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Full text: Umweltbericht Issue 2011/14

Umweltbericht 2011 bis 2014
Fakten zur Umwelt

Umweltbericht 2011 bis 2014
Fakten zur Umwelt

Inhalt

1

Einführung

4

4.5

Altlasten

54

4.5.1

Altlasten in Bearbeitung der Behörde

54

4.5.2

Altlastensanierung und Brachflächensanierung

55

2

Umweltqualität und Ressourcennutzung

7

2.1

Umweltqualität und Ressourcen

7

2.2

Landscha splan Dresden

20

5

Wasser

59

2.2.1

Ein neuer Landscha splan

20

5.1

Niederschläge

59

2.2.2

Aufgaben und Inhalte des Landscha splanes

20

5.2

Oberflächengewässer

62

2.2.3

Gliederung des Landscha splanes

21

5.2.1

Wasserstände

63

Das strategische Leitbild

5.2.2

Gewässerqualität

66

„Dresden die kompakte Stadt im

5.2.3

Gewässerunterhaltung

77

2.2.4

ökologischen Netz”

21

2.2.5

Das Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept

23

5.2.4

Wasserrechtlicher Vollzug für

2.2.6

Strategische Umweltprüfung zum Landscha splan

24

2.2.7

Möglichkeiten der Beteiligung

25

2.3

Stadtklima, Klimawandel, Klimaanpassung

2.3.1

Stadtklima

2.3.2

Klimawandel

27

5.3.3

Wasserrechtliche Erlaubnisse zu Grundwasser

83

2.3.3

Klimaanpassung (REGKLAM)

29

5.4

Öffentliche Wasserversorgung

84

2.4

Klimaschutz

32

5.4.1

Trinkwasserversorgung

84

2.4.1

Die Dresdner Klimaschutzstrategie

32

5.4.2

Notwasser

85

2.4.2

Bilanzierung von Treibhausgasen

33

5.4.3

Löschwasserversorgung

85

2.4.3

Entwicklung der Heizungsstruktur in Dresden

33

5.5

Abwasserentsorgung

85

5.5.1

Öffentliche Abwasserentsorgung

85

3

Natur und Landscha

36

5.5.2

Abwassergebührenentwicklung

87

3.1

Artenschutz

36

5.6

Plan Hochwasservorsorge Dresden

87

3.2

Biotope und Schutzgebiete

36

5.6.1

Hochwasserereignisse

87

3.2.1

Schutzgebiete

36

5.6.2

Neue rechtliche und

3.2.2

Besonders geschützte Biotope

37

3.3

Landscha spflege und Biotopgestaltung

37

5.6.3

3.4

Eingriffsregelung nach NatSchG

39

5.6.4

3.5

Gehölzschutz

40

3.6

Grün in der Stadt

41

3.6.1

Parkanlagen, Kleingärten, Kommunalwald,

Oberflächengewässer

78

5.2.5

Siedlungs- und Industrieabwasserwirtscha

79

5.3

Grundwasser

81

25

5.3.1

Entwicklung des Grundwasserstandes

81

25

5.3.2

Entwicklung der Grundwasserqualität

82

konzep onell-strategische Grundlagen

87

Besondere Handlungsfelder der HW-Vorsorge

87

Verbesserung der Hochwasservorsorge in
den Betrachtungsgebieten

5.7

89

Technische Anlagen zum Umgang mit
wassergefährdenden Stoffen

89
90

Friedhöfe

41

3.6.2

Straßenbäume und Straßenbegleitgrün

47

6

Lu und Lärm

3.6.3

Spielplätze

49

6.1

Lu reinhaltung

90

6.1.1

Stadtweite Lu hygienische Situa on

90

4

Bodenschutz

51

6.1.2

Möglichkeiten der Lu reinhalteplanung

91

4.1

Bodenschutzkonzept

51

6.2

Lärmbelastung und Lärmminderung

91

4.2

Bodenverbrauch

52

6.2.1

Stadtweite Lärmbelastung

91

4.3

Bodenerosion

52

6.2.2

Lärmminderungsplanung

92

4.4

Schadsto

53

6.2.3

Fluglärm

93

2

elastung der Böden

6.3

Anlagenbezogener Immissionsschutz

6.3.1

Verwaltungsrechtliches Handeln als
untere Immissionsschutzbehörde

6.3.2

93

Mitwirkung zu immissionsschutzrechtlichen Belangen
in Bauverfahren und bei Veranstaltungen

6.3.3

93

95

Bearbeitung von Beschwerden und Bürgereingaben
zu immissionsschutzrechtlichen Belangen

97

7

Abfall

100

7.1

Organisa on der öffentlichen Abfallentsorgung

100

7.2

Abfallau ommen und Entsorgungswege

101

7.2.1

Restabfälle

101

7.2.2

Verpackungsabfälle

102

7.2.3

Altpapier

103

7.2.4

Bio- und Grünabfälle

103

7.2.5

Sperrmüll und Altholz

104

7.2.6

Elektro- und Elektronikaltgeräte

104

7.2.7

Schadstoffe

105

7.2.8

Straßenkehricht

105

7.2.9

Papierkorbabfälle

105

7.2.10 Hochwasserabfälle

106

7.3

Anlagen und Einrichtungen der Abfallwirtscha

106

7.3.1

Abfallbehälterstandplätze

106

7.3.2

Biologisch-Mechanische Abfallau ereitungsanlage

106

7.3.3

Wertsto

107

7.3.4

Wertstoffcontainerstandplätze

öfe und Annahmestellen

Sozialer Möbeldienst

109

7.4

Abfallgebühren

109

7.5

Satzungsvollzug

109

7.6

Ordnung und Sauberkeit

110

7.6.1

Öffentliche Papierkörbe

110

7.6.2

Bürgerbeteiligung Stadtsauberkeit

111

7.6.3

Illegale Ablagerungen auf öffentliche Flächen

111

7.6.4

Abfallrechtlicher Vollzug

112

7.7

Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit

113

7.7.1

Beeinflussung des Abfallverhaltens

113

7.7.2

Zusammenarbeit mit Großvermietern,
Objekt- und Hausverwaltungen

Umwel nforma on

119

8.1

Sta s k Internet

118

8.1.1

Redak oneller Teil

118

8.1.2

Rathaus online

119

8.1.3

Themenstadtplan

119

8.2

Plublika onsliste

120

8.3

Ansprechpartner

123

Anlagen (Kurzdokumenta onen)

107

7.3.5

7.7.3

8

116

Beratung von Gewerbe und
öffentlichen Einrichtungen

116

7.7.4

Vorbildrolle der Stadtverwaltung

117

7.7.5

Interna onale Zusammenarbeit

117

3

4

1 Einführung
Dirk Hilbert

Liebe Dresdnerinnen und Dresdner,
die Arbeiten in den Jahren 2011 bis 2014 im Umweltbereich knüpfen
eng an die der Vorjahre an. Sie werden deshalb in diesem Umweltbericht viele Themen wiederentdecken, deren Entwicklung Sie vielleicht auch direkt vor Ort schon längere Zeit neugierig begleiten. Wir
zeigen Ihnen auch, dass es lohnenswert ist, sich zu engagieren. Auch
in den vier Jahren des Berichtszeitraumes konnten wir unsere Stadt
weiter lebenswert gestalten und dabei – ganz im Sinne der Nachhal gkeit – die natürlichen Ressourcen für unsere Kinder schützen
und weiterentwickeln. Dies können Sie in übersichtlicher Weise am
„ecoTREND“ im Kapitel 2 ablesen.
Ein Entwurf für einen neuen Landscha splan (Kapitel 2.2) wurde
erarbeitet, der das strategische Leitbild der „kompakten Stadt im
ökologischen Netz“ verfolgt und im Jahr 2015 zusammen mit einem
neuen Flächennutzungsplan der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Das
Projekt Regionales Klimaanpassungsprogramm (REGKLAM) wurde
2013 abgeschlossen, im Ergebnis wurde ein Integriertes Regionales Klimaanpassungsprogramm für die Modellregion Dresden entwickelt, das sich in der Erprobung befindet.
Allen in Erinnerung ist das Hochwasser vom Juni 2013 mit einem
Wasserstand von 876 cm am Pegel Dresden. Die Hochwasserereignisse im Mai und Juni 2013 in Dresden wurden in beindruckender
Weise von den Einsatzkrä en, den Dresdnerinnen und Dresdnern
und wieder vielen Helferinnen und Helfern bewäl gt. Dieser Erfolg
ist auch das Ergebnis der Arbeit der vergangenen Jahre zur Verbesserung der Hochwasservorsorge und -abwehr und bestä gt, die
bisherigen Ansätze zum Risikomanagement der Landeshauptstadt
Dresden in allen Handlungsfeldern konsequent weiter zu verfolgen.
Im Berichtszeitraum wurde das Ökologische Großprojekt
Coschütz/Gi ersee abgeschlossen – entstanden ist eine Erholungsfläche für die Dresdner. Die ehemalige Schweinemastanlage in Dölzschen wurde abgerissen. 2014 wurde mit der Erarbeitung eines
Bodenschutzkonzeptes begonnen, das den Verbrauch naturnaher
Böden verringern und die Bodenfunk onen trotz weiteren Wachstums der Stadt weitgehend erhalten soll (Kapitel 4).
Bei den vielen kleinen und größeren Maßnahmen zur Entwicklung eines guten ökologischen Zustandes der Bäche und zur Verbesserung ihrer Fähigkeit, schadlos auch größere Wassermengen im
Hochwasserfall abzuführen, achten wir in besonderem Maße darauf,
Ihnen, liebe Dresdnerinnen und Dresdner, Ihre Gewässern wieder
ein Stück näher zu bringen. So ersetzen wir z. B. Mauern durch ingenieurbiologische Ufersicherungen, die wieder einen Zugang zum
Gewässer ermöglichen. Darüber können Sie sich im Kapitel 5 und
anhand der bewährten Kurzdokumenta onen zu den Maßnahmen
informieren. Auf der Grundlage des im August 2010 vom Stadtrat
beschlossenen Planes Hochwasservorsorge wurden Hochwasserrisikomanagementpläne für städ sche Gewässer zweiter Ordnung,
beispielsweise für das Gewässersystem Blasewitz-Grunaer Landgraben/Koitschgraben/Leubnitzbach begonnen.

Der hier vorliegende Umweltbericht zeigt viele weitere Beispiele,
wie die Stadt Dresden in den Jahren 2011 bis 2014 eine auch
zukün ig lebenswerte Umwelt gestaltet und entwickelt hat – seien
es die im Kapitel 3.1 beschriebenen Maßnahmen zum Artenschutz,
der engagierte Erhalt der vielen öffentlichen Grünflächen und Spielplätze sowie deren Ergänzungen (Kapitel 3.6) oder die Sicherung und
der Ausbau einer ökologisch ausgerichteten Abwasserentsorgung
(Kapitel 5.5). Die dabei anfallenden erheblichen Schlammmengen
werden nun in der modernen Schlammbehandlungsanlage zur
Gewinnung von Biogas genutzt.
Auch nach der Verabschiedung des Masterplanes Lärmminderung besteht in Dresden weiterhin ein erheblicher Handlungsbedarf
bezüglich des Straßenverkehrslärms. Der Masterplan wurde fortgeschrieben und Ende 2014 durch den Ausschuss für Umwelt und
Kommunalwirtscha gebilligt und für die Öffentlichkeit freigegeben.
Es wird auch in den nächsten Jahren für besonders betroffene Stadtteile spezifische Lärmak onspläne geben.
Im Mai 2011 wurde durch die Landeshauptstadt der zweite
Lu reinhalteplan in Kra gesetzt: beispielsweise wurde das Stadtgebiet für den LKW-Durchgangsverkehr über 3,5 t gesperrt, der
Parkraum im Stadtzentrum wird komple bewirtscha et, es gab
wesentliche Verbesserungen beim Job cket. Die Jahresmi elwerte
bei PM10, Feinstaub, S ckstoffdioxid und Ozon stagnieren auf einem
für eine Großstadt rela v niedrigen Niveau.
Das am 1. Juni 2012 in Kra getretene Gesetz zur Förderung
der Kreislaufwirtscha und Sicherung der Umweltverträglichen
Bewirtscha ung von Abfällen misst der Abfallvermeidung einen
hohen Wert zu. Die Dresdner Restabfallmengen sind im Berichtzeitraum nur um drei Prozent ges egen – trotz Zunahme der Einwohnerzahlen (Kapitel 7.2). Dank der Vorsorgemaßnahmen der Stadt
und ihrer Bürger fielen beim Hochwasser 2013 weniger Abfälle als
2002 an und diese konnten bedeutend schneller und reibungsloser
entsorgt werden. Im Kapitel 7.6 findet man z. B. Zahlen, wie o die
Behörde eingreifen musste, um illegal abgelagerte Abfälle zu beseigen. Hier ist mengenmäßig ein erfreulicher Trend zu erkennen.
Viele, viele Zahlen, Diagramme, Bilder und Karten zeigen die
Breite an Themen, die wir bei der Sicherung und Gestaltung einer
lebenswerten Umwelt für uns und unsere Nachkommen im Blick
behalten müssen. Dem dient auch die Vorstellung des Verbundforschungsvorhabens REGKLAM im Kapitel 2.2, das sich mit den Folgen
des Klimawandels für unsere Region auseinandersetzt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele Anregungen für Ihr
eigenes Handeln beim Lesen des Umweltberichtes „Fakten 2011 bis
2014“.

Ihr Dirk Hilbert
Oberbürgermeister
5

2 Umweltqualität und Ressourcenschutz

2.1 Umweltqualität und Ressourcen
Die Umweltqualität in der Stadt lässt sich nicht mit wenigen einfachen Worten oder Zahlen umschreiben. Es gibt vielfäl ge Aspekte
mit gegensei gen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten. Die
Beanspruchung der verschiedenen Umweltgüter, die Nutzung von
Ressourcen und erneuerbaren Energien oder die Ausgestaltung der
städ schen Funk onen wie Wohnen, Arbeiten, Bewegen, Erholen
sowie die Ver- und Entsorgung lassen sich deshalb am besten mit
einem Indikatorensystem veranschaulichen. Wenn die Jahreswerte
der Indikatoren über längere Zeiträume dargestellt werden, können
Entwicklungstrends sichtbar werden. Gerade für die Bewertung von
Änderungen, die sich wie der Klimawandel über lange Zeiträume
vollziehen, ist eine solche Betrachtungsweise wich g. Seit 2001 heißt
das Umwel ndikatorensystem der Stadt Dresden „ecoBUDGET“,
welches in den folgenden Abbildungen dargestellt ist. So ist die interessierte Öffentlichkeit in der Lage, sich selbst ein Bild vom Umweltzustand zu machen.
Das Indikatorensystem dient auch dazu, die neuen Anforderungen umzusetzen, die sich aus EU-Richtlinien zur Umweltprüfung
ergeben und inzwischen mit dem Baugesetzbuch und dem Gesetz
zur Umweltverträglichkeitsprüfung in na onales Recht umgesetzt
sind. Veränderte Rahmenbedingungen zu Anforderungen und Zielstellungen machen es von Zeit zu Zeit notwendig, das System an die
neuen Aufgaben anzupassen. Dies führt zum Teil zu Verlusten oder
dem Tausch einzelner Indikatoren. Ebenso bedürfen neue Indikatoren einer soliden Datenbasis, die gegebenenfalls erst aufgebaut
werden muss.
Alle Indikatoren des ecoBUDGET sind in drei Gruppen eingeteilt:
Zielindikatoren, Zustandsindikatoren und Stadtentwicklungsindikatoren. Für Zielindikatoren gibt es mi elfris g konkrete, durch den
Stadtrat beschlossene Zielstellungen zur Einsparung von Ressourcen,
die in der Regel aber nur erreicht werden können, wenn sich auch
die Bevölkerung engagiert. Die Zustandsindikatoren drücken das
Vermögen an oder den allgemeinen qualita ven Zustand von Naturgütern aus. Die Verbesserung der Qualität des Wohnumfeldes

(Bestandteil der Lebensqualität) wird mi els Stadtentwicklungsindikatoren abgebildet, welche die Verbindung zwischen Stadtentwicklung und Umweltschutz darstellen.
Zusätzlich zu den erhobenen Umweltdaten werden, soweit es
zu einem Indikator beschlossene Ziele gibt, diese als gelber Balken
im Diagramm dargestellt. Die Pfeile zur Darstellung des ecoTRENDs
zeigen in drei Stufen:
■ Ü steigender Trend,
■ Ö Stagnation,
■ Þ fallender Trend,
wie sich die Qualität oder der Verbrauch von Umweltressourcen im
Berichtszeitraum entwickelt hat.
Die Bewertung des ecoTRENDs erfolgt mi els einer Ampel
■
■
■

:

Rot steht für eine ungünstige Entwicklung,
Gelb für Stagnation bzw. eine zu geringe positive Entwicklung,
die weitere Maßnahmen erfordert und
Grün steht für eine günstige Entwicklung.

Des Weiteren erfolgt entsprechend der Umweltzielwerte bzw. -zielrichtung (Orien erung) des jeweiligen Indikators die Bewertung der
Zielerreichung bzw. des Umweltzustandes:
■
■
■

Rot: die Zielvorgabe wird deutlich verfehlt bzw. der Zustand ist
unzureichend,
Gelb: die Zielvorgabe ist nur leicht verfehlt bzw. der Zustand ist
befriedigend,
Grün: die Zielvorgabe bzw. ein guter Zustand ist erreicht.

Abschließend werden die erforderlichen Maßnahmen und Ak vitäten, welche sich für die Landeshauptstadt aus der Bewertung
ergeben, formuliert. Bei allen Angaben muss berücksich gt werden,
dass 1999 eine Gemeindegebietsreform sta and. Die Stad läche
vergrößerte sich um etwa 40 Prozent.

7

Indikator

ecoTREND:
Verlauf und Bewertung

Zustand/
Zielerreichung

Empfehlung

Zielindikatoren

Þ

konsequente Umsetzung der Maßnahmen der
Klimaschutzstrategie

Flächenversiegelung

Ü

verstärkte Nutzung innerstäd scher Potenziale
(Brachen); neue Richtwert-Diskussion in
wachsender Stadt notwendig; Indikatorenvorschlag: Zersiedlungsindex/ E zienz in der
Flächennutzung der SuV

Gesamtabfallau ommen
der Haushalte

Ö



zukün ig um detaillierte Aussagen zu Abfallarten und deren Recyclingquoten ergänzen

Chemischer Sauersto edarf
aus Mischwasserüberläufen*

Ö



Ausbau Mischwasserkanalnetz weitestgehend
abgeschlossen; Indikator ersatzlos einstellen

Modal Split im Umweltverbund (Wegeanzahl)

Ü

Spezifi sche Verkehrsarbeit im
Binnenverkehr (Weglänge)

Ö



Grundwasserqualität
(LHKW-Belastung)

Ö



Strukturgüte der Gewässer
2. Ordnung**



Emissionen von CO2







Umsetzung der Maßnahmen des VEP 2025+
Umsetzung der Maßnahmen des VEP 2025+

Zustandsindikatoren
weitere Maßnahmen notwendig
fehlende Datengrundlage;
Indikator wird nach Schaffung der Datengrundlage durch „Gewässergüte“ ersetzt
mi elfris g keine Trendaussagen möglich;
alterna ve Datengrundlage au auen und/oder
Indikator durch klimatologische Kenntage bzw.
Parameter ersetzen/erweitern

Anteil klima sch gering
belasteter Flächen

k.A.

Feinstaub-Immissionen
(PM10)

Ö



Umsetzung der Maßnahmen des
Lu reinhalteplanes

NO2-Immissionen

Ö



Umsetzung der Maßnahmen des
Lu reinhalteplanes

Wirkungsgrad der Kläranlage
Kaditz



Ö



Stand der Technik erreicht; absehbar keine
wesentliche Veränderung zu erwarten;
For ührung des Indikators prüfen

Fläche der nach § 21
SächsNatSchG geschützten
Biotope*

unzureichende Aussagefähigkeit;
Indikator wird ersatzlos eingestellt

Nisthilfen für gebäudebewohnende Tierarten*

fehlende Datengrundlage;
Indikator ersatzlos einstellen

Bestand an Straßenbäumen

8

Ü



Umsetzung Straßenbaumkonzept

Indikator

ecoTREND:
Verlauf und Bewertung

Zustand/
Zielerreichung

Empfehlung

Stadtentwicklungsindikatoren
Lärmbelastung der
Einwohner an Hauptverkehrsstraßen (am Tag)

Þ

weitere Maßnahmen notwendig:
Umsetzung der Maßnahmen des Masterplan
Lärmminderung und der TeilgebietsLärmak onspläne

Belastung der Einwohner an
Hauptverkehrsstraßen durch
NO2 in der Lu

Þ

Umsetzung der Maßnahmen des
Lu reinhalteplanes

Belastung der Einwohner an
Hauptverkehrsstraßen durch
Feinstaub (PM10) in der Lu

Þ

Umsetzung der Maßnahmen des
Lu reinhalteplanes

Belastung der Einwohner
durch Überwärmung







k.A.

im Rahmen der Bauleitplanung
Klimaanpassungsmaßnahmen (REGKLAM)
entwickeln/umsetzen;
Datengrundlage weiter au auen

Einwohner im
Einzugsbereich des ÖPNV

Ü

Richtwert erfüllt; weitere Maßnahmen insb. zur
Erhöhung des Modal Split-Anteil des ÖPNV
notwendig, z. B. a rak ve Verbindung

Gesamtanzahl der
Altlasten***

Þ

weitere Untersuchungen notwendig

Flächen in rechtswirksamen
Überschwemmungsgebieten*

Erneuerbare Energien –
Photovoltaik**

*
**
***





k.A.

Ü



unzureichende Aussagefähigkeit;
Indikator soll kün ig durch Darstellung der
Schadenserwartungswerte ersetzt werden
keine Differenzierungen zwischen Photovoltaikanlagen auf Dächern und auf Freiflächen;
zunehmende Eigennutzung von Solarstrom
entzieht sich der Erhebung;
Indikator ersetzen

Indikator wird eingestellt
Indikator wird ersetzt
neuer Indikator

9

Zielindikatoren

■

■ Emissionen von CO2
Die Angaben resul eren vor allem aus Datenbeständen der DREWAG
und ENSO sowie der TU Dresden (Verkehrsbereich). Das größte
Minderungspotenzial liegt im Gebäudesektor (KWK, Fernwärme,
Dämmung, …). Die CO2-Emissionen sind rückläufi g, für das gesteckte
Ziel fällt die Minderung jedoch zu gering aus. Das Minderungsziel
2010 wurde verfehlt. Die weitere Steigerung der Energiee zienz in

allen Anwendungsbereichen sowie die stärkere Nutzung der städschen Potenziale erneuerbarer Energien ist notwendig. Derzeit
fi ndet ein Wechsel der CO2-Bilanzierungsmethodik sta , die eine
bundesweite Vergleichbarkeit der Städte untereinander ermöglichen soll. Die Werte nach der bisherigen Bilanzierung liegen nur bis
2010 vor.

ϭϳ

CO2-Emissionen

ϭϲ
ϭϱ

ecoTREND

ϭϰ
ϭϯ

Zielerreichung

Þ

ϭϮ



ϭϭ

Empfehlung:
konsequente Umsetzung der
Maßnahmen der Klimaschutzstrategie

ϵ͕ϴ

ϭϬ

ϵ͕ϭϰ
ϵ
ϴ
ϳ

ϲ͕ϭ
ϲ
ϱ
ϰ

ϯ
Ϯ

ϭ
Ϭ
ϭϵϴϳ

ϭϵϵϮ

ϭϵϵϯ

ϭϵϵϰ

ϭϵϵϱ

ϭϵϵϲ ϭϵϵϳ

ϭϵϵϴ

ϭϵϵϵ

ϮϬϬϬ

ϮϬϬϭ

ϮϬϬϮ ϮϬϬϯ

ϮϬϬϰ

ϮϬϬϱ

ϮϬϬϲ

dŽŶŶĞŶƉƌŽŝŶǁŽŚŶĞƌƵŶĚ:ĂŚƌ

ϮϬϬϳ

ϮϬϬϴ ϮϬϬϵ

ϮϬϭϬ

ŝĞů
ϮϬϭϬ

ŝĞů
ϮϬϯϬ

Abb. 2.1.1: Emissionen von CO2 (Quelle: Umweltamt LHDD, eigene Berechnung)

■ Flächenversiegelung
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche am Stadtgebiet nimmt
langsam, aber kon nuierlich zu. Überdurchschni lich ist dabei die

Zunahme der Verkehrsfläche. Der im Stadtentwicklungsbericht 2009
formulierte Richtwert (RW) ist überschri en.

ϱϬ

Flächenversiegelung
ϰϱ

ϰϬ͕ϱ

ϰϬ

ϰϬ

ecoTREND

Zielerreichung

Ü

ϯϱ



ϯϬ

Empfehlung:
verstärkte Nutzung innerstäd scher
Potenziale (Brachen); neue RichtwertDiskussion in wachsender Stadt
notwendig; Indikatorenvorschlag:
Zersiedlungsindex/E zienz in der
Flächennutzung der SuV

Ϯϱ

ϮϬ

ϭϱ

ϭϬ

ϱ

Ϭ

ϭϵϵϮ ϭϵϵϯ ϭϵϵϰ ϭϵϵϱ ϭϵϵϲ ϭϵϵϳ ϭϵϵϴ ϭϵϵϵ ϮϬϬϬ ϮϬϬϭ ϮϬϬϮ ϮϬϬϯ ϮϬϬϰ ϮϬϬϱ ϮϬϬϲ ϮϬϬϳ ϮϬϬϴ ϮϬϬϵ ϮϬϭϬ ϮϬϭϭ ϮϬϭϮ ϮϬϭϯ ϮϬϭϰ

ŶƚĞŝůĚĞƌ^ŝĞĚůƵŶŐƐͲ ƵŶĚsĞƌŬĞŚƌƐĨůćĐŚĞĂŶĚĞƌ'ĞƐĂŵƚĨůćĐŚĞŝŶWƌŽnjĞŶƚ

Abb. 2.1.2: Flächenversiegelung (Quelle: Kommunale Statistikstelle LHDD)

10

Zt
ϮϬϮϬ

■ Gesamtabfallaufkommen der Haushalte
Die Gesamtmenge der Abfälle aus Haushalten hat sich weiter verringert. Der Richtwert (RW), basierend auf der Prognose des aktuellen
Abfallwirtscha skonzepts 2013, wurde nur leicht überschri en. Die
langjährige Abnahme des Abfallau ommens aus Haushalten der

letzten Jahre basiert vorrangig auf der Abnahme von Restabfällen,
Glas und Altpapier, während gleichzei g die Menge an Elektronikschro und Grünschni zunimmt.

ϱϬϬ

Gesamtabfallau ommen der Haushalte
ϰϱϬ

ecoTREND

ϰϬϬ

ϯϱϬ

ϯϯϭ

ϯϯϬ

Zielerreichung

Þ



Empfehlung:
zukün ig um detaillierte Aussagen zu
Abfallarten und deren Recyclingquoten
ergänzen

ϯϬϬ

ϮϱϬ

ϮϬϬ

ϭϱϬ

ϭϬϬ

ϱϬ

Ϭ
ϭϵϵϱ

ϭϵϵϲ

ϭϵϵϳ

ϭϵϵϴ

ϭϵϵϵ

ϮϬϬϬ

ϮϬϬϭ

ϮϬϬϮ

ϮϬϬϯ

ϮϬϬϰ

ϮϬϬϱ

ϮϬϬϲ

ϮϬϬϳ

ϮϬϬϴ

ϮϬϬϵ

ϮϬϭϬ

ϮϬϭϭ

ϮϬϭϮ

ϮϬϭϯ

ϮϬϭϰ

ŝŶ<ŝůŽŐƌĂŵŵƉƌŽŝŶǁŽŚŶĞƌƵŶĚ:ĂŚƌ

Zt
ϮϬϭϰ

Abb. 2.1.3: Gesamtabfallaufkommen der Haushalte (Quelle: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft LHDD)

■ Chemischer Sauerstoffbedarf aus Mischwasserüberläufen
Seit Inbetriebnahme des neuen Regenüberlau eckens auf der
Kläranlage Kaditz 2004 stagniert die Entwicklung. 2011 wurde eine
geringfügige Reduzierung durch die Inbetriebnahme des RÜB An
der Niedermühle erreicht. Der Ausbau des Kanalnetzes ist weitestgehend abgeschlossen. Eine deutliche Verbesserung ist nicht mehr

zu erwarten. Aufgrund der veränderten Erhebungsmethodik liegen
für 2013 und 2014 keine Werte vor. Insgesamt ist festzustellen, dass
das Ziel – basierend auf einer Modellierung für das voll ausgebaute
Kanalnetz – nicht erreicht wurde. Aufgrund der beschriebenen
Bedingungen wird der Indikator nicht fortgeschrieben.

ϭϴϬϬ

Chemischer Sauersto edarf aus
Mischwasserüberläufen

ϭϲϬϬ

ecoTREND

ϭϰϬϬ

Ö

ϭϮϬϬ

ϭϬϬϬ

ϵϰϬ
ϴϮϳ

ϴϬϬ

ϲϬϬ

Zielerreichung



Empfehlung:
Ausbau Mischwasserkanalnetz
weitestgehend abgeschlossen;
Indikator ersatzlos einstellen

ϰϬϬ

ϮϬϬ

Ϭ
ϭϵϵϳ

ϭϵϵϴ

ϭϵϵϵ

ϮϬϬϬ

ϮϬϬϭ

ϮϬϬϮ

ϮϬϬϯ

ϮϬϬϰ

ϮϬϬϱ

ϮϬϬϲ

ϮϬϬϳ

ϮϬϬϴ

ϮϬϬϵ

ϮϬϭϬ

ϮϬϭϭ

ŝŶdŽŶŶĞŶ^ƉƌŽ:ĂŚƌ

ϮϬϭϮ

ŝĞůŶĂĐŚ
ƵƐďĂƵ

Abb. 2.1.4: Chemischer Sauerstoffbedarf aus Mischwasserüberläufen (Quelle: Stadtentwässerung Dresden)

11

■ Modal Split im Umweltverbund (Wegeanzahl)
Verteilung des Transportau ommens im städ schen Binnenverkehr auf verschiedene Verkehrsträger (Modi) des Umweltverbunds
(Fuß + Rad + ÖPNV) einerseits und des motorisierten Individualverkehrs (MIV) andererseits. In Auswertung der letzten Datenermi lung nach dem System repräsenta ver Verkehrsbefragungen (SrV)
wird ersichtlich, dass der im Stadtentwicklungsbericht 2009 formulierte Richtwert (RW) von 65 Prozent für die Wegezahl zugunsten
des Umweltverbundes nahezu erreicht wurde. Der langjährige Trend

des Modal Split zeigt, dass in den vergangenen 10 Jahren deutliche
Veränderungsprozesse in der Verkehrsmi elwahl der Einwohner zu
verzeichnen sind (rela v zueinander betrachtet). Ein Ausbau der
ÖPNV-Anteile geht einher mit weiteren leichten Rückgängen beim
motorisierten Individualverkehrs (MIV). Es gilt zu beachten, dass
frühere Verkehrserhebungen einer anderen Methodik als der von
2003* – 2008* unterliegen. Die direkte Vergleichbarkeit ist nur
eingeschränkt möglich.

ϭϬϬй

Modal Split im Umweltverband
(Wegeanzahl)

ϵϬй

ϴϬй

ecoTREND

ϳϬй

Zielerreichung

Ü



ϲϬй

Empfehlung:
Umsetzung der Maßnahmen des VEP
2025+

ϱϬй

ϰϬй

ϯϬй

ϮϬй

ϭϬй

Ϭй
ϭϵϴϳ ϭϵϵϭ ϭϵϵϮ ϭϵϵϯ ϭϵϵϰ ϭϵϵϱ ϭϵϵϲ ϭϵϵϳ ϭϵϵϴ ϭϵϵϵ ϮϬϬϬ ϮϬϬϭ ϮϬϬϮ ϮϬϬϯΎ ϮϬϬϰ ϮϬϬϱ ϮϬϬϲ ϮϬϬϳ ϮϬϬϴΎ ϮϬϬϵ ϮϬϭϬ ϮϬϭϭ ϮϬϭϮ ϮϬϭϯΎ ŝĞů

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njƵ&ƵƘ

&ĂŚƌƌĂĚ

PWEs

D/s

Abb. 2.1.5: Modal Split im Umweltverbund (Quelle: System repräsentativer Verkehrsbefragungen)

■ Spezifische Verkehrsarbeit im Binnenverkehr (Weglänge)
Im Gegensatz zum Modal Split (Wegeanzahl) wird bei der Verkehrsarbeit die tatsächliche Verkehrsleistung (Weglänge) im Personen-verkehr abgebildet. Im Jahr 2003 en iel noch deutlich über die Häl e
dabei auf den MIV. Die aktuelle Fortschreibung der Daten zeigt

mi lerweile, dass sich die Verkehrsleistung des MIV bis heute insbesondere zugunsten des ÖPNV verringert hat. Der Lu reinhalteplan
2011 zeigt, dass insbesondere in der Innenstadt eine Reduzierung
der MIV-Verkehrsleistung notwendig ist.

ϭϬϬй

Spezifi sche Verkehrsarbeit im
Binnenverkehr (Weglänge)

ϵϬй

ϴϬй

ecoTREND

Zustand

ϳϬй

Þ



ϲϬй

Empfehlung:
Umsetzung der Maßnahmen des VEP
2025+

ϱϬй

ϰϬй

ϯϬй

ϮϬй

ϭϬй

Ϭй
ϮϬϬϯ

ϮϬϬϴ

ŝŶWƌŽnjĞŶƚǀŽŵWĞƌƐŽŶĞŶǀĞƌŬĞŚƌƐĂƵĨŬŽŵŵĞŶ;sĞƌŬĞŚƌƐůĞŝƐƚƵŶŐͿ

njƵ&ƵƘ

ϮϬϭϯ

&ĂŚƌƌĂĚ

PWEs

D/s

Abb. 2.1.6: Spezifische Verkehrsarbeit im Binnenverkehr (Quelle: System repräsentativer Verkehrsbefragungen)

12

Zustandsindikatoren

■

■ Grundwasserqualität (LHKW-Belastung)
Durch Sicherungen und Sanierungen konnten einige Kontaminaonsherde besei gt werden. Die Belastung mit LHKW (leich lüchge halogenierte Kohlenwasserstoffe, z. B. organische Lösemi el) ist
aber noch zu hoch, sodass in den nächsten Jahren weitere Sanie-

rungen notwendig werden. Diese Sanierungen sind o mals auch die
Voraussetzung einer Revitalisierung der Flächen für eine bauliche
Nutzung.

ϭϬϬй

Grundwasserqualität
(LHKW-Belastung)

ϵϬй

ecoTREND

ϴϬй

ϳϬй

Ö

ϲϬй

Zustand



Empfehlung:
weitere Maßnahmen notwendig

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ϰϬй

ϯϬй

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Ϭй
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ϮϬϬϳ

ϮϬϬϴ
хϲϱĚ;Ϳ

ϮϬϬϵ

ϮϬϭϬ

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ϮϬϭϭ
фсϲϬĚ;Ϳ

Abb. 2.1.16: Lärmbelastung der Einwohner an Hauptverkehrsstraßen (am Tag) (Quelle: Umweltamt LHDD)

16

ϮϬϭϮ

Belastung der Einwohner an Hauptverkehrsstraßen durch
NO2 in der Luft
Die Belastung der Einwohner mit S ckstoffdioxid-Konzentra onen
über 40 g/m³ an Hauptverkehrsstraßen ist absolut gesunken, trotz
zunehmender Einwohnerzahl. Hierbei gilt es jedoch zu beachten,
dass sich sowohl das Rechenverfahren als auch die Emissionsfaktoren (HBEFA) im Laufe der Zeit geändert haben. Eine Vergleichbar■

keit aktueller Werte mit den Daten von 1999 und 2002 ist daher nur
bedingt möglich. Die vom LfULG ab 2005 für die Lu reinhalteplanung berechneten Werte, sind hingegen vergleichbar (*). Daten ab
2012 liegen noch nicht vor.

ϭϬϬй

Belastung der Einwohner an
Hauptverkehrsstraßen – NO2

ϵϬй

ecoTREND

ϴϬй

ϳϬй

Zustand

Þ



ϲϬй

Empfehlung:
Umsetzung der Maßnahmen des
Lu reinhalteplanes

ϱϬй

ϰϬй

ϯϬй

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ϭϬй

Ϭй
ϭϵϵϵ

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ϮϬϬϭ

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ϮϬϬϯ

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ϮϬϬϴ

хϰϬďŝƐфсϲϬђŐͬŵϯ

ϮϬϬϵΎ

ϮϬϭϬ

ϮϬϭϭΎ

фсϰϬђŐͬŵϯ

Abb. 2.1.17: Lärmbelastung der Einwohner an Hauptverkehrsstraßen – NO2 (Quelle: LfULG, eigene Berechnung)

Belastung der Einwohner an Hauptverkehrsstraßen
durch Feinstaub (PM10) in der Luft
Die Daten wurden mi els einer überschlägigen Modellrechnung
gewonnen. Die Angaben ab 2005 basieren auf Daten, die für die
Lu reinhalteplanung durch das LfULG berechnet wurden. Die Belas-

■

tung nimmt tendenziell ab, trotz zunehmender Einwohnerzahl. Es
sind aber weitere Maßnahmen erforderlich, um die Grenzwerte
überall einzuhalten.

ϭϬϬй

Belastung der Einwohner an
Hauptverkehrsstraßen – PM10

ϵϬй

ϴϬй

ecoTREND

ϳϬй

Zustand

Þ



ϲϬй

Empfehlung:
Umsetzung der Maßnahmen des
Lu reinhalteplanes

ϱϬй

ϰϬй

ϯϬй

ϮϬй

ϭϬй

Ϭй
ϮϬϬϮΎ

ϮϬϬϯ

ϮϬϬϰ

ϮϬϬϱ

ϮϬϬϲ

Anteil der Einwohner an Hauptverkehrsstraßen nach Belastungsklassen PM10

ϮϬϬϳ

ϮϬϬϴ
хϰϬђŐͬŵϹ

ϮϬϬϵ
хϯϬ͘͘фсϰϬђŐͬŵϹ

ϮϬϭϬ

ϮϬϭϭ

фсϯϬђŐͬŵϹ

Abb. 2.1.18: Lärmbelastung der Einwohner an Hauptverkehrsstraßen – PM10 (Quelle: LfULG, eigene Berechnung)

17

■ Belastung der Einwohner durch Überwärmung
Mit der neuen Klimabewertungskarte stehen spezifi sche Informa onen über die Belastung der Einwohner durch Überwärmung bereit.
Danach ist fast ein Fün el der Bevölkerung von sommerlicher Überwärmung im Wohnumfeld betroffen. Mehr als die Häl e haben

jedoch auch stadtklima sch vorteilha e Wohnbedingungen. Bei der
weiteren Stadtentwicklung ist gezielt der Überwärmung entgegenzuwirken.

ϭϬϬ

Belastung der Einwohner durch
Überwärmung

ϵϬ

ecoTREND

ϴϬ

Zustand

ϳϬ

ϲϬ

Empfehlung:
im Rahmen der Bauleitplanung
Klimaanpassungsmaßnahmen
(REGKLAM) entwickeln/umsetzen;
Datengrundlage weiter au auen

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ϰϬ

ϯϬ

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ϭϬ

Ϭ
ϮϬϬϴ
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ĞǀƂůŬĞƌƵŶŐƐĂŶƚĞŝů ŝŶWƌŽnjĞŶƚ

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ŐĞƌŝŶŐďĞůĂƐƚĞƚ

Abb. 2.1.19: Belastung der Einwohner durch Überwärmung (Quelle: Umweltamt LHDD, eigene Berechnung)

■ Einwohner im Einzugsbereich ÖPNV
Der Anteil der im Einzugsbereich des ÖPNV lebenden Dresdner
(300 m innerhalb/ 400 m außerhalb hochverdichteter Gebiete von
einer Bus- oder Straßenbahnhaltestelle bzw. 600 m von einer
S-Bahnhaltestelle) nimmt nach leichtem Absinken bis 2005, be-

gründet durch Wegzug aus erschlossenen Gebieten, nunmehr mit
leicht steigender Tendenz zu. Der im Stadtentwicklungsbericht 2009
formulierte Richtwert (RW) wird eingehalten.

ϭϬϬй

Einwohner im Einzugsbereich ÖPNV
ϵϬй

ecoTREND

ϴϬй

Zustand

Ü

ϳϬй



ϲϬй

Empfehlung:
Richtwert erfüllt; weitere Maßnahmen
insb. zur Erhöhung des Modal
Split-Anteil des ÖPNV notwendig,
z. B. a rak ve Verbindung

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ϰϬй

ϯϬй

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ϭϬй

Ϭй
ϭϵϵϵ

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ϮϬϬϭ

ϮϬϬϮ

ϮϬϬϯ

ϮϬϬϰ

ϮϬϬϱ

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ŶnjĂŚůĚĞƌŝŶǁŽŚŶĞƌŝŶWƌŽnjĞŶƚŝŶŶĞƌŚĂůďĚĞƐPWEs ͲŝŶnjƵŐƐďĞƌĞŝĐŚĞƐ

Abb. 2.1.20: ÖPNV-Erreichbarkeit (Quelle: Statistisches Informationssystem LHDD)

18

ϮϬϭϭ

ϮϬϭϮ

ϮϬϭϯ

Zt

■ Gesamtanzahl der Altlasten
Der dargestellte Indikator vereinigt die bisher einzeln ausgewiesenen Indikatoren Altablagerungen sowie Altlasten. Altablagerungen gefährden den Boden und das Grundwasser. Die erfassten
Verdachtsflächen müssen bewertet, gesichert bzw. saniert werden.
Die dafür verfügbaren Haushaltsmi el müssen entsprechend den
ermi elten Prioritäten eingesetzt werden, um eine Revitalisierung
der betroffenen Flächen zu ermöglichen.

Altstandorte können o mals im Zuge von Baumaßnahmen
durch private Bauherren oder im Rahmen von Altlastenfreistellungsverfahren nach Umweltrahmengesetz mit fi nanzieller Unterstützung
durch den Freistaat Sachsen besei gt werden.

ϮϮϬϬ

Gesamtanzahl der Altlasten

ϮϬϬϬ

ecoTREND

ϭϴϬϬ

ϭϲϬϬ

Zustand

Þ



ϭϰϬϬ

Empfehlung:
weitere Untersuchungen notwendig

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ϭϬϬϬ

ϴϬϬ

ϲϬϬ

ϰϬϬ

ϮϬϬ

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ϮϬϭϮ

ϮϬϭϯ

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Abb. 2.1.21: Gesamtanzahl der Altlasten (Quelle: Sächsisches Altlastenkataster)

■ Flächen in rechtswirksamen Überschwemmungsgebieten
Die baulich genutzten Flächen in Überschwemmungsgebieten
(Wohnen, Gewerbe) besitzen ein hohes Gefährdungspotenzial. Für
das Jahr 2002 ist die tatsächlich überschwemmte Fläche dargestellt.
Durch Verbau- und präven ve Schutzmaßnahmen werden kün ig
die betroffenen Flächen verringert werden. Der damit verbundene
Verlust an Reten onsraum ist jedoch auszugleichen. Der Aussagegehalt des Indikators wird insofern in Frage gestellt, vor allem weil die
Ausfälle technischer Schutzeinrichtungen oder ein Überschreiten

des angenommenen Höchststandes der Gewässer unberücksichgt bleiben. Damit ist weder zur tatsächlichen Hochwassergefährdung noch zu den Auswirkungen des Hochwasserschutzes auf Natur
und Landscha eine substanzielle Aussage möglich, sodass keine
Bewertung erfolgen kann. Aktuelle Daten zu rechtswirksamen Überschwemmungsgebieten liegen derzeit nicht vor bzw. sind kaum mit
den Darstellungen der Vorjahre vergleichbar.

ϰ͘ϬϬϬ

Flächen in rechtswirksamen
Überschwemmungsgebieten

ϯ͘ϱϬϬ

ecoTREND

ϯ͘ϬϬϬ

Zustand

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Ϯϱϵϳ͕ϱ
Ϯϱϯϳ͕ϵ

Ϯ͘ϬϬϬ

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ϮϮϭϯ͕ϲ

ϯϰϲ͕ϭ

ϯϰϲ͕ϭ

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ϭ͘ϱϬϬ

ϭ͘ϬϬϬ

ϱϬϬ

ϭϳϭ͕Ϭ

ϴϲϳ͕ϲ

ϭϯϱ͕ϲ

ϴϬϰ͕ϱ

Empfehlung:
unzureichende Aussagefähigkeit;
Indikator soll kün ig durch Darstellung
der Schadenserwartungswerte ersetzt
werden

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ϮϬϬϮ

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ϮϬϬϴ
^ŽŶƐƚŝŐĞ

Abb. 2.1.22: Flächen in rechtswirksamen Überschwemmungsgebieten (Quelle: Umweltamt LHDD)

19

■ Erneuerbare Energien – Photovoltaik
Im dicht besiedelten Stadtgebiet ist Photovoltaik auf Bauwerken
besonders geeignet, einen relevanten Beitrag zur Stromerzeugung
zu leisten. Die Dynamik des Ausbaus erneuerbarer Energien muss
im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes weiter fortgeführt
werden. Gebäudedächer und Lärmschutzwände bieten dafür das
erforderliche Potenzial ohne zusätzliche Inanspruchnahme von Freiflächen. Neben der Photovoltaik sind in Dresden im selben Zeitraum

(ab 2002) laut den Veröffentlichungen zum EEG des Netzbetreibers
„50 Hertz“ weitere regenera ve Energiequellen errichtet worden:
Wasserkra 300 kW sowie Biomasse 14 700 kW (ohne Biogasnutzung Kläranlage Kaditz). Während Photovoltaikanlagen jährlich nur
800 Volllaststunden aufweisen, ist es bei der Biomasse das Zehnfache. Die Photovoltaik nimmt dadurch bei der regenera ven Energiegewinnung in Dresden eher eine untergeordnete Rolle ein.

Ϯϭ͘ϬϬϬ

Erneuerbare Energien – Photovoltaik

ϮϬ͘ϬϬϬ
ϭϵ͘ϬϬϬ
ϭϴ͘ϬϬϬ

ecoTREND

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Zustand

ϭϲ͘ϬϬϬ

Ü

ϭϱ͘ϬϬϬ



ϭϰ͘ϬϬϬ
ϭϯ͘ϬϬϬ

Empfehlung:
keine Differenzierung zwischen
Photovoltaikanlagen auf Dächern
und auf Freiflächen;
zunehmende Eigennutzung von Solarstrom entzieht sich der Erhebung;
Indikator ersetzen

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ϭϭ͘ϬϬϬ
ϭϬ͘ϬϬϬ

ϵ͘ϬϬϬ
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ϭ͘ϬϬϬ
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ϭϵϵϮ ϭϵϵϯ ϭϵϵϰ ϭϵϵϱ ϭϵϵϲ ϭϵϵϳ ϭϵϵϴ ϭϵϵϵ ϮϬϬϬ ϮϬϬϭ ϮϬϬϮ ϮϬϬϯ ϮϬϬϰ ϮϬϬϱ ϮϬϬϲ ϮϬϬϳ ϮϬϬϴ ϮϬϬϵ ϮϬϭϬ ϮϬϭϭ ϮϬϭϮ ϮϬϭϯ

/ŶƐƚĂůůŝĞƌƚĞWŚŽƚŽǀŽůƚĂŝŬůĞŝƐƚƵŶŐŝŶŬtƉ

:Ƶůŝ
ϮϬϭϰ

Abb. 2.1.23: Erneuerbare Energien – Photovoltaik (Quelle: 50 Hertz, eigene Berechnungen)

2.2 Landscha splan Dresden
Die kompakte Stadt im ökologischen Netz
2.2.1 Ein neuer Landscha splan
Im September 1991 beau ragte der damalige Stadtrat die Verwaltung, einen Landscha splan für Dresden auszuarbeiten. Die Bestandserhebung (Teil I) für diesen ersten Landscha splan beschloss
der Stadtrat 1996. Ein Jahr später folgte der Beschluss des Planungsteils (Teil II).
Seitdem ist Dresden gewachsen, mehrere Gemeinden traten
dem Stadtgebiet bei, Fläche und Gebietsstruktur der Stadt veränderten sich. Für einige der neuen Flächen gibt es keinen gül gen
Landscha splan. Außerdem verändern sich die Umwelt und insbesondere das Klima. Auch demografi sche Entwicklung, globalisierte
Wirtscha , Ressourcenverknappung und neue Bedingungen in der
städtebaulichen Entwicklung beeinflussen das städ sche Ökosystem.
Vor diesem Hintergrund müssen die Ziele des ursprünglichen Landscha splanes neu bewertet und angepasst werden.
Zeitgleich wird ein neuer Flächennutzungsplan für die Stadt
Dresden erarbeitet, der Inhalte des Landscha splanes berücksichgen soll.
Nun hat die Stadtverwaltung den Entwurf eines neuen Landscha splanes vorgelegt, der das strategische Leitbild der „kompakten
Stadt im ökologischen Netz” verfolgt. Das Dokument soll neben dem
ebenfalls neu gefassten Flächennutzungsplan Leitlinie für die Freiraumentwicklung Dresdens in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten
sein. Bevor das Dokument vom Stadtrat bestä gt wird, soll es öffentlich disku ert und Anregungen eingearbeitet werden können.

20

2.2.2 Aufgaben und Inhalte des Landscha splanes
Die Aufgaben und Inhalte des Landscha splanes leiten sich aus
den Gesetzen des Bundes und des Freistaates Sachsen zum Naturschutz und zur Umweltprüfung ab. Als flächendeckendes Gesamtkonzept gibt er Leitlinien für Schutz, Pflege und Entwicklung der
natürlichen Lebensgrundlagen und der Landscha sowohl für den
besiedelten als auch für den unbesiedelten Stadtraum vor. Er ist
gleichzei g:
■ Fachplan des Naturschutzes
Der Landscha splan stellt die örtlich konkre sierten Ziele von Naturschutz und Landscha spflege und die für ihre Verwirklichung erforderlichen Maßnahmen, als Grundlage vorsorgenden Handelns, in
Text und Karten dar. Dabei beachtet er die Ziele des Landesentwicklungsplanes des Freistaates Sachsen und des Regionalplanes der
Planungsregion Oberes Elbtal/Osterzgebirge.
Als eigenständiges Fachkonzept des Naturschutzes und der
Landscha spflege ist er nicht mit anderen Nutzungsansprüchen
abges mmt.
In Planungen und Verwaltungsverfahren, deren Entscheidungen sich auf Natur und Landscha im Planungsraum auswirken
können, sind seine Inhalte zu berücksich gen, jedoch nicht bindend.

Analyse der Schutzgüter

➡

Fachleitbilder

➡

Sektorale Zielkonzepte für:
Boden, Wasser, Stadtklima, Arten/Biotope, Landscha sbild/Erholung

Strategisches Leitbild

➡

Integriertes Zielkonzept:
Dresden – die kompakte Stadt im ökologischen Netz (langfris ge Strategie)

Entwicklungs- und
Maßnahmenkonzept

➡

Konzept zur Umsetzung der Ziele:
Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept (in einem Zeitraum von ca. 15 Jahren analog FNP)

Bestand/Bewertung der Schutzgüter:
Boden, Wasser, Stadtklima, Arten/Biotope, Landscha sbild/Erholung,
Mensch/menschliche Gesundheit, Kultur- und sons ge Sachgüter

Abb. 2.2.1: Inhalte des Landschaftsplan-Entwurfes

■ Ökologische Grundlage der Bauleitplanung
Der Landscha splan bildet eine wich ge Grundlage für die Erstellung des Flächennutzungsplanes. Bei der Aufstellung von Bebauungsplänen ist er ebenso zu berücksich gen. Er unterstützt neue
und umweltverträgliche Entwicklungen in der Stadt, indem er die
Abs mmung von wirtscha lichen und baulichen Anforderungen mit
der Entwicklung von Natur und Landscha ermöglicht.

■ Grundlage für Ausgleichsmaßnahmen
Der Landscha splan bildet die unterschiedlichen ökologischen
Wer gkeiten und Empfi ndlichkeiten von Natur und Landscha
auch im städ schen Raum ab. Damit erlaubt er eine Beurteilung,
ob geplante Eingriffe in Natur und Landscha , z. B. durch Baumaßnahmen, erheblich sind.
Er zeigt Flächen und Maßnahmen, die in der Bauleitplanung
oder bei konkreten Vorhaben für Ausgleichs- bzw. Ersatzmaßnahmen geeignet sind.

■ Grundlage und Maßstab der Umweltverträglichkeitsprüfung
Der Landscha splan ist eine wich ge Grundlage für die Umweltprüfung des Flächennutzungsplanes sowie für die Umweltprüfung von
anderen Planungen und Verwaltungsverfahren in Dresden.
Er dient der Stärkung des Bewusstseins für die Umwelt in der
Öffentlichkeit. Die Inhalte des Dresdner Landscha splanes sind in
Abbildung 2.2.1 dargestellt.

Um die in den Plänen dargestellten Ziele und Maßnahmen verstehen
zu können, sind die Beschreibungen im Erläuterungstext unverzichtbar.

2.2.4 Das strategische Leitbild „Dresden
ökologischen Netz”

die kompakte Stadt im

Ressourcene zienz und Klimaschutz erfordern Siedlungsstrukturen,
die sich durch urbane Dichte auszeichnen. Nur solche Strukturen
ermöglichen u. a. wirtscha lichen Nahverkehr, Fernwärme und
e ziente Ver- und Entsorgung. Gleichzei g muss eine weitere Zersiedelung des Außenbereiches verhindert werden, um diese Räume
für die Produk on von Nahrungs- und Energiepflanzen, als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt und als Erholungsraum zu
erhalten.
Andererseits ist es erforderlich, dass die notwendigen Räume
in der Stadt für den mikroklima schen Ausgleich, die Erholung,
die Versickerung und den Abfluss von Niederschlagswasser sowie
für das Überleben der Tier- und Pflanzenwelt bereit stehen.
Diese Ansprüche sprechen gegen eine weitere Verdichtung in der
Stadt.
Die zunehmende Überwärmung und die Tendenz zu Starkniederschlägen mit hohen Abflussspitzen infolge des fortschreitenden
Klimawandels (S. Kapitel 5.1) verstärkt die Bedeutung solcher Freiräume noch.

2.2.3 Gliederung des Landscha splanes
Der Entwurf des neuen Landscha splanes gliedert sich in die
Analyse des jetzigen Zustands und in den Planungsteil. Eine ausführliche Beschreibung wird durch 14 Anlagen mit Karten und weiteren
Unterlagen im Anhang ergänzt.
Im Analyseteil wird der Umweltzustand für die Schutzgüter
Boden, Wasser, Stadtklima, Arten und Biotope, Landscha sbild,
Mensch, Kulturgüter und sons ge Sachgüter beschrieben und
bewertet. Defi zite und Beeinträch gungen werden benannt.
Die Schwerpunkte des Planungsteiles sind das strategische
Leitbild und das Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept. Grundlage dafür bilden die fünf Fachleitbilder (für die Schutzgüter Boden,
Wasser, Stadtklima, Arten und Biotope, Landscha sbild/Erholung)
im Anhang (Teil D).

21

■ Die Vision
Die angepasste Stadt muss versuchen, diese konträren Ansätze zu
vereinen. Um dies zu erreichen, hat die Stadt Dresden den raumstrukturellen Ansatz „Dresden die kompakte Stadt im ökologischen
Netz” entwickelt (siehe Abbildung 2.2.2). Dieses strategische Leitbild des Landscha splanes geht als langfris ges Zielkonzept grundsätzlich konform mit dem Leitbild der Stadtentwicklung, wie es im
Räumlichen Leitbild des Dresdner Stadtumbaus und im Integrierten
Stadtentwicklungskonzept (INSEK) niedergelegt ist. Es soll helfen, die
Lebensqualität sowie naturräumliche Werte und Potenziale insbesondere die natürlichen Ressourcen in der Stadt langfris g angemessen zu erhalten und zu nutzen.
■ Der Planungsansatz
Der Ansatz geht von der polyzentrischen Struktur Dresdens aus,
die durch das historische Zusammenwachsen vieler einzelner Dörfer entstanden ist. Die ursprünglichen Siedlungsstrukturen sind
heute noch im Stadtbild ablesbar. Im Zuge der weiteren baulichen
Entwicklung der Stadt werden die bebauten Bereiche so nachverdichtet, dass sie über eine ausreichende Nutzungsdichte
verfügen.
Die Dichte der bebauten Bereiche (Zellen) ist abgestu , von
innen stark verdichteten Zellen zu weniger dichten nach außen. Eine
weitgehende Verdichtung der gesamten Siedlungsfläche würde zu
einem Wirkungsverlust ökologischer Funk onen führen (z. B. für
die Kaltlu versorgung, als Erholungsfläche, für Niederschlagswasserversickerung und Hochwasserableitung) und die Stadt verletz-

Abb. 2.2.2: Strategisches Leitbild des Landschaftsplan-Entwurfes
„Dresden – die kompakte Stadt im ökologischen Netz”

22

barer machen. Durch die Auswirkungen des Klimawandels kann dies
noch verstärkt werden. Zwischen diesen kompakten Strukturen sind
bandförmige Freiraumstrukturen zu sichern oder zu entwickeln, in
denen die verdichteten Siedlungs- und Gewerbebereiche wie in ein
Netz eingebe et sind.
Das Grundgerüst bilden die Flüsse und Bäche Dresdens mit
einer Länge von mehr als 400 Kilometern. Diese linienar gen Strukturen haben in der Regel auch wich ge Funk onen für den Artenund Biotopschutz und sie nehmen der Erholung dienende Wegebeziehungen auf. Außerdem dienen sie als Lu leitbahn der Kalt- und
Frischlu zufuhr und tragen so zur Verbesserung der lokalklimaschen Situa on in der Stadt bei. Schließlich sind sie wesentliche
Elemente des Landscha sbildes.
Ergänzt werden diese naturräumlich geprägten Strukturen zu
denen auch die großen Waldflächen und die weiten Elbwiesen
gehören durch Grünachsen innerhalb des Siedlungsraumes in
Form von miteinander verbundenen Parks und Grünflächen, begrünten Freiflächen und Gehölzbeständen.
Der Landscha splan-Entwurf hat sich zum Ziel gesetzt, diese
Netzstrukturen zu entwickeln und ihre mul funk onale Wirksamkeit
zu unterstützen.
Das Netz und die Zellen dürfen nicht getrennt voneinander
betrachtet werden. Die Zellen kompakter Stadtstrukturen profi eren in hohem Maße von den ökologischen Leistungen des Netzes,
wie z. B. beim Lokalklima, der Erholung oder auch dem Wasserhaushalt. Jedoch muss auch in den Zellstrukturen ein Mindestmaß an
ökologischer Funk onalität vorgehalten werden.

2.2.5 Das Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept
Das Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept (EMK) beschreibt
flächenkonkrete Maßnahmen und Handlungsanforderungen, mit
denen die Ziele aus dem strategischen Leitbild umgesetzt werden
können. Dieser Plan soll für die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre
gelten, ebenso wie der Flächennutzungsplan.
Bei der Erarbeitung von Bauleitplänen (Flächennutzungsplan
und Bebauungspläne) und anderen Fachplänen (z. B. Verkehrsentwicklungskonzept, Hochwasserschutzkonzepte) und bei der Planung
bes mmter Einzelvorhaben (z. B. Straßenbauvorhaben, Gewässerbaumaßnahmen, Einzelbauvorhaben im Außenbereich) ist das
Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept als eine wich ge Beurteilungs- und Abwägungsgrundlage zu berücksich gen.
Planungsrechtlich verbindlich werden die Inhalte des Konzeptes
erst, wenn sie in andere Planungen übernommen werden, z. B. im
Rahmen der Bauleitplanung, der Grünordnung oder als Ausgleichsbzw. Ersatzmaßnahmen. Doch auch unabhängig von Planungen und
Bauvorhaben kann eine Vielzahl der im Landscha splan angeregten

Maßnahmen umgesetzt werden. Möglich ist dies z. B. im Handlungsbereich der Naturschutzbehörden, vor allem in Form von Landscha spflege- und speziellen Artenschutzmaßnahmen. Außerdem
können die Dresdnerinnen und Dresdner im Rahmen der Ak vitäten
von Verbänden (Naturschutz-, Heimatschutz-, Kleingartenverbände
usw.) und als private Flächennutzer und -bewirtscha er mitwirken.
In jedem Fall müssen jedoch die Flächeneigentümer einverstanden und koopera onsbereit sein. So kann die Stadt einerseits die
betreffenden Flächen ankaufen, andererseits besteht die Möglichkeit, Pacht-, Bewirtscha ungs- oder Pflegeverträge abzuschließen.
Auch der poli sche Wille und die fi nanziellen Möglichkeiten der
Kommune beeinflussen die Umsetzung.
Das Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept des Landscha splan-Entwurfes besteht aus einem Plan im Maßstab 1 : 10 000 (siehe
Abbildung 2.2.3). Dieser stellt die Planungsziele flächig dar. Daneben
gehört zu diesem Konzept ein Tex eil mit umfangreichen Erläuterungen zu den im Plan dargestellten Themen. Die Planinhalte gliedern sich in Flächenkategorien, Maßnahmetypen, Sorgfaltsbereiche
und Schutzbereiche nach Fachrecht.

Abb. 2.2.3: Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept des
Landschaftsplan-Entwurfes (verkleinert; Originalmaßstab 1 : 10 000)

23

2.2.6 Strategische Umweltprüfung zum Landscha splan
Flächenkategorien
+
Maßnahmetypen
– Schutz-/Erhaltungsmaßnahmen
– Entwicklungs-/Sanierungsmaßnahmen
+
Schutzbereiche nach Fachrecht
und Sorgfaltsbereiche
=
Entwicklungs- und
Maßnahmekonzept
(Gesamtplan)

Abb. 2.2.4: Aufbau des Entwicklungs- und Maßnahmenkonzeptes

Die Planinhalte liegen als Ebenen übereinander (siehe Abbildung 2.2.4). Auf der ersten Ebene werden die Flächenkategorien
dargestellt. Das sind stadtweit flächendeckende Grundinforma onen. Sie zeigen an, welche Nutzung bzw. Funk on der Landscha splan für bes mmte Flächen anstrebt, z. B. die Nutzung als Grün- und
Erholungsfläche.
Über den Flächen liegen Signaturen (z. B. Schraffuren oder
Linien), welche Maßnahmetypen kennzeichnen. Entsprechend
markierte Flächen sollen verändert oder anders genutzt werden, um
die Ziele des Landscha splanes zu erreichen. Hier liegt der Schwerpunkt in der Entwicklungs- oder Sanierungsop on, z. B. Aufforstung.
Andererseits kann es bes mmte Gründe geben, die Flächen wie
bisher zu nutzen. Hier liegt der Fokus auf der Schutz- und Erhaltungsfunk on, z. B. Erhalt und Aufwertung von Lebensräumen für
bodenbrütende Vogelarten.
Mit den überlagernden Signaturen der Schutzbereiche wird
gekennzeichnet, wo Vorgaben, Ziele und Grundsätze aus Schutzgebieten nach Naturschutz- und Wasserrecht zu beachten sind
(z. B. Landscha sschutzgebiete). Auch in Sorgfaltsbereichen sind
auf nachgeordneten Planungsebenen besondere Anforderungen
zu beachten (z. B. Lu leitbahnen, in welchen die Anordnung von
Gebäuden ausschlaggebend für deren Wirksamkeit sein kann). Alle
Ebenen ergeben gemeinsam die Inhalte des Entwicklungs- und
Maßnahmenkonzepts des Landscha splan-Entwurfes.

12
10
8

2
0

7

5
3

2
keine weitere Prüfung (Abschichtung in die Umweltprüfung
nachgeordneter Planungen)

keine weitere Prüfung (keine
Veränderung bestehender
Umweltverhältnisse bzw. Schutz
und Erhalt als Schwerpunkt)

keine weitere Prüfung (ausschließ- umweltverträglich unter Berücklich posi ve Umweltwirkungen
sich gung von Plananpassungen
zu erwarten)
und Minderungsmaßnahmen,
ggf. Monitoring

Abb. 2.2.5: Ergebnis der Strategischen Umweltprüfung des Landschaftsplan-Entwurfes

24

Methodik und Ergebnisse der Strategischen Umweltprüfung
(SUP)
Laut Gesetz sind Planinhalte zu prüfen, die konkret genug sind und
die der Landscha splan selbst zu verantworten hat. Geprü wurden
deshalb die Maßnahmetypen des Entwicklungs- und Maßnahmenkonzeptes (EMK).
Das EMK beinhaltet 27 Maßnahmetypen, die in unterschiedlicher Tiefe untersucht wurden (siehe Abbildung 2.2.5). Die Prüfung
bestä gte 22 Maßnahmetypen, dass sie umweltverträglich sind. Für
zwei Maßnahmetypen wurde aufgrund der im Landscha splan noch
nicht ausreichend konkreten Darstellung die abschließende Prüfung
in die nachgeordnete Planungsebene, d. h. die der Bebauungspläne
delegiert.
Bei drei Maßnahmetypen konnte nicht genau eingeschätzt
werden, welche Auswirkungen auf bes mmte Schutzgüter entstehen. Bis diese Fragen geklärt sind, können diese Maßnahmen deshalb in Teilräumen nur eingeschränkt umgesetzt werden.
■

10

Anzahl der Maßnahmetypen

6
4

Die Gesetze des Bundes und des Freistaates Sachsen zur Umweltverträglichkeitsprüfung bes mmen, dass Landscha spläne einer
Strategischen Umweltprüfung (SUP) unterzogen werden müssen.
Die SUP wird auch als „Umweltprüfung für Pläne und Programme”
bezeichnet. Sie dient dazu, die Umweltverträglichkeit der im
Landscha splan dargestellten Maßnahmen sicherzustellen. Zum
anderen soll sie eine größtmögliche Transparenz bei der Aufstellung
des Planes gewährleisten. Dafür werden die Ergebnisse der SUP in
einem Umweltbericht dokumen ert und die Öffentlichkeit beteiligt.
Es liegt im Wesen eines Landscha splanes, dass die Ziele und
Maßnahmen auf die Förderung eines guten Umweltzustandes
ausgerichtet sind. Dies schließt jedoch nicht aus, dass einige Ziele
bei der Entwicklung der verschiedenen Schutzgüter (z. B. Boden,
Wasser, Stadtklima usw.) miteinander konkurrieren können.
Durch die Strategische Umweltprüfung sollen diese Konflikte
iden fi ziert und frühzei g – beispielsweise durch Plananpassungen
oder Minderungsmaßnahmen – besei gt werden. Als Fachplan für
Natur und Landscha entspricht ein Landscha splan bereits weitgehend den im Gesetz geforderten Inhalten eines Umweltberichtes.
Um Dopplungen zu vermeiden, wurden deshalb der Erläuterungstext des Landscha splanes und der Umweltbericht in einem Dokument zusammengefasst. Das Ergebnis ist der Landscha splan-Entwurf mit integriertem Umweltbericht.

aufgrund von Kenntnisdefi ziten
Umweltkonflikte nicht mit
Sicherheit auszuschließen
(Maßnahmetyp nur bei
eingeschränkter Umsetzung
umweltverträglich)

In der Zusammenfassung führte die Umweltprüfung zu folgenden
Erkenntnissen:
■
■

■

■

Das Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept kann insgesamt
erheblich positive Umweltwirkungen erzielen.
Durch die umfangreichen umweltfördernden Maßnahmen sind
für alle Schutzgüter deutlich positive Umweltwirkungen zu
erwarten.
Durch die Einarbeitung der Plananpassungen und Minderungsmaßnahmen für eine umweltverträgliche Umsetzung (ggf.
unter Einbeziehung einer flankierenden Umweltüberwachung)
ist der Plan umweltverträglich.
Stellenweise überlagern sich mehrere Maßnahmen. Diese haben jedoch auch in ihrer Summe keine nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt.

2.2.7 Möglichkeiten der Beteiligung
In den Planungsprozess soll eine breite Öffentlichkeit einbezogen
werden. Denn der Landscha splan kann nur umgesetzt werden,
wenn sowohl die Verwaltung, Behörden, Planungsträger als auch
einzelne Dresdnerinnen und Dresdner, private Eigentümer und
Nutzer, Vereine und Ini a ven usw. mitwirken. Außerdem schreiben
die Gesetze über die Umweltverträglichkeitsprüfung eine Umweltprüfung und damit verbunden eine Öffentlichkeitsbeteiligung für die
Landscha splanung vor.
Deshalb wurde der Entwurf des Landscha splanes mit dem
integrierten Umweltbericht von Februar bis April 2015 für sechs
Wochen öffentlich ausgelegt. Während dieser Zeit gab es verschiedene Möglichkeiten, sich darüber zu informieren und Stellung zu
nehmen. Neben der öffentlichen Auslegung der Papierexemplare,
wurde die Planung im Internetau ri der Stadt veröffentlicht. Bei
verschiedenen Informa onsveranstaltungen stellte das Umweltamt die Inhalte des Planes vor, erläuterte diese und beantwortete
Fragen. Gleichzei g informierte die Stadt auch Behörden, deren
Aufgabenbereiche durch den Landscha splan berührt werden,

über den Entwurf des Planes und die Ergebnisse der strategischen
Umweltprüfung und forderte sie zur Stellungnahme auf.
Alle fristgemäß vorgebrachten Hinweise, Anregungen oder
Einwände werden sorgfäl g geprü und abgewogen. Nach
Abschluss des Verfahrens wird das Umweltamt informieren, wie die
abgegebenen Stellungnahmen bei der weiteren Planung berücksichgt wurden.

2.3. Stadtklima, Klimawandel, Klimaanpassung
2.3.1 Stadtklima
Anthropogene Faktoren wie Bebauung, Versiegelung, Emissionen
und Abwärme bewirken ein gegenüber dem unbebauten Umland
modifi ziertes Klima, das Stadtklima. Diese Veränderungen der
natürlichen Verhältnisse führen zu geänderten meteorologischen
Parametern, die die Aufenthalts- und Lebensqualität in einer Stadt
beeinflussen. Erhöhte Durchschni s- und Maximaltemperaturen,
eine geringere Lu feuch gkeit, niedrigere durchschni liche Windgeschwindigkeiten, aber auch erhöhte Böigkeit in Straßenschluchten
sowie höhere Schadsto onzentra onen sind die Folge.
Mit zunehmender Nähe zum dichtbebauten Stadtzentrum
nehmen Monats- und Jahresmi eltemperaturen um 1 bis 2 Kelvin
zu im Vergleich zu den umliegenden und nur locker bebauten Hochflächen (siehe Abbildung 2.3.1.1). Entscheidenden Einfluss auf die
gemessene Lu temperatur hat die unmi elbare Umgebung: u. a.
die Bebauungsstruktur und der Vegeta onsanteil.
Besonders an Tagen mit hoher Sonneneinstrahlung und
geringen Windgeschwindigkeiten, wie es o mals bei Hochdruckwetterlagen im Sommer der Fall ist, führen urbane Effekte zu Überwärmung in den städ schen Strukturen. Dies kann zu bioklima schen
Belastungssitua onen in unbescha eten Freiräumen zwischen den
Bauwerken oder auf Stadtplätzen, aber auch in (nicht ausreichend
isolierten) Gebäuden führen.

ϰϭ
ϯϴ

Temerpatur in °C

ϯϱ
ϯϮ
Ϯϵ
Ϯϲ
Ϯϯ
ϮϬ

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Ͳ<ůŽƚnjƐĐŚĞ

Ͳ,ŽƐƚĞƌǁŝƚnj


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ϭϲ͗ϬϬ

ϭϮ͗ϬϬ

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ϭϲ͗ϬϬ

ϭϮ͗ϬϬ

Ϭϴ͗ϬϬ

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ϮϬ͗ϬϬ

ϭϲ͗ϬϬ

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Ϭϰ͗ϬϬ

ϭϰ

ϬϬ͗ϬϬ

ϭϳ

Ͳ^ƚƌĞŚůĞŶ

Abb. 2.3.1.2: Tagesgang der Lufttemperatur gemessen an Dresdner Messstationen (19.08. bis 21.08.2012) (Quelle: DWD, LHD)

25

derung des nächtlichen Überwärmungseffekts als auch für eine
Verdünnung der mit Schadstoffen angereicherten Stadtlu .

Diagramm 2.3.1.2 zeigt den Tagesgang der Lu temperatur in einer
Hitzeperiode im August 2012 gemessen an verschiedenen Sta onen im Stadtgebiet. Die höchsten Temperaturmaxima werden an
der Sta on Botanischer Garten registriert. Obwohl die Messstelle
durch einen sehr hohen Grünanteil geprägt ist, herrscht hier bereits
ein hohes thermisches Hintergrundniveau aufgrund der Nähe zum
Stadtzentrum und den schlechteren Durchlü ungsverhältnissen im
Vergleich zu den Elbauen oder den Hochflächen. Es ergibt sich eine
Temperaturdifferenz bis zu 5 Grad zwischen der Innenstadt und dem
Stadtrand bzw. den Hochflächen, die bis in die Abendstunden anhält.
Mit einsetzender Kaltlu entstehung auf den Elbwiesen und auf den
Grün- und Freiflächen nach Sonnenuntergang sowie Herabfließen
der Kaltlu von den Hängen ins Elbtal kehrt sich die Temperaturdifferenz um: insbesondere in Hosterwitz, aber auch im Botanischen
Garten kühlt es stärker ab (bis zu 4 Grad) als in Dresden-Klotzsche.
Für die Schlafqualität in den Sommermonaten ist diese Frisch- und
Kaltlu zufuhr von großer Bedeutung.
Tri eine solche Temperaturumkehr auf, also dass die Lu temperatur nicht wie normalerweise mit der Höhe abnimmt,
sondern steigt, so spricht man von einer Inversion. Die Temperaturen im Talkessel liegen unter denen der Randhöhen (Dresden
Klotzsche). Es handelt sich um eine sehr stabile Schichtung in der
kaum ein ver kaler Lu austausch sta indet. Kurz nach Sonnenaufgang löst sich die Inversion auf, da sich das Elbtal und die Stadtstrukturen schneller und stärker erwärmen als die Hochflächen. In der
kalten Jahreszeit können solche Strahlungsinversionen bei Hochdruckwe erlagen mit geringen Windgeschwindigkeiten mehrere
Tage andauern. Dies kann zu erheblichen lu hygienischen Problemen führen, da sich die Stadtlu mit Schadstoffen anreichert und
kaum eine Durchmischung mit Frischlu sta indet (vgl. Kapitel 6.1
Lu reinhaltung).
Für das Dresdner Stadtklima sind also der Elbtalwind sowie die
Zuflüsse von Kalt- und Frischlu , die auf den unbebauten Hochflächen produziert werden, entscheidend für die bioklima sche und
lu hygienische Situa on. Über Quer- und Seitentäler gelangt diese
Frisch- und Kaltlu ins Stadtgebiet und sorgt sowohl für eine Abmil-

■ Meteorologische Besonderheiten 2011, 2012, 2013 und 2014
In den vergangenen vier Jahren wurde jeweils mindestens ein herausragendes meteorologisches Ereignis registriert:
Im Jahr 2011 waren es überdurchschni lich langanhaltende
Regenfälle, die in der zweiten Jahreshäl e zu einem Grundhochwasser führten (siehe Kapitel 5.3 Grundwasser). Nach einem überdurchschni lich trockenen und warmen Frühling folgte ein sehr
unbeständiger Sommer. Tiefdruckgebiete brachten enorm viel
Niederschlag, so dass 160 Prozent des sommerlichen Regensolls
fi elen. In Folge s eg der Grundwasserspiegel extrem an. Da sich
das folgende Jahr eher durch ein Niederschlagsdefi zit auszeichnete,
konnte sich der Grundwasserspiegel allmählich wieder normalisieren.
Ein Temperaturrekord wurde 2012 für die Dresdner Sta onen
gemessen. Bereits der Beginn der Vegeta onsperiode fi el viel zu
trocken und zu warm aus. Während des Jahres wurden 50 Prozent
mehr Hitzetage gemessen. Der 20. August 2012 war der heißeste
Tag des Jahres, an dem in Dresden-Klotzsche die seit Aufzeichnungsbeginn höchste Temperatur von 37,3 °C gemessen wurde.
Im Elbtal s egen die Temperaturen an der Sta on Dresden-Hosterwitz auf 39,8 °C und in Dresden-Strehlen auf 39,6 °C. Dies waren
deutschlandweit die höchsten registrierten Temperaturen.
Bei Betrachtung der meteorologischen Kenngrößen (siehe Tabelle 2.3.1.1) erscheint das Jahr 2013 eher durchschni lich gewesen
zu sein. Jedoch bot es aus meteorologischer Sicht außerordentlich
viel Abwechslung: Noch nie war ein Winter und Frühlingsanfang so
trist und trüb. Hinzu kam ein sehr kalter März, der kälteste seit 1961.
Dafür wurden in einem eher trockenen und sonnigen Sommer drei
markante Hitzewellen registriert. Prägend für das Jahr 2013 waren
jedoch die intensiven Stauniederschläge am Erzgebirge im Mai/Juni,
die den Elbpegel in Dresden rasch ans egen ließen und zu einem
gravierenden Hochwasser führten (siehe Kapitel 5.6.1 Hochwasserereignisse).

Jahresmi el

2011

2012

2013

2014

1961–1990

Lu temperatur [°C]

10,1

9,6

9,0

10,9

8,9

Niederschlagssumme [mm]

679

583

741

596

668

Anzahl Sommertage (TMax 25 °C)

43

38

37

37

37,7

Anzahl Heiße Tage (TMax 30 °C)

2

10

8

5

6,7

Anzahl Tropennächte (TMin 20 °C)

0

2

2

0

0,4

Anzahl Fros age (TMin < 0 °C)

80

73

99

40

82

Anzahl Eistage (TMax < 0 °C)

18

27

40

14

28

Tab. 2.3.1.1 Ausgewählte meteorologische Kenngrößen gemessen an der Station Dresden-Klotzsche (Quelle: DWD)

26

Die globale Erwärmung ist eine Tatsache (IPPC 5th Assessment
Report, 2014). Sie führt mancherorts zu starken Temperaturerhöhungen, kann aber auch eine Abkühlung an anderen Orten hervorrufen, bedingt durch veränderte Zirkula onsmuster. Es ist davon
auszugehen, dass die Variabilität der meteorologischen Parameter,
wie z. B. Niederschlagsverhalten, Minima- und Maximatemperaturen, zukün ig zunehmen wird.
Der globale Temperaturans eg zeigt sich auch in den Messungen
in Dresden. In den vergangenen 24 Jahren lag die Jahresmi eltemperatur lediglich in zwei Jahren (2010 und 1996) unter dem Klimareferenzwert (Mi elwert der Jahre 1961 bis 90) (siehe Abbildung
2.3.2.1).
Abbildungen 2.3.2.2 und 2.3.2.3 zeigen, wie sich die Temperaturen und Niederschlagssummen innerhalb der Jahreszeiten
verändert haben. Dargestellt sind Klimami elwerte, d. h. gleitende
30-Jahresmi elwerte ab 1946. In allen Jahreszeiten hat eine deutliche Erwärmung sta gefunden. Der stärkste Temperaturans eg
erfolgte im Frühling. Die Herbstmonate zeigen die geringste Veränderung hinsichtlich Änderungen in der Lu temperatur.
Im Zeitraum 1946 bis 2014 variiert das Niederschlagsverhalten
weit stärker über die Jahreszeiten als das der Temperaturen. Allgemein sind die Differenzen eher gering. Sowohl die Winter- als
auch die Frühlingsmonate weisen auf eine Niederschlagsabnahme
seit den 90er Jahren hin. Dafür nehmen seit den 80er Jahren die
Niederschlagssummen im Sommer leicht zu. In den Herbstmonaten zeigt der Klimatrend eine Niederschlagsabnahme bis in die
70er Jahre. Seit den 80er Jahren bleiben die Regenmengen annähernd konstant.
Klimaänderungen treten in den registrierten Temperaturen
in Dresden also deutlich hervor. Die Klimaprojek onen geben für
Sachsen einen mi leren Temperaturans eg von etwa 2 bis 3 Grad
bis 2100 gegenüber der Referenzperiode 1981 bis 2000 an. Der
Großteil der Menschen lebt in Ballungsräumen, die schon heute
durch urbane Effekte z. T. stark überwärmte Stad eile aufweisen.
Der Klimawandel wird diese Problema k in Zukun verstärken.
Um die Lebensqualität in Städten zu sichern, bedarf es einer
vorrausschauenden Stadtplanung. So gilt es u. a., die Entwicklung von Hitzeinseln zu vermeiden, klima sche Ausgleichsräume für
den Stadtbewohner zu schaffen und das Wassermanagement anzupassen.

ϭϬϬ
ϱϬ
Ϭ
ϮϬϭϭ

ϮϬϭϮ

ϮϬϭϯ

ϮϬϭϰ

ͲϱϬ
ͲϭϬϬ
tŝŶƚĞƌ

&ƌƺŚůŝŶŐ

^ŽŵŵĞƌ

,ĞƌďƐƚ

Abb. 2.3.1.4: Saisonale Niederschlagsanomalien für die unterschiedlichen Jahre
in Bezug auf die Klimareferenzperiode 1961 bis 1990 gemessen in DD-Klotzsche
(Datenquelle: DWD)

ϯ
Ϯ
ϭ
Ϭ
ϮϬϭϭ

ϮϬϭϮ

ϮϬϭϯ

ϮϬϭϰ

Ͳϭ
ͲϮ
tŝŶƚĞƌ

&ƌƺŚůŝŶŐ

^ŽŵŵĞƌ

,ĞƌďƐƚ

Abb. 2.3.1.3: Saisonale Temperaturanomalien für die Jahre 2011 bis 2014
in Bezug auf die Klimareferenzperiode 1961bis 1990 gemessen in DD-Klotzsche
(Datenquelle: DWD)

Abbildung 2.3.1.3 zeigt deutlich, warum das Jahr 2014 zu einem
Rekordjahr wurde. Alle vier Jahreszeiten waren erheblich zu warm.
Es gab zwar Jahre mit noch wärmeren Wintern, noch wärmeren
Frühling usw., aber das alle vier Jahreszeiten in Folge so deutliche
posi ve Anomalien im Vergleich zur Klimareferenzperiode 1961 bis
1990 aufzeigten, ist sehr ungewöhnlich. Dementsprechend wurde
2014 Dresdens höchste je gemessene Jahresmi eltemperatur von
10,9 °C gemessen.

ϭϮ

10,4

10,2
8,9

9,4

9,2

9,0

9,0

9,5

10,6

10,5
10,1
9,8 9,7
9,9
9,1
9,5
9,3 9,3

10,9
9,6

9,0

ϲ
ϰ

Abb. 2.3.2.1: Jahresmitteltemperaturen von Dresden-Klotzsche (Quelle: DWD)

ϮϬϭϰ

ϮϬϭϯ

ϮϬϭϮ

ϮϬϬϵ

ϮϬϬϴ

ϮϬϬϳ

ϮϬϬϲ

ϮϬϬϱ

ϮϬϬϰ

ϮϬϬϯ

ϮϬϬϮ

ϮϬϬϭ

ϮϬϬϬ

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ϭϵϵϴ

ϭϵϵϳ

ϭϵϵϲ

ϭϵϵϱ

ϭϵϵϰ

ϭϵϵϯ

ϭϵϵϮ

Ϭ

ϭϵϵϭ

Ϯ

ϭϵϲϭďŝƐϭϵϵϬ


Temperatur in °C

7,2

ϴ

10,1
8,2



ϭϬ

9,9

ϮϬϭϭ


Temerpaturabweichung in Kelvin

ϰ

ϮϬϭϬ


Abweichung der Niederschlagssumme in mm

2.3.2 Klimawandel
ϭϱϬ


27

Die Entwicklung und Erprobung solcher Anpassungsmaßnahmen
an die Folgen des Klimawandels ist Aufgabe verschiedener vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekte.

Was Dresden hinsichtlich dieses Themas geleistet hat (Regionales
Klimaanpassungsprogramm REGKLAM) und leistet, ist im nachfolgenden Kapitel aufgeführt.

Abb. 2.3.2.2: Entwicklung der Lufttemperaturen im Klimatrend (30 Jahresmittel) für die Jahreszeiten Winter (Blau), Frühling (Grün), Sommer (Rot) und Herbst (Gelb) gemessen an
der Station Dresden-Klotzsche (Datenquelle: DWD)

Abb. 2.3.2.3: Entwicklung der Niederschlagssummen im Klimatrend (30Jahresmittel) für die Jahreszeiten Winter (Blau), Frühling (Grün), Sommer (Rot) und Herbst (Gelb) gemessen
an der Station Dresden-Klotzsche (Datenquelle: DWD)

28

2.3.3 Klimaanpassung (REGKLAM)
Der globale Klimawandel ist bereits in vollem Gange. Zwei wesentliche Aufgaben ergeben sich hieraus für die Gesellscha . Grundsätzlich sind Maßnahmen zu ergreifen, welche die weitere Verstärkung des globalen Klimawandels unterbinden (Klimaschutz, siehe
Kapitel 2.4) sowie zugleich die zum Teil schon spürbar veränderten
klima schen Verhältnisse mildern (Klimaanpassung). Globale Klimaprojek onen und Aussagen bilden hierfür die Basis, sind jedoch nur
sehr eingeschränkt als Grundlage für konkrete regionale und örtliche
Anpassungsanstrengungen nutzbar. Hier bedarf es möglichst hoch
aufgelöster, vor allem aber robuster Aussagen zum regionalen Klimawandel und dessen Auswirkungen in den betroffenen Gebieten. Nur
so können die Chancen und Risiken des Klimawandels für bes mmte
Regionen konkret beurteilt und räumlich orien erte Strategien
entwickelt werden.
Der Klimawandel tangiert mit seinen vielfäl gen direkten und
indirekten Auswirkungen fast alle Wirtscha szweige und die Lebensund Standortbedingungen in ganz Deutschland. Die bisher für die
Region Dresden beobachteten Änderungen des Klimas zwischen
dem aktuellen Bezugszeitraum (1981 – 2010) und der Klimareferenzperiode (1961 – 1990) zeichnen sich durch folgende Merkmale
aus (h p://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/klima/index.html):
■
■
■

■
■

die kontinuierliche Erwärmung in allen Jahreszeiten mit erhöhter Hitzebelastung im Sommer,
dem Trockenheitsrisiko infolge der Niederschlagsabnahme in
der Vegetationsperiode I (April bis Juni),
der Niederschlagszunahme in der Vegetationsperiode II (Juli bis
September) aufgrund der Zunahme des Starkregen-Anteils an
den Niederschlagssummen (d. h. trockene Abschnitte werden
von Starkregenereignissen unterbrochen und führen dadurch
zu einem erhöhten Erosionsrisiko)
Zunahme der Häufigkeit und der Intensität von Starkregenereignissen
Ausgeprägte dekadische (und von Jahr-zu-Jahr-)Schwankungen
für Temperatur und Niederschlag in den Wintermonaten.

Die Auswirkungen des Klimawandels betreffen nahezu alle Bereiche
des öffentlichen und privaten Lebens. Mithilfe des Projektes
REGKLAM konnten Risiken aber ebenso Chancen aufgezeigt und
somit ein konkreter Beitrag zur Klimaanpassung in der Region
Dresden geleistet werden.

■ Das Projekt REGKLAM
Das Projekt Regionales Klimaanpassungsprogramm für die Modellregion Dresden (REGKLAM) lief im Zeitraum von 2008 bis 2013. Als
Teil der deutschen Anpassungsstrategie zum Klimawandel wurde
es im Rahmen des Förderprogramms „Klimawandel in Regionen
zukun sfähig gestalten (KLIMZUG) Regionen gewinnen im We bewerb – die Welt gewinnt mit!“ des Bundesministeriums für Bildung
und Forschung (BMBF) als eines von sieben Modellprojekten finanziert.
Mit dem Verbundforschungsvorhaben REGKLAM (www.
regklam.de) wurde eine umfassende Analyse von Folgen der
Klimaveränderung in unserer Region vorgenommen. Während des
Forschungsvorhabens wurden Anpassungsop onen für wesentliche Bereiche (Stadt- und Siedlungsstruktur, Wassersysteme, Landund Forstwirtscha ) untersucht. Als konkretes Ergebnis wurde
ein Integriertes Regionales Klimaanpassungsprogramm (IRKAP)
für die Modellregion Dresden entwickelt und deren Erprobung
gestartet.

REGKLAM war ein Netzwerkprojekt, in dem Wissenscha und
Praxis zur Entwicklung von Lösungen für die Anpassung an den
Klimawandel kooperierten. Es wurde von sieben Projektpartnern
gemeinsam getragen:
■
■
■
■
■
■
■

Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR)
TU Dresden (TUD)
TU Bergakademie Freiberg (TU BAF)
Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (IfT)
Landeshauptstadt Dresden (LHD)
Dresdner Grundwasserforschungszentrum e. V. (DGFZ)
Stadtentwässerung Dresden GmbH (SEDD)

Ergänzend waren zahlreiche Akteure aus den Bereichen Poli k,
Verwaltung, Wirtscha und Wissenscha als assoziierte Partner und
Unterau ragnehmer in das Projekt eingebunden. Die Landeshauptstadt Dresden ha e als direkter Praxispartner speziell die Praxisrelevanz und Umsetzungsorien erung der Ergebnisse im Blick. Hierfür
wurden im Vorfeld durch die Stadtverwaltung erhebliche Leistungen
erbracht, auf denen REGKLAM anschließend au aute. Dazu zählen
das Leitbild der „Kompakten Stadt im ökologischen Netz“, der PHD
(Plan Hochwasservorsorge Dresden), das Grundwassermessnetz
sowie die Synthe sche Klimafunk onskarte.
■ Die Ziele von REGKLAM
Die Sicherung der regionalen We bewerbsfähigkeit und einer nachhal gen Entwicklung in der Region Dresden erfordern umfassende
Strategien, welche die Region gegenüber dem Klimawandel robust
machen und die Lebensqualität in den urbanen und suburbanen
Räumen dauerha erhalten soll. Vor diesem Hintergrund wurden
folgende Fragen untersucht:
■
■
■
■
■

Welche Klimaänderungen sind in der Region Dresden zu erwarten?
Welche gesellschaftlichen Bereiche und Branchen sind besonders betroffen?
Wie können negative Auswirkungen vermieden oder gemildert
werden?
Welche Chancen des Klimawandels sind zu erwarten und wie
können diese genutzt werden?
Wie können Entscheidungsträger aus den betroffenen Bereichen und Branchen eine regionale Strategie formulieren und
effektiv umsetzen?

Mit der Untersuchung dieser Fragen und der Entwicklung sowie
dem Beginn der Erprobung von konkreten Handlungsansätzen in
der Region Dresden leistete das Projekt REGKLAM einen wich gen
Beitrag zu einer umfassenden Strategie für den Umgang mit dem
Klimawandel.
■ Ergebnisse von REGKLAM
Zentrales Ergebnis von REGKLAM ist das Integrierte Regionale
Klimaanpassungsprogramm (h p://www.regklam.de/klimaanpassungs-programm/). Dieses enthält die Grundlagen, programmaschen Ziele sowie einen Maßnahmenkatalog für die sektorenübergreifende Anpassung an die Folgen des Klimawandels in der
Region Dresden. Der Maßnahmenkatalog enthält ausgewählte
Handlungsop onen, welche in Maßnahmeblä ern ver efend
dargestellt werden. Neben dem IRKAP bietet das Strategiekonzept
einen Überblick über die wich gen Themen der Klimaanpassung in
dieser Region.
Des Weiteren sind die Ergebnisse aus den Teilprojekten, Informa onen über das Projekt und seine Partner, das REGKLAM-Diskus29

sions-Forum sowie die Publika onen (REGKLAM-Publika onsreihe,
Faltblä er, Forschungsberichte) des REGKLAM-Vorhabens auf der
Projekt-Homepage veröffentlicht (www.regklam.de). Die REGKLAMPublika onsreihe umfasst hierbei folgende Schwerpunkte:
■
■
■
■
■
■
■

Heft 1 – Das Klima in der REGKLAM-Modellregion Dresden
Heft 2 – Klimaprojektionen für die REGKLAM-Modellregion
Dresden
Heft 3 – Gebäude unter den Einwirkungen des Klimawandels
Heft 4 – Gebäudeertüchtigung im Detail für den Klimawandel
Heft 5 – Regionaler Wasserhaushalt im Wandel
Heft 6 – Grundlagen für eine klimawandelangepasste Stadtund Freiraumplanung
Heft 7 – IRKAP für die Region Dresden: Grundlagen, Ziele und
Maßnahmen.

Im Folgenden wird exemplarisch für die Arbeit der REGKLAM-Teilprojekte ein Beispiel aus dem Teilprojekt 3.1.2. dargestellt (siehe
auch IRKAP Maßnahmebla 1.1.2).

Das Bioklima in der Dresdner Friedrichstadt
(Bernhofer, Goldberg, Kurbjuhn, TU Dresden,
Professur für Meteorologie)
Ziel dieses REGKLAM-Teilprojektes war die Ausweisung sensi ver
Siedlungsräume im Hinblick auf thermische Belastungen mit dem
Schwerpunkt Hitzewellen. Für diese Einschätzung wurde u. a. der
Stad eil Friedrichstadt anhand von Modellsimula onen mit dem
3D-Mikroklimamodell ENVI-met näher betrachtet. Es handelt sich
um ein rund 1 km² großes Gebiet westlich des Stadtzentrums mit
vielen Grün- und Freiflächen sowie Brachflächen, die zukün ig
durch Bebauung oder Begrünung umgestaltet werden können.
■

Mit Hilfe der Modellierungsergebnisse sind die Zusammenhänge
zwischen Stadtstrukturen und Temperatur gut darstellbar. Untersucht wurden die Stadtstrukturveränderungen sowie der Einfluss
von Bebauung und Begrünung auf die räumliche Verteilung der
Temperatur. Die Auswertung konzentriert sich auf eine Höhe von
1,2 m. Dies ist der Wirkungsbereich, in dem der Mensch am meisten beeinflusst wird. Modelliert wurde ein strahlungsreicher
Sommertag für den Istzustand und die zwei Varianten „verbaute“
und „begrünte“ Friedrichstadt.
In den nachfolgenden Abbildungen sind die Temperaturdifferenzen (Variante – Flächenmi el des Istzustandes) um 14 und 22 Uhr
dargestellt. Es zeigen sich Unterschiede zwischen den verbauten
und begrünten Varianten zum Istzustand. In den begrünten Bereichen liegen leicht angenehmere Werte vor und es wird die posive Wirkung von Scha eneffekten durch Vegeta on und Gebäude
in den Modellergebnissen deutlich. Es sind thermisch belastete
Räume erkennbar, die sich bei der „grüneren“ Variante als etwas
kühler darstellen und damit ein angenehmeres Mikro- und Bioklima
schaffen.
Das Modell unterschätzt die real gegebenen Temperaturen
an einem hochsommerlichen Strahlungstag, die Ergebnisse sollten
daher als Anschauung genutzt werden. Die Modellergebnisse
von ENVI-met und die Ergebnisse einer Messkampagne aus dem
Jahr 2009 erlauben aber eine Iden fizierung thermisch belasteter Bereiche. Es können Temperaturunterschiede von bis zu
4 °C zwischen Freiflächen und eng verbauten Straßenzügen au reten. Vor allem nachts ist eine Reduzierung der Temperatur in thermisch belasteten Gebieten zur besseren Erholung des Menschen
wich g.
Aus Ergebnissen wie diesen werden Handlungsempfehlungen
an die Praxis abgeleitet. Hier können Untersuchungen, wie die am
Beispiel gezeigten, in konkrete Planungen einfließen.

Abb. 2.3.3.1.: Untersuchungsgebiet für Modellsimulation thermischer Belastungen von Siedlungsräumen
a) Luftbild des Istzustandes mit den Veränderungsbereichen
b) „Begrünung“ im Modell

30

„Bebauung" – Flächenmi el Istzustand

„Begrünung" – Flächenmi el Istzustand

Abb. 2.3.3.2: Untersuchungsgebiet – Flächenmittel des Istzustandes für stärkere Bebauung oder stärkere Begrünung zu zwei Tageszeiten

■ Verwertung der REGKLAM-Ergebnisse und weitere Aktivitäten
Ein anschauliches Ergebnis des Forschungsvorhabens bildet das
REGKLAM-Produkt 3.1.2.f: Synthe sche Klimafunk onskarte (siehe
auch Maßnahmebla 1.1.1a „Klimafunk onskarte“ des IRKAP).
Klimafunk onskarten dienen der Beschreibung der klima schen
Situa on des Stadtgebietes auf Grundlage von Flächennutzungsstruktur, Bebauung, Grünflächenaussta ung, Topografi e sowie
der klima schen Rahmenbedingungen. Sie stellen ein Instrument
dar, die klima schen Be- und Entlastungsräume kleinräumig abzugrenzen. Auf Grundlage des oben genannten Maßnahmebla es
wurde die Synthe sche Klimafunk onskarte der Stadt Dresden
für den Umweltaltlas bereits fortgeschrieben. Basierend auf den
Erkenntnissen der Synthe schen Klimafunk onskarte und unter
Berücksich gung nachrichtlicher Übernahmen der verbindlichen
Bauleitplanung wurde die Planungshinweiskarte Stadtklima abgeleitet. Mi els dieser können entsprechende Verbesserungs- oder
Anpassungsmaßnahmen räumlich konkret vorgeschlagen werden,
die sich auf ein güns ges Bioklima auswirken.

In Ergänzung zur Umsetzung von Maßnahmeblä ern des IRKAP
fanden in Koopera on mit der TU Dresden (Professur für Meteorologie) weitere wissenscha liche Messkampagnen auf mikroklima scher Ebene für das Stadtzentrum sta , welche die Ergebnisse der
Synthe schen Klimafunk onskarte untermauern.
Neben den auf die Temperatur ausgerichteten Maßnahmen
wurden anhand des Plans Hochwasservorsorge Dresden weitere
Klimaanpassungsmaßnahmen hinsichtlich der au retenden extremen Niederschlagsereignisse (siehe Kapitel 5.1 Niederschläge) geplant und umgesetzt. Nähere Erläuterungen hierzu sind unter
Kapitel 5.6 Plan Hochwasservorsorge Dresden formuliert.

31

Abb. 2.3.3.3: Planungshinweiskarte Stadtklima

2.4 Klimaschutz
2.4.1 Die Dresdner Klimaschutzstrategie
Ziel der Landeshauptstadt Dresden ist es, die spezifi schen Treibhausgasemissionen (CO2-Äquivalente) aller fünf Jahre um mindestens zehn Prozent zu reduzieren. Dies entspricht – ausgehend von
9,9 Tonnen pro Einwohner im Jahr 2005 – einem Wert von etwa
5,8 Tonnen pro Einwohner im Jahr 2030. Langfris ges Ziel ist die als
klimaverträglich geltende Emission von 2,5 Tonnen pro Einwohner
und Jahr (siehe Abb. 2.4.1).

10

9,9

9,8

9
Treibhausemissionen in
t/Einwohner

Zur Erfüllung dieses Klimaschutzziels bedarf es der Beteiligung einer
Vielzahl von Akteuren und Entscheidungsträgern, des Engagements
der Bevölkerung sowie einer zielgerichteten strategischen Handlungsgrundlage. Seit Juni 2013 liegt diese mit dem vom Stadtrat
bestä gten Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept vor, an
dem zahlreiche Fachins tu onen, Unternehmen und zivilgesellscha liche Organisa onen mitgewirkt haben.
Das Dresdner Konzept zeigt, wie Strom, Wärme und Kra stoff eingespart bzw. e zienter eingesetzt und erneuerbare Energien genutzt werden können. Energieeinsparmaßnahmen sind an
verschiedensten Stellen möglich: Bei der energe schen Sanierung
von Bestandsgebäuden und durch Stromsparmaßnahmen im Haushaltsbereich, in Unternehmen und der kommunalen Verwaltung.

8,2

8

7,2

7

6,5

6

Treibhausgasausstoß (Ist)
5,8
Treibhausgasausstoß (Ziel)
entsprechend
Klimaschutzstrategie „Energie
fürs Klima. Dresden schaltet“

5
4
3
2

verträgliches Maß an
Treibhausgasemissionen

1
0

2005

2010

2015

2020

2025

Bisherige und angestrebte Entwicklung der Treibhausemissionen als
CO2-Äquivalente in Dresden
Abb. 2.4.1: Bisherige und angestrebte Entwicklung der Treibhausgasemissionen (CO2-Äquivalente) in Dresden

32

2030

Der Ausbau und überwiegende Einsatz erneuerbarer Energien
erfordert erhebliche und langfris ge Inves onen in Anlagen zur
Erzeugung, Übertragung und Speicherung. Bis 2030 sollen deshalb
vor allem Maßnahmen zur Steigerung der E zienz in der Energieumwandlung, -übertragung und -anwendung umgesetzt werden.
Gelingt dies in allen Alltagssitua onen – von der Au ereitung von
Warmwasser, dem Betrieb stromverbrauchender Geräte bis hin zur
Nutzung von Verkehrsmi eln – würde dies nicht nur zu einer gesünderen Umwelt beitragen.
Die Stadt käme zugleich als Mitglied des Klima-Bündnisses der
europäischen Städte mit den indigenen Völkern der Regenwälder
– einem Netzwerk von mehr als 1 700 Städten, Gemeinden und
Landkreisen in 24 europäischen Ländern – der Verpflichtung nach,
ihren Beitrag zum Schutz des Weltklimas zu leisten. Mit der Umsetzung der Klimaschutzstrategie kann das für 2030 benannte Ziel
der Verminderung von Treibhausgasen erreicht werden.
Vor dem Hintergrund der gesamtstäd schen Entwicklung
wurde ein Maßnahmenkatalog insbesondere für die Bereiche
Wärme, Strom und Mobilität erstellt. Vor allem der flächenha e
Ausbau und die Modernisierung des über 500 Kilometer langen
Fernwärmesystems sind für Dresden zukun sweisend. Denn mi els
Kra -Wärme-Kopplung wird die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme in Dresden hoche zient genutzt. Neben der
Weiterentwicklung des Fernwärmenetzes ist im Wärmebereich die
Op mierung von Heizungsanlagen in Bestandsgebäuden von großer
Bedeutung.
Die Dresdner Klimaschutzstrategie zielt jedoch nicht nur auf
die Reduzierung von Treibhausgasen, sondern zeigt für das gesamtstäd sche System auf, wie die Kosten für die Verbraucher begrenzt
werden können.

2.4.2 Bilanzierung von Treibhausgasen
Mit der Klimaschutzstrategie „Energie fürs Klima. Dresden schaltet.“
und der Umsetzung eines Bündels von Maßnahmen werden seit
2013 die Anstrengungen zur Verminderung der Treibhausgasemissionen verstärkt, um bis 2030 das in Kapitel 2.4.1 aufgeführte Minderungsziel zu erreichen.
Zwischen 2005 und 2010 wurde das Minderungsziel (–
10 Prozent der spezifi schen Treibhausgasemissionen) nicht erreicht.
2010 wurden 9,8 Tonnen CO2-Äquivalente pro Einwohner ausgestoßen. Dies entspricht einer Zielabweichung von 9 Prozent. Als
nächstes Zwischenziel sollten im Jahr 2015 nicht mehr als 8,2 Tonnen
CO2-Äquivalente pro Einwohner emi ert werden.
Für den Zeitraum 2010 bis 2015 liegen noch keine belastbaren Angaben für eine Gesamtbilanz vor. Einheitliche Standards
zur bundesweit vergleichbaren Bilanzierung von Treibhausgasemissionen und Energieverbräuchen auf kommunaler Ebene werden
gegenwär g erprobt. Mit ihrer Anwendung sollen zukün ig Städtevergleiche oder interkommunal übertragbare Aussagen möglich
sein.
Die zu erstellende Gesamtbilanz wird wesentlich vom Wärmesektor bes mmt. Exemplarisch wird im Folgenden die Entwicklung
der Beheizung von Wohnungen analysiert.

2.4.3 Entwicklung der Heizungsstruktur in Dresden
Seit 1993 können anhand der Ergebnisse der Kommunalen Bürgerumfrage (KBU) die Veränderungen in der Heizungsstruktur des
Wohnungsbestandes aufgezeigt werden (siehe Abbildung 2.4.2).
Etwa die Häl e aller Wohnungen wurde Ende der 1980er Jahre
mit Braunkohlebrike s in Einzelöfen oder Kohlekesseln beheizt.
Die Mehrzahl der Wohnhäuser verfügte damals noch nicht über
moderne Zentralheizungen. Selbst die komfortablere Fernwärme
wurde zu dieser Zeit durch Heizkra werke auf Braunkohlebasis
bereitgestellt.
Im Übergang kamen bis 1993 in etwa jeder zehnten Wohnung
Öl-Einzelöfen zum Einsatz. Mit der vollständigen Umstellung des
Dresdner Gasnetzes auf Erdgas bis 1995 nahm dieser Anteil rasch
wieder ab. Der Erdgasabsatz erhöhte sich in Dresden zwischen
1992 und 1998 auf nahezu das Dreifache (von 659 GWh auf 1 914
GWh pro Jahr) /1/. Der Anteil der mit Heizgas – zunächst Stadtgas,
später Erdgas und in geringem Umfang auch Flüssiggas – versorgten
Wohnungen s eg von 11 auf fast 30 Prozent.
Im Zeitraum 1994 bis 2000 wurde das Fernwärmenetz um etwa
75 km auf 462 km erweitert /2/. Ab 1995 stand mit dem neuen Gasund Damp urbinen-Heizkra werk an der Nossener Brücke eine
moderne und energe sch hocheffek ve Erzeugeranlage für Strom
und Fernwärme zur Verfügung. Der Anteil der fernwärmeversorgten
Wohnungen erhöhte sich bis 1998 auf mehr als 50 Prozent und der
ursprünglich dominierende Energieträger Braunkohle wurde weitgehend abgelöst.
In den Jahren 1998/1999 erfolgten umfangreiche Eingemeindungen, so dass die Gebäudestruktur und damit die Datenbasis ab
der KBU 2002 nicht mehr mit der bis 1998 für das vorherige Stadtgebiet gül gen iden sch ist. Der Anteil der auf leichtem Heizöl basierenden Zentralheizungen erreichte 2002 mit reichlich 7 Prozent
einen Höhepunkt. Infolge der Hochwasser-Ereignisse in den Jahren
2002 und 2013 nahm die Heizölverwendung, besonders in den
Überschwemmungsgebieten, wieder ab.
Ab 2005 sind die ermi elten Strukturdaten vergleichsweise
stabil. Im Gebäudebestand gab es erhebliche Veränderungen,
die sich allerdings kaum auf die Verteilung der Heizenergieträger
auswirkten. Die Anzahl der zu beheizenden Wohnungen erhöhte
sich von etwa 286 500 (2005) auf 295 800 (2014). Der Wohnungsleerstand verringerte sich im gleichen Zeitraum deutlich (In den
seltener durchgeführten Gebäude- und Wohnungssta s ken
werden auch leer stehende Wohnungen erfasst, weshalb geringfügige Abweichungen in den veröffentlichten Strukturdaten zu den
KBU-Ergebnissen au reten können.).
Über 6 100 vorwiegend mit Fernwärme versorgte Wohnungen
wurden abgerissen. Daher waren Inves onen und Akquisi onsanstrengungen notwendig, um den Anteil der Fernwärme auf dem
bislang erreichten Niveau zu halten. Ohne die Gewinnung von
Neukunden wäre der Fernwärmeanteil bis 2014 auf rund 40 Prozent gesunken. Die Länge des Fernwärmenetzes erhöhte sich in
den letzten acht Jahren nochmals um rund 74 km auf nunmehr
555 km /3/.

33

Prozentualer Anteil der Haushalte

Beheizungsstruktur mit FW-Ausbau ab 2005 in Dresden

Abb. 2.4.2: Beheizungsstruktur der bewohnten Wohnungen in Dresden im Zeitraum 1987 bis 2014; mit Fernwärme-Ausbau ab 2005

In dem vom Stadtrat im Juni 2013 beschlossenen Integrierten
Energie- und Klimaschutzkonzept Dresden 2030 (IEuKK) ist der
weitere Ausbau der Fernwärme als zentrales Handlungsfeld im
Wärmesektor ausgewiesen. Damit kann der Nutzungsgrad der
Primärenergie weiter auf hohem Niveau gehalten werden, da die
Fernwärme zum größten Teil aus der Abwärme der Stromerzeugung in den Heizkra werken stammt. Dieser in Dresden bereits
seit 1895 eingesetzten Kra -Wärme-Kopplung eröffnen sich kün ig
neue Möglichkeiten. Op onen für die Energiespeicherung, die
Einbindung erneuerbarer Energien sowie die schri weise Senkung
des Temperaturniveaus im Fernwärmenetz und damit der Übertragungsverluste sollen erschlossen werden.
Die angestrebte Entwicklung sollte sich in den kommenden KBU
durch Veränderungen in der Heizungsstruktur widerspiegeln. Welch
eine Dynamik hier möglich ist, zeigen die dargestellten Ergebnisse
der 1990er Jahre. Die damals neu errichteten Anlagen müssen nach
20 Jahren nun größtenteils erneuert werden – in der konsequenten
Nutzung dieses Zei ensters ergeben sich große Chancen.
Das IEuKK hat im E zienz-Szenario für das Jahr 2030 einen
Anteil erneuerbarer Energien im Wärmemarkt von 19 Prozent als
Prognose formuliert. Um dies zu erreichen, müsste in der Ablösung fossiler Energieträger bei der lokalen Wärmeerzeugung eine
ähnliche Dynamik einsetzen, wie sie in der Kohleablösung der
1990er Jahre zu verzeichnen war.

34

Die aktuelle Entwicklung zeigt Abb. 2.4.3, in der der zunehmende
regenera ve Anteil an der Wohnungsbeheizung ablesbar ist. Für
den seit 2010 erzielten Zuwachs leisten die Biogasanlagen der
DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH in Dresden-Klotzsche und
Haßlau mit einem Ertrag von insgesamt fast 60 GWh pro Jahr den
wesentlichen Beitrag. Der zunehmende Einsatz von Wärmepumpen
im Wohnungsneubau trägt ebenso zur Steigerung der letzten Jahre
bei. Dabei wirkt das seit 2009 gül ge Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) besonders s mulierend. Dieses verpflichtet
den Hauseigentümer, den Wärmebedarf für neu zu errichtende
Gebäude anteilig mit erneuerbaren Energien zu decken.

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1ϴй
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Abb. 2.4.3: Anteil erneuerbarer Energien an der Wohnungsbeheizung in Dresden 2005, 2010, 2014 und 2030

Die bisherigen staatlichen Förderprogramme konnten im Wärmesektor bei weitem nicht die Inves onswirkung erzielen, diebei der
Unterstützung für die Elektrizitätserzeugung durch Photovoltaik-,
Windkra - und Biogasanlagen (Vergütung gemäß Erneuerbare Energien-Gesetz/EEG) in Deutschland zu verzeichnen war. Die von der
Bundesregierung beschlossene Energiewende steht im Heizungsbereich – und im Wärmesektor generell – noch bevor.

Literatur
/1/ DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH, Umweltbericht 1997
/2/ DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH, Umweltbericht 2000
/3/ Dr. Rutger Kretschmer (DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH)
im SZ-Interview vom 08.03.2015

35

3. Natur und Landschaft

3.1 Artenschutz
Der Artenschutz in Dresden zielt vor allem auf besonders oder
streng geschützte Arten aus den Klassen der Säuge ere (insbesondere Fledermäuse), Vögel, Kriech ere, Lurche und Insekten.
So wurden im Dresdner Stadtgebiet bisher ca. 15 000 Nisthilfen für
Vögel und 2 000 Quar ere für Fledermäuse an Gebäuden als Ersatzmaßnahmen bei Gebäudesanierungen und Gebäudeabbrüchen
angebracht. Auch bei den derzeit umfangreichen Sanierungen von
Schulen und Kitas werden die Belange gebäudebewohnender Tierarten berücksich gt.
Die Forderung zu den Ersatzmaßnahmen ergibt sich aus den
rechtlichen Bes mmungen des Bundesnaturschutzgesetzes.
Zum Schutz von Amphibien werden jährlich im Frühjahr auf
einer Länge von 3 km Amphibienschutzzäune aufgestellt, welche
durch ehrenamtliche Helfer betreut werden. Im Stadtgebiet sind
neben den häufi g vorkommenden Amphibienarten Erdkröte, Grasfrosch, Teichfrosch auch die seltenen und streng geschützten Arten
Wechselkröte und Springfrosch vertreten.
Einen Schwerpunkt des Artenschutzes stellt die Umsetzung
der gesetzlichen Bes mmungen im Rahmen der Genehmigungsverfahren von Bebauungsplänen und großer Einzelbauvorhaben dar.
Kann eine Betroffenheit von streng geschützten Tierarten oder
europäischen Vogelarten nicht ausgeschlossen werden, ist eine
spezielle Artenschutzprüfung durchzuführen.
Solche Prüfungen wurden und werden derzeit bei einer Vielzahl von Planungen durchgeführt. Wird eine Betroffenheit der
genannten Arten festgestellt und besteht keine zumutbare Alternave für die Realisierung des Bauvorhabens, erfolgt die Festlegung
von Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen oder von Ersatzmaßnahmen, die vielfach bereits vor dem Eingriff vorgenommen werden
müssen.
Solche vorgezogenen Ersatzmaßnahmen sind insbesondere bei
der Betroffenheit von Zauneidechsen, Schlingna ern und Fledermäusen erforderlich. Beispielsweise müssen für Zauneidechsen im
räumlichen Zusammenhang der Baumaßnahme Ausweich- oder
Ersatzhabitate mit einem zeitlichen Vorlauf von mindestens zwei
Jahren geschaffen bzw. op miert werden.
Beim Verlust von Fledermausquar eren, z. B. durch Abbruch
von Gebäuden, sind ebenfalls im Vorfeld an benachbarten Gebäuden
geeignete Ersatzquar ere anzubringen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Naturschutzarbeit in Dresden
ist die Wiederherstellung wertvoller Lebensräume. Dazu zählt
beispielsweise die Revitalisierung von Mooren.
In der Dresdner Heide sind infolge der massiven Entwässerung
von Moorflächen und deren Aufforstung in den vergangenen Jahrhunderten die Wald- und Heidemoore bis auf wenige kleinflächige
Reste verschwunden.
Ein wich ges Anliegen ist es auf geeigneten Flächen eine
Verbesserung des Wasserhaushaltes und die Sicherung eigendynamischer Moorentwicklungsstadien zu erzielen. Verbunden damit
36

sind die Bewahrung bzw. Entwicklung wertvoller Lebensräume
und der Schutz seltener, auf Moore spezialisierter Tier- und Pflanzenarten, wie z. B. Moorlibellen, Moorwasserkäfer, Torfmoose,
Sonnentau und Wasserschlauch.
Im Saugartenmoor, dem einzigen noch intakten Moor der
Dresdener Heide, wurde nach fachlicher Beratung durch das Büro
Dr. Di rich und Partner ein Entwässerungsraben im Herbst 2013
durch die Lehrlinge des Sachsenforstes mit einer Lehmplombe
versehen. Dadurch wird das Wasser in dem Grabenbereich auf
ca. 0,5 m angestaut und die Wasserhaltung in der Moorfläche verbessert. Bei starken Niederschlagsereignissen, die dieses Staumaß überschreiten, kann dennoch ein geregelter Abfluss erfolgen.
Nach nunmehr zwei Jahren seit Durchführung der Maßnahme
kann eine posi ve Entwicklung des Wasserstandes verzeichnet
werden.
An drei weiteren, für eine Revitalisierung geeigneten, Standorten wurden im Frühjahr 2014 Gräben und Abflussrinnen verschlossen und damit die Wiederherstellung der hydrologischen
Pufferung der Moorkörper eingeleitet.
Weitere Standorte in der Dresdener Heide sollen in enger
Zusammenarbeit des Forstamtes, dem Naturschutzins tut Region
Dresden e. V. und dem Umweltamt in den kommenden Jahren folgen.
Ein Monitoring zur Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen
und der Entwicklung der Moore ist vorgesehen.
Durch die bereits durchgeführten und geplanten Moorrevitalisierungen kann ein Beitrag zur Verbesserung der Artenvielfalt, der
Speicherung von Kohlenstoff und der Stabilisierung des Wasserhaushalts geleistet werden.

3.2 Biotope und Schutzgebiete
3.2.1 Schutzgebiete
Schutzgebiete nach Naturschutzrecht waren in Dresden 2014 wie
folgt vorhanden:
■
■
■
■
■

vier Naturschutzgebiete mit einer Gesamtgröße von 248 Hektar,
zehn Landschaftsschutzgebiete mit einer Gesamtgröße von
12 238 Hektar
138 Naturdenkmale mit einer Gesamtgröße von 134 Hektar,
nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geschützte Gebiete mit einer Gesamtgröße von 1 901 Hektar,
nach der Vogelschutzrichtlinie geschützte Gebiete (SPA) mit
einer Gesamtgröße von 1 609 Hektar.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich die einzelnen Schutzgebietstypen teilweise großflächig überschneiden.

Besonders geschützte Biotope

Größe in Hektar

Moore

0,3

Sümpfe

16,2

Röhrichte

15,0

Seggen- und binsenreiche Nasswiesen

57,1

Bruchwälder

16,9

Sumpfwälder

19,7

Auwälder

68,7

Quellbereiche

3,7

natürliche oder naturnahe Bereiche fließender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer
und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegeta on und
der regelmäßig vom Gewässer überschwemmten Bereiche
Altarme fließender Gewässer

40,8
2,4

natürliche oder naturnahe Bereiche stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und
ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche
Lehm- und Lösswände

41,7
0,3

Trocken- und Halbtrockenrasen

83,5

Magere Frisch- und Bergwiesen

353,1

Wacholder-, Ginster- und Zwergstrauchheiden

1,3

Gebüsche und naturnahe Wälder trockenwarmer Standorte einschließlich ihrer Staudensäume
Höhlenreiche Altholzinseln und höhlenreiche Einzelbäume
Schlucht-, Blockhalden- und Hangschu wälder

154,3
64,5
187,0

Offene Felsbildungen

10,1

Offene Binnendünen

9,8

Streuobstwiesen

274,4

Stollen früherer Bergwerke

0,1

Steinrücken

1,4

Hohlwege

0,5

Trockenmauern

0,5

Tab. 3.2.1: im Jahr 2014 erfasste Biotope und deren Größe

3.2.2 Besonders geschützte Biotope
Über den naturschutzrechtlichen Gebietsschutz hinaus beinhalten
das Bundesnaturschutzgesetz und das das Sächsische Naturschutzgesetz einen Katalog von gefährdeten Biotoptypen, welche auch
ohne eine gesonderte Ausweisung einem besonderen Schutz
unterliegen. Die untere Naturschutzbehörde im Umweltamt ist
verpflichtet, in ihrem Zuständigkeitsbereich ein Verzeichnis dieser
Biotope zu führen.

3.3 Landscha spflege und Biotopgestaltung
Maßnahmen der Landscha spflege und Biotopgestaltung in
Dresden dienen dem Erhalt der Vielgestal gkeit unserer von historischer Nutzung geprägten Kulturlandscha . Eine Übersicht zu allen
im Zeitraum von 2011 bis 2014 umgesetzten Maßnahmen fi ndet
sich in Tabelle 3.3.1.

Den größten Anteil nehmen dabei die Streuobstwiesenpflege und
die Feldgehölzpflanzungen ein. Die extensiv genutzten Streuobstwiesen stellen einen artenreichen Lebensraum (Habitat) für Tiere
und Pflanzen dar und stehen deshalb nach § 21 SächsNatSchG unter
Schutz. Bei Nachpflanzungen auf Streuobstwiesen sind lokale Obstsorten empfehlenswert, da diese durch regionale Sortenauslese und
Weiterzüchtung op mal an regionale Wi erungs- und Standortverhältnisse angepasst sind. Darüber hinaus zeichnen sich diese Sorten
durch eine robuste Gesundheit aus.
Im Bereich der Streuobstwiesen hat sich der Trend aus den
vorangegangenen Jahren weiter fortgesetzt. Die Altbaumbestände
wurden auf einer 2 Hektar großen Streuobstwiese in Steinbach durch
gezielten Erhaltungsschni entlastet. Weiterhin wurden auf dieser
Fläche Nachpflanzungen von jungen Obstbäumen vorgenommen.
Damit konnte für den gesamten Bestand an alten Obstbäumen
eine lebensverlängernde Wirkung erzielt und gleichzei g mit einer
standortgerechten Nachpflanzung von Jungbäumen die vorhandene Streuobstwiese perspek visch durchmischt und verjüngt werden.
37

Maßnahme / Ortsbezug

Typ

Größe in Hektar

Stadtgebiet Dresden, Eingriff-Ausgleich

Erstaufforstung

10

100 000

Flutrinne Ostragehege

Umwandlung von Acker in Grünland

23

16 500

Streuobstwiesensanierung in Unkersdorf,
Steinbach, Gompitz, Brabschütz,
Schönfelder Hochland

Altbaumpflege und
Ergänzungspflanzungen

39 000

Streuobstwiesensanierung in
Podemus, Merbitz, Cossebaude, Leuteritz,
Briesnitz, Ockerwitz

Altbaumpflege und
Ergänzungspflanzungen

91 000

Streuobstwiesensanierung in Borsberg,
Zaschendorf, Rochwitz

Altbaumpflege und
Ergänzungspflanzungen

26 000

Feldgehölzpflanzungen in Schönborn,
Langebrück, Podemus, Dölzschen,
Steinbach, Schönfelder Hochland

Biotopverbundpflanzung mit Hecken/
Sträuchern und Bäumen in der freien
Landscha

Wegebegleitpflanzungen mit Obst- und
Laubbäumen in Oberwartha, Leuteritz,
Brabschütz, Merbitz, Schönborn,
Schönfelder Hochland

Baumpflanzungen und
Baumbestandspflege an Wanderwegen
und in der freien Landscha

87 000

Freistellung von Steinbrüchen in Dölzschen,
Bühlau, Podemus

Gehölzrückschni an Steinbruchwänden zur Förderung des Artenschutzes

19 000

Kopfweidenschni in Kaitz, Mockritz, Nöthnitz,
Marsdorf

Pflegeschni zum Erhalt der Kopfweiden

19 000

Renaturierung von Laichgewässern in Ortslagen
von Weißig, Hellerberge, der Dresdner Heide
und Langebrück

Entlandung von Laichgewässern und
Pflanzung von Ufersäumen

67 000

2,75

Kosten in Euro

117 000

Tab. 3.3.1: Übersicht zu umgesetzten Maßnahmen von 2011 bis 2014

Ähnliche erhaltende Pflege- und Pflanzmaßnahmen wurden mit
Schwerpunkt im Großraum um das Landscha sschutzgebiet „Zschonergrund“ durchgeführt.
Feldgehölze nehmen in unserer Agrarlandscha die Funkon als Pufferzonen und als Elemente des Biotopverbundes im
Bereich besonders geschützter Biotope ein. Insgesamt entstanden
in Dresden von 2011 bis 2014 Feldgehölze auf einer Fläche von
2,75 Hektar. Beispielsweise wurde in Podemus im Rahmen einer
Ausnahmegenehmigung gemäß § 45 BNatSchG eine Heckenstruktur auf einer Länge von 470 Metern als sogenannte zeitlich
vorgezogene Ausgleichsmaßnahme für die geschützte Vogelart
Neuntöter angelegt. Diese Feldgehölzpflanzung hat einen direkten
ökologisch-funk onalen Bezug zum bestehenden Habitat des Neuntöter, der durch Vorhaben aus einem Bebauungsplan bedroht ist
und erschließt in unmi elbarer Nähe neue Lebensräume. Damit
wird die ökologisch-funk onale Kon nuität des Lebensraumes für
den Neuntöter ohne zeitliche Lücke gewährleistet. Auf acht Metern
Breite und etwa 3 500 Quadratmetern setzt sich die Hecke aus
heimischen Gehölzen, insbesondere Dornsträuchern wie beispielsweise Heckenrose, Schwarz-, Weiß- und Kreuzdorn, Pfaffenhütchen,
Rose, Kirsche und Holzapfel zusammen. Die Gehölzstruktur grenzt
an geeignete Lebensräume für die Nahrungssuche, z. B. an extensives Grünland und erfüllt somit durch ausreichende Saumstrukturen die Habitatansprüche des Neuntöters (vgl. Brandl et al. 1986;
Jakober & Stauber 1987; Pfi ster & Naef-Daenzer). Daher wird der
Heckensaum an das bestehende Straßenbegleitgrün und weitere
Heckenstrukturen angebunden. Der angrenzende Waldbestand
des Zschonergrundes sowie kleinteilige extensive landwirtscha 38

liche Nutzung, zum Teil mit Beweidung, wirken sich posi v auf die
Lebensraumqualität aus (vgl. Brandl et al. 1986). Desweiteren wird
mit der Pflanzung dieser Hecke ein Biotopverbund hergestellt und
gleichzei g ein Schutzsaum zwischen konven onell und ökologisch
bewirtscha eten Flächen erreicht.
Eine vergleichbare Pflanzung wurde in Langebrück als Ausgleichsmaßnahme für einen Gewerbestandort angelegt. Mit einer
Länge von 1,3 Kilometern und 8 Metern Breite wurde eine gestu e
Heckenpflanzung mit überwiegend gebietsheimischen Sträuchern
gepflanzt. Das Sor ment umfasst u. a. den Blutroten Hartriegel,
Weißdorn, Pfaffenhütchen, Rote Heckenkirsche, Vogelkirsche,
Schlehe, Holzapfel, Holzbirne, Wildrose und Weide. Parallel dazu
wurde eine Laubbaumreihe beispielsweise mit Gewöhnlicher Traubenkirsche, Korbweide, Eberesche, Winterlinde und Fla erulme auf
gleicher Länge gepflanzt, sodass in der ausgeräumten Agrarstruktur
der Langebrücker Langstreifenfluren punktuell ein kleiner Teil der
durch die jahrzehntelange Großfelderbewirtscha ung verlorengegangen Grünstrukturen wiederhergestellt werden konnte.

3.4 Eingriffsregelung nach dem Naturschutzgesetz
Haupteingriffsverursacher in Dresden sind nach wie vor zu etwa
gleichen Anteilen die Bauleitplanung und der Straßenbau- und
-neubau. Die komplexe Wirkung von Eingriffen auf die Bodenqualität, das Lokalklima, die Grünmasse, den Artenbestand, die Erholungsnutzung und das Landscha sbild lässt sich exemplarisch an der
Versiegelung von Bodenfläche durch Beton, Asphalt oder Pflaster
darstellen, welche alle vorgenannten Bestandteile des Naturhaushaltes direkt beeinflusst. In Dresden wurden in den Jahren 2011
bis 2014 für neue Siedlungs- und Verkehrsflächen 145 Hektar in
Anspruch genommen (Quelle: Kommunale Sta s kstelle, Flächennutzung 1992 bis 2014, Dresden 2015). Dies sind im Mi el etwa 36
Hektar pro Jahr. Für die Ermi lung der tatsächlichen Flächenversiegelung (Ne oneuversiegelung), fehlen gegenwär g geeignete
Datengrundlagen.
Die größten Veränderungen geschehen zurzeit in der Innenstadt, wo Baurecht nach § 34 BauGB herrscht (sogenannter Innenbereich). Im baurechtlichen Innenbereich wird die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung nach dem Willen des Gesetzgebers nicht
angewendet. Für zugelassene Eingriffe im baurechtlichen Außenbereich (§ 35 BauGB) ist nach § 14 f BNatSchG in Verbindung mit § 9 f
SächsNatSchG Ausgleich zu leisten. Dies geschieht auf rechnerischer
Basis in Dresden nach dem „Dresdner Modell“, nach dem Grundsatz
der Flächen- und Schutzgütergleichheit. 2011 wurden in Dresden im
Zuge von Ausgleichsmaßnahmen 0,3 Hektar Ne ofläche entsiegelt,
2012 waren es 0,6 Hektar, 2013 folgten 2,6 Hektar und im Jahr 2014
wurden 1,5 Hektar entsiegelt (Quelle: Umweltamt 2015).
Die Verfügbarkeit geeigneter Ausgleichsflächen wird nach den
Vorgaben des Landscha splanes vom Umweltamt vorbereitet und
mündet im Erwerb bzw. anderwei ger langfris ger Sicherung über
Verträge oder Grunddienstbarkeiten.
Neben dem umsetzungsorien erten Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept, in dem der Landscha splan konkrete Maßnahmen
bereithält, ist das strategische Leitbild ‚Dresden – die kompakte
Stadt im ökologischen Netz, als weitere wich ge Quelle bei Verortung von Ausgleichsflächen heranzuziehen. Die gezielte Lenkung
von Ausgleichsmaßnahmen in die Bereiche von Netzstrukturen (wie
bspw. Lu leitbahnen, Gewässer- und Auenbereiche) ermöglicht
Synergieeffekte für ein breites Spektrum von Naturgütern und damit
einen effek ven Mi eleinsatz. Der Ausgleich fi ndet in der Regel in
enger zeitlicher Kopplung mit dem Eingriff sta .
Große Maßnahmen in den letzten Jahren waren der Rückbau
der ehemaligen Schweinemastanlage in Dresden-Dölzschen mit
anschließender Aufforstung (Schwerpunkt 2013/14), der Rückbau
alter Fabrikanlagen in Dresden-Trachenberge (ehem. Hu abrik
an der Radeburger Straße) 2014, sowie der Abbruch der ehemaligen Produk onsanlagen der Firma Elektroschweißgerätetechnik
in Dresden-Hellerau hinter dem Hellerauer Festspielhaus (2014).
Die Bepflanzung der Fläche mit Feldgehölzen und Baumgruppen
erfolgte im gleichen Jahr.

Abb. 3.4.1: Ruinen der ehem. Hutfabrik, Radeberger Straße/Hammerweg vor dem
Abriss, Dezember 2013 (Quelle: Umweltamt)

Abb. 3.4.2: Baufortschritt während des Abrisses, August 2014 (Quelle: Umweltamt)

Abb. 3.4.3: Zustand nach Abriss, Entsiegelung und Bodenauftrag für geplante Aufforstung, Nov. 2014 (Quelle: Umweltamt)

39

Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl größerer Maßnahmen, die
in den Jahren 2011 bis 2014 mit Mi eln des naturschutzrechtlichen
Eingriffsausgleichs umgesetzt wurden.
Maßnahmen (Auswahl)

Typ

Bemerkungen

Rückbau, Begrünung

kombinierte Maßnahme, Finanzierung zu großen
Teilen mit Mi eln aus der Altlastensanierung

2011
ehem. Wäscherei Schoof, Lockwitzbachweg
(Laubegast)
2012
ehem. Parkplatz, Leutewitzer Ring (Gorbitz)

Rückbau, Gehölzpflanzung

2013
ehem. Schweinemast, Wurgwitzer Straße (Dölzschen)

Abbruch, Aufforstung

ehem. Parkplatz „Götzenbaumarkt“,
Magazinstraße (Hellerberge)

Rückbau, Aufforstung

Restarbeiten laufend,
bis voraussichtlich 2015

2014
ehem. Hu abrik, Radeburger Str./Hammerweg
(Trachenberge)

Abbruch, Aufforstung

Aufforstung erfolgt 2015

ehem. Elektroschweißgerätetechnik,
Boltenhagener Straße (Hellerau)

Abbruch, Gehölzpflanzung

Nebenanlagen ehem. Gaswerk (Mockritz),
Babisnauer Straße

Abbruch/Rückbau,
Gehölzpflanzung

Pflanzung erfolgt 2015

Tab. 3. 4.1: Übersicht zu den 2011 bis 2014 umgesetzten Maßnahmen (Auswahl)

3.5 Gehölzschutz
Mit Wirkung ab 19. Oktober 2010 hat es sachsenweit eine gravierende Änderung auf dem Gebiet des kommunalen Baumschutzes
gegeben. Der größte Teil der Verantwortung für Bäume auf den mit
Gebäuden bebauten Grundstücken wurde entgegen dem Willen
nahezu aller kommunalen Parlamente durch den Gesetzgeber auf
die Eigentümer übertragen. Denen bleibt es auf der Basis ihrer
Baumkenntnisse überlassen über die Art, den ökologischen oder

stadtgestalterischen Wert ihrer Bäume oder über deren Lebenserwartung oder über eine eventuelle Gefahr zu entscheiden. Auch
entscheiden die Eigentümer gemäß ihres jeweiligen Wissens selbst,
ob sie eine Ersatzpflanzung vornehmen, in welcher Größe und ob
diese standortgerecht ist.
Geschützt werden dürfen auf mit Gebäuden bebauten
Grundstücken, wozu z. B. Lauben und Geräteschuppen gehören,
nur noch Laubbäume größer 100 cm Stammumfang (alle Arten von
Birken, Pappeln und Baumweiden sind generell nicht mehr nach

Jahr

Anzahl genehmigte
Gehölze

davon für Bauvorhaben in Prozent

Anzahl abgelehnter
Gehölze

Prozentsatz
der Ablehnungen

beauflagte
Ersatzgehölze

2011

1 833

62

215

10

1 456

2012

1 952

60

392

20

1 780

2013

1 359

54

259

19

1 253

2014

2 004

50

585

29

1 410

ca. 10

ca. 6 500

Richtwerte aus den Jahren 2000 bis 2009 zum Vergleich
2000 bis 2009

etwa 7 500

ca. 30

Tab. 3.5.1: Auszüge zur Gehölzstatistik

Die Tabelle enthält nur die Angaben aus dem Vollzug der Gehölzschutzsatzung. Andere Fällungen, die nach anderen Rechtsgrundlagen erfolgten (z. B. Planfeststellungsverfahren, B-Plan-Verfahren;
Eingriffsverfahren nach Naturschutzrecht) sind nicht enthalten,
ebenso nicht die Fällungen in Waldflächen.

40

ca. 750

einer Satzung geschützt). Daher haben sich die Fallzahlen aus der
Bearbeitung von Anträgen stark reduziert (s. Tabelle 3.5.1). Den überwiegenden Anteil an den Genehmigungen nehmen Bauvorhaben
ein. Weitere etwa 25 Prozent an Genehmigungen werden erteilt,
wenn die Stand- und Bruchsicherheit nicht mehr gewährleistet ist
und nicht über bes mmte Maßnahmen, außer bei einer Fällung,
wieder hergestellt werden kann. Lediglich 4 Prozent an Genehmigungen können erteilt werden, weil auf den Grundstücken so viele
Bäume stehen, dass die Herausnahme angeraten ist („Förderung
des verbleibenden Bestandes“). Diese Zahl gibt eine Orien erung
für die o recht sparsame Aussta ung der Grundstücke an Bäumen.
Die Grundstücke ohne geschützten Baumbestand sind dabei nicht
erfasst.

3.6 Grün in der Stadt
Dresden gehört mit rund 62 Prozent Wald- und Grünfläche zu den
grünsten Städten Europas. Neben der Elbe prägen die zahlreichen
innerstäd schen Grünflächen und Erholungsanlagen, die ausgedehnten Natur- und Landscha sschutzgebiete, eine Vielzahl von
Naturdenkmalen und die Alleen mit einem abwechslungsreichen
Straßengrün und nicht zuletzt ausgedehnte Waldgebiete das Stadtbild.
Grünflächen und Erholungsanlagen nehmen eine Fläche von
1 056 Hektar ein, davon sind etwa 890 Hektar öffentliches Grün.
Hierzu gehören zahlreiche innerstäd sche Parks und Gärten,
beispielsweise Großer Garten (147 Hektar), Botanischer Garten
(3,3 Hektar) und Zoo (12 Hektar), Bürgerwiese (10 Hektar), Blüherpark (3,8 Hektar), Rosengarten (3 Hektar), Waldpark Blasewitz
(19,5 Hektar) und Park Schloss Albrechtsberg (11 Hektar). Hinzu
kommen 369 Kleingartenanlagen (792 Hektar). Von wesentlicher
Bedeutung für das Dresdner Stadtgrün sind auch die 58 Friedhöfe (172 Hektar). 950 öffentlich zugängliche Spielplätze (davon
207 kommunal) und etwa 300 Brunnen und Wasserspiele tragen
eindrucksvoll und unverwechselbar zum Bild dieser Stadt und ihrer
Lebensqualität bei. Besonders erwähnenswert ist der Bestand an
Straßenbäumen im Stadtgebiet. Es gibt derzeit 52 611 Straßenbäume, davon 20 865 Jungbäume. Im Berichtszeitraum wurden
rund 2 500 Bäume neu gepflanzt. Die Dresdner Heide ist das
größte geschlossene Waldgebiet der Stadt und nimmt mit etwa
53 Quadratkilometern 15 Prozent der Stad läche ein.

Zu den Schutzgebieten der Stadt zählen neben anderen zehn Landscha sschutzgebiete (12 238 Hektar), vier Naturschutzgebiete
(248 Hektar), zehn Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (1 901 Hektar),
15 geschützte Landscha sbestandteile (71 Hektar), acht Trinkwasserschutzgebiete (2 093 Hektar), drei Vogelschutzgebiete
(1 609 Hektar) und zahlreiche Biotope (1 462 Hektar). Übersichten
geben Auskun über kommunal verwaltetes öffentliches Grün:
Dazu gehören die Park- und Grünanlagen (Tabelle 3.6.1),
Kleingärten (Tabelle 3.6.2), der Kommunalwald (Tabellen 3.6.3ff.),
Vorrangflächen für den Natur- und Landscha sschutz (Tabelle 3.6.9),
Friedhöfe (Tabelle 3.6.10), Alleen und begrünte Straßenzüge
einschließlich des Straßenbaumbestandes (Tabelle 3.6.11), dessen
Vitalität (Tabelle 3.6.12), die Artenverteilung der Straßenbäume
(Tabelle 3.6.13) und die Spielplätze (Tabelle 3.6.14).

3.6.1 Parkanlagen, Kleingärten, Kommunalwald, Friedhöfe
Anzahl

Fläche in Hektar

2000

511

265,2

2001

562

283,7

2002

576

290,0

2003

570

303,6

2004

584

304,4

2005

575

302,1

2006

586

310,4

2007

588

311,9

2008

584

327,1

2009

570

314,4

2010

568

318,1

2011

567

312,2

2012

580

319,8

2013

595

329,2

2014

602

324,4

Tab. 3.6.1: Anzahl der kommunal verwalteten Park- und Grünanlagen

Im Berichtszeitraum wurden zahlreiche Bauvorhaben realisiert.

Abb. 3.6.1: Im Pulvermühlenpark (Foto: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft)

■ Parkanlagen
Bei der Parkrekonstruk on besitzt die Wiederherstellung der
Verkehrssicherheit an Wegen, Treppen und Mauern oberste Priorität. Es wurden aber auch Bäume und Sträucher in den Anlagen
ergänzt und neu gepflanzt. Schwerpunkt der letzten Jahre waren
folgende Parkanlagen: Leutewitzer Volkspark, Beutlerpark, Hechtpark und Olbrichtplatz.
Die kon nuierliche Parkrekonstruk on der genannten Anlagen
verbessert die gestalterisch-räumliche Qualität in den Parks und
fi ndet posi ve Resonanz in der Bevölkerung.

41

Neue Parkanlagen entstanden am Alaunplatz Ostseite. Der Weißeritzgrünzug wurde in mehreren Etappen fortgeführt (Ebertplatz und
Pulvermühle). Mit Fördermi eln erfuhren der Annenkirchplatz, der
We ner Platz und der Freiberger Platz eine Neugestaltung in hoher
Qualität.
Die Landeshauptstadt Dresden erhielt mehrfach Preise beim
Sächsischen We bewerb „Gärten in der Stadt“ für die Gestaltung
öffentlicher Spielplätze und Parkanlagen.

Abb. 3.6.3: Kleingartenverein Wiesengrund e. V.
(Foto: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, Kerstin Nitzschner)

Abb. 3.6.2: Leutewitzer Volkspark nach der Geländeregulierung 2014
(Foto: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, Ines Pochert)

■ Kleingärten
Die Anzahl der Kleingartenanlagen nach Bundeskleingartengesetz reduzierte sich im Berichtszeitraum geringfügig. (Tab. 3.6.2.).
Wenige Kleingartenanlagen entsprachen nicht mehr den gesetzlichen Bes mmungen und wurden durch die Behörde aberkannt. Dies
betri die ehemaligen Kleingartenanlagen Tännicht, Mühlfeld, Steigerweg und Gi erseer Höhe. Die Flächen bleiben aber dem Stadtgesamt

grün und den Bürgerinnen und Bürgern als Erholungsgärten erhalten. Die Fläche des ehemaligen Kleingartenvereins Moritz wurde
vom Neubau einer Kindertagesstä e in Anspruch genommen. Die
Ersatzfläche befi ndet sich im Gebiet des Kleingartenparkes Hansastraße. Die Kleingärtner haben sich einem bestehenden Verein
angeschlossen. Der Kleingartenverein Dresdner Straße wurde aufgelöst.
Durch den Ankauf von Kleingartenland des Freistaates Sachsen
erhöhte sich die Zahl der Kleingartenvereine und dementsprechend
auch die Flächengröße im kommunalen Bereich. Von den städ schen, kleingärtnerisch genutzten Flächen sind 97 Prozent im Generalpachtvertrag zwischen der Landeshauptstadt Dresden und dem
Stadtverband „Dresdner Gartenfreunde“ e. V. verankert.
Die Landeshauptstadt Dresden verfolgt auch in Zukun die
Umsetzung der Festlegungen des Kleingartenentwicklungskonzeptes der Landeshauptstadt Dresden.

davon auf kommunalen Flächen

Versorgungsgrad in m²/EW

Anzahl

Fläche in Hektar

Anzahl

Fläche in Hektar

2000

394

792,7

272

389

16,78

2002

392

790,5

271

413

16,73

2003

382

786,4

263

410

16,26

2004

380

786,0

262

411

16,22

2005

376

782,0

263

416

15,79

2006

376

782,0

262

416

15,33

2007

374

783,0

262

417

15,43

2008

374

783,0

262

418

15,40

2009

374

784,0

263

419

15,68

2010

374

792,0

263

419

15,93

2011

375

796,0

273

426

14,94

2012

374

796,0

268

426

14,94

2013

371

793,0

275

449

14,88

2014

369

792,0

276

449

14,86

Tab. 3.6.2: Kleingartenanlagen in Dresden

42

■ Wald der Landeshauptstadt
Der Wald in der Landeshauptstadt Dresden nimmt eine Fläche von
rund 7 631 Hektar ein. Dazu gehören: 6 033 Hektar Staatswald (davon
5 300 Hektar im größten geschlossenen Waldgebiet der Stadt, der
Dresdner Heide), 527 Hektar Kommunalwald, 1 035 Hektar Privatwald (inklusive Treuhandwald) sowie 36 Hektar Kirchenwald.
Kommunalwald ist Wald, der sich im Eigentum der Landeshauptstadt Dresden befi ndet (insgesamt 788 Hektar). Im Stadtgebiet von Dresden sind es insgesamt 527 Hektar. Dazu gehören der
Albertpark, Gebiete auf dem Heller und der Jungen Heide, sowie
Flächen im Zschonergrund und im Plauenschen Grund und weitere
kleine Flächen. Bedeutende Wälder besitzt die Landeshauptstadt
Dresden an der Talsperre Klingenberg (125,4 Hektar) und im Gebiet
der Gemeinde Dürrröhrsdorf-Di ersbach (124,1 Hektar).
Durch Flächenübertragung, Erstaufforstung und Ausgleichsleistungen ist die Fläche des Kommunalwaldes kon nuierlich angewachsen (Tabelle 3.6.3).

Fläche
in Hektar

davon innerhalb Stadtgrenze in Hektar

2000

508,60

2001

543,60

2002

548,60

249,75

2003

553,80

284,80

2004

553,50

287,30

2005

571,10

313,50

2006

570,90

314,40

2007

576,80

302,10

2008

588,30

316,60

2009

682,70

409,30

2010

692,30

418,90

2011

689,60

428,90

2012

739,20

478,50

2013

770,20

509,50

2014

787,50

526,80

Tab. 3.6.3: Kommunalwald

Abb.3.6.4 und 3.6.5: Wachwitzgrund – Eichenwald Sonnenseite –Buchenwald Schattseite (Fotos: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, K.-U. Heinzel)

43

■ Wirtschaftsziele:
Die Wirtscha sziele für den Stadtwald sind: nachhal ge, pflegliche,
planmäßige, sachkundige und ökologische Bewirtscha ung; nachhal ge Sicherung der Waldfunk onen und Au au ökologisch
stabiler Waldökosysteme. Die Interessenabwägung geschieht standörtlich differenziert. Je nach örtlicher Lage stehen verschiedene
Waldfunk onen im Vordergrund.

■ Baumarten:
Die Waldbestände im Kommunalwald Dresdens bilden folgende
Baumarten:
Baumartenanteile des Kommunalwaldes im
Stadtgebiet
Fichte

0,2%

6,0%

0,6%

Kiefer

33,5%

5,8%

Lärche

■ Betriebsziel:
Ziel ist es, standortgerechte, stabile und leistungsfähige Mischbestände unter Beachtung des ökonomischen Prinzips zu erziehen.
Hinzu kommen Erhaltung und Mehrung des Stadtwaldes, insbesondere im Stadtgebiet; die Berücksich gung der Pflege-, Entwicklungs- und Managementpläne für Naturschutzobjekte und -gebiete;
die Erhaltung und Mehrung der biologischen Vielfalt durch erhöhte
Totholzanteile und das Beachten von Artenschutzanforderungen.
Außerdem verzichtet man weitestgehend auf Kahlschläge und das
Anwenden von Bioziden.
Die Naturverjüngung gilt als Standardverfahren. Ausnahme ist
die Notwendigkeit eines Baumartenwechsels. Weiterhin wird
Pflanzware aus standortgeeigneten Herkün en verwendet sowie
Wert auf den Einsatz Boden schonender Technik und von Bioölen
gelegt.
Je nach örtlicher Lage stehen verschiedene Waldfunk onen
im Vordergrund. Während die dargestellten Schutz- und Erholungsfunk onen im Stadtgebiet überwiegen, haben die Waldteile Klingenberg und Dürrröhrsdorf-Di ersbach vorrangig wirtscha liche
Bedeutung.
Die Bewirtscha ung erfolgt nachhal g. Das bedeutet, dass
der Holzzuwachs höher (8,5 m3/Jahr und Hektar) als die Entnahme
(3,5 m3/Jahr und Hektar) ist. Im Jahrzehnt steigt der Holzvorrat
insgesamt um 54 950 Kubikmeter. Im Stadtgebiet beträgt die
Akkumula on des Vorrates 4,5 m3/Jahr und Hektar (absolut
26 200 Kubikmeter). Das Verhältnis zwischen Vor- und Erntenutzung
beträgt 63 : 37 Prozent. Mit Vornutzung ist die Durchforstung oder
Waldpflege gemeint, während die Erntenutzung der Verjüngung des
Waldes dient.
Die Pflegearbeiten richten sich in ihrem Umfang nach den
Planungen der abgelaufenen Forsteinrichtung des Zeitraumes 1997
bis 2007 sowie der Forsteinrichtung für die Jahre 2008 bis 2017.
(Tabelle 3.6.4).

sonst. Nadelholz
16,3%

Eiche
Buche
sonst. Hartlaubholz
0,4%

Birke
sonst. Weichlaubholz

17,0%

0,1%

20,1%

Blöße

Abb. 3.6.6: Baumartenanteile im Kommunalwald der Landeshauptstadt Dresden

■ Waldfunktionen:
Wald erfüllt die verschiedensten Funk onen für Mensch und Natur.
Die Anteile der Waldfunk onen im Kommunalwald zeigt Abb 3.6.7.
Anteil der Waldfunktionen an der Holzbodenfläche
Erholungswald
Kulturschutzfunktion
Schutz der Landschaft
Schutz der Natur
Schutz der Luft
Schutz des Wassers
Schutz des Bodens

ha
0

50

100

150

200

250

300

350

400

450

Abb. 3.6.7: Anteile der Waldfunktionen
(Quelle: Forsteinrichtung Kommunalwald 01.01.2008)

■ Ziele der Kommunalwaldentwicklung:
Kommunalwald dient dem Allgemeinwohl in besonderem Maße. Er
ist entsprechend des Waldgesetzes vorbildlich so zu bewirtscha en,
dass die den standörtlichen Bedingungen entsprechende nachhal g
höchstmögliche Menge wertvollen Rohholzes bei gleichzei ger
Erfüllung und nachhal ger Sicherung der dem Walde obliegenden
Schutz- und Erholungsfunk onen geliefert wird.
2001

2002

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

Jungwuchspflege in Hektar

2,90

–

–

–

6,60

–

–

0,0

6,3

1,3

0

0,3

3,1

Jungbestandspflege in Hektar

1,30

7,90

0,30

9,70

7,40

–

0,40

5,3

0,85

4,2

6,6

1,9

0,2

Durchforstung in Hektar

8,25

17,80 17,85 28,20 13,50 57,75 27,24 32,65

Eingeschlagene Holzmenge
in Festmeter

871

883

576

–

–

–

Verjüngung
Tab. 3.6.4: Naturale Ergebnisse Kommunalwald

44

1 275 1 230 6 242 2 071 2 340
–

–

0,3

5,0

1,7

66,15

24,47 50,56 46,00 53,90

3 458

1 256 3 208 3 393 2 635

1,8

1,85

0,86

9,18

2,01

■ Aufgaben der Forstbehörde
Seit 2008 vollzieht die Landeshauptstadt Dresden Aufgaben als
Untere Forstbehörde im Au rag des Freistaates Sachsen. Dazu
zählen Forstaufsicht und Forstschutz, Genehmigungen nach Waldgesetz und anderen Rechtsvorschri en. Oberstes Ziel ist dabei die
Erhaltung des Waldes und dessen Bewahrung vor Schäden. Pro Jahr
werden somit durchschni lich 1,5 bis maximal 2,5 Hektar Kompensa onsflächen benö gt.

■ Waldschutz
Waldschutz bedeutet, den Wald vor schädlichen bio schen ( erischen Schaderregern oder Krankheiten) oder abio schen Einflüssen
(Sturm, Brand) zu schützen.
Bei den regelmäßigen Kontrollen wurde festgestellt, dass
der Eichenprozessionsspinner nach vielen Jahren Latenz seit dem
Jahr 2012 wieder au ri . Befallsschwerpunkte sind die südwestliche Heide (Albertpark, Jägerpark) und nordwestliche Heide (Weixdorf).
Das Eschentriebsterben ist im gesamten Stadtgebiet verbreitet;
höchste Ausfälle (mehr als 80 Prozent) treten bei Kunstverjüngungen
(Baumschulware) auf.
Folgende Kontrollen erfolgten bei Quarantäneschaderregern:
Monitoring Befall Kiefernholznematode, Citrus-Bockkäfer; Pechkrebs an Kiefern sowie auf Japanische Esskastaniengallmücke.
Ebenfalls untersucht wurden die Waldbestände auf Schädigungen
durch Phytophtora ramorum (Triebsterben). Bislang tri dieser
Schaderreger auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Dresden nicht
auf.
Waldbrände gab es nur im Jahr 2014. Zweimal waren Kleinflächen von 46 Quadratmetern betroffen.

Abb. 3.6.8: Zwischenrevision 2012: Diskussion im Waldpark Kleinzschachwitz
(Foto: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, K.-U. Heinzel)

Abb. 3.6.9: Eichenprozessionsspinner
(Foto: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, K.-U. Heinzel)

Jahr

dauerha

Ersatzau orstung

befristet

Wiederau orstung

2008

0,7099

0,08050

0,0622

0,0622

2009

1,9644

2,2462

0

0

2010

1,1995

2,2462

0

0

2011

0,5278

0,5278

0

0

2012

0,9998

0,6437

0

0

2013

2,3752

2,7694

0,2310

0,2310

2014

2,2504

2,1064

Summe

10,0270

10,6202

0,2932

0,2932

Tab. 3.6.5: Genehmigte Waldumwandlungen in den Jahren 2008 bis 2014 in Hektar

45

Die Untere Forstbehörde vollzieht weiterhin Aufgaben nach dem
Forstvermehrungsgutgesetz, wie Erntekontrollen, Überwachung
der Sammelstellen und Ausstellen der Stammzer fi kate für Forstsaatgut.
Im Bereich der Landeshauptstadt Dresden befi nden sich
13 Saatgutbestände, die jährlich je nach Blüte und Fruk fi ka on
durch Baumschulbetriebe beerntet werden. Da Waldbestände
Jahrhunderte wachsen, ist es besonders wich g, an den Standort
angepasste Forstpflanzen hervorragender Provenienz (Herkun ) zu
verwenden.
Jahr

Ernte in kg

Beerntete Baumarten

2008

255

Winterlinde

2009

3 243

2010

370

2011

4 480

2012

229

Esskastanie, Winterlinde

2013

1 708

Eichenarten, Esskastanie

2014

42

Eichenarten, Spitzahorn, Esskastanie
Roteiche
Eichenarten, Schwarzpappel, Spitzahorn

Esskastanie

Tab. 3.6.6: Übersicht beernteter Baumarten und Erntemengen

Eichenarten enthalten 300 bis 500 Stück Eicheln je Kilogramm
Samen. Aus einem Kilogramm Samen können bis zu 200 Pflanzen
erzogen werden. Pro Hektar werden 8 000 Eichenpflanzen benögt. Demzufolge benö gt man 40 bis 50 Kilogramm Eicheln, um
einen Hektar Fläche mit Eichen aufzuforsten. Die Erntemenge an
Eichensaatgut betrug im Jahr 2011 beispielsweise 2 265 Kilogramm.
Damit könnten rund 50 Hektar mit Eichen aufgeforstet werden.
Bei Winterlinde zählt man bis zu 25 000 Korn je Kilogramm
Samen. Daraus können bis zu 3 000 Sämlinge wachsen. Bei
6 000 Sämlingen pro Hektar benö gt man somit etwa zwei Kilogramm Samen. Mit der Erntemenge des Jahres 2008 könnten bis
zu 128 Hektar Winterlinde gepflanzt werden.

■ Kommunale Vorrangflächen für Naturschutz
Unter Vorrangflächen für Naturschutz sind alle Flächen zu zählen,
die einen naturschutzrechtlichen Schutzstatus haben. Hierzu zählen
unter anderem die Elbwiesen und Biotope.
Die Pflege der kommunalen Vorrangflächen erfolgt nach den
Vorgaben teilweise vorhandener Pflege- und Entwicklungspläne und
nach den Richtlinien aktueller Förderprogramme im Einvernehmen
mit der Unteren und Höheren Naturschutzbehörde.
Jahr

Fläche in Hektar

2000

264,7

2001

280,4

2002

277,0

2003

272,0

2004

287,3

2005

288,6

2006

258,0

2007

261,1

2008

258,4

2009

257,8

2010

257,3

2011

268,4

2012

252,3

2013

255,3

2014

290,1

Tab. 3.6.7: Kommunale Vorrangflächen

Abb. 3.6.10 und 3.6.11: Saatgut Stieleiche bzw. Spitzahorn (Fotos: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, K.-U. Heinzel)

46

Abb. 3.6.12: Biotopfläche (Streuobstwiese) am Hohen Stein in Dresden Plauen
(Foto: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, K.-U. Heinzel)

Abb. 3.6.13: Alter Annenfriedhof
(Foto: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, Heike Richter)

■ Friedhöfe
Dresden hat 58 Friedhöfe, neun davon sind s llgelegt. Vier Friedhöfe sind kommunal, zwei katholisch, zwei jüdisch und 40 evangelisch. Hinzu kommt ein staatlicher Friedhof (Garnisonsfriedhof).
Aufgrund Verwaltungsübertragung verringerte sich zum 1. Januar
2009 die Fläche des städ schen Heidefriedhofes um etwa
23,3 Hektar. Seitdem beträgt die Gesam riedhofsfläche nur noch
etwa 172,6 Hektar (Tabelle 3.6.8).

3.6.2 Straßenbäume und Straßenbegleitgrün

gesamt

davon kommunal

Anzahl

Fläche in Hektar

Anzahl

Fläche in Hektar

1999

52

195,3

4

64,6

2004

52

195,3

4

64,4

2006

58

195,9

4

64,6

2007

58

195,9

4

64,6

2008

58

195,9

4

64,6

2009

58

172,6

4

41,3

2010

58

172,6

4

41,3

2011

58

172,6

4

41,3

2012

58

172,6

4

41,3

2013

58

172,6

4

41,3

2014

58

172,6

4

41,3

Tab. 3.6.8: Friedhöfe

Die Anzahl der durch das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtscha
betreuten Straßenbäume nahm auch in den Jahren 2011 bis 2014
weiter zu. Erfreulich entwickelte sich der Bestand der Jungbäume.
(Tabelle 3.6.9)
In Anpassung an die bundeseinheitliche Baumkontroll-Richtlinie, wurde das Alter der Jungbäume im Jahr 2004 per Defi ni on
von 10 auf 15 Jahre angehoben.
Anzahl

davon Jungbäume

2000

39 469

15 589

2001

42 365

17 147

2002

43 993

18 872

2003

44 558

18 515

2004

45 847

26 461

2005

47 031

26 411

2006

48 244

26 707

2007

48 598

25 413

2008

48 779

26 747

2009

49 632

26 528

2010

50 419

25 492

2011

50 759

23 848

2012

51 267

20 154

2013

52 095

21 320

2014

52 611

20 865

Tab. 3.6.9: Anzahl der Straßenbäume

47

■

Vitalität

Bei den jährlich durchgeführten Baumkontrollen wurde festgestellt,
dass sich die über mehrere Jahre posi ve Entwicklung der Vitalität des Dresdner Straßenbaumbestandes weiter fortsetzt. Das ist
nicht zuletzt auf den hohen Anteil an Jungbäumen zurückzuführen
(Tab. 3.6.10). Im Berichtszeitraum 2011 bis 2014 wurden rund
2 500 Straßenbäume nachgepflanzt.
In den 30er Jahren gab es im Stadtgebiet Dresden bereits rund
60 000 Straßenbäume. Die Anzahl der Straßenbäume wieder auf
diese Größe zu erhöhen und darüber hinaus, ist das langfris ge Ziel
der Stadt.

■

Baumarten

Bedeutende Pflanzungen erfolgten unter anderem auf folgenden
Straßen:

Dresdens Straßenbäume verfügen über ein breites Artenspektrum.
Etwa 127 Arten und viele Sorten tri man an Dresdens Straßen
an. Neben den stark vertretenen typischen Straßenbaumarten wie
Linde, Ahorn und Kastanie gibt es auch Ginkgo, Magnolie oder den
Lederhülsenbaum (Abb. 3.6.16)

2011: 43 Tilia cordata „Rancho“ – Lauensteiner Straße
25 Fraxinus angus folia „Raywood“ – Freiberger Straße
2012: 22 Tilia cordata – Helmut Schön Allee
30 Tilia x vulgaris „Pallida“ – Albertplatz
2013: 150 Tilia cordata und Pyrus calleryana „Chan cleer“ –
Borsbergstraße/Schandauer Straße
30 Tilia cordata „Roelvo“ – Hübnerstaße
46 Tilia cordata – Bergstraße
68 Aesculus carnea und verschiedene andere Arten –
Bautzner Straße
12 Ulmus „Sapporo Autumn Gold“ – Fritz Reuter Straße
2014: 36 Liquidambar styraciflua „Paarl“ – Alemannenstraße
39 Tilia tomentosa „Szeleste“ – Beilstraße
34 Quercus rubra – Königsbrücker Straße
24 Tilia cordata „Rancho“ – Zi auer Straße
35 Tilia x vulgaris „Pallida“ – Winterbergstraße
50 Tilia cordata „Rancho“ – Tronitzer Straße
12 Betula pendula „Purpurea“ – Birkenhainer Straße

Abb. 3.6.17: Straßenbäume-Artenverteilung

Abb. 3.6.14: Altbaumbestand am Plauenschen Ring
(Foto: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft)

Jahr
Schadstufe

2003

2009

2010

1

ohne erkennbare
22 735 24 973 26 346 27 533 26 233 28 475 29 325
Schäden

k. A.

k. A. 27 633 28 548 30 246

2

leichte Schäden

k. A.

k. A. 13 646 14 432 14 733

3

mi lere Schäden

5 927

5 510

5 396

5 354

6 223

5 491

5 327

k. A.

k. A.

5 003

5 296

5 516

4

starke Schäden

1 494

1 206

971

964

964

773

726

k. A.

k. A.

532

549

481

5

abgestorben

157

160

252

207

207

93

112

k. A.

k. A.

93

90

47

563

476

401

401

508

330

k. A.

k. A.

4 360

3 180

1 588

nicht angegeben
Gesamtbestand
Straßenbäume

2004

2005

2006

2007

2008

13 343 13 435 13 590 13 785 14 570 13 439 13 812

2011

2012

2013

43 656 45 847 47 031 48 244 48 598 48 779 49 632 50 419 50 759 50 759 51 267 52 095

Tab. 3.6.10: Vitalität des Straßenbaumbestandes (In den Jahren 2010 und 2011 konnten die Vitalitätsdaten nicht erfasst werden, da das Baumkataster umgestellt wurde.)

48

2014

■ Krankheiten und Schädlinge
Der seit 1995 zu beobachtende Befall mit der Kastanienminiermo e bereitet dem Kastanienbestand nach wie vor große Probleme. Betroffen davon sind derzeit rund 2 500 Bäume. Besonders
Jungbäume werden durch den starken Befall geschwächt. Bei der
Bekämpfung der Kastanienminiermo e wird die Entsorgung des
Kastanienlaubes favorisiert. Wirksame Mi el zur umfassenden
Bekämpfung der Kastanienminiermo e stehen nach wie vor nicht
zur Verfügung.
Eine weitere, in ihrer Bedeutung zunehmende Krankheit, ist die
Massariakrankheit bei der Platane. Erhöhter Personal- und Zeitaufwand bei der Feststellung und Besei gung erkrankter Äste sind ein
ernstes Problem im Stadtgebiet geworden.
Größere Schäden sind auf Grund der klima schen Veränderungen auch beim Bergahorn zu verzeichnen. Er bekommt Stammrisse.
Diese können zum Absterben der Bergahorn-Jungbäume führen.
Der Mistelbefall ist durch regelmäßige Pflege im Straßenbaumbestand unter Kontrolle. Die Misteln werden bei jedem Pflegedurchgang en ernt.
■ Straßenbaumkonzept
Für die langfris ge Sicherung und Entwicklung der Straßenbäume
besitzt die Landeshauptstadt Dresden jetzt eine strategische Handlungsgrundlage, die den Bestand sichert, Standorte für kün ige
Pflanzungen freihält und Vorgaben hinsichtlich lokaler Einordnung
und Arteneignung defi niert. Das Dresdner Straßenbaumkonzept
erhielt seine poli sche Legi ma on durch einen Stadtratsbeschluss
im Dezember 2009. Damit können nun die Belange des Stadtgrüns
besser kommuniziert und durchgesetzt werden.
Straßenbäume sind durch den Um-/Ausbau von Straßen, durch
Leitungsverlegungen und durch andere Bauvorhaben gefährdet.
Fällungen in hoher Anzahl verringern den Bestand an Altbäumen.
Daraus resul erende Nachpflanzungen lassen sich in entsprechendem Umfang o schwer an Ort und Stelle realisieren, da sich
Baumstandorte durch geforderte ober- und unterirdische Mindestabstände zu Einbauten, Leitungen, etc. in die verfügbaren Räume
nicht mehr einordnen lassen. Das Konzept zeigt Vorgaben, Alternaven und Lösungsansätze auf.
Eine Arbeitsgruppe mit städ schen Ämtern, Versorgungsträgern und TU Dresden und einem Landscha sarchitekturbüro unter
Federführung des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtscha erarbeitete das Konzept. So konnten viele Belange berücksich gt und
eine hohe Akzeptanz erreicht werden. Haup eil des Werkes ist
die Planung des Entwicklungskonzeptes für die Stadt Dresden mit
Analyse, Leitlinien, Planungen für das Haupt- und Nebenstraßennetz
und Wirtscha lichkeitsbetrachtungen. Als Ergänzung wurde eine
„Dresdner Straßenbaumliste“ als Planungshilfe erarbeitet.
Der Leitsatz „Der Straßenbaumbestand Dresdens soll nachhal g
geschützt, gepflegt und entwickelt werden, so dass ein gesunder,
a rak ver und den ökologischen Rahmenbedingungen angepasster
Bestand das Bild der Landeshauptstadt nachhal g prägen kann“ ist
nun bei allen Planungen entsprechend zu berücksich gen. Ziel des
Konzeptes ist es, einen Straßenbaumbestand von 77 400 vitalen,
standortangepassten Bäumen in 180 Arten und Sorten in den
nächsten 30 Jahren zu erreichen.
Der Charakter Dresdens als „grüne Stadt“ und „Stadt in der
Landscha “ mit den von den Bäumen ausgehenden Wohlfahrtswirkungen sowie langer historischer Tradi on in Bezug auf Straßenbäume ist kün ig noch stärker ins Bewusstsein zu rücken. Hierfür
ist weiterhin eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit erforderlich,
denn „Grün“ geht alle an. Nur gemeinsam mit Ämtern, Ins tu onen,
Vereinen und Bürgern sind die ehrgeizigen Ziele des Dresdner Straßenbaumkonzeptes umsetzbar.

3.6.3 Spielplätze
Anzahl

Fläche in Hektar

2000

116

23,3

2001

131

24,3

2002

136

24,3

2003

139

25,8

2004

151

28,3

2005

158

30,6

2006

168

32,4

2007

169

32,5

2008

173

32,3

2009

186

33,4

2010

189

36,0

2011

199

37,6

2012

204

36,9

2013

205

36,9

2014

207

37,3

Tab. 3.6.11: Spielbereiche in kommunaler Verwaltung

2011 wurden zehn Spielplätze mit einer Gesam nves on von
1,1 Millionen Euro neu gebaut. Dazu gehören die Spielplätze Friedhofsweg, H.-Tögel-Weg, Spenerstraße, Blüherpark und Gondelweg.
Fünf Spielplätze wurden rekonstruiert (244 000 Euro).
2012 wurden vier Spielplätze mit einer Gesam nves on von
225 000 Euro neu gebaut (Leutewitzer Volkspark, Columbusstraße,
Struppener Straße, Alte Gärtnerei). Zehn Spielplätze wurden rekonstruiert (256 000 Euro).
2013 wurden sechs Spielplätze mit einer Gesam nves on
von 1,65 Millionen Euro neu gebaut (Louisenstraße, Roßthaler
Straße, Neundorfer Straße, Friedensstraße, Kirchberg (Eschdorf)
und O oterrasse). Zehn Spielplätze wurden rekonstruiert
(521 000 Euro).
2014 wurden drei Spielplätze neu gebaut (Badweg, HeirichLange-Straße, Gompitzer Hang) und fünf Spielplätze rekonstruiert
(Johann-Meyer-Straße, Alter Postweg, Leubener Straße/Linzer
Straße, G.-Kühne-Straße, Gorbitzer Park).
Die neuen Spielplätze befi nden sich überwiegend in Gebieten,
die im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung als Sanierungsgebiete oder im Rahmen von Projekten, wie die „Soziale Stadt“, gefördert werden. Im gleichen Zeitraum verbesserten die Wohnungsbaugesellscha en und -genossenscha en Dresden auf einem Teil ihrer
Spielplätze die Aussta ung. In den Stad eilen Äußere Neustadt und
Striesen besteht weiterhin ein erhöhter Bedarf an Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche.
Neu ist seit dem Jahr 2014 auch das Projekt „Spielkiste“. Es
entstand durch eine Bürgerini a ve. Auf fünf Spielplätzen in Löbtau (Reisewitzer Straße, Rasta er Straße, Dölzschener Straße,
Bonhoefferplatz (Spielplatz Ost) und Leutewitzer Park (Spielplatz
Ost) stehen Holzkisten, in denen sich Spielzeug befi ndet. Jeder
kann Spielzeug in die Kiste legen und jeder kann es nutzen. Damit
werden die Spielplätze noch a rak ver und die Spielangebote
verbessert.
49

Um das Rauch- und Alkoholverbot auf den Spielplätzen durchzusetzen und damit die Sicherheit für alle Nutzer zu verbessern, gibt es
auf allen kommunalen Spielplätzen eine einheitliche Beschilderung,
die unter anderem auf diese Verbote hinweist.
Das Spielplatzentwicklungskonzept der Landeshauptstadt Dresden befi ndet sich zurzeit in der Zweiten Fortschreibung. Es wird
darin ein hohes Defi zit von 47 Prozent für Kinder von sechs bis elf
Jahren und 62 Prozent für Jugendliche festgestellt.
Vermehrt werden Möglichkeiten zur Ausübung von Trendsportarten wie Skaten, Fahrradtrail und verschiedene Ballspiele nachgefragt. In den letzten Jahren bezog die Landeshauptstadt bei der
Planung von kommunalen Spielbereichen verstärkt und erfolgreich
Eltern, Kinder und Anwohner ein.
Insgesamt sind die Spielplätze in einem guten Pflegezustand.
In der Zukun muss der erhöhte Bedarf an Grünflächenpflege im
Zusammenhang mit der höheren Zahl von Spielplätzen berücksichgt werden. Vandalismus spielt zurzeit kaum eine Rolle. Die meisten
Plätze sind sehr beliebt und werden entsprechend genutzt.
Eine Übersicht über die kommunalen Spielplätze sowie umfassende
Angaben zu den einzelnen Spielplätzen kann man dem Themenstadtplan der Landeshauptstadt Dresden entnehmen (www.dresden.de/
themenstadtplan).

Abb. 3.6.18: Spielplatz Geystraße
(Foto: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, Sven Scholtke)

50

4 Bodenschutz

Der Boden gehört zu unseren bedeutsamsten Naturgütern und
erfüllt gleichzei g zahlreiche Funk onen. Die wich gsten sind im
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur
Sanierung von Altlasten (BBodSchG 1998 /1/) benannt. Es werden
drei Funk onsgruppen unterschieden:
■
■
■

natürliche Funktionen,
Funktionen als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte
und Nutzungsfunktionen.

Im Stadtgebiet von Dresden sind die Böden intensivem Nutzungsdruck ausgesetzt. Dies führt zu teilweise gravierenden Funk onsverlusten und gefährdet die Leistungsfähigkeit unserer Böden.
Insbesondere der Flächenverbrauch für Siedlungen, Gewerbe und
Verkehrsbauten, verbunden mit Versiegelung, Rohstoffabbau, Bodenerosion und -verdichtung bei landwirtscha licher Nutzung und
sto iche Belastungen sind die Hauptursachen für die Beeinträch gung oder den Verlust von Bodenfunk onen. Ziel des Bodenschutzes
ist deshalb die weitgehende Vermeidung solcher schädlichen Bodenveränderungen bzw. die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit
des Bodens im Naturhaushalt. Für den Schutz und die Entwicklung
des Bodens in Dresden ergeben sich folgende Schwerpunkte:
■
■
■
■
■
■

Begrenzung der Bodenversiegelung und Flächeninanspruchnahme
Minimierung von Bodenerosion und -verdichtung
Vermeidung bzw. Minderung schädlicher Stoffeinträge in den
Boden
Sanierung schädlicher Bodenveränderungen (z. B. Altlasten)
Nutzung des Bodens entsprechend der Bodeneigenschaften
(funktionsgerecht)
Nutzung von Bodeneigenschaften für die Klimaanpassung

Der Berichtszeitraum war von entscheidenden Fortschri en bei der
Erstellung einer einheitlichen bodenkundlichen Datenbasis und der
nachfolgend erforderlichen Neubewertung der Bodenfunk onen
geprägt. Im Jahr 2012 wurde die amtliche Bodenkarte 1 : 50 000 (BK
50) durch das Landesamt für Umwelt, Landwirtscha und Geologie
(LfULG) fer ggestellt (letztes Bla : Dresden). Da urbane Flächen nicht
Gegenstand der Neukar erung waren, mussten rund 45 Prozent der
Stad läche mit Hilfe der Stadtbodenkonzeptkarte (SBK) bewertet
werden. Nach deren umfassender Aktualisierung (2013) wurde die
SBK mit der BK 50 zusammengeführt. Auch die neuen Inhalte und
Datenstrukturen orien eren sich an der bodenkundlichen Kar eranleitung (KA 5 /2/) und dem Fachinforma onssystem Boden (FIS
Boden) des Freistaates Sachsen. Die aktuelle Bodenfunk onsbewertung erfolgte 2014 einheitlich mit dem Bodenbewertungsinstrument Sachsen /3/ unter Bezug auf die Geometrien der erweiterten
Blockkarte. Fehler in der bodenkundlichen Datenbasis werden
laufend durch die Kar erung von Teilflächen ausgemerzt und die
Bodenbewertung entsprechend nachgeführt. Aktualisiert liegen vor:

■
■
■
■
■

Die natürliche Bodenfruchtbarkeit
Das Wasserspeichervermögen des Bodens
Die Filter- und Pufferfunktion des Bodens
Besondere Standorteigenschaften
Die Archivfunktion für Natur- und Kulturgeschichte

4.1 Bodenschutzkonzept
Im Jahr 2014 wurde mit der Erarbeitung eines Bodenschutzkonzeptes für die Landeshauptstadt Dresden begonnen /4/. Angestrebte Ziele sind die Reduzierung des Verbrauchs naturnaher
Böden und die weitgehende Erhaltung der Bodenfunk onen trotz
weiteren Wachstums der Stadt. Die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme soll vor allem durch die Lenkung von zukün igen
Vorhaben auf Flächen mit geringer Bodenqualität erfolgen. Der
Bodenverbrauch wird damit also nicht generell verhindert, sondern
über Bodenqualitätsstufen und -indizes gesteuert. Eingriffe in den
Boden und seine Funk onen sollen minimiert und adäquat ausgeglichen werden.
Die Bodenqualitätsstufen (Wertstufen) beruhen auf den o. g.
Bodenfunk onen, besonderen Bodeneigenscha en und bestehenden Vorbelastungen (z. B. Versiegelung, Altlasten). Sie stellen
eine Gesamtbewertung der Böden Dresdens unter Umweltgesichtspunkten dar und haben nichts mit dem monetären Bodenwert zu
tun. Damit liegt erstmals eine flächendeckende Kartengrundlage vor,
in der die unterschiedliche ökologische Bedeutung unserer Böden in
einer praxistauglichen Form visualisiert wird (Abb. 4.1.1).
Die Bodenqualitätsstufen ändern sich im Laufe der Zeit entsprechend den anthropogenen Einflüssen. Bodeninanspruchnahme
durch Siedlungs- und Verkehrsflächen, Abgrabung und Aufschü ung
oder auch sto iche Belastungen führen in der Regel zu einer Minderung der Bodenqualität, während Entsiegelungs- und Sanierungsvorhaben die Bodenqualität in einem begrenzten Umfang verbessern
können. Über den Flächenanteil der einzelnen Qualitätsstufen ergibt
sich somit nicht nur die Möglichkeit einer gesamtstäd schen Bilanz,
sondern auch ein Ansatz zum Monitoring und zur Steuerung des
zukün igen Bodenverbrauchs. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei
auf den besonders hochwer gen Flächen, denn diese Qualitätsstufen lassen sich i. d. R. nach einer Inanspruchnahme nicht wieder
herstellen.

51

Bodenqualität
keine
sehr gering
gering
mi el
hoch
sehr hoch
extrem hoch
Gewässer

Abb. 4.1.1: Bodenqualitätsstufen (Ausschnitt)

Abb. 4.1.2: Anteile der Bodenqualitätsstufen in Dresden im Berichtszeitraum

4.2 Bodenverbrauch
Bodenversiegelung und Flächenverbrauch rangieren unter den
derzei gen Umweltproblemen weltweit und auch in Deutschland
ganz vorn. Die Bundesregierung und einzelne Länder haben sich
deshalb ehrgeizige Ziele zur Reduzierung des dadurch verursachten
Bodenverbrauchs gesetzt. Eine derzeit etablierte Methode zur Erfassung des Bodenverbrauchs beruht auf einer Flächennutzungsstas k. Dem Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche kommt dabei
Indikatorfunk on zu. Die Siedlungsfläche setzt sich aus Gebäudeund Freiflächen, Erholungsflächen und Friedhöfen zusammen, ist
also nicht mit dem tatsächlichen Versiegelungsgrad gleichzusetzen,
repräsen ert aber den Grad der Urbanisierung. Sie wird in Dresden
durch das Vermessungsamt erhoben (Tab. 4.2.1).
Im Berichtszeitraum ist die Siedlungs- und Verkehrsfläche um
216 Hektar angewachsen. Das bedeutet einen Zuwachs um 54 Hektar/a. Im Schni der letzten 10 Jahre (2004 – 2014) wurden jähr

r

es m
e

e
r

e u s u
er
e rsfl e e r

lich 65 Hektar in Anspruch genommen, vor allem auf Kosten der
Landwirtscha sfläche, die ste g abnimmt /5/. Aus der Sicht des
Bodenschutzes ist dieser Flächenverbrauch immer noch viel zu hoch.
Bricht man das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 nur 30 Hektar pro
Tag an Flächenverbrauch zuzulassen, linear auf Dresden herunter,
dür e die Stadt etwa 10 Hektar im Jahr in Anspruch nehmen. Dies
kann zwar nicht gleichermaßen für eine wachsende Metropole und
den ländlichen Raum gelten, die Lücke zwischen dem Bodenverbrauch und dem Ziel ist dennoch zu groß.
Für die Ermi lung der tatsächlichen Flächenversiegelung fehlen gegenwär g geeignete Datengrundlagen. Annähernd vergleichbar sind z. Zt. nur die Versiegelungsgrade der erweiterten Blockkarte aus den Jahren 2010 und 2013. In diesem Zeitraum lag der
mi lere jährliche Bodenverbrauch durch Versiegelung bei 30 Bodenindexpunkten (Bodenindexpunkt = Bodenqualitätsstufe x Fläche,
siehe 4.1).

4.3 Bodenerosion
In Dresden gibt es zahlreiche Flächen, die von Bodenerosion durch
Wasser bedroht sind. Das betri insbesondere schlu ge Böden in
geneigter Lage unter Ackernutzung (v. a. Lössdecken), wie sie südlich
der Elbe, aber auch im Osten Dresdens (Schönfelder Hochland) vorkommen. Wassererosion wird vor allem durch Starkregenereignisse
bei ungenügender Bodenbedeckung ausgelöst. Die Bodenerosion
durch Wind ist demgegenüber vernachlässigbar gering, denn so
gut wie alle potenziell gefährdeten Standorte sind in Dresden dauerha vegeta onsbedeckt (z. B. die Dünensande in der Dresdner
Heide).
rs
e

sfl
r

e

fl
e

e
r

s

s

e
e

e
r

2010

32 831

13 082

10 967

7 328

1 454

2011

32 831

13 153

10 885

7 340

1 453

2012

32 831

13 209

10 828

7 343

1 451

2013

32 831

13 269

10 732

7 344

1 486

2014

32 831

13 298

10 703

7 358

1 472

Tabelle 4.2.1: Flächennutzungsstatistik im Berichtszeitraum

52

Fortschri e wurden im Berichtszeitraum bei den Grundlagen zur
poten ellen Erosionsgefährdung gemacht. Diese charakterisiert das
durchschni liche Erosionsrisiko für den jeweiligen Standort auf Basis
von Bodenart, Relief, Nutzung sowie Regenparametern und gilt für
lange Zeiträume. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtscha und Geologie (LfULG) hat die potenzielle Erosionsgefährdung
nach der Allgemeinen Bodenabtragsgleichung (ABAG) auf Basis von
5-Meter-Rastern (alt: 20 Meter) neu berechnet und bereit gestellt.
Dadurch wird eine wesentlich höhere Genauigkeit und eine bessere
Abbildung von Fließbahnen als bisher erreicht. Die ABAG liefert mi lere jährliche Werte des Bodenabtrags und bildet die Grundlage für
Vorsorge- und Maßnahmenwerte zum Erosionsschutz.

Eine Vielzahl der zwischen 2011 und 2014 beobachteten Starkregenereignisse verlief jedoch weitgehend ohne große Schäden
durch Bodenerosion. Der Niederschlag floss in diesem Fall als wild
abfließendes Wasser mit geringer Sedimen racht zu Tal und richtete auf dem Weg Schäden an Gebäuden und Infrastruktur an, bzw.
führte auch zu lokalem Hochwasser durch über die Ufer tretende
Gewässer.

Abb. 4.3.1: Potenzielle Bodenerosion durch Wasser und erosive Abflussbahnen nach
ABAG (Ausschnitt, gelb = gering, rot = sehr hoch)

Abb. 4.3.2: Bodenerosion nach Starkregen in Podemus

Als Pendant zu der bereits Im Jahr 2007 mit Erosion 3D (E3D) für
alle Ackerflächen Dresdens modellierten potenziellen Erosionsgefährdung auf Basis eines 10-jährlichen Starkregenereignis mit
Böden im Saatbe zustand, gibt es nunmehr auch eine entsprechende Bewertung für ganz Sachsen mit der selben Methodik /6/.
Das ist insofern für Dresden von Bedeutung, als dass Ackerflächen,
die 2007 auf Grund der Nutzung als Saatgrasland nicht bewertet
wurden, ggf. anhand der sächsischen Modellierung beurteilt werden
können.
Im Berichtszeitraum kam es wiederum zu mehreren he igen
Erosionsereignissen. Schwerpunkte lagen in Reitzendorf an der
Zaschendorfer Straße und im Quellgebiet des Friedrichsgrundbaches, im Zschonergrund und an den nordwestlichen Talhängen des
Zschonerbaches bei Podemus und Roitzsch. Ursache waren einerseits die intensiven Niederschläge im Juni 2013 sowie lokale Starkniederschläge im Sommer 2014, andererseits sehr ungüns ge Feldzustände. Auf dem Schlag neben der Zaschendorfer Straße war gerade
Luzerne eingesät worden, am Friedrichsgrundbach stand Mais in
stark hängigem Gelände und am Zschonertalhang waren Kartoffeln
bzw. aufgehender Raps ursächlich beteiligt. Daneben wurden eine
Reihe kleinerer Erosionsereignisse beobachtet, die mit geringeren
Massentransporten von Bodenmaterial verbunden waren.
Die dauerha konservierende Bodenbearbeitung von Ackerland gilt nach wie vor als die wirksamste Maßnahme eines vorsorgenden Erosions- und Gefügeschutzes. Sie hat außerdem posi ve
Wirkungen für den Hochwasserschutz und trägt zur Klimaanpassung
bei. Daher empfehlen die Fachbehörden in Sachsen die dauerha
konservierende Bodenbearbeitung. Dabei kommt es vor allem darauf an, ganzjährig eine möglichst hohe Bodenbedeckung zu erreichen und die Bodenbearbeitung auf ein Mindestmaß zu beschränken. Zwischenzeitlicher Pflugeinsatz ist zu vermeiden. Der
überwiegende Teil der Landwirte in Dresden arbeitet bereits nach
dieser Methode.

Eine besondere Form der Massenbewegung sind die Hangrutschungen. Zwischen 2011 und 2014 wurden in Dresden vier größere
Rutschungen registriert: zwei an Böschungen ehemaliger Lehmgruben (Gostritz, Torna), eine an den Pillnitzer Weinbergen und eine
am Lochmühlenweg in Oberwartha.

4.4 Schadsto

elastung der Böden

Schadsto elastungen von Böden können aus verschiedenen Quellen herrühren. Neben den typischen, im Rahmen der Altlastenbehandlung (vgl. 4.5) untersuchten und auf Einzelstandorte
beschränkten Belastungen (vor allem Schwermetalle und organische
Schadstoffe) spielen diffuse und großflächige Einträge eine Rolle. Zu
nennen sind vor allem Einträge über die Lu aus Verkehr und Industrie, Belastungen durch die landwirtscha liche Praxis, Stoffeinträge
in Auenböden nach Hochwasser und lineare Einträge entlang der
Verkehrswege.
Nach dem Hochwasser im Juni 2013 hat das Landesamt für
Umwelt, Landwirtscha und Geologie (LfULG) ein Screening der
abgelagerten Auensedimente durchgeführt. Im Gegensatz zu 2002
traten diesmal keine erhöhten Sto elastungen in den Elbsedimenten auf. Zu Ermi lung anderer Schadsto elastungen hat die
Stadt Dresden im Berichtszeitraum keine speziellen Messprogramme
durchgeführt. Im Rahmen von Bau- und Entschlammungsmaßnahmen entnommenes belastetes Baggergut, wurde untersucht,
deklariert und entsprechend den Vorschri en und technischen
Regeln wiederverwertet oder entsorgt.

53

4.5 Altlasten
4.5.1 Altlasten in Bearbeitung der Behörde
Im Mi elpunkt der behördlichen Arbeiten standen im Berichtszeitraum die Erfassung und Bewertung grundwasserrelevanter Altlasten
und Altlastenverdachtsflächen im Zusammenhang mit der Umsetzung nachstehend aufgeführter Forderungen der Europäischen
Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).
Die landesweite Bestandsaufnahme der Grundwasserbeschaffenheit führte für das Elbtal im Bereich Pirna – Dresden – Radebeul
– Coswig – Meißen zu dem Schluss, dass der sogenannte „Grundwasserkörper Elbe“ insbesondere infolge zahlreicher punktueller
Schadsto erde einer hohen hydrochemischen Belastung unterliegt.
Durch den Freistaat Sachsen erfolgte demzufolge die Bewertung
„schlechter chemischer Zustand“. Als Teil des „Grundwasserkörpers
Elbe“ ist somit auch der obere, pleistozäne Hauptgrundwasserleiter
der Landeshauptstadt Dresden in dieser Beschreibung erfasst. Dieser
Situa onsbericht der Landesbehörden geht konform mit eigenen,
langjährigen Untersuchungen des Umweltamtes der Landeshauptstadt. Da in Dresden bereits 1991 mit der Erfassung der Altlastenverdachtsflächen und deren Gefährdungseinschätzung begonnen
wurde, war und ist der Wissensstand über die Auswirkungen von
Altlasten- und Altlastenverdachtsflächen auf die natürlichen Schutzgüter durchaus vorhanden.
Der neue Aspekt dabei ist, dass die Hauptbelastung des Grundwassers laut Einschätzung seitens der Landesbehörden in Dresden
aus Kontamina onen mit leich lüch gen halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW) besteht. Das sind Substanzen, welche u. a. als
Lösungsmi el in der Metallindustrie, als Reinigungsmi el für Tex lien und zur Herstellung von Kunststoffen Verwendung fanden und
fi nden.
Hinzu kommen Verunreinigungen mit Pflanzenbehandlungsund Schädlingsbekämpfungsmi eln (PBSM) sowie erhöhte Nitratund Sulfatwerte als Zeichen diffuser und flächendeckender Stoffeinträge, die allerdings nicht den Altlasten zugerechnet werden.
Die Reduk on der Schadstoffeinträge soll nach den Vorgaben
und den Maßnahmeplänen der Umweltverwaltung des Freistaates
Sachsen „schri weise und im Rahmen der Altlastenbehandlung
durch ak ve Grundwassersanierungen erfolgen“.
In Anbetracht der veränderten Situa on hinsichtlich der
Schwerpunktsetzung durch die Forderungen zur Umsetzung der
WRRL und nicht zuletzt zur Erfüllung der strengen Berichtspflichten
gegenüber den Landesbehörden erarbeitete das Umweltamt ab
2009 bis 2014 eine Analyse zur machbaren und realis schen Verbesserung der Grundwasserbeschaffenheit. Auf diesem Wege
wurden 1 800 der erkundeten oder erfassten Kontamina onsschwerpunkte (Boden- und Grundwasserschäden) im Stadtgebiet
erneut überprü und bewertet. Ergebnis: Trotz umfangreicher Altlastensanierungsarbeiten in den zurückliegenden Jahren sind mehr
als 40 Standorte immer noch erheblich mit leich lüch gen halogenierten Kohlenwasserstoffen verunreinigt. Die natürliche Reduzierung der LHKW-Schadsto onzentra onen ist in vertretbaren Zeiträumen nicht zu erwarten. Eine zentrale Sanierung von mehreren
Schadsto erden ist nicht durchführbar. Jeder Einzelstandort muss
mit großem, standortspezifi schen Aufwand weiter erkundet, saniert
oder wenigsten überwacht werden. An weiteren 300 Altlastenstandorten bzw. -verdachtsflächen sind Kontamina onen erfasst, deren
Schadstoffspektren von den Vorgaben der WRRL nicht abgedeckt
sind. Hier sind vor allem Schadstoffgruppen zu nennen, die aus
dem Umgang mit Kra stoffen, Schmier- und Heizölen u. ä. in die
Umwelt gelangten, aber auch Chromate und Chloroform. Die
54

weitere Erkundung der dringlichsten Altlasten und deren Sanierung erfordert Finanzmi el im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Ein markanter Belastungsbereich ist das Gebiet Dresden-Friedrichstadt. Schon allein der Standort einer ehemaligen chemischen
Reinigung hemmt die städtebauliche Entwicklung des gesamten
Quar ers. Inzwischen sind Lage und Ausdehnung des LHKWSchadens im Au rag des Umweltamtes hinreichend erkundet und
das am besten geeignete Sanierungsverfahren ist ausgewählt.
Dennoch kann die Sanierungsmaßnahme erst eingeleitet werden,
wenn die fi nanziellen Mi el dafür bereit stehen. Fördermi el sind
beantragt.
Neben der Befassung mit den Vorgaben und Forderungen
der WRRL musste die eigentliche behördliche Altlastenbearbeitung fortgeführt werden. Durch die insgesamt erfolgreiche Altlastensanierung konnten in erheblichem Umfang Böden wieder einer
gewerblichen oder anderwei gen Nutzung zugeführt und damit die
Inanspruchnahme wertwertvoller Kulturböden vermieden werden.
Dresdens Siedlungs- und Industriegeschichte, Zerstörungen
im 2. Weltkrieg und spätere Trümmerbesei gung sowie die S lllegungen und Nutzungsänderungen von industriell, gewerblich und
militärisch genutzten Grundstücken haben im Boden und Grundwasser ihre Spuren hinterlassen. Kies- und Lehmgruben wurden
mit Abfällen vielfäl ger Art wie Bodenaushub, Ziegelschu , Asche,
Hausmüll und zum Teil auch mit gewerblichen und industriellen
Abfällen verfüllt. Daraus resul ert eine Vielzahl von Flächen, deren
Böden und das betroffene Grundwasser in unterschiedlichem Maße
mit umweltgefährdenden Stoffen kontaminiert sind. Zur Abwehr von
Gefahren durch belastete Böden für gegenwär ge Nutzungen und
zur Vorsorge für kün ige Nutzungen sind Detailkenntnisse zu diesen
Flächen erforderlich. 1991 wurde für das damalige Stadtgebiet Dresdens mit der Erfassung altlastenverdäch ger Flächen begonnen.
Diese Datenbasis wurde in den Folgejahren weiter ergänzt, präzisiert und dem aktuellen Kenntnisstand angepasst. Vor geraumer
Zeit wurde im Freistaat Sachsen das digitale Altlastenkataster SALKA
eingeführt. Dieses besteht aus dem Sächsischen Altlastenkataster
und dem Archiv zum Sächsischen Altlastenkataster. Im Kataster
werden die Grundstücksdaten bekannter Altlastenverdachtsflächen sowie betriebener und s llgelegter Deponien erfasst, für die
zukün ig weitere Maßnahmen nach BBodSchG erforderlich sind
oder erforderlich werden können. Pflege und Nutzung der Grundstücksdaten sind in der VwVSächsAltK geregelt.
Der nächste Schri in der Altlastenbearbeitung nach der
Erfassung besteht in Untersuchungen zur Gefährdungsbewertung
und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr insbesondere für Objekte,
in denen mit großen Mengen umweltgefährdender Stoffe umgegangen wurde. Beispiele sind Deponien, chemische Reinigungen,
Galvanikwerkstä en und Lackfabriken.
Die Altlastenbearbeitung erfolgt nach Bundesbodenschutzrecht. Die Abbildung 4.5 zeigt einen Überblick über die Bearbeitungsstufen. Die Dringlichkeit des weiteren Untersuchungsbedarfs wird aus den Gefährdungsbewertungen nach der historischen
Erkundung bzw. den nachfolgenden Untersuchungsstufen abgeleitet.
Informa onen zu Altlasten und altlastenverdäch gen Flächen
sind auch eine wesentliche Grundlage für Anregungen zum Umgang
mit Altlasten in der Bauleitplanung, Flächennutzungsplanung u. ä.
Erteilte das Umweltamt beispielsweise 2010 rund 400 sogenannte
Altlastenauskün e an Bürger, Investoren u. a. m., so ist deren Zahl
auf über 800 (2014) ges egen.
Ein wesentlicher Teil der Arbeit im Boden- und Grundwasserschutz ist mit der regen Bautä gkeit im Stadtgebiet verbunden.
Dabei werden Maßnahmen zur Besei gung, Verminderung und/
oder Überwachung von Bodenbelastungen bzw. sons ge Schutz-

Abb. 4.5.1: Überblick über die Bearbeitungsstufen bei der Altlastenbehandlung (Quelle: Freistaat Sachsen)

und Beschränkungsmaßnahmen festgelegt. So nahm das Umweltamt pro Jahr zu rund 130 Bauvorhaben Stellung zum Bodenschutz.
Bei etwa 15 Prozent dieser Vorhaben wurden konkrete Untersuchungen, Sicherungen bzw. Sanierungen einer Bodenverunreinigung
gefordert und die Umsetzung der Maßnahmen begleitet.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die bodenschutzrechtliche Überwachung des Grundwassers. Für viele Altstandorte wurde im Berichtszeitraum ein Grundwassermonitoring durchgeführt. Zu mehreren Standorten wurden Gefährdungsabschätzungen veranlasst.
Unter behördlicher Kontrolle wurden Boden- und Grundwasseruntersuchungen in Au rag gegeben, Sanierungspläne erstellt und
Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen realisiert, die zur Beseigung oder Verminderung von Bodenbelastungen beigetragen
haben.
Immer wieder müssen zur Erkundung oder Sanierung in Ersatzvornahme Mi el aus dem städ schen Haushalt eingesetzt werden.
Das ist dann vonnöten, wenn von Altlasten eine Gefahr für Boden,
Grundwasser oder Mensch ausgeht bzw. die öffentliche Ordnung
und Sicherheit gestört ist.
Wenn der Verursacher oder der Grundstückseigentümer nicht
zu einer zeitnah notwendigen Sanierung herangezogen werden
konnte, ist die Kommune verpflichtet, die Gefahrenabwehrmaßnahmen selbst durchzuführen. Das ist problema sch, da die Rückforderung der Mi el nur sehr eingeschränkt durchsetzbar ist.
Das fahrlässige oder vorsätzliche Herbeiführen einer Bodenbelastung, die eine Gefahr für den Boden und das Grundwasser hervorru , ist als Stra at zu ahnden. Im Berichtszeitraum
mussten keine Strafanzeigen bei der Staatsanwaltscha hinsichtlich der Herbeiführung von Bodenverunreinigungen gestellt werden.

Im Berichtszeitraum nahm das Umweltamt in über 60 Fällen Stellung
im Rahmen von Altlasten-Freistellungsverfahren. Das Freistellungsverfahren nach Umweltrahmengesetz ermöglicht dem Freigestellten eine Sanierung vorhandener Altlasten mit fi nanzieller Unterstützung des Freistaates Sachsen. Damit konnte in der Stadt die Sanierung von Schwerpunktobjekten auch außerhalb von durchgeführten
Baumaßnahmen in Angriff genommen und weiter fortgeführt
werden.
Seit 1. August 2008 wurden im Rahmen der Verwaltungsreform
in Sachsen die fachliche Altlastenbearbeitung und die Zuständigkeit
für die rechtliche und fachliche Bearbeitung des gesamten Verfahrens der Altlastenfreistellung auf die unteren Umweltbehörden
verlagert.

4.5.2 Altlastensanierung und Brachflächensanierung
Durch das Umweltamt werden Altlasten saniert und Brachflächen
zur Wiedernutzung vorbereitet, die sich im Eigentum der Landeshauptstadt Dresden befi nden.
Schwerpunkt im Berichtszeitraum war der Abschluss des Ökologischen Großprojektes Dresden-Coschütz/Gi ersee, dass bereits
im Jahr 1994 begonnen wurde. Das Projekt wurde mit einem
Gesamtvolumen von 45,5 Mill. € abgeschlossen. Davon en ielen
rund 14 Millionen € auf die Landeshauptstadt Dresden. Weitere
Schwerpunkte waren der Abriss der ehemaligen Schweinemastanlage Dölzschen mit einem Gesamtvolumen von 820 000 € aus
Mi eln der Landeshauptstadt Dresden und Ausgleichsmi eln der
Autobahn A17 sowie der Abbruch des ehemaligen Pla enwerkes
an der Strehlener Straße mit EFRE-Mi eln der Europäischen Union.
55

Grundwassersanierung Lockwitzbachweg

190

163

207

207

Grundwassersanierung Rosenstraße

180

212

165

155

2 175

968

308

269

139

87

Großprojekt Coschütz/Gi ersee
Collmberghalde
Schweinemastanlage Dölzschen
Betonwerk Strehlener Straße
Parkplatz ehemaliger Götzenbaumarkt

20

201
200

600

120

947

40

Babisnauer Straße 30, Abbruch und Entsiegelung

108

Laubegast Trafosta on, Abbruch und Entsiegelung

65

Radeburger Dreieck, Abbruch und Entsiegelung
Alaunpark West

350
30

umme
Tab. 4.5.1: Übersicht zu den 2011 bis 2014 umgesetzten Maßnahmen

Abb. 4.5.1: Ruine des Betonwerkes Strehlener Straße mit Silos und Gebäude
am Bahndamm Richtung Hauptbahnhof

Abb. 4.5.3: Ruine der Fertigungshalle des Betonwerkes Strehlener Straße

Abb. 4.5.2: Stolpersteine der Familie Silbermann, die in diesem GründerzeitWohnbebauungs-Quartier wohnte – vor der Einfahrt von der Strehlener Straße aus

Abb. 4.5.4: Abbruch der erst 1990 fertiggestellten EMZG-Halle des Betonwerkes
Strehlener Straße

56

30

Abb. 4.5.5: Tiefenenttrümmerung, Rückverfüllung nach Ausbau der Gründerzeit-Keller
an der Strehlener Straße

Abb. 4.5.8: Bautafel 1. BA – Oberirdischer Abbruch des Betonwerkes
an der Strehlener Straße

Abb. 4.5.6: „Good bye (Ruine) Altes Betonwerk“

Abb. 4.5.7: – es war ein Sprayer-Paradies; an der Strehlener Straße

Abb. 4.5.9: Tafel 2. BA – Tiefenenttrümmerung, Rückverfüllung und
Freiflächengestaltung nach Ausbau der Gründerzeit-Keller an der Strehlener Straße

57

er ur
/1/ BBodSchG – Gesetz zum Schutze vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (Bundes-Bodenschutzgesetz) vom 17. März 1998, BGBl. I S. 502, zuletzt
geändert durch Ar kel 3 des Gesetzes vom 9. Dezember 2004
(BGBl. I S. 3214)
/2/ Ad-hoc-Arbeitsgruppe Boden (Hrsg.): Bodenkundliche Kareranleitung. 5. Aufl. (KA 5), Hannover 2005, 438 S.
/3/ Landesamt für Umwelt, Landwirtscha und Geologie: Bodenbewertungsinstrument Sachsen. Stand 03/2009
/4/ Bodenschutzkonzept der Landeshauptstadt Dresden. Entwurf
2014, PlanT
/5/ Kommunale Sta s kstelle: Flächennutzung 1992 bis 2014,
Dresden 2015
/6/ Schindewolf, M. & Schmidt, W.: Flächendeckende Abbildung
der Bodenerosion durch Wasser für Sachsen unter Anwendung des Modells EROSION 3D, Schri enreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtscha und Geologie, He 9/2010,
Dresden 2010 Abb. 4.5.11: 2. BA – Freiflächengestaltung
gemäß B-Plan 297 nach Tiefenen rümmerung, Rückverfüllung und Ausbau der Gründerzeit-Keller an der Strehlener
Straße

Abb. 4.5.10: 2. BA – Freiflächengestaltung gemäß B-Plan 297 nach Tiefenenttrümmerung,
Rückverfüllung und Ausbau der Gründerzeit-Keller an der Strehlener Straße

Abb. 4.5.11: 2. BA – Freiflächengestaltung gemäß B-Plan 297 nach Tiefenenttrümmerung,
Rückverfüllung und Ausbau der Gründerzeit-Keller an der Strehlener Straße

58

5 Wasser

5.1 Niederschläge
Die Abbildung 5.1.1 zeigt die Summe des Jahresniederschlags der
Jahre 2011 bis 2014 sowie den Mi elwert von 1961 bis 1990 als Klimareferenzwert gemessen an der Sta on des Deutschen We erdienstes
in Dresden-Klotzsche. Während der Jahresniederschlag 2011 in Dresden-Klotzsche (679 mm) der durchschni lichen Menge entsprach
(669 mm), fi el 2012 und 2014 deutlich weniger Regen. Mit 741 mm
lag der Jahreswert 2013 über dem langjährigen Vergleichswert.
Wie Abbildung 5.1.2 zeigt, überschri en die Regenmengen im
Mai und Juni 2013 signifi kant die üblichen Durchschni swerte. Die
Folge war das Elbehochwasser. Auffällig ist, dass in allen Jahren ein
Niederschlagsdefi zit zu Beginn der Vegeta onsperiode registriert
wurde (vgl. Kapitel 2.3.1 Stadtklima).

Die Stadtentwässerung Dresden GmbH (SEDD) betreibt auf dem
Stadtgebiet von Dresden ein Niederschlagswassermessnetz aus
etwa 20 Sta onen, an denen die Niederschläge in Fünf-Minuten-Intervallen gemessen werden. Die Daten von 18 Regenschreibern (RS) werden derzeit online übertragen. Die Anordnung dieser
Messstellen und die aktuellen Regendaten sind im Internet im Themenstadtplan (h p://stadtplan.dresden.de/spdd.aspx?permalink=
GjdpAhV) der Landeshauptstadt Dresden zu fi nden.
Im Berichtszeitraum 2011 bis 2014 lagen die mi leren, an den
Regenschreibern der SEDD registrierten, Jahresniederschläge niedriger als im sehr niederschlagsreichen Jahr 2010. Im Jahr 2011
betrug der mi lere Jahresniederschlag aller Regenschreiber der
SEDD etwa 574 mm, im Jahr 2012 626 mm, im Jahr 2013 729 mm
und im Jahr 2014 599 mm (s. Abb. 5.1.3).

800

900

741

679

669

700

800

596

583

600

700

500

600

400

1961-1990

2011

2012

2013

2014

729
599

626

574

662

648

656
477

574

581

796

622

544

602

535

342

200

0

521

300

563

400

200
100

819

500

300

100

Abb. 5.1.1: Niederschlagssummen der Jahre 2011 bis 2014 und klimatologisches Mittel
1961 bis 1990 an der Station Dresden-Klotzsche (Datenquelle DWD)

0
1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Jahr

Abb. 5.1.3: Mittlerer Jahresniederschlag aller Regenschreiber im Stadtgebiet
140
115
90
65
40
15
-10

Jan

Feb

Mrz

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

-35
-60
2011

2012

2013

2014

Abb. 5.1.2: Abweichungen der monatliche Niederschlagssummen der Jahre 2011 bis
2014 vom Klimareferenzwert 1961 bis 1990 gemessen an der Station Dresden-Klotzsche
(Datenquelle DWD)

59

Datum

Sta s sche
Wiederkehrhäufi gkeit T
nach KOSTRA in Jahren

Gesamtdauer in h Gesamtniederschlags- max. Intensität Räumliche Verteilung
höhe in mm
in mm/5 min

04.08.2011

20 bis 50

ca. 20

37,8

9,5

NW, lokal eng begrenzt
(RS Klotzsche)

05.07.2012

> 100

ca. 6

38,3

15

West (Max. RS Klotzsche)

06./07.07.2012

> 100

ca. 9

46

21,1

NW, lokal eng begrenzt
(RS Klotzsche)

05.08.2012

10 bis 20

ca. 3

19,5

9,9

West, lokal eng begrenzt
(RS Trachau)

22.08.2012

10 bis 20

ca. 5

26,3

7,8

Ost, lokal eng begrenzt
(RS Hosterwitz)

Tab. 5.1.1: Starkniederschläge 2011/12

In den Jahren 2011 und 2012 wurden kaum besonders auffällige
Starkniederschlagsereignisse registriert (s. Tab. 5.1.1), Schäden
und Überflutungen an Gewässern wurden nicht bekannt. Lediglich
am 5. Juli 2012 war fast der gesamte Dresdner Westen von einem
Starkniederschlag betroffen, wobei die größte Gesamtregenmenge
und die stärkste Intensität am Regenschreiber Klotzsche gemessen
wurde. Dieser Niederschlag war in Klotzsche kurzzei g so intensiv,
dass er eine sta s sche Wiederkehrshäufi gkeit von T > 100 Jahren
ha e. Am 4. August 2011, am 6./7. Juli 2012, am 5. August 2012 und
am 22. August 2012 traten zudem lokal sehr begrenzte Starkniederschläge auf.
Für das Jahr 2013 ist die extreme Niederschlagssitua on im
Juni, die zu Hochwasser sowohl in der Elbe als auch in vielen kleineren Gewässern in Dresden führte, besonders hervorzuheben.
Nach einem regenreichen Mai (im Vergleich zum langjährigen
(1981 bis 2010) Monatsmi el lag der Monatsniederschlag des Mai
2013 mit 124,8 mm bei 192 Prozent, davon fi elen allein am 30. und
31. Mai etwa 40 mm) kam es Anfang Juni zu langanhaltenden ergiebigen Niederschlägen.
Die meteorologische Ursache dafür war eine stabile Großwe erlage über Mi eleuropa („Trog/Mi eleuropa“-TrM). Ein sich
langsam ostwärts verlagerndes abgeschlossenes (Cut-Off) Höhenef über dem europäischen Kon nent führte auf seiner Ostseite
beständig feuchtlabile Lu subtropischen Ursprungs in weitem
Bogen über Nordosteuropa bis nach Mi eleuropa. Über den Zeitraum einer Woche regnete diese als intensiver, langdauernder
Starkniederschlag, besonders in Staulagen der Alpen und Mi elgebirge ab.
Datum

Sta s sche
Wiederkehrhäufi gkeit T
nach KOSTRA in Jahren

Eingebe et in dieses Geschehen kam es in Dresden im Zeitraum
vom 1. bis zum 3. Juni zu Starkniederschlägen, die das gesamte
Stadtgebiet von Dresden betrafen, wobei im Süden von Dresden mit
über 100 mm mehr Niederschlag fi el als im Norden mit etwa 80 mm.
Die Gesamtmenge der Niederschläge in Dresden vor dem Fluthöhepunkt war in 2013 prak sch gleich der in 2002. Während sich
im Jahr 2013 in den 12 Tagen vor dem Flutscheitel am 6. Juni insgesamt 183 mm Niederschlag summierten, fi elen im Jahr 2002 in den
12 Tagen vor dem Fluthöhepunkt am 17. August insgesamt 189 mm
Niederschlag (Werte für RS Klotzsche).
Der stärkste Niederschlag in den ersten drei Junitagen wurde mit
einer Gesamtmenge von 115,4 mm vom RS Obergorbitz registriert.
Sta s sch ist dieses Ereignis als etwa zehn- bis zwanzigjährlicher
Niederschlag einzuordnen. An den meisten anderen Niederschlagsmessgeräten in Dresden wurden zwei- bis fün ährliche Niederschläge registriert.
Die Intensität dieser Niederschläge in Dresden Ende Mai/
Anfang Juni 2013 waren mit maximal 2,8 mm in fünf Minuten am
RS Obergorbitz nicht besonders groß. D. h. im Vergleich zu 2002
fi elen die Niederschläge im Mai und Juni 2013 wesentlich gleichmäßiger. 2002 fi elen mit über 158 mm 80 Prozent der Gesamtmenge an einem Tag.
Am 9. Juni 2013 gegen Mi ag kam es lokal eng begrenzt zu
he igem Gewi erregen, der mit den vorhandenen Regenschreibern jedoch nicht registriert wurde. Eine nachträgliche Radaranalyse ergab jedoch für Weißig eine Regensumme von 59,5 mm. Davon
fi elen 43,2 mm in 45 min, was einer sta s schen Wiederkehrshäufi gkeit von T = 50 bis 100 Jahre entspricht.

Gesamtdauer in h Gesamtniederschlags- max. Intensität Räumliche Verteilung
höhe in mm
in mm/5 min

01.–03.06.2013

10 bis 20

ca. 58

115,4

2,8

Dresden gesamt
(Max. RS Obergorbitz)

09.06.2013

50 bis 100

ca. 8

59,5

12,4

Weißig, lokal eng begrenzt
(aus Radardaten ermi elt)

20./21.06.2013

20 bis 50

ca. 6 bis 11

47,8

04.08.2013

20 bis 50

ca. 2

28,1

Tab. 5.1.2: Außergewöhnliche Niederschläge und Starkniederschläge 2013

60

Dresden gesamt
(Max. RS Schönfeld)
8,1

Dresden gesamt
(Max. RS Reitbahnstraße)

Im weiteren Verlauf des Junis gab es noch weitere Niederschläge, die
jedoch nicht mehr so dicht aufeinanderfolgend au raten. Auch die
Gesamtniederschlagsmenge nahm ab. Recht he ige Niederschläge
gab es aber nochmals am 20./21. Juni (s. Tab. 5.1.2).
Im Jahr 2014 gab es im Mai ein außergewöhnliches Starkniederschlagsereignis, das vor allem im Westen von Dresden, im Lotzebach und Tännichtgrundbach zu extremen Hochwasser führte.
Am Nachmi ag des 27. Mai 2014 kam zu mehreren he igen, räumlich eng begrenzten Niederschlägen mit Niederschlagssummen
von über 50 mm bis zu über 100 mm und stellenweise kurzzei gen
Spitzen von über 10 mm in fünf Minuten. Die Regenmenge war lokal
sehr unterschiedlich. In einigen Gebieten gab es aber nur geringen
(RS Rochwitz, RS Hosterwitz) oder mäßigen (RS Cossebaude, RS
Tolkewitz, RS Schönfeld, RS Pieschen, RS Heidenau, RS Kaditz, RS
Klotzsche, RS Naußlitz) Niederschlag. An den anderen Regenschreibern wurden zehn- bis über hundertjährliche Niederschläge registriert.
Am RS Obergorbitz wurden am 27. Mai 68,5 mm Niederschlag
gemessen mit einer Intensitäten von bis zu 8,3 mm in fünf Minuten.
Dabei fi elen in den zwei Stunden von 14:20 bis 16:20 Uhr 56,9 mm

Niederschlag, was einem Regen mit einer sta s sche Wiederkehrhäufi gkeit T = 50 bis 100 Jahre entspricht. Am RS Canale ostraße
wurde zwar mit 56,1 mm eine geringere Gesamtregenmenge
gemessen, jedoch mit einer höheren Intensität von bis zu 14,1 mm
in fünf Minuten. Besonders he ig war der Regen zwischen 14:50 Uhr
und 15:20 Uhr. In dieser halben Stunde fi elen 44,1 mm, was einem
Regen mit einer sta s sche Wiederkehrhäufi gkeit T > 100 Jahre
entspricht. Ähnliche Regenverteilungen wie an der Canale ostraße
wurden am RS Reick und am RS Neustadt registriert.
Der Niederschlagsschwerpunkt im Südwesten von Dresden
wurde durch Regenschreiber jedoch nicht erfasst. Eine nachträgliche Radaranalyse (s. Abb. 5.1.4) ergab für das Einzugsgebiet des Tännichtgrundbaches Niederschlagssummen von bis zu
101,98 mm mit Intensitäten bis etwa 10 mm in fünf Minuten und
für das Einzugsgebiet des Lotzebaches Niederschlagssummen von
bis zu 83,7 mm mit Intensitäten bis 13,3 mm in fünf Minuten. Beides
entspricht Niederschlägen mit einer sta s sche Wiederkehrhäufi gkeit T > 100 Jahre.
Alle im Jahr 2014 registrierten Starkniederschlagsereignisse
sind in der Tabelle 5.1.3 zusammengefasst.

Abb. 5.1.4: Kumulierte Niederschlagshöhen für das Starkregenereignis vom 27.05.2014 im Einzugsgebiet von Lotzebach und Tännichtgrundbach (Datenquelle: „Starkregenauswertung
im Stadtgebiet Dresden auf Grundlage von Radarinformationen“, itwh GmbH, Juli 2014)

61

Datum

Sta s sche Wiederkehrhäufi gkeit T nach
KOSTRA in Jahren

Gesamtdauer
in h

Gesamtniederschlagshöhe in
mm

max. Intensität
in mm/5 min.

Räumliche Verteilung

24.05.2014

20 bis 50

ca. 2,5

45,5

6,1

Südwest, lokal eng begrenzt
(RS Naußlitz)

27.05.2014

> 100

ca. 7

101,98

13,3

Schwerpunkte Südwest und Mi e
(Max. aus Radardaten EZG Tännichtgrundbach)

30.06.2014

10 bis 20

ca. 2

19,9

11,8

West, lokal eng begrenzt
(RS Trachau)

21.07.2014

10 bis 20

ca. 1,5

38,6

7,9

Ost, lokal eng begrenzt (
RS Tolkewitz)

03.08.2014

ca. 20

2

33,8

7,8

West, lokal eng begrenzt
(RS Kaditz)

20.09.2014

10 bis 20

ca. 6

51,6

8,2

West, lokal eng begrenzt
(RS Kaditz)

Tab. 5.1.3: außergewöhnliche Niederschläge und Starkniederschläge 2014 (ungeprüfte Daten)

5.2 Oberflächengewässer
In Dresden liegen zahlreiche Gewässer:
Dominierendes Gewässer in Dresden ist mit einer Länge von
30,45 km und einem mi leren Durchfluss von etwa 320 m³/s die
Bundeswasserstraße Elbe, zuständig ist der Bund.
Die Vereinigte Weißeritz, der Lockwitzbach und die Große
Röder sind Gewässer erster Ordnung, zuständig ist das Land Sachsen.
Darüber hinaus fließen über 520* Gewässer zweiter Ordnung
und künstliche Fließgewässer mit einer Gesamtlänge im Stadtgebiet

von etwa 440 km* (davon rund 80 km* verrohrt oder überdeckt)
durch Dresden. Hier ist die Stadt Dresden selbst verantwortlich.
(* Bei diesen Angaben mit enthalten sind Wasserläufe mit einer
Fließlänge von bis zu 500 m, da noch nicht geprü wurde, welche
dieser kleinen Fließgewässer wasserwirtscha lich untergeordnete
Bedeutung haben und deshalb entsprechend dem neuen SächsWG
vom 12. Juli 2013 nicht mehr als Gewässer zweiter Ordnung gelten.)
Hinzu kommen 274 stehende Gewässer zweiter Ordnung mit
einer Gesam läche von etwa 1 610 000 m².
Außerdem wurden bisher 229 Quellen erfasst, davon
109 Sickerquellen, 71 Linearquellen, 48 Fließquellen und 1 Tümpelquelle.

Abb. 5.2.1: Pegel Dresden an der Augustusbrücke, links: Pegellatte, rechts: Anzeige des Pegels auf dem Theaterkahn

62

5.2.1 Wasserstände
An der Elbe erfolgt in Dresden eine kon nuierliche Wasserstandmessung am Pegel Dresden an der Augustusbrücke, dieser Pegel
wird durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betrieben.
Außerdem werden an Dresdner Gewässern kon nuierlich
Wasserstandsmessungen an der Vereinigten Weißeritz (Pegel Co a
bzw. Pegel Plauen), am Lockwitzbach (Pegel Kreischa), an der Prießnitz (Pegel Klotzsche), am Gorbitzbach (Pegel Gorbitz 1) und am
Weidigtbach (Pegel Gorbitz 2) durchgeführt. Diese Pegel werden
durch die Staatliche Betriebsgesellscha für Umwelt und Landwirtscha (BfUL) des Freistaates Sachsen betrieben. Am Lockwitzbach
wurde 2014 ein weiterer Pegel errichtet (Pegel Lockwitz), für den
Berichtszeitraum liegen jedoch von diesem Pegel noch keine Daten
vor. Die Lage der Pegel kann Abb. 5.2.2 entnommen werden.

Abb. 5.2.2: Lage der Pegel

In der Abbildung 5.2.3a ist der Wasserstandsverlauf an der Elbe
für den Zeitraum 2011/2012 und in der Abbildungen 5.2.3b ist der
Wasserstandsverlauf an der Elbe für den Zeitraum 2013/2014 dargestellt.
Tauwe er, verstärkt durch teils ergiebige Niederschläge,
führte im Januar 2011 zu einem Winterhochwasser der Elbe. Es
kam zu einem sehr langgestreckten Hochwasserscheitel, der durch
die gezielte Steuerung der Moldaukaskade am Pegel Dresden um
etwa 70 cm reduziert werden konnte. Der Scheitelwasserstand
von W = 680 cm (HQ 5) stellte sich bei einem Abfluss von 2280 m³/s
am 17. Januar 2011 ein. Im Jahr 2012 kam es zu mehreren kleinen
Winterhochwassern. So wurde am 2. März 2012 bei einem Abfluss
von 1120 m³/s ein Wasserstand von W = 473 cm erreicht. Auffällige
Niedrigwasserperioden gab es an der Elbe in Dresden im Zeitraum
2011/12 nicht.

Abb. 5.2.3a: Wasserstandsverlauf der Elbe im Zeitraum 2011/2012 am Pegel Dresden:
Elbe-km 55,6 (Augustusbrücke) (Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand,
monatlicher Niedrigstwasserstand, monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)

Im Jahr 2013 ereignete sich das nach dem Extremereignis vom
August 2002 zweitgrößte bisher beobachtete Hochwasser im Elbestrom in Dresden (HW=878 cm bei einem Abfluss von 3950 m³/s am
6. Juni 2013). Es handelte sich um ein Hochwasser mit einem sta sschen Wiederkehrintervall von 50 Jahren (HQ50). Eine der Ursachen dieses Hochwassers war der sehr feuchte Mai, der zu extrem
hohen Bodenfeuchten führte. Hochwasserauslösend war letztlich
ein quasista onäres Tiefdruckgebiet (Großwe erlage „Tief Mi eleuropa“), das sich Ende Mai über dem größten Teil des europäischen
Kon nents festsetzte und um das herum sich immer wieder einzelne
Tiefdruckkerne au auten.
Außerdem kam es 2013 zu mehreren kleinen Winterhochwassern. Am 2. Februar 2013 wurde bei einem Abfluss von 1 280 m³/s
ein Wasserstand von W = 514 cm am Pegel Dresden erreicht.
Im Jahr 2014 wurden an der Elbe in Dresden keine erwähnenswerten Hochwasser registriert. Der maximale Wasserstand am
Pegel Dresden betrug 341 cm bei einem Abfluss von 700 m³/s (am
30. Mai 2014). Damit wurde im Jahr 2014 der Richtwert der Hochwasser-Alarmstufe 1 (W = 400 cm) am Pegel Dresden nie erreicht.
Auffällige Niedrigwasserperioden gab es an der Elbe in Dresden im
Zeitraum 2013/14 nicht.

Abb. 5.2.3b: Wasserstandsverlauf der Elbe im Zeitraum 2013/2014 am Pegel Dresden:
Elbe-km 55,6 (Augustusbrücke) (Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand,
monatlicher Niedrigstwasserstand, monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)

63

In der Abbildung 5.2.4 ist der Wasserstandsverlauf der Vereinigten
Weißeritz am Pegel Co a im Jahr 2011 dargestellt. Dieser Pegel
wurde am 26.03.2012 wegen der Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz eingestellt.
2011 wurden in der Vereinigten Weißeritz keine extremen
Niedrigwasser- oder Hochwasserereignisse registriert. Eine Tauperiode im Januar 2011 spiegelt sich aber im Wasserstandsverlauf
der Vereinigten Weißeritz wieder. Der höchste Abfluss in diesem
Zeitraum wurde an der Vereinigten Weißeritz im Januar 2011 mit
45,1 m³/s am Pegel Co a gemessen.

In der Abbildung 5.2.6a ist der Wasserstandsverlauf des Lockwitzbaches am Pegel Kreischa für den Zeitraum 2011/2012 und in der
Abbildung 5.2.6b ist der Wasserstandsverlauf des Lockwitzbaches
für den Zeitraum 2013/2014 dargestellt.
In den Jahren 2011 und 2012 wurden am Lockwitzbach keine
extremen Niedrigwasser- oder Hochwasserereignisse registriert.
Die höchsten Abflüsse in diesem Zeitraum wurden mit 7,99 m³/s
am Pegel Kreischa während einer Tauperiode im Januar 2011
gemessen.

Abb. 5.2.4: Wasserstandsverlauf der Vereinigten Weißeritz im Jahr 2011 am Pegel Cotta
(Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand, monatlicher Niedrigstwasserstand,
monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)

Abb. 5.2.6a: Wasserstandsverlauf des Lockwitzbaches im Zeitraum 2011/2012 am Pegel
Kreischa (Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand, monatlicher Niedrigstwasserstand, monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)

Seit dem 4. Dezember 2012 ist an der Vereinigten Weißeritz der
Pegel Plauen in Betrieb. Der Wasserstandsverlauf am Pegel Plauen
im Zeitraum 2013/14 ist in der Abbildung 5.2.5 dargestellt.
Bei dem Hochwasserereignis im Juni 2013 wurde mit 341 cm
der bisher höchste Wasserstand an diesem Pegel registriert. Die
Abflussmenge lag dabei vermutlich bei etwa 150 m³/s (HQ20 bis
HQ25), die Bes mmung des exakten Wertes läu noch. Es handelte
sich damit um das viertgrößte Hochwasser in der Vereinigten
Weißeritz in Dresden seit dem Beobachtungsbeginn 1882 und
das erste Ereignis dieser Größenordnung, bei dem es in Dresden
zu keinen Überflutungen kam. 2014 wurden keine außergewöhnlichen Hochwasserereignisse registriert. Der höchste Wasserstand im Jahr 2014 wurde mit 225 cm am 27. Mai 2014 erreicht.
Ursache dafür waren he ige Starkniederschläge am Nachmi ag
des 27.05.2014 (s. dazu auch Absch. 5.1). Auffällige Niedrigwasserperioden gab es im Zeitraum 2013/14 an der Vereinigten Weißeritz
nicht.

Im Wasserstandsverlauf des Jahres 2013 zeichnet sich das Hochwasserereignis vom Juni 2013 deutlich ab. In der Nacht vom 2. zum
3. Juni 2013 bildete sich in Kreischa der Hochwasserscheitel mit
einem Wasserstand von etwa 140 cm aus (Alarmstufe 3), der zugehörige Abflusswert beträgt 17 m³/s (HQ25). In Dresden stellte sich
dabei ein Spitzenabfluss von knapp 30 m³/s im Abschni oberhalb
des Abzweiges zum Niedersedlitzer Flutgraben ein. Es handelte sich
hiermit um das zweithöchste Hochwasserereignis im Lockwitzbach
seit Beobachtungsbeginn 1963.
Wie an der Elbe waren im Jahr 2014 auch am Lockwitzbach
keine auffälligen Ereignisse zu verzeichnen. Der höchste Wasserstand
im Jahr 2014 wurde am 24. Mai bei einem Abfluss von 2,93 m³/s mit
55 cm am Pegel Kreischa gemessen. Der monatlicher Mi elwasserstand am Pegel Kreischa schwankte im Jahr 2014 nur zwischen 8 cm
und 15 cm, damit war 2014 ein recht gleichmäßiger, rela v geringer
Abfluss im Lockwitzbach zu verzeichnen.

Abb. 5.2.5: Wasserstandsverlauf der Vereinigten Weißeritz 2013/2014 am Pegel Plauen
(Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand, monatlicher Niedrigstwasserstand, monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)“.

64

Abb. 5.2.6b: Wasserstandsverlauf des Lockwitzbaches im Zeitraum 2013/2014 am Pegel
Kreischa (Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand, monatlicher Niedrigstwasserstand, monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)

Der Pegel Klotzsche an der Prießnitz, ein La enpegel, wird als
Terminwertpegel betrieben. Das heißt, der Pegel wird einmal am Tag
zu einer bes mmten Zeit abgelesen, dadurch wird in der Regel nicht
der Tageshöchstwert erfasst.
In der Abbildung 5.2.7a ist der Wasserstandsverlauf am Pegel
Klotzsche für den Zeitraum 2011/2012 und in der Abbildung 5.2.7b
ist der Wasserstandsverlauf am Pegel Klotzsche für den Zeitraum
2013/2014 dargestellt.
Wie an vielen anderen Gewässern gab es an der Prießnitz
in den Jahren 2011/12 keine extremen Hoch- und Niedrigwasserereignisse. Der höchste Abfluss in diesem Zeitraum wurde
mit 4,11 m³/s am 15. Januar 2011 registriert, der höhere gemessene „Wasserstand“ im Februar 2011 war durch eine Eisdecke verursacht.

Abb. 5.2.7a: Wasserstandsverlauf der Prießnitz im Zeitraum 2011/2012 am Pegel Klotzsche (Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand, monatlicher Niedrigstwasserstand,
monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)

In den Abbildungen 5.2.8a/b sowie 5.2.9a/b sind die Wasserstandsverläufe an Gorbitzbach, der in den Weidigtbach mündet, und
Weidigtbach in den Jahren 2011/2012 bzw. in den Jahren 2013/2014
dargestellt. Auffällig ist hier der große Unterschied zwischen Mi elwert und Maximalwert. Ursache dafür ist der erhebliche Einfluss,
den das Kanalnetz von Gorbitz auf die Gewässer hat. Dadurch
können bei kurzen Starkregenereignissen beträchtliche Abflussspitzen entstehen, die aber nur kurzzei g au reten und deshalb nur
einen geringen Einfluss auf den Mi elwert haben.
In beiden Wasserstandsverläufen für den Zeitraum 2011/12
zeichnen sich zwei kleinere Starkregen- und Hochwasserereignisse
im August 2011 und im Juli 2012 ab. Im August 2011 flossen dabei
4,58 m³/s im Weidigtbach am Pegel Gorbitz 2 ab. Am 5. Juli 2012
flossen 5,51 m³/s im Weidigtbach am Pegel Gorbitz 2 ab. Ursache
für dieses Hochwasser war ein Starkregen, der zwar keine besonders große Gesamtniederschlagshöhe erreichte, aber kurzzei g
sehr intensiv war (s. auch Kapitel 5.1, Tab. 5.1.1). Die deutliche
Auswirkung dieses Regenereignisses auf Abfluss und Wasserstand
im Weidigtbach und im Gorbitzbach zeigt ebenfalls den erheblichen
Einfluss des Kanalnetzes auf diese Gewässer.
Das Hochwasserereignis vom Juni 2013 zeichnet sich im Wasserstandsverlauf von Gorbitzbach und Weidigtbach nicht so deutlich
ab, wie bei anderen Gewässern. Der höchste Wasserstand und der
höchste Abfluss im Zeitraum 2013/14 in Gorbitzbach und Weidigtbach wurden im Mai 2014 registriert. Am 24.Mai 2014 wurde am
Weidigtbach am Pegel Gorbitz 2 bei einem Abfluss von 6,67 m³/s
ein Wasserstand von 116 cm erreicht. Ursache war wiederum ein
kurzes, lokal rela v eng begrenztes Starkregenereignis (s. auch
Kapitel 5.1, Tab. 5.1.3).

Bei dem Hochwasserereignis im Juni 2013 wurde am Pegel Klotzsche am 3. Juni ein Wasserstand von 110 cm registriert, was einem
Abfluss von 6,22 m³/s entspricht. Weitere bemerkenswerte Hochoder Niedrigwasserereignisse wurden im Zeitraum 2013/14 an der
Prießnitz nicht beobachtet.

Abb. 5.2.8a: Wasserstandsverlauf des Gorbitzbaches im Zeitraum 2011/2012 am Pegel
Gorbitz 1 (Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand, monatlicher Niedrigstwasserstand, monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)

Abb. 5.2.7b: Wasserstandsverlauf der Prießnitz im Zeitraum 2013/2014 am Pegel Klotzsche (Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand, monatlicher Niedrigstwasserstand,
monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)

Abb. 5.2.8b: Wasserstandsverlauf des Gorbitzbaches im Zeitraum 2013/2014 am Pegel
Gorbitz 1 (Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand, monatlicher Niedrigstwasserstand, monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm); Achtung: für 2014 wurden
ungeprüfte Daten verwendet.

65

Abb. 5.2.9a: Wasserstandsverlauf des Weidigtbaches im Zeitraum 2011/2012 am Pegel
Gorbitz 2 (Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand, monatlicher Niedrigstwasserstand, monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)

Abb. 5.2.10: Fließgewässermessnetz der Landeshauptstadt Dresden mit den 2011 bis
2014 untersuchten Messstellen (rot)

Abb. 5.2.9b: Wasserstandsverlauf des Weidigtbaches im Zeitraum 2013/2014 am Pegel
Gorbitz 2 (Hauptwerte: monatlicher Höchstwasserstand, monatlicher Niedrigstwasserstand, monatlicher Mittelwasserstand jeweils in cm)

5.2.2 Gewässerqualität
■ Gewässergüte
Mit Inkra treten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie
(EG-WRRL) wurde in Sachsen eine sehr umfangreiche neue Methodik
zur Zustandsbewertung größerer Gewässereinheiten, sogenannter
Wasserkörper, erarbeitet (nähere Informa onen dazu im Internet
unter h p://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/wasser/5682.htm).
Durch die Ermi lung zusätzlicher chemischer, biologischer und
gewässermorphologischer Qualitätskomponenten wird neben der
Qualität des Wassers nun auch der ökologische Gesamtzustand des
Gewässers erfasst.
Zur Reduzierung des sehr hohen methodischen Aufwandes
wurde für die kleinen Stadtgewässer in Dresden durch eine Parameterauswahl eine sinnvolle Methodik entwickelt, welche den
Vergleich mit den Gewässergüteuntersuchungen des Umweltamtes
aus früheren Jahren, mit den im Rahmen der EG-WRRL erhobenen
Daten des Freistaates Sachsen sowie eine Bewertung des ökologischen Zustandes der Gewässer ermöglicht.

66

Die 2008 begonnenen Untersuchungen wurden kon nuierlich
weitergeführt. Im Zeitraum 2011 bis 2014 erfolgte die Beprobung
der in Abbildung 5.2.3 dargestellten 100 Messstellen an 47 Stadtgewässern.
Die Tabellen 5.2.1 bis 5.2.4 zeigen die Bewertung der untersuchten chemischen Qualitätskomponenten an den beprobten
Messstellen entsprechend der 7-stufi gen Chemischen Gewässergüteklassifi zierung nach LAWA 1998 (Länderarbeitsgemeinscha
Wasser, s. auch Tab. 5.2.9).
Ermi elt wurden die Gehalte an Sauerstoff (O2), Nitrat-S ckstoff (NO3-N), Nitrit-S ckstoff (NO2-N), Ammonium-S ckstoff (NH4N), Gesamts ckstoff (Ges.N), ortho-Phosphat-Phosphor (o-PO4P), Gesamtphosphor (Ges.P), gesamtem organisch gebundenen
Kohlenstoff (TOC), Chlorid (Cl) und Sulfat (SO4).

Untersuchungsjahr 2011
Gewässer
Geberbach

Prohliser
Landgraben

Messstelle
O2-Geh. NO3-N
uh. Talsperre, oh.
I
III-IV
Brücke Kauscha
uh. Kauscha, oh.
I
III-IV
Tschirnhausstr.
Lübbenauer Str.
I
III-IV

NO2-N
II

NH4-N
II

Ges.N o-PO4-P
III-IV
II

Ges.P
II

TOC
II-III

Cl
II

SO4
II-III

II

II

III-IV

II

II

III

II

II-III

II

II

III-IV

II

II

III

II

II-III

vor Mündung, uh.
Pirnaer Landstr.
Niedersedlitzer oh. Salzburger
Flutgraben
Str.
Wehlener Str.
Tornaer
vor Mündung in
Abzugsgraben den
Koitschgraben
Koitschgraben uh. Tornaer
Abzugsgraben/
Gudehusstr.
R. Bergander-Ring

I

III-IV

II

II-III

III-IV

II-III

II-III

II-III

II-III

II-III

I

III-IV

II

II-III

III-IV

II-III

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III

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I
I

III-IV
III

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I-II

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III-IV
III

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II

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II

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II-III
II-III

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I

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I-II

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II

II-III

II-III

III

III

I

III-IV

I-II

II-III

III-IV

II

II-III

II-III

III

III

BlasewitzGrunaerLandgraben
Lotzebach

Mündung, uh.
Tolkewitzer Str.

I

III-IV

I-II

II

III-IV

II-III

II-III

II

II-III

III

Talstr. zwischen
Loch- und
Waldmühle
uh. Verrohrung,
Meißner Str./ vor
Am Fährhaus
uh. Bahnlinie,
Poetenweg
uh. HWRB
Forellenbach 3
oh. OL
Langebrück,
Steinweg
uh.
Bahndurchlass,
oh. Badstr.
Hauptstr./
Kirchstr.
Brücke an der
Kirche
oh. Roter
Grabenweg,
Stadtgrenze
oh. Brauteich
Mündung, vor
Verrohrung

I

III

I-II

II

III

I-II

I-II

II-III

II-III

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I

III

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II-III

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II-III
III

II
II

II
II

III
III

I-II
I

II
I-II

Forellenbach

Roter Graben

Braugraben

Tab. 5.2.1: Chemische Gewässergüteklassifizierung nach LAWA 1998 für die 2010/2011 untersuchten Messstellen

67

Untersuchungsjahr 2012
Gewässer
Weidigtbach

Messstelle
O2-Geh. NO3-N
uh. Gompitz, uh.
I
III
Ockerwitzer Allee
oh. Coventrystr.
I
III
Schlehenstr.
I
II-III
(renat. Abschnitt)
Wilhelm-FranzI
II-III
Str.
Mündung,
I
III
Rennersdorfer
Str.
Gorbitzbach
Uthmannstr.,
I
III
HWRB
oh. Braunsdorfer
I
III
Str.
Loschwitzbach uh. Grundstr.
I
II-III
uh. Mündung
I
III
Neurochwitzer
Grundbach, oh.
Absturz
Mündung, uh.
I
III
Loschwitzer
Wiesenweg
Friedrichsuh.
I-II
III
grundbach
Zaschendorfer
Str.
Meixmühle
I
III
Meixstr., oh.
I
III
Rechen
Mündung
I
II
VogelgrundMeixstr.
I
II-III
bach
Lausenbach
uh. Teichkette,
I
II
oh. Mündung
Schelsbach
Stadtgrenze
I
II-III
Flössertgraben oh. Königsbrücker
II
II-III
Landstr.
Ruhlandgraben Zum Kraftwerk
I
II-III
vor
III-IV
II
Bahndurchlass, LA
für Archäologie
uh. Bahnlinie
I-II
II-III
Seifenbach
uh.Sandfang
I
I
oh. Königsbrücker
I
I-II
Landstr.
Schelsbach
uh. Flughafen
I-II
I
uh. HWRB
I-II
I-II
Schelsbach
OL Weixdorf, oh.
I
II-III
Ablauf Pastor
Roller Teich
Klotzscher
Am Grünen Zipfel
I
II-III
Dorfbach
BrüchigtTronitzer Str.
III-IV
II-III
graben
Mündung,
II
II
Zschierener
Elbstr.
Rossendorfer oh. KA Eschdorf
I-II
II-III
Wasser
uh. KA Eschdorf
I-II
II-III

NO2-N
II

NH4-N
II

Ges.N o-PO4-P
III
II

Ges.P
II

TOC
III

Cl
II-III

SO4
II

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I-II

II
I-II

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II-III

II
II

II
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III
III

III-IV
III

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I

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IV

III-IV

III-IV

III-IV

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II

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IV

II
IV

II
IV

II
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I

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IV

IV

III

II

II

Tab. 5.2.2: Chemische Gewässergüteklassifizierung nach LAWA 1998 für die 2011/2012 untersuchten Messstellen

68

Untersuchungsjahr 2013
Gewässer
Bartlake
Ilschengraben

Eisenbornbach
Gutebornbach

Mordgrundbach
Graupaer Bach

Helfenberger
Bach

Wachwitzbach

Mariengraben
Unkersdorfer
Silberbach
Roßthaler Bach

Messstelle
O2-Geh. NO3-N
oh. Wilschdorfer
II
II-III
Landstr.
oh. Mündung
II
II-III
Bartlake, oh.
Teich
uh. Mündung
I
II-III
Bartlake, oh.
Langer Teich
Brücke vor
I
I
Tiergehege
vor Mdg. in
I
I
Eisenbornbach,
Höhe Schloss
Albrechtsberg
vor MordI
I
grundbrücke
Oberpoyritz,
I
III
Feldweg
Mündung, uh.
II
II-III
Söbrigener Str.
oh. Helfenberger
I
III
Tümpel
Helfenberger
I
III
Grund, oh.
Treibgutfang
Mündung, oh.
I
III
Elberadweg
Gönnsdorf am
I
II-III
Zachengrundring
oh. PappritzI
III
mühlenteich
Mündung, oh.
I
II-III
Loschwitzer
Wiesenweg
oh. Forststr.
II
III
uh. Straße an der
I
III
Kirche
Burgwartstr., oh.
I
III-IV
HWRB
uh. B6
I
III

Tännichtgrund
bach
Tummelsbach uh. Elbhangstr.,
am Abschlag
Zschonerbach oh.
Schulzenmühle
uh.
Zschonermühle
Mündung

NO2-N
I-II

NH4-N
II

Ges.N o-PO4-P
II-III
II

Ges.P
I-II

TOC
II

Cl
II

SO4
II

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I-II

III
III

III-IV
III

II
III

II
IV

II-III
II-III

I-II
I-II

I-II
II

II

III

III-IV

III

IV

II-III

II-III

II-III

I-II

I-II

III

II

I-II

II-III

II

II-III

I

III

I

I-II

III

II

II

II

I-II

III

I

III

II

II-III

III

II-III

III

II-III

II-III

II

I

III

I-II

I-II

III

II-III

II-III

II

II

II

I

III

I

I-II

III

II

II

II

II

II-III

Tab. 5.2.3: Chemische Gewässergüteklassifizierung nach LAWA 1998 für die 2013 untersuchten Messstellen

69

Untersuchungsjahr 2014
Gewässer
Roter Graben

Messstelle
O2-Geh. NO3-N
uh. BahndurchII
I
lass, oh. Badstr.
Hauptstr./
I
I
Kirchstr.
oh. Roter
I
III
Grabenweg,
Stadtgrenze
Forellenbach uh. Bahnlinie,
III-IV
I-II
Poetenweg
uh. HWRB
II
II
Forellenbach 3
Braugraben
oh. Brauteich
I
II-III
Mündung, vor
I
II
Verrohrung
Lausenbach
uh. Teichkette,
II
I-II
oh. Mündung
Schelsbach
Stadtgrenze
II
II
Flössertgraben oh. Königsbrücker
I
II
Landstr.
Försterbach
oh. Friedersdorfer
II
II-III
Waldweg, oh.
Waldbad
Seifenbach
uh. Sandfang
I-II
I-II
oh. Königsbrücker
I
I-II
Landstr.
Schelsbach
uh. Flughafen
I-II
I
uh. HWRB
I-II
II-III
Schelsbach
OL Weixdorf, oh.
I
II-III
Ablauf Pastor
Roller Teich
Prießnitz
Brücke B6
I-II
III
vor Einmündung
I
III
Kirchweggraben
Todmühle
I
III
oh. MW-Abschlag
I
II-III
Stauffenbergallee
uh. Jägerstr.
I
II-III
uh. Bischofsweg
I
II-III
Mündung, uh.
I
II-III
Körnerweg
Weißiger
Höhe Hauptstr.
I
III-IV
Dorfbach
38 b
uh. Bautzner
I
III
Landstr.
oh. ehem. KA
I
III
Weißig

NO2-N
II

NH4-N
II-III

Ges.N o-PO4-P
II
II

Ges.P
II-III

TOC
III-IV

Cl
I-II

SO4
II

I

II-III

I-II

II

II

III-IV

I-II

II

I

II

III-IV

II

II-III

III

I-II

II

I-II

II

II

I

I-II

II-III

I

II

I-II

I-II

II

I-II

II

II-III

I

II

I-II
I-II

I-II
I-II

II-III
II-III

II
II

I-II
II

II-III
II-III

I-II
I-II

II
II

I-II

I-II

II

I-II

I-II

II-III

I-II

II

I-II
I-II

I-II
I-II

II
II-III

I-II
II

I-II
II

II-III
II-III

I-II
I-II

II
II

I-II

I-II

III

I

I

II-III

I

II-III

I-II
I-II

II
II

II
II

I-II
I-II

I
II

II-III
II-III

I-II
I-II

II
II

I-II
I-II

I-II
II

I
III

I
I-II

I-II
II

II-III
II-III

I
II

II
II

I-II

II

III

II-III

IV

II-III

II

II

I-II
I-II

II-III
II-III

III
III

II
II

III
II-III

IV
III-IV

II
I-II

II
II

I-II
I

II-III
I

III
II-III

II
I-II

II-III
II

III
III

I-II
I-II

II
II

I
I
I-II

I-II
I-II
III

III
III
II-III

I-II
I-II
III

II
II
III

III-IV
III
III-IV

I-II
I-II
I-II

II
II
II

II

II-III

III-IV

III

III

IV

II

II

II

II

III-IV

II-III

II-III

III-IV

II

II

II

II-III

III-IV

II-III

II-III

III-IV

II

II

Tab. 5.2.4: Chemische Gewässergüteklassifizierung nach LAWA 1998 für die 2014 untersuchten Messstellen

70

in ihren charakteris schen Lebensgemeinscha en nicht nur langfris ge Rückschlüsse auf Verschmutzungs- bzw. Reinheitsgrade der
Gewässer, sondern auch auf ihre Naturnähe und Strukturvielfalt.
In den Tabellen 5.2.5 bis 5.2.8 sind die biologischen Bewertungen dargestellt. Die teilweise dras schen Unterschiede zwischen
der biologischen Klassifi zierung nach DIN und nach EG-WRRL sind
methodisch bedingt.

Sehr unterschiedlich sind an den einzelnen Messstellen die S ckstoff- und Phosphor-Belastungen sowie die Gehalte an organischem
Kohlenstoff. Die Untersuchungen belegen jedoch eine überwiegend
sehr gute Sauerstoffversorgung der Gewässer.
Während die chemischen Beprobungen nur „Momentaufnahmen“ darstellen, gesta et die Ermi lung biologischer Parameter durch Bes mmung pflanzlicher und erischer Organismen

Untersuchungsjahr 2010/2011
Gewässer
Messstelle
Geberbach
Prohliser
Landgraben
Niedersedlitzer
Flutgraben
Tornaer
Abzugsgraben
Koitschgraben
BlasewitzGrunaerLandgraben
Lotzebach

MZB biologische
(DIN)*

GK MZB
Qualitätsklasse Diatomeen
nach WRRL**
Qualitätsklasse
WRRL***
3-mäßig

uh. Talsperre, oh. Brücke
Kauscha
uh. Kauscha, oh. Tschirnhausstr.
Lübbenauer Str.

II-III
II-III
II

3-mäßig

3-mäßig
4-unbefriedigend

vor Mündung, uh. Pirnaer
Landstr.
oh. Salzburger Str.

II-III

3-mäßig

3-mäßig

Wehlener Str.
vor Mündung in den
Koitschgraben
uh. Tornaer Abzugsgraben/
Gudehusstr.
R. Bergander-Ring
Mündung, uh. Tolkewitzer Str.

II-III
II-III

II-III

3-mäßig
3-mäßig
3-mäßig

II
II
II-III

nach

4-unbefriedigend
2-gut
2-gut

3-mäßig
3-mäßig

2-gut
3-mäßig

Talstr. zwischen Loch- und
II
3-mäßig
Waldmühle
uh. Verrohrung, Meißner Str./
II
2-gut
4-unbefriedigend
vor Am Fährhaus
Forellenbach
uh. Bahnlinie, Poetenweg
II
2-gut
uh. HWRB Forellenbach 3
II
2-gut
3-mäßig
Roter Graben
oh. OL Langebrück, Steinweg
II
4-unbefriedigend
uh. Bahndurchlass, oh. Badstr.
II-III
3-mäßig
Hauptstr. / Kirchstr.
II-III
1-sehr gut
Brücke an der Kirche
II
2-gut
oh. Roter Grabenweg,
II
2-gut
2-gut
Stadtgrenze
Braugraben
oh. Brauteich
II
3-mäßig
Mündung, vor Verrohrung
II
3-mäßig
3-mäßig
* MZB biologische GK (DIN) = Makrozoobenthos biologische Güteklasse nach DIN
** MZB Qualitätsklasse nach WRRL = Makrozoobenthos Qualitätsklasse nach EG-Wasserrahmenrichtlinie
*** Diatomeen Qualitätsklasse nach WRRL = Diatomeen (Kieselalgen) Qualitätsklasse nach EG-Wasserrahmenrichtlinie als
biologisches Maß für die Phosphor-Belastung
Tab. 5.2.5: Biologische Bewertung nach DIN und EG-WRRL für die 2010/2011 untersuchten Messstellen

71

Untersuchungsjahr 2011/2012
Gewässer
Messstelle
Weidigtbach

uh. Gompitz, uh. Ockerwitzer
Allee
oh. Coventrystr.
Schlehenstr. (renat. Abschnitt)
Wilhelm-Franz-Str.
Mündung, Rennersdorfer Str.
Gorbitzbach
Uthmannstr., HWRB
oh. Braunsdorfer Str.
Loschwitzbach uh. Grundstr.
uh. Mündung Neurochwitzer
Grundbach, oh. Absturz
Mündung, uh. Loschwitzer
Wiesenweg
Friedrichsgrund- uh. Zaschendorfer Str.
bach
Meixmühle
Meixstr., oh. Rechen
Mündung
Vogelgrundbach Meixstr.
Lausenbach
uh. Teichkette, oh. Mündung
Schelsbach
Stadtgrenze
Flössertgraben oh. Königsbrücker Landstr.
Ruhlandgraben Zum Kraftwerk
vor Bahndurchlass, LA für
Archäologie
uh. Bahnlinie
Seifenbach
uh.Sandfang
oh. Königsbrücker Landstr.
Schelsbach
uh. Flughafen
uh. HWRB Schelsbach
OL Weixdorf, oh. Ablauf Pastor
Roller Teich
Klotzscher
Am Grünen Zipfel
Dorfbach
Brüchigtgraben Tronitzer Str.
Mündung, Zschierener Elbstr.
Rossendorfer
oh. KA Eschdorf
Wasser
uh. KA Eschdorf

MZB biologische
(DIN)*

GK MZB
Qualitätsklasse Diatomeen
nach WRRL**
Qualitätsklasse
WRRL***

II-III
II-III
II-III
II-III
II
I-II
II-III
II
I-II

4-unbefriedigend
2-gut

4-unbefriedigend
3-mäßig
3-mäßig
3-mäßig
4-unbefriedigend
3-mäßig

II-III

4-unbefriedigend

II

4-unbefriedigend

I-II
I
I-II
I-II
II

3- mäßig
2-gut
4-unbefriedigend
3-mäßig
4-unbefriedigend

2-gut
2-gut

II
II-III
II
III-IV

2-gut
3-mäßig

4-unbefriedigend
4-unbefriedigend
3-mäßig
4-unbefriedigend

III
II-III
II
II
II
II

3-mäßig

2-gut

4-unbefriedigend
4-unbefriedigend
4-unbefriedigend
2-gut
3-mäßig
4-unbefriedigend

II-III

3-mäßig

3-mäßig

III
II-III
II

3-mäßig

4-unbefriedigend
4-unbefriedigend
3-mäßig

2-gut

3-mäßig

II

Tab. 5.2.6: Biologische Bewertung nach DIN und EG-WRRL für die 2011/2012 untersuchten Messstellen

72

2-gut

2-gut

nach

Untersuchungsjahr 2013
Gewässer
Messstelle
Bartlake
Ilschengraben

Eisenbornbach

oh. Wilschdorfer Landstr.
oh. Mündung Bartlake, oh.
Teich
uh. Mündung Bartlake, oh.
Langer Teich
Brücke vor Tiergehege

Gutebornbach

vor Mdg. in Eisenbornbach,
Höhe Schloss Albrechtsberg
Mordgrundbach vor Mordgrundbrücke
Graupaer Bach
Helfenberger
Bach

Wachwitzbach

Mariengraben
Unkersdorfer
Silberbach
Roßthaler Bach
Tännichtgrundbach
Tummelsbach
Zschonerbach

Oberpoyritz, Feldweg
Mündung, uh. Söbrigener Str.
oh. Helfenberger Tümpel

MZB biologische
(DIN)*
II
II
II
I
(aber artenarm)
I-II
(aber artenarm)
I-II
(aber artenarm)
I-II
III
I

GK MZB
Qualitätsklasse Diatomeen
nach WRRL**
Qualitätsklasse
WRRL***
2-gut
3-mäßig
2-gut
3-mäßig

nach

2-gut

3-mäßig

1-sehr gut
(aber artenarm)
1-sehr gut
(aber artenarm)
1-sehr gut

4-unbefriedigend
(Versauerung)
4-unbefriedigend
(Versauerung)
3-mäßig
(zeitweise Versauerung)
4-unbefriedigend
4-unbefriedigend
2-gut

2-gut

Helfenberger Grund, oh.
Treibgutfang
Mündung, oh. Elberadweg
Gönnsdorf am Zachengrundring
oh. Pappritz-mühlenteich
Mündung, oh. Loschwitzer
Wiesenweg
oh. Forststr.
uh. Straße an der Kirche

I-II

3-mäßig

I-II
I
I-II
II

2-gut

1-sehr gut

3-mäßig
3-mäßig
2-gut
3-mäßig

II-III
II-III

3-mäßig
3-mäßig

3-mäßig
3-mäßig

Burgwartstr., oh. HWRB
uh. B6

I-II
II

2-gut
2-gut

2-gut
3-mäßig

uh. Elbhangstr., am Abschlag
oh. Schulzenmühle
uh. Zschonermühle
Mündung

II
II
I-II
I-II

1-sehr gut

3-mäßig
3-mäßig
2-gut
3-mäßig

2-gut
2-gut

Tab. 5.2.7: Biologische Bewertung nach DIN und EG-WRRL für die 2013 untersuchten Messstellen

73

Untersuchungsjahr 2014
Gewässer
Messstelle
Roter Graben

Forellenbach
Braugraben
Lausenbach
Flössertgraben
Försterbach
Seifenbach
Schelsbach

Prießnitz

Weißiger
Dorfbach

MZB biologische
(DIN)*

uh. Bahndurchlass, oh. Badstr.
Hauptstr. / Kirchstr.
oh. Roter Grabenweg,
Stadtgrenze
uh. Bahnlinie, Poetenweg
uh. HWRB Forellenbach 3
oh. Brauteich
Mündung, vor Verrohrung
uh. Teichkette, oh. Mündung
Schelsbach
Stadtgrenze
oh. Königsbrücker Landstr.
oh. Friedersdorfer Waldweg, oh.
Waldbad
uh. Sandfang
oh. Königsbrücker Landstr.
uh. Flughafen
uh. HWRB Schelsbach
OL Weixdorf, oh. Ablauf Pastor
Roller Teich
Brücke B6
vor Einmündung
Kirchweggraben
Todmühle
oh. MW-Abschlag
Stauffenbergallee
uh. Jägerstr.
uh. Bischofsweg
Mündung, uh. Körnerweg
Höhe Hauptstr. 38 b

II-III
II
II

uh. Bautzner Landstr.
oh. ehem. KA Weißig

II-III
II

I-II
II
I-II
II
II
II
II-III
II
II-III
II
I-II
II
II

2-gut
3-mäßig
2-gut
3-mäßig
2-gut
2-gut

2-gut

II
I-II
II
I-II
I-II
II
II
II

Tab. 5.2.8: Biologische Bewertung nach DIN und EG-WRRL für die 2014 untersuchten Messstellen

74

GK MZB
Qualitätsklasse Diatomeen
nach WRRL**
Qualitätsklasse
WRRL***
1-sehr gut
2-gut
2-gut
3-mäßig
1-sehr gut
2-gut
3-mäßig
3-mäßig
3-mäßig
3-mäßig
3-mäßig
2-gut
2-gut
4-unbefriedigend
3-mäßig
3-mäßig
4-unbefriedigend
3-mäßig
3-mäßig
2-gut

2-gut

2-gut

2-gut
2-gut
3-mäßig
2-gut
3-mäßig
3-mäßig
3-mäßig
3-mäßig

nach

Güteklasse

Bezeichnung

Farbe

I

unbelastet

dunkelblau

I-II

gering belastet

hellblau

II

mäßig belastet

dunkelgrün

II-III

kri sch belastet

gelbgrün

III

stark verschmutzt

gelb

III-IV

sehr stark verschmutzt

orange

IV

übermäßig verschmutzt

rot

Tab. 5.2.9: Siebenstufige chemische Gewässergütebewertung (LAWA 1998) sowie siebenstufige saprobiologische Klassifizierung nach DIN 38410 M1 (2004)*

Qualitätsklasse

Bezeichnung

Farbe

1

sehr gut

blau

2

gut

grün

3

mäßig

gelb

4

unbefriedigend

orange

5

schlecht

rot

Tab. 5.2.10: Fünfstufige Bewertung der biologischen Qualitätsklassen nach EG-WRRL

Anhand der ermi elten Ergebnisse werden durch die Stadtentwässerung Dresden GmbH Maßnahmenkonzepte zur Minderung der
Belastungen in den Oberflächengewässern, welche durch Mischund Niederschlagswassereinleitungen verursacht werden, erarbeitet.

■ Gewässerstrukturgüte
Im Rahmen oben aufgeführter Gewässergüteuntersuchungen
wurde auch die Strukturgüte nach LAWA (Länderarbeitsgemeinscha Wasser) jeweils auf einem 100 m langen Gewässerabschni
im Messstellenbereich ermi elt. Die Tabelle 5.2.11 zeigt die Anzahl
der pro Gewässer untersuchten Abschni e mit den jeweiligen Strukturgüteklassen.

75

Bartlake
BlasewitzGrunaerLandgraben
Braugraben
Brüchigtgraben
Eisenbornbach
Flössertgraben
Forellenbach
Försterbach
Friedrichsgrund
bach
Geberbach
Gorbitzbach
Graupaer Bach
Gutebornbach
Helfenberger
Bach
Ilschengraben
Klotzscher
Dorfbach
Koitschgraben
Lausenbach
Loschwitzbach
Lotzebach
Mariengraben
Mordgrundbach
Niedersedlitzer
Flutgraben
Prießnitz
Prohliser
Landgraben
Rossendorfer
Wasser
Roßthaler Bach
Roter Graben
Ruhlandgraben
Schelsbach
Seifenbach
Tännichtgrundbach
Tornaer
Abzugsgraben
Tummelsbach
Unkersdorfer
Silberbach
Vogelgrundbach
Wachwitzbach
Weidigtbach
Weißiger
Dorfbach
Zschonerbach
Summe

I

II

III

IV

V

VI

VII

unverändert

gering verändert

mäßig verändert

deutlich
verändert

stark verändert

sehr
stark
verändert

vollständig
verändert

Gewässer

Anzahl
der
untersuchten
100-mAbschnitte

Strukturgüteklassen nach LAWA (2000)

Anzahl der untersuchten 100-m-Abschnitte je Gewässer und Zuordnung zu den jeweiligen
Strukturgüteklassen
1
1

1
1
2
2
1
1
2
1
4

1

1
2

1
1
1
1
2

2
2
2
1
3

1
1
1

1

1

1
2

1
1

2

2
1

2
1

2
2
3
2
1
1
2

2
1
1
1

1
1

1
1
1

1
2

7
2

3

2
1
5
3
3
2
1

1

1

1
1

1

3
1

1
1

1
1
1

3
3

1

1
1

1

1

1
1

1
1

1
3
5
3

1
1

1

1
3

2
2

1

3

2
85

2

1
15

13

Tab. 5.2.11: Anzahl der untersuchten 100-m-Abschnitte pro Gewässer mit jeweiliger Strukturgütebewertung

76

1

20

14

19

2

Bei den 85 untersuchten 100 m-Abschni en sind die Strukturgüteklassen II bis VI annähernd gleichermaßen vertreten. Nur je zweimal
wurden die Strukturgüteklassen I (unverändert) und VII (vollständig
verändert) ermi elt.
Das Umweltamt ist bestrebt, den ökologischen Zustand der
Gewässer gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie schri weise zu verbessern. Im Zeitraum 2011 bis 2014 wurden z. B. am
Kirchweggraben (Zufluss zur Prießnitz, Maßnahme I-051 Offenlegung oberhalb Gewerbegebiet Weißig) und am Ruhlandgraben
(Zufluss zum Lausenbach, Maßnahme I-038 Umverlegung und naturnaher Ausbau) Maßnahmen vor allem zur Verbesserung der Gewässerstruktur realisiert. Darüber hinaus tragen auch Maßnahmen der
Gewässerunterhaltung (s. nächster Abschni ) zur Verbesserung des
ökologischen Zustands bei.

dernisse bereits vor den verheerenden Extremniederschlägen 2013
und 2014 zu besei gen und den Bächen einige Abflussbahnen und
Rückhaltebereiche zurückzugeben. Dieser Tatsache, der lokalen
Begrenztheit der Starkregenzellen und dem unermüdlichen Einsatz
der Hochwasserabwehrkrä e ist es zu verdanken, dass in den
letzten Jahren nicht weitaus größere Schäden durch Überflutungen
entstanden sind.
Dennoch wiederspiegeln die Zahlen der Gewässerunterhaltung deutlich die sich häufenden Extremniederschlagsereignisse der
letzten Jahre: 2011 waren neben den regulären Unterhaltungsmaßnahmen restliche Schäden den Hochwasserereignisses von 2010 im
Dresdner Nordosten zu besei gen sowie mehrere stark verlandete
Teiche und Bachabschni e zu beräumen. Der gesamte Sommer
2013 war von der Schadenserfassung und beginnenden Schadensbesei gung von den beiden Hochwasserereignissen Ende Mai und
Anfang Juni bes mmt. Und als etliche dieser Schäden gerade beseigt waren, entstanden im Juni 2014 durch ein nächstes Extremniederschlagsereignis im Dresdner Südwesten neue Schäden.
Bei Tabelle 5.2.12 ist zu berücksich gen, dass Sachkosten für
Aufnahme und Besei gung der Hochwasserschäden von 2013 nicht
au auchen, da diese als durch den Freistaat Sachsen geförderte
Maßnahmen von Extrakonten bezahlt wurden.
Trotz dieser zusätzlichen Belastung von Mitarbeitern und
Finanzbudget konnten die regulären Unterhaltungsaufgaben erfüllt
werden. Dies ist dem großen Einsatz des fachkundigen Personals zu
verdanken sowie dem Einsatz engagierter Bau- und Dienstleistungsunternehmen.
Zur regelmäßigen Pflege zählen vor allem
■

Abb. 5.2.11: Naturnahes Gewässer Forellenbach

■
■
■
■
■

Abb. 5.2.12: Überblick zu Leistungen der Gewässerunterhaltung 2011 bis 2014

5.2.3 Gewässerunterhaltung
„Natürliche Gewässer brauchen grundsätzlich keine Mauern.
Zerstörte Ufermauern sind daher nach Möglichkeit nicht wiederherzustellen.“
Was der Freistaat Sachsen mit diesem Satz im Erlass über die
„Nachhal ge Besei gung von Hochwasserschäden“ im Sommer
2013 öffentlich äußerte, bestä gt die in Dresden seit Jahren bereits
prak zierte Pflege und Entwicklung der Gewässer. Durch diese
Herangehensweise gelang es dem Umweltamt, viele Abflusshin-

das Kontrollieren und Beräumen der Gewässer und ihrer Randbereiche von Schwemmgut, Müll und Fremdstoffen,
das Freihalten und Entlanden der Abflussgerinne von übermäßigen Ablagerungen und Wildaufwuchs,
das Mähen von Böschungen und Uferflächen,
das Pflegen von Gehölzen im Gewässersaum,
das Kontrollieren, Beräumen und Instandhalten der Rückhalteeinrichtungen für Treibgut, Sediment- und Geschiebefrachten
das Überwachen und Betreiben von Hochwasserschutzanlagen.

Bei den genannten Pflegekategorien achtet das Umweltamt darauf,
dass die Maßnahmen sowohl den wasserwirtscha lichen Zielstellungen als auch den gewässerökologischen Anforderungen genügen.
Zudem sind die Belange des Naturschutzes, der Fischereiwirtscha ,
evtl. des Denkmalschutzes, des Orts- und Landscha sbildes und o
auch der privaten Anlieger zu berücksich gen.
Erfordern grundha e Maßnahmen einen wesentlichen Eingriff
in den betreffenden Gewässerabschni oder eine Anlage, sind sie in
der Regel Anlass für eine gleichzei ge Gewässerentwicklung. Da der
Umfang dieser Maßnahmen meist von örtlich begrenzter Wirkung
ist und sie sich rela v schnell und unkompliziert umsetzen lassen,
werden sie im Rahmen der Gewässerunterhaltung durchgeführt.
Die langfris ge Entwicklung der Gewässer hingegen erfordert
weitaus gründlichere Prüfung und Planung geeigneter Maßnahmen und ist nicht Gegenstand der Gewässerunterhaltung. Die
Tabelle 5.2.12 gibt einen Überblick zu den Leistungen in den Jahren
2011 bis 2014.

77

Leistung und Kosten
in Tausend Euro

2013

2014

Unterhaltungsmaßnahmen insgesamt

553

638

Beräumung/Abfallbesei gung

88

110

Ufermahd

47

61

Gehölzpflege

78

67

Frei-/Instandhalten
wasserwirtscha licher Anlagen

166

170

Überwachung/Betrieb Hochwasserschutzanlagen

93

88

Instandhalten Gewässer und Anlagen

14

80

grundha e Maßnahmen

66

62

Wasserrechtliches Verfahren

Tab. 5.2.12: Überblick zu Leistungen der Gewässerunterhaltung 2011 bis 2014

5.2.4 Bewirtscha ung von Oberflächengewässern und Hochwasserschutz
Am 8. August 2013 trat im Nachgang zur Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) das neue Sächsische Wassergesetz (SächsWG-neu) in Kra . Es erhielt eine völlig neue Gliederung und einige
neue Regelungen, u. a. auch zur Bewirtscha ung oberirdischer Gewässer und zum Hochwasserschutz. Die im Umweltamt „angesiedelte“ untere Wasserbehörde vollzieht im Rahmen ihrer gesetzlichen Zuständigkeiten die wasserrechtlichen Vorschri en für das
städ sche Territorium, für die Themen „Hochwasserschutz“ und
„oberirdische Gewässer“ erfolgt dies im Sachgebiet Oberflächenwasser. Dieses Sachgebiet ist als Genehmigungsbehörde tä g, grei
aber auch als „Gewässeraufsicht“ ein, setzt Überschwemmungsgebiete (ÜG) fest und grenzt sog. überschwemmungsgefährdete
Gebiete aus, die anschließend öffentlich bekannt gemacht werden.
Letztere Kategorie wurde im SächsWG-neu eingeführt.
Die „Genehmigungsbehörde“ wird dann tä g, wenn von Bürgern, Firmen oder öffentlichen Trägern Bau- oder andere Vorhaben
umgesetzt werden sollen, deren Standorte in, an, unter bzw. über
einem Oberflächengewässer oder den Ufern, im Gewässerrandstreifen oder im festgesetzten ÜG liegen. Gleiches gilt für Gewässerausbauvorhaben, den Bau von Hochwasserschutzanlagen oder
Maßnahmen auf Deichen, sofern nicht die obere Wasserbehörde
zuständig ist. Für solche Vorhaben muss der Vorhabenträger rechtzei g vor Beginn einen wasserbehördlichen Zulassungsbescheid
beantragen, der je nach Sachlage eine Plangenehmigung, Genehmigung, Befreiung oder Zus mmung ist. In manchen Fällen ist eine
wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich, nämlich dann, wenn ein
Gewässer benutzt wird, z. B. für das Einleiten oder Entnehmen von
Wasser oder wenn das Gewässer aufgestaut wird, um Wasser für
Fischteiche oder zum Bewässern abzuleiten bzw. zu entnehmen.
In unklaren Fällen ist auch über die Unterhaltungszuständigkeit für
Gewässer, Gewässerteile oder bauliche Anlagen an Gewässern zu
entscheiden.

78

Es empfi ehlt sich vor der Antragstellung eine Rücksprache mit der
Wasserbehörde zu Art und Umfang der einzureichenden Unterlagen
zu halten. Natürlich besteht auch die Informa onsmöglichkeit über
das Internet unter www.dresden.de. Unter Rathaus/Dienstleistungen/“Wasserrechtlichen Verfahren, Antragsunterlagen“ steht für
den Antrag ein Formular zum Download bereit (Teil A). Zusätzlich
notwendige Unterlagen zum Vorhaben sind an gleicher Stelle in
einem entsprechenden Teil B aufgeführt.
Im Zeitraum 2011/2014 hat sich die untere Wasserbehörde
mit insgesamt etwa 1 200 der vorgenannten Vorhaben befasst.
Die Verteilung im Berichtszeitraum ist nachfolgender Tabelle zu
entnehmen:
2011

2012

2013

2014

Genehmigungen oder Stellungnahmen für bauliche Anlagen
in, an, unter oder über einem
Oberflächengewässer

50

45

47

43

Plangenehmigungen bzw.
Stellungnahmen für Gewässerausbauvorhaben

10

13

17

10

Stellungnahmen oder Bescheide
zu Vorhaben in festgesetzten ÜG

etwa
220

etwa
220

164

263

Verfahren für Vorhaben in Gewässerrandstreifen/auf Deichen

6

8

7

9

Erlaubnisse für
Gewässerbenutzungen

7

10

10

8

Sons ge Entscheidungen

8

8

5

8

Tab. 5.2.13: Wasserrechtliche Verfahren zu Oberflächengewässern und Hochwasserschutz

Die genannten Zahlen betreffen insbesondere bzgl. der Lage von
Vorhaben im ÜG nicht nur dauerha vorhandene bauliche Anlagen,
sondern auch temporäre Maßnahmen, wie z. B. Baustelleneinrichtungen oder Veranstaltungen in Elbnähe.
Bemerkenswert ist, dass die Anzahl bearbeiteter Vorhaben
in den festgesetzten Überschwemmungsgebieten im Jahr 2013
(Juni-Hochwasser 2013) deutlich rückläufi g war (164), was sich im
Jahr 2014 so nicht mehr fortgesetzt hat (263).
Zusätzlich war nach dem Juni-Hochwasser 2013 eine Vielzahl
von Anträgen auf Gewährung von Zuwendungen zur Besei gung von
Hochwasserschäden (Richtlinie Hochwasserschäden 2013) hinsichtlich der Hochwasserbetroffenheit und der Genehmigungspflicht der
Maßnahmen zu bearbeiten.
Im Rahmen der Gewässeraufsicht erfolgten regelmäßige sowie
anlassbezogene Überwachungen der Gewässer, der wasserbaulichen Anlagen und wasserrechtlich genehmigten Bauvorhaben,
einschließlich Bauüberwachung und -abnahme der vom Umweltamt
genehmigten Wasserbau- und Gewässerausbauverfahren sowie
Kontrollen an vorhandenen Hochwasserrückhaltebecken und Flutmulden. Weiterhin erfolgten Gewässerschauen und -begehungen
sowie Deichschauen. Insgesamt wurden dazu im Berichtszeitraum
253 Überwachungen, d. h. Bauüberwachungen und -abnahmen,
Anlagenkontrollen sowie Gewässer- und Deichschauen, durchgeführt, davon 53 in 2011, 72 in 2012, 59 in 2013 und 69 in 2014.

Bezüglich der im vorhergehenden Faktenbericht 2009/2010 aufgeführten festgesetzten ÜG für Hochwasser mit einem sta s sch
hundertjährlichen Wiederkehrintervall (HQ100) gab es im Zeitraum
2011bis 2014 folgende Veränderungen:
■

■

■

Das ÜG der Vereinigten Weißeritz wurde mit Wirkung ab 9. Januar 2012 aufgehoben.
Grund: Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes zwischen
dem Freistaat Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden
wurde die Vereinigte Weißeritz im Stadtgebiet so ausgebaut,
dass gemäß Modellrechnung im HQ100-Fall die Wassermenge
im Gewässerbett abgeführt werden kann. Damit entfiel der
gesetzliche Grund für die Festsetzung eines ÜG nach § 100 Abs.
3 SächsWG-alt.
Das ÜG der Elbe vom 25. Oktober 2004 (Wasserstand 924 cm
am Pegel Dresden) wurde mit Wirksamkeit ab 9. Januar 2012
im geschützten Bereich der sog. Hochwasserschutzanlage
„Innenstadt/Friedrichstadt“ um etwa 1,1 km² verkleinert.
Grund: Die Anpassung des ÜG erfolgte auf Grund der baulichen Fertigstellung der Hochwasserschutzanlage für die linkselbischen Stadtteile Altstadt, Wilsdruffer Vorstadt und Friedrichstadt zwischen Hasenberg und Waltherstraße.
Die ÜG an den Gewässern/Gewässersystemen zweiter Ordnung
vom 8. Dezember 2003 verloren per Gesetz am 31. Dezember
2012 ihre Gültigkeit. Im Zeitraum 2012/2013 wurden entsprechend ermittelter Hochwasserrisiken neue ÜG an Gewässern
zweiter Ordnung festgesetzt.

Aktuell sind im Stadtgebiet Dresden folgende ÜG für ein HQ100 festgesetzt:
■
■
■

■

Das ÜG des Lockwitzbaches/Niedersedlitzer Flutgraben, festgesetzt seit 24. Juli 2006.
Das ÜG der Elbe, festgesetzt seit Mai 2000 durch Rechtsverordnung (Wasserstand 817 cm am Pegel Dresden).
Das ÜG der Elbe, festgesetzt seit 25. Oktober 2004 (Wasserstand 924 cm am Pegel Dresden) mit Anpassung vom 9. Januar
2012.
Die ÜG an den Gewässern/Gewässersystemen zweiter Ordnung: Friedrichsgrundbach, Bartlake, Lausenbach-System, Roter Graben-System, Bränitzbach, Helfenberger Bach-System,
Schullwitzbach-System, Grauaer Bach, Maltengraben, System
Prohliser Landgraben/Geberbach, Prießnitz Oberlauf-System,
Prießnitz Unterlauf, Blasewitz-Grunaer-Landgraben/Koitschgraben/Leubnitzbach, Omsewitzer Graben-System, Lotzebach-System, Teichwiesengraben-System, Loschwitzbach-System, Keppbach-System, Zschonerbach-System, Erlenweggraben, Tummelsbach.

Abgesehen von dem im Jahr 2000 per Rechtsverordnung festgesetzten ÜG der Elbe gelten alle anderen ÜG kra Gesetzes als
festgesetzt. Die ÜG wurden in Karten der unteren Wasserbehörde
dargestellt und öffentlich ausgelegt. Diese Verfahrensweise beruht
auf § 100 Abs. 3 SächsWG-alt bzw. § 72 Abs. 2 SächsWG-neu.

Zusätzlich bestehen derzeit die folgenden überschwemmungsgefährdeten Gebiete (§ 75 SächsWG-neu):
■
■

Das überschwemmungsgefährdete Gebiet der Vereinigten
Weißeritz, Karten veröffentlicht am 8. September 2014.
Das überschwemmungsgefährdete Gebiet der Elbe (ehem.
ÜG-Flächen im geschützten Bereich der Hochwasserschutzanlage für die linkselbischen Stadtteile Altstadt, Wilsdruffer
Vorstadt und Friedrichstadt zwischen Hasenberg und Waltherstraße), Karten veröffentlicht am 9. Januar 2012.

Die Karten der festgesetzten Überschwemmungsgebiete (ÜG) und
der überschwemmungsgefährdeten Gebiete sind im Umweltamt
einsehbar, aber auch im Internet im Themenstadtplan unter www.
dresden.de/themenstadtplan veröffentlicht. In den festgesetzten
ÜG sind bes mmte Handlungen per Gesetz untersagt (§ 78 Abs. 1
WHG). Bei Erfüllung gesetzlich geregelter Voraussetzungen können
solche Handlungen im Einzelfall genehmigt werden. Dies ist in vielen
Fällen möglich, aber nicht immer.
Detaillierte Aussagen zum Hochwasserschutz sind im Abschni 5.6
dieses Berichtes zu fi nden.
Im Zusammenhang mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist die untere Wasserbehörde gemäß Erlass vom 22. Dezember
2009 für die Umsetzung des zum 22. Dezember 2009 verbindlich
eingeführten Maßnahmenprogrammes für die Flussgebietseinheit
Elbe, bezogen auf die Dresdner Gewässer, verantwortlich. Sogenannte Berichtsgewässer sind im Stadtgebiet Dresden die Vereinigte Weißeritz, der Lockwitzbach, der Niedersedlitzer Flutgraben,
die Elbe, der Lausenbach, der Schullwitzbach, der Zschonerbach,
der Kaitzbach, der Blasewitz-Grunaer-Landgraben, der Lotzebach
und die Prießnitz. Diese Aufgabe bes mmte im Zeitraum 2011 bis
2014 das gesamte wasserbehördliche Handeln an den oberirdischen Gewässern. Einerseits flossen die Vorgaben des Bewirtschaftungsplanes und des Maßnahmenprogrammes als maßgebliches
Prü riterium in die wasserrechtlichen Verfahren ein. Andererseits
waren gemeinsam mit den Gewässerunterhaltungspflich gen geeignete Maßnahmen zu fi nden und auf den Weg zu bringen, um die
Gewässer dem Ziel, nämlich dem Erreichen des guten ökologischen
Zustandes, Schri für Schri näher zu bringen. Die im Jahr 2010 im
Umweltamt begonnenen Anstrengungen werden auch die Arbeit
der nächsten Jahre (2. Berichtszyklus) maßgeblich bes mmen.
Weitere Informa onen zur Europäischen Wasserrahmenrichtlinie gibt es auf der Internetseites des Freistaates Sachsen (www.
umwelt.sachsen.de).

5.2.5 Siedlungs- und Industrieabwasserwirtscha
■ Indirekteinleitungen
Die Einleitung von Abwasser in öffentliche Abwasseranlagen wird als
Indirekteinleitung bezeichnet. Wenn das Abwasser eine besondere
Schadsto elastung aufweist, bedarf diese Einleitung einer wasserrechtlichen Genehmigung durch die Wasserbehörde (gewerbliche
und industrielle Abwässer). Ziel dieser Regelung ist es, die Gewässer
vor besonderen Abwasserinhaltsstoffen, die nicht oder nur unzureichend in der kommunalen Kläranlage abgebaut werden, zu schützen.
Die Schadstoffe (z. B. Schwermetalle) sind direkt an den Anfallstellen
zurückzuhalten bzw. zu verringern. Es gibt verschiedene sogenannte
Abwasserherkun sbereiche, bei denen ohne wasserrechtliche
Genehmigung keine Einleitung in die Kanalisa on erfolgen darf.

79

Im Stadtgebiet Dresden fallen gewerbliche und industrielle Abwässer
folgender Herkun sbereiche nach Abwasserverordnung an:
■
■
■
■
■
■
■
■
■
■
■
■

Chemische Industrie
Wasseraufbereitung, Kühlsysteme, Dampferzeugung
Textilherstellung, Textilveredlung
Metallbearbeitung, Metallverarbeitung
Mineralölhaltiges Abwasser
Zahnbehandlung
Ablagerung von Siedlungsabfällen
Chemisch Reinigung
Fotografische Prozesse
Herstellung von Halbleiterbauelementen
Wäschereien
Herstellung von Druckformen, Druckerzeugnissen und grafischen Erzeugnissen

Die Zahl der Kleinkläranlagen mit biologischer Abwasserbehandlung s eg in den Jahren 2011 bis 2014 weiter an. Ebenso wurden
zahlreiche alte Anlagen (z. B. Absetzgruben und undichte Sammelgruben) durch Erweiterung der städ schen Kanalisa on abgelöst.
Seit Ende 2014 werden im Stadtgebiet Dresden bereits 607 biologische Kleinkläranlagen betrieben.
Wasserrechtliche Verfahren
Einleitungen ins Grundwasser
Einleitungen in Oberflächengewässer
Verfahren insgesamt

2011 bis 2014
225
81
306

Tab. 5.2.14: Wasserrechtliche Verfahren zu Kleineinleitungen

Aufgabenschwerpunkte im Berichtszeitraum waren neben der Überwachung des ordnungsgemäßen Betriebes der industriellen Abwasserbehandlungen die Anpassung von 47 Genehmigungen an geänderte bzw. erweiterte Produk onsabläufe.
■ Kommunale Abwasseranlagen
In Zusammenhang mit der Umsetzung des Abwasserbesei gungskonzeptes der Landeshauptstadt Dresden wurden von der Wasserbehörde 48 wasserrechtliche Anzeigeverfahren für Kanalisa onsbaumaßnahmen sowie 22 wasserrechtliche Genehmigungsverfahren für den Bau und Betrieb von öffentlichen Abwasseranlagen
durchgeführt.
In Verbindung mit der Umsetzung der Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie zur Herstellung eines guten Gewässerzustandes
wurde durch die untere Wasserbehörde die Anforderung an die
Abwassereinleitung aus der Kläranlage Eschdorf über das Rossendorfer Wasser in den Schullwitzbach für den Parameter Phosphor,
gesamt erhöht. Die Einhaltung des Überwachungswertes wird seit
Ende 2014 durch den kon nuierlichen Betrieb einer Anlage zur
chemischen Phosporfällung erreicht.
■ Dezentrale Abwasserbeseitigung (Kleinkläranlagen)
Im Stadtgebiet Dresden werden 750 dauerha bewohnte Grundstücke keinen Abwasseranschluss an das öffentliche Kanalnetz
erhalten, denn nicht immer ist es ökonomisch sinnvoll und wasserwirtscha lich angemessen, das Abwasser über öffentliche Anlagen
zur Kläranlage Dresden-Kaditz oder zu einer der Ortskläranlagen
Eschdorf und Malschendorf abzuleiten. Das anfallende Abwasser
muss dann über grundstückseigene Anlagen (Kleinkläranlagen)
behandelt und abgeleitet werden. In der Regel werden diese
Anlagen durch einen oder mehrere Grundstücksbesitzer in privater
Trägerscha gebaut und betrieben. Bei nur geringem Anfall kann das
häusliche Abwasser auch in abflusslosen Gruben gesammelt und zur
weiteren Behandlung abtranspor ert werden.
Vorhandene, nicht den geltenden rechtlichen Anforderungen
entsprechende Einleitungen aus Kleinkläranlagen sind nach den
Vorgaben des Freistaates Sachsen bis spätestens zum 31. Dezember
2015 an den Stand der Technik anzupassen. Die Kleinkläranlagen
sind mit mindestens biologischer Behandlungsstufe auszurüsten.
Für die Einleitung der behandelten Abwässer in ein Gewässer
(Grund- oder Oberflächenwasser) ist eine wasserrechtliche Erlaubnis
erforderlich.

80

Abb. 5.2.13: Sanierungsbedürftige Abwassergrube

Die Ableitung der behandelten Abwässer erfolgt überwiegend (etwa
85 Prozent) über Sickeranlagen in den Untergrund. Das Abwasser
von etwa 15 Prozent der Kleinkläranlagen wird direkt in ein Oberflächengewässer eingeleitet.
■ Niederschlagswasserbeseitigung
Niederschlagswasser soll nach den Grundsätzen der Abwasserbesei gung ortsnah versickert oder direkt oder über eine Kanalisa on
ohne Vermischung mit Schmutzwasser in ein Gewässer eingeleitet
werden. Verdunstung, Versickerung und Rückhaltung sollen unter
Beachtung der gebietstypischen Gegebenheiten des Wasserhaushalts Vorrang vor der direkten Ableitung haben.
Der Trend zur verstärkten Niederschlagswasserbesei gung auf
dem Grundstück des Anfalls, sowohl bei vorhandener Bebauung
als auch bei Neuerschließung, setzte sich auch im Berichtszeitraum
2011/2014 fort. Unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen hat der
Gesetzgeber die Versickerung von Niederschlagswasser erlaubnisfrei gestellt. Zahlenmäßige Erfassungen sind deshalb nur für die der
Genehmigungs- bzw. Erlaubnispflicht unterliegenden Anlagen und
Benutzungen möglich.

Wasserrechtliche Verfahren

Die nördlichen Elbhänge werden von Festgesteinen des Lausitzer
Massivs gebildet. Hier stellen sich die Grundwasserverhältnisse
weitaus komplizierter dar. Eine Grundwasserführung ist vor allem in
Talniederungen und in der Nähe von Bächen möglich. Detaillierte
Informa onen über die Geologie und Hydrogeologie Dresdens sind
in dem 2010 durch das Umweltamt veröffentlichten Fachbericht
zum Grundwasser enthalten /1/.
Grundlage für einen vorsorgenden, flächendeckenden Grundwasserschutz ist eine systema sche und kon nuierliche Überwachung der Grundwasserstände und der Grundwasserbeschaffenheit.

2011 bis 2014

Einleitungen in Gewässer

244

Auslau auwerk am Oberflächengewässer

79

Rückhalte- und Versickerungsanlagen

31

Abb. 5.2.15: Wasserrechtliche Verfahren zur Niederschlagswasserbeseitigung

5.3.1 Entwicklung des Grundwasserstandes

Abb. 5.2.14: Regenwasserversickerung, Kräutersiedlung Dresden-Gorbitz

5.3 Grundwasser




	
	



	

	



	
	



		



		



		



		



		



		



		



		



	
	



	
	



	

	



	
	



		



		



		



		



		



		



		



		



	
	



	
	



	

	



	
	



		



		



		



		



		



		



		



		



	
	





	
	










	

	








	
	









		









		










		











		










		










		










		











		








	
	



		


Dresden ist eine grundwasserreiche Stadt. Im Laufe der jüngeren
erdgeschichtlichen Entwicklung hat die Elbe im Bereich des Elbtales
Sande und Kiese in einer Mäch gkeit von durchschni lich 10 bis
20 m als wich gste grundwasserführende Schichten (Grundwasserleiter) abgelagert. Das Grundwasser ist bei einem Flurabstand von
etwa 5 bis 7 m leicht zugänglich und strömt mit einer Geschwindigkeit von 0,25 bis 1 m/Tag im Untergrund der Elbe zu.
Unter diesem oberen Grundwasserleiter gibt es erdgeschichtlich ältere grundwasserführende Gesteine, vor allem Sandsteine, die
schräg gelagert sind und die auf den südlichen Randhöhen Dresdens
die Erdoberfläche erreichen, im Stadtzentrum aber weit über 100 m
in der Tiefe liegen.

		
	



Der Grundwasserstand ist keine feste Größe. Er hängt von der Menge des neugebildeten Grundwassers, den Entnahmemengen und
der Wasserführung der Elbe ab. Der Elbwasserstand wirkt sich vor
allem bei Hochwasserereignissen auf die Grundwasserstände aus.
Unter normalen Bedingungen fließt das Grundwasser im Untergrund der Elbe zu (e uente Verhältnisse). Steigt aber durch ein
Hochwasser der Elbwasserstand an, kehrt sich die Fließrichtung um
und Wasser aus der Elbe drückt in den Grundwasserleiter (influente
Verhältnisse). Unmi elbare Folgen sind ein Ansteigen des Grundwasserstandes und eine Änderung der Grundwasserfließverhältnisse.
In der langfris gen Betrachtung ist im Stadtgebiet kein eindeu ger Trend zu einem Ansteigen oder Absinken der Grundwasserstände zu verzeichnen. Die in Abbildung 5.3.1 gezeigte Grundwasserstandsganglinie verdeutlicht beispielha das Grundwasserschwankungsverhalten im gesamten Berichtszeitraum. Der Elbwasserstand
als wesentliche Randbedingung schwankte in diesem Zeitraum
zwischen Werten von minimal 0,76 m und maximal 8,78 m (während
des Elbhochwassers vom Juni 2013) am Pegel Dresden. Die Ganglinie
der Messstelle 5892 (Tolkewitz, Saalbachstraße – etwa 500 m von
der Elbe en ernt) wird vom Elbwasserstand direkt beeinflusst. Die
Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten in diesem
Zeitraum gemessenen Grundwasserstandswert beträgt 4,77 m. Die
Grundwasserganglinie vollzieht den Elbwasserstandsverlauf leicht
zeitverzögert und mit einer geringeren Schwankungsbreite deutlich
nach.



Abb. 5.3.1: Wasserstandsverlauf an der Grundwassermessstelle 5892 (Tolkewitz, Saalbachstraße) 2011 bis 2014

81

Abb. 5.3.2: Grundwasserstände vor dem Hochwasser vom Juni 2013 und hochwasserbedingter Anstieg an der Messstelle 5892, Salbachstraße (Quelle: Umweltamt)

Im Berichtsszeitraum sind vor allem die auf die erhöhte Grundwasserneubildung zurückzuführenden hohen Grundwasserstände
zu Anfang der Jahre 2011 und 2013 sowie die Auswirkungen des
Elbhochwassers vom Juni 2013 hervorzuheben. Im Grundwasser
bestand für dieses Hochwasser eine besondere Ausgangssitua on:
viele Messstellen im Stadtgebiet wiesen aufgrund der hohen Niederschlagsmengen in Winter und Frühjahr bereits Grundwasserstände
von ein bis zwei Meter über den normalen Grundwasserständen
auf.
Der zusätzliche Grundwasserans eg durch das Elbhochwasser
begann schnell und erreichte wie 2002 maximale Ans egsgeschwindigkeiten von deutlich über 1 m/d. Hinsichtlich der Auswirkungen
auf das Grundwasser unterschied sich das Hochwasser vom Juni
2013 teilweise deutlich vom Hochwasser 2002. Erwartungsgemäß
lagen bei den meisten Messstellen die Grundwasserstandsmaxima
des Jahres 2013 unter denen des Jahres 2002, und zwar im Durchschni um 1,58 m. Die größten Differenzen traten in den Gebieten
auf, die im Jahr 2013 im Gegensatz zu 2002 nicht überflutet oder
nah der Überflutungsfläche gelegen waren. Hier zeigte sich ganz
besonders der posi ve Effekt der an Weißeritz und Elbe bereits
umgesetzten Hochwasserschutzmaßnahmen. Besonders deutlich
haben sich die bereits verwirklichten Hochwasserschutzmaßnah-

men in der Dresdner Innenstadt ausgewirkt. Schließt man die direkt
von den umgesetzten Hochwasserschutzmaßnahmen beeinflussten
Messstellen aus, lagen die Grundwasserstände im Mi el um 0,83 m
unter denen des Jahres 2002.
Die Grundwasserabsenkungsanlagen des Staatsbetriebes
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) an Landtag,
Semperoper, Schloss, Johanneum und Ständehaus und die private
Anlage des Coselpalais gingen beim Hochwasser planmäßig in Betrieb. Diese und der zusätzlich mit erhöhter Menge betriebene
Kälteversorgungsbrunnen der DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH
in der Dresdner Altstadt ha en eine nachdrücklich posi ve Wirkung
und reduzierten die Grundwasserstände in der Innenstadt deutlich
(s. Abb. 5.3.3).
An einigen Messstellen waren die 2013 gemessenen Maxima
aber sogar um bis zu 1 Meter höher als 2002. Eine Ursache hierfür ist
die aus der hohen Grundwasserneubildung resul erende Vorfeuchte
und die deshalb bereits im Vorfeld des Hochwasserereignisses
2013 im Durchschni um bis zu 1 m über Mi elwasser liegenden
Ausgangsgrundwasserstände.

5.3.2 Entwicklung der Grundwasserqualität
Im Stadtgebiet gibt es etwa 60 Altlaststandorte, an denen das
Grundwasser erheblich mit chemischen Stoffen belastet ist. Alle
bekannten Belastungsstandorte befi nden sich in der systema schen
Altlastenbearbeitung (s. auch Kapitel 4).
Als Hauptproblem hat sich auch in diesem Berichtszeitraum
die Belastung des Grundwassers durch leich lüch ge halogenierte
Kohlenwasserstoffe (LHKW) erwiesen. Als toxische Stoffe haben
sie nachgewiesenermaßen auf den menschlichen Organismus eine
krebserregende und/oder erbgutverändernde Wirkung. Das Umweltamt überwacht die Grundwasserqualität regelmäßig gemeinsam
mit der DREWAG Stadtwerke GmbH an insgesamt 100 Standorten
im Stadtgebiet. Der Schwerpunkt der Überwachung liegt auf dem
umfangreich genutzten pleistozänen Hauptgrundwasserleiter. Wie
sich die prozentualen Anteile der LHKW-Belastung an den regelmäßig beprobten Messstellen in den Jahren 2005 bis 2014 entwickelt haben, zeigt die Abbildung 5.3.4.

Abb. 5.3.3: Vergleich der minimalen Grundwasserflurabstände in den Jahren 2002 (links) und 2013 (rechts) in der Dresdner Innenstadt

82

Abb. 5.3.4: Prozentuale Verteilung der an den regelmäßig beprobten Messstellen analysierten LHKW-Konzentrationen (2005 bis 2014)

Die räumliche Verteilung der analysierten Konzentra onen ist für die
Jahre 2011 bis 2013 in der Abbildung 5.3.7 dargestellt. Es ist eine
starke Differenzierung der Nitratgehalte im Grundwasser erkennbar.
Erhöhte Gehalte können auf die landwirtscha liche Flächennutzung
oder die gärtnerische oder kleingärtnerische Nutzung von Flächen
zurückzuführen sein. Besonders hohe Bedeutung kommt hier einer
bedarfsgerechten Nährstoffversorgung und dem Vermeiden einer
unzureichenden Nährstoffausnutzung durch die Pflanzenbestände
zu, um ein Auswaschen von Nährstoffen in den Untergrund zu
vermeiden. Eintragsorte lassen sich meist nicht eindeu g zuordnen.

Die räumliche Verteilung aller zwischen 2011 und 2013 analysierten Werte ist in der Abbildung 5.3.5 dargestellt. Während in den
Gebieten außerhalb des Elbtales regelmäßig keine oder nur eine
sehr geringe Belastung nachgewiesen wurde, ist das Grundwasser
im Elbtal-Grundwasserleiter bereichsweise stark mit LHKW belastet.
Trotz hoher Inves onen in Erkundung und Sanierung von Altlasten
verbessert sich hier die Situa on nur langsam.

Abb. 5.3.7: Überblick über die räumliche Verteilung aller analysierten Nitrat-Konzentrationen (2011 bis 2013)

5.3.3 Wasserrechtliche Erlaubnisse zu Grundwasser

Abb. 5.3.5: Überblick über die räumliche Verteilung aller analysierten LHKW-Konzentrationen (2011 bis 2013)

Das Wasserrecht stellt den rechtlichen Rahmen dar, um eine gesetzlich geordnete Nutzung, den flächendeckenden Schutz unserer
Wasserressourcen und eine nachhal ge Bewirtscha ung sicherzustellen.

Bei den anorganischen Stoffen gilt besonders der Nitratbelastung
des Grundwassers erhöhte Aufmerksamkeit. Der Schwellenwert der
EU-Wasserrahmenrichtlinie liegt für Nitrat bei 50 mg/l. Abbildung
5.3.6 zeigt die Entwicklung der Nitratbelastung bei den 2005 bis
2014 regelmäßig beprobten Messstellen. Es zeichnet sich inzwischen
ein Trend zu einem Rückgang der Nitratkonzentra on ab. 20 Prozent
der Werte entsprechen jedoch weiterhin nicht den Anforderungen.

Abb. 5.3.8: Bauwasserhaltung
Abb. 5.3.6: Prozentuale Verteilung der 2005 bis 2014 analysierten Nitrat-Konzentrationen an regelmäßig beprobten Messstellen

Das Hauptaugenmerk im wasserrechtlichen Vollzug ist auf die sogenannten Grundwasserbenutzungen gerichtet. Dazu gehören unter
anderem das Entnehmen von Grundwasser über Brunnen, das
Einleiten von Stoffen, das Absenken und Aufstauen, teilweise aber
auch das Einbringen von Erdwärmesonden. Die wasserrechtliche
83

Beurteilung von Eingriffen in das Grundwasser ist o mals schwierig,
da infolge der „Unsichtbarkeit” des Schutzgutes Grundwasser ein
besonderes Maß an Abstrak on notwendig ist.
Für Grundwasserbenutzungen ist grundsätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich, die nach Vorgangsprüfung von der
Wasserbehörde erteilt wird. Ausnahmen bilden alle die Grundwasserbenutzungen, die unter Einhaltung der Wassergesetze und einer
auf deren Grundlage erlassenen Verordnung erlaubnisfrei ausgeübt
werden dürfen. Erlaubnisfrei, aber anzeigepflich g, ist beispielsweise meist die Nutzung von Grundwasser zur Bewässerung eines
Gartens. Die Errichtung privater Haus- bzw. Gartenbrunnen zur
Grundwassernutzung bleibt seit 2011 etwa konstant. In den Jahren
2011 bis 2014 wurden jährlich etwa 50 Haus- oder Gartenbrunnen
neu angezeigt.
Eingriffe in das Grundwasser mi els bauzeitlicher Grundwasserhaltung bei Bauvorhaben lagen im Berichtszeitraum 2011
bis 2014 zwischen 16 Vorhaben (2013) und 25 Vorhaben (2014)
und damit etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Die Schwerpunkte
bildeten Sanierungen von Abwasserkanälen der städ schen Kanalisa on sowie Bauvorhaben öffentlicher Versorgungsträger.
Jedes Jahr werden Fördermengen zur Grundwasserhaltung von
rund 60 Tm³/d wasserrechtlich erlaubt. Damit könnte eine Kleinstadt
mit Trinkwasser versorgt werden. Die Zahl der Anträge für Grundwasser zur Brauchwasserversorgung von Industrie und Gewerbe ist
im Berichtszeitraum annähernd gleich geblieben.
Der Nutzung von Erdwärme zu Heiz- bzw. Kühlzwecken bei
Wohngebäuden über Erdsonden kommt gerade in jüngster Zeit
auch aufgrund ges egener Preise fossiler Energieträger im Stadtgebiet eine große Bedeutung zu. Jährlich werden etwa 80 bis 100
neue Erdsondenanlagen errichtet. Insgesamt gibt es inzwischen in
Dresden über 1000 Erdwärmesondenanlagen.

sereigenscha en wird in Dresden die Grundwassertemperatur
regelmäßig überwacht. Die für die wasserrechtliche Zulassung der
Wärmepumpenanlagen erforderliche fachtechnische Bewertung
der Auswirkungen auf das Grundwasser und das Umfeld obliegt seit
der Funk onalreform im August 2008 dem Umweltamt.
2011

2012

2013

2014

1

4

3

4

Erdwärmesonden mit Anzeige

23

34

33

26

Erdwärmesonden mit Erlaubnis

76

62

64

70

Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Tab. 5.3.1: Wasserrechtliche Verfahren zur Erdwärmenutzung (Angaben in Prozent)

Mit der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmen-Richtlinie
(WRRL) wird das Ziel verfolgt, einen guten ökologischen Zustand der
Gewässer herzustellen. Das betri sowohl den Gewässerzustand als
auch die Erhaltung des mengenmäßigen Dargebotes. Um auch den
zukün igen Anforderungen gewachsen zu sein, muss im Interesse
des Gemeinwohls mit den vorhandenen Grundwasserressourcen
sorgsam und sparsam gewirtscha et werden. Deshalb werden die
vorhandenen Nutzungsrechte, insbesondere die Altrechte im Sinne
von § 20 Wasserhaushaltsgesetz (WHG), nach § 138 Sächsisches
Wassergesetz (SächsWG) durch die untere Wasserbehörde hinsichtlich der Grundwasserentnahmemenge dem aktuellen Stand angepasst oder widerrufen (Anpassungspflicht).

5.4 Öffentliche Wasserversorgung
5.4.1 Trinkwasserversorgung

Abb. 5.3.9: Bohrung für eine Erdwärmesonde

Seit 2011 wurden 11 Wasser-Wasser-Wärmepumpen neu errichtet.
Mit diesen werden Wohnhäuser geheizt bzw. klima siert. Aber auch
große Verwaltungs- und Gewerbegebäude sowie öffentliche Einrichtungen nutzen zunehmend die in Erdreich und Grundwasser gespeicherte Energie. Dabei ist es wich g, dass im Vorfeld insbesondere
geprü wird, ob die Wasserbeschaffenheit dafür geeignet ist. Hohe
Eisen- und Manganwerte können dagegen sprechen.
Diese Nutzungsart hat sich auch auf die Anzahl der erforderlichen Wasserrechtsverfahren ausgewirkt. Bei 2/3 der Fälle war
für die Errichtung und den Betrieb der Erdwärmesondenanlagen
eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Der Betrieb einer
Wasser-Wasser-Wärmepumpe bedarf immer der Entscheidung der
Wasserbehörde. Unter anderem zur Gewährleistung der Gewäs84

Die Wasserversorgung ist sicher. Gemäß § 42 Sächsisches Wassergesetz (SächsWG) haben die Träger der öffentlichen Wasserversorgung
die Wasserversorgung mit Trinkwasser einschließlich der Versorgung
in Not- und Krisensitua onen langfris g sicher zu stellen. Träger der
öffentlichen Wasserversorgung ist die Landeshauptstadt. Zur Erfüllung dieser Aufgabe hat die Landeshauptstadt mit der DREWAG
Stadtwerke Dresden GmbH einen Wasserkonzessionsvertrag abgeschlossen. Die DREWAG hat somit die Trinkwasserversorgung im
vollen Umfang zu gewährleisten und verfügt auch über die dazu
nö gen Anlagen.
Die vorhandenen Wasserversorgungsanlagen gewährleisten
einen hohen Grad an Versorgungssicherheit. Die an der Elbe
liegenden Wasserwerke Hosterwitz und Tolkewitz gewinnen Uferfi ltrat und durch Versickerung angereichertes Grundwasser. Das
Wasserwerk Coschütz erhält sein Rohwasser aus dem Talsperrensystem Lehnmühle-Klingenberg. Die bis in die Stadt führende
Rohwasserleitung wird gegenwär g ertüch gt. Der gegenwär ge
Wasserbedarf von etwa 100 000 m3/d kann von beiden Elbwasserwerken zusammen oder nur vom Wasserwerk Coschütz weitgehend
gedeckt werden. Der Ausfall der Elbwasserwerke bei den letzten
Hochwässern war daher von der Bevölkerung kaum zu bemerken.
Die Wasserwerke befi nden sich in der Regel im Dauerbetrieb, so
dass eine hygienebedingte Anfahrphase en ällt. Die Wasserverteilung erfolgt durch ein stark vernetztes Rohrleitungssystem, dass
auch den Ausfall von Hauptleitungen kompensieren kann. Weitere
Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit werden
vorbereitet. Detaillierte Informa onen über die Dresdner Wasserversorgung und insbesondere zur Wasserqualität sind auf der Internetseite der DREWAG zu fi nden.

5.4.2 Notwasserversorgung

5.5 Abwasserentsorgung

Für den Verteidigungsfall hat der Bund mit dem Wassersicherstellungsgesetz (WasSG) eine Sonderregelung geschaffen. Demnach sind
die für die Deckung des lebensnotwendigen Bedarfs an Trinkwasser
für die Bevölkerung, sozialen Einrichtungen und Brauchwasser für
verteidigungswich ge Betriebe notwendigen Maßnahmen zu organisieren. Die Planung, Bau und Betrieb der im Stadtgebiet notwendigen Anlagen obliegt im Au rag des Bundes der Landeshauptstadt.
Vielfach wird gefordert, dass die Notwasserbrunnen zusätzlich zu
den Anlagen des Normalbetriebes zu errichten und vorzuhalten
und unabhängig von diesen zu betreiben sind. In der Regel handelt
es sich um Notwasserbrunnen, wie sie in den alten Bundesländern
flächendeckend angelegt wurden. Vorgabe ist die Bereitstellung
einer Mindestmenge von 15 l je Einwohner und Tag über einen
beschränkten Zeitraum. Das Wasser muss von der Bevölkerung an
den zugeordneten Brunnen, Wasserwagen u. a. abgeholt werden.
Da es sich um keinen Dauerzustand handelt, können bezüglich der
Wasserqualität Abstriche in Kauf genommen werden.
Die Planung der Notwasseranlagen obliegt in der Landeshauptstadt dem Umweltamt. Unter Aufgabe früherer Vorplanungen
wurde ab 2011 mit erheblichem Aufwand eine nach Ortsämtern
gegliederte Neuplanung vorgenommen. Aufgrund der Vorgabe der
zuständigen Behörden wurde die Weiternutzung bzw. Neuanlage
von Notwasserbrunnen als Hauptvariante beibehalten, aber zur
Erleichterung des zukün igen Betriebs auf eine geringere Anzahl
leistungsfähiger Brunnen mit größeren Versorgungsgebieten orienert. Gleichzei g wurden Alterna ven untersucht. Bei den orien erenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass es nicht sinnvoll ist,
hunderte Altbrunnen auf ihre Eignung zur Notwasserversorgung zu
untersuchen. Vielmehr wurde aus vorhandenen Brunnen und günsgen Standorten für Neubohrungen auf städ schen Grundstücken
eine neue Grundstruktur geschaffen.
Die Planungen haben ergeben, dass die Notwasserversorgung
über Brunnen im größten Teil des Stadtgebietes möglich ist. In den
Randbereichen mit ungüns gen geologischen Verhältnissen, wie
z. B. in Gi ersee oder Gorbitz, sind Verbundlösungen mit umliegenden Wasserversorgern oder mobile Lösungen anzustreben. Die
nach den bisherigen Vorgaben durchgeführten Planungen werden
2015 fortgesetzt. Dabei ist auch über den Fortbestand der bisherigen Notwasserbrunnen zu entscheiden.
Vorhandene Brunnen werden regelmäßig gewartet und auf ihre
Wasserqualität hin analysiert. Das Wasser dieser Brunnen entspricht
nicht den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung,
erfüllt aber im Wesentlichen die Richtlinien für No rinkwasser.

Die umweltgerechte und wirtscha liche Abwasserentsorgung dient
der Ortshygiene und dem Gewässerschutz. Zur ordnungsgemäßen
Abwasserentsorgung zählen die Niederschlagswasserbewirtschaftung sowie die Schmutzwasserableitung und -behandlung. Die
Abwasserentsorgung kann sowohl über dezentrale Anlagen als auch
über zentrale öffentliche Anlagen erfolgen.
In der Landeshauptstadt Dresden nimmt der Eigenbetrieb
Stadtentwässerung Dresden die kommunale Verantwortung für den
Teilbereich der öffentlichen Abwasserentsorgung wahr. In Umsetzung der Verwaltungs- und Funk onalreform wurden der unteren
Wasserbehörde der Landeshauptstadt Dresden ab August 2008
zusätzliche, bisher vom Umwel achbereich Radebeul des Regierungspräsidiums Dresden wahrgenommene Aufgaben übertragen.
Dazu gehören im Bereich der Siedlungswasserwirtscha die Zuständigkeit für die Prüfung und Bewertung des Abwasserbesei gungskonzeptes, Aufgaben der Bauüberwachung und der wasserrechtlichen Abnahme sowie die eigenständige umfassende fachliche
Bewertung von Antrags- und Planungsunterlagen zu wasserwirtscha lichen Maßnahmen bzw. Gewässerbenutzungen.

5.4.3 Löschwassersicherstellung/Löschwasserversorgung
Die Zuständigkeiten für die Sicherung der Löschwasserversorgung
innerhalb der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Dresden sind
vor dem Hintergrund des aktuellen Wasserkonzessionsvertrages
neu zu regeln. Vorrangig sind ein flächendeckender Löschwasserbedarfsplan und eine Löschwasserkonzep on zu erarbeiten. Ziel ist
die sichere und planbare Löschwasserversorgung für das Gebiet der
Landeshauptstadt Dresden.

5.5.1 Öffentliche Abwasserentsorgung
Die Stadtentwässerung Dresden GmbH sichert im Au rag der
Landeshauptstadt Dresden, vertreten durch den Eigenbetrieb
Stadtentwässerung Dresden, die kostengüns ge und ökologische
Behandlung des Abwassers und die Erhaltung und Sanierung der
abwassertechnischen Anlagen und führte den planmäßigen Ausbau
von Kanalnetz und Kläranlagen fort.
Das Abwasser wird im Wesentlichen zur zentralen Kläranlage
Dresden-Kaditz geleitet. Hier werden rund 99 Prozent des Abwassers, bei Trockenwe er täglich rund 120 000 Kubikmeter, behandelt. Weitere Gemeinden im Dresdner Umland darunter Freital,
Pirna, Heidenau, Radebeul Ost und Bannewitz leiten ebenfalls ihr
Abwasser in die Dresdner Kanalisa on ein. Zu den Aufgaben der
Stadtentwässerung Dresden GmbH gehören im Wesentlichen:
■

■
■
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■
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■
■

die Sammlung und Ableitung des Schmutzwassers über das
Kanalnetz aus Haushalten, Gewerbe und Industrie zur Kläranlage,
Sammlung und Behandlung des anfallenden Regenwassers,
die Fäkalienentsorgung aus abflusslosen Gruben,
die Reinigung des Abwassers in der Kläranlage,
die Rückführung des gereinigten Abwassers in die Gewässer,
die Entsorgung und/oder Verwertung der Rückstände aus der
Abwasserreinigung wie Rechengut, Sandfanggut, Klärschlamm,
der Ausbau, die Instandhaltung und Sanierung des Kanalnetzes
und der Kläranlagen,
die Durchführung der Unterhaltung der Gewässer zweiter
Ordnung im Auftrag des Umweltamtes,
die Überwachung der Kläranlagen und der industriellen und
gewerblichen Abwassereinleiter,
der Hochwasserschutz: Auch bei hohem Elbpegel und starken
Niederschlägen gewährleisten Hochwasserpumpwerke die
sichere Entwässerung der Stadt.

85

Aktivitäten zur Sicherung einer umweltverträglichen Abwasserentsorgung
Die Landeshauptstadt Dresden verfügt über ein öffentliches Kanalnetz von etwa 1 800 Kilometern Länge. Mehr als 99 Prozent der
bebauten Grundstücke der Landeshauptstadt Dresden sind an die
Kanalisa on angeschlossen. Der Umfang der in den einzelnen Grundstücken verlegten privaten Grundstücksentwässerungskanäle wird
auf 1 200 Kilometer geschätzt. Die Entwässerung erfolgt im innerstäd schen Bereich vorwiegend im Mischsystem: Schmutzwasser
und Niederschlagswasser fließen gemeinsam in einem Kanal. In den
Randlagen der Stadt wird überwiegend das Trennsystem prak ziert:
Schmutzwasser und Niederschlagswasser fließen in zwei getrennten
Kanälen, in einigen Bereichen sind nur Schmutzwasserkanäle
vorhanden. Bezogen auf die entwässerten Flächen werden etwa drei
Viertel im Misch- und ein Viertel im Trennsystem entwässert.
914 Kilometer der Kanäle sind Mischwasser-, 514 Kilometer
Schmutzwasser- und 352 Kilometer Regenwasserkanäle. Im Trennsystem werden vorwiegend Kreisprofi le verwendet, beim Mischsystem Kreis-, Ei- oder Sonderprofi le. Der Kanalnetzbestand umfasst
derzeit 60 Prozent Kreisprofi le, 33 Prozent Eiprofi le und 7 Prozent
Sonderprofi le.
Intelligente Abflusssteuerung minimiert Gewässerbelastung
und spart Kosten. Die aus einem Stadtgebiet abfließende
Mischwassermenge kann bei starkem Regen bis zum 50-fachen
der Schmutzwassermenge betragen. Aus wirtscha lichen Gründen
können die Rohrdurchmesser der Mischwasserkanäle jedoch
nicht auf die denkbar größten Abflussmengen ausgelegt werden.
Bei Regen kann über 127 Entlastungsbauwerke im Mischsystem
Abwasser in die Gewässer gelangen, hauptsächlich in die Elbe
(Auslässe DN 300 bis DN 3 000/2 320).
Das Abschlagen von unbehandeltem Mischwasser stellt insbesondere eine Sauerstoffzehrung und op sche Beeinträch gung
für die Gewässer dar. Mi els des Schmutzfrachtmodells wurde
in mehreren Etappen, zuletzt im Zusammenhang mit der Überleitung der Abwässer aus Pirna/Heidenau im Jahr 2004, berechnet,
wie durch die Schaffung von Stauvolumen im Kanalnetz bzw. den
Bau von Regenüberlau ecken im Nebenschluss zum Kanalnetz die
Verschmutzung der Elbe reduziert werden kann.
Im Ergebnis der konzep onellen Betrachtungen wurde ein
Abflusssteuerungssystem entwickelt, welches auf der Rückhaltung
von Mischwasser im bestehenden Kanalnetz basiert – überwiegend mit Schieberbauwerken, aber auch mit den Regenüberlaufbecken. Die ersten baulichen Umsetzungen erfolgten 1996. Seit
2001 wurden die verschiedenen Steuerbauwerke schri weise in
eine Verbundsteuerung integriert und von einem zentralen Prozessrechner gesteuert. 39 Prozent des Speichervolumens für die
Mischwasserbehandlung werden durch zwei Regenüberlau ecken
(Johannstadt 12 000 m³, Kaditz 24 000 m³), 61 Prozent durch Einstau
in vorhandenen Mischwasserkanälen bereit gestellt. Somit wird
sowohl die Überlaufmenge als auch der Verschmutzungsgrad des
überlaufenden Mischwassers gesenkt.
■

■ Investitionen 2011 bis 2014
In den Jahren 2011 bis 2014 wurden insgesamt mehr als 100 Millionen Euro in die Sanierung, Erneuerung und Erweiterung der
Dresdner Abwasseranlagen inves ert. Besonders hervorzuheben
sind für den Berichtszeitraum:

86

Sanierung des Altstädter Abfangkanals in Blasewitz
und Laubegast
Von 2011 bis voraussichtlich Ende März 2016 saniert die Stadtentwässerung Dresden auf einer Länge von zirka 3 300 Metern in Blasewitz einen der größten und wich gsten Abwasserkanäle Dresdens
zwischen Vogesenweg und Gasteiner Straße.
Die Sanierung erfolgte schri weise in mehreren Bauabschni en. Der Elberad- und -wanderweg wurde in diesen Monaten
vollständig gesperrt. Während der Bauarbeiten wird das Abwasser
teilweise durch den Altkanal bzw. eine Rohrleitung umgeleitet.
■

Abb. 5.5.1: Baustelle Sanierung Altstädter Abfangkanal

Erweiterung und Modernisierung Schlammbehandlungsanlage
der Kläranlage Dresden-Kaditz
Die erheblichen Schlammmengen, die in der Kaditzer Anlage
anfallen, werden zur Gewinnung von Biogas genutzt. In zwei Faulbehältern mit jeweils 10 500 m³ Volumen werden täglich 20 000 m³
Biogas erzeugt.
■

Abb. 5.5.2: Neue Schlammbehandlungsanlage

Das Faulgas wird im Blockheizkra werk (BHKW, 2 Module von je
1,2 MW) zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Zudem
bewirkt der Faulprozess gleichzei g auch die Verringerung der
Schlammmasse um etwa 30 Prozent. Die Kosten für die neue
Schlammfaulung inklusive Faulgas-Verwertung beliefen sich auf
43 Millionen Euro. Die Anlage befi ndet sich auf dem so genannten
Baufeld B der Kläranlage Dresden-Kaditz, nördlich der Autobahn
A4 und südlich der Elbe-Flutrinne. 2013 erzeugte die Stadtentwässerung Dresden Faulgas mit einer äquivalenten Energiemenge von
32 000 Megawa stunden.

5.6 Plan Hochwasservorsorge Dresden

Abb. 5.2.5: Wärmetauscher der neuen Schlammbehandlungsanlage

Im Jahre 2014 verzeichnete die Stadtentwässerung Dresden einen
starken Ans eg der Klärgasproduk on – unter anderem durch
die vermehrte Mitbehandlung von Fe schlämmen –, sodass die
BHKW-Kapazität zum Ende des Jahres um ein weiteres, dri es
Modul erweitert wurde (0,83 MW). Mi lerweile deckt die SEDD
durchschni lich etwa 70 Prozent ihres Strombedarfs durch eigene
Erzeugung.

5.5.2 Abwassergebührenentwicklung
Die Abwassergebühren bleiben in der Landeshauptstadt Dresden
auch weiterhin auf rela v niedrigem Niveau. Trotz erheblicher Invesonen liegt die Stadtentwässerung Dresden in der rechnerischen
Mischgebühr im bundesweiten Vergleich im Mi elfeld. Laut Sta s k
der Verbände (DWA und BGW) zahlten die Deutschen durchschni lich rund 130 Euro pro Kopf an Abwassergebühren, in Dresden etwa
100 Euro.
Die Schmutzwassergebühr beträgt seit dem 1. Januar 2015
1,81 Euro/m³, Darüber hinaus kam es seit 1. Januar 2006 zu einer
verursachergerechteren Aufwandsverschiebung zum Niederschlagswasser. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte eine Preisanpassung von
vorher 1,15 Euro/m² auf 1,44 Euro/m². Seit 2007 werden nur noch
geringfügige Anpassungen vorgenommen. Die Niederschlagswassergebühr beträgt seit 1. Januar 2010 1,69 Euro/m² (Stand 2015).
Die Preisanpassung beruhte im Wesentlichen darauf, dass der
Aufwand für die Niederschlagswasserbesei gung im Verhältnis
zur Schmutzwasserbesei gung überpropor onal anges egen war.
Hintergrund sind die erheblichen Inves onsmaßnahmen und die
in diesem Zusammenhang ges egenen Betriebskosten im Bereich
Niederschlagswasser.
So wirken sich mehrere große Baumaßnahmen zum Gewässerschutz unmi elbar auf die Niederschlagswassergebühr aus.
Zu nennen sind dabei insbesondere die Regenrückhaltebecken
in Johannstadt und Kaditz mit einem Inves onsvolumen von
zusammen 33,5 Millionen Euro sowie die aus computergesteuerten
Schiebern im Kanalnetz bestehende Stauraumbewirtscha ung mit
einer Inves onssumme von 6,5 Millionen Euro und die zahlreichen
Regenversickerungs- und Rückhalteanlagen in den Dresdner Randlagen. Alle Maßnahmen zusammen tragen erheblich dazu bei, die
Gewässergüte der Elbe und kleinerer Gewässer der Stadt zu verbessern sowie den Hochwasserschutz zu op mieren.

Die langfris gen Ziele der Hochwasservorsorge im gesamten
Stadtgebiet sind in dem vom Stadtrat am 12. August 2010 bestägten Plan Hochwasservorsorge Dresden (PHD) als Grundlage der
weiteren Arbeiten zur Verbesserung der Hochwasservorsorge in
der Landeshauptstadt Dresden dokumen ert. Der PHD ist gemäß
Au rag des Stadtrates in Übereins mmung mit den Anforderungen
der Richtlinie der EU über die Bewertung und das Management von
Hochwasserrisiken fortzuschreiben. Eine Gesam ortschreibung war
zwischen 2011 und 2014 nicht vorgesehen und im Übrigen aus kapazi ven Gründen auch nicht möglich. Im Berichtszeitraum standen
die Entwicklung der fachlichen Grundlagen und die Erarbeitung von
Aufgabenstellungen für opera onalisierte Hochwasserrisikomanagementpläne (HWRM-P) für städ sche Gewässer zweiter Ordnung im
Mi elpunkt. Insbesondere wurde mit der Erarbeitung der HWRM-P
für den Schullwitzbach und das Gewässersystem Blasewitz-Grunaer
Landgraben/ Koitschgraben/ Leubnitzbach begonnen.

5.6.1 Hochwasserereignisse
Die Hochwasserereignisse im Berichtszeitraum sind in den Kapiteln
5.1 und 5.2.1 beschrieben. Weiterhin wird auf die Ereignisanalyse
der Landeshauptstadt Dresden zum Hochwasser 2013 und auf
den Umweltbericht 2012 „10 Jahre nach der Flut 2002“ verwiesen
(http://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/hochwasser/veroeffentlichungen.php).

5.6.2 Neue rechtliche und konzep onell-strategische Grundlagen
Bezüglich neuer rechtlicher und konzep onell-strategischer Grundlagen wird auf den Umweltbericht 2012 „10 Jahre nach der Flut
2002“, Kapitel 3 und 4 verwiesen.

5.6.3 Besondere Handlungsfelder der HW-Vorsorge
Im Berichtszeitraum erweiterte und aktualisierte das Umweltamt
der Landeshauptstadt Dresden nach Bedarf das Informa onsangebot zur Hochwasservorsorge im Internetau ri der Stadt auf
allgemeinen Textseiten sowie im interak ven Themenstadtplan.
Erneut war die Landeshauptstadt Dresden an verschiedenen
Forschungsprojekten des Bundes und der Europäischen Union,
insbesondere durch das Einbringen der Praxiskenntnisse ihrer
Mitarbeiter sowie die Bereitstellung von Daten, erfolgreich beteiligt.
Das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge geförderte Projekt „Indikatoren zur Abschätzung von Vulnerabilität und Bewäl gungspotenzialen gegenüber Hochwasserereignissen auf kommunaler Ebene“, unter Federführung der United
Na ons University, Ins tute for Environment and Human Security
in Bonn, konnte mit der öffentlichen Vorstellung und Publika on
der Projektergebnisse in 2011 abgeschlossen werden. (s. h p://
www.bbk.bund.de/DE/Service/Publikationen/_function/_glossar.
html?lv2=4968104)
Seit Juli 2013 engagiert sich das Umweltamt gemeinsam mit der
tschechischen Agentur für regionale Entwicklung Liberec und dem
Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtscha und Geologie
im grenzüberschreitenden Projekt Sächsisch-Tschechisches Hochwasserrisikomanagement STRIMA. Das Projekt wird von der Sächsischen Au aubank als Ziel-3-Projekt aus dem Europäischen
87

Gewässersystem

Bisherige Kosten
in Mio €

Landestalsperrenverwaltung

HWSB Gewässer 2. Ordn./LTV

11,9

11,9

HWS Gewässer 2.Ordnung

10,0

10,0

Gew.-Entwickl, Gew.-U mit HWS an Gewässern
2. Ordnung

1,5

1,5

Maßnahmekomplex

Landeshauptstadt
Dresden

Gewässer zweiter Ordnung

Gewässer erster Ordnung
HWS Lockwitzbach

4,2

4,2

HWS Weißeritz Los 4

7,3

4,9

2,4

HWS Weißeritz Los 1 (in Bau)

10,5

9,0

1,5

Abriss und Ersatzneubau der
Weißeritzbrücken

10,9

HWS Dresdner Altstadt, Wilsdruffer Vorstadt
und Friedrichstadt

15,85

15,3

HWS Pieschen/Kaditz

10,0

10,0

HWS Kemnitz/Stetzsch

3,9

3,9

HWS Gohlis

11,0

11,0

HWS Laubegast Z1 (bisher Projektsteuerung
und Bürgerbeteiligung)

0,17

0,02

HWS Laubegast M30

0,2

0,2

HWS Meußlitz/Kleinzschachwitz

0,12

0,12

Deichsanierung Stetzsch/Gohlis/Cossebaude

4,0

4,0
1,1

10,9

Elbe

Abriss Eissporthalle

1,1

Umbau Sportanlagen

3,0

Abriss Eisenbahnbrücke Ostraflutrinne

0,1

0,55 (PK)

0,15

3,0
0,1

Rückbau KGA Packhof und Ostragehege (teilw.)

0,1

0,1

Rückbau KGA Elbfrieden I und
Flensburger Straße

0,1

0,1

Rückbau KGA Elbfrieden II

0,3

0,3

Abriss/Neubau Sternstraßenbrücke

3,6

3,6

Abriss Eisenbahnbrücke Flutrinne Kaditz

0,1

0,1

Abriss ehem. Zollgebäude

0,2

0,2

Besei gung Auflandungen Albert- bis
Marienbrücke

1,6

1,6

Besei gung Auflandungen Pillnitz/
Niederpoyritz

0,8

0,8

HW-Vorsorge Sons ge im Stadtgebiet

0,35

0,35

HW-Beobachtungssystem Grundwasser

0,5

0,5

HW-Pumpwerk Johannstadt

13,5

13,5

HW-Pumpwerk Stetzsch

3,6

3,6

HW-Maßnahmen im Kanalsystem und auf der
Kläranlage

30,9

30,9

Grundwasser
Abwassersystem

Gebiet der Landeshauptstadt Dresden gesamt

161,64

77,82

83,82

Hinweis: Die Zahlen umfassen die bisher getä gten Aufwendungen für fer ggestellte Maßnahmen der öffentlichen Hochwasserschadensbesei gung und
des vorsorgenden Hochwasserschutzes an den Gewässern in Dresden einschließlich der Maßnahmen im Abwassersystem ohne Maßnahmen des Objektschutzes. Sie umfassen nicht die noch nicht abgerechneten und geplanten Kosten von bereits im Bau befi ndlichen Maßnahmen (Stand 31.12.2013)
Tab. 5.6.1: bisherige Kosten zum Hochwasserschutz in Dresden

88

Fond für regionale Entwicklung mit etwa 500 000 Euro gefördert.
Mit STRIMA werden die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Tschechien beim Hochwasserrisikomanagement
verbessert und gemeinsame Methoden sowie Instrumente entwickelt und erprobt. Ein grenzüberschreitendes Hochwasserrisikomanagement-Forum wurde etabliert. In diesem treffen sich
Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und Fachämter,
bedarfsweise ergänzt durch Experten, mit den vom Hochwasser
betroffenen Bürgern. In 2014 war Dresden Ausrichter, Organisator
und Gastgeber von zwei STRIMA-Foren sowie einer ganztägigen
Exkursion zu naturnahen Hochwasserschutzmaßnahmen an städ schen Fließgewässern. Flankierend wird in STRIMA eine Methode
entwickelt und erprobt, mit der Schadenspotenziale von Gebäuden
nach grenzübergreifend vergleichbaren Ansätzen ermi elt werden
können. Hierfür werden eine breite Pale e von Gebäudetypen
unterschiedlichen Baualters, sogenannte Repräsentanten, aus hochwasserbetroffenen Beispielgebieten in Tschechien und in der Landeshauptstadt Dresden ver efend untersucht. Hieraus werden dann
spezifi sche Vorschläge zur Stärkung der baulichen Eigenvorsorge
abgeleitet. (s. www.strima-ziel3.eu)

5.6.4 Verbesserung der Hochwasservorsorge in den Betrachtungsgebieten
Die Maßnahmen der öffentlichen Hochwasservorsorge an der Elbe
in Dresden, die bereits fer ggestellt wurden, sich in der Planung
befi nden oder im Bau sind, werden in den Anlagen zum Umweltbericht 2012 umfassend dargestellt. Eine Übersicht über die bisher für
den Hochwasserschutz in Dresden getä gten Aufwendung ist in der
Tabelle 5.6.4.1 dargestellt.

5.7 Technische Anlagen zum Umgang mit
wassergefährdenden Stoffen
Gemäß § 53 des Sächsischen Wassergesetzes besteht eine Anzeigepflicht für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen.
Im Zeitraum 2011 bis 2014 wurde für mehr als 200 neu angezeigte Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen die
Zulässigkeit am vorgesehenen Standort und die ordnungsgemäße
Errichtung überprü . Dies umfasste beispielsweise Heizöltankanlagen, Öllager in Werkstä en, Tankanlagen für Netzersatzanlagen,
Chemikalienlager und Tankstellen, aber auf Anlagen zur galvanischen
Behandlung von Oberflächen oder bedeutende Recycling-Standorte
in der Stadt.

Im gleichen Zeitraum war die S lllegung von 112 Anlagen zu überwachen. Im Rahmen der Gewässeraufsicht erfolgten rund 1 100 Anlagenkontrollen auf Einhaltung der wasserrechtlichen Anforderungen. An etwa 400 Anlagenbetreiber ergingen Aufforderungen zur
Veranlassung der ausstehenden Sachverständigenprüfung beziehungsweise zur Behebung der festgestellten Mängel.
Zu laufenden Bau- und BImSch-Genehmigungsverfahren wurden in über 120 Zuarbeiten die Antragsteller ausführlich auf die
Betreiberpflichten nach Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes,
des Sächsischen Wassergesetzes sowie Änderungen im Rahmen der
bevorstehenden Novellierung der Anlagenverordnung hingewiesen.
Im Zeitraum 2011 bis 2014 wurden dem Umweltamt fünf Störfälle bekannt, bei der Vielzahl der Anlagen im Stadtgebiet ist dies
als Erfolg der intensiven Anlagenüberwachung zu werten. Zusätzlich
wurde ein weiterer Unfall im Zusammenhang mit dem Flutereignis
von 2013 bearbeitet.
Ein wich ger Arbeitsschwerpunkt ist seit 2002 unverändert die
Sicherung der Anlagen gegen Hochwasser in den Dresdner Überschwemmungsgebieten. Von den mehr als 6 200 Anlagen im Stadtgebiet betri dies 325 Anlagen in den festgesetzten Überschwemmungsgebieten und weitere 246 im überschwemmungsgefährdeten
Gebieten. Die Anlagenbetreiber werden weiterhin über die Anforderungen an Anlagen im Überschwemmungsgebiet schri lich informiert. Die Tatsache, dass sich zum vergangenen Hochwasserereignis
lediglich ein Unfall ereignet hat, zeigt den Erfolgt dieser Arbeit.
Weiterhin werden Anlagen bekannt, die ordnungswidrig nicht
angezeigt sind. Deren Betreiber werden aufgefordert, der Anzeigepflicht nachzukommen und den ordnungsgemäßen Zustand ihrer
Anlagen herzustellen.
Ein zukün iges Aufgabenfeld stellt die Novellierung der Anlagenverordnung im Rahmen einer bundeseinheitlichen Verordnung
dar. Hierfür wurden bereits innerhalb des Berichtszeitraums eine
Reihe von Abs mmungsterminen auf Landesebene wahrgenommen.
Diese Aufgaben werden sich bis zum Vorliegen der Bundesverordnung weiterhin stellen. In diesem Zusammenhang wird es mutmaßlich zu einer weiteren Aufgabenverschiebung zur unteren Wasserbehörde im Rahmen der schon aktuell sta indenden Kontrollen in der
agrarpoli schen Praxis „Cross Compliance“ (Verknüpfung von Prämienzahlungen mit der Einhaltung von Umweltstandards) kommen.

Literatur:
/1/ Landeshauptstadt Dresden, Umweltamt: Umweltbericht
Grundwasser. – Dresden, 2010
/2/ RICHTLINIE 2000/60/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
UND DES RATES zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für
Maßnahmen der Gemeinscha im Bereich der Wasserpoli k
(Wasserrahmenrichtlinie) vom 23. Oktober 2000 (Amtsbla
der Europäischen Gemeinscha en vom 22. Dezember 2000)

Abb. 5.7.1: Chemikalienlager einer Abwasserbehandlungsanlage in einem
biotechnologischen Unternehmen in der Stadt Dresden

89

6 Luft und Lärm

6.1 Lu reinhaltung

Messstelle
Angaben in g/m³

Im Mai 2011 wurde durch die Landeshauptstadt der zweite Lu reinhalteplan für Dresden in Kra gesetzt. Im Gegensatz zum ersten
Lu reinhalteplan der noch vom damaligen Regierungspräsidium
Dresden aufgestellt wurde, ha e die Landeshauptstadt dieses Mal
selbst die Verantwortung für die Planung. Durch den Plan wurde
einiges erreicht. Stellvertretend erwähnt seien hier: die Sperrung des Stadtgebietes für LKW-Durchgangsverkehr über 3,5 t, die
komple e Parkraumbewirtscha ung im Stadtzentrum, wesentliche
Verbesserungen bei Job ckets. Dazu gab es noch Einzelmaßnahmen
im Verkehrsbereich, von denen noch nicht alle umgesetzt sind.
Erreicht wurde dadurch, dass der Kfz-Verkehr nur wenig ges egen
ist, der Schwerverkehrsanteil weiter gesunken ist und die Beförderungszahlen im ÖPNV ges egen sind. Theore sch wäre Dresden mit
den erreichten Zahlen bereits am Ziel, wenn die Planungsgrundlagen aus dem Jahr 2010 so noch gelten würden. Wenn nach wie
vor nicht überall alle Grenzwerte eingehalten werden, so liegt das
vor allem daran, dass viele moderne Fahrzeuge ihre Abgasnorm
nur auf dem Prüfstand nicht aber im realen Fahrbetrieb einhalten.
Diese Erkenntnis ist erst in den letzten Jahren gerei und macht die
weitere Lu reinhalteplanung außerordentlich schwierig.

6.1.1 Stadtweite lu hygienische Situa on
Die Entwicklung der lu hygienischen Situa on wird in der Abbildung
6.1.1 an der Sta on Dresden-Nord (Schlesischer Platz–Bahnhof
Neustadt Verkehrsmesssta on) dargestellt.

PM10

NO2

OZON

Winkelmannstraße 1

22/20/20/21 24/20/20/19 44/45/47/44

Schlesischer Platz

29/26/27/27 39/36/34/32 36/37/38/37

Bergstraße

31/31/28/29 50/48/47/53 2

RadebeulWahnsdorf

22/19/20/20 17/15/14/13 54/53/53/51

Grenzwerte, die sich
auf Jahresmi elwerte beziehen

40
30 1

–/–/–/–

40

–

– Komponente wird nicht gemessen
1 Äquivalenzwert, ab dem mehr als die erlaubten
35 Überschreitungen des Tagesmi elwertes zu erwarten sind
2 Höhe des Wertes nicht abschließend geklärt
Tab. 6.1.1: Jahresmittelwerte im Stadtgebiet und am Stadtrand 2011/2012/2013/2014

Messstelle

2011

2012

2013

2014

Winkelmannstraßew1

29

13

14

14

Schlesischer Platz

42

21

27

27

Bergstraße

46

22

34

36

Radebeul-Wahnsdorf

26

13

12

13

Tab. 6.1.2: Anzahl der Tage mit einem PM10-Tagesmittelwert > 50μg/m³ (zulässig: 35)

80
Benzol
70

Messstelle

NO2

2011 2012 2013 2014

Gesamtstaub
60

PM10
O3

g/m³

50

NO

40

30

Informa on der
Bevölkerung
Anzahl der Tage:
mit 1 h-Werte
> 180 g/m³

20

10

0
1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Abb. 6.1.1: Schadstoffentwicklung an der Dauermessstelle Dresden-Nord

In der Tabelle 6.1.1 werden die Jahresmi elwerte der Sta on Winkelmannstraße (städ scher Hintergrund Wohnen), der Verkehrsmessstellen Schlesischer Platz und Bergstraße dargestellt. Zum Vergleich
werden die Werte von Radebeul-Wahnsdorf (Stadtrandlage) genannt.
90

Schutz der Gesundheit
Anzahl der Tage:
mit einem 8 h-Mi elwert > 120 g/m³
25 Überschreitungen
im Jahr zulässig

Winkelmannstraße

0

0

2

0

Schlesischer
Platz

0

0

0

0

RadebeulWahnsdorf

0

1

2

0

Winkelmannstraße

11

11

16

16

Schlesischer
Platz

5

5

8

8

RadebeulWahnsdorf

20

21

17

16

Tab. 6.1.3: Anzahl der Überschreitungen von Schwellenwerten bei Ozon

in erste Linie dafür sorgen, dass der Individualverkehr trotz Bevölkerungszunahme möglichst nur gering zunimmt und möglichst
störungsfrei abläu . Wich ge Instrumente dabei sind: die Förderung des Umweltverbundes, also bessere Vorrausetzungen für
ÖPNV, Fahrrad und Fußgänger zu schaffen, die eine Abkehr von der
Nutzung des eigenen Autos erleichtern oder im besten Fall a rak v
machen. Das wird aber ohne entsprechende Haushaltmi el nur
unzureichend funk onieren. Der Verkehrsentwicklungsplan 2025 ist
aber schon mal ein gutes Instrument für die Zukun .

6.2 Lärmbelastung und Lärmminderung
6.2.1 Stadtweite Lärmbelastung
Lärm ist unerwünschter Schall, der Menschen stört, beläs gt oder
gefährdet. Lärm ist somit keine physikalische, sondern eine subjekve Größe. Daher ist Lärm nicht messbar. Messbar – häufi g auch
berechenbar – sind allerdings die Pegelwerte der au retenden
Geräusche bzw. Schallereignisse. Für die Beurteilung von Schall als
Lärm sind folglich die Betroffenen maßgebend. Aus diesem Grund
sind Befragungen erforderlich, wenn es darum geht, die Lärmbeläs gung zu erheben. Befragungen der Bevölkerung erlauben den Rückschluss auf dominante Lärmquellen und den Anteil der von ihnen
Beläs gten an der Gesamtbevölkerung. Einen aktuellen, repräsenta ven Überblick über die stadtweite Lärmbelastung erlaubt die
Kommunale Bürgerumfrage 2012 /3a/. Unter der Frage „In welchem
Maße nehmen Sie etwaige Beeinträch gungen in Ihrer Wohnumgebung wahr?“ bewerteten Dresdner Bürgerinnen und Bürger im
Jahr 2012 wie bereits in den Jahren 1996, 2002, 2005, 2007 und
2010 /3b-e/ die Lärmbelastung differenziert nach Lärmquellen. Das
Ergebnis zeigt die Abbildung 6.2.1.
100%
80%
60%
40%

geringe

Lärm durch
Wertstoffcontainer

deutliche

Gewerbelärm

starke

Ursache

Eisenbahnlärm

sehr starke

Fluglärm

Baustellenlärm

Welche Maßnahmen können nun Abhilfe schaffen? Wie können die
Lu schadstoffwerte weiter gesenkt werden. Umweltzonen tragen
nicht, wie ursprünglich angenommen zur NO2-Reduzierung bei, da
wie schon oben erwähnt wurde vor allem moderne Dieselfahrzeuge
mehr S ckoxide im realem Fahrbetrieb abgeben als auf dem Prüfstand. Auch bei PM10 (Feinstaub) wirken die Zonen auf die Konzentra on wenig, weil sie den wesentlichen Faktor Abrieb und Aufwirbelung gar nicht beeinflussen können. Verkehrsreduzierungen
wirken immer in Richtung Reduzierung der Lu schadstoffe. Aber
auf den viel befahrenen Hauptstraße sind solche Reduzierungen nur
schwer oder gar nicht möglich ohne Verkehr auf Nebenstraßen zu
verdrängen, was wir aber auf keinen Fall wollen. Man kann die allgemeine Grundbelastung und den Ferneintrag senken. Für die erste
Möglichkeit fehlen entsprechende gesetzliche Möglichkeiten um
Emissionen bei Heizungen, Kleinmaschinen, Mopeds und Baumaschinen wirkungsvoll zu senken. Beim Ferntransport stößt die Stadt
ebenfalls an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Die Stadt kann also

Lärm durch
Anwohner
und Passanten

20%
0%

6.1.2 Möglichkeiten der Lu reinhalteplanung

Anteil der Befragten

Straßenverkehrslärm

■ Die letzten vier Jahre waren von folgender Entwicklung geprägt:
Bei PM10, Feinstaub mit einem maximalen Durchmesser von 10 m
(10 – 9 m), stagnieren die Jahresmi elwerte auf einem für eine
Großstadt rela v niedrigen Niveau. Betrachtet man den sta s schen
Zusammenhang von Jahresmi elwerten und Überschreitungsanzahl der Tage mit mehr als 50 g/m³ im Mi el, so dür en wir nicht
mehr als die erlaubten 35 Überschreitungen im Jahr bekommen,
da an allen Messsta onen Jahresmi elwerte unter 30 g/m³ registriert wurden (Das LfULG geht davon aus, dass erst bei Jahresmi ewerten über 30 g/m³ mehr als die erlaubten 35 Überschreitungen
des Tagesmi elwertes von 50 g/m³ anfallen). Zwei Dinge haben
in Dresden Einfluss auf die Höhe der Überschreitungen: bei über
50 Prozent Ferneintrag ist es entscheidend wie groß der Eintrag
dann pro Jahr wirklich war. Bei südlichen Anströmungen werden in
der Regel höhere Werte erreicht. Der andere Umstand ist der, dass
Dresden im Elbtal liegt. Bei Inversionswe erlagen wird die Stadt
weitgehend vom Lu austausch abgeschni en. Deutliches Zeichen
dafür sind das Einbrechen der Ozonwerte und auch der Rückgang
der SO2-Werte (kommt vorwiegend von außen) bei gleichzei gen
Ans eg aller anderen Schadstoffwerte. 2014 ha e im Vergleich zu
2013 mehr südliche Winde und etwa 20 Prozent mehr Inversionsstunden. Dem Einfluss dieser Umstände ist die Stadt ausgesetzt. Das
kann auch mit keiner Planung ausgeglichen werden.
Bei S ckstoffdioxid, dem zweiten Problemstoff in Dresden,
ha en wir in den letzten Jahren eine leichte Tendenz zu niedrigeren Werten. Die Werte in Dresden Neustadt (Verkehr), Winkelmannstraße (Stadthintergrund) und auch in Radebeul Wahnsdorf
(Stadtrand) sinken. Bei der Bergstraße war das bis 2013 auch so.
Dann musste überraschend eine starke Zunahme 2014 festgestellt werden. Diese Zunahme kann man nicht aus der Zunahme
des Verkehrs um 1,4 Prozent ableiten. Es gibt Indizien, dass es bei
den NO2-Messungen (wird nicht direkt gemessen) Probleme geben
könnte. Der Grenzwert von 40 g/m³ wird aber in jedem Fall überschri en.
Die Ozonbelastung ist im Stadtzentrum rela v niedrig und
nimmt nach außen hin zu. Das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass
die Schadsto elastung im Stadtzentrum höher ist als im Umland.
Hier stehen für die Rückbildung von Ozon „genügend“ Schadstoffe
bereit, was in den Außenbereichen nicht mehr so der Fall ist. Quelle
für die Vorläufersubstanzen ist auch hier in großem Maße der Straßenverkehr. Dort, wo die meisten Vorläufersubstanzen produziert
werden, tri man die geringsten O3-Konzentra onen an.

keine Wahrnehmung

Abb. 6.2.1: Wahrnehmung von Lärmbeeinträchtigungen in der Wohnumgebung

Danach geht die stärkste Beläs gung vom Straßenverkehr aus,
gefolgt von Anwohnern und Passanten, von Baustellen und vom Lu verkehr. Der Lärm von Eisenbahnverkehr, Wertstoffcontainern und
Gewerbebetrieben wird demgegenüber nur von wenigen Dresdnerinnen und Dresdnern als beeinträch gend wahrgenommen.
Unter denen, die beabsich gen in eine andere Wohnung zu ziehen,
nennen zehn Prozent (2007: 30 Prozent) den Wunsch nach mehr
Ruhe in ihrem Wohnumfeld als einen maßgeblichen Umzugsgrund.
Die für Dresden genannte Rangfolge der Quellgruppen entspricht auch jener, die für die Bundesrepublik Deutschland insgesamt
festgestellt wird. Vergleicht man die Dresdner Ergebnisse der Jahre
1996, 2002, 2005, 2007, 2010 und 2012 für den Straßenverkehr mit
91

denen für Deutschland aus den Jahren 2000, 2004, 2008 und 2010
so ist festzustellen, dass sich in Dresden anteilig wesentlich mehr
Bürger/-innen in ihrer Wohnumgebung durch Straßenverkehrslärm
beeinträch gt fühlen als im Durchschni der „neuen“ Bundesländer
und erst recht als in Deutschland insgesamt /4/. Auch wenn in einem
städ schen Ballungsraum immer überdurchschni liche Belastungen
zu erwarten sein dür en, zeigt der Vergleich, dass nach wie vor ein
erheblicher Handlungsbedarf in Dresden besteht.
100%

Anteil der Befragten

80%

erbringt. Im Sinne des eingangs Gesagten handelt es sich also genau
genommen um eine Geräuschpegel- und keine Lärmkar erung.
Dies wird vor allem deutlich, wenn man die sich aus dem Urteil der
Bevölkerung ergebende Rangfolge der Emi enten mit der sich aus
der Zahl der Betroffenen ergebenden Rangfolge dieser Emi enten
vergleicht. Im Berichtszeitraum lag die Lärmkar erung 2012 /5, 6/.
Die Ergebnisse dieser Kar erung bestä gen die Dominanz des Straßenverkehrslärms. Vom Lu verkehr sind im Ballungsraum Dresden
deutlich weniger Menschen betroffen als vom Eisenbahnverkehr.
Demgegenüber ist der Anteil derjenigen, die sich – laut Umfrage –
vom Fluglärm in ihrer Wohnumgebung beeinträch gt fühlen, höher
als jener, die das in Bezug auf den Eisenbahnlärm äußern.

60%

45000

betroffene Anwohner

40000

40%

Kra fahrzeugverkehr

35000
30000

äußerst

stark

mi elmäßig

etwas

Dresden 2012

Deutschland 2010

Dresden 2010

Deutschland 2008

Dresden 2007

Dresden 2005

Deutschland 2004

neue Länder 2004

Dresden 2002

Deutschland 2000

neue Länder 2000

0%

Dresden 1996

20%

nicht gestört und beläs gt

Dies verdeutlicht der Anteil der durch Straßenlärm „wesentlich
Beläs gten“. Als wesentlich Beläs gte werden alle diejenigen zusammengefasst, die Lärm einer bes mmten Art in ihrer Wohnumgebung sehr stark, stark oder deutlich wahrnehmen. Unter Berücksich gung der letzten Umfrage 2012 ergibt sich für Dresden beim
Straßenlärm – anders als in Deutschland insgesamt – kein posi ver
Trend. Bei allen anderen Lärmquellen s eg die Beläs gung sogar
in den zurückliegenden zwölf Jahren leicht an, am stärksten bei
der Wahrnehmung von Beeinträch gungen durch Anwohner und
Passanten.

	


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Abb. 6.2.3: Anteil der wesentlich Belästigten zwischen 2002 und 2012

Ein wich ges Instrument zur Verminderung der Lärmbelastung ist
die Lärmminderungsplanung nach den Paragraphen 47a bis 47f des
Bundes-Immissionsschutzgesetzes, die zusammen mit der Verordnung über die Lärmkar erung (34. BImSchV) die EG-Richtlinie
2002/49/EG über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm in na onales Recht umsetzen. Am Beginn der Lärmminderungsplanung steht die Lärmkar erung, die die Geräuschbelastung für den
Ballungsraum Dresden für verschiedene Geräuschquellen räumlich
darstellt und sta s sche Angaben zur Betroffenheit der Bevölkerung
92

Straßenbahnverkehr

20000

Eisenbahnverkehr

15000
10000

Lu verkehr

5000
0

> 55 bis 60 dB(A) > 60 bis 65 dB(A) > 65 bis 70 dB(A)

> 70 dB(A)

Tag-Abend-Nacht-Lärmindex

Abb. 6.2.4: Lärmkartierung 2012 – Betroffene Anwohner nach Verursacher und Pegelklasse

Abb. 6.2.2: Belästigung durch Straßenverkehrslärm

%0
&--,

25000

6.2.2 Lärmminderungsplanung
Die EG-Umgebungslärmrichtlinie verfolgt das Ziel, die Belastung
durch Umgebungslärm europaweit einheitlich zu erfassen sowie
schädliche Auswirkungen durch Umgebungslärm zu verhindern,
ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern. Zu diesem Zweck sind
im 5-Jahres-Turnus Lärmkarten zur Dokumenta on der Belastung
zu erstellen, die Öffentlichkeit zu informieren sowie anschließend
geeignete Maßnahmen zur Geräuschminderung in Lärmak onsplänen zusammenzustellen.
Auf der Grundlage einer ver e en Auswertung der ersten
turnusmäßigen Lärmkar erung (Stand 2007) hat der Ausschuss für
Umwelt und Kommunalwirtscha am 16.03.2009 den „Masterplan
Lärmminderung“ /7/ beschlossen. Die hohe Lärmbetroffenheit und
die kurze gesetzliche Frist für die Aufstellung von Lärmak onsplänen
bedingen, dass ein Lärmak onsplan für einen Ballungsraum bzw.
eine Großstadt nur den Charakter eines Rahmenplanes („Masterplanes“) haben kann, der in den Folgejahren zu untersetzen ist. Der
beschlossene „Masterplan Lärmminderung“ bildet die Grundlage
für die Bemühungen um eine Reduzierung der Lärmbelastung in
der Landeshauptstadt Dresden in den Jahren 2009 bis 2013. Nach
der zweiten Lärmkar erung im Jahr 2012 erfolgten die Evaluierung
und die Fortschreibung des „Masterplanes Lärmminderung“. Dieser
wurde zum Ende des Jahres 2014 durch den Ausschuss für Umwelt
und Kommunalwirtscha gebilligt und für die Öffentlichkeitsbeteiligung freigegeben. Sie konnte aber nicht mehr im Berichtszeitraum
durchgeführt werden.
Im Jahr 2013 wurde die Arbeit am Teilgebiets-Lärmak onsplan für das Untersuchungsgebiet Äußere Neustadt wieder aufgenommen und 2014 ein mit den Fachämtern abges mmter Entwurf
vorgelegt. Die Billigung durch die zu beteiligenden Fachausschüsse
des Stadtrates und die erneute Öffentlichkeitsbeteiligung stehen
noch aus.

6.2.3 Fluglärm
Die Entwicklung der Anzahl der Flugbewegungen am Flughafen
Dresden /8/ dokumen ert Abbildung 6.2.5. Die Abnahme der Flugbewegungen in den Nachtstunden im Jahr 2002 resul ert aus der
Einstellung der Nachtpos lüge, jene im Jahr 2007 aus der Sanierung
der Start- und Landebahn. Über die Anzahl der Nach lugbewegungen vor dem Jahr 1994 liegen keine Angaben vor.

80000

Jahre seit 1995 werden in der Abbildung 6.2.7 dargestellt. Da bis
zum Jahr 2008 bei der Mi elung die Gewichtsfaktoren nach dem
Fluglärmgesetz von 1971 berücksich gt worden sind, handelt es
sich bei diesen Angaben im Gegensatz zu jenen für die Folgejahre
– streng genommen – um Beurteilungspegel. Die sich daraus ergebende Differenz liegt bei rund 1,5 dB(A).
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4.

Anzahl der
Flugbewegungen

3.

70000
60000

2.

50000
40000

1.

30000
20000

0.
/773 /774 /775 /776 /777 0... 0../ 0..0 0..1 0..2 0..3 0..4 0..5 0..6 0..7 0./. 0.// 0./0 0./1 0./2

nachts

Progn. 2020

insgesamt

langfr. Prognose

0

1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014

10000

Abb. 6.2.5: Anzahl der Flugbewegungen pro Jahr

Nach einem steilen Ans eg der Zahl der Flugbewegungen in der
ersten Häl e der neunziger Jahre, ging sie in der zweiten Häl e
wieder deutlich zurück und variierte im letzten Jahrzehnt zwischen
29 Tausend und 37 Tausend.
Seit dem 26. Oktober 2008 gelten neue Regelungen für den
Nach lugbetrieb. Planmäßige Starts und Landungen im gewerblichen Linien- und Bedarfslu verkehr sind ab 5.30 Uhr und bis 23.30
Uhr Ortszeit möglich, verfrühte Landungen bereits ab 5.00 Uhr und
verspätete Starts und Landungen noch bis 24.00 Uhr. Weiterhin
erlaubt sind insbesondere Flüge zur Hilfeleistung in Not- und Katastrophenfällen.

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Abb. 6.2.7: Energieäquivalenter Dauerschallpegel der zugeordneten Flugereignisse

Infolge der Lage des Flughafens auf dem Territorium der Stadt
und der Orien erung der Start- und Landebahn sind viele Einwohner/-innen vom Fluglärm betroffen. Um einer Verstärkung des Konfliktes bei einer Zunahme der Zahl der Flugbewegungen entsprechend der in Abbildung 6.2.5 dokumen erten langfris gen Verkehrssprognosen vorzubeugen, wurden auf der Grundlage des Landesentwicklungsplanes des Freistaates Sachsen /11/ im Regionalplan
Oberes Elbtal/Osterzgebirge /12/ zwei Planungszonen defi niert. In
ihnen ist die kün ige Flächennutzung aufgrund der Belastungen des
prognos schen Lu verkehrs eingeschränkt (vgl. Abbildung 6.2.4). So
ist im „Bereich erhöhter Fluglärmbelastung“ die Planung von Wohngebieten nur ausnahmsweise zulässig. Im höher belasteten „Siedlungsbeschränkungsbereich“ dürfen generell keine neuen Bauflächen ausgewiesen werden, auf denen Wohnungen errichtet werden
können. Bestehendes Baurecht bleibt jedoch unberührt. Im Jahr
2012 wurde im Au rag des Freistaates Sachsen auf der Grundlage
des novellierten Fluglärmgesetzes (2007) eine neue Planungszone
berechnet, die nach einer bereits eingeleiteten Fortschreibung des
Regionalplanes verbindlich werden soll.

6.3 Anlagenbezogener Immissionsschutz
6.3.1 Verwaltungsrechtliches Handeln als untere Immissionsschutzbehörde

Abb. 6.2.6: Lage der Messstellen der Fluglärmmessanlage

Die Fluggeräusche sind nicht konstant, sondern unterliegen insbesondere in ihrer Zeitdauer und Lautstärke starken Schwankungen.
Deshalb wird für die einzelnen Messstellen (vgl. Abb. 6.2.6 /9/) ein
Mi elungspegel, der energieäquivalente Dauerschallpegel, aller
Flugereignisse gebildet /10/. Die Mi elungspegel für die einzelnen

In der Landeshauptstadt Dresden obliegen dem Umweltamt auch
die Aufgaben als untere Immissionsschutzbehörde. In diesem Zuständigkeitsbereich werden immissionsschutzrechtliche Genehmigungen für Industrie- und Gewerbebetriebe erteilt und bei Überschreitung gesetzlicher Vorgaben Festlegungen zur Belastungsminderung getroffen. In enger Zusammenarbeit mit anderen Ämtern
der Stadt fließen prognos sche Bewertungen und Stellungnahmen
des Umweltamtes zur Lu - und Lärmsitua on in die Entscheidungen
dieser Bereiche ein.
Gleichzei g ist das Amt Ansprechpartner für alle Bürger, die
sich bzw. ihr Umfeld durch Lu schadstoff- und/oder Lärmimmissionen bzw. andere Immissionsbelange gestört oder beeinträch gt
fühlen.
93

Die Prüfung der Einhaltung des Immissionsschutzrechtes ist im
Rahmen der Zuständigkeitsverordnung umfassend selbständig und
eigenverantwortlich durch die Kommune wahrzunehmen.
In der Stadt Dresden sind von den Mitarbeitern des Umweltamtes als untere Immissionsschutzbehörde etwa 150 nach dem
Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigungsbedürfge sowie von weiteren nicht genehmigungsbedür igen Anlagen
etwa 1 250 emissionsrelevante Anlagen im Rechtsvollzug zu bearbeiten und nach dem Überwachungskonzept des Freistaates Sachsen zu überwachen.
Das Umweltamt hat somit neben dem Rechtsvollzug auch die
immissionsschutzfachliche Bewertung vorzunehmen. Sie beinhaltet
sowohl die Durchführung fachbezogener Recherchen zum Stand der
Technik und verfahrenstechnischer Problemstellungen einschließlich deren Ergebnisumsetzung beim Rechtsvollzug, die Prüfung und
Bewertung von externen Fachgutachten als auch die selbstständige
Durchführung von Immissionsmessungen z. B. bei Lärm, Licht und
elektromagne schen Feldern einschließlich der Auswertung der
Messergebnisse in Form eines Fachgutachtens.
Außerdem werden immissionsschutzrechtliche Entscheidungen
als Einzelfallprüfungen abgefordert wie z. B. zu Genehmigungsund Ausnahmeanträgen, in Anzeige- und Zulassungsverfahren, bei
Veranstaltungsprüfungen oder in Beschwerdefällen.

■ Anlageninformationssystem
Mit dem LänderInforma onsSystem für Anlagen (LIS-A), das durch
die Immissionsschutzbehörden anzuwenden ist, werden die Daten
aus der Vollzugs- und Überwachungstä gkeit der Behörde verarbeitet. Dies dient der eigenen Informa on, unterstützt aber auch
die sta s schen Auswertungen und die Berichtersta ungen an das
Land, den Bund und die EU.
Im System LIS-A werden Arbeitsstä en mit genehmigungs- und
nicht genehmigungsbedür igen Anlagen erfasst und Angaben wie
zum Beispiel:
■
■
■
■

Genehmigungen,
festgelegte Grenzwerte,
gemessene Emissionen oder Immissionen,
die Erklärungen der Anlagenbetreiber zu den von ihren Anlagen
verursachten Emissionen

eingepflegt. Die Zusammenführung der Datenbestände und die
Durchführung landesweiter Auswertungen erfolgt in regelmäßigen
Abständen durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtscha und Geologie.

■

Genehmigungen und Anordnungen
2011 2012 2013 2014

Immissionsschutzr. Genehmigungsverfahren für Industrieanlagen
(Genehmigungen für Neuerrichtung
von Anlagen, Vorbescheide f.
Anlagen-Neuerrichtungen,
Änderungsgenehmigungen für
bestehende Anlagen)

16

9

6

8

Immissionsschutzrechtliche Anzeigeverfahren zu Anlagenänderungen,
die Auswirkungen auf zu schützende
Güter haben können

31

32

27

27

Beteiligung an immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren
für Anlagen der Landesdirek on
Sachsen (Dresden) als Träger
öffentlicher Belange

14

18

7

12

Anordnungen/Bescheide zum
Betrieb von Baustellen

90

83

71

111

Anordnungen/Bescheide zur
Durchführung von Veranstaltungen

61

59

63

73

Tab. 6.3.1: Durchgeführte Verfahren

Anordnungen nach Bundes-Immissionsschutz-Verordnungen (11.,
20., 21. und 31. BImSchV) sind als Bestandteil des verwaltungsrechtlichen Handelns in der Tabelle nicht enthalten.
Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung ist für betroffene Gewerbe- und Industriebetriebe mit genehmigungsbedürfgen Anlagen die entscheidende Anlagengenehmigung, die andere
Genehmigungen (z. B. Baugenehmigungen) und Erlaubnisse mit
einschließt.
Das Umweltamt führt jährlich im Durchschni 40 immissionsschutzrechtliche Genehmigungs- und Anzeigeverfahren durch. Es
vertri zudem die Belange der Landeshauptstadt Dresden in immissionsschutzrechtlichen und anderen umweltrechtlichen Verfahren
bei den oberen Behörden. Im Rahmen der Verfahren werden im
Industrie- und Gewerbebereich Genehmigungsanträge für besonders umweltrelevante technische Anlagen geprü und beurteilt, ob
bei Anlagenerrichtung oder -änderung der Stand der Technik erfüllt
ist und hinreichend Maßnahmen zum Schutz der Umwelt beinhaltet
sind. Bei Erfordernis werden zusätzliche Maßnahmen z. B. für den
Einbau von Filtern in Ablu führungen, zum Lärmschutz o. a. gestellt
und ggf. angeordnet.
Der Genehmigungstrend hat sich im Vergleich zum vorherigen
Berichtszeitraum leicht geändert. Im Berichtszeitraum 2011 bis
2014 verringerte sich die Anzahl von Anträgen auf Neuerrichtung
oder Änderung zum Betrieb immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedür iger Anlagen, der wirtscha lichen Situa on geschuldet,
leicht.
■ Anlagenänderungen und Anlagenneuerichtungen
Wie bereits im vorangegangenen Berichtszeitraum liegt der Schwerpunkt von Inves onen im Bereich der Änderungen von genehmigungsbedür igen Anlagen. Genehmigungen zur Neuerrichtung sind
zahlenmäßig geringer, vom Bearbeitungs- und Prüfaufwand jedoch
aufwendiger.

94

Die Anlagenbetreiber passen in der Regel ihre Anlagen in Eigenverantwortung durch Antragstellung oder Anzeige den aktuellen
Erfordernissen der wirtscha lichen Entwicklung und dem Stand
der Technik an oder werden durch Anordnung der Behörde dazu
verpflichtet.

6.3.2 Mitwirkung zu immissionsschutzrechtlichen Belangen in
Bauverfahren und bei Veranstaltungen
Verfahren

2011 2012 2013 2014

Wahrnehmung immissionsschutzrechtlicher Belange in
Baugenehmigungsverfahren

255

311

339

305

Immissionsschutzrechtliche
Stellungnahmen zu Nachtbaustellen,
Straßenbau, DVB, Gebäude

280

257

227

216
Abb. 6.3.1: Stadtfest 2011

Tab. 6.3.2: Baugenehmigungsverfahren und Nachtbaustellen etc.

In rund 300 Baugenehmigungsverfahren bringt sich das Umweltamt
auch zu immissionsschutzrechtlichen Fragen ein und bewertet, ob
aus immissionsschutzrechtlicher Sicht bei der Errichtung gewerblicher Anlagen die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse gewahrt werden. Damit können bereits im Vorfeld
der Anlagenerrichtung unzulässige Emissionen erkannt und diesen
wirksam entgegengetreten werden durch Vorgabe von Maßnahmen
zu deren Minderung oder Vermeidung. Mögliche Anwohnerbeschwerden über Lu schadstoff- und Lärmbelastungen bei Inbetriebnahme der Einrichtungen können so weitestgehend minimiert oder
vollständig ausgeschlossen werden.
Die Zahl der Veranstaltungen und der Veranstaltungsorte im
Stadtgebiet Dresden wächst ste g. Die „Event-Veranstalter“ sehen
in Ballungszentren, also den größeren Städten wie Dresden, ihr Zielpublikum. O sollen die Musikdarbietungen mit aufwendiger Technikunterstützung und bis weit in die Nachtzeit hinein sta inden. Im
Problemfeld Gaststä en- und Veranstaltungslärm ist eine ste ge
Zunahme der Konfliktpunkte zu verzeichnen. Hier besteht hoher
Handlungs- und Abs mmungsbedarf zum verträglichen Nebeneinander von Wohnen und kulturellen oder gastronomischen Erlebniszonen. Über eine im Jahr 2004 gebildete Koordinierungsstelle im
Ordnungsamt, in der das Umweltamt fest integriert ist, werden die
Träger öffentlicher Belange über neu eingehende Anträge zu Veranstaltungen informiert. Bereits bei Antragstellung des Vorhabens wird
geprü , ob durch die Art der Veranstaltung unzulässige Lärmbelastungen zu befürchten sind und die notwendigen Festlegungen auch
zur Lärmminderung abges mmt. Eine Beteiligung erfolgt gleichfalls
bei Anträgen zur Sperrzeitverschiebung oder Musikbeschallung von
Gaststä en und Biergärten.
Waren es im Jahr 2001 nur 50 Veranstaltungen, bei denen das
Umweltamt zur Bewertung der Geräuschimmission befragt wurde,
so erfolgte im Jahr 2014 in 250 Fällen eine Prüfung und Vorab-Beurteilung der Geräuschsitua on. In der Immissionsschutzbehörde
werden die vorgesehenen Beschallungsanlagen und -konzepte
vorab bewertet und zum Lärmschutz der Anwohner Auflagen zur
Aufnahme in die Erlaubnisbescheide vorgeschlagen. Diese Auflagen
können sowohl schallschutztechnischer, zeitlicher als auch organisatorischer Art sein. Das Umweltamt wird aber auch eigenständig ak v
und tri insbesondere für den Ruhe- und Nachtzeitraum immissionsschutzrechtliche Anordnungen zum Betrieb der Beschallungsanlagen. Insbesondere die zentrumsnahen Veranstaltungen bilden
dabei einen problema schen Schwerpunkt.

Abb. 6.3.2: „Winterzauber“ Altmarkt 2014

■ Anlagenüberwachung
Grundlage der Überwachungsaufgaben bildet das Überwachungskonzept Umwelt des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt
und Landwirtscha (SMUL).
Die durch das SMUL für Sachsen einheitlich vorgegebenen
Fachinforma onssysteme sind für die Planung, Vorbereitung, Erfassung und Auswertung der Einzelüberwachungen von Anlagen sowie
deren Zusammenfassung für Berichte und die Öffentlichkeitsarbeit
anzuwenden. Die Dokumenta on erfolgt über das Anlageninformaonssystem LIS-A.
Überwachungen bei Anlagen erfolgen nach Überwachungsplan
oder als anlassbezogene Überwachungen. Aber auch bei Ereignissen
wie z. B. im Havarie- oder Beschwerdefall, zu Veranstaltungen oder
Baustellen geht bei Erfordernis die Behörde zur Kontrolle vor Ort.
Die Anlagenkontrollen erfolgen nach Aktenlage oder durch Inspekonen.
Sie dienen der Prüfung der Einhaltung des BImSchG und der
Bundes-Immisionsschutz-Verordnungen und damit der Sicherung
von Umweltstandards zur Vermeidung schädlicher Umwelteinwirkungen.

95

2011 2012 2013 2014
Überwachungen gesamt
davon

697

490

532

424

Anlagenüberwachung genehmigungsbedür iger Anlagen nach BImSchG

87

71

127

67

Anlagenüberwachung nicht
genehmigungsbedür ige Anlagen
nach BImSchG

335

186

164

56

Überwachung von Veranstaltungen

214

204

213

251

durchgeführte Schallpegel-Überwachungsmessungen und Messungen
elektromagne scher Felder

61

29

28

50

Tabelle 6.3.3: Überwachungen

Im Zuständigkeitsbereich der Landeshauptstadt Dresden sind die
folgenden Anlagen erfasst und es werden folgende Aufgaben wahrgenommen:
■

■

■

■

■

■

96

Immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Anlagen –
4. BImSchV:
Etwa 150 genehmigungsbedürftige Anlagen sind im zweijährlichen Rhythmus zu überwachen. Nach der Anpassung des
deutschen Immissionsschutzrechts an EU-Recht im Jahr 2013
unterliegen von den 150 genehmigungsbedürftigen Anlagen
14 Anlagen den strengeren Regelungen der IndustrieemissionsRichtlinie (IED).
Immissionsschutzrechtlich nicht genehmigungsbedürftige Anlagen:
Diese Anlagen bedürfen keiner Vorabgenehmigung durch die
Immissionsschutzbehörde. Es werden derzeit etwa 1 250 emissionsrelevante Anlagen zu überwacht. Für diese Anlagen gilt
je nach Emissionsrelevanz oder Anlass ein Überwachungsrhythmus von fünf Jahren oder länger.
Chemischreinigungen und Oberflächenbehandlungsanlagen –
2. BImSchV:
Für 12 Anlagen der Chemischreinigungen und Oberflächenbehandlungsanlagen im Anwendungsbereich der §§ 3 und 4 der
2. BImSchV sind jährlich vorzulegende Messberichte zu prüfen,
ggf. Anordnungen zu erlassen und die Anlagen zu überwachen.
Tankstellen und Flüssiggaslager – 20. und 21. BImSchV:
Rund 70 Tankstellen und Gastankstellen (Füllstellen) sind gesondert nach der 20. und 21. BImSchV zu überwachen.
Entgegen des üblichen 5-jährlichen Überwachungsrhythmus
bei nicht genehmigungsbedürftigen Anlagen sind die Protokolle
der nach 21. BImSchV jährlich vorzunehmenden Prüfungen
drei Jahre lang vorzuhalten, woraus sich ein dreijährlicher
Überwachungsrhythmus ergibt. Zusätzlich sind die nach der
20. BImSchV der Behörde vorzulegenden Messberichte zu
prüfen.
Verwendung organischer Lösemittel – 31. BImSchV:
Nach der 31. BImSchV sind über den normalen Überwachungsrahmen für genehmigungs- und nicht genehmigungsbedürftige
Anlagen hinaus Lösemittelbilanzen bzw. Reduzierungspläne
abzufordern und zu prüfen. Aktuell unterliegen ca. 40 Anlagen
der Lösemittelverordnung.
Emissionserklärungspflichten – 11. BImSchV:
Nach der Elften Verordnung zur Durchführung des BundesImmissionsschutzgesetzes sind die Emissionserklärungen der
erklärungspflichtigen Anlagen in einem vierjährlichen Rhythmus zu prüfen. Im Jahr 2013 waren die Emissionserklärungen

■

von 27 Anlagenbertreibern mit 33 Anlagen für den Erklärungszeitraum 2012 zu prüfen und in Abstimmung mit dem Betreiber
und dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie (LfULG) zu bearbeiten.
anlassbezogene Überwachung:
Durch Eigenbeobachtung oder durch Bürgerhinweise und
-beschwerden erhält die Immissionsschutzbehörde Kenntnis
von belästigenden, möglicherweise unzulässigen Immissionssituationen. Sind diese Belastungszustände mit dem Betrieb von
Anlagen verbunden, bedingt das natürlich die außerplanmäßige Kontrolle dieser Anlagen hinsichtlich der Zulässigkeit ihrer
Betriebsbedingungen.

■ Baustellen- und Veranstaltungsüberwachung
Für Anlagen, Baustellen und Veranstaltungen, deren Betrieb mit
Emissionen von Lu schadstoffen und Lärm verbunden ist, waren
jährlich zwischen 130 und 180 Anordnungen erforderlich. Diese
Anordnungen ha en die Einhaltung von Grenzwerten zum Ziel
und dienten damit der Minderung der Immissionsbelastung für die
Anwohner.
Bei Baustellen, die über die Tageszeit (7 bis 20 Uhr) hinaus betrieben werden sollen, prü die Immissionsschutzbehörde vorher,
ob die von den Bauherren beantragte Verlängerung des zulässigen
Baustellenbetriebes möglich ist oder ob dem Anwohnerschutz
Vorrang zu geben ist.
Zum Schutz der Nachtruhe bei privat betriebenen Baustellen,
z. B. beim Hausbau, entscheidet die Immissionsschutzbehörde
sehr restrik v. Im Regelfall gibt es keine Ausnahmegenehmigung
für geräuschintensiven Nachtbau. Sofern technologisch bedingt
geräuschintensiver Nachtbau jedoch unvermeidbar ist (z. B. beim
Gießen und Glä en von großflächigen Beton-Bodenpla en für
Tiefgaragen), muss der Bauherr das Erfordernis eindeu g darlegen
und begründen, um eine zeitlich eng befristete Genehmigung zu
erhalten.
Im Straßenbau ist das Umweltamt in Zusammenarbeit mit der
Abteilung Straßenverkehrsangelegenheiten gehalten, Ermessensentscheidungen zu treffen. Obwohl im Regelfall der Anwohnerschutz
Priorität besitzt, ist zu beachten, dass im öffentlichen Interesse
stark frequen erte Straßen tagsüber nicht einfach gesperrt werden
können, da sonst großräumige Verkehrsbehinderungen au reten.
Geräuschintensive Nachtarbeit lässt sich daher nicht immer
vermeiden. Gestützt werden die behördlichen Entscheidungen
durch die Allgemeine Verwaltungsvorschri zum Schutz gegen
Baulärm und die 32. BImSchV, die spezielle Regelungen zum Baustellenbetrieb vorgeben, aber gleichzei g im öffentlichen Interesse
Ausnahmen zulassen.

6.3.3 Bearbeitung von Beschwerden und Bürgereingaben zu immissionsschutzrechtlichen Belangen
2011 2012 2013 2014
Umweltmeldungen gesamt

560

485

550

617

Beschwerden über
Lärmbeläs gungen

364

299

386

402

3
56

5
49

4
52

8
46

Beschwerden über Staub und
andere Lu verunreinigungen
davon: durch gewerbliche Anlagen
durch Feuerungsanlagen
Meldungen über Geruchsbeläs gungen im Stadtgebiet
davon: durch gewerbliche Anlagen
Abb. 6.3.3: Sprengung Ikarusweg: In Gebieten, die nicht schallsensibel sind, ist die
Palette der einsetzbaren Technologien wesentlich breiter.

57

46

30

65

Beschwerden über mit hohen
Emissionen verbundenem
Baustellenbetrieb

76

81

75

88

Beschwerden über Lichtemissionen

4

5

3

8

Tab. 6.3.4: Beschwerden und Bürgereingaben zu immissionsschutzrechtlichen Belangen

Abb. 6.3.4: Kanalsanierung Schillerplatz 2011 im Insitutformverfahren: In komplizierten Innenstadtlagen kann die klassische aufwändige und langwierige offene Bauweise
vermieden werden. Aber auch hier ist eine schalltechnische Begleitung erforderlich.

Zwischen 480 und 620 Bürgeranliegen und Beschwerden zu Immissionen von Geräuschen, Erschü erungen, Licht, Strahlen, Lu verunreinigungen und anderen Umwelteinwirkungen werden jährlich
im Umweltamt bearbeitet – meist mit dem dringenden Wunsch, die
beanstandete Beläs gung kurzfris g zu unterbinden.
Beschwerdeschwerpunkte sind Lärmbeläs gungen durch Anlagen sowie Lärm-, Staub- und Erschü erungsbelastungen durch
Baustellen. Auch bes mmte Veranstaltungen gelten von vorn herein
als lärmkri sch. Bei diesen Veranstaltungen (d. h. sehr nahe Wohnbebauung oder beachtliche Beschallungsanlage) wird in gemeinsamen Kontrollen mit dem Ordnungsamt oder durch Einzelkontrollen und Schallpegelmessungen der Immissionsschutzbehörde
und ggf. durch Prüfung der eigenständig durch den Veranstalter
organisierten und im Nachgang der Behörde vorzulegenden
Lärmmessprotokolle überwacht, ob und wie die Veranstalter den
Vorgaben nachkommen. Dies gilt besonders den Lärmschutzauflagen im Nachtzeitraum. Insbesondere in der sommerlichen veranstaltungsreichen Open-Air-Saison verlangt deswegen die Erfüllung
dieser Aufgaben o Arbeitseinsätze der Behörde an Abenden oder
auch am Wochenende.
Um in diesen und anderen Fällen Sachverhaltsermi lungen anlassbezogen und immissionsschutzfachlich einwandfrei durchführen
zu können, besitzt das Umweltamt hochwer ge Messtechnik. Dadurch können Belastungsobjek vierungen schnell realisiert werden.
Mit diesen Problemen und deren Klärung wird ein erheblicher
Teil der Arbeitskapazität der Immissionsschutzbehörde gebunden.
Aus den unterschiedlichsten Gründen heraus kann dem Bürgerwunsch nach sofor ger Abhilfe des beklagten Zustandes nicht
immer entsprochen werden.

Hochfrequenzanlagen: Zuständigkeitsveränderungen seit
August 2013, Recherchemöglichkeit für Bürger und Kommune
In der 26. BImSchV (Verordnung über elektromagne sche Felder)
sind Grenzwerte für Hoch- und Niederfrequenzanlagen festgeschrieben. Nicht selten erreichen das Umweltamt deshalb Bürgeranfragen speziell zu Hochfrequenzanlagen (Mobilfunkanlagen) und
deren Inbetriebnahme sowie zur Einhaltung der entsprechenden
Grenzwerte. O wollen sich Bürger auch nur Kenntnis über die
Standortbedingungen der Anlagen verschaffen.
■

97

In solchen Fällen ist zielführend, sich direkt an die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunika on, Post und Eisenbahnen (BNetzA) zu wenden.
Die BNetzA ist eine selbständige Bundesoberbehörde im
Geschä sbereich des Bundesministeriums für Wirtscha und Technologie mit Sitz in Bonn. Eine Außenstelle in Erfurt ist u. a. für die
ortsfesten Funkanlagen im Stadtgebiet Dresden verantwortlich.
Die BNetzA reicht die jeweiligen Standortbescheinigungen nach
Überprüfung und Festlegung des bzw. der standortbezogenen
Sicherheitsabstandes bzw. -abstände und unter Berücksich gung
der elektromagne schen Felder anderer bereits im Einwirkbereich
exis erender Mobilfunkanlagen an die Betreiber von Hochfrequenzanlagen aus. Die Standortbescheinigung dient dem Nachweis der
Gewährleistung des Schutzes von Personen in den durch den Betrieb
von ortsfesten Funkanlagen (Mobilfunkanlagen) entstehenden elektromagne schen Feldern und ist Voraussetzung für eine Inbetrieb-

nahme einer solchen Anlage durch den Betreiber. Die BNetzA wahrt
die Interessen der öffentlichen Sicherheit.
Auf der Homepage der Bundesnetzagentur, www.bundesnetzagentur.de, wird eine sogenannte EMF-Datenbank (Abb. 6.3.5) für
jedermann ohne Zugri eschränkungen zur Verfügung gestellt,
welche bei Eingabe der gesuchten Anschri , in der Regel der
Wohnanschri des interessieren Bürgers, alle im Umfeld befi ndlichen ortsfesten Funkanlagen (Mobilfunkanlagen) darstellt, d. h.
alle sich gegenwär g tatsächlich in Betrieb befi ndlichen Anlagen.
(Sofern Anlagen vollumfänglich errichtet, aber noch nicht in Betrieb genommen sind, erfolgt keine Darstellung in der EMF-Datenbank).
Außerdem führt die BNetzA bundesweite Messreihen durch.
Messstandorte werden durch einen grünen Punkt gekennzeichnet
und entsprechende Messergebnisse sind beim Anklicken des
Symbols nachlesbar.

Abb. 6.3.5: EMF-Datenbankergebnis am Beispiel Sitz Umweltamt Dresden (ortsfeste Funkanlagen, zwei Messorte)

98

Literatur:
/3a/ Landeshauptstadt Dresden, Kommunale Sta s kstelle; Kommunale Bürgerumfrage 2012, Dresden 2013.
/3 b/ Landeshauptstadt Dresden, Kommunale Sta s kstelle; Kommunale Bürgerumfrage 2010, Dresden 2011.
/3c/ Landeshauptstadt Dresden, Kommunale Sta s kstelle; Kommunale Bürgerumfrage 2007, Dresden 2008.
/3d/ Landeshauptstadt Dresden; Sta s sche Informa onen: Kommunale Bürgerumfrage 2005, Dresden 2006.
/3e/ Landeshauptstadt Dresden; Sta s sche Informa onen: Kommunale Bürgerumfrage 2002, Dresden 2003.
/4a/ Ortscheid, J.; Wende, H.; Lärmbeläs gung in Deutschland;
Z. Lärmbekämpfung 49 (2002) S. 42.
/4b/ Ortscheid, J.; Wende, H.; Lärmbeläs gung in Deutschland;
Z. Lärmbekämpfung 53 (2006) S. 24.
/4c/ Umweltbundesamt, Umweltbewusstsein in Deutschland, Ergebnisse einer repräsenta ven Bevölkerungsumfrage, Berlin
2008.
/4d/ Umweltbundesamt, Umweltbewusstsein in Deutschland
2010, Ergebnisse einer repräsenta ven Bevölkerungsumfrage, Berlin 2010.
/5/ www.dresden.de/laermkarten.
/6/ laermkar erung1.eisenbahn-bundesamt.de, 15.04.2015.
/7/ www.dresden.de/laerm.
/8/ h p://www.dresden-airport.de/Unternehmen/struktur-fakten-personal/kenndaten-sta s k.html, 15.04.2015.
/9/ Flughafen Dresden GmbH, Umwelt und Flughafen, Dresden
1996.
/10/ Deutsches Ins tut für Normung e. V., DIN 45643 „Messung
und Beurteilung von Flugzeuggeräuschen“, Teil 1 bis 3, Berlin
Oktober 1984.
/11/ Freistaat Sachsen, Verordnung der Sächsischen Staatsregierung über den Landesentwicklungsplan Sachsen v.
16.12.2003, SächsGVBl. S. 915.
/12/ Regionaler Planungsverband Oberes Elbtal/Osterzgebirge, Regionalplan Oberes Elbtal/Osterzgebirge – 1. Gesam ortschreibung 2009, Dresden 2009.

99

7 Abfall

Prägend für die Abfallwirtscha in den Jahren 2011 bis 2014 waren
die Veränderungen der gesetzlichen Grundlagen mit ihren langfris gen Zielstellungen und Auswirkungen sowie die darauf ausgerichtete Fortschreibung des Abfallwirtscha skonzeptes (AWK) der
Landeshauptstadt Dresden (LHD).
Am 1. Juni 2012 trat das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtscha und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen – Kreislaufwirtscha sgesetz (KrWG) – in Kra .
Es setzt die Vorgaben der Abfallrahmenrichtlinie der Europäischen
Gemeinscha (2008/98/EG) in na onales Recht um. In ihm sind die
Kernregelungen abfallwirtscha licher Vorschri en festgeschrieben.
Besondere Bedeutung erlangt dabei die fünfstufi ge Abfallhierarchie
(§ 6). Der Abfallvermeidung wird darin ein noch höherer Rang beigemessen als im vorangegangenen Gesetz. Ziele des neuen Gesetzes
sind eine nachhal ge Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes
sowie der Ressourcene zienz in der Abfallwirtscha .
Der Stadtrat hat im Februar 2013 die 5. Fortschreibung des
Abfallwirtscha skonzeptes beschlossen. Darin ist festgeschrieben,
das effek ve Entsorgungssystem der Landeshauptstadt Dresden mit
hohem ökologischen Standard und gutem Serviceniveau zu moderaten Gebühren fortzusetzen und weiterzuentwickeln.
Die Abfallwirtscha der LHD hat in den zurückliegenden Jahren
ihren hohen Stand weiter verbessert. Dazu hat u. a. auch die Einführung der kommunalen Blauen Tonne (2012) beigetragen. Die Ziele
des AWK wurden den aktuellen gesetzlichen Grundlagen angepasst,
und die darin enthaltenen Vorgaben sind umzusetzen.
Das KrWG schreibt ab dem 1. Januar 2015 die getrennte Erfassung von Papier, Glas, Kunststoffen, Metallen sowie Bioabfällen vor.
Zur Umsetzung dieser Vorgaben wurde im Jahr 2013 ein „Konzept
zur Erfassung und Verwertung von Wertstoffen aus Haushalten in
der LHD“ erarbeitet. Der Empfehlung des Konzeptes entsprechend,
Kunststoffabfälle getrennt zu sammeln, wurde ab August 2014 ein
Modellprojekt auf zwei Wertsto öfen (WSH) durchgeführt. Ziele
waren die Ermi lung der Menge und Zusammensetzung der separat
abgegebenen Kunststoffe. Daraus wurden Schlussfolgerungen für
das Sammelsystem und die Verwertung gezogen sowie die Kosten
ermi elt. Ab 2015 werden Kunststoffe auf allen städ schen WSH
getrennt erfasst.
Als weitere Neuerung im Serviceangebot für die Bürger werden
ab 2015 Elektrokleingeräte bei der bestellten Abholung von Haushaltgroßgeräten gebührenfrei mitgenommen.
Bioabfälle werden in der LHD seit 1996 flächendeckend
getrennt gesammelt und damit die Anforderungen aus dem KrWG
bereits erfüllt. Die einzige Ausnahme, ab 2015 von der Biotonnenpflicht befreit zu werden, ist die bei der LHD angezeigte sachgerechte Eigenverwertung der Bioabfälle. Eigenverwertung heißt, nicht
nur die Kompos erung der Bioabfälle hat auf dem Grundstück zu
erfolgen, sondern auch die anschließende Nutzung des Kompostes.
Dresden kann auf eine lange Tradi on in der Abfallwirtscha
zurückblicken. Bereits 1873 ha e der Rat der Stadt als eine der
ersten Städte in Deutschland die Abfallentsorgung öffentlich aus100

geschrieben. 2013 wurde daher das 140-jährige Jubiläum des Beginns der geordneten, städ sch organisierten Abfallwirtscha begangen.
Ein Ereignis, das auch die Abfallwirtscha der Stadt in starkem
Maße beeinflusste, war das Hochwasser Anfang Juni 2013. Anders
als elf Jahre zuvor war die Stadt besser darauf vorbereitet, so dass
geringere Schäden eingetreten sind. Hier zahlten sich die realisierten Vorsorge- und Schutzmaßnahmen aus, so dass in der Folge
auch weniger Abfall entstanden ist.

7.1 Organisa on der öffentlichen Abfallwirtscha
Als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger (örE) hat die Stadt die
Pflicht, die in ihrem Gebiet angefallenen Abfälle aus Haushalten
und Abfälle zur Besei gung aus anderen Herkun sbereichen zu
entsorgen. Die Stadt bedient sich dazu beau ragter Dri er. Die
Erfüllung der ihr im KrWG und Sächsischen Abfallwirtscha s- und
Bodenschutzgesetz (SächsABG) zugewiesenen Aufgaben wird zunehmend durch zugelassene gewerbliche und gemeinnützige Sammlungen, deren Träger Abfälle aus Haushalten sammeln, beeinträchgt. Insbesondere die Planungen und Prognosen zu den zukünfgen Abfallmengen in der LHD werden davon beeinflusst. Bis Ende
2014 wurden 153 Sammlungen mit geplanten Sammelmengen
(hauptsächlich Al ex lien, Altpapier und Metalle) von insgesamt
30 138 Tonnen pro Jahr bei der Landesdirek on Sachsen (LDS)
für das Stadtgebiet Dresden angezeigt. Weiterhin bestehen Rücknahmepflichten der Hersteller für Verkaufsverpackungen, Ba erien
und Elektroaltgeräte, an deren Erfassung die Stadt beteiligt ist. Die
Hersteller sind für die Entsorgung zuständig. Abfälle zur Besei gung
aus anderen Herkun sbereichen, für die die Stadt keine eigene
Entsorgungsmöglichkeit hat, können den Anlagen des Zweckverbandes Abfallwirtscha Oberes Elbtal (ZAOE) überlassen werden.

7.2 Abfallau ommen und Entsorgungswege

Menge in kg pro Einwohner
300

273

250

Die Gesamtmenge der im Au rag der LHD erfassten Abfälle ist im
Berichtszeitraum gegenüber dem Jahr 2010 um 5 607 Tonnen bzw.
drei Prozent ges egen.
Einen Mengenzuwachs gab es jeweils bei den Abfallarten Grünund Gehölzabfälle, Altholz, Altpapier und Schadstoffe. Beim Restabfall, Schro , bei den Gewerbeabfällen und den illegalen Ablagerungen gingen die Mengen zurück.
Jahr

178 826

2011

186 108

2012

181 080

2013

183 738

2014

186 807

173

155

149

150

142

141

136

140

138

100
50
0
1996 1998 2002 2003 2006 2010 2011 2012 2013 2014
Abb. 7.1: Entwicklung Restabfallmenge pro Einwohner

Abfall in t

2010

220

200

Tab. 7.1: Abfallmengen gesamt 2010 bis 2014

7.2.1 Restabfälle
Seit 2003 ist die jährliche Restabfallmenge rela v konstant, lediglich
Mengenschwankungen bis 2 Prozent sind zu verzeichnen. Die Restabfälle werden in der Biologisch-Mechanischen Abfallau ereitungsanlage (BMA) der Dresdner Abfallverwertungsgesellscha (DAVG)
behandelt.
Mit der Abfuhr von Restabfällen (RA) sind von der Stadt die
Firmen Stadtreinigung Dresden GmbH (SRD), Stratmann Entsorgung GmbH (Stratmann), Neru GmbH & Co. KG (Neru) und Becker
Umweltdienste GmbH (Becker) beau ragt.

■ Restabfallanalyse
Die Ergebnisse der 2012 durchgeführten Restabfallanalyse weisen
einige Veränderungen in der Zusammensetzung gegenüber früheren Untersuchungen auf. Der 2009 festgestellte sehr hohe Anteil
(42 Prozent) biologisch abbaubarer Abfälle (Bioabfälle, Grünabfälle)
ist auf 37 Prozent gesunken. Trotzdem gelangt der überwiegende
Teil dieser in Haushalten erzeugten Abfälle nach wie vor in den Restabfall und wird nicht getrennt gesammelt.
Gemäß dem KrWG besteht die Pflicht, Bioabfälle spätestens ab
1. Januar 2015 getrennt zu sammeln und zu verwerten. In Dresden
wurde die Biotonne bereits 1995 eingeführt. Die als Ausnahmeregelung in der Abfallwirtscha ssatzung zugelassene gemeinsame Erfassung von Bioabfällen mit dem Restabfall bei kleinen Abfallbehältern
(80 l-, 120 l-Behälter) en ällt damit ab 1. Januar 2015.
Der Anteil an Kunststoffen/Verbundmaterialien im Restabfall
ist auf 16 Prozent ges egen. Um der gesetzlichen Verpflichtung zur
Getrenntsammlung der Kunststoffe gerecht zu werden, erfolgt ab
2015 deren separate Erfassung auf allen im Au rag der Stadt betriebenen sieben WSH.
Der Anteil von Papier und Pappe im Restabfall zeigt mit 9 Prozent
eine weiter sinkende Tendenz. Ein Grund dafür kann die Einführung
der Blauen Tonne (BT) am Haus durch die Stadt seit 2012 sein.

Anteile in Prozent
14 Kunststoffe/
Verbundmaterialien
16,2/13,7
13 Papier/Pappen/
Kartonagen
9,0/10,3
12 sonst. Restabfall
10,6/8,6
11 Windeln/
Hygieneprodukte
8,6/5,6
10 Bauschu
2,5/1,8
9 Asche
1,5/3,2
8 Glas
6,1/5,5

14

13

12

11

10

9

8

7

6

5

4

1 Bio-/Grünabfall
37,4/41,5
2 Holz
1
0,6/1,9
3 NE-Metalle
0,9/0,9
4 Fe-Metalle
1,9/2,0
5 sonst.
min. Abfälle
0,5/0,5
6 Tex lien/
Leder/Gummi
2
3,1/3,2
3
7 Schadstoffe
incl. Elektrogeräte
0,9/1,3

Abb. 7.2: Zusammensetzung Restabfall 2012/2009

101

7.2.2 Verpackungsabfälle
Gebrauchte Verkaufsverpackungen aus Kunststoffen, Metallen oder
Verbundmaterialen, sogenannte Leichtverpackungen (LVP), werden
in Dresden in der Gelben Tonne (GT) oder im Gelben Sack (GS) am
Haus gesammelt.
Verpackungen aus Glas, Papier, Pappen und Kartonagen (PPK)
werden in Wertstoffcontainer (WSC) an Wertstoffcontainerstandplätzen (WSCP) gesammelt. Für die Sammlung von PPK gibt es auch
die Möglichkeit, die städ sche BT zu nutzen. Zusätzlich nehmen die
im Au rag der Stadt tä gen WSH große Verpackungen aus Pappe
entgegen.
Verpackungsabfall in t

2010

2011

2012

2013

2014

Gesamt

29 790

29 885

29 792

30 936

30 677

davon Glas

11 398

11 509

10 967

11 610

11 185

3 221

2 888

3 250

3 476

3 417

davon Papier/
Pappen/
Kartonagen
davon Leichtverpackungen

Im Jahr 2014 wurde bei 5 229 GT eine Befüllung mit Fremdstoffen
festgestellt. Das Abfuhrpersonal des Entsorgungsunternehmens
kennzeichnete diese Tonnen darau in als „vermüllte“ GT. Die
Grundstückseigentümer erhalten dann die Möglichkeit, den Inhalt
der Behälter nachzusor eren. Erfolgt keine Nachsor erung oder ist
diese nicht beabsich gt, wird der Inhalt als Restabfall kostenpflich g
entsorgt. Das war 2014 bei 2 104 Stück GT der Fall. Das entspricht
0,17 Prozent aller geleerten GT.

Jahr

Anzahl beanstandete
Gelbe Tonnen

2010

davon als Restabfall entsorgt
Anzahl

Menge in t

7 701

2 583

114

2011

11 769

4 174

195

2012

7 352

3 087

166

2013

7 672

3 103

164

2014

5 229

2 104

119

Tab. 7.3: Beanstandete Gelbe Tonnen

15 171

15 488

15 575

15 850

16 075

Tab. 7.2: Sammelmengen gebrauchte Verkaufsverpackungen

Für die Entsorgung gebrauchter Verkaufsverpackungen sind in Sachsen neun Duale Systeme zugelassen. Mit acht hat die Stadt Dresden
Abs mmungsvereinbarungen abgeschlossen, und bei einem Dualen
System wurde eine Unterwerfungserklärung anerkannt.
Mit der Sammlung von Verkaufsverpackungen aus Glas ist
bis Ende 2017 weiterhin die ARGE Glas von den Dualen Systemen
beau ragt. Zur ARGE gehören die Firmen Veolia Umweltservice Ost
GmbH & Co. KG (Veolia), Stratmann und Fehr Umwelt Ost GmbH
(Fehr).
Die SRD sammelt LVP seit Beginn der Getrennterfassung und
auch weiterhin im Au rag der Dualen Systeme. Der aktuelle Vertrag
läu bis Ende 2016.
Anteile in Prozent

■ Analyse von Leichtverpackungen
Im Au rag der LHD erfolgte 2014 erstmals eine Analyse der Leichtverpackungen, die in GT und GS gesammelt wurden. Dabei wurde
festgestellt, dass sich die Zusammensetzungen in den verschiedenen Bebauungsstrukturen stark unterscheiden. In den Großwohnanlagen ist ein höherer Anteil an Störstoffen als in weniger
dichten Bebauungen zu fi nden. Der geringste Anteil an Störstoffen
war erwartungsgemäß in den GS vorhanden. Weiterhin wurde festgestellt, dass Gegenstände (etwa 13 Prozent) aus stoffgleichen
Materialien (Kunststoffe, die keine Verpackungen sind) und Wertstoffe (14 Prozent) wie Glas und Altpapier mit in die GT gegeben
wurden.

1 Leichtverpackungen 54,7
2 Stoffgleiche Nichtverpackungen
14,7
3 Tex lien/Schuhe 1,1
4 Elektrokleingeräte
0,5
5 Papier/Pappen/Kartonagen
8,7
6 Glas 4,1
7 Organik 5,2
8 Restabfall/Sons ges
11,1

Abb. 7.3: Zusammensetzung LVP 2014

102

2011

2012

30 600

19 006

2010

28 871

25 080
17 867

2009

19 355

17 608

20.000

17 526

25.000

18 029

20 785

30.000

27 679

35.000

32 416

40.000

35 228

45.000

2013

2014

15.000
10.000
5.000
0
2005

2006

2007

2008

Menge in t

Anzahl Blauer Tonnen

7.2.4 Bio- und Grünabfälle
Die Mengen der gesammelten Bioabfälle schwanken in den vergangenen 5 Jahren um bis zu plus/minus 5 Prozent. Ein Zusammenhang
mit der Bevölkerungsentwicklung ist nicht erkennbar. Möglicherweise haben die Wi erungsverhältnisse der einzelnen Jahre – wie
bei den erzeugten Grünabfallmengen – darauf Einfluss. Die Grünabfallmenge unterliegt noch größeren Schwankungen (ca. 15 Prozent).
2014 betrug die Sammelmenge beider Abfallarten insgesamt
41 412 Tonnen. Das entspricht 78 Kilogramm pro Einwohner und
Jahr.
Menge in t











	


























	
































	






	

Bis Ende 2011 hat die LHD für die Sammlung von Altpapier aus Haushalten ein Sammelsystem mit Wertstoffcontainern auf etwa 640
öffentlichen Standplätzen angeboten.
Durch die Entwicklung des Marktpreises begüns gt, stellten ab
April 2008 gewerbliche Sammler Grundstückseigentümern kostenlose Altpapiertonnen zur Verfügung. Hinzu kam noch eine Vielzahl
von Altpapierau aufstellen. Die Stadt erließ darau in 2010 gegenüber gewerblichen Sammlern mit BT am Haus Untersagungsverfügungen. Die Firmen legten im gleichen Jahr Widerspruch ein und
erhoben Klage beim Verwaltungsgericht Dresden. Eine gerichtliche
Entscheidung dazu steht noch aus.
Um dem weiteren Rückgang der Sammelmenge des Altpapiers
entgegenzuwirken und den Service am Haus zu verbessern, führte
die Stadt ab 2012 eine freiwillige BT ein. Diese BT stehen seitdem in
Konkurrenz zu den gewerblichen Altpapiertonnen. Mit Stand Ende
2014 sind 30 600 kommunale BT am Haus und in Kitas/Schulen
ausgestellt. Das entspricht ca. 52 Prozent der abfallwirtscha lichen
Anschlussobjekte in Dresden.
Für die Erfassung des Altpapiers hat die Stadt ab 2012 die
Firmen Remondis Elbe-Röder GmbH (Remondis), Veolia und Fehr
beau ragt. Die Firma Veolia erhielt auch den Au rag zur Verwertung des Altpapiers. Dies geschieht in Papierfabriken in Sachsen-Anhalt und Brandenburg.
Mit Einführung der BT durch die Stadt erfolgte gleichzei g
eine Anpassung der Anzahl der ausgestellten Altpapiercontainer.
In Gebieten mit überwiegend BT wurden die Papiercontainer reduziert. An 51 Prozent der derzeit 638 WSCP wird weiterhin Altpapier
in 733 Containern gesammelt.
Mit Beschluss des Ausschusses für Umwelt und Kommunalwirtscha (UK) wurden etwa 2 100 gewerbliche BT der Firma Stratmann
von der Stadt übernommen und ab 1. Februar 2013 in das städ sche
System integriert.




7.2.3 Altpapier

gramm Altpapier. In Deutschland liegt das einwohnerbezogene
Au ommen bei durchschni lich 72 Kilogramm pro Jahr (Quelle:
Europa cker 5. Januar 2015).
Seit 1995 nehmen städ sche Schulen und Kindertagesstä en/
Horte (Kitas) an der kommunalen Altpapiersammlung teil. Im Jahr
2014 haben sich 66 Prozent der Schulen und 54 Prozent der Kitas an
der Sammlung beteiligt. Dort sind 501 Stück überwiegend 1 100 l-Behälter für die Erfassung des Altpapiers aufgestellt. Die Einrichtungen
erhalten dafür eine Vergütung von 5 Euro pro 1 100 l-Behälter.




Aus den Analysen der LVP und des Restabfalls können gleichzei g
Erkenntnisse für die Op mierung der Behältergestellung (Behältergröße, -anzahl für LVP, Bio, RA) an den Abfallbehälterstandplätzen
gewonnen werden. Insbesondere für Bewohner in Großwohnanlagen muss die Öffentlichkeitsarbeit und Abfallberatung weiter
intensiviert werden.















	

Abb. 7.5: Sammelmengen Bio- und Grünabfälle

■ Bioabfälle
Auf 48 Prozent (2014) der abfallwirtscha lichen Anschlussobjekte
in Dresden wird selbst kompos ert. Die Eigenkompos erung fi ndet
vorwiegend in den weniger dicht besiedelten Stad eilen und den
Ortscha en sta und wird von etwa 14 Prozent (2014) der Dresdner
betrieben. Den höchsten Anteil Eigenkompos erer gibt es in den
Ortsämtern Loschwitz, Klotzsche und Co a sowie den Ortscha en
Schönfeld/Weißig, Langebrück/Schönborn, Weixdorf, Al ranken/
Gompitz, Cossebaude/Oberwartha und Mobschatz.
Die Analyse des Restabfalls im Jahr 2012 ergab, dass, hochgerechnet auf die Gesamtjahresmenge, noch rund 52 Kilogramm
Bio- und Grünabfälle pro Einwohner und Jahr darin enthalten sind.
Auch bei der Sammlung in den Biotonnen wurden Fehler gemacht.
Die Anzahl der wegen Vermüllung beanstandeten Bioabfallbehälter
hat im Berichtszeitraum zugenommen. 2014 musste der Inhalt von
340 Biotonnen als Restabfall abgefahren werden.
Die größte Menge an Bioabfällen (15 000 t/a) wird seit 1995
durch die Humuswirtscha Stratmann GmbH im Kompostwerk Dresden-Kaditz verwertet.

Abb. 7.4: Altpapiermengen und Anzahl BT

Im Jahr 2010 war die Menge des von der Stadt erfassten Altpapiers
auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Sammlung gesunken. Nach
Einführung der städ schen BT steigt die Menge allmählich wieder
an und beträgt im Jahr 2014 insgesamt 19 006 Tonnen Altpapier.
Das entspricht einer Pro-Kopf-Menge von durchschni lich 35,7 Kilo103

Bis Ende 2011 wurden Bioabfälle auch

Menge in t
8.000

■
■

im Weißeritz Humuswerk in Freital (3 000 t/a) und
durch die O. E. Vockert OHG (Vockert) mit Kompostierung bei
der Rudolf Schächer Recycling GmbH in Conradsdorf bei Halsbrücke (ca. 6 000 t/a)

7.000

5 952

6.000
5.000

4 907

4.000
3.000

kompos ert.
Seit 2012 ist die Firma Vockert mit der Verwertung von etwa
9 000 Tonnen Bioabfällen pro Jahr beau ragt. 80 Prozent der
Menge werden in einer Trockenvergärungsanlage der Städtereinigung Tappe GmbH (Betreiber) im Verbund mit der envia Therm
GmbH (Eigentümer) in Zwönitz zur Biogaserzeugung genutzt. Die
restlichen 20 Prozent werden in einer Verwertungsanlage der VRD
GmbH in Brischko kompos ert. Somit wird derzeit bereits aus
30 Prozent der Dresdner Bioabfälle Biogas zur Stromerzeugung gewonnen.
Die erzeugten Komposte/Gärprodukte werden
■
■
■

in der Landwirtschaft als Dünger und zur Verbesserung der
Bodenstruktur genutzt,
im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt sowie
zur Renaturierung von Bergbaufolgelandschaften und Deponien

verwendet.
Im Jahr 2013 fasste der Ausschuss UK den Beschluss, nach
Auslaufen der bestehenden Verträge (spätestens ab 2017) die
gesamten Bioabfälle ausschließlich durch Vergärung verwerten zu
lassen. Damit wird im Rahmen des integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes der Stadt ein wesentlicher Beitrag zur CO2-Minderung für Dresden geleistet. Nach europaweiter Ausschreibung
erhielt die Firma Vockert den Zuschlag für diesen Au rag.
■ Grünabfälle
Die Dresdner können ihre auf dem Grundstück und im Garten angefallenen Grünabfälle auf den WSH und bei den Annahmestellen
gegen geringe Gebühren abgeben. Laub von Straßenbäumen und
Rosskastanien wird zeitlich befristet gebührenfrei angenommen.
Letzteres, um der Ausbreitung der Miniermo e entgegenzuwirken.
Außerdem erfolgt eine gebührenfreie Weihnachtsbaumsammlung
an ca. 105 Standorten in der Stadt.
Die Grünabfälle werden durch die Humuswirtscha Kaditz
GmbH (2014: 16 712 t) in den Mietenkompos erungsanlagen Grünberg und Radeburg verwertet. Der erzeugte Grünabfallkompost
fi ndet im Garten- und Landscha sbau als Mu erboden und Baumsubstrat Anwendung. Etwa 25 Prozent der Grünabfälle (holzige
Bestandteile) werden als Heizmaterial in einer Dresdner Gärtnerei
thermisch verwertet.

5 831

2.000

3 705
2 050

1 887

2006

2008

6 207

6 304

6 542

6 725

5 819

5 756

5 562

5 500

1 711

1 599

1 451

1 436

2010
2011
2012
2013
Sperrmüll (ohne Holz) Selbstanlieferung

2014

5 783
5 441

1 618

1.000
0

Altholz Selbstanlieferung
Sperrmüll Hausabholung

Abb. 7.6: Sammelmengen Sperrmüll und Altholz

Die Hausabholungen von Sperrmüll haben in den vergangenen
fünf Jahren in Anzahl und Menge eine sinkende Tendenz. Im Jahr
2014 gingen elf Prozent weniger Bestellungen gegenüber 2010 ein.
Die Menge des abgeholten Sperrmülls verringerte sich um zwölf
Prozent.
Die Möglichkeit, Sperrmüll und insbesondere Altholz selbst
auf den WSH anzuliefern, wurde dagegen in zunehmendem Maße
genutzt.
Die Menge des auf den WSH angelieferten Sperrmülls ging
im Berichtszeitraum um sechs Prozent (297 t) zurück, die Altholzmenge s eg um neun Prozent (519 t). Im Vergleich 2010/2014 blieb
die Sperrmüllmenge nahezu konstant, während beim Altholz ein
Zuwachs von ca. 1 000 Tonnen zu verzeichnen ist.
In der Wertstoffau ereitungsanlage der Firma Fehr erfolgt
eine Sor erung des Sperrmülls aus Dresdner Haushalten. Fünf Prozent der Sor ermenge werden sto ich und 71 Prozent thermisch
verwertet, der Rest wird besei gt. Im Sperrmüll enthaltenes Altholz
aus der Hausabholung wird im Biomasse-Heizkra werk der Firma
STEAG New Energies GmbH verwertet.
Mit der Verwertung des auf den WSH getrennt erfassten
Altholzes ist die Firma Remondis beau ragt. Es wird in zwei Holzwerkstoffe herstellenden Betrieben in Sachsen und Brandenburg
thermisch verwertet.

7.2.6 Elektro- und Elektronikaltgeräte
Elektro- und Elektronikaltgeräte (EAG) können auf den WSH gebührenfrei abgegeben werden. Für Großgeräte gibt es zusätzlich
die gebührenpflich ge Hausabholung auf Bestellung. Die Dresdner sammelten 2014 über diese Entsorgungswege im Durchschni
4,5 Kilogramm EAG pro Einwohner. Die auf EU-Ebene (WEEERichtlinie) für die Mitgliedstaaten festgelegte Mindestsammelmenge pro Einwohner und Jahr von 4 Kilogramm wird damit in
Dresden erfüllt.

7.2.5 Sperrmüll und Altholz

Die EAG werden in folgende Gruppen eingeteilt und getrennt erfasst:

Um Sperrmüll und Altholz zu entsorgen, haben die Bürger im
Wesentlichen zwei Möglichkeiten, die gebührenfreie Abgabe auf
den WSH bei Selbstanlieferung oder die Bestellung der gebührenpflich gen Abholung ab Haus bis zu 2 Kubikmeter pro Halbjahr.
Die Erfassungsmengen an Sperrmüll und Altholz lagen im
Berichtszeitraum bei insgesamt durchschni lich 13 700 Tonnen pro
Jahr.

■
■
■

104

■
■

Gruppe 1 – Haushaltgroßgeräte
Gruppe 2 – Kühlgeräte
Gruppe 3 – Informations- und Telekommunikationsgeräte, Geräte der Unterhaltungselektronik einschließlich Bildschirmgeräte
Gruppe 4 – Gasentladungslampen
Gruppe 5 – Elektrokleingeräte

Jahr Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3 Gruppe 4 Gruppe 5 Summe
Menge in t
2010

424

327

1 300

8

241

2 377

2011

359

389

1 356

9

282

2 395

2012

351

390

1 384

9

283

2 417

2013

368

403

1 329

8

274

2 382

2014

404

403

1 260

7

304

2 378

Seit April 2010 ist der Lebenshilfe Dresden e. V. (Lebenshilfe) mit
der Leistung Übernahme und Erstbehandlung der Gerätegruppen 1
und 3 beau ragt. Dafür wurde auf der Wer straße in Kaditz eine
Werksta eingerichtet. Aufgrund des zunehmenden Anteils an
Flachbildschirmen bei den abgegebenen Altgeräten wurden zusätzlich zur Zerlegestrecke für Glasbildschirme drei neue Arbeitsplätze
für die Zerlegung dieser Bildschirme (Juni 2012) eingerichtet. Mit
der Beau ragung der Lebenshilfe leistet die LHD gleichzei g einen
sozialen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen für behinderte
Menschen. Für das Elektrogeräterecycling sind insgesamt 75 behinderte Menschen bei der Lebenshilfe tä g.
Auch für die EAG-Gruppe 5 nutzt die Stadt seit Juli 2011 den
vom Gesetzgeber zugelassenen Selbstbehalt. Von Juli 2011 bis Juni
2012 war die Agro Drisa GmbH Dresden, von Juli 2012 bis Juni 2013
die Becker Umweltdienste GmbH Chemnitz und seit Juli 2013 ist die
KER-Kühl Elektronikschro und Recycling GmbH, Diedorf mit der
Verwertung/Vermarktung der Altgeräte beau ragt. Die Verträge
werden jeweils für ein Jahr geschlossen, um auf preisliche Änderungen am Markt reagieren zu können.

7.2.7 Schadstoffe
Die Mengen der im Berichtszeitraum auf sechs WSH getrennt
erfassten Schadstoffe weisen nur geringe Veränderungen auf. Im
Durchschni wurden 375 Tonnen Schadstoffe pro Jahr gesammelt.
Bei den mobilen Schadstoffsammlungen im Frühjahr und Herbst
werden durchschni lich 52 Tonnen Schadstoffe pro Jahr erfasst. Im
Schadstoffzwischenlager der SRD erfolgt anschließend die Vorbereitung und Zusammenstellung der Gebinde für den Transport in für
die Verwertung/Besei gung zugelassene Anlagen.
Die abgegebenen Schadstoffe enthalten auch große Mengen
an wasserlöslichen Dispersionsfarben. Im eingetrockneten Zustand
können Farb- und Lackreste in der Restabfalltonne entsorgt werden. Dieser Entsorgungsweg ist bedeutend kostengüns ger und
könnte die städ schen Ausgaben für die umweltgerechte Schadstoffentsorgung erheblich minimieren.
2010

2011

2012

2013

■

41 Prozent (172 t) nicht gefährliche Dispersionsfarben,
30 Prozent (123 t) gefährliche Farben, Druckfarben, Klebstoffe,
Kunstharze und
3 Prozent (12 t) Batterien und Akkumulatoren

zusammen.

Gesamtmenge

391

435

419

426

423

davon auf WSH

336

373

362

380

380

55

62

57

46

43

Tab. 7.5: Sammelmengen Schadstoffe WSH und mobile Sammlungen

Im Zeitraum 2011 bis 2014 gab es keine gravierenden Änderungen
beim Umfang der öffentlichen Reinigungsleistungen von Straßen,
Gehwegen und Plätzen. Eine Abhängigkeit des dabei angefallenen
Straßenkehrichts von den jeweiligen Wi erungsverhältnissen ist
nicht nachweisbar. Die Schwankungen in den Mengen sind eher auf
die Auswirkungen unterschiedlicher Bautä gkeit zurückzuführen.
Die Verwertungswege des Straßenkehrichts haben sich zum
vorangegangenen Berichtszeitraum nicht geändert. Der maschinell erfasste Straßenkehricht wird weiterhin durch die Humuswirtscha Kaditz GmbH mit Kompos erung des biogenen Anteils und
Einsatz des mineralischen Anteils für Rekul vierungsmaßnahmen
verwertet. Die Au ereitung des manuell erfassten Kehrichts erfolgt
in der BMA.

7.2.9 Papierkorbabfälle
In Papierkörben werden Unterwegsabfälle wie Altpapier, Glas, LVP
oder Essensreste erfasst. Die Entwicklung der Sammelmengen zeigt
eine leicht steigende Tendenz.
Ab dem Jahr 2010 hat sich die Menge bei über 800 Tonnen pro
Jahr eingepegelt. Bei einer weiter wachsenden Einwohnerzahl und
des Tourismusau ommens in Dresden ist mit einer Zunahme an
Papierkorbabfällen zu rechnen.
Mehr Papierkorbabfälle wurden im Berichtszeitraum auch
■

■

durch den zusätzlichen Einsatz großvolumiger Papierkörbe im
Bereich der Prager Straße und an den Fernbushaltestellen an
der Bayrischen Straße ab 2012 sowie
der Errichtung zusätzlicher Papierkörbe im Ortsamt Pieschen
und Neustadt im Zuge des Lokalen Handlungsprogramms für
Ordnung und Sauberkeit

eingesammelt. Die Papierkorbabfälle werden in der BMA au ereitet.
Jahr

Straßenkehricht inkl. Laub

Papierkorbabfälle

Menge in t

2014

Menge in t

davon über
mobile Sammlungen

■
■

7.2.8 Straßenkehricht

Tab. 7.4: Mengen EAG nach Gruppen

Schadsto mengen

Die Gesamtmenge der Schadstoffe im Jahr 2014 setzte sich im
Wesentlichen aus den Hauptgruppen:

2010

7 262

810

2011

8 850

804

2012

6970

838

2013

8 210

807

2014

6 567

866

Tab. 7.6: Aufkommen Straßenkehricht und Papierkorbabfälle

105

7.3 Anlagen und Einrichtungen der Abfallwirtscha

7.2.10 Hochwasserabfälle

Im Au rag der Landeshauptstadt Dresden werden zurzeit insgesamt
30 Anlagen (Sor er-, Verwertungs-, Behandlungs- und Umschlaganlagen) und Einrichtungen (WSH, Annahmestellen) der Abfallwirtscha betrieben bzw. sind durch Leistungsverträge gebunden. Hinzu
kommen noch Anlagen und Einrichtungen, die im Au rag der Dualen
Systeme zur Erfassung und Sor erung von Verpackungen tä g sind.

7.3.1 Abfallbehälterstandplätze

Abb. 7.7: Entsorgung Hochwasserabfälle (Quelle SRD)

Durch das Hochwasser im Juni 2013 kam es zu großflächigen Überschwemmungen von Wohn- und Gewerbegebieten. In der Folge
fi elen große Abfallmengen an, die zeitnah entsorgt werden mussten.
Den beau ragten Entsorgungsunternehmen kamen dabei die Erfahrungen bei der Entsorgung der Hochwasserabfälle von 2002 zugute.
Dank der Vorsorgemaßnahmen der Stadt und auch der Bürger sind
deutlich weniger Abfälle angefallen. Die Abfälle konnten bedeutend
schneller und reibungsloser entsorgt werden. Im Ortsamtsbereich
Leuben fi elen die größten Abfallmengen an.

Die ges egene Einwohnerzahl mit einhergehender Bautä gkeit
in Dresden führte zwangsläufi g zu einer Erhöhung der Anzahl der
Abfallbehälterstandplätze. Von 2010 bis 2014 gab es einen Zuwachs
um 1 673 auf insgesamt 52 690 Standplätze.
Derzeit sind durchschni lich 74 013 Restabfallbehälter mit
einem Behältervolumen von 80 bis 2 500 Litern ausgestellt, 1 851
mehr als 2010. Der Zuwachs ist insbesondere bei den Restabfallbehältern mit 80 und 240 Litern zu verzeichnen (siehe Abb.). Dieser
Trend zeigt sich auch bei den Bioabfallbehältern. Deren Anzahl s eg
im Durchschni um 1 487 auf insgesamt 24 537 Behälter mit einem
Behältervolumen von 80 bis 660 Litern.
	









Posi on
Sperrmüll/Schwemmgut

2002

2013

69 724 t

5 358 t







Sandsäcke

25 296 t

13 810 t

Schlamm

25 298 t

454 t

219 t

65 t

Schadstoffe
Entsorgungskosten, gesamt

> 7 Mio EUR













1,2 Mio EUR









	







	



Abb. 7.8: Entwicklung Anzahl Restabfallbehälter
Tab. 7.7: Hochwasserabfälle 2002/2013

Hinzu kamen 62 Tonnen Elektrogeräte (Kühlgeräte, Waschmaschinen, Herde, Bildschirmgeräte), die 2013 entsorgt werden mussten.
Die Abfälle wurden auf/in folgenden Anlagen entsorgt:
■
■
■
■
■
■
■

106

Sand: Deponien Radeburger Straße, Amand Lockwitz und Firma
Nestler
Schwemmgut: Deponie Amand Lockwitz, Humuswirtschaft
Kaditz GmbH
Sperrmüll: Deponie Amand Lockwitz, Wertstoffaufbereitung
Dresden GmbH (WAD)
Schlamm: Deponie Amand Lockwitz
Elektronikschrott: Becker Umweltdienste (Übernahmestelle),
Lebenshilfe Dresden e. V. (Gruppe 1 und 3)
Schadstoffe: SRD Schadstoffzwischenlager
Bauschutt: Deponie Amand Lockwitz

7.3.2 Biologisch-Mechanische Abfallau ereitungsanlage
In der BMA werden Restabfälle, Papierkorbabfälle, Abfälle der manuellen Straßenreinigung und der Reinigung der WSCP, aus der Beseigung illegaler Ablagerungen, Gewerbeabfälle und Sor erreste aus
der Kompos erungsanlage Kaditz au ereitet.
Am Ende dieses Prozesses werden drei Haup rak onen gewonnen:
■
■
■

ein Ersatzbrennstoff, der in Braunkohlekraftwerken und Zementfabriken thermisch verwertet wird,
Inertstoffe (Sand, Steine, Glasbruch), die auf der Deponie des
ZAOE in Gröbern eingelagert werden und
stofflich verwertbare Fe- und NE-Metalle.

Seit November 2012 ist mit Genehmigung der LDS in der Zwischenlagerhalle für Ersatzbrennstoffe auch der Umschlag von Restabfällen
(entsprechend Annahmekatalog der BMA) gesta et. Bei Reparaturen oder Revisionen in der BMA werden in der Halle die Abfälle für
den Ferntransport umgeladen.

Input in t

2010

2011

2012

2013

2014

76 227

76 896

75 495

76 385

76 396

Tab.7.8: Aufbereitete Abfallmengen aus öffentlicher Entsorgung (BMA)

Die Gesamtmenge aller 2014 an der BMA angelieferten Abfälle
beträgt 81 681 Tonnen. Aufgrund von Revisionen und Reparaturen in
der BMA wurden 8 577 Tonnen (= 11 Prozent) Abfälle unbehandelt
zur thermischen Verwertung in die TA Lauta verbracht.

Im Au rag der Stadt werden gegenwär g
■
■

sieben WSH durch drei Firmen (fünf SRD, einer Neru, einer
Veolia) und ergänzend
acht Annahmestellen für Grünabfälle (sechs in den Ortschaften
und zwei im Auftrag der Stadt von den Firmen Löwe Recycling
und Hippe Recycling)

betrieben.
Zur Umsetzung der Vorgaben des KrWG wurde auf zwei WSH
(Reick, Plauen) ab August 2014 als Modellprojekt die getrennte
Sammlung von Kunststoffabfällen eingeführt. In diesem Zeitraum
wurden 47 Tonnen Kunststoffe gesammelt. Eine Analyse dieser
Kunststoffe ergab, dass 68 Prozent aus Kunststoffen die keine Verpackungen sind, fünf Prozent aus Verpackungen und 27 Prozent aus
Fehlwürfen insbesondere Verbundmaterialien bestand.

Aus den in der BMA au ereiteten Abfällen (73 104 t) wurden
7.3.4 Wertstoffcontainerstandplätze
40 256 Tonnen Ersatzbrennstoffe (55 Prozent),
2 131 Tonnen Fe- und NE-Metalle (2,6 Prozent) und
4 456 Tonnen Inertstoffe (5,5 Prozent)

■
■
■

Für die Entsorgung von Altglas und Altpapier standen den Bürgern
im Jahr 2014 an 638 WSCP

gewonnen.
Insgesamt 91 Prozent der festen Endstoffe (ohne Abwasser und
Kondensat) werden sto ich, energe sch oder thermisch verwertet
und nur neun Prozent besei gt (deponiert).

7.3.3 Wertsto

öfe und Annahmestellen

Die Besucherzahlen belegen, dass der Service der WSH und Annahmestellen von den Bürgern weiterhin rege in Anspruch genommen
wird. Jährlich nutzen die Dresdner die WSH für ca. 250 000 Abgaben.
Die erfassten Abfallmengen sind von 2011 bis 2013 mit insgesamt
etwa 27 000 Tonnen pro Jahr konstant. Im Jahr 2014 s eg die Menge
auf 29 500 Tonnen (+ 9 Prozent). Für etwa 50 Prozent der Abfälle
brauchten die Bürger keine Gebühren entrichten. Dazu zählen u. a.
Sperrmüll, Altholz, Elektroaltgeräte, Haushaltsschro und Schadstoffe.

15.000
10.000
5.000

2060

20.000

18 445
15 890
14 390
14 297
10 432
10 267
10 427
10 605
10 053
10 149

25.000

10 386
9 480
9 490
9 288

30.000

34 320
34 572
27 985
28 271

35.000

20 825
16 712
16 469
15 479
17 383
13 867
12 703
12 909

40.000

35 227
35 633
34 610
34 350

Anzahl Erklärungsbögen
45.000

0
n
tz
dt
dt
eg
en
ick
di
ue
w
ta
sta
ub
la
Re
Ka
er
h
ns
e
P
c
L
n
i
m
dr
m
ha
ie
Jo
Ha
Fr
2011
2012
2013
2014

■
■

733 Container für Zeitungen/Zeitschriften und Pappe/Knüllpapier und
1 353 Container für Weiß-, Braun- und Grünglas

zur Verfügung.
Der Anschlussgrad liegt derzeit im Durchschni bei 833 Einwohnern pro WSCP. 90 Prozent der ausgestellten Glascontainer sind
lärmgedämmt. Nach Einführung der städ schen BT wurden 2012 an
ca. 49 Prozent der WSCP die Container für Altpapier abgezogen.
Von 2011 bis 2014 erfolgten an elf WSCP bauliche Gestaltungen
(Einfriedungen der Wertsto ehälter). Die Anzahl der gestalteten
Standplätze erhöhte sich damit von 306 (2010) auf 317 (2014).
In den kommenden Jahren können nur noch in geringem Umfang
weitere Neugestaltungen vorgenommen werden. Zum einen stehen
aus städtebaulicher Sicht wenig geeignete Flächen für Standplätze
zur Verfügung und zum anderen geringere fi nanzielle Mi el.
Im Berichtzeitraum wurden für 16 WSCP Ersatzneubauten
vorgenommen. Die Anzahl solcher Ersatzbauten wird in den
nächsten Jahren weiter steigen. Ende der neunziger Jahre kamen
für Einfriedungen vorzugsweise Holzpalisaden zum Einsatz, deren
Nutzungsdauer erreicht bzw. zum Teil deutlich überschri en ist (Palisaden sind überwiegend verro et).
Mit der Errichtung von acht weiteren Unterfluranlagen (UFA)
für Wertstoffe erhöhte sich die Gesamtzahl bis Ende 2014 auf insgesamt 40 Anlagen. Aus den bereits genannten Gründen wird auch
der Bau neuer UFA nur noch eingeschränkt möglich sein. Hinzu
kommen die ges egenen Kosten für Wartungs- und Reparaturarbeiten an den 40 vorhandenen UFA.

en
ch
es
Pi

Abb. 7.9: Nutzungen der WSH (ohne Abgaben von Grünabfällen)

Im Berichtszeitraum verringerte sich die Anzahl der städ schen
WSH von acht auf sieben. Aus vergaberechtlichen Gründen (bisher
freihändige Vergabe eines WSH mit Gebrauchtwarenbörse an den
abfallGUT Dresden e. V.) konnte der WSH Pieschen ab Mai 2013
nicht weiter betrieben werden. Die Öffnungszeiten der verbleibenden WSH wurden darau in verlängert.
107

Der teilweise Abzug von Papiercontainern ermöglichte eine maßvolle
Reduzierung der Reinigungshäufi gkeit an den Standplätzen. Im
Ergebnis konnten die Reinigungskosten und Kosten für die Entsorgung von Nebenablagerungen von jährlich rund 500 000 Euro auf
rund 390 000 Euro reduziert werden.
Anzahl

Art der Probleme

2011 2012 2013 2014

Lärmbeläs gung
■ außerhalb der Einwurfzeiten
■ außerhalb der Entleerungszeiten
(BImschG)

2

1

1

3

4

3

7

0

Nebenablagerungen
Wertstoffe insbesondere Pappe/
Kartonagen
■ Sperrmüll, Restmüll, Gartenabfälle, Altkleider

373 233

233

50

Überfüllung von Containern

521 236

258

48

■
Abb. 7.10: Unterfluranlage Wettiner Platz

Abb.: 7.11: Neue Einfriedung WSCP Altlöbtau

■ Ordnung und Sauberkeit an Wertstoffcontainerstandplätzen
Insgesamt ist eine Verbesserung von Ordnung und Sauberkeit
an den WSCP eingetreten. Ein Grund sind die zurückgegangenen
Nebenablagerungen von Pappen und Kartons nach dem Abzug der
Altpapiercontainer in Gebieten mit überwiegend BT.
Das größte Problem ist die Überfüllung der Container. Gewerbetreibende nutzen die WSC häufi g über das Maß der „haushalttypischen“ Mengen hinaus. Ein weiterer Grund ist das nicht sachgemäße Eingeben insbesondere von größeren Pappen und Kartons,
die vor dem Einwurf nicht zerkleinert werden. Die Einwurföffnungen
verstopfen, obwohl die Container noch aufnahmefähig sind und es
kommt zu Nebenablagerungen von Wertstoffen. Diese beeinträchgen das Wohnumfeld und führen zu Akzeptanzproblemen gegenüber den Standplätzen. Weiterhin wird dadurch die reibungslose
Arbeit der Entsorgungsunternehmen beeinträch gt. Manuelles
Auflesen der daneben abgelegten Wertstoffe führt zu Störungen im
zeitlichen Ablauf der Entleerungstouren.
Weitere Probleme sind das Nichteinhalten der Einwurfzeiten,
das Ignorieren von reparaturbedingten Sperrungen an WSCP, Vandalismus mit Brands ung, Zerstörung der Einwurföffnungen und
Verunreinigung der Container mit Gra
sowie Behinderungen
der Benutzung und Bewirtscha ung durch widerrechtlich parkende
Fahrzeuge.
Die Verbesserung von Ordnung und Sauberkeit an den WSCP
ist auch auf die kon nuierlich durchgeführten Vor-Ort-Kontrollen
zurückzuführen, verbunden mit der Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren. Die festgestellten Verstöße gegen die Abfallwirtscha ssatzung sind rückläufi g, Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung etwa gleichbleibend.
108

Forderung nach Umsetzungen bzw.
Abzug

19

17

19

8

Forderung neuer Standplätze bzw.
Gestaltung von Standplätzen

0

0

1

5

Verschmutzung angrenzender
Grundstücke

0

0

2

2

Verkehrsbehinderung/
Sichtbehinderung

0

0

0

0

Zustand der Container

12

4

1

3

sons ge Probleme incl. Altkleider

95

78

166

115

Ordnung und Sauberkeit

48

20

16

10

Entleerungshäufi gkeit

54

9

12

3

1 128 594

716

247

Gesamt
Tab. 7.9: Bürgerhinweise zu Problemen an WSCP

Maßnahmen

2011

2012

2013

2014

880

949

1278

674

gezielte Leistungskontrolle

4 058

5 286

2 024 3 291

Bedarfskontrolle/Leistungskontrolle/Ermi lungskontrolle „Ordnungswidrigkeiten“

4 237

5 491

2 526 4 368

Anzeige von Ordnungswidrigkeiten insgesamt

891

1 096

719

769

davon Verstöße gegen Abfallwirtscha ssatzung (Nebenablagerungen an den WSCP)

714

652

304

360

davon Verstöße gegen
die Straßenverkehrsordnung

177

444

415

409

–

–

–

322

Kontrolle aller WSCP

Anzeige von
Ordnungswidrigkeiten,
noch laufende Verfahren
Summe gesamt in EUR
Tab. 7.10: Kontrollen an WSCP

11 900 15 161 11 590 6 338

7.3.5 Sozialer Möbeldienst
Das Sächsische Umschulungs- und Fortbildungswerk Dresden
(SUFW) betreibt mit Unterstützung der Stadt die Einrichtungen
des Sozialen Möbeldienstes. Vom SUFW werden jährlich rund
20 000 Gegenstände bei etwa 5 300 Hausabholungen entgegengenommen. Durch die Weiterverwendung und Nutzungszeitverlängerung von Gebrauchtwaren werden so jährlich ca. 300 Tonnen Abfälle
vermieden. Sozial Bedür igen mit Bezugsschein des Sozialamtes
kann mit den wieder abgegebenen Gegenständen unmi elbar
geholfen werden.
Die drei Gebrauchtwarenbörsen des SUFW konnten ab Januar
2012 aus vergaberechtlichen Gründen von der Stadt nicht mehr
beau ragt werden. Zwei Einrichtungen werden in eigener Regie des
SUFW weitergeführt.

den Leistungen, die den Bürgern gebührenfrei angeboten werden,
gehören u. a. die Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten,
Schadstoffen und Sperrmüll bei Selbstanlieferung.
Die durchschni liche Abfallgebührenbelastung pro Einwohner,
ermi elt auf Basis der kalkulierten gebührenrelevanten Gesamtkosten, einschließlich getrennter Bioabfallerfassung (Biotonne),
beträgt in der LHD 59 Euro pro Einwohner und Jahr. In Sachsen lag
der Wert 2013 zwischen 41 bis 80 Euro je Einwohner und Jahr.

7.5 Satzungsvollzug
Zu den Schwerpunkten beim Vollzug der Abfallwirtscha ssatzung
(AWS) gehörten im Berichtszeitraum:
■

7.4 Abfallgebühren

■

Durch regelmäßiges Ausschreiben von abfallwirtscha lichen Leistungen und sparsames Wirtscha en konnte die Landeshauptstadt
die Abfallgebühren zehn Jahre lang stabil halten.
Höhere Kosten für Kra stoffe, Energie und Tariferhöhungen in
den vergangenen Jahren führten zu Vertragsanpassungen mit den
beau ragten Entsorgungsunternehmen. Eine Kostendeckung bei
gleichbleibenden Gebühren konnte ab 2013 nicht mehr gewährleistet werden.
Die erforderliche Neukalkula on der Abfallgebühren für den
Zeitraum 2013 bis 2015 wurde im November 2012 vom Stadtrat
bestä gt. Es erfolgte eine Anhebung der Abfallgebühren um
9 Prozent. Dabei wurde die bewährte Struktur des Gebührensystems
beibehalten.
Die Dresdner Abfallwirtscha sgebührensatzung (AWGS) bietet den Bürgern weiterhin genügend Anreize, die individuellen
Gebühren niedrig zu halten. Dazu gehört die Wahl der rich gen
Größe des erforderlichen Restabfallbehälters, der Biotonne, die
Nutzung der gebührenfreien BT für das Altpapier und der WSH. Zu

Standplätze/
Zufahrten

■

■

■

■
■

die Durchsetzung des Anschlusses bisher nicht an die öffentliche Abfuhr angeschlossener Grundstücke,
Anordnungen zur Überlassung von Restabfällen aus anderen
Herkunftsbereichen,
Prüfung bei vollständiger Abmeldung von der öffentlichen Restabfallentsorgung und bei deutlicher Reduzierung der Restabfallbehältergröße,
Mitwirkung und Entscheidung in Aufstellungsverfahren von
Bebauungsplänen zur Schaffung der baulichen Voraussetzungen für die Zufahrt zu den Standplätzen,
Mitwirkung und Verfügungen zu Bauprojekten für die Einrichtung satzungsgerechter Standplätze, Transportwege und Zufahrten,
Klärung von Problemfällen bei bestehenden Standplätzen und
Zufahrten,
Klärung von Problemen bei der Einführung BT, wie Beschwerden, An- und Ummeldungen.

Bei Verfahren zur Aufstellung bzw. Änderung von Bebauungsplänen,
der Widmung oder Einziehung von öffentlichen Straßen wurden
Belange für die zukün ige Sicherstellung des Vollservice bzw. der
Entsorgungssicherheit in den betroffenen Gebieten durchgesetzt.

Jahr

Anschluss- und
Benutzungspflicht

Stellungnahmen Träger
ö entlicher Belange

Sons ges

Summe

Einführung BT
An-, Ab- und Ummeldungen

2010

249

91

76

65

482

2011

167

111

51

64

383

14 167

2012

94

119

68

41

322

5 820

2013

68

29

59

15

171

1 551

2014

385

10

91

18

504

1 426

Tab. 7.11: Fallzahlen Satzungsvollzug

109

7.6 Ordnung und Sauberkeit

Neue PK wurden u. a. an folgenden Standorten installiert:

Der Stadtrat der LHD fasste am 27. Januar 2011 die Beschlüsse
Nr. A0190/10 „Lokales Handlungsprogramm für Ordnung und
Sauberkeit in Dresden“ und Nr. A0253/10 „Modellversuch
Dreck-weg-Bürgertelefon“. Mit der Umsetzung des Handlungsprogramms und Einrichtung und Erprobung einer zentralen Rufnummer
für Bürgeranliegen soll eine umfassende Verbesserung von Ordnung
und Sauberkeit in der Stadt erreicht werden.
Beim Lokalen Handlungsprogramm wird auf ein breites Spektrum von Maßnahmen gesetzt. Dazu gehören eine koordinierte und
intensivere Zusammenarbeit zwischen Ordnungskrä en und Polizei,
mehr ordnungsrechtliche Kontrollen, verstärktes Einbeziehen der
Bürger in Reinigungsak onen, mehr Papierkörbe und Baumpatenscha en. Schwerpunkte werden in den Ortsamtsbereichen Pieschen
und Neustadt gesetzt. Ziel der Einrichtung des Dreck-weg-Bürgertelefons ist eine umfangreichere, schnellere und effek vere Besei gung von Verunreinigungen einschließlich illegaler Ablagerungen im
gesamten Stadtgebiet.
Das Dreck-weg-Bürgertelefon wurde als IT-Vorhaben zur elektronischen Erfassung und Bearbeitung von Bürgerbeschwerden bezüglich Verschmutzungen in der LHD entwickelt. Um für alle Auskün e
bzw. Probleme der Bürger eine einheitliche Telefonnummer vorzuhalten, erfolgte die Integra on in die Behördennummer D115 und
Freischaltung am 26. März 2012. Ergänzend wurde Anfang März
2013 für Smartphone mit Android-Betriebssystem sowie iPhone und
iPad eine Dreck-weg-App zum kostenlosen Herunterladen aus dem
Internet bereitgestellt. Das Dreck-weg-Telefon und die -App haben
sich als neue und zeitgemäße Kommunika onsformen etabliert und
ersetzen zunehmend herkömmliche Meldewege. Zudem sind damit
mehr junge Leute erreichbar, um sie für die Aufrechterhaltung von
Ordnung und Sauberkeit zu sensibilisieren und zu mo vieren.
Anzahl

2012

2013

2014

Nutzungszahlen gesamt

479

1 281

1 347

davon Dreck-weg-Telefon

479

179

113

0

1 102

1 234

davon Dreck-weg-App

Tab.7.12: Nutzungszahlen Dreck-weg-Telefon und ~App

Die Nutzungshäufi gkeiten der beiden Einrichtungen zeigen eine
steigende Tendenz bei der App und eine rückläufi ge Anzahl von
Anrufen.

7.6.1 Öffentliche Papierkörbe
Für die Erfassung von Unterwegsabfällen standen im Berichtszeitraum insgesamt rund 3 750 Stück öffentliche Papierkörbe (PK) zur
Verfügung. Davon befi nden sich an Gehwegen, Plätzen und Haltestellen etwa 2 230 PK und an Spielplätzen, Park- und Grünanlagen
etwa 1 520 PK. Im Vergleich zu 2009/2010 sind rund 100 PK mehr in
Dresden aufgestellt.

110

■
■
■
■
■

Busparkplatz unter der Carolabrücke, 5 Stück, davon 1 UFPK mit
1 Kubikmeter Fassungsvermögen
Waldschlößchenbrücke, Plateau Neustädter Seite, 3 Stück
Elberadweg Pieschen zwischen City Beach und Flutrinne,
12 Stück
Äußere Neustadt, 10 Stück
Hechtviertel, 6 Stück

Abb. 7.12: Papierkörbe Carolabrücke

Abb. 7.13: Papierkörbe an der Waldschlößchenbrücke

Um Hundebesitzern die Besei gung des Kots ihrer Vierbeiner
zu erleichtern, werden gegenwär g 55 Hundebeutelspender im
Au rag der Stadt bewirtscha et. Hinzu kommen noch 167 Stück von
den Großvermietern der Stadt in den Wohngebieten und 30 Stück
von Ortscha en betreute Hundebeutelspender.
Zur Gewährleistung der Sauberkeit in der Innenstadt wurde die
bewährte Entleerungshäufi gkeit der PK aufrechterhalten. Von April
bis Oktober sowie an Feiertagen und bei Veranstaltungen erfolgen
zwei Entleerungen pro Tag und zusätzlich jeweils samstags eine
dri e Entleerung. Im Zeitraum von Oktober bis März wird täglich
entleert und zusätzlich jeweils samstags eine zweite Entleerung.
In der Adventszeit hat sich der Einsatz mobiler Einsatzteams zur
Entleerung der innerstäd schen PK bewährt. Dadurch können in der
Zeit der Weihnachtsmärkte die PK bis zu fünfmal pro Tag entleert
werden, bei notwendigem Einsatz mehrerer Teams an den Adventwochenenden noch häufi ger.
Zusätzlich wurden von Anfang April bis Anfang Oktober im
Bereich der Prager Straße und der Bayrischen Straße insgesamt vier
großvolumige PK (jeweils 240-Liter fassende, sog. MGB-Garagen)

zur Erfassung von Unterwegsabfällen eingesetzt. Damit konnte die
Sauberkeit im Innenstadtbereich in den Sommermonaten insgesamt
weiter verbessert werden.

Jahr

Ak on

2011

Bürger, Firmen, Schulen, Vereine ini ieren im Rahmen
der Ak onswoche „Sauber ist schöner“
20 Reinigungseinsätze mit etwa 550 Teilnehmern

7.6.2 Bürgerbeteiligung Stadtsauberkeit

2012

Bürger, Firmen, Schulen, Vereine ini ieren im Rahmen
der Ak onswoche „Sauber ist schöner“
27 Reinigungseinsätze mit etwa 250 Teilnehmern

2013

Bürger, Firmen, Schulen, Vereine ini ieren im Rahmen
der Ak onswoche „Sauber ist schöner“
34 Reinigungseinsätze mit etwa 900 Teilnehmern

2014

Bürger, Firmen, Schulen, Vereine ini ieren im Rahmen
der Ak onswoche „Sauber ist schöner“
57 Reinigungseinsätze mit etwa 1 400 Teilnehmern

2011 bis
2014

Bürger, Firmen, Schulen, Vereine nehmen an der
Elbwiesenreinigung teil

2011 bis
2014

die Vereine des Anglerverbandes reinigen die
Gewässerufer im Rahmen von Betreuungsverträgen
2 x jährlich

2014

Mitglieder des B.U.N.D. reinigten und pflegten das
Pappelwäldchen in Loschwitz

2013,
2014

Naturschutzjugend und Naturschutzbund reinigten
das Elbufer im Rahmen des Interna onal Coastal
Cleanup Day

2014

Pieschener Anwohner bereinigen das Elbufer von
Silvestermüll

Die von der Stadt organisierte tradi onelle Elbwiesenreinigung
(EWR) fand in den zurückliegenden Jahren einen ungebrochenen
Anklang bei den Bürgern. Insbesondere das Engagement beteiligter
Vereine und Unternehmen hat sich im Vergleich zu den Jahren
2009/2010 noch verstärkt.

Abb. 7.14: Elbwiesenreinigung
Tab. 7.13: Aktionen Bürger für eine saubere Stadt

Entlang der Elbe sammelten an den Ak onstagen in den Jahren 2011
bis 2014 jeweils knapp 1 100 Helfer zwischen 13 und 20 Tonnen Müll
und Schwemmgut. Das Reinigungsgebiet ist auf eine Strecke von
etwa 30 Kilometer erweitert worden. Die Zahl der Treffpunkte s eg
auf nunmehr 13. Der seit 2013 in die Ak on aufgenommene Treffpunkt an der Marienbrücke – ein guter Anlaufpunkt für Helfer aus
der Friedrichstadt – wurde sehr gut angenommen. Eines gewachsenen Zuspruchs erfreuten sich in den vergangenen Jahren auch die
selbst organisierten zusätzlichen Treffpunkte und Containerbereitstellungen im äußersten Südosten der Stadt. Die Anwohner, z. B. in
Söbrigen und der Ortsverein Zschieren-Zschachwitz, zeigten dabei
ein besonderes bürgerscha liches Engagement.
Die EWR wurde in bewährter Weise von den anliegenden
Ortsämtern unterstützt – sowohl durch die eigenständige Betreuung
von Treffpunkten als auch die logis sche Abwicklung des Abtransports gesammelter Abfälle. Eine feste Größe waren weiterhin die
Sponsoren (Stadtentwässerung Dresden) sowie Firmen und Vereine,
die durch materielle Leistungen die Ak on unterstützt haben (u. a.
DREWAG, Humuswirtscha Kaditz GmbH). Zu den Firmen, die sich
mit einer großen Anzahl von Mitarbeitern an der Ak on beteiligten,
gehören seit einigen Jahren die Deutsche Post sowie das Hotel
Kempinski Dresden.
Die EWR bildet den Abschluss der mi lerweile ebenfalls etablierten „Sauber ist schöner!“-Ak onswoche. Die LHD, das City
Management Dresden und die SRD rufen gemeinsam die Bürger,
Haus- und Grundstückseigentümer und Gewerbetreibende mit
Ini a ven vor Ort zum Frühjahrsputz im gesamten Stadtgebiet auf.
2014 begann die Ak onswoche unter der Beteiligung von zahlreichen Prominenten im Alaunpark – dabei wurden 3 Kubikmeter
Abfall gesammelt. In der Ak onswoche haben Vereine und Nachbarscha sini a ven rund 50 Parks, Plätze und Wege gereinigt – und
damit ein lebendiges Beispiel von bürgerscha lichem Engagement
gegeben.

7.6.3 Illegale Ablagerungen auf öffentlichen Flächen
Bis zum Jahr 2012 ist die Menge an illegal abgelagertem Sperrmüll und Restabfall gegenüber dem Berichtszeitraum 2009/2010
etwa gleich geblieben. Ab 2013 mussten bedeutend weniger illegale
Ablagerungen eingesammelt und entsorgt werden. Eine wesentliche Ursache sind die geringer gewordenen Nebenablagerungen
an WSCP nach dem teilweisen Abzug der Container für Altpapier.
Nahezu unverändert sind die Menge an Stückgütern und die Anzahl
der Anfallstellen geblieben.
Jahr

Menge in t
Anzahl Stückgüter
(überwiegend (u. a. Haushaltsgroß-, Fernsehgeräte,
Sperr-, Restmüll)
Reifen, Kfz-Ba erien, ohne
elektrische Kleingeräte)

2003

2 062

2 371

2005

1 500

2 371

2008

750

2 415

2010

640

2 363

2011

663

1 979

2012

565

2 124

2013

487

2 225

2014

449

2 129

Tab. 7.14: Entwicklung illegale Ablagerungen

111

Die seit März 2004 mit der Jus tzvollzugsanstalt Dresden bestehende Zusammenarbeit zur Reinigung von Bereichen der Elbwiesen
und angrenzender Radwege im Stadtzentrum ruht seit Oktober
2013. Die notwendigen Reinigungsarbeiten auf den dafür festgelegten Flächen werden ersatzweise durch Mitarbeiter des Lebenshilfe e. V. erbracht.

Abb. 7.15: Ablagerung von Grünabfällen, Restabfall und Autoreifen
(Boxdorfer Weg/Heide)

wie Büros und Praxen aber auch Abfälle aus dem Gewerbe. „Spitzenreiter“ waren dabei Sperrmüll, Bauschu und Altreifen. Leider
wurden auch eine ganze Reihe gefährlicher Abfälle, wie Al arben
und -öle, asbesthal ge Baustoffe und elektronische Geräte mit
gefährlichen Bestandteilen abgelagert.
Gefährliche Abfälle haben ein hohes Gefährdungspoten al
für das Oberflächen- und Grundwasser. Hier hat das Umweltamt
zusammen mit der Feuerwehr im Rahmen der Gefahrenabwehr
sofort gehandelt und in Ersatzvornahme die Abfälle besei gt.
In den Jahren 2011 bis 2014 sind sieben derar ge Fälle aufgetreten. Bei den Abfallverbrennungen wurden in erster Linie pflanzliche Abfälle verbrannt. Das reichte von der Verbrennung von Weihnachtsbäumen im Monat Januar bis zu Gehölz- und Pflanzenschni
im Frühjahr und Herbst. Häufi g erreichten die untere Abfallbehörde
auch Anzeigen zur Verbrennung von Altholz. Extremes Beispiel war
die Verbrennung von alten Kfz-Ölfi ltern im Jahr 2012.
Zur Beräumung der Abfälle verpflichtet ist der Verursacher,
sofern dieser nicht ermi elt werden kann, der oder die Grundstückseigentümer. In den Jahren 2011 bis 2014 wurden diesbezüglich 93 Besei gungsanordnungen erlassen. Allerdings ist festzustellen, dass die meisten Verursacher oder Grundstückseigentümer
nach Ansprache von sich aus die Abfälle beräumt haben (s. o. Anzahl
der gemeldeten Fälle). Für die Abfallberäumung hat das Umweltamt
in den Jahren 2011 bis 2014 10 500 Euro aufgewandt. Es gelang
jedoch, nachträglich 3 200 Euro erfolgreich zurückzufordern.
Die restlichen Kosten können auf Grund von § 3 Abs. 4 des
Sächsischen Abfall- und Bodenschutzgesetzes (SächsABG) vom
1. August 2008 nicht rückgefordert werden, weil die Grundstücke
frei betretbar waren und für den Grundstückseigentümer eine
Sicherung unzumutbar ist.

7.6.4.2 Umgang mit verwahrlosten Grundstücken

Abb. 7.16: Ablagerung von Grillresten am Elbufer

7.6.4 Abfallrechtlicher Vollzug
7.6.4.1 Illegale Abfallentsorgung auf privaten Grundstücken
In den Jahren 2011 bis 2014 sind die Fälle von angezeigten illegalen
Abfallentsorgungen auf privaten Grundstücken erfreulicherweise
um 20 Prozent zurückgegangen. Waren es im Jahr 2011 noch 184
Anzeigen, so ist die Zahl im Jahr 2013 auf 142 gesunken. 2014 sind
145 Fälle illegaler Abfallablagerungen und -verbrennungen angezeigt worden.
Die Anzahl der Abfallverbrennungen lag zwischen zehn und
20 Prozent der gemeldeten Fälle.
Abfallablagerungen traten in erster Linie auf ungesicherten
Freiflächen, in Wäldern und an Ackerrainen auf. Abgelagert wurden
Abfälle aus Haushalten oder vergleichbaren Herkun sbereichen,
112

Wie in anderen Städten auch, exis eren in der LHD eine Reihe von
verwahrlosten Grundstücken. Verwahrloste Grundstücke stellen
Gefahrenquellen dar, können zu Umweltverschmutzungen führen
und stören mitunter erheblich das Stadtbild.
Die Gründe, warum Grundstücke verwahrlosen, sind vielfäl g. Sie
reichen von ungeklärten Eigentumsverhältnissen bis zum Mangel an
fi nanziellen Mi eln der Eigentümer für Sanierungen.
In der LHD sind etwa 1 200 Flurstücke als verwahrlost einzustufen (Stand: 31. Dezember 2014). Die Anzahl an verwahrlosten
Grundstücken hat sich in den letzten fünf Jahren nahezu halbiert.
Die rapide Abnahme an verwahrlosten Grundstücken resul ert aus
dem „Bauboom“ und der damit einhergehenden Suche nach Bauplätzen im Stadtgebiet der LHD. In laufender Bearbeitung befi nden
sich rund 100 verwahrloste Grundstücke. Mit Hilfe von Bescheiden
wird die Sicherung der Grundstücke, zumeist verbunden mit der
Aufforderung zur Abfallberäumung, durchgesetzt. In den Jahren
2011 bis 2014 sind 48 Bescheide erstellt worden. Wobei auch hier
die Feststellung gilt, dass die meisten verwahrlosten Grundstücke
ohne belastende Verwaltungsakte gesichert und von Abfällen
beräumt worden sind.
In den Jahren 2011 bis 2014 hat die untere Abfallbehörde
jährlich rund 10 000 Euro im Rahmen von Ersatzvornahmen für die
Sicherung und Beräumung verwahrloster Grundstücke eingesetzt.
Ersatzvornahmen waren dann notwendig, wenn der Grundstückseigentümer oder die Grundstückseigentümer nicht in der Lage
oder Willens waren, Sicherungs- und Beräumungsmaßnahmen
durchzuführen. Unter Beachtung des Rechtsweges wird versucht,
die Kosten der Ersatzvornahme für den Haushalt der LHD wiedereinzutreiben.

7.6.4.3 Abfallrechtliche Überwachung
Die untere Abfallbehörde nimmt in der LHD die Überwachung von
gewerblichen Abfallerzeugern, -beförderern und -entsorgern als
weisungsgebundene Aufgabe war.
Auf Grundlage von § 47 des Kreislaufwirtscha sgesetzes
(KrWG) vom 24. Februar 2012 werden gewerbliche Abfallerzeuger
kontrolliert. Die Kontrolle erfolgt unabhängig von der Betriebsgröße
und der Art der anfallenden Abfälle. Im Zeitraum von 2011 bis 2014
wurden 48 Abfallerzeuger mit einem Anfall von mehr als 20 Tonnen
gefährlicher Abfall im Jahr und 247 Abfallerzeuger mit einem Anfall
von weniger als 20 Tonnen gefährlicher Abfall im Jahr kontrolliert.
Bei den Kontrollen werden die Nachweise über die Abfallentsorgung
in Augenschein genommen. Weiterhin wird die Lagerung der Abfälle
begutachtet. Es traten insgesamt 93 Mängel auf, die meist umgehend abgestellt worden sind.
Die in Dresden arbeitenden Abfallbeförderer sind ebenfalls
kontrolliert worden. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die
Abfälle im Rahmen ihres Gewerbes oder als begleitende Dienstleistung zum Gewerbe transpor eren. Kontrolliert worden sind
2011 15 Betriebe, 2012 17 Betriebe, 2013 11 Betriebe und 2014
16 Betriebe.
Zusammen mit der unteren Immissionschutzbehörde sind die
in der LHD arbeitenden Abfallbehandlungsanlagen (Al ahrzeugbehandlungsanlagen, Kompos eranlagen, Lager und Behandlungsanlagen für mineralische Abfälle sowie chemisch-physikalische
Abfallbehandlungsanlagen) in den Jahren 2011 bis 2014 mehrfach
überprü worden. Insgesamt fanden 304 Kontrollen sta . Bei der
überwiegenden Anzahl der Kontrollen wurden keine Mängel festgestellt.
Mit der Einführung der elektronischen Nachweisführung 2010
obliegt der unteren Abfallbehörde u. a. auch die Aufgabe, diese
Nachweise einer Dokumentenprüfung zu unterziehen. In den
letzten vier Jahren sind etwa 5 000 sogenannte Begleitscheine auf
Vollständigkeit und Rich gkeit geprü worden.
Weiterhin obliegt der unteren Abfallbehörde die Einhaltung der
Bes mmungen der Ba erie- und Verpackungsverordnung. Hierbei
wurden die Kontrollen nach Anzeigen aus der Bevölkerung durchgeführt. Im Berichtszeitraum fanden dazu acht Überprüfungen von
Groß- und Einzelhändlern sta .
Nach der Verwaltungsreform 2008 ist die untere Abfallbehörde auch zuständige Behörde für die Vergabe von behördlichen
Nummern (Abfallerzeuger-, Abfallbeförderer-, Abfallentsorgersowie von Abfallmakler- und Abfallhändlernummern). Insgesamt
wurden im Zeitraum von 2011 bis 2014 565 derar ge Nummern
vergeben, wobei eine abnehmende Tendenz zu beobachten ist.
Fortgeführt durch die untere Abfallbehörde wurde die Kontrolle von Abbruchanzeigen, hier insbesondere die Prüfung von
sogenannten Entsorgungskonzepten. Die Anzahl der zu prüfenden
Konzepte s eg in den Jahren 2011 bis 2014 auf Grund der steigenden
Bautä gkeit stark an (2011 168 Anzeigen, 2014 214 Anzeigen).

die Bürger von den Vorteilen der städ schen BT gegenüber den
gewerblichen BT zu überzeugen.
Weitere Schwerpunkte in der Informa on und Beratung der Bürger
waren:
■
■
■

7.7.1 Beeinflussung des Abfallverhaltens
Kindern und Jugendlichen umweltbewusstes Verhalten beizubringen, widmen sich drei langjährige Projekte der Abfallberatung.
Der im Au rag der Stadt durchgeführte „Umweltpädagogische
Unterricht“ konnte 2014 bereits auf 20 erfolgreiche Jahre seiner
Durchführung zurückblicken. Wie in der 5. Fortschreibung AWK der
LHD verankert, wird dieses Projekt auch weiterhin durchgeführt
werden.
Trotz umfangreicher Informa onen zu den Themen Abfallwirtscha und Stadtreinigung im Internet und ges egener Zugriffszahlen
auf diese Seiten informiert sich eine große Anzahl von Bürgern
weiterhin am Abfall-Info-Telefon. Insbesondere bei Neuregelungen
(Gebühren 2013), der Einführung neuer Sammelsysteme (städ sche
BT 2011/2012) oder außergewöhnlichen Ereignissen (Hochwasser
2013) steigt die Anzahl der Rat- und Hilfesuchenden stark an. Ebenso
ist der Abfallkalender eine nach wie vor feste und nicht wegzudenkende Größe bei der umfassenden Informa on zur Entsorgung von
Abfällen in privaten Haushalten.
Art der Beratung/
Informa on
Info-Telefon
Private Haushalte

Die wich gste Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit im Berichtszeitraum war die Vorbereitung und Begleitung der Einführung der
städ schen BT 2011/2012 als neues, haushaltsnahes Sammelsystem. Erschwerend kam dabei hinzu, dass sich die Stadt aufgrund
der ungeklärten Rechtslage erstmalig bei der Abfallentsorgung aus
privaten Haushalten in einer Konkurrenzsitua on befi ndet. Es galt,

2010

2011

2012

2013

2014

11 938 16 158 22 661 16 771 12 894

Info-Telefon
Gewerbe

325

433

262

375

377

schri liche Anfragen
private Haushalte

391

686

1 570

829

753

schri liche Anfragen
Gewerbe

10

26

18

32

25

Tab. 7.15: Anzahl Beratungen von Abfallerzeugern

Zu zahlreichen persönlichen Kontakten zwischen Bürgern und den
Abfallberatern kam es am
■

7.7 Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit

die Fortführung von Maßnahmen zur Schadstoffvermeidung im
Restabfall,
die Durchführung und Begleitung des Projektes HandYcap
gemeinsam mit dem Lebenshilfe e. V. und
die umfangreiche Beratung von Betroffenen des Hochwassers
2013 bei der Entsorgung ihrer Abfälle.

■
■

Gebrauchtwarentag im Rahmen des Westhangfestes in Gorbitz
(Juli 2011),
Tag der offenen Tür bei Veolia zur Einführung der städtischen BT
(Oktober 2011) und
Tag der offenen Tür bei der SRD anlässlich „140 Jahre Abfallwirtschaft in Dresden“ (September 2013).

113

Weitere realisierte Vorhaben waren u. a.
■
■

■

die Anpassung des bestehenden Themenstadtplanes – WSCP
nach dem Teilabzug von Altpapiercontainern,
die Gestaltung eines neuen Themenstadtplanes zur Elbwiesenreinigung mit Informationen zu den Treffpunkten für Teilnehmer und Betreuer und
der überarbeitete Abfuhrkalender mit Daten zur BT (ab 2012
online). Dazu gehören Informationen zum beauftragten Entsorger, Entsorgungstag und -rhythmus und die Erweiterung mit
der Dreimonatsübersicht.

Abb. 7.17: Westhangfest

Abb. 7.18: Tag der offenen Tür bei Veolia

Abb. 7.19: Themenstadtplan WSCP

Die Informa onsquellen und -möglichkeiten wurden in den zurückliegenden Jahren ständig erweitert und verbessert. Zwischen dem
„informiert sein“ und tatsächlichem Handeln kla aber immer noch
eine große Lücke. Die Analysen von Restabfall und LVP haben dies
deutlich aufgezeigt. Große Reserven gibt es bei der Getrenntsammlung von Abfällen. Die stagnierende Pro-Kopfmenge beim Bioabfall
ist ein weiteres Indiz, die Informa on und Beratung der Bürger lokal
differenziert fortzusetzen. Die größten Probleme bestehen dabei in
Gebieten mit dichter Wohnbebauung.

Mi e 2013 wurden beim Start des Projektes „HandYcap“-Sammlung
von Mobiltelefonen mehrere redak onelle Seiten und ein Themenstadtplan mit den Sammelstellen im Stadtgebiet erstellt. Seit Juli
2014 unterstützen spezielle Internetseiten das Projekt „Kunststoffsammlung auf WSH“ sowie die Abfallberatung zum Thema „Lebensmi elverschwendung“.

■ Ausbau des Online-Informationsservice
Das Informa onsangebot zu den Themen Abfallwirtscha und
Stadtreinigung wurde sowohl im redak onellen Teil, in den Anliegen
des Rathaus Online und im Themenstadtplan der LHD umfangreich
erweitert. Die stark ges egenen Zugriffszahlen auf diese Seiten
belegen das gewachsene Interesse der Bürger, sich auf diesem Wege
schnell und umfassend informieren zu können.
Bereits in Vorbereitung der Einführung der städ schen BT im
Jahr 2011 wurden den Bürgern umfangreiche Informa onen zum
neuen Service zur Verfügung gestellt.

Zugri e

2010

2011

2012

2013

2014

www.dresden.de/ 314 130 403 817 511 881 556 195 524 854
abfall
Themenbereich:
Abfall im
Themenstadtplan
der LHD

34 165

37 291

55 957

62 841

61 150

Besucher Tausch- 245 529 223 339 180 637 158 777 113 993
und VerschenkMarkt
Tab.7.16: Online Zugriffe auf Seiten Abfallwirtschaft und Stadtreinigung

Der seit 2006 auf der Homepage der LHD zu fi ndende Online
Tausch- und Verschenk-Markt hat das Ziel, durch Verschenken oder
Tauschen Gebrauchsgegenstände weiter zu verwenden und somit
Abfälle zu vermeiden. Ursachen für das stark zurückgegangene
Interesse (Halbierung der Zugriffszahlen im Berichtszeitraum) sind
nicht ermi elbar. Ein Grund wird im seit einigen Jahren vorherrschenden Trend vermutet, dass von den Anbietern von Gebraucht114

waren als Tauschobjekte ausschließlich Dinge des täglichen Bedarfs
(Lebens- und Waschmi el, Fahrkarten u. ä.) erwartet werden, die
der poten elle Interessent erst käuflich erwerben muss.
■ Schadstoffvermeidung im Abfall
Ein langjähriger Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit und Beratung ist die Reduzierung schadsto al ger Abfälle im Restabfall.
Insbesondere Elektrokleingeräte und Gasentladungslampen, aber
auch Altba erien wurden thema sch immer wieder in den Blickpunkt gesetzt. So erfolgten seit 2009 regelmäßige und ausführliche
Informa onen u. a. im Abfallkalender, in den Mieterzeitschri en der
Wohnungsgenossenscha en und in der Dresdner Abfall-Info an alle
Grundstückseigentümer sowie im Internet.
Seit 2013 sind Mobiltelefone ein Schwerpunkt der Abfallberatung. Mobiltelefone enthalten wertvolle und zum Teil seltene
Rohstoffe – vor allem Kupfer, Silber, Palladium, Gold und Seltene
Erden. Diese Metalle wiederzugewinnen, hil die begrenzten natürlichen Ressourcen und damit auch die Natur zu schonen. Gemeinsam
mit dem Verein Lebenshilfe e. V. wurde deshalb das Projekt
„HandYcap“ ins Leben gerufen. Durch die behinderten Mitarbeiter
des Vereins wurden speziell gestaltete Sammelbehälter gebaut, die
mi lerweile an 30 Standorten stadtweit aufgestellt sind, so u. a. auf
den WSH, in Bürgerbüros und öffentlichen Einrichtungen. Weitere
Sammelstellen sind geplant. Das Projekt unterstützt die Arbeit des
Vereins und erfreut sich wachsenden Zuspruchs. Seit Projektbeginn
bis Ende 2014 wurden bereits mehr als 3 900 Telefone gesammelt.
In den Behindertenwerkstä en der Lebenshilfe werden die Telefone
au ereitet und anschließend der Verwertung bzw. der umweltgerechten Entsorgung zugeführt.

Abb. 7.21: Handyzerlegung beim Lebenshilfe e. V.

Unterstützung einer nachhaltigen Umwelterziehung in
Bildungs- und Erziehungseinrichtungen
Kindern und Jugendlichen einen nachhal gen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu vermi eln und sie zu einem abfallbewussten
Verhalten anzuregen, zählen auch in Zukun zu den Kernpunkten
der Abfallberatung.
■

Dazu gehören u. a. die Projekte
■

■

■

■
■

„Umweltpädagogischer Unterricht zu abfallrelevanten Themen“:
20-jähriges Jubiläum des Projektes im Schuljahr 2014/2015,
5 141 Teilnehmer aus 68 Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, 174 Unterrichtsstunden und 213 Projekttage u. a. zu
Ressourcenschonung und Wertstoffkreisläufen, Schadstoffvermeidung, Waldjugendspiele, Baustein in der Bewerbung zur
Entente Florale Europe 2013
„Abfallwirtschaftliche Partnerschaft“ mit dem Gymnasium
Dresden-Cotta:
u. a. abfallpädagogische Aktionen von Schülerinnen und Schülern in Kindergärten, Maßnahmen zur Verbesserung der Getrenntsammlung der Abfälle an der Schule, Neustart und Fortsetzung des Projektes „Untersuchungen zum Pflanzenwachstum
in Bodensubstraten“ 2013, Beteiligung an der Agenda-Messe
„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ 2012, Beteiligung am
Projekt „HandYcap“ zur Sammlung von Mobiltelefonen
„Abfallwirtschaftliche Partnerschaft“ mit der Kindertageseinrichtung „Baumhaus“ Haydnstraße 60:
u. a. Besichtigungen abfallwirtschaftlicher Einrichtungen, Papierschöpfen, Verrottungsversuche, Basteln mit Abfällen, Exkursionen zum Forstbotanischen Garten Tharandt zur Vermittlung
der Bedeutung des Waldes
Unterstützung von Müllsammelaktionen und Schülerprojekten
(ca. 13)
Überarbeitung der Internetseiten zur Umweltpädagogik 2014

Abb. 7.20: Sammelgefäß Mobiltelefone

115

Zwei Wohnungsgenossenscha en beteiligen sich seit mehreren
Jahren am Projekt „Schadstoffen rachtung des Restabfalls“ als
zusätzliche Sammelstellen (Gasentladungslampen, Elektrokleingeräte). Auch des Problems „Hundekot“ haben sich mehrere Genossenscha en sowie die GAGFAH Group schon seit mehreren Jahren
angenommen und unterhalten eigene Hundetoile en und Beutelspender.

Abb. 7.24: Beiträge in Mieterzeitschriften

Abb. 7.22: Abfallwirtschaftliche Partnerschaft

Intensive Beratungen und Rücksprachen mit allen Großvermietern
erfolgten im Rahmen der Einführung der BT. Zwei Genossenscha en
stellen den meisten ihrer Mieter die städ sche BT zur Verfügung.
Bei weiteren Großvermietern stehen diese inzwischen an einzelnen
Abfallbehälterstandplätzen.
Die Abfallberatung konnte häufi g als Vermi ler zwischen Mieter
und Vermieter bzw. dem zuständigen Entsorger zur Problemklärung
beitragen. In rund 100 telefonischen Beratungsgesprächen erhielten
auch Hausverwaltungen und Vermieter kleinerer Vermietungsobjekte Unterstützung und Informa onen. Schwerpunkte waren hier
insbesondere die Handhabung der Anmeldung an die öffentliche
Abfallentsorgung, die Ermi lung des erforderlichen Abfallbehälterbedarfs und Probleme bei der Abfallabfuhr.
Regelmäßig wurden dabei die zusätzlichen Informa onsmaterialien zur sachgerechten Abfallentsorgung, wie Merkblä er für Hausverwaltungen und Hausaushänge für Mieter zur Verfügung gestellt.
Alle Grundstückseigentümer erhalten zweimal jährlich das von der
Stadt und der SRD herausgegebene Informa onsbla „Dresdner
Abfall-Info“ mit Hinweisen zu abfallwirtscha lichen Schwerpunkten
und Neuregelungen.

Abb. 7.23: Umweltpädagogischer Unterricht

7.7.3 Beratung von Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen
7.7.2 Zusammenarbeit mit Großvermietern, Objekt- und
Hausverwaltungen
Die Abfallerfassung und -abfuhr in Großwohnanlagen stellt o
eine Herausforderung für alle Beteiligten dar. Seit vielen Jahren
besteht deshalb eine enge Zusammenarbeit mit den sieben großen
Wohnungsgenossenscha en der Stadt und der GAGFAH Group, um
Probleme möglichst unbürokra sch auf kurzem Weg zu klären.
Die Großvermieter unterstützen die Arbeit der Abfallberatung als Mul plikator vor allem durch die Veröffentlichung wichger Informa onen für ihre Mieter. So wird in Mieterzeitschri en,
in Kunden- und Vermietungszentren und Schaukästen regelmäßig
zu abfallwirtscha lichen Themen informiert. Im Berichtszeitraum
wurden rund 100 Beiträge veröffentlicht.
116

Für die Beratung der Abfallerzeuger aus dem Bereich Gewerbe und
öffentlichen Einrichtungen ist die Datenbank regionaler Entsorgungsdienstleistungen weiterhin eine wich ge Grundlage. Die
Kontaktdaten und Leistungsspektren der darin enthaltenen 203
Firmen wurden kon nuierlich gepflegt. Nach einer jahrelangen
Phase der Betriebsübernahmen hat sich die Zahl der Entsorgungsunternehmen in der Region stabilisiert – nicht zuletzt dank einer steigenden Nachfrage nach Sekundärrohstoffen, insbesondere Papier/
Pappe, Holz, Kunststoffen und Metallen.
Vor-Ort-Beratungen wurden vor allem zur Klärung komplexer
Probleme vorgenommen. Sie fanden sowohl in Industriebetrieben
und Forschungseinrichtungen als auch in gastronomischen Einrichtungen sta . Auslöser für den Beratungsbedarf war meist eine

geplante Neuordnung der Entsorgung, so u. a. beim MDR-Landesfunkhaus oder dem Festspielhaus Hellerau. Gesprächsbedarf
seitens der Abfallberatung bestand vor allem dann, wenn Probleme hinsichtlich der Überlassungspflicht von Abfällen zur Besei gung sichtbar wurden. Zur Umgehung dieser Pflicht wurden diese
anders deklariert und zu Dumpingpreisen in Müllverbrennungsanlagen entsorgt. Das Beratungsziel war in diesem Fall der Wechsel zu
ressourcenschonenden und gesetzeskonformen Entsorgungswegen.

7.7.4 Vorbildrolle der Stadtverwaltung
Die Abfallwirtscha der Stadtverwaltung Dresden hat sich in den
zurückliegenden zehn Jahren posi v entwickelt und ist ihrer Vorbildrolle weiter gerecht geworden. Natürliche Ressourcen konnten
geschont, die Umwelt entlastet und Wertstoffe in den Wirtscha skreislauf zurückgeführt werden. Die Abfälle werden überwiegend
getrennt erfasst und einer Verwertung zugeführt.
So konnten von 2003 bis 2013 die Abfallmengen insgesamt um
193 939 Tonnen gesenkt und Entsorgungskosten um 1,77 Mio. Euro
reduziert werden.
Durch Verbesserungen bei der Getrenntsammlung verringerten
sich die Restabfallmengen zwischen 2003 und 2013 um 293 Tonnen
und die Kosten um 112 884 Euro. Bei den Schulen der LHD waren
die größten Erfolge zu verzeichnen. Die Restabfallmenge sank um
144 Tonnen und die Kosten um 49 000 Euro.
Menge in t
1.000
900

853
784

800
700

724

719

709

2008

2010

2013

243

240

237

600
500

Gute abfallwirtscha liche Ergebnisse konnten auch in den Verwaltungseinrichtungen erzielt werden. Hier sanken die Abfallmengen
um 281 Tonnen und die Entsorgungskosten um 31 779 Euro. Beim
Restabfall konnten hierbei die Mengen um 16 Tonnen und die Kosten
um 2 879 Euro gesenkt werden.

7.7.5 Interna onale Zusammenarbeit
Sowohl das Abfallwirtscha skonzept der Stadt als auch die damit
verbundenen Behandlungsanlagen – insbesondere die BiologischMechanische Abfallau ereitungsanlage (BMA) – fanden in den
zurückliegenden Jahren ein großes interna onales Interesse. Im
Rahmen von Vorträgen und Führungen konnten sich im Berichtszeitraum 18 Besuchergruppen, darunter Vertreter aus Polen, Israel,
Brasilien und China, über Sammelsysteme, Entsorgungswege und
-anlagen informieren.
Gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt fand ein Erfahrungsaustausch mit einem Regierungsvertreter aus Nepal sowie der
Gesellscha für Interna onale Zusammenarbeit sta . Themen
waren die Stadtentwicklung und nachhal ge Abfallwirtscha . Im
Zuge des Umbaus der kommunalen Abfallwirtscha in Polen wurde
eine Delega on der Stadtverwaltung Krakau zu einer Vortrags- und
Diskussionsveranstaltung eingeladen. Vielfäl g waren auch die
Kontakte zu universitären Einrichtungen, insbesondere aus Brasilien sowie ostasia schen Ländern. Im Herbst 2011 absolvierte ein
Student aus Irland sein Prak kum im Amt für Stadtgrün und Abfallwirtscha .
Ein langjähriger städ scher Beitrag zur Entwicklungshilfe ist die
Koopera on mit dem TU-Ins tut CIPSEM, welches im Au rag von
UNEP/UNESCO/BMU Studiengänge für Führungskrä e öffentlicher
Verwaltungen aus Entwicklungsländern durchführt. Für die insgesamt 145 Teilnehmer von sieben derar gen Studiengängen wurden
Vorträge und BMA-Führungen gestaltet.

400
300
200
100
0
2003

2006

Abb. 7.25: Restabfallmengen Schulen

Kosten in T Euro
400
350
300

286
264

250
200
150

Abb. 7.27: Internationale Zusammenarbeit

100
50
0
2003

2006

2008

2011

2013

Abb. 7.26: Restabfallkosten Schulen

117

8 Umweltinformation

8.1 Sta s k Internet
Laut Sächsischem Umwel nforma onsgesetz vom 1. Juni 2006 ist
die Verwaltung verpflichtet Auskun , Akteneinsicht, sons ge Informa onsträger für Jedermann zu gewähren (§ 4). Ausschlussgründe
gelten nur, wenn der Schutz öffentlicher Belange oder Personen
gefährdet sind (§§ 5, 6).
Zudem ist ein leichter Zugang zu Umwel nforma onen durch
Verwendung von Datenbanken (§ 11) zu ermöglichen und eine
ak ve, systema sche Veröffentlichung mi els elektronischer Abrufverfahren (§ 12) zu realisieren.

8.1.1 Redak oneller Teil







	


	









	

	
	















	

Unter Umwel nforma onen sind zu verstehen:
■

■

■

■
■

Informationen zu Zustand und Belastung der Umwelt sowie
zu deren zeitlichen Entwicklungen und komplexen Zusammenhängen,
Informationen zu politischen Konzepten (z. B. AWK) und umweltrelevanten Planungen, einschließlich Berichten zu deren
Umsetzung sowie Handlungsempfehlungen für umweltgerechtes Verhalten,
Informationen zu erlassenen Rechtsvorschriften, deren Anwendung sowie zu umweltrelevanten Maßnahmen, Verfahren und
Entscheidungen der Umweltbehörden,
Informationen zur Umweltrelevanz von Maßnahmen und Entscheidungen der Stadt
Informationen zu Daten von Stoffen, wie u. a. Abfällen, die sich
auf die Umwelt auswirken.

Das Umweltamt und das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtscha
nutzen zur Verbreitung dieser Umwel nforma onen intensiv den
Internetau ri der Stadt unter www.dresden.de, indem sie Informa onen anbietet:
■
■
■

im redaktionellen Teil,
im Rathaus Online,
im Themenstadtplan.

Die folgenden Abbildungen zeigen, dass diese drei Teile in den
letzten Jahren von den Bürgern sehr gut angenommen und genutzt
wurden:




















	

Abb. 8.1.1: Entwicklung der Zugriffszahlen auf den redaktionellen Teil
des Internetauftritts, Teil Umwelt (für 2007 liegen nur unvollständig Zahlen vor)

Die hohen Zugriffszahlen für 2013 sind durch die intensive Nutzung
der Seiten des Umweltamtes während des Hochwassers im Juni
2013 durch die Bürger begründet. Ende 2014 standen mehr als
120 Seiten zur Informa on zur Verfügung.
600.000

511 881

556 195

524 854

500.000
403 817

400.000
300.000

254 621

279 926

314 130

200.000
100.000
0
2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

www.dresden.de/abfall

Abb. 8.1.2: Zugriffszahlen Abfallwirtschaft und Stadtreinigung - redaktioneller Teil

Die stark ges egenen Zugriffszahlen im Teil Abfallwirtscha und
Stadtreinigung sind u. a. auf das große Informationsinteresse zur
Einführung der städtischen BT
■
■

zur Sammlung von Kunststoffabfällen auf WSH und
zur Sammlung von Mobiltelefonen

zurückzuführen.
Zu diesen und weiteren Themen wurden zahlreiche neue Seiten
gestaltet. Insgesamt stehen mehr als 80 redak onelle Seiten zu den
Themen Abfallwirtscha und Stadtreinigung aufru ar zur Verfügung.

118

8.1.2 Rathaus online
Online-Anwendungen des Umweltamtes stellen die Lagerfeueranmeldung (h ps://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/
lu /lagerfeuer.php), die Baumfällanträge (h p://www.dresden.de/
de/rathaus/dienstleistungen/baumfaellung_d115.php), sowie die
Bestellmöglichkeiten von Umweltdaten (h p://www.dresden.de/
de/stadtraum/umwelt/umwelt/umweltmetadaten/) dar.
Im Internet kann für einen bes mmten Tag an einer der fünf
Lagerfeuerstellen im Stadtgebiet ein Lagerfeuer online angemeldet
werden. Man erhält sofort einen maschinell erstellten Bescheid,
der ausgedruckt werden muss und der beim Bezahlen der Gebühr
in der Stadtkasse oder den Bürgerbüros gül g wird. Diese Anwendung wurde 2011 bis 2014 insgesamt 40 262 Mal von den Bürgern
genutzt.
Mit Hilfe des Formulars zur Baumfällung können Maßnahmen
an Gehölzen beantragt werden, die gemäß Gehölzschutzsatzung
genehmigt werden müssen. Hier startet der Antragsteller, nachdem
er seine Antragsdaten in das bereitgestellte Formular eingegeben
hat, einen elektronischen Workflow. Dieser speichert die erfassten
Daten in einer Datenbank des Umweltamtes und erzeugt automasch eine elektronische Akte. Seit 2013 besteht die Möglichkeit, den
Fällantrag mit dem elektronischen Personalausweis zu signieren. Das
Formular wurde 2011 bis 2014 insgesamt 14 710 Mal aufgerufen.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, verschiedene Umweltdaten online stadtdeckend oder ausschni sweise in verschiedenen
Formaten zu erwerben. Ein Formular bietet die Auswahlmöglichkeiten zu den Themengruppen, danach erhält der Antragsteller vom
Umweltamt ein Kostenangebot. Das Formular wurde zwischen 2011
und 2014 insgesamt 391 Mal aufgerufen.
Mit Hilfe eines speziell entwickelten Online-Formulars können
Grundstückeigentümer unkompliziert ihre gewünschten Abfallbehälter bestellen oder Umbestellungen bei der Behälteranzahl oder
-größe der BT vornehmen. Während der Einführungsphase der städschen BT wurde das Formular über 2 800 Mal verwendet.
In die Online-Version des Straßenreinigungskalenders wurden
weitere Reinigungsflächen aufgenommen. Zusätzlich zu den Daten
der Reinigung nach Straßenreinigungsgebührensatzung werden ab
2012 auch die Termine der Parkbuchten- und Bedarfsreinigungen
angezeigt. Diese Informa onen sollen es den Anliegern ermöglichen, sich darauf einzustellen, an den Reinigungstagen die betreffenden Flächen von ihren Fahrzeugen frei zu halten.
Weitere Online-Anwendungen im Bereich Abfallwirtscha sind
Formulare zur Bestellung von Hausabholungen von Sperrmüll und
Haushaltgroßgeräten sowie zur Freistellung von der Bioabfallsammlung, der Reparatur-, Verleih- und Gebrauchtwarenführer und der
Tausch- und Verschenk-Markt.

Die Anzahl der im Themenstadtplan Dresden im Bereich Stadtentwicklung und Umwelt bzw. Leben, Arbeiten und Wohnen -> Verkehr
bereitgestellten Einzelthemen des Umweltamtes entwickelte sich
von 12 (2005) auf 78 (Ende des Jahres 2014), im gleichen Bereich
stellt die Abteilung Abfallwirtscha /Stadtgrün des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtscha und die Stadtreinigung fünf (zeitweise
sechs unter Aktuelles – Elbwiesenreinigung) Themen bereit.
Die extrem hohen Zugriffszahlen für 2013 sind durch die intensive Nutzung der Hochwasserthemen, die das Umweltamt aktuell
während des Hochwassers im Juni 2013 bereitstellte, durch die
Bürger begründet.
70.000

	



62 841

61 150

2013

2014

50.000
36 118

40.000
30.000

25 851

34 165

37 291

20.000
10.000
0
2008

2009

2010

2011

2012

Abb. 8.1.4: Zugriffszahlen auf den Themenstadtplan im Bereich Abfallwirtschaft

Mit einer Europäischen Richtlinie 2007/2/EG vom 14. März 2007 und
dem Sächsischen Geodateninfrastukturgesetz (SächsGDIG) wurde
über das Umwel nforma onsgesetz hinausgehend ein weltweiter
Prozess zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinscha (INSPIRE) angestoßen. Danach ist die Stadtverwaltung Dresden als geodatenhaltende Stelle verpflichtet, Informa onen über ihre Geodaten (in Form sogenannter Metadaten
und Geodatendienste) über das landesweite Metadateninformaonssystem des Freistaates Sachsen (GeoMIS Sachsen) öffentlich
zugänglich zu machen. Durch diese zentrale Publika on der Metadaten soll Transparenz bezüglich der im Freistaat Sachsen vorhandenen Geodaten und Geodatendienste geschaffen und deren
Verwendung durch Poli k, Verwaltung, Wirtscha und Bürger erleichtert werden.
Das Umweltamt ist innerhalb der Stadtverwaltung für die Umsetzung dieses Prozesses federführend und hat zusammen mit dem
städ schen Vermessungsamt die erforderlichen Voraussetzungen
geschaffen, dass
■

■
■

8.1.3 Themenstadtplan

55 957

60.000

alle verfügbaren Geodaten der Stadtverwaltung mit Metadaten
in einem Kommunalen Metainformationssystem (KOMMIS_DD)
erfasst und verwaltet werden können,
die gespeicherten Metadaten die Anforderungen an die nationale Geodateninfrastruktur (GDI-DE) erfüllen,
über eine geeignete Schnittstelle der Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) diese Metadaten
des KOMMIS_DD automatisiert abrufen kann.

Im Zeitraum von 2011 bis 2014 wurden dem GeoSN Metadaten
zu 62 Geodatenthemen sowie drei Dienste zur Darstellung der
Geodaten der Landeshauptstadt Dresden bereitgestellt. Diese können nun weltweit über das Geodatenportal GeoMIS Sachsen abgerufen werden.






	

	




 
	








 	









 
	


	




















	

Abb. 8.1.3: Zugriffszahlen auf den Themenstadtplan im Bereich Umwelt

119

8.2 Publika onsliste
Folgende Publika onen können in ihrer aktuellen Ausfer gung bei
den jeweiligen Ämtern (UA – Umweltamt, ASA – Amt für Stadtgrün
und Abfallwirtscha , OA – Ortsämter, BKSA – Amt für Brand- und

Katastrophenschutz, SEDD – Stadtentwässerung Dresden) bestellt
werden bzw. im Internet unter www.dresden.de/wegweiser oder
unter www.dresden.de/abfall abgerufen („download“) werden.
Im Internet
/wegweiser

■

■

/abfall

erhältlich
im

Satzungen/Konzepte
(download über www.dresden.de/satzungen)

download

Abfallwirtscha ssatzung

download

ASA

Abfallwirtscha sgebührensatzung

download

ASA

Abfallwirtscha skonzept, 5. Fortschreibung

download

Winterdienst-Anliegersatzung (Straßen- und Tie auamt)

download

STA

Straßenreinigungssatzung

download

ASA

Straßenreinigungsgebührensatzung

download

ASA

Polizeiverordnung (Ordnungsamt – OA)

download

OA

Gehölzschutzsatzung

download

UA

Kostenersta ungssatzung für Eingriffe in Natur und Landscha

download

UA

Verordnung Naturschutzgebiet „Dresdner Elbwiesen und -altarme“

download

UA

Verordnung Naturschutzgebiet Elbinseln „Pillnitz und Gauernitz“

download

UA

Verordnung Landscha sschutzgebiet „Bühlauer Wiesen“ sowie Verordnungen zu den
weiteren Landscha sschutzgebieten im Stadtgebiet von Dresden

download

UA

Verordnungen zu Flächennaturdenkmalen in Dresden

download

UA

Verordnungen zu Europäischen Vogelschutzgebieten auf dem Stadtgebiet von Dresden

download

UA

Trinkwasserversorgungssatzung

download

UA

Verordnung zur Festsetzung des Überschwemmungsgebietes der Elbe

download

UA

download

ASA

Verordnung zur Festsetzung des Überschwemmungsgebietes der Weißeritz, der Lockwitz,
der Gewässer zweiter Ordnung zur Einsicht

UA

Verordnungen zu den Trinkwasserschutzgebieten zur Einsicht

UA

Stadtweite Informa onen zum Zustand und zur Entwicklung der Dresdner Umwelt,
Natur und Landscha
Abfallbilanz

download

ASA

download

UA

78 Einzelthemen im Themenstadtplan im Themenbereich „Stadtentwicklung und Umwelt“ bzw.
„Leben, Arbeiten und Wohnen“ (Wanderwege) unter www.dresden.de/themenstadtplan
Entwurf des Landscha splanes der Landeshauptstadt Dresden vom Juni 2014

120

Karten des Umweltatlasses Dresden im Internet unter www.dresden.de/umweltatlas

UA

Einzelne Themen des Umweltatlasses Dresden (Schutzgebühr von jeweils 10 Euro für ein
Thema)

UA

Umweltbericht „Grundwasser“ 2010 (Schutzgebühr 5 Euro)

UA

Umweltbericht Bodenschutz und Altlasten 2003 (Schutzgebühr 5 Euro)

UA

Umweltbericht Natur und Landscha 2001 (Schutzgebühr 5 Euro)

UA

Umweltbericht Stadtklima von Dresden 1998 (Schutzgebühr 2,50 Euro)

UA

Umweltbericht 2009/2010 Fakten zur Umwelt

download

UA

Umweltbericht 2007/2008 Fakten zur Umwelt

download

UA

Umweltbericht 2005/2006 Fakten zur Umwelt

download

UA

Umweltbericht 2001/2004 Fakten zur Umwelt

download

UA

Im Internet
/wegweiser

■

■

/abfall

erhältlich
im

Umweltbericht 1999/2000 Fakten zur Umwelt

UA

Umweltbericht 1997/1998 Fakten zur Umwelt

UA

Umweltbericht 1996 Fakten zur Umwelt

UA

Umweltbericht Lu qualität in Dresden 1997

UA

Umweltbericht Grundwasserschutz in Dresden 1996

UA

Ereignisanalyse „Hochwasser 2013“

download

UA

Umweltbericht „Zehn Jahre nach der Flut 2002“

download

UA

Umweltbericht „Grundwasser“ von 2010

download

UA

Forschungsbericht „Auswirkungen des Hochwassers 2002 auf das Grundwasser“
(Schutzgebühr 10 Euro)

UA

Stadtkarte 2012 „Oberirdische Gewässer“ mit Historischen Elbehochwassern
(Schutzgebühr 7 Euro)

UA

Stadtkarte 2010 „Oberirdische Gewässer“ mit Anlagen am Gewässer (Schutzgebühr 7 Euro)

UA

Stadtkarte 2008 „Oberirdische Gewässer“ mit Quellen und Einzugsgebieten
(Schutzgebühr 7 Euro)

UA

UA Stadtkarte 2006 „Oberirdische Gewässer“ mit den rechtlich festgesetzten Überschwemmungsgebieten (Schutzgebühr 7 Euro)

UA

Stadtkarte 2005 „Oberirdische Gewässer“ mit künstlichen Gewässern
(Schutzgebühr 7 Euro)

UA

Stadtkarte „Oberirdische Gewässer“ 2004 mit den historischen Gewässern
(Schutzgebühr 7 Euro)

UA

Stadtkarte „Gewässer“ 2003 mit den tatsächlich im August 2002 überschwemmten Flächen
(Schutzgebühr 7 Euro)

UA

Stadtkarte „Fließgewässer“ 2001 (Schutzgebühr 7 Euro)

UA

Plan Hochwasservorsorge Dresden PHD (download unter www.dresden.de/phd)

UA

Broschüren
Abfallkalender/Abfallratgeber (jährlich)

download

download

ASA

Straßenreinigungskalender (jährlich)

download

download

ASA

Informa onsblä er
(Informa onsblä er des ASA überwiegend (*) zum download im Internet unter
www.dresden.de/abfall, Abfallberatung, Informa onsblä er des Umweltamtes zum
download (**) im Internet unter www.dresden.de unter „Ihr Anliegen“)
Abfall-ABC im Internet unter www.dresden.de/entsorgung

ASA

Schadstoffvermeidung im Haushalt – Ba erien*

download

ASA

Schadstoffvermeidung im Haushalt – Chemikalien*

download

ASA

Farb- und Lackreste rich g entsorgen*

download

ASA

Abfallentsorgung in Haushalten, Hinweise zum rich gen Sammeln und Entsorgen
(in deutsch und acht Fremdsprachen)*

download

ASA

Warum Abfälle vermeiden, Abfälle trennen – lohnt sich der Aufwand *

download

ASA

Biotonne – die bessere Lösung *

download

ASA

Abfall nicht getrennt – Entsorgung doppelt bezahlt *

download

ASA

Nebenablagerungen sind teuer – Abfälle rich g entsorgen bringt Vorteile *

download

ASA

Fremdstoffe in den Gelben Tonnen erhöhen die Mietnebenkosten *

download

ASA

Abfälle aus Kleingärten*

download

ASA

121

Im Internet
/wegweiser

/abfall

im

Gewerbliche Sammlung von Abfällen und Gebrauchtwaren*

download

ASA

Energiesparlampen*

download

ASA

Standorte Hundetoile en*

download

ASA

Wohin mit alten Elektrogeräten?*

download

ASA

Was bedeutet Vollservice? *

download

ASA

Abfallentsorgung auf engen Straßen *

download

ASA

So kompos eren Sie Ihre Bioabfälle rich g *

download

ASA

Umweltpädagogischer Unterricht zu abfallrelevanten Themen *

download

ASA

Entsorgerlisten für ca. 50 Abfallarten (Gewerbe)

122

erhältlich

ASA

Restabfälle (Gewerbe) *

download

ASA

Bioabfälle, Grünabfälle, Speiseabfälle (Gewerbe) *

download

ASA

Entsorgung von Bauabfällen (Anliegen „Abbruch und Bauabfallentsorgung“) **

download

UA

Entsorgungskonzept (Anliegen „Abbruch und Bauabfallentsorgung“) **

download

UA

Bauherreninforma on (Anliegen „Abbruch und Bauabfallentsorgung“) **

download

UA

Entsorgungsbelege (Anliegen „Abbruch und Bauabfallentsorgung“) **

download

UA

Asbest (Anliegen: „Asbest“) **

download

UA

Gehölzschutzrecht (Anliegen: „Baumpflege/Baumfällung“) **

download

UA

Gehölzschutz bei Baumaßnahmen (Anliegen: „Baumpflege/Baumfällung“) **

download

UA

Bäume für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke (Anliegen: „Baumpflege/Baumfällung“) **

download

UA

Pflanzen und Pflege von jungen Bäumen (Anliegen: „Baumpflege/Baumfällung“) **

download

UA

Einheimische Gehölze (Anliegen: „Baumpflege/Baumfällung“) **

download

UA

Begrünen von Fassaden (Anliegen: „Baumpflege/Baumfällung“) **

download

UA

Misteln an Bäumen (Anliegen: „Baumpflege/Baumfällung“) **

download

UA

Antrag auf Ausnahmebewilligung für geräuschintensive Nachtarbeit auf Baustellen
(Anliegen „Baustellen, Ausnahmebewilligung ...“) **

download

UA

Schutz vor Baulärm und Lu verunreinigungen
(Anliegen „Baustellen: umweltrechtliche Richtlinien ...“) **

download

UA

Dach, Begrünung **

download

UA

Fassaden, Begrünen **

download

UA

Grünschni **

download

UA

Feuerbrand (Anliegen „Grünschni “) **

download

UA

Hochwasser – Bürgerinforma on **

download

BKSA

Kleinfeuerungsanlagen, Brennstoffe **

download

UA

Kostenersta ung, Naturschutz – Bewertungsschema
(Anliegen: Umwelt: Kostenersta ung, Naturschutz“) **

download

UA

Lärmschutz **

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UA

Der Garten – Biotop 2003 **

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Wolf – Wild er des Jahres 2003 **

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Tier anmelden **

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Im Internet
/wegweiser

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/abfall

erhältlich
im

Bauvorhaben in einem Überschwemmungsgebiet
(Anliegen: „Überschwemmungsgebiete: Bauvorhaben …“) **

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Veranstaltungen/Feste in einem Überschwemmungsgebiet
(Anliegen: „Überschwemmungsgebiete: Bauvorhaben …“) **

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Arbeitsmi el

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Arbeitsmappen zum Thema Abfallwirtscha für Grund- und Mi elschulen zur Abfallwirtscha
(Unterrichtshilfen für Lehrer)

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Umweltpädagogischer Unterricht zu abfallrelevanten Themen (CD)

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Bioabfallsammlung „Mit Wonne in die Tonne“ (Malhe und Video)

ASA

Bastelmappe für den kleinen Abfallexperten

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Formulare zu Anträgen, Anzeigen usw.
An- und Ummeldung von Behältern

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Abholung von Sperrmüll aus Haushalten

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Abholung von Haushaltgroßgeräten

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Freistellung von der Bioabfallsammlung

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Bestellung von städ schen Blauen Tonnen
Erklärung zu geschützten Baumbeständen **

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Antrag auf Fällung, Schni , Veränderung von Bäumen **

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Formulare für Genehmigungen, Erlaubnisse, Befreiungen und Anzeigen zu
wasserrechtlichen Verfahren (insgesamt 31 verschiedene Formulare) **

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Lagerfeuer online beantragen **

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Umweltdaten online bestellen **

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8.3 Ansprechpartner
Geschä sbereich Umwelt und Kommunalwirtscha
An der Kreuzkirche 6
01067 Dresden
Telefon: (0351) 4 88 22 00
Telefax: 0351) 4 88 22 05
E-Mail: umwelt-kommunalwirtscha @dresden.de
Umweltamt (UA)
Sekretariat: Grunaer Straße 2
(Pirnaischer Platz)
01069 Dresden
Telefon: (0351) 4 88 62 01
Telefax: (0351) 4 88 62 02
E-Mail: umweltamt@dresden.de
Sprechtage:
Montag und Freitag 9 bis 12 Uhr
Dienstag und Donnerstag 9 bis 18 Uhr

Amt für Stadtgrün und Abfallwirtscha (ASA)
Sekretariat: Grunaer Straße 2
(Pirnaischer Platz)
01069 Dresden
Telefon: (0351) 4 88 71 01
Telefax: (0351) 4 88 71 03
E-Mail: stadtgruen-und-abfallwirtscha @dresden.de
abfallwirtscha @dresden.de
Sprechtage:
Montag und Freitag 9 bis 12 Uhr
Dienstag und Donnerstag 9 bis 18 Uhr
Stadtentwässerung Dresden GmbH (SE DD)
Sitz: Scharfenberger Straße 152
01139 Dresden
Telefon:
(0351) 8 22 33 44
Führungen: (0351) 8 22 11 69
Telefax:
(0351) 8 22 31 54
E-Mail:
info@stadtentwaesserung-dresden.de
Kundenservice: Bürogebäude KRESS
Marie-Curie-Straße 7
01139 Dresden

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Impressum
Herausgeberin:
Landeshauptstadt Dresden
Umweltamt
Telefon (03 51) 4 88 62 00
Telefax (03 51) 4 88 99 62 03
E-Mail umweltamt@dresden.de
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon (03 51) 4 88 23 90
Telefax (03 51) 4 88 22 38
E-Mail presse@dresden.de
Pos ach 12 00 20
01001 Dresden
www.dresden.de
Zentraler Behördenruf 115 – Wir lieben Fragen
Redak on:
Umweltamt
September 2015
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elektronisch, insbesondere per E-Mail, nicht rechtswirksam
eingereicht werden. Dieses Informa onsmaterial
ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt
Dresden. Es darf nicht zur Wahlwerbung benutzt werden.
Parteien können es jedoch zur Unterrichtung ihrer Mitglieder
verwenden.

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