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Full text: Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept ... Issue 2015/2017

Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept
2015-2017

QUARTIERSMANAGEMENT	 SCHILLERPROMENADE

www.schillerpromenade-quartier.de

Integriertes Handlungskonzept 2015-2017

INHALT Vorbemerkungen______________________________________________	3 0	 Einleitung_______________________________________________	5 I	 Gebietsbeschreibung_________________________________	 6 	 	 1. Übersicht____________________________________	 6 	 	 2. Akteure_____________________________________	 7 	 	 3. Stand der Gebietsentwicklung___________________	 8 II	 Leitbild_________________________________________________	14	 III	 Handlungsbedarfe________________________________________	 16 	 	 1. Bildung, Ausbildung, Jugend______________________	16 	 	 2. Arbeit und Wirtschaft__________________________	19 	 	 3. Nachbarschaft________________________________	 20 	 	 4. Öffentlicher Raum_____________________________	22 	 	 5. Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der Partner__	24 IV	 Fazit___________________________________________________	26

	

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VORBEMERKUNGEN
Das Quartier Schillerpromenade ist eines der ältesten Quartiersmanagement-Gebiete in Berlin. Erfolgreiche Projekte nahmen hier ihren Ursprung. Aber es gab und gibt auch Widerstand gegen das kiezbezogene Vorgehen im Quartiersmanagement-Verfahren. Heute ist die Schillerpromenade eines von insgesamt 34 Quartiersmanagement-Gebieten in Berlin. Das Quartiersmanagement (QM), das zum übergeordneten, Bund-Länder-Programm Soziale Stadt gehört, ist in ganz Berlin erfolgreich. Die engagierte Mitarbeit der BewohnerInnen in Quartiersräten (QR) und Aktionsfondsjurys (AJ), unterstützt durch die QM-Teams, hat entscheidend dazu beigetragen, direkte, individuelle und bürgerInnennahe Lösungsangebote vor Ort zu entwickeln und erfolgreich umsetzen zu können. Was hat das Quartiersmanagement konkret erreicht? Blickt man nach über 15 Jahren QM in der Schillerpromenade auf die Akteurslandschaft, die Infrastruktur, das kulturelle und soziale Netzwerk, so zeigen sich viele positive Ansätze und Errungenschaften. Über 500 Projekte wurden in den letzten 15 Jahren vom QM auf den Weg gebracht und betreut. Trotz zahlreicher Herausforderungen, wie zum Beispiel der anhaltenden Arbeitslosigkeit und Armut, die dazu führen, dass der Sozialraum Schillerkiez/Silbersteinstraße laut dem Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2013 immer noch zu den Stadtgebieten mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf gehört, hat sich vieles zum Positiven gewandelt. Mit Hilfe des QM konnten Jugendeinrichtungen gebaut und erweitert werden, wurden die Spielplätze und die Mittelpromenade der Schillerpromenade saniert, an den Schulen Schulstationen und Elterncafés eingerichtet und richtungweisende Projekte wie die Stadtteilmütter entwickelt. Der Kiez und die Stadt Berlin wird insgesamt für internationale Investoren immer interessanter. Die Miet- und Immobilienpreise haben lange Jahre stagniert und es ist erst seit kurzem eine Steigerung zu verzeichnen. Im internationalen Vergleich ist Berlin immer noch günstig und verspricht daher für Investoren hohe Renditen. Berlin ist aber auch eine arme Stadt mit einem geringen Durchschnittseinkommen. Relativ gesehen ist daher Berlin mittlerweile die zweitteuerste Stadt in Deutschland. Durchschnittlich rund 23% des Haushaltseinkommens müssen hier für die Miete aufgewendet werden. Damit ist lediglich München ein noch teureres Pflaster. Betrachtet man die Schillerpromenade so liegt aufgrund des geringen Haushaltseinkommens bei 70% der Haushalte die Bruttokaltmietbelastung weit über 25% . Der Schillerkiez erfährt Momentan eine hohe Medienaufmerksamkeit und einen starken Zuzug. Neukölln ist hip und der direkt am Tempelhofer Feld gelegene Stadtteil Schillerkiez erst recht. Viele HauseigentümerInnen beginnen nach langen Jahren des Wartens jetzt mit der Sanierung der Häuser im QM-Gebiet. Das Nebeneinander von neu und alt, von zugezogen und alteingesessen eröffnet ganz neue Perspektiven auf den Kiez, verändert jedoch auch die bisherigen Spielregeln. Die neuen KiezbewohnerInnen sind deutlich präsenter im öffentlichen Raum. Damit erscheint der Kiez äußerlich sehr viel schneller verändert, als er es von der BewohnerInnenschaft her tatsächlich ist. Die Probleme von Neu und Alt unterscheiden sich hingegen kaum. Der aktuelle Berliner Mietmarkt macht alten wie neuen EinwohnerInnen zu schaffen, denn noch immer sind auch die neu Zuziehenden mit unterdurchschnittlichen Einkommen ausgestattet. Die Mieten im Schillerkiez ziehen deutlich schneller an als die ohnehin schon stark wachsenden Mieten im Berliner Durchschnitt. So kostet eine 2-Zimmerwohnung im Schillerkiez mit 70 Quadratmetern in der Neuvermietung durchschnittlich 915,00 € warm. Das ist eine Steigerung gegenüber 2009 von 89% . Für die bereits hier Wohnenden sind die Preise bei Neuvermietung zunächst kein Grund zur Besorgnis. Für sie wird das Problem aber ebenfalls akut, da der Mietspiegel durch die teuren Neuvermietungen rasant ansteigt. BewohnerInnen, die von Transferhilfen abhängig sind, aber auch Menschen mit geringen Einkommen bzw. Renten, können sich auf Dauer das Wohnen im Schillerkiez nicht mehr leisten. Zwar führt dies zu einer stärkeren Mischung der EinwohnerInnenschaft im Kiez, verlagert jedoch aufgrund des berlinweiten Wohnungsmangels die Probleme nur in die Stadtrandlagen. Umso wichtiger ist es daher, die innenstadtnahen Quartiere inhärent und langfristig zu stabilisieren. Eine schnelle Veränderung durch die Eigendynamik des Wohnungsmarktes abzuwarten hieße dagegen, die Augen vor den Auswirkungen für die Gesamtstadt zu verschließen. Aufgabe des Quartiersmanagements ist es, dies gegenüber den HauseigentümerInnen und dem Bezirk deutlich zu machen. Der Bezirk Neukölln freut sich verständlicher Weise über die aktuelle Entwicklung zum neuen In-Bezirk. Zu lange und oft auch zu Unrecht galten manche Teile des Bezirks bestenfalls als „verschlafenes Nest“ und schlimmstenfalls

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 als „Ghetto“. Ziel der Arbeit muss daher sein, diese Entwicklung im Rahmen der Möglichkeiten auf der Quartiersebene nachhaltig zu moderieren und zu gestalten und dabei alle QuartiersbewohnerInnen mitzunehmen. Die Schillerpromenade befindet sich mitten in einer Aufwärtsentwicklung und das QM-Team vor Ort ist mit seinen Mitteln ein Unterstützer dieser Veränderungsprozesse. Der Kiez lebt von der Vielfalt seiner BewohnerInnen, Akteure und Einrichtungen. Mit dem IHEK 2015 wollen wir die wesentlichen Handlungsfelder der QMArbeit und den aktuellen Stand der Entwicklung des Kiezes beschreiben und einen Ausblick auf die Aufgaben und strategischen Schwerpunkte der kommenden zwei Jahre geben. In der Aussicht, nach 15 Jahren QM Schillerpromenade die Früchte der Arbeit zu ernten und die aktuellen Veränderungen für den Kiez auch langfristig zu sichern, sieht es das QM als seine Hauptaufgabe an, Ankerpunkte für die Kiezentwicklung zu sichern, die langfristig Aufgaben des QM für den Kiez übernehmen können. Dazu gehört die Etablierung und dauerhafte Finanzierung von unterstützenden und vernetzenden Einrichtungen wie dem Nachbarschaftstreff im Schillerkiez, dem Nachbarschaftscafé Warthe-Mahl und dem Familienzentrum Karlsgartenstraße sowie der stetige Aufbau eines Bildungsverbundes im Kiez. Vor allem die Bildungseinrichtungen brauchen Zeit für Veränderungen und eine dauerhafte Begleitung. Als Ziel steht für das QM-Team: Die Schillerpromenade soll ein Kiez für alle bleiben. Nur so lassen sich eine gute Nachbarschaft und ein buntes Miteinander von Kulturen, Religionen, Alters- und Statusgruppen für den Kiez erhalten

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0 Einleitung
Das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept ist der im Zweijahresrhythmus erscheinende Bericht der Gebietsbeauftragten für das Quartiersmanagementgebiet Schillerpromenade. Es enthält einen Überblick über die Entwicklungen innerhalb der unterschiedlichen Handlungsfelder des Quartiersverfahrens und beschreibt die Ansätze und Umsetzungsschritte in den Querschnittsthemen Netzwerkarbeit und BewohnerInnenbeteiligung. Neben der Zustandsbeschreibung bietet das IHEK eine umfangreiche Bedarfsanalyse und zeigt die Potenziale des Quartiers auf. Mit der Festschreibung eines Leitbildes und der strategischen Ziele ist das IHEK vor allem ein strategisches Instrument für die zukünftige Entwicklung im Quartier. Nachfolgend werden die wesentlichen Änderungen gegenüber dem IHEK 2013-2015 und ihre Fundstellen stichpunktartig dargestellt. Die Reihenfolge der Auflistung folgt der Reihenfolge der Erwähnung im IHEK – auf eine Sortierung nach inhaltlichen Kriterien sowie auf Erläuterungen wurde zugunsten der Übersichtlichkeit verzichtet. o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o Anstieg der EinwohnerInnenzahl um ca. 1.000 (Stand 30.12.2013: 22.700); S. 6 Der Anteil der EinwohnerInnen mit Transfereinkommen sinkt auf 36% (vormals 40%); S. 6, 15 Gründung von Emser Nachbarschaftsverein Neukölln e. V. und Initiative Emserianer; S. 6, 9, 10 Integration der Jugendeinrichtung Warthe60 in die Kinderwelt am Feld (ehem. „Am Tower“); S. 7 Gründung des BewohnerInnenvereins Kiez in Aktion e. V.; S. 7, 8, 10 Verein zur Förderung von Migrantinnen e. V. übernimmt Wochenendangebote im Familienzentrum Schillerkiez; S. 7, 10, 12 Eröffnung des Nachbarschaftstreffs im Schillerkiez; S. 8, 10, 12, 14, 20, 24 Steigerung der Beteiligung an den Neuwahlen zum QR; S. 8 Einrichtung eines wöchentlichen Frauenfrühstücks im QM-Büro; S.8 Durchführung einer aktivierenden BewohnerInnenumfrage durch das QM; S. 8, 11, 13, 24 Durchführung einer vertieften städtebaulichen Untersuchung und Erstellung eines Leitfadens für den Umgang mit der historischen Bausubstanz; S. 9, 20 Zukauf von Wohneinheiten im Quartier durch die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH; S. 8, 10, 20 Eröffnung des Begegnungszentrums der Sehitlik Moschee; S. 10 Ende des Projekts Interkulturelles Beratungszentrum (Quartiersfonds 3); S. 10 Versorgung mit Kita-Plätzen; S. 11, 17 Einrichtung einer Koordinierungsstelle zum Aufbau eines Bildungsverbundes; S. 8, 11, 25 Neuausrichtung des Familienzentrums; S. 12 Gründung einer lokalen Gewerberunde; S. 13, 14, 19 Unterstützung der Schulen durch das Bonus-Programm der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft; S. 16 - 18 Bereitstellung von Notunterkünften für Flüchtlinge im Sozialraum Schillerpromenade; S. 17 Durchführung einer Voruntersuchung zum Erlass einer sozialen Erhaltungssatzung; S. 8, 21

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I Gebietsbeschreibung
Das QM-Gebiet ist durch drei Friedhöfe stark getrennt, so dass ein natürlich gewachsener Gesamtkiez nicht besteht. Vielmehr fassen die formalen Grenzen des QMGebietes zwei eigenständige Kieze zusammen. Unter anderem deshalb ist auch die Entwicklung im Gebiet immer noch ungleichzeitig. Zentrale Plätze sind der Herrfurthplatz mit der Genezarethkirche im nördlichen Gebietsteil und der Wartheplatz im südlichen Teil. Der Kiez ist durch die Öffnung des ehemaligen Flughafengeländes deutlich belebt worden. Der Schillerkiez ist dadurch zum Tor zur Tempelhofer Freiheit geworden, als Hauptzugang der Neuköllner Seite des Parks. An den Hauptzugangswegen haben sich v.a. viele neue Gastronomieangebote angesiedelt. Der südliche Kiez war von dieser Entwicklung weniger betroffen. Jedoch ändert sich dies gerade deutlich. Im südlichen Kiez zahlt sich die konsequente Förderung des Nachbarschaftscafés Warthe-Mahl durch Mittel der Sozialen Stadt erkennbar aus. Hier hat sich eine sehr aktive AnwohnerInneninitiative etabliert. Neben Baumscheibenbegrünungen, Kunstprojekten und Ausstellungen zur Geschichte des Kiezes gibt es zahlreiche Mitmachangebote und gemeinsame Aktionen von BewohnerInnen der Warthestraße in Kooperation mit lokalen Akteuren.

I.1. Übersicht
QM-Gebiet seit: 1999 Lage: Nord-Neukölln Gebietsgrenzen: Flughafenstraße – Hermannstraße – Siegfriedstraße – Oderstraße Gebietsgröße: 100 ha Baualter: ab 1910 bis ca. 1930 Stadtbild: Zwei Stadtquartiere: städtebauliches Ensemble mit dem Grünzug der Schillerpromenade und das südliche Quartier um den Wartheplatz, stadträumlich getrennt durch die Friedhofsflächen St. Thomas und Neue Gemeinde Jerusalem sowie St. Jacobi Bewohnerstruktur Zahl der EW: 22.691 Anteil der EW mit Migrationshintergrund: 50% davon 33% ohne deutsche Staatsbürgerschaft Anteil der EW nach Herkunftsregionen: 44% EU Staaten, 22% Türkei, 11% Arabische Staaten, 9% Asien, 8% ehem. Jugoslawien Anteil der EW mit Transfereinkommen: 36% , Kinder bis 15 Jahre in SGB II Bezug 60-75% (Stand 31.12.2012) EW unter 18 Jahre: 14% davon 20% ohne deutsche Staatsbürgerschaft EW über 55 Jahre: 16%
(Alle Daten: Statistisches Landesamt Berlin, 30.06.2014)

Soziale Infrastruktur / Versorgung Kitas in öffentlicher Trägerschaft: 2 Freie Träger/Eltern-initiativ-Kinderläden: 16 Grundschulen mit Einzugsgebiet QM-Gebiet: Karl-Weise-Schule – Karlsgartenschule – Regenbogenschule – Peter-PetersenSchule – Hermann-Sander-Schule Weiterführende Schulen im Sozialraum: Carl-Zuckmayer-Oberschule – Evangelische Schule Neukölln (gymnasialer Zweig) Berufsbildende Schule: Carl-Legien-Schule Einkaufen und Dienstleister: vorwiegend in der Hermannstraße und angrenzende Straßen ÖPNV: U Bahnlinie U8 Mit den Bahnhöfen Boddinstraße, Leinestraße und Hermannstraße S-Bahnanbindung S41/S42/S45/S46 Hermannstraße Buslinien 104, 167

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I.2. Die Akteure
Der Schillerkiez verfügt über ein weit verzweigtes Netzwerk von Akteuren. Dieses Netzwerk ist je nach Thematik unterschiedlich stark und engmaschig. Die Beteiligung an der Kiezentwicklung ist dabei jederzeit gegeben. Vor allem die Träger der Kinder- und Jugendarbeit und die Schulen bilden eine verlässliche Grundlage. Aber auch die beiden großen Religionsgemeinschaften vor Ort, die Sehitlik Gemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde Genezareth sind starke und zuverlässige Träger der integrativen Kiezentwicklung. Aufgrund der Größe des Gebietes ist das Netzwerk räumlich unterschiedlich dicht. Während im Nordteil mehr Akteure und Einrichtungen vorhanden sind, ist die Zusammenarbeit hier etwas lockerer und situationsabhängiger. Das südliche Gebiet mit Wartheplatz und Emser Straße hat mit wenigen Akteuren eine sehr enge Zusammenarbeit erreicht. Mit dem Emser Nachbarschaftsverein Neukölln e. V. und der Initiative der Emserianer haben sich darüber hinaus 2015 neue Akteure im Süden des Kiezes etabliert. Bildungseinrichtungen Zentrale Bildungsakteure im QM-Gebiet sind die Karl-Weise-Schule (Grundschule) und die Carl-Legien-Schule (Berufsschule/Berufsfachschule). Daneben haben die Karlsgarten- und die Hermann-Sander-Schule (beide Grundschule) ihren Einzugsbereich im QM-Gebiet und stellen gemeinsam mit den zuvor genannten Schulen die wesentlichen Bildungsakteure des Sozialraumes dar. Karl-Weise-, Karlsgarten- und Carl-Legien-Schule sind darüber hinaus als Partner der Quartiersentwicklung im QR vertreten. Jugendeinrichtungen Mit der Kinderwelt am Feld (ehem. „Am Tower“) und dem Yo!22 befinden sich zwei von insgesamt drei Kinder- und Jugendeinrichtungen im südlichen Teil des Quartiers, während im nördlichen Teil das Mädchencafé Schilleria diesen Bereich abdeckt. Die bislang vierte im Quartier vertretene Jugendeinrichtung, die Warthe 60, wurde in den Standort Oderstraße integriert und bereichert dort das bisherige Kinder- und Elternzentrum um den Bereich der Jugendarbeit. Vereine Der Wohltätigkeitsverein Al-Huleh e. V. ist unter den lokalen Vereinen ein wichtiger Ansprechpartner für das Quartiersmanagement. Er ist als Partner der Quartiersentwicklung im QR vertreten. Der seit 1999 im QM-Gebiet ansässige Polnische Schulverein „Oświata“ in Berlin e. V. ist auf das QM zugekommen, um sich stärker im Kiez zu engagieren und wird künftig das Familienzentrum Schillerkiez mit Angeboten bereichern. Daneben hat sich mit dem Kiez in Aktion e. V. in 2013 ein BürgerInnenverein gegründet. Er besteht aus langjährigen Mitgliedern des QR und anderen engagierten KiezbewohnerInnen, die bereits in der Vergangenheit Projekte im Rahmen des Programms Soziale Stadt durchgeführt und begleitet haben. Mit dem Verein zur Förderung von Migrantinnen e. V. hat sich 2014 ein sehr aktiver Verein im Kiez angesiedelt, der mit viel ehrenamtlichem Engagement Wochenendangebote im Familienzentrum Schillerkiez organisiert. Kunst und Kultur Zentraler Kulturakteur im Schillerkiez ist der Verein Schillerpalais e. V., dessen Räume von vielen KünstlerInnen für Ausstellungen und Workshops genutzt werden. Darüber hinaus haben insgesamt die künstlerischen Initiativen stark zugenommen. Ideen und Projekte für den Kiez werden beispielsweise rund um den Aktionsraum und die Galerie Cell63 mit großem Engagement entwickelt. Religion Die Sehitlik Gemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde Genezareth engagieren sich als Partner der Quartiersentwicklung im QR und arbeiten als Gründungsmitglieder des interreligiösen Vereins Treffpunkt Religion und Gesellschaft e. V. an gemeinsamen Veranstaltungen und Projekten im Kiez und auf dem Tempelhofer Feld.

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 Die gemeinsame intensive Arbeit der beiden Religionsgemeinschaften in den Schillerkiez hinein ist Beispielgebend für eine gute Zusammenarbeit unterschiedlicher Kulturen im Schillerkiez. Netzwerkarbeit Die Projektagentur gGmbH leistet mit dem Nachbarschaftscafé Warthe-Mahl einen wichtigen Beitrag zur Aktivierung und Vernetzung der BewohnerInnen im südlichen Teil des Quartiers. Das Nachbarschaftsheim Neukölln hat mit der Übernahme der Trägerschaft des Nachbarschaftstreffs im Schillerkiez und der Koordinierungsstelle zum Aufbau eines Bildungsverbunds im Schillerkiez sein Engagement auf den Schillerkiez ausgedehnt. Auch der Träger des Familienzentrums Schillerkiez, Vielfalt e. V., arbeitet an der dauerhaften Etablierung der Einrichtung sowie an der Vernetzung der Akteure im Kiez. Wohnungswirtschaft Als einziger großer Akteur der Wohnungswirtschaft ist die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH der zentrale Ansprechpartner im Quartier und als solcher ebenfalls im QR vertreten.

I.3. Der Stand der Gebietsentwicklung
Aktivierung Laut der aktivierenden BewohnerInnenumfrage von 2015 sind ca. 25% der BewohnerInnen des Schillerkiezes ehrenamtlich aktiv. Öffentliche Aktivitäten wie Kiezfeste, die Woche des Besuchs, die Lange Tafel auf der Schillerpromenade oder die klassischen Angebote zu Weihnachten erfreuen sich großer Beliebtheit. Eine kritische Begleitung der Programmumsetzung durch die AnwohnerInnen findet ebenfalls statt. Sowohl im QR als auch anlässlich von Stadtteilkonferenzen und anderen Diskussionsveranstaltungen nutzen AnwohnerInnen regelmäßig die Gelegenheit, Anmerkungen zu machen und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Bei eher förmlichen Anlässen wie z.B. den Wahlen zum QR muss hingegen noch deutlich stärker um Beteiligung geworben werden. Um das Gremium QR und die mit ihm verknüpfte Möglichkeit der Beteiligung an der Kiezentwicklung bekannter zu machen, wurde der „Wahlkampf“ deutlich ausgedehnt. Über eine Woche bestand die Möglichkeit im Vor-Ort-Büro zu wählen. Zusätzlich stand das QM-Team am Wochenende auf dem Schillermarkt am Herrfurthplatz und im Warthe-Mahl mit der Wahlurne bereit und auch die KandidatInnen haben sich aktiv beteiligt und um Stimmen geworben. So konnte die Zahl der abgegebenen Stimmen gegenüber der vorangegangenen Wahl noch einmal um 25% erhöht werden. Immer wieder entstehen Initiativen im Schillerkiez, sei es um Kunstprojekte ins Leben zu rufen, ein spezielles Event bekannt zu machen oder um Nachbarschaftsaktionen zu initiieren. In etwa 30 Aktionsfonds-Projekten pro Jahr wird ehrenamtliches Engagement für die Nachbarschaft durch das QM mit Sachmitteln unterstützt. Mit dem Verein Kiez in Aktion e. V. hat sich 2013 ein neuer Akteur gegründet, der vor allem alteingesessene BewohnerInnen organisiert und diese für eine Beteiligung an Planung und Gestaltung der Quartiersentwicklung gewinnen will. Der Verein verdankt seine Gründung dem seit langem existierenden Wunsch nach einem BürgerInnenzentrum. Im Zuge der Diskussionen über den Erlass einer sozialen Erhaltungssatzung für die Schillerpromenade und über die die Aktivitäten auf dem Immobilienmarkt rund um die Emser Straße hat sich der Emser Nachbarschaftsverein Neukölln e. V. als Hausverein der BewohnerInnen der Emser Straße 42 gegründet und parallel dazu eine Initiative zur Vernetzung der EinwohnerInnen der gesamten Straße. Mit verschiedenen Aktivitäten sollen hier MieterInnen animiert werden, sich für Ihren Kiez einzusetzen und sollen nachbarschaftliche Kontakte verbessert werden. Das QM-Team hilft dabei mit Unterstützung bei Anträgen und der AnwohnerInnenaktivierung. Gerade im Hinblick auf die Schaffung und Sicherung nachhaltiger Beteiligungsstrukturen ist die Stärkung solcher Kiez-Vereine ein wesentlicher Aspekt der Aktivierungs- und Vernetzungsarbeit im Quartier. Im Rahmen des Konzeptes zur Beteiligung bisher nicht erreichter Zielgruppen hat das QM-Team zusammen mit Anwohnerinnen außerdem ein regelmäßiges Frauen-

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 frühstück im QM-Büro eingerichtet das nun selbstorganisiert wöchentlich stattfindet. Hier wird über Projekte diskutiert, werden Einrichtungen im Kiez besucht und natürlich auch die neuesten Entwicklungen im Kiez besprochen. Mit der aktivierenden Umfrage hat das QM-Team die Grundlage für das neue Handlungskonzept auf eine breite Basis gestellt und AnwohnerInnen zu ihren Eindrücken bezüglich der Kiezentwicklung befragt. 250 Fragebögen wurden beantwortet. Dabei wurden Ideen für Projekte entwickelt und Einschätzungen zu den Einrichtungen im Kiez abgegeben. Außerdem haben sich 60 Personen für den regelmäßigen Erhalt von Informationen aus dem QM eingetragen und 15 Personen gaben an, in den Quartiersgremien mitarbeiten und/oder sich anderweitig an der Planung und Gestaltung der Quartiersentwicklung beteiligen zu wollen. Auch wenn die Umfrage nur eine Momentaufnahme darstellt und nicht repräsentativ ist, sind doch einige Entwicklungen, Probleme und Wünsche umfassend deutlich geworden: Mietentwicklung Die größte Sorge der AnwohnerInnen sind die aktuellen Entwicklungen auf dem Mietwohnungsmarkt. Mehr als 140 von 250 Befragten gaben dies als wichtiges Problem an. Dabei ist es unerheblich, ob es um die Neuvermietung oder um Steigerungen in den Bestandsmieten geht. Durch die aktuellen Sanierungsmaßnahmen im Schillerkiez sowie Umwandlungen von Mietwohnungen in Eigentum haben viele Bewohner direkt erfahren, was Veränderungen für sie bedeuten können. Erfreulich ist an dieser Entwicklung, dass sie zu verstärktem nachbarschaftlichen Austausch führt. Mit der Stadtteilgruppe 44, dem Emser Nachbarschaftsverein Neukölln e. V., den Emserianern und verschiedenen kleineren Initiativen findet eine starke Auseinandersetzung mit den Veränderungen im Kiez statt. Müllproblematik Der Schillerkiez ist an zahlreichen Stellen mit wilden Müllplätzen verschmutzt. Das Zusammenspiel von Vermüllung und Fehlnutzung der öffentlichen Räume belastet das Quartier nach wie vor stark. Und das wird auch von den BewohnerInnen wahrgenommen. Die mangelnde Sauberkeit des Kiezes ist neben der Mietpreisentwicklung das am häufigsten genannte Ärgernis. Die offiziellen Angaben des Ordnungsamtes stützen die Sicht der BewohnerInnen. Allein im Januar 2015 ist so viel Sperrmüll abgeholt worden, wie im ganzen ersten Quartal 2014. Mit Mitteln des Projektfonds wurde daher bereits ein Sensibilisierungsprojekt gestartet. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es weiterer, kontinuierlicher Bemühungen bedarf, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken. Das Thema an sich bleibt im Kiez auf absehbare Zeit virulent - zum Ärgernis aller AnwohnerInnen. Tempelhofer Feld Nach der langen Periode der Unsicherheit bezüglich der Nutzung des Tempelhofer Feldes ist nun etwas Ruhe in den Kiez eingekehrt, zumindest was das Feld betrifft. Mit dem Ergebnis des Volksentscheids hat der Kiez Sicherheit gewonnen. Auch wenn manche nun doch feststellen, dass eine Bebauung vielleicht etwas Druck vom Mietmarkt des Kiezes genommen hätte. Das Feld ist mit erheblichem Abstand DER Lieblingsort der KiezbewohnerInnen, mehr als die Hälfte nennt es in der Umfrage, als zweites folgt weit abgeschlagen der Herrfurthplatz mit dem samstäglichen Schillermarkt. Der Kiez liebt sein Feld und nutzt es auch. Dementsprechend wichtig ist es für die Entwicklung des Schillerkiezes und bietet daher ein hohes Potential für die Beteiligung und die Aktivierung von AnwohnerInnen. Darüber hinaus ist das Feld DER Anziehungspunkt für TouristInnen und dient so als Kontaktvermittler zum Rest der Stadt. Seiner zentralen Rolle für das Quartier entsprechend ist das Feld Ausgangspunkt für das Leitbild des Kiezes. Verantwortung für den Kiez Seit 2010 ist im Schillerkiez eine kontinuierliche Steigerung der privaten Aktivitäten auf dem Gebiet der Gebäudesanierung wahrzunehmen. Neben der Fassadensanierung werden vor allem Wohnungen vor Neubezug vollständig saniert und auf den aktuellen Ausstattungsstandard gebracht. Darüber hinaus ist eine erhebliche Veränderung in der Nutzung und Sanierung von Gewerbeflächen festzustellen. Der Bezirk hat darauf mit der Erstellung eines Leitfadens für den Umgang mit der historischen Bausubstanz im seit 1996 bestehenden Erhaltungsgebiet Schillerpromenade reagiert.

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 Die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH hat mit den erst kürzlich erfolgten Erwerbungen in der Warthestraße ihren Bestand im Schillerkiez beinahe verdoppelt und damit ihre Rolle als starker Partner der Quartiersentwicklung bestätigt und verfestigt. Die Evangelische Kirchengemeinde Genezareth bietet im Interkulturellen Zentrum am Herrfurthplatz ein umfangreiches Angebot zum Mitmachen für alle Kulturen und Religionen an und stellt die Räumlichkeiten jederzeit gerne für Kiezaktivitäten zur Verfügung. Auch die Sehitlik Gemeinde übernimmt verstärkt Verantwortung für den Kiez. Im 2015 neu eröffneten Begegnungszentrum werden regelmäßig Veranstaltungen zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen angeboten. Der Schillerkiez erfreut sich einer Vielzahl an Vereinen und Initiativen, die mit ihrem ehrenamtlichen Engagement das Leben im Kiez bereichern. Hervorzuheben sind dabei der Kiez in Aktion e. V., Al-Huleh e. V. und der Verein zur Förderung von Migrantinnen e. V., die sich aktiv als Kooperationspartner oder Träger in Projekte einbringen bzw. sich im QR engagieren und so die Entwicklung des Kiezes mit gestalten. Gerade Al-Huleh e. V. hat sich in den vergangenen Jahren als Akteur im Quartiersrat und als Kooperationspartner des Trägers TDZ e. V. im Projekt Interkulturelles Beratungszentrum mit großem Engagement für das Quartier eingesetzt. Leider ist es nicht gelungen, das Beratungsangebot des Interkulturellen Beratungszentrums für das Quartier zu erhalten. Die Projektförderung über den Quartiersfonds 3 lief zum Jahresende 2014 aus und es konnte weder ein Nachfolgeprojekt initiiert werden, noch ließ sich eine alternative Finanzierung für das Angebot erschließen. Dem steigenden Bedarf an Sozialberatung im Quartier steht so ein erheblich reduziertes Angebot gegenüber. Neben den im Kiez ansässigen Vereinen gibt es mit der Initiative Kiezschule für Alle, den Emserianern sowie den Nachbarschaftstreffen im Warthe-Mahl eine breite Basis bürger- und nachbarschaftlichen Engagements für den Schillerkiez. Hieraus entstehen vielfältige Angebote wie z.B. die Arbeitsgemeinschaften im Warthe-Mahl zur Begrünung von Baumscheiben oder die Wohnumfeldverschönerungen durch das Projekt Strick-Art aber auch zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit für die Kiezschulen und Informationsveranstaltungen für MieterInnen. Auch in den Beteiligungsgremien des QM-Verfahrens findet engagierte, ehrenamtliche Arbeit statt. Von der im Mai 2014 neu besetzten Aktionsfondsjury wird vor allem der Charakter des Aktionsfonds als Nachbarschaftsfonds unterstrichen. Die Jury besteht derzeit aus neun BewohnerInnen und nimmt ihre Arbeit bei der Prüfung der Anträge außerordentlich ernst. Seit ihrer Neubesetzung hatte die Aktionsfondsjury auf ihren monatlichen Sitzungen bereits über 40 Anträge zu entscheiden. Der QR „kämpft“ mit seiner Rolle im Quartier. Zwar bringen sich viele QR Mitglieder in der berlinweiten Vernetzungsgruppe ein und nehmen Anteil an politischen Entscheidungen den Schillerkiez betreffend, jedoch ist die Beteiligung an den Sitzungen selbst konstant gering. Die Mitglieder des QR treffen sich neben den Sitzungen und den Terminen des SprecherInnenrates mit dem QM-Team zusätzlich selbstorganisiert zu einem Stammtisch, der der Vorbereitung der jeweiligen Sitzungen dient. Die Mehrheit im QR stellt mit insgesamt 15 Sitzen die Gruppe der AnwohnerInnenvertreterInnen. 10 Sitze entfallen auf Partner der Quartiersentwicklung genannte Akteure aus dem Kiez. Die Beteiligung der Akteure im QR ist in der Vergangenheit durchaus wechselhaft gewesen. Der QR hat sich dazu entschlossen, grundsätzlich öffentlich zu tagen und zu den meisten Sitzungen kommen mittlerweile Gäste. Vernetzung Netzwerkarbeit findet im Quartier Schillerpromenade aus unterschiedlichsten Anlässen statt; vieles geschieht mit Unterstützung oder auf Initiative des QM. Es gibt allerdings ebenfalls Netzwerke, die sich ohne Anschub durch das QM gründen und etablieren. 2012 hat sich die Initiative Kiezschule für Alle gegründet. Junge Eltern aus dem Kiez haben diese Initiative ins Leben gerufen um die Schulen im Kiez attraktiver zu machen und dafür zu sorgen, dass Familien mit Kindern im Einschulungsalter den Kiez nicht mehr verlassen. Mit dem Emser Nachbarschaftsverein Neukölln e. V. hat sich 2013 ein neuer Akteur im südlichen Kiez gegründet. Von seinem Sitz und Ursprungsort in der Emser Straße 42 aus arbeitet der Verein aktiv an der Vernetzung der BewohnerInnen der Emser Straße. Die Netzwerkarbeit gehört im Quartier Schillerpromenade seit jeher zu den besonders relevanten Querschnittsthemen. Daher finden sich Beschreibungen der weiteren Aktivitäten auf diesem Gebiet an unterschiedlichen Stellen dieses Handlungskonzeptes. Hervorzuheben sind hierbei insbesondere zwei konkrete Netzwerkpro-

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 jekte: die Woche des Besuchs (HF: Nachbarschaft u. Beteiligung, Vernetzung und Einbindung d. Partner) und die Koordinierungsstelle zum Aufbau eines Bildungsverbundes im Schillerkiez (HF: Bildung, Ausbildung, Jugend). Bildungssituation Die meisten Schulen wurden in der Vergangenheit im Rahmen verschiedenster Projekte mit Mitteln des Programms Soziale Stadt gefördert. Über die Initiative des QM wurden in der Vergangenheit umfangreiche Umbaumaßnahmen auf den Schulhöfen und an den Gebäuden vorgenommen. Die angeschlossenen Schulstationen/Hausaufgabenhilfen sind aus QM-Projekten entstanden und in die Regelförderung übernommen worden. Bei den Übergangs- und Einschulungszahlen der Grundschulen lassen sich erste Anzeichen für eine Veränderung der sozialen Zusammensetzung im Kiez erkennen. An der Karlsgartenschule ist diese Entwicklung am deutlichsten. Mit Beginn des Schuljahres 2015/2016 machte der Anteil der Kinder nicht deutscher Herkunftssprache an den Anmeldungen 67% aus. Gegenüber den bisherigen Zahlen ist der Anteil deutlich zurückgegangen. Das lässt darauf schließen, dass es gelungen ist, Familien ohne Migrationshintergrund ihre Vorurteile und Ängste gegenüber den Kiezschulen zumindest teilweise zu nehmen, so dass sie ihre Kinder mit Erreichen des Einschulungsalters nicht mehr ummelden oder den Schillerkiez gleich ganz verlassen. Dafür spricht auch die Zahl der Anmeldungen, die inzwischen deutlich die Kapazitäten übertrifft. Die Karlsgartenschule hat darüber hinaus mit einem Anteil von 40% Gymnasialempfehlungen fast den Berliner Durchschnitt von 45% erreicht. Die Situation an der Hermann-Sander-Grundschule stellt sich noch anders dar. Zwar hat die Umstellung auf einen gebundenen Ganztagsbetrieb ohne jahrgangsübergreifendes Lernen zu einer fast ebenso positiven Entwicklung bei den Übergangszahlen geführt, etwa 1/3 der SchülerInnen wechselt auf das Gymnasium. Von allen eingeschulten Kindern haben allerdings nach wie vor nur 8% keinen Migrationshintergrund. Die weiteren im Gebiet mit Einzugsbereichen vertretenen Grundschulen, Regenbogen Grundschule und Peter-Petersen-Grundschule (deren im QM liegendes Einzugsgebiet um den Warthekiez wird ab dem Schuljahr 2015/2016 der Hermann-Sander-Grundschule zugeteilt), spielen nach SchülerInnenzahlen nur eine sehr geringe Rolle. Sie liegen mit ihren Standorten jenseits der Hermannstraße auch relativ weit außerhalb der sozialräumlichen Umgebung. Im Gebiet Schillerpromenade befinden sich 18 Kitas, zwei davon in Trägerschaft der Eigenbetriebe von Berlin. Die Bezirksregion Schillerpromenade ist prognostisch mit Kitaplätzen für unter Sechsjährige unterversorgt. Das Verhältnis der zur Verfügung stehenden Plätze zur Zahl der Kinder unter 6 Jahren liegt aktuell bei 85,3%. Die Betreuungsquote für diese Gruppe liegt bei 61,4%. Die Auslastung der Einrichtungen liegt mit 97% auf einem hohen Niveau bei noch immer steigender Tendenz. 2013 lag die Auslastung noch bei 94%. Dementsprechend weist der Bedarfsatlas 2015 der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft der Bezirksregion Schillerpromenade die Kategorie 3 – derzeit noch Platzreserven, prognostisch steigender Bedarf – zu. Mit dem Projekt Koordinierungsstelle zum Aufbau eines Bildungsverbunds im Schillerkiez ist für die nächsten drei Jahre eine Stelle geschaffen worden, die die Entwicklung der Bildungseinrichtungen und Ihre Zusammenarbeit betreuen und begleiten wird. Dass dies dringend notwendig ist, hat auch die aktivierende BewohnerInnenumfrage des QM gezeigt. Die Bildungs- und Jugendeinrichtungen sind im Kiez zwar meist gut bekannt, die Einschätzungen zur Qualität zeigen jedoch deutlich, dass noch viel in diesem Bereich zu tun ist. Vor allem die Grundschulen werden im Durchschnitt nur mit einer 3- (Schulnotensystem) bewertet, die Jugendeinrichtungen liegen mit einer 3+ etwas besser, einzig die Kitas können eine Tendenz zum “gut“ aufweisen. Das QM-Gebiet verfügt über drei Jugendeinrichtungen. Die Kinderwelt am Feld (ehem. „Am Tower“) wurde 2002 mit Soziale Stadt Mitteln baulich erweitert und bietet hauptsächlich Kindern von 5 - 15 Jahren Gelegenheit zum spielerischen Lernen. Die an der Oderstraße gelegene Einrichtung befindet sich in Trägerschaft des Jugendamts Neukölln. Ebenfalls an der Oderstraße befindet sich das Jugendzentrum Yo!22, das 2005 vollständig aus Soziale Stadt Mitteln errichtet wurde. Vorher existierte im Quartier kein offenes Angebot für Jugendliche zwischen 14 und 22 Jahren. Das Yo!22 wird von Outreach e. V. betrieben und ist aktiv in der Kiez AG. Die Schilleria liegt zentral im nördlichen Teil des Quartiers an der Kreuzung von Weise- und Herrfurthstraße. Der Versorgungsgrad mit Jugendfreizeiteinrichtungen liegt in der Schillerpromenade bei 7,4% - gegenüber dem gesamtstädtischen soll-Versorgungsgrad von 11,4% besteht hier also Nachholbedarf.

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 Lebendiger Kiez Nach langer Vorbereitung durch das QM und den Quartiersrat konnte 2014 endlich ein Nachbarschaftstreff im nördlichen Schillerkiez eröffnet werden. Der Nachbarschaftstreff im Schillerkiez in der Mahlower Straße 27 wurde neben dem Warthe-Mahl am Wartheplatz im Südteil des Quartiers und dem Familienzentrum Schillerkiez in der Karlgartenstraße zu einem der Ankerpunkte für die weitere Entwicklung des Quartiers. Als äußerst erfolgreich hat sich die Einbeziehung des Warthe-Mahls in die Arbeit des Projekts Koordinierungsstelle Bürger- und Familienzentrum im Schillerkiez mit angeschlossenem Nachbarschaftstreff am Standort Warthe-Mahl erwiesen. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Träger Projektagentur trägt nun Früchte und es konnte eine größere Gruppe aktiver AnwohnerInnen für regelmäßige gemeinsame Aktionen gewonnen werden. Mittlerweile existieren am Standort Warthe-Mahl eine AG zur Erstellung/Betreuung einer Fotoausstellung zur Geschichte des Wartheplatzes, eine Strick-Art AG. Es gibt regelmäßige Koch- und Back-Kurse mit Kita- und Grundschulkindern sowie diverse, zum Teil ehrenamtlich angebotene, Kurse. Es finden außerdem BewohnerInnentreffen statt, die vom Warthe-Mahl und den BewohnerInnen selbst organisiert werden. Ein jährlich stattfindender Trödelmarkt am Wartheplatz konnte ebenso etabliert werden wie gemeinsame Putzaktionen mit der BSR. Auch die Einbindung des QF3 Projekts kostenfreie mietrechtliche Beratung (Erstberatung) im Quartier hat sich bewährt. Das Angebot wird regelmäßig von Ratsuchenden in Anspruch genommen. Das Warthe-Mahl hat sich zu einem Zentrum für Nachbarschaftsaktivitäten und zu einer gerne genutzten Anlaufstelle für den Informations- und Ideenaustausch entwickelt und kommt damit im Ansatz einem BürgerInnenzentrum bereits recht nahe. 2013 als Projekt zur Bündelung von Angeboten zur Unterstützung der Familien am Standort Karlsgartenstraße, der Familien der sogenannten Willkommensklassen der Carl-Zuckmeyer-Schule sowie von SchülerInnen mit Schuldistanz gestartet, hat sich die Zielsetzung des Familienzentrums Schillerkiez inzwischen geändert. Der Fokus liegt im Nachfolgeprojekt auf der Koordinierung der Angebote und Aktivitäten, die die Kitas und Schulen sowie Eltern am Standort anbieten und auf der Akquise weiterer Angebote und zusätzlicher/alternativer Förderung. Durch die Kooperation mit dem Verein zur Förderung von Migrantinnen e. V. können am Standort auch Aktivitäten am Wochenende stattfinden. Für die langfristige erweiterte Raumnutzung durch die unterschiedlichen Akteure und Einrichtungen am Standort wird gerade vom Träger ein Konzept erarbietet, das verbindliche Vereinbarungen mit den Umliegenden Bildungseinrichtungen zur Grundlage hat. Das Schillerpalais dient vielen KünstlerInnen als Ausstellungsraum und der Trägerverein initiiert das jährlich stattfindende Festival Nacht&Nebel Neukölln. Außerdem ist das Schillerpalais maßgeblich an den Aktivitäten zu 48Stunden Neukölln im QM-Gebiet beteiligt und übernimmt Koordinierungsfunktionen. Neben diesem zentralen Ansprechpartner für Kunst und Kultur im Kiez haben sich seit 2010 zahlreiche kleine Galerien in den Nebenstraßen der Schillerpromenade angesiedelt, die den Kiez immer mehr zu einem Kulturstandort entwickeln. Eine Rolle, die der Kiez für Berlin bereits seit dem 19. Jahrhundert mit vielen Festsälen, Kinos und Musiktheatern innehatte und die erst in den 60er Jahren mit der Schließung der letzten großen Kinos vorläufig beendet wurde. Auch das lokale Gewerbe hat inzwischen die Kultur für sich entdeckt und es finden z.B. Kunstausstellungen in Eiscafés oder Lesungen in Weinhandlungen statt. Durch Eckkneipen, die z. T. mit liebevollen Konzepten wiederbelebt werden, wird der Schillerkiez auch abends zu einem gefragten Kiez für Kunst- und Kulturveranstaltungen. Auch die Evangelische Kirchengemeinde Genezareth beteiligt sich mit Konzertveranstaltungen regelmäßig am kulturellen Leben im Kiez. Seit 2014 ist der Schillerkiez um eine weitere kulturelle Attraktion reicher. Gemeinsam mit einem Netzwerk aus ehrenamtlichen Helfern hat das Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur (INBAK) dafür gesorgt, dass eine sogenannte BücherboXX installiert wurde. Eine ausrangierte Telefonzelle wurde von Auszubildenden der BSR sowie SchülerInnen der Marcel-Breuer-Schule und des OSZ TIEM so umgestaltet, dass eine öffentliche Büchersammlung in ihr untergebracht werden konnte, die bei Bedarf von den ehrenamtlichen „Kümmerern“ neu bestückt wird. Ergänzt wird die Sammlung durch um die BücherboXX herum angebrachte Sitzgelegenheiten, so dass die Bücher auch gleich vor Ort gelesen werden können. Die BücherboXX hatte ihren Standort zunächst auf dem Tempelhofer Feld und ist im Herbst 2014 auf den Herrfurthplatz umgezogen.

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 Auf einer ersten lokalen Gewerberunde im März 2015 konnte eine dauerhafte Zusammenarbeit von Gewerbetreibenden im Kiez angestoßen werden. Regelmäßig wollen sich die Gewerbetreibenden treffen und über gemeinsame Probleme und Aktionen sprechen. Die Mietproblematik und die schnellen Veränderungen im Kiez sind auch hier ein großes Thema. Vor allem will man gemeinsam mit den BewohnerInnen im Kiez agieren und sich über die Finanzierung des Schillerkiezkalenders und Hoffeste für die Nachbarschaft engagieren. Im Warthekiez hat sich 2012 die Jordanische Gemeinde angesiedelt und auch der irakische Kulturverein Al-Rafedain e. V. bringt sich seit 2014 mit regelmäßigen Angeboten im Nachbarschaftstreff im Schillerkiez in das Kiezleben ein. Rund um den Warthekiez hat sich in den letzten Jahren eine wachsende bulgarische Gemeinschaft gebildet. In der Kapelle des ehemaligen Friedhofsgeländes der evangelischen Jerusalemgemeinde finden regelmäßige Messen der Gemeinde der bulgarisch-orthodoxen Kirche statt. Wohnumfeld Das Quartier Schillerpromenade ist insgesamt stark verdichtet. Die wenigen vorhandenen Freiflächen wurden größtenteils bereits in der Vergangenheit durch Soziale Stadt Mittel aufgewertet. Mit der Öffnung des ehemaligen Flugfeldes hat sich für die BewohnerInnen des Quartiers eine völlig neue Naherholungsmöglichkeit ergeben, die von vielen gerne angenommen und genutzt wird. Gerade für die jüngeren Kinder ist die Tempelhofer Freiheit allerdings nur eingeschränkt als öffentliche Spielfläche tauglich, da hier keine Spielgeräte existieren und es auch kaum beschattete Abschnitte gibt. Gerade im Sommer können kleine Kinder daher oft nur für relativ kurze Zeit auf den Freiflächen der Tempelhofer Freiheit spielen. Der seit der Öffnung der Tempelhofer Freiheit gestiegene BesucherInnenverkehr hat dazu beigetragen, dass sich insbesondere im nördlichen Teil des Quartiers neue Gastronomieangebote angesiedelt haben. Insgesamt geht der Leerstand im Bereich der Gewerbeflächen deutlich zurück. Im Rahmen der Erhebungen für die vertiefte städtebauliche Untersuchung hat das QM die über 150 im Quartier aktiven Hausverwaltungen erhoben. Mit den Daten der Untersuchung ist es möglich, die EigentümerInnen/Verwaltungen direkt anzusprechen, um Sie auf die aktuellen Entwicklungen im Kiez aufmerksam zu machen und auf die besondere Verantwortung gegenüber ihren MieterInnen hinzuweisen. Hier bedarf es in den kommenden Jahren einer verstärkten Aktivität des QM-Teams. Die BewohnerInnenumfrage hat gezeigt, dass sich das Sicherheitsgefühl im Kiez deutlich gebessert hat . Im Vergleich zur Topos Studie von 2011 tauchte das Problem der Unsicherheit in deutlich geringerem Maße auf. Während 2011 noch 15 % bei der Frage nach Störendem im Kiez angaben, dass mangelnde Sicherheit ein Problem sei, fühlen sich heute nur noch 9% im Schillerkiez ziemlich unsicher oder sehr unsicher. Einzig die unzureichende Beleuchtung an einigen Orten wird als problematisch empfunden. Die positive Entwicklung ist sicher auch mit der Belebung durch die Öffnung des Tempelhofer Feldes und die vielen neuen Läden und Geschäfte zu erklären.

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II Leitbild Der	Schillerkiez:	Das	Tor	zur	Freiheit	-	lebenswert	für	alle!	
Auf den Workshops zur Erstellung des IHEK war eine erneute Diskussion um das Leitbild für die AnwohnerInnen nicht von Bedeutung. Vielmehr wurde das bisherige Leitbild als weiterhin sinnvoll und aktuell benannt. Die konkreten Themen, von Mieterhöhungen über Müll auf der Straße bis zu toleranterem Zusammenleben im sich verändernden Kiez, waren weit wichtiger als die Formulierung eines abstrakten Ziels. In den Aussagen dazu ging es vor allem darum, den Schillerkiez für alle zu entwickeln und zu gestalten, so dass jede/r ihren/seinen Platz in der Vielfalt hat. Mit Vielfalt und dem Tempelhofer Feld identifizieren auch die meisten BewohnerInnen den Schillerkiez. Trotz und gerade wegen aller zwischenzeitlichen Veränderungen bezüglich der Nutzung des Tempelhofer Feldes und den Entwicklungen im Gebiet bleibt das im letzten IHEK erarbeitete Leitbild aktuell und unverändert. Der Begriff „Freiheit“ im Leitbild bedeutet für das QM-Team: Die Freiheit, neues und anderes auszuprobieren - neu in den Kiez zu kommen oder so weiter zu leben wie man es bisher getan hat. Die Gewissheit, dass alle sich einbringen und beteiligen können, dass alle mitgenommen werden auf dem Weg in einen besseren, lebenswerteren Kiez! Somit ist das Leitbild nicht lediglich eine schillernde Beschreibung der Rolle, die das Quartier einnimmt, sondern gleichsam eine Handlungsmaxime für das QM-Team. Der Bezug zum Flughafengelände ist dabei besonders wichtig. Die bei der Entwicklung des Leitbildes aktuelle und mittlerweile revozierte Benennung des Parks als „Tempelhofer Freiheit“ und der Schillerkiez als DER Zugang zum Park auf der Neuköllner Seite prägen hier die Formulierung. Der Schillerkiez eröffnet den Zugang zu neuen Möglichkeiten und Angeboten und er tut dies vielfältig und ohne Ansehen von Herkunft, Status oder Alter. Der Schillerkiez wird zum Tor zur Freiheit, zum Tempelhofer Feld als weitläufiger öffentlicher Parklandschaft. Der Kiez selbst wird zum Teil dieser Entwicklung, indem er sich den neuen Möglichkeiten der Nutzung und den damit zusammenhängenden Interessen am Kiez öffnet und sich von bisherigen Zuschreibungen befreit. Darüber hinaus wird der Schillerkiez lebenswert für alle, weil es viele unterschiedliche Ansätze und Angebote gibt, weil verschiedenste Menschen und ihre Ideen angezogen werden und Neues und Altes sich mischen. Das bedeutet auch, dass der Schillerkiez in jeder Hinsicht aktiv daran arbeiten muss, nicht nur Durchgangskiez zu sein. Denn das war er schon lange Zeit für viele Menschen. Ca. 60 % der BewohnerInnen im Schillerkiez lebten hier schon immer nur für eine kurze Zeit von weniger als 10 Jahren. Dieser Anteil hat sich seit 2012 noch einmal deutlich erhöht. Über 70% der AnwohnerInnen leben nun weniger als 10 Jahre im Kiez . Wenn der Schillerkiez dem Anspruch gerecht werden will, tatsächlich für alle lebenswert zu sein, dann müssen junge Familien mit Kindern ebenso Angebote finden wie SeniorInnen. Und Menschen, die hier z. T. seit Jahrzehnten ihren Lebensmittelpunkt haben, müssen sich genauso zuhause fühlen können, wie neu Zuziehende - egal in welche Altersoder Statuskategorie sie passen. Lebenswert für alle bedeutet in diesem Zusammenhang auch die aktive Zusammenarbeit von langjährigen AnwohnerInnen und NachbarInnen, die sich mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung mit dem Kiez einbringen können, mit den neu hinzugezogenen, die mit neuen Ideen alte Strukturen bereichern können. Das beschriebene Leitbild und das damit ausgedrückte Potential entstehen jedoch nicht von allein. Die verschiedenen Akteure müssen aktiv zum Dialog aufgefordert werden und eine vielfältige Beteiligung muss auch eingefordert werden, um eine gemeinsame Entwicklung des Kiezes tatsächlich zu erreichen. Die Zusammenführung und aktive Auseinandersetzung im und für den Kiez ist dabei Aufgabe des Quartiersmanagements als Moderator, als Ansprechpartner und als Motor der Entwicklung. Mit der Einrichtung von Infrastrukturangeboten wie dem Nachbarschaftstreff im Schillerkiez und dem Familienzentrum Schillerkiez, dem Anstoß von Gewerberunden und der Unterstützung von Hausgemeinschaften im Organisationsprozess arbeitete das QM-Team bereits in den letzten zwei Jahren aktiv daran. Auch bei den sich aus dem Leitbild ergebenden Prioritätensetzungen für die kommenden zwei Jahre bedarf es nur geringfügiger Anpassungen. Der Kiez als das Tor zur Freiheit muss bei der Entwicklung des Tempelhofer Feldes weiterhin entscheidend beteiligt und infrastrukturell mehr dabei unterstützt werden, die neue Funktion

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 wahrnehmen zu können. Lebenswert für alle kann der Kiez nur sein, wenn es eine aktive Nachbarschaftsarbeit und eine intakte soziale Infrastruktur gibt. Hieraus ergibt sich die dringende Notwendigkeit eines dauerhaft finanzierten BürgerInnen- und Familienzentrums mit entsprechenden Angeboten im Kiez. Darüber hinaus muss die bauliche Infrastruktur im Bereich der Zugänge zum Tempelhofer Feld an die neue Situation angepasst werden. Freiheit und Lebensqualität hängen in zunehmendem Maß von der Bildungsbeteiligung ab. In einem Kiez mit 36% Transferleistungsempfängern, einem großen Anteil von Familien aus bildungsfernen Milieus und gewaltigen Herausforderungen beim Spracherwerb ist vor allem die Arbeit am Bildungsweg der Kinder eine Möglichkeit, die schwierigen sozialen Verhältnisse zum Positiven zu verändern. Um dem Leitbild also gerecht zu werden, sind in Zukunft vor allem vier Themen bestimmend:

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Die sich aus der unmittelbaren Nachbarschaft zum Tempelhofer Feld und der Funktion als Zugang zum Feld ergebende Entwicklung des Quartiers in baulicher und soziokultureller Hinsicht Die gemeinsame Entwicklung von neuem und altem Gewerbe und die damit einhergehende Einbindung der Anwohner in den Veränderungsprozess Die langfristige Sicherung des Bürger- und Familienzentrums Der Aufbau und die langfristige Sicherung des Bildungsverbundes

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III Handlungsbedarfe
Vorbemerkung Bei den hier aufgeführten Bedarfen handelt es sich nicht um explizite Projektvorschläge sondern um die allgemeine Darstellung der Bedarfssituation. Sofern konkrete Maßnahmen genannt werden handelt es sich lediglich um eine beispielhafte Benennung, die nicht den Anspruch erhebt, dass mit der jeweiligen Maßnahme ein zugrundeliegender Bedarf abschließend zu bearbeiten sei. Die Einzelbedarfe, die im Anschluss an die Darstellung der Bedarfssituation im jeweiligen Handlungsfeld aufgelistet werden, geben die Prioritätensetzung wieder, die der Quartiersrat Schillerpromenade vorgenommen hat. Die Gesamtliste der festgestellten Bedarfe findet sich in der Anlage zum IHEK. Aufgrund der zeitlichen Vorgaben für die Anmeldung von Maßnahmen für den Baufonds 2016/17 wurden bereits hinreichend konkretisierte Baumaßnahmen und solche Baubedarfe, die mit den maßgeblichen Stellen schon diskutiert wurden und daher schnell konkretisierbar erschienen, nicht in die Prioritätensetzung für die Handlungsfelder einbezogen sondern durch den QR in einem eigenen Ranking nach Wichtigkeit geordnet. Nachfolgend sind die priorisierten Baubedarfe wieder den entsprechenden Handlungsfeldern zugeordnet, da die Prioritätensetzung auch unabhängig von einer evtl. Berücksichtigung im Baufonds widergespiegelt werden soll. Aus Gründen der Transparenz sind die für den Baufonds separat priorisierten Bedarfe mit dem Zusatz (Baufonds) kenntlich gemacht. Ergänzungen, die nicht dem Ranking des QR entsprechen, sind als solche gekennzeichnet.

III.1. Bildung, Ausbildung, Jugend
Schulen Im Sozialraum Schillerkiez befinden sich drei Grundschulen und drei weiterführende Schulen. Die Hermann-Sander-Schule und die Karlsgartenschule liegen jeweils knapp außerhalb des QM-Gebietes, haben aber ihren Einzugsbereich zu weiten Teilen im Gebiet. Als einzige Grundschule liegt die Karl-Weise-Schule zentral im nördlichen Teil des Kiezes. Bei der Karl-Weise- und der Hermann-Sander-Schule handelt es sich um gebundene Ganztagsschulen. Die Karlsgartenschule ist als verlässliche Halbtagsschule auf dem Weg zu einem gebundenen Ganztagesbetrieb und arbeitet vor diesem Hintergrund intensiv daran, ihre Räumlichkeiten für die zukünftige Nutzung passend zu gestalten. Mit einem QF3-Projekt wurden im Jahr 2013 zwei Aufenthaltsräume gemeinsam mit den Schulkindern umgestaltet. Seitdem wurde der Umbau zweier weiterer Räume ohne Beteiligung von Mitteln der Sozialen Stadt realisiert. Der sukzessive Umbau der restlichen Klassenräume ist beabsichtigt, lässt sich jedoch ohne Unterstützung nicht umsetzen. Alle drei Grundschulen haben einen hohen Anteil von mehr als 80% an Kindern, deren Familien von der Zuzahlung zu den Lernmitteln befreit sind. Aufgrund dieses Umstandes nehmen sie seit 2014 am Bonus-Programm Unterstützung für Schulen in schwieriger Lage der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft teil. Der Anteil der Grundschulkinder mit Migrationshintergrund liegt bei ca. 85% und damit in etwa auf dem Nordneuköllner Durchschnitt. Die Carl-Zuckmayer-Oberschule ist seit Beginn des Schuljahres 2012/2013 mit 250 Schülern an einem Filialstandort in den Räumen der ehemaligen Kurt-LöwensteinOberschule in der Karlsgartenstraße vertreten und wird zum Schuljahreswechsel 2015 die Auslagerung wieder aufgeben. Auch dieser Standort liegt außerhalb des QM-Gebietes, jedoch ist die Carl-Zuckmayer-Oberschule für einen Großteil der Grundschüler aus dem QM-Gebiet die weiterführende Schule, woran sich auch durch die Aufgabe des Filialstandort nichts ändern wird. Auch sie erhält seit 2014 zusätzliche Mittel durch das Bonus-Programm Unterstützung für Schulen in schwieriger Lage. Als weitere Oberschule nutzt der gymnasiale Zweig der privaten Evangelischen Schule Neukölln das Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Genezareth in der Schillerpromenade als Standort für die Oberstufe. Mit dem beabsichtigten Erweiterungsbau in der Reuterstraße wird diese Nutzung jedoch in absehbarer Zeit enden.

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 Die Karl-Weise-Schule hinkt den positiven Entwicklungen, die an der Hermann-Sander-Schule und insbesondere an der Karlsgartenschule zu beobachten sind, noch deutlich hinterher. Die Übergangsquote zum Gymnasium liegt bei nur ca. 18%. Das Einzugsgebiet der Karl-Weise- Schule ist der Kernbereich des QM-Gebietes südlich des Herrfurthplatzes. Die Schule steht vor allem aufgrund ihrer baulichen Voraussetzungen vor großen Herausforderungen. Sie liegt inmitten von Wohnhäusern und verfügt nur über einen kleinen Schulhof. Aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten wurde bereits eine Filiale am Rande des Tempelhofer Feldes eingerichtet, die das Problem jedoch nicht grundsätzlich beheben konnte. Sowohl was die Raumsituation angeht, als auch hinsichtlich des Hofbereiches sind in Zukunft bauliche Erweiterungen/Veränderungen notwendig (Erneuerung des Erweiterungsbaus und Aufgabe der Filiale). Darüber hinaus besteht ein Bedarf an Unterstützung bei der Schulentwicklung. Die vom QM angestoßenen Projekte der letzten Jahre an den im Gebiet liegenden Grundschulen werden mittlerweile in der einen oder anderen Form durch die Schulen eigenverantwortlich weiterfinanziert. Jugendfreizeitangebote Das Quartier verzeichnet einen Mangel an Freizeit- und Ferienangeboten, insbesondere für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Der Versorgungsgrad liegt auf diesem Gebiet mit 7,4 % zwar nicht dramatisch unter dem Soll-Wert von 11,4 %. Unberücksichtigt bleiben bei der Betrachtung des Versorgungsgrades allerdings die besonderen sozialen Belastungen, die in QM-Gebieten regelmäßig anzutreffen sind. Das QM-Gebiet Schillerpromenade ist in dieser Hinsicht leider keine Ausnahme. Der Bedarf an betreuten Angeboten und AnsprechpartnerInnen in den Jugendeinrichtungen ist in einem Gebiet, in dem ein großer Teil der Familien mit sozialen Problemen zu kämpfen hat, naturgemäß höher, als in sozial ausgeglichenen Stadtquartieren. Hinzu kommt, dass zwei von drei Kinder- und Jugendeinrichtungen im Südteil des Quartiers liegen, während die Mehrzahl der EinwohnerInnen und damit auch der Zielgruppe der Einrichtungen im Nordteil lebt. Gerade für die jüngeren Kinder stellt der Weg in den Südkiez ein ernst zu nehmendes Zugangshindernis dar. Da die Friedhofsflächen die beiden Teile des Quartiers auf ganzer Breite voneinander abtrennen, führt der Weg vom einen in den anderen Teil nur über die Hermannstraße oder die Oderstraße. Der Zugang wird aufgrund der fehlenden Beleuchtung im Bereich Oderstraße, in dem die beiden größten Einrichtungen liegen, insbesondere im Winter zusätzlich erschwert. Insgesamt ist also, trotz der mit Soziale Stadt Mitteln (aus)gebauten Jugendeinrichtungen, eine deutliche Unterversorgung zu verzeichnen. Die Kinderwelt am Feld (ehem. „Am Tower“) ist die einzige vom Bezirk getragene Jugendeinrichtung im QM-Gebiet und besonders gut besucht. Außerdem findet hier eine generationsübergreifende Nutzung statt. Dies wird jedoch zunehmend auch im Verschleiß der Räumlichkeiten, vor allem in dem aus den 50er Jahren stammenden „Kinderklubhaus“ sichtbar. Darüber hinaus wird durch die hohe Nutzungsfrequenz häufig ein Lärmpegel vergleichbar mit der früheren Lärmbelastung durch den Flughafenbetrieb erreicht, so dass zumindest eine Lärmschutzdämmung, langfristig jedoch auch ein Umbau der Räumlichkeiten notwendig wird. Auch die anderen Jugendeinrichtungen benötigen Umbauten oder Instandsetzungen. Um für die Schilleria eine inklusive Nutzung zu ermöglichen, sind Umbauten notwendig. Das Yo!22 benötigt eine Sanierung von Teilen des Gebäudes aufgrund von Wasserschäden. Mit der Unterbringung von Flüchtlingsfamilien in den vormals von der Hermann-Sander-Grundschule genutzten Containern im Mariendorfer Weg sind auch für den Sozialraum Schillerkiez neue Herausforderungen entstanden. Unter den derzeit ca. 100 vor Ort einquartierten Flüchtlingen sind etwa 20 Kinder und Jugendliche, die für die Zeit ihrer Unterbringung an die lokalen Einrichtungen herangeführt werden müssen. Die Hermann-Sander-Grundschule hat bereits eine Willkommensklasse eingerichtet, aber auch der Bereich der Kinder- und Jugendfreizeitangebote muss entsprechend berücksichtigt werden. Kitas Die Tatsache, dass die Versorgung des Gebiets mit Kitaplätzen von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft derzeit noch als ausreichend (noch Platzreserven) angesehen wird und damit eine Überversorgung gegeben zu sein scheint, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch auf diesem Gebiet dringenden Handlungsbedarf gibt. Die vorhandenen Einrichtungen liegen mit einer Auslastung von 97% bereits jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze. Ein künftiger Ausbau der

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 Kapazitäten ist schon aufgrund des beständigen Bevölkerungszuwachses im Gebiet notwendig. Hinzu kommt jedoch, dass der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr dazu führt, dass die Nachfrage nach Kitaplätzen beschleunigt ansteigt. Außerdem gibt es bei einigen Kitas im Quartier einen dringenden Bedarf an Instandsetzungsarbeiten. So wurde bereits in 2012 die Kita Emser Straße mit Mitteln der Sozialen Stadt bei der Umgestaltung eines kleinen Teils der Innenräume unterstützt. Für die ebenfalls erforderliche Erneuerung des Außengeländes konnte jedoch lediglich ein Projekt initiiert werden, in dessen Verlauf mit Eltern und Betreuern eine Bedarfsplanung erstellt wurde. Konkrete Baumaßnahmen sind und bleiben hier notwendig. Für die Kita Emser Straße konnte nun mit dem Kita und Spielplatz-Sanierungsprogramm (KSSP) eine Sanierung ermöglicht werden. Die Kita Lernen und Lachen in der Lichtenrader Straße mit 150 Plätzen benötigt dringend eine Sanierung der Sanitärtrakte aus den 60er Jahren, die z.B. für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren nicht mehr geeignet sind, sowie von Fenstern und Türen. Perspektiven: Elternarbeit/lokaler Bildungsverbund Über dem Handlungsfeld Bildung, Ausbildung und Jugend spannt sich das größte und älteste Netzwerk, denn nicht wenige der baulichen Maßnahmen der ersten Jahre QM-Arbeit im Quartier hatten eine Verbesserung der Infrastruktur auf diesem Sektor zum Ziel. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb machen sich hier und da auch Schwachstellen in der Zusammenarbeit bemerkbar. So musste in der Vergangenheit festgestellt werden, dass die Kooperationsbereitschaft seitens der Akteure auf diesem Handlungsfeld doch sehr unterschiedlich ausfiel. Für die weitere Entwicklung des Kiezes ist vor allem der Zuzug bzw. das Bleiben von Familien aus bildungsnahen Milieus notwendig, weshalb gerade dieses Handlungsfeld eine besondere Priorität für die künftige QM-Arbeit hat. Initiativen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungssituation finden verstärkt Zulauf. Als bestes Beispiel ist hier die Initiative Kiezschule für Alle zu nennen, in der sich Eltern zusammengeschlossen haben, die ihre Kinder auf die Schulen im Quartier geben und mit entsprechender Begleitung und Abstimmung auch andere Eltern hierfür gewinnen wollen. Diese Arbeit scheint an der Karlsgartenschule und langsam auch an der Karl-Weise-Schule Früchte zu tragen. Um die positiven Auswirkungen, die solche Initiativen auf die Gesamtsituation der kiezweiten Bildungslandschaft haben können, langfristig zu sichern und auszubauen, ist die Einrichtung eines lokalen Bildungsverbundes ein geeignetes Mittel. Auf Betreiben der Schulleitung der Karl-Weise-Schule, der Karlsgartenschule und des QM werden daher die bisherigen Bemühungen auf diesem Gebiet fortgeführt. Die langfristige Finanzierung eines Bildungsverbund-Managements ist aus den Mittel der Sozialen Stadt nicht zu gewährleisten. Aufgrund des Bonus-Programms Unterstützung für Schulen in schwieriger Lage ist dies aber den Schulen selbst möglich. 2013 wurde daher eine erste Gesprächsrunde mit den Bildungsakteuren im Kiez eingerichtet, um den Prozess einer stärkeren Zusammenarbeit der Einrichtungen anzustoßen. Es folgte die Einrichtung einer Initiative im Rahmen des Bundesprogramms Anschwung für frühe Chancen. In der Folge konnte mithilfe einer Kofinanzierung, bestehend aus dem Bonus-Programm Unterstützung für Schulen in schwieriger Lage und Mitteln des Programms Soziale Stadt, eine Stelle zur Bildungskoordination im Schillerkiez geschaffen werden. Diese wird in den kommenden 3 Jahren den Aufbau eines Bildungsverbundes begleiten und betreuen. Die Einrichtung eines Bildungsverbundes ist jedoch eine langwierige und zeitaufwendige Aufgabe. Verschiedene Ideen, Lern- und Angebotskulturen sowie räumliche Bezugspunkte müssen dabei in Einklang gebracht werden und auch der grundlegende Zweck und Nutzen eines Bildungsverbundes muss immer wieder gemeinsam entwickelt und bestätigt werden. Der Ausbau dieses Prozesses wird auch in den nächsten zwei Jahren eine der Schwerpunktaufgaben der QM-Arbeit sein 	 	 	 	 	 	 Vom QR priorisierte Bedarfe: •	 Renovierung und Umbau des Schilleria Mädchencafés für inklusive Angebote •	 Erstellung eines Konzepts zur Erreichung und Anbindung von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien •	 Ausbau von Freizeit- und Ferienangeboten für Kinder aus sozial benachteiligten Familien •	 Instandsetzung der Flure, Sanierung des Kellers und Umbau des Schulhofs der Karl-Weise-Schule (Baufonds) •	 Umbau der Klassenräume der Karlsgartenschule (Baufonds) 

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III.2. Arbeit und Wirtschaft
Die Arbeit auf diesem Handlungsfeld bezog sich in den Vorjahren vor allem auf die Zusammenarbeit mit den lokalen Beschäftigungsträgern und deren Projekten vor Ort. Dies ändert sich jedoch zunehmend. Das lokale Gewerbe wird im Gebiet immer aktiver. Mit einigen Gewerbetreibenden besteht daher inzwischen ein regelmäßiger Austausch. Auch die Träger der Jugendarbeit im Kiez verstärken die Zusammenarbeit mit dem lokalen Gewerbe. Sowohl das Schilleria Mädchencafé als auch die Kinderwelt am Feld (ehem. „Am Tower“) und der Jugendclub Yo!22 stehen in Kontakt mit verschiedenen Ansprechpartnern für Sponsoring und Unterstützung bei der Durchführung von Projekten. Mit Hilfe von PraktikantInnen und in Kooperation mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung wurde 2012/13 vom QM erstmalig eine umfassende Gewerbeuntersuchung im gesamten Kiez durchgeführt. Auf diese Weise konnten ca. 400 Gewerbetreibende im Gebiet direkt angesprochen werden, um zum einen zu erfassen, wie lange sie bereits im Kiez ansässig sind und welche Art von Waren/Dienstleistungen angeboten wird, vor allem aber, um miteinander ins Gespräch zu kommen und eine Grundlage für künftige Zusammenarbeit zu schaffen. Seit der Erhebung hat sich viel getan. Vor allem im Bereich der Gastronomie gab es viele Veränderungen. Die Zusammenarbeit mit den Gewerbetreibenden im Rahmen von Gewerberunden ist ein wichtiges Mittel, um den auftretenden Interessenkonflikten zwischen AnwohnerInnen und Gewerbetreibenden zu begegnen und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Denn tatsächlich sind Belästigung durch nächtlichen Lärm im Umfeld von Kneipen und Cafés, durch das Zuparken der Straßenübergänge infolge des gestiegenen Besucheraufkommens und durch die Umnutzung der Gehwege als Verkaufsflächen Themen, die die AnwohnerInnen in zunehmendem Maße beschäftigen. Die BewohnerInnen formulierten in den Workshops zur Bedarfserhebung auch mehrfach, dass TouristInnen mehr Verantwortung für das Quartier übernehmen müssten und dass man sich parallel dazu mehr Informationen darüber wünsche, welche Aktivitäten es im Bereich des Gastgewerbes gebe. Hier besteht offenkundig ein Bedarf an Information und Austausch. Aus dem Kiez kommen auch viele Aktivitäten, die ehrenamtlich beginnen und das Potential haben, sich zu professionalisieren. Hier gilt es, eine Unterstützung zu organisieren, um eine nachhaltige Entwicklung des Gewerbes im und vor allem aus dem Kiez zu ermöglichen. Als Entwicklungsoption für die Nachnutzung des Gemeindehauses der Genezarethgemeinde in der Schillerpromenade böte sich z.B. ein Gemeinwirtschaftsprojekt an, um das neue Interesse am Quartier und erfolgversprechende kreative Ideen an den Kiez rückzukoppeln. Auch die Ausweitung des Schillermarktes oder die Unterstützung von Trödelmärkten tragen zur steigenden Attraktivität des Kiezes bei.

	 	 	 	 	 	

Vom QR priorisierte Bedarfe: •	 Projekte zur Vernetzung der lokalen Wirtschaft mit sozialen und kulturellen Einrichtungen im Quartier •	 Bewusstsein der Verantwortung für den Kiez bei TouristInnen bspw. über eine Informationskampagne schärfen •	 Transparenz bei der Vermietung von Wohnraum als Ferienwohnungen Ergänzung QM: •	 Entwicklung eines quartiersfördernden Gemeinwirtschaftsprojektes

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III.. Nachbarschaft
BürgerInnen- und Familienzentrum Der gesamte Bereich BürgerInnen- und Familienzentrum stellt hinsichtlich der dauerhaften finanziellen Absicherung einen zentralen Handlungsbedarf dar. Für den Nachbarschaftstreff im Schillerkiez besteht theoretisch die Möglichkeit, am Infrastrukturförderprogramm Stadtteilzentren (IFP STZ) zu partizipieren. Jedoch ist eine Finanzierung über das IFP STZ oder das ZIS Teilprogramm Stadtteilzentren noch nicht absehbar. Auch das Warthe-Mahl ist hinsichtlich einer dauerhaften Finanzierung bisher noch nicht gesichert. Nach über 8 Jahren Förderung durch die Soziale Stadt, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Kooperationspartnern, ist endlich eine nennenswerte Verankerung im Kiez und eine angemessene BürgerInnenbeteiligung erreicht worden. Mit einer langfristigen finanziellen Absicherung wäre ein entscheidender Schritt zur Gebietsverstetigung getan. Eine weitere Förderung aus Mitteln der Sozialen Stadt scheidet hierfür allerdings aus. Das Familienzentrum Schillerkiez wird noch bis Ende 2017 aus Mitteln der Sozialen Stadt gefördert, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass ein darüber hinausgehender Bestand des Familienzentrums Schillerkiez nur gewährleistet werden kann, wenn innerhalb der kommenden zwei Jahre eine entsprechende Finanzierungsalternative gefunden wird. Der Handlungsbedarf ist also bereits jetzt gegeben. Selbstorganisation im Kiez Im Warthekiez gibt es eine immer größere Anzahl an BewohnerInnen, die an den regelmäßigen Nachbarschaftstreffen im Warthe-Mahl teilnehmen und unterschiedlichste Aktionen planen. Aus dem südlichen Kiez stammen daher in diesem Jahr bereits 4 Aktionsfonds Anträge für Projekte, die vollständig von BewohnerInnen getragen werden. Grundsätzlich ist festzustellen, dass eine Unterstützung bei der Selbstorganisation, wie sie am Standort Warthe-Mahl von der Leiterin des Nachbarschaftscafés angeboten wird, von vielen gerne angenommen wird und sich positiv auf die Erfolgschancen von Aktionen und Initiativen auswirkt. Daher wird diese Art von Angebot auch für die zukünftige Arbeit des QM-Teams von Bedeutung sein. Der nächste Schritt in diese Richtung ist die Woche des Besuchs. Sie wird in 2015 noch aus QF3 Mitteln finanziert, der Träger Socius gGmbH hat aber schon in den vergangenen zwei Jahren mit der konkreten Maßgabe gearbeitet, dieses Angebot so vorzubereiten, dass anschließend an die Förderung eine Selbstorganisation durch die beteiligten Akteure möglich ist. In 2015 wird dieser Prozess konkretisiert, indem für alle interessierten Beteiligten Fundraisingworkshops angeboten werden. Im Rahmen dieser Workshops sollen nicht nur Theorie und Methodik des Fundraisings vermittelt werden sondern auch bereits Anträge zur Mittelakquise für die Woche des Besuchs produziert und eingereicht werden. Im Kiez etablierte Akteure wie das Nachbarschaftsheim Neukölln e. V. und das Allmende-Kontor haben ihr Interesse geäußert, die Woche des Besuchs nach dem Ende der Förderung weiter zu führen. Regelmäßig finden im Kiez auch ehrenamtlich organisierte Aktionen einiger alternativer Initiativen aus der Weisestraße statt. In den Sommermonaten wird z.B. ein regelmäßiges Kiezdinner angeboten. Alle zwei Jahre wird hier außerdem sehr erfolgreich das Weisestraßenfest organisiert, das viele AnwohnerInnen und BesucherInnen mit einer Mischung aus Musik, Performance, Kulinarischem und politischer Information anzieht. Organisatorischer Kern ist hier vor allem der Stadtteilladen Lunte, der auf vielfältige Weise auch die Arbeit des QM-Teams kritisch begleitet und sich kiezöffentlich stark mit den steigenden Mieten im Gebiet beschäftigt. Wohnen und Wohnumfeld Verlässliche Kooperationen und strategische Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren der Wohnungswirtschaft lassen sich im Schillerkiez nur schwer etablieren. Das liegt zum einen an der Größe des Gebiets, das mit seinen ca. 9.000 Haushalten und der städtebaulich bedingten Trennung von Nord- und Südkiez eine Vielzahl von Einzelinteressen und -bedarfen hervorbringt. Zum anderen erschwert das Fehlen eines zentralen Akteurs für den Bereich der Wohnungswirtschaft den Aufbau strategischer Partnerschaften. Der Immobilienbestand im Quartier befindet sich größtenteils in der Hand von EinzeleigentümerInnen. Einzig die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH, mit ihren immerhin ca. 900 Wohnungen im Schillerkiez, steht als Partner zur Verfügung. Mit der Mitgliedschaft im QR seit 2012 und dem anlassbezo-

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 genen Austausch zu aktuellen Fragen mit dem QM-Team zeigen sich hier bereits gute Ansätze für eine längerfristige Kooperation. Mit dem verstärkten Engagement im Schillerkiez will die Stadt und Land auch ihre Nachbarschaftsarbeit intensivieren. Erste Ideen reichen vom Sponsoring von Weihnachtsbäumen bis zu Durchführung eines Stadtteilfestes. Auch die bereits vorgesehene Einrichtung von MieterInnenbeiräten für die neuen Bestände kann eine Aktivierung der AnwohnerInnen im Gebiet bewirken. Eine regelmäßige Kooperation mit dem QM ist auch für die Zukunft vorgesehen. Darüber hinaus wäre jedoch weiterhin ein größeres Engagement öffentlicher Wohnungsbaugesellschaften im Bestand der Schillerpromenade aus Sicht des QM wünschenswert, um den aktuellen Entwicklungen auf dem Mietwohnungsmarkt eine verantwortungsvolle Mietenpolitik entgegenzusetzen. Eine Möglichkeit, ehrenamtliche BürgerInnenarbeit im Schillerkiez auf sichere Beine zu stellen, wäre z.B. der Kauf des Gemeindehauses der Genezareth Gemeinde in der Schillerpromenade durch einen öffentlichen Träger/eine Wohnungsbaugesellschaft. Da Neubaumaßnahmen im Schillerkiez aufgrund der hohen Bebauungsdichte nicht sehr wahrscheinlich sind, größere Räumlichkeiten für die zivilgesellschaftliche Stadtteilarbeit jedoch dringend nötig sind, wäre dies eine der wenigen realistischen Möglichkeiten. 2015 wird eine Voruntersuchung zum möglichen Erlass einer sozialen Erhaltungssatzung für den Schillerkiez durchgeführt. Die Ergebnisse sollen Ende 2015 eine Entscheidungsgrundlage für die BVV liefern. Das QM-Team sieht hier starken Handlungsbedarf. Die seit 2011 stattfindende MieterInnenberatung bestätigt die aktuellen Entwicklungen auf dem Berliner Mietmarkt für den Schillerkiez in besonderem Maße. Die Einführung einer Erhaltungssatzung nach 172 BauGB würde die Möglichkeit schaffen, die Umwandlung von Mietwohnungen in Wohneigentum einzuschränken. Eine stärkere Unterstützung für die aktuellen BewohnerInnen des Kiezes ist aus Sicht des QMs dringend notwendig, wenn langfristig eine vielfältige Mischung im Kiez erhalten bleiben soll. Ein erster Schritt ist mit der Erstellung des Sanierungsleitfadens für die geltende städtebauliche Erhaltungssatzung im Schillerkiez bereits unternommen worden.

Vom QR priorisierte Bedarfe: • Nachnutzung des Gemeindehauses • BewohnerInnen/MieterInnen vernetzen und bei Beratungsbedarf unterstützen • Hausgemeinschaften und nachbarschaftliche Kontakte stärken bspw. durch Hoffeste und Gründung von Hausvereinen

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III.4. Öffentlicher Raum
Das Wohnumfeld im Gebiet ist von dichter Bebauung und einem Mangel an Grünflächen geprägt. Zwar hat sich mit dem Tempelhofer Feld ein neues Naherholungsgebiet für die KiezbewohnerInnen eröffnet, jedoch ist damit auch die Beschaulichkeit des Kiezes etwas aufgehoben worden. Ein Großteil der BesucherInnen des Tempelhofer Feldes nutzt den Zugang durch den Schillerkiez. Stärkere Verkehrsströme und ein erhöhtes Aufkommen von Müll und Hundekot auf den Straßen gehen damit leider auch einher. Der Schillerkiez hat schon seit langem ein Müll-, Hundekot- und Sperrmüll-Problem. Mit der aktuellen Entwicklung hat die Problematik allerdings einen traurigen Höhepunkt erreicht. Verhältnismäßig viele Sanierungen, Einzüge, Auszüge und Umbauten erhöhen die im Straßenraum anfallende Müllmenge zusätzlich deutlich. Daneben sorgt die touristische Erschließung des Tempelhofer Feldes für ein verstärktes Aufkommen von RadfahrerInnen im Kiez. Nicht wenige wählen dabei die Gehwege als Alternative zum Kopfsteinpflaster der Straßen und stellen damit eine Gefahr für die FußgängerInnen dar. Allgemein lässt sich feststellen, dass Teile des Netzes von Straßen und Gehwegen sowohl aufgrund des Zustandes als auch aufgrund fehlender Radwege einer Erneuerung/Veränderung bedürfen. Vor allem im Eingangsbereich zum Tempelhofer Feld bedarf es aufgrund der verstärkten Nutzung der Qualifizierung des Fußweges in der Herrfurthstraße sowie der Aufwertung der Eingangssituation zu einem Stadtplatz. Hier kreuzen sich Fußweg und ehemaliger Radweg mit dem Zugang zum Tempelhofer Feld an einer schlecht einsehbaren Stelle, die durch den gestiegenen Kraftfahrzeugverkehr noch unübersichtlicher geworden ist. Um in dem stark verdichteten Gebiet grüne Oasen zu ermöglichen, hat das QM in den vergangenen Jahren zwei Hofbegrünungsprojekte auf den Weg gebracht, mit denen insgesamt 20 Höfe in Eigenarbeit von Hausgemeinschaften zu Orten der Begegnung und des gemeinsamen Entspannens umgestaltet wurden. Unter Anleitung eines Landschaftsarchitekten wurden die Höfe umgestaltet und die HausbesitzerInnen davon überzeugt, diese Arbeit zu unterstützen. Vereinbart wurde dabei auch, dass diese Umbauten sich in den nächsten zehn Jahren nicht auf die Miete in den Häusern auswirken werden. Durch die vielen neuen Geschäfte und vor allem gastronomischen Angebote entdecken die AnwohnerInnen an vielen Ecken ein neues Interesse an Baumscheibenbegrünungen, Sitzmöglichkeiten und kleinen Verschönerungen des Straßenbildes. Die LadenbesitzerInnen tragen mit viel Engagement dazu bei, den Kiez schöner und auch unabhängig vom Gewinngedanken lebenswerter für seine AnwohnerInnen zu machen. Diese Initiativen und Angebote haben den Charme des Kiezes bereits deutlich bereichert und werden von vielen als positiv angenommen. Auch die kritische Auseinandersetzung, die in diesem Zusammenhang natürlich nicht ausbleibt, ist häufig kreativ und bereichernd. Insgesamt ist festzustellen, dass es vermehrt Street Art im Kiez gibt, bei der es sich jedoch nicht um Parolen, Graffiti oder Farbbeutel handelt, sondern um intelligente und kreative Aktionen, nachdenkliche und anregende Ideen und künstlerische Gestaltungen. Nach nun 15 Jahren benötigen die ersten der ursprünglich mit Soziale Stadt Mitteln umgebauten öffentlichen Spiel- und Erholungsflächen eine Erneuerung. Die aktuellen Mittel aus dem Programm sind für die notwendigen Maßnahmen jedoch nicht ausreichend und es ist auch nicht Aufgabe des Programms, grundlegende Infrastruktur laufend zu finanzieren. Die brachliegende Fläche des ehemaligen Friedhofes St. Thomas hat das Interesse verschiedener BewohnerInnen und Akteure für eine Zwischennutzung geweckt. Da die Fläche zur Ausgleichsfläche für den Weiterbau der Autobahn A100 gewidmet wurde, müssen alle Überlegungen in diese Richtung auf Vereinbarkeit mit evtl. bereits bestehenden Nutzungsplänen geprüft werden. Da die Kinderwelt am Feld (ehem. „Am Tower“) an der weitgehend unbeleuchteten Oderstraße direkt hinter den Friedhöfen und der Landebahn liegt, fehlt es an einer für Kinder angemessenen Zuwegung. Dieser Umstand erschwert gerade im Winter den Zugang zu der Einrichtung und wird seit geraumer Zeit von der Einrichtungsleitung und dem Jugendamt bemängelt. Das Jugendamt hat in der Vergangenheit einen Bring- und Abholservice für Kinder aus den umliegenden Kitas/Schulen betrieben, um die Bedenken der Eltern zu berücksichtigen und die Hürden zur Wahrnehmung von Angeboten der Betreuung und Weiterbildung zu senken. Hierbei kann es sich allerdings nur um eine Notlösung handeln, da sich an dem zugrundeliegenden Problem nichts ändert. Daher ist eine Veränderung der Beleuchtungssituation in diesem Bereich nach wie vor dringend notwendig. Es handelt sich, auch unabhängig vom Zugang zu den Kinder- und Jugendeinrichtungen, um einen Raum, der von

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 vielen AnwohnerInnen immer wieder als Angstraum beschrieben wird. Dieselbe Problemkonstellation aus Angstraum und Zugangshindernis stellt sich im Bereich des unbeleuchteten Durchgangs zwischen Silbersteinstraße und Mariendorfer Weg, weswegen hier eine Blockdurchwegung mit ausreichender Beleuchtung notwendig ist. Der Bereich liegt zwar außerhalb der QM-Gebietsgrenzen, stellt jedoch für die SchülerInnen der Hermann-Sander-Grundschule, die ihren Einzugsbereich innerhalb des Quartiers in der Emser- und Warthestraße hat, den direktesten Weg zur Schule dar und ist aufgrund dieser sozialräumlichen Verflechtung Bestandteil der Bedarfsanalyse.

Vom QR priorisierte Bedarfe: • Sperrmülltage • Erneuerung des Straßennetzes und der Gehwege • Ausweisung von Radfahrwegen • Blockdurchwegung zwischen Silbersteinstraße und Mariendorfer Weg (Baufonds) Ergänzung QM: • Stadtplatz Herrfurth- Ecke Oderstraße

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III.5. Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der Partner
Beteiligung an Veranstaltungen Kiez- und Stadtteilfeste sind ein wichtiges Element der niedrigschwelligen Ansprache. Gerade AnwohnerInnen mit Migrationshintergrund sind außerhalb dieser Projekte oft nur schwer zu aktivieren. Der offene und formlose Charakter solcher Feste ermöglicht es, Sprachbarrieren und kulturelle wie religiöse Unterschiede zu überwinden, da das gemeinsame Feiern im Vordergrund steht. Für viele AnwohnerInnen ist daher das Kiezfest ein Höhepunkt unter den öffentlichen Veranstaltungen im Jahr. Nach den zum Teil aufwändigen und kostenintensiven Veranstaltungen früherer Jahre ist das QM in 2014 dazu übergegangen, das Kiezfest mit dem Schillermarkt auf dem Herrfurthplatz zu verbinden. Die Erweiterung des Marktes um sozio-kulturelle Angebote inkl. Bühnenprogramm schafft so die Verbindung zwischen der liebgewonnenen Tradition eines jährlichen Kiezfestes und dem von den BewohnerInnen gerne und gut besuchten Wochenmarkt. Langfristig sollte die Organisation des Festes von den BewohnerInnen und Akteuren selbst getragen werden. Allerdings ist der Aufwand im Vorfeld der Veranstaltung nicht unerheblich, so dass hier nicht mit einer kurzfristigen Übernahme durch ehrenamtlich engagierte BewohnerInnen zu rechnen ist. Die Verbindung mit dem Schillermarkt soll auch hierbei helfen. Mit der Marktverwaltung steht einem zukünftigen Team von ehrenamtlichen OrganisatorInnen ein fachlich kompetenter und erfahrener Partner zur Seite. Unabhängig von der konkreten Form der Veranstaltung kann festgehalten werden, dass die Ansprache und Aktivierung der AnwohnerInnen immer wieder aufs Neue überdacht und überarbeitet werden muss. Vor allem die Information über bestehende Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten muss fortlaufend den sich verändernden Voraussetzungen angepasst werden, damit die Zielgruppe erreicht wird. Das 2011 entwickelte Konzept der Woche des Besuchs wird 2015 zum letzten Mal mit Förderung aus Mitteln der Sozialen Stadt umgesetzt. Es wird sich also in diesem Jahr zeigen, ob die geplante Selbstorganisation durch Akteure aus dem Quartier erfolgreich ist oder nicht. Kern der Woche des Besuchs ist ein sieben Tage umfassendes Angebot von Vereinen, Einrichtungen, Religionsgemeinschaften, KünstlerInnen und Gewerbetreibenden im Anschluss an das muslimische Opferfest. Der gegenseitige Besuch, die Öffnung und Vorstellung der teilnehmenden Einrichtungen und das gemeinsame Essen, sowie die Angebote von Sehitlik Moschee und Evangelischer Kirchengemeinde Genezareth, das gegenseitige religiöse Verständnis zu vertiefen, eröffnen neue Möglichkeiten der Kommunikation und Beteiligung für die BewohnerInnen des Kiezes. Ein weiterer Höhepunkt der jährlichen Aktivitäten im Kiez ist das Kunst- und Kulturfestival Nacht&Nebel Neukölln. Ursprünglich im Schillerkiez gestartet wurde es, ausgehend vom Schillerpalais, auf ganz Nord-Neukölln ausgeweitet und erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die BewohnerInnen eine Unterstützung des Festivals auch für die Zukunft gesichert sehen wollen und dies im Rahmen der Bedarfserhebung deutlich gemacht haben. Social Network Das QM-Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Aktivitäten besser und direkter als bisher zu kommunizieren. Als modernes und gut angenommenes Mittel hat sich dabei die Facebookseite des Teams erwiesen. Neben der klassischen Vermittlung von wichtigen Termine und Veranstaltungen, sowie Texten der Kiezredaktion, sind es die aktuellen Fotos aus dem Kiez und das direkte Feedback auf Fragen, die eine Interaktion entstehen lassen. Die Arbeit des QM-Teams in diesem Bereich hat darüber hinaus neue BewohnerInnenschichten erreicht und damit das jüngere Publikum, das neu in den Kiez zieht, stärker in den QM-Prozess eingebunden. Auch die klassische BewohnerInnenansprache wurde deutlich verstärkt. Das QM-Team ist regelmäßig auf dem Schillermarkt und bei Veranstaltungen in den Einrichtungen im Kiez, um über das Verfahren und neue Projekte zu Informieren. Die Rückmeldungen sind laut BewohnerInnenumfrage ausgesprochen positiv. BürgerInnen- und Familienzentrum Ein zentrales Projekt zur Aktivierung von bürgerschaftlichem Engagement im Kiez und zur Sicherung einer lebendigen Kiezkultur ist die Einrichtung eines BürgerInnenund Familienzentrums. Während der Bereich der Familienangebote möglichst dezentral an die bereits bestehenden Einrichtungen, die von Eltern und Kindern besucht

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 werden, angebunden wurde/wird, sollen die Angebote für den Bereich BürgerInnenzentrum an zwei zentralen Orten im Kiez zusammengefasst werden. Langfristig ist vorgesehen, die bereits im Kiez laufenden Projekte an diesen zentralen Einrichtungen zu konzentrieren um ein umfassendes Angebot zu ermöglichen. Der Nachbarschaftstreff im Schillerkiez erfreut sich großer Beliebtheit und deckt ein breites Angebotsspektrum ab, stößt aber mit seinen zwei Veranstaltungsräumen bereits jetzt an seine Kapazitätsgrenzen. Langfristig bleibt es daher zwingend notwendig, größere Räumlichkeiten zu finden, bzw. öffentliche Räume nutzen zu können. Durch die weitere Finanzierung des Familienzentrums Schillerkiez sowie die Einrichtung der Bildungskoordinierungsstelle ist es notwendig geworden, den regelmäßigen Austausch zwischen den Projekten sicherzustellen, um die Bildung von Doppelstrukturen zu vermeiden. Daher plant das QM regelmäßige Austauschrunden der Koordinierungsstellen zur übergreifenden Planung der Angebote und Aktivitäten. Damit die BewohnerInnen mittel- bis langfristig selbst in die Lage versetzt werden, eigene Projekte anzustoßen, sich zu vernetzen und zu informieren und die Aktivitäten des BürgerInnenzentrums nicht nur zu begleiten, sondern selbst aktiv zu steuern, ist ein zentraler Vernetzungsort erforderlich. Schon seit geraumer Zeit existiert der Wunsch der BewohnerInnen nach einer Medienwerkstatt. Mit dem Projekt Medienwerkstatt der Kulturen im Schillerkiez sollte 2014 ein großer Schritt unternommen werden, um den Themen Mediennutzung und Medienpädagogik im Quartier einen Ort zu geben. Leider hatte das Projekt von Beginn an mit Rückschlägen zu kämpfen, so dass es letztlich im April 2015 gestoppt werden musste, mit dem Ziel, eine Neuausschreibung noch im Sommer 2015 vorzunehmen. Es liegt auf der Hand, dass die Bemühungen fortgesetzt und intensiviert werden müssen, wenn ein umfassendes Konzept eines vom Kiez getragenen Bürger- und Familienzentrums langfristig und nachhaltig zur Umsetzung gelangen soll. Unterstützung der MieterInnen Für die weitere Quartiersentwicklung ist das laufende Angebot der kostenfreien Mieterberatung (Erstberatung) im Quartier wichtig, um die AnwohnerInnen im Prozess steigender Mieten zu unterstützen. Die aktivierende Umfrage hat diesbezüglich gezeigt, dass vor allem das Thema Mieten bei den BewohnerInnen als Problem gesehen wird. Es wurde als Nr. 1 Problematik bei der Entwicklung des Kiezes genannt. Und das sind nicht nur die Einschätzungen der BewohnerInnen. Laut einer Studie der Berliner Morgenpost zu den Mietsteigerungen in Berlin erlebt der Schillerkiez einen rasanten Anstieg der Mietpreise bei Neuvermietungen. Hier sind Steigerungen um 89% seit 2009 festzustellen, der berlinweit zweithöchste Anstieg. Mit jedem neuen Mietspiegel wirkt sich dies jedoch auch auf die Bestandsmieten aus. Längst haben AnwohnerInnen nicht mehr die Möglichkeit, ohne weiteres im Kiez umzuziehen. Vom QR priorisierte Bedarfe: • Finanzierung der Mieterberatung ab 2016 • Weiterführung von Nacht und Nebel • Nachbarschaftstreff mit festen „Treffstunden“ • Verbesserung der Kiezkommunikation (Bekanntmachung von Angeboten) • Medienwerkstatt als zentraler Vernetzungsort für Projekte • Theaterbühne

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IV Fazit
Angesichts der vielfältigen Entwicklungen in und um den Schillerkiez lässt sich feststellen, dass die Arbeit und die koordinierende Funktion des Quartiersmanagements weiterhin von höchster Relevanz sind. Gerade bei der ämter- und fachübergreifenden Informationssammlung und Veröffentlichung von Beteiligungsmöglichkeiten ist das QM von zentraler Bedeutung. Seine besondere Position zwischen Landes-, Bezirks- und Fachämterebene sowie seine Rolle als erster Ansprechpartner im Kiez, ermöglichen die Wahrnehmung der Aufgabe eines herausgehobenen Informationsknotens - eine Aufgabe, die umso dringlicher wird je stärker die Veränderungen zukünftig werden. Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Akteuren im Kiez ist nicht immer auch strategische Partnerschaft, aber sie ist in der Regel die unabdingbare Grundlage für eine solche Partnerschaft. In den letzten Jahren wurde vielfach formuliert, dass das QM wieder eine stärkere Führungsrolle in der Gesamtstrategie für das Gebiet Schillerpromenade wahrnehmen muss. Diese Feststellung bleibt relevant. Jedoch verlagert sich die zentrale Rolle des QM zunehmend in den Bereich eines lokalen Partners für die Interessen des Kiezes mit Sammlungsfunktion für Angebote, Sorgen und Nöte der Bevölkerung sowie stadtplanerischem Sachverstand für die Einordnung des QM-Gebietes in übergeordnete Planungsräume. Das Handlungskonzept bildet den Rahmen zur Steuerung des Verfahrens im Quartier und ist gleichzeitig Arbeitsgrundlage für das QM. Daraus leiten sich die Prioritätensetzung für alle Projektideen und die Vorgaben zu deren Umsetzung ab. Das IHEK wird mit den Fachämtern des Bezirksamtes abgestimmt und durch Beschluss des Bezirksamts als Leitfaden für das Handeln vor Ort legitimiert. Die breite Diskussion und Veröffentlichung des Handlungskonzepts schafft Transparenz für das Verfahren und ist die Basis aller Kommunikations- und Koordinationsprozesse zwischen den Akteuren vor Ort und in der Verwaltung. Darüber hinaus ist es unabdingbar, das lokale integrierte Handlungskonzept mit den gebietsrelevanten, übergeordneten Planungen (bspw. INSEK, Aktive Zentren, Jugendhilfeplanung, Schulplanung) und anderen Förderprogrammen und Teilprogrammen der ZIS II (bspw. BIWAQ, BiQ, Stärken vor Ort) abzustimmen. Dabei sind auch die einzelnen Planungsebenen im Hinblick auf die jeweiligen Planungsziele in Übereinstimmung zu bringen. Wichtig ist es, langfristig einen geordneten Übergang von intensiver Gebietsbetreuung hin zu eigenständiger Gemeinwesenarbeit im Sinne einer Verstetigung vorzubereiten. Ein erster Schritt dahin ist die Übernahme von Verantwortung im Rahmen lokaler Kooperationen. Dazu braucht es für alle Beteiligten verbindliche Vereinbarungen und verlässliche Partnerschaften, vor allem für die dauerhafte Sicherung und inhaltliche Ausgestaltung der Ankerpunkte Bildungskoordinierungsstelle und Bürger- und Familienzentrum. Die Schlüsselthemen der Quartiersarbeit ab 2015 beziehen sich deshalb im Einzelnen auf: • • • • Die Sicherung des BürgerInnen- und Familienzentrums Die Einbindung des IHEK in angrenzende und übergeordnete Konzepte Die Unterstützung von aktiven BewohnerInnen und Akteuren bei der Selbstorganisation und dem Finden von alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für ihre Vorhaben Die dauerhafte Begleitung des neuen Bildungsverbundes

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Integriertes Handlungskonzept 2015-2017 Der Schillerkiez hat sich auf den Weg gemacht. Der Schillerkiez bewegt sich heute im Spannungsfeld zwischen dem Zuzug von jungen, kreativen sog. PionierInnen und nachholenden Sanierungsmaßnahmen durch die HauseigentümerInnen in einem immer angespannteren Berliner Wohnungsmarkt. Die vielfältigen Entwicklungen koordinierend zu begleiten, Widersprüche und Schwierigkeiten mit den AnwohnerInnen zu diskutieren und Projekte zu entwickeln, die den Schillerkiez für alle lebenswerter machen, bleibt auf absehbare Zeit eine zentrale Herausforderung für das QM-Team vor Ort. Neben externen Ereignissen wie der Öffnung des ehemaligen Flughafengeländes und dem Zuzug von KünstlerInnen und StudentInnen haben vor allem auch die langjährigen Bemühungen des QM Früchte getragen. Die AnwohnerInnen werden aktiver und bringen sich stärker in die Entwicklung im Kiez ein. Mit der Einrichtung eines unabhängigen Bürgerzentrums, eines Bildungsverbundes und der Selbstorganisation von Vernetzungsinitiativen wie der Woche des Besuchs wurden Ankerpunkte im Kiez geschaffen, die die Voraussetzung für eine Entwicklung darstellen, an deren Ende das QM-Gebiet Schillerpromenade aus der Förderung durch das Programm Soziale Stadt entlassen werden kann.

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IHEK	2015-2017 Vor-Ort	Büro	 Schillerpromenade	10	|	12049	Berlin Tel.:	030	621	16	02 E-Mail:	info@quartiersmanagement.de 	 QM	Team:	Gunnar	Zerowsky,	Oliver	Heimes,	Garip	Alkas
Träger:	 BSG	Brandenburgische	Stadterneuerungsgesellschaft	mbh Ludwig-Richter-Str.	23	|	14467	Potsdam Geschäftsführer:	Dipl.-Ing.	Michael	Schipper,	Dipl.-Ing.	Andreas	Wunderlich Eingetragen:	Amtsgericht	Postdam,	HR-Nr.3454	Ust.Idnr.	DE138402115

www.schillerpromenade-quartier.de

Bedarfsliste IHEK 2015-2017 Maßnahme HF 1 - Bildung, Ausbildung, Jugend Renovierung und Umbau des Schilleria Mädchencafés für inklusive Angebote Erstellung eines Konzepts zur Erreichung und Anbindung Die Kinder und Jugendlichen aus den Flüchtlingsfamilien die in von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien der Notunterkunft im Mariendorfer Weg untergebracht sind, sollen an die Jugendeinrichtungen im Quartier herangeführt werden. Ausbau von Freizeit- und Ferienangeboten für Kinder aus sozial benachteiligten Familien Instandsetzung der Flure, Sanierung des Kellers und Umbau des Schulhofs der Karl-Weise-Schule (Baufonds) Umbau der (Baufonds) Klassenräume der Karlsgartenschule Die Klassenräume der KGS sollen im Hinblick auf die langfristige Entwicklung der KGS zum gebundenen Ganztagsbetrieb umgestaltet werden 2016 Projektfonds Kurzbeschreibung Zeithorizont Soziale Stadt-Fonds

2016

Projektfonds

2016

Projektfonds

2017

Baufonds

2017

Baufonds

Renovierung der Sanitärbereiche, Erneuerung der Fenster und Terrassentüren der Kita Lernen und Lachen Pflasterung der Einfahrt "Am Tower", Schalldämmung und Umbau des Altbaus und Aufstellung mobiler Container Anti-Gewalt Training für Jugendliche Ergonomische Schulausstattung Umgestaltung Außengelände Kita Emser Str. Bestückung sämtlicher Schulen im Sozialraum mit adäquatergonomischem Mobiliar Erneuerung der Freifläche und Ausstattung mit neuen

2018 2017 2016 2017 2018

Baufonds Baufonds/Projektfo nds Projektfonds Projektfonds/Bezirk Baufonds/Bene

Spielgeräten unter Einbeziehung der in 2013 erstellten Planung Vorlesepaten Kinderparlament Finden und Befähigen von ehrenamtlichen Vorlesepaten für Schulen/Kitas im Quartier Befähigung der Kinder zur Teilhabe an demokratischen Prozessen 2016 2016 Projektfonds Projektfonds Bezirk

Renovierung und Erneuerung von Teilen des Inventars im Das Yo!22 muss aufgrund von Wasserschäden und YO!22 Abnutzungserscheinungen an Teilen der Einrichtung teilrenoviert werden Musik und Tanzangebote Zur Belebung des kulturellen Lebens im Quartier wünschen sich Anwohner mehr Musik- und Tanzangebote für Kinder und Jugendliche

Projektfonds

Ausbau des Angebots an Kitaplätzen Schulen stärken/qualitativ gute Schulen Beleuchtung der Einfahrt "am Tower" Beschilderung Park und Halteverbot Kennzeichnung des Radweges Standort fürs Spielmobil im Schillerkiez Unterstützung der Selbstorganisation der Elternschaft an der Karlgarten- und Karl-Weise Schule Kitas und Schulen in den Veränderungsprozess einbeziehen Bereits mit Koordinierungsstelle für den Aufbau eines Bildungsverbundes abgedeckt bedarfsgerechte Unterstützung für die Schulen bei Planung und Umsetzung von Projekten, Entwicklung von Schulprofilen Verbesserung der Übersichtlichkeit im Eingangsbereich zur Einrichtung zur Verminderung des Unfallrisikos Oderstraße, s.o. Verbesserung der Nutzbarkeit des Angebots Spielmobil durch finden/schaffen von Standorten im Quartier

-

Bezirk/Senat Projektfonds

2015 2015

Bezirk Bezirk/OA Bezirk/Jugendamt

2016 laufend

Projektfonds/Bonus Programm Projektfonds

HF 2 - Arbeit und Wirtschaft Projekte zur Vernetzung der lokalen Wirtschaft mit Bildung von Partnerschaften zur Stärkung der Quartiersbindung sozialen und kulturellen Einrichtungen im Quartier der Gewerbetreibenden und zur Verbesserung der Teilhabechancen der Kunden sozialer Einrichtungen Bewusstsein der Verantwortung für den Kiez bei Teilweise bereits abgedeckt durch Projektfonds-Projekt zur TouristInnen bspw. über eine Informationskampagne Sensibilisierung für Müllvermeidung schärfen Transparenz bei der Vermietung von Wohnraum als Ferienwohnungen Südlichen Zugang zum Tempelhofer Feld stärken Entwicklung eines Gemeinwirtschaftsprojektes quartiersfördernden 2016 Projektfonds

2016

Aktions/Projektfonds

2017

Projektfonds/Stiftun gen SenStadt Projektfonds Ordnungsamt/Bezir k QM/Projektsfonds

Touristenströme Umlenken (-> S-Bahnhof Tempelhofer Feld) Angebotsbörse Kontrolle des Gaststättengewerbes sicherstellen Initiierung eines Gewerbenetzwerkes Projektierung/Durchführung von unterstützenden Maßnahmen zur Netzwerkbildung im Bereich lokales Gewerbe

2016/2017 2015

HF 3 - Nachbarschaft (Kultur, Gemeinwesen, Integration, Gesundheit) Nutzung des Gemeindehauses ermöglichen/ Neubau eines Finden/Errichten von großzügig dimensionierten Räumlichkeiten Bürgerzentrums für die Nutzung als Bürger-/Nachbarschafts-/Familienzentrum Bewohner/Mieter schützen/ stärken Überbrückungsfinan-zierung für zwei Standorte Bürgerzentrums (Schillerkiez und Warthekiez) Einführung von Milieuschutz Vorkaufsrecht für öffentliche Wohnungsbaugesell-schaften Mieter in Eigentum bringen Stadteilfeste/ Fest auf dem Tempelhofer Feld Soziale Gemeinschaft schaffen und mehr Menschen einbeziehen des 2017 Projektfonds/Baufo nds/ Stiftung/Bezirk Projektfonds Bezirk QM/Aktionsfonds/ Projektfonds QM

2016 2015 laufend laufend

HF 4 - Öffentlicher Raum Sperrmülltage Erneuerung des Straßennetzes und der Geh- und Radwege Aufklärung zur Mülltrennung/ Abfallmanagement Parkplatzproblematik Regelmäßige Möglichkeit Sperrmüll herauszustellen und abholen zu lassen Im Kiez gibt es keine Radwege und viele Kopfsteinpflasterstraßen Informationskampagen (bereits in Umsetzung) Durch umbauten gehen zunehmend Parkplätze verloren, gelichzeitig steigt das Autoaufkommen durch den Zugang zum Tempelhofer Feld Hermannstraße Ampeln/ U- Ampelsituation U-Bahnhof Leinestraße / Grüner Weg Vor der Kleingartenkolonie Oderstraße ist der Gehweg nur geteert und durch Wurzeln angehoben 2016 2015/2016 Bezirk Projektfonds Bezirk/SenStadt

Verkehrssituation Bahneingänge

2016 2017 2017 -

Bezirk Bezirk/Baufonds Bezirk/Baufonds Bezirk/Projektfonds Bezirk/Baufonds

Gehwegsanierung Herrfurth/Oderstraße

Errichtung eines Stadtplatzes am Haupteingang zum Aufwertung der Eingangssituation, Pflasterung der Gehwege s.o. Tempelhofer Feld Klärung der Wegeführung Fahrrad/Fußgänger Mittelpromenade Pflegen und verschönern Blockdurchwegung Silbersteinstraße Der Privatweg zwischen Sportplatz und Seniorenresidenz soll so gestaltet werden, dass er insbesondere von den Kindern der Hermann-Sander GS gefahr- und angstfrei genutzt werden kann

2016/2017

Instandsetzung öffentlicher Spielplätze (Mahlower Str., Lichtenrader Str., Herrfurthstraße) Beleuchtung Oderstraße und Grüner Weg Beleuchtung der Zugangswege zur „Kinderwelt am Feld“ (ehem. IKEZ Am Tower) um Kindern und Jugendlichen einen gefahr- und angstfreien Zugang zu ermöglichen

2016/2017 -

Bezirk/Baufonds Bezirk/Baufonds

Umwandlung der ehem. Friedhofsfläche St.-Thomas in eine Fläche befindet sich im Ankauf, Naturnahe Grünfläche bereits Grünfläche geplant

2016

SenStadt/Bund

HF 5 - Beteiligung, Vernetzung und Einbindung von Partner Finanzierung der Mieterberatung ab 2016 Unterstützung von Nacht und Nebel Nachbarschaftstreff mit festen Treffstunden Bekanntmachen von Angeboten Medienwerkstatt als zentraler Vernetzungsort für Projekte Nachbarschaftsorte stärken / Begegnungsstätten schaffen Theaterbühne Schillerkiezportal beleben Zur Belebung des kulturellen Lebens im Quartier wünschen sich Anwohner eine Theaterbühne Schaffung und Betrieb einer Online-Plattform für das Quartier – war bereits Bestandteil der Medienwerkstatt der Kulturen – möglicherweise Umsetzung nach Neuausschreibung 2015 - 2016 Aktuelles Projekt läuft Ende 2015 aus Kunstprojektnacht Laufendes Projekt Laufende Projekte Ausschreibung in Planung 2016 2016 2015 2016 2015 Projektfonds Projektfonds Projektfonds QM Projektfonds laufend Projektfonds Projektfonds Projektfonds

Offene Workshopreihe für Menschen mit und ohne Themenoffener Ansatz um das Querschnittsthema Inklusion im Behinderungen Quartier neu anzugehen Kino Tonstudio Fußballturnier Ausstellungsreihe mit KunstabsolventInnen Offene inklusive Schillerpromenade Musikprojektreihe auf Zur Belebung des kulturellen Lebens im Quartier wünschen sich Anwohner eine Ausstellungsreihe der Zur Vertiefung des Ansatzes Inklusion durch Kunst/Kultur wünschen sich Anwohner inklusive Musikprojekte Zur Belebung des kulturellen Lebens im Quartier wünschen sich Anwohner ein Kino Zur Belebung des kulturellen Lebens im Quartier wünschen sich Anwohner ein Tonstudio

2016

Projektfonds Projektfonds Projektfonds Aktionsfonds/ Projektfonds Projektfonds Projektfonds
        
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