MADS-Box-Gene und der
Blütenorgane; Transposons und genetische Diversität: populationsgenetische Studien an En/Spm-haltigen Arabidopsis-Linien;
molekulare Analyse evolutionärer Neuheiten
– Molekulare Marker für Resistenz und Qualitätseigenschaften der
Kartoffel, Biologie der Pflanzenarchitektur und Verzweigung der
Sprosse, Genetik und Molekularbiologie des Wachstums unter
Einfluss von Umweltfaktoren, Samenruhe, molekulare Populations- und Evolutionsbiologie

Rheinland-Pfalz
Max-Planck-Institut für chemie
(otto-Hahn-Institut)
Joh.-Joachim-Becher-Weg 27
55128 Mainz
Tel.: (061 31) 305 - 0
Fax: (061 31) 305 - 388
pr@mpch-mainz.mpg.de
www.mpch-mainz.mpg.de

– Untersuchungen zur Wechselwirkung Biosphäre/Atmosphäre;
Spurengas-Produktion/Emission in Ozeanen; Emission aus Biomasseverbrennung; Studium atmosphärischer Spurenstoffe und ihrer
globalen Kreisläufe; Klimaeinfluss von Aerosolteilchen; chemische
Vorgänge in der tropischen Atmosphäre
– Chemische Zusammenset
Zusammensetzung
zung von Aerosol
Aerosol-- und Wolken
olkentröpf
tröpf-chen, Bildung von Wolkenkondensationskeimen aus Aerosolpartikeln; heterogene Reaktionen auf Aerosol- und Wolkenpartikeln;
dynamisches Verhalten von Wolkentröpfchen und Eiskristallen;
Aufnahme von Spurenstoffen auf Partikeln
– Studium atmosphärischer Spurenstoffe und ihrer globalen Kreis
Kreis-läufe; Entwicklung mathematischer Modelle zur Ozonzerstörung
und -bildung und zu Oxidationsprozessen in der Troposphäre;
Laborsimulation relevanter Reaktionen in der Gasphase und
an Oberflächen (Eis, Bodenstaub, Seesalz). Feldmessungen von
Spurenstoffen, z. B. mit Flugzeugen

97

A

98

Strukturen des deutschen Forschungs- und Innovationssystems

– Isotopen- und spurenelementgeochemische Untersuchungen zur
Entwicklung von Erdmantel und Erdkruste und zum Verständnis
geologischer Prozesse; Geochronologie; geochemische Studien
integriert mit geologischen Feldarbeiten; experimentelle Studien
zum Schmelzverhalten, Phasenbeziehungen und thermodynamischen Zustandsgrößen von Mineralen bei extremen Drücken
und Temperaturen
Max-Planck-Institut für Polymerforschung
Ackermannweg 10
55128 Mainz
Tel.: (061 31) 379 - 0
Fax: (061 31) 379 - 100
knauer@mpip-mainz.mpg.de
www.mpip-mainz.mpg.de

– Struktur und Dynamik makromolekularer Systeme:
Systeme: ZusammenZusammenhänge zwischen mikroskopischen und makroskopischen Eigenschaften, Kooperation im Rahmen des Sonderforschungsbereichs
262 »Glaszustand und Glasübergang nichtmetallischer amorpher
Materialien«
– Polymertheorie: Analytische Theorie auf Grundlage der Statistischen Mechanik. Computersimulationen zum Zweck der Simulation der Statik und Dynamik von z. B. Schmelzen, Netzwerken,
Mischungen und Lösungen. Struktureigenschaftsbeziehungen
unter mikroskopischen und makroskopischen Aspekten
– Thermodynamik
Thermodynamik,, Phasenumwandlungen und kritische Phäno
häno-mene in Anwendung und Verarbeitung polymerer Materialien.
Ausbildung supramolekularer Ordnungszustände verknüpft mit
Phasenübergängen, die synthetischen und biologischen Systemen gemeinsam sind
– Aufbau und Eigenschaften supramolekularer Strukturen: Die
Eigenschaften von Polymeren sind nicht nur abhängig von
ihrer molekularen (Primär-)Struktur, sondern besonders von der
Überstruktur (Sekundärstruktur), die durch Wechselwirkung von
Molekülsegmenten entsteht. Das Phänomen der Selbstorganisation von Makromolekülen kann zu komplexen dreidimensionalen Strukturen führen, deren Synthesen und Charakterisierung
Gegenstand dieses Projektbereichs sind.
– Spezielle physikalische Eigenschaften von Polymeren: molekulare
und strukturelle Grundlagen von z. B. organischen Metallen und
Ladungstransfer und Elektronentransfer in organischen Systemen
– Neuartige Polymere und Syntheseverfahren: Polymere mit
maßgeschneiderten Eigenschaften, wie z. B. nichtlineare optisch
aktive Materialien, elektrisch leitfähige Polymere und Systeme
mit der Tendenz zur Selbstorganisation

S
Max-Planck-Institut für Informatik
Stuhlsatzenhausweg 85
66123 Saarbrücken
Tel.: (06 81) 93 25 - 0
Fax: (06 81) 93 25 - 999
mpi@mpi-sb.mpg.de
www.mpi-sb.mpg.de

– Algorithmen und Komplexität: Datenstrukturen und kombinato
kombinato-rische Algorithmen; algorithmische Geometrie; parallele und verteilte Algorithmen; Komplexitätstheorie; Software-Bibliotheken:
Leda (Library of Efficient Data Types and Algorithms), Pad (Library
of PRAM Algorithms and Data Structures) und Cgal (Computational Geometry Algorithms Library)
– Bioinformatik und Angewandte Algorithmik: Analyse biologischer
Sequenzen; Analyse und Vorhersage von Proteinstrukturen; Analyse von Gen- und Proteinexpressionsdaten; Analyse genetischer
Variationen; rechnergestützte Suche nach und Entwurf von Wirkstoffen; Analyse molekularer und supramolekularer Strukturen
– Computergraphik: Flächenmodellierung und -rekonstruktion;
Unterteilungsflächen; effiziente Polygonnetze; 3D-Kompression;
Multi-Resolution-Modellierung; Bildsynthese; Globale Beleuchtungsbetrachtung; Bildbasierte Verfahren; Virtual-Reality-Anwendungen
– Automatisierung der Logik
– Maschinelles Lernen

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Max-Planck-Institut für softwaresysteme
Stuhlsatzenhausweg 85
66123 Saarbrücken
Gottlieb-Daimler-Straße, Gebäude 49
67633 Kaiserslautern

–
–
–
–
–
–

99

Verlässliche Systeme
Verteilte Systeme und Betriebssysteme
Informationssicherheit und Kryptografie
Vernetzte Systeme
Typensysteme und funktionales Programmieren
Verifizierungssysteme

Tel.: (06 81) 93 25 - 0
Fax: (06 81) 93 25 - 999
hansen@mpi-sws.mpg.de
www.mpi-sws.mpg.de

A

S
Max-Planck-Institut für evolutionäre anthropologie
Deutscher Platz 6
04103 Leipzig
Tel.: (03 41) 35 50 - 0
Fax: (03 41) 35 50 - 119
info@eva.mpg.de
www.eva.mpg.de

–
–
–
–
–

Primatologie; Linguistik
Evolutionäre Genetik
Entwicklungspsychologie und komparative Psychologie
Kulturelle Ontogenese
Kulturelle Phylogenese

Max-Planck-Institut für Mathematik in den
naturwissenschaften
Inselstr. 22
04103 Leipzig
Tel.: (03 41) 99 59 - 50
Fax: (03 41) 99 59 - 658
webmaster@mis.mpg.de
www.mis.mpg.de

– Numerische Lösung von partiellen Differentialgleichungen und
Integralgleichungen, Mehrgitterverfahren, Randelementverfahren
– Differentialgeometrie, Riemannsche und Kählersche Geometrie,
Algebraische Geometrie, Geometrische Analysis, Nichtlineare
Partielle Differentialgleichungen und Mathematische Physik,
Variationsrechnung, Symplektische Geometrie und Hamiltonsche
Systeme, Mathematische Biologie
– Analysis, Nichtlineare Partielle Differentialgleichungen,
Variationsrechnung, Singuläre Störungstheorie, Mathematische
Grundlagen der Materialwissenschaften, Mikrostrukturen,
Mikromagnetismus, Kontinuumsmechanik
– Klassische und moderne Mathematische Physik (z. B. Allgemeine
Relativitätstheorie und Quantenfeldtheorie), Nichtlineare Funktionsanalysis und Nichtlineare Partielle Differentialgleichungen,
Unendlichdimensionale Dynamische Systeme, Bifurkationstheorie
– Mathematische Materialwissenschaften

Max-Planck-Institut für Kognitions- und neurowissenschaften
Stephanstr. 1 a
04103 Leipzig
Tel.: (03 41) 99 40 - 00
Fax: (03 41) 99 40 - 101
info@cbs.mpg.de
www.cbs.mpg.de

– Neurokognition der Sprache, des Gedächtnisses und des
Sprachlernens; Funktionelle Neuroanatomie des Frontallappens;
Klinische Neuropsychologie; Signal- und Bildverarbeitung;
mathematische Methoden der funktionellen Bildgebung (fMRT);
Methodenentwicklung in der Magnetresonanztomografie und
der Magnetenzephalografie
– Handlung und Wahrnehmung; Wille, Aufmerksamkeit,
Bewusstsein
– Ultra
Ultra-Hochaufl
-Hochauflösende
ösende neuroanatomische Bildgebung
Bildgebung;; Hochauf
Hochauf-lösende Kartografierung der weißen Hirnsubstanz; Funktionelle
Bildgebung des menschlichen Gehirns auf der Grundlage von
Stoffwechselveränderungen
– Untersuchungen der neuronalen Basis bewusster Erlebnisse bei
Menschen; Neurokognition der Musik; Neurotypologie

Max-Planck-Institut für Physik komplexer systeme
Nöthnitzer Str. 38
01187 Dresden
Tel.: (03 51) 871 - 0
Fax: (03 51) 871 - 19 99
gneisse@mpipks-dresden.mpg.de
www.mpipks-dresden.mpg.de

estkörpern; End
End-– Elektronische Korrelationen in Molekülen und Festkörpern;
liche Systeme; Biologische Physik; Kondensierte Materie
– Nichtlineare Dynamik und Zeitreihenanalyse; Nichtlineare
Prozesse in starken Feldern; Biologische Physik des Geruchssinns;
Motor-Systeme; Vielteilcheneffekte in mesoskopischen Systemen
– Stochastische Prozesse in der Biophysik; Dynamik biologischer
Netzwerke; Nichtlineare und relativistische Optik

S

Max-Planck-Institut für chemische Physik fester stoffe
Nöthnitzer Straße 40
01187 Dresden
Tel.: (03 51) 46 46 - 0
Fax: (03 51) 46 46 - 10
cpfs@cpfs.mpg.de
www.cpfs.mpg.de

– Gallide, Aluminide, Clathrate und clathratartige intermetallische
Verbindungen. Alternative Präparationswege und detaillierte
Charakterisierung.Phasengleichgewichte, -umwandlungen, und
-zusammensetzung; Bindungsanalyse im direkten Raum
– Met
Metallreiche
allreiche Stickstoffverbindungen sowie Übergänge zu kova
kova-lenten und/oder ionischen Verbindungen; Struktur-EigenschaftsBeziehungen; Verbindungen mit neuartigen chemischen und
physikalischen Eigenschaften; Entwicklung neuer Syntheseverfahren
– Neue intermetallische Verbindungen mit stark korrelierten
Elektronen sowie quantenkritischen Phänomenen; Suche nach
unkonventionellen Ordnungsphänomenen (Ladungsordnung,
magnetische Ordnung, Supraleitung) und Charakterisierung ihrer
Phasendiagramme in Schwere-Fermionen-Metallen und -Halbleitern

Max-Planck-Institut für molekulare zellbiologie und Genetik
Pfotenhauerstr. 108
01307 Dresden
Tel.: (03 51) 210 - 0
Fax: (03 51) 210 - 20 00
info@mpi-cbg.de
www.mpi-cbg.de

– Zellteilung: Wie werden die wichtigsten Zellbestandteile gezielt
auf die Tochterzellen verteilt?
– Struktur von Zellorganellen (insbesondere des Golgi-Komplexes
und der Endosomen): Wie wird der Membrantransport kontrolliert?
– Zellpolarität: Wie entstehen asymmetrisch aufgebaute Zellen?
– Gewebebildung: Wie organisieren sich Zellen zu Geweben?
– Wir untersuchen besonders geeignete Modellorganismen: den
Wurm Caenorhabditis elegans, die Fliege Drosophila melanogaster, den Zebrafisch und die Maus.

S
Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer
technischer systeme
Sandtorstr. 1
39106 Magdeburg
Tel.: (03 91) 61 10 - 0
Fax: (03 91) 61 10 - 500
secretary@mpi-magdeburg.mpg.de
www.mpi-magdeburg.mpg.de

– Netzwerktheorie für verfahrenstechnische und
bioverfahrenstechnische Systeme
– Hierarchische Konzepte; Eigenschaftsverteilte Systeme
– Modellreduktion. Multifunktionale und instationäre Prozesse.
Integrierte und vernetzte Prozesse. Dynamische Methoden zur
Ermittlung thermodynamischer und kinetischer Parameter
– Virtuelles biologisches Labor
– Virtuelles Technikum für verfahrenstechnische Prozesse
– Autonom mobile Systeme

Max-Planck-Forschungsstelle für enzymologie
der Proteinfaltung
Weinbergweg 22
06120 Halle (Saale)
Tel.: (03 45) 552 - 28 01
Fax: (03 45) 551 - 19 72
niephagen@enzyme-halle.mpg.de
www.enzyme-halle.mpg.de

– Dynamik von Konformationsänderungen in Polypeptidketten;
Katalysemechanismen und biologische Funktion von Faltungshelferenzymen; ribosomenassoziierte Chaperone
– HTS-fähige enzymkinetische Messeinrichtungen
– Chemosynthese modifizierter Proteine

Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung
Advokatenweg 36
06114 Halle (Saale)
Tel.: (03 45) 29 27 - 0
Fax: (03 45) 29 27 - 502
webmaster@eth.mpg.de
www.eth.mpg.de

– Integration und Konflikt mit regionalem Schwerpunkt in den
Ländern Afrikas
– Besitz und Eigentum mit regionalem Schwerpunkt in den
postsozialistischen Ländern Eurasiens
– Rechtspluralismus mit regionalem Schwerpunkt in den Ländern
Südostasiens

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik
Weinberg 2
06120 Halle/Saale
Tel.: (03 45) 55 82 - 50
Fax: (03 45) 55 11 - 223
webmaster@mpi-halle.de
www.mpi-halle.me

101

– Niedrigdimensionale Systeme, ihre Bildung, Strukturen und
Eigenschaften, Wachstum und Struktur dünner Schichten, magnetische und elektronische Eigenschaften von Nano-Magneten
– Durch Grenzflächen oder reduzierte Dimensionen beeinflusste
Materialien für Informations- und Telekommunikationstechnologien – Herstellung und Eigenschaften
– Theorie der Eigenschaften von mikro- und nanostrukturierten
Festkörpern

S
Max-Planck-Institut für evolutionsbiologie
August-Thienemann-Str. 2
24306 Plön
Tel.: (045 22) 763 - 0
Fax: (045 22) 763 - 310
webmaster@mpil-ploen.mpg.de
www.mpil-ploen.mpg.de

– Sexuelle Selektion und Koevolution in Wirt-Parasit-Systemen,
Evolutionsökologie von Konkurrenz und Kooperation
– Evolution von Entwicklungsprozessen, genetische Grundlagen
von Adaptationsprozessen, Speziation

T
Max-Planck-Institut für Biogeochemie
Hans-Knöll-Str. 10
07745 Jena
Tel.: (036 41) 57 - 60
Fax: (036 41) 57 - 70
kontakt@bgc-jena.mpg.de
www.bgc-jena.mpg.de

– Integration
Integration biogeochemischer Kreisläufe
Kreisläufe:: Modellhaf
Modellhafte
te Verknüpfung globaler und erdgeschichtlicher Daten mit Prozessen auf
Ökosystemebene
– Biogeochemische Systeme:
Systeme: Typisierung und Analyse biogeoche
biogeoche-mischer Quellen und Senken
– Biogeochemische Prozesse
Prozesse:: Verknüpfung verschiedener Kreis
Kreis-läufe mit Funktionsabläufen in Ökosystemen

Max-Planck-Institut für chemische Ökologie
Hans-Knöll-Str. 8
07745 Jena
Tel.: (036 41) 57 - 0
Fax: (036 41) 57 - 20 11
webadmin@ice.mpg.de
www.ice.mpg.de

– Induzierte
Induzierte Abwehr bei Wildem Tabak und ver
verwandten
wandten Ar
Arten
ten;; Che
Che-mie und Biochemie von Wehrsubstanzen des Tabaks, ökologische
Untersuchungen zu den Abwehrstrategien des Tabaks. Chemie
und Biochemie von pflanzlichen Duft- und Abwehrstoffen
– Biochemie und Molekularbiologie von pfl
pflanzlichen
anzlichen Sekundär
Sekundär-stoffen aus der Gruppe der Terpenoide und Glucosinolate, biochemische Untersuchungen im Kontext induzierbarer Abwehrmechanismen bei Gymnospermen und Angiospermen
– Molekulare Genetik der Insektenresistenz bei Arabidopsis und
nahverwandten Arten, populationsgenetische Untersuchungen
zur Insektenresistenz
– Evolution des Geruchssinns bei Drosophila, neurobiologische
Grundlagen der Wirtspflanzenwahl bei Motten, räumliche und
zeitliche Muster der Geruchskodierung bei Insekten
– Genetische Mechanismen der Anpassung von Insekten an
Giftstoffe und Insektizide, Charakterisierung von Genfamilien der
Verdauungs- und Entgiftungsenzyme, Fraßverhalten von herbivoren Insekten (Generalisten und Spezialisten), Chromosomenkartierung und Sequenzanalyse von Lepidoptera

Max-Planck-Institut für Ökonomik
Kahlaische Str. 10
07745 Jena
Tel.: (036 41) 686 - 5
Fax: (036 41) 686 - 990
www.mpiew-jena.mpg.de
webmaster@mpiew-jena.mpg.de

– Entrepreneurship, Erfindungen, Innovation, Auswirkungen auf
die Wirtschaftsdynamik, Wirtschaftspolitik
– Spieltheorie – Gleichgewichtsauswahl, evolutionäre Spieltheorie, sozialwissenschaftliche Anwendungen; Experimentelle
Wirtschaftsforschung; Mikroökonomie; Oligopolmärkte und
Verhandlungstheorie
– Regelmäßigkeiten wirtschaftlichen Wandels; Anpassungsund Lernvorgänge im ökonomischen Kontext; Institutionenentwicklung

A

S

ausland
Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut
für Kunstgeschichte
Palazzo Zuccari
Via Gregoriana, 28
00187 Rom, Italien
Tel.: +39 06 699 931
Fax: +39 06 699 933 33
institut@biblhertz.it
www.biblhertz.it

–
–
–
–

Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut
Via Giuseppe Giusti 44
50121 Firenze, Italien
Tel.: +39 05 52 49 11 - 1
Fax: +39 05 52 49 11 - 55
verwaltung@khi.fi.it
www.khi.fi.it

– Interdisziplinäre Erforschung der Kunst der Renaissance
(gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der
Romanistik, Geschichte und Philosophie)
– Kunsttopografie in der Toskana mit besonderer Berücksichtigung
von Siena und Lucca
– Neue Technologien im Bereich der Geisteswissenschaften

Max-Planck-Institut für Psycholinguistik
Wundtlaan 1
6525 XD Nijmegen, Niederlande
Tel.: +31 24 35 21 - 911
Fax: +31 24 35 21 - 213
secretariat@mpi.nl
www.mpi.nl

– Sprachverstehen: Sprachverstehen im Diskurskontext, semantische, phonologische und morphologische Repräsentationen lexikalischer Einheiten, Struktur des Wortschatzes, Worterkennung,
Segmentierung kontinuierlicher Sprache, Satzverarbeitung,
Erwerb von Sprachperzeptionsfähigkeiten und Entwicklung des
Wortschatzes bei jungen Kindern
– Sprachproduktion: Abruf lexikalischer und morphologischer
Information; syntaktische, phonologische und phonetische
Enkodierung; neurologische Grundlagen der Sprachverarbeitung
– Sprache und Kognition: Interaktion von Sprache, Kultur und
Kognition im zwischensprachlichen Vergleich bei schriftlosen,
nicht-indoeuropäischen Sprachfamilien. Theoretische Ansätze
zur Epistemologie, zu Sprachuniversalien und zur Modularität der
Kognition
– Spracherwerb: Zeit- und Argumentstruktur von Verben; Funktion
der Finitheitsmarkierung; Entwicklung von Lernersprachen in
verschiedenen Lebensaltern
– Mehrsprachigkeit: Neurale Repräsentation von Mehrsprachigkeit,
multilinguale Sprachverarbeitung, wechselseitige Einflüsse von
nebeneinander existierenden Sprachsystemen, Speicherung und
Abruf von Wörtern und Konzepten aus nebeneinander existierenden Sprachsystemen

Darüber hinaus hat das MPI für Astronomie, Heidelberg, eine
Außenstelle in Almeria (Spanien).

Kunst des 4. – 14. Jahrhunderts
Nachleben der Antike
Kunst in Rom, 15.– 20. Jahrhundert
Architektur und Architekturtheorie außerhalb Roms, 13.– 20.
Jahrhundert, italienische Architekturzeichnung; Architekturzeichnungsdatenbank Lineamenta
– Skulptur und Kunstgewerbe
– Malerei, Zeichnung, Grafik, 15.– 20. Jahrhundert
– Strategien frühneuzeitlicher Repräsentation

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

9.3 Fraunhofer-Gesellschaft (FhG)
Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. (FhG) ist die führende Trägerorganisation für Einrichtungen der angewandten
Forschung in Deutschland. Ihren Namen verdankt die
Gesellschaft dem als Forscher, Erfinder und Unternehmer gleichermaßen erfolgreichen Gelehrten Joseph von
Fraunhofer (1787 – 1826).
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten
Forschung e. V.
Hansastraße 27 c
80686 München
Telefon: (089) 12 05 - 0
Telefax: (089) 12 05 - 75 31
www.fraunhofer.de
Die Fraunhofer-Gesellschaft führt Vertragsforschung
für die Industrie, für Dienstleistungsunternehmen und
die öffentliche Hand aus und bietet Informations- und
Serviceleistungen an. Sie betreibt derzeit 56 Forschungseinrichtungen an Standorten in der gesamten Bundesrepublik.
Die FhG orientiert sich konsequent am Ziel der Umsetzung von Forschungsergebnissen in neue und innovative
Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Eine weitere
wichtige Aufgabe der FhG ist die strategische Forschung.
Im Rahmen der institutionellen Förderung des Bundes
und der Länder werden Forschungsprojekte durchgeführt, die zu Innovationen im öffentlichen Nachfragebereich und in Schlüsseltechnologien beitragen. Dazu
gehören die Forschungsgebiete Informations- und

103

Kommunikationstechnik, Life Sciences, Mikroelektronik,
Oberflächentechnik und Photonik, Produktion, Verteidigungs- und Sicherheitsforschung sowie Werkstoffe,
Bauteile.
Rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind
in der FhG beschäftigt. Von dem jährlichen Forschungsvolumen entfallen in etwa 90 % auf den Leistungsbereich
Vertragsforschung. Rund zwei Drittel dieses Bereiches
erwirtschaftet die FhG aus Aufträgen der Industrie und
der öffentlichen Hand.
Die Globalisierung von Wirtschaft und Forschung
erfordert zunehmend eine internationale Zusammenarbeit. Niederlassungen der Fraunhofer-Gesellschaft in
Europa, in den USA und in Asien sorgen für Kontakt zu
den wichtigsten gegenwärtigen und zukünftigen Wirtschaftsräumen.
Die FhG ist auf eine enge Zusammenarbeit mit den
Hochschulen angewiesen. Sie ergänzt dadurch ihre
Ressourcen in der Grundlagenforschung und gewinnt
wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Universitäten ziehen
durch eine praxisnahe Ausbildung und die gemeinsame Bearbeitung praxisrelevanter Forschungsthemen
ihrerseits Nutzen aus der Kooperation mit der FhG.
Kennzeichnend für diese Zusammenarbeit sind gemeinsame Berufungen auf Lehrstühle und in die Leitung von
Fraunhofer-Instituten.
Einzelheiten zu den Fraunhofer-Instituten ergeben sich
aus folgender Übersicht.

A

S

abbildung 5
standorte der einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft

Landeshauptstädte
Forschungsstätten

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

105

Baden-württemberg
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik
und automatisierung IPa
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 970 - 00
Fax: (07 11) 970 - 13 99
info@ipa.fraunhofer.de
www.ipa.fraunhofer.de

–
–
–
–
–

Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und
Bioverfahrenstechnik IGB
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 970 - 40 01
Fax: (07 11) 970 - 42 00
info@igb.fraunhofer.de
www.igb.fraunhofer.de

– Funktionale Grenzflächen für Technik und Medizin
– Tissue Engineering für Medizintechnik, Diagnostik,
Medikamententwicklung und individuelle Therapie
– Molekulare Biotechnologie für Diagnostik, Pharma
und Feinchemie
– Nachhaltige Bioverfahrenstechnik für Industrie,
urbane Infrastruktur und Umwelt

Fraunhofer-Institut für arbeitswirtschaft und organisation Iao
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 970 - 01
Fax: (07 11) 970 - 22 99
info@iao.fraunhofer.de
www.iao.fraunhofer.de

–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–

Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 970 - 00
Fax: (07 11) 970 - 33 95
info@ibp.fraunhofer.de
www.ibp.fraunhofer.de

– Wärme- und Feuchteschutz im Bauwesen; Niedrigenergiehäuser
– Tageslichttechnik; Energiesysteme in Gebäuden
– Neue Baustoffe und Bausysteme; Recyclingfragen;
Untersuchungen von Bauprodukten im Freiland
– Bau- und Raumakustik; Lärmbekämpfung;
technische und Raum-Akustik

Fraunhofer-Institut für Raum und Bau IRB
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 970 - 25 00
Fax: (07 11) 970 - 25 08
info@irb.fraunhofer.de
www.irb.fraunhofer.de

– Information und Dokumentation für Bauwesen, Raumordnung,
Städtebau und Wohnungswesen
– Datenbanken, Fachbibliografien, Bauforschungsberichte

Fraunhofer-technologie-entwicklungsgruppe stuttgart teG
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 970 - 35 00
Fax: (07 11) 970 - 39 99
info@teg.fraunhofer.de
www.teg.fraunhofer.de

–
–
–
–
–
–
–

Innovations- und IP-Management
Integrierte Produktentwicklung
Neue Materialien
Prozesstechnologie
Mechatronische Systeme
Medizintechnik
EU-Projekte und Netzwerke

Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM
Heidenhofstraße 8
79110 Freiburg
Tel.: (07 61) 88 57 - 0
Fax: (07 61) 88 57 - 224
info@ipm.fraunhofer.de
www.ipm.fraunhofer.de

–
–
–
–
–
–

Integrierte optische Komponenten und Gassensoren
Optische Spektroskopie und optische Systeme
Optische Fertigungsmesstechnik
Mikrosensoren und Mikrosysteme, Bioanalytik
Laserbelichtungssysteme
Berührungslose optische Abstands- und
ID-Messsysteme

Betriebsorganisation und Strukturplanung
Produktionssysteme und Instandhaltung
Montage- und Handhabungssysteme
Anwendung von Industrierobotern
Produktionsverfahren und Oberflächentechnik,
Automatisierung von Prüfvorgängen

Dienstleistungswirtschaft
Informationssysteme, Softwaretechnik und -management
E-Business, Virtual Reality and Human Engineering
FuE-Management und Rapid Product Development
Personal- und Produktionsmanagement
Technologie- und Innovationsmanagement
FuE-Management und Virtual Engineering
Produktionsmanagement
Dienstleistungsentwicklung und -management
Mensch-Technik-Interaktion
Personalmanagement
IT-Strategien, Softwaretechnik und -management

A

S

Fraunhofer-Institut für werkstoffmechanik IwM
Wöhlerstraße 11
79108 Freiburg
Tel.: (07 61) 51 42 - 0
Fax: (07 61) 51 42 - 110
info@iwm.fraunhofer.de
www.iwm.fraunhofer.de

– Physikalisch
hysikalisch-mechanisches
-mechanisches Verhalten von Bauteilen und Konstruk
Konstruk-tionen unter statischen und dynamischen Belastungen
– Bewertung von Makro- und Mikrobauteilen durch experimentelle
und theoretisch-numerische Methoden
– Entwicklung und Optimierung von Fertigungs-, Bearbeitungsund Beschichtungsprozessen

Fraunhofer-Institut für solare energiesysteme Ise
Heidenhofstraße 2
79100 Freiburg
Tel.: (07 61) 45 88 - 0
Fax: (07 61) 45 88 - 90 00
info@ise.fraunhofer.de
www.ise.fraunhofer.de

– Entwicklung von Systemen, Komponenten, Materialien und
Verfahren in den Geschäftsfeldern:
– Gebäude und technische Gebäudeausrüstung
– Optische Komponenten und Systeme
– Solarzellen
– Netzunabhängige Stromversorgungen
– Regenerative Stromerzeugung im Netzverbund
– Wasserstofftechnologie

Fraunhofer-Institut für angewandte Festkörperphysik IaF
Tullastraße 72
79108 Freiburg
Tel.: (07 61) 51 59 - 0
Fax: (07 61) 51 59 - 400
info@iaf.fraunhofer.de
www.iaf.fraunhofer.de

– Forschung, Entwicklung und Herstellung von elektronischen/
optoelektronischen Bauelementen und Schaltungen auf Basis der
III-V Verbindungshalbleiter (GaAs, InP, III-Nitride, III-Antimonide)
für
– Radare und Mikrowellensensorik
– Terahertz-Technologien
– Drahtlose Kommunikation
– Leistungselektronik
– Wärmebildkameras (Überwachungsaufgaben)
– Leistungsdiodenlaser (Materialbearbeitung)
– Abstimmbare Halbleiterlaser (Sensorik)
– Leuchtdioden (Beleuchtungstechnik)
– Hochgeschwindigkeits-Datenkommunikation
und -Messtechnik

Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik –
ernst-Mach-Institut eMI
Eckerstraße 4
79104 Freiburg
Tel.: (07 61) 27 14 - 0
Fax: (07 61) 27 14 - 316
info@emi.fraunhofer.de
www.emi.fraunhofer.de

– Experimentelle und numerische Analyse von Stoßwellen in
Medien, Strömungs- und Verbrennungsvorgängen, Impact- und
Penetrationsprozessen
– Verhalten von Strukturen unter dynamischen Belastungen
– Werkstoffforschung durch Experiment und Simulation

Institutsteil Efringen-Kirchen
Am Klingelberg 1
79588 Efringen-Kirchen
Tel.: (076 28) 90 50 - 0
Fax: (076 28) 90 55 - 77
Fraunhofer-Institut für system-und Innovationsforschung IsI
Breslauer Straße 48
76139 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 68 09 - 0
Fax: (07 21) 68 91 - 52
info@isi.fraunhofer.de
www.isi.fraunhofer.de

– Technikbeobachtung und -bewertung auf den Gebieten Energie,
Umwelt, Produktion, Informations- und Kommunikationstechnologie und Biotechnologie
– Technikvorausschau
– Innovationsstrategien und -politik
– Begleitforschung zu förderpolitischen Maßnahmen

Fraunhofer-Institut für Informations- und
Datenverarbeitung IItB
Fraunhoferstraße 1
76131 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 60 91 - 0
Fax: (07 21) 60 91 - 413
info@iitb.fraunhofer.de
www.iitb.fraunhofer.de

– Produktionssteuerungs- und -leitsysteme
– Echtzeitbildauswertung für die Qualitätskontrolle
– Telematiksysteme, Softwareplattformen,
Internet-Anwendungen
– Erkennungs- und Diagnosesysteme,
Kognitive Systeme
– Interaktionssysteme, Mensch-System-Kommunikation

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

107

Fraunhofer-Institut für chemische technologie Ict
Joseph-von-Fraunhofer-Straße 7
76327 Pfinztal (Berghausen)
Tel.: (07 21) 46 40 - 0
Fax: (07 21) 46 40 - 111
info@ict.fraunhofer.de
www.ict.fraunhofer.de

– Energetische Materialien, energiereiche Polymere, PolymerCompounds, Treibmittel, Explosivstoffe
– Energetische Systeme, Reaktionskinetik, Gasgeneratorsysteme
– Polymertechnik, Rapid Prototyping, Rapid Tooling
– Umweltengineering
Umweltengineering,, Ver
erwer
wertung
tung,, En
Enttsorgung von Problemstoffen, Kreislaufwirtschaft
– Angewandte Elektrochemie
Elektrochemie,, Hochleistungsbat
Hochleistungsbatterien
terien,, elektrocheelektrochemische Sensoren

Fraunhofer-Institut für silicatforschung Isc
Außenstelle Bronnbach
Bronnbach 28
97877 Wertheim
Tel.: (093 42) 92 21 - 702
Fax: (093 42) 92 21 - 799
info@isc.fraunhofer.de
www.isc.fraunhofer.de

– s. Fraunhofer ISC, Würzburg

A

Bayern
Fraunhofer-Institut für verfahrenstechnik
und verpackung Ivv
Giggenhauser Straße 35
85354 Freising
Tel.: (081 61) 491 - 0
Fax: (081 61) 491 - 491
info@ivv.fraunhofer.de
www.ivv.fraunhofer.de

– Physikalisch-chemische Analytik
– Lebensmitteltechnologie, Lebensmittelqualität
– Verfahrenstechnik (neue Proteintechnologien, Kunststoffrecycling)
– Materialen
Materialenttwicklung (P
(Packstoffen
ackstoffenttwicklung
wicklung,, Hochbarriere
Hochbarriere-schichten, Funktionsfolien)
– Ökologische Aspekte der Verpackung, Verfahrensmodellierung

Fraunhofer-einrichtung für schaltung und systeme
der Kommunikationstechnik esK
Hansastraße 32
80686 München
Tel.: (089) 54 70 88 - 0
Fax: (089) 54 70 88 - 220
info@esk.fraunhofer.de
www.esk.fraunhofer.de

–
–
–
–
–

Systeme für Broadband Access- und Inhouse-Kommunikation
Next Generation Networks
Steuergeräte-Architektur und -Kommunikation in Fahrzeugen
Prototyping im Automotive-Infotainment-Bereich
Software-Entwurfs- und Testmethodik

Fraunhofer-Institut für zuverlässigkeit und
Mikrointegration IzM
Institutsteil München
Hansastraße 27 d
80686 München
Tel.: (089) 547 59 - 551
Fax: (089) 547 59 - 550
pods@izm-m.fraunhofer.de
www.izm.fraunhofer.de

–
–
–
–

Polytronische Systeme
Si-Technologie und Vertikale Integrationstechnik
Analyse und Test integrierter Systeme ATIS
Mikromechanik, Aktorik und Fluidik

Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Institutsteil Holzkirchen
Fraunhoferstraße 10
83626 Valley/Oberlaindern
Tel.: (080 24) 643 - 0
Fax: (080 24) 643 - 66
www.ibp.fraunhofer.de

– (Aufgabenstellung siehe unter Fraunhofer-Institut für Bauphysik
IBP in Baden-Württemberg)

Fraunhofer-Institut für Integrierte schaltungen IIs
Am Wolfsmantel 33
91058 Erlangen
Tel.: (091 31) 776 - 0
Fax: (091 31) 776 - 999
info@iis.fraunhofer.de
www.iis.fraunhofer.de

– Entwurf anwendungsspezifischer Schaltungen
(ASICs; analog/digital)
– Analoge und digitale Schaltungen für sehr hohe Frequenzen
– Schaltungen
Schaltungen,, Systeme und Dienstleistungen in der Telekommunielekommunikation
– Bildverarbeitung

S

Fraunhofer-Institut für Integrierte systeme
und Bauelementetechnologie IIsB
Schottkystraße 10
91058 Erlangen
Tel.: (091 31) 761 - 0
Fax: (091 31) 761 - 390
info@iisb.fraunhofer.de
www.iisb.fraunhofer.de

–
–
–
–
–
–
–
–
–

Fraunhofer-Institut für silicatforschung Isc
Neunerplatz 2
97082 Würzburg
Tel.: (0931) 41 00 - 0
Fax: (0931) 41 00 - 199
info@isc.fraunhofer.de
www.isc.fraunhofer.de

– Entwicklung von nichtmetallischen anorganischen Werkstoffen
(Glas, Keramik, Bindemittel) und anorganisch-organischen
Hybridpolymeren (Ormocere) und deren Technologien
– Einsatz der Sol-Gel-Technologien zur Herstellung von Pulvern,
Fasern, Schichten für Werkstoffe mit speziellen mechanischen,
thermischen, optischen, elektronischen oder photonischen
Eigenschaften
– In-situ-Messung der Eigenschaftsänderung bei Wärmebehandlungsprozessen zur Prozessoptimierung
– Analytisches Dienstleistungszentrum

Fraunhofer-arbeitsgruppe für technologien der logistikDienstleistungswirtschaft (atl) des Fraunhofer-Instituts für
Integrierte schaltungen IIs
Nordostpark 93
90411 Nürnberg
Tel.: (0911) 58 06 - 500
Fax: (0911) 58 06 - 599
info@atl.fraunhofer.de
www.atl.fraunhofer.de

– Kommunikationstechnisch unterstützte Verkehrslogistik
– Integrierte Verkehrssysteme
– Zeitorientiertes Management von Produktions- und
Geschäftsprozessen

Halbleiterprozesstechnik
Halbleiterprozess- und -bauelementesimulation
Halbleiterfertigungsgeräte
Analytik zur Oberflächencharakterisierung
Nanoelektronik
Kristallzüchtung
Leistungselektronik
Mechatronik
Automobilelektronik

Berlin
Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und
Konstruktionstechnik IPK
Pascalstraße 8 – 9
10587 Berlin
Tel.: (030) 390 06 - 0
Fax: (030) 391 10 - 37
info@ipk.fraunhofer.de
www.ipk.fraunhofer.de

– Konstruktionstechnik (Virtuelle Produkt- und Prozessentwicklung, Konstruktions- und Planungssysteme)
– Planungstechnik (Produktionsplanung und steuerung, Qualitätsund Umweltmanagement)
– Prozesstechnik (Mustererkennung Sicherheitstechnik,
Überwachung und Diagnose)
– Steuerungstechnik (Ferndiagnose, Roboter- und Anlagensteuerung, Bedien- und Programmiersysteme)
– Verkehrs- und Medizintechnik (Fahrzeugkonstruktion und
-herstellung, Telematik/medizintechnische Manipulatoren und
Steuerungen)

Fraunhofer-Institut für software- und systemtechnik Isst
Institutsteil Berlin
Mollstraße 1
10178 Berlin
Tel.: (030) 243 06 - 100
Fax: (030) 243 06 - 199
info@isst.fraunhofer.de
www.isst.fraunhofer.de

– Continuous Software Engineering; Konzepte, Methoden und
Architekturen für evolutionsfähige Softwaresystemen
– Agile Sof
Softtwareanwendungen und Informations
Informations-- und Kommunika
Kommunika-tionsinfrastrukturen
– Sichere Architekturen im Gesundheitswesen (elektronische
Gesundheitskarte), Telematik-Infrastruktur, Autorisierungs- und
Identifizierungs-Verfahren (Ticketing Algorithmus)
– Modellbasierte Migration von Softwaresystemen und IuKInfrastrukturen im E-Government und in der Finanzwirtschaft,
Geschäftswert von Software und IuK-Infrastrukturen, SAGAStandard, Software-Entwicklungsmethoden und -modelle
– Verlässliche technische Systeme für die Automobilindustrie,
modellbasierter Entwicklungsprozess, Softwaretechnik für
Echtzeitsysteme, Safeware-Technik/Design für Sicherheit

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

109

Fraunhofer-Institut für zuverlässigkeit und
Mikrointegration IzM
Gustav-Meyer-Allee 25, Geb. 17. 2
13355 Berlin
Tel.: (030) 464 03 - 100
Fax: (030) 464 03 - 111
info@izm.fraunhofer.de
www.izm.fraunhofer.de

– Zuverlässigkeitsbeurteilung von mikroelektronischen Komponenten, insbesondere der Aufbau- und Verbindungstechnik
– Numerische Bewertungsmodelle in Verbindung mit laseroptischen, röntgenografischen und werkstoffkundlichen
Untersuchungen
– Aufbau- und Verbindungstechnik in der Mikrosystemtechnik
– Systemintegration

Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und
softwaretechnik FIRst
Kekuléstraße 7
12489 Berlin
Tel.: (030) 63 92 - 18 00
Fax: (030) 63 92 - 18 05
info@first.fraunhofer.de
www.first.fraunhofer.de

– Modellierung, Entwurf, Simulation und Realisierung komplexer
Systeme, Systementwurfstechnologie, Hardwaredesign und
Realisierung, Zeitreihenanalyse, Quellentrennung, Klassifikation
und Regression, Lerntheorien, Interaktive 3D-Visualisierungsumgebungen, Planung und Optimierung auf der Basis constrainbasierter Verfahren und KI-Methoden, Umwelt- und Verkehrssimulation, Softwaretechnologie für Simulationswerkzeuge als Basis für
Mensch-Modell-Interaktion

Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme FoKUs
Kaiserin-Augusta-Allee 31
10589 Berlin
Tel.: (030) 34 63 - 70 00
Fax: (030) 34 63 - 80 00
info@fokus.fraunhofer.de
fokus.fraunhofer.de

– Personenorientierte Kommunikationsumgebungen und -dienste,
Technologien für 3G, 4G Mobilsysteme, Intelligente HomeNetz-Umgebungen, Realisierung offener Dienstemärkte, z. B.
E-Government, Systematisches Testen verteilter Systeme, Internet der nächsten Generation

Fraunhofer-Institut für nachrichtentechnik
Heinrich-Hertz-Institut (HHI)
Einsteinufer 37
10587 Berlin
Tel.: (030) 310 02 - 0
Fax: (030) 310 02 - 213
info@hhi.fraunhofer.de
www.hhi.fraunhofer.de

– Photonik-Netze
– Mobile Breitbandsysteme
– Elektronische Bildtechnik für Multimedia

Außenstelle Alt-Moabit
Alt-Moabit 74
10555 Berlin
Fax: (030) 392 72 00
Fraunhofer-Institut für Biomedizinische technik IBMt
Institutsteil Medizinische Biotechnologie (AMBT)
Abteilung Zelluläre Biotechnologie und Biochips
Invalidenstrasse 42
10115 Berlin
Tel.: (030) 20 93 - 86 88
Fax: (030) 20 93 - 86 35
claus.duschl@ibmt.fraunhofer.de
www.ibmt.fraunhofer.de

– Entwicklung dynamischer, chipbasierter Immunoassays
(Fluoreszenz-Korrelations-Spektroskopie), Entwicklung von
Bioanalytikmodulen, chipbasierte Kryoprozeduren, Zellhandling
mittels Dielektrophorese, Elektrophorese, Analyse von Zell-Substrat-Wechselwirkungen (Total Reflection Aqueous Fluorescence
Microscopy), Hard- und Softwareentwicklungen, Prototypfertigung von Mikrostrukturen mittels Excimer-Laser, Lab-on-Chip für
kundenspezifische Zellcharakterisierungs- und Zellseparationsaufgaben, tierische Zellkultur, Zellspuranalyse und Einzelzellcharakterisierung, Bionanotechnologie

Brandenburg
Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung IaP
Wissenschaftspark Golm
Geiselbergstraße 69
14476 Potsdam
Tel.: (03 31) 568 - 10
Fax: (03 31) 568 - 30 00
info@iap.fraunhofer.de
www.iap.fraunhofer.de

–
–
–
–
–

Synthetische Polymere
Wasserlösliche Polymere/Polymerdispersionen, Wasserreinigung
Polysaccharide (Cellulose, Stärke)
Synthese- und Polymertechnik
Strukturbildung und Strukturcharakterisierung (mechanische,
optische Charakterisierung)
– Funktionspolymere für elektronische und optische Anwendungen
– Nachwachsende Rohstoffe

A

S

Fraunhofer-Institut für zuverlässigkeit
und Mikrointegration IzM
Außenstelle für Polymermaterialien und Composite
Kantstraße 55
14513 Teltow
Tel.: (033 28) 46 - 284
Fax: (033 28) 46 - 282
monika.bauer@epc.izm.fraunhofer.de
www.epc.izm.fraunhofer.de

– Klebtechniken in der Aufbau- und Verbindungstechnik der Mikroelektronik
– Polymere Systeme

Fraunhofer-einrichtung für Polymermaterialien
und composite Pyco
Kantstraße 55
14513 Teltow
Tel.: (033 28) 330 - 284
Fax: (033 28) 330 - 282
sekretariat@pyco.fraunhofer.de
www.pyco.fraunhofer.de

– Leichtbau für die Luft- und Raumfahrt
– Leichtbau für die allgemeine Verkehrstechnik
– Mikro- und Optoelektronik

Fraunhofer-anwendungszentrum für logistiksystemplanung –
Informationssyteme des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss
und logistik IMl
Universitätsplatz 3 – 4
03044 Cottbus
Tel.: (03 55) 69 - 45 80
Fax: (03 55) 69 - 48 00
uwe.meinberg@ali.fraunhofer.de
www.ali.fraunhofer.de

– Modellierung und Verifi
erifizierung
zierung von Prozessket
Prozessketten
ten in der Materi
Materi-alfluss- und Lagerplanung und im Qualitätsmanagement
– Werkzeuge und deren Einsatz in der Beschaffungs-,
Produktions-, Entsorgungs-, Distributions- und Verkehrslogistik
– Informationssysteme in der Logistik als notwendige Klammerfunktion über alle Arbeitsräume

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Projektzentrum
Verkehr, Mobilität und Umwelt in Prien am Chiemsee
Dipl.-Kfm. Thomas Rauh
Tel.: (080) 519 01 - 114
Fax: (080) 519 01 - 111
thomas.rauh@prien.iml.fraunhofer.de

–
–
–
–
–
–
–
–
–

Projektzentrum Flughafen des Fraunhofer IML
Dr.-Ing. Heinrich Frye
Tel.: (069) 690 - 56 781
Fax: (069) 690 - 73 438
flughafen@iml.fraunhofer.de

– Flughafenlogistik
– Planung und Entwicklung von Umschlags- und
Abfertigungssystemen für Flugzeuge, Luftfracht
und Gepäck

Mobilitäts- und Verkehrsmanagement
Grenzüberschreitender Güterverkehr
Kombinierter Verkehr
Schienengüterverkehrskonzept
Logistik- und Verkehrserschließungsplanung
Nachhaltige Verkehrskonzepte
Messe- und Veranstaltungslogistik
Messelogistik
Informationssysteme für Verkehr und Tourismus

Bremen
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und
angewandte Materialforschung IFaM
Bereich Formgebung und Funktionswerkstoffe
Wiener Straße 12
28359 Bremen
Tel.: (04 21) 22 46 - 0
Fax: (04 21) 22 46 - 300
info@ifam.fraunhofer.de
www.ifam.fraunhofer.de

– Pulvermetallurgische
Pulvermetallurgische Formgebung (Pressen/Sin
(Pressen/Sintern)
tern) und Met
Metall
all-pulverspritzguß
– Leichtbaustrukturen aus Metallschäumen, Hohlkugelstrukturen,
Metallfasern
– Herstellung/Verarbeitung nanoskaliger Metallpulver
– Formgebung durch Gießtechnik (Druckguß,
Thixo- und Squeeze-Casting)
– Entwicklung pulvermetallurgischer Funktionswerkstoffe
– CAD-gestütztes Rapid Prototyping, virtuelle Produktentwicklung
(CAE)

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik
und angewandte Materialforschung IFaM
Bereich Klebtechnik und Oberflächen
Wiener Staße 12
28359 Bremen
Tel.: (0421) 22 46 - 0
Fax: (0421) 22 46 - 430
ktinfo@ifam.fraunhofer.de
www.ifam.fraunhofer.de

111

– Grundlagen der Adhäsion, Entwicklung, Formulierung und
Charakterisierung von Polymeren (Klebstoffe, Laminier- und
Gießharze)
– Plasma- und Oberflächentechnik
– Mikromontage, Hybridfügetechniken
– Fügen im Leichtbau
– Aus- und Weiterbildung im Bereich Klebtechnik

Hessen
Fraunhofer-Institut für sichere Informationstechnologie sIt
Rheinstraße 75
64295 Darmstadt
Tel.: (061 51) 869 - 282
Fax: (061 51) 869 - 224
info@sit.fraunhofer.de
www.sit.fraunhofer.de

– Konzeption, Modellierung und Simulation komplexer Systeme
– Entwicklung von Sicherheitswerkzeugen und sicheren
Anwendungen (Internetsicherheit, Telematiksysteme,
Telekommunikation)
– Absicherung von Netzen, Systemen und Geschäftsprozessen
– Sicherheitsanalysen: Hard- und Software-Tests, TechnologieAbschätzung, Machbarkeitsstudien
– Identitäts- und Sicherheitsmanagement
– Sicherheitsberatung und -Schulung
– Embedded Security, RFID, Smartcards, Datenschutz, Ambient
Intelligence, sichere Anlagentechnik, kritische Infrastrukturen,
E-Learning

Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit
und systemzuverlässigkeit lBF
Bartningstraße 47
64289 Darmstadt
Tel.: (06151) 705 - 1
Fax: (06151) 705 - 214
info@lbf.fraunhofer.de
www.lbf.fraunhofer.de

– Bemessung von tragenden/sicherheitsrelevanten Bauteilen und
Konstruktionen sowie komplexen Baugruppen und Systemen
hinsichtlich Festigkeit, Gewicht und Herstellungskosten
– Entwicklung und Optimierung rechnerischer und experimenteller Bemessungsverfahren
– Messung, Analyse und Simulation von Betriebsbelastungen

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt
Tel.: (06151) 155 - 0
Fax: (06151) 155 - 199
info@igd.fraunhofer.de
www.igd.fraunhofer.de

– Integrierte Lösungen für Publishing and E-Business
– Animation und Bildkommunikation, Wissenschaftlich-technische
Visualisierung, Virtuelle Realität, Augmented Reality
– Grafische Informationssysteme
– E-Learning and Knowledge Management
ł Cognitive Computing & Medical Imaging
– Sicherheitstechnologie für Grafik- und Kommunikationssysteme
– Multimediale Kommunikation und Kooperation

Mecklenburg-vorpommern
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Institutsteil Rostock
Joachim-Jungius-Straße 11
18059 Rostock
Tel.: (0381) 40 24 - 110
Fax: (0381) 40 24 - 199
urban@rostock.igd.fhg.de
www.rostock.igd-r.fraunhofer.de

–
–
–
–

Multimediale Kommunikation
Visualisierungs- und Interaktionstechniken
Mobile Multimedia-Technologien
Entertainment-Technologien

A

S

Fraunhofer-anwendungszentrum für Großstrukturen in der
Produktionstechnik aGP des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und automatisierung IPa
Joachim-Jungius-Straße 9
18059 Rostock
Tel.: (0381) 40 59 - 720
Fax: (0381) 40 59 - 694
mcw@ipa.fraunhofer.de
www.ipa.fraunhofer.de

– Neue Füge- und Trenntechnologien für Großstrukturen in
Schiffbau/Offshoretechnik, Hoch- und Stahlbau, Maschinenbau,
Flugzeug- und Schienenfahrzeugbau
– Mechanisierung/Automatisierung bei der Produktion und
Montage von Großstrukturen
– Produktionsorientierte Informationstechnologie (Baustellenfertigung)

N
Fraunhofer-Institut für toxikologie und
experimentelle Medizin IteM
Nikolai-Fuchs-Straße 1
30625 Hannover
Tel.: (0511) 53 50 - 0
Fax: (0511) 53 50 - 155
info@item.fraunhofer.de
www.item.fraunhofer.de

–
–
–
–

Fraunhofer-Institut für Holzforschung –
wilhelm-Klauditz-Institut wKI
Bienroder Weg 54 E
38108 Braunschweig
Tel.: (0531) 21 55 - 0
Fax: (0531) 35 15 87
info@wki.fraunhofer.de
www.wki.fraunhofer.de

– Ent
Entwicklung und Optimierung von Holz- und Verbundwerk
erbundwerk-stoffen
– Verfahrensentwicklung für die Holzwerkstoff- und Möbelindustrie
– Recycling- und Entsorgungskonzepte für Rest- und Althölzer
– Oberflächentechnik/Klebstoffchemie
– Innenraumchemie und -analytik
– Brand- und Holzschutz
– Bauteilprüfung und Analytik

Fraunhofer-Institut für schicht- und oberflächentechnik Ist
Bienroder Weg 54 E
38108 Braunschweig
Tel.: (0531) 21 55 - 0
Fax: (0531) 21 55 - 900
info@ist.fraunhofer.de
www.ist.fraunhofer.de

– Entwicklung von mechanisch-tribologischen, elektrischen und
optischen Funktionsschichten bzw. Schichtsystemen, Verfahren
und Systeme zur physikalischen und plasmaaktivierten oder
chemischen Schichtabscheidung, Atmosphärische Beschichtungsverfahren
– Diamanttechnologie, Haft- und Antihaftschichten, galvanische
Dispersionsschichten
– Schichtcharakterisierung und Qualitätssicherung

Klinische Pharmaforschung und -entwicklung
Klinische Allergie-, Asthma- und Inhalationsforschung
Gewebe-/Umwelthygiene und Verbraucherschutz
Prüfung und Registrierung von Chemikalien, Bioziden und
Pflanzenschutzmitteln
– Medizinische Biotechnologie und Molekulare Medizin

N
Fraunhofer-Institut für Intelligente analyse- und
Informationssysteme (IaIs) *
Schloss Birlinghoven
53754 Sankt Augustin
Tel.: (022 41) 14 - 30 00
Fax: (022 41) 14 - 430 00
info@iais.fraunhofer.de
www.iais.fraunhofer.de

* Gründung am 1. 7. 2006: Zusammenschluss der FraunhoferInstitute für Autonome Intelligente Systeme AIS und Medienkommunikation IMK

– Maschinelles Lernen und Adaptive Systeme (Knowledge Discove
Discove-ry, Lernverfahren, intelligente Dateninterpretation für multisensorielle Systeme, adaptive nichtlineare Regelungen)
– Data Mining und Business Intelligence (Ubiquitous Knowledge
Discovery, Raumbezogene Analysesysteme, Geomarketing,
statistische Verfahren, Subgruppenentdeckung)
– Automatische Medienanalyse von Text
ext,, Bild
Bild,, Audio
Audio,, Video (auto
(auto-matische Spracherkennung, Videosegmentierung, Videoerkennung, Text Mining)
– Interaktive Erschließung und Exploration (Visuelle Analytik,
Geografische Informationssysteme GIS, Multimodale Werkzeuge
für Wissens- und Präsentationsmedien, Exploration dreidimensionaler Datenbestände in virtuellen Umgebungen, Wissensmanagement, Mediationssysteme)
– Autonome Systeme (adaptive Steuerungsalgorithmen, agentenbasierte Mikrosimulation, Autonome Service Roboter,
Robotergestützte Sicherheitssysteme, Multisensorische Systeme,
Embedded Systems, TV-, Netz- und Webtechnologien, Baukästen
für Physical Rapid Prototyping, Roboterbaukästen und Lehrmaterial für Schulen

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

113

Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik FIt
Schloss Birlinghoven
53754 Sankt Augustin
Tel.: (022 41) 14 - 28 08
Fax: (022 41) 14 - 20 80
info@fit.fraunhofer.de
www.fit.fraunhofer.de

– CSCW – Computer Support for Cooperative Work
– HEB – Human Enabling in der Biomedizin
– ICON – Information Contextualization

Fraunhofer-Institut für algorithmen und wissenschaftliches
Rechnen scaI
Schloss Birlinghoven
53754 Sankt Augustin
Tel.: (022 41) 14 - 29 35
Fax: (022 41) 14 - 21 67
info@scai.fraunhofer.de
www.scai.fraunhofer.de

– Numerische Simulation und Visualisierung
– Schnelle Löser, Paralleles Rechnen, Multidisziplinäre Simulation,
Bioinformatik
– Diskrete Optimierung
– Computational Chemistry
– Grid Computing
– Angewandte Chemoinformatik

Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische schaltungen
und systeme IMs
Finkenstraße 61
47057 Duisburg
Tel.: (0203) 37 83 - 0
Fax: (0203) 37 83 - 266
info@ims.fraunhofer.de
www.ims.fraunhofer.de

– Entwurf und Prototypenfertigung analoger/
digitaler Schaltungen
– Mikrosystemtechnik
– Industrieelektronik
– Intelligente Leistungselektronik (Smart Power)
– Mikroprozessorsysteme

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und logistik IMl
Joseph-von-Fraunhofer-Straße 2 – 4
44227 Dortmund
Tel.: (0231) 97 43 - 0
Fax: (0231) 97 43 - 211
info@iml.fraunhofer.de
www.iml.fraunhofer.de

– Planung, Simulation und Gestaltung logistischer Systeme
– Entwicklung, Konstruktion und Prototypenrealisierung materialflusstechnischer Komponenten und Systeme zur Automatisierung
logistischer Prozesse
– Konzeptionierung, Organisation und Controlling logistischer
Prozesse aus betriebswirtschaftlicher Perspektive
– Ver- und Entsorgungslogistik
– Verkehrs- und Verpackungslogistik
– Innovative Anwendungen der RFID-Technologie/Internet der
Dinge

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPt
Steinbachstraße 17
52074 Aachen
Tel.: (0241) 89 04 - 0
Fax: (0241) 89 04 - 198
info@ipt.fraunhofer.de
www.ipt.fraunhofer.de

– Entwicklung innovativer Fertigungstechnologien wie Rapid
Prototyping, Laserstrahlbearbeitung und Aufbau umweltgerechter Fertigungssysteme
– Präzisions-, Ultrapräzisions- und Mikrobearbeitung
– Entwicklung, Konstruktion und Aufbau von
Produktionsmaschinen
– Entwicklung von optoelektronischen Messsystemen
– Methodenbasierte Produkt- und Technologieplanung,
Entwicklung von Qualitätsmanagementsystemen

Fraunhofer-Institut für lasertechnik Ilt
Steinbachstraße 15
52074 Aachen
Tel.: (0241) 89 06 - 0
Fax: (0241) 89 06 - 121
info@ilt.fraunhofer.de
www.ilt.fraunhofer.de

– Lasergestützte Fertigungstechnik, Verfahrensentwicklung
und Prozessregelung
– Laseranlagen und Systemtechnik
– Entwichlung von Laser- und Plasmastrahlquellen
– Lasermess- und Prüftechnik
– Entwicklung multimedialer Ausbildungssoftware

Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie
und angewandte Ökologie IMe
Auf dem Aberg 1
57392 Schmallenberg-Grafschaft
Tel.: (02972) 302 - 0
Fax: (02972) 302 - 319
info@ime.fraunhofer.de
www.ime.fraunhofer.de

– Anmelde- und Zulassungsuntersuchungen für Chemikalien,
Pflanzenschutzmittel, Arzneimittel und Verbraucherprodukte
– Boden- und Gewässerqualität
– Umweltbeobachtung und -analytik
– Nachhaltige Bodennutzung und Abfallentsorgung
– Umweltverträglichkeit von Produkten und Verfahren,
Risikoabschätzung
– Lebens- und Futtermittelsicherheit

A

S

Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und
angewandte Ökologie IMe
Standort Aachen, Bereich Molekularbiologie
Forckenbeckstr. 6
52074 Aachen
Tel.: (02 41) 60 85 - 0
Fax: (02 41) 60 85 - 100 - 00
www.ime.fraunhofer.de

–
–
–
–
–
–

Angewandte Genom- und Proteomforschung
Molekulares Farming
Pharmazeutische Produktentwicklung
Pflanzengenetik und Biotechnologie
Angewandte Mikrobiologie und Biosafety
Auftragsarbeiten

Fraunhofer-Institut für naturwissenschaftlichtechnische trendanalysen Int
Appelsgarten 2
53879 Euskirchen
Tel.: (022 51) 18 - 1
Fax: (022 51) 18 - 277
info@int.fraunhofer.de
www.int.fraunhofer.de

–
–
–
–
–
–
–
–
–

Technologiebeobachtung und -vorausschau
Technologieanalysen
Nationale und internationale Forschung und Technologie
Sicherheit und Aspekte atomarer/chemischer Bedrohungen
Erweiterte Luftverteidigung und neue Technologien
Informationsbeschaffung und -management
Elektromagnetische Effekte
Nukleare Detektionsverfahren und Sicherheitspolitik
Kernstrahlungseffekte in Elektronik und Optoelektronik

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, sicherheits- und
energietechnik UMsIcHt
Osterfelder Straße 3
46047 Oberhausen
Tel.: (02 08) 85 98 - 0
Fax: (02 08) 85 98 - 12 90
we@umsicht.fraunhofer.de
www.umsicht.fraunhofer.de

– Vorsorgende Umwelttechnik; betrieblicher Umweltschutz/Umweltmanagement
– Prozess- und Anlagensicherheit; Prozessentwicklung; Reaktorberechnung und -absicherung
– Energieverfahrenstechnik; Energieversorgung; Fernwärme und
Kraft-Wärme-Kopplung
– Brennstoffzellen-Systemtechnik

Fraunhofer-Institut für software- und systemtechnik Isst
Institutsteil Dortmund
Emil-Figge-Str. 91
44227 Dortmund
Tel.: (02 31) 976 77 - 100
Fax: (02 31) 976 77 - 199
info@isst.fraunhofer.de
www.isst.fraunhofer.de

– Informationslogistik
Informationslogistik;; Lösungen für individualisier
individualisierte
te,, bedarfsorien
bedarfsorien-tierte Informationsflüsse
– Personalized Business Internets, Entwicklung von Methoden und
Systemen zur integrierten, situationsgerechten und aktiven Bereitstellung von Informationsdiensten, Service Engineering, ontologiebasierte, dynamische Zuordnung von Diensteangeboten,
offenen Dienste-Infrastrukturen, Smart Event Solutions, Smarter
Wohnen, Early Warning Systems, Location Based Services, intelligente Verkehrsdienste
– Corporate Business Internets, Entwicklung von Methoden und
Systemen zur Informationsflusssteuerung und Kommunikationsunterstützung im Umfeld integrierter Versorgungsmodelle und
der Gesundheitstelematik sowie der individuellen Informationsversorgung von Ärzten an ihrem Arbeitsplatz, eHealth Lab
– Objects Internets, Informationsflusssteuerung im Internet der
Dinge, RFID im Gesundheitswesen

Fraunhofer-anwendungszentrum für logistikorientierte
Betriebswirtschaft alB des Fraunhofer-Instituts für
Materialfluss und logistik IMl
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Tel.: (05 251) 60 64 85
Fax: (05 251) 60 64 82
dangelmaier@alb.fraunhofer.de
www.alb.fraunhofer.de

– Modellierung von Betriebsmit
Betriebsmitteln
teln und Produkten und ihrer Struk
Struk-turierung mit allen für die Beurteilung eines Logistikprozesses
notwendigen Daten
– Modellierung von Logistikprozessen
– Werkzeuge für die Planung von Logistiksystemen wie z. B. Simulationssysteme

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

115

Rheinland-Pfalz
Fraunhofer-einrichtung für experimentelles software
engineering Iese
Fraunhofer-Platz 1
67663 Kaiserslautern
Tel.: (06 31) 68 00 - 0
Fax: (06 31) 68 00 - 10 99
info@iese.fraunhofer.de
www.iese.fraunhofer.de

– Angewandte empirische Forschung zur kon
kontinuierlichen
tinuierlichen Quali
Quali-tätsverbesserung und Produktivitätssteigerung bei der Entwicklung von Software und soft wareintensiven Systemen:
– Prozessanalyse und Prozessoptimierung, Messprogramme
– Requirements and Usability Engineering
– Produktlinienarchitekturen und Komponententechnologien
– Test- und Inspektionstechniken
– Software- und Systemsicherheit (Safety and Security)
– Kompetenzmanagementtechniken

Fraunhofer-Institut für techno- und wirtschaftsmathematik
ItwM
Fraunhofer-Platz 1
67663 Kaiserslautern
Tel.: (06 31) 316 00 - 0
Fax: (06 31) 316 00 - 10 99
info@itwm.fraunhofer.de
www.itwm.fraunhofer.de

– Entwicklung zuverlässiger Modelle und effizienter Algorithmen
für die Simulation und Optimierung von Fertigungsprozessen und
Produkten; Erstellung maßgeschneiderter Softwarelösungen
– Beratung beim Hard-/Softwareeinsatz, Auftragsrechnungen mit
kommerziellen Softwarepaketen, Parallelisierung von Berechnungscodes, Visualisierung technischer Prozesse

S
Fraunhofer-Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren IzFP
Universität, Gebäude E3 1
66123 Saarbrücken
Tel.: (06 81) 93 02 - 0
Fax: (06 81) 93 02 - 59 01
info@izfp.fraunhofer.de
www.izfp.fraunhofer.de

– Prüfgeräte und -systeme
– Qualitäts- und Ablaufsicherung
– Prozess- und Betriebsprüfungen (automatisierte zerstörungsfreie
Prüfverfahren)
– Nachweis und Größenbestimmung von Werkstofffehlern sowie
Bestimmung intrinsischer Werkstoffeigenschaften auf der Basis
von Ultraschall und mikromagnetischer, elektromagnetischer
und thermischer Wechselwirkungen
– Integration der zerstörungsfreien Prüfverfahren in die Fertigungsprozesse und QM-Systeme

Fraunhofer-Institut für Biomedizinische technik IBMt
Ensheimer Straße 48
66386 St. Ingbert
Tel.: (068 94) 980 - 0
Fax: (068 94) 980 - 400
info@ibmt.fraunhofer.de
www.ibmt.fraunhofer.de

– Sensorsysteme/Mikrosysteme (Biointerfaces, Biokompatibilitätsprüfungen)
– Ultraschall-Systemtechnik, -Anwendungstechnik (UltraschallMesstechnik, -Mikroskopie, Bildsysteme)
– Sensor-Fertigungstechnik
– Magnetische Resonanz (NMR, AFM, IR, EM, Bildverarbeitung)
– Biohybride Systeme
– Gesundheitstelematik

S
Fraunhofer-Institut für zelltherapie und Immunologie IzI
Deutscher Platz 5 e
04103 Leipzig
Tel.: (03 41) 355 36 - 0
Fax: (03 41) 355 36 - 109
info@izi.fraunhofer.de
www.izi.fraunhofer.de

– Regenerative Medizin
– Wiederherstellung funktionsgestörter Gewebe
und Organe
– Biologischer Ersatz durch in vitro gezüchtete
Gewebe (Tissue Engineering)

Fraunhofer-center für nanoelektronische technologien cnt
Königsbrücker Str. 180
01099 Dresden
Tel.: (03 51) 26 07 - 30 01
Fax: (03 51) 26 07 - 30 05

– Forschungsplattform für die Nanoelektronik
– Übertragung von innovativen Einzelprozesslösungen für die
Fertigung nanoelektrischer Systeme auf 300-mm-Wafern;
Bearbeitung ausgewählter Prozessschritte für die Fertigung
von High-Density-Speicherbausteinen sowie High-PerformanceTransistoren

A

S

Fraunhofer-Institut für elektronenstrahl- und
Plasmatechnik FeP
Winterbergstraße 28
01277 Dresden
Tel.: (03 51) 25 86 - 0
Fax: (03 51) 25 86 - 105
info@fep.fraunhofer.de
www.fep.fraunhofer.de

– Entwicklung von Elektronenstrahl- und Plasmaprozessen in der
Fertigung
– Oberflächenbearbeitung und -behandlung im Elektronenstrahl
– Verfahren und Systeme zur Abscheidung dünner Schichten durch
plasmagestützte Hochrateverdampfung und Magnetronzerstäubung
– Entwicklung prozessangepaßter Elektronenstrahl- und
Zerstäubungsquellen

Fraunhofer-Institut für werkstoff- und strahltechnik Iws
Winterbergstr. 28
01277 Dresden
Tel.: (03 51) 25 83 - 324
Fax: (03 51) 25 83 - 300
info@iws.fraunhofer.de
www.iws.fraunhofer.de

– Oberflächenveredelung von Werkstoffen und Bauteilen mittels
Laserstrahlung und anderer Hochleistungsenergiequellen
– Laser-Makro- und Mikromaterialbearbeitung
– Applikationen von Diodenlasern im Anwendungszentrum
Hochleistungs-Diodenlaser
– Werkstofferkstoff- und Ver
erfahrensen
fahrensenttwicklung für Schichten von Nano
Nano-meter- bis Millimeterdicke
– Ultrapräzisions- und Hochratebeschichtungen

Fraunhofer-Institut für Keramische technologien
und systeme IKts
Winterbergstraße 28
01277 Dresden
Tel.: (03 51) 25 53 - 519
Fax: (03 51) 25 53 - 600
info@ikts.fraunhofer.de
www.ikts.fraunhofer.de

erkstoffen, Techno
echno-– Beanspruchungsrelevan
Beanspruchungsrelevante
te En
Enttwicklung von Werkstoffen,
logien und keramischen Bauteilen
– Hochleistungssysteme aus den Bereichen Strukturkeramik, Funktionskeramik, Cermets
– Verfahrenstechnische Lösungen für Pulverentwicklung, Pulverprocessing, Formgebung, Sinterverfahren, Prozess- und Werkstoffcharakterisierung
– Systemorientierte Auslegung und Endfertigung von Bauteilen/
Funktionsmustern
– Umweltverfahrenstechnik – von der Systemanalyse zum System

Fraunhofer-Institut für werkzeugmaschinen
und Umformtechnik IwU
Reichenhainer Straße 88
09126 Chemnitz
Tel.: (03 71) 53 97 - 14 00
Fax: (03 71) 53 97 - 14 04
info@iwu.fraunhofer.de
www.iwu.fraunhofer.de

– Prozessgestaltung, -überwachung, -regelung und
-simulation sowie konstruktive Entwicklung, vorzugsweise für:
– Karosserie- und Fahrwerkselemente
– Werkzeug- und Formenbau
– Werkzeugmaschinen und Produktionsanlagen

Institutsteil Dresden
Nöthnitzer Str. 44
01187 Dresden
Tel.: (03 51) 47 72 - 201
Fax: (03 51) 47 72 - 203
Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMs
Maria-Reiche-Str. 2
01109 Dresden
Tel.: (03 51) 88 23 - 0
Fax: (03 51) 88 23 - 266
info@ipms.fraunhofer.de
www.ipms.fraunhofer.de

–
–
–
–
–

Fraunhofer-Institut für Integrierte schaltungen IIs
Außenstelle für Entwurfsautomatisierung
Zeunerstraße 38
01069 Dresden
Tel.: (03 51) 46 40 - 700
Fax: (03 51) 46 40 - 703
info@eas.iis.fraunhofer.de
www.eas.iis.fraunhofer.de

– Entwicklung von Werkzeugen (Tools) für den VLSI- und
Systementwurf
– Schaltkreisentwicklung
– Simulation von Schaltungen und Systemen

Lifetronics
Sensor- und Aktuatorsysteme
Organische Materialien und Systeme
Mikroscanner-Bauelemente
Flächenlichtmodulatoren

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Fraunhofer-Institut für verkehrs- und Infrastruktursysteme IvI
Teilinstitut des Fraunhofer-Instituts für Informationsund Datenverarbeitung IITB
Zeunerstraße 38
01069 Dresden
Tel.: (03 51) 46 40 - 801
Fax: (03 51) 46 40 - 803
info@ivi.fraunhofer.de
www.ivi.fraunhofer.de

– Verkehrsinformation und Management, Disposition, Ticketing
– Energie
Energie-- und Umwelt
Umwelttechnik
technik,, Systemmodelle und Prozesssteu
Prozesssteu-erung, emissionsfreie Antriebe und Energiespeicher, hybride
Antriebssysteme
– Fahrzeugkonzepte
ahrzeugkonzepte,, Verkehrssysteme/F
erkehrssysteme/Fahrer
ahrer-F
-Fahrzeug
ahrzeug-In
-Interakti
terakti-on, Intelligente Sensorsysteme

Fraunhofer-Institut für angewandte Materialforschung IFaM
Institutsteil Dresden
Winterbergstraße 28
01277 Dresden
Tel.: (03 51) 25 37 - 300
Fax: (03 51) 25 37 - 399
www.epw.ifam.fraunhofer.de

– Fasermetallurgie (PM-Schnellabkühlung, Faserherstellung und
-anwendung, MMC-Verbundwerkstoffe)
– Funktionswerkstoffe (Intermetallide, metallische
HT-Werkstoffe, Verbundwerkstoffe)
– Zellulare Werkstoffe (Hohlkugeln
(Hohlkugeln,, Hohlkugel
Hohlkugelformkörper
formkörper,, Leichtbaustrukturen)

Fraunhofer-Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren IzFP
Institutsteil Dresden
Maria-Reiche-Straße 2
01109 Dresden
Tel.: (03 51) 888 15 - 501
Fax: (03 51) 888 15 - 509
info@izfp-d.fraunhofer.de
www.izfp-d.fraunhofer.de

–
–
–
–
–

Fraunhofer-anwendungszentrum für verarbeitungsmaschinen
und verpackungstechnik avv des Fraunhofer-Instituts für
verfahrenstechnik und verpackung Ivv
Heidelberger Straße 20
01189 Dresden
Tel.: (03 51) 436 14 - 30
Fax: (03 51) 436 14 - 59
all@avv.fraunhofer.de
www.avv.fraunhofer.de

– Analyse, Entwicklung und Optimierung von Verarbeitungs- und
Verpackungsmaschinen
– Analyse und Optimierung von Verarbeitungsanlagen der stoffver
stoffver-arbeitenden und Verpackungsindustrie

Fraunhofer-zentrum für Mittel- und osteuropa Moez
Städtisches Kaufhaus Leipzig
Neumarkt 9 – 19
04109 Leipzig
Tel.: (03 41) 23 10 - 39 0
Fax: (03 41) 23 10 - 39 199
info@moez.fraunhofer.de
www.moez.fraunhofer.de

– Wissens- und Kommunikationsdrehscheibe zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Deutschland und
Mittel- und Osteuropa
– Schaffung kommunikativer Strukturen und Aufbau leistungsfähiger marktorientierter und stabiler Netzwerke in den Technologiebereichen Automobil und Verkehr, Bau- und Bauwirtschaft,
Umwelt und Ressourcenmagagement, Energie und Energiewirtschaft sowie Logistik, Beziehungen, durch die neue Forschungsprojekte entstehen, sowie die Begleitung dieser Projekte
– Übernahme einer wichtigen Querschnittfunktion für Wirtschaft
und Wissenschaft in Mittel- und Osteuropa

Anwendung passiver und aktiver akustischer Methoden
Röntgen- und Neutronenanalytik
Prüfgeräte und -systeme (Gerätebau)
Mikrotechnische Qualitätssicherung
Anlagensicherheit, Umwelt-, Geologieprüftechnik

S
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF
Sandtorstraße 22
39106 Magdeburg
Tel.: (03 91) 40 90 - 0
Fax: (03 91) 40 90 - 596
info@iff.fraunhofer.de
www.iff.fraunhofer.de

– Automatisierung: Robotersysteme, optische Sensorik und
Messtechnik
– Planung, Modellierung und Optimierung logistischer Systeme
und Netze; RFID, Telematik und Satellitennavigationsanwendungen
– Virtual Engineering von Produkten, Prozessen und Systemen;
Training mit Technologien der Virtual, Augmented und Mixed
Reality
– Prozess- und Anlagentechnik: Thermische Anlagentechnik
und energietechnische Systeme

117

A

S

Fraunhofer-Institut für werkstoffmechanik IwM
Institutsteil Halle
Heideallee 19
06120 Halle / Saale
Tel.: (03 45) 58 89 - 0
Fax: (03 45) 55 89 - 101
ka@iwmh.fraunhofer.de
www.iwmh.fraunhofer.de

– Diagnose und Bewertung mikroskopischer Strukturen
und Systeme
– Modellierung des mechanischen Verhaltens von Werkstoffen
und Mikrosystemen
– Struktur-/Eigenschaftsbeziehungen für Polymere und
Faserverbünde
– Charakterisierung, Modifizierung und Funktionalisierung
biologischer Oberflächen

S
Fraunhofer-Institut für siliziumtechnologie IsIt
Fraunhoferstraße 1
25524 Itzehoe
Tel.: (048 21) 17 - 0
Fax: (048 21) 17 - 42 50
info@isit.fraunhofer.de
www.isit.fraunhofer.de

–
–
–
–

Power-MOS-Prozesse/Systeme und Pilotfertigung
Mikromechanische Bauteile
Hybridintegration
HL-Fertigungsgeräte

Fraunhofer-einrichtung für Marine Biotechnologie eMB
Maria-Goeppert-Str. 1
ab 1. April 2008:
Medizinisches Gesundheitszentrum
Paul-Ehrlich-Straße 1 – 3
23562 Lübeck
Tel.: (04 51) 29 03 - 210
Fax: (04 51) 29 03 - 213
info@emb.fraunhofer.de
www.emb.fraunhofer.de

–
–
–
–
–
–
–

Aquatische Biotechnologie
Zelltechnologie mariner Organismen
Regenerative Medizin
Umwelt- und medizinrelevante Testsysteme
Nahrungs- und Futtermitteltechnologien
Medizintechnik
Stammzelltechnologie für die regenerative Medizin
und Bioindustrie
Zelluläre Technologien verschiedener Spezies
und verschiedener Gewebe
Anlage und Verwertung von Zelllinien unterschiedlichster
Organismen
Induktion von Gewebesystemen aus tierischen
und humanen Zellisolaten
Entwicklung von Stammzelldifferenzierungsprozeduren
Entwicklung neuer Tools und Gerätekomponenten für die
Stammzellhandhabung
Mikromanipulation von Zellen

–
–
–
–
–
–

T
Fraunhofer-Institut für angewandte optik
und Feinmechanik IoF
Beutenberg Campus
Albert-Einstein-Str. 7
07745 Jena
Tel.: (036 41) 807 - 0
Fax: (036 41) 807 - 600
info@iof.fraunhofer.de
www.iof.fraunhofer.de

– Mikro- und Nanostrukturtechnik für die Optik
– Ultrapräzisionsbearbeitung
– Multifunktionale optische Schichtsysteme
für EUV bis NIR
– Refraktive und diffraktive miniaturisierte Optik
– Festkörperbasierte Lichtquellen
– Aufbau- und Verbindungstechnik für opto-mechanische Systeme
– Optische Systeme u. a. für Beleuchtung, Informationsaufnahme
und -wiedergabe, Medizintechnik
– Optomechanische Präzisionssysteme
– Optische Metrologie

Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMt
Ehrenbergstr. 29
98693 Ilmenau
Tel.: (036 77) 69 - 43 41
Fax: (036 77) 69 - 43 99
info@idmt.fraunhofer.de
www.idmt.fraunhofer.de

–
–
–
–
–
–

Virtuelle Akustik
Semantische Metadatenanalyse von multimedialen Inhalten
Autocodierung, Übertragung von Autosignalen über Internet
Medientechnik für medizinische Anwendungen
Interaktive Audio-Visuelle Anwendungssysteme
Medientechnik für das Heimstudio

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung
IItB mit dem Fraunhofer-anwendungszentrum für systemtechnik ast
Am Ehrenberg 8
98693 Ilmenau
Tel.: (036 77) 461 - 0
Fax: (036 77) 461 - 100
wst@ast.iitb.fraunhofer.de
www.ast.iitb.fraunhofer.de

119

– Energiemanagement (Elektro/Fernwärme/Gas)
– Management von Wasserver- und -entsorgungssystemen
– Informationssysteme für Technik und Umwelt

A
Fraunhofer-Gesellschaft
Büro Brüssel
Rue du Commerce 31
1000 Brüssel, Belgien
Tel.: +32 (0) 2/506 42 - 40
Fax: +32 (0) 2/506 42 - 49
beate.trueck@zv.fraunhofer.de

– Das Fraunhofer-Büro in Brüssel fungiert als Schnittstelle zwischen
den europäischen Institutionen und der FhG. Zum einen bietet
es auf Anfrage Dienstleistungen für die Fraunhofer-Institute an,
zum anderen unterstützt es den Vorstand bei der strategischen
Positionierung der FhG im europäischen forschungspolitischen
Dialog.

Fraunhofer Representative office Moskau
Olga Zueva
c/o Deutsch-Russisches Haus
Malaja Pirogovskaja 5
119435 Moskau, Russland
Telefon: +7 095 933 29 11 / 12
Fax: +7 095 933 29 16
olga.zueva@fraunhofer.ru

– Die FhG hat 2005 ihr erstes Representative Office in Moskau
eingerichtet. Das Office unterstützt die Anlaufaktivitäten in
Russland durch Erstellung von Expertisen, Übersicht von Förderprogrammen, Identifikation fachlich kompetenter russischer
Partner für FuE-Projekte und durch Identifikation potenzieller
russischer Industriepartner.

Fraunhofer-chalmers Research centre for
Industrial Mathematics
Chalmers Teknikpark
412 88 Göteborg, Schweden
Tel.: +46 (0)31 77242 85
Fax: +46 (0)31 77247 99
info@fcc.chalmers.se
www.fcc.chalmers.se

– Förderung des Technologietransfers im Bereich Mathematik

Kompetenzzentrum ambient Intelligence in Ungarn
Ansprechpartner in Deutschland:
Prof. Dr. Dieter Rombach
Telefon: +49 (0) 631 / 68 00 - 10 01
Fax: +49 (0) 631 / 68 00 - 10 99
dieter.rombach@iese.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Fraunhofer-Platz 1
67663 Kaiserslautern

– Das deutsch
deutsch-ungarische
-ungarische Kompetenzzen
Kompetenzzentrum
trum Ambien
Ambientt In
Intelli
telli-gence (BelAmI) wurde 2004 in Kooperation mit der Technischen
Universität Kaiserslautern, der Bay Zoltán Foundation (Ungarn)
und der Budapest University of Technology and Economics
gegründet. An den Standorten Kaiserslautern und Budapest
beschäftigen sich Wissenschaftler mit den Kernherausforderungen des Ambient Intelligence: Mikroelektronik und -sensorik,
Mobilkommunikation, Software Engineering und Mensch-Maschine-Interaktion. Der Fokus der Anwendungen liegt im Automobilbereich, im Assisted Living und in der Büroautomation.

Ansprechpartner in Ungarn:
Prof. Dr. Géza Gordos
Telefon: +36 1 463 24 48
Fax: + 36 1 463 31 07
gordos@tmit.bme.hu
Applied Communications Technology Program
Bay Zoltán Foundation for Applied Research
Fehervari ut 130
1509 Budapest, Pf. 53, Ungarn

A

S

A
Fraunhofer center for experimental software
engineering Maryland (cese)
Executive Director:
Dr. Rance Cleaveland
rcleaveland@fc-md.umd.edu
Managing Director: Frank Herman
fherman@fc-md.umd.edu
4321 Hartwick Road, Suite 500
College Park, MD 20742 - 3290, USA
Phone: +1 301 403 2705
Fax: +1 301 403 8976

– Soft
Softwareent
wareentwicklungsumgebungen
wicklungsumgebungen;; Sof
Softtwareprozessverbes
wareprozessverbes-serung; Entwicklung Lernender Organisationen mit Hilfe des
Experience-Factory-Ansatzes
– Messen und Bewerten (Feedback) des Entwicklungsprozesses;
Tool-Unterstützung für Prozessaktivitäten; Analyse, Baselining
und empfohlene Ansätze für Software Support Groups in Querschnitt- und Entwicklungsabteilungen; Technologietransferaktivitäten
– Angewandte Forschung im Bereich Software-EngineeringTechnologien

Fraunhofer center for laser technology (clt)
Dr.-Ing. Stefan Heinemann
46025 Port St.
Plymouth, MI 48170, USA
Tel. : +1 734 354 63 00 ext. 210
Fax : +1 734 354 33 35
sheinemann@clt.fraunhofer.com
www.clt.fraunhofer.com

– Entwicklung und Implementierung neuer LasertechnologieAnwendungen für das gesamte Spektrum des Schneidens,
Schweißens und der Oberflächenbehandlung mittels CO2- ,
Nd:YAG - und Hochleistungsdiodenlaser
– Service-Angebot in folgenden Bereichen: Prozessentwicklung,
System- und Komponentenkonstruktion sowie Fügeverfahren,
Prototypenbau, Qualitätssicherung, Extended Enterprise (Übernahme von Aufgaben im Rahmen des Extended Enterprises
[Einbindung in die Kundenprozesskette] ), Beratung, Ausbildung
und Schulung
– Spezialoptiken für die Oberflächenbehandlung und für
Hochbrillanzdioden

Fraunhofer center for Manufacturing Innovation,
Massachusetts (cMI)
Prof. Dr.-Ing. Andre Sharon
15 St. Mary‘s Street
Brookline, MA 02446 - 8200, USA
Tel.: +1 617 353 1888
Fax: +1 617 353 1896
asharon@fraunhofer.org
www.fhcmi.org

– Produktionstechnologie und Mechatronik; fortgeschrittener und
Hochpräzisionsmaschinenentwurf und -konstruktion, AlphaLevel-Maschinen für den Hochtechnologiebereich, PhotonikVerpackung
– Entwurf und Redesign von Produktionssystemen, Prozessanalyse
und -optimierung, Benchmarking; Optimierung der Herstellungsstrategie und -parameter von Werkzeugen und Gussformen.
– Bearbeitung anspruchsvoller Materialien (Keramik, Titan),
laserunterstütztes Fräsen; Training von Studenten; MasterAbschluss in Global Manufacturing
– Unterstützung von amerikanischen und deutschen Unternehmen
in Nordamerika

Fraunhofer center for coatings and laser applications (ccl)
B 100 Engineering Research Complex
Michigan State University
East Lansing, MI 48824 - 1226, USA
Tel.: +1 517 355 4620
Fax: +1 517 353 1980
jasmussen@fraunhofer.org
www.ccl.fraunhofer.org

– Beratung,
Beratung, Machbarkeit
Machbarkeitsstudien
sstudien,, FuE
FuE-Projekte
-Projekte,, Inst
Installation
allation und Be
Be-treuung von Pilotanlagen und die Entwicklung und Evaluierung
von neuen Applikationen in der Laser- und Dünnschichttechnik
– Anlagentechnik: PVD-Beschichtungsanlage mit kontrolliertem
Plasmabogen, Oberflächenmessplatz zur Schichtcharakterisierung, multifunktionale Laserinduktionsanlage, 2-kW Hochleistungsdiodenlaser; Zugang zu zahlreichen CO2 und Nd:YAGLasern in allen Leistungsklassen, verschiedenen Roboter- und
Bewegungsmaschinen sowie einer Plasmaschweißanlage
– Prozessentwicklungen Dünnschichttechnik: Beschichtungen für
Schneid- und Umformwerkzeuge zur Erhöhung des Verschleißschutzes
– Entwicklung und Erprobung neuartiger Schichtsysteme (DLC)
sowie Beschichtung dekorativer Produkte; Prozessentwicklung
Lasertechnik: Schweißen von Leichtmetallen (Aluminium, Magnesium etc.); induktiv unterstützte Laserapplikationen für hochkohlenstoffhaltige Stähle im Bereich Schweißen, Härten, Legieren
und Beschichten; Diodenlaserapplikationen, wie das Schweißen
dünner Bleche, Härten, Löten und Beschichten

Laser Technology Division
46025 Port Street
Plymouth, MI 48170, USA
Tel.: +1 734 354 6300 ext. 231
Fax: +1 734 354 3335
cwalz@fraunhofer.org
www.ccl.fraunhofer.org
Coating Technology Division
B 100 Engineering Research Complex
Michigan State University
East Lansing, MI 48824 - 1226, USA
Tel.: + 1 517 432 8173
Fax: +1 517 432 8168
tschuelke@fraunhofer.org
www.ccl.fraunhofer.org

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Fraunhofer center for Molecular Biotechnology (cMB)
9 Innovation Way, Suite 200
Newark, DE 19711, USA
Tel.: +1 302 369 3635
Fax: +1 302 369 8955
bmarss@fraunhofer.org
www.fraunhofer-cmb.org

– Entwicklung pharmazeutischer Wirkstoffe in Pflanzen
– Kostengünstige Produktion technischer Enzyme
für Biokatalyse

Fraunhofer Usa Digital Media technologies (DMt)
(Partner des Fraunhofer IIS)
100 Century Center Court, Suite 504
San José, CA 95112, USA
Tel.: +1 408 753 9900
robert.bleidt@fraunhofer.org
www.dmt.fraunhofer.org

– Vermarktung modernster Audiocodierverfahren
und multimediale Echtzeitsysteme

A

A
Fraunhofer Representative office Beijing
Chief Representative
Han Xiaoding
Unit 0606, Landmark Tower II
8 North Dongsanhuan Road
Chaoyang District
100004 Beijing
PR China
Tel.: +86 10 65 90 6135
Fax: +86 10 65 90 0052
hanxd@fraunhofer.cn
www.fraunhofer.cn
Representative for Production and Information Technologies
(Dependance des Fraunhofer IITB)
Dipl.-Ing. MU Hong
Tel.: +86 10 65 90 0621
Fax: +86 10 65 90 0619
muh@fraunhofer.cn
Representative for Material Technologies
Dipl.-Ing. (FH) Zhang Hongbo
Tel.: +86 10 65 90 6136
Fax: +86 10 65 90 0052
zhanghb@fraunhofer.com.cn
Representative for Biotechnologies
Dipl.-Kfm. Ying Jun
Tel.: +86 10 6590 6136
Fax: +86 10 6590 0052
yingj@fraunhofer.cn
Fraunhofer/Unesco Chair
Information Technology for Industry
and Environment
Tel.: +86 10 65 900 620 / 621
Fax: +86 10 65 900 619
steusloff@iitb.fraunhofer.de
muh@fraunhofer.cn

121

– Die Representative Offices der Fraunhofer-Gesellschaft in China,
Indonesien und Japan haben ihren Schwerpunkt im Marketing
und in der Geschäftsfelderweiterung. Für die FhG und ihre
deutschen Industriepartner evaluieren und erschließen sie den
asiatischen Markt. Die Representative Offices bilden eine Brücke
zwischen den lokalen asiatischen Märkten und den FraunhoferInstituten.
– Die Offices repräsentieren alle Fraunhofer-Institute mit ihrer
ganzen Bandbreite von Consulting, Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen, z. B.:
– Problemanalysen und Markteinschätzung,
Optimierung von Produkten und Prozessen
– Unterstützung bei der Einführung neuer Technologien und
Formen der Organisation.

S

Fraunhofer Representative office Indonesia
Dr.-Ing. Ida-Bagus Kesawa Narayana
Menara Thamrin Suite 3A07
Jl. M. H. Thamrin Kav. 3
Jakarta 10250, Indonesia
Tel.: +62 21 315 47 95
Fax: +62 21 315 41 95
albrecht@fhgindo.germancentre.co.id

s. o.

Fraunhofer Representative office Japan
Dr. Lorenz Granrath
German Cultural Center 1 F
Akasaka 7 - 5 - 56, Minato-ku
Tokyo 107 - 0052, Japan
Tel.: +81 0 335 867 104
Fax: +81 0 335 867 187
granrath@fraunhofer.jp
www.fraunhofer.jp

s. o.

Fraunhofer Representative office Korea
Joohwan Kim
Tel.: +82 237 804 622
Fax: +82 237 804 608
joohwan.kim@fraunhofer.kr
www.fraunhofer.kr

s. o.

Fraunhofer senior advisor in Malaysia
Dr. Ahmad b. Ibrahim
34, Jalan IS 5,
Lembah Jaya
Ampang 68000
Selangor D.E., Malaysia
Tel.: +603 4292 3460
Fax: 603 4295 8219
ibrahim.ahmad@fraunhofer.de

s. o.

Fraunhofer senior advisor in singapur
Dr. Loh Wah Sing
111 Somerset Road, #02 - 05
Singapore Power Building
Singapore 238164
Tel.: +65 683 79327
Fax: +65 633 78719

s. o.

Fraunhofer Representative office Middle east
General Manger: Dr. Dieter R. Fuchs
c/o SS Lootah BCGas
P. O. Box 41033
Dubai, U.A.E.
Tel.: +971 420 99 189
+971 506 536 211
Fax: +971 429 77 742
dieter.fuchs@zv.fraunhofer.de

s. o.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

9.4 Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren (HGF)
In der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), einem eingetragenen Verein, sind 15
nationale Forschungszentren für naturwissenschaftlichtechnische und biologisch-medizinische Forschung zusammengeschlossenen. Mit ca. 26.500 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern und einem Jahresbudget von rund
2,7 Mrd. Euro ist sie die größte Wissenschaftsorganisation
Deutschlands.
Die Geschäftsstelle des Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. befindet sich an folgenden
Standorten:
Ahrstraße 45
53175 Bonn-Bad Godesberg
Postanschrift:
Postfach 20 14 48
53144 Bonn
Telefon: (02 28) 308 18 - 0
Telefax: (02 28) 308 18 - 30
SpreePalais am Dom
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin
Telefon: (030) 206 329 - 0
Telefax: (030) 206 329 - 70
info@helmholtz.de
www.helmholtz.de
Die Helmholtz-Gemeinschaft identifiziert und bearbeitet
große und drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch strategisch ausgerichtete
Spitzenforschung in den sechs zentrenübergreifenden
Forschungsbereichen »Energie«, »Erde und Umwelt«,
»Gesundheit«, »Schlüsseltechnologien«, »Struktur der
Materie« und »Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr«. Sie

123

erforscht Systeme hoher Komplexität unter Einsatz von
Großgeräten und entsprechenden Infrastrukturen gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern.
Die HGF verbindet Forschung und Technologieentwicklung mit innovativen Anwendungs- und Vorsorgeperspektiven.
Im Herbst 2001 hat die HGF mit den Zuwendungsgebern einen Reformprozess eingeleitet, indem das
bisherige System der Finanzierung auf die Programmorientierte Förderung umgestellt wurde. Kernelement
des neuen Finanzierungssystems ist die Ablösung der
bisherigen rein zentrenbezogenen Förderung durch die
Förderung von 30 zentrenübergreifenden Forschungsprogrammen in den sechs Forschungsbereichen. Die
nötigen forschungspolitischen Vorgaben werden dabei
von den Zuwendungsgebern festgelegt. Die Vergabe der
Fördermittel erfolgt auf der Basis von Begutachtungen
durch international besetzte Gremien. Ab 2008 startet die
Reform, deren strategische Ziele mehr Wettbewerb und
mehr Kooperation sind, in ihre 2. Programmperiode.
Der mit dem Pakt für Forschung und Innovation verbundene finanzielle Zuwachs von derzeit drei Prozent
jährlich eröffnet den Helmholtz-Zentren die Möglichkeit,
neben ihren wissenschaftlichen Kernaufgaben auch
Querschnittsaufgaben wie beispielsweise die Kooperation und Vernetzung mit der Wirtschaft und der Wissenschaft, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses oder den Technologietransfer zu vertiefen.
Einzelheiten zu den Helmholtz-Zentren ergeben sich
aus folgender Übersicht.

A

S

abbildung 6
standorte der einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft

Landeshauptstädte
Forschungsstätten

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

stiftung alfred-wegener-Institut für Polarund Meeresforschung (awI)
Am Handelshafen 12
27570 Bremerhaven
Tel.: (04 71) 48 31 - 0
Fax: (04 71) 48 31 - 149
awi-pr@awi-bremerhaven.de
www.awi-bremerhaven.de

125

– Untersuchungen zum gekoppelten System
Ozean-Klima-Kryosphäre
– Strukturen und Prozesse in den marinen Ökosystemen der Polar
olar-gebiete und der europäischen Randmeere
– Rekonstruktion der Umwelt- und Klimageschichte
des Nord- und Südpolarmeeres
– Meteorologische
Meteorologische,, luf
luftchemische
tchemische und geophysikalische Langzeitmessungen in den Polargebieten
– Marine Naturstoffforschung

Außenstelle Potsdam
Inselstationen Helgoland und List (Sylt)
–
–
–
–
–

Entwicklung, Bau und Betrieb großer Beschleunigeranlagen
Forschung in der Elementarteilchenphysik
Forschung mit Photonen
Astroteilchenphysik
Instrumentelle Entwicklung

stiftung Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFz)
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: (062 21) 42 - 0
Fax: (062 21) 42 - 29 95
presse@dkfz.de
www.dkfz.de

–
–
–
–
–
–
–

Zell- und Tumorbiologie
Funktionelle und Strukturelle Genomforschung
Krebsrisikofaktoren und Krebsprävention
Innovative Krebsdiagnostik und -therapie
Infektion und Krebs
Tumorimmunologie
Translationale Krebsforschung

Deutsches zentrum für luft- und Raumfahrt e. v. (DlR)
Linder Höhe
51147 Köln
Tel.: (022 03) 601 - 0
Fax: (022 03) 673 10
pressestelle@dlr.de
www.dlr.de

– Luftfahrt, u. a. :
– Effizienter und umweltfreundlicher Antrieb
– Sichere und effiziente Luftverkehrsführung
– Raumfahrt, u. a. :
– Kommunikation und Navigation
– Erdbeobachtung
– Erforschung des Weltraums
– Raumtransport
– Technik für Raumfahrtsysteme
– Verkehr, u. a. :
– Verkehrsmanagement
– Verkehrssysteme
– Energie, u. a. :
– Verbrennungs- und Gasturbinentechnik
– Energieverfahrenstechnik
– Solarforschung

stiftung Deutsches elektronen-synchrotron (Desy)
Notkestraße 85
22607 Hamburg
Tel.: (040) 89 98 - 0
Fax: (040) 89 98 - 32 82
desyinfo@desy.de
www.desy.de
Außenstelle: Zeuthen (Brandenburg)

13 Standorte: Berlin-Adlershof, Bonn, Braunschweig, Bremen,
Göttingen, Hamburg, Köln, Lampoldshausen, Neustrelitz,
Oberpfaffenhofen, Stuttgart, Trauen, Weilheim

Forschungszentrum Jülich GmbH (FzJ)
Wilhelm-Johnen-Straße
52428 Jülich
Tel.: (024 61) 61 - 0
Fax: (024 61) 61 - 8100
fzj@fz-juelich.de
www.fz-juelich.de

–
–
–
–
–
–

Struktur der Materie
Materialforschung
Energietechnik
Informationstechnik
Lebenswissenschaften
Umweltvorsorgeforschung

Forschungszentrum Karlsruhe GmbH (FzK)
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Tel.: (072 47) 82 - 0
Fax: (072 47) 82 - 50 70
info@oea.fzk.de
www.fzk.de

–
–
–
–
–

Energieforschung
Umweltforschung
Schlüsseltechnologien (Nano- und Mikrotechnologie)
Naturwissenschaftliche Grundlagenforschung
Querschnittsaktivitäten (Technologietransfer, Systemanalyse und
Technikfolgenabschätzung)

A

S

Helmholtz-zentrum für Infektionsforschung GmbH (HzI)
Inhoffenstraße 7
38124 Braunschweig
Tel.: (05 31) 61 81 - 0
Fax: (05 31) 61 81 - 26 97
info@helmholtz-hzi.de
www.helmholtz-hzi.de

– Infektionsforschung
– Neue Strategien zur Diagnose und Therapie
von Infektionskrankheiten
– Mechanismen von Infektion und Immunität: Mikroorganismen,
Pathogenese, Immunbiologie, Genetische Suszeptibilität,
Antiinfektiva, Vakzin

stiftung GeoForschungszentrum Potsdam (GFz)
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: (03 31) 288 - 0
Fax: (03 31) 288 - 10 02
presse@gfz-potsdam.de
www.gfz-potsdam.de

–
–
–
–
–

Globale Prozesse und Geomonitoring
Geodynamik, Stoffkreisläufe und Ressourcen
Klimavariabilität und Lebensraum des Menschen
Naturkatastrophen und Vorsorgestrategie
Geoengineering

Außenstelle: Niemegk
GKss-Forschungszentrum Geesthacht
GmbH (GKSS)
Max-Planck-Straße
21502 Geesthacht
Tel.: (041 52) 87 - 0
Fax: (041 52) 87 - 14 03
presse@gkss.de
www.gkss.de

– Funktionale Werkstoffsysteme (Leichtbau in der Verkehrsund Energietechnik, Polymersysteme)
– Küsten- und Klimaforschung
– Regenerative Medizin
– Forschung mit Neutronen und Synchrotronstrahlung

Außenstelle: Teltow
Helmholtz zentrum München
Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit
und Umwelt GmbH
Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Tel.: (089) 31 87 - 0
Fax: (089) 31 87 - 33 22
oea@helmholtz-muenchen.de.de
www.helmholtz-muenchen.de

– Erforschung von Schutzmechanismen, die den Menschen in
seiner Umwelt gesund erhalten
– Aufklärung molekularer Ursachen von Erkrankungen und deren
Beeinflussung durch Umweltfaktoren
– Grundlegende Mechanismen von Immunreaktionen und -tole
-tole-ranz
– Risiken für den Menschen und seine natürlichen
Lebensgrundlagen durch Umweltfaktoren
– Angewandte Forschung in Klinischen Kooperationsgruppen

Außenstellen: München, Wolfenbüttel-Remlingen
Gesellschaft für schwerionenforschung mbH (GsI)
Planckstraße 1
64291 Darmstadt
Tel.: (061 59) 71 - 0
Fax: (061 59) 71 - 27 85
presse@gsi.de
www. gsi.de

–
–
–
–
–
–

Hahn-Meitner-Institut Berlin GmbH (HMI)
Glienicker Straße 100
14109 Berlin
Tel.: (030) 80 62 - 0
Fax: (030) 80 62 - 21 81
info@hmi.de
www.hmi.de

– Betrieb des Forschungsreaktors BER II und des Berliner Zentrums
für Neutronenstreuung (BENSC)
– Instrumentelle Entwicklung
– Struktur und Dynamik kondensierter Materie
– Materialforschung
– Solarenergieforschung, Photovoltaik

Außenstelle: Berlin-Adlershof

Entwicklung, Bau und Betrieb großer Beschleunigeranlagen
Hadronen- und Kernphysik
Atomphysik
Plasmaphysik
Materialforschung
Strahlenbiologie

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)
Boltzmannstraße 2
85748 Garching
Tel.: (089) 32 99 - 01
Fax: (089) 32 99 - 22 00
info@ipp.mpg.de
www.ipp.mpg.de

–
–
–
–
–
–

Forschungen auf dem Gebiet der Plasmaphysik
Erforschung der kontrollierten Kernfusion
Stellarator
Tokamak
Fusionsrelevante Oberflächenphysik
Materialforschung

Max-Delbrück-centrum für Molekulare Medizin (MDc)
Berlin-Buch
Robert-Rössle-Straße 10
13092 Berlin-Buch
Tel.: (030) 940 60
Fax: (030) 949 41 61
presse@mdc-berlin.de
www.mdc-berlin.de

–
–
–
–
–

Molekulare Medizin
Translationale Forschung
Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen
Krebsforschung
Funktion und Dysfunktion des Nervensystems

Helmholtz-zentrum für Umweltforschung UFz GmbH
Permoserstraße 15
04318 Leipzig
Tel.: (03 41) 235 - 2242
Fax: (03 41) 235 - 27 91
gf@gf.ufz.de
www.ufz.de

– Integrative Umweltforschung auf den Gebieten:
– Biodiversität und terrestrische Ökosysteme
– Wasserressourcen und aquatische Ökosysteme
– Analytik und Ökotoxikologie
– Umweltsystemmodellierung
– Biogeochemie und Umwelttechnik
– Sozialwissenschaftliche Umweltforschung
– Gesundheitsforschung
– Bioenergie

127

Außenstelle: Greifswald

Außenstellen: Halle/Saale, Magdeburg

A
Helmholtz-Gemeinschaft
Büro Brüssel
Rue du Trône 98
1050 Brüssel, Belgien
Tel.: +32 (0)2 50 00 970
Fax: +32 (0)2 50 00 980
bruessel@helmholtz.de

– Hauptaufgabe des Büros der HGF in Brüssel ist es,
die Helmholtz-Zentren dabei zu unterstützen, ihre
Chancen im Wettbewerb um Fördermittel der EU in den
Forschungsrahmenprogrammen zu verbessern.

Helmholtz association
Landmark Tower 2 - 1723
Dongsanhuanbeilu 8
Chaoyang District
Beijing 100004, China
Tel.: +86 (0) 10 - 65 90 78 - 65
Fax: +86 (0) 10 - 65 90 78 - 67
tong.liu@helmholtz.cn

– Die Büros der HGF in China und Russland haben die Aufgabe,
die Kooperation zwischen den Helmholtz-Zentren und ihren
chinesischen bzw. russischen Partnern zu fördern. Die Büros
dienen als Anlaufstelle für Helmholtz-Forscherinnen und
-Forscher und chinesische bzw. russische Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler, die an einer Kooperation interessiert
sind. Ihre Hauptaufgabe ist, bei der Kontaktaufnahme zu
wissenschaftlichen Partnern zu helfen, gemeinsame wissenschaftliche Projekte zu unterstützen und den Austausch
untereinander zu intensivieren.

A

S

Helmholtz-association
Head Moscow Office
German-Russian House Moscow
Malaya Pirogovskaya 5
119435 Moscow, Russian Federation
Postal Address from/via Germany:
Helmholtz-Office Moscow
c/o APK Worldwide Courier GmbH
Desenißstr. 54
22083 Hamburg
Tel.: +7 (0) 95 981 17 63
Fax: +7 (0) 95 981 17 65
bertram.heinze@helmholtz.de
www.helmholtz.ru

s. o.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

129

9.5 leibniz-Gemeinschaft (wGl)
In der Leibniz-Gemeinschaft sind gegenwärtig 82
Forschungseinrichtungen, Einrichtungen mit Servicefunktion für die Wissenschaft sowie Forschungsmuseen
organisiert, die gemeinsam von Bund und Ländern nach
der Rahmenvereinbarung Forschungsförderung finanziert werden. Die Leibniz-Einrichtungen beschäftigen
etwa 13.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon
ca. 5.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler)
und verfügen über ein Gesamtbudget von etwa 1,1 Mrd.
Euro. Der Finanzierungsanteil von Bund und Ländern
beträgt in der Regel 50 : 50. Alle Leibniz-Institute haben
sich in der Leibniz-Gemeinschaft zusammengeschlossen.
Vorrangiges Ziel des Zusammenschlusses ist eine stärkere
Zusammenarbeit aller Mitgliedsinstitute durch einen
regelmäßigen Erfahrungs- und Informationsaustausch,
die Zusammenarbeit in gemeinsam interessierenden Angelegenheiten, sowie die Wahrnehmung gemeinsamer
Interessen der Mitglieder nach außen.
Grundlage für die Förderung der Leibniz-Einrichtungen durch Bund und Länder ist die überregionale
Bedeutung und das gesamtstaatliche wissenschaftspolitische Interesse an ihrer Arbeit. Leibniz-Institute
arbeiten strategisch und themenorientiert an der Lösung
drängender gesellschaftlicher Fragen. Diesen Auftrag
erfüllen sie durch Forschung, wissenschaftliche Dienstleistung und Wissenstransfer in Gesellschaft, Politik und
Wissenschaft. Besondere strategische Bedeutung haben
für die Leibniz-Gemeinschaft Kooperationen, insbesondere mit Hochschulen.
Leibniz-Institute waren 2006 an 40 Sonderforschungsbereichen und 37 Graduiertenkollegs der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) beteiligt. Zudem ist die
Zahl der gemeinsamen Berufungen, bei denen leitende
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus LeibnizInstituten eine Professur an benachbarten Hochschulen
innehaben, von 121 im Jahr 2000 auf 225 im Jahr 2006
gestiegen. Die Summe der von den Leibniz-Instituten
eingeworbenen Drittmittel belief sich 2006 auf über
217 Mio. Euro.
Die 36 Einrichtungen in den ostdeutschen Ländern
prägen deren Wissenschaftsstandort deutlich mit und
haben eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Ländern. Alle Leibniz-Institute stellen
sich im Abstand von mindestens sieben Jahren einer
unabhängigen, externen und konsequenten Evaluierung.
Im Verlauf dieses Verfahrens prüft der Leibniz-Senat die
wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Institute und
stellt fest, ob die Voraussetzungen für eine gemeinsame
Förderung durch Bund und Länder weiter bestehen.
Die Leibniz-Gemeinschaft unterhält als Hauptsitz eine
Geschäftsstelle in Bonn und je ein Büro in Berlin und
Brüssel.

Bonn
Leibniz-Gemeinschaft
Geschäftsstelle
Hausanschrift:
Eduard-Pflüger-Strasse 55
53113 Bonn
Postanschrift:
Postfach 12 01 69
53043 Bonn
Tel.: (02 28) 308 15 - 0
Fax: (02 28) 308 15 - 255
info@leibniz-gemeinschaft.de
www.leibniz-gemeinschaft.de
Berlin
Leibniz-Gemeinschaft
Berlin-Büro
Post- und Hausanschrift:
Schützenstraße 6a
10117 Berlin
Tel.: (030) 20 60 49 - 0
Fax: (030) 20 60 49 - 55
berlin@leibniz-gemeinschaft.de
Brüssel
Leibniz-Gemeinschaft
Brüssel-Büro
Rue du Commerce 31
1000 Brüssel, Belgien
Tel.: +32 2 504 606 - 0
Fax: +32 2 504 606 - 9
Einzelheiten zu den Leibniz-Instituten ergeben sich
aus folgender Übersicht.

A

S

abbildung 7
standorte der einrichtungen der leibniz-Gemeinschaft

Landeshauptstädte
Forschungsstätten

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

131

Baden-württemberg
Fachinformationszentrum Karlsruhe, Gesellschaft für
wissenschaftlich-technische Information mbH (FIz Ka)
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Tel.: (072 47) 808 - 555
Fax: (072 47) 808 - 259
contact@fiz-karlsruhe.de
www.fiz-karlsruhe.de
Außenstellen: Berlin, Bonn

– Innovative Informationsdienstleistungen zu allen Gebieten
von Wissenschaft und Technik, einschließlich Patente
– Online-Service STN International
– KnowEsis, E-Science-Solutions für Forschungs-Communities
– Aufbau und Betrieb von Fachportalen in Naturwissenschaft,
Mathematik und Informatik
– Produktion von Datenbanken
– Volltextvermittlungsservice FIZ AutoDoc
– IT-Entwicklungen und Dienstleistungen
– Aus- und Fortbildung von Fachleuten für Dokumentation und
Information sowie Informationstechnologien

Gesellschaft sozialwissenschaftlicher
Infrastruktureinrichtungen e. v. (GesIs)
Bachemer Str. 40
50931 Köln
Tel.: (02 21) 476 94 - 0
Fax: (02 21) 476 94 - 44
gesis@gesis.org
www.gesis.org

– Serviceeinrichtung für die Forschung mit den satzungsmäßigen
Aufgaben:
– Bereitstellung und Akquisition quantitativer Daten und
ihrer Aufbereitung
– Aufbau und Bereitstellung faktografischer und
bibliografischer Daten
– Methodenentwicklung und -beratung
– Dauerbeobachtung gesellschaftlicher Entwicklungen

Standort Mannheim:
GESIS-ZUMA
B 2, 1
68159 Mannheim
Tel.: (06 21) 12 46 - 0
Fax: (06 21) 12 46 - 100
zuma@gesis.org
www.gesis.org/zuma

–
–
–
–
–
–

Standort Köln:
GESIS-ZA
Bachemer Straße 40
50931 Köln
Tel.: (02 21) 476 94 - 0
Fax: (02 21) 476 94 - 44
za@gesis.org
www.gesis.org/za

– Archivierung sozialwissenschaftlicher Daten, insbesondere
nationaler und internationaler Umfragen
– Aufbereitung und Bereitstellung von Daten für Sekundäranalysen
– Beratung, Aus- und Weiterbildung zu Sekundäranalysen
– Historische Sozialforschung
– Internationaler Datentransfer

Standort Bonn:
GESIS-IZ
Lennéstraße 30
53113 Bonn
Tel.: (02 28) 22 81 - 0
Fax: (02 88) 22 81 - 120
iz@gesis.org
www.gesis.org/iz
GESIS-Außenstelle
Schiffbauerdamm 19
10117 Berlin
Tel.: (030) 23 36 11 - 0
Fax: (030) 23 36 11 - 310
servicestelle@gesis.org
www.gesis.org/gesis_aussenstelle

Methodenconsulting, Methodenentwicklung
Allgemeine Bevölkerungsumfragen
Internationale Umfragen
Daten der amtlichen Statistik
Soziale Indikatoren
Methodenausbildung

– Aufbau und Angebot von Datenbanken zu sozialwissenschaf
sozialwissenschafttlicher Forschung und Literatur in den deutschsprachigen Ländern
– Aufbereitung von Forschungs- und Literaturinformationen zu
ausgewählten Themen in gedruckter und elektronischer Form
– Informationswissenschaftliche Forschung und Entwicklung

– Daten- und Informationstransfer zwischen Ostund Westeuropa
– Förderung von Ost-West-Kooperationen
– Unterstützung der komparativen Forschung

A

S

Institut für deutsche sprache (IDs)
Stiftung des bürgerlichen Rechts
R 5, 6 – 13
68161 Mannheim
Tel.: (06 21) 15 81 - 0
Fax: (06 21) 15 81 - 200
webmaster@ids-mannheim.de
www.ids-mannheim.de

– Wissenschaftliche Forschung und Dokumentation
der deutschen Sprache in ihrem gegenwärtigen
Gebrauch und in ihrer neueren Geschichte
– Linguistische Datenverarbeitung (Textkorpora; Datenbanken)
– Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen ähnlicher
Zielsetzung im In- und Ausland
(Forschungsbibliothek, Gästebetreuung)

Institut für wissensmedien (IwM)
Konrad-Adenauer-Straße 40
72072 Tübingen
Tel.: (070 71) 979 - 0
Fax: (070 71) 979 - 100
info@iwm-kmrc.de
www.iwm-kmrc.de

– Individualisiertes Lernen mit multimedialen Lernumgebungen
– Kooperatives Lernen in telematischen Lernumgebungen

Kiepenheuer-Institut für sonnenphysik (KIs)
Schöneckstraße 6
79104 Freiburg
Tel.: (07 61) 31 98 - 0
Fax: (07 61) 31 98 - 111
secr@kis.uni-freiburg.de
www.kis.uni-freiburg.de

– Feinstruktur von Konvektion und Magnetfeld der
Sonnenoberfläche
– Aufbau und Struktur von Sonnenflecken und des 22-jährigen
magnetischen Zyklus
– Sonnenkorona
– Instrumentelle Entwicklung

Außenstelle: Observatorio del Teide/Teneriffa (Spanien)
Mathematisches Forschungsinstitut oberwolfach (MFo)
Schwarzwaldstraße 9 – 11
77709 Oberwolfach-Walke
Tel.: (078 34) 979 - 0
Fax: (078 34) 979 - 38
admin@mfo.de
www.mfo.de

– Förderung der mathematischen Forschung
– Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit
– Stärkung der Fortbildung in der Mathematik und ihren
Grenzgebieten
– Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
– Alle Ziele im internationalen Rahmen

zentrum für europäische wirtschaftsforschung,
Mannheim (zew)
L7, 1
68161 Mannheim
Tel.: (06 21) 12 35 - 01
Fax: (06 21) 12 35 - 222
info@zew.de
www.zew.de

– Internationale Finanzmärkte und Internationales Finanzmanagement
– Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung
– Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung
– Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft
– Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement
– Informations- und Kommunikationstechnologien
– Wachstums- und Konjunkturanalysen
– Wissenstransfer in die Praxis durch Expertenseminare für
Fach- und Führungskräfte

Bayern
Deutsche Forschungsanstalt für lebensmittelchemie (DFa)
Lichtenbergstraße 4
85748 Garching
Tel.: (089) 289 - 141 70
Fax: (089) 289 - 141 83
lebensmittelchemie@lrz.tum.de
www.dfal.de

– Charakterisierung aromarelevanter Verbindungen in Lebensmitteln (Methodenentwicklung; Beziehung zur Qualität);
– Struktur-/Wirkungsbeziehungen bei Biopolymeren,
insbesondere Proteinen (Verbesserung der Qualität durch
technologische Verfahren)
– Klärung toxischer Substrukturen
– Herausgabe von Nährwerttabellen
– Bildung von Geschmacks- und Farbstoffen

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Deutsches Museum in München (DM)
Museumsinsel 1
80538 München
Tel.: (089) 21 79 - 1
Fax: (089) 21 79 - 324
information@deutsches-museum.de
www.deutsches-museum.de
Außenstellen:
Verkehrszentrum (Theresienhöhe 14 a), Oberschleißheim, Bonn

– Sammeln, Erschließen und Ausstellen der materiellen Kultur
von Naturwissenschaft und Technik
– Erforschung und Vermittlung von naturwissenschaftlichem
und technischem Wissen
– Forschungsunterstützung im Bereich von Naturwissenschaftsund Technikgeschichte (Bibliothek und Archiv)
– Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik im
gesellschaftlichen Kontext
– Museologische Forschung, Objekt- und Restaurierungsforschung

Germanisches nationalmuseum (GnM)
Karthäusergasse 12
90402 Nürnberg
Tel.: (09 11) 133 10
Fax: (09 11) 133 12 00
info@gnm.de
www.gnm.de

– Sammeln, Erschließen und Erforschen der Kunst- und Kulturgeschichte des deutschen Sprachraums, insbesondere der
darstellenden Kunst sowie der dinglichen Hinterlassenschaften
– Erarbeitung und Durchführung von Sonderausstellungen
– Publikation von Sammlungskatalogen
– Durchführung wissenschaftlicher Tagungen

Institut für wirtschaftsforschung e. v.
an der Universität München (ifo)
Poschingerstraße 5
81679 München
Tel.: (089) 92 24 - 0
Fax: (089) 98 53 - 69
ifo@ifo.de
www.ifo.de

– Erhebung, Analyse und Bereitstellung konjunktureller
Wirtschaftsdaten
– Angewandte Wirtschaftsforschung
– Beratung von Politik und Öffentlichkeit
– Konjunktur und Befragungen
– Öffentlicher Sektor
– Sozialpolitik und Arbeitsmärkte
– Humankapital und Innovation
– Branchenforschung
– Umwelt, Regionen und Verkehr
– Internationaler Institutionenvergleich

Außenstellen: Dresden

Institut für zeitgeschichte (Ifz)
Leonrodstraße 46b
80636 München
Tel.: (089) 126 88 - 0
Fax: (089) 126 88 - 191
ifz@ifz-muenchen.de
www.ifz-muenchen.de

133

– Deutsche und europäische Geschichte im
20. Jahrhundert
– Vorgeschichte der nationalsozialistischen Diktatur
– Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
– Nachkriegsgeschichte (Akten zur Auswärtigen
Politik der Bundesrepublik Deutschland;
Forschungsprojekte zur SBZ/DDR- Geschichte)

Außenstellen: Bonn, Berlin

Berlin
Berliner-elektronenspeicherring-Gesellschaft für
synchrotronstrahlung mbH (Bessy)
Albert-Einstein-Straße 15
12489 Berlin
Tel.: (030) 63 92 29 - 99
Fax: (030) 63 92 29 - 90
info@bessy.de
www.bessy.de

– Errichtung, Betrieb und Weiterentwicklung von Speicherringanlagen als Synchrotron-Strahlungsquellen
– Entwicklung neuer Röntgenstrahlungsquellen (Freie Elektronen
Laser)
– Bereitstellung von Synchrotronstrahlung höchster Brillanz und
Qualität für die internationale Spitzenforschung und Industrie an
mehr als 50 Experimentierplätzen
– Wissenschaftlicher Service auf den Gebieten der Halbleiter,
Mikroelektronik, Biologie, Medizin, Chemie
– Entwicklung neuer Konzepte für die Anwendung der Synchrotronstrahlung, besonders in den Bereichen bildgebender Verfahren
und ultraschneller dynamischer Prozesse
– Forschung auf den Gebieten Nanostrukturen und Cluster,
Magnetisierungsdynamik
– Anwenderzentrum für Mikrotechnik zur Entwicklung und
Herstellung miniaturisierter Bauteile

A

S

Deutsches Institut für wirtschaftsforschung (DIw)
Mohrenstraße 58
10117 Berlin
Tel.: (030) 897 89 - 0
Fax: (030) 897 89 - 200
postmaster@diw.de
www.diw.de

– Beobachtung, Erforschung und Prognose wirtschaftlicher
Vorgänge im In- und Ausland
– Beratung von Politik, Wirtschaft
– Forschungsspektrum reicht von der kurzfristigen KonjunkturKonjunkturbetrachtung und der Beantwortung aktueller wirtschafts- und
finanzpolitischer Fragen bis hin zur Projektion und Beurteilung
langfristiger Veränderungen sowohl in der Gesamtwirtschaft als
auch in einzelnen Wirtschaftszweigen.
– Der soziale Wandel ist Gegenstand der Haushaltsbefragungen des
Sozioökonomischen Panels (SOEP)

neu ab 1. Januar 2009:
Deutsches Rheumaforschungszentrum (DRFz)
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Tel.: (030) 284 60 - 793
Fax: (030) 284 60 - 603
info@drfz.de
www.drfz.de

	

Fachinformationszentrum chemie GmbH
(FIz chemie Berlin)
Franklinstraße 11
10587 Berlin
Tel.: (030) 399 77 - 0
Fax: (030) 399 77 - 133
info@fiz-chemie.de
www.chemistry.de

– Chemieinformationssysteme; online, offline
und gedruckt
– Chemie-Internetdienste
– Digitale Aufbereitung naturwissenschaftlicher Dokumente;
Suchmaschinentechnologie
– Chemie-Workshops zur Informationsrecherche
– Multimediale Chemie-Lernumgebung

Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH)
im Forschungsverbund Berlin e. v.
Gustav-Kirchhoff-Straße 4
12489 Berlin
Tel.: (030) 63 92 - 26 00
Fax: (030) 63 92 - 26 02
fbh@fbh-berlin.de
www.fbh-berlin.de

– GaAs-Leistungs-Heterobipolartransistoren für
die Mobilkommunikation
– GaAs-Mikrowellen-ICs für die Sensorik
– Feldorientierte Simulation, CAD und
Hochfrequenzmesstechnik
– Mikroplasmen
– Laserdioden hoher Leistung und Brillanz
– Hybride Lasersysteme
– Galliumnitrid-Laser und LEDs
– Galliumnitrid-Elektronik

leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
im Forschungsverbund Berlin e. v.
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin-Buch
Tel.: (030) 949 73 - 102
Fax: (030) 949 73 - 109
maul@fmp-berlin.de
www.fmp-berlin.de

–
–
–
–
–

leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
im Forschungsverbund Berlin e. v.
Müggelseedamm 310
12587 Berlin
Tel.: (030) 641 816 - 02
Fax: (030) 641 816 - 00
co@igb-berlin.de
www.igb-berlin.de

– Struktur und Funktion aquatischer Systeme
– Gewinnung von Zeitreihen zur Entwicklung von
Optimierungsstrategien
– Wissenschaf
Wissenschaftliche
tliche Grundlagen für die En
Enttwicklung von Ökotech
Ökotech-nologien und die Aquakultur
– Konzeption für die Sanierung und Restaurierung geschädigter
Gewässerökosysteme
– Funktion von Nahrungsnetzen von den Bakterien
bis zu den Fischen

L

– Entwicklung von Züchtungs-, Bearbeitungs- und Charakterisierungsverfahren für Massivkristalle und kristalline Gebilde mit
Abmessungen im Mikro- und Nanometerbereich sowie von
materialübergreifenden Kristallzüchtungstechnologien

Peptidchemie, Peptidpharmakologie
NMR-unterstützte Strukturforschung
Signaltransduktion/Molekulare Medizin
Neurobiologie
Molekulare Genetik

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Max-Born-Straße 2
12489 Berlin
Tel.: (030) 63 92 - 30 01
Fax: (030) 63 92 - 30 03
cryst@ikz-berlin.de
www.ikz-berlin.de

leibniz-Institut für zoo- und wildtierforschung (Izw)
Alfred-Kowalke-Straße 17
10315 Berlin
Tel.: (030) 516 81 10
Fax: (030) 516 81 10
direktor@izw-berlin.de
www.izw-berlin.de
Außenstelle: Feldforschungsstation Niederfinow

135

– Bereitstellung von Kristallen mit speziellen Spezifikationen für
Forschungs- und Entwicklungszwecke
– Modellierung und Erforschung der Kristallwachstums- und
Kristallzüchtungsprozesse
– Entwicklung und Bau von Anlagenkomponenten für die
Züchtung, Bearbeitung und Charakterisierung von Kristallen
– Halbleiter mit großem Bandabstand (AlN-, GaN- und ZnOKristalle) für Hochtemperatur-, Leistungs–und Optoelektronik
– Oxidische und fluoridische Kristalle für Lasertechnik, Optik,
Sensorik und Akustoelektronik
– Silicium-Kristalle für Leistungselektronik und Photovoltaik
– Silicium/Germanium-Kristalle für Strahlungsdetektoren und
Beugungsgitter
– Kristalline Schichten mit Dimensionen im Mikro- und Nanometerbereich (epitaktische Schichten, SiGe-Mikrostrukturen
und Si-Nanowhisker)
– Aufklärung evolutionsökologischer Phänomene und ihres Anpassungswertes in der Lebensgeschichte von Wildtieren: Sozialverhalten und Partnerwahl, Reproduktionsphysiologie, ökologische
und physiologische Einnischung, adaptive genetische Variabilität
– Erfassung und Analyse der Ursachen und Verbreitung von
Krankheiten und ihrer Erreger und des Gesundheitsstatus in
Wildtierpopulationen; Messung der quantitativen und qualitativen Auswirkung von Krankheiten
– Aufklärung biologischer Grundlagen und Entwicklung von
Methoden für den Schutz bedrohter Wildtierarten: Risikoanalyse
und -bewertung, Entwicklung konstruktiver Diskussionen mit
»Stakeholdern« zur Erforschung von Konflikten zwischen Wildtieren und Bevölkerung, Entwicklung von Methoden zum Schutz
bedrohter Tierarten, einschließlich Genomkonservierung und
assistierte Reproduktion
– Spezialsammlungen: pathologisch-anatomische Referenzsammlung, Genom-Ressourcenbank Arche, Ultraschall-Video
Wildtierarchiv, morphologische Sammlung

Max-Born-Institut für nichtlineare optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI) im Forschungsverbund Berlin e. v.
Max-Born-Straße 2A
12489 Berlin-Adlershof
Tel.: (030) 63 92 - 15 05
Fax: (030) 63 92 - 15 19
postmaster@mbi-berlin.de
www.mbi-berlin.de

– Neue Quellen für ultrakurze und ultraintensive Lichtimpulse
– Interdisziplinäre Anwendungen in der Grundlagenforschung
und im Vorfeld künftiger Schlüsseltechnologien
– Bereitstellung von Lasersystemen, Messtechnik und Knowhow für externe Nutzer (Femtosekunden-Applikationslabore,
Höchstfeldlaser-Applikationslabore, Labore für kombinierte
Experimente mit Lasern und Synchrotronstrahlung bei BESSY II)

neu ab 1. Januar 2009:
Museum für naturkunde (Mfn)
Invalidenstrasse 43
10115 Berlin
Tel.: (030) 209 389 - 17
Fax : (030) 209 389 - 14
gesine.steiner@museum.hu-berlin.de
www.naturkundemuseum-berlin.de

	

Paul-Drude-Institut für Festkörperelektronik (PDI)
im Forschungsverbund Berlin e. v.
Hausvogteiplatz 5 – 7
10117 Berlin
Tel.: (030) 203 77 - 0
Fax: (030) 203 77 - 201
hucho@pdi-berlin.de
www.pdi-berlin.de

– Atomar kon
kontrollier
trolliertes
tes Wachstum für ma
maß
ßgeschneider
geschneiderte
te Halblei
Halblei-ternanostrukturen
– Korrelation zwischen realen Grenzflächen und elektronischen
Eigenschaften
– Materialentwicklung und Materialintegration für Bauelemente
– Elastische Eigenschaften von nanostrukturierten Festkörpern
– Nanoanalytik und Nanofaktur

A

S

weierstraß-Institut für angewandte analysis und
stochastik (wIas) im Forschungsverbund Berlin e. v.
Mohrenstraße 39
10117 Berlin
Tel.: (030) 203 72 - 587
Fax: (030) 204 49 75
contact@wias-berlin.de
www.wias-berlin.de

–
–
–
–
–
–

Nano- und Optoelektronik
Optimierung und Steuerung in der Verfahrenstechnik
Phasenübergänge und multifunktionale Materialien
Stochastik in Natur- und Wirtschaftswissenschaften
Strömungs- und Transportprobleme in Kontinuen
Numerische Methoden in der Analysis und Stochastik

wissenschaftszentrum Berlin für sozialforschung
gGmbH (wzB)
Reichpietschufer 50
10785 Berlin
Tel.: (030) 254 91 - 0
Fax: (030) 254 91 - 684
wzb@wzb.eu
www.wzb.eu

–
–
–
–

Bildung, Arbeit und Lebensschancen
Märkte und Politik
Gesellschaft und wirtschaftliche Dynamik
Zivilgesellschaft, Konflikte und Demokratie

Brandenburg
astrophysikalisches Institut Potsdam (aIP)
An der Sternwarte 16
14482 Potsdam
Tel.: (03 31) 74 99 - 0
Fax: (03 31) 74 99 - 362
direktor@aip.de
www.aip.de

– Extragalaktische Astrophysik und Kosmologie
– Kosmische Magnetfelder, Sonnen- und Sternenaktivität

Außenstelle: Tremsdorf
Deutsches Institut für ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfe)
Arthur-Scheunert-Allee 114/116
14558 Nuthetal OT Bergholz-Rehbrücke
Tel.: (03 32 00) 88 - 0
Fax: (03 32 00) 88 - 250
joost@www.dife.de
www.dife.de

– Ursachen des metabolischen Syndroms, das durch Symptome
wie Bluthochdruck, Übergewicht, Insulinresistenz und einen
gestörten Fettstoffwechsel charakterisiert ist
– Folgeerkrankungen des metabolischen Syndroms, beispielsweise
Typ-2-Diabetes
– Zusammenhänge zwischen Ernährung und chronischen
Erkrankungen wie Krebs
– molekularbiologische Grundlagen der Geschmackswahrnehmung

leibniz-Institut für agrartechnik Potsdam-Bornim e. v. (atB)
Max-Eyth-Allee 100
14469 Potsdam-Bornim
Tel.: (03 31) 56 99 - 0
Fax: (03 31) 56 99 - 849
atb@atb-potsdam.de
www.atb-potsdam.de

– Ressourcenbewirtschaftung und Klimawandel
– Sensorgestützte Informationsgewinnung und Informationsmanagement
– Umweltverträgliche und tiergerechte Haltung von Nutztieren
– Qualitätssicherung bei leichtverderblichen Produkten und bei
Futtermitteln
– Stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe
– Erzeugung und Nutzung von Bioenergieträgern

leibniz-Institut für Gemüse- und zierpflanzenbau
Großbeeren/erfurt e. v. (IGz)
Theodor-Echtermeyer-Weg 1
14979 Großbeeren
Tel.: (03 37 01) 78 13
Fax: (03 37 01) 553 91
igzev@igzev.de
www.igzev.de

–
–
–
–

Standort Erfurt-Kühnhausen
Kühnhäuser Straße 10
99180 Kühnhausen
Tel.: (03 62 01) 78 50
Fax: (03 62 01) 25 0
igzev@erfurt.igzev.de

Gartenbaupraxis und moderne Produktion
Nutzung biologischer Regelungssysteme im Gartenbau
Gartenbau, Umwelt und Verbraucher
Globale Änderungen und Gartenbau

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

137

Institut für Innovative Mikroelektronik (IHP) GmbH
Im Technologiepark 25
15236 Frankfurt (Oder)
Tel.: (03 35) 56 25 - 0
Fax: (03 35) 56 25 - 300
ihp@ihp-microelectronics.com
www.ihp-microelectronics.com

– Erforschung und Entwicklung von Si-basierten Systemen,
Höchstfrequenz-Schaltungen und -Technologien für die drahtlose
und Breitbandkommunikation
– Demonstration von Prototypen auf System- und Schaltkreisebene
– Modulare Erweiterung von Silizium-CMOS-Technologien
– Multiprojekt Wafer (MPW) und Prototyping Service mit schnellen
SiGe- BiCMOS-Technologien
– Synergien von Materialforschung, Prozesstechnologien,
Schaltkreis- und Systemdesign

leibniz-Institut für Regionalentwicklung
und strukturplanung e. v. (IRs)
Flakenstraße 28 – 31
15537 Erkner
Tel.: (033 62) 793 - 0
Fax: (033 62) 793 - 111
regional@irs-net.de
www.irs-net.de

– Raumbezogene Governance und institutioneller Wandel
– Dynamiken von Raumentwicklung und Regionsbildung in
Netzwerken und Milieus
– Raumstrukturen und Disparitätenmuster in der Wissensgesellschaft
– Wissenschaftliche Sammlungen und Archiv zur Bau- und
Architekturgeschichte der DDR

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e. v. (PIK)
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: (03 31) 288 - 25 00
Fax: (03 31) 288 - 26 00
info@pik-potsdam.de
www.pik-potsdam.de

– Integrierte Modellierung komplexer Umweltsysteme
– Abschätzung der Verwundbarkeit natürlicher und gesellschaftlicher Systeme gegenüber dem Klimawandel und ihrer
Anpassungskapazität
– Entwicklung politischer und ökonomischer Klimaschutzund Anpassungsinstrumente
– Kosten-Nutzen-Analysen von Klimaschutzstrategien

leibniz-zentrum für agrarlandschaftsforschung e. v. (zalF)
Eberswalder Straße 84
15374 Müncheberg
Tel.: (03 34 32) 822 - 00
Fax: (03 34 32) 822 - 23
zalf@zalf.de
www.zalf.de

– Erforschung der »Ressource Landwirtschaft« im Zusammenhang
mit der Entwicklung ländlicher Räume

Außenstellen: Eberswalde, Dedelow, Paulinenaue

neu ab 1. Januar 2009:
zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam (zzF)
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
www.zzf-pdm.de

Bremen
Deutsches schiffahrtsmuseum (DsM)
Hans-Scharoun-Platz 1
27568 Bremerhaven
Tel.: (04 71) 48 20 - 70
Fax: (04 71) 48 20 - 755
postmaster@dsm.de
www.dsm.museum
neu ab 1. Januar 2009:
zentrum für Marine tropenökologie (zMt)
Fahrenheitstr. 6
28359 Bremen
Tel: (0421) 23 800 - 21
Fax: (0421) 23 800 - 30
contact@zmt-bremen.de
www.zmt-bremen.de

–
–
–
–

Vorindustrielle Schifffahrt
Deutsche Schiffahrt der Frühen Neuzeit
Auswirkungen der Industrialisierung auf die Handelsschifffahrt
Geschichte der Meeresforschung und -nutzung

A

S

Hamburg
Bernhard-nocht-Institut für tropenmedizin (BnI)
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg
Tel.: (040) 42 81 8 - 0
Fax: (040) 42 81 8 - 400
bni@bni-hamburg.de
www.bni-hamburg.de
Außenstelle: Kumasi (Ghana)
www.kccr.de

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–
–

Infektionen mit tropischen Erregern
Parasitologische Forschung
Wirt-Parasit-Interaktion
Virologie und Infektionsimmunologie
Genetische Grundlagen der Resistenz gegen Infektionskrankheiten
Infektionsepidemiologie
Klinische Forschung
Diagnostische Dienstleistungen
Reise- und Impfberatung

GIGa – German Institute of Global and area studies.
leibniz-Institut für Globale und Regionale studien (GIGa)
Neuer Jungfernstieg 21
20354 Hamburg
Tel.: (040) 428 35 - 593
Fax: (040) 428 34 - 547
info@giga-hamburg.de
www.giga-hamburg.de

– Globalisierung; nationale Steuerungsfähigkeit
und soziale Stabilisierung
– Das Spannungsfeld formaler und informeller Politik im
internationalen Vergleich
– Politische Kommunikation, Alte und Neue Medien
– Krisenprävention und Peacebuilding
– Süd-Süd-Beziehungen

Heinrich-Pette-Institut für experimentelle virologie und
Immunologie (HPI) an der Universität Hamburg
Martinistraße 52
20251 Hamburg
Tel.: (040) 480 51 - 0
Fax: (040) 480 51 - 103
hpi@hpi.uni-hamburg.de
www.hpi-hamburg.de

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Struktur und Funktion von Viren
Wechselwirkung zwischen Viren und ihrem Wirt
Pathogenese und Therapie von Viruserkrankungen
Virale und zelluläre Onkogene und Tumorsuppressorgene
Tiermodelle genetischer und viraler Erkrankungen
Infektions- und Tumorimmunologie
zelluläre Fehlregulationen

Hessen
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische
Forschung (DIPF)
Schloßstraße 29
60486 Frankfurt/Main
Tel.: (069) 247 08 - 0
Fax: (069) 247 08 - 444
dipf@dipf.de
www.dipf.de

– Bildungsinformation
– Bibliothekarische und archivarische Dienstleistungen
– Förderung der bildungshistorischen Forschung und
Kommunikation
– Bildungsqualität
– Kompetenzmodellierung
– Steuerung und Finanzierung des Bildungswesens
– Bildung und Entwicklung

Standort Berlin:
Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung
Warschauer Straße 34 –38
10243 Berlin
Tel.: (030) 293 360 - 0
Fax: (030) 293 360 - 25
Forschungsinstitut und naturmuseum senckenberg (FIs)
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt/Main
Tel.: (069) 75 42 - 0
Fax: (069) 74 62 - 38
doris.voneiff@senckenberg.de
www.senckenberg.de
Außenstellen: Biebergemünd, Hamburg,
Messel, Wilhelmshaven, Weimar
Assoziierte Einrichtungen: Staatliche Naturhistorische Sammlungen
Dresden (SNSD), Staatliches Museum für Naturkunde Görlitz (SMNG)

– Systematik und Stammesgeschichte rezenter fossiler Tiere
und Pflanzen
– Biogeografie und Paläobiogeografie
– Ökologie, Ökofannistik und Aktuopaläontologie
– Biostratigrafie und Chronostratigrafie
– Sedimentgeologie und Aktuogeologie

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Herder-Institut e. v. (HI)
Gisonenweg 5 – 7
35037 Marburg
Tel.: (064 21) 184 - 0
Fax: (064 21) 184 - 139
herder@ herder-institut.de
www.herder-institut.de

139

– Zentrale Institution der historischen und kulturwissenschaftlichen
Ostmitteleuropa-Forschung;
– Arbeitsgebiete: Geschichte der Länder Ostmitteleuropas in
den Grenzen der heutigen Staaten Polen, Tschechien, Slowakei,
Estland, Lettland und Litauen unter besonderer Berücksichtigung
der historischen deutschen Ostgebiete und der deutschen
Siedlungsgebiete;
– Bibliothek, Spezialsammlungen (Archivmaterialien, Bildersammlung und -datenbank, historische Karten, Zeitungsausschnittssammlung); Literaturdatenbank; Wissensportal;
– Editionsvorhaben, Handbuchprojekte, Verlag, Forum (wiss.
Veranstaltungen), Nachwuchsförderung (Stipendienprogramm)

A

neu ab 1. Januar 2009:
Hessische stiftung Friedens- und Konfliktforschung
Leimenrode 29
60322 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 95 91 04 - 0
Fax: (069) 55 84 81
info@hsfk.de
www.hsfk.de

Mecklenburg-vorpommern
Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher
nutztiere, Dummerstorf (FBn)
Wilhelm-Stahl-Allee 2
18196 Dummerstorf
Tel.: (03 82 08) 685
Fax: (03 82 08) 686 02
fbn@fbn-dummerstorf.de
www.fbn-dummerstorf.de

– Biologische Grundlagenforschung an landwirtschaftlichen
Nutztieren
– Molekular- und Zellbiologie
– Ernährungs-, Wachstums- und Fortpflanzungsphysiologie
– Grundlagen für Leistungsstabilität, Erbgesundheit, Wohlbefinden
und Produktqualität
– Populationsbiologie und biometrisch-statistische Modelle

leibniz-Institut für Plasmaforschung und technologie e. v. (InP)
Felix-Hausdorff-Straße 2
17489 Greifswald
Tel.: (038 34) 554 - 300
Fax: (038 34) 554 - 301
welcome@inp-greifswald.de
www.inp-greifswald.de

– Anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf dem
Gebiete der Niedertemperaturplasmaphysik/-technologie
– Plasmastrahlungsquellen und Plasmagestützte Prozesstechnik
(Energie und Umwelt)
– Plasmainduzierte Oberflächenprozesse (Oberflächen und
Materialien)
– Modellierung und Diagnostik
– interdisziplinäre Forschung (Biologie und Medizin)

leibniz-Institut für ostseeforschung warnemünde
an der Universität Rostock (Iow)
Seestraße 15
18119 Warnemünde
Tel.: (03 81) 519 70
Fax: (03 81) 519 74 840
postmaster@io-warnemuende.de
www.io-warnemuende.de

–
–
–
–
–

leibniz-Institut für atmosphärenphysik e. v.
an der Universität Rostock (IaP)
Schloßstraße 6
18225 Kühlungsborn
Tel.: (038 293) 68 - 0
Fax: (038 293) 68 - 50
luebken@iap-kborn.de
www.iap-kborn.de

– Erforschung der Mesosphäre in mittleren und polaren Breiten
– Kopplung der atmosphärischen Schichten
– Langfristige Veränderungen in der mittleren Atmosphäre

Außenstelle: Juliusruh (Rügen)

Marine Ökosystemanalyse
Physikalische Ozeanografie
Meereschemie
Biologische Meereskunde
Marine Geologie

S

leibniz-Institut für Katalyse an der Universität
Rostock e. v. (lIKat)
Albert-Einstein-Straße 29 a
18059 Rostock
Tel.: (03 81) 12 81 - 0
Fax: (03 81) 12 81 - 50 00
info@catalysis.de
www.catalysis.de

–
–
–
–
–

Angewandte homogene und heterogene Katalyse
Anorganische und organische Chemie
Reaktionstechnik
Chemische Analytik
Theorie der Katalyse

akademie für Raumforschung und landesplanung (aRl)
Hohenzollernstraße 11
30161 Hannover
Tel.: (05 11) 348 42 - 0
Fax: (05 11) 348 42 - 41
arl@arl-net.de
www.arl-net.de

–
–
–
–
–

Raum- und Siedlungsentwicklung in Deutschland und Europa
Nachhaltige Raumentwicklung
Orts-, Regional- und Landesplanung
Räumliche Konsequenzen des demografischen Wandels
Raumordnung und Raumordnungspolitik

Deutsches Primatenzentrum – leibniz-Institut für
Primatenforschung GmbH (DPz)
Kellnerweg 4
37077 Göttingen
Tel.: (05 51) 38 51 - 0
Fax: (05 51) 38 51 - 228
mlankei@gwdg.de, treue@gwdg.de
www.dpz.eu

–
–
–
–

Infektionsforschung
Organismische Primatenbiologie
Neurowissenschaften
Cost Center Primatenhaltung

DsMz – Deutsche sammlung von Mikroorganismen
und zellkulturen GmbH
Inhoffenstraße 7 b
38124 Braunschweig
Tel.: (05 31) 26 16 - 0
Fax: (05 31) 26 16 - 418
contact@dsmz.de
www.dsmz.de

– Sammlung, Erhaltung und Bereitstellung der biologischen
Vielfalt von Mikroorganismen, Zellkulturen und Pflanzenviren
– Indentifizierung von Mikroorganismen und Überprüfung der
Authentizität von Kulturen
– Internationale Hinterlegungsstelle für Mikroorganismen im
Rahmen von Patenthinterlegungen
– Sicherheitshinterlegungen

Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben
(GGa-Institut)
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel.: (05 11) 643 - 23 01
Fax: (05 11) 643 - 36 65
poststelle@gga-hannover.de
www.gga-hannover.de

– Erforschung des nutzbaren Untergrundes durch Erkunden von
Schlüsselstrukturen und geogenen physikalischen Prozessen im
Vorfeld wirtschaftlicher Nutzung, zum Schutz der Umwelt, zur
Daseinsvorsorge
– Methodenen
Methodenenttwicklung zu Angewandter Geophysik,
eophysik, Geother
eother-mischer Energie, Geochronologie, Fachinformationssystemen

technische Informationsbibliothek Hannover (tIB)
Welfengarten 1 b
30167 Hannover
Tel.: (05 11) 762 - 89 89
Fax: (05 11) 762 - 89 98
kundenservice@tib.uni-hannover.de
www.tib-hannover.de

– Digitale Bibliothek
– Weltweite Volltextversorgung
– Printmaterialien, multimediale Lehr- und Lernmaterialien,
Primärdaten, 3D-Modelle

N

N
Deutsches Bergbau-Museum Bochum (DBM)
Am Bergbaumuseum 28
44791 Bochum
Tel.: (02 34) 58 77 - 0
Fax: (02 34) 58 77 - 111
rainer.slotta@lb.dmt.de
www.bergbaumuseum.de

– Forschungen zur/zum
– Montanarchäologie und Archäometrie
– Bergbau im Mittelalter
– Geschichte des modernen Bergbaus
– Dokumentation und Schutz von (bergbaulichem) Kulturgut
– Präsentation des Themas Bergbau

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Deutsche zentralbibliothek für Medizin, Gesundheit,
ernährung, Umwelt, agrar (zBMed)
Gleueler Str. 60
50931 Köln
Tel.: (02 21) 478 - 56 00
Fax: (02 21) 478 - 56 97
info@zbmed.de
www.zbmed.de

141

– Langzeitarchivierung gedruckter und elektronischer
Medien, national und international
– Virtuelle Fachbibliotheken
– Open-Access-Portale
– Elektronische Volltexte
– Recherchedienste
– Literaturbeschaffung und -lieferung

Bereichsbibliothek Ernährung, Agrar, Umwelt
Nußallee 15 a
53115 Bonn
Tel.: (02 28) 73 34 00
Fax: (02 28) 73 32 81
infobonn@zbmed.de
www.zbmed.de/eua.html

A

Deutsches Diabetes-zentrum. leibniz-zentrum für DiabetesForschung an der Heinrich-Heine-Universtität Düsseldorf (DDz)
Auf’m Hennekamp 65
40225 Düsseldorf
Tel.: (02 11) 33 82 - 0
Fax: (02 11) 33 82 - 603
info@ddz.uni-duesseldorf.de
www.ddz.uni-duesseldorf.de

– Früherkennung , Prävention, Diagnostik und Therapie des
Diabetes Mellitus und seiner Komplikationen
– Molekulare Mechanismen in der Diagnose des Diabetes Mellitus
– Metabolische, immunologische, genetische und umweltbezogene Prädiktoren des Diabetes Mellitus und seiner
Komplikationen
– Epidemiologie und Versorgungssituation

Deutsches Institut für erwachsenenbildung e. v. (DIe)
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn
Tel.: (02 28) 32 94 - 0
Fax: (02 28) 32 94 - 399
info@die-bonn.de
www.die-bonn.de

– Verbesserung der Lernbedingungen Erwachsener
– Daten und Informationen zur Erwachsenenbildung
– Forschung und Entwicklung von Fortbildungs- und Beratungsprogrammen für die Erwachsenenbildung
– Unterstützung von Politik, Wirtschaft und Praxis der
Erwachsenenbildung

Institut für arbeitsphysiologie an der Universität
Dortmund (IfaDo)
Ardeystraße 67
44139 Dortmund
Tel.: (02 31) 10 84 - 245
Fax: (02 31) 10 84 - 295
arnold@ifado.de
www.ifado.de

– Sicherung der Arbeitsfähigkeit des Menschen unter Vermeidung
tätigkeits- und arbeitsumweltbedingter Beeinträchtigungen
– Erhalt und Verbesserung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit
– Bewertung von Beeinträchtigungen
– Bewertung der situativen und individuellen Vulnerabilität des
menschlichen Organismus

Institute for analytical sciences (Isas)
Bunsen-Kirchhoff-Straße 11
44139 Dortmund
Tel.: (02 31) 13 92 - 0
Fax: (02 31) 13 92 - 120
infomaster@isas-dortmund.de
www.isas-dortmund.de

– Entwicklung analytischer Methoden und Geräte in den Bereichen
– Miniaturisierung/Mikrofluidik
– Biotechnologie
– Proteomik
– Metabolomik
– Materialanalytik
– Grenzflächenspektroskopie

Außenstelle: Berlin-Adlershof
leibniz-Institut für arterioskleroseforschung
an der Universität Münster (lIFa)
Domagkstrasse 3
48149 Münster
Tel.: (02 51) 835 - 61 78
Fax: (02 51) 835 - 72 82
lifa@uni-muenster.de
www.lifa.uni-muenster.de

– Prävention von Herzinfarkt, Schlaganfall und Altersdemenz
– Klinische, epidemiologische und molekular-biologische Studien
zur Bestimmung individueller Risikofaktoren für kardiovaskuläre
und neurovaskuläre Erkrankungen
– Diagnostik und Therapie zur gefäßschützenden Wirkung des HDL

S

Rheinisch-westfälisches Institut für wirtschaftsforschung (RwI)
Hohenzollernstraße 1 – 3
45128 Essen
Tel.: (02 01) 81 49 - 0
Fax: (02 01) 81 49 - 200
rwi@rwi-essen.de
www.rwi-essen.de
Außenstelle: Berlin
zoologisches Forschungsmuseum alexander Koenig –
leibniz-Institut für Biodiversität der tiere (zFMK)
Adenauerallee 160
53113 Bonn
Tel.: (02 28) 912 22 00
Fax: (02 28) 912 22 02
secretary.zfmk@uni-bonn.de
www.museumkoenig.de

– Analyse des Arbeitsmarktes, des Bildungswesens und der
Migration
– Untersuchung struktureller Wandlungen der Wirtschaft, auch
des Handwerks und des Mittelstands sowie des IT-Bereichs
– Analyse der Wirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
– Diagnose und Prognose der Konjunktur in Deutschland und
bedeutenden Industrieländern
– Energie- und Umweltökonomie
– öffentliche Finanzen
–
–
–
–
–

Biodiversitätsforschung
Zoologische Systematik und Stammesgeschichte
Tropenökologie
Grundlagen des Naturschutzes
Biogeografie

Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche
verwaltung, speyer (FÖv)
Freiherr-vom-Stein-Straße 2
67324 Speyer
Tel.: (062 32) 654 - 386
Fax: (062 32) 654 - 290
foev@foev-speyer.de
www.foev-speyer.de

–
–
–
–
–

Bürger, Staat und Aufgaben
Öffentlicher Dienst und Organisation
Planung und Entscheidung
Öffentliche Finanzen und Wirtschaftspolitik
Gesetzgebung und Rechtspolitik

Römisch-Germanisches zentralmuseum (RGzM) –
Forschungsinstitut für vor- und Frühgeschichte
Ernst-Ludwig-Platz 2
55116 Mainz
Tel.: (061 31) 91 24 - 0
Fax: (061 31) 91 24 - 199
info@rgzm.de
www.rgzm.de

– Frühmenschliche Expansionen und die Kolonisation
Westeurasiens
– Studien zum Aufkommen und zur Entwicklung der Großwildjagd
– Siedlungssysteme und interne Siedlungsorganisation im
Paläolithikum
– Mediterrane Traditionen im Schiffsbau in West-, Mittel- und
Nordeuropa
– Formen der Romanisierung in den nördlichen Grenzprovinzen
des Römischen Reiches von Britannien bis zum Schwarzen Meer
– Studien zur Struktur und Genese von Eliten in vor- und
frühgeschichtlichen Gesellschaften
– Deponierungen in der Vor- und Frühgeschichte
– Entstehung einer Industrielandschaft. Das antike Steinbruchund Bergwerkrevier zwischen Eifel und Rhein
– Transformation und Kulturaustausch am Rand der
mediterranen Welt

Rheinland-Pfalz

Außenstellen: Neuwied, Mayen, Xian (VR China)

zentrum für Psychologische Information und Dokumentation
(zPID) an der Universität trier
Universitätsring 15
54296 Trier
Tel.: (06 51) 201 - 28 77
Fax: (06 51) 201 - 20 71
info@zpid.de
www.zpid.de

–
–
–
–
–
–

Psychologie
Bibliometrie
Scientometrie
Psychologie im Internet
Dokumentation psychologisch relevanter Literatur
Literaturdokumentation

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

143

S
leibniz-Institut für neue Materialien (InM)
Im Stadtwald, Gebäude 43
66123 Saarbrücken
Tel.: (06 81) 93 00 - 313
Fax: (06 81) 93 00 - 223
info@inm-gmbh.de
www.inm-gmbh.de

–
–
–
–
–

Chemische Nanotechnologie
Oberflächentechnik
Keramik
Glas
Anwendungszentrum NMO

schloss Dagstuhl – Internationales Begegnungs- und
Forschungszentrum für Informatik GmbH (IBFI)
Octavieallee
66687 Wadern
Tel.: (068 71) 905 - 0
Fax: (068 71) 905 - 133
service@dagstuhl.de
www.dagstuhl.de

– Förderung der Informatikforschung
– Durchführung von wissenschaftlichen
Informatikfachkonferenzen
– Wissenschaftliche Fort- und Weiterbildung
– Wissenstransfer zwischen Forschung und Anwendung
– Rückzugsort für Forschungsgäste

S
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf e. v. (FzD)
Postfach 51 01 19
01314 Dresden
Tel.: (03 51) 260 - 0
Fax: (03 51) 269 04 61
kontakt@fzd.de
www.fzd.de

– Neue Materialien
– Nukleare Sicherheitsforschung
– Krebsforschung

leibniz-Institut für Festkörper- und
werkstoffforschung Dresden e. v. (IFw)
Helmholtzstraße 20
01069 Dresden
Tel.: (03 51) 46 59 - 0
Fax: (03 51) 46 59 - 540
postmaster@ifw-dresden.de
www.ifw-dresden.de

–
–
–
–
–

leibniz-Institut für länderkunde e. v. leipzig (Ifl)
Schongauerstraße 9
04329 Leipzig
Tel.: (03 41) 255 65 00
Fax: (03 41) 255 65 98
info@ifl-leipzig.de
www.ifl-leipzig.de

– Theorie und Methodik der regionalen Geografie
– Regionalgeographische Strukturen
– Transformation und Restrukturierung

leibniz-Institut für oberflächenmodifizierung e. v. (IoM)
Permoserstraße 15
04318 Leipzig
Tel.: (03 41) 235 - 23 08
Fax: (03 41) 235 - 23 13
bernd.rauschenbach@iom-leipzig.de
www.iom-leipzig.de

– Erforschung von Wechselwirkungsprozessen von niederenergetischen Elektronen und Ionen sowie UV-Strahlung
– Entwicklung von Methoden, Verfahren und Technologien für die
Herstellung von Funktionsflächen und -schichten
– Unterstützung der Forschung und Lehre an der Universität Leipzig

leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. v. Dresden (IÖR)
Weberplatz 1
01217 Dresden
Tel.: (03 51) 467 90
Fax: (03 51) 467 92 12
info@ioer.de
www.ioer.de

– Strategien und Instrumen
Instrumente
te einer ressourcen
ressourcenschonenden
schonenden Flä
Flä-chennutzung
– Ressourcensparendes, nutzerorientiertes Bauen und Wohnen –
Entscheidungsgrundlagen für Kommunen und Private
– Strategien zur Gestaltung eines nachhaltigen Strukturwandels
– Anforderungen an die Stadt- und Regionalentwicklung im Zuge
der europäischen Integration

Konjugierte Kohlenstoffsysteme
Funktionslegierungen
Schichtwerkstoffe für die Elektronik
Supraleitung und Supraleiter
Magnetismus und Magnetwerkstoffe

A

S

leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. v. (IPF)
Hohe Straße 6
01069 Dresden
Tel.: (03 51) 46 58 - 0
Fax: (03 51) 46 58 - 214, - 284
ipf@ipfdd.de
www.ipfdd.de

–
–
–
–

Multifunktionale Polymerarchitekturen
Funktionelle und nanostrukturierte Polymergrenzflächen
Polymere Funktionswerkstoffe
Biomimetische Grenzflächen und Matrices

leibniz-Institut für troposphärenforschung e. v. (Ift)
Permoserstraße 15
04318 Leipzig
Tel.: (03 41) 235 23 21
Fax: (03 41) 235 23 61
infoift@tropos.de
www.tropos.de

– Evolution, Transport und raumzeitliche Verteilung des
troposphärischen Aerosols
– Einfluss des troposphärischen Aerosols auf Wolken und
Strahlungshaushalt
– Chemische Prozesse in troposphärischen Multiphasensystemen

S
leibniz-Institut für agrarentwicklung in Mittelund osteuropa (IaMo)
Theodor-Lieser-Straße 2
06120 Halle
Tel.: (03 45) 292 81 10
Fax: (03 45) 292 81 99
iamo@iamo.de
www.iamo.de

– Analyse des Strukturwandels und andauernder Entwicklungsdefizite in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den
ländlichen Räumen Mittel- und Osteuropas, der sich erweiternden Europäischen Union, aber auch Zentral- und Ostasiens.
– Politikreformen, institutioneller Wandel, Marktorientierung
und Unternehmenswachstum als Strategien zur Bewältigung
internationaler politischer und wirtschaftlicher Integrationsprozesse sowie globaler Herausforderungen des Wettbewerbs,
technischen Fortschritts und Umweltschutzes im Agrar- und
Ernährungssektor des Untersuchungsgebietes
– Beschäftigung und Lebensverhältnisse im ländlichen Raum

leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB)
Weinberg 3
06120 Halle
Tel.: (03 45) 55 82 - 0
Fax: (03 45) 55 82 - 1009
pr@ipb-halle.de
www.ipb-halle.de

– Strukturen und Bioaktivitäten von pflanzlichen Naturstoffen
– Struktur, Stoffwechsel und Wirkungsweise
von Phytohormonen
– Signaltransduktion in der stressvermittelten Pflanzenentwicklung
– Physiologie und Biochemie des Sekundärstoffwechsels
– Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen und Pathogenen und
Symbionten

leibniz-Institut für Pflanzengenetik und
Kulturpflanzenforschung (IPK)
Corrensstraße 3
06466 Gatersleben
Tel.: (03 94 82) 5 - 0
Fax: (03 94 82) 5 - 139
info@ipk-gatersleben.de
www.ipk-gatersleben.de

–
–
–
–

Biodiversitätsforschung
Dynamik pflanzlicher Genome
Integrative Biologie pflanzlicher Leistungen
Bundeszentrale ex-situ-Genbank für landwirtschaftliche und
gartenbauliche Kulturpflanzen

Außenstellen: Groß Lüsewitz, Malchow/Poel
Institut für wirtschaftsforschung Halle (IwH)
Kleine Märker Straße 8
06108 Halle
Tel.: (03 45) 775 360
Fax: (03 45) 775 382 - 0
stefanie.mueller@iwh-halle.de
www.iwh-halle.de

– Folgewirkungen der Systemtransformation in den Neuen
Ländern und Ostmitteleuropa
– Konjunktur- und Wachstumsprozesse in Deutschland, Europa,
weltweit
– Internationale Finanzmärkte
– Sektorale, regionale und kommunale Wirtschaftsentwicklung
– Demografie, Humankapital, Technologietransfer

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

leibniz-Institut für neurobiologie Magdeburg (Ifn)
Brenneckestraße 6
39118 Magdeburg
Tel.: (03 91) 626 32 18
Fax: (03 91) 616 16 - 0
wo@ifn-magdeburg.de
www.ifn-magdeburg.de

145

– Molekulare Mechanismen der Kommunikation zwischen
Nervenzellen
– Zellphysiologische und biochemische Mechanismen der
Gedächtnisbildung
– Funktionelle Organisation und Lernprozesse der visuellen und
auditorischen Hirnrinde
– Frühkindliche Lernprozesse und ihre krankhaften Störungen
– Raumzeitliche Analyse höherer cerebraler Funktionen mit Hilfe
nichtinvasiver bildgebender Verfahren

S
Deutsche zentralbibliothek für wirtschaftswissenschaften/
leibniz-Informationszentrum wirtschaft (zBw), Kiel
Düsternbrooker Weg 120
24105 Kiel
Tel.: (04 31) 88 14 - 1
Fax: (04 31) 88 14 - 520
info@zbw.de
www.zbw.eu

– Beschaffung und Aufarbeitung wirtschaftswissenschaftlicher
Fachliteratur
– überregionale Literaturversorgung
– Datenbank Econis
– Dokumentlieferdienste
– Indexierung mit dem Standard-Thesaurus-Wirtschaft

Forschungszentrum Borstel (FzB) – leibniz-zentrum
für Medizin und Biowissenschaften
Parkallee 1 – 40
23845 Borstel
Tel.: (045 37) 188 - 0
Fax: (045 37) 188 - 721
fzb@fz-borstel.de
www.fz-borstel.de

– Infektion, Allergie und Tumorbiologie in der Pneumologie
– Typ-I-Allergie, Asthma bronchiale, entzündliche
Lungenerkrankungen
– Bakterielle Infektionen
– Septische Prozesse
– Granulomatöse Entzündungen
– Apoptose
– Zellteilung und -differenzierung

leibniz-Institut für die Pädagogik der naturwissenschaften
an der Universität Kiel (IPn)
Olshausenstraße 62
24098 Kiel
Tel.: (04 31) 880 - 50 84
Fax: (04 31) 880 - 15 21
csec@ipn.uni-kiel.de
www.ipn.uni-kiel.de

– Klärung von Zielen naturwissenschaftlicher Bildung
– Naturwissenschaftsbezogene Lehr-Lernforschung
– Entwicklung, Umsetzung und Prüfung innovativer Konzepte
für den naturwissenschaftlichen Unterricht
– Computergestützte Kompetenzdiagnostik
– Pädagogisch-psychologische Methodenforschung
– Bildungsmonitoring
– Schulisches und außerschulisches Lernen über die Lebensspanne

leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der
christian-albrecht-Univeristät Kiel (IFM-GeoMaR)
Dienstgebäude Ostufer
Wischhofstr. 1 – 3
24148 Kiel
Tel.: (04 31) 600 - 0
Fax: (04 31) 600 - 28 05
info@ifm-geomar.de
www.ifm-geomar.de

– Beobachtende und modellierende Studien zur Rolle des Ozeans
im Klimasystem
– Biogeochemische Stoffkreisläufe, Wechselwirkungen mit
Meeresboden und Atmosphäre, Kohlenstoff- und Spurenstoffkreisläufe, Ozeanversauerung
– Struktur, Funktion und Dynamik von marinen Organismen,
Populationen, Lebensgemeinschaften und Ökosystemen
– Prozesse an aktiven submarinen Plattengrenzen in Verbindung
mit dem Entstehen und der Zerstörung des Ozeanbodens,
submarine Naturgefahren, mineralische Rohstoffe

Institut für weltwirtschaft an der Universität Kiel (Ifw)
Düsternbrooker Weg 120
24105 Kiel
Tel.: (04 31) 88 14 - 1
Fax: (04 31) 88 14 - 500
info@ifw-kiel.de
www.ifw-kiel.de

– Internationale Wirtschaft und internationale Wirtschaftspolitik
– Strukturelle Herausforderungen für die Wirtschaftspolitik
– Konjunktur, Wachstum und makroökonomische Politik

A

S

T
leibniz-Institut für altersforschung –
Fritz-lipmann-Institut (FlI)
Beutenbergstraße 11
07745 Jena
Tel.: (036 41) 65 63 - 34
Fax: (036 41) 65 63 - 35
wissdir@fli-leibniz.de
www.fli-leibniz.de

– Mechanismen der Alterung von Zellen und Organismen
– Entstehung altersbedingter Erkrankungen (Neurodegeneration,
Krebs, Organversagen)

leibniz-Institut für naturstoff-Forschung und
Infektionsbiologie e. v. – Hans-Knöll-Institut (HKI)
Beutenbergstraße 11a
07745 Jena
Tel.: (036 41) 532 10 00
Fax: (036 41) 532 08 00
angelika.rauchmaul@hki-jena.de
www.hki-jena.de

–
–
–
–
–
–

9.6 Bundes- und landeseinrichtungen
mit Fue-aufgaben
Die Bundeseinrichtungen mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben nehmen ihre Tätigkeit im Kontext der
Aufgaben des jeweiligen Bundesministeriums, zu dessen
Geschäftsbereich diese Aufgaben gehören, wahr. Ihre
Forschungsaufgaben haben demgemäß vorrangig das
Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Durchführung der Ressortaufgaben zu gewinnen (»Ressortforschung«). Sie tragen damit jedoch auch zum allgemeinen
Erkenntnisgewinn bei.
Ressortforschung ist Forschung, die auf die Gewinnung
wissenschaftlicher Erkenntnisse mit direktem Bezug zu
den Tätigkeitsfeldern eines Ressorts bzw. Ministeriums
zielt. Diese Erkenntnisse dienen als Grundlage für Entscheidungen zur sachgerechten Erfüllung der Fachaufgaben. Soweit der allgemeine Wissensstand dafür nicht
ausreichend ist, werden in erster Linie die Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben tätig.
Seit 2004 evaluiert der Wissenschaftsrat auf Bitte
der Bundesregierung Einrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben. Der Wissenschaftsrat bewertet
die Forschungsleistungen in der Mehrzahl der bisher
evaluierten Einrichtungen als gut bis teilweise exzellent,
die forschungsbasierten Dienstleistungen als gut bis sehr
gut und dem »state of the art« der jeweiligen Disziplin
entsprechend. Basierend auf solchen Beispielen guter

Suche nach neuen Wirkstoffen mikrobiellen Ursprungs
Aufklärung von Struktur und Biosynthese von Naturstoffen
Chemische und biochemische Modifikation von Naturstoffen
Untersuchung von Wirkprofilen
Infektionsbiologie human-pathogener Pilze
Untersuchung molekularer Mechanismen von Krankheitsentstehung und Wirtsantwort
– Evaluierung von Targets für neue Diagnostika und Therapeutika
– molekulare Grundlagen mikrobieller Kommunikation

Ressortforschung hat die Bundesregierung im Dezember
2007 das »Konzept einer modernen Ressortforschung«
beschlossen. Das Konzept wird ressort- und einrichtungsspezifisch umgesetzt.
Die Landes- und kommunalen Forschungseinrichtungen werden institutionell aus Landesmitteln und zum
Teil aus Mitteln Dritter finanziert. Grundsätzlich gehören
dazu auch die Akademien, die wegen ihrer besonderen
Stellung und teilweisen Finanzierung aus dem sogenannten Akademienprogramm im Kapitel »Akademien
und Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina«
dargestellt werden. Unberücksichtigt bleiben Archive,
Bibliotheken, Museen und vergleichbare Einrichtungen,
soweit sie nicht im Kapitel »Leibniz-Gemeinschaft« dargestellt werden.

9.6.1 Bundeseinrichtungen mit Fue-aufgaben
Einzelheiten zu den Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben ergeben sich aus folgender Übersicht.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

147

abbildung 8
standorte der Bundeseinrichtungen mit Fue-aufgaben

A

Landeshauptstädte
Forschungsstätten

S

1. Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern (BMI)
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB)
Friedrich-Ebert-Allee 4
65185 Wiesbaden
Tel.: (06 11) 75 - 22 35
Fax: (06 11) 75 - 39 60
bib@destatis.de
www.bib-demographie.de

– Laufende Beobachtung und Analyse demografischer Trends
– Beratung der Bundesregierung und Vertretung bei internationalen Organisationen
– Forschungsarbeiten zu Bevölkerungsfragen, u. a. in den
Bereichen:
– Mortalität, Morbidität und Lebenserwartung
– Fertilität, Familien und Lebensformen
– Auswirkungen der demografischen Alterung
– Migration/Abwanderung

Bundesinstitut für sportwissenschaft (BIsp)
Graurheindorfer Str. 108
53117 Bonn
Tel.: (018 88) 640 - 0
Fax: (018 88) 640 - 90 07
info@bisp.de
www.bisp.de

– Vergabe öffentlicher Mittel für Forschung an die dem Sport
helfende Wissenschaft
– Führung und Online-Bereitstellung der Datenbanken SPOLIT,
SPOFOR, SPOMEDIA und des Fachinformationsführers Sport
sowie des sportwissenschaftlichen Informationsforums
SPORTIF unter Integration in das interdisziplinäre Wissenschaftsportal vascoda
– Umset
Umsetzung
zung der Forschungsergebnisse durch Transferaktivi
ransferaktivi-täten
– Fachliche Beratung des Bundesministeriums des Innern bei
seiner Aufgabenerfüllung auf dem Gebiet des Sports
– Mitwirkung bei der Normung auf dem Gebiet der Sportstätten
und der Sportgeräte
– Koordinierung der sportwissenschaftlichen Forschung für den
Leistungssport
– Internationale Zusammenarbeit vergleichbarer öffentlicher
Einrichtungen

2. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaft und technologie (BMwi)
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel.: (05 11) 643 - 0
Fax: (05 11) 643 - 23 04
poststelle@bgr.de
www.bgr.bund.de
BGR – Dienstbereich Berlin
Berlin-Spandau
Wilhelmstr. 25 – 30
13593 Berlin
Tel.: (030) 369 93 - 0
Fax: (030) 369 93 - 100
Seismologisches Zentralobservatorium Gräfenberg
Mozartstr. 57
91052 Erlangen
Tel.: (091 31) 810 40 - 0
Fax: (091 31) 810 40 - 99
Dienstbereich Grubenhagen
OT Rotenkirchen
37574 Einbeck
Tel.: (055 62) 91 46 - 0
Fax: (055 62) 91 46 - 22

– Beratung der Bundesregierung in allen geowissenschaftlichen und rohstoffwirtschaftlichen Fragen (z. B. Sicherung der
Versorgung Deutschlands mit mineralischen und Energierohstoffen)
– Information und Beratung der deutschen Wirtschaft sowie
Durchführung von Prospektions- und Explorationsvorhaben
im In-und Ausland einschließlich der geowissenschaftlichen
Meeresforschung
– Technischen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern auf
allen Gebieten der Geowissenschaften
– Mitwirkung bei Maßnahmen für die geotechnische Sicherheit
(z. B. standortunabhängige Forschung zur Endlagerung radioaktiver Abfälle, Standortfragen von Kernkraftwerken) sowie
Bearbeitung geowissenschaftlicher Fragen des Umweltschutzes (z. B. geologische Schadensrisiken, Boden, Grundwasser,
Klimaentwicklung, Speicherung von CO2)
– Methodische und instrumentelle Entwicklungsarbeiten
auf allen Gebieten der Geowissenschaften sowie deren
Umsetzung in die Praxis
– Internationale geowissenschaftliche Zusammenarbeit in den
Polargebieten, Beobachtung seismischer Ereignisse (v. a.
Verifikation Nukleares Teststopp-Abkommen), geologische
Kartenwerke, Tiefseebohrprogramm; Zusammenarbeit mit
geowissenschaftlichen Diensten des Auslandes

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BaM)
Unter den Eichen 87
12205 Berlin
Tel.: (030) 81 04 - 0
Fax: (030) 81 12 029
www.bam.de
Zweiggelände:
Berlin-Fabeckstraße
Unter den Eichen 44 – 46
12203 Berlin
Berlin-Adlershof
Richard-Willstädter-Straße 11
12489 Berlin

149

– Weiterentwicklung der Sicherheit in Technik und Chemie
– Hoheitliche Aufgaben zur öffentlichen technischen Sicherheit,
insbesondere im Gefahrstoff- und Gefahrgutbereich
– Beratung der Bundesregierung, der Wirtschaft sowie der
nationalen und internationalen Organisationen im Bereich der
Materialtechnik und Chemie
– Mitarbeit bei der Entwicklung einschlägiger gesetzlicher
Regelungen, z. B. bei der Feststellung von Sicherheitsstandards
und Grenzwerten
– Entwicklung und Bereitstellung von Referenzmaterialien und
Referenzverfahren, insbesondere der analytischen Chemie und
der Prüftechnik
– Unterstützung der Normung und anderer technischer
Regeln für die Beurteilung von Stoffen, Materialien, Konstruktionen und Verfahren im Hinblick auf Sicherheit, Gesundheit,
Umweltschutz und den Erhalt volkswirtschaftlicher Werte

Freiversuchsgelände Horstwalde
Dorfstraße
15837 Horstwalde
Physikalisch-technische Bundesanstalt (PtB)
Bundesallee 100
38116 Braunschweig
Tel.: (05 31) 592 - 0
Fax: (05 31) 592 - 92 92
presse@ptb.de
www.ptb.de
Institut Berlin- Charlottenburg
Abbestraße 2 – 12
10587 Berlin
Tel.: (030) 34 81 - 1
Fax: (030) 34 81 - 490

– Forschen, Messen, Beraten abgeleitet aus 33 Gesetzen
und Verordnungen
– Darstellung, Bewahrung und Weitergabe der SI-Einheiten;
Entwicklung und Bereitstellung der nationalen Normale
– Grundlagen der Metrologie: Vorlaufforschung zur Weiterentwicklung des SI-Systems
– Metrologie für die Wirtschaft: Rückführung der Normale der
Kalibrierlaboratorien des deutschen Kalibrierdienstes (DKD)
– Mitarbeit in Normungsgremien, Forschungskooperationen,
Technologietransfer und Beratung der Industrie in messtechnischen Fragestellungen
– Internationale Angelegenheiten: Mitarbeit bei der internationalen Harmonisierung des Messwesens, Aufbauhilfe bei
der messtechnischen Infrastruktur für Entwicklungs- und
Schwellenländer

3. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für arbeit und soziales (BMas)
Bundesanstalt für arbeitsschutz und arbeitsmedizin (Baua)
Friedrich-Henkel-Weg 1 – 25
44149 Dortmund
Tel.: (02 31) 90 71 - 0
Fax: (02 31) 90 71 - 24 54
infozentrum@baua.bund.de
www.baua.de
Weitere Standorte:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Nöldnerstr. 40 – 42
10317 Berlin
Tel.: (030) 515 48 - 0
Fax: (030) 515 48 - 41 70
poststelle@baua.bund.de
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Proschhübelstr. 8
01099 Dresden
Tel.: (0351) 56 39 - 50
Fax: (0351) 56 39 - 52 10
poststelle@baua.bund.de

– Erhalt und Förderung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit
– Verbesserung der Präven
Prävention
tion arbeit
arbeitsbedingter
sbedingter Gesundheit
esundheitssstörungen und Erkrankungen
– Entwicklung und Umsetzung wirksamer und wirtschaftlicher
Präventionskonzepte für kleine und mittlere Unternehmen
und Schwerpunktbranchen
– Förderung sicher und gesund gestalteter Arbeitssysteme
– Verbesserung des Schut
Schutzes
zes vor Gesundheitsrisiken
esundheitsrisiken bei Tätig
ätig-keiten mit Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen
– Erhöhung des An
Anteils
teils anwendungssicherer chemischer Arbeits
Arbeitsstoffe
– Erhöhung des Anteils von sicherheits- und gesundheitsgerecht
gestalteten Produkten
– Reduzierung des Anteils von ausgewählten Produktgruppen
mit gefährlichen Eigenschaften
– Ausbau des Beratungs
Beratungs-,
-, Informations
Informations-- und Qualifi
Qualifikationsange
kationsange-bots zu Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit
– Verbreitung eines positiven Images von Gesundheit und
Sicherheit bei der Arbeit

A

S

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin –
Gesundheitsdatenarchiv Wismut (GDAW)
Jagdschänkenstraße 33
09117 Chemnitz
Tel.: (0371) 33 518 - 0
Fax: (0371) 33 518 - 62 22
poststelle@baua.bund.de

4. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für ernährung, landwirtschaft und verbraucherschutz (BMelv)
Julius-Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Erwin-Baur-Straße 27
06484 Quedlinburg
Tel.: (039 46) 47 - 0
Fax: (039 46) 47 - 255
poststelle@jki.bund.de
www.jki.bund.de
Friedrich-loeffler-Institut – Bundesforschungsinstitut
für tiergesundheit (FlI)
Boddenblick 5 a
17493 Greifswald-Insel Riems
Tel.: (03 83 51) 70
Fax: (03 83 51) 71 51
poststelle@fli.bund.de
www.bfav.de

– Politikberatung, Forschung und hoheitliche Aufgaben in den
Bereichen:
– Pflanzengenetik
– Pflanzenbau
– Pflanzenernährung und Bodenkunde
– Pflanzenschutz und Pflanzengesundheit
	 	
– Politikberatung und Forschung, hoheitliche Aufgaben in den
Bereichen:
– Tiergesundheit
– Tierernährung
– Tierhaltung
– Tierschutz
– Tiergenetische Ressourcen

Max-Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für
ernährung und lebensmittel
Haid-und-Neu-Straße 9
76131 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 66 25 - 0
Fax: (07 21) 66 25 - 111
poststelle@mri.bund.de
www.mri.bund.de

– Politikberatung, Forschung und hoheitliche Aufgaben
in den Bereichen:
– Ernährung
– Lebensmittel- und Bioverfahrenstechnik
– Mikrobiologie und Biotechnologie
– Sicherheit und Qualität bei Lebensmitteln

Johann Heinrich von thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut
für ländliche Räume, wald und Fischerei
Bundesallee 50
38116 Braunschweig
Tel.: (05 31) 596 - 0
Fax: (05 31) 596 - 10 99
poststelle@vti.bund.de
www.vti.bund.de

– Politikberatung, Forschung und hoheitliche Aufgaben
in den Bereichen:
– Ökonomie
– Technologie
– Stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe
– Klima
– Biodiversität
– Ökologischer Landbau

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Thielallee 88 – 92
14195 Berlin
Tel.: (018 88) 412 - 0
Fax: (018 88) 412 - 47 41
poststelle@bfr.bund.de
www.bfr.bund.de

– Gesundheitliche Bewertung der biologischen und stofflichchemischen Sicherheit von Lebensmitteln
– Gesundheitliche Bewertung der Sicherheit von Stoffen
sowie von ausgewählten Produkten
– Risikobewertung von gentechnisch veränderten Organismen
in Lebensmitteln, Futtermitteln, Pflanzen, Tieren,
– Risikokommunikation
– Entwicklung und Validierung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen
– Forschung, soweit sie in engem Bezug zu diesen
Tätigkeiten steht

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

151

5. Geschäftsbereich des Bundesministeriums der verteidigung (BMvg)
Institut für Radiobiologie der Bundeswehr
Neuherbergstr. 11
80937 München
Tel.: (089) 31 68 - 26 51
Fax: (089) 31 68 - 26 35
institutfuerradiobiologie@bundeswehr.org

– Bereitstellung von Expertensachverstand, Spezialdiagnostikkapazität, Grundsätzen, Konzepten, Richtlinien und Verfahren
zur Erhaltung/Wiederherstellung der Gesundheit nach Exposition mit ionisierenden bzw. nicht-ionisierenden Strahlen
– Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung bei militärischen
Gefährdungslagen durch ionisierende Strahlen sowie zur
medizinischen Verifikation von Strahlenexpositionen
– Forschung zu Pathomechanismen, Vorbeugung, Erkennung,
Behandlung und Epidemiologie von Gesundheitsstörungen
nach Exposition mit ionisierenden bzw. nichtionisierenden
Strahlen

Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr
Neuherbergstr. 11
80937 München
Tel.: (089) 31 68 - 23 12
Fax: (089) 31 68 - 32 92
institutfuermikrobiologie@bundeswehr.org

Expertensachverstand
and,, Spezialdiagnostik
Spezialdiagnostik-– Bereitstellung
Bereitstellung von Expertensachverst
kapazität, Grundsätzen, Konzepten, Richtlinien und Verfahren
zur Erhaltung/Wiederherstellung der Gesundheit von Exponierten gegen biologische Kampfstoffe
– Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung bei militärischen
Gefährdungslagen durch biologische Kampfstoffe sowie zur
medizinischen Verifikation von B-Kampfstoffeinsätzen
– Forschung zur Epidemiologie
Epidemiologie,, Seuchenmanage
Seuchenmanagemen
mentt, Patho
atho-mechanismen, Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von
Gesundheitsstörungen durch B-Kampfstoffe

Institut für Pharmakologie und toxikologie der Bundeswehr
Neuherbergstr. 11
80937 München
Tel.: (089) 31 68 - 29 26
Fax: (089) 31 68 - 23 33
institutfuerpharmakologieundtoxikologie@bundeswehr.org

– Bereitstellung von Expertensachverstand, Spezialdiagnostikkapazität, Grundsätzen, Konzepten, Richtlinien und Verfahren zur Erhaltung/Wiederherstellung der Gesundheit von
Exponierten gegen chemische Kampfstoffe
– Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung bei militärischen
Gefährdungslagen durch chemische Kampfstoffe sowie zur
medizinischen Verifikation von C-Kampfstoffeinsätzen
– Forschung zu Pathomechanismen
athomechanismen,, Vorbeugung
orbeugung,, Behand
Behand-lung und Epidemiologie von Gesundheitsstörungen durch
C-Kampfstoffe

Institut für Medizinischen arbeits- und Umweltschutz
der Bundeswehr
Scharnhorststr. 13
10115 Berlin
Tel.: (030) 28 41 - 25 01
Fax: (030) 28 41 - 25 03
instmedarbumwschbw@bundeswehr.org

– Bereitstellung von Expertensachverstand und Spezialdiagnostikkapazität zu Fragestellungen des Medizinischen
Arbeits- und Umweltschutzes in der Bundeswehr
– Forschung zu Pathomechanismen, Prävention, Diagnostik,
Therapie und Epidemiologie sowie anlassbezogene Untersuchungen von arbeits- und umweltbedingten Erkrankungen
unter militärspezifischen Bedingungen insbesondere
in Einsätzen der Bundeswehr

sportmedizinisches Institut der Bundeswehr
Warendorf
Dr.-Rau-Allee 32
48231 Warendorf
Tel.: (025 81) 94 11 - 0
Fax: (025 81) 94 11 - 46 49
sportmedizinischesinstitut@bundeswehr.org

– Zentrale Untersuchungs-, Behandlungs-, Ausbildungs- und
Forschungsstelle der Bundeswehr auf dem Gebiet der Sportmedizin
– Fachärztliche Untersuchung, Begutachtung, Beratung und
Behandlung von Soldaten bei speziellen sportmedizinischen
Fragestellungen
– Durchführung sportmedizinischer Anwendungsforschung
– Grundlagen und Grundsat
rundsatzfragen
zfragen des Spor
Sportts in der Bundes
Bundes-wehr aus sportmedizinischer Sicht

A

S

Flugmedizinisches Institut der luftwaffe
Postfach 1264/KFL
82242 Fürstenfeldbruck
Tel.: (081 41) 53 60 - 0
Fax: (081 41) 53 60 - 29 99
flmedinstltr@bundeswehr.org

– Zentrales Institut der Bundeswehr für Luft- und Raumfahrtmedizin
– Durchführung von Untersuchung, Begutachtung, Behandlung,
Eignungsfeststellung, Ausbildung, Forschung und Erprobung
auf luft- und raumfahrtmedizinischem, flugphysiologischem,
ergonomischem, flugunfallmedizinischem und flugpsychologischem Gebiet
– Bereit
Bereitstellung
stellung der Fachexpertise
achexpertise auf dem Gebiet der theore
theore-tischen, angewandten und experimentellen Luft- und Raumfahrtmedizin
– Aufgabenwahrnehmung eines Aeromedical Centers (AMC)

schiffahrtmedizinisches Institut der Marine
Kopperpahler Allee 120
24119 Kiel
Tel.: (04 31) 54 09 - 0
Fax: (04 31) 54 09 - 15 33

– Zentrales
Zentrales Institut der Bundeswehr für Schifffahr
Schifffahrtt- und Tauch
auch-medizin
– Durchführung von Un
Untersuchung
tersuchung,, Begut
Begutach
achtung
tung,, Behand
Behand-lung, Eignungsfeststellung, Ausbildung und angewandter
Forschung auf den Gebieten der Schiffahrt-, Tauch und Überdruckmedizin, der Arbeitsmedizin sowie der Medizinpsychologie, Bereitstellung der Fachexpertise auf diesen Gebieten

Forschungsanstalt der Bundeswehr für wasserschallund Geophysik (FwG)
Klausdorfer Weg 2 – 24
24148 Kiel
Tel.: (04 31) 607 - 0
Fax: (04 31) 607 - 41 50
fwg@fwg-kiel.de
www.bwb.org

– Wasserschall: Umgebungsbezogene Schallausbreitungsverhältnisse im Meer
– Sonarverfahren
– Wehrforschungsschiff PLANET
– Geophysik: Eigenschaften der Meeresoberfläche, der
Schichtung und des Meeresbodens

wehrwissenschaftliches Institut für schutztechnologien –
aBc-schutz (wIs)
Humboldtstraße
29633 Munster
Tel.: (051 92) 136 - 0
Fax: (051 92) 136 - 355
wis@bwb.org
www.bwb.org

–
–
–
–

wehrwissenschaftliches Institut für werk-, explosivund Betriebsstoffe (wIweB) *
Institutsweg 1
85435 Erding
Tel.: (081 22) 57 - 1
Fax: (081 22) 57 - 312
wiweb@bwb.org
www.bwb.org

erk-, Explosiv
Explosiv-- und Betriebs
Betriebs-– Prüfverfahren
Prüfverfahren und -methoden für Werk-,
stoffe
– Werkstoffe/Oberfl
erkstoffe/Oberflächenschut
ächenschutzz für den Leichtbau
Leichtbau,, Panzer
anzer-schutz und Hochtemperatureinsatz
– Textilien, Tragekomfort sowie Schutz und Tarnwirkung
– Explosivstoffe
Explosivstoffe,, Qualifi
Qualifizierung
zierung und Festlegung von Sicherheit
Sicherheitssforderungen
– Betriebsstoffe, anwendungsorientierte Weiterentwicklung
– Umweltschutz und -verträglichkeit

Außenstellen: Wilhelmshaven, Swisttal
* Seit dem 1.1.1997 ist das ehemalige Bundesinstitut für
chemisch-technische Untersuchungen beim Bundesamt
für Wehrtechnik und Beschaffung (BICT) in das Wehr wissenschaftliche
Institut für Werk-, Explosiv- und Betriebsstoffe
(WIWEB) integriert.

Schutz vor den Wirkungen von ABC-Waffen
Brandschutz für die Ausrüstung der Bundeswehr
Neue und verbesserte Verfahren zu Trinkwasseraufbereitung
Altlastensanierung mit konventionellen und biologischen
Methoden
– Verifikationsmethoden für das C-Waffen-Übereinkommen

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr
Prötzeler Chaussee 20
15344 Strausberg
Tel.: (033 41) 58 - 1801
Fax: (033 41) 58 - 18 02
swinstbweingang@bundeswehr.org
www.sowi.bundeswehr.de

Militärgeschichtliches Forschungsamt (MGFa)
Zeppelinstraße 127/128
14471 Potsdam
Tel.: (03 31) 97 14 - 0
Fax: (03 31) 97 14 - 507
mgfa@t-online.de
www.mgfa.de

amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr (aGeoBw)
GenMaj-Freiherr-von-Gersdorff-Kaserne
Kommerner Straße 188
53879 Euskirchen
Tel.: (022 51) 953 - 0
Fax: (022 51) 953 - 50 55
ageobweingang@bundeswehr.org

153

– Das SWInstBw führt militärbezogene, problemorientierte
sozialwissenschaftliche Forschung mit überwiegend empirischer Ausrichtung, einschließlich der hierzu erforderlichen
Grundlagenforschung, durch.
– Die Forschung umfasst die Analyseebenen
– in
internationales
ternationales System (z. B. Bedingungen und En
Enttwick
wick-lungen multinationaler Streitkräfte, europäische Integration, einsatzbedingte Belastungen, Einsatzmotivation),
– Streitkräf
Streitkräfte
te und Gesellschaf
esellschaftt (z. B. In
Integration
tegration der Streitkräfte, Wertewandel, Demografie/Nachwuchsgewinnung,
Einstellungen in der Bevölkerung),
– militärische Organisation (z. B. innere Lage, innere Führung,
Transformation, Militär und Ökonomie, Integration von
Frauen),
– Soldat als Individuum (z. B. Dienst- und Berufszufriedenheit,
soldatisches Selbstverständnis, Sozialisation in den Streitkräften).
	
– Militärgeschichtliche Grundlagenforschung zur Rolle von
Militär in Staat und Gesellschaft, Erstellung von Fachstudien
(Politikberatung), Auskunftsstelle für Anfragen (Behörden,
Wissenschaft, Öffentlichkeit), historische Bildung in den Streitkräften, Bundeswehrmuseen, Wanderausstellungen
– Aktuelle Forschungsschwerpunkte:
– Kriegsenden, Nachkriegsordnungen und Folgekonflikte im
19./20. Jahrhundert im Vergleich
– Zeitalter der Weltkriege
– Militärgeschichte der Bundesrepublik Deutschland im
Bündnis
– Militärgeschichte der DDR im Bündnis
– Störungsfreie Positionierung, Navigation und Zeitbestimmung
in Systemen der Bw
– Halbautomatische und automatisierte Objektextraktion aus
Fernerkundungsdaten
– Effizientes GeoInfo-Datenmanagement
– Weitestgehende automatisier
automatisierte
te Generalisierung von Vektorektordaten höherer Auflösung zu geringerer Auflösung
– Weiterentwicklung der DWD-Vorhersagemodelle zur Prognose
für kleinräumige Einsatzgebiete und Ausbreitung von ABCKampfmitteln, Aerosolen und Kampfstoffen

6. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)
Bundesinstitut für arzneimittel und Medizinprodukte (BfarM)
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
53175 Bonn
Tel.: (018 88) 307 - 0
Fax: (018 88) 307 - 52 07
poststelle@bfarm.de
www.bfarm.de

– Zulassung von Fertigarzneimitteln; Risikoerfassung und
-bewertung von Arzneimitteln sowie Durchführung entsprechender Maßnahmen nach dem Stufenplan
– Registrierung homöopathischer Arzneimittel
– Überwachung des Verkehrs mit Betäubungsmitteln und
Grundstoffen
– Medizinprodukte (zentrale Risikoerfasssung und Koordination)
– Wissenschaftliche Forschung

Deutsches Institut für medizinische Dokumentation
und Information (DIMDI)
Waisenhausgasse 36 – 38 a
50676 Köln
Tel.: (02 21) 47 24 - 1
Fax: (02 21) 47 24 - 444
posteingang@dimdi.de
www.dimdi.de

– Herausgeber von medizinischen Klassifikationen, Nomenklaturen, Thesauri u. a. Begriffsystemen
– Informationssysteme für Arzneimittel, Medizinprodukte,
Health Technology Assessment (HTA)
– Steuerung eines Programms für die Erstellung von HTABerichten
– Literatur- und Faktendatenbanken online zu den Bereichen
Medizin, Arzneimittel, Medizinprodukte, Health Technology
Assessment/Evidenzbasierte Medizin, Toxikologie, Psychologie,
Gesundheitswesen

A

S

Bundeszentrale für gesundheitliche aufklärung (Bzga)
Ostmerheimer Str. 220
51109 Köln
Tel.: (02 21) 89 92 - 0
Fax: (02 21) 89 92 - 300
forschung@bzga.de
www.bzga.de/studien

– Gesundheitsförderung
– Prävention ausgewählter Risiken für Zivilisations- und Infektionskrankheiten
– Planung, Durchführung und Evaluation von bevölkerungsweiten Kampagnen
– Entwicklung und Umsetzung von Qualitätssicherungsverfahren für Gesundheitsförderung und Prävention

Paul-ehrlich-Institut – Bundesamt für sera und Impfstoffe (PeI)
Paul-Ehrlich-Str. 51 – 59
63225 Langen/Hessen
Tel.: (061 03) 77 - 0
Fax: (061 03) 77 - 12 34
pei@pei.de
www.pei.de

– Genehmigung klinischer Prüfungen
– Zulassung von biomedizinischen Arzneimitteln (Blut und
Blutprodukte, Impfstoffe, Antikörper, Allergene, Gewebe,
Gen- und Zelltherapie)
– Erfassung und Bewertung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (Pharmakovigilanz)
– Überprüfung der Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität
biomedizinischer Arzneimittel
– Viraler Gentransfer und Zelltherapie
– Interaktionen des Wirts mit pathogenen Organismen und
»genetischen Parasiten«
– Pathogen-induzierte Aktivierung bzw. Umgehung der
Immunantwort
– Immunbiologie von Allergenen
– Neuartige Impfstrategien
– Pharmakoepidemiologie

Robert Koch-Institut (RKI)
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel.: (018 88) 754 - 0
Fax: (018 88) 754 - 26 10
LeitungRKI@rki.de
www.rki.de

– Molekulare Epidemiologie und Pathogenese ausgewählter
viraler und bakterieller Infektionskrankheiten
– Epidemiologie und Surveillance von Infektionskrankheiten und
nicht übertragbaren Krankheiten und deren Risiken
– Gesundheitsberichterstattung
– Neue Risiken für die Gesundheit
– Neuartige Erreger
– Krisen- und Risikomanagement
– Entwicklung von Konzepten zum Erkennen
von Angriffen und Anschlägen mit biologischen Agenzien

Außenstelle: Wernigerode

7. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für verkehr, Bau und stadtentwicklung (BMvBs)
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Deichmanns Aue 31 – 37
53179 Bonn
Tel.: (018 88) 401 - 0
Fax: (018 88) 401 - 12 70
florian.mausbach@bbr.bund.de
www.bbr.bund.de

–
–
–
–
–
–

Nachhaltige Raum- und Siedlungsentwicklung
Nachhaltige Stadtentwicklung
Wohnungsversorgung
Raumentwicklung in Europa
Räumliches Informationssystem
Transferaufgaben

–
–
–
–
–

Meeresumweltschutz
Meereskundliche Untersuchungen
Prüfung und Zulassung nautischer Instrumente und Geräte
Nautische und hydrografische Dienste
Nautisch-technische Forschung

Außenstelle: Berlin
Bundesamt für seeschifffahrt und Hydrographie (BsH)
Bernhard-Nocht-Str. 78
20359 Hamburg
Tel.: (040) 31 90 - 0
Fax: (040) 31 90 - 50 00
posteingang-hh@bsh.d400.de
www.bsh.de
Dienstsitz in: Rostock

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)
Kaiserin-Augusta-Anlagen 15 – 17
56068 Koblenz
Tel.: (02 61) 13 06 - 0
Fax: (02 61) 13 06 - 53 02
posteingang@bafg.de
www.bafg.de

155

– Erfassung und Bewertung der quantitativen und qualitativen
hydrologischen Verhältnisse an Bundeswasserstraßen
– Erfassung und Bewertung der ökologischen Verhältnisse an
Bundeswasserstraßen
– Messprogramm zur Überwachung der Gewässergüte
grenzüberschreitender Gewässer
– Grundlagen für ein zukunfts- und ökologieorientiertes
Management im Elbeeinzugsgebiet

Außenstelle: Berlin
Bundesanstalt für straßenwesen (Bast)
Brüderstr. 53
51427 Bergisch Gladbach
Tel.: (022 04) 43 - 0
Fax: (022 04) 43 - 673
info@bast.de
www.bast.de

– Kostengünstig und funktionsgerecht Straßen, Brücken und
Ingenieurbauwerke bauen und erhalten
– Effiziente Straßennutzung
– Verkehrssicherheit
– Umweltschutz im Straßenbau und Betrieb
– Energieeinsparung, Einsatz neuer Energieträger
– Integration der Straße in das Gesamtsystem Verkehr

Bundesanstalt für wasserbau (Baw)
Kußmaulstr. 17
76187 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 97 26 - 0
Fax: (07 21) 97 26 - 45 40
info.karlsruhe@baw.de
www.baw.de

– Fachwissenschaftliche Dienstleistung für die Wasser- und
Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW)
auf dem Gebiet des Verkehrswasserbaus
– Normierung und technische Standardsetzung
– Angewandte Forschung
– Prüfstellentätigkeit in den Bereichen: Baustoffe, Geotextilien,
Frostbeständigkeit, Korrosionsschutz
– Erarbeitung von Grundlagen des IT-Einsatzes
für die WSV

Außenstellen: Hamburg, Ilmenau

Deutscher wetterdienst (DwD)
Frankfurter Str. 135
63067 Offenbach/M.
Tel.: (069) 80 62 - 0
Fax: (069) 80 62 - 44 84
info@dwd.de
www.dwd.de

– Numerische Wetteranalyse und -vorhersage/Ausbreitung
von Luftverunreinigungen
– Überwachung der Atmosphäre: physikalische Struktur,
chemische Zusammensetzung
– Klimadiagnose
– Angewandte Meteorologie: Synoptik, allgemeine Klimatologie, Agrar-, Medizin-, Hydrometeorologie

Außenstellen: Hohenpeißenberg, Lindenberg,
Potsdam, Braunschweig, Berlin

8. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Bundesamt für naturschutz (Bfn)
Konstantinstr. 110
53179 Bonn
Tel.: (02 28) 84 91 - 0
Fax: (02 28) 84 91 - 200
pbox-bfn@bfn.de
www.bfn.de
Außenstellen: Insel Vilm, Leipzig

– Übergreifende Fragen zum Schutz der Biodiversität und des
Klimawandels
– Gefährdungsanalyse und Schutz von Tieren, Pflanzen,
Biotopen und Ökosystemen
– Naturschutzorientierte Umweltbeobachtung, Indikatoren und
Naturschutzinformation
– Leitbilder und Strategien für Landschaften
andschaften und Biotopverbund
Biotopverbund-systeme, naturverträgliche Nutzungssysteme inklusive grüner
Gentechnik
– Naturschutzgerechte Entwicklung von Bundesverkehrswegeplan und Bergbaufolgelandschaften
– Landschaftsplanung, Eingriffsregelung und Gebietsschutz
einschließlich Meeres- und Küstennaturschutz
– Naturschutzförderprojekte des Bundes

A

S

Bundesamt für strahlenschutz (Bfs)
Willy-Brandt-Straße 5
38226 Salzgitter
Tel.: (030) 18 333 - 0
Fax: (030) 18 333 - 1885
epost@bfs.de
www.bfs.de

–
–
–
–
–

Strahlenschutz
Kerntechnische Sicherheit
Entsorgung radioaktiver Abfälle
Notfallvorsorge
Untersuchungen zu Strahlenwirkungen und -hygiene

Außenstellen: Neuherberg/München, Berlin,
Freiburg, Bonn, Rendsburg, Gorleben
Umweltbundesamt (UBa)
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Tel.: (03 40) 21 03 - 0
Fax: (03 40) 21 03 - 22 85
info@umweltbundsamt.de
www.umweltbundesamt.de
Dienstgebäude: Dessau-Roßlau
Außenstellen: Berlin, Langen, Bad Elster

– Umweltpolitische Grundsatzfragen
– Strategien für eine nachhaltige Entwicklung
– Klimaschutz, Anpassungsstrategien an den Klimawandel,
Energie, Mobilität
– Umwelt und Gesundheit
– Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Wasser, Boden,
Luft) mit Bezügen zur Ressourcenproduktivität und zum
Schutz der Biodiversität
– Chemikaliensicherheit inklusive Pflanzenschutz und Biozide
– Produkt- und produktionsintegrierter Umweltschutz,
Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Altlastensanierung
– Übergreifende Fragen des Umweltschutzes
– Emissionshandel

9. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Tel.: (02 28) 107 - 0
Fax: (02 28) 107 - 29 77
zentrale@bibb.de
www.bibb.de

– Mobilitätspfade und berufliche Karrierewege für
beruflich Qualifizierte
– Neue Berufe – neue Beschäftigungsfelder
– Individualisierung und Differenzierung beruflicher Bildung
durch curriculare organisatorische und didaktische
Maßnahmen

10. Geschäftsbereich des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen
im östlichen europa (BKGe)
Johann-Justus-Weg 147a
26127 Oldenburg
Tel.: (04 41) 96 10 5 - 0
Fax. (04 41) 195 - 33
bkge@uni-oldenburg.de
www.bkge.de

– Forschungen, Publikationen und Veranstaltungen über
Regionen, Zeiten und Themen über die Geschichte und Kultur
der Deutschen im östlichen Europa mit den Wissenschaftsbereichen
– Geschichte
– Literatur und Sprache
– Volkskunde
– Kunstgeschichte

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

157

9.6.2 Kontinuierliche zusammenarbeit mit
Fue-einrichtungen
Einzelheiten zu den Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen mit kontinuierlicher Zusammenarbeit
ergeben sich aus folgender Übersicht.

1. Geschäftsbereich des Bundeskanzleramtes (BK)
stiftung wissenschaft und Politik (swP)
Deutsches Institut für Internationale Politik und sicherheit
Ludwigkirchplatz 3 – 4
10719 Berlin
Tel.: (030) 880 07 - 0
Fax: (030) 880 07 - 100
swp@swp-berlin.org
www.swp-berlin.org

–
–
–
–
–
–
–
–

Europäische Integration
EU-Außenbeziehungen
Sicherheitspolitik
Amerika
Russische Föderation und GUS
Naher/Mittlerer Osten und Afrika
Asien
Globale Fragen

2. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für arbeit und soziales (BMas)
Institut für arbeitsmarkt- und Berufsforschung der
Bundesagentur für arbeit (IaB) *
Regensburger Straße 104
90478 Nürnberg
Tel.: (09 11) 179 - 0
Fax: (09 11) 179 - 32 58
iab.ba@t-online.de
www.iab.de

* Das Institut ist organisatorisch in die Bundesagentur für Arbeit
integriert. Es forscht und publiziert in der Regel unabhängig.
Allerdings ist ein übertragener Forschungssschwerpunkt, die
Wirkungsforschung zur Grundsicherung für Arbeitsuchende, als
Ressortforschung im weiteren Sinne definierbar.

– Arbeitsmarktstatistik und -beobachtung (Methoden, Modelle und
theoretische Grundlagen, Aufbereitung evaluationsgeeigneter
Daten und Datenweitergabe über ein Forschungsdatenzentrum)
– Wirkungsforschung zur aktiven Arbeitsmarktpolitik des SGB III und
des SGB II
– Erforschung der Wirkungen der passiven Leistungen des SGB II
und der Entwicklung von Lebenslagen von Menschen mit niedrigem Einkommen
– Kurz- und längerfristige Arbeitsmarktprojektionen
– Erforschung regionaler Arbeitsmärkte
– Erforschung von Arbeitslosigkeit und Stiller Reserve
– Forschung zur Nachfrageseite des Arbeitsmarktes:
IAB-Betriebspanel, Auswirkungen des technischen Fortschritts
– Forschung zum Bildungs- und Beschäftigungssystem, beruflicher
Weiterbildung und Qualifikationsstrukturen
– Berufsforschung
– Untersuchungen zu Erwerbsverläufen, beruflicher und räumlicher
Mobilität am Arbeitsmarkt
– Untersuchungen zu den Zusammenhängen
zwischen Lohn und Beschäftigung
– Untersuchungen zu Erwerbschancen und Arbeitsmarktrisiken
spezifischer Personengruppen
– Untersuchungen zur sozialen Absicherung erwerbsfähiger
Hilfebedürftiger und ihrer Bedarfsgemeinschaften
– Internationale Vergleiche
– Gesamtwirtschaftliche Analysen

3. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Familie, senioren, Frauen und Jugend (BMFsFJ)
Deutsches Jugendinstitut e. v. (DJI)
Nockherstraße 2
81541 München
Tel.: (089) 623 06 - 0
Fax: (089) 623 06 - 162
dji@dji.de
www.dji.de
Außenstelle: Halle (seit Herbst 2003)

– Sozialberichterst
Sozialberichterstat
attung
tung über Lebenslagen von Kindern
Kindern,, Jugend
Jugend-lichen, Frauen und Familien: kontinuierliche Beobachtung der
sozialstrukturellen Lebensbedingungen und der objektiven
Wohlfahrt in der Gesellschaft; kontinuierliche Beobachtung des
Zustands und der Wirkungen sozialstaatlicher Handlungs- und
Leistungssysteme der Kinder-, Jugend-, und Familienhilfe
– Praxisforschung im Bereich der Kinder
Kinder-,
-, Jugend
Jugend-- und Familienhilamilienhilfe: Initiierung und Erprobung innovativer Praxis, Evaluation von
Modellprogrammen des Bundes und der Länder.
– Wissenschaf
Wissenschaftliche
tliche Dienstleistungen
Dienstleistungen:: Arbeit
Arbeitsstellen
sstellen als Schnit
Schnitttstel
stel-len zwischen Dokumentation, Vernetzung, Praxisentwicklung,
Politikberatung und Initiierung von Forschung; Zuarbeit zur
Berichterstattung des Bundes; Praxis- und Politikberatung sowie
Dokumentation und Dissemination von Informationen und Materialien

A

S

Deutsches zentrum für altersfragen (Dza)
(German centre of Gerontology)
Manfred-von-Richthofen-Str. 2
12101 Berlin
Tel.: (030) 786 042 60
Fax: (030) 785 43 50
dza-berlin@dza.de
www.dza.de

– Forschung
orschung:: Sozial
Sozial-- und verhaltenswissenschaf
verhaltenswissenschaftliche
tliche Alternsfor
Alternsfor-schung zu den Themen Erwerbsarbeit und Ruhestand, Wirtschaftskraft und wirtschaftliches Verhalten, Familie und soziale
Netze, Gesundheit und Pflege sowie soziale Partizipation älterer
Menschen; Beobachtung sozialen Wandels und der Wirkungen
von Sozialpolitik; Durchführung nationaler Surveys und international vergleichender Studien
– Politikberatung und wissenschaftliche Dienstleistungen:
Beratung von Regierung und Parlament sowie Parteien und
Verbänden; Betreuung und wissenschaftliche Begleitung von
spezifischen Ressortaufgaben mit Geschäftsstellen; Sozialberichterstattung zur Lebenslage älter werdender und alter Menschen,
Verbreitung gerontologischen Wissens für die Gestaltung von
Senioren- und Sozialpolitik (u. a. Informationsdienst Altersfragen),
Statistisches Informationssystem GeroStat (im Internet verfügbar).

4. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche zusammenarbeit und entwicklung (BMz)
Deutsches Institut für entwicklungspolitik gGmbH (DIe)
Tulpenfeld 6
53113 Bonn
Tel.: (02 28) 949 27 - 0
Fax: (02 28) 949 27 - 130
die@die-gdi.de
www.die-gdi.de

– Gutachten und Stellungnahmen u. a. zu folgenden Themen:
– Konzepte und Instrumente der bilateralen und multilateralen
Entwicklungszusammenarbeit
– Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Entwicklungsländer
– Welthandelspolitik
– Global Governance und Entwicklungspolitik
– Kooperation mit Anker- und Schwellenländern
– Staatsmodernisierung, Good Governance und Demokratieförderung
– Soziale Entwicklung und Sicherungssysteme
– Entwicklungszusammenarbeit und Krisenprävention/Konfliktbearbeitung
– Ausbildung von Hochschulabsolventen und -absolventinnen für
die berufliche Praxis in der Entwicklungspolitik

5. Geschäftsbereich des Bundesministeriums für ernährung, landwirtschaft und verbraucherschutz (BMelv)
Deutsches Biomasseforschungszentrum (DBFz)
Torgauer Straße 116
D-04347 Leipzig
Tel.: (03 41) 24 34 - 112
Fax: (03 41) 24 34 - 133
info@dbfz.de
www.dbfz.de

9.6.3 landeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben
In den vorangegangenen Berichten wurden an dieser
Stelle alle Einrichtungen bzw. Institutionen eines Landes
aufgeführt, die zu mind. 50 % aus Landesmitteln finanziert worden sind. In dem vorliegenden Bericht werden
nun erstmals nur solche Einrichtungen aufgezeigt, die
zu 100 % aus Landesmitteln finanziert werden. Dadurch
ergibt sich zu den Vorläuferberichten eine Reduktion der
dargestellten Liste.

– Erhöhung des Anteils der Bioenergie am gesamten Energieverbrauch
– Stärkung wirtschaftlicher Potentiale in ländlichen Räumen
– Anwendungsorientierte Forschung zu allen Bioenergieträgern
– Forschungsschwerpunkte: Bioenergiesysteme, Kleinfeuerungsanlagentechnik, thermochemische Prozesse und Anlagen,
Biokraftstoffe, Biogastechnologie
– Mitwirkung bei Normungsaktivitäten
– Monitoring
– Beratung der Bundesregierung

Einzelheiten zu den Landeseinrichtungen mit
Forschungsaufgaben ergeben sich aus folgender Übersicht. In Einzelfällen werden Forschungseinrichtungen
genannt, die in anderen Kapiteln nochmals aufgeführt
werden (z. B. Akademien, Leibniz-Institute); Angaben zur
Aufgabenstellung entsprechend den von den Ländern
übermittelten Angaben.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

159

abbildung 9
standorte der landeseinrichtungen mit Fue-aufgaben

A

Landeshauptstädte
Forschungsstätten

S

Baden-württemberg
alemannisches Institut e. v. Freiburg (al)
Bertoldstraße 45
79098 Freiburg
Tel.: (07 61) 15 06 75 - 70
Fax: (07 61) 15 06 75 - 77
info@Alemannisches-Institut.de
www.Alemannisches-Institut.de

– Landes- und volkskundliche Forschung im gesamten schwäbischalemannischen Sprach- und Siedlungsraum des Elsaß, der
Nordschweiz, des Fürstentums Liechtenstein, Vorarlbergs,
Bayerisch-Schwabens und Baden-Württembergs

arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche
Forschung e. v. Freiburg (aBI)
Windaustraße 16
79110 Freiburg
Tel.: (07 61) 88878 - 0
Fax: (07 61) 88878 - 78
info@arnold-bergstraesser.de
www.arnold-bergstraesser.de

– Kultur- und sozialwissenschaftliche Forschung zu den
Entwicklungen in den Ländern der Dritten Welt

Bekleidungsphysiologisches Institut Hohenstein e. v. (BPI)
Schloß Hohenstein
74357 Bönnigheim
Tel.: (071 43) 271 - 0
Fax: (071 43) 271 - 51
info@hohenstein.de
www.hohenstein.de

– Forschungsarbeiten auf den Gebieten:
– Bekleidungsphysiologie
– Bekleidungstechnik
– Textile Dienstleistungen und Innovationen in den Kompetenzzentren Textilreinigung, Wäscherei, Intelligente Textilien und
Medizintextilien

Deutsches volksliederarchiv Freiburg
Silberbachstraße 13
79100 Freiburg
Tel.: (07 61) 705 03 - 0
Fax: (07 61) 705 03 - 28
info@dva.uni-freiburg.de
www.dva.uni-freiburg.de

– Sammlung, Bewahrung und Erforschung der Geschichte der
Volkslieder im deutschsprachigen Raum auf der Grundlage des
umfangreichen Archiv- und Bibliotheksbestandes

Deutsch-Französisches Institut
Asperger Straße 34
71634 Ludwigsburg
Tel.: (071 41) 93 03 - 0
Fax: (071 41) 93 03 - 50
info@dfi.de
www.dfi.de

– Sozialwissenschaftliches Forschungs- und Informationszentrum
zur deutsch-französischen Zusammenarbeit

Forschungsinstitut für edelmetalle und Metallchemie (FeM)
Katharinenstraße 17
73525 Schwäbisch Gmünd
Tel.: (071 71) 10 06 - 0
Fax: (071 71) 10 06 - 54
fem@fem-online.de
www.fem-online.de

–
–
–
–
–

Forschungsinstitut für Pigmente und lacke e. v. (FPl)
Allmandring 37
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 687 80 - 0
Fax: (07 11) 687 80 - 79
fpl@fpl.uni-stuttgart.de
www.fpl.uni-stuttgart.de

– Anwendungsorientierte Forschung auf den Gebieten:
– Pigmente, Lackrohstoffe, Lacke bzw. Beschichtungsstoffe und
Beschichtungen, Lackanwendung, Korrosionsschutz
– Makromolekulare Chemie und Polymer wissenschaften

Metallkunde, Metallorgrafie
Elektrochemie, Galvanotechnik, Korrosion
Leichtmetalloberflächentechnik, Anodisation, Lackierung
Plasmaoberflächentechnik, Materialphysik
Analytik, Umweltanalytik

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

161

Forschungsstelle für Psychotherapie stuttgart (Fost)
Bergheimer Str.54
69115 Heidelberg
Tel.: (062 21) 56 - 381 70
Fax: (062 21) 56 - 73 50
fost@psyres-stuttgart.de
www.psyres-stuttgart.de

– Durch die Verbindung der Forschungsstelle für Psychotherapie
mit der Psychotherapeutischen Klinik Stuttgart und zu den
Universitäten des Landes bestehen besonders günstige Voraussetzungen für eine systematische Forschung auf dem Gebiet der
Psychotherapie

Forschungszentrum Informatik (FzI) an der
Universität Karlsruhe
Haid-und-Neu-Straße 10 – 14
76131 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 96 54 - 0
Fax: (07 21) 96 54 - 909
fzi@fzi.de
www.fzi.de

– Technologien
echnologien:: Ingenieurmä
Ingenieurmäß
ßige Sof
Softtwarekonstruktion
warekonstruktion,, InformaInformations- und Wissensmanagement, Management übergreifender
Geschäftsprozesse, Eingebettete Systeme, Mobile Maschinen
– Anwendungsgebiete
Anwendungsgebiete:: Vernet
ernetztes
ztes Automobil
Automobil,, ver
vernet
netztes
ztes Gesund
esund-heitswesen, vernetztes Unternehmen
– Innovative Methoden, Werkzeuge und Services der Informatik
für das industrielle Umfeld der Gegenwart und Zukunft

Hahn-schickard-Gesellschaft – Institut für Mikroaufbautechnik
Allmandring 9 B
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 685 - 83712
Fax: (07 11) 685 - 83705
bellezer@hsg-imat.de
www.uni-stuttgart.de/hsg-imat

–
–
–
–
–

Gehäuse- und Aufbautechnik für Mikrosysteme
Miniaturisierte Sensoren und Aktoren auf MID-Basis
Kunststofftechnik für miniaturisierte Systeme
Präzisionsbearbeitung
Bauteil- und Systemprüfungen

Hahn-schickard-Gesellschaft – Institut für Mikro- und
Informationstechnik (IMIt)
Wilhelm-Schickard-Straße 10
78052 VS-Villingen
Tel.: (077 21) 943 - 0
Fax: (077 21) 943 - 210
info@hsg-imit.de
www.hsg-imit.de

–
–
–
–
–
–
–

Mikrotechnologie
Sensorik
Mikrofluidik
Informationstechnik
Medizintechnik
Biotechnologie
KfZ-Technik

Heidelberger akademie der wissenschaften
Karlstraße 4
69117 Heidelberg
Tel.: (062 21) 54 32 65 /-66
Fax: (062 21) 54 33 55
haw@urz.uni-heidelberg.de
www.haw.baden-wuerttemberg.de

– Pflege des wissenschaftlichen Gesprächs und des Austausches
zwischen hochqualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über die Grenzen der Disziplinen und Fakultäten
hinaus in der Tradition der 1763 gegündeten Kurpfälzischen
Akademie

Institut für lasertechnologien in der Medizin und Messtechnik
(IlM) an der Universität Ulm
Helmholtzstraße 12
89081 Ulm
Tel.: (07 31) 14 29 - 0
Fax: (07 31) 14 29 - 42
info@ilm.uni-ulm.de
www.uni-ulm.de/ilm

– Medizinische Laseranwendung in der Therapie
und Diagnostik
– Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der
Dentaltechnologie
– Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Laseranwendung
in der Messtechnik

Institut für Mikroelektronik stuttgart (IMs)
Allmandring 30a
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 21855 - 0
Fax: (07 11) 21855 - 111
info@ims-chips.de
www.ims-chips.de

– Mikroelektronische Systeme
– Mikroelektroniktechnologie
– Fortgeschrittene Maskentechnik

A

S

Institut für textilchemie und chemiefasern (ItcF) der
Deutschen Institute für textil- und Faserforschung
stuttgart (DItF)
Körschtalstraße 26
73770 Denkendorf
Tel.: (07 11) 93 40 - 101
Fax: (07 11) 93 40 - 185
itcf@itcf-denkendorf.de
www.itcf-denkendorf.de

–
–
–
–
–

Polymersynthese
Neue Verarbeitungs- und Messverfahren
Funktionalisierung von Textilien und textilen Oberflächen
Innovative Textilveredlungsprozesse
Zertifizierte Prüfungen an Fasern, Textilien
und Hilfsmitteln

Institut für textil- und verfahrenstechnik Denkendorf (Itv)
der Deutschen Institute für textil- und Faserforschung
stuttgart (DItF)
Körschtalstraße 26
73770 Denkendorf
Tel.: (07 11) 93 40 - 0
Fax: (07 11) 93 40 - 297
info@itvd-denkendorf.de
www.itv-denkendorf.de

–
–
–
–
–
–

Faser- und Garntechnologien
Flächen- und Strukturtechnologien
Funktionalisierung
Innovative und intelligente Produkte
Moderne Produktion
Prüfung textiler Werkstoffe

Konstanzer arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte e. v.
Benediktinerplatz 5
78467 Konstanz
Tel.: (075 31) 617 43
Fax: (075 31) 617 43
konstanzer-arbeitskreis@t-online.de
www.konstanzer-arbeitskreis.de

– Internationaler, wissenschaftlicher Arbeitskreis zur mittelalterlichen Geschichtsforschung, der regelmäßig Tagungen zur
europäischen Geschichte im Mittelalter abhält, deren Themen
und Ergebnisse in einer eigenen Reihe publiziert werden

lederinstitut Gerberschule Reutlingen e. v. (lGR)
Lehr-, Prüf- und Forschungsinstitut
Erwin-Seiz-Straße 9
72764 Reutlingen
Tel.: (071 21) 16 23 - 0
Fax: (071 21) 16 23 - 11
lgr@lgr-reutlingen.de
www.lgr-reutlingen.de

– Praxisnahe Forschung auf dem Gebiet der Lederherstellung und
Pelzveredelung
– Ledertechnologie
– Qualitätssicherung mit Zielrichtung umweltfreundlicher
Produktionsmethoden sowie Reduzierung der Umweltbelastung
– Chemische und physikalische Produktprüfungen
von Leder und Pelz
– Umweltanalytik, Behandlung von Abwässern, Schlämmen und
Abluft

Max-Reger-Institut Karlsruhe
Alte Karlsburg Durlach
Pfinztalstraße 7
76227 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 85 45 - 01
Fax: (07 21) 85 45 - 02
mri@uni-karlsruhe.de
www.uni-karlsruhe.de/~mri/

– Pflege des Max Reger-Werkes und Förderung aller mit seiner
Persönlichkeit und seinem Werk in Zusammenhang stehenden
wissenschaftlichen und künstlerischen Bestrebungen

nMI naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut
an der Universität tübingen
Markwiesenstraße 55
72770 Reutlingen
Tel.: (071 21) 515 30 - 0
Fax: (071 21) 515 30 - 16
info@nmi.de
www.nmi.de

– Forschung auf den Gebieten:
– Pharmazeutische Biotechnologie
– Biomedizintechnik
– Oberflächen- und Grenzflächentechnologie

walter eucken Institut Freiburg (weI)
Goethestraße 10
79100 Freiburg
Tel.: (07 61) 790 97 - 0
Fax: (07 61) 790 97 - 97
wei-freiburg@walter-eucken-institut.de
www.walter-eucken-institut.de

– Wirtschaftswissenschaftliche und soziologische Forschung,
insbesondere über Fragestellungen der Wettbewerbsordnung
und deren praktischer Verwirklichung

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim
Quadrat J 5
68159 Mannheim
Tel.: (06 21) 17 03 - 13 01
Fax: (06 21) 17 03 - 13 05
info@zi-mannheim.de
www.zi-mannheim.de

–
–
–
–
–
–

zentrum für sonnenenergie- und wasserstoff-Forschung (zsw)
Baden-Württemberg
Industriestraße 6
70565 Stuttgart
Tel.: (07 11) 78 70 - 0
Fax: (07 11) 78 70 - 100
info@zsw-bw.de
www.zsw-bw.de

– Anwendungsorien
Anwendungsorientier
tierte
te Forschung und En
Enttwicklung
wicklung,, Technolo
echnolo-gietransfer zu folgenden Themen:
– Photovoltaische Anlagentechnik
– Materialwissenschaften
– Regenerative Energieträger und Verfahren
– Elektrochemische Energiewandlung und Speicherung

Psychiatrie
Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin
Suchtmedizin
Neuropsychologie
Epidemiologie
Versorgungsforschung

Bayern
arbeitsgemeinschaft historischer Forschungseinrichtungen in
der Bundesrepublik Deutschland e. v. (aHF)
Schellingstr. 9
80799 München
Tel.: (089) 13 47 - 29
Fax: (089) 13 47 - 39
info@ahf-muenchen.de
www.ahf-muenchen.de

– Förderung der historischen Forschung

Bayerische akademie der wissenschaften
Alfons-Goppel-Str. 11
80539 München
Tel.: (089) 23031 - 0
Fax: (089) 23031 - 11 00
post@badw.de
www.badw.de

– Förderung wissenschaftlicher Tätigkeit und Forschung

collegium carolinum
Forschungsstelle für die böhmischen länder
Hochstr. 8
81669 München
Tel.: (089) 55 26 06 - 0
Fax: (089) 55 26 06 44
post.cc@extern.lrz-muenchen.de
www.collegium-carolinum.de

–
–
–
–
–

Deutsches Geodätisches Forschungsinstitut
Alfons-Goppel-Straße 11
80539 München
Tel.: (089) 230 31 - 11 06
Fax: (089) 230 31 - 12 40
mailer@dgfi.badw-muenchen.de
www.dgfi.badw.de
Forschungsstelle Deutsch-Jüdische zeitgeschichte e. v.
Historisches Institut, Universität der Bundeswehr
Werner-Heisenberg-Weg 39
85577 Neubiberg
Tel.: (089) 60 04 - 31 33
Fax: (089) 60 04 - 30 43
thomas.brechenmacher@unibw-muenchen.de

163

Geschichte
Zeitgeschichte
Kunstgeschichte
Germanistik
Volkskunde

A

S

Historische Kommission bei der Bayerischen akademie
der wissenschaften
Alfons-Goppel-Straße 11
80539 München
Tel.: (089) 230 31 - 11 51
Fax: (089) 230 31 - 12 45
histkomm@hk.badw-muenchen.de
www.historischekommission-muenchen.de
Historisches Kolleg
Kaulbachstr. 15
80539 München
Tel.: (089) 28 66 38 - 60
Fax: (089) 28 66 38 - 63
kontakt@historischeskolleg.de
www.historischeskolleg.de
Hochschule für Politik München
Ludwigstr. 8
80539 München
Tel.: (089) 28 50 18
Fax. (089) 28 37 05
hfp-muenchen@hfp.mhn.de
www.hfp.mhn.de
Institut für sozialwissenschaftliche Forschung e. v.
Jakob-Klar-Str. 9
80796 München
Tel.: (089) 27 29 21 - 0
Fax: (089) 27 29 21 - 60
zentrale@isf-muenchen.de
www.isf-muenchen.de
Monumenta Germaniae Historica – Deutsches Institut
für erforschung des Mittelalters
Ludwigstr. 16
80539 München
Tel.: (089) 286 38 - 23 84
Fax: (089) 281 419
sekretariat@mgh.de
www.mgh.de
stiftung für wissenschaftliche südosteuropa-Forschung
(südost-Institut)
Landshuter Str. 4
93047 Regensburg
Tel.: (0941) 943 5471
Fax: (0941) 943 5485
info@suedost-institut.de
www.suedost-institut.de
stiftung zur erforschung des europäischen ostens
(osteuropa-Institut)
Landshuter Str. 4
93047 Regensburg
Tel.: (09 41) 943 5410
Fax: (09 41) 943 5427
oei@osteuropa-institut.de
www.osteuropa-institut.de

– Pflege der politischen Wissenschaften und der
politischen Bildung

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

165

Ungarisches Institut München e. v.
Postfach 44 03 01
80752 München
Tel.: (089) 34 81 71
Fax: (089) 39 19 41
uim@ungarisches-institut.de
www.ungarisches-institut.de

Berlin
Deutsches Rheumaforschungszentrum Berlin e. v. (DRFz)
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Tel.: (030) 284 60 - 0
Fax: (030) 284 60 - 603
raulfs@drfz.de
www.drfz.de

Enttstehung und Verlauf rheumatischer ErkranErkran– Erforschung
Erforschung von En
kungen zur Verbesserung von Prognose und Therapie

Geisteswissenschaftliche zentren Berlin e. v. (Gwz)
Vorstand
Schützenstraße 18
10117 Berlin
Tel.: (030) 201 92 - 130
Fax: (030) 201 92 - 154
office@gwz-berlin.de
www.gwz-berlin.de
Historische Kommission zu Berlin e. v. (HiKo)
Kirchweg 33
14129 Berlin
Tel.: (030) 804 02 - 686
Fax: (030) 804 02 - 687
hikob@t-online.de
www.hiko-berlin.de

– Stadt- und Landesgeschichte von Berlin und Brandenburg

Japanisch-Deutsches zentrum Berlin
Saargemünder Straße 2
14195 Berlin
Tel.: (030) 839 07 - 0
Fax: (030) 839 07 - 220
jdzb@jdzb.de
www.jdzb.de

– Förderung und Ver
ertiefung
tiefung der japanisch
japanisch-deut
-deutschen
schen und in
interna
terna-tionalen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Kultur und ihres
Zusammenhangs mit dem Wirtschaftsleben

Konrad-zuse-zentrum für Informationstechnik (zIB)
Takustraße 7
14195 Berlin
Tel.: (030) 841 85 - 0
Fax: (030) 841 85 - 125
thieme@zib.de
www.zib.de

– Forschung und En
Enttwicklung auf dem Gebiet der Informations
Informations-technik, vorzugsweise in anwendungsorientierter algorithmischer Mathematik und in Praktischer Informatik; Höchstleistungsrechnerkapazität als dazugehörige Dienstleistung

zentrum für allgemeine sprachwissenschaft (zas)
a. a. O.
Tel.: (030) 201 92 - 401
Fax: (030) 201 92 - 402
sprach@zas.gwz-berlin.de
www.zas.gwz-berlin.de

– Untersuchung der Theorie der sprachlichen Strukturbildung und
deren Variation in ihren universalgrammatisch vorgegebenen,
typologisch parametrisierten und historisch veränderlichen
Determinanten in den Bereichen Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik und Lexikon

A

S

zentrum für literatur- und Kulturforschung (zfl)
a. a. O.
Tel.: (030) 201 92 - 173
Fax: (030) 201 92 - 154
litera@zfl.gwz-berlin.de
www.zfl.gwz-berlin.de

– Kulturforschung auf philologischer und symboltheoretischer
Grundlage, ausgerichtet auf die Schnittstellen und Transfers
zwischen Literatur und Künsten sowie Geistes- und Naturwissenschaften, insbesondere von religions- und wissenschaftsgeschichtlichen Aspekten

zentrum Moderner orient (zMo)
Kirchweg 33
14129 Berlin
Tel.: (030) 803 07 - 0
Fax: (030) 803 07 - 210
zmo@rz.hu-berlin.de
www.zmo.de

– Bearbeitung interdisziplinärer Projekte zur Geschichte und
Gegenwart des Modernen Orients (Vorderer Orient, Afrika,
Südasien) seit dem 18. Jh. mit dem Schwerpunkt auf translokalen
Süd-Süd-Verbindungen

Brandenburg
einstein Forum
Am Neuen Markt 7
14467 Potsdam
Tel.: (03 31) 271 78 - 0
Fax: (03 31) 271 78 - 27
einsteinforum@einsteinforum.de
www.einsteinforum.de

– Internationaler Diskurs und wissenschaftliche Zusammenarbeit
zur Wissenschaftstheorie und -philosophie in den Geistes- und
Naturwissenschaften

Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften
Finsterwalde e. v.
Brauhausweg 2
03238 Finsterwalde
Tel.: (035 31) 79 07 - 0
Fax: (035 31) 79 07 - 30
fib@fib-ev.de
www.fib-ev.de

– Erarbeitung von Lösungen für die Wiederherstellung funkti
funkti-onsfähiger Landschaften im Bereich der durch den Bergbau
beeinträchtigten ländlichen Räume der Lausitz (alternative und
extensive landwirtschaftliche Nutzung der Kippflächen)

Institut für Binnenfischerei Potsdam-sacrow e. v.
Im Königswald 2
14469 Potsdam/OT Groß Glienicke, Sacrower Allee
Tel.: (03 32 01) 406 - 0
Fax: (03 32 01) 406 - 40
institut.fischerei.potsdam@ifb-potsdam.de
www.ifb-potsdam.de

–
–
–
–

länderinstitut für Bienenkunde Hohen neuendorf e. v. (lIB)
Friedrich-Engels-Straße 32
16540 Hohen Neuendorf
Tel.: (033 03) 29 38 - 30
Fax: (033 03) 29 38 - 40
bienenkunde@rz.hu-berlin.de
www.honigbiene.de

– Forschung zu Bienenkunde, Bienenkrankheiten, Bestäubung und
Bienenprodukten
– Imkerliche Fort- und Weiterbildung
– Datenbank

Milchwirtschaftliche lehr- und Untersuchungsanstalt
oranienburg e. v. (MlUa)
Sachsenhausener Straße 7 b
16515 Oranienburg
Tel.: (033 01) 63 13 47
Fax: (033 01) 70 21 64
info@mlua.de
www.mlua.de

– Lehre,
Lehre, Forschung und Un
Untersuchung
tersuchung auf dem Gebiet der Milch
Milch-wirtschaft als Beitrag zur Gesundheitsfürsorge und Lebensmittelsicherheit

Schutz der Fischbestände
Fischereiliche Produktion
Angewandte Fischereiforschung
Umweltver
Umwelt
verträgliche
trägliche und marktorien
marktorientier
tierte
te Aquakultur und Teich
eich-wirtschaft

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Moses Mendelssohn zentrum für europäisch-jüdische
studien (MMz)
Am Neuen Markt 8
14467 Potsdam
Tel.: (03 31) 28 09 - 40
Fax: (03 31) 28 09 - 450
moses@uni-potsdam.de
www.mmz-potsdam.de

– Geschichte, Religion und Kultur der Juden in Europa
– Antisemitismus- und Holocauststudien
– Jüdische Regional- und Lokalgeschichte in den
Neuen Ländern
– Quellenstudien und Editionsarbeiten
– Unterstützung eines Masterstudiengangs »Jüdische Studien« an
der Universität Potsdam

sorbisches Institut/serbski institut *
Bahnhofstraße 6
02625 Bautzen
Tel.: (035 91) 49 72 - 0
Fax: (035 91) 49 72 - 14

– Erforschung und Pflege der sorbischen Sprache, der Geschichte,
der Kultur der Sorben sowie Sammlung und Archivierung der
hierfür erforderlichen Materialien

167

A

Zweigstelle für niedersorbische Forschungen, Cottbus
August-Bebel-Straße 82
03046 Cottbus
Tel.: (03 55) 38 09 00
Fax: (03 55) 79 37 97
sorb.inst.cottbus@t-online.de
www.serbski-institut.de
* Siehe auch unter Freistaat Sachsen. Die Finanzierung des
Instituts erfolgt durch die Stiftung für das Sorbische Volk, die
zu 50 % durch den Bund, zu 33 % durch den Freistaat Sachsen
und zu 17 % durch das Land Brandenburg finanziert wird.
zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam e. v. (zzF) *
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
Tel.: (03 31) 28 99 - 157
Fax: (03 31) 28 99 - 160
schneider@zzf-pdm.de
www.zzf-pdm.de

– Vergleichende Erforschung der Geschichte der Sowjetischen
Besatzungszone und der DDR unter Berücksichtigung allgemeiner Ost- und Westperspektiven, insbesondere Erforschung der
Geschichte der DDR im deutschen und europäischen Systemkonflikt

* ab 1. 1. 2009 als WGL-Institut Bund-Länder finanziert
Hamburg
Forschungsstelle für zeitgeschichte in Hamburg (FzH)
Beim Schlump 83
20144 Hamburg
Fon: (040) 43 13 97 - 0
Fax: (040) 43 13 97 - 40
fzh@zeitgeschichte-hamburg.de
www.zeitgeschichte-hamburg.de

– Erforschung der neueren Sozial- und Zeitgeschichte in Hamburg
und Norddeutschland unter besonderer Berücksichtigung der
Zeit des Nationalsozialismus
– Hamburger Lebensläufe – Werkstatt der Erinnerung
– Wissenschaftliche Präsenzspezialbibliothek mit 70.000 Bänden
und 80 laufenden Periodika
– Institut an der Universität Hamburg

Institut für Geschichte der deutschen Juden
Beim Schlump 83
20144 Hamburg
Tel.: (040) 42838 2617
Fax: (040) 44808 66
igdj@public.uni-hamburg.de
www.igdj-hh.de

– Erforschung
Erforschung der Geschichte
eschichte,, Kultur und Religion des deutsch
deutsch-sprachigen Judentums von der frühen Neuzeit bis heute mit
regionalem Schwerpunkt in Hamburg
– Wissenschaftliche Präsenzspezialbibliothek mit 42.000 Bänden
(Spezialsammlung zur deutsch-jüdischen Geschichte, Judaica
und Hebraica) und rund 600 in- und ausländische Periodika

Institut für Friedensforschung und sicherheitspolitik (IFsH)
an der Universität Hamburg
Beim Schlump 83
20144 Hamburg
Telefon: (040) 86 60 77 - 0
Telefax: (040) 866 36 15
ifsh@ifsh.de
www.ifsh.de

–
–
–
–

Erforschung von Problemen der Friedenssicherung und Sicherheit
Zentrum für Europäische Friedens- und Sicherheitsstudien (ZEUS)
Zentrum für OSZE-Forschung/Centre for OSCE Research (CORE)
Interdisziplinäre Forschungsgruppe Abrüstung, Rüstungskontrolle und Risikotechnologien
– Masterstudiengang Friedensforschung und Sicherheitspolitik
mit der Universität Hamburg

S

akademie der wissenschaften in Hamburg
Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg
Telefon: (040) 42 94 86 69 - 0
Telefax: (040) 448 07 52
sekretariat@awhamburg.de
www.awhamburg.de

– Vereinigung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus
dem norddeutschen Raum. Sie versteht sich als Arbeitsakademie,
deren Mitglieder Forschungsprojekte zu wissenschaftlichen
Grundlagenproblemen und gesellschaftlich bedeutenden
Zukunftsfragen konzipieren und bearbeiten. Sie fördert die
Zusammenarbeit zwischen Fächern, Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region.

Institut für Bildungsmonitoring Freie und Hansestadt Hamburg
Beltgens Garten 25
20537 Hamburg
Tel.: (040) 428 851 - 03 (Zentrale)
Fax: (040) 428 851 - 325

– Bildungsberichterstattung
– Evaluationen, Analysen, Datenerhebungen

zentralinstitut für arbeitsmedizin und Maritime Medizin
(zfaM) und Universitätsprofessur für arbeitsmedizin
Seewartenstr. 10, 20459 Hamburg
Telefon: (040) 428 894 - 501
Telefax: (040) 428 894 - 514
zfa@bsg.hamburg.de
www.uke.uni-hamburg.de/institute/arbeitsmedizin

– Durchführung wissenschaf
wissenschaftlicher
tlicher und prakti
praktischer
scher Un
Untersu
tersu-chungen zur Vertiefung der Erkenntnisse über die Einwirkung der
Arbeit auf die Gesundheit des Menschen. Das ZfA nimmt seine
Aufgaben in Forschung, Lehre, Beratung, Krankenbetreuung,
Seuchenabwehr sowie in der Fort- und Weiterbildung wahr.

Hessen
Forschungsanstalt Geisenheim am Rhein
Von-Lade-Straße 1
65366 Geisenheim
Tel.: (067 22) 502 - 0
Fax: (067 22) 502 - 212
info@fa-gm.de
www.forschungsanstalt-geisenheim.de

– Anwendungsbezogene Forschung in den Bereichen Weinbau und
Önologie, allgemeine Getränketechnik, Gartenbau

Hessen-Forst
Bertha-von-Suttner-Straße 3
34131 Kassel
Tel.: (05 61) 31 67 - 0
Fax: (05 61) 31 67 - 101
landesbetrieb@forst.hessen.de
www.hessen-forst.de

– Praxisorientierte Waldforschung

Hessisches landesamt für Umwelt und Geologie
Rheingaustraße 186
65203 Wiesbaden-Biebrich
Tel.: (06 11) 69 39 - 0
Fax: (06 11) 69 39 - 555
webmaster@hlug.de
www.hlug.de

– Aufgabenschwerpunkte in den Bereichen Umweltschutz und
Geowissenschaften, insbesondere Überwachung der Umwelt
und Bewertung der Umwelteinflüsse

Hessisches Dienstleistungszentrum für landwirtschaft,
Gartenbau und naturschutz
Kölnische Straße 48 - 50
34117 Kassel
Tel.: (05 61) 72 99 - 0
Fax: (05 61) 72 99 - 220
webmaster@hdlgn.de
www.hdlgn.de

– Fachbezogene Informationen, Untersuchungen und Beratungen
in den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau und Naturschutz
– Angebote an Aus-, Fort- und Weiterbildung

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

169

Hessisches landesamt für geschichtliche landeskunde
Wilhelm-Röpke-Straße 6 C
35032 Marburg
Tel.: (064 21) 28 24 - 582
Fax: (064 21) 28 24 - 799
poststelle.hlgl@mailer.uni-marburg.de
www.hlgl.de

– Grundlagenforschung in den Langzeitprojekten Geschichtliche Atlanten, Historisches Ortslexikon des Landes Hessen,
Numismatik und Münzfundpflege
– Wissenschaftliche Tagungen, Ausstellungsprojekte, Publikationen

landesamt für Denkmalpflege Hessen
Schloß Biebrich
65203 Wiesbaden
Tel.: (06 11) 69 06 - 0
Fax: (06 11) 69 06 - 140
info@denkmalpflege-hessen.de
www.denkmalpflege-hessen.de

– Wissenschaftliche Untersuchung der Kulturdenkmäler als
Beitrag zur Erforschung der Landesgeschichte
– Forschungsschwerpunkte auf den Gebieten Baudenkmalpflege,
Archäologie, Paläontologie, Archäobotanik, Restaurierung
– Denkmal-Fachberatung; Publikationen

N
akademie der wissenschaften zu Göttingen (adw)
Theaterstraße 7
37073 Göttingen
Tel.: (05 51) 39 - 53 62
Fax: (05 51) 39 - 53 65
udeppe@gwdg.de
www.adw-goe.de

– Geistes- und Naturwissenschaften

soziologisches Forschungsinstitut Göttingen e. v. (soFI)
Friedländer Weg 31
37085 Göttingen
Tel.: (05 51) 522 05 - 0
Fax: (05 51) 522 05 - 88
sofi@sofi.uni-goettingen.de
www.sofi-goettingen.de

– Sozialforschung in den Bereichen Arbeits-, Industrieund Bildungssoziologie

laser-laboratorium Göttingen e. v.
Hans-Adolf-Krebs-Weg 1
37077 Göttingen
Tel.: (05 51) 50 35 - 0
Fax: (05 51) 50 35 - 99
Birgit.Sterr@llg-ev.de
www.llg.gwdg.de

– Anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf dem
Gebiet der Excimer- und Farbstofflaser

oldenburger Forschungs- und entwicklungsinstitut für
Informatik-werkzeuge und -systeme (oFFIs)
Escherweg 2
26121 Oldenburg
Tel.: (04 41) 97 22 - 0
Fax: (04 41) 97 22 - 102
institut@offis.de
www.offis.de

– Anwendungsorientierte Informatik

Kriminologisches Forschungsinstitut niedersachsen e. v.
Lützerodestraße 9
30161 Hannover
Tel.: (05 11) 348 36 - 0
Fax: (05 11) 348 36 - 10
kfn@kfn.uni-hannover.de
www.kfn.de

– Praxisorientierte kriminologische Forschung

A

S

Georg-eckert-Institut für internationale schulbuchforschung
Celler Str. 3
38114 Braunschweig
Tel.: (05 31) 590 99 - 0
Fax: (05 31) 590 99 - 99
info@gei.de
www.gei.de

– Internationale Schulbuchforschung

laser zentrum Hannover e. v.
Hollerithallee 8
30419 Hannover
Tel.: (05 11) 27 88 0
Fax: (05 11) 27 88 100
info@lzh.de
www.laser-zentrum-hannover.de

– Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in den Bereichen
Laserentwicklung und Laseranwendung

Deutsches Institut für Kautschuktechnologie e. v.
Eupener Str. 33
30519 Hannover
Tel.: (05 11) 842 01 - 0
Fax: (05 11) 838 68 - 26
mail@dikautschuk.de
www.dikautschuk.de

– Interdisziplinäre Forschung und Entwicklung von
elastomeren Hochleistungswerkstoffen

Deutsches Institut für lebensmitteltechnik e. v.
Professor-von-Klitzing-Str. 7
49610 Quakenbrück
Tel.: (05431) 18 30
Fax: (05431) 18 31 14
info@dil-ev.de
www. dil-ev.de

– Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich der
Lebensmittel- und Futtermitteltechnik

Deutsches windenergie-Institut GmbH
Ebertstrasse 96
26382 Wilhelmshaven
dewi@dewi.de
Tel.: (044 21) 48 08 - 0
Fax: (044 21) 48 08 - 843

– Angewandte Windenergieforschung

Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH
Hollerithallee 6
D-30419 Hannover
Tel.: (05 11) 279 76 - 0
Fax: (05 11) 279 76 - 888
info@ iph-hannover.de
www.iph-hannover.de

– Anwendungsorientierte Industrieforschung

Institut für solarenergieforschung GmbH (IsFH)
Am Ohrberg 1
31860 Emmerthal
Tel.: (051 51) 999 - 0
Fax: (051 51) 999 - 400
info@isfh.de
www.isfh.de

– Solartechnologie, insbesondere Photovoltaik
und Solarthermie

clausthaler-Umwelttechnik-Institut GmbH (cUtec)
Leibnizstraße 21 und 23
38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel.: (053 23) 933 - 0
Fax: (053 23) 933 - 100
cutec@cutec.de
www.cutec.de

– Umwelttechnik, insbesondere anwendungsnahe, umweltrelevante Fragestellungen aus allen Bereichen der Verwertung,
Verminderung und Ablagerung von Abfällen

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Institut für vogelforschung – vogelwarte Helgoland (Ifv)
An der Vogelwarte 21
26386 Wilhelmshaven
Tel.: (044 21) 96 89 - 11
Fax: (044 21) 96 89 - 55
ifv@ifv.terramare.de
www.vogelwarte-helgoland.de

– Erforschung der Beziehungen zwischen Vögeln und
ihrer Umwelt

niedersächsisches Institut für historische
Küstenforschung (nihK)
Viktoriastraße 26 – 28
26382 Wilhelmshaven
Tel.: (044 21) 915 - 0
Fax: (044 21) 915 - 110
nihk@nihk..de
www.nihk.de

– Historische Forschung zur Entwicklung des Küstenraumes

A

Rheinland-Pfalz
Institut für Geschichtliche landeskunde
an der Universität Mainz
Johann-Friedrich-von-Pfeiffer-Weg 3
55099 Mainz
Tel.: (061 31) 392 48 27
Fax: (061 31) 392 55 08
igl@mail.uni-mainz.de
www.igl.uni-mainz.de

– Forschungen zur Geschichte des heutigen Landes RheinlandPfalz und der mit ihm historisch verbundenen Gebiete

Institut für cusanusforschung an der Universität trier
Domfreihof 3
54290 Trier
Tel.: (06 51) 145 51 - 0
Fax: (06 51) 145 51 - 25
cusanusf@uni-trier.de
www.uni-trier.de/~cusanus

– Forschung und Interpretation der Predigten des
Nikolaus von Kues

Institut für arbeitsrecht und arbeitsbeziehungen in der
europäischen Gemeinschaft an der Universität trier (IaaeG)
Behringerstraße, Gebäude H
54296 Trier
Tel.: (06 51) 201 - 47 51
Fax: (06 51) 201 - 47 52
kuhn@iaaeg.de
www.iaaeg.uni-trier.de

– Wissenschaftliche Erforschung des Arbeitsrechts und der
Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
GmbH (DFKI)
Trippstadter Straße 122
67663 Kaiserslautern
Tel.: (06 31) 205 75 - 0
Fax: (06 31) 205 75 - 503
info@dfki.de
www.dfki.de

– Wirtschaftsnahe Forschung auf dem Gebiet innovativer
Softwaretechnologien, Umsetzung von Spitzenforschung
in praxisrelevante Anwendungen
– Forschung findet in den sechs Forschungsbereichen statt:
– Bildverstehen und Mustererkennung
– Wissensmanagement
– Intelligente Benutzerschnittstellen
– Deduktion und Multiagentensysteme
– Sprachtechnologie
– Intelligente Visualisierung und Simulation

2. Standort
Stuhlsatzenhausweg 3
66123 Saarbrücken
Tel.: (06 81) 302 - 51 51
Fax: (06 81) 302 - 53 41
info@dfki.de
www.dfki.de

171

S

Institut für oberflächen- und schichtanalytik GmbH (IFos)
Technische Universität Kaiserslautern
Trippstadter Straße 120
67663 Kaiserslautern
Tel.: (06 31) 205 - 73 3001
Fax: (06 31) 205 - 73 3002
info@ifos.uni-kl.de
www.ifos.uni-kl.de

– Anwendung moderner Verfahren für die chemische, strukturelle
und topografische Analyse von Oberflächen, dünnen Schichten
und Festkörpern
– Mitwirkung und Beratung bei Problemlösungen auf den Gebieten
Oberflächentechnik, Dünnschichttechnologie, Oberflächenbearbeitung, usw.
– Forschung und Entwicklung im Bereich der instrumentellen
Oberflächen- und Schichtanalytik

Institut für verbundwerkstoffe GmbH (Ivw)
Erwin-Schrödinger-Straße
Gebäude 58
67663 Kaiserslautern
Tel.: (06 31) 20 17 - 0
Fax: (06 31) 20 17 - 199
info@ivw.uni-kl.de
www.ivw.uni-kl.de

– Erforschung und Weiterentwicklung der Anwendungen und
Anwendungsmöglichkeiten von Verbundwerkstoffen auf der
Basis polymerer Matrixsysteme
– Prozessorientierte Betrachtung der Wertschöpfungskette von
den wissenschaftlichen Grundlagen bis zum Bauteil unter Integration der Kernkompetenzen »Berechnung und Konstruktion«,
»Werkstoffe« und »Verarbeitung«

Institut für europäische Geschichte
Alte Universitätsstraße 19
55116 Mainz
Tel.: (061 31) 39 93 360
Fax: (061 31) 39 30 153
feedback@ieg-mainz.de
www.ieg-mainz.de

– Forschung auf den Gebieten Abendländische Religionsgeschichte, Europäische Geschichte seit dem 17.Jahrhundert
sowie Zeitgeschichte

RlP agroscience GmbH
Breitenweg 71
67435 Neustadt a. d. Weinstraße
Geschäftsführer (AlPlanta): Dr. Gabriele Krczal
Tel.: (063 21) 671 - 1301
gabi.krczal@agroscience.rlp.de
Geschäftsführer (IFA): Dr. habil. Roland Kubiak
Tel.: (063 21) 671 - 285
roland.kubiak@agroscience.rlp.de

– Forschung und Entwicklung auf den Gebieten Biotechnologie
und Agrarökologie im Zusammenhang mit Pflanzenproduktion,
insbesondere von Sonderkulturbetrieben (Weinbau, Obstbau, Gartenbau und Sonstige) und verarbeitenden Betrieben.
Förderung des Umwelt- und Naturschutz, vor allem in landbaulich intensiv genutzten Regionen

Institut für Biotechnologie und wirkstoff-Forschung e. v. (IBwF)
Erwin-Schrödinger-Str. 56
67663 Kaiserslautern
Tel.: (06 31) 316 72 - 0
Fax: (06 31) 316 72 - 15
info@ibwf.de
www.ibwf.de

– Anwendungsorientierte Grundlagenforschung und Entwicklung
der molekularen Naturstoffforschung und Biotechnologie für die
Pharma-, Chemie-, Lebensmittel- und Agrarindustrie

europäische akademie zur erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer entwicklungen GmbH (eata)
Wilhelmstr. 56
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Tel.: (026 41) 973 - 300
Fax: (026 41) 973 - 320
europäische.akademie@ea-aw.de
www.europaeische-akademie-aw.de

– Erforschung der Auswirkungen zukünftiger wissenschaftlicher
technischer Entwicklungen im europäischen Umfeld und Vermittlung von vorhandenen Kenntnissen u. a. auf den Gebieten
Umwelt, Gesundheit, Energie, Verkehr an Interessenten aus
Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Deutsches Polen-Institut
Mathildenhöhenweg 2
64287 Darmstadt
Tel.: (061 51) 42 02 - 0
Fax: (061 51) 42 02 - 10
kem.dpi@t-online.de
www.deutsches-polen-institut.de

– Forschungs-, Analyse-, Informations- und Veranstaltungszentrum
für polnische Kultur, Geschichte, Politik, Gesellschaft und die
deutsch-polnischen Beziehungen im europäischen Kontext

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

173

Institut für Rechtspolitik e. v. an der Universität trier
Im Treff 24
54296 Trier
Tel.: (06 51) 201 - 34 43
Fax: (06 51) 201 - 38 57
info@irp.uni-trier.de
www.irp.uni-trier.de

– Forschung auf dem Gebiet der Rechtspolitik sowie Beratung auf
allen Gebieten, die für die Rechtspolitik bedeutsam sind

Institut für Mikrotechnik GmbH (IMM)
Carl-Zeiss-Str. 18 – 20
55129 Mainz
Tel.: (061 31) 990 - 0
Fax: (061 31) 990 - 205
info@imm-mainz.de
www.imm-mainz.de

–
–
–
–
–
–

Forschungsinstitut für anorganische werkstoffe
– Glas/Keramik – GmbH (FGK)
Heinrich-Meister-Straße 2
56203 Höhr-Grenzhausen
Tel.: (026 24) 186 - 0
Fax: (026 24) 64 40
info@fgk-keramik.de
www.fgk-keramik.de

– Ent
Entwicklungsprojekte auf dem Gebiet der Werkstofferkstoff- und Verfah
erfah-renstechnologie, wie haltbare Detentore bei der Glasveredelung,
faserfreie Dämmstoffe, Heißgießen und kaltisostatisches Pressen
für Silikatkeramik
– Materialprüfung und betriebliche Analysen
Analysen,, Daten und Planungs
Planungs-kennzahlen für Unternehmen der Keramikindustrie
– Beur
Beurteilung
teilung anorganischer Werkstoffe (Keramik und BeschichBeschichtungen) auf deren Lebensmittelechtheit

Forschungsinstitut für mineralische und metallische
werkstoffe – edelsteine/edelmetalle – GmbH (Fee)
Struthstraße 2
55743 Idar-Oberstein
Tel.: (067 81) 211 91
Fax: (067 81) 703 53
fee@fee-io.de
www.fee-io.de

– Dienstleistungen für die Diamanten- und Edelsteinindustrie
sowie für die Metall- und Diamantwerkzeugindustrie
– Unterstützung von Unternehmen bei der Entwicklung und
Einführung neuer Produkte und Technologien, insbesondere in
den Bereichen Lasertechnik, neue Bearbeitungstechnologien,
Entwicklung neuer Werkstoffe, Verfahren zur Verbesserung von
Edelsteinmaterial
– Forschung, Entwicklung und Züchtung von optischen Kristallen
(beispielsweise Laserkristalle, nichtlineare optische Kristalle und
Sensoreigenschaften)

Reaktions- und Verfahrenstechnik
Fluidik/Biotechnik
Optische Aufbau- und Verbindungstechnik
Mathematisches Modellierung und Simulation
Elektromechanische Systeme
Nanotechnik und Sensorik

S
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
GmbH (DFKI)
Stuhlsatzenhausweg 3 (Geb. 43)
66123 Saarbrücken
Tel.: (06 81) 302 - 51 51
Fax: (06 81) 302 - 53 41
info@dfki.de
www.dfki.de

– Wirtschaftsnahe Forschung auf dem Gebiet innovativer
Soft waretechnologien, Umsetzung von Spitzenforschung in
praxisrelevante Anwendungen

Institut für zukunftsenergiesysteme (Izes) an der
Hochschule für technik und wirtschaft des saarlandes
IT Park Saarland, Geb. A1
Altenkesseler Straße 17
66115 Saarbrücken
Tel.: (06 81) 97 62 - 840
Fax: (06 81) 97 62 - 850
www.izes.de

– Angewandte Forschung und En
Enttwicklung in den Feldern regeregenerative Energien, rationelle Energienutzung, Energiesystemtechnik und Zukunftsmärkte
– Entwicklung und Analyse zukunftsfähiger Energiesysteme (v. a.
Gebäude, Siedlungen, industrielle Produktionsprozesse) unter
Berücksichtigung des Zusammenspiels von Energietechniken,
Energiemärkten und Akteuren sowie in der Konzipierung
marktorientierter Dienstleistungen.

Institut für Wirtschaftsinformatik (IWi):
– Erforschung zukünftiger Bildungsformen durch
neue Technologien
– Lehrtätigkeit im Fach Wirtschaftsinformatik

A

S

S
sächsische akademie der wissenschaften zu leipzig (saw)
Karl-Tauchnitz-Str. 1
04107 Leipzig
Tel.: (03 41) 711 53 - 0
Fax: (03 41) 711 53 - 44
www.saw-leipzig.de

– Als Gelehr
elehrtengesellschaf
tengesellschaftt verfolgt
verfolgt die Akademie,
Akademie, die Wissen
Wissen-schaften zu pflegen, ausgewählte wissenschaftliche Unternehmungen anzuregen und zu unterstützen. Betreuung von Langfristvorhaben im Akademienprogramm (Finanzierung Bund-Land)
mit dem Schwerpunkt Geisteswissenschaften und angrenzende
Gebiete (bis 2010 auch Naturwissenschaften)

simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und
Kultur e. v. (DI) an der Universität leipzig
Goldschmidtstraße 28
04103 Leipzig
Tel.: (03 41) 217 35 - 50
Fax: (03 41) 217 35 - 55
www.dubnow.de

– Erforschung jüdischer Lebenswelten im Kontext der nichtjüdischen Umwelt
– Kontakt und Austausch zwischen Juden Osteuropas und denen
West- und Mitteleuropas
– Migrations-, Diplomatie-, Wissenschafts- und Geistesgeschichte

Geisteswissenschaftliches zentrum Geschichte und Kultur
ostmitteleuropas e. v. (Gwzo) an der Universität leipzig
Luppenstraße 1 B
04177 Leipzig
Tel.: (03 41) 973 55 - 60
Fax: (03 41) 973 55 - 69
www.uni-leipzig.de/gwzo

– »Germania-Slavica« als westlicher Rand Ostmitteleuropas und
der mittelalterliche Landesausbau zu deutschem Recht in Ostmitteleuropa
– Nationalliteratur und gesellschaftlicher Wandel in Ostmitteleuropa im 19. und 20. Jahrhundert
– Metropolen Ostmitteleuropas: Regionalkultur – Nationalkultur –
Europäische Kultur
– Historische Erfahrungen und Perspektiven Ostmitteleuropas:
Staatensystem – Nation – Demokratie

Institut für sächsische Geschichte und volkskunde e. v.
Dresden (IsGv)
Zellescher Weg 17
01069 Dresden
Tel.: (03 51) 43 61 65 - 0
Fax: (03 51) 43 61 65 - 1
www.isgv.de

– In Zusammenarbeit mit den Universitäten des Freist
Freista
aates Sach
Sach-sen Erforschung der Sächsischen Geschichte in ihren historischen
Räumen bis zur Gegenwart, volkskundliche Erforschung der
alltäglichen Lebenswelten, auch im Verhältnis zwischen regionaler Eingrenzung und kulturellem Austausch, Erschließung und
Dokumentation der einschlägigen Quellen. Beteiligung an der
Lehre (Universität Leipzig, TU Dresden)

tanzarchiv leipzig e. v. (tal)
Ritterstraße 9 – 13
04109 Leipzig
Tel.: (03 41) 231 03 00
Fax: (03 41) 231 030 29
www.tanzarchiv-leipzig.de

– Dokumentation des Tanzes in allen seinen Erscheinungsformen,
Sammlung, Archivierung, Aufbereitung für die wissenschaftliche
Dokumentation von den Tanz betreffenden Materialien, Forschung im Bereich Tanz/Bewegungskulturen. Beteiligung an der
Lehre (Universität Leipzig)

verein für Kernverfahrenstechnik und analytik
Rossendorf e. v. (vKta)
Postfach 51 01 19
01314 Dresden
Tel.: (03 51) 260 - 32 72
Fax: (03 51) 260 - 32 36
www.vkta-rossendorf.de

– Bearbeitung wissenschaftlich-technischer Aufgaben auf den
Gebieten:
– Stilllegung und Entsorgung kerntechnischer Anlagen
– Entsorgung von Kernmaterialien und sonstigen
radioaktiven Stoffen
– Nukleare Analytik und Sanierung

Kurt-schwabe-Institut für Mess- und sensortechnik e. v.
Meinsberg (KsI)
Kurt-Schwabe-Str. 4
04720 Ziegra-Knobelsdorf
Tel.: (03 43 27) 608 - 0
Fax: (03 43 27) 608 - 131
www.ksi-meinsberg.de

–
–
–
–

Sensorforschung und Entwicklung chemischer Sensoren
Sensormesstechnik
Festkörpersensorik
Biosystemtechnik

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung e. v. leipzig (IIF)
Permoserstraße 15
04318 Leipzig
Tel.: (0341) 235 2206
Fax.: (0341) 235 2731
office@iif-leipzig.de
www.iif-leipzig.de

– Radiopharmazie: Radiopharmazeutische Hirnforschung
bei neurodegenerativen Erkrankungen unter Nutzung der
Positronen-Emissions-Tomografie
– Georadiochemie: Untersuchung von Transportprozessen in
Geosystemen unter Einsatz von Radiotracern und PositronenEmissions-Tomografie
– Strahlenschutzausbildung

Hannah-arendt-Institut für totalitarismusforschung e. v. (HaIt)
an der technischen Universität Dresden
Helmholtzstr. 6
01069 Dresden
Tel.: (03 51) 46 33 - 28 02
Fax: (03 51) 46 33 - 60 79
www.hait.tu-dresden.de

– Durchsetzung, Herrschaft und Verfall autoritärer
und totalitärer Regime
– Friedliche Revolution 1989/90 und die Entstehung
des Freistaates Sachsen
– Theorien totalitärer Herrschaft
– Politischer Extremismus
– Widerstand und Verfolgung in beiden deutschen Diktaturen

S
leucorea – stiftung des öffentlichen Rechts an der
Martin-luther-Univerisität Halle-wittenberg
Collegienstraße 62
06886 Lutherstadt Wittenberg
Tel.: (034 91) 466 - 100, - 101, - 102
Fax: (034 91) 466 - 222
www.uni-halle.de/mlu/leucorea

– Sprach- und Kulturwissenschaften – Zentrum für
USA-Studien
– Gesundheits- und Pflegewissenschaften
– Reformationsgeschichte und Lutherische Orthodoxie

Institut der Feuerwehr
Biederitzer Str. 5
39175 Heyrothsberge
Tel.: (03 92 92) 61 - 02
Fax: (03 92 92) 61 - 649
www.idf.uni-magdeburg.de

S
Institut für schleswig-holsteinische zeit- und Regionalgeschichte an der Universität Flensburg (IzRG)
Prinzenpalais 1 A
24837 Schleswig
Tel.: (046 21) 86 18 90
Fax: (046 21) 365 45
sekretariat@izrg.de
www.izrg.de

– Das IZR
ZRG
G er
erforscht
forscht und vermit
vermittelt
telt die Geschichte der DemokraDemokratisierung und der Arbeiterbewegung, des Nationalsozialismus
einschließlich seiner Vor- und Nachgeschichte, Wirtschaftsund Sozialgeschichte sowie die politische Zeitgeschichte in
Schleswig-Holstein seit dem Beginn der Industrialisierung unter
landes-, regional- und zeitgeschichtlichen Aspekten und im
Kontext insbesondere der dänischen Geschichte.

Institut für cIM-technologie-transfer
Schwentinestraße 13
24149 Kiel
Tel.: (04 31) 210 - 28 00
Fax: (04 31) 210 - 28 60
www.cimtt.fh-kiel.de

– Beratung von Unternehmen in den Bereichen rechnergestützte
Produktionstechnik sowie Informations- und Unternehmensmanagement
– Förderung der Wet
ettbewerbsfähigkeit
tbewerbsfähigkeit norddeutscher
norddeutscher Un
Unterneh
terneh-men zum Ausbau der Wirtschaft des Landes Schleswig-Holstein
– Unterstützung der FH Kiel in Lehre und Forschung

Materialprüfanstalt schleswig-Holstein
Öffentliche Baustoffprüfstelle
Bessemerstr.7
23562 Lübeck
Tel.: (0451) 300 - 51 47, - 51 31
Fax: (0451) 300 - 56 02
www.mpa-sh.fh-luebeck.de

–
–
–
–
–

Prüfung, Überwachung und Zertifizierung von Bauprodukten
Prüfung von Baustoffen und Bauteilen
Angewandte Forschung
Ingenieurberatung, Schulung
Ausbildung zu Baustoffprüfern

175

A

S

Brahms-Institut an der Musikhochschule lübeck
Jerusalemsberg 4
23568 Lübeck
Tel.: (04 51) 15 05 - 402
Fax: (04 51) 15 05 - 420
www.brahms.institut.de

– Weltweit größte private Brahms-Sammlung
– Erweiterung, Bewahrung und wissenschaftliche Erschließung
der Brahms-Sammlung
– Präsentation der Sammlung

technologisches zentrum an der Fachhochschule lübeck
Stephensonstraße 3
23562 Lübeck
Tel.: (04 51) 300 - 53 83
Fax: (04 51) 300 - 54 49
www.fh-luebeck.de

– Organisatorischer Zusammenschluss von technischen Einrich
Einrich-tungen, die sich mit Prüf-, Mess- und Untersuchungsaufgaben
sowie Beratung befassen

stiftung schleswig-Holsteinische landesmuseen
schloss Gottorf
24937 Schleswig
Tel.: (046 21) 813 - 0
Fax: (046 21) 813 - 535
www.schloss-gottorf.de

– Erforschung
Erforschung der in der Stif
Stiftung
tung zusammengeführ
zusammengeführten
ten Sammlungen
– Anregung, Entwicklung, Koordinierung und Durchführung
von Forschungsprogrammen und Forschungsarbeiten in den
Bereichen Kunst und Kultur sowie Archäologie und Völkerkunde

T
Institut für Photonische technologien e. v.
Albert-Einstein-Straße 9
07744 Jena
Tel.: (036 41) 20 60 - 0
Fax: (036 41) 20 60 - 99
www.ipht-jena.de

– Photonische Instrumentierung (Spektroskopie/Mikroskopie,
Nanobiophotonik, Quantendetektion, Laserdiagnostik,
Mikrofluidik)
– Optische Fasern und Faseranwendungen (optische Fasertechnologien, photonisches Silizium, faseroptische Module, faseroptische Systeme)

thüringer landessternwarte
Sternwarte 5
07778 Tautenburg
Tel.: (03 64 27) 863 - 0
Fax: (03 64 27) 863 - 29
www.tls-tautenburg.de

–
–
–
–
–

Institut für Bioprozess- und analysenmesstechnik e. v.
Rosenhof
37308 Heiligenstadt
Tel.: (036 06) 671 - 0
Fax: (036 06) 671 - 200
www.iba-heiligenstadt.de

– Online-Mess-und-Analysentechnik für die Life Sciences
– Kultivierungsverfahren für adhärente und submerse Kulturen
– Analyse von biofunktionalen Oberflächen und Funktionalisierung

Materialforschungs- und Prüfanstalt an der
Bauhaus-Universität weimar
Coudraystraße 9
99423 Weimar
Tel.: (036 43) 564 - 0
Fax: (036 43) 564 - 201
www.mfpa.de

–
–
–
–
–
–

Baustoffe
Materialbeständigkeit
Bauphysik/Prüftechnik
Bauteile, Baukonstruktionen, Werkstoffe
Umwelt
Geotechnik

Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-systeme gGmbH
Ehrenbergstraße 27
98693 Ilmenau
Tel.: (036 77) 69 55 - 00
Fax: (036 77) 69 55 - 15
www.imms.de

–
–
–
–
–

Industrielle Elektronik und Messtechnik
Entwurf elektronischer Systeme
Mikroelektronische Schaltungstechnik
Mechatronik
System Design

Suche nach extrasolaren Planeten
Astroseismologie
Lebenszyklus von Sternen
Gamma-Ray Bursts
Entwicklung von Galaxien

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

9.7 akademien, Deutsche akademie der naturforscher
leopoldina/nationale akademie und Deutsche akademie der technikwissenschaften (acatech) e. v.
Die sieben deutschen Akademien der Wissenschaften in
Berlin, Düsseldorf, Göttingen, Heidelberg, Leipzig, Mainz
und München haben sich in der »Union der deutschen
Akademien der Wissenschaften« zusammengeschlossen,
um ihre Grundlagenforschungen zu koordinieren und
sich gegenüber den Wissenschaftsorganisationen im
Inland wie im Ausland wirkungsvoller darzustellen. Seit
2007 gehört auch die Akademie der Wissenschaften in
Hamburg dem Kreis der Unionsakademien an. Etwa 1.600
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der verschiedensten Fachrichtungen sind zu ordentlichen oder
korrespondierenden bzw. außerordentlichen Mitgliedern
einer der acht Akademien gewählt worden.
Aufgabe der Akademien ist es im wesentlichen, langfristige Vorhaben der Grundlagenforschung zu koordinieren und zu betreuen sowie den interdisziplinären
Dialog zu entwickeln und zu pflegen. Die Akademien
haben als weiteres Aufgabenfeld die Beratung der Gesellschaft zu allgemeinen und zu Zukunftsfragen in ihre
Arbeit aufgenommen. In Symposien und öffentlichen
Veranstaltungen tragen sie zu einem intensiven Dialog
zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft bei.
Sie unterstützen mit Stellungnahmen zu aktuellen Fragen alle politisch Handelnden und die Öffentlichkeit bei
der Suche nach entsprechenden Antworten.
In diesem Zusammenhang gehört die Durchführung
des von Bund und Ländern je zur Hälfte finanzierten
Akademienprogramms mit einem Gesamtvolumen von
derzeit rund 46 Mio. Euro zu ihren wesentlichen Aufgaben.
Im übrigen wird der Grundhaushalt der Akademien
der Wissenschaften, die Landeseinrichtungen sind, allein
vom jeweiligen Sitzland finanziert.
Geschäftsstelle der Union der deutschen 
 A kademien der Wissenschaften
Geschwister-Scholl-Straße
55131 Mainz
Tel.: (061 31) 21 85 28 - 10
Fax: (061 31) 21 85 28 - 11
geschäftsstelle@akademienunion.de
www.akademienunion.de
Präsident: Prof. Dr. Günter Stock
Adress- und Kontaktdaten der Akademien finden sich in
folgender Übersicht.

177

Berlin-Brandenburgische Akademie der  
Wissenschaften
Jägerstraße 22/23
10117 Berlin
Tel.: (030) 203 70 - 0
Fax: (030) 203 70 - 600
info@bbaw.de
www.bbaw.de
Präsident: Prof. Dr. Günter Stock
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Theaterstraße 7
37073 Göttingen
Tel.: (05 51) 39 - 53 62
Fax: (05 51) 39 - 53 65
udeppe@gwdg.de
www.adw-goe.de
Präsident: Prof. Dr. Herbert W. Roesky
Bayerische Akademie der Wissenschaften
Alfons-Goppel-Str. 11
80539 München
Tel.: (089) 230 31 - 0
Fax: (089) 230 31 - 11 00
info@badw.de
www.badw.de
Präsident: Prof. Dr. Dietmar Willoweit
Sächsische Akademie der Wissenschaften  
zu Leipzig
Karl-Tauchnitz-Straße 1
04107 Leipzig
Tel.: (03 41) 71 15 - 30
Fax: (03 41) 71 15 - 344
praesident@saw-leipzig.de
www.saw-leipzig.de
Präsident: Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer
Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Karlstraße 4
69117 Heidelberg
Tel.: (062 21) 54 32 65 - 66
Fax: (062 21) 54 33 55
haw@baden-wuerttemberg.de
www.haw.baden-wuerttemberg.de
Präsident: Prof. Dr. Peter Graf Kielmansegg

A

S

abbildung 10
standorte der akademien und leopoldina

Landeshauptstädte
Forschungsstätten

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Akademie der Wissenschaften und der  
Literatur, Mainz
Geschwister-Scholl-Straße 2
55131 Mainz
Tel.: (061 31) 577 - 0
Fax: (061 31) 577 - 206
juliane.klein@ adwmainz.de
www.adwmainz.de
Präsidentin: Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll
Nordrhein-Westfälische Akademie  
der  Wissenschaften
Karl-Arnold-Haus der Wissenschaften
Palmenstraße 16
40217 Düsseldorf
Tel.: (02 11) 617 34 - 0
Fax: (02 11) 34 14 75
akdw@akdw.nrw.de
www.akdw.nrw.de
Präsident: Prof. Dr. Manfred J. M. Neumann
Akademie der Wissenschaften in Hamburg
Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg
Tel.: (040) 429 48 669 - 0
Fax: (040) 448 07 52
sekretariat@awhamburg.de
www.awhamburg.de
Zusätzlich zu den genannten Akademien gibt es die
Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech)
e. V. sowie die Deutsche Akademie der Naturforscher
Leopoldina in Halle. Leopoldina ist eine übernationale naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft,
die vom Bund (BMBF) und dem Land Sachsen-Anhalt im
Verhältnis 80 : 20 finanziert wird. Gegründet 1652, ist sie
die weltälteste dauerhaft existierende naturforschende
Akademie. Mit zurzeit ca. 1.300 Mitgliedern ist sie zudem
die mitgliederstärkste der deutschen Gelehrtengesellschaften. Wesentliche Aufgaben sind die Förderung
der Wissenschaft, die interdisziplinäre Diskussion und
Beratung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie deren
Verbreitung. Die Leopoldina ist nicht Mitglied der Union
der deutschen Akademien der Wissenschaften.
Darüber hinaus übernimmt die Leopoldina im Zusammenwirken mit Vertreterinnen und Vertretern der
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
(BBAW) und der weiteren Länderakademien sowie der
Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) die Aufgaben einer Nationalakademie auf dem Gebiet der Politikberatung und repräsentiert die deutschen
Akademien in internationalen Gremien.
Ein Koordinierungsgremium unter Beteiligung der
genannten Akademien verständigt sich über die im

179

Rahmen der wissenschaftsbasierten Politikberatung zu
bearbeitenden Themen und setzt Arbeitsgruppen ein,
die gegebenenfalls unter Einbeziehung der Expertise
weiterer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Stellungnahmen zu politisch und gesellschaftlich
relevanten Fragestellungen erarbeiten.
Deutsche Akademie der Naturforscher 
 L eopoldina/Nationale Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 37
06108 Halle/Saale
Tel.: (03 45) 472 39 - 0
Fax: (03 45) 472 39 - 19
leopoldina@leopoldina-halle.de
www.leopoldina-halle.de
Präsident: Prof. Dr. Volker ter Meulen

Deutsche akademie der technikwissenschaften
(acatech e. v.) Im Februar 2002 ist im Rahmen der Union
der gemeinnützige Verein »acatech-Konvent für Technikwissenschaften der Union der deutschen Akademien
der Wissenschaften e. V.« gegründet worden. Der Bund
(BMBF) hat sich von 2002 bis 2006 mit rund 1,3 Mio. Euro
im Wege der Projektförderung am Aufbau der Geschäftsstelle beteiligt. acatech vereint erstmals die technikwissenschaftlichen Aktivitäten der Akademien der Wissenschaften unter einem Dach. Seit 1. Januar 2008 führt der
Verein seine bisherige erfolgreiche Arbeit als »Deutsche
Akademie der Technikwissenschaften« fort. Bund (BMBF)
und Länder beteiligen sich jeweils zur Hälfte an der
staatlichen Grundfinanzierung. Darüber hinaus wird der
Verein mit Mitteln der Wirtschaft gefördert.
acatech ist eine Arbeitsakademie mit zur Zeit rund 250
Mitgliedern aus Wissenschaft und Wirtschaft. acatech
fördert zum einen den Dialog zwischen Wissenschaft,
Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Zum anderen berät
und informiert die Akademie selbstbestimmt zu relevanten Technikthemen, die für die Zukunft des Standorts
Deutschland von zentraler Bedeutung sind, in ausgewogener, unabhängiger und wissenschaftlich fundierter
Weise. acatech richtet sich mit Studien, Empfehlungen
und Stellungnahmen an die Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Der interdisziplinäre Ansatz
durch das Einbeziehen der Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften ist ein wichtiges Anliegen. Zudem richtet
acatech Symposien, Foren, Podiumsdiskussionen und
Workshops aus. Auf internationaler Ebene wirkt acatech
im European Council of Applied Sciences, Technologies
and Engineering (EURO-CASE) und im International
Council of Academies of Engineering and Technological
Sciences (CAETS) mit.
acatech ist nicht Mitglied der Union der deutschen
Akademien der Wissenschaften.

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Deutsche Akademie der Technikwissenschaften 
(acatech) e. V. 
Geschäftsstelle München
Residenz München
Hofgartenstr. 2
80539 München
Tel.: (089) 520 30 90
Fax: (089) 520 30 00
info@acatech.de
www.acatech.de
Präsident: Prof. Dr. Joachim Milberg

9.8 stiftung caesar (center of advanced european
studies and research)
Ludwig-Erhard-Allee 2
53175 Bonn
Tel.: (02 28) 96 56 - 0
Fax: (02 28) 96 56 - 111
office@caesar.de
www.caesar.de
Gründung Durch Stiftungsgeschäft vom 11. Juli 1995 als
rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts errichtet.
Finanzierung Erträge aus dem Stiftungskapital in Höhe
von insgesamt 383,47 Mio. Euro (350,24 Mio. Euro Bundesmittel aus dem Bonn/Berlin-Ausgleich, davon 97,15
Mio. Euro für Bau- und Investitionsmaßnahmen). Die Stiftung wird nicht institutionell gefördert, sondern ist auf
die Erwirtschaftung eigener Mittel ausgerichtet (Wertpapiererträge und Drittmittel).
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auf den Feldern Nanotechnologie, Kopplung biologischer
und elektronischer Systeme sowie Kommunikationsergonomie aufgenommen. Nach einer entsprechenden
Empfehlung des Wissenschaftsrates und Beschlüssen des
Stiftungsrates, wird sich die Stiftung caesar ab dem Jahre
2008 den Themen Neurodegeneration, Neurosensorik
und Neurophotonik zuwenden.

9.9 wissenschaftskolleg zu Berlin
Institute for Adavanced Study
Wallotstrasse 19
14193 Berlin
Tel.: (030) 890 11 19
rektor@wiko-berlin.de
www.wiko-berlin.de
Im Wissenschaftskolleg zu Berlin haben international
anerkannte Gelehrte, vielversprechende jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Persönlichkeiten des geistigen Lebens die Möglichkeit, sich frei von
Zwängen und Verpflichtungen für ein Akademisches Jahr
auf selbstgewählte Arbeitsvorhaben zu konzentrieren.
Fächervielfalt, Internationalität und Interkulturalität sind
die Kennzeichen der Lerngemeinschaft auf Zeit, die die
rund vierzig Fellows dort am Wissenschaftskolleg bilden.
Das Wissenschaftskolleg stellt nahezu ideale Rahmenbedingungen, damit sich die Fellows ihrer intellektuellen
Arbeit widmen und dabei von kritischen Diskussionen
und Anregungen der Gelehrtengemeinschaft profitieren
können.
Die institutionellen Voraussetzungen für die Gründung des Wissenschaftskollegs als eine private Institution in Form eines Vereins wurden 1980 geschaffen, und
der Mediävist und Professor der Literaturwissenschaft
Peter Wapnewski wurde zum Gründungsrektor berufen
(1981 – 1986). Wolf Lepenies, Professor der Soziologie und
Wissenschaftshistoriker, leitete das Wissenschaftskolleg
von 1986 bis 2001. Von Oktober 2001 bis März 2007 nahm
Dieter Grimm, Professor des Öffentlichen Rechts an der
Humboldt-Universität zu Berlin und ehemaliger Richter
am Bundesverfassungsgericht, dieses Amt wahr. Rektor
des Wissenschaftskolleg ist seit April 2007 Luca Giuliani,
Professor der Klassischen Archäologie an der HumboldtUniversität zu Berlin.
Finanziert wird das Wissenschaftskolleg zu Berlin
gemeinsam vom Land Berlin und dem BMBF, mit Aufwendungen in Höhe von jeweils 2,688 Mio. Euro (Zahlen
für das Jahr 2008). Neben diesen Beiträgen der institutionellen Förderer erhält es Beiträge von der Schweiz und
der schwedischen Stiftung Riksbankens Jubileumsfond.
Projekte werden aus Drittmitteln finanziert. Hinzu kommen private Mittel von Seiten des Freundeskreises.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Ebenso wie das Wissenschaftskolleg wurde 1980 die
Wissenschaftsstiftung Ernst Reuter gegründet. Vorsitzender des Stiftungsrates ist der Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin. Der Stiftungsrat
wirkt an den zentralen Personalentscheidungen des
Wissenschaftskollegs mit, insbesondere an der Berufung
des Rektors und der Permanent Fellows.
Die Mitgliederversammlung bestimmt die Richtlinien
für die Arbeit des Wissenschaftskollegs und stellt den
jährlichen Haushaltsplan fest. Der wissenschaftliche
Beirat berät den Vorstand in allen wissenschaftlichen
Angelegenheiten. Insbesondere bei der Berufung der Fellows stützt der Rektor sich auf die Empfehlungen dieses
international zusammengesetzten Gremiums.

181

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E

gen der Daten ein sehr aufwändiger Prozess ist, stammen
die jüngsten verlässlichen IST-Zahlen aus dem Jahr 2005;
für die Jahre 2006 und 2007 liegen bis auf wenige Ausnahmen noch immer größtenteils Plan- und Schätzwerte
vor. Trotz dieser methodischen Unsicherheit ergibt sich
ein sehr belastbares Gesamtbild zur Dynamik der FuEAnstrengungen der Wirtschaft.

Der ergänzende Effekt von öffentlichen und privatwirtschaftlichen Mitteln ist nicht allein auf das Aufsummieren von FuE-Mitteln beschränkt, sondern führt auch
zu weitgehenden Verschränkungen in der Finanzierung
(und Durchführung) von Forschungsprojekten. Derartige
komplementäre und kooperative Strukturen können als
wichtiges Indiz für eine hoch entwickelte und diversifizierte FuE-Landschaft angesehen werden, die im
Zusammenspiel der Akteurinnen und Akteure ihre volle
Leistungsfähigkeit entfaltet.
In der folgenden Übersicht werden einige Kenngrößen der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft (Unternehmen und Institutionen für Gemeinschaftsforschung)
in Deutschland beleuchtet, um deren Beitrag zum
Forschungs- und Innovationsgeschehen angemessen zu
berücksichtigen. Da das Zusammenführen und Bereini-

Die Industrie leistet einen maßgeblichen Beitrag an
den gesamten Fue-aufwendungen Mit einem Anteil
von 67,6 % im Jahr 2005 ist die Wirtschaft für rund zwei
Drittel aller FuE-Ausgaben in Deutschland verantwortlich, während die öffentlichen Ausgaben bei 28,4 % lagen
(4 % fallen an Sonstige). Im Jahr 2006 war die Wirtschaft
gar für rund 70 % Prozent der Forschungsausgaben in
Deutschland verantwortlich. Dabei hat der Anteil der
Wirtschaft im Jahr 1995 noch bei 60 %, der der öffentlichen Hand bei 37,9 % und der von Sonstigen bei 2,1 % an
den gesamten FuE-Ausgaben (40,461 Mrd. Euro) gelegen.
Als Trend ist somit unverkennbar, dass es insbesondere
die Investitionen der Wirtschaft sind, die zu einer Zunahme der gesamten FuE-Mittel führen; gegenüber 2003
sind die FuE-Ausgaben der Wirtschaft im Jahr 2005 um
rund 4 % und damit deutlich weniger als in den Vorjahren
gestiegen.
Positive Fue-entwicklung auch in 2006 und 2007 Parallel zum Anziehen der Konjunktur lassen die Zahlen der
Unternehmen für FuE-Aufwendungen in den Jahren 2006
und 2007 eine deutliche Steigerung erkennen. Mit 52
Mrd. Euro an Gesamtaufwendungen (intern und extern)
für das Jahr 2006 wurde erstmalig die 50 Mrd. Euro Marke
überschritten – gemessen an den Aufwendungen des
Jahres 2005 (48,4 Mrd. Euro) eine Steigerung um 7,4 %.
Auf der Grundlage von Schätzwerten wurden im Jahr

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

2007 von der Wirtschaft noch einmal 4,2 % zusätzlich
aufgewendet, sodass sich hier FuE-Gesamtaufwendungen
der Wirtschaft in Höhe von 54,2 Mrd. Euro ergeben. Die
Steigerungsraten der Jahre 2006 und 2007 von 7,4 % und
voraussichtlich 4,2 % übertreffen die allgemeinen Preissteigerungsraten von 1,7 % (2006) und 2,2 % (2007) sowie
die Wachstumsraten des BIP von 2,5 % und 2,2 % deutlich.
Der Fahrzeugbau ist Motor der industriellen Fue
Beim Blick auf die sektorale Verteilung der FuE-Aufwendungen wird rasch deutlich, dass insbesondere
der Fahrzeugbau der Motor der Forschungsaktivitäten
in Deutschland ist – für die Weiterentwicklung dieses
Sektors wurden im Jahr 2005 18,6 Mrd. Euro aufgewendet. Das waren 38,4 % der FuE-Gesamtaufwendungen der
Wirtschaft (2003: 40,8 %). Weitere FuE-intensive Sektoren
und Branchen sind die Elektroindustrie, die im Jahr
2005 mit 9,6 Mrd. Euro rund die Hälfte des Wertes des
Fahrzeugbaus erreichte, die chemische Industrie (2005:
7,9 Mrd. Euro) und der Anlagen- und Maschinenbau
(2005: 4,5 Mrd. Euro). Diese vier Branchen (Fahrzeugbau,
Elektrotechnik, Chemie und Maschinenbau) bestreiten
somit rund 85 % der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft in
Deutschland.
KMU steigern ihre Fue-tätigkeiten Wenngleich der
überwiegende Teil der FuE-Aufwendungen nach wie
vor von Großunternehmen erbracht wird, zeichnen sich
doch gewisse Verschiebungen zugunsten der kleinen und
mittleren Unternehmen (weniger als 500 Beschäftigte)
ab. Entfielen im Jahr 2003 11,1 % der gesamten FuE-Aufwendungen der Wirtschaft auf KMU, waren dies im Jahr
2005 schon 12,9 %. In gleichem Maß sank der entsprechende Anteil von Unternehmen mit zehntausend und
mehr Beschäftigten von 51,4 % auf 47,5 % der Gesamtaufwendungen (indirekt ergibt sich aus diesen Zahlen, dass
Unternehmen mit mehr als 500 aber weniger als 10.000
Beschäftigten, ihren Anteil von 2003 bis 2005 um 2,1 %
erhöht haben).
Der erhöhte Fue-Bedarf wird verstärkt durch externe
Kapazitäten gedeckt Wenngleich sich die FuE-Aufwendungen der Wirtschaft von 2003 bis 2005 insgesamt um
rund 4 % erhöht haben (s. o.), sind die internen Aufwendungen (FuE in den Unternehmen selbst) in den letzten
Jahren nur um 1,6 % gestiegen, während die externen
Aufwendungen (Vergabe von FuE an Dritte) um 14,9 %
gestiegen sind; dies allerdings auf deutlich niedrigerem
Ausgangsniveau. Der zusätzliche Forschungsbedarf der
Wirtschaft wurde also zu einem nicht unerheblichen Teil
durch die verstärkte Nutzung externer FuE-Kapazitäten
realisiert und nicht durch den entsprechenden Ausbau
der eigenen Kapazitäten.

183

Positive entwicklungen beim Fue-Personal in der
Industrie Obwohl das Anwachsen der FuE-Kapazitäten
in der Wirtschaft hinter den Steigerungen der gesamten
Aufwendungen zurück geblieben ist, wurde 2005 mit
304.500 Personen (Vollzeitäquivalente) in der Industrieforschung erstmals seit dem Jahr 2001 wieder die
Grenze von 300.000 Personen überschritten. Gegenüber
2003 bedeutet dies einen Anstieg von 2,2 % ; dass das
Wachstum nicht stärker ausgefallen ist, liegt insbesondere an dem erwähnten Anstieg der externen FuEAufwendungen der Wirtschaft. Im Jahr 2006 waren rund
312.000 Personen in Unternehmen und Institutionen für
Gemeinschaftsforschung im FuE-Bereich tätig, was einen
Zuwachs von 2,5 % gegenüber 2005 bedeutet. Für 2007
ergeben vorläufige Schätzungen einen weiteren Anstieg
um 2,2 % auf 320.000 Beschäftigte.
Ähnlich wie bei den anteiligen FuE-Aufwendungen
nach Sektoren/Branchen beschäftigte der Fahrzeugbau
im Jahr 2005 mit rund 100.000 Personen den größten Teil
des internen FuE-Personals. Danach folgt die Elektrotechnik mit rund 67.500, die Chemie mit knapp 40.000 und
der Maschinen- und Anlagenbau mit knapp 36.500 FuEBeschäftigten (Vollzeitäquivalente).
Auch was die Zuordnung von FuE-Personal nach der
Art der Unternehmen angeht, ergeben sich Analogien
zur Verteilung der FuE-Aufwendungen: 40,3 % des Personals war im Jahr 2005 in Großunternehmen mit 10.000
Beschäftigten und mehr tätig, bei den KMU waren es 19,8.
Damit ist deren Anteil seit 2003 um 2,4 % deutlich gestiegen.
Unter der Voraussetzung, dass die FuE-Aufwendungen
gemäß Planzahlen auch 2006 und 2007 gestiegen sein
werden und dass die Steigerung dieser Aufwendungen
mit einem Anstieg des Forschungspersonals korreliert,
kann damit gerechnet werden, dass im Jahr 2007 310.000
Personen in den FuE-Abteilungen der Industrie beschäftigt waren.
Fue in ost und west Auch 18 Jahre nach der Wiedervereinigung ist es noch nicht vollständig gelungen, Ost und
West hinsichtlich FuE anzugleichen. Dies kann anhand
der Beschäftigtenzahlen in der Wirtschaft sehr deutlich
nachvollzogen werden: 1995 waren in den westdeutschen
Bundesländern 250.704 (entspricht 88,5 % des Personals in
ganz Deutschland) Personen in Forschung und Entwicklung der Wirtschaft tätig und 32.611 (entspricht 11,5 %) in
den ostdeutschen Bundesländern (inklusive Berlin). Im
Jahr 2006 hingegen waren es im Westen 281.500 (90,2 %)
und im Osten 30.654 (9,8 %). Ein ähnliches Verhältnis
ergibt sich auch für die Regionalverteilung bei den internen FuE-Aufwendungen in der Wirtschaft, die im Jahr
2006 bei 37,8 Mrd. Euro im Westen (entspricht 91,9 % der
internen Aufwendungen der Wirtschaft in ganz Deutschland) und 3,3 Mrd. Euro im Osten (entspricht 8,1 %) lagen;
das Verhältnis ist seit 1995 weitgehend stabil.

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Eine Besonderheit der ostdeutschen Länder stellen die
rund 300 externen Industrieforschungseinrichtungen
und FuE-Dienstleister dar, die keine institutionelle Förderung erhalten, sondern in privater Rechtsform tätig sind.
Diese oftmals aus der Transformation von Forschungsabteilungen in der Wirtschaft der DDR hervorgegangenen Einrichtungen führen im Auftrag produzierender
Unternehmen oder anderer Forschungseinrichtungen
FuE-Dienstleistungen durch oder bearbeiten direkt für
Auftraggeber FuE-Projekte.

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

185

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11 Zentrale Fachinformationseinrichtungen
und zentrale Fachbibliotheken
Mehrere Bundesressorts unterhalten Fachinformationseinrichtungen und zentrale Fachbibliotheken, deren
Dienstleistungen für die Wahrnehmung von Ressortaufgaben erforderlich sind.
Die überregionalen Fachinformationseinrichtungen
und die zentralen Fachbibliotheken sind zum großen
Teil Einrichtungen der Blauen Liste oder Bundeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben. Sie haben folgende
Aufgaben:
– Aufbau von Literatur - und Fakteninformationsdatenbanken
– Angebot und Vertrieb von Informationsdiensten
– Bereitstellung von Informationsdatenbanken für
die Onlinenutzung über Fachinformationsrechenzentren
– Sammlung und Bereitstellung von Literatur

Diese Einrichtungen stehen zum Teil auch der Öffentlichkeit zur Information und für die Wahrnehmung von
Aufgaben im Bereich der Forschung zur Verfügung.
Einzelheiten zu diesen Einrichtungen ergeben sich aus
der folgenden Übersicht.

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abbildung 11
standorte der Fachinformationseinrichtungen und Bibliotheken

Landeshauptstädte
Forschungsstätten

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

187

Bundesagentur für außenwirtschaft (BFaI)
Agrippastr. 87– 93
50676 Köln
Tel.: (02 21) 20 57 - 0
Fax: (02 21) 20 57 - 212
info@bfai.de
www.bfai.de

–
–
–
–

Allgemeine Wirtschaftsinformation zu Auslandsmärkten
Ausschreibungen ausländischer Stellen
Geschäftswünsche ausländischer Unternehmen
Investitions- und Entwicklungsvorhaben im Ausland

Bundesamt für seeschifffahrt und Hydrographie (BsH)
Bernhard-Nocht-Str. 78
20359 Hamburg
Tel.: (040) 31 90 - 0
Fax: (040) 31 90 - 50 00
posteingang@bsh.de
www.bsh.de

–
–
–
–
–
–

–

Förderung der deutschen Handelsflotte
Flaggenrecht und Schiffsvermessung
Erteilung von Zeugnissen für Seeleute
Prüflabor für Navigationssysteme
Maritime Gefahrenabwehr
Herausgabe von Seekarten und nautischen Publikationen
für die Berufs- und Sportschifffahrt
Seevermessung und Wracksuche
Vorhersage von Gezeiten, Wasserstand und Sturmfluten
Überwachung der Meeresumwelt
Verfolgung von Umweltverstößen
Genehmigung von Offshore-Anlagen wie Windenergieanlagen,
Pipelines, Seekabel
Marine Raumplanung

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
und niedersächsisches landesamt für Bodenforschung
Alfred-Bentz-Haus
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel.: (05 11) 643 - 0 (Auskunft)
Fax: (05 11) 643 - 23 04
bibl.info@bgr.de
www.bgr.de

–
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–
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–
–
–

Regionale Geologie (Sondersammelgebiet)
Angewandte Geologie
Allgemeine Geologie
Geophysik
Stratigrafie
Geochemie
Mineralogie/Petrografie
Lagerstättenkunde
Bodenkunde
Paläontologie
Rohstoffwirtschaft

Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)
Am Mainzer Tor 1
56002 Koblenz
Tel.: (02 61) 13 06 - 0
Fax: (02 61) 13 06 - 53 02
posteingang@bafg.de
www.bafg.de

– Erfassung und Bewertung der quantitativen und qualitativen
hydrologischen Verhältnisse sowie der ökologischen Verhältnisse
an Bundeswasserstraßen
– Messprogramm zur Überwachung der Gewässergüte grenzüberschreitender Gewässer
– Koordinierung von Grundlagen für ein zukunftsorientiertes,
ökologisch orientiertes Management im Elbeeinzugsgebiet
– WasserB
asserBLICK
LICK – zentrales
zentrales In
Internetpor
ternetporttal zur Europäischen Wasser
asser-rahmenrichtlinie (EG-WRRL)
– Gewässerkundliche Zentralbibliothek
Zentralbibliothek der Wasser
asser-- und Schiff
Schiff-fahrtsverwaltung (WSV) und des Bundes mit Onlinekatalog
– Weltdatenzentrum Abfluss (Global Runoff Data Centre, GRDC) als
deutscher Beitrag zum Weltklimaprogramm Wasser der Weltorganisation für Meteorologie (WMO)

Bundesanstalt für landwirtschaft und ernährung (Ble)
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Tel.: (02 28) 99 68 45 - 0
Fax: (02 28) 99 68 45 - 34 44
info@ble.de
www.ble.de

– Landwirtschaft
– Ernährung
– Verbraucherschutz

Standort Rostock:
Neptunallee 5
18057 Rostock
Tel.: (03 81) 45 63 - 5
Fax: (03 81) 45 63 - 948

–
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–
–
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Bundesanstalt für straßenwesen (Bast)
Brüderstr. 53
51427 Bergisch Gladbach
Tel.: (022 04) 43 - 0
Fax: (022 04) 43 - 673
info@bast.de, irtad@bast.de
www.bast.de

– Verkehrsdatenbanken:
– ITRD (International Transport Research Documentation)
– IRTAD (International Road Traffic and Accident Database)

Bundesanstalt für wasserbau (Baw)
Kußmaulstr. 17
76187 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 97 26 - 0
Fax: (07 21) 97 26 - 45 40
info@baw.de
www.baw.de

– Fachwissenschaf
achwissenschaftliche
tliche Dienstleistung für die Wasser
asser-- und Schiff
Schiff-fahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und das Bundesministerium
für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) auf dem Gebiet
des Verkehrswasserbaus (Bautechnik, Geotechnik, Wasserbau)
– Normierung und technische Standardsetzung
– Angewandte Forschung
– Prüfstellentätigkeit in den Bereichen: Baustoffe, Geotextilien,
Frostbeständigkeit, Korrosionsschutz
– Erarbeitung von Grundlagen des IT-Einsatzes

Deutscher wetterdienst (DwD)
Kaiserleistr. 29/35 und 42/44
63067 Offenbach
Tel.: (069) 80 62 - 0
Fax: (069) 80 62 - 44 84
info@dwd.de
www.dwd.de

– Wetter und Klima
– Atmosphäre (Physik und Chemie)
– Wechselwirkungen zwischen meteorologischen
meteorologischen,, wir
wirttschaf
schafttlichen und gesellschaftlichen Prozessen, Umwelt
– Beobachtungsnetze
– Zentrale Fachbibliothek
– Sondersammelgebiete: Meteorologie, meteorologische und
klimatologische Karten
– Unterhalt der meteorologischen Literaturdatenbank METLIS
– Literaturauskünfte mittels Recherchen in METLIS

DIn Deutsches Institut für normung e. v.
Burggrafenstr.6
10787 Berlin
Tel.: (030) 26 01 - 0
Fax: (030) 26 01 - 12 60
postmaster@din.de
www.din.de; www.perinorm.com

– Normeninformationen weltweit (elektronisch
und gedruckt)
– Technisches Recht in Deutschland und der Europäischen Union
– Volltextdatenbanken (Normen, Technisches Recht)

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation
und Information (DIMDI)
Waisenhausgasse 36 – 38 a
50676 Köln
Tel.: (02 21) 47 24 - 1
Fax: (02 21) 47 24 - 444
posteingang@dimdi.de
www.dimdi.de

Klassifikationen
kationen,, Nomenkla
Nomenkla-– Herausgeber von medizinischen Klassifi
turen, Thesauri u. a. Begriffssystemen
– Informationssysteme für Arzneimittel, Medizinprodukte,
Health Technology Assessment (HTA)
– Steuerung eines Programms für die Erstellung
von HTA-Berichten
– Literatur- und Faktendatenbanken online zu den Bereichen
Medizin, Arzneimittel, Medizinprodukte, HTA/evidenzbasierte
Medizin, Toxikologie, Psychologie, Gesundheitswesen

Deutsche zentralbibliothek für Medizin (zB MeD)
Hauptbibliothek Medizin:
Gleueler Str. 60
50931 Köln
Tel.: (02 21) 4 78 - 56 - 00
Fax: (02 21) 4 78 - 56 - 97
E-Mail: info@zbmed.de
Internet: www.zbmed.de

– Serviceleistung für Forschung und servicebasierte Forschung
auf den Gebieten:
– Gesundheitswesen
– Medizin und Pharmazie
– Molekular- und Zellbiologie
– Naturwissenschaftliche Anthropologie

Bereichsbibliothek ernährung und Umwelt:
Nußallee 15a
53115 Bonn
Tel.: (02 28) 73 - 34 00 / 34 03
Fax: (02 28) 73 - 32 81
E-Mail: info-bonn@zbmed.de
Internet: www.zbmed.de/bonn_service.html

– Ernährung
– Umwelt
– Agrarwissenschaften

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

Deutsche zentralbibliothek für wirtschaftswissenschaften
(zBw) – leibniz-Informationszentrum wirtschaft
Bibliothek des Instituts für weltwirtschaft
Düsternbrooker Weg 120
24105 Kiel
Tel.: (04 31) 88 14 - 383, - 555
Fax: (04 31) 88 14 - 520
info@zbw.ifw-kiel.de
www.zbw-kiel.de

– Wirtschaftswissenschaften, insbesondere Volkswirtschaft
und Weltwirtschaft

Deutsches Institut für Internationale Pädagogische
Forschung (DIPF)
Schloßstraße 29
60486 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 24 70 8 -0
Fax: (069) 24 70 8 - 444
dipf@dipf.de
www.dipf.de

– Nationales Kompetenzzentrum für Bildungsinformation
– Fachinformationsdienste zu allen Gebieten der Erziehungswissenschaft, der Bildungsforschung und des Bildungswesens
– Informationsdienstleistungen für Bildungsforschung, -verwaltung und -praxis
– Aufbau und Koordinierung von Informationsverbünden
– Profildienste, zielgruppenorientierte und themenzentrierte
Informationsvermittlung
– Unterstützung technologiebasierter Assessment-Szenarien
– Beratungsleistungen für die Internationalisierung der
empirischen Bildungsforschung in Deutschland
– Informationswissenschaftliche Forschung und Entwicklung

Standort Berlin:
Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung
Warschauer Sraße 34-38
10243 Berlin
Tel.: (030) 29 33 60 - 0
Fax: (030) 29 33 60 - 25
heinicke@bbf.dipf.de
www.bbf.dipf.de

– Zentrum für bibliothekarische, archivarische, dokumentarische
und historiographische Serviceleistungen auf dem Gebiet der
Bildungsgeschichte

Fachinformationsverbund Internationale Beziehungen
und länderkunde
c/o Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
Ludwigkirchplatz 3 – 4
10719 Berlin
Tel.: (030) 880 07 - 301
Fax: (030) 880 07 - 158
fiv@swp-berlin.org
www.swp-berlin.de

–
–
–
–

Fachinformationszentrum chemie GmbH
Franklinstr. 11
10587 Berlin
Tel.: (030) 399 77 - 0
Fax: (030) 399 77 - 133
info@fiz-chemie.de
www.chemistry.de

–
–
–
–

Fachinformationszentrum (FIz) Karlsruhe
Gesellschaft für wissenschaftlich-technische Information mbH
Hermann-von Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Tel.: (072 47) 808 - 555
Fax: (072 47) 808 - 259
contact@fiz-karlsruhe.de
www.fiz-karlsruhe.de

– Innovative Informationsdienstleistungen zu allen Gebieten von
Wissenschaft und Technik, einschließlich Patente
– Online-Service STN International
– KnowEsis, E-Science-Solutions für Forschungscommunities
– Aufbau und Betrieb von Fachportalen in Natur wissenschaft,
Mathematik und Informatik
– Produktion von Datenbanken
– Volltextvermittlungsservice FIZ AutoDoc
– IT-Entwicklungen und Dienstleistungen
– Aus- und Fortbildung von Fachleuten für Dokumentation und
Information sowie Informationstechnologien

Außen- und Sicherheitspolitik
Fakteninformation
Internationale Beziehungen
Länderkunde

Fachdaten für die Chemie und angrenzende Gebiete
Datenbanken und gedruckte Informationsdienste
Multimediale Chemieausbildung
Digitale Aufbereitung naturwissenschaftlicher Dokumente:
Suchmaschinentechnologie
– Workshops zur Datenbanknutzung
– Marketing-Repräsentanz für CAS-Datenbanken auf STN für
Deutschland, Österreich und die Schweiz

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Fachinformationszentrum technik e. v.
Ostbahnhofstr. 13 – 15
60314 Frankfurt/M.
Tel.: (069) 43 08 - 111
Fax: (069) 43 08 - 215
kundenberatung@fiz.technik.de
www.fiz-technik.de

–
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–
–
–

Elektrotechnik und Elektronik
Maschinen und Anlagenbau
Werkstoff
Textil
Informationstechnik
Onlinedienst
Volltextdienst

FIZ Technik Inform GmbH
Ostbahnhofstr. 13 – 15
60314 Frankfurt/M.
Tel.: (069) 43 08 - 111
Fax: (069) 43 08 - 215
kundenberatung@fiz.technik.de
www.fiz-technik.de

–
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–
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–
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Gedruckte Informationsdienste
Informationsvermittlung
Medizinische Technik
Betriebsführung/-organisation
Bergbau
Energietechnik

Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau (IRB)
Nobelstr. 12
70569 Stuttgart
Tel.: (07 11) 970 - 25 00
Fax: (07 11) 970 - 25 07
irbdirekt@irb.fhg.de
www.irbdirekt.de

–
–
–
–
–

Bauingenieurwesen, Architektur
Bauplanung, Bauwirtschaft
Städtebau, Wohnungswesen
Raumordnung, Denkmalpflege
Bauschäden

Gesellschaft sozialwissenschaftlicher
Infrastruktureinrichtungen e. v. (GesIs)
Bachemer Straße 40
50931 Köln
Tel.: (02 21) 476 94 - 0
Fax: (02 21) 476 94 - 44
gesis@gesis.org
www.gesis.org

– Serviceeinrichtung für die Forschung mit den satzungsmäßigen
Aufgaben:
– Bereitstellung und Akquisition quantitativer Daten und
ihrer Aufbereitung
– Aufbau und Bereitstellung faktografischer und
bibliografischer Daten
– Methodenentwicklung und -beratung
– Dauerbeobachtung gesellschaftlicher Entwicklungen

Standort Mannheim:
GESIS-ZUMA
B 2, 1
68159 Mannheim
Tel.: (06 21) 12 46 - 0
Fax: (06 21) 12 46 - 100
zuma@gesis.org
www.gesis.org/zuma

–
–
–
–
–
–

Standort Köln:
GESIS-ZA
Bachemer Straße 40
50931 Köln
Tel.: (02 21) 476 94 - 0
Fax: (02 21) 476 94 - 44
za@gesis.org
www.gesis.org/za

– Archivierung sozialwissenschaftlicher Daten, insbesondere
nationaler und internationaler Umfragen
– Aufbereitung und Bereitstellung von Daten für Sekundäranalysen
– Beratung, Aus- und Weiterbildung zu Sekundäranalysen
– Historische Sozialforschung
– Internationaler Datentransfer

Standort Bonn:
GESIS-IZ
Lennéstraße 30
53113 Bonn
Tel.: (02 28) 22 81 - 0
Fax: (02 88) 22 81 - 120
iz@gesis.org
www.gesis.org/iz

Methodenconsulting, Methodenentwicklung
Allgemeine Bevölkerungsumfragen
Servicedatenzentrum
Soziale Indikatoren
Methodenausbildung
European Centre for Cross-Cultural Surveys

– Aufbau und Angebot von Datenbanken zu sozialwissenschaf
sozialwissenschafttlicher Forschung und Literatur in den deutschsprachigen Ländern
– Aufbereitung von Forschungs- und Literaturinformationen zu
ausgewählten Themen in gedruckter und elektronischer Form
– Informationswissenschaftliche Forschung und Entwicklung

stRUKtURen Des DeUtscHen FoRscHUnGs- UnD InnovatIonssysteMs

GESIS-Außenstelle
Schiffbauerdamm 19
10117 Berlin
Tel.: (030) 23 36 11 - 0
Fax: (030) 23 36 11 - 310
servicestelle@gesis.org
www.gesis.org/gesis_aussenstelle

– Daten- und Informationstransfer zwischen Ostund Westeuropa
– Förderung von Ost-West-Kooperationen
– Unterstützung der komparativen Forschung

Informationszentrum im Hamburgischen
welt-wirtschafts-archiv (Hwwa)
Neuer Jungfernstieg 21
20354 Hamburg
Tel.: (040) 428 34 - 0
Fax: (040) 428 34 - 451
hwwa@hwwa.de
www.hwwa.de

–
–
–
–
–

Wirtschaftswissenschaften
Wirtschaftspraxis
Gesellschaftspolitik
Markt-, Branchen- und Produktinformation
Firmen- und Personeninformation

juris GmbH – Juristisches Informationssystem
für die Bundesrepublik Deutschland
Gutenbergstr. 23
66117 Saarbrücken
Tel.: (06 81) 58 66 - 0
Fax: (06 81) 58 66 - 239
juris@juris.de
www.juris.de

–
–
–
–
–
–
–

Rechtsprechung
Literatur/Fakten
Gesetze und Rechtsverordnungen
Verwaltungsvorschriften
Pressemitteilungen
Bundesanzeiger
Wirtschaftsinformation (Bundesanzeiger, Kreditreform)

technische Informationsbibliothek Hannover (tIB)
Welfengarten 1 b
30167 Hannover
Tel.: (05 11) 762 - 22 68
Fax: (05 11) 762 - 40 75
tibub@tib.uni-hannover.de
www.tib.uni-hannover.de

– Technik/Ingenieurwissenschaften und deren Grundlagenwissenschaften (vor allem Architektur, Chemie, Informatik,
Mathematik und Physik)

Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Tel.: (03 40) 21 03 - 23 05
Fax: (03 40) 21 03 - 21 31
bibliothek@uba.de
www.umweltbundesamt.de

–
–
–
–
–
–
–
–
–

Umweltpolitische Grundsatzfragen
Strategien für eine nachhaltige Entwicklung
Klimaschutz, Energie, Mobilität
Umwelt und Gesundheit
Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen inklusive
Ressourcenproduktivität und Schutz der Biodiversität
Chemikaliensicherheit inklusive Pflanzenschutz und Biozide
Produkt- und produktionsintegrierter Umweltschutz,
Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Altlastensanierung
Übergreifende Fragen des Umweltschutzes
Emissionshandel

zentrale Informationsstelle für verkehr (zIv)
c/o Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft e. V.
Leipziger Straße 61
10117 Berlin
Tel.: (030) 29 36 06 - 0
Fax: (030) 29 36 06 - 29
dvwgziv@t-online.de
www.dvwg.de

– Transport und Verkehr allgemein
– Verkehrspolitik
– Verkehrswirtschaft

Bundesanstalt für landwirtschaft und ernährung (Ble)
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Tel.: (02 28) 99 68 45 - 0
Fax: (02 28) 99 68 45 - 34 44
info@ble.de
www.ble.de

– Landwirtschaft
– Ernährung
– Verbraucherschutz

191

A

S

zentrum für Psychologische Information und Dokumentation
an der Universität trier (zPID)
Universitätsring 15
54296 Trier
Tel.: (06 51) 201 - 28 77
Fax: (06 51) 201 - 20 71
info@zpid.de
www.zpid.de

– Serviceleistungen für Forschung, Lehre und Praxis auf dem
Gebiet Psychologie:
– Aufbereitung von Datenbanken und Verzeichnissen
– Vorhaltung eines Webportals
– Durchführung von Datenbankrecherchen, von Publikationsund Zitationsanalysen
– IT-Dienstleistungen für die psychologische Fachcommunity
– Informations- und Dokumentationsforschung, Bibliometrie,
Scientometrie

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

193

Teil B
Forschungs- und Innovationsförderung
des Bundes

B

Einführung

196


1
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.7.1
1.7.2

Förderorganisationen, Hochschulen und überwiegend hochschulbezogene Sonderprogramme
Grundfinanzierung der Max-Planck-Gesellschaft
Grundfinanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Grundfinanzierung der Leibniz-Gemeinschaft
Grundfinanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft
Grundfinanzierung der Helmholtz-Gemeinschaft
Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten
Überwiegend hochschulbezogene Sonderprogramme
Hochschulpakt 2020
Exzellenzinitiative

198

198

199

200

201

202

203

204

204

205


2

Großgeräte der Grundlagenforschung

205


3
3.1
3.2
3.3
3.4
3.5

Meeres- und Polarforschung, Meerestechnik, Geowissenschaften
Meeresforschung
Polarforschung
Geowissenschaften, Geotechnologien
Europäische und internationale Zusammenarbeit
Schifffahrt und Meerestechnik

207

207

209

210

211

213


4

Weltraumforschung und Weltraumtechnik

215


5
5.1
5.2
5.3
5.4
5.5

Energieforschung und Energietechnologie
Rationelle Energieumwandlung
Erneuerbare Energien
Nukleare Sicherheits- und Endlagerforschung
Stilllegung, Rückbau und Entsorgung kerntechnischer Pilot- und Versuchsanlagen
Fusionsforschung

217

218

219

220

221

221


6
6.1
6.2
6.2.1

Forschung für eine nachhaltige Entwicklung
Klimaforschung und Lebensraum Erde
Forschung für Nachhaltigkeit
Gesellschaftliches Handeln in Richtung Nachhaltigkeit

222

223

225

226


194

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

6.2.2
6.2.3
6.2.4
6.2.5

Nachhaltige Nutzungskonzepte für Regionen
Nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen
Konzepte für Nachhaltigkeit in Industrie und Wirtschaft
Europäische und internationale Zusammenarbeit

227

229

231

234


7
7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
7.6
7.7
7.8
7.9
7.10

Forschung und Entwicklung im Dienste der Gesundheit
Effektive Bekämpfung von Krankheiten
Forschung zum Gesundheitswesen
Gesundheitsforschung in Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft
Stärkung der Forschungslandschaft durch Strukturoptimierung / -Innovation
Arzneimittelsicherheit sowie Blut und Blutprodukte
Verbesserung der Qualität und Versorgung in der GKV und in der sozialen Pflegeversicherung
Telematik im Gesundheitswesen
Suchterkrankungen
Bekämpfung und Vorbeugung von übertragbaren Krankheiten
Krankheitsbekämpfung, Gesundheitsvorsorge, Prävention und Gesundheitsförderung, Biomedizin

235

236

238

239

240

242

243

243

244

245

246


8
8.1
8.2

Zivile Sicherheits-, Friedens- und Konfliktforschung
Zivile Sicherheitsforschung
Friedens- und Konfliktforschung, Humanitäres Minenräumen

246

247

248


9

Forschung und Entwicklung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen

248


10
10.1
10.2
10.3
10.4
10.5

Informations- und Kommunikationstechnik, Neue Dienste
Softwaresysteme/Wissenstechnologien
Kommunikationstechnologien
Elektronik und Elektroniksysteme
Mikrosystemtechnik
Multimedia – Entwicklung konvergenter IKT

250

251

252

253

254

255


11

Biotechnologie

256


12
12.1
12.2
12.3

Schlüsseltechnologien/Produktionsforschung
Nanomaterialien, Neue Werkstoffe
Produktionssysteme und -technologien
Optische Technologien

257

258

259

261


13

Luftfahrtforschung

262


14

Forschung und Technologie für Mobilität und Verkehr

263


15
15.1
15.2

Raumordnung und Städtebau; Bauforschung
Raumordnung, Städtebau; Bauforschung
Bauforschung – Bautechnische Forschung

265

265

266


16

Forschung und Entwicklung im Ernährungsbereich

267


17

Forschung und Entwicklung in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei

269


18
18.1
18.2
18.3
18.3.1

Bildungsforschung
Institutionelle Förderung und Maßnahmen zur Stärkung der empirischen Bildungsforschung
Forschungsvorhaben im Kontext einer bildungsbereichsübergreifenden Bildungsberichtserstattung
Forschung in der allgemeinen Bildung
Wissenschaftliches Gutachten zum Thema Nachhilfe (2007)

270

271

272

273

273


FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

195

18.3.2
18.3.3
18.3.4
18.3.5
18.3.6
18.3.7
18.4
18.5
18.6

Empirische Forschung zu ganztägiger Bildung, Erziehung und Betreuung (2005–2009)
Wissenschaftliche Begleitung »TranskiGS« (2007-2010)
Gelingensbedingungen kooperativer Unterrichtsentwicklung (2007–2008)
Forschung und Entwicklung zur Alphabetisierung/Grundbildung Erwachsener
Schule – Wirtschaft/Arbeitsleben
Kulturelle Bildung
Berufsbildungsforschung
Hochschulforschung
Forschung zum Lernen und Weiterbildungsforschung

273

274

274

275

275

276

276

277

278


19

Neue Medien in der Bildung und Lernen im Netz

278


20
20.1
20.1.1
20.1.2
20.1.3
20.1.4
20.1.5
20.2

Innovation und verbesserte Rahmenbedingungen
Innovationsfinanzierung für technologieorientierte Unternehmen und Gründer
High-Tech Gründerfonds
ERP-Sondervermögen/Europäischer Investitionsfonds
ERP-Startfonds
ERP-Innovationsprogramm
Existenzgründungen aus der Wissenschaft (EXIST)
Verbesserung des Technologie- und Wissenstransfers/Förderung von Forschungskooperationen 

und innovativen Netzwerken
20.2.1 Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)
20.2.2 Programm Förderung der Erhöhung der Innovationskompetenz mittelständischer 

Unternehmen (PRO INNO II)
20.2.3 Förderwettbewerb Netzwerkmanagement-Ost (NEMO)
20.2.4 Kompetenznetze Deutschland
20.2.5 Spitzencluster-Wettbewerb
20.2.6 Die Forschungsprämie
20.2.7 KMU-innovativ
20.2.8 Förderung von Forschung und Entwicklung bei Wachstumsträgern in benachteiligten Regionen –
Þ
INNOvative WAchsTumsTräger (INNO-WATT)
20.2.9 Förderung innovativer Netzwerke (InnoNet)
20.2.10 Innovationswettbewerb »Wirtschaft trifft Wissenschaft«
20.2.11 Förderprogramm »SIGNO – Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung«
20.3
Technisch-ökonomische Infrastruktur
20.4
Übrige direkte Fördermaßnahmen

279

280

280

280

280

281

281

282

282

282

283

284

284

284

285

285

286

286

287

288

288


21
21.1
21.2

Geisteswissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Geisteswissenschaften
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

289

290

291


22
22.1
22.2
22.3
22.4
22.5

Übrige, anderen Bereichen nicht zugeordnete Rahmenbedingungen
Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GA)
Die Innovationsinitiative für die Neuen Länder »Unternehmen Region«
Innovations- und Technikanalyse (ITA)
Chancengerechtigkeit von Frauen in Bildung und Forschung
Foresight

293

293

294

295

295

296


23
23.1
23.2
23.3
23.4

Verteidigungsforschung
Wehrtechnische und geowissenschaftliche Forschung und Entwicklung
Nichttechnische Forschungs- und Studienarbeit
Wehrmedizinische und wehrpsychologische Forschung
Militärhistorische und sozialwissenschaftliche Forschung

297

298

298

299

300


B

196

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Einführung
Die Aktivitäten der Bundesregierung machen den
weitaus größten Teil der öffentlichen Förderung von
Forschung, Entwicklung und Innovation in Deutschland
aus. Mit den Maßnahmen der Bundesministerien und
insbesondere des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung trägt die Bundesregierung nachhaltig zu einer
leistungsfähigen FuE-Infrastruktur, zur Qualifikation von
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und somit
zur Durchführung von Forschung und Entwicklung bei.
Erstmalig mit der Verabschiedung der HightechStrategie im August 2006 wurde eine übergreifende
Innovationsstrategie festgelegt, mit der die bestehenden
wissenschaftlich-technischen Kompetenzen zusammengefasst und gezielt ausgebaut werden. Mit der HightechStrategie verfolgt die Bundesregierung das Ziel, Deutschland zu einer der forschungs- und innovationsfreudigsten
Nationen der Welt zu entwickeln. Die Hightech-Strategie
legt – ausgehend von den spezifischen Stärken und
Erfordernissen – das Vorgehen und die Zielsetzung für
insgesamt 17 Innovationsfelder und fünf Querschnittsaktivitäten fest, die neue Arbeitsplätze und Wohlstand
in Deutschland schaffen und den Standort im internationalen Wettbewerb stärken sollen. Die Forschungs- und
Innovationsförderung der Bundesregierung geht über

die genannten Aktivitäten der Hightech-Strategie weit
hinaus und umfasst zahlreiche weitere, gesellschaftlich
bedeutende Förderaktivitäten wie etwa die Grundlagenforschung, Bildungsforschung oder Forschung in den
Geisteswissenschaften (siehe Abbildung).
Im Bundesbericht Forschung und Innovation werden
daher nicht nur die Anstrengungen der Hightech-Strategie sondern das gesamte Spektrum der Forschungs- und
Innovationsförderung der Bundesregierung aufgezeigt.
Ausgehend von den gesellschaftlichen Bedürfnissen
und zukünftigen Herausforderungen haben die Förderaktivitäten der Bundesregierung großen Anteil am
Verstehen und an der Lösung globaler Probleme wie dem
Klimawandel, einer sicheren Energieversorgung oder der
Bedrohung durch neue Epidemien.
Nachfolgend werden die einzelnen Förderbereiche
einheitlich in Tabellen dargestellt. Das Kapitel gibt einen
umfassenden, raschen Überblick über die Maßnahmen
zur Forschungs- und Innovationsförderung der Bundesregierung.
Neben einer Kurzbeschreibung des Förderbereiches
und der Förderschwerpunkte finden sich in den Tabellen
Angaben zu Schwerpunkten und Finanzierung sowie
Hinweise zu erzielten Ergebnissen. Des Weiteren wird auf

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

197

abbildung 1
wissenschaftsausgaben des Bundes

Hightech-strategie
17 Innovationsfelder
– Biotechnologie
– Dienstleistungen
– Energietechnologien
– Fahrzeug- und Verkehrstechnologien
– Gesundheitsforschung und Medizintechnik
– Informations- und Kommunikationstechnologien
– Luftfahrttechnologien
– Maritime Technologien
– Mikrosystemtechnologie
– Nanotechnologie
– Optische Technologien
– Pflanzen
– Produktionstechnologien
– Raumfahrttechnologien
– Sicherheitstechnologien
weitere aktivitäten

– Umwelttechnologien

– Grundlagenforschung, Hochschulen, Hochschulbezogene
Sonderprogramme

5 Querschnittsaktivitäten

– Großgeräte der Grundlagenforschung

– Kräfte von Wissenschaft und Wirtschaft bündeln

– FuE zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen

– Bedingungen für Hightech-Gründungen und innovativen Mittel-

– Raumordnung und Städtebau, Bauforschung

stand verbessern

– Bildungsforschung

– Unterstützung der schnelleren Verbreitung von Technologien

– Neue Medien in der Bildung und Lernen im Netz

– Internationale Position Deutschlands stärken

– Innovation und verbesserte Rahmenbedingungen

– In die Köpfe der Menschen investieren

– Geistes; Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
– Übrige, anderen Bereichen nicht zugeordnete Rahmenbedingungen
Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, VDI/VDE-IT

zusätzliche Quellen – in der Regel im Internet – verwiesen, über die vertiefende Informationen zu den jeweiligen Förderschwerpunkten bezogen werden können.
Damit wurde bewusst auf ausführliche Beschreibungen
zugunsten einer besseren Übersichtlichkeit verzichtet.
Die Darstellung der FuE-Ausgaben nach Förderbereichen basiert auf der gültigen FuE-Leistungsplansystematik des Bundes. Sie ist Grundlage für die Forschungskoordinierung innerhalb der Bundesregierung und sorgt
für die Transparenz der FuE-Aktivitäten der einzelnen
Ressorts. Die FuE-Leisstungsplansystematik des Bundes
erlaubt es, die FuE-Ausgaben des Bundes unabhängig
vom finanzierenden Ressort unter forschungsthematischen Gesichtspunkten darzustellen.

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Veränderungen in der Förderlandschaft stattgefunden, indem
zum Beispiel neue Förderschwerpunkte wie etwa die
Nanotechnologie hinzugekommen sind. Diese Veränderungen sind in den folgenden Tabellen nach Möglichkeit
berücksichtigt. Für die nahe Zukunft ist eine umfassende
Aktualisierung der Leistungsplansystematik vorgesehen.

B

198

1

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Förderorganisationen, Hochschulen und überwiegend hochschulbezogene sonderprogramme

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
In diesem Förderbereich sind die finanziellen Leistungen des Bundes im Bereich der institutionellen Forschungsförderung auf der Grundlage der Rahmenvereinbarung zwischen Bund und Ländern über die gemeinsame Förderung der
Forschung nach Art. 91b GG und der gemeinsamen Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich
Großgeräten nach Art. 91 b Abs. 1 Nr. 3 GG dargestellt sowie die über diese gesetzlichen Verpflichtungen hinausgehenden Programme auf der Grundlage von Staatsverträgen zwischen Bund und Ländern.
T
–
–
–
–
–
–
–

1.1

Grundfinanzierung der Max-Planck-Gesellschaft
Grundfinanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Grundfinanzierung der Leibniz-Gemeinschaft
Grundfinanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft
Grundfinanzierung der Helmholtz- Gemeinschaft
Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten
Überwiegend hochschulbezogene Sonderprogramme

Grundfinanzierung der Max-Planck-Gesellschaft

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Grundlagenforschung in den drei Sektionen:
– Biologisch-Medizinische Sektion
– Chemisch-Physikalisch-Technische Sektion
– Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaftliche Sektion
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) unterhält derzeit 79 Institute, Forschungsstellen und Arbeitsgruppen, die in einem
breiten Spektrum von Forschungsgebieten mit besonders vielversprechenden Perspektiven tätig sind. Jedes Institut
hat eine spezielle, in seiner Satzung definierte Aufgabe, sei es zur Struktur der Materie, der Funktionsweise unseres
Nervensystems oder zur Entstehung und Entwicklung von Sternen und Galaxien. Max-Planck-Institute arbeiten in
hohem Maße interdisziplinär und eng vernetzt mit Universitäten und Forschungsinstituten im In- und Ausland zusammen, um neue Erkenntnisse und Technologien an den Grenzen unseres Wissens zu erzeugen und hochqualifizierte,
international wettbewerbsfähige Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler hervorzubringen.
Sie konzentrieren sich derzeit auf folgende Forschungsgebiete:
Biologisch-Medizinische Sektion:
– Entwicklungs- und Evolutionsbiologie/Genetik
– Immun- und Infektionsbiologie/Medizin
– Kognitionsforschung
– Mikrobiologie/Ökologie
– Neurobiologie
– Pflanzenforschung
– Struktur- und Zellbiologie
Chemisch-Physikalisch-Technische Sektion:
– Astronomie/Astrophysik
– Chemie
– Festkörperforschung/Materialwissenschaften
– Geo- und Klimaforschung

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

199

– Hochenergie- und Plasmaphysik/Quantenoptik
– Informatik/Mathematik/Komplexe Systeme
Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaftliche Sektion:
– Kulturwissenschaften
– Rechtswissenschaften
– Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Finanzierung
Jahr

Fue-ausgaben des Bundes in Mio. €

2005 (Ist)

494,3

2006 (Ist)

522,9

2007 (Soll)

528,0

2008 (Soll)

649,1

E
Die MPG berichtet umfassend über ihre Forschungsergebnisse. Das Internet-Angebot unter www.max-planck.de
enthält umfangreiche Daten über die Arbeit und Ausstattung der Institute. Die Berichterstattung über Ergebnisse
findet sich vor allem in den Bereichen Dokumentation (www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation)
und Forschungsergebnisse (www.mpg.de/forschungsergebnisse). Das digitale Archiv der MPG, der eDoc-Server
(edoc.mpg.de), erfasst alle Publikationen der Institute. Die MPG wirkt auf einen verbesserten Zugang zu wissenschaftlichen Informationen im Rahmen des Open Access hin. Die im Jahr 2007 gegründete Max-Planck-Digital-Library
(www.mpdl.mpg.de) definiert die Open-Acess-Policy der MPG.

1.2

Grundfinanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Wissenschaft durch die finanzielle Unterstützung insbesondere der Grundlagenforschung an Hochschulen. Dabei stehen wissenschaftliche Exzellenz, Interdisziplinarität und
Internationalität im Vordergrund.
Des Weiteren berät sie Parlamente und Behörden in wissenschaftlichen Fragen und pflegt die Verbindungen der
Forschung zur Wirtschaft und zu Wissenschaftsinstitutionen im Ausland.
Aufgrund der Rahmenvereinbarung Forschungsförderung in der Fassung vom 11. April 2001 und der Ausführungsvereinbarung über die gemeinsame Förderung der DFG fördern Bund und Länder die DFG institutionell mit einem
Finanzierungsschlüssel von 58 % Bund und 42 % Länder.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die DFG fördert Forschungsvorhaben in allen Wissenschaftsgebieten:
– Einzelvorhaben
– Forschungskooperationen (Sonderforschungsbereiche, Forschergruppen, Forschungszentren etc.)
– Nachwuchsförderung (Graduiertenkollegs, Forschungsstipendien, Heisenberg- und
Emmy-Noether-Programme etc.)
– Wissenschaftliche Auszeichnungen (Leibniz-Preis und andere Preise)
– Wissenschaftliche Infrastruktur (Forschungsschiffe, Literaturversorgung, Koordinierungsstelle der
deutschen Wissenschaftsorganisationen in Brüssel, Institut für Forschungsinformation und
Qualitätssicherung, Großgeräte – siehe dazu unten Punkt 1.6 etc.)
Beschreibungen zu den einzelnen Förderprogrammen:
www.dfg.de/forschungsfoerderung

B

200

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Durch den Hochschulpakt 2020 wurde für die meisten Programme neben der Förderung der direkten Projektkosten
die Finanzierung von 20 % Overhead für die indirekten Projektkosten eingeführt – siehe unten Punkt 1.7.
Finanzierung
Jahr

			

Fue-ausgaben des Bundes in Mio. €

2005 (Ist) 		

769,0

2006 (Ist)

791,8

2007 (Soll)

815,6

2008 (Soll)

840,0

E
Wegen des allgemein anerkannten Know-hows der DFG in der Organisation der Begutachtung von Forschungsprojekten wurde diese mit der Durchführung des Wettbewerbs im Rahmen der Exzellenzinitiative, Förderlinien 1 und 2
betraut (siehe unten Punkt 1.7).
Die DFG erstellt für ihre Förderung (unter Einbeziehung anderer Geldgeber wie Bund und EU) jährlich ein Förderranking (siehe www.dfg.de/ranking), das auch als Maßstab für die Forschungsstärke der Hochschulen in Deutschland
dienen kann.
Weitere Informationen findet man im DFG-Jahresbericht 2006 unter www.dfg.de/jahresbericht.

1.3

Grundfinanzierung der leibniz-Gemeinschaft

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Zur Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. (WGL) gehören 82 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Wissenschaft, die auf Grundlage von Art. 91b des GG und der Ausführungsvereinbarung Forschungseinrichtungen (AV-FE) aufgrund ihrer überregionalen Bedeutung und des gesamtstaatlichen wissenschaftspolitischen Interesses gemeinsam von Bund und Ländern (Verhältnis 50 : 50) gefördert werden.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gliedern sich in fünf thematische Sektionen:
Sektion A – Geisteswissenschaften und Bildungsforschung
Sektion B – Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften
Sektion C – Lebenswissenschaften
Sektion D – Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften
Sektion E – Umweltwissenschaften
Die WGL versteht ihren Auftrag im Dreiklang von Forschung, wissenschaftlicher Dienstleistung und Wissenstransfer
in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft.
Finanzierung
Jahr

			

Fue-ausgaben des Bundes in Mio. €

2005 (Ist)

363,5

2006 (Ist)

377,1

2007 (Soll)

400,8

2008 (Soll)

416,3

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

201

E
Die Förderwürdigkeit aller Leibniz-Institute wird im Abstand von mindestens sieben Jahren in einer unabhängigen,
externen und konsequenten Evaluierung überprüft, mit der der extern besetzte Leibniz-Senat die wissenschaftliche
Leistungsfähigkeit der Institute und ihre Auftragserfüllung beurteilt.
Im Zuge des Pakts für Forschung und Innovation hat die Leibniz-Gemeinschaft ein deutschlandweit einzigartiges internes Wettbewerbsverfahren zur Vergabe institutioneller Fördermittel entwickelt. In dessen Verlauf wird ein Teil des von
Bund und Ländern jährlich zugesagten Aufwuchses von drei Prozent in einem Leibniz-internen Wettbewerb zwischen
Projekten vergeben, die sich in die Förderlinien Qualitätssicherung/Evaluierung, Risikoreiche Forschung, Vernetzung,
Nachwuchs, Frauen in wissenschaftlichen Leitungspositionen sowie Verwertung von Forschungsergebnissen und
Förderung von Ausgründungen eingliedern. Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt: www.wgl.de

1.4

Grundfinanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (FhG) ist die führende Organisation
für angewandte Forschung in Deutschland und Europa. Sie führt Vertragsforschung für Industrie, Dienstleistungsunternehmen und die öffentliche Hand aus und bietet Informations- und Serviceleistungen an. Das Wirken der
Fraunhofer-Gesellschaft orientiert sich konsequent am Ziel der Umsetzung von Forschungsergebnissen in neue und
innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Entsprechend der Bund-Länder-Vereinbarung über die gemeinsame Förderung von 1977 arbeitet die Fraunhofer-Gesellschaft im Bereich der Vertragsforschung nach einem
Modell der leistungsabhängigen Grundfinanzierung: Die öffentliche Förderung wird vom Umfang der Erlöse der
FhG aus FuE-Leistungen für Dritte abhängig gemacht. Darüber hinaus geht die Fraunhofer-Gesellschaft im Pakt für
Forschung und Innovation mit den Zuwendungsgebern spezifische Vereinbarungen zur Leistungssteigerung ein.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die FhG betreibt 56 Institute an über 40 Standorten in ganz Deutschland und beschäftigt rund 12.800 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter. Die institutionelle Förderung des Bundes und der Länder ermöglicht der FhG die Erarbeitung und
Sicherung ihres wissenschaftlichen Potenzials auf von ihr selbst gewählten Forschungsfeldern sowie die Entwicklung
innovativer Technologien und deren ständige Beobachtungen. Den Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und
öffentlichen Stellen bietet sie ihre Leistungen gegliedert in sieben Institutsverbünden an (Informations- und Kommunikationstechnik; Mikroelektronik; Produktion; Werkstoffe, Bauteile; Life Sciences; Oberflächentechnik und Photonik;
Informations- und Kommunikationstechnik sowie Verteidigungs- und Sicherheitsforschung). Verbundsübergreifend
bündelt die FhG die verschiedenen Kompetenzen ihrer Institute bedarfsgerecht in Fraunhofer-Allianzen, z. B. zu den
Themen Wassermanagement, Verkehr, Nanotechnologie oder Energie. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist auf eine enge
Kooperation mit den Hochschulen zum beiderseitigen Nutzen angewiesen. Kennzeichnend für diese Zusammenarbeit sind gemeinsam mit den Hochschulen erfolgte Berufungen auf ausgestattete Lehrstühle und in die Leitung von
Fraunhofer-Instituten. Dabei profitieren die Hochschulen von der Praxisnähe im Rahmen der Studierendenausbildung
sowie von der verbesserten Ausstattung des Fraunhofer-Instituts. Die FhG hat über den Lehrstuhl die Möglichkeit, auf
grundlegende Forschungsvorhaben aufzubauen und den Absolventinnen und Absolventen eine weitere persönliche
Entwicklungsmöglichkeit in der angewandten Forschung zu bieten.
Finanzierung

Jahr

			

Fue-ausgaben des Bundes in Mio. €

2005 (Ist)

360,1

2006 (Ist)

373,3

2007 (Soll)

384,9

2008 (Soll)

395,9

B

202

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

E
Der Bedarf an zusätzlichen Forschungsdienstleistungen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Dabei ist diese
Entwicklung kein linearer Prozess, die jeweiligen Themenschwerpunkte wechseln in der Angewandten Forschung je
nach den wirtschaftlichen Potenzialen und gesellschaftlichen Bedürfnissen innerhalb der einzelnen Gebiete. Während die einzelnen Institute und Verbünde eine strategische Planung etabliert haben, wird der Prozess auf Ebene der
Gesamtgesellschaft zur frühzeitigen Erkennung von Bedürfnissen in einem regelmäßigen Turnus von drei Jahren
durchgeführt. Ziel ist die gezielte Förderung von Themen, die sich über einen Gesamtkoordinator in der FraunhoferGesellschaft neu etablieren. Die Ergebnisse des laufenden Prozesses werden 2008 vorgestellt.
Fraunhofer-Institute stehen zwischen der Erarbeitung von Grundlagen auf der einen Seite und der kommerziellen
Forschung auf der anderen Seite und nehmen eine wichtige Funktion der Vernetzung innerhalb des Wissenschaftssystems ein. Die regionale Verankerung spielt beim Aufbau und der thematischen Orientierung von Fraunhofer-Instituten eine große Rolle. Eine verstärkte inhaltliche Zusammenarbeit über den reinen Vernetzungsaspekt hinaus erfolgt
durch das neu geschaffene Instrument der Fraunhofer-Innovationscluster. Dabei finden sich Firmen, Hochschulen
und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen unter der Federführung eines Fraunhofer-Instituts zusammen, um
spezifische und ehrgeizige Forschungsaufgaben anzunehmen. Eine weitere Besonderheit ist die Finanzierung der
Fraunhofer-Innovationscluster. Die Kosten werden etwa je zu einem Drittel von der Wirtschaft, dem Land und der
FhG getragen. Auf diese Weise wird die gemeinsame Herangehensweise zwischen den handelnden Akteuren auch zur
verstärkten Sichtbarkeit der Region sichergestellt. Neben Fraunhofer-Innovationsclustern in Jena zu den Optischen
Technologien oder in Stuttgart zur Digitalen Produktion sind inzwischen neun Vorhaben initiiert worden, weitere
befinden sich im Antragsprozess.
Forscher der FhG werden regelmäßig für ihre Leistungen geehrt, z. B. mit dem Deutschen Zukunftspreis 2007 und dem
Leibniz-Preis 2008.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.fraunhofer.de

1.5

Grundfinanzierung der Helmholtz-Gemeinschaft

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF e. V.) ist der Zusammenschluss von 15 deutschen Forschungszentren mit dem forschungspolitischen Auftrag, zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft,
Wissenschaft und Wirtschaft durch strategisch-programmatisch ausgerichtete Spitzenforschung beizutragen. Dabei
werden insbesondere Systeme hoher Komplexität unter Einsatz von Großgeräten und wissenschaftlichen Infrastrukturen gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern erforscht. Die Helmholtz-Gemeinschaft verbindet
Forschung und Technologieentwicklung mit innovativen Anwendungs- und Vorsorgeperspektiven.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Im Rahmen der Programmorientierten Förderung der HGF werden die zur Verfügung stehenden Mittel der Grundfinanzierung über wettbewerbliche Verfahren in sechs Forschungsbereichen vergeben:
–
–
–
–
–
–

Energie
Erde und Umwelt
Gesundheit
Schlüsseltechnologien
Struktur der Materie
Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

203

Finanzierung
Jahr

			

Fue-ausgaben des Bundes in Mio. €

2005 (Ist)

1.465,9

2006 (Ist)

1.511,5

2007 (Soll)

1.556,3

2008 (Soll)

1.620,8

E
Die erfolgreiche Umsetzung der Programmorientierten Förderung, die nunmehr in ihre zweite Programmperiode
tritt, hat zu mehr Wettbewerb aber auch zu mehr Kooperation zwischen den Helmholtz-Zentren geführt. Damit wurden die wesentlichen Voraussetzungen für die globale Wettbewerbsfähigkeit der Helmholtz-Zentren geschaffen, die
sich insbesondere an den Erfolgskriterien der wissenschaftlichen Exzellenz und der strategischen Relevanz messen.
Die HGF berichtet umfassend über ihre Forschungsstrategien und Ergebnisse und bietet Querverweise zu den 15 Forschungszentren im Internet (www.helmholtz.de).
B
1.6

Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Ziel ist die Schaffung von Infrastrukturen für überregional bedeutsame und exzellente Forschung an unseren Hochschulen. Dieses soll durch die Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten erreicht
werden. Dafür stehen 2007 bis 2013 jährlich 298 Mio. Euro bereit, aufgeteilt in zur Zeit 213 Mio. Euro für Forschungsbauten und 85 Mio. Euro für Großgeräte.
Gefördert werden kann ein Forschungsbau, wenn er weit überwiegend der Forschung dient, die Forschung von überregionaler Bedeutung ist und die Investitionskosten 5 Mio. Euro übersteigen. Anträge der Länder werden dem Bund
und dem Wissenschaftsrat vorgelegt. Der Wissenschaftsrat empfiehlt der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz
(GWK), welche der von den Ländern angemeldeten Maßnahmen realisiert werden sollen.
Für den Übergangszeitraum 2007/2008 können noch Vorhaben des 35. Rahmenplans für den Hochschulbau gefördert
werden, wenn sie den Kriterien des Art. 91b GG entsprechen.
Ein Großgerät kann gefördert werden, wenn es überwiegend der Forschung dient und die Beschaffungskosten (inklusive Zubehör) 200.000 Euro übersteigen (an FHs 100.000 Euro). Großgeräteanträge werden bei der DFG vorgelegt.
Der Bund prüft die Förderanträge der Länder, wirkt an der wissenschaftspolitischen Begutachtung durch den Wissenschaftsrat und dessen Empfehlungen sowie an der Förderentscheidung durch die GWK mit. Die gesamte Fördermaßnahme ist zum 1. Januar 2007 an die Stelle der Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau getreten, die im Zuge der Föderalismusreform beendet wurde. Zusätzlich erhalten die Länder als Ausgleichsmaßnahme noch bis zum 31. Dezember
2013 jährlich 695,3 Mio. Euro Kompensationsleistungen des Bundes, die durch die Länder in eigener Verantwortung
für den Hochschulbau vorzusehen sind.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Förderung erfolgt thematisch offen und im Rahmen in der GWK zu vereinbarender programmatisch-struktureller
Linien.
Finanzierung
Jahr

			

Fue-ausgaben des Bundes in Mio. €

2005 (Ist) 		

225,1

2006 (Ist)

227,6

2007 (Soll)

324,9

2008 (Soll)

323,5

204

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

E
Beispielhafte Forschungsbauprojekte:
– TU Dresden: DFG-Forschungszentrum Center for Regenerative Therapies: 37,7 Mio. Euro
– Uni Bremen: Ingenieurwissenschaftliches Forschungsgebäude (Photec): 15,3 Mio. Euro
– TU München: Zentrum für Nanotechnologie und Nanomaterialien: 13,9 Mio. Euro
Zur Ausführungsvereinbarung Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten (AV-FuG) und zur Liste
der nach AV-FuG geförderten Forschungsbauten: www.gwk-bonn.de/index.php?id=199
Zum Wissenschaftsrat: www.wissenschaftsrat.de/presse/hginfo_3107.pdf
Zur DFG: www.dfg.de/forschungsfoerderung/wissenschaftliche_infrastruktur/wgi/geraete_forschungsbau

1.7

Überwiegend hochschulbezogene sonderprogramme

1.7.1 Hochschulpakt 2020
Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Mit dem zwischen Bund und Ländern im Sommer 2007 beschlossenen Hochschulpakt 2020 wird vor dem Hintergrund
des demografischen Wandels und des steigenden Fachkräftebedarfs das Ziel verfolgt, die Chancen der jungen Generation zur Aufnahme eines Studiums zu wahren, den notwendigen wissenschaftlichen Nachwuchs zu sichern und die
internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forschung weiter zu stärken.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Das Programm zur Aufnahme zusätzlicher Studienanfängerinnen und -anfänger beinhaltet ein langfristiges Engagement von Bund und Ländern für ein der Nachfrage entsprechendes Studienangebot. Zunächst bis 2010 sollen rund
90.000 zusätzliche Studienanfängerinnen und -anfänger gegenüber 2005 an den Hochschulen aufgenommen werden.
Hierfür stellt der Bund bis 2010 rund 565 Mio. Euro zur Verfügung, die Länder stellen die Gesamtfinanzierung sicher.
In einem zweiten Programm werden Programmpauschalen (Overhead) in Höhe von 20 % der Fördersumme für DFGgeförderte Forschungsprojekte finanziert, um auch indirekte Projektausgaben, z. B. für die allgemeine Verwaltung
des Projekts oder für anteilige Ausgaben für im Projekt mitgenutzte Geräte oder zentrale Einrichtungen, erstatten zu
können. Dieses Programm finanziert der Bund zunächst alleine, bis 2010 mit rund 703 Mio. Euro.
Finanzierung
Jahr

Fue-ausgaben des Bundes in Mio. €

2005 (Ist)

–

2006 (Ist)

–

2007 (Soll)

100,2

2008 (Soll)

138,9

E
Weitere Informationen sowie der Text der Vereinbarung zum Hochschulpakt 2020 sind auf der BMBF-Homepage erhältlich unter www.bmbf.de/de/6142.php.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

205

1.7.2 exzellenzinitiative
Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Exzellenzinitiative setzt einen besonderen Fokus auf die Stärkung der Spitzenforschung an deutschen Hochschulen. Bund und Länder werden hier bis 2011 1,9 Mrd. Euro zusätzlich investieren. Der Bund trägt davon 75 %, d. h. 1,4
Mrd. Euro. Profilbildung, Kooperationsfähigkeit und internationale Sichtbarkeit der Forschung an den ausgewählten
Hochschulen sollen entscheidend voran gebracht werden.
Im Einzelnen ist das Programm wie folgt ausgestaltet:
– Graduiertenschulen (durchschnittlich je 1 Mio. Euro pro Jahr zuzüglich 20 % Programmkostenpauschale) sollen
strukturierte Promotionsprogramme innerhalb eines exzellenten Forschungsumfeldes und eines breiten
Wissenschaftsgebietes anbieten.
– Exzellenzcluster zur Förderung der Spitzenforschung (durchschnittlich je 6,5 Mio. Euro pro Jahr zuzüglich
20 % Programmkostenpauschale) sollen an den Universitäten etabliert werden. Diese international konkurrenzfähigen Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen kooperieren mit außeruniversitären
Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen und der Wirtschaft.
– Zusätzlich zu den Graduiertenschulen und Exzellenzclustern werden Gesamtentwicklungskonzepte zum
projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung (durchschnittlich 21 Mio. Euro pro Jahr
zuzüglich 20 % Programmkostenpauschale) gefördert, die die Universitäten in die Lage versetzen, ihre
international herausragenden Forschungsbereiche nachhaltig zu entwickeln und sich als Institution im
internationalen Wettbewerb der Spitzenuniversitäten zu etablieren.
– Im Rahmen der ersten beiden Förderrunden werden insgesamt 39 Graduiertenschulen, 37 Exzellenzcluster
und neun Zukunftskonzepte gefördert.
Finanzierung
Jahr
2005 (Ist)

			

Fue-ausgaben des Bundes in Mio. €
1,1

2006 (Ist)

15,2

2007 (Soll)

142,5

2008 (Soll)

285,0

E
Weitere Informationen sowie der Text der Vereinbarung zur Exzellenzinitiative sind auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erhältlich unter www.bmbf.de/de/1321.php.

2

Großgeräte der Grundlagenforschung

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Die Großgeräte der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung sind ein wichtiger Pfeiler des Wissenschaftsstandortes. Sie erlangen für Forschung und Ausbildung in zahlreichen Disziplinen, z. B. in Physik, Chemie, Lebenswissenschaften, Geo- und Umweltforschung und in Ingenieurwissenschaften, ein zunehmend größeres Gewicht. Neue
Herausforderungen in den Naturwissenschaften sind meist untrennbar mit dem Einsatz neuartiger, hochtechnologischer Großgeräte verbunden. Traditionell nimmt in Deutschland die Großgeräteforschung auf vielen Gebieten eine
internationale Spitzenposition ein. Sie ist Ausgangspunkt und Triebkraft für technische Innovationen sowie für eine
auf Nachhaltigkeit orientierte Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Großgeräteinfrastruktur ist kostenintensiv, überregional ausgerichtet und häufig in den nationalen und internationalen Forschungszentren weltweit einzigartig. Das BMBF unterstützt den Bau und Betrieb der Großgeräte durch
institutionelle Förderung der nationalen Helmholtz-Zentren DESY, GSI, FZK, FZJ, GKSS und HMI und der gemeinsamen
europäischen Forschungseinrichtungen CERN in Genf, ESO in München/Garching sowie ESRF und ILL in Grenoble.

B

206

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Im Rahmen der Projektförderung unterstützt das BMBF auch die Nutzung der Großgeräte für anspruchsvolle wissenschaftliche Forschungsvorhaben, vor allem die Beteiligung der Hochschulen an der Großgeräteforschung, die Einbeziehung und Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses und die Zusammenarbeit in den meist internationalen
Wissenschaftsnetzwerken, die sich um Großgeräte formieren.
Das grundsätzliche Ziel der Bundesregierung besteht darin, die in der Großgeräteforschung international gute Position der Wissenschaft in Deutschland dauerhaft zu sichern und in ausgewählten Bereich weiterhin auszubauen. Hierzu
gehören die intensive wissenschaftliche Nutzung der vorhanden modernen Großgeräte, speziell des weltweit ersten
Freie-Elektronen-Lasers für weiche Röntgenstrahlung FLASH bei DESY, und die Fertigstellung und Inbetriebnahmen
des Large Hadron Colliders (LHC) am CERN in Genf und des Radioteleskopes ALMA der ESO in Chile. Im Fokus der
Aktivitäten zu neuen Großgeräten stehen am Wissenschaftsstandort Deutschland die Fertigstellung der Hochleistungsquelle für Synchrotronstrahlung PETRA III am DESY und die Errichtung der beiden internationalen Großprojekte
FAIR in Darmstadt und XFEL in Hamburg/Schleswig-Holstein. Diese Projekte kommen der großen Dynamik bei der
Erforschung von Materie auf atomarer Skala mit perspektivischen Anwendungen in Nanotechnologie und Nanobiologie sowie bei der Erforschung kosmischer Materie entgegen. Die Bundesregierung sieht in den nächsten Jahren
höhere Projektmittel für neue Großgeräte vor, für die drei Großgeräteprojekte PETRA III, FAIR und XFEL insgesamt
etwa 1,3 Mrd. Euro.
T
Die Großgeräte in den Forschungseinrichtungen des Förderbereichs sind thematisch auf die
– Aufklärung der Struktur und Dynamik von Materie auf ganz unterschiedlichen Längen- und Zeitskalen,
von den Grundbausteinen der Materie und den fundamentalen Kräften bis hin zur Entwicklung der
kosmischen Strukturen, und die
– Erforschung der Phänomene in kondensierter Materie, Molekülen, Plasmen und Nanosystemen sowie
der Struktur-Funktions-Beziehungen von komplexen Materialien bis hin zu Biomolekülen ausgerichtet.
In der Projektförderung unterstützt das BMBF Forschungsvorhaben in den Bereichen
– Struktur und Wechselwirkung fundamentaler Teilchen
– Hadronen- und Kernphysik
– Erforschung kondensierter Materie mit Photonen, Neutronen und Ionen
– Astrophysik und Astroteilchenphysik sowie im Bereich
– Mathematik für Innovationen in Industrie und Dienstleistungen (www.fz-juelich.de/ptj/mathematik)
und stellt gesteigert Mittel für die Realisierung der oben genannten neuen Großgeräteprojekte bereit.
Finanzierung
Jahr

			

2005 (Ist)

72,0

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 664,5)

2006 (Ist)

93,6

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 705,1)

2007 (Soll)

153,4

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 790,3)

2008 (Soll)

181,9

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 820,4)

ergebnisse und zusätzliche Informationen
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.bmbf.de/de/98.php

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

3

207

Meeres- und Polarforschung, Meerestechnik, Geowissenschaften

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Das System Erde zeichnet sich durch eine hohe Komplexität aus. Prozesse, die in und auf der Erde ablaufen, sind miteinander gekoppelt und bilden verzweigte Ursache-Wirkungs-Ketten. Zahlreiche Einzelfaktoren beeinflussen eine Vielzahl äußerst sensibler Kreisläufe und damit nachhaltig das Gleichgewicht unseres blauen Planeten. Beobachtete oder
vorhergesagte Veränderungen manifestieren sich auf unterschiedlichen Raum- und Zeitskalen in den Subsystemen des
Erdsystems: Atmosphäre, Geosphäre, Hydrosphäre und Biosphäre. Künftig werden verstärkt die Wechselwirkungen
der Subsysteme untersucht und Modellvorstellungen zum Gesamtsystem entwickelt. Damit werden Prognoseinstrumente für die Entwicklung von Klima und Umwelt geschaffen, die Informationen für notwendige Anpassungen an
den Global-Change-Prozess ermöglichen und Planungsinstrumente für nachhaltige Ressourcennutzung liefern.
Im Rahmen der Hightech-Strategie gehen Unternehmen und Wissenschaft strategische Partnerschaften im Bereich
der satellitengestützten Erdbeobachtung ein. Im Juni 2007 startete der weltweit modernste zivile Erdbeobachtungssatellit TerraSAR-X, der hochwertige Daten und Bilder unabhängig von Tageslicht und Wetter liefert.
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist im Rahmen seiner Ressortforschungstätigkeit in den
Bereichen Chemie des Meeres, Physik des Meeres sowie Daten- und Informationssysteme unterstützend sowie flankierend in den Themengebieten Meeres- und Meerestechnikforschung tätig.
T
–
–
–
–
–

Meeresforschung
Polarforschung
Geowissenschaften, Geotechnologien
Europäische und internationale Zusammenarbeit
Schifffahrt und Meerestechnik

Finanzierung
Jahr

			

2005 (Ist)

60,9

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 188,6)

2006 (Ist)

76,6

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 214,4)

2007 (Soll)

85,1

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 220,5)

2008 (Soll)

90,4

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 231,2)

E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.planeterde.de
www.bsh.de

3.1

Meeresforschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Das Meeresforschungsprogramm der Bundesregierung (1993) will Wissenslücken im Verständnis des Meeres als Ökosystem und die Zusammenhänge zwischen den Meeren und der Klimaentwicklung schließen. Die Systemforschung
wird mit der Wirkungsforschung verbunden, um die Folgen von Klimaänderungen und Umweltbelastungen zu erfassen und Grundlagen für geeignete Gegenmaßnahmen zu erarbeiten. Die Zielsetzungen sind:
– Erarbeitung von Grundlagen für ein besseres Verständnis der Rolle des Ozeans als Klimafaktor und der Rückwirkungen von Klimaänderungen auf die Ozeane als Basis für künftige Präventiv- und Schutzmaßnahmen,
– Identifizierung von natürlichen und anthropogenen Belastungen der Randmeere, der Küstenregionen und des
offenen Ozeans, Erforschung ihrer Dynamik und Auswirkungen sowie Entwicklung von Grundlagen, Verfahren

B

208

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

und Konzepten zur Beschreibung und Bewertung des Zustands, zur Vorhersage von Änderungen und/oder zu
ihrer Beseitigung,
– Entwicklung von Methoden und Verfahren zur klima- und umweltbezogenen Erforschung und Überwachung
des Meeres und zur schonenden Nutzung lebender und nicht lebender Ressourcen.
Es werden Themen der Meeresforschungstechnik, der marinen Klimaforschung, zu marinen Ökosystemen, der marinen Naturstoffforschung, der marinen Aquakultur und Forschung zum Aufbau des Integrierten Küstenzonenmanagements und zum Küsteningenieurwesen gefördert. Hierzu gehört auch die Mitfinanzierung des Schiffs- und Gerätepools der deutschen Meeres- und Geoforschung.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
T

Marine Klimaforschung Das Klima und damit die Lebensbedingungen auf der Erde werden wesentlich durch den
Austausch von Energie und Stoffen zwischen Ozean und Atmosphäre bestimmt. Da hierzu noch keine ausreichenden
Kenntnisse vorliegen, wurde im Rahmen des International Geosphere-Biosphere Programme (IGBP) das Projekt SOLAS 
(Surface Ocean – Lower Atmosphere Study) initiiert. Seit Februar 2007 beteiligt sich Deutschland an dem internationalen Projekt mit dem Forschungsverbund SOPRAN (Surface Ocean Processes in the Anthropocene). Im Rahmen des
World Climate Research Programme (WCRP) beteiligt sich Deutschland seit 2000 an dem Programm CLIVAR (Climate
Variability and Predictability). 2006 wurde mit dem Verbundvorhaben Nordatlantik eine weitere Stufe eingeleitet.
Des Weiteren leistete Deutschland 2007 einen Beitrag zum internationalen Projekt ARGO, in dem mit Hilfe von frei
driftenden Messstationen Daten über den Zustand des Ozeans gewonnen und via Satellit übertragen werden.
Marine Ökosysteme In der marinen Ökosystemforschung geht es zum einen darum, spezifische Schlüsselprozesse
zu identifizieren, um sie in Vorhersagemodelle einzubauen, zum anderen gilt es abzuschätzen, wie sich Veränderungen des Klimas auf marine und marin-polare Ökosysteme auswirken. Im Rahmen des IGBP-Kernprojektes GLOBEC 
(Global Ocean Ecosystems Dynamics) wurde der Einfluss von Klimaänderungen auf marine Ökosysteme, speziell auf
nutzbare Fische, untersucht. Das BMBF förderte bis Ende 2007 hierzu ein interdisziplinäres Projekt mit dem Ziel, eine
verlässliche Datenbasis für die Entwicklung von Strategien zur nachhaltigen Nutzung der Ökosysteme in Nord- und
Ostsee aufzubauen.
Meeresüberwachung Die deutsche Meeresforschung verfügt heute über autonom arbeitende Sensoren zur Erfassung von Wasserparametern und -inhaltsstoffen sowie Sensorträger, die z. B. über satellitengestützte Datenübertragungssysteme Informationen über Veränderungen der Meeresumwelt liefern. Die Entwicklung dieser Geräte und der
dazugehörigen Messstrategien wurde maßgeblich durch das BMBF gefördert. Derzeit werden die Systeme auf ausgewählten Stationen des vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hoheitlich betriebenen MARNET
in den deutschen Bereichen der Nord- und Ostsee erprobt. Eine weitere, noch ausbaufähige Entwicklungstendenz
ist die Bereitstellung von kompakten, sehr wartungs- und kalibrierfreundlichen Messsystemen (Containern), die auf
Handels- und Fährschiffen mit festgelegten Routen eingesetzt werden (Blue-Box bzw. Ferry-Box).
Integriertes Küstenzonenmanagement (IKzM) Es ist eine Aufgabe der Zukunftsvorsorge, im Rahmen eines integrierten Küstenzonenmanagements Konzepte zu entwickeln und anzuwenden, die eine nachhaltige Nutzung der
Küstenräume ermöglichen. Diese Thematik ist Bestandteil des BMBF-Rahmenprogramms »Forschungen für die Nachhaltigkeit«. Seit 2004 werden zwei interdisziplinäre Vorhaben gefördert. Ein Vorhaben ist in der Odermündungsregion angesiedelt, das andere an der Westküste Schleswig-Holsteins. Beide Vorhaben sind als Regionalprojekte im
Rahmen des IGBP-Projektes Land – Ocean Interactions in the Coastal Zone II (LOICZ II) anerkannt. Hinzu kommt die

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

209

Förderung einer Nachwuchsforschergruppe an der Universität Oldenburg durch das BMBF und das Land Niedersachsen. Ergebnisse aus den genannten Projekten flossen in die Erarbeitung einer nationalen IKZM-Strategie ein, die im
März 2006 vom Kabinett beschlossen wurde.
Küsteningenieurwesen Im Rahmen des Kuratoriums für Forschung im Küsteningenieurwesen (KFKI) wird anwendungsorientierte Forschung innerhalb der Gemeinschaftsaufgabe des Bundes und der Länder »Verbesserung der
Agrarstruktur und des Küstenschutzes« gefördert.
E
Partner beim Vorhaben zum Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems:
www.gitews.de/index.php?id=13&L=0
www.bsh.de
3.2

Polarforschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Das Polarforschungsprogramm der Bundesregierung von 1996 umfasst erstmals beide Polarregionen. Neben der klimarelevanten Forschung und der Ökosystemforschung werden auch die Technologieentwicklung sowie die Suche
nach marinen Naturstoffen berücksichtigt. Träger der deutschen Polarforschung sind verschiedene Bundesressorts,
vor allem das BMBF, das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), das
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sowie das Bundeswirtschaftsministerium
(BMWi) und die DFG. Die Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven ist
die zentrale deutsche Einrichtung der deutschen Polarforschung. Zur Durchführung der zumeist internationalen
Forschungsvorhaben betreibt Deutschland das Forschungsschiff POLARSTERN. Derzeit laufen die Vorbereitungen
zum Aufbau der neuen Antarktisstation NEUMAYER III. Die deutsche Arktisforschung kann die ganzjährig besetzte 
KOLDEWEY-Station in Ny Ålesund auf Spitzbergen mit benutzen. Des Weiteren wurde das nach einer harten Landung
auf der Antarktischen Halbinsel irreparabel beschädigte Polarforschungsflugzeug POLAR 4 durch ein neues Flugzeug 
(POLAR 5) ersetzt, um auch weiterhin flugzeuggestützte Forschung in den schwer zugänglichen Polargebieten zu
ermöglichen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Prioritäre Themen der deutschen Polarforschung sind:
– Bedeutung der Polargebiete für das Klimageschehen, thermische und dynamische Wechselwirkungen zwischen
Atmosphäre-Ozean-Kryosphäre
– Analyse von Spurenstoffen in der Atmosphäre, der Hydrosphäre und der Biosphäre der Antarktis
– Struktur, Dynamik und Funktionsprinzipien polarer Ökosysteme
– Massenhaushalt und Dynamik von Land- und Schelfeis
– Struktur der Erdkruste und des Erdmantels im Bereich des antarktischen Kontinents
Die mit BMBF-Drittmitteln unterstützten Arbeiten konzentrieren sich auf die Region der Arktis. Sie werden im Rahmen der Deutsch-Russischen Zusammenarbeit gemeinsam mit russischen Forschungseinrichtungen durchgeführt.
Zu nennen sind die Verbundvorhaben ICDP-ELGYGYTGYNSEE und System Laptev-See POLYNJA. Ersteres beinhaltet
paläolimnologische Untersuchungen an den Sedimentsequenzen aus dem Elgygytgyn-See. Mit sedimentologischen
und hochaufgelösten geochemischen Analysen soll die Klima- und Umweltgeschichte in der Region seit dem Pliozän
lückenlos rekonstruiert werden. Mit dem zweiten Verbundvorhaben sollen die Polynjen- und Frontensysteme in den
eurasischen Schelfmeeren am Beispiel der Laptev-See fächerübergreifend studiert werden.
Im antarktischen Ökosystem kommt dem Krill Euphausia superba eine Schlüsselrolle zu. Das seit 2004 laufende Verbundvorhaben LAKRIS verfolgt das Ziel, für diese Art ein umfassendes Modell zur Populationsdynamik zu erstellen,
bei dem physiologische Veränderungen im Jahresverlauf berücksichtigt werden. LAKRIS ist in das Southern Ocean
GLOBEC-Programm eingebunden.

B

2 10

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

E
E

Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.awi.de

3.3

Geowissenschaften, Geotechnologien

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Forschungsgegenstand der Geowissenschaften ist das System Erde. Erkundet werden die im Innern und an der Oberfläche des Planeten ablaufenden Prozesse sowie die Wechselbeziehungen zwischen den Teilsystemen Geo-, Hydro-,
Bio-, Kryo- und Atmosphäre.
Forschungspolitisches Ziel ist es, Prozesse und ihre Wechselwirkungen zu verstehen, anthropogene Einwirkungen
auf natürliche Kreisläufe abzuschätzen und auf der Grundlage dieses System- und Prozessverständnisses zu einem
Erdmanagement zu kommen. Dabei spielen die Sicherung und umweltschonende Nutzung von Ressourcen eine zentrale Rolle.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Geotechnologien Das Sonderprogramm »Geotechnologien – vom Prozessverständnis zum Erdmanagement« wurde 1999 als gemeinsames Programm des BMBF und der DFG gestartet. Es trägt dazu bei, Konzepte zur nachhaltigen
Nutzung der Erde und zum Schutz der Menschen und der Natur zu entwickeln. Insgesamt wurden 13 Themen identifiziert, die über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren gefördert werden sollen. Vom BMBF wurden bis einschließlich
2006 folgende Schwerpunktthemen gefördert:
– Informationssysteme im Erdmanagement: Von Geodaten zu Geodiensten
– Kontinentränder: Brennpunkte im Nutzungs- und Gefährdungspotenzial der Erde
– Methan im Geo-/Biosystem
– Erkundung, Nutzung und Schutz des unterirdischen Raumes
– Erfassung des Systems Erde aus dem Weltraum
In 2007 begann die Förderphase »Frühwarnsysteme im Erdmanagement« und erfolgten Ausschreibungen zu den
»Mineraloberflächen: Von atomaren Prozessen zur Geotechnik« und »Nutzung des Untergrundes zur CO2-Speicherung für globale Klimaschutzziele«.
Informationssysteme im erdmanagement: von Geodaten zu Geodiensten Zur verbesserten Nutzbarkeit großer
geowissenschaftlicher Datenbestände soll der Aufbau von Informationsstrukturen, die Modellierung raum-zeitlicher
Zusammenhänge, die Visualisierung räumlicher Strukturen und Prozesse sowie die Weiterentwicklung von Geodiensten gefördert werden.
Kontinentränder: Brennpunkte im nutzungs- und Gefährdungspotenzial der erde Von 2004 bis 2007 wurden drei
Verbundvorhaben gefördert, die sich mit der Erforschung des aktiven Kontinentrandes bei Südchile, der Untersuchung der Subduktionszone und des Vulkanismus im Bereich des indonesischen Sundabogens sowie der Erforschung
von toxischen Gasausbrüchen vor der Küste Namibias beschäftigen. Ziel der Forschung ist es, wesentliche Steuerfaktoren von Erdbeben und Vulkanausbrüchen zu bestimmen und daraus Technologien für das Erdbeben-Monitoring
und langfristige Strategien zur Gefährdungsabschätzung und Überwachung von Risikogebieten zu entwickeln.

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211

Methan im Geo-/Biosystem Gashydrate stellen global das mit Abstand größte Reservoir für organischen Kohlenstoff
dar. Eine Mobilisierung von Gashydraten, z. B. als Folge der Erderwärmung, könnte zu submarinen Hangrutschungen
mit katastrophalen Folgen für die Küstenregionen führen. Untersuchungen zur Methanumsetzung im globalen Kohlenstoffkreislauf, zur zeitlichen Veränderung der globalen Methanbilanz sowie zur Erkennung und Quantifizierung
von Hydraten und assoziierten freien Gasvorkommen wurden abschließend bearbeitet.
E

B
E

Frühwarnsysteme im erdmanagement Die Forschungsprojekte sollen sich mit der Entwicklung und Implementierung von Frühwarnsystemen zur Schadensminderung bei geologischen Naturereignissen wie Erdbeben und deren
Folgen (z. B. Tsunamiwellen) sowie Massenbewegungen und Vulkanausbrüche befassen.
Forschungsschiff sonne Forschungskampagnen mit dem Forschungsschiff SONNE und anderen deutschen Schiffen
verfolgen u. a. die Klärung geowissenschaftlicher Fragestellungen im marinen Bereich.
Schwerpunkte der Aktivitäten sind:
– Die Quantifizierung von Stoffverteilungen und -flüssen
– Biogeochemische Prozesse im oberflächennahen Sediment, der Wasser-Sediment-Grenzschicht
und der bodennahen Wassersäule
– Petrologische Fragestellungen
– Vorerkundungen (pre-site survey) für das Internationale Ozeanbohrprogramm
– Paläoklimatische Fragestellungen
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.geotechnologien.de
3.4

europäische und internationale zusammenarbeit

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Das mit dem 6. Rahmenprogramm der europäischen Kommission eingeführte Förderinstrument ERA-Net hat zum
Ziel, einen Beitrag zur Koordinierung der heterogenen Forschungsförderung in den Mitgliedstaaten zu leisten. Das
BMBF bzw. der Projektträger Jülich sind an insgesamt drei ERA-Nets im Bereich Meeres- und Polarforschung (BONUS, 
MARINERA, EUROPOLAR) vertreten. Nationale und internationale Forschungsprogramme sollen aufeinander abgestimmt werden, die Forschungsmittel gebündelt und die Nutzung der Infrastruktur (Forschungsschiffe, spezielle
Instrumente, Datenbanken) koordiniert werden. Das ERA-Net BONUS hat ein gemeinsames Forschungsprogramm
für den Ostseeraum erarbeitet und in 2007 eine erste gemeinsame Ausschreibung veröffentlicht.

2 12

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Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Bilaterale zusammenarbeit
Deutsch-niederländische zusammenarbeit Mit den Niederlanden und dem Land Bremen wird ein Kooperationsnetzwerk meeresforschender Institute aufgebaut (NEBROC). Die gemeinsamen Forschungen betreffen Schlüsselthemen der Meereswissenschaften. Neben der Forschungskooperation unterstützt NEBROC das European Graduate
College for Marine Sciences (ECOLMAS). Im Herbst 2005 wurde die zweite Entwicklungsstufe von NEBROC mit Mitteln
des BMBF, des Landes Bremen und der NWO über einen Zeitraum von drei Jahren begonnen. MOVE ist ein weiteres
Projekt, an dem niederländische und deutsche Partner gemeinsam arbeiten. Es wird ein ferngesteuertes, mobiles
Fahrzeug für die Tiefseeforschung entwickelt und gebaut.
Deutsch-Russische zusammenarbeit Seit Februar 1995 hat sich die vom BMBF und dem russischen Ministerium
für Wissenschaft und Technik unterzeichnete deutsch-russische Fachvereinbarung auf dem Gebiet der Meeres- und
Polarforschung erfolgreich entwickelt. Die fachlichen Schwerpunkte der Arbeiten liegen im Bereich von Umweltveränderungen und der Klima- und Paläoklimaforschung. Die Untersuchungen finden in der sibirischen Arktis, im
Ochotskischen Meer und am Elgygytgynsee (Meteoritenkratersee im Nordosten Sibiriens) statt. Seit Ende 1999 betreiben das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und das Russische Institut für Arktis und Antarktisforschung (AARI) gemeinsam das Otto-Schmidt-Labor (OSL). Dort werden russische Nachwuchswissenschaftlerinnen
und -wissenschaftler, die in den gemeinsamen deutsch-russischen Projekten tätig sind, wissenschaftlich geschult und
an modernen Analysegeräten ausgebildet. Aus dem OSL hat sich die Gründung des Masterstudiengangs für Angewandte Polar- und Meereswissenschaften (POMOR) entwickelt.
Deutsch-Israelische zusammenarbeit Im Bereich der Meeres- und Geowissenschaften wurde die bisherige Zusammenarbeit weiter verstärkt und 2004 eine gemeinsame Ausschreibung von BMBF und israelischem Ministerium für
Wissenschaft und Technologie zum Einreichen von Projektanträgen veröffentlicht. Seit Oktober 2006 laufen sechs
Gemeinschaftsprojekte. Ergänzt werden soll dies durch ein Austauschprogramm für Kurzaufenthalte von graduierten Studierenden in Israel und Deutschland. Schwerpunkte der gemeinsamen Projekte sind die Themenkreise
»Wechselwirkungen zwischen Land und Ozean«, »Gefährdung von Natur und Gesellschaft durch Naturgewalten«
und »Anthropogene Einflüsse auf das Meer und auf die Atmosphäre«.
Deutsch-Brasilianische zusammenarbeit In 2004 erfolgte erstmalig eine gemeinsame deutsch-brasilianische
Ausschreibung. Nach gemeinsamer Begutachtung werden drei Vorhaben ab 2006 gefördert:
– Health Status of Marine Ecosystems: Immunocompetence of Aquatic Invertebrates as a
Novel Target for Biomonitoring and Bioprospecting – Immunophilin Inhibitors
– The Impact of Pollutants from Sugar Cane Monoculture on Estuaries and Coastal Waters
of NE-E-Brazil: Transport, Fate and Sustainable Management Strategies
– Development of a Strategy for Sustainable Harbour Development
Deutsch-Indonesische zusammenarbeit In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst
(DAAD) wurde ein spezielles Stipendienprogramm aufgelegt, um indonesischen Studierenden in Deutschland die
Möglichkeit zum Studium im Bereich der Meereswissenschaften bzw. zur Weiterbildung zu gewähren. Im Oktober
2002 wurde die zukünftige wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit auf Basis eines gemeinsam erstellten Aktionsplanes konkretisiert. Die laufenden Vorhaben, die unter dem Dach „Science for the Protection of Indonesian
Marine Coastal Ecosystems (SPICE)“ gefördert werden, befassen sich mit Aspekten des Küstenmanagements sowie mit
den Auswirkungen anthropogener Nutzungsansprüche auf marine Küstenökosysteme, damit leisten die Vorhaben
einen wichtigen Beitrag zum internationalen LOICZ-Programm (Land-Ocean Interaction in the Coastal Zone). Seit
2007 sind Vorhaben aus dem Bereich der marinen Aquakultur im Förderkatalog enthalten.
Deutsch-chinesische zusammenarbeit Die deutsch-chinesische Kooperation auf dem Gebiet der Meeresforschung
und Technologie besteht seit 1986. Chinesischer Partner des BMBF ist die State Ocean Administration (SOA). Aktuell
wird seit Oktober 2006 das Projekt LANCET gefördert. Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht das Küstenöko-

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213

system der tropischen Insel Hainan. Um eine spätere Umsetzung zu erleichtern, ist die örtliche Fischereibehörde
neben verschiedenen chinesischen Universitäten von Anfang an eingebunden. Auf deutscher Seite koordiniert das
Zentrum für Marine Tropenökologie das Vorhaben.
Seit Dezember 2007 wird ein deutsch-chinesisches Forschungsprojekt auf dem Tibet-Plateau im Rahmen eines DFGSchwerpunkts (SPP 1372) gefördert. Von deutscher Seite werden vorwiegend Arbeiten auf dem Gebiet der Sedimentologie, Chronostratigrafie, Paläoklimatologie, Paläoökologie und Petrologie durchgeführt. Integraler Bestandteil
des gemeinsamen Forschungsprojekts ist die Durchführung einer wissenschaftlichen Bohrung im Qaidam-Becken.
Die Bohrung soll 2008 von einer chinesischen Bohrfirma durchgeführt werden. Wissenschaftliche Partner auf chinesischer Seite sind: Institute of Tibetan Plateau Research, Hebei Polytechnic University und die Nanjing University.
Im Rahmen eines gemeinsamen Lenkungsausschusses auf dem Gebiet der Geowissenschaften, wurde zwischen
dem BMBF und dem chinesischen Ministerium für Land und Ressourcen vereinbart, im Bereich des Drei-SchluchtenStaudamms den Landnutzungswandel, die Erosion und mögliche Hangbewegungen zu untersuchen. Ein Förderbeginn ist für April 2008 vorgesehen.
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.fz-juelich.de/ptj/era-net/bonus
www.fz-juelich.de/ptj/era-net/marinera
www.europolar.org

3.5

schifffahrt und Meerestechnik

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Mit zunehmendem Welthandel wächst auch die Schifffahrt, auf die rund 95 % der Güterferntransporte entfallen. Daraus folgt ein hoher Bedarf an modernen Schiffen. Der deutsche Schiffbau trägt vor allem mit Know-how-intensiven
Produkten und fortschrittlichen Fertigungstechnologien dazu bei, diesen Bedarf zu decken und nimmt seit einigen
Jahren Rang vier in der Weltschiffbauproduktion ein. Die Technologieführung in einigen Marktsegmenten ist das
Ergebnis intensiver Zusammenarbeit der maritimen Industrie und Wissenschaft. Ziel ist es daher, diese Kooperation
zu stärken und Deutschland zu einem maritimen Hightech-Standort auszubauen. Der Schiffbau soll seine Weltmarktposition bei hochkomplexen Spezialschiffen festigen. Bei Standardschiffen gilt es durch höhere Produktivität die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. In der nicht-schiffbaulichen Meerestechnik verfügt Deutschland insbesondere in der
weltweit expandierenden Gas- und Öl-Offshore-Technik sowie in der Tiefseetechnik über beachtliche, bisher nicht ausgeschöpfte Technologiepotenziale. Ziel ist es daher, dass deutsche Unternehmen mit der Entwicklung innovativer Systemlösungen rechtzeitig am Weltmarkt präsent sind und stärker vom Wachstum dieser Bereiche profitieren können.
Für das Forschungsprogramm »Schifffahrt und Meerestechnik für das 21. Jahrhundert« stellt das Bundesministerium
für Wirtschaft und Technologie (BMWi) für die Laufzeit von 2005 bis 2010 insgesamt 122,69 Mio. Euro zur Verfügung.
Im Rahmen seiner Ressortforschung unterstützt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
(BMVBS) Untersuchungen zum Themenbereich Fahrgastschiffssicherheit und sicherer Schiffsverkehr sowie Aktivitäten, die einen emissionsarmen Schiffsverkehr zum Gegenstand haben.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Das BMVBS setzt in der Schiffssicherheit mit einem Projekt, dessen Ziel sowohl die Entwicklung ganzheitlicher Kriterien
für die verbesserte Schwimmfähigkeit eines havarierten Schiffes ist als auch die Erarbeitung moderner Kriterien für
die Sicherheit von Personen, weltweit neue Maßstäbe in der Passagiersicherheit (Stichwort: Ein Schiff ist sein eigenes,
bestes Rettungsboot). Mit dem neu entwickelten modularen Schiffsbrückenkonzept mit INS (Integriertes Navigationssystem) wird das Ziel eines sicheren Schiffsbetriebs wesentlich gestärkt und im Rahmen von Forschungsvorhaben
unterstützt. Energie und Kraftstofffragen werden inzwischen auch im Zusammenhang mit der See- und Binnenschifffahrt diskutiert. Das BMVBS unterstützt ein weiteres Forschungsvorhaben, dessen Ziel es ist, Emissionen aus im Einsatz
befindlichen Schiffsmotoren wesentlich zu reduzieren.

B

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Die maritime FuE-Förderung des BMWi umfasst folgende Gebiete:
V

–
–
–
–
–

Entwicklung neuer Schiffstypen und verbesserter Schiffskonstruktionen
Weiterentwicklung der Schiffshydrodynamik
Verbesserung der Schiffssicherheit
Entwicklung energieeffizienter und schadstoffarmer Schiffsantriebe
Verringerung der Schwingungs- und Lärmbelastung

E

–
–
–
–

Verkürzung der Schiffsentwurfszeiten
Entwicklung softwarebasierter Werkzeuge zur Optimierung des Schiffsfertigungsprozesses
Standardisierung und Modularisierung von Bauteilen und Baugruppen
Neue Fügetechniken

V

– Optimierte Schiffskonstruktionen für vorhandene Wasserstraßeninfrastrukturen
(z. B. Wassertiefen, Brückenhöhen, Schleusenbreiten)
– Neuartige seegängige Binnenschiffstypen
– Verbesserung der Sicherheit und Manövrierfähigkeit in engem Fahrwasser
– Neue Ladungsumschlagtechniken
Meerestechnik Zur Gewinnung und zum Abtransport von Erdöl und Erdgas, das unter dem Meeresboden und in
eisbedeckten Gebieten lagert, müssen umweltschonende, tiefwassertaugliche und für den Einsatz in Polargebieten
geeignete Hochleistungstechnologien entwickelt werden. Um die Voraussetzungen zu schaffen, dass deutsche Unternehmen in diesem Wachstumssegment rechtzeitig mit innovativen Systemlösungen am Weltmarkt präsent sein
können, werden Forschungsarbeiten zu folgenden Themen gefördert:
– Tiefwassertechnik (z. B. Bohr-, Produktions-, Kabelverlegetechnik sowie Steuerungsund Überwachungssysteme)
– Eis brechende Tankschiffe und polartechnische Anlagen
– Maritime Umweltschutztechnik (z. B. innovative Systeme zur Beseitigung von Ölteppichen)
– Navigationssysteme und Methoden zur Routenplanung für den Einsatz im Eismeer
– Mehrphasenpumpentechnologie
– Unterwasserfahrzeuge sowie Manipulator-, Vermessungs- und Inspektionssysteme für
den Tiefseeeinsatz
E
E
Doppelhüllen-sicherheitstanker Um die Gefahr von Öltankerhavarien mit katastrophalen Folgen für die Meeresökologie zu mindern, werden zunehmend Tanker mit doppelwandiger Außenhaut eingesetzt. Für diese Doppelhüllentanker wurde ein neues Sicherheitskonzept entwickelt, das es durch den Einsatz von Diagnosesystemen, redundante

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

215

Auslegung der Antriebs- und Manövrieranlagen sowie durch geeignete Brandschutzmaßnahmen künftig ermöglicht,
Gefahrensituationen wie Kollision, Grundberührung und Brand weitestgehend zu vermeiden.
A

V

V

Ballastwasserbehandlunsanlage zum schutz der Umwelt Ballastwasser muss zur Stabilisierung eines Schiffes
aufgenommen werden, wenn dieses nicht oder nicht vollständig beladen ist. Wird das häufig aus fernen Ländern
stammende Ballastwasser im Ankunftshafen abgelassen, werden darin enthaltene exotische Organismen freigesetzt.
Mangels natürlicher Feinde verursachen diese Lebewesen erhebliche ökologische, ökonomische und gesundheitliche
Schäden. Damit das Ballastwasser vor dem Ablassen bereits an Bord der Schiffe gereinigt werden kann, wurde eine
Ballastwasserbehandlungsanlage entwickelt. Mittels eines Scheibenfilters werden zunächst größere Organismen und
Sedimente entfernt. In einer anschließenden Desinfektionsstufe werden ohne Einsatz umweltschädlicher Chemikalien
die kleineren Organismen abgetötet.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.fz-juelich.de/ptj/schifffahrt-meerestechnik
www.dst-org.de
www.rwo.de

4

weltraumforschung und weltraumtechnik

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Im Raumfahrtprogramm der Bundesregierung sind sämtliche Raumfahrtaktivitäten in einem strategischen Gesamtansatz verknüpft. Damit bietet es der Wirtschaft und der Wissenschaft verlässliche politische Rahmenbedingungen
für eigenverantwortliches Planen und Handeln und gewährleistet den effizienten Einsatz öffentlicher Ressourcen. Es
umfasst das Nationale Raumfahrtprogramm, die deutsche Beteiligung bei der Europäischen Weltraumorganisation
Esa und das FuE-Programm »Raumfahrt« des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Eine Vielzahl von EU-Politiken (u. a. Umwelt, Landwirtschaft oder bei der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik
[GASP]) sind ohne Raumfahrtaktivitäten nicht durchführbar. Die Bundesregierung unterstützt daher eine enge Abstimmung zwischen EU und Esa. Im Rahmen der Hightech-Strategie gehen Unternehmen und Wissenschaft strategische
Partnerschaften im Bereich der satellitengestützten Erdbeobachtung ein.

B

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thematische schwerpunkte
Im deutschen Raumfahrtprogramm wurden übergeordnete Zielsetzungen und strukturelle Rahmenbedingungen
entwickelt, die längerfristig die Ausrichtung und Schwerpunktsetzung des deutschen Raumfahrtengagements bestimmen. Die deutschen Raumfahrtaktivitäten umfassen folgende Bereiche:
– Telekommunikation
– Navigation
– Erdbeobachtung
– Erforschung des Weltraums
– Forschung unter Weltraumbedingungen
– Raumstation
– Raumtransport
– Technik für Raumfahrtsysteme
Leitlinien für die Aktivitäten sind:
– Orientierung am Nutzen für die Lösung gesellschaftlicher und institutioneller Aufgaben
– Konzentration auf aussichtsreiche Anwendungsgebiete, in denen Deutschland eine
Spitzenstellung einnimmt oder künftig einnehmen kann
– Erhöhung des Anteils an weltweit kommerziellen Umsätzen und die Erschließung neuer Märkte
– Förderung weltweit anerkannter deutscher Spitzenforschung
– Nutzung des Faszinationspotenzials der Raumfahrt für die Begeisterung junger Menschen
für Naturwissenschaften und Technik
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

174,3

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 805,8)

2006 (Ist)

175,3

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 824,5)

2007 (Soll)

195,9

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 842,9)

2008 (Soll)

214,1

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 887,5)

E
Im Jahr 2007 (wie auch 2006) entfielen rund 70 % der deutschen Raumfahrtmittel auf die deutsche Beteiligung an EsaProgrammen. Dabei entfällt auf die Programme der Raumstation ISS ein Jahresbeitrag von rund 147 Mio. Euro. Rund
143 Mio. Euro sind dem Anwendungsbereich Erdbeobachtung und Telekommunikation und rund 133 Mio. Euro der
Wissenschaft zuzurechnen.
Im Jahr 2006 entfielen im Nationalen Programm durch Zuwendungen und Aufträge ca. 60 % der Mittel auf Unternehmen und ca. 40 % auf Hochschulen und Forschungseinrichtungen. In die neuen Länder flossen 2006 ca. 8 Mio. Euro
Projektmittel.
Das FuE-Programm Raumfahrt des DLR hatte 2006 ein Volumen von ca. 199 Mio. Euro (inklusive Drittmittelfinanzierung).
Ca. 80 % der Bundesmittel für die Raumfahrt werden durch das BMWi aufgebracht, davon 2006 560,2 Mio. Euro für die
Esa und 158 Mio. Euro für das Nationale Programm.
Andere Bundesministerien, z. B. das BMVBS im Zusammenhang mit dem Aufbau des europäischen Erdbeobachtungsprogramms GMES und des europäischens Satellitennavigationsprogramms Galileo oder das Bundesministerium für
Verteidigung (BMVg), sind im Rahmen ihrer Ressortaufgaben federführend an anwendungsbezogenen Weltraumprojekten beteiligt.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

217

Für den Bereich Raumfahrt des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms (2007 – 2013) wurden insgesamt 1,43 Mrd. Euro
eingestellt, davon für die erste Ausschreibung (Juni 2007) 137,4 Mio. Euro.
Weitere Details zum deutschen Raumfahrtprogramm und seinen Aktivitäten finden Sie unter:
www.bmwi.de, www.dlr.de, www.dlr.de/rd, www.esa.int oder www.cordis.europa.eu

5

energieforschung und energietechnologie

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Innovative Energietechnologien, mit deren Hilfe Energie nachhaltig bereitgestellt und effizienter genutzt werden
kann, erleichtern den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung und leisten einen wichtigen Beitrag im
Kampf gegen den Klimawandel. Gleichzeitig eröffnen sie aber auch neue Exportchancen – und damit neue Möglichkeiten für Wachstum und Beschäftigung. Voraussetzung für neue innovative Technologien sind verstärkte Anstrengungen bei Forschung, Entwicklung und Demonstration. Die Bundesregierung unterstützt daher die Förderung von
Forschung und Entwicklung moderner Energietechnologien, vor allem im Rahmen ihres 5. Energieforschungsprogramms »Innovation und neue Energietechnologien« (Federführung Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Beteiligung der Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Bildung und Forschung
und Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Laufzeit 2005 - 2008, Budget rund 1,7 Mrd. Euro). Zwei Ziele
stehen dabei im Vordergrund: Kurz- und mittelfristig soll die Energieforschung einen konkreten Beitrag zur Erfüllung
der aktuellen politischen Vorgaben leisten. Langfristig gilt es, durch Sicherung und Erweiterung der technologischen
Optionen die Reaktionsfähigkeit und Flexibilität der Energieversorgung zu verbessern.
Im Rahmen der Hightech-Strategie werden strategische Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im
Bereich der innovativen Energietechnologien gefördert.
Neben dem Energieforschungsprogramm unterstützt die Bundesregierung moderne Energietechnologien auch in
anderen Programmen. So wird unter Federführung des BMWBS bis 2016 das »Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie« umgesetzt. Insbesondere sollen hiermit die CO2-Emissionen in den Bereichen
Verkehr und Gebäude langfristig wesentlich reduziert werden. 
T
Schwerpunkte im Rahmen des 5. Energieforschungsprogramms sind:
– Rationelle Energieumwandlung
– Erneuerbare Energien
– Nukleare Sicherheits- und Endlagerforschung
– Fusionsforschung
Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung FuE moderner Energietechnologien auch außerhalb des Energieforschungsprogramms. Dabei geht es um Vorhaben in anderen Programmen, in denen die energieforschungspolitischen
Aspekte nicht im Vordergrund stehen (Mobilitätsforschung, Luftfahrtforschung, FuE auf dem Gebiet des Bau- und
Wohnungswesens u. a.), so z.B die Förderung zur »Stilllegung, Rückbau und Entsorgung kerntechnischer Pilot- und
Versuchsanlagen« (siehe 5.4). Ein weiteres aktuelles Beispiel ist das »Nationale Innovationsprogramm Wasserstoffund Brennstoffzellentechnologie«, das unter Federführung des BMVBS formuliert wurde, um die Marktvorbereitung
für Wasserstoff- und Brennstoffzellenanwendungen voranzutreiben. Zur Förderung und Einführungsbegleitung der
Technologien hat die Bundesregierung 2008 die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gegründet (NOW). Mit einem 10-Jahresprogramm mit bis zu 1,4 Mrd. Euro sollen durch Politik, Wirtschaft und
Wissenschaft stationäre und mobile Anwendungen entwickelt sowie im Praxisbetrieb erprobt werden. Dieses Programm ist ebenfalls nicht Bestandteil der Energieforschungsförderung des Bundes, es trägt aber dazu bei, dass die
CO2-Emissionen in den Bereichen Verkehr und Gebäude langfristig wesentlich reduziert werden können.

B

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Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

202,7

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 439,9)

2006 (Ist)

207,0

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 432,9)

2007 (Soll)

246,2

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 453,4)

2008 (Soll)

320,9

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 538,3)

E
Die Energieforschungsförderung der Bundesregierung hat dazu beigetragen, dass Innovationsprozesse beschleunigt
und neue innovative Energietechnologien entwickelt wurden. So zählen z. B. deutsche Kraftwerkstechnologien international zur Spitze und sichern den Herstellern einen beträchtlichen Anteil am stark wachsenden Weltmarkt. Auch
bei den erneuerbaren Energien sind deutsche Unternehmen in vielen Bereichen weltweit führend.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Energie/energieforschung.html
www.bmbf.de/de/10488.php
www.erneuerbare-energien.de
www.now-gmbh.de

5.1

Rationelle energieumwandlung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Politik der Bundesregierung zielt darauf ab, die gesamtwirtschaftliche Energieeffizienz weiter zu steigern und
damit zugleich einen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sowie zum
Klimaschutz zu leisten. Bis 2020 strebt die Bundesregierung eine Verdopplung der Energieproduktivität der deutschen
Volkswirtschaft gegenüber 1990 an. Konsequenterweise müssen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieproduktivität auf der gesamten Wertschöpfungskette des Energiesystems ansetzen, bei der Gewinnung, beim Transport, bei
der Umwandlung (insbesondere bei der Stromerzeugung) sowie bei der Energienutzung. Forschung und Entwicklung
sind dafür notwendige Voraussetzung. Die Bundesregierung setzt daher in ihrem Energieforschungsprogramm im
Bereich der rationellen Energieumwandlung einen Schwerpunkt.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
T

Flankiert werden die Aktivitäten in diesen Schwerpunkten durch energiebezogene Fördermaßnahmen bei der Multimedia Forschung (»E-Energy: IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft«), bei den Verkehrstechnologien (z. B. Alternative Antriebe und Kraftstoffe) sowie bei Forschungsarbeiten bei der DLR (Kraftwerkstechnologie, Brennstoffzelle).

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

219

Programm Grundlagenforschung energie 2020+ des BMBF (Budget 2008 bis 2011 rund 60 Mio. euro) Im Rahmen
dieses Konzepts werden neuartige, unkonventionelle Ansätze gefördert, die auf der Basis neuester wissenschaftlichtechnologischer Erkenntnisse einen Effizienzsprung bei der Umwandlung und Nutzung von Energie ermöglichen
können. Dabei geht es vor allem um grundlegende langfristig angelegte Forschung zur Energieeffizienz in der institutionellen Förderung und um Projektförderung zur systemorientierten Energieeffizienzforschung.
In der institutionellen Förderung zielen die einzelnen Programmpunkte auf die Entwicklung neuer Technologien zur
Stromerzeugung und zum Transport von elektrischer Energie ab. Die Projektförderung des BMBF will gezielt Forschung
zur Erhöhung der Energieeffizienz vor allem bei der Energienutzung in Gebäuden, in der industriellen Produktion und
bei Dienstleistungen unterstützen. Durch Grundlagenforschung soll ein wichtiger Beitrag zum Einsatz innovativer
Komponenten, Verfahren oder Auslegungsstrategien zur Erhöhung der Energieeffizienz geleistet werden.
E
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland stagniert seit vielen Jahren bzw. weist seit 1990 sogar einen rückläufigen
Trend auf. Dazu beigetragen haben insbesondere die umfangreichen von der Bundesregierung geförderten FuE-Arbeiten im Bereich der rationellen Energieumwandlung. So konnten z. B. seit 1985 die Wirkungsgrade von Dampfkraftwerken um 20 % verbessert werden. Weitere Informationen zu Ergebnissen einzelner Projekte bzw. zusätzliche
Informationen zu den Schwerpunkten unter:
www.fz-juelich.de/ptj/energieumwandlung
www.fz-juelich.de/ptj/rationelle-energienutzung
www.cooretec.de
www.enob.info
www.eneff-stadt.info
www.e-energie.info
www.bine.info

5.2

erneuerbare energien

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Förderschwerpunkt in diesem Bereich ist die Weiterentwicklung der Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien mit den Zielen, neue technologische Zukunftsoptionen zu schaffen, die Kosten weiter zu senken und die Effizienz zu steigern, neue Nutzungsmöglichkeiten zu erschließen, die Integration der erneuerbaren Energien in die
Energieversorgungssysteme voranzutreiben und die Umwelt- und Naturverträglichkeit erneuerbarer Energien zu
gewährleisten.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Zentrale Fördergebiete sind vor allem die Photovoltaik, die Windenergie, offshore sowie an Land, die Biomasse, die
Geothermie, die Niedertemperatursolarthermie und solarthermische Kraftwerke. Daneben werden auch Projekte in
den Bereichen Wasserkraft und Meeresenergie gefördert. Bei der Photovoltaik werden sowohl die derzeit marktbeherrschende Siliziumwafertechnologie als auch Dünnschichttechnologien gefördert. Ein Leuchtturm als Bindeglied
zwischen Labor und Fließband ist das Photovoltaik Technologie Evaluationscenter (PV-TEC) in Freiburg. Zur Weiterentwicklung von organischen Solarzellen wurde eine Innovationsallianz mit großen Industrieunternehmen initiiert. Bei
der Windenergie dürfte von dem in Vorbereitung befindlichen Offshore-Testfeld eine Initialzündung für den Ausbau
der Offshore-Windenergie ausgehen. Solarthermische Kraftwerkstechnologien werden durch den im Bau befindlichen
Solarturm in Jülich einen Schub erhalten. Die Nutzung der Geothermie wurde durch die Projekte in Landau, Unterhaching und Groß Schönebeck vorangebracht. Ein Highlight bei der Niedertemperatur-Solarthermie ist die Großanlage
in Crailsheim, wo die Solarthermie die Hälfte des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser deckt.

B

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E
In der Photovoltaik wurden in Forschungsprojekten inzwischen Solarzellen mit Wirkungsgraden von über 20 % entwickelt. Damit liegen deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen international mit an der Spitze. Ein deutlicher
Vorsprung wurde bei der Windenergie erreicht, wo die weltgrößten Anlagen (5 MW) derzeit ausschließlich von vier
deutschen Herstellern angeboten werden. Die Kosten von Geothermieprojekten konnten durch die Entwicklung einer
geothermiespezifischen Bohranlage gesenkt werden. Die Umweltverträglichkeit der Bohrarbeiten konnte mit dieser
sehr emmissionsarmen Anlage gravierend verbessert werden. Die Erfolge im Bereich der Forschung zu solarthermischen
Kraftwerkstechnologien kommen in dem hohen Anteil deutscher Unternehmen an aktuellen Kraftwerksprojekten in
Spanien und den USA zum Ausdruck. Im Bereich der Niedertemperatur-Solarthermie konnte durch die Weiterentwicklung saisonaler Speicher der Beitrag der Solarthermie zur Wärmeversorgung von Gebäuden deutlich gesteigert werden.
5.3

nukleare sicherheits- und endlagerforschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Der Bund beteiligt sich mit seiner projektgeförderten Reaktorsicherheits- und Endlagerforschung an den weltweiten
Bemühungen zur Fortentwicklung der Sicherheitsstandards von kerntechnischen Anlagen. Das Ziel der Forschung ist
es, verbesserte Kenntnisse sowie Verfahren für eine realistische Sicherheitsbewertung bereitzustellen und damit auch
zur Weiterentwicklung der Sicherheitstechnik beizutragen. Die Finanzierung aus Haushaltsmitteln des BMWi stellt
sicher, dass die Forschung unabhängig von Interessen der Verbände und der Industrie ist.
Die Forschung wird in Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern und EURATOM durchgeführt, um die jeweils neuesten Entwicklungen aufgreifen zu können. Dabei werden auch neue Reaktorsysteme in Betracht gezogen, einerseits
um den internationalen Stand der Sicherheitsforschung verfolgen und beeinflussen zu können, andererseits um der
Bundesregierung die Fähigkeit zu bewahren, die Sicherheit der in den Nachbarländern geplanten neuen Kernkraftwerke beurteilen zu können. Die Reaktorsicherheits- und Endlagerforschung trägt insgesamt dazu bei, den Stand von
Wissenschaft und Technik zu definieren und weiterzuentwickeln.
Die vom BMBF geförderte Forschung im Bereich der nuklearen Sicherheits- und Endlagerforschung ist auf die langfristige Sicherheit der Nutzung von Nuklearenergie gerichtet. Gefördert wird FuE zu wissenschaftlichen und technologischen Aspekten der Sicherheit der bestehenden Kernreaktoren, zur Sicherheit der nuklearen Entsorgung, zu
Strahlenbelastung und -schutz sowie zur Minimierung endzulagernder, hochradioaktiver Stoffe und der Verarbeitung
radioaktiver Abfälle. Zum Förderspektrum gehört auch FuE, bei der aufwendige, großforschungsspezifische Experimentiereinrichtungen, Großrechnerkapazitäten und/oder Infrastrukturen notwendig sind. Eine wichtige, übergreifende Aufgabe in diesem Zusammenhang ist die Ausbildung und Qualifizierung des Forschernachwuchses. FuE und
Nachwuchsförderung werden durch institutionelle Förderung (insbesondere mit dem Programm Nukleare Sicherheitsforschung der Helmholtz-Gemeinschaft) und Förderprogramme umgesetzt.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Für den Betrieb und die Entsorgung der kommerziellen Kernkraftwerke und von Forschungsreaktoren gelten höchste
Sicherheitsanforderungen. Die Forschungsvorhaben sollen dazu beitragen, dass die erforderliche Kompetenz in der
Reaktorsicherheit und Endlagerung gewährleistet bleibt.
Die Förderschwerpunkte der Reaktorsicherheits- und Endlagerforschung wurden im Jahr 2000 von einer Evaluierungskommission des BMWi neu bewertet und vom Kompetenzverbund Kerntechnik für den Bereich Reaktorsicherheitsforschung seither zweimal fortgeschrieben, zuletzt im November 2007 für die Jahr 2007 – 2011.
Im Rahmen des Programms »Nukleare Sicherheitsforschung« der HGF werden die Themen Sicherheitsforschung für
Kernreaktoren, Minimierung des hochradioaktiven Abfalls durch Partitioning und Transmutation und Sicherheitsforschung zur nuklearen Entsorgung, zur Integritätsbewertung von Reaktorkomponenten, zur Simulation von Störfallabläufen in kerntechnischen Anlagen, zur Radiochemie sowie zur Radioökologie, insbesondere bezogen auf die
Altlasten aus dem Uranerzbergbau, bearbeitet.
Im Kompetenzverbund Strahlenforschung betreffen die Förderschwerpunkte die Bearbeitung strahlenbiologischer,
strahlenmedizinischer und radioökologischer Fragestellung in Verbindung mit einer gezielten Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses. Daneben erfolgt eine unmittelbare Forschungsförderung zu den Ressortaufgaben über
den Umweltforschungsplan des BMU.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

221

E
Die Reaktorsicherheitsforschung hat ihren Beitrag dazu geleistet, dass die in Deutschland betriebenen Kernkraftwerke, am internationalen Standard gemessen, höchstes Sicherheitsniveau besitzen. Die Endlagerforschung hat die
wissenschaftliche Grundlage für die Realisierung der Endlagerung in Deutschland geschaffen und wesentliche damit
zusammenhängende Fragen geklärt.
Weitere Informationen bei den Projektträgern des BMWi:
www.grs.de (Reaktorsicherheitsforschung)
www.fzk.de (Endlagerforschung)

5.4

stilllegung, Rückbau und entsorgung kerntechnischer Pilot- und versuchsanlagen

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Das BMBF betreut Rückbauprojekte von Versuchs- und Demonstrationsanlagen, die nicht weiter für Forschungszwecke
benötigt werden.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Zu den Stilllegungsprojekten in den Forschungszentren der HGF gehören der Forschungsreaktor Merlin (FRJ-1) im
Forschungszentrum Jülich sowie im Forschungszentrum Karlsruhe der Mehrzweckforschungsreaktor (MZFR) und die
Kompakte Natriumgekühlte Kernreaktoranlage (KNK). Der Hochtemperaturversuchsreaktor AVR in Jülich wird gemäß
Vereinbarung von Bund und Land Nordrhein-Westfalen zur »grünen Wiese« zurückgebaut.
Die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) ist seit Ende 1991 außer Betrieb und befindet sich im Rückbau. Ein
wichtiges Teilziel ist die Verglasung und Entsorgung der in der Anlage gelagerten hochradioaktiven Flüssigabfälle,
die hierzu errichtete Verglasungsanlage Karlsruhe (VEK) steht vor der Inbetriebnahme.
Für das Forschungsbergwerk Asse ist die vollständige Schließung vorgesehen, die gegenwärtig unter Beachtung der
gesetzlich vorgeschriebenen sicherheitstechnischen Anforderung vorbereitet wird.
E
Die Versuchskernkraftwerke in Niederaichbach (KKN) und Großwelzheim (HDR) wurden inzwischen vollständig beseitigt und zur grünen Wiese zurückgebaut. Der Forschungsreaktor FR-2 im Forschungszentrum Karlsruhe befindet
sich seit November 1996 im sogenannten Sicheren Einschluss. Der Hochtemperaturreaktor Hamm-Uentrop (THTR-300)
wurde 1989 abgeschaltet und befindet sich seit Februar 1997 ebenfalls im Sicheren Einschluss. Das Schneller-BrüterProjekt Kernkraftwerk Kalkar (SNR-300) wurde im Frühjahr 1991 abgebrochen und in einen Freizeitpark umgewandelt,
die Brennelemente des Erstkerns wurden einem Energieversorgungsunternehmen übertragen und nach Frankreich
verbracht.
Informationen zu den laufenden Rückbauprojekten unter
www.wak-karlsruhe.de
www.fzk.de (Geschäftsbereich Stilllegung)
www.fz-juelich.de (Fachbereich Nuklear-Service)
www.gsf.de/asse/neu/index.php

5.5

Fusionsforschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Mit dem Engagement im Bereich der Fusionsforschung verfolgt die Bundesregierung eine langfristige Option für die
Energieversorgung.

B

222

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Auf dem Weg zu Elektrizität aus Fusionskraftwerken wurden und werden in einer bisher beispiellos organisierten,
strukturierten und international aufgeteilten Kooperation nationale wie internationale Meilensteine erarbeitet. Das
ITER-Großexperiment am Standort Cadarache, das gemeinsam von Europa, Japan, USA, Russland, China, Indien und
Südkorea gebaut wird, ist der nächste große Schritt in dieser Richtung. Deutschland ist am europäischen Beitrag zu
ITER in zahlreichen Teilbereichen inhaltlich beteiligt. Zur erfolgreichen Auslegung und zum Bau von Fusionskraftwerken, sind in den Wissenschaftsfeldern Plasmaphysik, Plasmatheorie, Werkstoffforschung, Fusionstechnologie und
Energieauskopplung weitere Grundlagen zu erarbeiten und laufende Projekte fortzuführen.
Zur technischen Realisierung der Kernfusion werden parallel das Tokamak- und das Stellaratorprinzip für den magnetischen Einschluss des Fusionsplasmas verfolgt. ITER wird eine Anlage im Sinne des Tokamakprinzips sein. Mit dem
Bau des weltweit größten und fortschrittlichsten Stellaratorexperiments, Wendelstein 7-X in Greifswald (D), kann
künftig insbesondere eine mögliche Kraftwerkstauglichkeit des Stellaratorprinzips im Plasmadauerbetrieb überprüft
werden.
Im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU sind für die Fusionsforschung bis 2011 insgesamt 1,947 Mrd.
Euro an Fördermitteln vorgesehen. Die nationalen Aktivitäten werden im gleichen Zeitraum parallel mit voraussichtlich rund 600 Mio. Euro gefördert.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die deutschen Fusionsforschungsinstitute, die sowohl in Europa wie weltweit eine führende Rolle übernommen haben, sind die Forschungszentren Jülich und Karlsruhe sowie das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik Garching und
Greifswald. Das bearbeitete Themenspektrum umfasst plasmaphysikalische Forschungsarbeiten (inklusive Theorieentwicklung) zur Tokamak- und Stellaratorphysik, technologische und ingenieurwissenschaftliche Arbeiten zu ITER
und einem zukünftigen Demonstrationskraftwerk (DEMO) sowie Untersuchungen zur Plasma-Wand-Wechselwirkung
und zur Entwicklung von Materialien für zukünftige Fusionsreaktoren. Die Inbetriebnahme des Fusionsexperiments
Wendelstein 7-X in Greifswald ist eine prioritäre Aufgabe der nationalen Fusionsforschung. Ein weiteres internationales Ziel mit ITER ist es, erstmalig mit einem brennenden Fusionsplasma im 500 MW-Bereich die Machbarkeit der
Energiegewinnung aus Fusionsprozessen zu demonstrieren.
Über die Arbeiten zu den großen Experimenten hinaus sind für ein DEMO insbesondere weitere Fortschritte auf den
Gebieten der Plasma-Modellierung, der Plasma-Wand-Wechselwirkung sowie FuE-Arbeiten zum Brennstoff- und zum
Tritiumkreislauf, zur Entwicklung von Divertoren, zur Magnettechnologie und in den Materialwissenschaften unabdingbar.
E
Die Hochtemperaturplasmaphysik hat in den letzten Jahrzehnten rasante Fortschritte gemacht. Im Experiment konnten die Energie liefernden Fusionsreaktionen bereits verwirklicht und die Vorgänge innerhalb des Plasmas zum Teil
schon durch umfangreiche Simulationsrechnungen nachvollzogen werden. Für die erforderlichen Schlüsseltechnologien zum Bau von ITER wurden mit deutscher Hilfe bereits teilweise Prototypen gebaut und erfolgreich getestet.
Informationen zu den nationalen und internationalen Vorhaben unter deutscher Beteiligung unter:
www.ipp.mpg.de
www.ipp.mpg.de/ippcms/de/for/projekte/w7x
www.fzk.de/fzk/idcplg?IdcService=FZK&node=0733&document=ID_001790
www.fz-juelich.de/ief/ief-4
www.iter.org

6

Forschung für eine nachhaltige entwicklung

Kurzbeschreibung des Förderbereiches
Forschung für eine nachhaltige Entwicklung bedeutet, global Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig regional Standorte zu sichern. Die Umsetzung des Nachhaltigkeitsprinzips und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

223

ergänzen sich. Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Konzepte und Technologien haben in Deutschland eine Tradition, die Arbeitsplätze sichert, Standards setzt und den Export stärkt.
Auf der Basis der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und der Ergebnisse der Weltkonferenz zur Nachhaltigkeit in
Johannisburg vom September 2002 verfolgt das BMBF in Bildung und Forschung folgende förderpolitische Ziele:
– Systemwissen soll erarbeitet, Nachhaltigkeitsziele und Nachhaltigkeitswirkungen sollen
objektiviert werden.
– Praxisgerechte Nachhaltigkeitslösungen sollen erarbeitet werden.
– Verwaltung und Zivilgesellschaft sollen befähigt werden, an der Definition und Umsetzung von
Nachhaltigkeitszielen mitzuwirken.
– Die Unternehmen sollen Prozesse und Strukturen mit gesichertem Wissen nachhaltig gestalten können.
– Die Bürger sollen sich bei Alltagsentscheidungen zu Konsum und Freizeitgestaltung an Nachhaltigkeitszielen
mit verlässlichen Informationen orientieren können.
Darüber hinaus laufen im Rahmen der Ressortforschung des BMU zu den Teilbereichen Umwelt- und Naturschutz
eine Reihe von Aktivitäten zu den Schwerpunkten Ökologische Industriepolitik, Ressourceneffizienz, Klimaschutz
und nationale Anpassungsstrategie an den Klimawandel, Umwelt und Gesundheit, nationale und internationale
Naturschutzpolitik sowie nachhaltige Mobilität und Lärmschutz.
Im Rahmen der Hightech-Strategie gehen Unternehmen und Wissenschaft strategische Partnerschaften im Bereich
der satellitengestützten Erdbeobachtung ein. Der im Juni 2007 gestartete Erdbeobachtungssatellit TerraSAR-X liefert
hochwertige Daten u. a. auch zur Klimaforschung.
T
– Klimaforschung und Lebensraum Erde
– Forschung für Nachhaltigkeit
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

226,0

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 533,1)

2006 (Ist)

219,2

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 521,6)

2007 (Soll)

243,8

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 541,8)

2008 (Soll)

270,3

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 585,5)

6.1

Klimaforschung und lebensraum erde

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Mit der Hightech-Strategie zum Klimaschutz hat das BMBF eine umfassende Klimaforschungsstrategie vorgelegt. Die
Hightech-Strategie zum Klimaschutz stellt einen konzeptionellen Rahmen dar, der es erlaubt, notwendige Investitionen in Klimaforschung und Innovationen für Klimaschutz und Anpassung zu lenken.
Im Mittelpunkt der Hightech-Strategie zum Klimaschutz stehen gemeinsame Forschungsprojekte von Wissenschaft
und Wirtschaft, um Lösungen für den Klimaschutz entwickeln. Sie definiert dazu eine breite Palette von Verfahren,
Strategien und Technologien zur Reduzierung der Emission klimarelevanter Gase. Maßnahmen unterschiedlicher
Fachreferate des BMBF und Ressorts der Bundesregierung werden gebündelt. Mittelfristig sollen damit auf vielen
Gebieten bestehende Effizienzpotenziale gehoben werden. Langfristig soll es möglich werden, dass Energie in nahezu
emissionsfreien Kraftwerken erzeugt wird, dass erneuerbare Energien einen erheblichen Anteil an der globalen Energieversorgung decken, Motoren ohne umweltschädliche Abgase auskommen und Häuser keine externen Energiequellen mehr benötigen. Auch das integrierte Management von Landschaften verspricht große Klimaschutzpotenziale.
In der Hightech-Strategie zum Klimaschutz werden diese technologieorientierten Ansätze mit dem Ausbau der Wis-

B

224

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

sensbasis zum Klimawandel verbunden. Sie identifiziert dazu übergeordnete Forschungsfelder, in denen im kommenden Jahrzehnt die wesentlichen Fortschritte für den notwendigen Klimaschutz erzielt werden können und müssen.
Dazu gehört ein fundiertes Systemverständnis, um das komplexe Klimageschehen und die Interaktionen zwischen
Atmosphäre, Festland und Ozeanen noch genauer beschreiben und vorhersagen zu können. Auch die möglichen
Folgen des Klimawandels gilt es besser zu verstehen und sowohl Anpassungs- als auch Steuerungsmöglichkeiten in
Politik und Wirtschaft, aber auch durch individuelles Handeln zu erforschen.
Universitäten, Forschungsinstitute und Unternehmen werden durch die Hightech-Strategie zum Klimaschutz dabei unterstützt, ihre Ressourcen zu bündeln, um Forschung an gemeinsamen Zielen auszurichten und international
wettbewerbsfähig zu gestalten. Außerdem sollen die Ergebnisse aus der Klimaforschung stärker als bisher in Entscheidungsprozesse von Politik und Wirtschaft einbezogen werden. Das BMBF übernimmt im Rahmen der Hightech-Strategie zum Klimaschutz auch die Initiative im internationalen forschungspolitischen Dialog. Dieser Dialog ist Teil eines
wechselseitigen Lernprozesses, in dessen Vordergrund ein gemeinsames Vorgehen gegen die Erderwärmung steht.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
KlIMzUG Die Hightech-Strategie zum Klimaschutz greift insbesondere bestehende Forschungsinitiativen für mehr
Ressourcen- und Energieeffizienz auf und entwickelt förderpolitische Leitlinien, die auf vielfältige Weise zur Verknüpfung bisher voneinander getrennter Förderschwerpunkte führen sollen. Die technologischen Förderschwerpunkte
werden aktuell im Rahmen der bestehenden Programme der jeweiligen Fachabteilungen entwickelt und finanziert.
Die Hightech-Strategie zum Klimaschutz benennt auch umfassenden Forschungsbedarf im Bereich der Anpassung
an die Folgen des Klimawandels. Im aktuell anlaufenden Förderschwerpunkt KLIMZUG stehen regionale Netzwerke
und strategische Partnerschaften im Mittelpunkt (siehe Kapitel 6.2). Weitere Brennpunkte der Anpassungsforschung
entstehen durch die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels in verschiedenen Weltregionen und auf unterschiedliche Wirtschaftssektoren. Auch eine Reihe ökonomischer und methodischer Fragen, z. B. für die Bewertung
von Anpassungskapazitäten und den Erfolg komplexer Anpassungsstrategien, werden aufgegriffen. Klimasimulationen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts sind ein zentrales Element der Klimaforschung. Im Rahmen der HightechStrategie zum Klimaschutz sollen entscheidende Fortschritte in der Verbesserung dieser Klimasimulationen erzielt
werden. Große Unsicherheiten bestehen dabei insbesondere bei der Modellierung von Wolkenprozessen, Niederschlag
und Strahlung. Neben den Klimasimulationen besteht auch ein großer Bedarf an Klimaprognosen. Im Rahmen der
Hightech-Strategie zum Klimaschutz wird ein Schwerpunkt auf die dekadische Vorhersage des Klimas gelegt.
Finanz-Forum: Klimawandel Es ist davon auszugehen, dass durch den Klimawandel nicht nur die Landschaft selbst,
sondern auch die Ansprüche an die Landnutzung verändert werden. Die Hightech-Strategie zum Klimaschutz betont
daher die Notwendigkeit, durch integrative Forschungsansätze zur Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen eine
wissenschaftliche Grundlage für konkret anstehende Entscheidungen in Wirtschaft und Politik zu schaffen. Führende Vertreter der Finanzdienstleistungen in Deutschland haben das »Finanz-Forum: Klimawandel« als zentrale neue
Forschungs- und Dialogplattform für die effektive Unterstützung der Klimapolitik der Bundesregierung gegründet.
Ziel der Kooperation zwischen BMBF und Akteuren des Finanzmarktes ist die Mobilisierung des Finanzmarktes zur Beschleunigung der Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien. Das Forum ist einer der Partner bei der Entwicklung
und Umsetzung einer wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinitiative des BMBF.
C

KomPass Zur Unterstützung des Prozesses der Anpassung an die unabwendbaren Folgen des Klimawandels wurde
2006 das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) im Umweltbundesamt (UBA) eingerichtet. KomPass wertet bestehende Forschungsergebnisse aus, fördert die Kooperation und Vernetzung der für die Anpassung
verantwortlichen Akteure und unterstützt das Bundesumweltministerium bei der Erarbeitung einer deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

225

Institute for advanced studies Die Gründung eines Institute for Advanced Studies zur integrierten Klimaforschung
wird vorbereitet, um internationale Spitzenwissenschaftlerinnen und Spitzenwissenschaftler zu gemeinsamer Forschung mit Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen nach Deutschland zu holen.
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
http://pt-uf.pt-dlr.de

6.2

Forschung für nachhaltigkeit

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum Kernelement eines modernen Handelns entwickelt. Nachhaltigkeit bedeutet hierbei, dass die Lebensbedingungen auf der Erde und die Gestaltungsfähigkeit des Menschen langfristig sichergestellt werden. Das Leitbild verpflichtet alle gesellschaftlichen
Akteure.
Die Ziele nachhaltigen Handelns lassen sich nicht immer konfliktfrei miteinander verbinden. Forschung für Nachhaltigkeit leistet einen elementaren Beitrag zur Lösung der Konfliktfelder.
Mit seinem Rahmenprogramm »Forschung für die Nachhaltigkeit« fördert das BMBF gezielt die Erforschung, Umsetzung und Vermittlung von Innovationen für eine nachhaltige Entwicklung. Der interdisziplinäre und anwendungsorientierte Ansatz des Rahmenprogramms spiegelt die innovative Weiterentwicklung von bisherigen Forschungskonzepten und Forschungsergebnissen wider. Ergänzend dazu werden im Rahmen der Ressortforschung des BMU
Entscheidungsgrundlagen und -hilfen für die Vorbereitung, Überprüfung, Weiterentwicklung und Umsetzung der
vielfältigen umweltrechtlichen Regelungen und umweltpolitischen Konzeptionen erarbeitet.

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Im Mittelpunkt des BMBF-Rahmenprogramms FONA stehen vier Aktionsfelder:
– Gesellschaftliches Handeln in Richtung Nachhaltigkeit
– Nachhaltige Nutzungskonzepte für Regionen
– Nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen
– Konzepte für Nachhaltigkeit in Industrie und Wirtschaft
E
Die Informations- und Kommunikationsplattform zur Forschung für Nachhaltigkeit bündelt umfangreiche Hintergrundinformationen zu den Handlungsfeldern und Forschungsaktivitäten. Sie bietet aktuelle Nachrichten, Serviceangebote, Möglichkeiten zum Networking sowie Kontakte zu Expertinnen und Experten – für Akteurinnen und Akteure, Interessierte und Medien. Die Plattform ist als Medium für die interdisziplinäre Vernetzung aller relevanten
wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen sowie gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure und Aktivitäten
im Bereich der Forschung für Nachhaltigkeit konzipiert.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.fona.de

B

226

6.2.1

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Gesellschaftliches Handeln in Richtung nachhaltigkeit

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Gesellschaftliches Handeln in Richtung Nachhaltigkeit wird in den zwei Schwerpunkten Sozial-ökologische Forschung
(SöF) und Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit (WiN) unterstützt.
Förderschwerpunkt: sozial-ökologische Forschung
Laufzeit: 2000 – 2010, Volumen: ca. 8 Mio. Euro/Jahr
Das übergreifende Ziel des Förderschwerpunkts besteht darin, mit Orientierungs- und Handlungswissen die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland zu unterstützen. Bearbeitet werden gesellschaftliche Problemlagen u. a. auf den Gebieten Ernährung und Konsum, Wasser- und Energieversorgung, aber auch Fragen
der technik- und verhaltensinduzierten Risikoforschung. Der Forschungszugang erfolgt aus einer Perspektive, die
natur- und sozialwissenschaftliche Aspekte in gleichberechtigter Weise integriert. Damit reagierte das BMBF auf die
seit Mitte der 1990er Jahre, u. a. vom Wissenschaftsrat, geäußerte Kritik an einer zu schwachen Integration der Sozialwissenschaften in die Umweltforschung. Um Praxistauglichkeit zu erreichen, werden die relevanten Stakeholder zu
einem möglichst frühen Zeitpunkt am Forschungsprozess beteiligt. Idealerweise partizipieren sie selbst aktiv an den
Projekten. Die Verankerung des für diesen transdisziplinären Forschungszugang nötigen Methodenwissens an den
Hochschulen ist ein weiteres Ziel des Förderschwerpunkts.
Förderschwerpunkt: wirtschaftswissenschaften für nachhaltigkeit
Laufzeit: Oktober 2006 bis März 2010, Volumen: 7,5 Mio. Euro
Ziel des Förderschwerpunkts ist es, wirtschaftswissenschaftliche Forschung aus dem gesamten Spektrum der Volkswirtschaftslehre zu initiieren, die praktikable Lösungen für Fragen der Nachhaltigkeitspolitik anstößt und zu einer
stärkeren Verankerung der Wirtschaftswissenschaften im deutschen und internationalen Nachhaltigkeitsdiskurs
führt. Als Forschungsergebnis erwartet werden umsetzbare Beiträge zur Konkretisierung und Weiterentwicklung
von Strategien für gesellschaftliches Handeln in Richtung Nachhaltigkeit. Mit Priorität wurden daher Vorhaben ausgewählt, die möglichst viele der folgenden Kriterien erfüllen: Problemorientierung, Anwendungsorientierung und
Zusammenarbeit mit relevanten Praxisakteurinnen und -akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verbänden oder zivilgesellschaftlichen Gruppen, Verbindung von theoretischen Erklärungsansätzen mit empirischen Analysen, internationale
Ausrichtung bzw. Erhöhung der Sichtbarkeit der deutschen Nachhaltigkeitsforschung im internationalen Kontext
sowie interdisziplinäre Kooperationen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Projektförderung in der sozial-ökologischen Forschung erfolgt im Rahmen von drei Maßnahmen:
– Förderung von Verbundvorhaben zu verschiedenen Themenschwerpunkten
– Förderung von inter- und transdisziplinär arbeitenden Nachwuchsforschergruppen
– Infrastrukturförderung von kleineren, nicht grundfinanzierten Forschungsinstituten mit
Erfahrung auf dem Gebiet der transdisziplinären sozial-ökologischen Forschung
Aktuelle Themenschwerpunkte sind:
– Strategien zum Umgang mit systemischen Risiken
– Vom Wissen zum Handeln. Neue Wege zum nachhaltigen Konsum
Themenschwerpunkte der Bekanntmachung »Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit« waren:
– Ökonomische Konzepte für eine gesellschafts- und umweltverträgliche Globalisierung
– Ökonomie nachhaltigen Konsums
– Integrierte Modelle und Instrumente der ökologischen Steuerung
Als Querschnittdimensionen wurde den Themen Nachhaltigkeitsinnovationen bzw. Nachhaltigkeitsbewertungen
besondere Förderwürdigkeit zuerkannt.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

227

E
Ergebnisse aus der ersten Förderphase SöF (2000 – 2006) wurden insbesondere in den Bereichen Umwelt, Ernährung,
Gesundheit und Infrastruktursysteme erbracht und in verschiedene gesellschaftliche Praxisfelder sowie in die wissenschaftliche Politikberatung eingespeist. Im Jahr 2007 beendeten neun Nachwuchsteams ihre jeweils fünfjährige
Forschungstätigkeit. Neben einer Vielzahl von Doktorarbeiten wurden auch mehrere Habilitationen mit sozial-ökologischen Themen durchgeführt und zwei Juniorprofessuren eingerichtet.
Der Förderschwerpunkt SöF wird von einem Strategiebeirat begleitet. Die »Koordinationsstelle Wissenschaft und Gesellschaft« unterstützt den Förderschwerpunkt mit Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und der internen Vernetzung. Die Programmevaluation in den Jahren 2004/2005 ergab wichtige Impulse für die Ausgestaltung der zweiten
Förderphase, die in der Broschüre »Sozial-ökologische Forschung. Rahmenkonzept 2007 – 2010« dargestellt ist. Die
Broschüre kann neben Informationen zu Forschungsaktivitäten und -ergebnissen über die Homepage des Förderschwerpunkts abgerufen werden: www.sozial-oekologische-forschung.org
Als projektübergreifende Begleitmaßnahme im Förderschwerpunkt WiN wird ein Querschnittsprojekt gefördert, das
die Vernetzung der Vorhaben des Förderschwerpunkts und deren Ergebnistransfer unterstützen und darüber hinaus
die Synergien im Förderschwerpunkt mit dem Ziel der Herausbildung und Stärkung einer international sichtbaren
deutschen Nachhaltigkeitsökonomik ausschöpfen soll. Dazu werden die Forschungen in den Projekten konzeptionell
verknüpft und zeitnah zu verallgemeinerbaren »Bausteinen einer Nachhaltigkeitsökonomik« verdichtet.
Für den Förderschwerpunkt WiN wurde ein Beirat berufen. Der Beirat bewertet die Zwischenergebnisse aus den aktuell laufenden Projekten, gibt Hinweise für die weitere Forschungsarbeit und unterstützt den Ergebnistransfer. Er
gibt Impulse für die Fördermaßnahme und das Begleitvorhaben (Syntheseforschung). Darüber hinaus berät der Beirat
das BMBF bei der Evaluierung der Projektergebnisse und der förderpolitischen Ziele. Weitere Informationen sind im
Internet unter www.wi-n.org verfügbar.

6.2.2

nachhaltige nutzungskonzepte für Regionen

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise muss die ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Prozesse in verschiedenen Regionen wie auch Natur- und Wirtschaftsräume stärker integrieren.
Ein wesentliches Ziel der BMBF-Forschungsförderung ist hierbei die Senkung der Flächeninanspruchnahme in Deutschland. Das in der Nachhaltigkeitsstrategie erklärte Ziel der Bundesregierung ist es, den Flächenverbrauch vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln. Dieses Ziel wird über verschiedene Ansatzpunkte der Forschungsförderung verfolgt.
Durch ein nachhaltiges Flächenmanagement wird die Neuflächeninanspruchnahme reduziert, der nachnutzungsorientierte Flächengebrauch wird unterstützt und die Wiedernutzbarmachung von Brachflächen (Flächenrecycling)
wird gefördert.
Fragestellungen des globalen Wandels wie die Entwicklung von urbanen Räumen oder Aspekte des Klimawandels
müssen ebenfalls auf regionaler und lokaler Ebene betrachtet werden. Regionale Verwaltungsorgane unterhalten
die Infrastruktur, überwachen Planungsabläufe, entscheiden über die Umweltpolitik und Umweltvorschriften und
wirken an der Umsetzung auf nationaler Ebene mit. Städte treiben den Klimawandel voran. Ihre Expansion kann den
Energieverbrauch der Menschheit weiterhin anfachen, bietet aber auch große Potenziale zur Einführung von Energieeffizienzinnovationen und damit zum Klimaschutz.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Megacities Mit Fragen der Gestaltung urbaner Räume setzt sich der 2005 gestartete Förderschwerpunkt »Forschung
für die nachhaltige Entwicklung der Megastädte von morgen« auseinander. In diesen schnell expandierenden Großstädten in Schwellen- und Entwicklungsländern können die Weichen in Richtung Nachhaltigkeit, Klima- und Energieeffizienz noch gestellt werden.
Gemeinsam mit Forschungseinrichtungen in ausgewählten Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas sowie in enger
Abstimmung mit den für die urbane Entwicklung vor Ort zuständigen Institutionen setzen 16 deutsche Teams ihre
Projekte in der Vorphase um. Bis März 2008 bearbeiten sie in bilateraler und transdisziplinärer Herangehensweise
Problemfelder, die Ausdruck der dringendsten Bedürfnisse der jeweiligen Städte sind, wie z. B. die Energieversorgung,

B

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Mobilität, Bereitstellung von Wohnraum oder Ernährung. Die Herangehensweise ist systemisch und integrativ. Teams,
die sich erfolgreich für die anschließende Hauptphase qualifizieren, werden dabei verstärkt die jüngsten Erkenntnisse
des globalen Klimawandels in ihre Forschungsaktivitäten integrieren.
Durch die Erforschung und Weiterentwicklung neuer Technologien und innovativer Dienstleistungen soll demonstriert werden, dass Klimaschutz, wirtschaftliches Wachstum und nachhaltige Entwicklung einander nicht ausschließen. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung dynamisch zum gegenseitigen Nutzen mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren zu erarbeiten und umzusetzen, stellt die besondere Herausforderung an die Teams dar.
KlIMzUG Globale Fragestellungen wie die nach dem Klimawandel können nur auf regionaler oder lokaler Ebene gelöst werden: Regionale Verwaltungsorgane unterhalten die Infrastruktur, überwachen Planungsabläufe, entscheiden
über die Umweltpolitik und Umweltvorschriften und wirken an der Umsetzung auf nationaler Ebene mit.
Die Fördermaßnahme KLIMZUG – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten will in diesem Kontext innovative
Strategien anstoßen, die im sensiblen Umgang mit dem Klimawandel und insbesondere auch seiner damit verbundenen Wetterextreme die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen erhöhen. Der Fokus liegt hierbei auf dem Anpassungsaspekt.
Ein neuer, zeitgerechter Umgang mit dem Klimawandel soll durch Netzwerke zwischen Unternehmen, Verwaltung
und gesellschaftlichen Bedarfsträgern sowie der Wissenschaft auf regionaler oder lokaler Ebene erreicht werden. Mit
diesen Netzwerken sollen nicht nur die Risiken des Klimawandels wirkungsvoll gemindert, sondern auch erkennbare
Chancen genutzt werden. Unter KLIMZUG werden deutsche Regionen bzw. regionale Initiativen gefördert, die Strategien und Maßnahmen zur Anpassung an Klimatrends und Extremwetter im Verbund mit regionalen Akteurinnen
und Akteuren umsetzen wollen. KLIMZUG soll Signalwirkung haben und fördert exemplarisch den Aufbau solcher
Netzwerke zur Anpassung an den Klimawandel, die langfristig tragfähig sind und wettbewerbsfähige Standorte schaffen. Die Fördermaßnahme soll auf diese Weise dazu beitragen, die zu erwartenden Änderungen im Klima und seinen
damit verbundenen extremen Wetterausprägungen in Planungs- und Entwicklungsprozesse und in Entscheidungen
von Politik und Wirtschaft zu integrieren.
Ab Mitte 2008 werden ca. fünf Beispielregionen in Deutschland mit bis zu 3 Mio. Euro pro Jahr für diese anspruchsvolle
Aufgabe gefördert. Das Fördervolumen beträgt insgesamt 75 Mio. Euro für fünf Jahre.
ReFIna Die Fördermaßnahme »Forschung für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und ein nachhaltiges
Flächenmanagement (REFINA)« des BMBF ist Teil der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Im
Mittelpunkt dieser Strategie steht ein effizienter Umgang mit Grund und Boden. Die Ziele hierfür sind die Reduktion
der derzeitigen täglichen Inanspruchnahme von Boden für neue Siedlungs- und Verkehrsflächen auf 30 Hektar pro
Tag sowie eine vorrangige Innenentwicklung (Verhältnis von Innen- zu Außenentwicklung = 3 : 1) bis zum Jahr 2020
mittels Flächenmanagement mit der Vision eines Flächenkreislaufs durch Flächenrecycling.
Basierend auf der Förderbekanntmachung vom Oktober 2005 sind 116 Vorhaben – die im Zeitraum 2006 bis 2010 durchgeführt werden – mit einem Fördervolumen von 22 Mio. Euro bewilligt worden.
Schwerpunktthemen der Ausschreibung sind Modellkonzepte für ein innovatives Flächenmanagement in ausgewählten Regionen mit unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen, darüber hinaus Analysen, Methoden und Bewertungsansätze für ein nachhaltiges Flächenmanagement und Flächenrecycling sowie die Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationsstrukturen, um das Problembewusstsein und das Wissen in der Öffentlichkeit zu
verbessern und die Kommunikation unter den Akteuren des Flächenmanagements zu erleichtern.
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.refina-info.de

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

6.2.3

229

nachhaltige nutzung von natürlichen Ressourcen

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Frage nach der Nutzung von Ressourcen hat die Umweltdiskussion seit den 70er Jahren geprägt. Die Endlichkeit
energetischer Rohstoffe wie Erdöl und Kohle standen damals im Fokus der Diskussionen. Das globale Bewusstsein hat
sich im Hinblick auf den notwendigen Schutz natürlicher Ressourcen seit der UNCED-Konferenz in Rio de Janeiro 1992
und dem Gipfel für nachhaltige Entwicklung 2002 in Johannesburg deutlich erhöht und auch anderen natürlichen
Ressourcen zugewandt. Im Rahmenprogramm des BMBF Forschung für die Nachhaltigkeit wird mit dem Aktionsfeld
»Konzepte für eine nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen« dem Ressourcenschutz besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei stehen die Ressourcen im Mittelpunkt der Förderung, die auch für Entwicklungs- und Schwellenländer von besonderer Bedeutung sind: Wasser und Biodiversität.
Mehrere Förderschwerpunkte greifen daher diesen thematischen Fokus mit zum Teil stark internationaler Ausrichtung
auf. Um die Umsetzung der Forschungsergebnisse zu verbessern, wird bei internationalen Projekten vermehrt eine
Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) angestrebt.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
S

N

– Dezentrale Wasserver- und entsorgungssysteme (2002 – 2010)
– Integriertes Wasser-Ressourcen-Management (2005 – 2012)
– Kreislaufwirtschaft für Pflanzennährstoffe, insbesondere Phosphor (2006 – 2010)

S
BIoloG – Biodiversität und Globaler wandel Zwischen der Erhaltung der Biodiversität im Ökosystem Erde und
der zurzeit praktizierten Nutzung der biologischen Ressourcen besteht ein Zielkonflikt. Seine Lösung im Sinne von
nachhaltigen Nutzungsstrategien bedarf noch erheblicher Forschungsanstrengungen. Das auf insgesamt neun Jahre
ausgelegte Programm BIOLOG (Biodiversity and Global Change) konzentriert sich auf die Entwicklung von Strategien
für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Ökosystemen. Die gegenwärtige dritte Förderphase (2007 – 2009)
hat zum Ziel, Ergebnisse unmittelbar im Rahmen des Schutzes der Biodiversität oder deren nachhaltiger Nutzung
zu verwenden. Eine gezielte Interaktion mit den unterschiedlichsten potenziellen Nutzern sowie eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnerländern sind Eckpfeiler des Programms. Einen besonderen
Stellenwert hat das Capacity Building, unter anderem durch Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und

B

230

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Nachwuchswissenschaftlern in den Partnerländern. Der Transfer der erzielten Projektdaten in die Praxis wird durch
einen nutzerorientierten Kongress in Afrika in 2008 unterstützt werden.
Deutsch-Brasilianische Kooperation in der Mata atlântica In einer zwischen den Regierungen von Brasilien und
Deutschland vereinbarten gemeinsamen Förderinitiative werden seit 2002 mehrere Forschungskooperationsprojekte
in den Küstenregenwäldern (Mata Atlântica) unterstützt. Während das BMBF die nationalen Gruppen fördert, finanziert
Brasilien über das CNPq (brasilianische Forschungsförderinstitution) die brasilianischen Forschergruppen. Die Mata
Atlântica erstreckt sich mit Unterbrechungen über 5.000 km an der Atlantikküste von Rio Grande do Sul im Süden nach
Ceará im Norden. Das Gebiet ist reich an biologischer Vielfalt, unterliegt jedoch einem sehr großen Nutzungsdruck. Ziel
ist es, unter Berücksichtigung der Interessen verschiedener Nutzergruppen, Konzepte zur nachhaltigen Nutzung, zum
Erhalt bzw. zur Regeneration bereits geschädigter Gebiete beizutragen. Derzeit befindet sich die Förderung in der zweiten dreijährigen Förderphase. Diese soll im verstärkten Maße dem Anwendungsbezug der Forschungsprojekte gerecht
werden.
Bioteam Weiterhin hat das BMBF vor sechs Jahren die Forschungsinitiative »Biosphärenforschung – Integrative und
Anwendungsorientierte Modellprojekte« (BioTeam) gestartet. Hier werden neben einer Analyse zum Verlust der biologischen Vielfalt auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet, die diesen Verlust hervorrufen. Mit BioTeam werden nationale und internationale Vorhaben gefördert. Dabei liefern die nationalen Projekte Beiträge für ein
regionales/lokales Biodiversitätsmanagement in Deutschland und erstellen Modelle für eine nachhaltige Entwicklung
unserer Kulturlandschaften. Derzeit konzentrieren sich die internationalen Forschungsarbeiten nach bereits abgeschlossenen Arbeiten in Chile nun auf Äthiopien und Ecuador. Hierbei werden neue, nachhaltigere Landnutzungskonzepte
zusammen mit internationalen Vermarktungsstrukturen erarbeitet, von denen besonders die lokalen Gemeinschaften
profitieren werden. Zugleich werden notwendige Forschungsstrukturen aufgebaut. An den Projekten sind Natur- und
Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Vertreterinnen und Vertreter staatlicher und regionaler Behörden,
die Privatwirtschaft, sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten verschiedener NRO und indigener Volksgruppen
beteiligt. Diese Form der Zusammenarbeit verlangt innovative konzeptionelle und methodische Wege, um am Ende der
Projektförderung anwendungsfähige Ergebnisse zu erzielen. Im Vordergrund stehen Maßnahmen zur Inwertsetzung
von Biodiversität, zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzung und zum gerechten Vorteilsausgleich.
Globales Biodiversitäts-Datenmanagement Mit der Zielsetzung, die umfangreichen Daten zur Biodiversität für den
Erhalt und die nachhaltige Nutzung zugänglich zu machen, wurde 2001 die Global Biodiversity Information Facility
(GBIF) als offizielle internationale Einrichtung der Forschungszusammenarbeit gegründet. Derzeit sind 44 Staaten und
35 internationale Organisationen am Aufbau von Datenbanken beteiligt, die in das internationale GBIF-System integriert
sind. Mehr als 140 Millionen Biodiversitätsdaten sind über das internationale GBIF-Portal abrufbar, die von über 200
verschiedenen Datenanbietern bereitgestellt werden.
In Deutschland wurde der Aufbau vernetzter Datenbankstrukturen durch die Einrichtung nationaler GBIF-Knoten gefördert, die aktuell mehr als 5,7 Millionen Datensätze zur biologischen Vielfalt über das GBIF-Portal verfügbar machen. Im
Zeitraum 2002 – 2007 wurde diese Maßnahme mit insgesamt 6,5 Mio. Euro im Rahmen einer Anschubfinanzierung durch
das BMBF gefördert. Aktuelle Biodiversitäts-Forschungsprojekte des Global Change-Bereiches speisen neue Sammlungsdaten für die weltweite Nutzung in dieses frei zugängliche System ein.
RIMaX Ziel der Förderaktivität Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse – RIMAX ist es, durch Integration
unterschiedlicher Fachdisziplinen und Akteure verbesserte Instrumente des Hochwasserrisikomanagements zu entwickeln. Vor dem Hintergrund der Hochwasserkatastrophe 2002 an der Elbe stehen extreme Hochwasserereignisse in
Flussgebieten im Fokus. Darunter werden Ereignisse mit einem Wiederkehrintervall größer als 100 Jahre und mit einem
hohen Schadenspotenzial verstanden. An den Forschungsvorhaben sind neben Hochschulen und Forschungseinrichtungen auch Ingenieurbüros, Bundes- und Landesbehörden sowie kommunale Einrichtungen beteiligt, um den Transfer
von Forschungsergebnissen in die Praxis zu gewährleisten. Damit leistet RIMAX einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung
des 5-Punkte-Programms der Bundesregierung zum verbesserten Hochwasserschutz.
Bestandteil der Fördermaßnahme ist eine Zusammenarbeit mit dem europäischen Netzwerk ERA-Net CRUE. Basierend
auf der Förderbekanntmachung vom März 2004 sind 103 Vorhaben – die im Zeitraum 2005 – 2009 durchgeführt werden
– mit einem Fördervolumen von 23,9 Mio. Euro bewilligt worden.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

231

E
Der besondere Fokus der international ausgerichteten Global Change-Forschungsprojekte liegt darauf, in partizipativer Weise die Forschungsinhalte zusammen mit den Partnerländern zu erarbeiten und am Ende der Förderung das
Ownership der Projekte mit allen erzielten anwendungsorientierten Produkten an die Partnerländer zu übergeben. In
diesem Kontext werden vom BMBF enge Kooperationen mit dem BMZ angestrebt. 2008 werden Teilaspekte dieser Forschung im Rahmen von Veranstaltungen ins Zentrum internationaler Dialogprozesse gestellt – im Mai 2008 während
der in Deutschland stattfindenden Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt und in der zweiten Jahreshälfte
2008 im Rahmen zweier nutzer- und politikorientierter Konferenzen in Burkina Faso (Thema GLOWA/ Wasser) und in
Südafrika (Thema BIOTA-Africa/Biodiversität und Landnutzung).
An dem in BIOTA-Africa entwickelten Monitoring- und Prognosemodell, dessen Aussage auf Datenerhebungen in
definierten Flächen, sogenannten Observatorien, beruht, besteht mittlerweile internationales Interesse. Die erfassten
Parameter erlauben Vorhersagen für die Entwicklung der Biodiversität auf regionaler Ebene und bilden damit eine
Basis für Landmanagemententscheidungen.
Viele Ver- und Entsorgungssysteme haben sich in Deutschland in der Praxis bewährt. Aufgabe ist es nun, sie in andere
Regionen zu übertragen und an die dortigen Verhältnisse anzupassen. Zentrale Infrastrukturen aus Industrieländern
können aber oftmals aus volkswirtschaftlichen Gründen nicht in Schwellen- und Entwicklungsländer übertragen
werden. Mit den Entwicklungen dezentraler Systeme können die Verringerung des Trinkwasserverbrauchs und die
Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser und der darin enthaltenen Wertstoffe und Energie ermöglicht werden. Neue Ansätze der Wasserwirtschaft bestehen in der ganzheitlichen Betrachtung der Wasserressourcen mit dem
Ergebnis höherer Effizienz im Umgang mit Wasser. Durch effektive Kreislaufwirtschaft wird es möglich, aus Abwässern
und Abfällen Wertstoffe zurück zu gewinnen.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.rimax-hochwasser.de
www.crue-eranet.net
http://data.gbif.org

6.2.4

Konzepte für nachhaltigkeit in Industrie und wirtschaft

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Im Rahmen des Förderschwerpunktes werden im Wesentlichen Projekte gefördert, deren Ergebnisse dazu beitragen,
die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie der deutschen Bundesregierung, soweit sie Industrie und Wirtschaft betreffen,
umzusetzen. In verschiedenen Fördermaßnahmen und Forschungsaktivitäten werden nachhaltige Produktionsprozesse und Dienstleistungen gefördert, die dazu beitragen, den Ausstoß von klimarelevanten Gasen zu minimieren,
die Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft zu erhöhen, umweltschädliche Emissionen zu vermeiden und
dabei gleichzeitig die Wirtschaftskraft deutscher Unternehmen, insbesondere von kleinen und mittelständischen
Unternehmen (KMU) zu stärken.
Um eine zeitnahe Umsetzung der Projektergebnisse in die Praxis zu unterstützen, kommt hier grundsätzlich das Förderinstrument der Verbundforschung – die Kooperation zwischen wissenschaftlichen Institutionen und Akteuren aus
der Wirtschaft – zum Einsatz. Es werden neue technologische und organisatorische Entwicklungen erarbeitet und
ihre prinzipielle Funktionsfähigkeit beispielhaft in Wirtschaftsunternehmen nachgewiesen. Um die Entwicklung von
branchenübergreifenden Innovationen zu fördern, werden Wirtschaftspartner aus verschiedenen Branchen in die
Forschungsprojekte einbezogen. Damit ist nicht nur eine schnelle Umsetzung der Forschungsprojekte in die Praxis
gewährleistet, sondern auch eine möglichst breite Umsetzung der Forschungsergebnisse.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
klimazwei Ziel der Fördermaßnahme »klimazwei – Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen«
ist die Erschließung und Nutzung von neuen Technologien, Verfahren und Strategien für wirksame Maßnahmen im
Umgang mit dem Klimawandel. Es werden beide Aspekte des Umgangs mit Klimawandel in einem Ansatz angespro-

B

232

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

chen: die unverzichtbare Minderung von Treibhausgasemissionen sowie auch geeignete Anpassungsmaßnahmen.
Adressat ist vor allem die deutsche Wirtschaft. In verschiedenen Wirtschaftsbereichen oder auch branchenübergreifend wird im Teilbereich Mitigation von klimazwei an ausgewählten Beispielen demonstriert, dass Innovation, beispielsweise von industriellen Produktionsprozessen, gleichzeitig sowohl zum Erreichen nationaler Klimaschutzziele
(Reduktion von Treibhausgasemissionen) als auch zum Erreichen betriebswirtschaftlicher Unternehmensziele (Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit durch Kostensenkung) beitragen kann.
klimazwei wird im Teilaspekt Adaptation um Aktivitäten ergänzt, die auf die Entwicklung, Umsetzung und Verbreitung von Techniken und Strategien für eine effektive und effiziente Anpassung an das gegenwärtige Klima mit seinen
Wetterextremen und seine absehbaren Veränderungen abzielen. Hier sollen Wege gefunden werden, negative Auswirkungen abzumildern, Vorsorgemaßnahmen mit ausreichender Flexibilität durchzuführen, und gegebenenfalls
auch potenzielle ökonomische Chancen zu ergreifen. Das Thema Anpassung an Klima und Wetter ist bereits heute von
hoher volkswirtschaftlicher Relevanz. Es wird deshalb in zunehmendem Maße von Akteuren der Wirtschaft wahrgenommen. Aber auch in Verwaltung, Planung und Politik steigt der Beratungs- und Handlungsbedarf zu Auswirkungen
von Klima und Wetter.
Unter klimazwei werden im Zeitraum 2006 – 2009 39 Forschungsthemen (etwa hälftig Mitigation/Adaptation) und drei
Begleitvorhaben mit einer jeweiligen Laufzeit von bis zu drei Jahren und einem Gesamtfinanzvolumen der Fördermaßnahme von ca. 35 Mio. Euro gefördert.
KMU innovativ Das BMBF verfolgt das Ziel, das Innovationspotenztial kleiner und mittlerer Unternehmen im BereichSpitzenforschung zu stärken sowie die Forschungsförderung auch im Rahmen von FONA insbesondere für KMU, die
einen Erstantrag stellen, attraktiver zu gestalten. Dazu hat das BMBF im Rahmen der Initiative »KMU innovativ Ressourcen- und Energieeffizienz« das Antrags- und Bewilligungsverfahren vereinfacht und beschleunigt, die Beratungsleistungen für KMU ausgebaut und die zugehörige Fördermaßnahme im Fokusfeld Ressourcen- und Energieeffizienz
weitgehend themenoffen gestaltet. Zugehörige Themenfelder im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz sind:
– Steigerung der Energieeffizienz in bedeutenden Wirtschaftsbereichen
(Technologien, Verfahren und Dienstleistungen)
– Emissionsminderung bei Industrieprozessen (Technologien mit hoher Anwendungsbreite)
– Emissionsmindernde Bewirtschaftungsverfahren in ländlichen Räumen
– Innovative Dienstleistungen zum Klimaschutz oder zum Schutz vor Klimawirkungen
Innovationen als schlüssel für nachhaltigkeit in der wirtschaft Das Ziel der Fördermaßnahme ist die Erschließung
und zeitnahe Anwendung neuer Technologien, Verfahren und Strategien, durch die die Umwelt entlastet und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt wird. In 100 Verbundprojekten zwischen Wirtschaft und
Wissenschaft werden Innovationen für nachhaltiges Wirtschaften entwickelt. Dafür werden in den Jahren 2005 – 2010
etwa 100 Millionen Euro bereitgestellt. In dieser Fördermaßnahme werden anwendungsorientierte Verbundprojekte
zwischen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Partnern u. a. im Bereich der Verfahrenstechnik, der Oberflächenbeschichtung, des Leichtbaus sowie der Mess-, Regel- und Steuerungstechnik durchgeführt. Die Projektergebnisse,
kommen in mehreren Wirtschaftsbranchen zur Anwendung.
Bionik Ausgehend von Prinzipien geeigneter biologischer Systeme lassen sich durch die Bionik besonders energie- und
ressourcensparende Lösungen in Technik, Wirtschaft und Gesellschaft erzielen. Die Bionik ist stark interdisziplinär und
branchenübergreifend ausgerichtet. Sie nimmt dadurch eine Schlüsselstellung für die Entwicklung und Vernetzung
von Hochtechnologien ein und treibt die Verknüpfung von wissenschaftlicher Forschung mit industrieller Entwicklung voran.
Die Bekanntmachung BIONA – Bionische Innovationen für nachhaltige Produkte und Technologien wurde im Oktober 2006 als erste ausdrücklich in der Hightech-Strategie angekündigte Ausschreibung veröffentlicht. In Verbundprojekten zwischen Partnern aus Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen werden hier bionische
Ideen in funktionstüchtige Demonstrationsmodelle und Prototypen umgesetzt. Darüber hinaus werden Gruppen von
Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern sowie querschnittorientierte Projekte gefördert.
Sie zielen insbesondere auf den Transfer der FuE-Ergebnisse in Wirtschaft und Bildung.

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233

N

– handlungsorientierten Nachhaltigkeitskonzepten,
– wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Nutzung u. a. in der Politik und/oder Praxis,
– innovativen Technologien und Produkten sowie systemischen Innovationen (z. B. Schnittstellenoptimierung in der
Wertschöpfungskette), sowie
– von innovativen Konzepten und Maßnahmen der Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Basierend auf der Förderbekanntmachung vom April 2004 sind 114 Vorhaben – die im Zeitraum 2005 bis 2010 durchgeführt werden – mit einem Fördervolumen von 30,7 Mio. Euro bewilligt worden. Bestandteil der Fördermaßnahme
ist eine Zusammenarbeit mit dem europäischen Netzwerk ERA-Net WOOD WISDOM sowie mit der europäischen
Technologieplattform Forest-Based Sector.
Ressourceneffizienz Die Fördermaßnahme »Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Rohstoffintensive
Produktionsprozesse« zielt auf Erschließung des Leitmarktes für innovative Effizienztechnologien. Sie dient dazu, das
in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie verankerte Ziel zu erreichen, die Rohstoffproduktivität bis zum Jahr 2020
gegenüber 1994 zu verdoppeln.
Die Fördermaßnahme zielt auf rohstoffnahe Industriebereiche mit hohem Primärmaterialeinsatz, wie etwa die
Verarbeitung von mineralischen Rohstoffen (u. a. Metalle) oder die Herstellung von chemischen Grundstoffen. Ziel
ist es, neue Erkenntnisse und Technologien bereitzustellen, die wirksam in die Praxis überführt werden können. Als
zukunftsweisend werden Lösungen betrachtet, die den Rohstoffeinsatz nicht nur auf Betriebsebene, sondern entlang
einer gesamten Prozesskette optimieren. In branchenübergreifenden Ansätzen wird ein besonders hohes Wirkungspotenzial gesehen. Die Förderrichtlinie wurde im Dezember 2007 veröffentlicht. Bestandteil der Fördermaßnahme ist
eine Zusammenarbeit mit dem europäischen Netzwerk ERA-Net SURPRISE.
Darüber hinaus unterstützt das Forschungsvorhaben des BMU »Materialeffizienz und Ressourcenschonung«
(2007 – 2010) den umweltpolitischen Schwerpunkt durch Untersuchung von Stoffströmen, Branchen, Bedürnisfeldern
sowie durch Entwicklung von Strategien und Instrumenten. Dabei geht es um Identifizierung von Potenzialen der
Ressourceneffizienzsteigerung, um die Entwicklung einer zielgruppenspezifischen Ressourceneffizienzpolitik und
eine Wirkungsanalyse sowie die konkrete Umsetzung.
Integrierter Umweltschutz in verschiedenen wirtschaftsbranchen Im Rahmen des im Jahr 2004 ausgelaufenen
Umweltforschungsprogramms des BMBF wurden in den letzten Jahren verschiedene Fördermaßnahmen in ausgewählten Wirtschaftsbereichen (z. B. in der Chemie- und Kunststoffindustrie, in der Textil- und Lederindustrie, in der
Metall- und Gießereiindustrie) im Rahmen der branchenorientierten Forschung für den integrierten Umweltschutz
durchgeführt. Die geförderten Projekte wurden größtenteils im Jahr 2005 abgeschlossen. In den geförderten Branchen
konnten vielfach Qualitäts- und Umweltvorteile für Produkte und Verfahren »made in Germany« erreicht werden.
E
Die Internetseite www.klimazwei.de enthält sowohl Informationen zu klimazwei als auch zu den geförderten
Projekten. Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.nachhaltige-innovationen.de
www.biokon.net
www.nachhaltige-waldwirtschaft.de
www.woodwisdom.net
www.forestplatform.de
www.susprise.net
www.cleaner-production.de

B

234

6.2.5

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

europäische und internationale zusammenarbeit

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Der europäischen und internationalen Zusammenarbeit kommt auch im Rahmen von Forschung für Nachhaltigkeit
(FONA) eine besondere Rolle zu. Zum einen lassen sich viele Forschungsthemen im Bereich des globalen Wandels nur
in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anderer Länder untersuchen, zum anderen gibt
es eine Reihe von internationalen Forschungsprogrammen, die zentral koordiniert werden (z. B. GBIF, IHDP, IPPC, 
IGBP, DIVERSITAS etc.) und bei denen das BMBF einen Beitrag leistet.
Darüber hinaus ist das BMBF im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit an einigen ERA-Nets (Zusammenschlüsse
von nationalen Forschungsförderinstitutionen im Rahmen der europäischen Forschungsförderung) wie z. B. CIRCLE 
und BIODIVERSA beteiligt.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
BIODIVERSA ist ein sogenanntes ERA-Net im Rahmen des 6. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission – ein Zusammenschluss von 19 Forschungsförderinstitutionen aus 15 EU-Mitgliedstaaten. Es zielt auf die Zusammenarbeit zwischen nationalen Förderstellen und die Koordinierung europäischer Forschungsprogramme im
Themenfeld Biologische Vielfalt ab. Es werden gemeinsame Ausschreibungen (Joint Calls) initiiert und gemeinsame
Projekte gefördert. So sollen Forschungsgelder für die Biodiversitätsforschung gebündelt und möglichst effizient eingesetzt werden. Die erste gemeinsame Ausschreibung zum Thema Ökosystemfunktionen und Dienstleistungen sowie
Biodiversitätsdynamik hatte ein Volumen von 18 Mio. Euro, die zweite Ausschreibung ist in Vorbereitung.
CIRCLE ist ein weiteres ERA-Net im Bereich der Adaptation an den Klimawandel, an dem sich 19 Mitgliedstaaten beteiligen. Bisher wurden gemeinsame Ausschreibungen mit den regionalen Schwerpunkten Mittelmeer und Skandinavien
durchgeführt, weitere thematische Ausschreibungen sind geplant. Die Sekretariate der folgenden wissenschaftlichen
Forschungsprogramme werden durch das BMBF ebenfalls unterstützt:
– IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change
Ziel: Beurteilung der Risiken globaler Erwärmung und Zusammentragen von Vermeidungsstrategien
– GWSP IPO International Project Office des Global Water System Project
Ziel: Koordinierung/Stärkung der weltweiten Forschungsaktivitäten/Stärkung eines nachhaltigen
Wasserressourcenmanagements
– DIVERSITAS International Programme on Biodiversity
Ziel: Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Mensch und Biodiversität
– IGBP International Geosphere-Biosphere Programme
Ziel: Beschreibung/Systemverständnis der interaktiven physikalischen, chemischen und biologischen
Prozesse, die das System Erde regulieren (natürlicher/anthropogener Wandel)
– START Global Change System for Analysis, Research, and Training
Ziel: Aufbau und Unterhaltung regionaler Netzwerke für wissenschaftliche Zusammenarbeit in
Entwicklungsländern sowie umfangreiche Aktivitäten im Bereich Capacity Building
– GBIF Global Biodiversity Information Facility
Ziel: weltweite Vernetzung und freie Bereitstellung vorhandener Daten zur Biodiversität über das Internet
– IHDP International Human Dimensions Programme on Global Environmental Change
Ziel: Stärkung, Katalyse und Koordinierung wissenschaftlicher Forschung, Kapazitätenbildung
und Vernetzung
E
Der Großteil der Gesamtmittel für BIODIVERSA (2,5 Mio. Euro) wird erst 2009 – 2011 abgerufen.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.eurobiodiversa.org
www.circle-era.net

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7

235

Forschung und entwicklung im Dienste der Gesundheit

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit unter den Lebensbedingungen einer hoch industrialisierten
Gesellschaft sind wesentliche Anliegen der Bundesregierung. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist eine
leistungsfähige und qualitativ hochwertige Gesundheitsforschung. Die Nutzung neuer FuE-Ergebnisse in der Gesundheitsversorgung trägt dazu bei, Gesundheit durch bessere Vorsorge zu erhalten, Leiden zu lindern und Krankheiten
zu heilen. Das BMBF strebt daher im Rahmen des gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) getragenen Gesundheitsforschungsprogramms eine Erweiterung des Wissens über die Entstehung, den Verlauf und die
Vermeidung von Krankheiten an und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur effizienten Nutzung dieser Erkenntnisse.
Aufgrund der Änderungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie z. B. des demografischen Wandels muss
Forschung auch darauf ausgerichtet sein, den medizinischen Fortschritt bezahlbar zu gestalten und zu einer bestmöglichen Nutzung der vorhandenen Ressourcen beizutragen.
Die Ressortforschung des BMG ist grundsätzlich anwendungsorientiert und dient dem ressortbezogenen Erkenntnisgewinn, der konzeptionellen Vorbereitung von politischen und administrativen Entscheidungen sowie der evaluierenden Begleitung von Maßnahmen zur sachgemäßen Erfüllung von Fachaufgaben. Ressortforschung bedarf der
konkreten Darlegung, welche Erkenntnisse für welches Handeln erforderlich sind.
Im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung wird der Ausbau des Innovationsfeldes Gesundheit vorangetrieben. Ziel ist es hier, die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft zu intensivieren und die Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation zu verbessern. Unternehmen und Wissenschaft bilden strategische Partnerschaften, z. B. im Bereich der Molekularen Bildgebung. Diese erlaubt Forschung an der lebenden Zelle und eröffnet
neue Perspektiven in Diagnostik, Behandlung, Therapie und Arzneimittelentwicklung.
T
Entsprechend dem jeweiligem Förderansatz verfolgen das BMBF und das BMG unterschiedliche, aber komplementäre
Ziele.
Die Schwerpunkte der BMBF-Förderung liegen auf folgenden Gebieten (siehe Kapitel 7.1 bis 7.4):
– Effektive Bekämpfung von Krankheiten
– Forschung zum Gesundheitswesen
– Gesundheitsforschung in Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft
– Stärkung der Forschungslandschaft durch Strukturoptimierung und Innovation
Die Schwerpunkte der BMG-Förderung liegen auf den folgenden Gebieten (siehe Kapitel 7.5 bis 7.10):
– Arzneimittelsicherheit sowie Blut und Blutprodukte
– Verbesserung der Qualität und Versorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung und in der sozialen
Pflegeversicherung
– Telematik im Gesundheitswesen
– Suchterkrankungen
– Bekämpfung und Vorbeugung von übertragbaren Krankheiten
– Krankheitsbekämpfung, Gesundheitsvorsorge, Prävention und Gesundheitsförderung, Biomedizin
– Begleitforschung zur Umsetzung von Reformen/Gesetzen
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

132,1

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 537,2)

2006 (Ist)

146,0

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 537,0)

2007 (Soll)

178,0

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 584,7)

2008 (Soll)

239,2

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 619,8)

B

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E
Mit einem Netzhaut-Chip können Blinde wieder erste Seheindrücke wahrnehmen. Das ist das Ergebnis einer vom
BMBF geförderten Entwicklung der Universitäts-Augenklinik Tübingen, der Retina Implant GmbH und weiterer Projektpartner. Ein winziger mikroelektronischer Chip, der seit Herbst 2005 erstmals sieben blinden Patienten direkt
unter die Netzhaut eingepflanzt wurde, ersetzt dort die abgestorbenen Sehzellen. Er soll den Patienten einen Teil ihres
Sehvermögens vermitteln. Die im März 2007 vorgestellten Studienergebnisse liefern erstmals Aussagen zur Funktion
aktiver mikroelektronischer Implantate im menschlichen Auge. Weitere Informationen über die BMBF-Förderung der
Gesundheitsforschung unter: www.gesundheitsforschung-bmbf.de
In der Ressortforschung des BMG werden insbesondere folgende Instrumente eingesetzt:
– Wissenschaftliche Studien, Symposien/Tagungen, Modellvorhaben und Projektförderung
– Forschung im Geschäftsbereich des Ministeriums und im Bereich institutioneller Förderung
außerhochschulischer Forschungseinrichtungen (z. B. Paul-Ehrlich-Institut, Robert Koch-Institut
oder Forschungszentrum Borstel, siehe hierzu auch Kapitel 8.5 und 8.6.1, Teil A). Der nachgeordnete
Bereich ist grundsätzlich in den FuE-Ausgaben nicht berücksichtigt.
Die Erkenntnisse aus der Ressortforschung dienen nicht nur der Weiterentwicklung gesetzlicher Vorgaben – viele
Ergebnisse fließen unmittelbar in die Praxis ein. Beispielsweise sind bereits über 600 Krankenhäuser in Deutschland
nach dem freiwilligem Verfahren KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen) zur Etablierung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements zertifiziert, das im Rahmen der Ressortforschung des BMG
entwickelt wurde.
Weitere Informationen über die Ressortforschung des BMG unter: www.bmg.bund.de.

7.1

effektive Bekämpfung von Krankheiten

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Noch immer gibt es über Ursachen und Entstehungsprozesse vieler Erkrankungen erhebliche Wissenslücken. Der
Forschungsbedarf ist daher unverändert groß. Gleichzeitig ermöglichen moderne Technologien in den molekularen
Lebenswissenschaften, wie die Humangenomforschung, die Zell- und Entwicklungsbiologie, zahlreiche neue Einblicke
und Erkenntnisse. Dies eröffnet der medizinischen Versorgung ganz neue Ansatzpunkte für eine bessere Vorbeugung,
eine frühere und spezifischere Diagnose sowie eine wirksamere Behandlung von Krankheiten auf der Basis der zugrunde liegenden biologischen Mechanismen. Fördergebiete innerhalb dieses Schwerpunkts konzentrieren sich auf
solche Krankheiten und Krankheitsfelder, die eine große Belastung für die Gesellschaft darstellen und daher erhebliche
gesundheitspolitische Bedeutung haben.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Infektionskrankheiten Zurzeit befinden sich vier infektiologische Kompetenznetze zu den Krankheitsbildern Hepatitis, HIV/AIDS, ambulant erworbene Pneumonien und Sepsis in der Förderung. Neu auftretende oder veränderte
Krankheitserreger sowie neue Übertragungs- und Verbreitungswege stellen eine ständige Herausforderung für die
Infektionsforschung dar. Die Bundesministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Bildung
und Forschung sowie Gesundheit haben eine Forschungsvereinbarung abgeschlossen, die aus zwei Schwerpunkten
besteht: Dem Forschungssofortprogramm Influenza, das sich gezielt mit praxisrelevanten Fragen der Influenza bei
Mensch und Tier beschäftigt, und dem Forschungsförderprogramm Zoonosen des BMBF, das sich auch mit anderen
vom Tier auf den Menschen übertragbaren Erkrankungen befasst. Mit der Förderung von neun Forschungsverbünden zu wichtigen zoonotischen Infektionskrankheiten werden die in Deutschland vorhandenen Kompetenzen aus
Human- und Veterinärmedizin thematisch gebündelt, um die Prävention, Diagnose und Therapie von zoonotischen
Infektionskrankheiten langfristig zu verbessern. Auch die strukturelle Verankerung der klinischen Infektiologie an
den Hochschulklinika wird durch die Förderung von weiteren vier klinischen Forschergruppen deutlich gestärkt. In

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überregionalen Forschungsnetzen zur Empfänglichkeit und Resistenz gegenüber Infektionen werden die Mechanismen ergründet, wie die natürliche Resistenz aus angeborenem Immunsystem, organspezifischer Abwehr und standortspezifischer Mikroflora zur Therapie gegen Infektionskrankheiten ausgenutzt werden kann.
N

Neben den klinischen Neurowissenschaften fördert das BMBF auch die Erforschung der Grundlagen der Hirnfunktion.
Hier liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem interdisziplinären Ansatz der Computational Neuroscience, der im
Rahmen der Förderinitiative Nationales Netzwerk Computational Neuroscience umfassend unterstützt wird. Durch
Zusammenwirken von Datenerhebung und Modellbildung soll die Forschung zu den Grundlagen von Hirnfunktionen
beschleunigt werden. Die Ergebnisse liefern Beiträge zu neuen Diagnose- und Therapieentwicklungen in der Medizin, zu technischen Entwicklungen (Informationstechnologien, Robotik, Rechnersysteme) und können auch für den
Bereich Bildung von Bedeutung sein. Neben der Erhebung von Forschungsergebnissen bildet deren Überführung in
die Anwendung zunehmend den Schwerpunkt der Maßnahmen.
Die Forschung zu Erkrankungen des Nervensystems ist institutionell u. a. in verschiedenen Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft verankert.
Herz-Kreislauf-Forschung Im Mittelpunkt steht hier die Präventions- und Risikofaktorenforschung, die ihren Anschub
durch Projektförderung erhalten hat, inzwischen aber in die Hochschullandschaft und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen integriert wurde, vor allem den Helmholtz-Zentren Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
und GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit. In der Projektförderung laufen derzeit drei Kompetenznetzwerke zu wichtigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie ein krankheitsbezogenes Genomnetz. Zudem wird dieser Krankheitsbereich durch eine große Zahl von Einzelprojekten in Strukturschwerpunkten ergänzt, wie z. B. in der
Fördermaßnahme Klinische Studien.
Krebsforschung Den größten Beitrag zur Krebsforschung leistet die Hochschulmedizin, im klinischen Bereich unterstützt von Tumorzentren. In der außeruniversitären Forschung sind vor allem das Deutsche Krebsforschungszentrum und das Max-Delbrück-Centrum von zentraler Bedeutung. In der Projektförderung befassen sich drei Kompetenznetzwerke hauptsächlich mit Tumoren des blutbildenden Systems, während die drei krankheitsbezogenen
Genomforschungsnetze auch solide Tumoren wie Hirntumore, Neuroblastome und Dickdarmkrebs untersuchen. Im
Förderschwerpunkt Angewandte Brustkrebsforschung arbeiten vier regional strukturierte Brustkrebszentren an epidemiologischen und klinischen Studien zur Verbesserung der Lebensqualität betroffener Frauen. Verwandte Themen
wie die Identifizierung von Krebsrisikofaktoren, aber auch die Klärung des medizinischen und psychologischen Behandlungsbedarfs werden im Rahmen des Fördergebietes Hormonersatztherapie untersucht.
Regenerative Medizin In der Projektförderung wird auch die Entwicklung neuartiger regenerativer Therapieansätze
unterstützt, die sich aufgrund der vielfältigen Differenzierungspotenziale von adulten und embryonalen Stammzellen
ergeben. Im Förderschwerpunkt zellbasierte, regenerative Medizin entwickeln interdisziplinäre Forschungsverbünde
auf der Basis von Stamm- und Vorläuferzellen regenerative Therapieansätze für bislang unzureichend therapierbare
Krankheiten. 2007 wurde ein zusätzlicher Förderbereich aufgelegt, in dem neue ethisch vertretbare und rechtlich
zulässige Verfahren zur Gewinnung und Etablierung von menschlichen Stammzellen mit hohem Differenzierungspotenzial entwickelt werden sollen.

B

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Genomforschung in medizinischen orientierten Bereichen Ziel ist es, aus den Ergebnissen der Humangenomforschung Produktkandidaten/Produkte oder innovative Verfahren für medizinische bzw. industrielle Nutzung zu
entwickeln. Sie sollen erreicht werden durch die Bildung von Innovationsallianzen aus forschenden Unternehmen,
Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Außerdem sollen durch eine Verbesserung des
grundlegenden Verständnisses von Volkskrankheiten Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Diagnostika und
Medikamente gewonnen werden. Dieses Ziel soll erreicht werden durch inter- und transdisziplinäre Verbundprojekte, bei denen Expertise in den Gebieten funktionelle Genomforschung, Molekularbiologie und klinische Medizin
mit systematischen und systembiologischen Ansätzen vernetzt wird. Schließlich soll die Untersuchung der Genome
krankheitsauslösender Bakterien mit dem Ziel verfolgt werden, neue Ansatzpunkte für Vorbeugung und Therapie von
Infektionskrankheiten zu finden und daraus Diagnostika und Medikamente zu entwickeln.
S

E
Das vom BMBF geförderte Kompetenznetz Depression und Suizidalität hat die Versorgungslage von Depressionskranken nachhaltig verbessert: bei der Diagnose, bei den Therapien und bei der Bearbeitung von Forschungsdefiziten.
Herausragend ist die Kooperation mit niedergelassenen Fachärzten und Hausärzten. So wurden suizidale Handlungen
in der Modellregion Nürnberg während der Aktivitäten um über 20 % gesenkt. Das Interventionsprogramm Nürnberger Bündnis gegen Depression wird inzwischen national und international erfolgreich umgesetzt. Bundesweit haben
sich rund 35 Regionen dem Deutschen Bündnis gegen Depression angeschlossen. Seit April 2004 wird das Projekt in 16
kooperierenden Ländern als European Alliance Against Depression (EAAD) implementiert.
Weitere Informationen unter:
www.kompetenznetz-depression.de
www.ngfn.de

7.2

Forschung zum Gesundheitswesen

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Fortschritte in der Forschung kommen nur dann beim Patienten an, wenn auch der Transfer und die Implementierung
neuer Produkte und Verfahren in das Gesundheitssystem gelingen. Nicht nur die reine Größe des Gesundheitssystems,
sondern auch seine erhebliche staatliche Regulierung erfordert eine spezifische Forschung zum Gesundheitswesen.
In besonderem Maße machen die Zunahme chronischer Krankheiten sowie die demografische Entwicklung die Suche
nach neuen Lösungsstrategien zur Gestaltung, Organisation und Finanzierbarkeit im Gesundheitswesen notwendig.
Die Ausweitung der Leistungserbringung sowie stagnierende Einnahmen der Krankenkassen bewirken Finanzknappheit im Gesundheitssystem und machen Effizienzsteigerungen und gezielte Allokationsentscheidungen erforderlich.
Immer dringender wird daher der Bedarf an fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Steuerung und effiziente Gestaltung des Gesundheitswesens auf mikro- und makroökonomischer Ebene. Diese Forschung umfasst alle
Fragestellungen, die über die individualmedizinische Betrachtung von Gesundheit und Krankheit hinausgehen und
sich auf Maßnahmen zur Krankheitsvorbeugung und Gesunderhaltung der gesamten Bevölkerung beziehen. Zentrale
Themen werden in den folgenden Bereichen gefördert.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
angewandte Pflegeforschung Im Mittelpunkt dieses Förderbereiches stehen Untersuchungen zur Effizienz und Effektivität pflegerischen Handelns. Damit trägt das BMBF der großen Bedeutung der Pflege für Gesundheitswesen und

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

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Volkswirtschaft Rechnung. Durch die Entwicklung einer qualifizierten anwendungsorientierten Pflegeforschung kann
eine fundierte evidenzbasierte Wissensgrundlage für angemessenes pflegerisches Handeln geschaffen werden.
Präventionsforschung Bis heute liegen nur wenige Ergebnisse über die Wirksamkeit von Präventionsprogrammen
vor. Ob durch die Durchführung von Präventionsmaßnahmen das Auftreten von Krankheiten wirklich verhindert oder
zumindest hinausgezögert werden kann, ist für viele Maßnahmen bis heute nicht schlüssig beantwortet. Das BMBF
fördert deshalb Forschungsprojekte zur Beurteilung der Effektivität und Effizienz von Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen. Die mittlerweile vier Bekanntmachungsrunden zielen auf den Bereich der Primärprävention,
also auf die Erhaltung und Förderung der Gesundheit mit dem Ziel, die Entstehung von Krankheiten zu verhindern.

7.3

Gesundheitsforschung in zusammenarbeit von wirtschaft und wissenschaft

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Deutschlands wirtschaftliche Zukunft hängt stark von Erfolgen bei den Hochtechnologien ab, unter denen gerade
die lebenswissenschaftlich begründeten Anwendungsfelder wie Gesundheitsforschung, Pharmaentwicklung und
Medizintechnik eine besondere Dynamik entwickeln. Aufgrund der steigenden Komplexität und der verstärkten Notwendigkeit zu interdisziplinärer Zusammenarbeit werden erfolgreiche FuE-Projekte zukünftig immer mehr in hochgradig vernetzten Innovationssystemen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft durchführbar sein. Das Gesundheitsforschungsprogramm hat bereits seit längerem auf diese wachsenden Herausforderungen reagiert und unterstützt
Kooperationen von staatlich finanzierter Wissenschaft und privat getragener Wirtschaft in der Pharmaentwicklung
und Medizintechnik – in der Pharmaentwicklung vor allem, um die Grundlagen für die Entwicklung neuer Medikamente zu schaffen und die mit sehr hohen Risiken behaftete Realisierung vollständig neuer Therapieprinzipien zu
unterstützen; in der Medizintechnik als gemeinsame Aufgabe mit den technologieorientierten Förderprogrammen
des BMBF, um die einschlägigen Forschungskompetenzen in wichtigen Zukunftsfeldern zu stärken und zu bündeln
sowie Markt- und Anwendungsperspektiven frühzeitig bei neuen Entwicklungen einzubeziehen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Molekulare Diagnostik Innovative Diagnostik auf molekularer Basis ist die Voraussetzung für eine frühzeitige und
verbesserte Therapie der Patienteninnen und Patienten und könnte in Zukunft auch eine individualisierte Vorsorge
ermöglichen. Mit dieser Fördermaßnahme, bei der eine aktive Beteiligung der Industrie verpflichtend ist, werden
besonders innovative und originelle Forschungs- und Entwicklungsansätze zur molekularen Diagnostik von Krankheitsbereichen unterstützt, in denen eine Verbesserung der Diagnostik, Prognostik und Therapiekontrolle dringend
erforderlich ist. Die Förderung soll dazu beitragen, den Weg zu einem medizinisch nutzbaren und wirtschaftlich umsetzbaren Produkt oder Verfahren zu beschleunigen.
Innovation in der Medikamentenentwicklung Trotz deutlich höherer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in der Pharmaindustrie ist die Zahl innovativer Arzneimittel in den vergangenen Jahren weltweit gesunken.
Die Ausfallraten im Entwicklungsprozess neuer Wirkstoffkandidaten haben zugenommen. Durch die Förderung von
Kooperationsvorhaben zwischen Wissenschaft und Wirtschaft soll die Entwicklung innovativer Methoden und Verfahren in der Medikamentenentwicklung für eine bessere Vorhersage der Wirksamkeit und Sicherheit neuer Wirkstoffe
vorangebracht werden. Damit wird ein Beitrag zu einer Beschleunigung der Medikamentenentwicklung sowie zu
einer höheren Medikamentensicherheit geleistet.
Innovative therapieverfahren auf molekularer und zellulärer Basis Die Fortschritte in den molekularen Lebenswissenschaften ermöglichen hochinnovative Therapieansätze, die ein großes Potenzial für eine wirksamere Behandlung
von Krankheiten auf der Basis der zugrunde liegenden biologischen Mechanismen besitzen. Mit der Förderung der
Weiterentwicklung besonders innovativer Forschungs- und Entwicklungsansätze zu solchen neuen Therapien sollen
Produkte und Verfahren, die mit einem besonders hohen Entwicklungsrisiko einhergehen, vermehrt in die Anwendung gebracht werden. Dies geschieht in enger Kooperation zwischen akademischen, industriellen und klinischen
Partnern.

B

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Medizintechnik Die Fördermaßnahmen des BMBF werden im Rahmen des Gesundheitsforschungsprogramms koordiniert; Abwicklung und Finanzierung erfolgen in den spezifischen Fachprogrammen der Gesundheitsforschung, der
Informationstechnik, der Optischen Technologien, der Materialforschung, der Nanotechnologie, der Mikrosystemtechnik und der Biotechnologie. Aktuelle Schwerpunkte der programmübergreifenden Förderung sind die Konsortien zur
Entwicklung integrativer OP-Lösungen unter Anwendung innovativer Technologien im Schwerpunkt SOMIT (Schonendes Operieren mit innovativer Technik), der jährlich ausgeschriebene Innovationswettbewerb Medizintechnik und
die in 2007 ins Leben gerufene Innovationsallianz Molekulare Bildgebung. Mit dieser Innovationsallianz wollen BMBF
und führende Industrieunternehmen die wissenschaftlichen und industriellen Aktivitäten zu dieser Zukunftstechnologie noch enger miteinander verzahnen. Aus dem Gesundheitsforschungsprogramm wird seit 2007 ferner das Thema
»Innovative technische Hilfen für den Einsatz in der Rehabilitation und für Behinderte« mit anwendungsorientierten
FuE-Vorhaben gefördert.
E
Die vom BMBF geförderten medizintechnischen Kompetenzzentren arbeiten technologieübergreifend und interdisziplinär an der gesamten Wertschöpfungskette von der Idee über die Forschung bis zur Entwicklung, Produktion und
Vermarktung. Konkrete Ergebnisse des Zentrums HörTech sind die Oldenburger Messprogramme zur automatisierten
Durchführung von Sprachtestverfahren am PC (umfassende Verbesserung der Messtechnik von Hörgeräten), Module
zur individuellen Anpassung von Hörgeräten an Bedürfnisse und Symptomatiken von Patienten, die Gründung der
HörTech gGmbH für Serviceangebote und Fortbildungsprogramme auf den Gebieten Akustik, Hören und Hörgerätetechnik und die Einrichtung des Haus des Hörens in Oldenburg.
Weitere Informationen zur Medizintechnik unter: www.bmbf.de/de/1170.php
Weitere Informationen über die Kompetenzzentren unter: www.gmta.de

7.4

stärkung der Forschungslandschaft durch strukturoptimierung / -Innovation

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Eine leistungsfähige, international wettbewerbsfähige klinische Forschung ist nur in einem entsprechend gestalteten
Umfeld möglich. Die deutsche Hochschulmedizin läuft derzeit unter den bestehenden Verhältnissen Gefahr, den hohen Ansprüchen an innovative medizinische Forschung, hochwertige Aus- und Fortbildung der Ärzte und an eine
Krankenversorgung auf höchstem Niveau nicht mehr gerecht werden zu können, insbesondere da sich die Anforderungen und Rahmenbedingungen sowohl im Wissenschaftssystem als auch im System der Krankenversorgung immer
weiter verschärfen. Die BMBF-Projektförderung will daher im Rahmen ihrer Zuständigkeiten darauf hinwirken, dass
vor allem im Bereich der klinischen Forschung auch strukturelle Verbesserungen in den Bereichen wie Kooperation,
Vernetzung und Wettbewerb erreicht werden.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren Die Förderung der Leistungsfähigkeit klinischer Forschung an
den medizinischen Fakultäten ist seit längerem ein Schwerpunkt der Projektförderung im Gesundheitsforschungsprogramm (Interdisziplinäre Zentren für Klinische Forschung, Aufbauförderung Neue Bundesländer). Mit der 2007
etablierten Fördermaßnahme »Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren« (IFB) ist beabsichtigt, die Forschung
zu spezifischen Krankheitsgebieten durch ein integratives Miteinander von klinischer Forschung und Krankenversorgung auf höchstem Niveau zu fördern. Eine enge Verknüpfung zwischen grundlagen-, anwendungs- und patientenorientierter Forschung sowie eine sinnvolle Vernetzung der versorgungs-, der lehr- und der forschungsorientierten
Aktivitäten, die ein gleichrangiges Miteinander von Forschungs- und Versorgungsaktivitäten unterstützt, soll ein
wesentliches Merkmal der Zentren sein. Für den wissenschaftlichen Nachwuchs sollen die IFB für alle Ebenen des
wissenschaftlichen Werdeganges bis hin zur Forschungsprofessur Karrierewege eröffnen. Ferner sollen die IFB das spezifische Know-how zur patientenorientierten Erforschung des Krankheitsgebietes ausbauen und eine professionelle

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

241

Planung und Durchführung anspruchsvoller klinischer Studien innerhalb des Zentrums sowie die vertiefte Ausbildung
von klinischen Nachwuchswissenschaftlerninnen und Nachwuchswissenschaftlern etablieren.
Klinische studienzentren In den vergangenen Jahren wurde mit dem Aufbau der Koordinierungszentren für Klinische Studien (KKS) an Hochschulklinika eine substantielle Grundlage für die methodische Betreuung von komplexen
Therapiestudien geschaffen. Seit 2007 wurde mit dem Aufbau von klinischen Studienzentren als Einrichtungen der
medizinischen Fakultäten begonnen, die die patientenorientierte klinische Forschung für das gesamte Klinikum koordinieren und auch ausgewählten Kliniken Ressourcen zur Verbesserung ihrer Studieninfrastruktur zur Verfügung stellen. Diese Anforderungen werden insbesondere durch den Aufbau von Studieneinheiten in den beteiligten Kliniken,
die Einrichtung bzw. den Ausbau einer zentralen Einheit und Maßnahmen zur Ausbildung von qualifiziertem Studienpersonal und zur Fortbildung von Medizinern im Bereich der Studienkonzeption und -koordination umgesetzt.
Kompetenznetze Mit den Kompetenznetzwerken in der Medizin hat das BMBF den Aufbau überregional angelegter
medizinischer Netzwerke zu definierten Krankheitsbildern gefördert, die durch eine hohe Erkrankungshäufigkeit
oder Sterblichkeit gekennzeichnet sind bzw. einen erheblichen Kostenfaktor darstellen. Die besten Einrichtungen
in Forschung und Versorgung bringen ihre Kompetenz und Infrastruktur in die Netze ein. Auf der Grundlage einschlägiger Vorleistungen in krankheitsbezogener Grundlagenforschung und insbesondere in patientenorientierter
klinischer Forschung wurden und werden eine interdisziplinäre Arbeitskultur und effiziente Kommunikationsstruktur
aufgebaut. Ziel der Zusammenarbeit ist die Verbesserung der Qualität und der Ergebnisorientierung der Forschung
sowie die Beschleunigung des Transfers der Forschungsergebnisse in die Gesundheitsversorgung durch horizontale
sowie vertikale Vernetzung der Mitglieder. Die internationalen Gutachterkreise haben den Kompetenznetzwerken
im Rahmen einer netzübergreifenden Evaluation bescheinigt, dass wichtige wissenschaftliche Ergebnisse erarbeitet
wurden, die wegweisend für Innovationen von Diagnose und Therapie der jeweiligen Erkrankung sind. Mit der Förderung von krankheitsbezogenen Kompetenznetzen wird die erfolgreiche vernetzte Forschung fortgeführt. Das leicht
modifizierte Förderinstrument wurde 2007 erstmals für bestimmte Krankheitsbilder (Adipositas, Diabetes, Asthma/
COPD, Multiple Sklerose) bekannt gemacht und wird weiter geführt werden.
S

Klinische studien Die systematische Beobachtung definierter Patienten- und Probandenpopulationen mittels klinischer Studien ist ein zentrales Instrument der klinischen Forschung. Klinische und epidemiologische Studien bilden
eine wichtige Grundlage für Qualität und Evidenz in der medizinischen Versorgung. Klinische Studien, insbesondere
multizentrische Studien, sind mit einem hohen wissenschaftlichen, zeitlichen, logistischen und materiellen Aufwand
verbunden. Im Rahmen der gemeinsam mit der DFG initiierten Fördermaßnahme werden seit 2005 Studien gefördert,
die sowohl hinsichtlich der klinischen Fragestellung als auch der methodischen Ausarbeitung exzellent sind und somit
echte Innovationen für die Patientenversorgung, aber auch hochrangige wissenschaftliche Publikationen erwarten
lassen.
Um den spezifischen Bedarf für Langzeituntersuchungen in der Gesundheitsforschung aufzugreifen, wurde 2007 ein
weiterer Bereich zur Förderung von Langzeitstudien an klinisch und genetisch gut charakterisierten Patientenkohorten eingerichtet. Hier können wissenschaftlich anspruchsvolle Untersuchungen zu verschiedenen Fragen aus dem
Bereich der analytischen Epidemiologie und der klinischen patientenorientierten Forschung aufgegriffen werden.

B

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E
Eine vom BMBF im Rahmen der Neue-Bundesländer-Förderung (NBL) finanzierte Langzeitstudie der Universität Greifswald stellt eine deutschlandweit einmalige Kontrollgruppe für medizinische Studien zur Verfügung. Sie empfiehlt
neue Wege in der medizinischen Versorgung. Seit knapp zehn Jahren untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Gesundheit der Menschen in Vorpommern. Im Rahmen der SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania)
erfassen sie Lebensgewohnheiten und chronische Erkrankungen von über 4.000 Personen zwischen 20 und 79 Jahren.
So wird die gesundheitliche Entwicklung der Teilnehmenden über Jahre verfolgt, ein Einblick in die Entstehung und
Entwicklung verschiedener Krankheiten wird möglich.
Der demografische Wandel hat erheblichen Einfluss auf die Krankenversorgung. Probleme in der Versorgung dünn
besiedelter Gegenden (nur wenige niedergelassene Ärzte bei gleichzeitigem Anstieg der Zahl chronisch oder mehrfach
Erkrankter) sind dort deutlich zu erkennen. Neue Versorgungselemente umfassen etwa den Einsatz moderner elektronischer Medien (Internet), die behandelnde Ärzte bei der medizinischen Überwachung, Diagnostik und Therapie
der Patienten unterstützen.
Weitere Informationen unter: www.medizin.uni-greifswald.de/cm/fv/ship.html

7.5

arzneimittelsicherheit sowie Blut und Blutprodukte

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Im Sinne einer optimalen Arzneimitteltherapie ist es unerlässlich, dass Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit
von Arzneimitteln bestmöglich gewährleistet sind. Das Bundesministerium für Gesundheit sowie das Paul-EhrlichInstitut (PEI) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – beide zum Geschäftsbereich des
Ministeriums gehörend – tragen dafür u. a. durch gezielte Forschungsaktivitäten bei.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Der Erhöhung der Patientensicherheit dienen zum Beispiel:
– die verbesserte Standardisierung problematischer Allergenextrakte für die spezifische Immuntherapie
– die Standardisierung und Validierung analytischer In-vitro-Prüfmethoden für die Zulassung
von Stammzellpräparaten aus Nabelschnurblut als Arzneimittel
– die Einrichtung eines Hämophilieregisters
Im Rahmen der Forschung zu Demenzerkrankungen wird eine Recherche zum Stand der Arzneimittelforschung
durchgeführt. Eine breit angelegte Untersuchung und Bestandsaufnahme befasst sich außerdem zurzeit mit der Praxis des Einsatzes von Arzneimitteln außerhalb der Zulassung bzw. ohne Zulassung in ausgewählten Industriestaaten
im Vergleich zu Deutschland. Das Ergebnis dieser Untersuchung wird aller Voraussicht nach Auswirkungen auf die
Arzneimittelgesetzgebung haben. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte unterteilt seinen ersten
Forschungsschwerpunkt »Wirkungen von Arzneimitteln und Medizinprodukten« in die Module »Erregungsleitung«,
»Entzündung« und »Zellfunktion«. Der zweite – gleichwertige – Forschungsschwerpunkt umfasst die Module »Neue
Prüfmethoden und Epidemiologie« und »Biometrie«.
E
Im Rahmen der Arzneimittelsicherheit gilt ein Hauptaugenmerk den Blutprodukten und der Verbesserung der Qualitätsstandards.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.pei.de
www.bfarm.de

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

7.6

243

verbesserung der Qualität und versorgung in der GKv und in der sozialen Pflegeversicherung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Das Gesundheitswesen qualitativ auf einem hohen Stand und gleichzeitig finanzierbar zu halten, ist die Herausforderung, vor der die Gesundheitspolitik heute und auch in Zukunft steht. Um die Qualität und Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und in der sozialen Pflegeversicherung ständig zu verbessern, sind wissenschaftliche Erkenntnisse u. a. über mögliche Inhalte und die Wirkung von Gesetzen in diesem Bereich sowie über innovative
Ansätze für den Versorgungsbereich notwendig.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Medizinische Qualitätssicherung/Patientensicherheit Ziel des seit 1991 bestehenden Modellprogramms zur medizinischen Qualitätssicherung war es, die zügige Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur Qualitätssicherung zu
fördern und gleichzeitig Voraussetzungen für die Erprobung weiterführender Maßnahmen zur Qualitätssicherung
zu schaffen. Das jetzt auslaufende Modellprogramm hat damit eine wesentliche Schrittmacherfunktion für die Qualitätssicherung im Gesundheitswesen in Deutschland geleistet.
Pflegekonzepte Durch das Modellprogramm zur Verbesserung der Situation der Pflegebedürftigen ist der Aufbau
einer bedarfsgerechten Pflegeversorgung vorangetrieben und bürgernah gestaltet worden. Aktuell werden Maßnahmen zur Entwicklung und Evaluation von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in Alten- und Pflegeheimen und deren Integration in das Qualitätsmanagement sowie die modellhafte Erprobung der Errichtung des
Betriebes von Pflegestützpunkten und Pflegeberatung gefördert, darüber hinaus in der stationären Pflege die Entwicklung von Rahmenempfehlungen zur Weiterentwicklung und Sicherstellung einer qualifizierten Pflege für demenziell
erkrankte Menschen.
L

–
–
–
–

Therapie- und Pflegemaßnahmen: Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen
Evaluation von Versorgungsstrukturen
Sicherung einer evidenzbasierten Versorgung
Evaluation und Ausbau zielgruppenspezifischer Qualifizierung

E
Modellprogramm Qualitätssicherung
– Aktionsbündnis Patientensicherheit (www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.de)
– Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (www.ktq.de)
– Benchmarking in der Patientenversorgung (www.benchmarking-qm.de)
– Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozess (www.patient-als-partner.de)
7.7

telematik im Gesundheitswesen

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die elektronische Gesundheitskarte wird in Verbindung mit der Telematikinfrastruktur das Gesundheitssystem in
Deutschland nachhaltig verändern. Sie dient dazu, als Schlüsselinstrument einer vernetzten IT-Infrastruktur im
Gesundheitswesen die Information und Kommunikation der Beteiligten im Gesundheitswesen zu verbessern und
dadurch Qualität und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung zu steigern. Dafür sollen zum einen Daten

B

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FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

auf der Karte gespeichert werden (zum Beispiel Notfalldaten), zum anderen ist die Karte ein Instrument zur sicheren
Kommunikation und Authentifizierung für den Zugriff auf serverbasierte Daten. Die Patientinnen und Patienten bestimmen, welche Daten sie speichern lassen wollen und wer auf diese Daten zugreifen darf.
E
Hintergrund Mit dem Gesetz zur Modernisierung der GKV wurde der Grundstein für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und zu einer flächendeckenden Vernetzung des Gesundheitssystems in Deutschland gelegt.
Die Umsetzung und Erprobung durch die Betriebsorganisation der Selbstverwaltung, die Gesellschaft für TelematikAnwendungen der Gesundheitskarte (gematik) mbH, hat 2005 begonnen. Auf der Grundlage der ersten Spezifikationen begannen im Dezember 2005 die Labortests bei der gematik. Im Dezember 2006 begannen die Feldtests mit
Echtdaten in den Testregionen und wurden seitdem hinsichtlich Funktionalität und Abdeckung stetig erweitert. Die
flächendeckende Ausgabe soll im IV. Quartal 2008 beginnen.
T

Ab 2008 wird sich das BMG zusammen mit der gematik an einer von der EU geförderten Pilotstudie zur Sicherstellung
der Interoperabilität grenzüberschreitender Dienste der Gesundheitstelematiksysteme in Europa beteiligen.
Seit 2003 veranstaltet das BMG regelmäßig Kongresse zum Thema Telematik im Gesundheitswesen (eHealth) als wichtige Informations- und Kommunikationsplattform zwischen Bund, Ländern und Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen sowie Vertretern der Industrie und Wissenschaft auch aus den europäischen Nachbarländern.

7.8

suchterkrankungen

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Der Konsum von Drogen und Suchtmitteln verursacht in Deutschland erhebliche gesundheitliche, soziale und volkswirtschaftliche Probleme. Nur ein breit gefächertes Bündel aufeinander abgestimmter Angebote und Maßnahmen
führt dazu, dass die Drogen- und Suchtprobleme eingedämmt werden können. Forschungsprojekte tragen dabei gezielt zur Gewinnung der hierfür notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnisse bei. Die Förderschwerpunkte basieren auf dem Aktionsplan Drogen und Sucht der Bundesregierung von 2003. Der nationale Drogen- und Suchtrat mit
Vertreterinnen und Vertretern des Bundes und der Länder begleitet die Umsetzung der im Aktionsplan festgelegten
Ziele und Maßnahmen. Die derzeitigen Förderschwerpunkte betreffen:
– Alkohol und Tabak im Bereich der legalen Suchtstoffe
– Cannabis und Substitutionsbehandlung im Bereich der illegalen Drogen.
In allen Bereichen werden besonders die Belange junger Menschen berücksichtigt.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Ein zentrales Vorhaben im Bereich Alkohol ist das Bundesmodellprojekt »HaLT – Hart am Limit – für alkoholvergiftete
Kinder und Jugendliche« an elf Standorten in neun Bundesländern.
Das Modellprojekt Rauchfreie Krankenhäuser stellt ein zentrales Vorhaben im Bereich Tabak dar.
Im Bereich Cannabis läuft eine Vielzahl von Interventionsprojekten, die Individual- oder Gruppenangebote vorhalten.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

245

ergebnisse und zusätzliche Informationen
zum Bereich alkohol Das Bundesmodellprojekt HaLT hat sich als so erfolgreich erwiesen, dass zwischenzeitlich die
möglichst bundesweite Ausdehnung des projektspezifischen Ansatzes versucht wird. Einzelheiten unter www.bmg.
bund.de – Themenschwerpunkte – Drogen und Sucht – Alkohol – Bundesmodellprojekt »HaLT«.
zum Bereich tabak Das Projekt Rauchfreie Krankenhäuser hat wichtige Impulse für die aktuelle Gesetzgebung zum
Nichtraucherschutz in Bund und Ländern geben können. Weitere Informationen unter www.rauchfreie-krankenhaeuser.de.
zum Bereich der illegalen Drogen Die Nachbefragung zu FreD – Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten – hat gezeigt, dass der 2000 mit einem Bundesmodellprojekt an einigen Standorten eingeführte Ansatz inzwischen nahezu flächendeckend in Deutschland implementiert ist. Nun soll der projektspezifische Ansatz
im Rahmen von »FreD goes net« auch in anderen EU-Ländern verankert werden. Weitere Informationen unter
www.lwl.org/LWL/Jugend/lwl_ks/Projekte_KS1/Fgn.
B
7.9

Bekämpfung und vorbeugung von übertragbaren Krankheiten

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Weltweit stellen Infektionskrankheiten zusammen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache
dar. Vor diesem Hintergrund ist die Forschung zu Infektionskrankheiten ein wichtiger Teil der Ressortforschung des
BMG. Es wurden verschiedene Forschungsprojekte zur Überwachung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten
durchgeführt. Aktuelle Kernthemen sind hier z. B. die saisonale und die pandemische Influenza, HIV, transmissible
spongiforme Enzephalopathien sowie antimikrobielle Resistenz und Krankenhausinfektionen. Es wurden Projekte zur
Verbesserung der diagnostischen Möglichkeiten, zur Epidemiologie und zur Resistenzbildung von Infektionserregern
sowie zu neuen Strategien der Bekämpfung von Infektionskrankheiten durchgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Entwicklung von Diagnostiken und Strategien zur Bewältigung möglicher bioterroristischer Bedrohungslagen.
In diesen Bereichen sind auch die Ressortforschungseinrichtungen des BMG verstärkt aktiv. Diesbezügliche Schwerpunkte beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) waren in den letzten Jahren beispielweise die
– Prionen-Impfstoffforschung und die
– Risikoanalyse der Infizierungsmöglichkeit des Menschen mit BSE/vCJK über kontaminierte
Nahrungs- oder Arzneimittel.
Ausgewählte Schwerpunkte des Robert Koch-Instituts (RKI) sind
– Verhütung und Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten,
– Untersuchungen zur Pathogenese bakterieller und viraler Infektionen sowie von Pilzerkrankungen,
– Untersuchungen zur Epidemiologie nicht übertragbarer Krankheiten, Surveillance,
– Gesundheitsberichterstattung,
– Biologische Sicherheit und Krisenmanagement.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
– Nationale Referenzzentren
– Antibiotikaresistenz
– Forschungssofortprogramm Influenza (siehe hierzu auch Kap. 7.1, Infektionskrankheiten)
– HIV/AIDS
– Aktion Saubere Hände (ab 2008)

246

7.10

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Krankheitsbekämpfung, Gesundheitsvorsorge, Prävention und Gesundheitsförderung, Biomedizin

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Bekämpfung der epidemiologisch und ökonomisch bedeutsamen nicht übertragbaren Krankheiten (Diabetes
mellitus Typ 2, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (einschl. Herzinfarkt und Schlaganfall), Muskel- und Skeletterkrankungen, Allergien, chronische Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen) und deren Prävention, Früherkennung, Therapie und Rehabilitation unter Einbeziehung der geschlechtsspezifischen Ausrichtung und frauenspezifischer Schwerpunktsetzungen ist ein Schwerpunkt der Ressortforschung des BMG. Hierbei kommt der primären
Prävention und Gesundheitsförderung eine besondere Bedeutung zu. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat eine zentrale Aufgabe bei der Aufklärung der Bevölkerung. Mit der Schaffung des Präventionsgesetzes sollen
Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland neu geregelt werden. Ab 2008 wird am Robert Koch-Institut
ein Gesundheitsmonitoring eingerichtet, das eine valide Datengrundlage für zielgerichtete gesundheitspolitische
Interventionen und deren nachfolgende Evaluation bietet.
Die Forschungsvorhaben tragen dazu bei, geeignete Maßnahmen zum Schutz und zur Verbesserung der Gesundheit
der Bevölkerung zu entwickeln. Begleitforschung zur Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von Interventionsmaßnahmen, Programmen und Gesetzesvorhaben spielen eine wichtige Rolle (Präventionsgesetz, Gendiagnostikgesetz, Organ- und Gewebetransplantation, Screening-Programme, Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen,
Biomedizin).
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
– Prävention und Gesundheitsförderung
– Gesundheitsberichterstattung des Bundes (www.rki.de; www.gbe-bund.de)
– Krankheitsbekämpfung (nicht übertragbarer und seltener Krankheiten)
– Verbesserung der Frauengesundheit (www.frauengesundheitsportal.de; www.bmg.bund.de)
– Verbesserung der Kindergesundheit
– Förderung der psychischen Gesundheit und Prävention psychischer Störungen
– Biomedizin/Bioethik
– Umwelt und Gesundheit (www.apug.de)
E
– Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten: www.bmg.bund.de unter: Themenschwerpunkte/Praevention/Gesundheitsvorsorge
– Der Nationale Gesundheitssurvey für Kinder und Jugendliche (KiGGS) hat Standards für künftige Erhebungen
und Daten erbracht, die es erlauben, auf Dauer einen vollständigen Überblick über die gesundheitliche Lage
der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zu haben: www.kiggs.de
– Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit www.apug.de
– Gesundheit in Deutschland: www.rki.de
Bericht über die gesundheitliche Situation der Bevölkerung und das Gesundheitswesen in Deutschland und
Entwicklungen der letzten zehn Jahre
– Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.bzga.de

8.

zivile sicherheits-, Friedens- und Konfliktforschung

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Zivile Sicherheitsforschung soll die Sicherheit der Menschen erhöhen, ohne ihre Freiheit einzuschränken.
Friedens- und Konfliktforschung mit zunehmendem Fokus auf umwelt- und klimarelevante Konfliktpotenziale.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

247

T
– Zivile Sicherheitsforschung
– Friedens- und Konfliktforschung, Humanitäres Minenräumen
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

2,9 **

2006 (Ist)

2,3 **

2007 (Soll)*

14,9

2008 (Soll)*

25,0 ***

* Die FuE-Ausgaben der Sicherheitsforschung werden im Förderbereich »Übrige Querschnittsaktivitäten« erfasst.
** nur Friedens- und Konfliktforschung
*** nur Sicherheitsforschung

8.1

zivile sicherheitsforschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Sicherheitsforschung ist auf zivile Anwendungen wie den Schutz kritischer Infrastrukturen und den Bevölkerungsund Katastrophenschutz ausgerichtet. Sie will neue Sicherheitslösungen und -technologien für die Gefährdungen
von morgen anbieten. Das Programm erstreckt sich über den Zeitraum 2007 bis 2010 mit einem Fördervolumen von
rund 123 Mio. Euro.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Themen der Förderung sind: Schutz von Verkehrsinfrastrukturen, Schutz von Versorgungsinfrastrukturen, Schutz
und Rettung von Menschen, Sicherung von Warenketten. Weitere Schwerpunkte sind Technologieverbünde mit den
Themen: Detektionssysteme für CBRNE-Gefahrstoffe, Integrierte Schutzsysteme für Rettungs- und Sicherheitskräfte,
Mustererkennung, Biometrie. Im Rahmen des Programms werden zudem geistes- und sozialwissenschaftliche Fragestellungen untersucht und ein gesellschaftlicher Dialog durchgeführt.
E
Das Sicherheitsforschungsprogramm der Bundesregierung wurde am 24. Januar 2007 im Kabinett beschlossen. Die
Förderung erfolgt in zwei Programmlinien.
Programmlinie 1 »Szenarienorientierte Sicherheitsforschung« verfolgt einen übergreifenden Ansatz, der alle relevanten Aspekte einer möglicherweise sehr komplexen grundlegenden Sicherheitslösung berücksichtigt und über die
Erarbeitung technischer Sicherheitslösungen weit hinausgeht. Erste Projekte zum Schutz von Verkehrsinfrastrukturen,
die sich mit Sicherheitslösungen für Flughäfen, für die Verkehrssysteme Eisenbahn und öffentlicher Personennahverkehr, mit dem Schutz von Brücken und Tunneln und mit dem Fährverkehr befassen, sind gestartet.
Programmlinie 2 »Technologieverbünde« konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien für klar
definierte Einsatzbereiche. Erste Projekte zur schnellen und sicheren Detektion von Gefahrstoffen befassen sich mit der
frühzeitigen Erkennung biologischer Erreger als Ursache von Seuchen oder Epidemien, mit portablen Systemen für toxische oder Explosivstoffe und mit Methoden zum Nachweis von Gefahrstoffen in schwer zugänglichen Situationen.
In beiden Programmlinien werden im Rahmen der Begleitforschung Fragen zu Quellen der Bedrohung, zu Risikoanalysen, zur Akzeptanz der Technologieentwicklung oder zum Daten- und Persönlichkeitsschutz untersucht. Weiterführende Informationen finden sich unter: www.bmbf.de /Forschung/Neue Technologien/Sicherheitsforschung.

B

248

8.2

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Friedens- und Konfliktforschung, Humanitäres Minenräumen

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Innerhalb der handlungsorientierten und integrativen Forschung für Nachhaltigkeit gewinnt die Friedens- und Konfliktforschung zunehmend an Bedeutung. Sie richtet sich neben der normativen und theoretischen Auseinandersetzung mit dem Friedensbegriff verstärkt auf die Handlungsfelder einer nachhaltigen Friedenspolitik aus. Sie analysiert
bestehende Konflikte und entwickelt und bewertet Strategien, die das friedliche Zusammenleben konträrer Interessengruppen bewahren oder wieder möglich machen sollen. Um bei diesem integrativen Ansatz voranzukommen, ist
es wichtig, dass sich die Friedens- und Konfliktforschung angrenzenden geistes- und naturwissenschaftlichen Disziplinen öffnet.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Deutsche stiftung Friedensforschung Um eine finanziell und politisch unabhängige Förderinstitution für die Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland zu schaffen, gründete das BMBF 2000 die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF) und stattete sie mit 25,6 Mio. Euro aus. Aus den Zinsen und teilweise aus dem begrenzten Verzehr dieses
Kapitals soll eine längerfristig gesicherte Förderung und Initiierung wissenschaftlicher Vorhaben, die Durchführung
nationaler und internationaler wissenschaftlicher Konferenzen und eine mehrschichtige Förderung des akademischen
Nachwuchses ermöglicht werden.
In kurzer Zeit wurden Förderinfrastrukturen und ein wissenschaftliches Begutachtungswesen aufgebaut. In über fünf
Jahren Fördertätigkeit konnten bereits 32 größere Forschungsvorhaben und 56 kleinere Projekte mit insgesamt über
3 Mio. Euro gefördert werden. Die geförderten Projekte widmeten sich den Themen Völkerrecht, Konfliktprävention,
Konfliktintervention, Aufbau von Friedensordnungen, Rüstungskontrolle, historische Friedensforschung und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Eine besondere Beachtung gilt der Kommunikation von Forschungsergebnissen. Für
die Nachwuchsförderung wurden 5 Mio. Euro über fünf Jahre bereit gestellt.
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.bundesstiftung-friedensforschung.de

9

Forschung und entwicklung zur verbesserung der arbeitsbedingungen

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
A

Die Fähigkeit zur Innovation wird durch kompetente Menschen und wandlungsfähige Unternehmen geschaffen, die
im Fokus dieses Programms stehen. Das Leitbild des Forschungsprogramms richtet sich daher an Menschen, die ihr
Können, ihre Kreativität und ihre Motivation in die Arbeitswelt einbringen und ihre Kompetenzen dort auch (weiter-)
entwickeln sollen. Es richtet sich an Unternehmen, die Voraussetzungen für erfolgreiche Kompetenzentwicklungen
schaffen und damit zur Quelle neuer Ideen, erfolgreicher Produkte und neuer Beschäftigung werden. Und es richtet
sich an Netzwerke, die über die Zusammenarbeit Marktchancen und Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen.
Faktoren wie die Beschleunigung des technologischen Wandels stehen in Wechselwirkung mit der verstärkten Kompetenz- und Wissensbasierung der Produktions- und Austauschprozesse, der Tertiarisierung oder Dezentralisierung
von Klein- und Mittelbebetrieben. Der demografische Wandel oder das Zusammenwachsen von Arbeiten und Lernen

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249

führen zu veränderten Arbeits- und Lernbiografien. Der Anspruch des Programms besteht darin, durch eine abgestimmte Personal-, Organisations- und Kompetenzentwicklung Prozesse zur Entstehung von Wachstum und Arbeitsplätzen zu initiieren. Diese drei Bereiche stehen aus diesem Grund im Forschungs- und Entwicklungsprogramm gleichberechtigt nebeneinander.
Insbesondere sollen mit dem FuE-Programm Hemmnisse im Innovationsprozess abgebaut, Faktoren zur Erhaltung der
Innovationsfähigkeit und Förderung der Innovationsbereitschaft aufgedeckt, Wechselwirkungen zwischen den vier
Aspekten Organisation, Technik, Gesundheit und Kompetenzentwicklung untersucht und Formen des Technikeinsatzes erprobt werden, die die Innovationsfähigkeit von individuellen Akteuren und Unternehmen gezielt erhöhen.
Damit sollen erforderliche Veränderungen in der Arbeitswelt erreicht werden, um Chancengleichheit zu gewährleisten und die Innovationsfähigkeit langfristig zu sichern.
Das Programm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) mitfinanziert. Jährlich stehen 23,1 Mio. Euro nationale Mittel aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung.
Innovationen mit Dienstleistungen Im Frühjahr 2006 wurde das BMBF-Förderprogramm »Innovationen mit Dienstleistungen« veröffentlicht. Es leistet einen Beitrag zur Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unseres
Landes, in dem Dienstleistungen zu einem zentralen Innovationstreiber entwickelt werden sollen. Das Leitmotiv lautet: »Durch Forschung und Entwicklung soll dazu beigetragen werden, dass die deutsche Position im Dienstleistungsbereich die gleiche Exzellenz erreicht, die Deutschland im industriellen Produktionsbereich auszeichnet. Dies gilt
für die Dienstleistungsforschung wie für die Dienstleistungswirtschaft gleichermaßen.« Dienstleistungswirtschaft
und -wissenschaft müssen so verbunden werden, dass sie sich gegenseitig Impulse geben. Unternehmen müssen sich
langfristig auf eine anwendungsorientierte Forschung stützen können und ihrerseits die Forschungsergebnisse in
der betrieblichen Praxis erproben, etablieren und umsetzen. Es geht um moderne, integrierte Lernprozesse zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft, Theorie und Praxis.
Das Programm wird teilweise aus Mitteln des ESF mitfinanziert. Jährlich stehen rund 14,5 Mio. Euro nationale Mittel
aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung.
Beide Programme sind Teile der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Für die Mitfinanzierung der beiden Programme stehen für den ESF-Programmzeitraum vom 1. Januar 2007 bis 31. Dezember 2013 rund 66 Mio. Euro zur Verfügung.
Im Rahmen seiner Ressortforschung vergibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Forschungsaufträge in den Bereichen Arbeitsgestaltung und Arbeitsschutz. Unter anderem werden derzeit Untersuchungen in den
Bereichen Humanisierung der Arbeitswelt, Unternehmenskultur und Jugendarbeitsschutz durchgeführt.
T
Arbeiten – Lernen – Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt
– Auswirkungen des demografischen Wandels
– Zukunftsfähige Arbeitsforschung
– Arbeit im E-Business
– Gestaltung der Arbeit in virtuellen Unternehmen
– Auf- und Ausbau von innovationsförderlichen Unternehmenskulturen und -milieus
– Prävention im Arbeits- und Gesundheitsschutz
– Innovationsstrategien jenseits traditionellen Managements
Innovationen mit Dienstleistungen
– Exportfähigkeit und Internationalisierung von Dienstleistungen
– Integration von Produktion und Dienstleistungen – Wachstumsstrategien für hybride Wertschöpfung
– Dienstleistungsqualität durch professionelle Arbeit
– Technologie und Dienstleistungen im demografischen Wandel

B

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Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

27,8

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 46,2)

2006 (Ist)

28,1

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 43,6)

2007 (Soll)

33,2

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 46,4)

2008 (Soll)

39,4

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 55,8)

E
arbeiten – lernen – Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen arbeitswelt Die Erfahrungen der bisherigen Förderpraxis aus der Innovativen Arbeitsgestaltung haben bei der Programmerstellung eine
wichtige Rolle gespielt. Das betrifft insbesondere die Ausrichtung auf anwendungsorientierte Projekte in Form von
Verbundvorhaben zwischen Wissenschaft und Praxis sowie die Berücksichtigung von Transfermaßnahmen und die
Bedeutung der Ergebnisverwertung, mit der die Nachhaltigkeit der Forschungsförderung gezielt verbessert werden
soll. Integriert in dieses Programm wurden gleichermaßen die Erfahrungen aus dem Forschungsprogramm »Lernkultur Kompetenzentwicklung«, da die Verknüpfung der Themen aus der Arbeitsgestaltung mit den Themen des Lernens
und der Kompetenzentwicklung auch die menschlichen Ressourcen als Innovationspotenzial einbezieht.
Weitere Informationen zum Programm :
www.bmbf.de/pub/innovationsfaehigkeit_arbeitswelt.pdf
Innovationen mit Dienstleistungen Im Programmbereich »Innovationen mit Dienstleistungen« ist die zentrale
Plattform für die Selbstdarstellung der Vorhaben und deren Ergebnisse einschließlich der Publikationen und Veranstaltungen die Website www.dl2100.de. Hier gibt es auch weiterführende Links zu den einzelnen Vorhaben. Dem
zweijährigen Turnus gemäß findet die nun 7. Dienstleistungstagung am 3./4. April 2008 in Berlin statt (www.dienstleistungstagung.de). Im Rahmen dieser Tagung werden die Preise zum 4. wissenschaftlichen Nachwuchswettbewerb
in der Dienstleistungsforschung verliehen (http://pt-ad.pt-dlr.de/441_560_DEU_Live.htm).

10

Informations- und Kommunikationstechnik, neue Dienste

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind der Innovationsmotor Nr. 1. Mehr als 80 Prozent der Innovationen in den in Deutschland starken Anwendungsfeldern/Branchen Automobil, Medizintechnik und Logistik
sind IKT-getrieben. In der Hightech-Strategie der Bundesregierung gehören IKT deshalb zu den bedeutendsten Innovationsfeldern.
Diesen Motor müssen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in Deutschland gemeinsam weiter in Schwung bringen.
Die Förderaktivitäten der Bundesregierung im Rahmen des Programms IKT 2020 zielen darauf ab, die technologische
Spitzenstellung Deutschlands im Bereich IKT zu festigen und auszubauen. Darüber hinaus soll die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungs-, Produktions- und Arbeitsplatzstandortes Deutschland sowohl branchenbezogen als auch
branchenübergreifend durch IKT gesichert und erhöht werden. Verfolgt wird eine Innovationspolitik aus einem Guss,
die an allen Gliedern der Innovationskette ansetzt. Dazu gehört es auch, den Zugang für kleine und mittlere Unternehmen zu technologischem Know-how zu verbessern. Im Vordergrund der Förderung stehen Technologieentwicklungen und Prozesse, die eine besondere volkswirtschaftliche Hebelwirkung entfalten, Technologieführerschaften
erhalten und ausbauen sowie neue Dienstleistungen integrieren. Die Forschungsschwerpunkte wurden und werden
gemeinsam mit Wissenschaft und Wirtschaft identifiziert, bei gleichzeitiger technologieübergreifender Bündelung
der Forschungskapazitäten und Forschungsgelder.
Im Rahmen der Hightech-Strategie gehen Unternehmen und Wissenschaft strategische Partnerschaften in den Bereichen E-Energy sowie Sichere und Intelligente Mobilität ein. Die Partner arbeiten dabei an der Entwicklung eines

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

251

sicheren und effizienten Verkehrsmanagements, basierend auf mobiler Kommunikation. In der strategischen Partnerschaft E-Energy wird die Entwicklung eines IKT-gestützten Energiesystems der Zukunft vorangetrieben.
T
– Softwaresysteme/Wissenstechnologien
– Kommunikationstechnologien
– Elektronik und Elektroniksysteme
– Mikrosystemtechnik
– Multimedia – Entwicklung konvergenter IKT
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

374,3

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 503,7)

2006 (Ist)

390,1

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 492,5)

2007 (Soll)

432,2

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 537,8)

2008 (Soll)

441,0

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 551,5)

E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt: www.ikt2020.de

10.1

softwaresysteme/wissenstechnologien

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Softwaresysteme bestimmen maßgeblich die Wertschöpfung von Produkten, Fertigungs- und Geschäftsprozessen.
Sie sind Innovationstreiber in fast allen Wirtschaftszweigen. Deutsche Unternehmen erzielen bereits heute mit innovativen Softwarelösungen einen Konkurrenzvorsprung auf den internationalen Märkten. Diesen Wettbewerbsvorteil
gilt es zu halten, auszubauen und durch neue Aspekte in unserer Wissensgesellschaft zu verstärken. Dabei spielen Wissenstechnologien und speziell der Wandel des weltumspannenden Webs zu einem auch semantisch erschließbaren
Netz des Wissens eine wesentliche Rolle.
Die Fördermaßnahme im Bereich der Softwaresysteme und Wissenstechnologien orientiert sich an den Vorgaben
des im März 2007 veröffentlichten BMBF-Förderprogramms IKT 2020 – Forschung für Innovationen. Mit der Fördermaßnahme »KMU innovativ«: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), die Teil dieses Programms ist,
wird insbesondere auch eine signifikante Beteiligung der IKT herstellenden und anwendenden mittelständischen
Wirtschaft sichergestellt.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Schwerpunkte des Förderbereichs Softwaresysteme/Wissenstechnologien sind
– Embedded Systems, wobei insbesondere softwareintensive eingebettete Systeme mit Anknüpfungen
an die Elektronik, Kommunikationstechnologie und Mikrosystemtechnik im Vordergrund stehen;
– Simulierte Realität, mit den Themen Grid-Anwendungen und -Infrastruktur, Virtuelle/Erweiterte
Realität und Ambient Intelligence, Simulation, Informationslogistik und Softwareentwicklungen für
Höchstleistungsrechner;
– Mensch-Technik-Interaktion, mit den Sprach- und Medientechnologien, Bioanaloge Informationsverarbeitung, Servicerobotik, Usability/Gebrauchstauglichkeit.

B

252

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

E
Bei den Fördermaßnahmen erfolgt gemäß der Hightech-Strategie der Bundesregierung sowie des Programms IKT
2020 die Prioritätensetzung auf anwendungsorientierten strategischen Kooperationen von Wissenschaft, Wirtschaft
und Politik. Dazu soll nicht nur die gesamte Wertschöpfungskette mit einbezogen werden, sondern es wird auch ein
erheblicher finanzieller Eigenanteil der Wirtschaft erwartet. Kleinteilige Fördermaßnahmen nach dem »Gießkannenprinzip« sind abgesehen von speziellen KMU-Fördermaßnahmen unerwünscht. Die Fördermaßnahmen werden
vorzugsweise in Innovationsallianzen mit strategischer Ausrichtung gebündelt.

10.2

Kommunikationstechnologien

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Kommunikationstechnologien haben praktisch alle Lebensbereiche in den letzten Jahren grundlegend verändert.
Kommunikation über elektronische Medien ist heute in Deutschland fast überall und jederzeit verfügbar. Der Datenverkehr im Internet wächst stetig um mehr als 50 % jährlich. Der rasche Ausbau der Mobilkommunikation führt
zu einer Verdopplung des Datenverkehrs alle 20 Monate. Ziel der Förderung ist es, neue Anwendungen für die Kommunikationstechnologien zu erschließen, insbesondere in den gesellschaftlich relevanten Bereichen Gesundheit,
Effizienz und Sicherheit im Verkehr und energieeffiziente Kommunikationsnetze. Neue Technologien sind dabei so
zu gestalten, dass sie einen fairen Zugang für alle ermöglichen und die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Kommunikationsnetze unterstützen. Ziel ist es insbesondere auch, die gute Ausgangsposition des Standortes Deutschland
in den Kommunikationstechnologien auszubauen. Mit neuen Technologien sollen die zukünftigen technologischen
Standards unterstützt werden, die zu einer weltweiten Technologieführerschaft führen können. Dabei wird wegen
der notwendigen gemeinsamen Standards besonders auf europäische Kooperationsprojekte gesetzt. Die Förderung
erfolgt in der Regel in Verbundprojekten zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Instituten. Innovationsallianzen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft werden bevorzugt, in deren Rahmen herausragende technologische
oder gesellschaftliche Ziele angegangen werden, die nur in einer übergreifenden Kooperation unter Einbeziehung
von Partnern aus der gesamten Wertschöpfungskette gelöst werden können.
Kommunikationstechnologien sind ein Teilbereich innerhalb des Förderprogramms IKT 2020. IKT 2020 läuft von 2007
bis 2017.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Für die Kommunikation der Zukunft müssen neue Technologien in neue Telekommunikationsdienste umgesetzt werden. Die Förderung der Kommunikationstechnologien befasst sich deshalb sowohl mit neuen Technologien als auch
mit neuen Diensteplattformen. Die Forderung, dass Kommunikation überall und jederzeit verfügbar sein soll, hat in
den letzten Jahren dazu geführt, dass die Mobilfunktechnologien und die Festnetztechnologien konvergieren. Die
Förderprojekte sind deshalb nicht mehr streng in Mobilfunk- und Festnetzthemen zu trennen. Fördergebiete sind:
– Zukünftige Standards der Kommunikation, sowohl für den Festnetz- wie auch den Mobilfunkbereich
– Kommunikation ohne netzseitige Begrenzung: überall, ohne merkliche Zeitverzögerung
mit hohen Datenraten
– Sicherheit und Zuverlässigkeit der Netze
– Autonome Sensornetzwerke
– Zukunftstechnologien wie Netzwerkinformationstheorie, Quanteninformationstechnik,
polymerbasierte Kommunikationssysteme und integrierte Photonik
E
Mit rund 270.000 Arbeitsplätzen sind die Kommunikationstechnologien ein bedeutender Wirtschaftszweig in
Deutschland. Im weltweiten Vergleich haben die europäischen Unternehmen mit ihren deutschen Standorten eine
gute Ausgangsposition, unterstützt durch hervorragend profilierte wissenschaftliche Institute. Der scharfe weltweite
Wettbewerb mit aufstrebenden Unternehmen besonders aus Ostasien und der Notwendigkeit, die wachsende Datenflut über die Netze immer preiswerter zu übertragen, haben in den letzten Jahren zu Umwälzungen in der Branche

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

253

geführt. Mit der Förderung der Kommunikationstechnologien in dieser kritischen Phase wird auf eine Stärke unseres
Standortes gesetzt, die erhalten werden soll.
Die Strategie, durch Forschungsprojekte die künftigen Standards in der Kommunikation vorzubereiten, hat sich bisher
bewährt. Herausragendes Beispiel ist der Mobilfunk: Standards im Mobilfunk wurden bisher von Europa aus gesetzt.
Rund 2,2 Mrd. Menschen, das sind 80 % der Mobilfunknutzer und -nutzerinnen, benutzen heute den von Europa aus
gesetzten Standard GSM. Jeden Tag kommen eine Million Nutzerinnen und Nutzer hinzu. Deshalb sind europäische
Unternehmen, nicht zuletzt auch mit ihren Standorten in Deutschland heute weltweit führend im Mobilfunk. Die
europäischen Ausrüster für die Mobilfunknetze halten rund drei Viertel des Weltmarktanteils.

10.3

elektronik und elektroniksysteme

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Am Standort Deutschland ist Elektronik unverzichtbar für die Entwicklung innovativer, auf dem Weltmarkt konkurrenzfähiger Produkte und Dienstleistungen. Gefördert werden FuE-Arbeiten zu elektronischen Bauelementen und Systemen, die im Verbund zwischen Wissenschaft und Wirtschaft durchgeführt werden und einen möglichst großen Teil
der Wertschöpfungskette abdecken. Die Förderung erfolgt im Rahmen des BMBF-Forschungsprogramms IKT 2020.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Innovative elektronik für die erschließung neuer anwendungen und Prinzipien Die CMOS-Technologie (Complementary Metal Oxide Semiconductor), bisheriges Zugpferd bei revolutionierenden Entwicklungen, wie z. B. Computer,
Mobiltelefon oder Internet, steht vor der Herausforderung, dass immer kleinere Strukturen bei gleichzeitig höherer
Leistungsfähigkeit realisiert werden müssen. Bei der Entwicklung multifunktionaler Höchstleistungschips spielt Energieeffizienz eine zunehmende Rolle. In den nächsten Jahren sind daher neue Ansätze in der Materialforschung, beim
Design, neuen Architekturen und bei der Hochintegration notwendig.
Außerdem sind weitere Diversifizierungen und Ausrichtungen an ausgesuchten Anwendungen nötig, um zu innovativen Produkten und Diensten zu kommen. Insbesondere die Automobilelektronik spielt hier eine wichtige Rolle
(»Innovationsallianz Automobilelektronik« zwischen BMBF und führenden Unternehmen aus dem Automobilbereich),
da sie bereits schon heute ca. 90 % aller Innovationen im Automobilbau treibt.
Parallel hierzu müssen mit der CMOS-Technologie kompatible oder aber auch eigenständige neuartige Ansätze verfolgt
werden, um neue Anwendungsfelder zu erschließen. Beispiele hierfür sind die Organische Elektronik, die preisgünstig
z. B. in den Bereichen IKT, Medizin- und Sicherheitstechnik Anwendung finden kann, oder magnetoelektronische
Effekte (wie AMR, GMR oder TMR), auf deren Basis schon heute im Automotive-Bereich Sensoren zur Drehzahl- und
Winkelmessung zum Einsatz kommen. Gezielte Fördermaßnahmen sollen insbesondere KMU die Entwicklung verschiedenartiger Anwendungen in diesen Bereichen ermöglichen.
C

Kompetenzzentren für elektronikforschung Um die Elektronikentwicklung zukunftsfähig zu machen, sind eine
enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und produzierenden Unternehmen sowie entsprechende
Rahmenbedingungen hierfür nötig. Der sich verstärkende internationale Wettbewerb um die besten Standortbedingungen erfordert die Bündelung von Know-how und FuE-Potenzial in übergreifenden Kompetenzzentren. In diesem
Zusammenhang werden in Dresden, dem größten Mikroelektronikcluster Europas, die FuE-Projekte des AMTC (Advanced Mask Technology Center) und des CNT (Center for Nanoelectronic Technologies) gemeinsam mit Forschergruppen
aus Universitäten, aus der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft unter-

B

254

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

stützt. Auch im Bereich der Materialforschung (NaMLab – Nanoelectronic Materials Laboratory) und der Nanoanalytik
(Carl Zeiss Innovation Center) sind Ende 2007 neue Kompetenzzentren in Dresden entstanden. Diese Kompetenzzentren werden einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Probleme zu bewältigen, die bei der immer weiteren Chipverkleinerung auftreten. In diesem Zusammenhang besitzen auch neue Geräte- und Prozesskonzepte eine wachsende
Bedeutung.
E
Die Förderung des BMBF trug und trägt entscheidend dazu bei, dass sich infolge der intensiven Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Rahmen großer Verbundprojekte zwischen den führenden Chipherstellern
AMD, Infineon und Qimonda, aber auch anderen Unternehmen mit Forschungseinrichtungen und KMU sowie infolge
der Einrichtung verschiedener Kompetenzzentren Dresden als in Europa führendes Mikroelektronikzentrum etabliert
hat und international wettbewerbsfähig ist.
Darüber hinaus werden auch in anderen Bereichen der Mikroelektronik Projekte gefördert, die für Automotive, Automatisierungs-, Medizin-, Sicherheits- oder Energietechnik von großer Bedeutung sind. Auf europäischer Ebene gibt es
daher eine langjährig bewährte Zusammenarbeit mit den entsprechenden Unternehmen und Einrichtungen anderer
Länder, bislang im Rahmen von EUREKA (Medea-Programm), ab 2008 auch vor dem Hintergrund des gemeinsamen
Unternehmens ENIAC (European Nanoelectronics Initiative Advisory Council).

10.4

Mikrosystemtechnik

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Mikrosystemtechnik (MST) wird für die Industrie in der Bundesrepublik immer wichtiger. Immer mehr Unternehmen – darunter vor allem Mittelständler – nutzen sie für die Entwicklung neuer oder die Verbesserung bestehender Produkte und Verfahren. Es gibt bereits unzählige Geräte und Anwendungen, in denen Mikrosysteme eine
zentrale Rolle spielen. Nahezu unsichtbar und von vielen unbemerkt übernehmen Mikrosysteme unter anderem in
der Kommunikationstechnik, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Umwelttechnik, der Chemie und Pharmazie, der
Energietechnik, der Logistik, der Haus- und Gebäudetechnik, im Automobilbau und in der Medizintechnik wichtige
Aufgaben. Mikrosysteme sparen aufgrund ihrer geringen Größe Platz und Gewicht ein. Aufgrund dieser geringen
Größe sind Mikrosysteme mobil und flexibel einsetzbar, energiesparend, Ressourcen schonend und kostengünstig in
der Fertigung.
Das Rahmenprogramm Mikrosysteme setzt mit seiner Förderung gezielt dort an, wo Hebeleffekte bei Wachstum und
Beschäftigung sowie eine Stärkung der deutschen Forschung und Industrie im internationalen Wettbewerb zu erreichen sind. Dabei wird auf ein sehr offenes und in seinen jeweiligen thematischen Schwerpunktsetzungen flexibles
Konzept gesetzt, das den dynamischen Entwicklungen in Technologie und Wirtschaft gerecht werden soll. Aufgrund
des integrierenden Charakters erfordert die Mikrosystemtechnik ein hohes Maß an interdisziplinärer Zusammenarbeit. Die Förderung konzentriert sich deshalb auf Verbundprojekte, in deren Rahmen die wissenschaftlichen Potenziale
der FuE-Einrichtungen erschlossen und darüber hinaus Netzwerke zwischen Unternehmen aufgebaut werden.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Das BMBF fördert die Mikrosystemtechnik in vier industrie- und gesellschaftspolitisch wichtigen Innovationsbereichen.
In diesen Innovationsbereichen wurden bisher 17 Förderbekanntmachungen veröffentlicht, davon zu folgenden Themen im Jahr 2007:
– Organische Funktionssysteme für die Mikrosystemtechnik
– Magnetische Mikro- und Nanotechnologien
– Intelligente Implantate
– Mikro-Nano-Integration für die Mikrosystemtechnik
– Autonome Vernetzte Sensorsysteme

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

255

E
Konservative Abschätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland ca. 49.000 Menschen mit der Herstellung von
MST-Komponenten beschäftigt sind. Insgesamt sind bereits heute rund 680.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt
mit der Mikrosystemtechnik verbunden. Weitaus mehr zusätzliche Arbeitsplätze gibt es in den relevanten Anwenderbranchen, deren Wettbewerbsfähigkeit die MST sichert.
Der Umsatz deutscher Unternehmen mit MST-Komponenten und kompletten Mikrosystemen beläuft sich auf über
8 Mrd. Euro (2006). Gegenüber den Daten mit Stand von 2000 bedeutet dies nahezu eine Verdopplung des Umsatzes –
Tendenz weiterhin steigend. Der mit der dynamischen Entwicklung der MST verbundene Bedarf an Fachkräften kann
heute kaum gedeckt werden: überdurchschnittlich viele Absolventeninnen und Absolventen von MST-Studiengängen
(84 %) finden bereits drei Monate nach Studienabschluss einen Arbeitsplatz (gegenüber 52 % bei Ingenieuren insgesamt).
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.mstonline.de
B
10.5

Multimedia – entwicklung konvergenter IKt

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Informations- und Kommunikationstechnologien gehören als Schlüsseltechnologie einer zunehmend wissensbasierten Wirtschaft zu den wichtigsten Impulsgebern für Wirtschaftswachstum und die Entstehung neuer Arbeitsplätze.
Insbesondere aus der fortschreitenden Konvergenz bisher eigenständiger Bereiche wie der Informations- und Telekommunikationstechnik erwachsen Chancen für neue multimediale Produkte und Dienstleistungen. Ziel des Förderschwerpunktes ist es daher, Forschungs- und Entwicklungsprojekte im vorwettbewerblichen Bereich zu fördern, die
die Entwicklung und pilothafte Erprobung neuartiger multimediabasierter Anwendungen zum Gegenstand haben.
Das breit gefächerte Spektrum möglicher Projektinhalte reicht von der Entwicklung und Erprobung eines intelligenten
IKT-basierten Energiesystems der Zukunft, über Technologieanwendungen im Bereich neuer internetbasierter Wissensinfrastrukturen (Internet der Dienste) bis hin zu einer Vernetzung von intelligenten Objekten (Internet der Dinge)
sowie sicheren mobilen Anwendungen und 3D-Simulationen und -Visualisierungen. Die Technologieanwendungen
sollen als Best Practice-Beispiele zur Nachahmung anregen. Die Verbreitung der FuE-Ergebnisse wird durch begleitende Maßnahmen zum Technologietransfer einzelner Fördermaßnahmen wirkungsvoll unterstützt und soll Unternehmensgründungen im Bereich Multimedia anstoßen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
T

E

256

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

mit aufzunehmen. Start 2008 in ausgewählten (max. fünf) Modellregionen, Fördervolumen: 40 Mio. Euro.
Internet der Dinge (nextGenerationMedia) Pilothafte Entwicklung, Erprobung und Anwendung von neuen Technologien und Standards für die internetbasierte Vernetzung von intelligenten Objekten. Aktuelle Vorhaben im Rahmen des Förderprogramms NextGenerationMedia – Vernetzte Lebens- und Arbeitswelten zielen auf die Schaffung
von Referenzmodellen und Best-Practice-Beispielen mit Leuchtturmcharakter, die zum Nachahmen anregen sollen.
NextGenerationMedia bezieht sich auf die Anwendungsfelder Produktion und Logistik, Konsumelektronik und Gesundheitsversorgung.
Eine Vision besteht z.B. darin, Warenströme oder Produktionsabläufe quasi live über das Internet zu verfolgen mittels
Funkfrequenzkennzeichnung (Radio Frequency Identification, kurz: RFID) von Waren und Gütern. Objekte erhalten
mit Hilfe von RFID-Etiketten eine elektronische Identität. Die RFID-Technologie bietet neue und zukunftsweisende
Ansätze zur weiteren Optimierung und Effizienzsteigerung von Produktions- und Logistikprozessen. So sollen im Automobilbereich teure und Ruf schädigende Rückrufaktionen durch schnelle Rückverfolgung von fehlerhaften Automobilkomponenten möglichst vermieden werden. Laufzeit aktueller Vorhaben bis 2009, Fördervolumen ca. 40 Mio.
Euro.
Mobiles Internet (simoBIt) Die Maßnahme zielt darauf ab, anhand von zwölf Referenzprojekten Effizienz- und Wertschöpfungspotenziale in Mittelstand und Verwaltung durch den Einsatz von innovativen und sicheren mobilen IKTAnwendungen aufzuzeigen. Einen besonderen Stellenwert haben dabei neue Konzepte zur Gewährleistung höchster
IT-Sicherheit und zur nahtlosen Integration mobiler Technologien und Anwendungen in vorhandene betriebliche
Prozesse, Strukturen und Systeme. Im Rahmen der Projekte sollen modellhaft Technologieanwendungen entwickelt
und erprobt werden, die ein besonders hohes Innovations- und Breitenwirksamkeitspotenzial aufweisen, z. B. im medizinischen Bereich (Notfallmedizin, Krankenhaus und Pflege), im Lieferanten- und Servicebereich, im Bau- und produzierenden Gewerbe oder im Bereich des mobilen und kommunalen Infrastrukturmanagements. Laufzeit: 2007 bis
2010, Fördervolumen ca. 29 Mio. Euro.
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.theseus-programm.de
www.e-energie.info
www.nextgenerationmedia.de
www.simobit.de
11

Biotechnologie

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Der rasche Erkenntnisfortschritt in den Lebenswissenschaften eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten in der
Medizin, der Ernährungswirtschaft, der chemischen Industrie und weiteren Branchen. Die Chancen der modernen
Biotechnologie für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung, für den Schutz der Umwelt und die Schaffung
wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze sollen durch Förderung von Forschung und Entwicklung erschlossen werden. Die
Hightech-Strategie der Bundesregierung verfolgt dabei das Ziel, den Biotechnologiestandort Deutschland europaweit
nicht nur hinsichtlich der Zahl der Unternehmen, sondern auch der Umsatz- und Beschäftigtenzahlen an die Spitze zu
führen. Die Förderstrategie richtet sich an den Gliedern der Innovationskette aus. Mit einer umfangreichen Förderung
von Begleit- und Vorsorgeforschung trägt die Bundesregierung dazu bei, den gesellschaftlichen Diskurs zu neuesten
Entwicklungen der Lebenswissenschaften zu unterstützen.
T
Rahmenprogramm Biotechnologie – Chancen nutzen und gestalten:
– Grundlagen: Genomforschung an Mensch, Tier, Pflanze und Mikroorganismen;

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

–
–
–
–
–
–
–
–

Proteomforschung; Systembiologie und Bioinformatik
Kommerzialisierung: GO-Bio; KMU-innovativ
Anwendung in der Medizin: Tissue Engineering; Regenerative Medizin
Anwendung in der Ernährungswirtschaft: Ernährungsforschung
Anwendung in der Industrie: Nachhaltige Bioproduktion; BioIndustrie2021
Anwendung in der Energiewirtschaft: BioEnergie2021
Strukturbildung: BioPharma-Wettbewerb; GMP-Infrastruktur; Agrarforschung
Begleit- und Vorsorgeforschung: Ethische, rechtliche und soziale Aspekte (ELSA) der modernen Lebenswissenschaften und der Biotechnologie; Biologische Sicherheitsforschung; Ersatzmethoden zum Tierversuch
Internationale Zusammenarbeit

257

			

Hinweis: Neben der hier dargestellten Projektförderung wird auch mit Mitteln der institutionellen Forschungsförderung an biotechnologisch relevanten Fragestellungen gearbeitet.
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

178,1

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 262,9)

2006 (Ist)

223,6

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 312,3)

2007 (Soll)

205,8

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 306,3)

2008 (Soll)

234,9

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 337,7)

E
Deutschland verfügt mittlerweile europaweit über die meisten Biotechnologieunternehmen, die einen neuen und
hoch innovativen Bereich des Mittelstands bilden. Wichtige Randbedingungen für erfolgreiche biotechnologische
Innovationen sind Akzeptanz in der Bevölkerung und Verfügbarkeit von Wagniskapital. Aktuelle Fachinformationen
bietet www.biotechnologie.de.

12

schlüsseltechnologien/Produktionsforschung

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Neue Werkstoffe – insbesondere Nanomaterialien –, innovative Produktionstechnologien und vielseitig einsetzbare,
auf optischen Technologien basierende Systeme werden die technologische Leistungsfähigkeit und internationale
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft entscheidend mitbestimmen. Der Förderbereich Schlüsseltechnologien/Produktionsforschung zielt darauf, Wissenschaft und Wirtschaft in anwendungsbezogenen Projekten zusammenzubringen. Besondere Bedeutung haben dabei vom BMBF und der Industrie gemeinsam konzipierte Innovationsallianzen in Themenfeldern, die von besonderer strategischer Bedeutung für die nationale Wirtschaft sind.
T
– Nanomaterialien; Neue Werkstoffe
– Produktionssysteme und -technologien
– Optische Technologien

B

258

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

158,4

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 335,2)

2006 (Ist)

173,0

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 354,3)

2007 (Soll)

174,8

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 357,8)

2008 (Soll)

172,8

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 364,0)

E
Strategische Innovationsallianzen im Förderbereich wurden zur Verbesserung der Wirkungsgrade von organischen
Solarzellen, zur Entwicklung einer neuen Generation von Lithium-Ionen-Batterien und zur Bereitstellung neuer
Technologien zur molekularen Bildgebung initiiert. Darüber hinaus sind insbesondere Innovationen im Bereich der
Vermeidung von Produktpiraterie von besonderer Bedeutung. Detaillierte Informationen finden sich in den Beschreibungen der einzelnen Förderschwerpunkte.

12.1

nanomaterialien, neue werkstoffe	

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Leitziele des Förderprogramms WING – Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft sind die Stärkung
der Innovationskraft der Unternehmen, die Berücksichtigung des gesellschaftlichen Bedarfs und die Nutzung von Forschung und Technologie für nachhaltige Entwicklungen. Konkret spiegeln sich diese Forderungen in den spezifischen
Förderaktivitäten wider, die auf entsprechende Themen wie Gesundheit, Energie, Mobilität, Information/Kommunikation und Nachhaltigkeit fokussieren. Die Laufzeit des Förderprogramms WING ist von 2004 bis einschließlich 2008.
Für die Förderung stehen ca. 90 Mio. Euro jährlich zur Verfügung.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Im Rahmen von WING werden verstärkt die Förderung innovativer Werkstofftechnologien im Bereich des Klimaschutzes (Erhöhung der Effizienz von Energietechnologien) und der Gesundheit (Diagnostik) vorangetrieben. Als
Teil der Innovationsallianz Organische Photovoltaik werden Arbeiten unterstützt, die eine deutliche Verbesserung der
Wirkungsgrade und der Langlebigkeit von Material und Bauelementen sowie eine drastische Reduzierung der noch
hohen Herstellungskosten zum Ziel haben.
Die Innovationsallianz Lithium Ionen Batterie LIB 2015 ist auf die Entwicklung einer neuen, leistungsstarken Batteriegeneration ausgerichtet und fokussiert insbesondere auf neue Material-, Fertigungs- und Systemintegrationskonzepte.
Das technologische Ziel der Fördermaßnahme „Höchstleistungswerkstoffe für mehr Energieeffizienz“ besteht in der
Entwicklung neuer oder deutlich verbesserter Werkstoffe zur Erhöhung der energetischen und innermotorischen
Wirkungsgrade. Damit soll ein wesentlicher Beitrag zur Verringerung von CO2-Emissionen in der Energie- und Verkehrstechnik geleistet werden.
Neue Diagnostika und bildgebende Verfahren für Klinik und Arzneimittelentwicklung sind Ziel der neuen Technologieinitiative von BMBF und Industrie zur molekularen Bildgebung. Technologien zur molekularen Bildgebung bieten
die Chance, Erkrankungen im Frühstadium zu erkennen, besser zu diagnostizieren und gezielter zu therapieren als
derzeitige Verfahren der medizinischen Bildgebung. Deutschland und Frankreich arbeiten auf dem Gebiet der Medizintechnik eng zusammen. Partner aus beiden Ländern entwickeln die medizinische Bildgebung durch Magnetresonanztomografie entscheidend weiter.
Die Erkenntnisse der Nanotechnologie werden zunehmend auch in handwerklich geprägten Branchen eingesetzt.
Um dies zu unterstützen, sind Fördermaßnahmen für die Textilindustrie und Bauindustrie gestartet worden. KMU,
die auf dem Gebiet der Nanomaterialien und Nanotechnologie tätig sind bzw. ihr Geschäftsfeld durch den Einsatz von
Nanotechnologie erweitern wollen, wird mit der Förderinitiative NanoChance der Rücken gestärkt. Mit der Fördermaßnahme NanoFutur soll dem drohenden Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Das Programm unterstützt

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

259

Nachwuchsgruppen im Bereich Nanotechnologie und Nanomaterialien, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich
für die akademische oder industrielle Laufbahn qualifizieren.
E
Im Rahmen der Leitinnovation Nanomobil des BMBF konnten bereits wesentliche Erfolge hinsichtlich einer höheren
Energie- und Ressourceneffizienz sowie mehr Sicherheit im Automobilbau erzielt werden. Nanomaterialbasierte Innovationen ermöglichen hier entscheidende Schritte im Hinblick auf eine serienmäßige Einführung von Leichtbaukomponenten beispielsweise aus Aluminium oder Kunststoffkompositen, die insgesamt zu einer deutlichen Verbrauchsund CO2-Reduktion beim Automobil beitragen werden. Das BMBF hat neue Verfahren der Oberflächenmodifizierung
gefördert und in einer Folgephase deren Verbreitung in die industrielle Anwendung. Die Projekte zur Großflächenglasbeschichtung aus diesem Schwerpunkt haben industrietaugliche Prozesse hervorgebracht, durch die Anlagenbauer
aus Deutschland zum Weltmarktführer wurden.
Ein wichtiger Baustein der Nachwuchsförderung ist der Wettbewerb NanoFutur, der vom BMBF bereits zum zweiten
Mal vergeben wurde. Elf Preisträgerinnen und Preisträger werden in diesem Jahr mit insgesamt 16 Mio. Euro für fünf
Jahre unterstützt, um eine eigene Nachwuchsgruppe aufzubauen. Die Auszeichnung NanoFutur soll vor allem den
exzellenten Nachwuchs in der Nanotechnologie qualifizieren und seine beruflichen Perspektiven verbessern. Der
Erfolg der ersten Runde: Bereits sieben Preisträger haben den Ruf auf eine Professur erhalten.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.fz-juelich.de/ptj/wing

12.2

Produktionssysteme und -technologien

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Produktion und produktionsnahe Dienstleistungen erzielen mehr als zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung
in Deutschland. Forschung, Entwicklung und Qualifizierung nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, denn Investitionen
in Forschung, Entwicklung und Qualifizierung von heute sichern Arbeitsplätze und Lebensstandard in der Zukunft.
Um auch zukünftig auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben, spielt die Entwicklung intelligenter
Konzepte und innovativer Technik im Zusammenspiel von Produktionsforschung, Herstellern und Anwendern die
zentrale Rolle.
Unterstützt wird dies durch gezielte und zukunftsweisende produktionstechnologische Fördermaßnahmen wie das
1999 gestartete BMBF-Rahmenkonzept »Forschung für die Produktion von morgen«, mit dem eine vorwettbewerbliche,
anwendungsnahe Forschung in Verbundprojekten gefördert wird. Das Ziel hierbei ist, beispielhafte Lösungen für die
zukunftsfähige Produktion in Deutschland zu entwickeln und die Forschungsergebnisse für die breite Anwendung
besonders für KMU bereitzustellen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Das BMBF-Rahmenkonzept »Forschung für die Produktion von morgen« ist in folgende vier Handlungsfelder gegliedert, die im Rahmen einer in 2007 durchgeführten umfassenden Untersuchung zur Aktualisierung der Forschungsfelder bestätigt und inhaltlich neu ausgestaltet wurden.
Marktorientierung und strategische Produktplanung Zur Gewährleistung eines nachhaltigen Unternehmenserfolges in Zeiten zunehmender Globalisierung mit kürzeren Lebenszyklen und zunehmender Individualisierung wird
versucht, die internen Prozesse so zu ändern, dass mit den vorhandenen Ressourcen günstiger produziert werden
kann.
N

B

260

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

N

Der Mensch und das wandlungsfähige Unternehmen Unternehmensorganisation, Personalentwicklung, Innovationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit auf der einen Seite und Produktentwicklung sowie Produktionstechnologien
auf der anderen Seite sind eng miteinander verknüpft. Ihr effektives Zusammenspiel ist die Voraussetzung für international erfolgreiche Unternehmen. Dynamische, skalierbare Organisationen gewährleisten die Flexibilität auf
organisatorischer, technischer und personeller Ebene.
Die Forschungsaktivitäten der Produktionstechnik umfassen aktuell zwei thematische Schwerpunkte:
Ressourcen- und energieeffizienz in der Produktion Der durch das globale Wirtschaftswachstum verursachte wachsende Ressourcenverbrauch ist eines der gravierenden Probleme unserer Zeit. Er ist aber zugleich eine Chance für den
deutschen Maschinen- und Anlagenbau, eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der ressourcen- und energieeffizienten
Produktionsmaschinen und -anlagen einzunehmen und die internationale Führungsrolle als Exportnation zu erhalten. Um auch in Zukunft die notwendige Steigerung der Produktivität in der Produktionstechnik zu erreichen, muss
ein effizienter und intelligenter Umgang mit Material-, Energie- und Humanressourcen gelingen. Deshalb plant das
BMBF im Frühjahr 2008 eine breit angelegte Fördermaßnahme zu energie- und ressourceneffizienten Produktionssystemen.
Innovationen gegen Produktpiraterie Mit Innovationen gegen Produktpiraterie wird ein Themenfeld von großer
Bedeutung für eine wettbewerbsfähige Produktion aufgegriffen. Mit der in 2006 ausgeschriebenen Bekanntmachung
wird das Ziel verfolgt, einen Beitrag für einen wirksamen Schutz produzierender Unternehmen vor Produktpiraterie
zu leisten. Gefördert werden Forschungsprojekte die Lösungen suchen, wie Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteile so konstruiert werden können, dass es nahezu unmöglich ist, sie nachzuahmen. Ziel der Forschungsarbeiten
ist der »eingebaute Kopierschutz«, der technische, organisatorische und rechtliche Möglichkeiten zu umfassenden
Schutzkonzepten verknüpft.
E
Im Zeitraum 1999 bis Ende 2007 wurden 460 Mio. Euro Fördermittel für 340 Verbundprojekte mit knapp 2.000 Partnern
im Rahmen von 41 Ideenwettbewerben zur Verfügung gestellt. Von den am Programm beteiligten Partnern sind über
die Hälfte kleine und mittelständische Unternehmen, wobei 12 % der Unternehmen jünger als fünf Jahre sind. 70 % der
Mittel an die gewerbliche Wirtschaft aus dem Programm fließen an KMU.
Ein Beispiel für ein vorläufiges Ergebnis entsprechend der neuen Schwerpunktsetzung aus dem BMBF-Rahmenkonzept
»Forschung für die Produktion von morgen« ist die Gründung (1. Mai 2007) eines Informations- und Forschungsbündnisses, um Markenrechte sowie den fairen Wettbewerb zu sichern. Mehr als 40 Vertreter aus Fachpolitik, Wirtschaft
und Wissenschaft suchen mit Hilfe der Plattform »Innovationen gegen Produktpiraterie« gemeinsam nach Wegen,
die technischen Schutzmöglichkeiten vor Ideenklau zu erforschen. Anfang 2008 werden die ersten BMBF-Projekte für
die Entwicklung von Produktionsverfahren und -ausrüstungen gefördert. Für den Förderschwerpunkt »Innovationen
gegen Produktpiraterie« stellt das BMBF rund 15 Mio. Euro zur Verfügung.
Die Produktionsforschung beteiligt sich an KMU-innovativ: Mit der am 13. September 2007 vom BMBF gestarteten
Förderinitiative KMU-innovativ sollen auch für die KMU in der Produktionsforschung der Einstieg in die Forschungsförderung der Fachprogramme des BMBF erleichtert werden. Die Vorbereitung und Umsetzung der vielfältigen Forschungsergebnisse insbesondere für KMU wird durch den Projektträger, durch Industriearbeitskreise, Verbände u. a.
unterstützt.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt: www.produktionsforschung.de

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

12.3

261

optische technologien

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Optische Technologien umfassen Strahlquellen, Komponenten, Module, Systeme und Verfahren zur Erzeugung, Verstärkung, Übertragung und Anwendung von Licht. Das Licht ist ein Werkzeug mit unvergleichlichen Eigenschaften:
Präzision, Schnelligkeit sowie hohe Energie- und Informationsdichte. Deutschland nimmt in dieser Technologie eine
internationale Führungsposition ein. Diese gilt es zu erhalten und auszubauen. Basis dafür sind wissenschaftliche
Exzellenz und Technologiecluster mit dem Angebot einer exzellenten Berufsausbildung, mit leistungsfähigen Forschungseinrichtungen und international erfolgreichen Unternehmen. Mit ihrer Hightech-Strategie setzt die Bundesregierung auf diese Basis auf und zielt auf die Umsetzung der technologischen Chancen in Anwendungsbereichen der
Photonik, etwa bei der industriellen Messtechnik, den Produktionstechnologien, der Beleuchtung, der Medizintechnik
und den Kommunikationstechnologien. Förderprogramm Optische Technologien: Laufzeit 2002 bis 2012.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Im Programm Optische Technologien wurden im Jahr 2007 folgende Förderinitiativen gestartet:
Biophotonik III: geplantes Fördervolumen 22,6 Mio. Euro. Ziel der Biophotonik ist die Nutzbarmachung optischer
Verfahren zur Sichtbarmachung von Vorgängen in lebenden Zellen.
V

Messen und Prüfen mit optischen verfahren: geplantes Fördervolumen 21 Mio. Euro. Ziel der Bekanntmachung
zur optischen Messtechnik ist es, die speziellen Eigenschaften von Photonen zu nutzen (masselos, berührungslose
Wechselwirkung, blitzschnell). Diese Voraussetzungen sollen genutzt werden, um mittels Optischer Technologien,
Maschinen »Sinne« zu verleihen.
Materialbearbeitung mit brillanten laserquellen: geplantes Fördervolumen 20 Mio. Euro. Deutschland ist im Bereich
der Quellen für die Laserstrahlmaterialbearbeitung mit einem Anteil von 40 Prozent Weltmarktführer; diese Position
soll mit neuartigen, besonders leistungsstarken Laserquellen ausgebaut werden. Damit wird z. B. eine Verdopplung
der Produktivität bei der Herstellung von Komponenten im Bereich des Karosseriebaus angestrebt.
N

E
Strategische Partnerschaften für den Standort Deutschland initiiert in 2007 unter Beteiligung des Förderschwerpunkts
Optische Technologien:
O

Molekulare Bildgebung Im Oktober 2007 hat das BMBF gemeinsam mit führenden Unternehmen eine Technologieinitiative zur molekularen Bildgebung gestartet. Hier geht es um Verfahren, die Forschung, Diagnose und Therapie
auf der Ebene der einzelnen lebenden Zelle erlauben und damit in vielen Krankheitsgruppen erstmals Perspektiven

B

262

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

für eine individualisierte, ursächliche Behandlung eröffnen. Das BMBF plant, hierfür insgesamt 150 Mio. Euro, die
beteiligten Unternehmen planen Mittel in Höhe von bis zu 750 Mio. Euro bereitzustellen.
OLE

Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt: www.optischetechnologien.de

13

luftfahrtforschung

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Das Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo) dient der Forschungsförderung von Technologievorhaben der zivilen Luftfahrt. Es werden Zuwendungen für Einzelvorhaben und Investitionszuschüsse gewährt. Ziel der Bundesregierung ist
die Unterstützung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Luftfahrtindustrie am Standort Deutschland durch
Forschungs- und Technologieförderung.
Im Rahmen seiner Ressortforschung unterstützt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Forschungsprojekte zum sicheren Luftverkehr sowie lärm- und emissionsreduzierende Maßnahmen.
T
Thematische Schwerpunkte des BMWi:
– Umweltverträglicher Luftverkehr – Entwicklung eines nachhaltigen Luftverkehrssystems
– Steigerung der Transportleistung
– Sicherheit und Passagierfreundlichkeit
– Effiziente Luftfahrzeuge
– Fertigung, Wartung und Instandsetzung
– Alle Schwerpunkte stehen in einem ganzheitlichen Ansatz
– Integrierte Technologieprojekte – Sicherstellung der Systemkompetenz und Entwicklung
von innovativen Fertigungstechnologien
Thematische Schwerpunkte des BMVBS:
– Die Nutzung des Luftraumes durch die verschiedenen Teilnehmer am Luftverkehr ist Gegenstand
einer Validierungsstudie u. a. zur Integration von unbemannten Luftfahrzeugen (unmanned aerial
vehicle – UAV) in den Luftraum.
– Ebenso werden die Auswirkungen von Beimischungen von Biokraftstoff in Flugbenzin,
– lokale Umweltaspekte an Flughäfen sowie
– die Wechselwirkungen im Luftverkehr von lärm- und emissionsmindernden Maßnahmen untersucht.
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

38,7

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 109,4)

2006 (Ist)

51,1

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 124,4)

2007 (Soll)

		

2008 (Soll)

		

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

263

E
Reduzierung des verbrauchs: In Deutschland werden gewichtsreduzierte Turbinen mit emissionsarmer Verbrennung entwickelt. Damit lassen sich bei einem A320 rund 1,2 Tonnen Treibstoff auf 6.000 km einsparen und die NOxEmissionen um 50 % senken. Zukünftig kann durch die bereits anvisierte Entwicklung von Technologien für innovative
Antriebssysteme (z. B. Geared Turbo Fan, Offener Rotor) eine weitere deutliche Reduzierung des Treibstoffverbrauches
und der Emissionen erzielt werden.
einsatz neuer Materialien: Weiteres Potenzial liegt in der Verwendung sehr leichter Materialien (Faserverbundwerkstoffe). Auch hier wurden die technologischen Voraussetzungen bereits geschaffen. Zukünftig wird ein überwiegender Anteil der Flugzeuge aus diesem leichten und hochfesten Material bestehen. Ziel ist dabei der Verzicht
auf das tragende »Skelett«, wie es bei heutigen Flugzeugentwicklungen noch üblich ist. Mit einer sogenannten
Doppelschale (Sandwich-Bauweise) ist eine Gewichtsreduzierung von 30 % realisierbar. Informationen über die Luftfahrtforschungsprogramme werden auf den Internetseiten des Projektträgers Luftfahrt zur Verfügung gestellt:
www.dlr.de/pt%2dlf
Weiterführende Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen bieten die Internetseiten
der einzelnen Luftfahrtunternehmen und Forschungseinrichtungen. Eine Auswahl stellt der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI) in Form eines Mitgliederverzeichnisses und eines weiterführenden
Links unter folgender Adresse zu Verfügung: www.bdli.de

14

Forschung und technologie für Mobilität und verkehr

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Vor dem Hintergrund der Schlüsselbedeutung des Verkehrssystems für eine ökonomisch, ökologisch und sozial
nachhaltige Entwicklung hat das für die Verkehrsforschung federführende Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie sein Engagement auf wichtige Handlungsfelder fokussiert. Grundlage der Förderaktivitäten sind die
Forschungsprogramme »Mobilität und Verkehr« (bis 2007) sowie »Mobilität und Verkehrstechnologien« (seit 2008).
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, das Transitland Deutschland zur Logistikdrehscheibe Europas zu machen. Sie
strebt an, die Effizienz des Gesamtverkehrssystems zu steigern, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fahrzeugund Verkehrsindustrie zu verbessern, die Belastungen durch den Verkehr zu verringern sowie ein angemessenes und
sicheres Mobilitätsangebot für die gesamte Bevölkerung sicherzustellen.
Im Rahmen seiner Ressortforschung fördert das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mit acht
jährlich wiederkehrenden Programmen und sechs zeitlich befristeten Initiativen die Entwicklung eines nachhaltigen
integrierten Verkehrssystems in Deutschland. Hierzu gehören die Bereiche Infrastruktur, Betrieb, Telematik, Logistik,
Verkehrs- und Mobilitätsmanagement, Finanzierung, Safety, Security ebenso wie Fragen zu Energie sowie Klima und
der Einsatz innovativer Technologien.
T
Im Berichtszeitraum wurden vom BMWi u. a. folgende Förderschwerpunkte umgesetzt bzw. neu in Angriff genommen:
– Innovative Seehafentechnologien (ISETEC II): Entwicklung und bessere Vernetzung von neuen Umschlagtechnologien und Prozessabläufen im Hafen und im Seehafenhinterlandverkehr (www.isetec-2.de)
– Intelligente Logistik im Güter- und Wirtschaftsverkehr: Erforschung von betrieblichen und organisatorischen
Prozessoptimierungen zur Minderung von Engpässen und ökologischen Belastungen aufgrund des stark anwachsenden Güterverkehrs (www.intelligente-logistik.org)
– Alternative Antriebe/Hybrid-Aktionsplan: Optimierung von Antrieb und Energiespeichern für Hybridfahrzeuge
– Adaptive und kooperative Technologien für den intelligenten Verkehr (AKTIV): Vernetzung von intelligenten
Systemen im Fahrzeug mit intelligenter Infrastruktur und Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen zur
Steigerung der Leistungsfähigkeit des Straßennetzes (www.aktiv-online.org)

B

264

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

– Leitvision Verkehrsmanagement 2010: Erforschung deutlich effizienterer Methoden der Verkehrsgestaltung und
-steuerung (www.vm2010.de)
– System Schiene 2010/Leitvision Europäischer Schienengüterverkehr 2010: Steigerung der Effizienz und
Attraktivität des Verkehrsträgers Schiene mit dem Ziel, dass bis zum Jahr 2010 der größtmögliche Teil des Zuwachses an LKW-Fernverkehr auf die Schiene verlagert werden kann (www.schiene2010.de)
– Leiser Verkehr: Entwicklung innovativer Techniken zur Lärmminderung an der Quelle, also beim Rad-Schieneund Reifen-Fahrbahn-Kontakt (www.leiserverkehr.de)
Mit seinen durch Ressortforschung unterstützten BMVBS-Initiativen, wie dem Masterplan Güterverkehr und Logistik,
dem nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, der Umsetzung der Kraftstoffstrategie der Bundesregierung sowie der verstärkten Anwendungsförderung von Verkehrstelematik im Rahmen von
E-Ticketing und der Metaplattform Verkehrsinformation, soll das deutsche Verkehrssystem hin zu einem modernen
nachhaltigen, sicheren und integrierten System weiterentwickelt werden. Daneben werden ressortforschungsseitig
die kontinuierliche Verbesserung der Verkehrstechnik, Verkehrssicherheit sowie die Infrastrukturerhaltung und der
Infrastrukturausbau gefördert.
So ist es z. B. auch Aufgabe des BMVBS, die Anpassung moderner Technologien, wie beispielsweise der Magnetschwebetechnik, auf neue Anforderungen hin abzusichern und gegebenenfalls zu fördern (z. B. Magnetschwebetechnik im
Regionalverkehr). Das BMVBS wird bei seiner Arbeit durch seine sechs Ressortforschungseinrichtungen unterstützt
(Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Bundesanstalt für Straßenwesen, Deutscher Wetterdienst, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Bundesanstalt für Wasserbau, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung), die ihrerseits
spezifische Forschungsaufgaben wahrnehmen.
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

57,0

2006 (Ist)

48,6

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 92,8)

2007 (Soll)

118,0

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 155,7)

2008 (Soll)

123,0

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 165,1)

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 98,3)

E
Internationale Kooperation unter Federführung des BMWi:
– Seit 1978 besteht die Deutsch-Französische Kooperation in der Verkehrsforschung (DEUFRAKO), in deren Rahmen
Forschungsprojekte mit wissenschaftlicher und industrieller Beteiligung durchgeführt werden. Ziel ist die Lösung
gemeinsamer Probleme im Bereich der Verkehrsträger Straße und Schiene (www.deufrako.org).
– ERA-Net TRANSPORT wird von der Europäischen Kommission getragen. Ziel der beteiligten Ministerien und
Forschungsagenturen aus 13 europäischen Staaten ist die multilaterale Kooperation und Koordination der
öffentlich geförderten Verkehrsforschungsprogramme in Europa. Es sollen Netzwerke für gemeinsame
Forschungsaktionen gebildet werden (www.transport-era.net).
– Mit dem EUREKA UMBRELLA LOGCHAIN steht eine Plattform für gemeinsame europäische Forschungsprojekte
im Bereich des grenzüberschreitenden Gütertransports und der Logistik zur Verfügung. Diese Plattform wird
erfahrungsgemäß vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen genutzt (logchain.eureka.be).
Weiterführende Informationen können den Internetangeboten des BMWi (www.bmwi.de), des Projektträgers Mobilität und Verkehr (www.tuvpt.de) sowie der Nationalen Kontaktstelle Verkehr (www.nks-verkehr.eu) entnommen
werden.
Mit www.forschungsinformationssystem.de verfügt das BMVBS über eine Forschungsinformationsplattform, die
neben den Informationsplattformen der BMVBS-Ressortforschungseinrichtungen (www.dwd.de, www.bsh.de,
www.bafg.de , www.bbr.bund.de, www.bast.de) einen aktuellen Überblick über die Ergebnisse der Verkehrsforschung
ermöglicht.

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15

265

Raumordnung und städtebau; Bauforschung

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Im Rahmen seiner Ressortforschung fördert das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Forschungsaktivitäten in den Bereichen Raumordnung, Städtebau, Bau- und bautechnische Forschung.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt im »Programm Bauen und Wohnen im 21. Jahrhundert« Vorhaben in den folgenden Bereichen:
– Zukunftsverträgliches Wohnen in Stadt und Region
– Wissenstransfer neuester Erkenntnisse sowie Qualifizierung in der Bauwirtschaft
– Bauforschung und -technik
T
–
–
–
–
–
–
–

Demografischer Wandel in der Region
Europäische Raumentwicklungspolitik
Stadtverträgliche Nah- und Regionalmobilität
Altengerechte und familienfreundliche Stadtquartiere
Energieeffizientes Bauen
Klimagerechte Stadtentwicklung
Qualifizierung der mittelständisch organisierten Bauwirtschaft

Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

24,0

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 43,3)

2006 (Ist)

32,3

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 51,9)

2007 (Soll)

35,4

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 53,3)

2008 (Soll)

37,9

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 61,4)

15.1

Raumordnung, städtebau; Bauforschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Mit seinen Ressortforschungsaktivitäten »Modellvorhaben Raumordnung«, dem »Forschungsprogramm Stadtverkehr«
sowie den Initiativen »Zukunft Bau« sowie »Alten- und familienfreundliche Stadtquartiere« unterstützt das BMVBS die
zukunftssichere Entwicklung in den Bereichen Raumordnung, Städtebau sowie Bauen und Wohnen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Raumordnungsforschung des BMVBS beschäftigt sich u. a. mit Fragen des demografischen Wandels in der Region sowie der regionalen Kulturlandschaftsentwicklung. Ebenfalls wird mit Unterstützung der Ressortforschung der
deutsche Beitrag für eine europäische Raumentwicklungspolitik entwickelt. Das Forschungsprogramm Stadtverkehr
beschäftigt sich mit allen Aspekten einer nachhaltigen und stadtverträglichen Nah- und Regionalmobilität. Im Mittelpunkt steht die Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs sowie der planerische und organisatorische Umgang
mit der Feinstaub- sowie Stickoxydproblematik in Zusammenhang mit den europäisch festgelegten Grenzwerten. In
Zusammenhang mit den altengerechten und familienfreundlichen Stadtquartieren geht es um die Sicherung bzw.
Wiedererlangung attraktiver Lebenswelten im urbanen Kontext. Ausgehend von einem umfassenden Familienbegriff
werden neben generationen- auch geschlechterspezifische Anforderungen an das Wohnen, an die Freiräume und an

B

266

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

die Infrastruktur berücksichtigt. Im Mittelpunkt der Initiative Zukunft Bau steht zum einen die weitere Qualifizierung
der mittelständisch organisierten Bauwirtschaft selber und der Transfer neuester Erkenntnisse aus den Bereichen
technischer, funktionaler, architektonischer und ökologischer Qualität sowie Energieeffizienz, aber auch Fragen der
Übernahme moderner Techniken anderer Industriebereiche in die Bauwirtschaft und die Weiterentwicklung der
Rahmenbedingungen.
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.bbr.bund.de, Rubrik »Forschungsvorhaben«

15.2

Bauforschung – Bautechnische Forschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Forschungspolitische ziele Im Rahmen des BMBF-Programms »Bauen und Wohnen im 21. Jahrhundert« werden FUEVorhaben gefördert, die in längerfristiger Perspektive zu einer nachhaltigen, zukunftsverträglichen Entwicklung auf
unterschiedlichen räumlichen Ebenen beitragen. Aktuelle Strukturprobleme in der Bau- und Wohnungswirtschaft
sowie in den Kommunen und Regionen werden dabei berücksichtigt. Darüber hinaus werden Impulse für die Entwicklung und Erprobung neuer Bautechniken bis hin zu organisatorischen Innovationen gegeben, um insbesondere kleine
und mittlere Unternehmen der Bauwirtschaft dabei zu unterstützen, langfristig zukunftssichere und attraktivere
Arbeitsplätze zu schaffen und bei besserer Qualität der Bauausführung die Baukosten zu senken.
Schwerpunkt der Bautechnikforschung des BMVBS sind Fragen zur Energieeffizienz im Gebäude Bestand, Energieeffizientes Bauen sowie neue Materialien und Stoffe. Hierbei beschäftigt sich die BMVBS-Ressortforschung auch mit den
Rahmenbedingungen der verbesserten Markteinführung und -durchdringung.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
T
Säulen des Forschungsprogramms »Bauen und Wohnen im 21. Jahrhundert« sind:
– Zukunftsverträgliches Wohnen in Stadt und Region
– Bauforschung und -technik für eine nachhaltige Stadt- und Raumentwicklung
– Wissenstransfer und Qualifizierung
In diesen Förderschwerpunkten wird grundlegendes Orientierungswissen erarbeitet für die Entwicklung und Erprobung neuer Wege und Modelle für das Leben in unseren Städten und für das Bauen und Wohnen im 21. Jahrhundert.
Gleichzeitig werden Impulse gegeben, um die Innovationsfähigkeit der deutschen Bauwirtschaft, insbesondere der
KMU, durch gezielte Prozess- und Produkt- sowie organisatorische Innovationen zu stärken.
Besonderes Merkmal der Förderung ist die Verbindung von grundlagen- und anwendungsbezogener Forschung in
sogenannten Verbundprojekten mit Blick auf praktische Gestaltung und Interdisziplinarität unter Beteiligung von
Partnern aus Wissenschaft und Praxis.
Der Themenbereich Zukunftsverträgliches Wohnen in Stadt und Region befasst sich mit
– der Erarbeitung neuen Orientierungswissens als Basis für zukunftsgerechte Planungs- und Gestaltungskonzepte. Hier geht es vor allem um Auswirkungen des sozialen, wirtschaftlichen und technologischen
Wandels.
– anwendungsorientierten Modell-/Verbundvorhaben zur Entwicklung und Erprobung innovativer Handlungs–
konzepte bzw. planerischer Verfahren und Steuerungsmodelle für das zukunftsverträgliche Wohnen in Stadt
und Region. Von besonderem Interesse sind die Verknüpfung unterschiedlicher Ziel- und Handlungsebenen
(z.B. Städtebau/Wohnungsbau und Mobilität/Verkehr) wie auch die Vernetzung der Akteurinnen und
Akteure bzw. Betroffenen.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Der Themenbereich Bauforschung und -technik befasst sich mit
– neuen technischen und organisatorischen Bauverfahren und -materialien, die für eine qualitätsvolle,
nachhaltige und zugleich bezahlbare Gestaltung von Städten und Regionen dringend erforderlich sind,
– neuen Bauverfahren und -techniken für den Wohnungsbau, besonders unter dem Aspekt organisatorischer
Innovationen,
– neuen Modellen zum Wissenstransfer als Querschnittsaufgabe,
– der dauerhaft tragfähigen Organisation von Erfahrungsaustausch zwischen Politikern, Planern und anderen
Experten einerseits und Nicht-Fachleuten (Bauherren, Nutzerinnen und Nutzern, Bewohnerinnen und
Bewohnern, Selbsthilfegruppen etc.) andererseits sowie
– der Entwicklung von Best Practices.

267

		

ergebnisse und zusätzliche Informationen
E
B
E

Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.erabuild.net
www.urban-net.org
www.bbr.bund.de
Das Programm »Bauen und Wohnen im 21. Jahrhundert« befindet sich in der Einstellungsphase.

16

Forschung und entwicklung im ernährungsbereich

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt durch Ressortforschung
und Forschungsförderung eine gesunde Ernährung, ein besseres Ernährungsverhalten und eine bessere Ernährungsinformation, die Sicherung und Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität bei Lebensmitteln und den gesundheitlichen Verbraucherschutz durch Verbesserung der Lebensmittelsicherheit.
Die Ressortforschung des BMELV trägt erheblich zur Erreichung dieser Ziele bei. Dazu wurde u. a. das Max RubnerInstitut, Bundesinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe im Zuge der Neuordnung der Ressortforschung
des BMELV zum 1. Januar 2008 neu errichtet (Soll 2008: 45 Mio. Euro). Auch die übrigen neu errichteten Bundesforschungsinstitute unterstützen diese Ziele durch ihre Forschungsarbeiten.
Außerdem unterstützt das BMELV die Ziele durch sein Programm zur Innovationsförderung (Gesamt-Soll 2008: 20 Mio.
Euro) und das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (Gesamt-Soll 2008: 16 Mio. Euro).
Im Fokus der BMBF-Projektförderung im Ernährungsbereich stehen derzeit die molekularen Grundlagen einer gesunden Ernährung. Die Basis für Ernährungsempfehlungen soll hierdurch verbessert und die Entwicklung bedarfsgerecht optimierter, funktioneller Lebensmittel für spezifische Ernährungsgruppen vorangetrieben werden. Konkrete
Maßnahmen hierzu sind: Biomedizinische Ernährungsforschung (Laufzeit: 2008– 2011, Gesamtvolumen: 10 Mio. Euro),
Kompetenznetzwerke der molekularen Ernährungsforschung (Laufzeit: 2002 – 2009; Gesamtvolumen: 20 Mio. Euro),
Funktionelle Ernährungsforschung (Laufzeit: 2005 – 2008; Gesamtvolumen: 13 Mio. Euro) und Molekulare Grundlagen
der humanen Ernährung, in der junge Forscherinnen und Forscher die Möglichkeit erhalten, sich wissenschaftlich in
diesem Bereich zu etablieren (Laufzeit: 2007 – 2012; Volumen 9 Mio. Euro).

268

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

T
Schwerpunkte des BMELV:
– Ressortforschung des BMELV zu Ernährungsphysiologie, Ernährungsverhalten, Lebensmitteltechnologien,
Mikrobiologie, Sicherheit und Qualität bei Lebensmitteln
– Innovationsförderung des BMELV u. a. zur Reduktion von Allergenen in Lebensmitteln, Sicherheit
und Qualität bei Lebensmitteln, Energieeffizienz sowie Qualitäts- und Risikomanagement in der Ernährungswirtschaft
– Förderung der Forschung und Entwicklung zum Ökologischen Landbau durch das BMELV
Schwerpunkte des BMBF:
– Aufklärung der molekularen Wechselwirkung zwischen Lebensmittel/Lebensmittelbestandteilen und menschlichem Stoffwechsel und Identifizierung funktioneller bzw. präventivmedizinischer Eigenschaften von
Nahrungsinhaltsstoffen
– Nachweis der gesundheitlichen Wirksamkeit spezifischer Nahrungsstoffe und ihre Bioverfügbarkeit in
Lebensmitteln
– Entwicklung funktioneller Lebensmittel im Hinblick auf Prävention/Management ernährungsassoziierter
Krankheiten
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

28,5

2006 (Ist)

29,4

2007 (Soll)

60,4

2008 (Soll)

72,4

E
Besondere Vorhaben der Ressortforschung des BMELV:
W

Informationen zur Ressortforschung des BMELV: www.bmelv-forschung.de
Weitere Informationen zum Programm zur Innovationsförderung und zum Bundesprogramm Ökologischer Landbau
des BMELV beim Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter www.ble.de (Forschungsförderung).
Z

Weitere Informationen zu den BMBF-Maßnahmen im Bereich Ernährungsforschung: www.fz-juelich.de/ptj
Die Fördermaßnahme Kompetenznetze in der Agrar- und Ernährungsforschung nimmt die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Entwicklung der Agrarwissenschaften in Deutschland auf und zielt darauf ab, durch strukturbildende Prozesse die Wettbewerbsfähigkeit der Agrar- und Ernährungswissenschaften in Deutschland nachhaltig zu stärken.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

17

269

Forschung und entwicklung in der land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Das BMELV unterstützt durch Ressortforschung und Forschungsförderung eine nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft. Es unterstützt damit auch die Erschließung des Potenzials nachwachsender Rohstoffe, neue Perspektiven
für ländliche Räume, den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel. Die Ressortforschung des BMELV
trägt in erheblichem Umfang zur Realisierung dieser Ziele bei. Dazu wurden im Rahmen der Neuordnung der Ressortforschung des BMELV u. a. das Julius-Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen und das JohannHeinrich-von-Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume zum 1. Januar 2008 neu errichtet. Dem
Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit wurden zusätzliche Aufgaben übertragen. Die
Ziele werden zusätzlich durch die Programme des BMELV zur Förderung nachwachsender Rohstoffe, von Innovationen
und des ökologischen Landbaues unterstützt.
Das BMBF fördert die Pflanzengenomforschung sowie zukünftig die grundlagenorientierte Forschung im Kontext von
Landwirtschaft mit den Förderinitiativen Kompetenznetze in der Agrar- und Ernährungsforschung sowie BioEnergie
2021 – Forschung für die energetische Nutzung von Biomasse.
T
– Ressortforschung des BMELV zu Kulturpflanzen (u. a. Pflanzenzucht, Pflanzenschutz, Pflanzenbau), Tiergesundheit (u. a. Tierseuchen, Tierschutz, Tierhaltung, Tierernährung, Nutztiergenetik) und ländlichen Räumen,
Wald, Fischerei (u. a. Ökonomie, Technologie, Ökologie, nachwachsende Rohstoffe, Klima, Biodiversität und
ökologischer Landbau)
– Innovationsförderung u. a. zu Tierseuchen und Zoonosen, Pflanzenzüchtung, Pflanzenschutz, Energieeffizienz,
Elektronik in der Agrarwirtschaft und Tierzucht
– Förderung von Forschung und Entwicklung, Markteinführung und Demonstrationsvorhaben im Bereich der
nachwachsenden Rohstoffe
– Förderung von Forschung und Entwicklung im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

125,6

2006 (Ist)

194,3

2007 (Soll)

294,0

2008 (Soll)

315,5

E
Besondere vorhaben der Ressortforschung
Grippe mit und ohne vogel - Influenzaforschung am FlI Geflügelpest (bekannt auch als Vogelgrippe) ist eine seit
langem bekannte Tierseuche. Neu ist die Erkenntnis, dass es sich dabei um eine Zoonose handelt, d. h. um eine vom
Tier auf den Menschen übertragene Infektion. Besondere Bedeutung bekommt dieses an sich seltene Ereignis durch
die Möglichkeit der Veränderung des Geflügelpestvirus zu einem hochgefährlichen Pandemieerreger. Daher kommt
der Verhinderung und, bei einem Ausbruch, schnellen Bekämpfung der Tierseuche große Bedeutung zu. Am FriedrichLoeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit werden im Rahmen des Forschungssofortprogramms
Influenza der Bundesregierung Untersuchungen zur Verbesserung der Geflügelpestdiagnostik, zur Entwicklung moderner Markerimpfstoffe, zur Epidemiologie von aviären Influenzaviren sowie grundlegende Untersuchungen zu den
molekularen Grundlagen der krankmachenden Eigenschaften der Viren bei unterschiedlichen Wirten, neben Vögeln
auch Säugetiere, durchgeführt. In den nächsten drei Jahren sollen so wegweisende Erkenntnisse gewonnen und die
Vorbeugung gegen die Seuche verbessert werden.

B

2 70

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Weitere Informationen unter: www.fli.bund.de
Informationen zur Ressortforschung des BMELV unter: www.bmelv-forschung.de
Weitere Informationen zum Programm zur Innovationsförderung und zum Bundesprogramm Ökologischer
Landbau des BMELV beim Projektträger Bundesanstalt Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter: www.ble.de
(Forschungsförderung)
Weitere Informationen zur Förderung im Bereich nachwachsende Rohstoffe durch das BMELV beim Projektträger
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) unter: www.fnr.de

18

Bildungsforschung

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Bildung und Qualifikation sind entscheidende Voraussetzungen für eine innovationsfähige und Innovationschancen
nutzende Gesellschaft. Forschungs- und Innovationsförderung im Bildungsbereich muss daher auf eine konsequente
Entwicklung menschlicher Fähigkeiten und Kompetenzen zielen. Die Bundesregierung trägt auch deshalb auf vielfältige Weise zur Stärkung von Bildungsforschung bei. Eine besondere Bedeutung kommt der Schaffung und Weiterentwicklung geeigneter struktureller Rahmenbedingungen für eine empirische Bildungsforschung zu. Im Rahmen der
Forschungsförderung trägt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem im November 2007 öffentlich
vorgestellten Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung dazu bei, dass die Strukturen für
Bildungsforschung in notwendiger Weise weiterentwickelt werden. Zentrale Aspekte in diesem Zusammenhang sind
u. a. der Ausbau der informationellen Infrastruktur, d. h. die Schaffung von verbesserten Zugangsmöglichkeiten zu
amtlichen Daten für die Forschung, die verstärkte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Verbesserung des internationalen Austausches. Der weitere Ausbau von interdisziplinär arbeitender und problemorientierter
empirischer Bildungsforschung ist in Deutschland eine zentrale Zukunftsaufgabe. Dabei gilt es auch für den Bereich
der Bildungsforschung, den Wettbewerb zwischen Forschungseinrichtungen und Forschenden zu verstärken, Verfahren für mehr Transparenz und Koordination zu etablieren und – nicht zuletzt – eine Verständigung über Prioritäten
bei den vorrangig zu bearbeitenden Themen herbeizuführen. Mit einer Strategie, die unterschiedliche Varianten von
Forschungsförderung gezielt bündelt, wird die Bundesregierung dazu beitragen, dass qualitativ hochwertige und im
Zusammenhang mit notwendigen Bildungsreformen relevante Bildungsforschung in Deutschland zur Fundierung
bildungspolitischer Entscheidungen zur Verfügung steht.
Die Förderung der Bildungs- und Berufsbildungsforschung durch die Bundesregierung dient auch der Erfüllung der
Ressortaufgaben des BMBF. Die Forschung soll im Rahmen der gegebenen Zuständigkeiten bildungspolitische Entscheidungen des Bundes sowie die Zusammenarbeit mit den Ländern bei der Erfüllung der Gemeinschaftsaufgaben
nach Art. 91a und 91b GG wissenschaftlich vorbereiten und begründen, indem sie die Kenntnisse über das Bildungswesen insgesamt und seiner Teilbereiche wie auch zu den Beziehungen zu anderen Lebens- und Politikbereichen – auch
durch internationale Vergleiche – verbessert sowie qualitative und quantitative Planungs- und Entscheidungsgrundlagen bereitstellt. Zusätzlich fördert das BMBF Bildungsforschung auf dem Wege der Forschungsförderung (u. a. über
die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und einige Institute der Leibniz-Gemeinschaft)
sowie institutionell (z. B. Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB).
T
–
–
–
–
–
–

Institutionelle Förderung und Maßnahmen zur Stärkung der empirischen Bildungsforschung
Forschungsvorhaben im Kontext einer bildungsbereichsübergreifenden Bildungsberichtserstattung
Forschung in der allgemeinen Bildung
Berufsbildungsforschung
Hochschulforschung
Forschung zum Lernen und Weiterbildungsforschung

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

271

Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

92,3

2006 (Ist)

79,5

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 121,2)
(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 109,6)

2007 (Soll)

106,2

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 136,7)

2008 (Soll)

108,4

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 140,9)

E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.bmbf.de/de/6880.php

18.1

Institutionelle Förderung und Maßnahmen zur stärkung der empirischen Bildungsforschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Institutionelle Förderung Die Bundesregierung leistet gemeinsam mit den Ländern durch die institutionelle Förderung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Bildungsforschung in
Deutschland. Die geförderten Institute sind in diesem Zusammenhang insbesondere das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN), das
Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE), das Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung
(GEI) und das Deutsche Jugendinstitut (DJI).
Maßnahmen zur stärkung der empirischen Bildungsforschung Die Bundesregierung unterstützt eine umfassende
Bildungsreform in Deutschland, die zum Ziel hat, die Leistungsfähigkeit des Bildungswesens so zu verbessern, dass es
an die internationale Spitze zurückgeführt und gleichzeitig die durch PISA aufgezeigte dramatische Kopplung von
sozialer Herkunft und Bildungserfolg überwunden wird. Dazu ist eine leistungsstarke – international anschlussfähige
– empirische Bildungsforschung notwendig. Das BMBF hat im November 2007, gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz (KMK), das vom BMBF finanzierte Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung
vorgestellt. Die darin enthaltenen Schwerpunkte beinhalten insbesondere Maßnahmen zur strukturellen Förderung
der empirischen Bildungsforschung, thematische Schwerpunktsetzungen bei der Förderung der empirischen Bildungsforschung sowie Regelungen zur Verbesserung der Nutzbarmachung der Ergebnisse der empirischen Bildungsforschung für Reformen im Bildungssystem.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Folgende bereichsübergreifende Vorhaben des Rahmenprogramms zur Förderung der empirischen Bildungsforschung befinden sich bereits in der Umsetzungsphase:
Maßnahmen zur strukturellen Förderung der empirischen Bildungsforschung Dies betrifft insbesondere die Nachwuchsförderung (z. B. durch Reisekostenzuschüsse und Workshops für Nachwuchswissenschaftlerinnen und
Nachwuchswissenschaftler bei Fachtagungen), die Förderung des internationalen Austauschs (z. B. durch die Einrichtung eines internationalen Büros am DIPF), die Verbesserung der informationellen Infrastruktur (z. B. durch die
Einrichtung eines Forschungsdatenzentrums am Institut für Qualitätssicherung im Bildungswesen).
E

B

272

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Kompetenzdiagnostik Eng verknüpft mit der Konzeption eines Bildungspanels, das Kompetenzentwicklung im Lebenslauf zum Thema hat, ist die Frage, welche Kompetenzen in welchem Alter wie gemessen werden sollen und auch
tatsächlich valide gemessen werden können. Das BMBF hat deshalb eine Förderinitiative zur technologiebasierten
Kompetenzdiagnostik etabliert.
Weitere thematische Schwerpunkte sind:
– Steuerungsfragen unter Einbeziehung von Evaluationen auf den verschiedenen Ebenen des Systems
(vom Gesamtsystem bis zur Ebene einzelner Institutionen)
– Chancengerechtigkeit und Teilhabe
– Optimale Gestaltung von Lehr -/Lernprozessen
– Die bereits bestehende Förderinitiative Neurowissenschaft, Instruktion, Lernen (NIL)
– Professionalisierung des pädagogischen Personals
– Transfer von Wissen
E
Die meisten Forschungsergebnisse werden in der Reihe Bildungsforschung des BMBF publiziert. Genaue Angaben
finden sich unter www.bmbf.de/publikationen/2713.php.
Darüber hinaus werden einzelne Bände bei Verlagen publiziert, z. B. Arbeitsgruppe Internationale Vergleichsstudie
(Hrsg.): Schulleistungen und Steuerung des Schulsystems im Bundesstaat Kanada und Deutschland im Vergleich. Studien zur International und Interkulturell Vergleichenden Erziehungswissenschaft, Bd.9. Münster/New York/München/
Berlin: 2007.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.dipf.de
www.ipn.uni-kiel.de
www.die-bonn.de
www.gei.de
www.dji.de

18.2

Forschungsvorhaben im Kontext einer bildungsbereichsübergreifenden Bildungsberichtserstattung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Bund und Länder haben sich im Frühjahr 2004 auf eine gemeinsame unabhängige Bildungsberichterstattung in
Deutschland im Zwei-Jahres-Rhythmus verständigt. Kern des Bildungsberichts ist ein überschaubarer, systematischer,
regelmäßig aktualisierbarer Satz von Indikatoren (Output-/Outcome-, Input-, Prozess- und Kontextindikatoren). Der
erste nationale Bildungsbericht »Bildung in Deutschland« erschien Anfang Juni 2006.
Die Berichte 2008 und 2010 werden im Auftrag des BMBF und der KMK durch eine Autorengruppe unter Federführung
des Deutschen Instituts für internationale pädagogische Forschung erstellt.
Um die notwenige Weiterentwicklung des Indikatorenmodells sowie einzelner Indikatoren für bestimmte Bereiche
sicherzustellen, fördert das BMBF flankierende Forschungsprojekte.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Wissenschaftlicher Workshop zur Konzipierung des Schwerpunktthemas für den Bericht 2008; Weiter- bzw. Neuentwicklung des Indikatorenmodells und der Indikatorenkonstrukte mit den bereichsübergreifenden thematischen
Schwerpunkten Internationale Anschlussfähigkeit, Erfassung von Prozessmerkmalen und Indikatorisierung von Bildungsverläufen sowie entsprechende Weiterentwicklung konkreter, bereichsspezifischer Indikatoren.
E
Beiträge zur Weiterentwicklung konkreter, bereichsspezifischer Indikatoren, insbesondere:

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

273

Inanspruchnahme von Tageseinrichtungen vor der Schule; Übergang zwischen Kindergarten und Schule; ganztägige
Bildung, Betreuung und Erziehung für Kinder und Jugendliche im Schulalter; Übergänge zwischen allgemein- und
berufsbildendem Schulwesen; Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Evaluierung; informelles Lernen; Übergänge
in Beschäftigung und Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses; Studienverlauf.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.bildungsbericht.de

18.3
18.3.1

Forschung in der allgemeinen Bildung
wissenschaftliches Gutachten zum thema nachhilfe (2007)

Das Thema Nachhilfe spielt in der politischen und pädagogischen Diskussion immer wieder eine Rolle, sei es, weil eine
zunehmende Bedeutung für die Verbesserung der schulischen Leistungen unterstellt oder weil ein wachsender Markt
für private Bildungsanbieter vermutet wird. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die Forschungslage zu privater Nachhilfe
insgesamt lückenhaft bzw. unübersichtlich ist. Dies gilt in Bezug auf Angebot, Nachfrage und Umsatzvolumen am
Nachhilfemarkt ebenso wie hinsichtlich der pädagogischen und sozioökonomischen Effekte.
Das BMBF hat daher die Erstellung eines wissenschaftlichen Gutachtens zum Thema Nachhilfe unter folgenden Fragestellungen in Auftrag gegeben:
– umfassende Sachstandsanalyse zum Thema »organisierte (kommerzielle) Nachhilfe«
– umfassender Überblick über die Datenlage zum Thema (Markt für Nachhilfe, Nutzerinnen und Nutzer,
Marktvolumen)
– Überblick über die Datenlage zu den pädagogischen Effekten von Nachhilfe
– Überblick über vorhandene internationale Vergleichsdaten
– Benennung offener Forschungsfragen
E
Das wissenschaftliche Gutachten des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie gibt erstmals einen umfassenden Überblick über Forschungsstand und Datenlage zum Thema Nachhilfe in Deutschland. Danach haben ca.
25-30 % aller deutschen Schülerinnen und Schüler während ihrer Schülerbiografie Nachhilfe genommen, wobei sich
der Nachhilfebedarf auf die Übergänge und hier insbesondere auf die Sekundarstufe I (Klasse 8-10), auf die Hauptfächer (Mathematik, Fremdsprachen, Deutsch) sowie auf Gymnasien und Realschulen konzentriert. Es ist von einer
wachsenden Bedeutung kommerzieller Nachhilfe seit den 1970er Jahren auszugehen. Der Nachhilfemarkt erweist sich
als stark intransparent, sowohl hinsichtlich der pädagogischen Inhalte als auch des Finanzvolumens. Insbesondere
fehlen nahezu vollständig Angaben zur Qualifikation von Nachhilfelehrerinnen und -lehrern. Im internationalen
Vergleich deuten sich parallele (Österreich, Großbritannien) oder den Umfang in Deutschland weit übersteigende
(Korea, Japan) Tendenzen, aber auch kontrastierende Entwicklungen ab, in denen Nachhilfe kaum Bedeutung hat
(Kanada, Finnland, Niederlande).
18.3.2

empirische Forschung zu ganztägiger Bildung, erziehung und Betreuung (2005 – 2009)

Im Kontrast zur steigenden gesellschaftlichen Bedeutung ganztägiger Bildung, Erziehung und Betreuung sind empirisch fundierte Erkenntnisse zur Entwicklung und Wirksamkeit von Ganztagsangeboten bisher kaum vorhanden.
Das BMBF hat im Rahmen des Investitionsprogramms Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB) und unter Nutzung von
Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) wesentliche Schritte zur Überwindung dieses Forschungsdesiderats eingeleitet. Die vom BMBF geförderte Forschung zu relevanten Aspekten schulischer Ganztagsangebote findet dabei auch
Anschluss an die internationale Fachdebatte zu After School Programs und School Effectiveness.
Die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen – StEG untersucht die Bedingungen einer erfolgreichen Gestaltung
ganztägiger Schulen – innerhalb der Schule und im Zusammenwirken zwischen Schule und Umfeld – sowie die Veränderungen, die Ganztagsangebote ihrerseits bei der Entwicklung von Schule und deren sozialen Kontext bewirken. An

B

2 74

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

der Studie beteiligen sich derzeit 14 Länder. Dem Paradigmenwechsel von der Halbtagsschule zu schulischen Angeboten mit deutlich erweiterter Lernzeit unter jeweils spezifischen lokalen, sozialen und schulkulturellen Bedingungen
wird darüber hinaus durch vertiefende, insbesondere qualitative Studien Rechnung getragen. Auf der Basis neuer
Förderrichtlinien von 2007 werden ab 2008 Forschungsvorhaben in vier Themenschwerpunkten gefördert.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen – StEG (2004 – 2010): repräsentative Längsschnittstudie (drei Erhebungen), systematische Befragungen von Lehrerinnen und Lehrerinnen, pädagogischen Fachkräften, Schulleitungen,
Schülerinnen und Schülern, Eltern und außerschulischen Kooperationspartnern.
Ergänzende länderübergreifende Studien (2005 – 2008) bzw. ab 2007 Förderschwerpunkt Ganztägige Bildung,
Erziehung und Betreuung (2008 – 2010) mit insgesamt 36 Forschungsvorhaben (= 13 Verbundprojekte) zu vier Themenschwerpunkten: 1. Ganztagsschule im Rahmen sozialräumlicher und infrastruktureller Entwicklungen, 2. Professionsentwicklung und Veränderung der Berufskulturen in und durch Ganztagsschulen, 3. Ganztagsschule und
Familien/Peer Group-Entwicklung, 4. Individuelle Förderung im Rahmen einer veränderten Lehr- und Lernkultur in
Ganztagsschulen.
E
Publikation zu den Ergebnissen der ersten StEG-Erhebung von 2005: Holtappels, H.-G./Klieme, E. /Rauschenbach, T./
Stecher, L. (Hrsg.) (2007): Ganztagsschule in Deutschland. Weinheim und München.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.projekt-steg.de
www.lernkultur-ganztagsschule.de
www.uni-marburg.de/fb21/ifsm/ganztagsschule
www.studie-mukus.de

18.3.3

wissenschaftliche Begleitung »transkiGs« (2007-2010)

Wissenschaftliche Begleitung des BLK-Verbundprojektes »TransKiGS. Stärkung der Bildungs- und Erziehungsqualität
in Kindertageseinrichtungen und Grundschule – Gestaltung des Übergangs«, 1. April 2007 – 31. August 2010.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Das Vorhaben zielt auf eine Reformbegleitung ab, die eine wissenschaftlich fundierte Erfassung kindlicher Kompetenzentwicklung innerhalb der Transition Kita – GS in den Mittelpunkt ihrer Aufgaben stellt. Hierbei berücksichtigt
sie die Erkenntnislage zu Möglichkeiten und Grenzen der wissenschaftlichen Begleitung von Reformvorhaben in Kita
und GS und setzt sich die Weiter- bzw. Neuentwicklung geeigneter Erfassungsinstrumentarien als zentrales Ziel. Kompetenzentwicklungsprozesse werden dabei nicht isoliert, sondern unter Berücksichtigung eines komplexen Kontextvariablengeflechts betrachtet (Erfassung von Förderkompetenz der Erzieherinnen und Erzieher und Lehrerinnen und
Lehrer; Prozessqualität und Lernprozesse innerhalb der Erziehungs- und Bildungseinrichtungen).
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt: www.transkigs.de
18.3.4

Gelingensbedingungen kooperativer Unterrichtsentwicklung (2007 – 2008)

Gelingensbedingungen für die Umsetzung und Ausbreitung eines Ansatzes kooperativer Unterrichtsentwicklung,
1. November 2007 – 31. Mai 2008.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

275

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Welche Bedingungen sind für die Umsetzung und Ausbreitung des Ansatzes innerhalb aber auch zwischen Schulen
förderlich bzw. hinderlich? Identifiziert werden sollen Faktoren auf der Ebene von Schulen und der Koordination, die
zur erfolgreichen Umsetzung und Verbreitung beitragen können. Am Beispiel der bisherigen SINUS-Arbeiten werden
die Fachgruppen-Portfolios genauer analysiert. Hier sollen Indikatoren für eine systematische, d.h. zielbezogene und
materialgestützte Reflexion des Unterrichts erfasst werden. Diese Analysen werden zudem darüber Aufschluss geben,
inwieweit und in welcher Form Lehrkräfte in ihrer Unterrichtsentwicklung unterstützt werden können.
18.3.5

Forschung und entwicklung zur alphabetisierung/Grundbildung erwachsener

Ziel ist es, mit diesem Förderschwerpunkt den Forschungsstand und damit die Grundlagen dieses sensiblen Bereichs
der Erwachsenenbildung zu verbessern. Die im Rahmen des Förderschwerpunkts erzielten Ergebnisse sollen weiterhin zur Modernisierung der Alphabetisierungsarbeit beitragen und auch die bundesweit agierenden Akteurinnen
und Akteure in Wissenschaft und Praxis der Alphabetisierungsarbeit durch gemeinsame Arbeiten vernetzen und das
»Bündnis für Alphabetisierung« stärken.
Gesamtlaufzeit: Oktober 2007 bis Dezember 2012.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Zu folgenden Themenkomplexen sollen Forschungsarbeiten durchgeführt werden:
– Verbesserung der Grundlagen für die Alphabetisierung/Grundbildung von Erwachsenen
– Verbesserung der Effizienz von Beratung und Maßnahmen der Grundbildung
– Alphabetisierung/Grundbildung im Kontext von Wirtschaft und Arbeit
– Fortbildung und Professionalisierung der Lehrenden
E
Ergebnisse werden angestrebt
– zur Verbesserung der theoretischen Grundlagen, zur Verbesserung der Datenlage und zur Konzeptentwicklung
für die Profession »Erwachsenenalphabetisierer«,
– zur Überprüfung der Nachhaltigkeit der Kursangebote (Was ist aus den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geworden? Wie hat sich ihr Leben verändert? Hat der Kurs ihnen geholfen?),
– zur Ableitung von Empfehlungen für sinnvolle Veränderungen,
– zur Verbesserung der Erkenntnisse zu den verschiedenen Zielgruppen, deren spezifischen Lernproblemen und
Unterstützungsbedürfnissen, zum Erkennen und zum Abbau von Lern- und Zugangsbarrieren, zum Erschließen
neuer Lernwege (z. B. durch Mediennutzung),
– zu verschiedenen effektiven Möglichkeiten einer nachholenden Vermittlung von Grundbildungskompetenzen
in Kombination mit arbeitsbezogenen Kompetenzen,
– zu neuen Möglichkeiten zur Motivierung und Beratung,
– zur Sensibilisierung vorhandener Strukturen (z. B. Job-Center) für die spezifischen Probleme der Betroffenen und
zu deren Vernetzung mit der Alphabetisierungsarbeit u. a.

18.3.6

schule – wirtschaft/arbeitsleben

Übergeordnetes Ziel des Programms Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben (SWA) ist die Verbesserung der Berufsorientierung von Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen. Bei den Schulen handelt es sich überwiegend um Schulen
im Sekundarbereich I, aber auch Schulen im Sekundarbereich II und Förderschulen waren beteiligt. Das SWA-Programm (Laufzeit: 1. August 1999 bis 31. Dezember 2007) hatte ein Fördervolumen von insgesamt ca. 29,7 Millionen
Euro inklusive der ESF-Kofinanzierung. Es sprach im Prinzip drei Zielgruppen an bzw. verfolgte drei übergeordnete
Ziele:
– die Verbesserung der Fähigkeit von Jugendlichen, sich in der Arbeits- und Berufswelt erfolgreich zu behaupten,
– die Erhöhung der Ausbildungsbereitschaft von Betrieben und

B

2 76

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

– die Stärkung der Lehrkompetenzen an den Schulen im Bereich der Berufsorientierung.
Damit wird den Ausbildungs- und Arbeitsmarktproblemen schon im allgemeinbildenden Schulwesen vorbeugend
begegnet. Insgesamt wurden 46 Projekte durch SWA finanziert.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die einzelnen SWA-Projekte sind sowohl hinsichtlich ihrer Inhalte, ihres Umfangs als auch ihrer Zielgruppen sehr vielschichtig. Fünf inhaltliche Schwerpunkte lassen erkennen, wie die Projekte auch über ihren eigenen Wirkungsbereich
hinaus Impulse für die Verbesserung des Übergangs ins Arbeits- und Berufsleben geben:
– Förderung vorberuflicher Handlungskompetenz
– Neue Kooperationsformen zwischen Schule und Arbeitswelt
– Förderung besonderer Gruppen beim Übergang von der Schule in das Arbeits- und Berufsleben
– Innovative Berufsvorbildung unter Nutzung des Internets und
– Systematische Entwicklung und Organisation von Berufsorientierung im Schulalltag.
Nach achtjähriger Programmlaufzeit zeichnen sich folgende Konturen eines veränderten Verständnisses von
Berufsorientierung ab:
– Stärkung der Schülerinnen und Schüler in ihrer Selbstständigkeit und Eigenverantwortung
– Rollenwechsel der Lehrkräfte wie auch anderer Akteure zu Moderatorinnen und Moderatoren
– Anwendung veränderter Lern- und Lehrformen
– Verständnis von Berufswahl als Prozess
– Kooperation und Vernetzung der Akteurinnen und Akteure sowie Berufsorientierung als Angelegenheit der
ganzen Schule und Verankerung im Schulprofil
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.swa-programm.de
18.3.7

Kulturelle Bildung

Mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Bereich der kulturellen Bildung zielt das BMBF auf die Förderung
von Grundlagen und neuen Konzepten für die Aus- und Weiterbildung von kulturpädagogischem Personal in allen
Kunstsparten, auf die Förderung von Hochbegabten sowie auf nachhaltige Breitenwirkung der kulturellen Bildung
unter besonderer Berücksichtigung von interkulturellen Aspekten als Integrationshilfe für junge Menschen mit Migrationshintergrund. Außerdem werden Vorhaben gefördert, die den kompetenten Umgang mit neuen Medien in den
Künsten ermöglichen. Die Erforschung von kulturbezogenem Nutzungsverhalten und Eigenaktivitäten von Kindern
und Jugendlichen sowie von älteren Menschen ist ein weiterer Schwerpunkt.
18.4

Berufsbildungsforschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Das Ziel der geplanten Forschungsvorhaben ist es, Informationen, Daten und Vorschläge in Form von Expertisen und
empirischen Untersuchungen für berufsbildungspolitisches Handeln zu generieren und weniger praxisnahe Instrumente, z. B. in Form von Medien oder Lernmitteln für die berufliche Praxis, zu erstellen oder Umsetzungsprozesse zu
begleiten.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Gemäß dem Koalitionsvertrag sollen die Projekte zu
– der Erweiterung des Ausbildungsplatzangebotes mit Blick auf die demografische Entwicklung und eine
fortlaufende Strukturverbesserung der Berufsausbildung,

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

277

– der Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen den Bildungsbereichen,
– der praxisgerechten Modernisierung und Qualitätssicherung der Berufsbildung,
– der weitergehenden Förderung von Jugendlichen mit schlechten Startchancen sowie gering qualifizierten
Erwachsenen sowie zu
– der aktiven Mitgestaltung der europäischen Zusammenarbeit in der Berufsbildung führen.
E
Die bisher ausgelaufenen Projekte haben – wie beabsichtigt – die berufsbildungspolitischen Diskussionen zielorientiert weitergeführt, siehe beispielsweise die im Rahmen von Projekten entwickelten Handlungsempfehlungen zur
Gestaltung von flexiblen Ausbildungswegen sowie eines deutschen Qualifikationsrahmens. Weitere Projektergebnisse
liegen in Kürze vor.

18.5

Hochschulforschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
In einem deutlichen Missverhältnis zu der Wissensgesellschaften charakterisierenden Verwissenschaftlichung aller
Lebens- und Arbeitsbereiche steht die Wissenschaft selbst. In Forschung und Lehre ist erst seit relativ kurzer Zeit ein
gestiegenes Interesse an einer systematischen Beschäftigung mit den Prozessen der Generierung und Vermittlung
von wissenschaftlichem Wissen, seinen Erfolgsvoraussetzungen – dazu gehört auch die Gestaltung der Institutionen –
und Wirkungszusammenhängen zu verzeichnen. Die interne Gestaltung von Lehre und Forschung wie die externe
Governance geschehen bislang wenig theoriegeleitet, die enormen in den letzten Jahren angestoßenen Modernisierungs- und Reformmaßnahmen finden oft ohne adäquate wissenschaftliche Begleitung statt.
Übergeordneter Anspruch des neuen BMBF-Förderschwerpunkts Hochschulforschung ist es, diesem Defizit entgegenzuwirken, diesbezüglich vorhandene FuE-Kapazitäten zu stärken sowie zusätzliche FuE-Kapazitäten aufzubauen
und damit die Grundlage für objektivierbare Entscheidungen der Hochschulakteurinnen und -akteure zu vergrößern.
Als ein genuin interdisziplinäres Forschungsfeld, in dem substanzielles Gestaltungswissen nur durch disziplinübergreifende Forschungsarbeiten generiert werden kann, betrifft diese Stärkung der FuE-Basis eine ganze Reihe wissenschaftlicher Einzeldisziplinen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Im Herbst 2007 wurde hierzu eine erste Förderbekanntmachung veröffentlicht, die thematisch auf den Bereich der
Hochschullehre fokussiert ist. Ziel dieses ersten Förderangebots zum BMBF-Förderschwerpunkt Hochschulforschung
ist es, die bislang nur rudimentär vorhandenen wissenschaftlichen Grundlagen zur curricularen Gestaltung, zur Lehr
-/Lernprozessgestaltung sowie zur organisatorischen Gestaltung des Lehrbetriebs an Hochschulen zu erweitern und
damit aus der Forschung einen Beitrag zur Professionalisierung der Lehre insgesamt zu leisten. Gefördert werden
Vorhaben, die sich vornehmlich auf die wissenschaftliche Erstausbildung beziehen und deren Anspruch über eine
inkrementelle Verbesserung der vorgegebenen Vorlesung -/Seminarstrukturen und Inhalte hinausreicht. Vorgesehen
ist, zur Förderung entsprechender FuE-Vorhaben in den Jahren 2008 – 2010 insgesamt Mittel in Höhe von bis zu 12 Mio.
Euro zur Verfügung zu stellen.
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.zukunftswerkstatt-hochschullehre.de

B

2 78

18.6

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Forschung zum lernen und weiterbildungsforschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Das BMBF-Programm »Lernende Regionen – Förderung von Netzwerken« bildet das Kernstück des Aktionsprogramms
Lebensbegleitendes Lernen für alle. Gefördert werden 2001 – 2008 der Auf- und Ausbau bildungsbereichs- und trägerübergreifender regionaler Netzwerke mit ca. 135 Mio. Euro, davon 67 Mio. Euro aus dem ESF kofinanziert.
Die Themen der Lernenden Regionen orientieren sich an den jeweiligen für die betreffenden Regionen relevanten
Potenzialen und Problemstellungen. Hierzu gehören u. a. die Etablierung eines regionalen Bildungsmanagements,
ganzheitliche Beratung, Bildungsmarketing, Bildungsdatenbanken sowie die Erarbeitung von Konzepten an Schnittstellen zwischen den Bildungsbereichen: Übergänge in allen Lebensphasen, Entwicklung von neuen Bildungsangeboten für KMU, Ehrenamt sowie Mentoring.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Im Rahmen von zwei Programmvertiefungen werden seit 2006 insgesamt fünf Schwerpunkte in einer Auswahl
bestehender Lernender Regionen behandelt: Beratung, Übergangsmanagement, Lernzentren, KMU und Kommunale
Kooperation.
Zur Unterstützung der hier angestoßenen Prozesse ist darüber hinaus eine Verstärkung der regionenübergreifenden Themennetze eingerichtet worden. Diese Querschnittgruppen, die sich zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten aus den Lernenden Regionen gebildet haben, werden seit 2007 mithilfe von externer Expertise professionalisiert.
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.lernende-regionen.info

19

neue Medien in der Bildung und lernen im netz

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Für das Bildungssystem besteht heute mehr denn je die Notwendigkeit, flexibel auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren zu müssen. Diese wird sich mit Blick auf die demografische Entwicklung – nicht nur in den neuen
Bundesländern – noch verschärfen. Die digitalen Medien bieten enorme Potenziale für mehr Flexibilität in der beruflichen Bildung. Digitale Medien ermöglichen eine schnellere Anpassbarkeit von Lerninhalten an neue Entwicklungen
und veränderten Bedarf, aber auch neue methodische Zugänge zum Lernen und zur Kompetenzentwicklung, die für
Zielgruppen spezifisch genutzt werden können. Aufgrund der Entkopplung von Ort und Zeit beim Lernen und neuer
Freiheitsgrade bei der Skalierung von Lerneinheiten können darüber hinaus Qualifizierungsangebote geschaffen
werden, die besser auf individuelle Lerngewohnheiten und berufliche wie familiäre Bedingungen des Einzelnen abgestimmt sind. Um den Wirkungsgrad digitaler Medien in der beruflichen Bildung zu erhöhen, fördert die Bundesregierung dazu notwendige Forschungs-, Entwicklungs- und Erprobungsprozesse.
Ziel der Förderung ist es,
– die Potenziale der digitalen Medien zur Unterstützung struktureller Reformen in der beruflichen
Bildung nutzbar zu machen,
– durch beispielhafte Lösungen die berufliche Ausbildung und berufsbegleitende Qualifizierung in
einzelnen Branchen zu unterstützen,
– Beiträge zur Qualitätssicherung und -verbesserung mit Breitenwirkung zu leisten,
– neue Angebote und Dienstleistungen im Markt der beruflichen Weiterbildung zu stimulieren und
– zu einer Kultur des lebenslangen Lernens beizutragen.
Das Fördervolumen der von 2007 bis 2010 laufenden Fördermaßnahme beträgt 51,75 Mio. Euro.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

279

T
– Entwicklung und Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Qualifizierung
– Medien- und netzbasierte Ausbildungs- und Berufsorientierung
– E-Learning und virtuelle Szenarien zur Berufsvorbereitung
Finanzierung
Der Förderbereich ist ein ehemaliger Schwerpunkt des Förderbereichs Informations- und Kommunikationstechnik
(10) und daher in die dortigen FuE-Ausgaben mit eingerechnet.
E
Ergebnisse der bisherigen Förderung im Bereich Neue Medien in der beruflichen Bildung:
– Projektbeschreibungen: www.bmbf.de/pub/neue_medien_in_beruflichen_bildung.pdf
– Auditempfehlungen: www.bmbf.de/pub/neue_medien_in_der_beruflichen_bildung.pdf
Richtlinien zur Förderung von Vorhaben zur Entwicklung und zum Einsatz digitaler Medien in der
beruflichen Qualifizierung:
– Bekanntmachung vom 2. Januar 2007: www.bmbf.de/foerderungen/7323.php
Bericht der Expertenkommission »Bildung mit neuen Medien« für das BMBF vom 12. März 2007
– »Web 2.0: Strategievorschläge zur Stärkung von Bildung und Innovation in Deutschland«:
www.bmbf.de/pub/expertenkommission_web20.pdf
Richtlinien zur Förderung von Vorhaben zur Weiterentwicklung und zum Einsatz von Web 2.0 Technologien in der
beruflichen Qualifizierung:
– Bekanntmachung vom 15. Januar 2008: www.bmbf.de/foerderungen/12128.php

20

Innovation und verbesserte Rahmenbedingungen

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Die technologiepolitischen Maßnahmen zielen darauf ab, die Voraussetzungen für Innovationen und technischen
Fortschritt nachhaltig zu verbessern und damit die Innovationsfähigkeit vor allem der mittelständischen Wirtschaft
zu fördern. In der Hightech-Strategie hat die Bundesregierung die Forschungs- und Innovationsförderung mit der
Verbesserung der innovationsrelevanten Rahmenbedingungen verzahnt, um wirkungsvoller für wettbewerbsfähige
Unternehmen und nachhaltige Beschäftigung agieren zu können.
T
– Gründungen und junge Technologieunternehmen: Technologieförderung durch Finanzierung und
Beteiligung
– Förderung von Kooperationen zwischen mittelständischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, Netzwerken und einzelbetrieblichen Forschungsprojekten
– Technologietransfer aus der Wissenschaft
– Technologieorientierte Serviceeinrichtungen
Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

437,5

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 444,4)

2006 (Ist)

449,1

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 456,2)

2007 (Soll)

529,6

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 536,6)

2008 (Soll)

615,7

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 620,7)

B

280

20.1
20.1.1

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Innovationsfinanzierung für technologieorientierte Unternehmen und Gründer
High-tech Gründerfonds

Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in neu gegründete chancenreiche Technologieunternehmen,
die viel versprechende Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen. Er stellt Beteiligungskapital in einer ersten
Finanzierungsrunde bis zu 500.000 Euro, insgesamt maximal 1 Mio. Euro je Unternehmen bereit.
Der High-Tech Gründerfonds wurde 2005 gemeinsam vom BMWi, Industriepartnern (BASF, Telekom, Siemens) und
der KfW-Bankengruppe initiiert; Ende 2006 sind als weitere Partner Daimler, Bosch und Carl Zeiss beigetreten. Das
Fondsvolumen für die Investitionsphase bis 2011 beträgt insgesamt 272 Mio. Euro, davon 240 Mio. Euro vom BMWi.
Der High-Tech Gründerfonds soll insbesondere die Finanzierungslücke für neu gegründete Technologieunternehmen
decken, die durch den Rückzug von VentureCapital-Gesellschaften aus dieser frühen Phase entstanden ist.
E
Seit 2005 hat der High-Tech Gründerfonds bereits über 130 Zusagen für Beteiligungen an jungen Technologieunternehmen erteilt, die zum großen Teil bereits in konkrete Beteiligungsverträge umgesetzt werden konnten. Regionale
Schwerpunkte liegen in NRW, Bayern, Hamburg sowie Berlin/Brandenburg. Die finanzierten Unternehmen entstammen insbesondere dem Bereich Internet, Software und Kommunikationstechnologien sowie Biotechnologie und Medizintechnik. Der High-Tech Gründerfonds hat nach gut zwei Jahren zu einer erheblichen Belebung des sogenannten
Seed-Marktes für Gründungsfinanzierungen von Technologieunternehmen beigetragen. Im Jahr 2006 sind fast drei
von vier Finanzierungen deutscher Beteiligungskapitalgesellschaften in diesem Segment auf den High-Tech Gründerfonds entfallen; im Jahr 2007 war dieser Anteil geringer.
Weitere Informationen zu den finanzierten Unternehmen, zur Funktionsweise des Fonds und den regionalen Partnern
sind auf www.high-tech-gruenderfonds.de zu finden.

20.1.2

eRP-sondervermögen/europäischer Investitionsfonds

Verbreiterung des Angebots an Beteiligungskapital für junge Technologieunternehmen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Als gemeinschaftliche Initiative der Bundesregierung und des Europäischen Investitionsfonds (EIF) beteiligt sich der
ERP/EIF-Dachfonds zusammen mit privaten Kapitalgebern an VC-Fonds mit Fokus Deutschland. Zielgruppe sind junge
Technologieunternehmen in der Früh- und Wachstumsphase.
E
Investitionsvolumen von 287 Mio. Euro (Ende 2007) bereits vertraglich gebunden und damit Mobilisierung von über
1,5 Mrd. Euro Venture Capital.

20.1.3

eRP-startfonds

Mobilisierung von Beteiligungskapital für junge, innovative Technologieunternehmen
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Der ERP-Startfonds kofinanziert Beteiligungen an jungen Technologieunternehmen zu gleichen wirtschaftlichen
Bedingungen wie ein weiterer privater Beteiligungsgeber (Leadinvestor).
Laufzeit, Konditionen und Beteiligungsform richten sich nach Beteiligung des Leadinvestors. Der Leadinvestor berät
und unterstützt das Unternehmen und erhält dafür von der KfW eine Vergütung. Der Höchstbetrag eines KfW-Engagements liegt bei 3 Mio. Euro, dabei max. 1,5 Mio. Euro in der ersten Finanzierungsrunde.

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281

E
Seit Programmbeginn im November 2004 bis zum 3. Quartal 2007 hat der ERP-Startfonds 246 Beteiligungsverträge mit
einem Volumen von rund 120 Mio. Euro abgeschlossen.
20.1.4

eRP-Innovationsprogramm

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
– Finanzierung marktnaher Forschung und Entwicklung neuer Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen
(Programmteil I) sowie ihrer Markteinführung (Programmteil II)
– Finanzierung von Forschung und Entwicklung mit max. 5 Mio. Euro pro Vorhaben
Die Finanzierung besteht aus einem klassischen Kredit (Fremdkapitaltranche) und einem Nachrangdarlehen (Nachrangtranche) und kann von Unternehmen beantragt werden, die seit mehr als zwei Jahren am Markt tätig sind.
E
Seit Neuauflage des ERP-Innovationsprogramms Ende 2005 hohe Inanspruchnahme: 2006 wurden Zusagen in Höhe
von 1,64 Mrd. Euro erteilt – nach notwendiger Verminderung der Zinsverbilligung um 0,75 % p. a. in der Nachrangtranche und 0,25 % p. a. in der Fremdkapitaltranche auch 2007 mit 707 Mio. Euro weiterhin zufriedenstellende Inanspruchnahme des Programms.
20.1.5

existenzgründungen aus der wissenschaft (eXIst)

Dieser Förderschwerpunkt des BMWi zielt darauf, das Gründungsklima und unternehmerisches Denken an Hochschulen und Forschungseinrichtungen dauerhaft zu etablieren. Wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Geschäftsideen sollen systematisch durch Unternehmensgründungen in wirtschaftliche Wertschöpfung überführt werden.
Hierdurch sollen die Zahl und der Erfolg technologieorientierter und wissensbasierter Unternehmensgründungen
erhöht werden.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
E

E

E

B

282

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E
Das Programm »Existenzgründungen aus der Wissenschaft« (EXIST) wird vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer-ISI) wissenschaftlich begleitet. Ein Projektteam, zusammengesetzt aus dem Zentrum
für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), dem Johanneum Research (JR) aus Wien und dem Wissenschaftszentrum
Berlin (WZB), ist mit einer Evaluation von EXIST III betraut. Detaillierte Informationen zu allen drei Modulen des
EXIST-Programms sowie Beispiele für geförderte Gründungsvorhaben sind auf der Internetseite des Programms unter
www.exist.de erhältlich. Dort können auch die vierteljährlich erscheinenden »EXIST-News« bestellt werden.
20.2 verbesserung des technologie- und wissenstransfers/Förderung von Forschungskooperationen
und innovativen netzwerken
20.2.1

Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)

Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) hat das Ziel, durch die Unterstützung vorwettbewerblicher Forschungsprojekte insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Forschungsergebnissen zu erleichtern. In
Abstimmung mit Unternehmen schlagen Forschungsvereinigungen, die Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen »Otto von Guericke« e.V. (AiF) sind, branchenweit bzw. für ein Technologiefeld relevante
Forschungsvorhaben vor, die durch Universitätsinstitute oder gemeinnützige Forschungseinrichtungen bearbeitet
werden sollen. Die Resultate der IGF-geförderten Vorhaben stehen allen Unternehmen ohne Einschränkung zur Verfügung.
Durch die IGF entstehen Forschungsnetzwerke zwischen der mittelständischen Wirtschaft, staatlichen Hochschulen
und unabhängigen Forschungsinstituten. Zunehmend sind auch Großunternehmen in die IGF eingebunden, da sie
mit dem Mittelstand in Industriellen Wertschöpfungsketten vernetzt sind.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die IGF wurde 2005 stärker auf den Bedarf der mittelständischen Wirtschaft ausgerichtet. Gleichzeitig wurde der projektbezogene Nachweis der Beteiligung der Wirtschaft eingeführt. Mit dem Initiativprogramm Zukunftstechnologien
für KMU (ZUTECH) stimuliert das BMWi zusätzlich den Innovationsprozess im Mittelstand. Dabei werden branchenübergreifende Kooperationen besonders bei Spitzentechnologien gefördert. Im Rahmen der Hightech-Strategie der
Bundesregierung wurde 2006 die Förderung von Clustern ermöglicht. Innerhalb des Forschungsrahmenprogramms
der EU koordiniert die AiF ein ERA-Net-Projekt (European Research Area Network) im Bereich der Gemeinschaftsforschung. An diesem Verbundprojekt CORNET (Collective Research Network) sind 23 Ministerien und Projektträger aus
17 Ländern und Regionen Europas beteiligt, die für 18 FuE-Programme verantwortlich sind. Daraus entstehen auch
langfristige Strategien zur Gemeinschaftsforschung in Europa.
E
Die im Jahr 2005 begonnene erweiterte Erfolgskontrolle durch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung zeigt ein positives Ergebnis. Die Zwischenberichte bescheinigen der Förderung eine hohe Wirksamkeit und
Effizienz. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass mit erheblichem zeitlichen Abstand durchschnittlich je Projekt ca.
zehn Unternehmen die Ergebnisse nutzen.
20.2.2 Programm Förderung der erhöhung der Innovationskompetenz mittelständischer
Unternehmen (PRo Inno II)
Die Förderung von Forschungs- und Entwicklungskooperationen von kleinen und mittleren Unternehmen untereinander und mit Forschungseinrichtungen verbessert die Innovationsfähigkeit des Mittelstands, beschleunigt das
Engagement der Unternehmen zur Erneuerung ihrer Erzeugnisse, Technologien und Dienstleistungsangebote und
intensiviert den Technologietransfer.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

283

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Förderung ist technologie- und branchenoffen. Gefördert werden
– Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen,
– Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen,
– Kooperationsprojekte eines Unternehmens im Rahmen eines FuE-Auftrags,
– Personalaustausch zwischen Unternehmen und mit Forschungseinrichtungen sowie
– Einstiegsprojekte von Unternehmen im FuE-Bereich.
E
Im Rahmen der PRO INNO-Förderung wurden seit 1999 rund 10.000 innovative mittelständische Unternehmen und
Forschungseinrichtungen mit gut 1,2 Mrd. Euro unterstützt und damit neue FuE-Projekte von rund 3,6 Mrd. Euro gestartet. Analysen belegen, dass pro eingesetzten Förder-Euro eine Umsatzsteigerung von 20,50 Euro bei den geförderten
mittleren Unternehmen (4,80 Euro bei kleinen Unternehmen) erreicht und mit 15.000 Euro Fördermittel ein neuer
Arbeitsplatz geschaffen oder gesichert wird. Weiterführende Informationen zum Programm und zur Förderung sind
unter www.forschungskoop.de zu erfahren.
Mit dem Ziel einer höheren Nutzerfreundlichkeit und Reduzierung der Programmvielfalt wird das BMWi seine Maßnahmen zur Technologieförderung für den Mittelstand inhaltlich neu gestalten. Im Mittelpunkt steht das Zentrale
Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), das die auf marktnahe FuE-Kooperationen und innovative Netzwerke gerichteten Fördermaßnahmen des BMWi (PRO INNO II, InnoNet, NEMO) zusammenfasst und erweitert. Es ist vorgesehen,
dieses neue Programm zum 1. Juli 2008 zu starten.
20.2.3

Förderwettbewerb netzwerkmanagement-ost (neMo)

Durch die Förderung sachkompetenter technologischer und betriebswirtschaftlicher externer Managementleistungen
soll die Bildung und Entwicklung von innovationsorientierten marktnahen Netzwerken in den neuen Bundesländern
angestoßen werden. Die in diesen Netzwerken zusammenarbeitenden, überwiegend kleinen und jungen Unternehmen sollen dadurch in die Lage versetzt werden, mit größerer Innovationskompetenz und breiterer Technologiebasis
gemeinsam am Markt aufzutreten, um die Herausforderungen der Globalisierung zu bewältigen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Förderung ist technologie- und branchenoffen. Wesentliche Fördergebiete sind:
– Neue Fertigungstechnologien im Maschinen- und Anlagenbau,
– Medizintechnik, optische Technologien, Mikrosystemtechnik, Sensorik,
– Neue Werkstoffe und Materialien,
– Erneuerbare Energien, Umwelt- und Biotechnologien sowie
– Informations- und Kommunikationstechnik.
E
Im Rahmen der Förderung wurden seit 2002 in bisher neun Wettbewerbsrunden 183 Netzwerke gefördert. In diese
Netzwerke sind rund 1.500 mittelständische Unternehmen mit annähernd 40.000 Beschäftigten und einem Umsatzvolumen von 3,3 Mrd. Euro eingebunden. Untersuchungen belegen, dass pro eingesetzten Förder-Euro eine Umsatzsteigerung von 22 Euro bei den beteiligten Unternehmen erreicht und mit 11.000 Euro Fördermittel ein neuer Arbeitsplatz
geschaffen wird.
Weiterführende Informationen zum Programm und zur Förderung sind unter www.forschungskoop.de zu erfahren.
Das Programm wird ebenfalls Teil des künftigen Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM). Aufgrund der
mit NEMO erreichten guten Ergebnisse ist vorgesehen, die Förderung auf ganz Deutschland auszuweiten.

B

284

20.2.4

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Kompetenznetze Deutschland

Die BMWi-Initiative vereint die leistungsstärksten Innovationsnetze in Deutschland. Zentrales Anliegen ist die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, um den Wissenstransfer zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland zu stärken. Sie unterstützt in neun Innovationsfeldern die Entwicklung von international sichtbaren Clustern und Regionen. Daneben sollen die vielfältigen Kompetenzen des Innovationsstandortes
Deutschland vor allem international – z. B. für Investoren und Kooperationspartner – besser vermarktet werden.
E
Derzeit sind 120 Netze in der Initiative vertreten, in denen sich über 1.600 Forschungseinrichtungen und über 7.000
Unternehmen sowie Dienstleister engagieren. Weitere Informationen zu den Kompetenznetzen, z. B. den beteiligten Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Partnern und Innovationshighlights sowie den Regionen sind auf
www.kompetenznetze.de zu finden.
20.2.5

spitzencluster-wettbewerb

Ziel des Ende August 2007 gestarteten Spitzencluster-Wettbewerbs des BMBF ist es, die Innovationskraft der leistungsfähigsten Cluster aus Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken und sie auf dem Weg in die internationale Spitzengruppe zu unterstützen. Unter dem Motto »Deutschlands Spitzencluster - Mehr Innovation. Mehr Wachstum. Mehr
Beschäftigung« soll die Förderung dazu beitragen, dass die Cluster ihre Ideen schneller in neue Produkte, Prozesse
und Dienstleistungen umsetzen.
In drei Wettbewerbrunden sollen jeweils bis zu fünf Spitzencluster ausgewählt werden, die über einen Zeitraum von
maximal fünf Jahren mit insgesamt bis zu 200 Millionen Euro gefördert werden können. Thematische Vorgaben gibt
es dabei nicht: Ausgewählt werden die Bewerber mit den besten Strategien für Zukunftsmärkte - in ihren jeweiligen
Branchen.
Im März 2008 hat die unabhängige Jury aus den insgesamt 38 Bewerbungen der ersten Wettbewerbsrunde 12 Finalisten
ausgewählt. Die Entscheidung über die bis zu fünf Spitzencluster der ersten Runde wird im September 2008 fallen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Grundlage der Förderung ist eine gemeinsame Strategie, die auf den jeweiligen Stärken der Cluster aufsetzt und auf
die Ausschöpfung noch ungenutzter Entwicklungspotenziale ausgerichtet ist. Die Berücksichtigung der gesamten
Innovationskette - von der Idee bis zur wirtschaftlichen Verwertung - wird dabei vorausgesetzt. Bei der Auswahl der
Strategien werden sowohl die Entwicklungspotenziale sowie die Kreativität und Innovativität des Ansatzes als auch
der bereits erreichte Entwicklungsstand des Clusters berücksichtigt.
Die Umsetzung der Strategien soll durch geeignete Projekte der Clusterpartner erfolgen, z. B. in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Nachwuchsförderung und Qualifizierung, Gewinnung von Fach- und Führungskräften und
Clustermanagement.

E
Auf Basis einer begleitenden Evaluierung wird der Verlauf der Maßnahme intensiv untersucht.
Weitere Informationen unter:
www.spitzencluster.de
20.2.6

Die Forschungsprämie

Mit der Forschungsprämie des BMBF - d.h. die Forschungsprämie für die öffentliche Forschung (Start: Februar 2007)
und die ForschungsprämieZWEI für die gemeinnützigen Forschungseinrichtungen (Start: Oktober 2007) – wird den
Hochschulen und Forschungseinrichtungen ein deutliches Signal gegeben: Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft,

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285

insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), lohnt sich.
Für jeden abgeschlossenen FuE-Auftrag, den eine Hochschule oder Forschungseinrichtung für ein Unternehmen mit
bis zu 1.000 Mitarbeitern durchgeführt hat, kann eine Forschungsprämie beantragt werden. Die Höhe beträgt 25% des
Auftragsvolumens, pro FuE-Auftrag mit einer Obergrenze von 100.000 €. Damit wird ein spezieller Anreiz gegeben,
stärker und frühzeitiger wirtschaftsrelevante Themen in der Forschung aufzugreifen.
Um zusätzliche Potenziale für eine breite Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu mobilisieren, kann die Forschungsprämie sowohl für Forschung und Entwicklung, Validierung von FuE-Ergebnissen als auch für Strategieentwicklungen
im Technologietransfer, Weiterbildungs- oder Kommunikationsvorhaben verwendet werden.
E
Auf Basis einer begleitenden Evaluierung wird der Verlauf der Maßnahme intensiv untersucht.
Weitere Informationen unter:
www.forschungspraemie.de
20.2.7

KMU-innovativ

In vielen Bereichen der Spitzenforschung sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Vorreiter des technologischen
Fortschritts – trotz knapper zeitlicher und personeller Ressourcen.
Um den KMU, die bislang nicht an den Forschungsprogrammen des BMBF teilgenommen haben, einen unbürokratischen und beschleunigten Einstieg in die Förderung zu ermöglichen und ihnen so den Zugang zu anspruchsvollen
Forschungsverbünden der Fachprogramme zu bereiten, hat das BMBF im September 2007 eine Förderinitiative KMUinnovativ auf den Weg gebracht.
KMU, die Spitzenforschung betreiben, erhalten einen bevorzugten Zugang in den Technologiefeldern, die für Wachstum und Wohlstand in Deutschland besonders wichtig sind.
Die Förderung erfolgt themenoffen innerhalb der Technologiefelder: Wichtiger als die exakte Einordnung in ein spezifisches Themengebiet sind Exzellenz und Innovationsgrad der Projekte sowie hohe Verwertungschancen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
KMU-innovativ steht kleinen und mittleren Unternehmen in den Technologiefeldern offen, die für Deutschlands Zukunft besonders wichtig sind: Biotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologien, Nanotechnologie,
Optische Technologien, Produktionstechnologie sowie Technologien für Ressourcen- und Energieeffizienz.
Die Vorteile von KMU-innovativ für Unternehmen:
– Beratung durch den Lotsendienst: Unternehmen kommen schnell und verlässlich zur richtigen Antragsstelle.
– Schnelles Verfahren: Keine Bearbeitung von Projektskizze und Antrag dauert länger als insgesamt vier Monate.
– Vereinfachte Bonitätsprüfung: Auch kleine Unternehmen haben eine Chance.
E
Weitere Informationen unter
www.kmu-innovativ.de
20.2.8 Förderung von Forschung und entwicklung bei wachstumsträgern in benachteiligten Regionen –
Innovative wachstumsträger (Inno-watt)
Das Programm INNO-WATT (Laufzeit: 2004 – 2008) zielt auf die Stimulierung des wirtschaftlichen Aufholprozesses
in benachteiligten Regionen. Neben den ostdeutschen Flächenländern ist ganz Berlin in die Förderung einbezogen.
Mit den Mitteln werden KMU der gewerblichen Wirtschaft und externe Industrieforschungseinrichtungen bei der
Entwicklung risikoreicher, hochwertiger und marktorientierter Erzeugnisse und Verfahren unterstützt.

B

286

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Das Programm INNO-WATT ist technologieoffen. Es werden FuE-Vorhaben, die auf neue Erzeugnisse oder Verfahren
zielen, sofern sie nicht ausschließlich Studiencharakter haben oder sich mit der Erarbeitung und Aufbereitung von
Informationen befassen (z. B. Datenbanken, Kataloge, Handbücher etc.), von der Detailkonzeption bis zur Fertigungsreife gefördert. Die Förderung besteht in der Gewährung eines nicht rückzahlbaren Zuschusses zu den Gesamtkosten
des FuE-Vorhabens.
E
Im Ergebnis der Evaluierung durch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung Karlsruhe wurde
dem Programm eine hohe Wirksamkeit und Effizienz bescheinigt. Es erreicht rund 50 Prozent aller FuE-Beschäftigten
in kleinen und mittleren Unternehmen der neuen Länder. Damit prägt es in entscheidendem Maße die wirtschaftliche
Entwicklung dieser Unternehmensgrößenklasse, die in Ostdeutschland vorherrscht. Die geförderten innovativen Unternehmen haben mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten von Umsatz, Export und Beschäftigung wesentlich
zur Entwicklung des ostdeutschen verarbeitenden Gewerbes beigetragen.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.inno-watt.de
20.2.9

Förderung innovativer netzwerke (Innonet)

Dieses Programm fördert die Zusammenarbeit zwischen KMU und Forschungseinrichtungen schon in der FuE-Phase,
damit FuE-Ergebnisse schneller in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen umgesetzt und Forschungseinrichtungen angeregt werden, ihre Arbeitspläne stärker auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen
auszurichten. Forschungseinrichtungen sollen zudem stärker trägerübergreifend kooperieren, um zusätzliche Synergieeffekte für die KMU nutzbar zu machen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Gefördert werden Verbundprojekte der industriellen Forschung, bei denen mindestens zwei Forschungseinrichtungen
und mindestens vier KMU arbeitsteilig zusammenwirken, ohne Einschränkung auf bestimmte Technologien. Seit Ende
2006 werden auch Vorhaben gefördert, bei denen sich deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen an
internationalen Projekten beteiligen.
E
Wissenschaftliche Untersuchungen bescheinigen der Fördermaßnahme gute Wirkungen. So können in gut 50 % der
Fälle Forschungsergebnisse wirtschaftlich verwertet werden. Die Unternehmen verzeichnen vielfältige Lerneffekte,
die ihre technologische Basis erweitern; es werden neue Innovationen angestoßen und Netzwerke gebildet.
Die Laufzeit als eigenständiges Förderprogramm ist auf den 30. Juni 2008 beschränkt; danach wird das Programm als
eine Komponente des ZIM weiter geführt.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.vdivde-it.de/innonet

20.2.10

Innovationswettbewerb »wirtschaft trifft wissenschaft«

Mit seinem Innovationswettbewerb »Wirtschaft trifft Wissenschaft« fördert das BMVBS in seiner Eigenschaft als Beauftragter der Bundesregierung für die Angelegenheiten der neuen Länder neue Ansätze für einen Transfer wissenschaftlicher und technischer Innovationen in konkrete wirtschaftliche Anwendungen. Ziel des Wettbewerbs ist es,
das Potenzial von Forschungseinrichtungen noch stärker in gemeinsame Innovationsprozesse mit der Wirtschaft
einzubringen und die Position der Hochschulen in den neuen Ländern als »regionale Anker« in den Innovationsprozessen zu stärken.

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Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Der vom BMVBS geförderte Wettbewerb »Wirtschaft trifft Wissenschaft« berücksichtigt Universitäten, An-Institute
von Hochschulen, öffentliche Forschungseinrichtungen sowie Fachhochschulen mit Sitz in den neuen Ländern und
bezieht sich auf die Entwicklung neuer effizienter Wege und Formen für professionellen Wissens- und Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft sowie deren Erprobung in der Umsetzung (Förderetat bis 2010: rund
23,4 Mio. Euro).
E
Im Wettbewerb »Wirtschaft trifft Wissenschaft« konnte die erste Förderrunde im September 2007 abgeschlossen werden. Die zweite Förderrunde wurde gleichzeitig gestartet.
Weitere Informationen unter:
www.fz-juelich.de/ptj/wirtschaft-trifft-wissenschaft
20.2.11

Förderprogramm »sIGno – schutz von Ideen für die gewerbliche nutzung«

Unter der Dachmarke »SIGNO – Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung« fördert das BMWi den Technologietransfer durch die effiziente Nutzung von Geistigem Eigentum. Hervorgegangen aus den Förderinitiativen zur »Innovationsstimulierung (INSTI)« und »Verwertungsoffensive« unterstützt SIGNO Hochschulen, Unternehmen und Erfinderinnen und Erfinder bei der rechtlichen Sicherung und wirtschaftlichen Verwertung ihrer innovativen Ideen.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
S

Zur Umsetzung von SIGNO Hochschulen wurden zwei Förderrichtlinien veröffentlicht:
– Verwertungsförderung: Weiterentwicklung der geschaffenen Strukturen zur Verwertung von Schutzrechten
aus Hochschulen und öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen über externe Patent- und Verwertungsagenturen
– Strategieförderung: Förderung von nachfrageorientierten Verwertungskonzepten der Hochschulen, inklusive
strategischer Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Im Fokus stehen Hochschulen und
öffentlich finanzierte Forschungseinrichtungen.
S

Über SIGNO Unternehmen werden Dienstleistungen und Förderangebote für den Innovationsprozess bereitgestellt:
– Im Rahmen der KMU-Patentaktion können kleine und mittlere Unternehmen mit Zuschüssen zu Technologierecherchen, Kosten-Nutzen-Analysen, der Patentanmeldung beim DPMA und Vorbereitungsaktivitäten zur
Verwertung unterstützt werden.
– Mit dem InnovationMarket wurde ein internetbasierter Marktplatz für Erfindungen geschaffen, der Innovationsanbieter, Kapitalgeber und Unternehmen zusammenbringt. Gefördert wird hierbei die Einstellung von qualitätsgeprüften Inseraten in den InnovationMarket.

B

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FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

– Die Innovationsaktion hilft Unternehmen, Existenzgründerinnen und Existenzgründern in Deutschland dabei,
ihre innerbetrieblichen Innovationsprozesse professionell zu planen, zu organisieren und abzuwickeln. Dabei
können Beratungsleistungen zur Erschließung neuer Geschäftsfelder, zum Marktmonitoring, zur Technologiebewertung, eine fundierte Patentrecherche bis hin zur Entwicklung einer umfassenden Schutzrechtsstrategie
abgerufen werden.
Alle Angebote werden von einem bundesweiten Netzwerk aus kompetenten Dienstleistungsunternehmen im Bereich des Innovations- und Technologietransfers, den SIGNO-Partnern, vor Ort umgesetzt.
S
– Erster Programmteil ist die kostenlose, bis zu vierstündige Erfinderfachauskunft, ein Angebot zur Erstinformation
insbesondere für »Innovationsanfängerinnen und Innovationsanfänger« zu allen Fragen rund um das Thema »Patente«.
– Darüber hinaus unterstützt das BMWi bundesweit die Arbeit von Erfinderclubs, in denen technikinteressierte
Jugendliche, aber auch freie Erfinderinnen und Erfinder zusammenkommen, um kreative Ideen im Team zu entwickeln. Neben der Wissensvermittlung im Bereich Erfindungen und Innovationen sowie der Schaffung einer fundierten Basis für die Entwicklung und den Umgang mit kreativen Ideen bieten die Erfinderclubs ihren Mitgliedern
auch die Gelegenheit, eigene Erfindungen einem breiten Publikum vorzustellen, etwa im Rahmen von Messeauftritten.
E
Weitere Informationen unter:
www.signo-deutschland.de
www.innovationmarket.de
20.3

technisch-ökonomische Infrastruktur

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen bei der Umsetzung von Innovationen in den Bereichen Messen, normen, Prüfen und Qualitätssicherung (MnPQ-transfer) Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB),
die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) sowie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und
Rohstoffe (BGR) im Geschäftsbereich des BMWi nehmen zwar zum großen Teil hoheitliche Aufgaben wahr, führen
aber in teilweise erheblichem Umfang auch begleitende Forschungsarbeiten durch.
Aufbauend auf dem 2006 ausgelaufenen »Programm zur Leistungssteigerung der technisch-ökonomischen Infrastruktur zugunsten der deutschen Wirtschaft, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen« wird der Technologietransfer der vorgenannten Bundesanstalten in die vor allem mittelständische Wirtschaft durch das Programm
MNPQ-Transfer seit Beginn des Jahres 2007 unterstützt und durch das BMWi finanziert.
20.4

Übrige direkte Fördermaßnahmen

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Innovationsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen Das Programm Innovationsmanagement (Laufzeit bis 2008) unterstützt kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und des Handwerks in den neuen Bundesländern und Berlin bei der Durchführung von Produkt- und Verfahrensinnovationen. Mit der Fördermaßnahme Innovationsmanagement gibt das BMWi Anstoß für die Realisierung technologischer Neuentwicklungen und unterstützt
den Innovationsprozess durch externes Management. Die Beratungsleistungen werden durch vom BMWi autorisierte
regionale Agenturen für Technologietransfer und Innovationsförderung in den neuen Ländern und Berlin erbracht.
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besuchen, um sich vor Ort über den erfolgreichen Einsatz neuer Technologien und innovativer Organisationsstrukturen in den Unternehmen zu informieren. Damit wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aktuelles, in der Praxis
erprobtes Wissen vermittelt und unmittelbarer praxisnaher Technologietransfer praktiziert.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Die Förderung erfolgt grundsätzlich ohne thematische Einschränkung auf bestimmte Technologien, Produkte, Branchen oder Wirtschaftszweige durch externes Management.
TOP ist ebenso für alle Technologiebereiche und Branchen offen.
E
Im Zeitraum von 2004 bis September 2007 haben rund 910 Unternehmen zum Teil wiederholt Beratungsleistungen
innerhalb des Programms Innovationsmanagement in Anspruch genommen. Die Evaluierung durch die Prognos AG
im Jahr 2007 bescheinigte dem Programm eine hohe Wirksamkeit und Effizienz.
TOP ist das Beispiel eines erfolgreichen PublicPrivatePartnership zur Intensivierung des Technologietransfers. Seit
1992 wurden bereits 2.900 Veranstaltungen in den TOP-Gastgeberunternehmen mit über 30.000 Teilnehmern durchgeführt.
Weiterführende Informationen zur Maßnahme sind unter www.top-online.de zu erfahren.

21

Geisteswissenschaften, wirtschafts- und sozialwissenschaften

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Die Geistes- und Sozialwissenschaften befassen sich mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung und Sicherung des kulturellen Erbes, mit der Analyse gesellschaftlicher Strukturen und Entwicklungen sowie von Deutungsmustern der
Gegenwart. Die Erkenntnisse der Geistes- und Sozialwissenschaften sind für die gesellschaftliche Gestaltung deshalb
besonders wichtig, weil es gerade in Zeiten des Übergangs und des schnellen Wandels einen erhöhten Bedarf an Orientierungswissen gibt. Sie leisten wichtige Beiträge zur Selbstverständigung einer Gesellschaft über ihre Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft.
Die Förderung der Geisteswissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften umfasst laufende Aktivitäten zum
Aufbau von Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften, Projekte in internationaler Kooperation sowie die Fördermaßnahmen des neuen Programms »Freiraum für die Geisteswissenschaften«, das Anfang 2007
zum Start des Jahres der Geisteswissenschaften veröffentlicht wurde.
T
– Geisteswissenschaften
		

– wirtschafts- und sozialwissenschaften
		

B

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FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

102,7

2006 (Ist)

80,7

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 325,9)

2007 (Soll)

131,6

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 383,0)

2008 (Soll)

136,3

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 390,5)

21.1

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 324,3)

Geisteswissenschaften

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Programm Freiraum für die Geisteswissenschaften Ziel dieser im Jahr der Geisteswissenschaften (2007) entwickelten Förderinitiative ist es, durch langfristig angelegte geisteswissenschaftliche Forschung zu Innovation und zur
Gestaltung der Zukunft beizutragen. Erreicht werden soll dieses Ziel, indem Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Zeit für Forschung gegeben wird, der Methodenpluralismus in den Geisteswissenschaften gestärkt und die
Methodenentwicklung vorangetrieben wird, insbesondere in den Wechselwirkungen mit Natur- und Ingenieurwissenschaften. Die Bedeutung geisteswissenschaftlicher Forschung für den gesellschaftlichen Dialog wird präzisiert,
die Internationalisierung der Forschung vorangetrieben sowie die Rolle der Geisteswissenschaften als Vermittler und
Übersetzer gestärkt. Es gilt ferner, Anwendungsfelder für die Geisteswissenschaften zu entwickeln.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Kernelement der Förderinitiative sind »Internationale Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung«, deren Konzeption auf Empfehlungen des Wissenschaftsrats beruht. Ein kleines Lenkungsteam, das weitgehend von administrativen und Lehrverpflichtungen freigestellt ist und somit Freiraum für eigene Forschungen hat, lädt international
renommierte Fellows ein. Durch die systematische Konfrontation mit anderen Wissenskulturen sollen in dieser Lerngemeinschaft eigene Selbstverständlichkeiten auf den Prüfstand gestellt werden. Die ersten Internationalen Kollegs
in Weimar, Berlin und Bochum nehmen 2008 ihre Arbeit auf.
Weitere Schwerpunkte werden in der thematischen Projektförderung gesetzt. Im »Förderschwerpunkt Wechselwirkungen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften« werden in den Teilbereichen Archäologie sowie Sprach- und
Literaturwissenschaften interdisziplinäre Verbünde Fragestellungen in Kooperation zwischen Natur- und Geisteswissenschaften bearbeiten.
Verständigung (Kommunikation) in der eigenen und mit fremden Kulturen; Vergegenwärtigung (Repräsentation),
insbesondere des Verhältnisses zur eigenen und fremden Tradition, sowie Übertragung (Transfer), insbesondere im
Dialog der verschiedenen wissenschaftlichen Fachkulturen, sind die inhaltlichen Themen des »Förderschwerpunktes
zur Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften«. Ein wichtiger Aspekt bei diesem Schwerpunkt besteht darin,
Handlungsfelder für die Geisteswissenschaften zu entwickeln. Ein besonders attraktives Anwendungsfeld für geisteswissenschaftliche Forschung sind Museen. Aus diesem Grund sind Allianzen zwischen Hochschulinstituten und
Museen besonders erwünscht.
In der Umsetzung der Empfehlungen des Wissenschaftsrats wird ein besonderes Augenmerk auf »Regionalstudien«
gerichtet werden. Dieser Förderschwerpunkt wird im Jahr 2008 konzipiert werden, um Fernkompetenz und Netzwerke
mit starken Knotenpunkten an deutschen Universitäten sowie die Vernetzung mit ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu stärken.
Im Rahmen des »Förderschwerpunkts Geisteswissenschaften im gesellschaftlichen Dialog« befassen sich seit 2006
Vorhaben mit den Teilbereichen »Anthropologie – Der Wandel der Menschenbilder unter dem Einfluss moderner
Naturwissenschaften und Informationstechnik« sowie »Europa – Soziale und kulturelle Bestimmungen Europas und
des Europäischen«.
Nachdem der Wissenschaftsrat nach einer positiven Evaluierung im Jahr 2005 die weitere Förderung der »Geisteswissenschaftlichen Zentren« mit Nachdruck gefordert hat, werden diese ab 2008 vom BMBF gemeinsam mit den Sitzländern gefördert: das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, das Zentrum für Sprachforschung und das Zentrum
Moderner Orient in Berlin sowie das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas in Leipzig. Das Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam wird 2009 in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen.

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Wesentliche Impulse zur Förderung der Geisteswissenschaften gingen vom Jahr der Geisteswissenschaften mit seiner Vielzahl an öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen aus. Die Förderinitiative Freiraum für die Geisteswissenschaften, die in einer gleichnamigen Broschüre dargestellt ist, wurde im Jahr 2007 konzipiert. Besondere Erfolge der
thematischen Förderung zeigten sich bisher an der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaften. Projektverbünde zur Entschlüsselung der Geoglyphen von Nasca (Peru) und auch zur Erforschung der Farbschichten der
Terrakotta-Armee im Grab des ersten Kaisers von China (Qin Shihuangdi) zeigten besonders repräsentative Ergebnisse,
die nicht nur im Rahmen bedeutender Fachpublikationen veröffentlicht wurden, sondern auch auf internationalen
Konferenzen und in Ausstellungen der Öffentlichkeit gezeigt wurden.
Weitere Informationen zu den Förderschwerpunkten finden sich auf der Homepage des BMBF:
www.abc-der-menschheit.de

21.2

wirtschafts- und sozialwissenschaften

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften befassen sich mit grundlegenden Strukturen, Veränderungen und der
Dynamik der Entwicklung von Gesellschaften. Im Förderbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften werden
Projekte gefördert, die aus unterschiedlichen Perspektiven darauf abzielen, sozialwissenschaftliche Kompetenz
und Forschungskapazitäten zu entwickeln, nicht zuletzt mit dem Ziel, Beiträge für den öffentlichen Diskurs über
Zukunftsfragen unserer Gesellschaft zu liefern.
Wissenschaftliche Arbeit, die diesen Anforderungen genügen will, ist heute ohne eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur kaum noch vorstellbar. Ziel der Politik des BMBF ist es daher, bestmögliche Bedingungen für exzellente
Forschung zu schaffen.
Im Rahmen seiner Ressortforschung vergibt das BMAS Forschungsaufträge im Bereich der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Rat für sozial- und wirtschaftsdaten, Methodenprojekte, Pilotprojekte für Forschungsdatenzentren Die Initiative
zur Verbesserung der informationellen Infrastruktur der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften hat mit der Berufung
des nationalen Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) im November 2004 durch das BMBF einen wichtigen
Meilenstein erreicht. Der Rat dient der dauerhaften Etablierung und einem Monitoring der in Deutschland geschaffenen Dateninfrastruktur, der weiteren Verbesserung der Datenlage für die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und
einer dazu erforderlichen stärkeren Orientierung an international üblichen Standards sowie einer entsprechenden
Beteiligung an nationalen und transnationalen Planungsprozessen.
Weitere bedeutende Elemente sind »Methodenprojekte«, wie beispielsweise die Bereitstellung von »Scientific Use Files«
(SUF), und sogenannte »Forschungsdatenzentren« (FDZ). Diese Zentren wurden beim Statistischen Bundesamt, der
Bundesagentur für Arbeit, der Deutschen Rentenversicherung Bund und ein gemeinsames Forschungsdatenzentrum
bei den Statistischen Ämtern der Länder eingerichtet. In erfreulichem Umfang beteiligen sich die jeweiligen Datengeber an den Zentren. Darüber hinaus gibt es »Datenservicezentren« beim Institut für Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn
und bei der Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (GESIS) in Mannheim.
V

Im Zentrum der Untersuchungen des Forschungsverbunds steht die Bewältigung wichtiger biografischer Übergänge von der Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter wie der Eintritt in den Kindergarten und die Grundschule, der
Übergang in weiterführende Schulen, der Eintritt in den Arbeitsmarkt, erste romantische Beziehungen sowie der
Übergang von einer Partnerschaft in die Ehe. Bei diesen biografisch markanten Anlässen treffen Auffassungen aus

B

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dem Herkunftsland mit den oft ganz anderen Haltungen des Aufnahmelandes zusammen. Die Forschergruppen des
Verbunds möchten herausfinden, welche Migrantinnen und Migranten diese biografischen Übergänge gut meistern
und wodurch ihnen das gelingt.
W

Die Projekte haben sich vor allem den beiden Themenschwerpunkten »Veränderungen der Wissensproduktion – Ursachen und Formen« und »Kommunikation wissenschaftlichen Wissens im politischen Meinungsbildungsprozess«
zugewandt.
Die Förderung der Wissenschaftsforschung wird mit der neuen thematischen Fokussierung: »Neue Governance der
Wissenschaft – Forschung zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft« fortgesetzt. Im Verhältnis von
Wissenschaft, Politik und Gesellschaft sind tief greifende Veränderungen zu beobachten, die ihren Niederschlag sowohl in der Wissensproduktion selbst als auch in den organisatorischen und institutionellen Strukturen des Wissenschaftssystems finden. Hierzu haben zahlreiche Faktoren beigetragen, u. a. die Globalisierung der Wirtschaft gerade
in forschungsintensiven Branchen, die zunehmende Europäisierung von Innovationspolitiken und -systemen und
die Reorganisation von Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Vor diesem Hintergrund ist zu untersuchen, welche Muster der Steuerung wissenschaftlicher Forschungs-GovernanceStrukturen sich gegenwärtig und mit Blick auf die nähere Zukunft abzeichnen, welche Akteure in welchen Konstellationen zusammenwirken, welche Auswirkungen eintretende Veränderungen auf die Autonomie und Leistungsfähigkeit
wissenschaftlicher Forschung haben – und nicht zuletzt: welche Handlungsbedingungen und -chancen sich für die
Wissenschaftspolitik daraus ergeben.
Bundesministerium für arbeit und soziales Die Schwerpunkte der Forschungsaktivitäten liegen in folgenden
Bereichen:
– Wirkungsforschung im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende sowie spezifischer
arbeitsmarktpolitischer Handlungsansätze
– Arbeitsmarktforschung
– Soziale Sicherungssysteme
– Altersvorsorge/Alterssicherung
– Teilhabe und soziale Integration
– Berufliche und medizinische Rehabilitation
E
Die Bereitstellung der Mikrozensus-Daten als »Scientific Use Files« (SUF, Mikrodaten in faktisch anonymisierter Form)
zum Preis der marginalen Datenweitergabekosten hat beispielsweise bei den Mikrozensus-Daten zu einem erheblichen Anstieg der Zahl der wissenschaftlichen Nutzerinnen und Nutzer geführt. Seit 2004 wurden nahezu 600 standardisierte SUF für rund 275 unterschiedliche Projekte allein vom Forschungsdatenzentrum des Statistischen Bundesamtes an die Wissenschaft weitergegeben. Aus den Projekten sind inzwischen 170 nachgewiesene Publikationen
(GESIS-Datenbank) hervorgegangen. Darüber hinaus unterstützt der kostenfrei nutzbare Campus File die Methodenausbildung bei Studierenden und richtet sich damit an einen Nutzerkreis, der in seiner wissenschaftlichen Laufbahn
schließlich auf Scientific Use Files zugreifen wird. Informationen zum RatSWD, zu Projekten und Ergebnissen sind unter
www.RatSWD.de verfügbar.
Die Ergebnisse der »Wissenschaftsforschung« erscheinen 2008 als Buch unter dem Titel: »Wissensproduktion und
Wissenstransfer. Wissen im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit«.

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293

Die Projektförderung ist komplementär zu den Leistungen langfristig eingerichteter »Institute in den Sozialwissenschaften«, die im Rahmen der Leibniz-Gemeinschaft gefördert werden. Von besonderer Bedeutung für die Verbesserung der Datengrundlagen sind dabei das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) und die Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (GESIS) sowie das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

22

Übrige, anderen Bereichen nicht zugeordnete Rahmenbedingungen

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Der Förderbereich umfasst ein breit gefächertes Themenspektrum. Den unterschiedlichen Förderschwerpunkten
sind jedoch die folgenden strategischen Ziele gemeinsam: die Leistungsfähigkeit des deutschen Innovationssystems
zu stärken, vorhandenes Wissen und Kompetenzen zu identifizieren und in Anwendungen zu überführen, neue Technologiepotenziale zeitig zu erkennen und zu analysieren sowie die gewonnenen Ergebnisse für die konkrete Politikgestaltung zu nutzen.
T
–
–
–
–
–

Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GA)
Innovationsinitiative für die Neuen Länder »Unternehmen Region«
Innovations- und Technikanalyse (ITA)
Chancengerechtigkeit von Frauen in Bildung und Forschung
Foresight

Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

415,3

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 498,8)

2006 (Ist)

413,9

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 492,1)

2007 (Soll)

438,3

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 398,1)

2008 (Soll)

476,5

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 389,9)

22.1

Gemeinschaftsaufgabe verbesserung der regionalen wirtschaftsstruktur (Ga)

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GA) fördert gewerbliche Investitionen
sowie wirtschaftsnahe Infrastrukturmaßnahmen in strukturschwachen Gebieten Deutschlands.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Über die GA werden gewerbliche Investitionen und Investitionen in die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur
gefördert. Zudem können Clustermanagementvorhaben sowie nichtinvestive Maßnahmen von kleinen und mittleren
Unternehmen, wie Beratungsleistungen durch externe Sachverständige oder Schulungsmaßnahmen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unterstützt werden.
Die Förderung ist auf strukturschwache Regionen begrenzt. Die neuen Bundesländer und Berlin zählen in Gänze zum Fördergebiet der GA, in den alten Bundesländern erfolgt die Förderung in ausgewählten strukturschwachen Regionen.
E
Schwerpunkt der GA-Förderung ist die investive Förderung betrieblicher Vorhaben, durch die insbesondere neue
Produkte, Produktionsverfahren oder Dienstleistungen entwickelt und umgesetzt werden. Dadurch werden der Technologietransfer und der technische Fortschritt unterstützt.

B

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Darüber hinaus werden im Rahmen der wirtschaftsnahen Infrastruktur Gewerbe- und Technologiezentren gefördert,
um die Gründung innovativer Unternehmen sowie die Entstehung, Anwendung und Ausbreitung von neuem technischen Wissen oder die Entwicklung und Herstellung neuer Produkte zu unterstützen. Zielgruppe sind kleine und
mittlere Unternehmen, die in besonderem Maße innovationsstark arbeiten.
Die Erschließung regionaler Innovationspotenziale setzt neben Investitionen in Sachkapital vor allem das Vorhandensein gut qualifizierten Humankapitals voraus. Dem trägt die GA in besonderem Maße Rechnung, indem sie die
Möglichkeit der Förderung von Investitionen in Humankapital für mittelständische Unternehmen eröffnet. So kann
sich die GA an Programmen beteiligen, durch welche die Personalstruktur KMU qualitativ verbessert wird, wie z. B.
Innovationsassistentenprogramme.
Das Förderangebot Kooperationsnetzwerke und Clustermanagement unterstützt die regionale und überregionale
Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft sowie lokalen Einrichtungen. Ziel ist es, die vorhandenen Potenziale besser auszuschöpfen und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen zu stärken.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Wirtschaft/Wirtschaftspolitik/Regionalpolitik/gemeinschaftsaufgabe.html

22.2

Die Innovationsinitiative für die neuen länder »Unternehmen Region«

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Unter der Dachmarke »Unternehmen Region« setzen fünf Programme als eng verzahntes Förderinstrumentarium an
unterschiedlichen Stellen im Innovationsprozess an und berücksichtigen zugleich die Besonderheiten des ostdeutschen Innovationsgeschehens. Die Innovationsinitiative entstand aus dem 1999 gestarteten (und 2006 beendeten)
Programm »InnoRegio« und steht für eine an Regionen orientierte und unternehmerisch ausgerichtete Förderpolitik
des BMBF. Forschungseinrichtungen und Unternehmen einer Region bündeln ihre Kompetenzen und orientieren sich
streng am Markt. Das Ministerium unterstützt regionale Kooperationsbündnisse dabei, ein eigenes zukunftsfähiges
technologisches Profil zu entwickeln und konsequent die Stärken und Potenziale ihrer Region zu nutzen und auszubauen. Bisher wurden in über 190 regionalen Innovationsbündnissen aus mittelständischen Unternehmen sowie
Forschungs- und Bildungseinrichtungen knapp 1.800 Vorhaben gefördert. Im Rahmen der Weiterentwicklung werden
folgende Förderschwerpunkte gezielt ausgebaut: Exzellenzförderung, Nachwuchssicherung und die Überführung von
Ideen in Wertschöpfung für die Neuen Länder.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Das Programm »Innovative regionale Wachstumskerne« fördert Bündnisse mit einem mittelfristig umsetzbaren Marktpotenzial. Das Programm setzt auf eine anspruchsvolle Konzeptionsphase für die Entwicklung der Innovationsstrategien, eine klare thematische Fokussierung auf eine spezifische regionale Kernkompetenz und die frühzeitige Planung
der wirtschaftlichen Verwertung der Forschungsergebnisse. Die Förderung dauert drei Jahre. Bislang wurden bzw.
werden 28 Wachstumskerne gefördert. Neu hinzugekommen ist das Modul »WK Potenzial«. Eine Bewerbung ist fortlaufend möglich (Gesamtvolumen bis 2010: 135 Mio. Euro).
Das Programm »Innovationsforen« fördert innovative Allianzen in ihrer Start- oder in einer besonderen Entwicklungsphase mit dem Ziel, ein strategisches Bündnis aus Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu schaffen.
Schwerpunkt der Förderung ist eine zweitägige Veranstaltung, die dem Wissenstransfer, dem Knüpfen von Kontakten
und der Positionsbestimmung im Wettbewerb dient. Der Förderzeitraum beträgt sechs Monate. Bislang wurden bzw.
werden insgesamt 91 Innovationsforen gefördert (Förderhöchstbetrag für jedes Forum: 85.000 Euro).
Das Programm »Zentren für Innovationskompetenz. Exzellenz schaffen – Talente sichern (ZIK)« zielt auf die nachhaltige
Etablierung von international leistungsstarken Forschungszentren, die durch exzellente Forschung, unternehmerische
Strategie und innovative Ansätze zur Nachwuchssicherung Maßstäbe setzen. Zur Umsetzung der Zentrumskonzeptionen werden zurzeit insgesamt 16 universitäre Nachwuchsforschergruppen in Rostock, Greifswald, Ilmenau, Jena,
Leipzig und Dresden gefördert. In 2006 ist eine zweite Förderrunde des Programms angelaufen (derzeitiges Gesamtvolumen bis 2012: rund 80 Mio. Euro).

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295

Mit dem Programm »InnoProfile« soll die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft in den ostdeutschen Regionen durch die
Kooperation von regionaler Nachwuchsforschung und regionalen Unternehmen systematisch gestärkt werden. Ziel
ist es, durch Förderung der Nachwuchsforschergruppen die wissenschaftlichen Einrichtungen der Region verstärkt
auf die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft einzustellen. Das Programm startete im Juni 2005. In drei aufeinander
folgenden Förderrunden werden bislang 42 Forschungsprojekte von Nachwuchsforschergruppen gefördert (Förderetat bis 2013: 127 Mio. Euro).
Mit dem neuen Programm »ForMaT« sollen Forschungskonzepte für die Optimierung des Wissens- und Technologietransfers sowie der Aufbau virtueller Innovationslabore innerhalb der öffentlichen Forschung in den Neuen Ländern angeregt werden. Die Maßnahme zielt darauf ab, dass die jeweilige Hochschul- bzw. Forschungseinrichtung,
die beteiligten Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler sowie Betriebswirtinnen und Betriebswirte sowie
eingebundene Unternehmenspartner von dem individuellen Kompetenzaufbau, der Weiterentwicklung der Verwertungsstrukturen sowie dem Aufbau bzw. Ausbau von Industriekooperationen profitieren (Förderetat bis 2012:
rund 45 Mio. Euro).
E
Ziel von »Unternehmen Region« ist es, Innovationspotenziale offenzulegen und zu erschließen, um das Kompetenzprofil einer ganzen Region zu schärfen. Obligatorisch ist eine fundierte marktorientierte Innovationsstrategie, die darauf
abzielt, die regionale Kernkompetenz strategisch auszubauen und im Markt zum Erfolg zu führen, um nachhaltige
Impulse für eine regionale Clusterbildung zu geben. Die zu fördernden regionalen Bündnisse entstehen »bottom
up«. Das bedeutet, dass nicht vorab bestimmte Regionen, Branchen oder Technologien für die Förderung ausgewählt
werden. Weitere Informationen unter: www.unternehmen-region.de

22.3

Innovations- und technikanalyse (Ita)

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Innovations- und Technikanalyse (ITA) des BMBF soll Gestaltungspotenziale in einer komplexen Gesellschaft beschreiben und der Politik Handlungsspielräume aufzeigen. Ihr Anspruch ist, den optimalen Weg zwischen Chance und
Risiko jeder neuen technologischen Entwicklung in Abhängigkeit von der jeweiligen Akteurskonstellation zu finden.
Technologische Innovationspotenziale und gesellschaftlicher Innovationsbedarf sollen identifiziert und analysiert
und in ihren Wechselwirkungen untersucht werden.

E
Ab dem Jahr 2000 wurde ITA als eigenständiges strategisches Instrument im BMBF entwickelt. Seitdem wurden über
100 Projekte durchgeführt. Viele davon haben sich in ihrem jeweiligen Gebiet zu einer wichtigen Referenz entwickelt,
wie z. B. die Ergebnisse zur Themenfeldausschreibung Nanotechnologie, die Potenzialanalyse zur weißen Biotechnologie und die systematische Bestandsaufnahme zur Epigenomik in der Medizin.
E
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.innovationsanalysen.de

22.4

chancengerechtigkeit von Frauen in Bildung und Forschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Gleichberechtigung und Sicherstellung gleicher Chancen für Frauen und Männer sind unbestritten wichtige Erfolgsfaktoren in der Forschung und somit in der Wissensgesellschaft Deutschland. Dies gilt insbesondere unter Einbeziehung der Auswirkungen der demografischen Entwicklung Deutschlands.

B

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Frauen haben den gleichberechtigten Zugang zur akademischen Ausbildung in Deutschland erreicht. Sie stellen rund
die Hälfte aller Studienanfänger. Dennoch muss festgestellt werden, dass trotz bisheriger Förderprogramme hinsichtlich der Berufswahl, der akademischen Qualifikationen nach Studienabschluss an Hochschulen und wissenschaftlichen
Karrieren nach wie vor geschlechtersegregierende Prozesse eine hohe Wirksamkeit entfalten.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Folgende Schwerpunkte werden derzeit unterstützt bzw. angestoßen:
– Erweiterung des Berufswahlspektrum von Mädchen in Richtung zukunftsorientierter Berufe sowie Erarbeitung
und Umsetzung eines nationalen Paktes für mehr junge Frauen in mathematisch-naturwissenschaftlichen,
technischen sowie ingenieurwissenschaftlichen Berufen
– Mit den Ländern gemeinsame Umsetzung des Professorinnenprogramms zur Gewinnung von bis zu 200
zusätzlichen Professorinnen (Programmstart 2008)
– Durchführung der Bekanntmachungen »Frauen an die Spitze« sowie »Power für Gründerinnen«
E
Erste Erfolge gerade bei der Erweiterung des Berufswahlspektrums von Mädchen sind zu verzeichnen: der Frauenanteil
bei den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen ist in den letzten fünf Jahren gestiegen, so z. B. in der Elektrotechnik von 5 auf 8 % und im Maschinenbau von 12 auf 17 %. Mit unterstützt wird diese Entwicklung durch den von der
Bundesregierung und durch den Europäischen Sozialfonds geförderten »Girls Day – Mädchen-Zukunftstag«, an dem
seit 2001 knapp 650.000 Mädchen teilgenommen haben. Auch der Frauenanteil auf der wissenschaftlichen Karrierelaufbahn an Hochschulen ist in dem Zeitraum von 2000 bis 2005 gestiegen: bei den Promotionen von 34 auf 40 %, bei
den Habilitationen von 18 auf 23 % und bei den Professuren von 11 auf 15 %. Diese positive Entwicklung muss weiterhin
unterstützt werden, damit Frauen auf allen Stufen der wissenschaftlichen Laufbahn adäquat vertreten sind.
Mit der Initiative »Power für Gründerinnen« des BMBF sollen Frauen zur Unternehmensgründung motiviert und Zugangswege strukturell verbessert werden. Die thematische Vielfalt der geförderten Projekte zeigt das große Interesse
an der Initiative, aber auch den immer noch hohen Bedarf an spezifischer Förderung, denn die Selbstständigenquote
von Frauen ist erst halb so hoch wie die der Männer. Rund 40 Vorhaben befinden sich in der Förderung bzw. sind für
eine Förderung vorgesehen.
Durch diese Initiative konnte eine Trendwende eingeleitet werden: Knapp jedes dritte Unternehmen hierzulande wird
von einer Frau geführt. Gegenüber 1991 nahm die Zahl der Gründerinnen bis 2002 um rund ein Drittel zu. Der Zuwachs
bei den Gründern fiel dagegen mit 16 Prozent im Vergleich nur halb so hoch aus.
Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt:
www.girls-day.de
www.kompetenzz.de
www.dlr.de
www.gruenderinnenagentur.de

22.5

Foresight

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Zu einem möglichst frühen Zeitpunkt müssen zukünftige Wertschöpfungsketten in Forschung, Technologie und Wissenschaft identifiziert werden, damit Forschungsförderung rechtzeitig die entscheidenden Weichen stellen kann.
Das BMBF hat vor Jahren damit begonnen, neben den in den Fachabteilungen durchgeführten Maßnahmen zur Technologievorausschau und -früherkennung unterschiedliche Prozesse zu initiieren, um Orientierungswissen für die
strategische Programmplanung zu generieren. Hierzu gehörte etwa »Technologie am Beginn des 21. Jahrhunderts«
(1991 – 1992). Die erste deutsche Delphi-Studie zur Entwicklung von Wissenschaft und Technik wurde 1992/93 im Auftrag des damaligen Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) vom damaligen Fraunhofer-Institut
für Systemtechnik und Innovationsforschung (Fraunhofer-ISI) in Kooperation mit dem Nationalen Institut für Wissenschafts- und Technologiepolitik (NISTEP) in Tokio erstellt. Im Anschluss daran entstanden die Studien »Delphi ’93«

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(1992 – 1993) und »Delphi ’98« (1996 – 1998). Von 2001 bis 2005 initiierte das BMBF mit dem Forschungsdialog Futur einen
Foresight-Prozess, bei dem besonders partizipative Aspekte betont wurden.
Im Herbst 2007 hat das BMBF zur Technologievorausschau einen neuen Foresight-Prozess gestartet. 10 bis 15 Jahre – und
darüber hinaus – soll der Blick in die Zukunft geworfen werden, um bis Mitte 2009
–
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–
–

neue Schwerpunkte in Forschung und Technologie zu identifizieren,
Gebiete für Forschungs- und Innovationsfelder übergreifender Aktivitäten zu benennen,
Potenzial für strategische Partnerschaften in einzelnen Technologie- und Innovationsfeldern zu analysieren,
prioritäre Handlungsfelder für Forschung und Entwicklung abzuleiten.

In einer Kombination bewährter und neuer Foresight-Methoden mit einem begleitendem Monitoring strebt der BMBFForesight-Prozess auf nationaler wie internationaler Ebene den direkten und persönlichen Austausch mit Expertinnen
und Experten an. Diese Zusammenarbeit soll die Informationsbasis der Entscheidungsträger in der deutschen Forschungslandschaft um wichtige Aspekte ergänzen und bei der strategischen Planung forschungspolitischer Maßnahmen Unterstützung leisten. Die ab Mitte 2008 geplante Evaluation des Prozesses soll unter Einbeziehung der im
laufenden Prozess vorhandenen Expertise eine kontinuierliche konzeptionelle Weiterentwicklung der vom BMBF
ausgehenden Technologievorausschau sicherstellen.

23

verteidigungsforschung

Kurzbeschreibung des Förderbereiches und förderpolitische ziele
Die Forschungs-, Technologie- und Entwicklungsaktivitäten der Bundeswehr leiten sich unmittelbar aus den Zielen
deutscher Sicherheits- und Verteidigungspolitik ab. Sie spielen in dem Prozess der mittel- und langfristigen Beseitigung
von Fähigkeitslücken der Bundeswehr sowie in der unabhängigen Urteils- und Beratungsfähigkeit eine bedeutsame
Rolle. Kennzeichnend für die Verteidigungsforschung ist das Prinzip, zivile Forschungsergebnisse weitestgehend zu
nutzen und nur spezifisch wehrwissenschaftliche/-technische Aspekte durch eigene Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu ergänzen.
Verteidigungsforschung umfasst neben der wehrtechnischen Forschung und Technologie (F&T) und der wehrtechnischen Entwicklung auch die Gebiete Nichttechnische Forschungs- und Studienarbeit der Bundeswehr, Studien im
Rahmen von Konzeptentwicklung und experimentelle Überprüfung (Concept Development and Experimentation,
CD&E), Wehrmedizin und -psychologie, das Geoinformationswesen der Bundeswehr, militärgeschichtliche Forschung
und die militärbezogene sozialwissenschaftliche Forschung.
T
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–
–
–

Wehrtechnische und geowissenschaftliche Forschung und Entwicklung
Nichttechnische Forschungs- und Studienarbeit
Wehrmedizinische und wehrpsychologische Forschung
Militärhistorische und sozialwissenschaftliche Forschung

Finanzierung
Jahr

		

2005 (Ist)

923,2

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 1.056,5)

2006 (Ist)

919,3

(Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 1.047,2)

2007 (Soll)

1.004,8 (Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 1.131,0)

2008 (Soll)

1.079,7 (Bundesausgaben inkl. HGF-Anteile: 1.207,1)

B

298

23.1

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

wehrtechnische und geowissenschaftliche Forschung und entwicklung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Durch intensive Beobachtung aller relevanten natur- und ingenieurwissenschaftlichen Felder wird die Bundeswehr in
die Lage versetzt, technologische Entwicklungen hinsichtlich ihrer zukünftigen militärischen Verwendbarkeit bzw.
ihres Bedrohungspotenzials zu beurteilen, daraus Prognosen für die Beiträge bestimmter Technologien zu den Fähigkeiten der Streitkräfte abzuleiten und den Transfer vom zivilen Sektor in den wehrtechnischen Bereich zu unterstützen. Schlüsseltechnologien, die absehbar durch den zivilen Markt nicht ausreichend vorangetrieben werden oder bei
denen unvertretbare Abhängigkeiten vermieden werden sollen, können identifiziert und Möglichkeiten zu deren
Weiterentwicklung erschlossen werden.
Wehrtechnische Entwicklung im Rahmen des Beschaffungsverfahrens dient im Wesentlichen der Anpassung und Integration von eingeführten, technologisch beherrschten Komponenten, Subsystemen und Systemen in neue Produkte
für die Ausrüstung der Bundeswehr.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Schwerpunkte der wehrtechnischen und geowissenschaftlichen Forschungs- und Technologieanstrengungen der
Bundeswehr liegen in den Bereichen:
– Radar-, Laser-, Infrarot- und elektrooptische Sensorik
– Robotik und unbemannte Systeme
– Waffenwirkung und Schutz
– ABC-Schutz
– Kommunikations- und Führungssysteme
– Fähigkeit zur vernetzten Operationsführung der Waffensysteme
– Präzisionswaffen
– Technologische Verfahren für eine störungsfreie Positionierung, Navigation und
Zeitbestimmung in allen Systemen der Bundeswehr
– Weiterentwicklung von meteorologischen Vorhersagemodellen des DWD zur Prognose kleinräumiger
atmosphärischer Bedingungen und Einflüsse in militärischen Einsatzgebieten.
E
Der zunehmenden Verflechtung von innerer und äußerer Sicherheit entsprechend wird sich die Zusammenarbeit in
der Sicherheitsforschung zwischen den Ressorts besonders auf den wechselseitigen Wissenstransfer und die Erschließung neuer Anwendungen beziehen, die für zivile und wehrtechnische Bereiche (Dual-Use) bedeutsam sind.
Ein enger Gedankenaustausch und eine intensive Zusammenarbeit mit einer nationalen leistungs- und zukunftsfähigen rüstungswirtschaftlichen Basis stärkt die Fähigkeit zur Innovation bis in den Hochtechnologiebereich. Bi- und
multinationale Kooperationen u. a. in NATO und EU und Beiträge zur europäischen Forschungs- und Technologiebasis
steigern für die Aufgabenerfüllung notwendige wehrwissenschaftliche Kompetenz.
Weitere Informationen unter:
www.bmvg.de

23.2

nichttechnische Forschungs- und studienarbeit

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die Bundeswehr benötigt als Entscheidungshilfen für Planung und Führung Untersuchungen durch Einrichtungen
innerhalb und außerhalb der Bundeswehr. Dies umfasst auch Untersuchungen im Rahmen von Konzeptentwicklung
und deren experimenteller Überprüfung (Concept Development and Experimentation, CD&E).
Diese Untersuchungen sind auf den Entscheidungsbedarf der Leitung des Bundesministeriums für Verteidigung und
des Generalinspekteurs der Bundeswehr als Gesamtverantwortlichen für die Konzeption und Planung der Bundeswehr,
den Entscheidungsbedarf der Inspekteure/Abteilungsleiter sowie der Höheren Kommandobehörden ausgerichtet. Sie

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299

decken die Ziele und Prioritäten der Bundeswehrplanung sowie die Analysebedürfnisse der Sicherheits- und Verteidigungspolitik ab.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Aktueller Schwerpunkt für die nichttechnische Forschungs- und Studienarbeit ist die Unterstützung der Transformation der Bundeswehr durch
– das zeitgerechte Lösen von Problemstellungen, die sich durch Erkenntnisse aus Einsätzen
und Übungen ergeben,
– die Unterstützung von CD&E-Vorhaben zur Unterstützung der Transformation der Bundeswehr,
– die Deckung des aus der CD&E-Methode resultierenden Folgebedarfs – soweit inhaltlich selbst
keine CD&E-Studie – mit nichttechnischer Forschungs- und Studienarbeit,
– die Unterstützung der strategischen Zukunftsanalyse einschließlich der Untersuchung geopolitischer
und geostrategischer Trends sowie der Ableitung von militärstrategischen Konsequenzen,
– die Unterstützung der fähigkeitsorientierten Weiterentwicklung der konzeptionell-operationellen
Grundlagen, der Fähigkeitsanalyse der Bundeswehr sowie der Weiterentwicklung der Personalarbeit
für die Bedingungen des Menschen in der Transformation.
E
Weitere Informationen zu den Studien unter:
www.zentrum-transformation.bundeswehr.de

23.3

wehrmedizinische und wehrpsychologische Forschung

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Die wehrmedizinische Forschung und Entwicklung ist ein aus dem Auftrag des Sanitätsdienstes abgeleiteter Teilbereich der Ressortforschungsaktivitäten des BMVg. Sie dient dazu, frühzeitig Fähigkeitslücken zu erkennen und zu
schließen, die sich im Rahmen der Erfüllung des Auftrages des Sanitätsdienstes zur gesundheitlichen Prävention und
der sanitätsdienstlichen Versorgung der Soldatinnen und Soldaten ergeben.
Der Dienst in den Streitkräften bringt körperliche und psychische Belastungen sowie damit verbundene gesundheitliche Risiken mit sich, die im zivilen Bereich oft nicht in vergleichbarer Form oder Intensität zu beobachten sind. Hinzu
kommen im Einsatz mögliche gesundheitliche Schäden durch vor Ort typische Umwelteinflüsse und Infektionen,
Waffenwirkung oder mögliche ABC-Expositionen. Erkenntnisse und Erfahrungen der wissenschaftlichen Medizin
und verwandter Disziplinen müssen daher den Anforderungen und Besonderheiten des militärischen Dienstes und
der sanitätsdienstlichen Versorgung angepasst werden. Dabei ist der Transfer der gewonnenen wissenschaftlichen
Erkenntnisse und Ergebnisse in die angewandte Medizin, insbesondere in die Einsatzmedizin, die Medizintechnik
und Arzneimittelentwicklung sowie in die Lehrinhalte für die Ausbildung des Sanitätspersonals zum Vorteil für die
gesundheitliche Versorgung der Soldaten und Soldatinnen von grundlegender Bedeutung.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Folgende Gebiete der wehrmedizinischen Forschung und Entwicklung sind besonders hervorzuheben:
– Medizinischer ABC-Schutz zur Untersuchung von Präventionsmaßnahmen, Pathomechanismen
Diagnostik und Therapiemaßnahmen von Gesundheitsstörungen, die durch Exposition mit ionisierender
Strahlung, Radionukliden, biologischen und chemischen Kampfstoffen und vergleichbaren Noxen
hervorgerufen werden
– Klinische Wehrmedizin insbesondere im Hinblick auf die Besonderheiten der sanitätsdienstlichen
Versorgung im Einsatz
– Präventivmedizin/Hygiene insbesondere im Hinblick auf spezifische Gesundheitspräventionsprogramme
und körperliche Trainingsprogramme für Soldaten und Soldatinnen

B

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FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

– Arbeitsphysiologie/Wehrergonomie im Hinblick auf die Belastungen an militärischen Arbeitsplätzen
– Flugmedizin/Tauch- und Schifffahrtmedizin im Hinblick auf die gesundheitlichen Belastungen in
besonderen Verwendungen bei Luftwaffe und Marine
– Arbeits- und Umweltmedizin im Hinblick auf die Besonderheiten der Belastung an militärischen Arbeitsplätzen
– Wehrpsychologie insbesondere im Hinblick auf Stressprävention und Intervention bei Belastungsfolgen
und Testverfahren zur Unterstützung der Eignungsfeststellung für bestimmte Verwendungen
E
Eine Kurzdarstellung der aktuellen sowohl bundeswehrintern wie auch extern durchgeführten Vorhaben im Bereich
der wehrmedizinischen und wehrpsychologischen Forschung und Entwicklung findet sich in der Rubrik Forschung
unter www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de.

23.4

Militärhistorische und sozialwissenschaftliche Forschung	

Kurzbeschreibung des Förderschwerpunktes
Militärische Sicherheitsforschung ist im BMVg multidisziplinär angelegt und ordnet der militärgeschichtlichen und
sozialwissenschaftlichen Grundlagenforschung eine besondere Rolle zu.
Streitkräfte benötigen im 21. Jahrhundert mehr denn je Soldatinnen und Soldaten, die über das rein militärische Handwerk hinaus die Implikationen und Folgen ihres Handelns verstehen und einordnen können. Die Grundlagenforschung
am Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) trägt dem mit seinen Forschungen zur deutschen Militärgeschichte
des 20. Jahrhunderts in ihren internationalen Bezügen Rechnung und schafft die Voraussetzungen für die historische
Bildung sowie die darauf aufbauende politische Bildung in der Bundeswehr. Diese sind zugleich die Grundlage angemessener historischer Beratungs- und Informationsdienstleitungen für amtliche Stellen und Privatpersonen.
Streitkräfte sind in demokratischen Gesellschaften in vielfältiger Weise in gesellschaftliche Entwicklungen einbezogen und unterliegen einem sicherheitspolitischen wie gesellschaftlichen Wandel. Daraus ergibt sich eine Vielfalt von
Fragen und Problemstellungen, deren Ursachen und Auswirkungen weit über den militärischen Bereich hinausgehen
und Gegenstand sozialwissenschaftlicher Forschung sind. Das Bundesministerium der Verteidigung und die Bundeswehr benötigen verlässliche streitkräftebezogene sozialwissenschaftliche Erkenntnisse als Beitrag zur politischen,
militärfachlichen und administrativen Entscheidungsfindung. Die Ergebnisse militärbezogener sozialwissenschaftlicher Forschung – Anwendungs- und Grundlagenforschung, einschließlich der Theorie- und Methodenentwicklung
– dienen der Ressortunterstützung, fördern aber auch die kritische Selbstreflexion und sind Teil der Kommunikation
mit der gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Öffentlichkeit.
Fördergebiete innerhalb des schwerpunkts
Folgende Forschungsbereiche innerhalb der militärhistorischen Forschung des MGFA sind hervorzuheben:
– Kriegsenden – Nachkriegsordnungen – Folgekonflikte im 19. und 20. Jahrhundert,
– Geschichte des Zeitalters der Weltkriege,
– Militärgeschichte der Bundesrepublik Deutschland im Bündnis,
– Militärgeschichte der DDR im Warschauer Pakt.

Das Sozialwissenschaftliche Institut untersucht Probleme, Belastungen und Entwicklungen der Soldatinnen und Soldaten als Angehörige der Streitkräfte und der Gesellschaft (mikrosoziologische Themen). Es ermittelt Erkenntnisse
über den Zustand und die innere Lage der Streitkräfte (organisationssoziologische Themen). Es untersucht Fragen und
Probleme, die das Verhältnis von Streitkräften und Gesellschaft betreffen. Und es widmet sich Fragestellungen, die sich
aus dem Handeln der Soldaten in multinationalen Zusammenhängen und fremden Kulturkreisen ergeben.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG Des BUnDes

301

E
Detaillierte und umfangreiche Informationen zu den Forschungseinrichtungen und ihren Projekten im Bereich der
militärhistorischen und sozialwissenschaftlichen Forschung unter:
www.mgfa.de
www.sowi.bundeswehr.de

B

302

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

303

Teil C
Forschungs- und Innovationsförderung in den Ländern
Einführung

307

1
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5

Baden-Württemberg
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Technologiepolitik
Technologieförderung und Technologietransfer
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Internationale Zusammenarbeit

308
308
309
312
313
314

2
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5

Freistaat Bayern
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Aktivitäten
Sonstige Programme und Maßnahmen des Landes

316
316
317
318
319
320

3
3.1
3.2
3.3
3.4

Berlin
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Aktivitäten

322
322
322
324
325

4
4.1
4.2
4.3
4.4
4.5

Brandenburg
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit
Sonstige Programme und Maßnahmen des Landes

327
327
328
331
332
332

5
5.1
5.2
5.3
5.4
5.5

Freie Hansestadt Bremen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und TechnologiepolitikProfilbildung
Hochschulforschung
Außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Aktivitäten

333
333
333
336
337
338

C

304

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

6
6.1
6.2
6.3
6.4

Freie und Hansestadt Hamburg
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

339
339
340
343
344

7
7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
7.6

Hessen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung
Forschungsförderungsprogramm LOEWE
Außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Aktivitäten

345
345
346
347
347
347
349

8
8.1
8.2
8.3
8.4

Mecklenburg-Vorpommern
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

350
350
351
353
355

9
9.1
9.2
9.3
9.4

Niedersachsen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

356
356
357
361
362

10
10.1
10.2
10.3
10.4

Nordrhein-Westfalen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

363
363
364
368
369

11
11.1
11.2
11.3
11.4
11.5

Rheinland-Pfalz
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und Forschung außerhalb der Hochschulen
Wissens- und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit
Sonstige Programme und Maßnahmen des Landes

370
370
371
373
374
375

12
12.1
12.2
12.3
12.4
12.5

Saarland
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung
Außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Innovationstransfer
Internationale Aktivitäten

377
377
379
380
381
382

13
13.1
13.2
13.3
13.4
13.5

Freistaat Sachsen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit
Sonstige Programme und Maßnahmen des Landes

383
383
384
386
387
387

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

305

14
14.1
14.2
14.3
14.4

Sachsen-Anhalt
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung und außerhochschulische Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Fördermaßnahmen bzw. Zusammenarbeit

389
389
390
394
395

15
15.1
15.2
15.3
15.4
15.5

Schleswig-Holstein
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung
Außeruniversitäre Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

396
396
397
399
400
402

16
16.1
16.2
16.3
16.4
16.5

Freistaat Thüringen
Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungs- und Technologiepolitik
Hochschulforschung
Außeruniversitäre Forschung
Technologieförderung und Technologietransfer
Internationale Zusammenarbeit

403
403
404
407
408
408

C

306

FORSCHUNGS- UND INNOVATIONSFÖRDERUNG IN DEN LÄNDERN

Abbildung 1
Regionale Aufteilung der FuE-Ausgaben der Länder 2005
in Mio. Euro

Schätzung auf der Grundlage der Haushaltspläne der Länder (Mittelabflüsse zwischen (Refinanzierung) bleiben z. T. unberücksichtigt), dabei
basiert die Berechnung der von den Ländern finanzierten FuE-Ausgaben der Hochschulen auf dem zwischen der Kultusministerkonferenz, dem
Wissenschaftsrat, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Statistischen Bundesamt vereinbarten Verfahren.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

307

Einführung
Neben den Aktivitäten der Bundesregierung führen die
16 Länder eine Vielzahl an landesspezifischen forschungs-, technologie- und innovationspolitischen
Fördermaßnahmen und Instrumenten durch. Auf diese
Weise werden die spezifischen Stärken der Länder und
Regionen aufgegriffen und komplementär zu übergreifenden Maßnahmen gefördert. Eine besondere Bedeutung haben diese Maßnahmen bei der Unterstützung des
Strukturwandels in den Ländern, wenn sich traditionelle
Industriestandorte zu modernen Hightech- und Dienstleistungszentren entwickeln und somit auf die Erfordernisse neuer Märkte eingehen.
Wenngleich es in allen Ländern Initiativen zur Biotechnologie, zu Mikro- und Nanotechnologien oder zu
Informations- und Kommunikationstechnologien gibt,
unterscheiden sich deren Schwerpunktsetzungen: So
wird beispielsweise der Akzent in der Biotechnologie mal
auf neue medizinische Anwendungen, mal auf die industrielle Produktion oder neue Verfahren gelegt. Die föderale Struktur Deutschlands trägt auf diese Weise maßgeblich dazu bei, die regionalen Fähigkeiten, Ressourcen
und Infrastrukturen der Länder zu entwickeln und zu
nutzen und somit das gesamte deutsche Forschungs- und
Innovationssystem zu stärken.

Aufgrund der Hoheit über die Landespolitiken stellen
die Länder im Bundesbericht Forschung und Innovation
2008 ihre Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik in Eigenverantwortlichkeit dar. Das BMBF hat im Interesse der Einheitlichkeit und der daraus resultierenden
besseren Übersichtlichkeit den Ländern die folgende
Gliederung ihrer Beiträge vorgeschlagen:
1. Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungsund Technologiepolitik
2. Hochschulforschung
3. Außerhochschulische Forschung
4. Technologieförderung und Technologietransfer
5. Internationale Zusammenarbeit
Bedingt durch unterschiedliche Schwerpunktsetzungen
und landesabhängige Besonderheiten sind einzelne
Länder von dieser Gliederung in einigen Aspekten
abgewichen.

C

308

1

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg (BW) ist eine der hochschulreichsten und forschungsintensivsten Regionen Europas
mit einer sehr gut ausdifferenzierten Hochschul- und
Forschungsinfrastruktur. Die verschiedenen Bereiche der
Grundlagenforschung und der anwendungsorientierten,
wirtschaftsnahen Forschung sind hier in einem ausgewogenen Verhältnis vertreten und werden durch ein weit
verzweigtes System von Transfereinrichtungen ergänzt.
Mit FuE-Aufwendungen in Höhe von 13,7 Mrd. Euro
(Stand 2005), das sind 4,2 % des BIP, liegt BW bei der FuEIntensität deutlich über dem Bundesdurchschnitt von
2,5 % und an der Spitze aller Bundesländer. Diese intensive
Forschungstätigkeit wird neben dem Land auch in besonderem Maße von der Wirtschaft getragen, denn rund
80 % der FuE-Arbeiten werden dort durchgeführt sowie
jeweils 10 % an den Hochschulen und an den außerhochschulischen Forschungseinrichtungen im Land.
Die Hochschulen erreichen regelmäßig hohe Drittmitteleinwerbungen. So konnten 2005 die Universitäten
– ohne Berücksichtigung der Universitätskliniken –
407 Mio. Euro an Drittmitteln einwerben und erzielten
damit Spitzenplätze beispielsweise im DFG-Förderranking.
Auch in den Patentstatistiken belegt BW regelmäßig
Spitzenplätze. Im Jahre 2006 kamen mit 13.347 Patentanmeldungen beim DPMA 28 % aller von deutschen
Anmeldern eingereichten Patente aus BW. Das Land
liegt damit bei der Patentintensität mit 125 Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner (Bundesdurchschnitt: 58)
an der Spitze aller Bundesländer. Auch kommen drei der
neun deutschen Firmen, die unter den zehn aktivsten
Patentanmeldern beim DPMA vertreten sind, aus BadenWürttemberg.

1.1 Grundsätze und schwerpunkte der Forschungsund technologiepolitik
Die Forschungs- und Technologiepolitik ist durch eine
enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gekennzeichnet. Auch innerhalb der
Landesregierung werden die forschungs- und technologiepolitischen Initiativen zur Innovationsförderung
sowie die Aktivitäten im Bereich Bildung und Fortbildung
durch eine intensive Kooperation der verantwortlichen
Ressorts aufeinander abgestimmt.
Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und
Kunst ist für die Forschungspolitik und -förderung mit
Schwerpunkt bei den Hochschulen und grundlagenorientierten außerhochschulischen Forschungseinrichtungen des Landes, das Wirtschaftsministerium für die
wirtschaftsorientierte Technologiepolitik und -förderung
mit Schwerpunkt bei den außerhochschulischen wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen verantwortlich.
Ziel der Landesregierung ist die Sicherung und der weitere Ausbau der Leistungsfähigkeit und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Wissenschaft, Forschung
und Technologie. Dazu fördert sie die Forschung in den
Hochschulen und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen in ihrer disziplinären Vielfalt sowohl in der
Spitze als auch in der Breite.
Die wichtigsten Grundsätze und Schwerpunkte der Forschungspolitik sind gekennzeichnet durch den Vorrang
für wissenschaftliche Exzellenz, die partnerschaftliche
Weiterentwicklung der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft sowie die gezielte Förderung des
Wissenschaftlichen Nachwuchses.
Entscheidend für die langfristige wirtschaftliche
Entwicklung Baden-Württembergs ist die strategische
Forschung, insbesondere die auf Wachstumsfelder aus-

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

gerichtete Grundlagenforschung. Deshalb analysiert das
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst regelmäßig strategisch bedeutsame Entwicklungen in den
relevanten wissenschaftlichen Disziplinen. Als wichtige
Forschungsfelder wurden z. B. Life Sciences, Neue Materialien, Nano- und Mikrosystemtechnologien, Optische
Technologien, Informatik und die Energie- und Umweltforschung identifiziert. Mit fokussierten Förderprogrammen (u. a. Offensive Biotechnologie, Förderprogramm
Informationstechnik Baden-Württemberg BW-FIT,
Kraftwerke des 21. Jahrhunderts KW 21, Einrichtung Materialwissenschaftlicher Zentren an den Universitäten des
Landes) werden hier strategische Schwerpunkte gesetzt.

1.2 Hochschulforschung und außerhochschulische
technologiepolitik
Instrumente zur Förderung exzellenter Forschung Baden-Württemberg hat frühzeitig bei der Forschungsförderung seine Ressourcen konzentriert und auf Kooperation sowie Schwerpunktbildung zugunsten der Schaffung
einer auch international wettbewerbsfähigen kritischen
Masse gesetzt. Gefördert wurden und werden vor allem
Forschungsstrukturen, wie z. B. eine fakultätsübergreifende Zusammenarbeit und/oder eine institutionenübergreifende Kooperation mit anderen Universitäten und
außerhochschulischen Forschungseinrichtungen, um
die personellen, sächlichen und investiven Ressourcen zu
bündeln. Förderentscheidungen werden hierbei im Wettbewerb bzw. grundsätzlich unter Hinzuziehung externer
Gutachter getroffen. Im Allgemeinen wird dabei eine
angemessene Eigenleistung der jeweiligen Hochschule
erwartet.
Wichtigstes Instrument der Forschungsförderung ist
seit mehr als zehn Jahren das Forschungsschwerpunktprogramm des Wissenschaftsministeriums. Dessen Mittel
werden u. a. für die Anschubfinanzierung eingesetzt, um
die Chancen der baden-württembergischen Wissenschaft
auf die Einwerbung größerer Drittmittelvorhaben anderer Mittelgeber (DFG, EU, BMBF) zu verbessern.
Zusätzlich zu den im Haushalt des Landes etablierten
Förderprogrammen hat die Landesregierung aus Privatisierungserlösen zahlreiche Sonderprogramme zur
Sicherung der Leistungsfähigkeit der baden-württembergischen Forschung aufgelegt. Im Rahmen der
Zukunftsoffensive III wurden Ende 2002 u. a. die Offensive Biotechnologie und im Februar 2004 das Förderprogramm Informationstechnik Baden-Württemberg
(BW-FIT) beschlossen. Im Rahmen der Zukunftsoffensive
IV wurde im Juli 2005 das Programm Neue Materialien
aufgelegt.
Schwerpunkt der vom Wirtschaftsministerium verantworteten Innovations- und Technologieförderung bleibt

309

die Sicherstellung einer zusätzlichen leistungsfähigen,
am Bedarf der Wirtschaft orientierten Forschungsinfrastruktur, insbesondere im Bereich der wirtschaftsnahen
Forschung. Dies ist verbunden mit Maßnahmen, die
einen raschen Technologietransfer ermöglichen, wobei
vor allem der Bildung und Stärkung von Clustern und
Netzwerken sowie der Verbundforschung besondere
Bedeutung zukommt.
Baden-Württemberg verfügt mit seinen Universitäten,
Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen über ein breites Spektrum leistungsfähiger
Technologiequellen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die
29 wirtschaftsnahen außerhochschulischen Forschungseinrichtungen, die dafür sorgen, dass wirtschaftsrelevante Technologien rechtzeitig für den Transfer in die
Wirtschaft aufbereitet werden und durch Auftragsforschung in die Produkt- und Verfahrensentwicklung der
Unternehmen einfließen. Dies gilt auch für die Fachhochschulen und die an ihnen angesiedelten Transferzentren
der Steinbeis-Stiftung für Wirtschaftsförderung als
regionale Innovationsmotoren.
Weitere Fördermaßnahmen bestehen beim Ministerium für Umwelt (UM) im Bereich der angewandten
Umweltforschung und im Bereich der ressortspezifischen
Forschungsaufgaben des Ministeriums für Ernährung
und Ländlichen Raum (MLR).
Das Land hat sich mit der Einrichtung der Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH einen wesentlichen
Standortvorteil verschafft. Gesellschaftszweck der
Landesstiftung ist die Förderung von gemeinnützigen
Zwecken, soweit sie geeignet sind, die Zukunftsfähigkeit des Landes zu sichern, wozu schwerpunktmäßig die
Förderung von Wissenschaft und Forschung gehört. Mit
den aus dem Stiftungskapital erzielten Erträgen wird
die staatliche Förderung im Land auf einer sicheren und
verlässlichen Basis substanziell ergänzt.
Im Bereich der Forschung konzentriert sich die Landesstiftung vorwiegend auf die Förderung von Zukunftstechnologien (z. B. Forschungsprogramme Optische
Technologien, Atomoptik, Funktionelle Nanostrukturen,
Mikrosystemtechnik, Biomimetik, RNS/RNAi, Adulte
Stammzellen oder Proteomforschung). Hinzu kommen
Programme zur Förderung des wissenschaftlichen
Nachwuchses, zur Verbesserung der Zusammenarbeit
von Forschungseinrichtungen mit Unternehmen (Verbundforschung), im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Forschung sowie in der internationalen
Zusammenarbeit.
Forschung an den Universitäten Die neun Universitäten
(sowie darüber hinaus zehn Kunst- und Musikhochschulen bzw -akademien) sind die wesentlichen Träger der
Forschung im Land und zugleich für die Ausbildung
des wissenschaftlichen Nachwuchses verantwortlich. In

C

310

verschiedenen Bereichen ist es gelungen, erstklassige Forschungskapazitäten an den Universitäten weiter auszubauen oder neue einzurichten, die vielfach in regionale
und überregionale Innovationsnetzwerke eingebunden
sind.
 
– Modellierung und Simulation auf Hochleistungscomputern wird als zentrale Querschnittskompetenz für
verschiedenste wissenschaftliche Disziplinen besonders gefördert. In der Förderinitiative der Landesstiftung Baden-Württemberg wurden seit 2004 insgesamt
16 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von
3,5 Mio. Euro unterstützt. Wichtige Standorte sind
Heidelberg mit dem Interdisziplinären Zentrum für
Wissenschaftliches Rechnen (IWR) und seit November
2007 mit der »Heidelberger Graduiertenschule der mathematischen und computergestützten Methoden für
die Wissenschaften« sowie Stuttgart als Sitz von einem
der bundesweit drei Höchstleistungsrechnern und seit
November 2007 des Exzellenzclusters Simulationstechnik.
– Im länderübergreifenden Forschungsprojekt Kraftwerke des 21. Jahrhunderts werden von Hochschulinstituten und sonstigen Forschungseinrichtungen in
den Ländern Bayern und BW Projekte aus der Grundlagenforschung und der Angewandten Forschung insbesondere mit dem Ziel durchgeführt, den Wirkungsgrad
von Kraftwerken zu erhöhen und Schadstoffemissionen zu reduzieren. Im Land BW werden hierfür von
der Landesstiftung substanzielle Förderbeträge zur
Verfügung gestellt.
– Die nanowissenschaftlichen Forschungsaktivitäten insbesondere in Karlsruhe, Stuttgart, Konstanz und Ulm
werden seit 2003 in dem landesweiten Kompetenznetz
Funktionelle Nanostrukturen gebündelt. Seit 2006
werden hier auch verstärkt Projekte aus dem Bereich
der Nanobiologie gefördert. Daneben wurde in Karlsruhe im Juli 2001 mit dem DFG-Forschungszentrum
für Funktionelle Nanostrukturen (CFN) eine der ersten
fünf Einrichtungen dieser neuen Förderlinie der DFG
eingerichtet. Hier werden in interdisziplinärer Zusammenarbeit Eigenschaften nanoskalierter Strukturen
untersucht und gezielt eingestellt. Seit November 2006
wird das CFN im Rahmen der Exzellenzinitiative als
Exzellenzcluster gefördert.
– Die insgesamt stark vertretenen Optischen Technologien sind an verschiedenen wissenschaftlichen Standorten untereinander und mit der Wirtschaft über Photonics BW eng vernetzt. Hervorzuhebende Standorte
sind u. a. die Universitäten Stuttgart (hier Entwicklung
des Scheibenlasers, ausgezeichnet mit dem Arthur L.
Schawlow Award 2004 des Laser Institute of America),
Karlsruhe (seit November 2006 mit der Karlsruhe

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

School of Optics und Photonics KSOP) sowie Konstanz
(Einrichtung des Center for Applied Photonics CAP mit
Unterstützung des Landes im Juli 2005).
– In Freiburg, Heidelberg und Ulm wurden Lebenswissenschaftliche Zentren eingerichtet, in denen interdisziplinär aus den Bereichen Biologie, Medizin in der
Grundlagenforschung und Klinik sowie Chemie und
Physik stammend zu einem jeweils gemeinsamen
Oberthema zusammengearbeitet wird. Die Landesregierung stellt hierfür im Rahmen der Zukunftsoffensive III insgesamt rund 30 Mio. Euro bereit. Das
Lebenswissenschaftliche Zentrum BIOQUANT an der
Universität Heidelberg wird zusätzlich durch das
Zentrum für Modellierung und Simulation in den
Biowissenschaften (BIOMS) ergänzt. Dieses wird – in
Public-Private-Partnership – zu gleichen Teilen von
der Klaus-Tschira-Stiftung gGmbH, den beteiligten
Forschungseinrichtungen (neben der Universität dem
Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie, dem MaxPlanck-Institut für medizinische Forschung und dem
European Media Lab) und der Landesregierung finanziert. Zu Beginn des Jahres 2007 wurden mit Viroquant
(Systembiologie von Virus-Zell-Interaktionen) und
FrISys (Freiburger Initiative für Systembiologie) zwei
der vier vom BMBF geförderten systembiologischen 
FORSYS-Zentren an den Lebenswissenschaftlichen
Zentren BioQuant (Heidelberg) und ZBSA (Freiburg)
eingerichtet. Die Kompetenz dieser Lebenswissenschaftlichen Zentren wird außerdem in Heidelberg seit
November 2006 durch das Exzellenzcluster Cellular
Networks und in Freiburg seit November 2007 durch
das Exzellenzcluster Centre for Biological Signalling
Studies (BIOSS) zusätzlich verstärkt.
– Beim Kompetenznetz Biomimetik, an dem verschiedene Standorte beteiligt sind, steht das Lernen der
Technik von der Natur im Mittelpunkt. Hauptziel der
Initiative ist die Intensivierung der Zusammenarbeit
zwischen biomimetischer Grundlagenforschung und
Unternehmen sowie die Einrichtung einer Plattform
zur Beratung und für Anfragen aus der interessierten
Öffentlichkeit.
– Der Wissenschaftsrat hat den medizinischen Fakultäten und den Universitätskliniken im Land bei seiner
jüngsten Begutachtung der Universitätsmedizin
eine hohe Leistungsfähigkeit in der Spitze und in der
Breite bescheinigt. Im Land sind zwei interdisziplinäre
Zentren Klinischer Forschung, drei Koordinierungszentren für Klinische Studien, zwei rehabilitationswissenschaftliche Forschungsverbünde und eines der drei
deutschen infektionsepidemiologischen Netzwerke
angesiedelt. Herausragend sind auch die Forschungszentren in den Neurowissenschaften, in den Bildgebenden Verfahren und in der Krebsforschung, die sich

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

durch eine intensive Zusammenarbeit mit der außeruniversitären Forschung auszeichnen. Zukunftspotenzial haben auch die MPG-Forschungsgruppe für
Molekulare Medizin an der Universität Ulm zur Stammzellalterung sowie die Gründung eines gemeinsamen
Instituts für Medizintechnik der Universitäten Stuttgart
und Tübingen, in dem die entsprechenden Kapazitäten
aus der Medizin, den Natur- und den Ingenieurwissenschaften beider Universitäten zusammengeführt
wurden. Nach Auflösung des Deutschen Zentrums für
Alternsforschung wurde in Heidelberg ein interdisziplinäres Netzwerk Alternsforschung aufgebaut, in dem
Wissenschaftler aus dem Raum Heidelberg/Mannheim
aus der Medizin, den Naturwissenschaften sowie den
Sozial- und Wirtschaftwissenschaften zusammenarbeiten.
– Einen besonderen Erfolg auf geisteswissenschaftlichem Gebiet stellen die Einrichtung eines Exzellenzclusters im Bereich der Geisteswissenschaften an der
Universität Konstanz sowie die Förderzusage der EU
für das Projekt Common Language Resource and
Technology Infrastructure (CLARIN) dar. CLARIN wird
von baden-württembergischer Seite vom Seminar für
Sprachwissenschaft der Universität Tübingen sowie
vom Institut für deutsche Sprache, Mannheim getragen.
A

Die Förderstruktur in BW ruht derzeit auf drei Pfeilern:
An fast jeder Hochschule gibt es Institute für Angewandte
Forschung, die über eine entsprechende personelle und
materielle Ausstattung zur Unterstützung forschungsaktiver Professorinnen und Professoren verfügen. Die
Institute sind dem Rektorat zugeordnet und werden
neben einer Grundfinanzierung leistungsabhängig
gefördert. Diese institutionelle Förderung wird ergänzt
durch ein Förderprogramm Innovative Projekte, das jedes
Jahr über die Breite des Fächerspektrums ausgeschrieben wird. Daneben werden seit Jahren in den Bereichen
Biotechnologie, Mikrosystemtechnik, Robotik, Systemtechnik sowie Photonik und Nachhaltige Energietechnik
Zentren für angewandte Forschung an Fachhochschulen
aufgebaut, um die Profil- und Schwerpunktbildung im
Fachhochschulbereich zu unterstützen, die Kompetenzen

311

der beteiligten Fachhochschulen insbesondere auch für
die kleine und mittelständische Industrie zu bündeln
und sie auch für die Universitäten zu einem interessanten
Kooperationspartner zu machen.
A

Die primär auf die Grundlagenforschung ausgerichtete
Max-Planck-Gesellschaft (MPG) setzt mit elf Instituten und
einer Außenstelle wichtige Akzente in der Forschungslandschaft von BW. Weiterhin sind 14 Institute und eine
Außenstelle der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) angesiedelt. Mit dem Forschungszentrum Karlsruhe (FZK), dem
Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg und den Standorten Stuttgart und Lampoldshausen
des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)
ist auch die Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) stark vertreten. Dabei entfällt jeweils etwa ein Viertel des gesamten
Forschungspotenzials (gemessen an der Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) der FhG und der HGF auf
Baden-Württemberg.
Darüber hinaus bilden 13 weitere außerhochschulische
Forschungseinrichtungen, die in der Innovationsallianz
Baden-Württemberg zusammengeschlossen sind,
wichtige Brücken zwischen der Wissenschaft einerseits
und der technischen Entwicklung neuer Produkte und
Produktionsverfahren in den gewerblichen Unternehmen andererseits.
Hierzu zählen acht Institute, die zu einem großen Teil
der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen »Otto-von-Guericke« e.V. (AiF) angehören.
Weitere fünf von Stiftungen getragene Institute sind im
Umfeld von Universitäten angesiedelt und in Technologiebereichen wie Mikroelektronik, Informatik, Wasserstoffforschung oder medizinischen Laseranwendungen
tätig. Für die institutionelle Förderung von elf dieser Vertragsforschungseinrichtungen wendet das Land jährlich
rund 20 Mio. Euro auf.
Für strategische Investitionen und Baumaßnahmen in
den wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen wurden
allein 2005 und 2006 über 16 Mio. Euro im Rahmen der
Zukunftsoffensiven III und IV aus Mitteln der Landesstiftung bereitgestellt.
Das Umweltministerium Baden-Württemberg fördert die Umweltforschung mit besonderen Mitteln. Mit
dem Baden-Württemberg Programm Lebensgrundlage
Umwelt und ihre Sicherung (BW-PLUS) werden Projekte

C

312

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

unterstützt , die für BW in besonderem Maße relevant
sind. Entwickelt werden sollen natur- und sozialwissenschaftliche, technische und methodische Beiträge sowie
die Instrumente zur Lösung von Problemen, um eine
dauerhaft lebenswerte Umwelt zu gestalten. In diesem
Zusammenhang fördert das Umweltministerium auch
Projekte der Energieforschung u. a. in den Bereichen
Speicher für Wärmeenergie, oberflächennahe Geothermie und Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie,
im Flächenmanagement und zum Teil im Bereich Lärm in
der Umwelt.
Im Geschäftsbereich des Ministeriums für Ernährung
und Ländlichen Raum werden u. a. durch landwirtschaftliche Landesanstalten, die Forstliche Versuchs- und
Forschungsanstalt, die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Forschungs- und Untersuchungsvorhaben durchgeführt. Diese Ressortforschung ist im
Wesentlichen anwendungsorientiert und erstreckt sich
schwerpunktmäßig auf die Bereiche regionale Folgen
des Klimawandels in der Land- und Forstwirtschaft,
Erforschung von Alternativmethoden zu Tierversuchen,
umweltschonende Landbewirtschaftung, nachwachsende Rohstoffe, Erzeugung und Vermarktung von
Qualitätsnahrungsmitteln, Nachweisverfahren der Lebensmittelüberwachung, Tiergesundheit, vorbeugende
Tierseuchenbekämpfung, nachhaltige Waldforschung,
Natur- und Artenschutz und Förderung des ländlichen
Raums. Hinzu kommen Forschungsprojekte aus dem
Bereich der Verbraucherschutzforschung. Ergänzend
hierzu vergibt das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Drittmittel an Hochschulen und sonstige
Forschungs- und Untersuchungseinrichtungen zur
direkten Förderung von aktuellen Forschungsprojekten,
durch deren Ergebnisse insbesondere die landwirtschaftlichen Betriebe beratend unterstützt werden sollen.

Baden-Württemberg verfügt über ein flächendeckendes effizientes System des Technologietransfers.
Einer Untersuchung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft zufolge zählen die Regelungen zum
Technologietransfer wie auch die Möglichkeiten der
Hochschulen zur Beteiligung an und der Gründung von
Unternehmen im Vergleich sämtlicher Landeshochschulgesetze zur Best-Law-Gruppe.
Kernelemente des Technologietransfers sind die
Verbreitung des Know-hows der Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen, die Förderung der
Verwertung von Forschungserfindungen, der personengebundene Technologietransfer, die Stärkung bestehender und der Aufbau neuer Netzwerke und Clusterbildung
sowie die Verbundforschung. Neue Instrumente zielen
insbesondere auf die Stärkung der Innovationsfähigkeit
von KMU ab.
Basis des Technologietransfers in die Unternehmen
ist ein dichtes Netz aus Instituten und Transferberatungsstellen der Universitäten, öffentlichen Forschungseinrichtungen, Erfinderberatungsstellen sowie der
Innovationsberater bei den Kammern. Des Weiteren hat
die Steinbeis-Stiftung für Wirtschaftsförderung an den
Hochschulen des Landes mehr als 400 fachlich orientierte
Transferzentren eingerichtet. Mit Schwerpunkt auf Beratung (Technologie- und Management-Coaching), Ausund Weiterbildung sowie Hilfestellung bei Entwicklungsvorhaben sind ihre Angebote besonders auf den Bedarf
kleiner und mittlerer Unternehmen ausgerichtet.
Beste Standortvoraussetzungen für Unternehmensgründerinnen und Unternehmensgründer sowie Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer in Hochschulnähe bieten auch die im Land bestehenden zahlreichen
Technologiezentren, darunter sechs Softwarezentren und
fünf Biotechnologieparks.

1.3 technologieförderung und technologietransfer

V

Vorrangiges Ziel der Innovations- und Technologiepolitik
ist auf der Basis von neu geschaffenem und weitergegebenen Wissen die Stärkung der Innovationsfähigkeit der
Wirtschaft, die vom breiten wissenschaftlichen Knowhow der Universitäten, Fachhochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen profitieren soll, um ihre
internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die
Unternehmen, insbesondere die KMU, sollen darin unterstützt werden, ihre Beziehungen zu den Hochschulen
und öffentlichen Forschungseinrichtungen zu intensivieren und deren Ergebnisse für sich nutzbar zu machen. Die
Landesregierung fördert deshalb Maßnahmen, die dazu
dienen, Kontakte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
orts- und problemnah in der Region zu knüpfen und zur
besseren Vernetzung aller am Innovationsgeschehen
Beteiligter führen.

Personengebundener technologietransfer Im Programm Junge Innovatoren des Wissenschaftsministeriums werden Spin-offs aus Hochschulen und Forschungs-

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

einrichtungen mit bis zu einer halben BAT IIa-Stelle für
die Dauer von in der Regel zwei Jahren gefördert. In insgesamt 20 Ausschreibungen konnten seit 1995 insgesamt
über 170 Projekte mit mehr als 230 Personen finanziert
werden. Eine wissenschaftliche Begleitforschung zum
Programm hat bestätigt, dass die Projekte ein überdurchschnittliches Innovationspotenzial aufweisen und das
Programm insgesamt sowohl eine gründungsunterstützende wie auch gründungsinitiierende Wirkung entfaltet.
Darüber hinaus werden seit 2004 mit dem Inkubatorenprogramm des Wirtschaftsministeriums aus Mitteln
des Europäischen Sozialfonds u. a. Zuschüsse für Beratungen, Messeteilnahmen, Prototypentwicklung und Kinderbetreuungskosten innovativer Existenzgründerinnen
und Existenzgründer sowie die Förderung von Anlaufstellen auf dem Campus gewährleistet. Zurzeit werden
in 12 geförderten Projekten, an denen 27 Hochschulen
beteiligt sind, über 1.100 innovative Gründerinnen und
Gründer betreut. In den Projekten sind aktuell über 1.200
Personen in Vollzeit und 560 Personen in Teilzeit beschäftigt, die sich noch häufig auf dem Campus oder in dessen
unmittelbarer Nähe befinden.
Förderung von netzwerken/Kompetenzzentren und
clusterpolitik In für Baden-Württemberg strategisch
relevanten Hochtechnologiefeldern werden die Kompetenzen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen
untereinander, aber auch mit Unternehmen in Netzwerken bzw. Clustern gebündelt. Ziel ist gleichermaßen die
Stärkung der Leistungs- und Innovationsfähigkeit aller
Partner, insbesondere auch der beteiligten KMU, als auch
ein gemeinsames Auftreten des Netzwerks/Clusters nach
außen hin.
Beispiele für landesweit sehr gut agierende technologie- oder branchenorientierte Netzwerkeinrichtungen
sind die BioPro Baden-Württemberg GmbH, die MFG
Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH,
der Photonics BW e. V. sowie die Plattform Intralogistik
und Mikrosystemtechnik Baden-Württemberg.
Weitere Netzwerke sind beispielsweise die Forschungsallianz für Brennstoffzellen in Baden-Württemberg
(BzA-BW), die Forschungsallianz für Kristalline Siliziumsolarzellentechnologie (LASER FAKT) und das Kompetenzzentrum für Thixo-Schmieden (CCT NOVUS).
Für die Legislaturperiode 2006 – 2011 misst die Landesregierung der Clusterpolitik eine besondere Bedeutung
bei. Diesbezüglich sollen systematisch die Wissens- und
Innovationskompetenzen in den Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Verwaltungen, Wirtschaftsfördereinrichtungen, Kammern und Verbänden in
Netzwerken und Clustern zusammen gefasst werden.
Dadurch sollen bestehende Einrichtungen gestärkt und
neue in für Baden-Württemberg zukünftig bedeutenden
Feldern identifiziert werden. Die Maßnahmen und

313

nächsten Handlungsschritte sind in einem 7-PunkteSofortprogramm zur Förderung des Cluster-Dialogs in
Baden-Württemberg definiert worden.
V

Im Rahmen der Zukunftsoffensive IV stehen für Verbundforschung auf den Gebieten Produktionstechnik,
Energie- und Materialforschung insgesamt 18 Mio. Euro
zur Verfügung. Aus einer ersten Ausschreibung sind 2007
insgesamt 18 Projekte ausgewählt worden und angelaufen, woran 79 Unternehmen und 30 Institute/Forschungseinrichtungen beteiligt sind.
S

Mit dem zweijährigen Modellprojekt Innovationsgutscheine, die im Wert von 2.500 Euro bzw. 5.000 Euro
ausgegeben werden, sollen kleinere innovierende
Unternehmen auf dem nationalen sowie internationalen
Forschungsmarkt einkaufen können. Im Rahmen des
Zukunftsprogramms Mittelstand stehen dafür jährlich
drei Mio. Euro zur Verfügung, womit ca. 800 Innovationsvorhaben angeschoben werden sollen. Bei erfolgreichem
Abschluss des Modellversuchen soll das Instrument im
Rahmen eines Förderprogrammes verankert werden.
Ebenso sollen KMU mit dem Programm Innovationsassistent/-in angeregt werden, Neueinstellungen von FuEPersonal vorzunehmen. Für diese Maßnahme stehen für
die nächsten sieben Jahre insgesamt über 3,5 Mio. Euro
zur Verfügung.

1.4 Förderung des wissenschaftlichen nachwuchses
Durch unterschiedliche Maßnahmen wird insbesondere
der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert. Diesbezüglich richtet das Land in eigener Zuständigkeit strukturierte Promotionskollegs ergänzend zu den Graduiertenkollegs ein, und durch Landesstipendien werden
Promotionsvorhaben unterstützt. Darüber hinaus planen
mit Unterstützung der Landesregierung die Universitäten die Einrichtungen von Graduiertenschulen, um
die Nachwuchsbetreuung institutionell noch wirksamer
auszugestalten.
Verstärkte Aufmerksamkeit richtet sich auch auf die
Postdoktorandenphase. Seit 2002 schreibt die Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH jährlich das Elitepro-

C

314

gramm für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden
an den wissenschaftlichen Hochschulen des Landes aus.
Mit der Juniorprofessur ist neben der Habilitation ein
weiterer Qualifizierungsweg zur Hochschullehrkraft
eröffnet. Im Rahmen der Zukunftsoffensive IV wurde
ein Programm zur Förderung von Forschungsvorhaben
von Juniorprofessoren etabliert, das seit 2006 jährlich
aufgelegt wird.
Zur Fortführung der Forschungstätigkeit bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Familiengründungsphase werden u. a. Wiedereinstiegs- und Kontaktstipendien durch das Land zur Verfügung gestellt. Zur
stärkeren Partizipation von Frauen in der Wissenschaften
können diese insbesondere über das Margarete von
Wrangell-Habilitationsprogramm gefördert werden.

1.5 Internationale zusammenarbeit
Baden-Württembergische Hochschul- und Forschungseinrichtungen kooperieren weitreichend mit internationalen Institutionen, u. a. mit den Ländern Ost- und Südostasiens (China, Japan, Thailand), Südamerikas (Chile,
Brasilien), mit mittel- und osteuropäischen Staaten sowie
mit den USA. Institutionelle Kooperationen existieren beispielsweise mit der deutschsprachigen Andrassy Universität in Budapest, der German University in Cairo, und eine
Zusammenarbeit findet auch insbesondere zwischen der
Universität Karlsruhe und der Carnegie Mellon University
Pittsburgh (Pervasive Computing) sowie der Universität
Stuttgart mit der University of California (DLR-NASAProjekt: Infrarotastronomie) statt.
Darüber hinaus arbeitet das Land mit der Science and
Technology Commission Shanghai in den Bereichen
Systems Biology und Nanotechnology sowie mit dem
Ministry of Education Singapur in den Biomedical/Life
Sciences zusammen. Mit Sitz des sozialwissenschaftlichen
Deutsch-französischen Forschungsinstituts (DFI) verfügt
das Land über ein anerkanntes Informationszentrum mit
der bundesweit größten Frankreichbibliothek.
Fernerhin nehmen die Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen an
Programmen der Europäischen Union teil, wodurch sie
ihre europäischen, aber auch internationalen Kontakte in
gemeinsamen Forschungsvorhaben intensivieren und sie
die EU-Bildungsprogramme und EU-Strukturförderprogramme nutzen. Das Land unterstützt sie bei ihren Aktivitäten und eröffnet ihnen über eine Reihe von Bundesratsmandaten der Länder, nicht zuletzt durch das Mandat
von Herrn Minister Frankenberg im EU-Forschungsministerrat, Gestaltungsmöglichkeiten bei der Konzeption
und Fortentwicklung der EU-Förderprogramme.
Wichtige Projekte im Bereich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind die Weiterentwicklung der

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

Internationalen Bodenseehochschule sowie die Unterstützung der Hochschulaktivitäten am Oberrhein, die
im EUCOR-Verbund zusammengeschlossen sind. Ferner
bildet der Zusammenschluss der 4-Motoren-Regionen
Rhônes-Alpes, Katalonien, Lombardei und Baden-Württemberg die Basis für eine langjährige Kooperation.
Unter Federführung des Wissenschaftsministeriums hat das Land im CORDIS-Server der Europäischen
Kommission ein auf die Aktivitäten der Europäischen
Forschungsförderung und -kooperation bezogenes
Internetportal eingerichtet. Informationen und Hilfestellung beim Zugang zur EU-Forschungsförderung
speziell für Fachhochschulen sowie kleine und mittlere Unternehmen bietet der Europabeauftragte des
Wirtschaftsministers des Landes BW und das von ihm
geleitete Steinbeis-Europa-Zentrum. Als Partner des
Enterprise Europe Network – Baden-Württemberg, das
zum 1. Januar 2008 seine Arbeit aufgenommen hat, kann
das Steinbeis-Europa-Zentrum bei der Beratung von KMU
und Hochschulen auf ein dichtes Netz an regionalen und
europäischen Ansprechpartnern zurückgreifen.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

315

literatur Publikationen des Wissenschaftsministeriums
sind zu bestellen bei: presse@mwk.bwl.de
– »Universitäten in Baden-Württemberg«
(letzte Aktualisierung im Januar 2005)
– »Forschen in Baden-Württemberg«
(erschienen Ende 2005)
– »17 Thesen zur Hochschulreform«
(Strategien einer ganzheitlichen Hochschulentwicklung in Deutschland, Februar 2004)
Publikationen des Wirtschaftsministeriums sind zu bestellen bei: pressestelle.wm@wm.bwl.de
– »Vertragsforschung für die Wirtschaft
– »Beispiele erfolgreicher Transferprojekte«
– »Vertragsforschung in Baden-Württemberg«
– »Wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen in BadenWürttemberg«
Detaillierte Informationen zu folgenden aspekten
Grundsätze der Forschungs- und Technologiepolitik
siehe Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Baden-Württemberg:
www.mwk.baden-wuerttemberg.de
Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg:
www.wm.baden-wuerttemberg.de
Clusterpolitik:
www.baden-württemberg.de/clusterpolitik-regionalestrukturpolitik
BW und europäische Forschungsaktivitäten:
www.cordis.lu/baden-wuerttemberg/

C

316

2

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

Freistaat Bayern

Mit seinen elf Universitäten, siebzehn staatlichen und
acht nichtstaatlichen Fachhochschulen, drei Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, elf Max-Planck-Instituten, zehn Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft und
fünf Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft ist Bayern
einer der führenden Forschungsstandorte in Europa und
setzt auch im weltweiten Vergleich Maßstäbe.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
liegen in Bayern bei knapp 3 % des Bruttoinlandproduktes. Bayern gehört damit zu den drei Ländern, in
denen der FuE-Anteil am höchsten ist.
Die bayerischen Hochschulen haben im Jahr 2005
Drittmittel (inklusive EU-Projektmittel) in Höhe von rund
543 Mio. Euro eingeworben. Im letzten Förderranking
der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) befinden
sich unter den ersten zehn Plätzen vier Universitäten aus
Bayern.
Fast jede dritte inländische Patentanmeldung (29,2 %)
kam im Jahr 2006 aus Bayern.

2.1 Grundsätze und schwerpunkte der Forschungsund technologiepolitik
Oberstes Ziel der bayerischen Forschungspolitik ist es,
die anerkannte Exzellenz der Forschung an bayerischen
Hochschulen in allen Landesteilen weiter zu erhöhen.
Nur auf diese Weise kann die Forschung in Bayern in
einem sich zunehmend verschärfenden internationalen
Wettbewerb bestehen.
Die hierzu notwendigen Erfolgsfaktoren der bayerischen Hochschullandschaft sind insbesondere die
generelle Forschungsorientierung und Forschungsfreundlichkeit des Freistaats, die Förderung der Grundlagenforschung in ihrer gesamten Breite und ihrer Vielfalt,

die im bundesdeutschen Vergleich gute Ausstattung
der Hochschulen, eine leistungsorientierte Berufungspolitik und eine nachdrückliche Unterstützung der
Schwerpunktbildung an den Hochschulen. Dies ist die
Grundlage für die Weiterentwicklung der bayerischen
Forschungsstruktur, um die hohe Qualität des bayerischen Hochschulwesens auf dem Gebiet der Forschung
zu erhalten und weiter zu stärken.
Ein wichtiges Ziel der bayerischen Forschungspolitik
ist daneben die Forschungsaktivierung aller Landesteile
entsprechend den jeweils vor Ort vorhandenen Forschungspotenzialen. Zu nennen sind hier die in nahezu
allen bayerischen Universitäten eingerichteten Kompetenzzentren, unter deren Dach Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler verschiedener Disziplinen fachübergreifend innerhalb zukunftsträchtiger Forschungsgebiete
zusammenarbeiten.
Ein besonderer, künftig noch steigender Stellenwert
kommt der Forschungsförderung aus Mitteln Dritter
– insbesondere seitens der Industrie – zu. Ohne diese
Drittmittel ist eine innovative und international konkurrenzfähige Forschungslandschaft heute nicht mehr denkbar. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst unterstützt daher durch vielfältige
Maßnahmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
bei der Einwerbung von Drittmitteln. So erhalten z. B. aus
dem »Bonusprogramm« zur Förderung der Auftragsforschung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an
den Universitäten Erfolgsprämien für die Einwerbung
von Drittmitteln aus FuE-Aufträgen der Wirtschaft. Mit
der Einführung der Forschungsprämie auf Bundesebene
zu Beginn des Jahres 2007 hat die Bundesregierung die
Idee des »Bonusprogramms« aufgegriffen. Das bayerische
Bonusprogramm wurde daraufhin so modifiziert, dass es
eine sinnvolle Erweiterung und Ergänzung zum Bundes-

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

programm für Antragstellende aus Bayern bietet.
Des Weiteren wird bei der Zuweisung von Haushaltsmitteln an die Hochschulen die Einwerbung von Drittmitteln berücksichtigt. Damit werden wichtige Anreize
für die Hochschulen geschaffen, sich verstärkt um die
Einwerbung von Drittmitteln zu bemühen.

2.2 Hochschulforschung und außerhochschulische
Forschung
Die Forschungsprofile der einzelnen Hochschulen bauen
teils auf gewachsenen Strukturen und der Nutzbarmachung vorhandener Kompetenzen auf, größtenteils sind
sie aber auch Ergebnis einer langfristigen Hochschulentwicklungsplanung und vor allem einer gezielten Berufungspolitik.
Die Hochschulleitungen nehmen auf die Bildung profilschärfender Schwerpunkte durch die inneruniversitäre
Stellen- und Mittelvergabe sowie Zielvereinbarungen
steuernden Einfluss. Schwerpunkte entstehen ferner
aufgrund von Sonderfinanzierungen bzw. Drittmittelförderungen (insbesondere Offensive Zukunft Bayern
und High-Tech-Offensive, Exzellenzinitiative, DFG- und
BMBF-Projekte). Gerade kleinere Universitäten sehen eine
erfolgreiche Forschungsstrategie oft auch im Ausbau von
Spezialkompetenzen.
Im Einzelnen ergeben sich die Forschungsprofile der
bayerischen Universitäten und Fachhochschulen aus den
im Jahr 2006 mit dem Bayerischen Staatsministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst (STMWFK) geschlossenen Zielvereinbarungen.
Ergänzend hierzu sind die zentralen Maßnahmen der
Offensive Zukunft Bayern und der High-Tech-Offensive,
durch die seit 1994 mit insgesamt 4,22 Mrd. Euro aus
Privatisierungserlösen vor allem Projekte in Bildung und
Forschung gefördert wurden, zu nennen.
Beispiele sind der Ausbau der Medizintechnikkompetenzregion Erlangen-Nürnberg und des Infrastrukturbereichs im Großraum München mit einem Zentralinstitut
für Medizintechnik an der TU München in Garching und
einer angegliederten außerhochschulischen Einrichtung
sowie die neue Forschungshochflussneutronenquelle der
TU München in Garching FRM-II (letztere wurde zu einem
erheblichen Teil aus Privatisierungserlösen im Rahmen
der Offensive Zukunft Bayern finanziert).
Im Rahmen des aktuellen Zukunftsprogramms
»Bayern 2020: Kinder. Bildung. Arbeit.« werden unter
anderem als sogenannte Leuchtturmprojekte mit 135
Mio. Euro gefördert: das Biomedizinische Zentrum für
Spitzenforschung in den Bio- und Lebenswissenschaften
in Großhadern/Martinsried, das Chemikum an der
Universität Erlangen-Nürnberg als überregional bedeutsames Zentrum für klinische Forschung, der Ausbau des

317

­

Bereits 1990 wurde die Bayerische Forschungsstiftung
errichtet, um zukunftsweisende Projekte der universitären und außerhochschulischen Forschung zu unterstützen und für einen schnellen Transfer wissenschaftlicher
Erkenntnisse in die wirtschaftliche Umsetzung zu sorgen.
Die Bayerische Forschungsstiftung fördert innovative Projekte, die gemeinsam von Partnern aus Wissenschaft und
Wirtschaft durchgeführt werden.
Im Jahr 2004 wurde ein Bayerisches Genomforschungsnetzwerk (BayGene) gegründet. Im Rahmen einer
siebenjährigen Förderphase stehen hierfür pro Jahr ca.
3,7 Mio. Euro zur Verfügung. Im Rahmen von BayGene
fördert das STMWFK Projekte der Spitzenforschung in
aktuellen und relevanten Gebieten der funktionellen Genomforschung, die von Nachwuchswissenschaftlerinnen
und Nachwuchswissenschaftlern geleitet werden. Damit
dient das Programm auch der Nachwuchsförderung.
Die Zahl der an den bayerischen Universitäten eingerichteten Sonderforschungsbereiche liegt nach wie vor
auf hohem Niveau (derzeit 43).
Als besonders wirksames Instrument der Förderung
fach- und universitätsübergreifender Forschung hat sich
die Einrichtung von Bayerischen Forschungsverbünden
bewährt. Bislang wurden über 50 Forschungsverbünde
eingerichtet. Im Rahmen der Forschungsverbünde betreiben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche und Hochschulen meist zusammen
mit Partnern aus der Wirtschaft zeitlich befristet auf
einem bestimmten Gebiet gemeinsame Forschung und
Entwicklung. Sie bearbeiten dabei insbesondere Themen
aus zukunftsträchtigen Gebieten der Informations- und
Kommunikationstechnologie, der neuen Werkstoffe, der
Biotechnologie, der Medizin sowie der Geisteswissenschaften. Geplant ist die Einrichtung neuer Forschungsverbünde auf dem Gebiet der Klimaforschung.
	
– Der Bayerische Forschungsverbund »Adulte Neurale
Stammzellen (ForNeuroCell)« verfolgt das Ziel, eine auf
adulten Stammzellen basierte regenerative Zellersatztherapie für akute und chronische Erkrankungen des
Nervensystems zu entwickeln.
– Der Bayerische Forschungsverbund »Transnationale
Netzwerke – Geschäftserfolg von KMU durch interkulturelles Risikomanagement (FORTRANS)« analysiert
den Beitrag von Netzwerken für das Risikomanagement und entwickelt Handlungsempfehlungen für
deren praktische Gestaltung. Unterstützungsangebote
werden insbesondere für KMU konzipiert, die bei
Internationalisierungsaktivitäten den Risiken weitaus

C

318

ungeschützter ausgesetzt sind als große Unternehmen.
– In dem Forschungsverbund »Kraftwerke des 21. Jahrhunderts (KW 21)«, ein gemeinsames Vorhaben mit
Baden-Württemberg, werden neue Technologien für
Kleinkraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
und andere Verbrennungskraftwerke wie auch
energiewirtschaftliche Analysen und Strategien aus
betriebswirtschaftlicher, volkswirtschaftlicher und
ökologischer Perspektive erforscht. Ziel des Verbundes
ist es, den Betrieb von Kraftwerken künftig effizienter,
kostengünstiger und umweltfreundlicher zu gestalten.
– Die Max-Planck-Forschungsgruppe »Optik, Information
und Photonik« an der Universität Erlangen-Nürnberg
ist die erste derartige Forschergruppe an einer deutschen Hochschule. Ausschlaggebend hierfür war
das anerkannt hohe Niveau der Forschung zur Optik
in Erlangen. Zusammen mit der übrigen optischen
Anwendungsforschung, der Medizintechnik sowie der
Werkstoffwissenschaft ergeben sich hier auch erhebliche wirtschaftliche Potenziale.
Neben der Forschungsgruppe in Erlangen verfügt Bayern
über elf Max-Planck-Institute sowie die Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft.
Auch die Zentralverwaltung der 1949 unter maßgeblicher Mitwirkung des Freistaats Bayern gegründeten
Fraunhofer-Gesellschaft hat ihren Sitz in Bayern.
Damit haben zwei führende deutsche Forschungsorganisationen, die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und die
Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), ihren Sitz in der bayerischen Landeshauptstadt.
Neben den Forschungseinrichtungen, die zu den eingangs genannten Dachorganisationen (MPG, HGF, FhG
und WGL) gehören, besteht in Bayern auch eine Vielzahl
anderer außeruniversitärer Institute. Ein besonderer
Schwerpunkt liegt hier auf dem Gebiet der Osteuropaforschung.

2.3 technologieförderung und technologietransfer
Ein zügiger Transfer von Wissen und Technologien aus
den Hochschulen in die Industrie ist ein wesentlicher
Erfolgsfaktor für die Konkurrenzfähigkeit der bayerischen Wirtschaft. Wesentlich unterstützt wird dieser
Transferprozess durch die Arbeit der Technologietransferstellen an den bayerischen Hochschulen, welche sich
die Vermittlung, Durchführung und Betreuung von Kooperationen zwischen Unternehmen und Wirtschaft zur
Aufgabe gemacht haben. Neben der Unterstützung der
Kontaktaufnahme zur Wirtschaft beraten sie Hochschulmitglieder bei der Drittmitteleinwerbung und tragen
abgestimmt auf Profil und Schwerpunktsetzung der
jeweiligen Hochschule zur Entwicklung neuer Ansätze

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

und Ideen für den Wissenstransfer bei.
Als Instrument ist hierbei die im Jahr 2002 ins Netz
gestellte Datenbank »baydat online« (www.baydat.de)
hervorzuheben, die neben einem Überblick über die
bayerische Hochschullandschaft eine hochschulübergreifende Recherchemöglichkeit nach Informationen sowie
Ansprech- und Kooperationspartnern an den bayerischen
Hochschulen bietet. Die Datenbank enthält die Forschungsprofile von mittlerweile über 1.200 Hochschulwissenschaftlerinnen und Hochschulwissenschaftlern,
die an einer Kooperation mit der Wirtschaft interessiert
sind; konkrete Kooperationsgesuche können unmittelbar
(und anonym) eingestellt werden.
Eine wichtige Zukunftsstrategie ist die verstärkte
Vernetzung von Spitzenforschung, Unternehmen,
Existenzgründerzentren und Risikokapitalgebern zu
Clustern. Ziel ist es, die Potenziale in Wirtschaft und
Wissenschaft zu bündeln, um so eine höhere Innovations- und Entwicklungsdynamik zu erreichen. Durch die
Unterstützung von Netzwerken gibt der Staat Anstöße,
um die gewünschte Dynamik in Gang zu setzen. Im
Rahmen der »Allianz Bayern Innovativ« werden deshalb
19 bayernweit ausgerichtete Clusterplattformen in für die
bayerische Wirtschaft besonders bedeutenden Branchen
und Kompetenzfeldern mit rund 40 Mio. Euro über die
Dauer von fünf Jahren gefördert. Forschungsergebnisse
sollen dadurch noch schneller in marktfähige Produkte
überführt werden.
Von großer Bedeutung für den Kontakt der Hochschulen mit der Wirtschaft ist auch die Beteiligung von
Instituten, Forschergruppen und einzelnen Forscherinnen und Forschern an einschlägigen Fachmessen wie
CeBIT, Laser, Systems oder Medica, die auf Hochschulseite
organisiert und vom Freistaat unterstützt wird.
Den unmittelbarsten Weg des Technologietransfers
stellen innovative Unternehmensgründungen aus den
Hochschulen heraus durch akademisch gebildete Berufsanfänger dar, die diesen zugleich eine Alternative zu
klassischen Berufswegen bieten. An dieser Stelle setzen
zwei bayerische Programme mit jeweils unterschiedlicher Ausrichtung an:
Das Aktionsprogramm für die Hochschulen HOCHSPRUNG (Hochschulprogramm für Unternehmensgründungen/Gründernetzwerk Bayern) stellt durch ein
bayernweites Netzwerk an den bayerischen Hochschulen
die kompetente Information, Motivation und Beratung
rund um das Thema Existenzgründung an den Hochschulen sicher. Unter www.hochsprung.de wurde darüber
hinaus ein virtuelles Informationsnetzwerk aufgebaut.
Dabei ist ausdrückliches Ziel der Initiative, an bayerischen
Hochschulen Bedingungen zu schaffen, die eine dauerhafte Verankerung gründungsrelevanter Aktivitäten in
selbsttragenden Strukturen sichern.
Das »Bayerische Förderprogramm zum leichteren

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

Übergang in eine Gründerexistenz« (FLÜGGE) fördert
seit 1997 Existenzgründungen aus den Hochschulen
heraus, indem es jungen Hochschulabsolventen mit einer
innovativen Unternehmensidee die Möglichkeit eröffnet,
parallel zur Konzeptionsphase ihrer Unternehmensgründung für die Dauer von bis zu zwei Jahren im Umfang
einer halben Stelle an der Hochschule tätig zu sein und
dadurch ihren Lebensunterhalt zu sichern; zugleich wird
ihnen die Möglichkeit eröffnet, in der Startphase kostengünstig Geräte, Räumlichkeiten oder andere Ressourcen
der Hochschule zu nutzen und dadurch die Lasten am
Beginn der unternehmerischen Tätigkeit zu verringern.
Insgesamt 106 Gründungsunternehmen konnten bereits von der FLÜGGE-Förderung profitieren, die zusammen über 750 überwiegend hoch qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen haben.
Daneben finden junge Unternehmerinnen und Unternehmer in den technologieorientierten Gründerzentren
eine innovative Gesprächs- und Kooperationsatmosphäre
zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern,
Technikern und Unternehmensleitern. Die Unternehmen profitieren besonders von der räumlichen Nähe zu
renommierten Forschungseinrichtungen. Bayern hat
mittlerweile über 50 Technologie- und Gründerzentren
errichtet .
Ziel der Bayerischen Hochschulpatentinitiative Bayern
Patent ist es, das Erfindungspotenzial der bayerischen
Hochschulen zu erschließen, die Kompetenz der Hochschulen in Fragen des Patentwesens zu stärken, einen
Anstoß zur Schaffung einer dauerhaften Patentinfrastruktur an Hochschulen zu geben und damit den Transfer
wissenschaftlicher Entwicklungen durch professionelle
Verwertung zu stimulieren.
Dazu stehen an acht Hochschulstandorten zehn Erfinderberater und -beraterinnen bereit, welche die Ratsuchenden bis zur Ausarbeitung der Erfindungsmeldung
betreuen und unterstützen. Als zentrale Einrichtung für
die Bewertung von Erfindungen und die Verwertung von
Patenten haben die bayerischen Hochschulen Anfang 2007
die Bayerische Patentallianz GmbH (BayPat) gegründet.
Zentraler Ansprechpartner für die Unternehmen im
Bereich Technologietransfer ist die Bayern Innovativ
GmbH, die vom Freistaat Bayern 1995 gegründet wurde.
Die Bayern Innovativ Gesellschaft für Innovation und
Wissenstransfer mbH ist eine landesweit operierende
und branchenübergreifende Technologietransfereinrichtung. Sie konzipiert hierzu Plattformen wie Kongresse
oder Gemeinschaftsstände auf internationalen HightechMessen und branchenspezifische Netzwerke. Individuelle
Kooperationsprojekte und begleitende Internetportale
komplementieren die Leistungen.
Die Bayern Kapital GmbH, die auf Initiative der
Bayerischen Staatsregierung im Rahmen der »Offensive Zukunft Bayern« Ende 1995 als hundertprozentige

319

Tochtergesellschaft der LfA Förderbank Bayern gegründet wurde, betreut derzeit insgesamt fünf Beteiligungsfonds mit einem Beteiligungsvolumen von rund 190 Mio.
Euro. Bislang wurden davon rund 130 Mio. Euro Beteiligungskapital in 160 innovative technologieorientierte
Unternehmen aus verschiedensten Branchen, wie z. B.
Biotechnologie/Life Science, Software und IT, Medizintechnik, Werkstoffe und Neue Materialen, Nanotechnologie und Umwelttechnologie, investiert. Aufgrund der
Kooperation mit anderen am Markt tätigen Investoren
(Beteiligungsgesellschaften und Business Angels) sowie
mit den Bundesinstitutionen ERP-Startfonds der KfW
und dem Hightech-Gründerfonds konnte Bayern Kapital
neben dem eigenen eingesetzten Beteiligungskapital
mindestens weitere 250 Mio. Euro Lead- und Coinvestmentfinanzierung für junge bayerische Technologieunternehmen mobilisieren.

2.4 Internationale aktivitäten
Das Zusammenwachsen von Wissen aus aller Welt hat
dazu geführt, dass internationale Zusammenarbeit für
eine erfolgreiche Forschungsarbeit unverzichtbar geworden ist. Ziel der Internationalisierungsbemühungen
in Bayern ist es daher, Strukturen und Angebote an den
Hochschulen und Forschungseinrichtungen so auszurichten, dass es gelingt, qualifizierte ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die Beteiligung
an gemeinsamen Forschungsprojekten zu gewinnen und
gleichzeitig deutschen Nachwuchswissenschaftlerinnen
und Nachwuchswissenschaftlern durch eine Internationalisierung des Ausbildungsangebotes und eine hohe
Qualität der Ausbildung die besten Voraussetzungen für
ihre Forschungsaktivitäten in Bayern im Rahmen von
internationalen Forschungsnetzwerken zu bieten.
	

– Gründung von hochschulübergreifenden Zentren zur
Schaffung von Netzwerken für eine verbesserte Koordination der Kooperationen bayerischer Hochschulen
und der mit ihnen kooperierenden Forschungseinrichtungen mit bestimmten Ländern/Regionen in
Forschung und Lehre. Aufgabe dieser Zentren ist es,
Forschungsprojekte anzustoßen, als Informations- und
Kontaktstellen zu fungieren und insbesondere durch
die Gewährung von Mobilitätsbeihilfen den Austausch
und die Kooperation von Wissenschaftlern in der jeweiligen Region anzustoßen. Bereits 1997 wurde so das
Bayerisch-Französische Hochschulzentrum (BFHZ) an
der Technischen Universität München und der Ludwig-

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320

Maximilians-Universität München gegründet, das
vom Freistaat Bayern derzeit mit 178.400 Euro jährlich
gefördert wird und pro Jahr jeweils ca. 50 Projekte
neu anstoßen kann. Das BFHZ kümmert sich auch um
bestimmte Aktivitäten mit der Partnerregion Quebec,
Kanada. Im August 2000 entstand das Bayerisch-Kalifornische Hochschulzentrum an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, das aus Mitteln der
High-Tech-Offensive mit 255.700 Euro jährlich unterstützt wird. Hier konnten seit 2004 ebenfalls jährlich ca.
50 Projekte neu gefördert werden. Anschließend wurde
im Jahr 2005 das Bayerische Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa an der Universität Regensburg errichtet, das ebenfalls aus Mitteln der High-TechOffensive mit derzeit jährlich 275.000 Euro gefördert
wird. Als bislang letztes Zentrum wurde im Jahr 2007
an der Universität Bayreuth das Bayerische Hochschulzentrum für China errichtet. Für das Jahr 2008 ist eine
Unterstützung von 300.000 Euro vorgesehen.
– Seit August 1998 werden 155 Bachelor- und 183 Masterstudiengänge, mit steigender Tendenz, an bayerischen
Hochschulen eingeführt – derzeit gibt es in Bayern
409 Bachelor- und 324 Masterstudiengänge (Stand:
WS 2007/2008). Auch das Angebot an fachspezifischen
Fremdsprachenausbildungen und fremdsprachigen
Lehrveranstaltungen wurde ausgeweitet, um die internationale Konkurrenzfähigkeit der in Deutschland
ausgebildeten Nachwuchswissenschaftlerinnen und
Nachwuchswissenschaftler zu sichern. Hier wurden
aus Mitteln des Freistaats und des Europäischen Sozialfonds auf fünf Jahre angelegte Sonderprogramme im
Umfang von 11,4 Mio. Euro für die Universitäten und
über 7,5 Mio. Euro für die Fachhochschulen aufgelegt.
– Insbesondere im EU-Bereich wurden Strukturverbesserungen mit dem Ziel einer verstärkten Einwerbung
von Drittmitteln in der Forschung vorgenommen. Zu
diesem Zweck wurde mit staatlicher Anschubfinanzierung im Juni 2006 die Bayerische Forschungsallianz
GmbH, BayFOR, gegründet. BayFOR hat zum Ziel, als
zentrale Anlaufstelle für die bayerischen Universitäten
und Fachhochschulen die Beteiligung der bayerischen
Wissenschaft an den Förderprogrammen der EU zu verbessern. Gesellschafter von BayFOR sind die Universität
Bayern e. V. und die Vereinigung der Fachhochschulen
(Hochschule Bayern e. V.).
– Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den
Aufenthalt ausländischer Gastwissenschaftlerinnen
und Gastwissenschaftler sowie Dozentinnen und
Dozenten an bayerischen Hochschulen wurden in
Zusammenarbeit mit den Studentenwerken und den
Ausländerbehörden der Kreisverwaltungen bzw.
Kommunen Maßnahmen unternommen mit dem Ziel,

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

diesem Personenkreis bei Behördengängen insbesondere im Bereich Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis
Hilfestellungen zu geben und Verwaltungsverfahren
zu beschleunigen. Etliche Kommunen haben sich mit
ihren Studentenwerken und Hochschulen mit Unterstützung von örtlichen Unternehmen zusammengeschlossen und Serviceeinrichtungen geschaffen, die es
Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftlern
sowie Dozentinnen und Dozenten ermöglichen, an
einem Ort nicht nur Behördenformalitäten zu erledigen, sondern sich auch gleichzeitig über Strukturen
und Angebote der genannten Hochschulen umfassend
beraten zu lassen.
Die Beteiligung bayerischer Hochschulen an EUBildungs- und Forschungsprogrammen leistet einen
wesentlichen Beitrag zur Verbesserung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Wie die jährlich veröffentlichten Zahlen dokumentieren, haben die bayerischen
Hochschulen in den vergangenen Jahren mit zunehmendem Erfolg EU-Mittel eingeworben. Im Jahr 2005
konnten etwa 43 Mio. Euro Fördermittel eingeworben
werden, im Jahr 2006 erzielten die bayerischen Hochschulen mit 41,4 Mio. Euro erneut ein gutes Resultat.

2.5 sonstige Programme und Maßnahmen
des landes
Entscheidend für die Qualität und Zukunftschancen eines
Wissenschaftsraumes sind die dort arbeitenden und
forschenden Personen. Bayern bietet mit seinen Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen attraktive
Rahmenbedingungen für besonders leistungsfähigen
und leistungswilligen Nachwuchs. Das im Jahr 2004 neu
geschaffene Elitenetzwerk Bayern (ENB) akzentuiert
dieses Angebot. Es bündelt auf der Grundlage der Stärken
Bayerns in der Forschung die besonders profilierten Wissenschaftsbereiche und verknüpft die herausragenden
Kompetenzzentren verschiedener Einrichtungen. Im
Fokus des ENB befindet sich die Vorbereitung auf eine
wissenschaftliche Laufbahn bzw. eine wissenschaftsbezogene berufliche Tätigkeit.
Die Expertenkommission des Elitenetzwerkes Bayern,
besetzt mit hochrangigen Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern, begleitet das ENB inhaltlich und
programmatisch. Sie gewährleistet die wissenschaftliche Exzellenz des gesamten Programmes. Unter ihrer
Federführung werden seit Bestehen des Elitenetzwerkes
Evaluationen durchgeführt: Sie bestätigen die wissenschaftliche Exzellenz des Programmes.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

321

	
1. Elitestudiengänge für besonders motivierte und
leistungsfähige Studierende,
2. internationale Doktorandenkollegs für herausragende
junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
sowie
3. eine Begabtenförderung für hochbegabte Studierende,
Doktoranden und Postgraduierte.
21 Studiengänge und 11 Doktorandenkollegs bilden
über ganz Bayern verteilt feste Knotenpunkte des Elitenetzwerkes. Der zentrale Gedanke ist die Vernetzung:
Verschiedene Wissenschaftsstandorte kooperieren miteinander. Die Projekte des ENB überschreiten dabei die
Grenzen einzelner Disziplinen und ermöglichen interdisziplinäres Arbeiten.
Die dritte Säule des ENB, die reformierte bayerische
Hochbegabtenförderung, ist im Bayerischen Eliteförderungsgesetz (BayEFG) vom 1. Mai 2005 verankert. Die
Studienförderung erfolgt durch die Aufnahme in ein
studienbegleitendes Exzellenzprogramm, dem Max
Weber-Programm Bayern. Sie setzt damit auf inhaltliche
Förderung, persönliche Betreuung, Mentoring, flexible
Aufnahme und Leistungskontrolle. Internationalität und
Interdisziplinarität haben hohe Bedeutung. Finanzielle
Leistungen für Studierende sind gezielt für Auslandsstudien oder eigenständige Weiterbildung vorgesehen.
Neben den besten bayerischen Abiturienten und Abiturientinnen können auch Hochbegabte in das Exzellenzprogramm aufgenommen werden, deren Leistungspotenzial
sich erst im Studium voll entfaltet.
Graduierte und Postgraduierte erhalten finanzielle
Unterstützung, damit sie sich voll auf ihre wissenschaftlichen Vorhaben konzentrieren können. Die Förderung
ist eine Bestenförderung, bei der allein die Leistung entscheidet. Deshalb erfolgt die Förderung unabhängig von
der Finanzkraft der Eltern oder Ehegatten. Das BayEFG
komplettiert die Angebotspalette einer zeitgemäßen
Hochbegabtenförderung im Rahmen des Elitenetzwerks
Bayern.

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322

3

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

Berlin

3.1 Grundsätze und schwerpunkte der
Forschungs- und technologiepolitik

3.2 Hochschulforschung und außerhochschulische
Forschung

In kaum einer anderen Region Europas konzentrieren
sich so viele Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen wie in Berlin: vier Universitäten einschließlich der
Charité-Universitätsmedizin Berlin, drei Kunsthochschulen, sieben Fachhochschulen, mehrere private Hochschulen und über 70 öffentlich finanzierte außerhochschulische Forschungseinrichtungen haben ihren Sitz in
der Bundeshauptstadt und bilden eine hervorragende
Grundlage für interdisziplinäres Arbeiten und Kooperationen mit der Wirtschaft.
Nach der Zusammenführung und Vernetzung des wissenschaftlichen Potenzials in den 90er Jahren stehen nun
die gezielte Förderung exzellenter Forschungsschwerpunkte sowie die Profilierung von wissenschaftlichen
Kompetenzzentren und darauf aufsetzenden wirtschaftsnahen Clustern im Zentrum der Berliner Forschungs- und
Technologiepolitik.
Dies geschieht über die Herausbildung national und
international wettbewerbsfähiger Strukturen, die Hochschulen, außeruniversitäre Forschung und Wirtschaft
miteinander verknüpfen und strategische Allianzen
zwischen den Akteuren initiieren. Der Fokus der mit dem
Land Brandenburg abgestimmten Forschungs- und Technologiepolitik richtet sich dabei auf die Biotechnologie,
die Medizintechnik, die Verkehrsforschung, die IuKTechnologien sowie die Optik und Mikrosystemtechnik.
Darüber hinaus hält Berlin eine große Breite an geistesund sozialwissenschaftlicher Forschung vor, die neben
Grundlagenforschung zur Bearbeitung wirtschaftlicher,
gesellschaftlicher und internationaler Probleme beiträgt.
Die Ansiedlung von Fachkräften und wissenschaftlichem
Nachwuchs ist Bestandteil dieser Strategie.

Mit den Hochschulverträgen für den Zeitraum 2006 – 2009
hat das Land Berlin den Hochschulen Planungssicherheit
gegeben. Die Verträge wurden als zentrales Instrument
der Hochschulreform und der outputorientierten Steuerung fortentwickelt. Wesentliche Bestandteile der Verträge wie das Vertragscontrolling, die leistungsbezogene
Mittelverteilung und der Fachhochschulstrukturfonds
haben sich grundsätzlich bewährt und werden weiterentwickelt.
Insbesondere die Erhöhung des Anteils der leistungsbezogenen Mittelvergabe stellt einen variablen Leistungsanreiz dar, der sich im Zuge der wettbewerbsorientierten
Vergabeverfahren positiv ausgewirkt hat. Wurden für
die Hochschulen 2005 zunächst 15 % des um Sondertatbestände bereinigten Budgets für die Leistungshonorierung
herangezogen, so wuchs dieser Anteil bis 2008 auf 30 %.
In das System der leistungsbezogenen Mittelverteilung
sind zwingend auch die Forschungsleistungen der Hochschulen einbezogen. Dabei wird sowohl nach Fächergruppen als auch nach Hochschularten unterschieden.
Für die Universitäten wird der Leistungsbereich Lehre mit
50 %, der Bereich Forschung/Nachwuchsförderung mit
45 % und der Bereich Gleichstellung mit 5 % gewichtet. Die
Hochschulleitungen schließen hierzu mit den Fachbereichen Zielvereinbarungen ab.
Komplementäre Berichtspflichten der Hochschulen
stellen auch für die Zukunft sicher, dass sowohl das
Parlament, die zuständige Senatsverwaltung als auch
die Hochschulen untereinander über die Leistungsstärke
der einzelnen Einrichtungen unterrichtet sind und die
notwendige Transparenz gewährleistet ist.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

Leistungsfähigkeit und Vernetzungsgrad der Berliner Hochschulforschung lassen sich an der stetig
steigenden Zahl von Sonderforschungsbereichen und
Graduiertenkollegs ablesen: Derzeit verfügt Berlin über
26 Sonderforschungsbereiche und ist an insgesamt neun
Transregio-Sonderforschungsbereichen (in vier Fällen in
Sprecherfunktion) beteiligt. Die Zahl der Graduiertenkollegs liegt derzeit bei 22. Das DFG-Forschungszentrum
Angewandte Mathematik in den Schlüsseltechnologien
– MATHEON wurde von der DFG bis zum Jahre 2011
verlängert.
Zu den wesentlichen Entwicklungen in der Berliner
Universitätsmedizin gehört die Einrichtung eines neuen
Zentrums für Regenerative Medizin an der Charité und
das im Rahmen der Exzellenzinitiative eingeworbene
Exzellenzcluster Neuro Cure. Erfreulich ist auch weiterhin
die Zahl der Sonderforschungsbereiche mit Beteiligung
der universitären Medizin: Sieben Sonderforschungsbereiche sind für Forschungsvorhaben der Charité bewilligt
worden, bei vier Transregio-Sonderforschungsbereichen
hat die Charité die Sprecherfunktion inne, an einem weiteren ist sie beteiligt. Es ist damit gelungen, die Charité
als eine der wissenschaftlich führenden Universitätsklinika Deutschlands zu profilieren.
Die Berliner Universitäten konnten zudem bei der Exzellenzinitiative erfolgreich abschneiden und sich damit
in der Spitzengruppe der deutschen Hochschulstandorte
etablieren.
Insgesamt setzten sich die Berliner Universitäten mit
vier Exzellenzclustern und sieben Graduiertenschulen
durch. Der Freien Universität ist es erfreulicherweise
gelungen, auch in der dritten Förderlinie mit einem
Zukunftskonzept zur International Network University
zu reüssieren. In den folgenden Jahren stehen damit den
Hochschulen zusätzliche Mittel in Höhe von 210 Mio.
Euro, davon 53 Mio. Euro Berliner Landesanteil, für die
Spitzenforschung im Rahmen der Exzellenzinitiative zur
Verfügung.
Die Bedingungen für Forschung und Lehre in Berlin
werden in den nächsten Jahren sowohl durch den Hochschulpakt 2020, den Pakt für Forschung und Innovation,
die Exzellenzinitiative als auch einen landeseigenen
Masterplan verbessert werden.
Beim Masterplan »Wissen schafft Berlins Zukunft« handelt es sich um eine reine Landesinitiative, mit der in den
Jahren 2008 – 2011 insgesamt zusätzliche 185 Mio. Euro für
Wissenschaft und Forschung in der Bundeshauptstadt
bereitgestellt werden. Der Masterplan beinhaltet eine
Ausbildungs- und eine Forschungsoffensive.
In die Ausbildungsoffensive werden rund 35 Mio. Euro
und zusätzliche Mittel aus dem Hochschulpakt investiert.
Zentrales Ziel des Vorhabens ist es, die Ausbildungsqualität in der ganzen Breite deutlich zu verbessern.

323

	
– zusätzlich 1.000 Studienanfängerplätze an den
Fachhochschulen,
– Einstieg in W2-Professuren mit Schwerpunkt Lehre,
– vorgezogene Nachfolgeberufungen als
Frauenförderung,
– Einführung von Seniorprofessuren sowie
– ein neues Tutorenprogramm.
Im Rahmen dieses Programmes wird auch das »Berliner
Chancengleichheitsprogramm für Frauen in der Wissenschaft« deutlich verstärkt.
	

– Vorlauffinanzierung zukunftsträchtiger Forschungsfelder – dazu gehört insbesondere auch die Weiterentwicklung von Clustern und Graduiertenschulen, die in
die letzte Antragsrunde der Exzellenzinitiative gelangt
sind,
– Unterstützung des Transfers zur Förderung anwendungsorientierter Forschung insbesondere an den
Fachhochschulen,
– kostenintensive Berufungen in exzellenten Wissenschaftsgebieten und die
– Etablierung von institutsübergreifenden Wissenschaftsclustern, insbesondere die Einrichtung eines
»Forums für transregionale Studien«.
Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage Berlins gilt
Wissen als der »primäre Rohstoff« der Bundeshauptstadt.
Zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Wirtschafts- und
Wissenschaftsstandortes leisten gerade die außeruniversitären Forschungseinrichtungen einen entscheidenden
Beitrag. Hierzu zählen drei Großforschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, sechs Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft (einschließlich
Archiv), sechs Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft,
16 Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft inklusive
vier Außenstellen, eine Reihe von Landeseinrichtungen
und weitere gemeinsam von Bund und Land geförderte
Institute sowie Bundeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben. Mit der in 2007 vom Bund und Land Berlin zum
1. Januar 2009 beschlossenen Fusion von Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung
mbH (BESSY) und Hahn-Meitner-Institut Berlin GmbH
zum neuen Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien
und Energie GmbH wird die Struktur- und Materialforschung Berlins nachhaltig gestärkt. Die Zusammenführung der beiden Großsonden BESSY II und Forschungs-

C

324

reaktor BER II unter einem Dach erlaubt die weltweit
nahezu einzigartige Kombination von wissenschaftlich
komplementären Photonen- und Neutronenstreuexperimenten. Mit der Überführung der BESSY GmbH in die
Helmholtz-Gemeinschaft wurden die Voraussetzungen
für die Aufnahme des Deutschen Rheumaforschungszentrums Berlin und des Museums für Naturkunde in die
Gemeinschaftsfinanzierung als Leibniz-Institute ebenfalls
zum 1. Januar 2009 geschaffen. Damit verbessern sich die
Arbeitsbedingungen beider Einrichtungen erheblich.
Die große Zahl von hochschulübergreifenden Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs
belegt, dass die Hochschulen und die außeruniversitäre
Forschung thematisch regional und überregional sehr
gut vernetzt sind. Einen entscheidenden Anteil an der
thematischen Verdichtung haben die rund 100 gemeinsamen Berufungen und entsprechenden institutionellen
Kooperationsbeziehungen mit den außerhochschulischen Forschungsinstituten. Verstärkt wird die Verflechtung durch die Mitgliedschaft von Universitätsvertretern
in den wissenschaftlichen Beiräten und in den Aufsichtsgremien der Forschungseinrichtungen durch den Einsatz
von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den
Forschungseinrichtungen in der universitären Lehre und
die Beschäftigung von Studierenden in den außerhochschulischen Institutionen.
Zur Stärkung der Berliner Wissenschaftslandschaft
wird derzeit zwischen der Senatsverwaltung und den
Präsidenten der Universitäten sowie Vertretern der
außeruniversitären Forschungseinrichtungen über eine
Institutionalisierung der Zusammenarbeit beraten mit
dem Ziel, international exzellente Forschung nachhaltig
zu stärken. Vorschläge hierzu zielen auf die Schaffung
einer gemeinsamen handlungsfähigen Tochtereinrichtung, in der die absolute Spitze der Berliner Wissenschaft
gebündelt ist. Dabei geht es nicht um die Gründung
einer neuen Universität, sondern um die finanzielle und
strukturelle Absicherung der Berliner Spitzenforschung,
die insbesondere auch dazu beitragen wird, die internationale Sichtbarkeit zu erhöhen und die Vernetzung zu
stärken.

3.3 technologieförderung und technologietransfer
In der Technologieförderung des Landes stehen seit
Mitte der 90er Jahre die gemeinsam mit Brandenburg
definierten länderübergreifenden Schwerpunkte Biotechnologie/Biomedizin, IuK-Technologien, Verkehr und
inzwischen auch die Querschnittstechnologien Optik und
Mikrosystemtechnik im Vordergrund.
Einen wichtigen Anteil an der Entwicklung der Technologiepolitik des Landes hat die TSB Technologiestiftung
Berlin. Sie strukturiert und moderiert die Innovationsakti-

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

vitäten Berlins und bündelt sie über die vier strategischen
Initiativen BioTOP Berlin-Brandenburg in den Biotechnologien, Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrstechnik (FAV) in den Verkehrstechnologien, TSBmedici
in den Medizintechnologien und TSB Adlershof in den
Optischen Technologien und der Mikrosystemtechnik.
Weitere technologische Schwerpunkte der TSB liegen
in der Informations- und Kommunikationstechnik, der
Energie und dem innovativen Bauen.
In diesen Technologiefeldern wurden in den vergangenen Jahren tragfähige Innovationsnetzwerke aus
Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen geschaffen. Mit Blick auf den erhöhten internationalen Wettbewerb wurde unter Federführung der TSB eine
Neuausrichtung der Technologie- und Forschungspolitik
erarbeitet. Ziel ist es, im Rahmen der Kohärenten Innovationsstrategie die bestehenden Stärken auszubauen und
diese im Sinne einer Kompetenzzentrenstrategie inhaltlich und finanziell gezielt zu fördern.
Die Kompetenzfelder Medizintechnik, Biotechnologie,
Verkehrstechnik, IuK/Medien sowie Optik/Mikrosystemtechnik sollen zu international anerkannten Exzellenzzentren ausgebaut werden. Hierzu wurden detaillierte
Masterpläne erarbeitet, die gemeinsam von den beteiligten Verwaltungen, der Investitionsbank Berlin, den
Wissenschaftseinrichtungen und der Wirtschaft umgesetzt werden.
Die thematische Schwerpunktbildung und anwendungsorientierte Vernetzung der relevanten Akteure aus
Wissenschaft und Wirtschaft wird weiterhin unterstützt
durch die Einrichtung Interdisziplinärer Forschungsverbünde (IFV), die zum Teil eng mit Initiativen der TSB
verzahnt sind oder in diese übergehen.
Eine wichtige Funktion für die Netzwerkbildung haben
zudem die »Forschungspolitischen Dialoge«, die Vertreter
aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu wichtigen
Technologiefeldern miteinander ins Gespräch bringen
und strategische Handlungsorientierungen wie z. B. zur
In-vitro-Diagnostik entwickeln. Ausgehend von themenbezogenen »Forschungspolitischen Dialogen« und daraus
resultierenden Forschungsverbünden wurde in vielen
Bereichen der Grundstein für funktionierende Netzwerke
und Zentren gelegt. In der Mikrosystemtechnik und in
den Optischen Technologien konnten so die Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und vor allem
kleinen und mittleren Unternehmen konsequent verstärkt werden.
Hervorragende Voraussetzungen für eine innovationsorientierte Zusammenarbeit von Wissenschaft
und Wirtschaft bietet der 1991 gegründete Standort für
Wissenschaft, Wirtschaft und Medien (WISTA) in BerlinAdlershof. Er gehört zu den erfolgreichsten Hochtechnologiestandorten Deutschlands und wurde als »Region
of Excellence« der Europäischen Union ausgezeichnet.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

Auf dem Campus arbeiten über 6.500 Personen in zwölf
außeruniversitären Forschungseinrichtungen, 400 Unternehmen sowie sechs naturwissenschaftlichen Fakultäten
der Humboldt-Universität. Bezieht man die benachbarte
Media City, Gewerbeansiedlungen und Studierende mit
ein, so forschen, lehren, arbeiten und studieren auf dem
4,2 km 2 großen Gelände der WISTA über 18.000 Menschen.
Auch der 1992 als modellhafte Verbindung von Grundlagenforschung, klinischer Forschung und Anwendung
sowie gewerblicher Verwertung von Forschungsergebnissen gegründete Biomedizinische Forschungscampus
Berlin-Buch entwickelt sich sehr dynamisch. Der Campus ist für Biotechnologieunternehmen ein attraktiver
Standort durch die enge räumliche Verbindung von
Forschungseinrichtungen wie dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, dem Forschungsinstitut
für Molekulare Pharmakologie sowie den in das HeliosKlinikum eingegliederten Spezialkliniken der Charité für
Krebs- und Herzkreislaufforschung, der Robert-Rössleund Franz-Volhard-Klinik.
Inzwischen befinden sich auf dem Gelände des Biotechnologieparks 50 Unternehmen mit rund 530 Mitarbeitern. Insgesamt sind auf dem Campus rund 2.200
Personen beschäftigt. Den Firmen stehen 27.000 m 2 Laborgebäudeflächen zur Verfügung; davon werden 22.600
m 2 vom Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) genutzt,
das mit Fördermitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der »Gemeinschaftsaufgabe
zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur«
(GA-Mittel) errichtet wurde.
Naturwissenschaften und Technologie allein sind aber
keine ausreichende Basis für einen Innovationsstandort.
Gerade die Nähe und Interaktion zwischen Natur-, Technik- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften bewirken
günstige Voraussetzungen für ein Innovationsklima.
Berlin bietet hierfür mit seinen Universitäten, den Kunsthochschulen und einer Reihe außerhochschulischer
Einrichtungen, wie z. B. dem Wissenschaftskolleg, dem
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, dem
Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, der BerlinBrandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie
den drei Geisteswissenschaftlichen Zentren, optimale
Bedingungen.
Als weiterer wichtiger Ansatz bei der Umsetzung von
Wissen in Anwendung erweist sich der konsequente
Ausbau strategischer Allianzen zwischen Hochschulen
und Industriepartnern. So konnten an der Technischen
Universität durch die langjährige und erfolgreiche
Kooperation mit der Deutschen Telekom AG die Deutsche
Telekom Laboratories als An-Institut 2005 offiziell eröffnet werden. Traditionell wirtschaftsnah sind auch die Berliner Fachhochschulen. Der Wissenstransfer findet dort
u. a. über Programme wie z. B. Forschungsassistenzen
sowie gemeinsame Projekte vor allem mit KMU statt.

325

Zudem existieren die unterschiedlichsten Existenzgründungsprojekte, -netzwerke und -zentren.
Eine wachsende Bedeutung kommt den Career
Centern zu, die an den Hochschulen, in der Regel mit
Unterstützung aus EU-Mitteln, vergrößert und weiter ausdifferenziert wurden. Sie ermöglichen eine individuelle
Betreuung und Vorbereitung auf den Berufseinstieg bzw.
eine Gründertätigkeit. Hierzu kombinieren die Hochschulen eigene Angebote an einschlägigen Lehrstühlen
und Forschungsabteilungen, vermitteln ihre Studierenden aber auch gleichzeitig an das dichte regionale
Netzwerk zur Gründerberatung.

3.4 Internationale aktivitäten
Berlin misst den internationalen Beziehungen – innerhalb Europas und darüber hinaus – eine außerordentlich
hohe Bedeutung bei und ist bemüht, sie vor allem auch im
wissenschaftlichen Bereich auszubauen und zu pflegen.
So hat sich die Bundeshauptstadt eine beachtliche
Position im europäischen Forschungsraum erarbeitet,
die es zu sichern und weiter auszubauen gilt. Besonderes
Augenmerk gilt dabei der Kooperation mit Mittel- und
Osteuropa. Mit zunehmender wirtschaftlicher Verflechtung wird ein Zuwachs an gemeinsamen Forschungsprojekten, die weitere Ausbildung wissenschaftlicher
Netzwerke und die zunehmende Nutzung der Berliner
Forschungsinfrastruktur durch Forschungsgruppen aus
dieser Region erwartet.
Neben arbeitsteiligen Kooperationsprojekten spielen
auch Unterstützungsleistungen für Mittel- und Osteuropa eine Rolle, wie beispielsweise Beratungsleistungen
für die Reform der öffentlichen Verwaltung in diesen
Ländern sowie Forschungsprojekte zu Transformationsprozessen in Mittel- und Osteuropa, die dort unmittelbar
in Politik und Wirtschaft Anwendung finden. Hervorzuheben ist die unverändert fortgeführte Unterstützung
der Berliner Wissenschaft, insbesondere durch die BerlinBrandenburgische Akademie der Wissenschaften, für
den Wiederaufbau in Südosteuropa.
Die außerordentliche Dichte, Vielfalt und Qualität
wissenschaftlicher und kultureller Einrichtungen ist
ein wichtiger Standortvorteil und Anknüpfungspunkt
für internationale Kontakte, Aktivitäten und Kooperationen. Hervorragende Potenziale bietet Berlin in den
Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften, die auf
bestimmte Regionen und Kulturkreise bezogen sind.
So gibt es an der Humboldt-Universität ein Zentrum für
Großbritannienforschung sowie ein Nordeuropa-Institut,
an der Technischen Universität ein Zentrum für Frankreichforschung, an der Freien Universität ein Zentrum
für Italienforschung sowie für Frankreichforschung und
das Osteuropa-Institut. Auch in der Nord- und Latein-

C

326

amerikaforschung wie in der Afrika- und Asienforschung
verfügt Berlin über eine Expertise, die wissenschaftlich,
kulturell und politisch von besonderer Bedeutung ist.
Die mit Metropolenforschung befassten Berliner Wissenschaftseinrichtungen kooperieren mit Metropolen in
aller Welt.
Ein Schwerpunkt der Berliner Forschung hinsichtlich
der Erschließung anderer Kultur- und Wirtschaftsräume
sind die Islamwissenschaften. Das Geisteswissenschaftliche Zentrum Moderner Orient (ZMO) befasst sich interdisziplinär und in historisch-vergleichender Perspektive
mit dem Nahen Osten, Afrika, Südasien und Südostasien.
Im Mittelpunkt der Forschung steht die Interaktion
überwiegend islamisch geprägter Gesellschaften und
deren Beziehungen mit den nichtislamischen Nachbarregionen.
Dabei ist das ZMO eingebunden in ein Netzwerk
leistungsstarker Forschungsinstitutionen in Berlin, zu
denen neben den einschlägigen Universitätsinstituten
beispielsweise die Berlin-Brandenburgische Akademie
der Wissenschaften, das Wissenschaftskolleg zu Berlin
(hier insbesondere mit dem Forschungsprogramm »Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa« und
dem Forschungsverbund »Wege des Wissens«), ferner das
Zentrum für Literatur- und Kulturforschung sowie das
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung zählen.
Das vorhandene wissenschaftliche Potenzial muss für
die internationale Kooperation weiter gepflegt, sichtbar
gemacht und durch Vernetzung sowie gezielte Infrastrukturmaßnahmen gestärkt werden.
Die Möglichkeiten des Austausches und der Aufnahme
von Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftlern,
der Kommunikation in Foren und Begegnungsstätten
wie dem Wissenschaftskolleg und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie die
besonderen Aufgaben der Wissenschafts- und Technologieparks Adlershof und Buch werden für die Verstärkung
der internationalen Kooperationen in Forschung und
Entwicklung in besonderem Maße genutzt.

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

4

327

Brandenburg

4.1 Grundsätze und schwerpunkte der Forschungsund technologiepolitik
Die brandenburgische Hochschul-, Forschungs- und
Technologiepolitik sah sich nach Gründung des Landes
Brandenburg vor die Aufgabe gestellt, erhaltenswerte
Forschungseinrichtungen zu stärken und weiterzuentwickeln sowie neue Forschungseinrichtungen anzusiedeln.
Mittlerweile existiert im Land Brandenburg eine nach
nationalen und internationalen Maßstäben erfolgreiche
und konkurrenzfähige Forschungslandschaft, die durch
Vielfalt, Leistungsstärke und wissenschaftliche Exzellenz
gekennzeichnet ist.
Die Dichte der außeruniversitären Forschungseinrichtungen in enger Verbindung mit den Hochschulen
in der Metropolregion Berlin/Brandenburg ist in dieser
Form in Deutschland einmalig. In Brandenburg befinden sich vier Forschungseinrichtungen bzw. Außenstellen der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF), acht Institute
der Leibniz-Gemeinschaft (WGL), drei Institute der
Max-Planck-Gesellschaft (MPG), vier Einrichtungen der
Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) sowie weitere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, von denen das Zentrum
für Zeithistorische Forschung (ZZF) ab 2009 in die LeibnizGemeinschaft aufgenommen wird. Die Einrichtungen
kooperieren erfolgreich mit den drei Universitäten und
fünf Fachhochschulen des Landes, die selbst eine breit
angelegte Forschung betreiben. 42 gemeinsame Berufungen von Professorinnen und Professoren der Forschungseinrichtungen mit der Universität Potsdam sind
Beispiel und Beleg für die erfolgreiche Kooperation und
enge Zusammenarbeit von Hochschulen und außeruniversitärer Forschung.
Charakteristisch ist darüber hinaus die enge Kooperation zwischen Berliner und Brandenburger Forschungs-

einrichtungen und Hochschulen, die sich auch in den 18
länderübergreifenden gemeinsamen Berufungen niederschlägt. Nicht nur die Vielzahl von Kooperationen der
Einrichtungen untereinander, sondern auch die regelmäßige Abstimmung der Fachressorts beider Länder sichern
die kontinuierliche Stärkung der Wissenslandschaft
Berlin-Brandenburg.
Forschungspolitik hat für die Landesregierung eine
hervorgehobene Bedeutung. Ihr vorrangiges Ziel ist es,
die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit
der Forschung im Land weiter zu verbessern sowie die
Qualität der Forschung zu sichern und fortzuentwickeln. Es gilt, die Bedeutung von Forschung auch für
die kulturelle und soziale Entfaltung der Gesellschaft
herauszustellen. Darüber hinaus hat die Stärkung der
Innovationskraft von Forschung für die Landesregierung
Priorität. Sie ist ein zentraler Standortfaktor zur Erreichung der wirtschaftlichen Ziele des Landes. Vor diesem
Hintergrund setzt die Landesregierung verstärkt auf die
Potenziale der Hochschulen und außeruniversitären
Forschungseinrichtungen.
	
– der weitere Ausbau von Forschungsverbünden und
-netzwerken sowie Kooperationen mit Hochschulen,
außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der
Wirtschaft
– eine aktive Verwertung der Forschungsergebnisse, vor
allem über die hochschulübergreifende Patentverwertung sowie die Förderung von Gründungen
– eine stärkere Profilierung zur Stärkung der Grundlagen- und der anwendungsorientierten Forschung an
den Hochschulen

C

328

– eine stärkere Internationalisierung der Forschung
insbesondere durch Teilnahme an den EU-Forschungsprogrammen und durch Vernetzung und Clusterbildung mit europäischen Partnerinstituten sowie durch
den Einsatz der EU-Regionalfonds für den Ausbau der
wissenschaftlich-technischen Infrastruktur
– die Qualitätssicherung, u. a. durch ein enges Netz interner und externer Evaluierungen im nationalen und
internationalen Vergleich
– eine exzellente Ausbildung des wissenschaftlichen
Nachwuchses insbesondere durch den verstärkten Aufund Ausbau von Graduate Schools sowie durch weitere
zielgenaue Maßnahmen zur Weiterentwicklung der
strukturierten Doktorandenausbildung
– Ausbau der Hochschulen des Landes zu familienfreundlichen Hochschulen und aktive Förderung von
Frauen in Wissenschaft und Forschung
Zur Erreichung dieser Ziele wurde im Jahr 2007 zusätzlich
die Forschungsoffensive Brandenburg gestartet. Sie bündelt Fördermittel der Europäischen Union, des Bundes
und des Landes Brandenburg und stellt sie den Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen im Land zur Verfügung. Insgesamt stehen in den Jahren 2007-2013 rund
47 Mio. Euro zur Verfügung. Die Initiative wird ergänzt
durch das »Zukunftsprogramm für Lehre und Studium
2020« (in Höhe von rund 38,7 Mio. Euro), mit dem vor
allem Programme zur Steigerung der Bildungsbeteiligung, zur Verbesserung des Bildungsübergangs von den
Schulen an die Hochschulen sowie zur Sicherung und
Verbesserung der Qualität der Lehre gefördert werden,
sowie durch die Ausfinanzierung des Pakts für Forschung
und Innovation.

4.2 Hochschulen und außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen
Hochschulforschung Im Land Brandenburg sind drei
Universitäten, eine Kunsthochschule, fünf Fachhochschulen und zwei private Hochschulen angesiedelt.
Die Universität Potsdam (UNIP) hat Profilbereiche
entwickelt, die durch interdisziplinäre, fakultäts- und
fachübergreifende Zusammenarbeit mit außerhochschulischen Einrichtungen gekennzeichnet sind. Sie
hat im Jahr 2007 eine Evaluation ihrer bis dato acht
Forschungsprofilbereiche Geowissenschaften, Lebenswissenschaften, Erziehungswissenschaften, Kulturen im Vergleich, Komplexe Systeme, Weiche Materie, Kognitionswissenschaften und Wirtschaft-Institutionen-Verwaltung
durchgeführt, deren Ergebnis in den weiteren Diskussionsprozess zur Struktur- und Entwicklungsplanung der
Hochschule einfließt. Besondere Schwerpunkte werden in
den Kognitions- sowie in den Geowissenschaften liegen.

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Neben Profilbereichen soll es künftig auch Exzellenzzentren und Exzellenzbereiche geben. Der an der UNIP mit
Sprecherfunktion zugeordnete Sonderforschungsbereich
(SFB) zur Informationsstruktur wurde erfolgreich evaluiert, darüber hinaus ist die UNIP an neun SFB beteiligt
und in einer Reihe von Forschungsclustern mit Berliner
Universitäten eingebunden.
Das Forschungsprofil der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) wird durch die Bereiche Material, Energie, Umwelt sowie Information/
Kommunikation bestimmt und bildet sich mittelfristig
in nachfolgenden Schwerpunkten ab: Leichtbau und
Funktionsmaterialien, Fahrzeug- und Antriebstechnik, Regionaler Wandel und Landschaftsentwicklung,
Wandlung, Übertragung und Nutzung von Energie,
Informationstechnologie und Kommunikation, Modellierung und Simulation. Der querschnittartige Profilbereich
»Technische und soziale Phänomene Mensch-UmweltGesellschaft« verklammert die ingenieurtechnischen
Forschungsschwerpunkte und integriert die sozioökonomischen, planerischen und managementhaltigen Aspekte. Beispielgebend für die Verbindung von Forschung
und Technologieentwicklung ist die Kooperation der BTU
mit Rolls Royce Deutschland auf dem Gebiet der Motorenund Triebwerkstechnik.
Die Forschungsstruktur der Europa-Universität
Viadrina Frankfurt (Oder) (EUV) resultiert aus ihrem
integrativen, disziplinübergreifenden Konzept. Gegenstand der Forschung sind die Transformationsprozesse
in Wirtschaft, Recht, Politik, Verwaltung und Kultur bei
der Annäherung Ost- und Mittelosteuropas an das übrige
Europa.
Im Mittelpunkt der Forschung an der Hochschule für
Film und Fernsehen Konrad Wolf Potsdam-Babelsberg
(HFF) steht die Erforschung der Wahrnehmung, Wirkung
und Planung massenkommunikativer Prozesse sowie die
Auseinandersetzung mit den sich verändernden Rahmenbedingungen der von digitalen Medien geprägten
Arbeitsfelder.
Die fünf Fachhochschulen des Landes Brandenburg
(Potsdam, Brandenburg, Wildau, Eberswalde sowie
Lausitz mit den zwei Campusstandorten Senftenberg
und Cottbus) konnten insbesondere im Zuge der erfolgreichen Teilnahme am BMBF-Programm zur Förderung
der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen ihr Forschungspotenzial
ausbauen und die Forschung weiter profilieren. Die
FH Lausitz entwickelt unter Berücksichtigung der neu
aufgebauten Biotechnologiekompetenzen im Bereich
Tissue Engineering und Angewandte Mikrobiologie/
Enzymtechnologie den interdisziplinären Schwerpunkt
»Lebensqualität unter strukturellem und demografischem Wandel – eine technische, wirtschaftliche und
soziale Herausforderung«. An der FH Brandenburg wird

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

329

schwerpunktmäßig zu Fragestellungen der Mechatronik,
Elektro- und Kommunikationstechnik, Energie- und Umwelttechnik, Lasertechnologie, digitalen Medien und zu
E-Learning geforscht. Die FH Eberswalde widmet sich Fragen der Nachhaltigkeit in der Land- und Forstwirtschaft
unter besonderer Beachtung nachwachsender Rohstoffe
und ländlicher Wertschöpfungsketten. Die Forschung
der TFH Wildau ist stark technisch-anwendungsorientiert
ausgerichtet und konzentriert sich auf die Schwerpunkte
Materialtechnik, IuK-Technologien, Mobilität und
Verkehr, Biosystemtechnik/-informatik, Werkstoff- und
Produktionsverfahren, Optische Technologien sowie
Wirtschaft und Governance. Die anwendungsorientierte
Forschung an der FH Potsdam orientiert sich schwerpunktmäßig an den drei Kompetenznetzen: Soziale und
kulturelle Gestaltung der Gesellschaft, Neue Medien und
Wissensmanagement sowie Brandenburgische Bau- und
Kulturlandschaft.
In allen Kompetenzbereichen werden Forschungs- und
Entwicklungsvorhaben mit vorwiegend regionalen Partnern aus anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Administrationen und der Wirtschaft realisiert.

den europäischen Röntgenlaser XFEL, leistet.
Das Astrophysikalische Institut Potsdam (AIP) beschäftigt sich mit kosmischen Magnetfeldern und extragalaktischer Astrophysik. Daneben wirkt das Institut als
Kompetenzzentrum bei der Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische
Teleskope und E-Science. Das AIP setzt die Methoden
der beobachtenden Astronomie an modernen Großteleskopen in aller Welt und von Satellitenplattformen aus
ein und erstellt Methoden der numerischen Simulation
komplexer astrophysikalischer Vorgänge.

A

Das Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam-Golm untersucht die Prozesse der
Biosynthese, der Verteilung und des Transports sowie
der Speicherung niedermolekularer Substanzen und
hochmolekularer Inhaltsstoffe mit Speicher-, Signal- und
Strukturfunktion.
Gemeinsam mit anderen Forschungsinstituten der
Region – zu denen auch das Institut für Pflanzenphysiologie der UNIP und Unternehmen der Region gehören –
ist der Verein zur Förderung der Nutrigenomforschung
e. V. gegründet worden, der im Rahmen des Bio-ProfileWettbewerbs mit dem Konzept »Genomforschung und
Pflanzenbiotechnologie im Dienste der Diagnose, Verhütung und Therapie ernährungsabhängiger Krankheiten«
erfolgreich war.
Im relativ jungen Forschungsbereich der Bioinformatik
werden die UNIP und die beiden Max-Planck-Institute für
Molekulare Pflanzenphysiologie sowie für Kolloid- und
Grenzflächenforschung gemeinsam eines der BMBFProjekte »Forschungseinheiten Systembiologie« (FORSYS)
bearbeiten, damit das vorhandene Forschungscluster
stärken und die Forschung auf dem Gebiet insgesamt
voranbringen.

T

Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (AlbertEinstein-Institut) hat seinen aktuellen Forschungsschwerpunkt in der Quantisierten Allgemeinen Relativitätstheorie. Erforscht wird die Entwicklung einer Theorie der
Quantengravitation durch Geometrisierung der Quantentheorie.
DESY in Zeuthen, ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft, befasst sich mit Beschleuniger-,
Astroteilchen- und Elementarteilchenphysik und arbeitet
dabei eng mit dem DESY-Standort in Hamburg und mit
Forschungs- und Bildungseinrichtungen in Berlin und
Brandenburg zusammen. Es sei hervorgehoben, dass
DESY in Zeuthen wichtige Vorlaufforschung für eine der
neuen Zukunftsmaschinen (wissenschaftliche Großgeräte),

L

C

Geo-, Klima-, Umwelt- und agrarforschung Eine
in Deutschland einmalige Konzentration von Geo-,
Klima- und Umweltforschung ist durch das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), das Potsdam-Institut für
Klimafolgenforschung und das Alfred-Wegener-Institut
für Polar- und Meeresforschung, Außenstelle Potsdam,
auf dem Telegrafenberg der Landeshauptstadt gegeben.

330

Diese Einrichtungen stellen mit ihrer Geo- und KlimaExpertise ein herausragendes Wissenschaftspotenzial des
Landes Brandenburg dar.
Das GFZ untersucht das System Erde in einem integrierten und fachübergreifenden Forschungsansatz.
Dazu setzt das GFZ ein breit gefächertes Spektrum
an Werkzeugen und Verfahren ein: eigene Satelliten
beobachten das Erdmagnet- und das Schwerefeld und
leiten daraus klima- und umweltrelevante Daten ab.
Forschungsbohrungen ermöglichen einen Einblick in die
Klimageschichte auf allen Kontinenten der Erde. International eingebettete Forschungsvorhaben untersuchen
die Nutzung der Erdwärme zur Stromerzeugung und
die Speicherung des Treibhausgases CO2 im Untergrund.
Strategien zur Hochwasservorsorge und der zugehörige
nationale wie internationale Know-how-Transfer gehören
ebenfalls zum Profil des GFZ.
Im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
werden Natur- und Gesellschaftswissenschaften zusammengeführt, um globale Umweltveränderungen und
ihre ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen zu
untersuchen. Der Forschungsansatz umfasst die Analyse
des Erdsystems, die den Menschen einschließt und das
wissenschaftliche Fundament für eine dauerhafte Koevolution von Mensch und Natur schafft.
Die Außenstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts
für Polar- und Meeresforschung (AWI) leistet mit ihren
terrestrischen Arbeiten im Permafrost und der Modellierung der polaren Atmosphäre einen wichtigen Beitrag
zum Verstehen des Gesamtsystems Erde. Hierbei richtet
sich ein besonderes Interesse auf mikrobielle Studien zum
Verständnis der Methanfreisetzung aus Permafrostlandschaften in Sibirien, wobei wichtige Erkenntnisse über die
globale Klimaentwicklung gewonnen werden.
Mit der Initiative zu einer Plattform Klima- und klimarelevanter Forschung werden im Land Brandenburg
die in diesen Bereichen vorhandenen herausragenden
Forschungspotenziale in Form einer strategischen Partnerschaft zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft
gezielt und zukunftsgerichtet zusammengebracht.
Drei Leibniz-Institute sind im Land Brandenburg im
Bereich der Agrarforschung tätig, die wichtige Beiträge
zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen in
Deutschland, zur Verbesserung der Lebensverhältnisse
im ländlichen Raum und zur Versorgung mit Produkten
der Agrar- und Ernährungswirtschaft leisten. Aufgabengebiet des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) ist die Analyse, Bewertung und Abschätzung von Prozessen und ihren Wechselwirkungen in
agrarisch genutzten Landschaften. Die Untersuchungen
orientieren sich an gesellschaftlichen Fragestellungen
und münden in Strategien und Managementkonzepten
für eine dauerhaft umweltgerechte Landschaftsnutzung.
Zum Aufgabenbereich des Leibniz-Instituts für Agrar-

FoRscHUnGs- UnD InnovatIonsFÖRDeRUnG In Den länDeRn

technik Potsdam-Bornim (ATB) gehören die Schaffung
verfahrenstechnischer Grundlagen für eine nachhaltige
Landbewirtschaftung und die Entwicklung innovativer
technischer Lösungen für Landwirtschaft und Industrie, u. a. zur stofflichen und energetischen Nutzung
nachwachsender Rohstoffe. Aufgabe des Instituts für
Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) ist die Schaffung
wissenschaftlicher Grundlagen für die ökologisch
orientierte Produktion von Gemüse und Zierpflanzen.
Der Schwerpunkt liegt dabei in der Verknüpfung von
Ansprüchen an die umweltgerechte Herstellung der
Produkte, dem erzielbaren Ertrag und der Ökonomie
des Produktionsverfahrens. Das Institut versteht sich als
Teil eines europaweit entstehenden Netzes gartenbaulicher Forschungseinrichtungen. Die Kooperation dieser
Institute mit Einrichtungen des Landes Berlin findet auch
im Rahmen der »Forschungsplattform ländliche Räume
Berlin/Brandenburg« statt.
Forschung zu schlüsseltechnologien Bezogen auf
Schlüsseltechnologien fokussiert sich das Land Brandenburg mit Nachdruck darauf, ein günstiges Umfeld
für innovative wissenschaftliche Leistungen sowie
eine transferfreundliche Kooperationskultur zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft zu schaffen.
Brandenburg verfügt über eine Anzahl bedeutender
Forschungseinrichtungen, deren Aufgabenprofil in ganz
spezifischer Weise auf Ergebnisse abzielt, die von hoher
wirtschaftlicher Verwertungsrelevanz sind.
Am Beispiel des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und
Grenzflächenforschung zeigt sich, dass Grundlagenforschung oft die Basis für anwendungsorientierte
Forschung und Entwicklung ist. Die Forschung befasst
sich hier mit der Synthese, der Charakterisierung und
Modellierung von supramolekularen Strukturen. Am
Standort Teltow befindet sich das Zentrum für Biomaterialentwicklung im Institut für Polymerforschung des
GKSS-Forschungszentrums Geesthacht. Durch interdisziplinäre Verflechtung von natur- und ingenieurwissenschaftlicher Forschung leistet GKSS einen Beitrag zur Vorsorgeforschung durch zukunftsorientierte Technologien.
Schwerpunkte der Forschung am Standort Teltow sind
Materialentwicklungen für medizinische Anwendungen,
insbesondere Beiträge zur Medizintechnik im Bereich
der regenerativen Medizin. Das Fraunhofer-Institut für
Angewandte Polymerforschung ist im Wissenschaftspark Potsdam-Golm in unmittelbarer Nähe zu den drei
Brandenburger MP-Instituten und der UNIP angesiedelt.
Das Institut arbeitet erfolgreich bei der Materialentwicklung aus synthetischen und nachwachsenden Rohstoffen
sowie bei der Entwicklung von »Speciality Chemicals« für
die Medizin- und Biotechnologie. Auf diesem Campus
ist das Fh-Institut für Biomedizinische Technik – Institutsteil Potsdam-Golm in einem neuen Institutsgebäude

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untergebracht. Forschungsschwerpunkte sind molekulare Bioanalytik/Bioelektronik und zelluläre Biotechnologie/Biochips. In Teltow arbeitet die Außenstelle für
Polymermaterialien und Composite des Fh-Instituts für
Zuverlässigkeit und Mikrointegration. Schwerpunkt der
Forschung ist die produktorientierte Entwicklung von
Polymeren.
Die letztgenannten Forschungsschwerpunkte sind
auch in einem von den Regierungen der Länder Brandenburg und Berlin beschlossenen Masterplan Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg eingeflossen, der die
Forschungsressourcen der gemeinsamen Wissenschaftslandschaft, insbesondere in den Biotechnologien und der
Medizintechnik, bündelt.
In Cottbus besteht in personeller Verflechtung mit der
Brandenburgischen Technischen Universität das Anwendungszentrum für Logistik, Systemplanung und Informationssysteme des Fh-Instituts für Materialfluss und
Logistik Dortmund.
Die IHP GmbH in Frankfurt (Oder) ist eine der modernsten deutschen Forschungseinrichtungen, die
internationale Spitzenforschung auf dem Gebiet der
Mikroelektronik mit dem Schwerpunkt drahtlose und
Breitbandkommunikationstechnologie betreibt. Die
Kernkompetenz des IHP umfasst dabei alle wesentlichen
Gebiete der Innovationskette der Mikroelektronik: materialbezogene Grundlagenforschung, Prozesstechnologie,
Schaltkreisentwürfe und Kommunikationssysteme.
Forschungseinrichtungen in weitgehender Finanzierung des landes oder mehrerer länder Neben der
Forschung an Hochschulen und Einrichtungen der oben
genannten Forschungsorganisationen liegen einige Forschungseinrichtungen in der alleinigen finanziellen und
politischen Verantwortung des Landes Brandenburg oder
mehrerer Länder, wie Institute der Ressortforschung, die
im Geschäftsbereich verschiedener Ministerien liegen,
oder Einrichtungen, die durch das Land institutionell
gefördert werden.
In der Innenstadt der Landeshauptstadt, am Barockplatz Neuer Markt, konzentrieren sich mit dem Zentrum
für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) 1 und dem
Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische
Studien (MMZ) Forschungseinrichtungen mit geisteswissenschaftlicher Ausrichtung.
Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit des ZZF
stehen die vergleichende Erforschung der Geschichte der
sowjetischen Besatzungszone und der DDR, der Diktaturenvergleich mit dem Nationalsozialismus und mit den

1 Nach BLK-Beschluss vom 19. November 2007 soll das ZZF zum 1. Januar
2009 als WGL-Institut in die gemeinsame Bund-Länder-Finanzierung
aufgenommen werden.

331

Staaten Mittelost- und Osteuropas sowie die deutschdeutsche Beziehungsgeschichte. Der Schwerpunkt der
aktuellen Forschung liegt in der Geschichte der DDR
im deutschen und europäischen Systemkonflikt. Dabei
kooperiert das Zentrum eng mit den benachbarten Hochschulen, besonders der Universität Potsdam.
Das Forschungsinteresse des MMZ gilt der Geschichte,
Religion und Kultur der Juden und des Judentums in den
Ländern Europas, mit Akzentuierung auf der Beziehungsgeschichte von Juden und nicht-jüdischer Umwelt. Die
Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf Probleme
der gesellschaftlichen Integration und Akkulturation
der Juden sowie auf vergleichende sozialgeschichtliche
Fragestellungen.
Zum Campus der Geisteswissenschaften am Neuen
Markt gehört gleichfalls die 1992 von Berlin und Brandenburg durch Staatsvertrag gegründete Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW, vormals
Preußische Akademie der Wissenschaften), die im
Rahmen des Akademieprogrammes des Bundes und der
Länder vier kulturwissenschaftlich bestimmte, langfristige Akademievorhaben, die sogenannten Brandenburger Langzeitvorhaben, betreut. Das Forschungsprofil der
BBAW wird gekennzeichnet durch Arbeiten zur Erschließung des kulturellen Erbes, inter- und transdisziplinär
angelegte Projekte von wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung sowie durch den Dialog zwischen
Wissenschaft und Öffentlichkeit.

4.3 technologieförderung und technologietransfer
Die Förderung von Innovationen und des Technologietransfers hat für das Land Brandenburg hohe Priorität. In
den vergangenen Jahren konnten aussichtsreiche Branchenkompetenzfelder mit FuE- und Technologierelevanz
entwickelt werden. Dies trifft insbesondere zu auf die
Bereiche Biotechnologie/Life Sciences, Luftfahrttechnik,
Medien/ITK, Automotive, Energietechnologien, Geoinformationswirtschaft, Kunststoffe, Logistik, Metall/Mechatronik und Optik. Die in diesen Branchenkompetenzfeldern vorhandenen FuE- und Innovationskapazitäten
werden weiter bevorzugt ausgebaut. Entsprechende
strategische Weichenstellungen dazu wurden mit Blick
auf das Operationelle Programm EFRE 2007 – 2013 sowie
auf das 7. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung der Europäischen Union vorgenommen. Dazu wurde die Förderstrategie des Landes
überprüft und im Rahmen des Landesinnovationskonzeptes weiterentwickelt.
Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe von Bund und
Ländern »Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur« werden zur Effektivierung und zum Ausbau der
FuE-Kompetenz in den einzelnen Branchenkompetenz-

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feldern sogenannte GA-Netzwerke gezielt gefördert, die
Unternehmen wie auch Wissenschaftseinrichtungen
umfassen.
Mit Projekten, wie z. B. dem GO:IN, wurden infrastrukturelle Voraussetzungen für Gründungen und Ansiedlungen geschaffen, von denen ein starker Impuls für den
Wissenstransfer ausgeht.
Das Brandenburgische Institut für Existenzgründungen und Mittelstandsförderung e. V. (BIEM) trägt zur
Gründungsorientierung und -befähigung der Studierenden an den Hochschulen des Landes bei. Darüber hinaus
unterstützt die Patentverwertungsagentur Brainshell
Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an Brandenburger Hochschulen bei der Vermarktung ihrer Forschungsergebnisse.

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– Zur Internationalität im Hochschulbereich: Im Wintersemester 2006/2007 waren 12,7 % der Studierenden
an Brandenburger Hochschulen Ausländer aus 129
Nationen, das entspricht exakt 5.382 ausländischen
Studierenden.
– In Cottbus wurde unter der Leitung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) das
Experiment Geoflow entwickelt, ein Experiment zur
Untersuchung geophysikalischer Bewegungen im
Erdinneren, welches im Weltall auf der internationalen
Raumstation ISS durchgeführt wird.
– Das Collegium Polonicum in Slubice, eine gemeinsame Einrichtung der Adam-Mickiewicz-Universität in
Poznan und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) ist eine neue Form grenzüberschreitender
Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Forschung und
Lehre.

4.4 Internationale zusammenarbeit
Erfolgreiche Forschung muss grundsätzlich in allen
Bereichen im internationalen Wettbewerb bestehen. Das
setzt voraus, Spitzenwissenschaftler und Spitzenwissenschaftlerinnen mit internationalem Renommee an die
Forschungseinrichtungen zu binden und gleichermaßen
Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen die Möglichkeit zu eröffnen, sich in Netzwerke
und Projekte internationaler Forschung einzubringen.
Vor diesem Hintergrund sind die Aktivitäten vieler Brandenburger Einrichtungen in den EU-Forschungsrahmenprogrammen zu nennen.
	

– Als National Lab Deutschlands für Geowissenschaften
ist das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) in zahlreiche internationale Forschungsvorhaben eingebunden. Es koordiniert das Internationale Kontinentale
Forschungsbohrprogramm (ICDP) und ist eines der
Zentren für den internationalen GPS-Dienst sowie für
zukünftige wissenschaftliche GALILEO-Anwendungen.
Das GFZ koordiniert im Auftrag der Bundesregierung
den Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems für den
Indischen Ozean.
– Das Alfred-Wegener-Institut, Außenstelle Potsdam, ist
mit der Erforschung der Dynamik der Periglazialräume
zu weiten Teilen auf Gebiete Sibiriens konzentriert.
– Das Astrophysikalische Institut Potsdam ist u. a. durch
Geräteentwicklung an der Errichtung bzw. dem Betrieb
von Großteleskopen in den USA, Spanien und Chile
beteiligt.
– Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist auf der Basis von Kooperationsverträgen
mit fast 20 Akademien auf vier Kontinenten vernetzt.

4.5 sonstige Programme und Maßnahmen
des landes
Über Förderprogramme der Technologieinitiative werden die Unternehmen des Landes insbesondere bei ihren
FuE-Maßnahmen unterstützt. Die Technologieinitiative
umfasst u. a. die Förderung der brandenburgischen
Hochschultransferstellen, Branchentransferstellen sowie
regionalen Transferstellen. Darüber hinaus schließt die
Technologieinitiative Programme zur Förderung von FuEVorhaben technologieorientierter Unternehmen sowie
Programme zum Einsatz von Innovationsassistenten hinsichtlich des Wissenstransfers mit ein. Begleitet und unterstützt werden die Unternehmen durch die ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH (ZAB), die zentrale Aufgaben
in der Innovations- und Technologieförderung inklusive
der Fördermittelbeantragung wahrnimmt und Unterstützung in Ansiedlungs- und Existenzgründungsfragen
leistet. Die Technologiestiftung des Landes hat sich als
unverzichtbarer Bestandteil in der Innovationslandschaft
Brandenburgs etabliert. Sie trägt zur Ergänzung der Forschungs- und Technologiepolitik des Landes bei.
Die brandenburgischen Hochschulen präsentieren ihr
Transferpotenzial auch im Internet über das Portal
www.iq-brandenburg.de.
Um insbesondere in den naturwissenschaftlichen und
technischen Fächern Schüler und Schülerinnen für ein
Studium in diesen Bereichen zu gewinnen, wurde die
Brandenburger Initiative Schule und Hochschule auf dem
Weg zu Naturwissenschaften und Technik (BRI-SANT) 
begründet.

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Freie Hansestadt Bremen

5.1 Grundsätze und schwerpunkte der Forschungsund technologiepolitikProfilbildung
Den Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Land
Bremen kommt eine hohe regionalwirtschaftliche und
standortpolitische Bedeutung zu. Ziel der Landespolitik
ist es, die Zahl der Absolventinnen und Absolventen und
dadurch das Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften in der Region zu steigern. Die Studiendauer
soll verkürzt, das Alter bei Studienabschluss verringert
und die Exzellenz in der Wissenschaft und beim wissenschaftlichen Nachwuchs ebenso wie der Transfer ȟber
Köpfe« in die Region erhöht werden. In Anbetracht der
finanziellen Situation des Landes wird eine Konzentration auf solche Bereiche und Projekte vorgenommen, die
bereits hohe wissenschaftliche Qualität und Exzellenz
aufweisen oder erreichen können, andererseits regionalökonomische Effekte erbringen und somit zur Stärkung
der finanziellen Basis z. B. durch Drittmitteleinwerbung
beitragen. Die Drittmittelquote der wissenschaftlichen
Einrichtungen des Landes ist trotz einer im Vergleich
niedrigen Grundfinanzierung aus Landesmitteln überdurchschnittlich hoch und Beleg für die hohe Akzeptanz
und wissenschaftliche Qualität der Forschung in Bremen.
Angesichts des erreichten Entwicklungsstandes der
Bremer Wissenschaftslandschaft konzentriert sich die
Wissenschaftspolitik in der Planung bis 2010/15 auf die
Stärkung der Wissenschaftsschwerpunkte des Landes,
welche die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen
Potenziale des Landes zu korrespondierenden Kompetenzfeldern bündeln:
– Meeres- und Umweltwissenschaften – Meerestechnologien und Umweltwirtschaft;

– Materialwissenschaften – Luft- und Raumfahrt;
– Informations- und Kommunikationswissenschaften –
Logistik
– Sozialwissenschaften – Staatlichkeit und Wohlfahrt;
– Neuro- und Kognitionswissenschaften – Gesundheit;

5.2 Hochschulforschung
Träger der institutionell geförderten Forschung im
Hochschulbereich sind die Universität Bremen, die
Hochschule Bremen und die Hochschule Bremerhaven
als Fachhochschulen sowie die Hochschule für Künste
Bremen. Forschung in Bremen findet darüber hinaus statt
an der Jacobs University Bremen (JUB), einer privaten
Universität in der Freien Hansestadt Bremen sowie in den
zahlreichen institutionell geförderten außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes Bremen. Anspruch und Markenzeichen für die Forschung in Bremen
sind ein hoher Vernetzungs- und Kooperationsgrad der
inner- und außerhochschulischen Forschungseinheiten
untereinander und mit der Wirtschaft, hohe Transferwirkungen in die Region, starke Interdisziplinarität sowie
hohe Drittmittelquoten und systematische Förderung
des wissenschaftlichen Nachwuchses mit der Zielsetzung,
Exzellenz und Internationalität auszubauen.
Die Universität Bremen hat sich im Rahmen des Exzellenzwettbewerbs des Bundes und der Länder mit drei Anträgen erfolgreich als »Interdisziplinäre Forschungsuniversität« positioniert. Ende 2007 verfügte die Universität
Bremen über folgende von der DFG geförderte Bereiche:
ein Forschungszentrum, vier Sonderforschungsbereiche
(SFB), zwei Transregios, ein Transferbereich, drei Forschergruppen, fünf Schwerpunktprogramme und ein internationales Graduiertenkolleg.

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Die Entwicklung der Drittmittelausgaben der Universität Bremen hat sich in den letzten Jahren mit einem
Anteil von ca. 30 % an den Gesamtausgaben auf hohem
Niveau stabilisiert.
Die Praxisorientierung der Fachhochschulen wird
genutzt, um die dort vorhandenen Potenziale für die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien für die
Region effektiv nutzbar zu machen. Beispiele von hoher
regionaler Relevanz sind das Technologietransferzentrum an der Hochschule Bremerhaven (TTZ) und das Institut für Aerospace-Technologie (IAT) in der Hochschule
Bremen. Ein weiteres Ziel gilt der Stärkung und gezielten
Einbeziehung des anwendungsorientierten Forschungspotenzials an den Fachhochschulen in die Wissenschaftsschwerpunkte des Landes.
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Meeres- und Umweltwissenschaften Der Wissenschaftsschwerpunkt Meereswissenschaften mit dem
Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) in
der Universität Bremen ist Teil eines der größten, international anerkannten, interdisziplinären Forschungsschwerpunkte im Hochschul- und außerhochschulischen
Bereich. Hierzu gehören das Alfred-Wegener-Institut
für Polar- und Meeresforschung (AWI), das Max-PlanckInstitut für marine Mikrobiologie (MPI) und das Zentrum
für Marine Tropenökologie (ZMT) sowie das Sedimentkernlager des Ocean Drilling Programs (ODP), das einzige
europäische ODP-Kernlager, in dem zurzeit etwa 125.000
Kernsegmente mit einer Gesamtlänge von 84 Kilometern
gelagert werden. Das im Jahre 2001 durch die DFG bewilligte Forschungszentrum Ozeanränder – Schwerpunkte
marin-geowissenschaftlicher Forschung im 21. Jahrhundert (Research Center Ocean Margins, rcom) wird seit
dem 1. Juli 2005 für weitere vier Jahre gefördert. Das rcom
hat rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den
Bereichen Wissenschaft und Technik. Wissenschaftler aus
diesem Kompetenzfeld haben die Ernennung zum Exzellenzcluster und eine Graduate School im Exzellenzwettbewerb des Bundes gewonnen. In den letzten Jahren
wurde eine international anerkannte Gruppe Marine
Technologie aufgebaut, die über zwei Remotely Operated
Vehicles (ROV), ein am Meeresboden abgesetztes Bohrgerät (MeBo) und ein mobiles Unterwasserfahrzeug (MOVE)

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verfügt. Zudem wird ein World Data Center für marine
Umweltdaten des International Committee of Scientific
Unions (ICSU) betrieben. Darüber hinaus werden von der
DFG in der Universität Bremen ein International Graduate
College Proxies in Earth History und eine Forschergruppe
zur Physik nitridbasierter, nanostrukturierter Lichtemitter gefördert.
Das Zentrum für Umweltforschung und -technologie
(UFT) bildet den organisatorischen Rahmen für die Umweltwissenschaften an der Universität Bremen, in dem
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insbesondere
der Fächer Biologie/Chemie, Geowissenschaften, Physik/
Elektrotechnik und Produktionstechnik, vielfach auch
in Kooperation mit den Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften und marginal auch der Mathematik/
Informatik Umweltforschung betreiben. Die Universität Bremen erhielt das Umweltmanagementzertifikat
(EMAS-Urkunde) für herausragende Leistungen im
Bereich Umweltmanagement und Umweltforschung.
Materialwissenschaften und luft- und Raumfahrt
Selbstreinigende Materialien, leichtere Flugzeuge und
Autos sowie Stahlschaum sind nur einige der innovativen Forschungsfelder der bremischen Materialwissenschaften, die zu den bedeutsamsten Wissenschaftsschwerpunkten des Landes Bremen zählen. Sie zeichnen
sich durch die enge Vernetzung und Kooperation von
inner- und außeruniversitärer Forschung aus, wobei zum
Kern dieses Wissenschaftsschwerpunktes die außerhochschulischen Forschungsinstitute Bremer Institut für angewandte Strahltechnik (BIAS), Faserinstitut Bremen e. V.
(FIBRE), Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und
Angewandte Materialforschung (IFAM), Stiftung Institut
für Werkstofftechnik (IWT) und das inneruniversitäre
Institut für Mikrosensoren, -aktuatoren und -systeme
(IMSAS) gehören. Allein in diesen Instituten sind nahezu
250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigt (gesamt: rund 500). Die hochgradige Vernetzung
wird auch an gemeinsamen Forschungsprojekten und in
der Beteiligung an den Sonderforschungsbereichen SFB
570 Distortion Engineering, SFB 747 Mikrokaltumformen,
Charakterisierung, Optimierung und SFB/TR 4 Transregio
Prozessketten zur Replikation komplexer Optikkomponenten sowie an dem DFG-geförderten Transferbereich
Sprühkompaktierte Materialien in der Anwendung (TFB
58) deutlich. Ziel ist das Angebot von Komplettlösungen
vom eingesetzten Material bis hin zum einbaufähigen
Bauteil. Die Kernkompetenzen sind Werkstoffe, Fertigungsverfahren u