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Full text: Pendlerbericht Berlin-Brandenburg Issue 2017

IAB-REGIONAL Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz 1|2019 IAB Berlin-Brandenburg Pendlerbericht 2017 Holger Seibert, Doris Wiethölter, Jeanette Carstensen ISSN 1861-1567 ISSN 2195-2655 Pendlerbericht 2017 Holger Seibert (IAB Berlin-Brandenburg), Doris Wiethölter (IAB Berlin-Brandenburg), Jeanette Carstensen (IAB Berlin-Brandenburg) IAB-Regional berichtet über die Forschungsergebnisse des Regionalen Forschungsnetzes des IAB. Schwerpunktmäßig werden die regionalen Unterschiede in Wirtschaft und Arbeitsmarkt – unter Beachtung lokaler Besonderheiten – untersucht. IAB-Regional erscheint in loser Folge in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und wendet sich an Wissenschaft und Praxis. Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung ...........................................................................................................................7 2 Regionale Abgrenzungen und Datenbasis ...........................................................................8 3 Bevölkerungsentwicklung und Wanderungen in Berlin-Brandenburg ............................... 10 3.1 4 Beschäftigungsentwicklung in der Region Berlin-Brandenburg ........................................ 15 4.1 5 6 Bevölkerungsentwicklung und Wanderungen im Berliner Umland ................................ 13 Beschäftigungsentwicklung im Berliner Umland ............................................................. 16 Regionale Mobilität von Pendlern in der Region Berlin-Brandenburg................................ 19 5.1 Pendlermobilität im Bundesländervergleich.................................................................... 19 5.2 Auspendler aus Berlin ........................................................................................................ 21 5.3 Einpendler nach Berlin ...................................................................................................... 22 5.4 Auspendler aus Brandenburg ............................................................................................ 23 5.5 Einpendler nach Brandenburg .......................................................................................... 24 5.6 Pendlerverflechtungen der Brandenburger Gemeinden.................................................. 25 Fazit ................................................................................................................................. 29 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Kreise und Gemeinden der Metropolregion Berlin-Brandenburg ................................. 9 Abbildung 2: Bevölkerungsentwicklung in der Metropolregion Berlin-Brandenburg ...................... 11 Abbildung 3: Wanderungssalden der Metropolregion Berlin-Brandenburg ..................................... 12 Abbildung 4: Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Berliner Umlands ......................... 14 Abbildung 5: Wanderungen zwischen dem Berliner Umland und Berlin .......................................... 15 Abbildung 6: Beschäftigungsentwicklung in der Metropolregion Berlin-Brandenburg ................... 16 Abbildung 7: Beschäftigungsentwicklung in den Gemeinden des Berliner Umlands....................... 17 Abbildung 8: Einpendlerquoten der Bundesländer ........................................................................... 20 Abbildung 9: Auspendlerquoten der Bundesländer .......................................................................... 20 Abbildung 10: Arbeitsorte der Beschäftigten mit Wohnort in Berlin ................................................... 22 Abbildung 11: Wohnorte der Beschäftigten mit Arbeitsort in Berlin ................................................... 23 Abbildung 12: Arbeitsorte der Beschäftigten mit Wohnort in Brandenburg ....................................... 24 Abbildung 13: Wohnorte der Beschäftigten mit Arbeitsort in Brandenburg ....................................... 25 Abbildung 14: Einpendlerquote der Gemeinden in der Metropolregion Berlin-Brandenburg ........... 26 Abbildung 15: Auspendlerquote der Gemeinden in der Metropolregion Berlin-Brandenburg .......... 27 Abbildung 16: Binnenpendlerintensität der Gemeinden in der Metropolregion BerlinBrandenburg .................................................................................................................. 29 IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 3 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Arbeitsplatzdichte in den Gemeinden des Berliner Umlands ...................................... 18 Tabelle 2: Beschäftigte nach Betriebsgrößenklassen in den Gemeinden des Berliner Umlands ......................................................................................................................... 19 Anhang Tabelle A 1: Begriffserklärungen ....................................................................................................... 32 Tabelle A 2: Entwicklung der Zahl der Pendler in Berlin 1999 bis 2017 ........................................... 34 Tabelle A 3: Entwicklung der Zahl der Pendler in Brandenburg 1999 bis 2017 ............................... 34 Tabelle A 4: Beschäftigte aus Berlin und Brandenburg nach ihrem Arbeitsort 2017 ...................... 36 Tabelle A 5: Beschäftigte aus Berlin und Brandenburg nach ihrem Wohnort 2017 ........................ 37 Tabelle A 6: Entwicklung der Zahl der Pendler zwischen Brandenburg und Berlin 1999 bis 2017 . 38 Tabelle A 7: Pendlerströme auf Bundeslandebene 2017 ................................................................. 39 Tabelle A 8: Ober- und Mittelzenten in der Metropolregion Berlin-Brandenburg ........................... 41 Abbildung A 1: Hauptstadtregion Berlin Brandenburg: Metropole, Ober- und Mittelzentren mit Mittelbereichen.............................................................................................................. 40 IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 4 Zusammenfassung Die Pendlerströme in der Region Berlin-Brandenburg haben in den vergangenen Jahren weiter stetig zugenommen. In die Bundeshauptstadt pendelten im Jahr 2017 über 300.000 Beschäftigte aus den anderen Bundesländern oder dem Ausland. Damit sind die Einpendler nach Berlin mit 13.500 mehr Personen gegenüber 2016 (+4,6 %) gestiegen. Ebenfalls gewachsen ist die Anzahl der Berliner Auspendler auf knapp 180.000 und damit ca. 5.700 (+3,3 %) mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt wies die Bundeshauptstadt im Jahr 2017 einen Einpendlerüberschuss von fast 130.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf. Die Mobilität der Arbeitskräfte in Brandenburg ist ebenfalls gestiegen. Brandenburg war nicht nur das Bundesland mit der höchsten Auspendlerquote (29,4 %), sondern hatte auch die höchste Einpendlerquote (17,7 %) unter den Flächenländern. Im Jahr 2017 arbeiteten ca. 286.000 Brandenburger in einem anderen Bundesland. Aus anderen Bundesländern und dem Ausland pendelten fast 148.000 Beschäftigte zum Arbeiten nach Brandenburg ein. Die Pendlerbeziehungen zwischen den beiden Bundesländern Berlin und Brandenburg sind 2017 ebenfalls intensiver geworden. Gut 210.000 Brandenburger waren in Berlin tätig, 6.600 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Dies waren 21,6 Prozent aller Beschäftigten mit Brandenburger Wohnort. In die Gegenrichtung, von Berlin nach Brandenburg, pendelten 6,7 Prozent (87.073) aller Berliner Beschäftigten und damit fast 2.200 Beschäftigte mehr als 2016. Mit der günstigen Beschäftigungsentwicklung stieg auch die Zahl der mobilen Beschäftigten. Als Gründe für die steigende Arbeitskräftemobilität werden die immer weiter zunehmende Spezialisierung der Arbeitswelt und die Anforderungen der Wissensgesellschaft diskutiert. Darüber hinaus beeinflussen Suburbanisierungsprozesse, Lohndifferenzen sowie Unterschiede in Umfang des Arbeitsplatzangebots die Mobilitätsbereitschaft von Beschäftigten. Der vorliegende Bericht zeichnet die Entwicklung der Pendlerzahlen für Berlin und Brandenburg für den Zeitraum 1999 bis 2017 nach, wie auch deren Pendlerverflechtungen nach Ziel- und Herkunftsregionen. In dieser Analyse wird darüber hinaus die Mobilität der Beschäftigten zwischen den Brandenburger Gemeinden aufgezeigt. Vor allem die Metropole Berlin erweist sich als Entwicklungsmotor mit positiven Beschäftigungseffekten auch für angrenzende Umlandgemeinden (166.004 Pendler aus dem Berliner Umland nach Berlin). Ebenfalls zugenommen hat auch die Zahl der mobilen Berliner, die vor allem im Umland tätig sind (74.011). Dies sind rund 41,1 Prozent aller Berliner Auspendler. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 5 Keywords Berliner Umland, Bevölkerung, Mobilität, Pendler, Wanderungen Danksagung Für die Unterstützung bei der Bearbeitung der Studie möchten wir uns bei den Kolleginnen und Kollegen aus dem Regionalen Forschungsnetz bedanken. Unser besonderer Dank geht an Michaela Fuchs, Klara Kaufmann und Annette Röhrig für sehr hilfreiche Hinweise. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 6 1 Einleitung Das IAB Berlin-Brandenburg analysiert regelmäßig das Pendelverhalten der Beschäftigten in der Region (letzte Analyse: Carstensen/Seibert/Wiethölter 2017). 1 Wie in den Jahren zuvor, zeigte sich auch im Jahr 2017 in Berlin und Brandenburg ein Anstieg der länderübergreifenden Arbeitskräftemobilität. Dieser Bericht gibt einen Überblick über die Entwicklung der Pendlerzahlen und eine detaillierte Analyse regionaler Besonderheiten in den jeweiligen Bundesländern. Einleitend werden wichtige Einflussfaktoren auf das Pendelverhalten der Erwerbsbevölkerung in Berlin und Brandenburg untersucht. Dazu gehören unterschiedliche Bevölkerungs- und Wanderungsbilanzen in den Regionen. Nach einer Untersuchung zu den Mobilitätsgewohnheiten der Bundesbürger hat vor allem die beruflich motivierte Mobilität deutlich zugenommen (BMVI 2018: 18 f.). Der Anteil dieser Wegeanlässe (Ausbildungswege eingeschlossen) ist danach von 36 Prozent (2008) auf 42 Prozent (2017) angestiegen. Die verschiedenen Einflussfaktoren auf das Pendeln von Arbeitskräften lassen sich grob in zwei Gruppen unterteilen: Einerseits Makro-Faktoren, d. h. personenunabhängige Faktoren, die einen Einfluss auf die Pendelneigung und die Pendelintensität in einer Region haben. Dazu zählen z. B. die regionale wirtschaftliche Entwicklung, berufsspezifische Spezialisierungen oder der Umfang der Suburbanisierungsprozesse. Andererseits beeinflussen zahlreiche Mikro-Faktoren, d. h. individuelle Merkmale, wie z. B. der Arbeitsortwechsel eines Partners oder die Verfügbarkeit eines Fahrzeuges, die Entscheidung zum Pendeln. Auch monetäre Größen wie das Einkommen zählen zu den sogenannten Mikro-Faktoren. Aus nutzentheoretischer Sicht sollte ein zu erwartendes höheres Einkommen eine positive Anreizwirkung auf das individuelle Pendelverhalten haben, sofern dieser Einkommenszuwachs nicht von den Mobilitätskosten überlagert wird. Da mit zunehmender Entfernung zum Zentrum die Kosten für Wohnraum zwar sinken, die Mobilitätskosten jedoch ansteigen, muss das höhere Einkommen diesen dynamischen Kostensaldo übersteigen. Laut einer Untersuchung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (Janke 2017) übersteigt das durchschnittliche Bruttoentgelt der Pendler das der Nichtpendler in Berlin und Brandenburg deutlich. Besonders für Brandenburger Auspendler wurden auffällig überdurchschnittliche Entgelte nachgewiesen. Es ist also davon auszugehen, dass Pendler im Durchschnitt besser bezahlte Positionen einnehmen bzw. gezielt höhere Entgelte anstreben, um die entstehenden Mobilitätskosten zu decken. Die regionale Mobilität der Beschäftigten beider Bundesländer unterscheidet sich grundsätzlich. Die im Vergleich zu Brandenburg hohe Verfügbarkeit und Vielfalt an Beschäftigungsmöglichkeiten in Berlin macht die Bundeshauptstadt zum Arbeitsplatzzentrum für die Gesamtregion. Berliner 2 pendeln hingegen in geringerem Umfang über ihre Landes- bzw. Stadtgrenze, nehmen aber vielfach weitere Strecken in die alten Bundesländer auf sich, um einer Beschäftigung nachzugehen. Die Pendlerentwicklung in Berlin und Brandenburg wird daher im Folgenden getrennt betrachtet. Es werden jeweils Entwicklungen der Pendlerzahlen sowie Herkunfts- und Zielregionen der mobilen Beschäftigten aufgezeigt. Abschließend richten wir den Blick auf die Pendlerverflechtungen in 1 Aufgrund einer Berichtigung der Beschäftigungsstatistik im Juli 2016, können die hier veröffentlichten Daten nicht mit denen aus bisherigen Pendlerberichten unserer Veröffentlichungsreihe übereinstimmen (vgl. Erklärung zur „Revision der Beschäftigungsstatistik“ in Tabelle A 1 im Anhang). 2 Zugunsten der besseren Lesbarkeit wird in diesem Bericht in der Regel die grammatikalisch männliche Form verwendet. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 7 Brandenburg auf Gemeindeebene unter Berücksichtigung der Teilregionen „Berliner Umland“ und „weiterer Metropolenraum“ (siehe Kapitel 2). 2 Regionale Abgrenzungen und Datenbasis Die Region Berlin-Brandenburg ist durch starke räumliche Disparitäten gekennzeichnet. So ist die Bundeshauptstadt Berlin von einem suburbanen Umland umgeben. Demgegenüber ist der weitere Metropolenraum in weiten Teilen ländlich geprägt und dünn besiedelt. In diesem Bericht werden für die Darstellung der Pendlerverflechtungen 3 unterschiedliche regionale Abgrenzungen und Begriffe für die Region Berlin-Brandenburg verwendet. Die Begriffe „Region Berlin-Brandenburg“, „Hauptstadtregion“ und „Metropolregion Berlin-Brandenburg“ werden in diesem Bericht synonym verwendet und umfassen jeweils das Gesamtgebiet beider Bundesländer Berlin und Brandenburg. Die Metropolregion Berlin-Brandenburg gliedert sich in die drei Strukturräume: Berlin, Berliner Umland und weiterer Metropolenraum (GL/SenSW/MIL 2018: 9). Die Metropolfunktion wird durch das Land Berlin ausgefüllt. Die „Metropolregion Berlin-Brandenburg“ ist im Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg definiert. 4 Sie gliedert sich neben der Metropole Berlin in 14 Landkreise und vier kreisfreie Städte (siehe Abbildung 1). Innerhalb des Landes Brandenburg wird zwischen dem “Berliner Umland” und dem “weiteren Metropolenraum” unterschieden. Das Berliner Umland umfasst die mit Berlin eng verflochtene Region im Land Brandenburg. Dazu gehören 50 Gemeinden, die einen Ring um Berlin bilden. Der weitere Metropolenraum besteht aus dem Teil des Landes Brandenburg, der nicht zum Berliner Umland gehört. 5 Zum Zwecke der Übersichtlichkeit der Gemeinden im Berliner Umland werden diese in Kapitel 4.1 den jeweiligen übergeordneten Landkreisen zugeordnet und zu Teilkreisen zusammengefasst. Insgesamt verteilen sich die Umlandgemeinden auf acht Landkreise und die Stadt Potsdam und bilden somit eine Teilregion des jeweiligen Landkreises (siehe Abbildung 1). 3 Siehe Tabelle A 1 im Anhang Begriffserläuterungen Stichwort „Pendler“. Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B) vom 31. März 2009, URL: http://gl.berlin-brandenburg.de/landesplanung/landesentwicklungsplan-berlin-brandenburg-398167.php 5 Zur räumlichen Ordnung wird im LEP B-B ein flächendeckendes System Zentraler Orte mit 3 Stufen (Metropole, Oberzentren, Mittelzentren), die als räumlich-funktionale Schwerpunkte komplexe Funktionen für ihr jeweiliges Umland erfüllen, abschließend festgelegt. Die 42 Mittelzentren verteilen sich auf insgesamt 50 Städte: 34 eigenständige Mittelzentren und acht Mittelzentren, bei denen sich jeweils zwei Gemeinden die Funktion eines Mittelzentrums teilen (Kutzki 2015: 32), siehe Abbildung A 1 und auf: http://gl.berlin-brandenburg.de/landesplanung/themen/zentrale-orte-398177.php.m. Die kreisangehörigen Gemeinden sind mit Stand 01.01.2015 in 144 amtsfreie Gemeinden und 52 Ämter (mit zusammen 270 amtsangehörigen Gemeinden) organisiert. URL: https://www.berlin-brandenburg.de/metropolregion/daten-und-fakten/. 4 IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 8 Abbildung 1: Kreise und Gemeinden der Metropolregion Berlin-Brandenburg Zuordnung der Gemeinden zum Berliner Umland bzw. der an Berlin angrenzenden Kreise in Brandenburg an Berlin angrenzende Kreise Gemeinden des Berliner Umlands Kreise des weiteren Metropolenraums Gemeindegrenze Kreisgrenze Grenze Berliner Umland Quelle: GL/SenSW/MIL 2018; GeoBasis-DE/BKB 2018; eigene Darstellung. © IAB Die regionale Mobilität von Berufspendlern wird über den Abgleich von Arbeitsort und Wohnort ermittelt. In den Beschäftigungsdaten der Bundesagentur für Arbeit (siehe Begriffserklärungen Tabelle A 1) werden beide Merkmale erfasst. 6 Pendler sind demnach all jene Personen, bei denen Wohnort und Arbeitsort nicht übereinstimmen. Die Mobilität von Arbeitskräften kann über verschiedene räumliche Grenzen hinweg gemessen werden. Dieser Bericht untersucht zunächst die Mobilität über Bundeslandgrenzen, bezieht später aber auch die regionale Mobilität über Gemein- 6 In diesem Bericht werden ausschließlich sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (einschließlich Auszubildende, aber ohne geringfügig und kurzfristig Beschäftigte) analysiert. Sie werden hier vereinfacht als Beschäftigte bezeichnet. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 9 degrenzen mit ein. Einschränkend muss erwähnt werden, dass die innerstädtischen Pendlerbewegungen in Berlin, die unter Mobilitätsgesichtspunkten von Arbeitskräften ebenfalls von Interesse sind, aus datentechnischen Gründen nicht valide auswertbar sind. 7 3 Bevölkerungsentwicklung und Wanderungen in Berlin-Brandenburg Nach Jahren der Stagnation nimmt seit 2007 die Berliner Bevölkerung wieder zu (vgl. Abbildung 2). 8 Dies dürfte vor allem auf den positiven Wanderungssaldo sowie den in den letzten Jahren stetig wachsenden Geburtenüberschuss zurückzuführen sein. Im Jahr 2016 wuchs die Bevölkerung um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit waren in Berlin Ende 2016 rund 3,57 Millionen Einwohner gemeldet. Dieser Wert liegt 5,6 Prozent über dem Stand von 1999. Die gestiegene Attraktivität der Hauptstadt, sowie die anhaltend positive Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahre lassen auch für die Zukunft steigende Einwohnerzahlen erwarten. Hohe Zuwanderungsgewinne aus den alten Bundesländern und aus dem Ausland kompensieren dabei die Abwanderungen nach Brandenburg im Zuge der Suburbanisierung (Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 2018a). 7 Berlin wird im Kontext des Meldeverfahrens zur Beschäftigungsstatistik als eine regional abgegrenzte Gemeinde eingestuft. Betriebe sind bei mehreren Niederlassungen innerhalb einer Gemeinde nicht verpflichtet, weitere Betriebsnummern zu beantragen. Daher ist von Auswertungen innerstädtischer Pendlerbeziehungen auf Basis der Beschäftigungsstatistik abzuraten. Siehe auch Definitionen in Tabelle A 1 im Anhang. 8 Die Ergebnisse des Zensus 2011 erforderten bundesweit eine Korrektur der Bevölkerungsstatistik. Im Vergleich zur Fortschreibung der Volkszählung 1987 (bzw. in der DDR 1990) ergaben sich in Deutschland demnach 1,9 % weniger Einwohner für Ende 2011. In Berlin sind die Einwohnerzahlen um 5,0 %, in Brandenburg um 1,7 % nach unten korrigiert worden (Statistisches Bundesamt 2013). Vergleiche zu den Jahren vor 2011 sind demnach nur bedingt aussagekräftig. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 10 Abbildung 2: Bevölkerungsentwicklung in der Metropolregion Berlin-Brandenburg Bevölkerung im Berliner Umland und weiteren Metropolenraum, 1999 bis 2016, Indexberechnung: 1999 = 100 Prozent Korrektur aufgrund des Zensus 2011 125 120 115 110 105 100 95 90 85 80 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Berlin Brandenburg Berliner Uml. Weiterer Metropolenr. Deutschland Quelle: Statistisches Bundesamt; Amt für Statistik Berlin-Brandenburg; eigene Berechnungen. © IAB Die Bevölkerungsentwicklung Brandenburgs unterlag in den vergangenen 17 Jahren einer sichtbar zweigeteilten Entwicklung. Ab dem Jahr 2001 setzte ein stetiger Bevölkerungsrückgang ein (vgl. Abbildung 2). Nach 2011 blieb die Einwohnerzahl nahezu unverändert. Seit 2014 sind erstmals leichte Bevölkerungszuwächse zu beobachten. Gleichwohl blieb die Einwohnerzahl Brandenburgs mit 2,49 Millionen im Jahr 2016 unterhalb des Niveaus von 1999 (2,60 Millionen). Ursache ist eine fortwährend negative Bevölkerungsbilanz (mehr Sterbefälle als Geburten) und negative Wanderungssalden (mehr Fort- als Zuzüge) Anfang der 2000er-Jahre (Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 2018b). In den letzten sechs Jahren war zumindest der Wanderungssaldo für Brandenburg wieder durchgehend positiv (Abbildung 3), wodurch der Abwärtstrend gestoppt und zuletzt sogar zum Teil aufgehoben werden konnte. Die Bevölkerungsentwicklung zeigt deutliche regionale Unterschiede zwischen den Berliner Umland-Gemeinden sowie den Gemeinden im weiteren Metropolenraum. Letztere sind vorwiegend durch wesentlich schwächere wirtschaftliche und auch ländliche Strukturen charakterisiert. Im Jahr 2016 lebten rund 39 Prozent (0,96 Millionen) aller Brandenburger in Gemeinden rund um die Hauptstadt, dem sogenannten Berliner Umland. Dementsprechend entfielen 61 Prozent (1,53 Millionen) auf den weiteren Metropolenraum. Seit Ende der 1990er-Jahre leidet der weitere Metropolenraum an einem stetigen Verlust seiner Bevölkerung, zwichen 1999 und 2016 betrug der Rückgang ca. 283.700 Personen (-15,6 %). Nachdem im Jahr 2015 der negative Trend kurzzeitig unterbrochen werden konnte, sank die Bevölkerung im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr wieder um knapp 3.000 Einwohner (-0,2 %). Im Berliner Umland hingegen zeigt sich eine gegensätzliche Dynamik. Zwischen 1999 und 2016 konnten die Gemeinden rund um die Großstadt Berlin insgesamt etwa 177.200 Einwohner (+22,6 %) gewinnen. Vor allem zwischen 1999 und 2005 wuchs das Berliner Umland im Durchschnitt um zwei Prozent pro Jahr. Das Umland profitierte von Zuzügen aus Berlin, aber auch von Brandenburgern aus dem weiteren Metropolenraum sowie aus dem übrigen Bundesgebiet. Mit zu- IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 11 nehmender Entfernung von Berlin nahm der Anteil der Zuzüge aus Berlin ab. Die Entwicklungsdynamik der Umlandgemeinden wird dabei maßgeblich durch die Verkehrsinfrastruktur, insbesondere die direkte Anbindung über das S-Bahn- und Regionalbahnnetz, an die Hauptstadt befördert. Abbildung 3 zeigt die Entwicklung des Wanderungssaldos in der Region Berlin-Brandenburg, ebenfalls unter Berücksichtigung des Berliner Umlands und des weiteren Metropolenraums. Es wird ersichtlich, dass die Bevölkerungsgewinne der letzten Jahre in Berlin zum größten Teil auf positiven Wanderungssalden basierten. Seit 2011 bewegten sich die Salden um eine Marke von +40.000. Im Jahr 2016 stieg der Wanderungssaldo aufgrund von deutlich mehr Zuzügen auf ca. +54.100 an. Dabei überwogen die Zuzüge von ausländischen Staatsbürgern. Für deutsche Staatsbürger war im Jahr 2016 in Berlin das zweite Jahr in Folge ein negativer Wanderungssaldo zu verzeichnen (Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 2018a). Auch in Brandenburg war seit 2011 ein positiver Wanderungssaldo zu beobachten. Dieser erhöhte sich von rund 600 im Jahr 2011 auf etwa 37.700 im Jahr 2015. Im Jahr 2016 sank der Saldo auf knapp 20.900. Ursache dafür sind geringere Zuzüge ausländischer Staatsbürger im Jahr 2016, begleitet von einem Anstieg an Fortzügen ausländischer Einwohner (Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 2018b). Dabei entwickelten sich die Teilräume Brandenburgs sehr unterschiedlich. Im Berliner Umland wuchs, nach einem Tiefpunkt im Jahr 2010 (+5.600), der positive Saldo bis 2015 stetig an, nur im Jahr 2016 gab es einen leichten Rückgang, der auf einen stärkeren Anstieg der Fortzüge zurückzuführen ist. Der weitere Metropolenraum hatte bis vor kurzem noch deutliche Wanderungsverluste zu verkraften. Seit 2013 waren jedoch auch hier Wanderungsgewinne zu verzeichnen: Im Jahr 2015 wanderten insgesamt gut 23.500 Personen mehr ein als aus. Für das Jahr 2016 ergab sich immer noch ein Saldo von knapp +9.300. Die Wanderungsgewinne im weiteren Metropolenraum von 2013 bis 2015 sind vor allem durch positive Wanderungssalden von ausländischen Staatsbürgern zu erklären. Hier dürfte vor allem die gestiegene Flüchtlingszuwanderung zu Buche geschlagen sein. Abbildung 3: Wanderungssalden der Metropolregion Berlin-Brandenburg Differenz der Zuzüge und Fortzüge im Berliner Umland und weiteren Metropolenraum, Jahressummen, 2005 bis 2016 60.000 50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 Zuwachs aufgrund der Fluchtzuwanderung 0 -10.000 -20.000 2005 2006 Berlin 2007 2008 2009 Brandenburg 2010 2011 2012 Berliner Umland 2013 2014 2015 2016 Weiterer Metropolenraum Quelle: Statistisches Informationssystem Berlin Brandenburg (Datenstand: 25.06.2018); eigene Berechnungen. © IAB IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 12 3.1 Bevölkerungsentwicklung und Wanderungen im Berliner Umland Aufgrund der anhaltenden Suburbanisierungsprozesse von Bevölkerung und Betrieben im Berliner Umland nahmen auch die Bevölkerungszahlen weiter zu (vgl. Abbildung 2). Diese Entwicklung ist allerdings regional sehr unterschiedlich verlaufen. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Bevölkerungsentwicklung ausgewählter Gemeinden in Brandenburg (vgl. Abbildung 4). Den höchsten prozentualen Bevölkerungszuwachs von 1999 zu 2016 weist die Gemeinde Glienicke/Nordbahn auf, die ebenfalls zum Kreis Oberhavel gehört. Überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten der Bevölkerung verzeichnen auch die Gemeinden Dallgow-Döberitz und Wustermark im Kreis Havelland – wobei diese Gemeinden zu denen mit dem geringsten Bevölkerungsstand im Jahr 1999 gehören. Außerdem können die Gemeinden Hoppegarten (Märkisch-Oderland) und Teltow (Potsdam-Mittelmark) relativ betrachtet sehr hohe Einwohnergewinne verbuchen. Die stärksten absoluten Bevölkerungszuwächse verzeichnet mit Abstand die Stadt Potsdam, gefolgt von den Gemeinden Falkensee, Teltow und Hohen Neuendorf. Aber auch Bevölkerungsabnahmen sind in Berliner Umlandgemeinden zu beobachten. Besonders die Gemeinden in den Landkreisen OderSpree, Märkisch-Oderland, Dahme-Spreewald und Oberhavel verzeichnen im Zeitraum 1999 bis 2016 unterdurchschnittliche Bevölkerungszuwächse. Dabei schlagen besonders die Einwohnerrückgänge in den Gemeinden Rüdersdorf (Märkisch-Oderland), Erkner (Oder-Spree), Velten und Hennigsdorf (Oberhavel) zu Buche. Die hohen Bevölkerungsgewinne aufgrund der Suburbanisierungsprozesse im Berliner Umland haben also nicht in jeder Gemeinde im gleichen Maße stattgefunden. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 13 Abbildung 4: Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Berliner Umlands 1999 bis 2016, Veränderung in Prozent Oberhavel Barnim Märkisch-Oderland Havelland Potsdam Oder-Spree Dahme-Spreewald Potsdam-Mittelmark Teltow-Fläming Bevölkerungsentwicklung 1999-2016 in % ≥ -7,0 - < 0,0 ≥ 0,0 - < 23,0 ≥ 23,0 - < 35,0 ≥ 35,0 - < 45,0 ≥ 45,0 - < 80,0 Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg; GeoBasis-DE/BKB 2018; eigene Berechnung. © IAB Seit 2000 sind ausgewählte Gemeinden im Umland für Berliner zunehmend attraktiver geworden. Steigende Immobilien- und Mietpreise in Berlin und günstigere Rahmenbedingungen für Bauen und Wohnen im Berliner Umland bieten vor allem für Familien und Ältere Anreize, ihren Wohnort zu verlagern. In die umgekehrte Richtung – aus dem Berliner Umland nach Berlin – gingen die Zahlen bis 2015 leicht zurück, im Jahr 2016 stiegen die Zuzüge nach Berlin wieder an (vgl. Abbildung 5). Dabei sind es vor allem jüngere Einwohner, die den Wohnort wechseln. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 14 Abbildung 5: Wanderungen zwischen dem Berliner Umland und Berlin Jahressummen, 2005 bis 2016 30.000 10.000 23.246 22.235 22.103 20.668 19.689 19.470 19.165 20.431 21.271 22.179 15.000 23.321 20.000 25.414 25.000 5.000 14.846 14.994 15.476 15.047 14.650 14.184 13.686 12.890 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 15.000 13.385 14.239 10.000 14.196 5.000 11.665 0 20.000 Zuzüge aus Berlin Fortzüge nach Berlin 2015 2016 Saldo Quelle: Statistisches Informationssystem Berlin Brandenburg (Datenstand: 25.06.2018); eigene Berechnungen. © IAB 4 Beschäftigungsentwicklung in der Region Berlin-Brandenburg Die im vorangegangenen Kapitel beschriebenen Bevölkerungszuwächse in den Teilregionen spiegeln sich tendenziell auch in der Beschäftigungsentwicklung wider. In Berlin konnten die hohen Arbeitsplatzverluste zwischen 1999 und 2005 durch spürbare Beschäftigungsgewinne ab 2009/2010 mehr als kompensiert werden (vgl. Abbildung 6). Am Berliner Arbeitsmarkt waren 2017 gut 305.800 Personen bzw. 27,3 Prozent mehr beschäftigt als im Jahr 1999. In Brandenburg war in den letzten zwölf Jahren ebenfalls eine positive Beschäftigungsentwicklung zu beobachten, sodass im Jahr 2017 erstmals wieder das Niveau von 1999 erreicht wurde. 2017 waren hier rund 7.300 Beschäftigte (0,9 %) mehr tätig als 1999. Diese Beschäftigungsentwicklung ist vor allem auf die hohen Zuwächse im Berliner Umland zurückführen. Während die Beschäftigung im Umland deutlich zulegen konnte – zuletzt waren ca. 65.700 Beschäftigte bzw. 25,3 Prozent mehr im sogenannten Speckgürtel tätig als im Jahr 1999 – blieb der weitere Metropolenraum im selben Zeitraum, trotz leichter Zugänge in den letzten Jahren, weit zurück (ca. -58.268 bzw. -10,3 %). IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 15 Abbildung 6: Beschäftigungsentwicklung in der Metropolregion Berlin-Brandenburg Beschäftigung im Berliner Umland und weiteren Metropolenraum, 1999 bis 2017, Index: 1999 = 100 Prozent 130 125 120 115 110 105 100 95 90 85 80 75 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Berlin Brandenburg Berliner Uml. Weiterer Metropolenr. Deutschland Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort jeweils am 30. Juni. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB 4.1 Beschäftigungsentwicklung im Berliner Umland Insgesamt hatte das Berliner Umland von 1999 zu 2017 in der Summe starke Beschäftigungszuwächse zu verzeichnen. Bei detaillierter Betrachtung auf Gemeindeebene wird auch hier ersichtlich, dass die positive Entwicklung nicht in allen Gemeinden gegriffen hat. In einigen Gemeinden hat, trotz der wirtschaftlichen Ausstrahlung von Berlin, ein Beschäftigungsabbau stattgefunden (siehe Abbildung 7). Vor allem Umland-Gemeinden in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oberhavel mussten Beschäftigungsrückgänge verkraften. Dagegen hat sich die Beschäftigung in den Gemeinden Wustermark (Havelland) und Großbeeren (Teltow-Fläming) mindestens verdoppelt. Dies dürfte vor allem auf die Ansiedlung von Logistik- und Güterverkehrszentren und den Einzelhandel zurückzuführen sein. Die starken Beschäftigungszuwächse werden also vor allem von ausgewählten Gemeinden getragen. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 16 Abbildung 7: Beschäftigungsentwicklung in den Gemeinden des Berliner Umlands 1999 bis 2017, Veränderung in Prozent Oberhavel Barnim Märkisch-Oderland Havelland Potsdam Oder-Spree Potsdam-Mittelmark Dahme-Spreewald Teltow-Fläming Beschäftigungsentwicklung 1999-2017 in % ≥ -20,0 - < 0,0 ≥ 0,0 - < 25,0 ≥ 25,0 - < 75,0 ≥ 75,0 - < 125,0 ≥ 125,0 - < 400,0 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort jeweils am 30. Juni. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Die Betrachtung der Beschäftigungsentwicklung am Arbeitsort dient zur Einschätzung der wirtschaftlichen Stärke der Gemeinde. Allerdings weisen viele Gemeinden im Berliner Umland bekanntlich starke Verflechtungen mit Berlin auf und haben deshalb hohe Pendlerbewegungen in die Hauptstadt zu verzeichnen. Der Begriff „Schlafstadt“ wird in diesem Zusammenhang gern angewandt. Zur Einordnung des Versorgungsgrades der Bevölkerung mit Arbeitsplätzen wird daher die Arbeitsplatzdichte 9 berechnet. Tabelle 1 zeigt die Arbeitsplatzdichte in den Gemeinden des Berliner Umlands, d. h. die Zahl der Arbeitsplätze pro 1.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter. Die Umlandgemeinden kommen im Durchschnitt auf einen Wert von 518 Arbeitsplätzen pro 1.000 Einwohner und liegen damit leicht unter dem brandenburgischen Durchschnitt (523). Potsdam/Stadt und Umland-Gemeinden in den 9 Siehe Tabelle A 1 im Anhang Begriffserläuterungen Stichwort „Arbeitsplatzdichte“. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 17 Landkreisen Dahme-Spreewald (646) und Teltow-Fläming (705) weisen hohe Werte bei der Arbeitsplatzdichte auf. Dabei überschreiten sie sogar den bundesweiten Durchschnitt von 591. Spitzenreiter ist die Gemeinde Schönefeld mit einer Dichte von 1.620. Hier dominieren der Flughafen Schönefeld und entsprechende flughafenaffine Betriebe. Allerdings profitieren im wirtschaftsstarken Kreis Dahme-Spreewald nicht alle Umland-Gemeinden gleich. So verzeichnet die Gemeinde Schulzendorf mit einem Wert von 130 die niedrigste Arbeitsplatzdichte des Berliner Umlands. Weitere Gemeinden mit deutlich überdurchschnittlicher Arbeitsplatzdichte liegen im Landkreis Teltow-Fläming. Hier ist insbesondere Großbeeren mit einem Wert von 1.335 nennenswert. Wie schon erwähnt, ist die Gemeinde Großbeeren Standort eines Güterverkehrszentrums (GVZ), in dem zahlreiche Logistikbetriebe ansässig sind. In den Umland-Gemeinden der Landkreise Barnim (373), Havelland (360) und Oder-Spree (353) zeigen sich die niedrigste Arbeitsplatzdichten. Gleichzeitig zeichnen sich die genannten Kreise durch hohe Auspendlerquoten nach Berlin aus. Während die Gemeinde Glienicke/Nordbahn (Oberhavel) die höchste Bevölkerungszunahme verzeichnet, zählt die Arbeitsplatzdichte mit 151 zu den geringsten im Umland. Tabelle 1: Arbeitsplatzdichte in den Gemeinden des Berliner Umlands Beschäftigte und Einwohner im erwerbsfähigen Alter, 2017 Zu den Kreisen zugeordnete Gemeinden im Berliner Umland Umland insgesamt Beschäftigte am Arbeitsort Bevölkerung Arbeitsplatzdichte1) 322.165 621.622 518 Potsdam 83.486 112.735 741 Barnim 24.660 66.078 373 Dahme-Spreewald 39.362 60.897 646 Havelland 19.793 54.982 360 Märkisch-Oderland 33.341 73.446 454 Oberhavel 43.768 103.263 424 Oder-Spree 9.478 26.869 353 Potsdam-Mittelmark 34.907 76.051 459 Teltow-Fläming 33.370 47.301 705 828.297 1.585.244 523 Brandenburg insgesamt 1) Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je 1.000 Einwohner im Alter von 15 bis unter 65 Jahren. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort am 30. Juni 2017; Bevölkerung am 31. Dezember 2016. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg; Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Eine Erklärung für die regional sehr unterschiedliche Arbeitsplatzversorgung in den Gemeinden könnte die Betriebsgrößenstruktur sein. So ergeben sich für die Umland-Gemeinden der Landkreise Barnim, Havelland und Oder-Spree tendenziell überdurchschnittliche Anteile von Kleinbetrieben bzw. niedrigere Anteile von Großbetrieben (Tabelle 2). Dagegen sind in den Umland-Gemeinden in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming bzw. in Potsdam/Stadt vergleichsweise viele Großbetriebe vertreten, was offenbar einen positiven Einfluss auf die Arbeitsplatzdichte hat. Größere Unternehmen spielen als regionaler und überregionaler Standortfaktor eine wichtige Rolle, um weitere Zulieferbetriebe und Dienstleistungsunternehmen im räumlichen Umfeld anzusiedeln. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 18 Tabelle 2: Beschäftigte nach Betriebsgrößenklassen in den Gemeinden des Berliner Umlands 2017, Anteile in Prozent Zu den Kreisen zugeordnete Gemeinden im Berliner Umland Betriebsgrößenklasse: … bis … Beschäftigte 1-9 10-19 20-49 50-99 100-249 250-499 500 und mehr Umland insgesamt 18,0 10,4 15,3 13,5 18,8 10,5 13,4 Potsdam 12,8 7,7 12,7 14,8 19,9 13,8 18,2 Barnim 25,9 13,9 18,4 14,0 15,3 7,3 5,2 Dahme-Spreewald 16,1 10,2 14,4 11,0 22,8 11,0 14,3 Havelland 22,1 11,8 14,2 11,5 22,9 6,7 10,8 Märkisch-Oderland 20,2 13,3 18,8 13,0 20,5 7,8 6,4 Oberhavel 20,7 11,2 15,7 13,0 14,9 7,7 16,8 Oder-Spree 28,1 15,6 14,8 15,8 7,6 12,7 5,3 Potsdam-Mittelmark 21,1 11,1 17,4 13,1 20,8 11,7 4,8 Teltow-Fläming 13,0 8,0 15,0 14,9 15,9 11,0 22,3 Brandenburg Insgesamt 19,1 10,8 16,4 13,4 17,9 9,7 12,6 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB 5 Regionale Mobilität von Pendlern in der Region Berlin-Brandenburg Das folgende Kapitel widmet sich dem Pendlerverhalten der Beschäftigten in der Region. Regionale Mobilität von Berufspendlern wird dabei, wie in Kapitel 2 beschrieben, über den Abgleich von Arbeitsort und Wohnort ermittelt. 5.1 Pendlermobilität im Bundesländervergleich Abbildung 8 und Abbildung 9 zeigen die Ein- und Auspendlerquoten 10 auf Ebene der Bundesländer. Im Ländervergleich fällt auf, dass die Bedeutung der Einpendler für die Bundeshauptstadt deutlich geringer ausfällt als für die Stadtstaaten Hamburg und Bremen. Wichtige Erklärungsfaktoren hierfür stellen die Bevölkerungsdichte, die Ausstattung mit Arbeitsplätzen und die Größe der Stadtstaaten selbst, wie auch die der direkt angrenzenden Regionen dar. 10 Definitionen Einpendler- und Auspendlerquote siehe Tabelle A 1 im Anhang. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 19 Abbildung 8: Einpendlerquoten der Bundesländer Anteil der Einpendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort in Prozent, 2017 Bremen 41,9 Hamburg 36,3 Berlin 21,7 Brandenburg 17,7 Saarland 15,0 Hessen 14,7 Schleswig-Holstein 13,9 Rheinland-Pfalz 12,8 Niedersachsen 10,0 Baden-Württemberg 8,7 Thüringen 8,6 Sachsen-Anhalt 8,6 Sachsen 7,6 Bayern Nordrhein-Westfalen Mecklenburg-Vorpommern 6,9 6,1 5,5 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Abbildung 9: Auspendlerquoten der Bundesländer Anteil der Auspendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort in Prozent, 2017 Brandenburg 29,4 Schleswig-Holstein 21,5 Bremen 21,3 Rheinland-Pfalz 20,7 Hamburg 17,1 Sachsen-Anhalt 16,7 Thüringen 14,6 Niedersachsen 14,0 Berlin 13,9 Mecklenburg-Vorpommern 12,3 Hessen 10,3 Saarland 9,2 Sachsen 8,7 Baden-Württemberg Bayern Nordrhein-Westfalen 6,1 5,3 5,0 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Die Arbeitsplatzdichte als Indikator für die zur Verfügung gestellten Arbeitsplätze in einer Region (vgl. auch Kapitel 4.1) lag im Jahr 2017 in den beiden Hansestädten Hamburg (770) und Bremen IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 20 (721) deutlich höher als in Berlin (590). Gleichzeitig war die Beschäftigungsdichte in den angrenzenden Landkreisen 11 von Berlin (493) etwas höher als in den angrenzenden Kreisen um Hamburg (455) und Bremen (439). Dies dürfte im Wesentlichen dazu beitragen, dass die Einpendlerquote nach Berlin geringer ausfällt. Weiterhin könnten die dünnere Besiedlung des Berliner Umlands sowie die Größe des Pendlereinzugsgebietes wesentliche Gründe für die vergleichsweise geringe Einpendlerquote Berlins sein. Die Bevölkerungsdichte in den angrenzenden Berliner Kreisen fällt nur halb so hoch aus wie in den Hamburger Nachbarkreisen. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass die Fläche der an Berlin angrenzenden Kreise mehr als doppelt so groß ist wie die der Hamburger oder Bremer Umlandregionen. Aus der Perspektive des eher ländlich geprägten Brandenburgs hingegen erklärt insbesondere die zentrale Lage des Arbeitsmarktzentrums Berlin die auffallend hohe Auspendlerquote aus dem Bundesland. Insgesamt arbeiteten im Jahr 2017 fast 30 Prozent (29,4 %) der in Brandenburg lebenden Beschäftigten in einem anderen Bundesland. Brandenburg war allerdings nicht nur das Bundesland mit der höchsten Auspendlerquote, sondern hatte auch die höchste Einpendlerquote (17,7 %) unter den Flächenländern (vgl. Kapitel 5.5). 5.2 Auspendler aus Berlin In Berlin waren im Jahr 2017 fast 1,3 Millionen Beschäftigte mit Wohnort in Berlin registriert. Davon hatten gut 1,1 Millionen bzw. 86 Prozent ihren Arbeitsplatz in Berlin. Die Zahl der Berliner, die in einem anderen Bundesland arbeiten, hat auch 2017 weiter zugenommen. Mittlerweile arbeiten knapp 14 Prozent der Berliner in einem anderen Bundesland. Die Auspendlerzahl stieg im Vergleich zum Vorjahr (2016) um 3,3 Prozent auf nunmehr 180.000 Beschäftigte (vgl. Anhang Tabelle A 2). Die Zielregionen der Auspendler teilten sich zu fast gleichen Teilen auf Brandenburg und Westdeutschland auf – 48 Prozent der Auspendler gingen in Brandenburg (der Großteil ging dabei einer Tätigkeit im Berliner Umland nach), rund 44 Prozent waren in Westdeutschland beschäftigt (vgl. Abbildung 10). 11 Die räumlichen Abgrenzungen der Metropolregionen Hamburg, Bremen und Berlin weichen per Definition „Metropolregion“ stark voneinander ab. Ein Vergleich von verschieden großen Regionen würde die Ergebnisse verzerren. Um eine annähernde Vergleichbarkeit zu gewährleisten, beziehen wir die Vergleiche auf die jeweils angrenzenden Kreise der Stadt. Abweichend zum Kapitel 4.1 werden demnach für Berlin nicht nur die Gemeinden des Berliner Umlands berücksichtigt, sondern die gesamten Kreise, die an Berlin grenzen (vgl. Abbildung 1). IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 21 Abbildung 10: Arbeitsorte der Beschäftigten mit Wohnort in Berlin Nichtpendler in Berlin und Zielregionen der Auspendler aus Berlin, 2017 Brandenburg 87.073 48,4% Berlin 1.116.281 86,1% Auspendler insges. 179.977 13,9% übriges Ostdeutschland 13.816 7,7% Westdeutschland 79.088 43,9% Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017 mit bekanntem Arbeitsort. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Wenn Berliner in den alten Bundesländern arbeiteten (79.088), zog es die meisten nach NordrheinWestfalen 12 (11,9 % aller Auspendler), Bayern (8,0 %), Hessen (6,4 %) und Hamburg (4,5 %) (vgl. Anhang Tabelle A 4). In den neuen Bundesländern (ohne Brandenburg) entfielen 3,2 Prozent aller Auspendler auf Sachsen, 1,9 Prozent auf Sachsen-Anhalt, 1,4 Prozent auf Mecklenburg-Vorpommern und 1,1 Prozent auf Thüringen. 5.3 Einpendler nach Berlin Mitte 2017 zählte Berlin über 1,4 Millionen Beschäftigte, unabhängig von ihrem Wohnort. Jeder fünfte Beschäftigte in Berlin wohnte außerhalb der Stadtgrenze. Dies entsprach knapp 309.400 Einpendlern bzw. einer Einpendlerquote von 21,7 Prozent. Mit gut 210.200 Einpendlern kam die Mehrheit der Pendler aus Brandenburg (68 % von allen Einpendlern) – der Großteil stammte dabei aus dem Berliner Umland (166.004 bzw. 54 %). Auf die übrigen ostdeutschen Bundesländer entfielen neun Prozent, auf Westdeutschland rund 22 Prozent und auf das Ausland knapp 4.400 Einpendler (vgl. Abbildung 11). 12 Nach dem Bonn/Berlin-Gesetz vom 26. April 1994 wurden Bundestag und Bundesregierung 1999 nach Berlin verlagert. Im Gegenzug wurde der Sitz einer Reihe von Bundesbehörden nach Bonn verlegt. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 22 Abbildung 11: Wohnorte der Beschäftigten mit Arbeitsort in Berlin Nichtpendler in Berlin und Herkunftsregionen der Einpendler nach Berlin, 2017 Brandenburg 210.225 68,0% Berlin 1.116.281 78,3% Einpendler insges. 309.375 21,7% übriges Ostdeutschland 27.197 8,8% Westdeutschland 67.592 21,8% Ausland 4.361 1,4% Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017 mit bekanntem Wohnort. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Die Metropolen- und Hauptstadtfunktion Berlins wird besonders mit Blick auf Tabelle A 5 deutlich. Etwa drei Viertel (68,0 %) der Einpendler nach Berlin hatten ihren Wohnort in Brandenburg. Weitere 21,8 Prozent waren in den alten Bundesländern wohnhaft. Die Einpendler aus Westdeutschland kamen vornehmlich aus Nordrhein-Westfalen (5,8 % aller Einpendler), Bayern (3,9 %), Niedersachsen (2,9 %) und Hamburg (1,7 %). Gründe für die hohe Zahl an Einpendlern aus NordrheinWestfalen dürften die Verlagerung von Behörden vom Rhein in die Bundeshauptstadt im Rahmen des Bonn/Berlin-Gesetzes sein. 13 Insgesamt 8,8 Prozent der Einpendler kamen aus den übrigen neuen Bundesländern (Sachsen: 3,3 %; Sachsen-Anhalt: 2,3 %; Mecklenburg-Vorpommern 2,2 %; Thüringen: 1,0 %) (vgl. Anhang Tabelle A 5). Insgesamt 1,4 Prozent (4.361) pendelten aus dem Ausland nach Berlin ein (vgl. Anhang Tabelle A 5). Beschäftige mit polnischer Nationalität stellten dabei die größte Gruppe dar. Berlin spielt im Gegensatz zu Brandenburg für Grenzpendler allerdings nur eine vergleichsweise geringe Rolle (vgl. Kapitel 5.5). In der Hauptstadt ist die Bedeutung von Ausländern, die in Berlin wohnen und arbeiten, wesentlich größer (Wiethölter/Carstensen/Stockbrügger 2015). Insgesamt verfügten gut 13 Prozent (188.496) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin über eine ausländische Staatsangehörigkeit. 5.4 Auspendler aus Brandenburg In Brandenburg hatten im Juni 2017 knapp 972.300 Beschäftigte ihren Wohnort. Von diesen arbeiteten knapp rund 70 Prozent auch im Land Brandenburg und 30 Prozent außerhalb der Landesgrenze (vgl. Abbildung 12 und Tabelle A 4 im Anhang). Fast 74 Prozent dieser Auspendler arbeiteten in Berlin, dabei kamen die meisten Pendler aus dem Berliner Umland (58 %). Zwölf Prozent 13 vgl. Fußnote 12 (Berlin-Bonn-Gesetz). IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 23 gingen in den übrigen ostdeutschen Bundesländern und weitere 14 Prozent in Westdeutschland einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach. Abbildung 12: Arbeitsorte der Beschäftigten mit Wohnort in Brandenburg Nichtpendler in Brandenburg und Zielregionen der Auspendler aus Brandenburg, 2017 Berlin 210.225 73,5% Brandenburg 686.138 70,6% Auspendler insges. 286.092 29,4% übriges Ostdeutschland 34.982 12,2% Westdeutschland 40.885 14,3% Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017 mit bekanntem Arbeitsort. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB 5.5 Einpendler nach Brandenburg Im Juni 2017 gab es rund 834.600 Beschäftige mit Arbeitsort in Brandenburg. Davon hatten etwa 82 Prozent auch ihren Wohnsitz im Bundesland. Jeder sechste Beschäftigte in Brandenburg wohnte hingegen in einem anderen Bundesland oder im Ausland. Insgesamt entsprach dies gut 147.500 Einpendlern bzw. einer Einpendlerquote von 17,7 Prozent (vgl. Abbildung 13 und Tabelle A 5 im Anhang). Die Mehrzahl dieser Einpendler (87.073 bzw. 59 % aller Einpendler nach Brandenburg) stammte aus Berlin, wobei der größte Teil in das Berliner Umland ging (74.011 bzw. 50 %). Auf die übrigen ostdeutschen Bundesländer entfielen gut 24 Prozent, auf Westdeutschland zehn Prozent und auf das Ausland sieben Prozent (10.515). Die mit Abstand größte Gruppe unter den ausländischen Einpendlern stellten mit 92 Prozent polnische Staatsangehörige dar. Mit dem Inkrafttreten der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit seit dem 1. Mai 2011 konnte ein deutlicher Anstieg polnischer Grenzpendler in Brandenburg beobachtet werden (Wiethölter/Carstensen/Stockbrügger 2015). IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 24 Abbildung 13: Wohnorte der Beschäftigten mit Arbeitsort in Brandenburg Nichtpendler in Brandenburg und Herkunftsregionen der Einpendler nach Brandenburg, 2017 Berlin 87.073 59,0% Brandenburg 686.138 82,3% Einpendler insges. 147.506 17,7% übriges Ostdeutschland 35.884 24,3% Westdeutschland 14.034 9,5% Ausland 10.515 7,1% Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017 mit bekanntem Wohnort. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB 5.6 Pendlerverflechtungen der Brandenburger Gemeinden Die bisherigen Analysen berücksichtigten ausschließlich Pendlerströme über die Bundeslandgrenzen hinweg. Wird der Fokus auf die tiefste, in der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit verfügbare, regionale Ebene der Gemeinden gerichtet, wird ersichtlich, dass es auch starke Pendlerbewegungen innerhalb des Landes Brandenburg gibt. Daher legen wir im Folgenden unser Augenmerk auf die Gemeindeebene in der Region Berlin-Brandenburg. Mit Blick auf Abbildung 14 zeigt sich, dass die Gemeinden mit den höchsten Einpendlerquoten auch vornehmlich im Berliner Umland liegen. Insgesamt beträgt die Einpendlerquote in den Umlandgemeinden fast 73 Prozent. 14 Neben Potsdam/Stadt sorgen vor allem Gemeinden wie Schönefeld, Großbeeren, Hoppegarten und Ahrensfelde mit Einpendlerwerten von über 90 Prozent für hohe Mobilitätsströme. An diesen Orten haben sich Gewerbegebiete, Logistikzentren oder Einkaufszentren etabliert, die eine hohe Anziehungskraft vor allem auf Beschäftigte aus Brandenburg selbst, aber auch auf Berliner ausüben. Aber auch Mittelzentren 15 wie Teltow, Oranienburg und Ludwigsfelde sind, bezogen auf ihre Beschäftigungsmöglichkeiten, relevante überregionale Arbeitsorte. 14 Die Einpendlerquoten beinhalten auch Pendlerverflechtungen zwischen den Gemeinden innerhalb des Berliner Umlandes. Im LEP B-B wurde ein flächendeckendes System Zentraler Orte mit 3 Stufen (Metropole, Oberzentren, Mittelzentren), die als räumlich-funktionale Schwerpunkte komplexe Funktionen für ihr jeweiliges Umland erfüllen, festgelegt (vgl. Fußnote 5). Die 42 Mittelzentren verteilen sich auf insgesamt 50 Städte: 34 eigenständige Mittelzentren und acht Mittelzentren, bei denen sich jeweils zwei Gemeinden die Funktion eines Mittelzentrums teilen (vgl. Kutzki 2015: 32, Abbildung A 1 im Anhang und auf: http://gl.berlin-brandenburg.de/landesplanung/themen/zentrale-orte-398177.php). 15 IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 25 Abbildung 14: Einpendlerquote der Gemeinden in der Metropolregion Berlin-Brandenburg Anteil der Einpendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort in Prozent, 2017 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017. Eine Liste der entsprechenden Ober- und Mittelzentren befinden sich in Tabelle A 8 im Anhang. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; GeoBasis-DE/BKB 2018; eigene Berechnungen. © IAB Viele Pendler verbuchen erwartungsgemäß auch die Oberzentren im Land Brandenburg (Potsdam, Cottbus, Frankfurt/Oder und Brandenburg/Havel). Weil diese Städte aufgrund ihrer Größe und ihres Beschäftigungsangebots zugleich regionale Arbeitsmarktzentren für Beschäftigte von außerhalb als auch für deren Wohnbevölkerung vor Ort attraktiv sind, fällt die Quote trotz der hohen Pendlerströme vergleichsweise gering aus. Unter den Oberzentren erreichen Cottbus und Frankfurt/Oder einen fast gleich hohen Wert (48,0 % bzw. 47,7 %). Die Nähe zu Berlin hat vor allem Auswirkungen auf das Oberzentrum Brandenburg/Havel. Die Einpendlerquote ist die geringste unter den genannten städtischen Zentren (40,5 %). Dagegen fällt die Quote für die Landeshauptstadt Potsdam trotz der Nähe zu Berlin am höchsten aus (58,8 %). Im weiteren Metropolenraum dagegen verzeichnen auch Mittelzentren eher unterdurchschnittliche Einpendlerquoten. Diese ge- IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 26 nannten lokalen Zentren zeichnen sich häufig dadurch aus, dass viele Beschäftigte, die dort wohnen auch dort arbeiten. Auf der Ebene der Gemeinden wird daher später anhand des Indikators „Binnenpendlerintensität“ untersucht (vgl. Abbildung 16), wie viele Arbeitsplätze eine Gemeinde zur Verfügung stellen kann, ohne dass Beschäftigte zur Ausübung ihrer Tätigkeit die Gemeindegrenze überqueren. Abbildung 15: Auspendlerquote der Gemeinden in der Metropolregion Berlin-Brandenburg Anteil der Auspendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort in Prozent, 2017 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017. Eine Liste der entsprechenden Ober- und Mittelzentren befinden sich in Tabelle A 8 im Anhang. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; GeoBasis-DE/BKB 2018; eigene Berechnungen. © IAB Abbildung 15 stellt die Auspendlerquote der Gemeinden im Land Brandenburg dar, also den Anteil der Beschäftigten, die ihre Wohnortgemeinde für eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit verlassen. Insgesamt verteilen sich die Gemeinden mit hohen und mittleren Auspendlerquoten relativ IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 27 gleichmäßig über das gesamte Land Brandenburg. Die meisten Mittelzentren weisen erwartungsgemäß vergleichsweise geringe Auspendlerquoten auf und die umliegenden Gemeinden dagegen oft sehr hohe Werte. Die Gemeinden im Berliner Umland erreichen im Durchschnitt eine Auspendlerquote von 77,3 Prozent. Zum Teil liegen die Quoten hier sogar nahe 100 Prozent, d. h. dort gibt es fast ausschließlich Auspendler (z. B. Panketal, Petershagen und Hoppegarten). Aber auch aus Mittelzentren im Berliner Umland pendeln trotz ihrer Versorgungsfunktion viele Beschäftigte aus (z. B. Erkner, Neuenhagen bei Berlin, Falkensee). Dies ist vor allem mit der räumlichen Nähe zu Berlin zu erklären. Auch Potsdam/Stadt erreicht im Vergleich zu den anderen brandenburgischen Oberzentren den höchsten Auspendlerwert (49,1 %). Von allen Auspendlern aus den Umlandgemeinden entfallen fast 55,3 Prozent auf die Zielregion Berlin. Ein weiterer Indikator zur Messung der Mobilität der Beschäftigten in Region Berlin-Brandenburg wird in Abbildung 16 dargestellt. Anstelle der Auspendler wird hier auf Gemeindeebene der Anteil der Nichtpendler an den Wohnortbeschäftigten gezeigt. Dieser Indikator dient zur Einschätzung der lokalen Selbstversorgung mit Arbeitsplätzen (Kutzki 2015: 35). Aufgrund ihrer höheren Bevölkerungsdichte heben sich Berlin und die kreisfreien Städte mit hohen Binnenpendlerquoten hervor. Aber auch Mittelzentren wie Schwedt, Eisenhüttenstadt, Prenzlau und Neuruppin bieten verhältnismäßig viele Arbeitsplätze vor Ort an. Zwischen 60 und 70 Prozent der Beschäftigten, die dort wohnen, arbeiten auch vor Ort. Anhand von Abbildung 16 wird noch einmal der geringe Anteil an Beschäftigten in Umlandgemeinden sichtbar, deren Wohn- und Arbeitsort sich in derselben Gemeinde befindet. Im Schnitt sind im Berliner Umland sogar nur 22 Prozent im selben Ort gleichzeitig wohnhaft und beschäftigt. Daraus leitet sich im Umkehrschluss ein hoher Anteil von Pendlerbewegungen ab. Von den Beschäftigten in den Gemeinden des weiteren Metropolenraums waren durchschnittlich 37 Prozent am selben Ort tätig und wohnhaft. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 28 Abbildung 16: Binnenpendlerintensität der Gemeinden in der Metropolregion Berlin-Brandenburg Anteil der Nichtpendler an den Beschäftigten am Wohnort in Prozent, 2017 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017. Eine Liste der entsprechenden Ober- und Mittelzentren befinden sich in Tabelle A 8 im Anhang. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; GeoBasis-DE/BKB 2018; eigene Berechnungen. © IAB 6 Fazit Im Jahr 2017 hat im Zuge des weiter anhaltenden Beschäftigungswachstums in Berlin und Brandenburg auch die räumliche Mobilität der Arbeitskräfte gegenüber den Vorjahren weiter zugenommen. Unter den Beschäftigten in der Bundeshauptstadt hatte etwa jeder Fünfte einen Wohnort außerhalb von Berlin. Die Zahl der Einpendler hat erstmals die Marke von 300.000 überschritten und ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent gestiegen. Aufgrund der weiter positiven Beschäftigungsentwicklung in Berlin blieb die Einpendlerquote mit 21,7 Prozent nahezu konstant. Auch unter den Beschäftigten mit Wohnort in Berlin nahm die Zahl der Berufspendler zu, die in IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 29 anderen Bundesländern arbeiteten. Im Jahr 2017 stieg die Zahl der Auspendler aus Berlin auf knapp 180.000 Beschäftigte. Aufgrund der positiven Beschäftigungsentwicklung in Berlin ist aber auch die Auspendlerquote seit Jahren mit 14,0 Prozent fast unverändert. Die Pendlerbeziehungen zwischen Berlin und Brandenburg haben sich ebenfalls intensiviert. Gut 210.000 Brandenburger pendelten 2017 nach Berlin, was einem Anstieg von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In die Gegenrichtung zog es rund 87.000 Berliner und somit 2,5 Prozent mehr als noch 2016. Unter den Zielregionen der Berliner Auspendler spielt erwartungsgemäß das Land Brandenburg eine besondere Rolle. Knapp die Hälfte der Auspendler zog es in das umliegende Bundesland. Dagegen arbeiteten im Jahr 2017 fast 44 Prozent der Berliner Auspendler in den alten Bundesländern. Die übrigen neuen Bundesländer spielen als Zielregion für Berliner eher eine geringere Bedeutung. Vor allem die Metropole Berlin erweist sich als Entwicklungsmotor mit positiven Beschäftigungseffekten auch für die angrenzenden Umlandgemeinden. Aufgrund ihres überproportionalen Wirtschafts- und Beschäftigungswachstums in den vergangenen Jahren entwickelt sich die Bundeshauptstadt aber auch zu einem Anziehungspunkt für Arbeitskräfte aus anderen Regionen. Die Einpendlerzahl hat zwischen 1999 und 2017 um 88,5 Prozent zugenommen, was den höchsten Zuwachs aller Bundesländer darstellte. Die Einpendlerquote lag 2017 bei 21,7 Prozent, gegenüber 14,6 Prozent im Jahr 1999. Bei insgesamt wachsenden Pendlerbewegungen nimmt die Bedeutung von Berlin als Zielort von Pendlern weiter zu. Die Zahl der brandenburgischen Arbeitskräfte, die in Berlin beschäftigt sind, ist im Zeitraum 1999 bis 2017 um 72,3 Prozent gestiegen. Aber auch aus westdeutschen Bundesländern pendelten immer mehr Berufstätige in die Hauptstadt. Dass sich dabei die Ein- und Auspendlerquoten seit 2008 nur wenig verändern, ist auf die verbesserten Beschäftigungsmöglichkeiten in der Hauptstadt zurückzuführen. In den letzten Jahren stieg die Beschäftigung derer, die in Berlin wohnen und arbeiten genauso stark wie die der mobilen Arbeitskräfte, was eine Stabilisierung der Pendlerquoten zur Folge hat. Die Zahl der Brandenburger, die in einem anderen Bundesland arbeiteten, erreichte 2017 gut 286.000 Beschäftigte. In den letzten Jahren ist die Zahl der Auspendler aber nicht mehr im gleichen Maße gestiegen wie noch in den 1990er-Jahren. Brandenburg blieb jedoch mit einem Wert von über 29 Prozent weiterhin das Bundesland mit der höchsten Auspendlerquote. Mit Blick auf die Gemeindeebene in der Region Berlin-Brandenburg zeigt sich, dass die höchsten Auspendlerquoten vornehmlich Gemeinden im Umland aufweisen. Insgesamt beträgt hier die Auspendlerquote aller Umlandgemeinden rund 77 Prozent. Auch aus Mittelzentren im Berliner Umland, die ihrerseits als kleinräumige Arbeitsmarktzentren fungieren, pendeln viele Beschäftigte aus (z. B. Erkner, Neuenhagen bei Berlin, Falkensee). Dies erklärt sich vor allem aus der räumlichen Nähe zu Berlin. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 30 Literatur Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (2018a): Wanderungen im Land Berlin 2016. Statistischer Bericht, A III 2 – j / 16, Potsdam. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (2018b): Wanderungen im Land Brandenburg 2017. Statistischer Bericht, A III 2 – j / 16, Potsdam. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) (2018): Mobilität in Deutschland: Kurzreport Verkehrsaufkommen – Struktur – Trends. Juni 2018, Bonn. Carstensen, Jeanette; Seibert, Holger; Wiethölter, Doris (2017): Pendlerbericht Berlin-Brandenburg 2015. IAB-Regional, IAB Berlin-Brandenburg, 1/2017, Nürnberg. Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg (GL); Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) (2015): Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg: Metropole, Ober- und Mittelzentren mit Mittelbereichen. Postdam. Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg (GL); Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin (SenSW) (Hrsg.); Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg (MIL) (Hrsg.) (2018): Raumordnungsbericht 2018 – Hauptstadtregion BerlinBrandenburg. Potsdam. Janke, Ralf-Peter (2017): Entgelte von Pendlern – Aussagen zur Mobilität von Beschäftigten am Beispiel des Berliner Umlandes. Grundlagen: Hintergrundinfo, Vortrag auf der Statistischen Woche 2017 von Ralf-Peter Janke, Nürnberg. Kutzki, Verena (2015): Pendlerverflechtungen sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter in der Metropolregion Berlin-Brandenburg. Zeitschrift für amtliche Statistik, 3/2015. Senat von Berlin; Landesregierung des Landes Brandenburg (2009): Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B) vom 31. März 2009. Statistisches Bundesamt (2013): zensus 2011 – Ausgewählte Ergebnisse. Tabellenband zur Pressekonferenz am 31. Mai 2013 in Berlin, Wiesbaden. Wiethölter, Doris; Carstensen, Jeanette; Stockbrügger, Meike (2015): Beschäftigte aus den neuen EU-Beitrittsländern in Berlin-Brandenburg. Schwerpunktsetzung auf Grenzpendler aus Polen. IAB-Regional Berlin-Brandenburg, 1/2015, Nürnberg. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 31 Anhang Tabelle A 1: Begriffserklärungen Begriff Definition Arbeitsortprinzip: Beschäftigte am Arbeitsort Alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in der betrachteten Region (hier: Gemeinde, Kreis, Bundesland) arbeiten, unabhängig davon, wo sie wohnen (einschließlich fehlende Angaben zum Wohnort). Arbeitsplatzdichte (Beschäftigungsdichte) Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 15-64 Jahren an der Gesamtbevölkerung im Alter von 15-64 Jahren in einer Region ausgedrückt in Prozent. Dieser Indikator beschreibt die Versorgung mit Arbeitsplätzen in der untersuchten Region. Auspendler Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die in der betrachteten Region wohnen, jedoch ihren Arbeitsort in einer anderen Region haben (unbekannte Werte zum Arbeitsort werden nicht berücksichtigt). Auspendlerquote Anteil der Auspendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in der betrachteten Region wohnen (Wohnortprinzip). Auspendlerüberschuss Der Pendlersaldo ist negativ, das heißt, es gibt in einer Region mehr Aus- als Einpendler. Betrieb (Arbeitgeber) Die Einheit, für die zur Durchführung des gemeinsamen Meldeverfahrens zur Sozialversicherung des meldepflichtigen Arbeitgebers eine Betriebsnummer zur Verfügung gestellt worden ist. Der Betrieb ist eine regional abgegrenzte (Gemeinde) und wirtschaftlich zuordenbare Niederlassung/Arbeitsstätte. Wenn der Betrieb über mehrere Niederlassungen in einer Gemeinde verfügt, können diese zur Vereinfachung des Meldeverfahrens zusammengefasst werden, unter der Voraussetzung, dass sie innerhalb derselben Gemeinde liegen. Berlin wird in der Beschäftigungsstatistik als eine Gemeinde dargestellt. So können z. B. die Angestellten einer Handelskette, die viele über Berlin verteilte Filialen unterhält, vom Arbeitgeber alle an derselben Adresse gemeldet werden. Bei einer innerstädtischen Betrachtung, werden diese dann als Pendler ins Zentrum Berlins ausgewiesen, selbst dann, wenn im Extremfall für alle Angestellten Wohn- und Arbeitsort im gleichen Bezirk lägen. Aus diesem Grund werden Auswertungen innerstädtischer Pendlerbeziehungen für Berlin auf Basis der Beschäftigungsstatistik nicht empfohlen. Berliner Umland und weiterer Metropolenraum In der amtlichen Terminologie der ‚Gemeinsamen Landesplanung’ der Länder Berlin und Brandenburg von 1998 wurden das Umland und berlinferne ländliche Räume als „engerer Verflechtungsraum“ bzw. „äußerer Entwicklungsraum“ bezeichnet. Danach umfasste der engere Verflechtungsraum das am stärksten mit der Metropole verflochtene angrenzende Umland. Beide Teilräume werden gemeindescharf abgegrenzt und durchschneiden die an Berlin grenzenden Brandenburger Landkreise. Es zählten 63 Gemeinden zum engeren Verflechtungsraum (Verordnung: Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung/Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin 1998: 52 ff.). Nach der Neuabgrenzung der Strukturräume in Berlin-Brandenburg 2009 werden die Bezeichnungen „engerer Verflechtungsraum“ und „äußerer Entwicklungsraum“ abgelöst durch „Berliner Umland“ und „Weiterer Metropolenraum“. Zum neuen Berliner Umland gehören 50 Gemeinden, die restlichen Gemeinden bilden den weiteren Metropolenraum (Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg [LEP B-B] vom 31. März 2009 [für Berlin: GVBl. S. 182, für Brandenburg: GVBI. II S. 186]). Beschäftigte (Sv-Beschäftigte) Siehe „Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte“. Einpendler Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die in der betrachteten Region arbeiten, jedoch ihren Wohnort in einer anderen Region haben (unbekannte Werte zum Wohnort werden nicht berücksichtigt). Einpendlerquote Anteil der Einpendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in der betrachteten Region arbeiten (Arbeitsortsprinzip). Einpendlerüberschuss Der Pendlersaldo ist positiv, das heißt, es gibt in einer Region mehr Ein- als Auspendler Pendler Pendler sind alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, deren Arbeitsgemeinde/-Kreis/ -Bundesland sich von der/dem Wohngemeinde/-Kreis/-Bundesland unterscheidet. Die Zuordnung zum Wohnort richtet sich nach den, dem Arbeitgeber gegenüber angegebenen, melderechtlichen Verhältnissen. Ob und wie häufig gependelt wird, ist unerheblich. Inländischer Arbeits- und Wohnort werden nach dem gültigen amtlichen Gemeindeschlüssel erfasst. Die Wohnortgemeinde kann auch im Ausland liegen. Aufgrund des Inlandskonzepts IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 32 Begriff Definition der Beschäftigungsstatistik können nur Einpendler aus dem Ausland nachgewiesen werden; Auspendler in das Ausland jedoch nicht. Die Pendlerdaten basieren auf der amtlichen Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (gesetzlicher Auftrag gemäß § 281 SGB III in Verbindung mit § 28a SGB IV). Pendlersaldo, absolut Einpendler minus Auspendler (in absoluten Zahlen). Revision der Beschäftigungsstatistik Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit hat rückwirkend bis 1999 die Datenaufbereitung für die Beschäftigungsstatistik modernisiert: Änderung der Abgrenzung der „sozialversicherungspflichtig Beschäftigten“ mit der Folge einer Bestandserhöhung bei den SvB zum 30.06.2013 um 1,2 % (Deutschland), 1,1 % (alte Bundesländer) bzw. 1,4 % (neue Bundesländer) Einführung einer neuen Größe „Beschäftigte“ (insgesamt) Genauere Bestimmung der Art der Beschäftigung (sozialversicherungspflichtig oder geringfügig oder beides) Berichterstattung über Mehrfachbeschäftigungen Berichterstattung über Beschäftigungsdauern Detaillierte Informationen sind im folgenden Methodenbericht der Bundesagentur für Arbeit zu finden: http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/ Grundlagen/Methodenberichte/Beschaeftigungsstatistik/Generische-Publikationen/Methodenbericht-Beschaeftigungsstatistik-Revision-2014.pdf Außerdem wurde während der Revision ein neues Erfassungsverfahren eingeführt, wodurch fehlerhafte Meldungen zum Wohnort und Arbeitsort nicht mehr wie vorher manuell zugeordnet werden können. Das hatte zur Folge, dass die Kategorien „Fehlende Werte“ und „Zuordnung nicht möglich“ beim Wohn- und Arbeitsort nun besonders in Berlin ungewohnt stark besetzt waren. Aufgrund dessen wurde eine neue Berechnung der Pendler eingeführt, die von nun an die unbekannten Werte ausschließt. Dank einer Berichtigung der Beschäftigungsstatistik im Juli 2016, konnte rückwirkend bis 1999 ein Teil dieser unbekannten Werte richtig zuordnet werden. Aufgrund dieser Verschiebungen verändern sich die Größenordnungen beim Arbeits- und Wohnort. So stiegen die Beschäftigten mit Arbeitsort gleich Wohnort in Berlin statistisch bedingt an, in Brandenburg hat es vor allem Verschiebungen zu Einpendlern aus dem Ausland gegeben. Die hier veröffentlichten Daten können deshalb nicht mit denen aus bisherigen Pendlerberichten unserer Veröffentlichungsreihe übereinstimmen. Wir empfehlen die ausschließliche Verwendung der hier dargestellten Werte – ein Vergleich zu den vorherigen Berichten ist demnach nicht möglich. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (SvB; Sv-Beschäftigte) SvB umfassen alle Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Kranken-, Renten- oder Pflegeversicherung und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung sind oder für die Beitragsanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung nach dem Recht der Arbeitsförderung zu zahlen sind; dazu gehören auch Auszubildende, Altersteilzeitbeschäftigte, Praktikanten, Werkstudenten und Personen, die aus einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis zur Ableistung des gesetzlichen Wehrdienstes oder zivilen Ersatzdienstes einberufen werden; das gleiche gilt für Zeitsoldaten mit einer Verpflichtung bis zu zwei Jahren (siehe genauere Definition: http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/000200/html/anba/jg_2005/jahreszahlen/006.pdf Grundlage der Statistik über sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sind die Meldungen der Arbeitgeber nach der seit 1999 gültigen Datenerfassungs- und Übermittlungsverordnung (DEÜV) zu den im jeweiligen Betrieb beschäftigten Arbeitnehmern an die Träger der Sozialversicherung. Die Daten der Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben aufgrund des Meldeverfahrens drei Jahre lang vorläufigen Charakter, d. h. die vorläufigen bzw. berichtigten Werte werden erst drei Jahre nach dem Stichtag zu endgültigen Werten. In der vorliegenden Analyse werden die Daten zum Stichtag 30. Juni verwendet. Wohnortprinzip: Beschäftigte am Wohnort Alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in der betrachteten Region (hier: Gemeinde, Kreis, Bundesland) wohnen, unabhängig davon, wo sie arbeiten (einschließlich fehlende Angaben zum Arbeitsort). IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 33 Tabelle A 2: Entwicklung der Zahl der Pendler in Berlin 1999 bis 2017 Einpendler Insgesamt absolut Auspendler darunter Frauen Veränderung zum Vorjahr in % Insgesamt absolut in Prozent absolut Pendlersaldo darunter Frauen Veränderung zum Vorjahr in % Insgesamt absolut in Prozent absolut darunter Frauen Veränderung zum Vorjahr in % absolut in Prozent 1999 164.142 70.078 42,7 103.637 35.239 34,0 60.505 34.839 57,6 2000 172.143 +4,9 76.042 44,2 109.039 +5,2 38.296 35,1 63.104 +4,3 37.746 59,8 2001 185.649 +7,8 83.987 45,2 112.434 +3,1 39.262 34,9 73.215 +16,0 44.725 61,1 2002 189.409 +2,0 87.378 46,1 111.459 -0,9 39.856 35,8 77.950 +6,5 47.522 61,0 2003 190.484 +0,6 88.821 46,6 109.080 -2,1 39.374 36,1 81.404 +4,4 49.447 60,7 2004 192.983 +1,3 90.071 46,7 111.249 +2,0 41.458 37,3 81.734 +0,4 48.613 59,5 2005 200.223 +3,8 94.828 47,4 113.946 +2,4 43.551 38,2 86.277 +5,6 51.277 59,4 2006 209.484 +4,6 99.017 47,3 118.955 +4,4 45.786 38,5 90.529 +4,9 53.231 58,8 2007 220.029 +5,0 104.325 47,4 125.807 +5,8 47.982 38,1 94.222 +4,1 56.343 59,8 2008 231.319 +5,1 109.662 47,4 133.534 +6,1 51.520 38,6 97.785 +3,8 58.142 59,5 2009 239.628 +3,6 114.369 47,7 136.235 +2,0 53.413 39,2 103.393 +5,7 60.956 59,0 2010 242.203 +1,1 115.598 47,7 140.351 +3,0 54.850 39,1 101.852 -1,5 60.748 59,6 2011 248.267 +2,5 119.430 48,1 145.478 +3,7 55.942 38,5 102.789 +0,9 63.488 61,8 2012 253.738 +2,2 122.019 48,1 150.929 +3,7 57.731 38,3 102.809 +0,0 64.288 62,5 2013 257.938 +1,7 124.291 48,2 153.744 +1,9 58.805 38,2 104.194 +1,3 65.486 62,9 2014 266.952 +3,5 127.929 47,9 157.470 +2,4 59.941 38,1 109.482 +5,1 67.988 62,1 2015 277.487 +3,9 133.086 48,0 166.373 +5,7 63.353 38,1 111.114 +1,5 69.733 62,8 2016 295.838 +6,6 140.894 47,6 174.263 +4,7 66.439 38,1 121.575 +9,4 74.455 61,2 2017 309.375 +4,6 145.201 46,9 179.977 +3,3 68.388 38,0 129.398 +6,4 76.813 59,4 +88,5 75.123 +107,2 76.340 +73,7 33.149 +94,1 68.893 +113,9 41.974 +120,5 Veränderung 1999–2017 145.233 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte jeweils am 30. Juni. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 34 Tabelle A 3: Entwicklung der Zahl der Pendler in Brandenburg 1999 bis 2017 Einpendler Insgesamt absolut Auspendler darunter Frauen Veränderung zum Vorjahr in % Insgesamt absolut in Prozent absolut Pendlersaldo darunter Frauen Veränderung zum Vorjahr in % absolut in Prozent Insgesamt absolut darunter Frauen Veränderung zum Vorjahr in % absolut in Prozent 1999 88.392 28.872 32,7 176.598 71.466 40,5 -88.206 -42.594 48,3 2000 88.348 -0,0 29.362 33,2 189.890 +7,5 78.494 41,3 -101.542 -15,1 -49.132 48,4 2001 88.122 -0,3 29.135 33,1 204.931 +7,9 85.463 41,7 -116.809 -15,0 -56.328 48,2 2002 88.733 +0,7 29.618 33,4 208.824 +1,9 89.854 43,0 -120.091 -2,8 -60.236 50,2 2003 87.091 -1,9 29.314 33,7 208.739 -0,0 90.842 43,5 -121.648 -1,3 -61.528 50,6 2004 89.697 +3,0 31.596 35,2 210.760 +1,0 92.284 43,8 -121.063 +0,5 -60.688 50,1 2005 93.975 +4,8 33.885 36,1 216.607 +2,8 95.952 44,3 -122.632 -1,3 -62.067 50,6 2006 97.181 +3,4 35.347 36,4 226.837 +4,7 99.572 43,9 -129.656 -5,7 -64.225 49,5 2007 103.707 +6,7 37.279 35,9 237.658 +4,8 104.411 43,9 -133.951 -3,3 -67.132 50,1 2008 107.508 +3,7 39.395 36,6 247.218 +4,0 108.948 44,1 -139.710 -4,3 -69.553 49,8 2009 108.805 +1,2 39.988 36,8 249.158 +0,8 111.605 44,8 -140.353 -0,5 -71.617 51,0 2010 112.577 +3,5 41.204 36,6 251.699 +1,0 112.954 44,9 -139.122 +0,9 -71.750 51,6 2011 116.443 +3,4 41.907 36,0 255.046 +1,3 113.594 44,5 -138.603 +0,4 -71.687 51,7 2012 120.274 +3,3 43.367 36,1 259.506 +1,7 115.702 44,6 -139.232 -0,5 -72.335 52,0 2013 123.503 +2,7 44.341 35,9 263.215 +1,4 117.806 44,8 -139.712 -0,3 -73.465 52,6 2014 126.123 +2,1 45.376 36,0 266.492 +1,2 119.220 44,7 -140.369 -0,5 -73.844 52,6 2015 133.523 +5,9 48.185 36,1 272.761 +2,4 122.403 44,9 -139.238 +0,8 -74.218 53,3 2016 141.220 +5,8 51.197 36,3 278.649 +2,2 125.012 44,9 -137.429 +1,3 -73.815 53,7 2017 147.506 +4,5 53.018 35,9 286.092 +2,7 127.910 44,7 -138.586 -0,8 -74.892 54,0 +66,9 24.146 +83,6 109.494 +62,0 56.444 +79,0 -50.380 +57,1 -32.298 +75,8 Veränderung 1999–2017 59.114 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte jeweils am 30. Juni. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 35 Tabelle A 4: Beschäftigte aus Berlin und Brandenburg nach ihrem Arbeitsort 2017 Berlin Wohnort Arbeitsort alte Bundesländer Insgesamt Anteil an allen Auspendlern in % Brandenburg Frauenanteil in % Insgesamt Anteil an allen Auspendlern in % Frauenanteil in % 79.088 43,9 39,2 40.885 14,3 21,5 Schleswig-Holstein 3.149 1,7 33,9 2.797 1,0 30,3 Hamburg 8.126 4,5 42,9 3.253 1,1 21,2 Niedersachsen 7.998 4,4 34,9 6.169 2,2 21,4 963 0,5 36,6 509 0,2 28,1 Nordrhein-Westfalen 21.469 11,9 41,5 10.034 3,5 32,1 Hessen 11.485 6,4 41,2 4.221 1,5 21,4 Rheinland-Pfalz 2.291 1,3 40,2 1.231 0,4 24,3 Baden-Württemberg 8.606 4,8 36,0 5.408 1,9 23,8 14.421 8,0 37,9 6.958 2,4 18,4 580 0,3 Bremen Bayern Saarland Berlin 1.116.281 26,4 305 0,1 50,1 51,1 210.225 73,5 50,0 Brandenburg 87.073 48,4 37,3 686.138 übrige neue Bundesländer 13.816 7,7 35,7 34.982 12,2 35,4 Mecklenburg-Vorpommern 2.585 1,4 38,8 7.027 2,5 40,5 Sachsen 5.818 3,2 36,2 17.779 6,2 36,4 Sachsen-Anhalt 3.488 1,9 31,8 8.112 2,8 31,7 Thüringen 1.925 1,1 37,3 2.064 0,7 24,3 179.977 100,0 38,0 286.092 100,0 44,7 106 47,2 36 44,4 1.296.364 49,2 972.266 49,1 Auspendler Insgesamt Arbeitsort unbekannt Beschäftigte am Wohnort 50,9 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017. Anmerkung: Unbekannte Angaben zum Arbeitsort werden bei den Auspendlern nicht berücksichtigt. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 36 Tabelle A 5: Beschäftigte aus Berlin und Brandenburg nach ihrem Wohnort 2017 Berlin Arbeitsort Wohnort alte Bundesländer Insgesamt Anteil an Einpendlern in % Brandenburg Frauenanteil in % Insgesamt Anteil an Einpendlern in % Frauenanteil in % 67.592 21,8 42,0 14.034 9,5 33,0 Schleswig-Holstein 3.487 1,1 42,8 996 0,7 39,9 Hamburg 5.386 1,7 43,4 860 0,6 40,5 Niedersachsen 9.013 2,9 42,8 2.706 1,8 33,8 991 0,3 41,4 213 0,1 37,1 17.960 5,8 40,5 3.996 2,7 29,5 Hessen 6.946 2,2 41,9 1.146 0,8 33,0 Rheinland-Pfalz 2.815 0,9 43,0 627 0,4 27,8 Baden-Württemberg 8.340 2,7 42,9 1.564 1,1 32,6 12.097 3,9 42,3 1.839 1,2 34,1 557 0,2 Bremen Nordrhein-Westfalen Bayern Saarland Berlin Brandenburg 1.116.281 40,2 87 0,1 27,6 51,1 87.073 59,0 37,3 210.225 68,0 50,0 686.138 27.197 8,8 39,1 35.884 24,3 35,3 6.830 2,2 38,7 7.809 5,3 33,4 10.218 3,3 39,0 16.158 11,0 34,7 Sachsen-Anhalt 7.105 2,3 39,6 10.269 7,0 38,6 Thüringen 3.044 1,0 39,2 1.648 1,1 29,5 4.361 1,4 25,2 10.515 7,1 30,7 309.375 100,0 46,9 147.506 100,0 35,9 806 40,4 935 43,5 1.426.462 50,2 834.579 48,3 übrige neue Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern Sachsen Ausland Einpendler Insgesamt Wohnort unbekannt Beschäftigte am Arbeitsort 50,9 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017. Anmerkung: Unbekannte Angaben zum Wohnort werden bei den Einpendlern nicht berücksichtigt. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 37 Tabelle A 6: Entwicklung der Zahl der Pendler zwischen Brandenburg und Berlin 1999 bis 2017 Pendler von Brandenburg nach Berlin Zahl der Pendler 1999 121.994 2000 128.918 2001 2002 Anteil an VerändeWohnortberung zum schäftigten Vorjahr in % in % Pendler von Berlin nach Brandenburg Zahl der Pendler 13,4 52.486 +5,7 14,3 52.874 138.169 +7,2 15,6 143.646 +4,0 16,3 2003 144.735 +0,8 2004 147.084 2005 Anteil an VerändeWohnortberung zum schäftigten Vorjahr in % in % Regionaler Pendlersaldo1) Saldo Veränderung zum Vorjahr in % 5,0 69.508 +0,7 5,1 76.044 +9,4 53.779 +1,7 5,2 84.390 +11,0 54.735 +1,8 5,4 88.911 +5,4 16,9 54.155 -1,1 5,6 90.580 +1,9 +1,6 17,5 56.692 +4,7 5,9 90.392 -0,2 152.317 +3,6 18,4 59.244 +4,5 6,4 93.073 +3,0 2006 159.473 +4,7 18,9 61.257 +3,4 6,5 98.216 +5,5 2007 167.476 +5,0 19,3 64.904 +6,0 6,8 102.572 +4,4 2008 174.102 +4,0 19,6 67.026 +3,3 6,8 107.076 +4,4 2009 176.367 +1,3 19,8 67.830 +1,2 6,7 108.537 +1,4 2010 179.058 +1,5 19,9 70.017 +3,2 6,8 109.041 +0,5 2011 182.741 +2,1 20,1 72.600 +3,7 6,9 110.141 +1,0 2012 186.325 +2,0 20,2 75.344 +3,8 6,9 110.981 +0,8 2013 189.314 +1,6 20,5 76.587 +1,6 6,9 112.727 +1,6 2014 193.941 +2,4 20,8 78.293 +2,2 6,8 115.648 +2,6 2015 199.275 +2,8 21,1 81.878 +4,6 6,8 117.397 +1,5 2016 203.625 +2,2 21,3 84.918 +3,7 6,8 118.707 +1,1 2017 210.225 +3,2 21,6 87.073 +2,5 6,7 123.152 +3,7 +65,9 +1,7 53.644 +77,2 Veränderung 1999–2017 absolut und in Prozent(-punkten) 88.231 +72,3 +8,3 34.587 1) Pendler von Brandenburg nach Berlin minus Pendler von Berlin nach Brandenburg. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte jeweils am 30. Juni. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 38 Tabelle A 7: Pendlerströme auf Bundeslandebene 2017 Arbeitsort Wohnort SchleswigHamburg Holstein Niedersachsen Bremen NordrheinWestfalen Hessen BadenRheinlandWürttemPfalz berg Bayern Saarland Berlin Brandenburg MecklenburgVorp. Sachsen SachsenAnhalt Thüringen SchleswigHolstein 830.767 173.157 12.988 1.975 11.366 4.431 1.085 4.504 5.784 690 3.487 996 5.752 732 584 461 Hamburg 60.586 606.169 20.135 2.780 12.496 6.474 916 4.081 7.645 160 5.386 860 1.850 752 481 274 Niedersachsen 19.434 98.481 2.602.010 119.171 97.046 22.768 4.088 14.161 17.621 640 9.013 2.706 3.221 2.772 8.332 4.510 Bremen 1.155 4.412 34.819 188.959 3.957 1.292 294 1.391 1.640 59 991 213 220 217 180 338 NordrheinWestfalen 8.309 16.747 87.937 3.459 6.283.373 60.402 31.824 37.069 46.343 2.299 17.960 3.996 1.610 4.573 2.735 3.086 Hessen 2.668 6.064 16.113 925 45.160 2.151.797 52.660 58.275 43.570 2.169 6.946 1.146 469 2.444 1.079 6.945 RheinlandPfalz 1.503 1.856 3.972 417 68.848 103.789 1.210.264 91.018 11.704 27.289 2.815 627 278 1.081 488 776 BadenWürttemb. 2.889 5.709 9.377 1.151 37.271 48.867 43.952 4.166.635 101.844 2.650 8.340 1.564 666 3.690 1.114 2.584 Bayern 3.713 7.687 11.945 1.516 41.585 62.528 7.090 113.858 5.079.883 1.425 12.097 1.839 838 6.797 2.039 9.819 173 279 702 84 4.109 2.880 17.224 3.901 2.506 326.415 557 87 47 150 104 94 Berlin 3.149 8.126 7.998 963 21.469 11.485 2.291 8.606 14.421 580 1.116.281 87.073 2.585 5.818 3.488 1.925 Brandenburg 2.797 3.253 6.169 509 10.034 4.221 1.231 5.408 6.958 305 210.225 686.138 7.027 17.779 8.112 2.064 21.502 11.787 8.708 1.236 4.513 1.606 574 1.900 3.122 162 6.830 7.809 536.097 2.161 2.128 833 Sachsen 1.372 2.360 5.830 513 12.156 6.935 2.807 10.945 26.686 390 10.218 16.158 1.203 1.458.829 24.086 17.166 SachsenAnhalt 1.610 2.099 41.887 592 9.282 4.163 1.571 5.262 8.185 372 7.105 10.269 1.512 35.190 718.739 14.771 832 1.048 13.827 303 8.080 22.491 1.626 6.839 34.197 288 3.044 1.648 625 20.879 9.419 731.675 Saarland Mecklenburg-Vorp. Thüringen Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2017. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 39 Abbildung A 1: Hauptstadtregion Berlin Brandenburg: Metropole, Ober- und Mittelzentren mit Mittelbereichen Uckerland Brüssow (Uckermark) Nordwestuckermark Prenzlau Meyenburg Boitzenburger Land Putlitz-Berge Gramzow Gartz (Oder) Lychen Karstädt Groß Pankow (Prignitz) Lenzen-Elbtalaue Perleberg Fürstenberg/Havel Wittstock/ Dosse Heiligengrabe Pritzwalk Rheinsberg Gerswalde Templin Gransee und Gemeinden Wittenberge Schwedt/Oder Angermünde Bad Wilsnack/ Weisen Plattenburg Gumtow Oder-Welse Gransee Zehdenick Temnitz Kyritz Joachimsthal (Schorfheide) Lindow (Mark) Wusterhausen/ Dosse Schorfheide Neuruppin Britz-Chorin-Oderberg Löwenberger Land Neustadt (Dosse) Liebenwalde Fehrbellin Friesack Oranienburg Wandlitz Leegebruch Oberkrämer Birkenwerder Velten SchönwaldeGlien Rathenow Nennhausen Nauen Brieselang Hohen Neuendorf Hennigsdorf Biesenthal-Barnim Bernau bei Berlin Mühlenbecker Land Wusterwitz Brandenburg an der Havel Werder (Havel) Großbeeren dorf Kloster Lehnin Ziesar Michendorf Seddiner See Zeuthen Bestensee Odervorland Spreenhagen Wildau walde Lebus Steinhöfel Fürstenwalde/Spree Königs Wusterhausen Trebbin Scharmützelsee Heidesee Frankfurt (Oder) Rietz-Neuendorf Schlaubetal Beeskow Am Mellensee Luckenwalde Wiesenburg/Mark Niemegk Treuenbrietzen Eisenhüttenstadt Tauche Schenkenländchen Friedland NutheUrstromtal Niedergörsdorf Schenkendöbern Unterspreewald Niederer Fläming Lieberose/Oberspreewald Guben Lübben (Spreewald) Dahme/Mark Peitz Luckau Burg (Spreewald) Lübbenau/ Spreewald Schönewalde Zentren Neuzelle Märkische Heide Baruth/Mark Jüterbog Mittelbereiche Brieskow-Finkenheerd Storkow (Mark) Zossen Bad Belzig Seelow-Land Erkner Eichwalde Schulzendorf LudwigsRangsdorf Mittenfelde Beelitz Brück BlankenfeldeMahlow Nuthetal Müncheberg Grünheide (Mark) Schönefeld Golzow Seelow Märkische Schweiz Eggersd. Fredersd.Vogelsd. Schöneiche Rüdersdorf bei Berlin bei Berlin Woltersdorf Berlin Kleinmachnow Neuhardenberg Strausberg Neuenhagen bei Berlin Petersh./ Hoppegarten Stahns- Teltow Schwielowsee Letschin Altlandsberg Ahrensfelde Falkensee Potsdam Wriezen Barnim-Oderbruch Wustermark DallgowDöberitz Ketzin/Havel Groß Kreutz (Havel) Falkenberg-Höhe Werneuchen Panketal Glienicke/ Nordbahn Milower Land Premnitz Beetzsee Bad Freienwalde (Oder) Eberswalde Kremmen Rhinow Vetschau/ Spreewald Heideblick Schlieben Kolkwitz Cottbus Forst (Lausitz) Calau Sonnewalde Metropole Oberzentrum Mittelzentrum Herzberg (Elster) Falkenberg/ Elster Mühlberg/ Elbe Altdöbern Doberlug-Kirchhain UebigauWahrenbrück Elsterland Bad Liebenwerda Plessa Finsterwalde Lauchhammer Röderland Elsterwerda Mittelzentrum in Funktionsteilung Schradenland Ortrand Neuhausen/Spree Drebkau Kleine Elster (Niederlausitz) Döbern-Land Großräschen Spremberg Welzow Schipkau Senftenberg Schwarzheide Ruhland 0 10 20 30 40 km Grenzen Landesgrenze Kreisgrenze Amtsgrenze/amtsfreie Gemeindegrenze Stand: 10 / 2015 Berliner Umland Dezernat 36 Raumbeobachtung und Stadtmonitoring | 2015 Namen Friedland amtsfreie Gemeinde Neuzelle Amt Quelle: GL/LBV 2015. IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 40 Tabelle A 8: Ober- und Mittelzenten in der Metropolregion Berlin-Brandenburg Kennung Gemeinde Oberzentren Gemeinde Kennung Mittelzentrum Zuordnung Teilregion 12054000 Potsdam A 12051000 Brandenburg an der Havel B Berliner Umland Weiterer Metropolenraum 12052000 Cottbus C Weiterer Metropolenraum 12053000 Frankfurt (Oder) D Weiterer Metropolenraum Mittelzentren 12066296 Schwarzheide 1 Weiterer Metropolenraum 12062124 Elsterwerda 2 Weiterer Metropolenraum 12066176 Lauchhammer 3 Weiterer Metropolenraum 12062024 Bad Liebenwerda 4 Weiterer Metropolenraum 12066304 Senftenberg 5 Weiterer Metropolenraum 12066112 Großräschen 6 Weiterer Metropolenraum 12071372 Spremberg 7 Weiterer Metropolenraum 12062140 Finsterwalde 8 Weiterer Metropolenraum 12062224 Herzberg (Elster) 9 Weiterer Metropolenraum 12071076 Forst (Lausitz) 10 Weiterer Metropolenraum 12066196 Lübbenau/Spreewald 11 Weiterer Metropolenraum 12061316 Lübben (Spreewald) 12 Weiterer Metropolenraum 12071160 Guben 13 Weiterer Metropolenraum 12072169 Jüterbog 14 Weiterer Metropolenraum 12072232 Luckenwalde 15 Weiterer Metropolenraum 12067120 Eisenhüttenstadt 16 Weiterer Metropolenraum 12067036 Beeskow 17 Weiterer Metropolenraum 12072477 Zossen 18 Weiterer Metropolenraum 12069020 Bad Belzig 19 Weiterer Metropolenraum 12069017 Beelitz 20 Weiterer Metropolenraum 12061540 Wildau 21 Berliner Umland 12072240 Ludwigsfelde 22 Berliner Umland 12061260 Königs Wusterhausen 23 Berliner Umland 12069616 Teltow 24 Berliner Umland 12067144 Fürstenwalde/Spree 25 Weiterer Metropolenraum 12061433 Schönefeld 26 Berliner Umland 12067124 Erkner 27 Berliner Umland 12069656 Werder (Havel) 28 Berliner Umland 12064336 Neuenhagen bei Berlin 29 Berliner Umland 12064448 Seelow 30 Weiterer Metropolenraum 12064472 Strausberg 31 Berliner Umland 12063080 Falkensee 32 Berliner Umland 12065136 Hennigsdorf 33 Berliner Umland 12063252 Rathenow 34 Weiterer Metropolenraum 12063208 Nauen 35 Weiterer Metropolenraum 12060020 Bernau bei Berlin 36 Berliner Umland 12065256 Oranienburg 37 Berliner Umland 12060052 Eberswalde 38 Weiterer Metropolenraum 12064044 Bad Freienwalde (Oder) 39 Weiterer Metropolenraum 12068264 Kyritz 40 Weiterer Metropolenraum 12065356 Zehdenick 41 Weiterer Metropolenraum 12070424 Wittenberge 42 Weiterer Metropolenraum 12068320 Neuruppin 43 Weiterer Metropolenraum 12073532 Schwedt/Oder 44 Weiterer Metropolenraum 12065100 Gransee 45 Weiterer Metropolenraum 12070296 Perleberg 46 Weiterer Metropolenraum 12073572 Templin 47 Weiterer Metropolenraum 12070316 Pritzwalk 48 Weiterer Metropolenraum 12068468 Wittstock/Dosse 49 Weiterer Metropolenraum 12073452 Prenzlau 50 Weiterer Metropolenraum Quelle: Kutzki (2015: 34). IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 41 In der Reihe IAB-Regional Berlin-Brandenburg zuletzt erschienen Nummer Autoren Titel 3/2018 Seibert, Holger; Weyh, Antje; Jost, Oskar; Sujata, Uwe; Wiethölter, Doris; Carstensen, Jeanette Die Lausitz – Eine Region im Wandel 2/2018 Seibert, Holger; Wiethölter, Doris; Lüdeke, Britta Bessere Chancen anderswo? Der Einfluss der regionalen Mobilität auf die berufliche Platzierung nach Arbeitslosigkeit in Berlin und Brandenburg. 1/2018 Seibert, Holger; Carstensen, Jeanette; Wiethölter, Doris Ausbildungsmobilität in Berlin-Brandenburg – Soziodemografische Merkmale im Jahr 2016 3/2017 Carstensen, Jeanette; Seibert, Holger; Wiethölter, Doris Ausbildungsmobilität in Berlin-Brandenburg – Die Entwicklung zwischen 2000 und 2015 2/2017 Bogai, Dieter; Wiethölter, Doris Digitalisierung der Arbeit – Abschätzung der Automatisierungspotenziale von Berufen in Berlin und Brandenburg Eine vollständige Liste aller Veröffentlichungen der Reihe „IAB-Regional Berlin-Brandenburg“ finden Sie unter: https://www.iab.de/de/publikationen/regional/berlin-brandenburg.aspx Eine vollständige Liste aller Veröffentlichungen der Reihe „IAB-Regional“ finden Sie unter: http://www.iab.de/de/publikationen/regional.aspx IAB-Regional Berlin-Brandenburg 1|2019 42 Impressum IAB-Regional  IAB Berlin-Brandenburg 1|2019 Veröffentlichungsdatum 25. Februar 2019 Herausgeber Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit Regensburger Straße 104 90478 Nürnberg Rechte Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung des IAB gestattet Bezugsmöglichkeit http://doku.iab.de/regional/bb/2019/regional_bb_0119.pdf Website www.iab.de ISSN 1861-1567 Rückfragen zum Inhalt Holger Seibert Telefon 030 555599-5914 E-Mail holger.seibert@iab.de Doris Wiethölter Telefon 030 555599-5191 E-Mail doris.wiethoelter@iab.de
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