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Full text: Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept ... (Rights reserved) Issue2019/22 (Rights reserved)

Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept 2019-2022 Quartiersmanagement Zentrum Kreuzberg/Oranienstraße Vorgelegt vom QM-Team Laila Atrache-Younes Nicole Bosa Tabea Hilse Verein zur Förderung von demokratischen Entwicklungsprozessen e.V. / VDE e.V. Berlin, 10.05.2019 INHALTSVERZEICHNIS 0. Einleitung _______________________________________________________________________________________ 1 1. Gebietsbeschreibung ___________________________________________________________________________ 2 Karte des QM-Gebiets Zentrum Kreuzberg/Oranienstraße _________________________________________ 2 Kurze allgemeine Gebietsbeschreibung _________________________________________________________ 2 Eckpunkte des QM-Gebietes __________________________________________________________________ 3 Die wichtigsten Partner*innen der Gebietsentwicklung ____________________________________________ 3 2. Leitbild __________________________________________________________________________________________ 5 Kotti ist Vielfalt ______________________________________________________________________________ 5 3. Stand der Gebietsentwicklung _________________________________________________________________ 7 Aktivierung der Bewohner*innen _______________________________________________________________ 7 Verantwortung für den Kiez ___________________________________________________________________ 8 Vernetzung _________________________________________________________________________________ 10 Bildungssituation ___________________________________________________________________________ 11 Lebendiger Kiez _____________________________________________________________________________ 14 Wohnen und Wohnumfeld ___________________________________________________________________ 15 4. Künftiger Handlungsbedarf im Gebiet _______________________________________________________ 18 a) Bildung, Jugend, Ausbildung ________________________________________________________ 18 b) Arbeit und Wirtschaft ______________________________________________________________ 22 c) Nachbarschaft (Gemeinwesen, Integration, Gesundheit) ___________________________________ 23 d) Öffentlicher Raum ________________________________________________________________ 26 e) Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der Partner _____________________________________ 29 5. Strategien zur Verstetigung __________________________________________________________________ 32 6. Fazit ____________________________________________________________________________________________ 35 Anhang 1: Bedarfsliste IHEK 2019-22_____________________________________________________________ 35 Anhang 2: Verantwortung für den Kiez __________________________________________________________ 40 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS AFJ AKS Gemeinwohl AWO BA BBR BMFSFJ BIM BKM BSR Bzbm’in DifU EBBR EEC EFRE ESU Fr.-Kr. GeS GfbM GMS GS HF HK HV IntB ISQ ISS JNG JugFör KBE KFJE Kotti NKZ MSA OBPK OS PEB PLR QM Q-Rat QM ZKO RAA SchulSP SenBJF SenGPG SenIAS SenStadtUm SenStadtWohn SIWANA SSP STZ WTP WIB WiFö WU Aktionsfondsjury Arbeits- & Koordinierungsstruktur für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung Arbeiterwohlfahrt Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Berufsbildungsreife Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat Staatsministerin für Kultur und Medien Berliner Stadtreinigung Bezirksbürgermeisterin Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH Erweiterte Berufsbildungsreife Early-Excellence-Center Europäischer Fonds für regionale Entwicklung Einschulungsuntersuchungen Friedrichshain-Kreuzberg Gemeinschaftsschule(n) Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen Gustav-Meyer-Schule Grundschule Handlungsfeld Handlungskonzept Hausverwaltung(en) Integrationsbeauftragte Institut für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg Integrierte Sekundarschule(n) Jens-Nydahl-Grundschule Jugendförderung Koordination Frühe Bildung und Erziehung Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Kottbusser Tor Neues Kreuzberger Zentrum Mittlerer Schulabschluss Organisationseinheit Bezirkliche Planung und Koordinierung Oberschule Partnerschaft. Entwicklung. Beschäftigung Planungsraum/Planungsräume Quartiersmanagement Quartiersrat QM-Gebiet Zentrum Kreuzberg/Oranienstraße Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie e.V. Schulsanierungsprogramm Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds Schulanlagensanierungsprogramm / Mittel des Bundes Stadtteilzentrum Wassertorplatz Werkstatt für Integration durch Bildung Wirtschaftsförderung Wohnungsunternehmen 0. EINLEITUNG Seit 2014 steht die (Infra-)Strukturstärkung im Fokus der Gebietsentwicklung. Als Teil eines integrierten Gesamtkonzeptes im Rahmen des Strukturförderprogramms „Soziale Stadt“ wurden konzeptionelle Ansätze sowie Strategien entwickelt, die auf eine Stärkung von Netzwerk- und Beteiligungsstrukturen und auf die infrastrukturelle Optimierung von Einrichtungen zielen. Die 2016-18 erbrachten Ergebnisse dienen als Grundlage für die konzeptionelle Weiterentwicklung strategischer Lösungsansätze, aber auch zur Verankerung resp. Etablierung der aufgebauten Strukturen. In der Fortschreibung des IHEK werden die Rahmenbedingungen und Problemlagen im Programmgebiet berücksichtigt.1 Dazu gehören: die starke Problempersistenz im südlichen Teil des Quartiers, die unzureichende soziale Stabilität und die ausbaufähige Professionalisierung bürgerschaftlicher Selbsthilfestrukturen. Im „Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2017“ wird der Aktionsraum Kreuzberg-Nordost bei der Auswertung der Entwicklungstrends als ein „Gebiet mit überdurchschnittlich hohen Werten bei den vier IndexIndikatoren (Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Transferbezug und Kinderarmut)“ eingestuft; die dem QM-Gebiet zugeordneten Planungsräume sind als Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf und POSITIVE ENTWICKLUNGEN 2017-2019  Ankerpunkt stärken: Unterstützung des STZ Familiengarten (Kotti e.V.) in seiner Rolle als Anlauf- und Knotenpunkt für Kommunikation, Austausch und Begegnung der Nachbarschaft  Nachbarschaftliches Zusammenleben fördern: Verankerung des Nachbarschaftstreffpunktes blog_huette in die Struktur des Stadtteils, Übergabe der Verantwortung an die Anwohner*innen  Netzwerke aufbauen und stärken: bildung@kotti (→ Bonusprogramm der JNG & BA), Gemeinwesennetzwerk@kotti (Kotti e.V.), Unternehmen für den Kotti (LOKATION:S)  Verantwortungsübernahme (be-)stärken: Einbindung des kommunalen WU Gewobag als „Starken Partner“ in die Quartiersentwicklung, (Re-)Kommunalisierung Plus (Kotti-Coop e.V.)  Maßnahmen fortführen: „Kita-Lotsen“, „Arbeit mit Eltern aus dem arabischsprachigen Kulturraum“ an der JNG (→ Bonusprogramm); „Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche“ (→ Stiftungen, Unternehmen, Sponsor*innen, BA, Deutsche Wohnen AG)  (Infra-)Struktur stärken/qualifizieren: Umbau-/Sanierungsarbeiten: Turnhalle JNG (→ SSP & SIWANA), Umbau GMS (SIWANA, SSP & SchulSP), Fundraising-Qualifizierung der Einrichtungen (CamP Group gGmbH), Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten der Mittelpunktbibliothek (BA)  Außenwahrnehmung verbessern: Wir sind der Kotti! (Kotti-Coop e.V.)  Wohnumfeld & Sicherheit verbessern: Gemeinwesenorientierte Sozialarbeit am Kottbusser Tor (Fixpunkt e.V.), Gemeinsam. Sauber. Aktiv (CamP Group gGmbH), Brennpunktstreife Kotti (Polizei) kumulierten sozialen Problemlagen ausgewiesen (unverändert zu 2015: 4+/-).2 Für die dauerhafte Stabilität des Gebietes werden die angestoßenen positiven Entwicklungen weiterverfolgt. Eine Herausforderung bleibt auch 2019-22 die Erarbeitung einer langfristigen Strategie zur Lösung der Problemlagen am Kottbusser Tor. Der 2016 im Rahmen eines bezirklichen Strategietages begonnene Diskussionsprozess wurde im Dezember 2018 fortgeführt, um mit den politisch Verantwortlichen und lokalen Akteur*innen auf Basis der erzielten Ergebnisse nachhaltige konzeptionelle Lösungsansätze für eine Gesamtstrategie zu erarbeiten. Die Bedarfssammlung und z.T. auch Maßnahmenentwicklung erfolgte im Rahmen der Netzwerktreffen (wie bildung@kotti, Gemeinwesennetzwerk@kotti), der Q-Ratsitzungen und -workshops sowie der Bewohner*innenumfragen und -veranstaltungen. Eine Abstimmung der Handlungserfordernisse, der konzeptionell-strategischen Lösungsansätze sowie der Maßnahmeideen erfolgte auf Quartiersebene im Rahmen der Q-Ratsitzungen, auf Bezirksebene im Rahmen von Fachgesprächen und schriftlichen Zuarbeiten der bezirklichen Fachämter. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Prioritäten im IHEK 20192022 auf der Festigung und Verankerung aufgebauter Strukturen und Netzwerke liegen, auf der weiteren strukturellen Stärkung der Gemeinwesenarbeit von Kotti e.V. sowie auf der Stärkung nachbarschaftlicher Beziehungen und der Qualifizierung bürgerschaftlicher Selbsthilfestrukturen. Weiterhin gilt es, Dialogprozesse zur integrierten Herangehensweise an die Bedarfe und Problemlagen im Stadtteil sowie die informellen Be- 1 So zuletzt im Difu-Gutachten zu Verstetigungsmöglichkeiten Berliner Quartiersmanagementverfahren, 2013, S. 153. niedriger Status, stabile Dynamik. 2 Sehr 1 teiligungsformen zur Einbindung aller Zielgruppen in die Quartiersentwicklung im Sinne einer nachhaltigen Stadtteilentwicklung zu etablieren. 1. GEBIETSBESCHREIBUNG Karte des QM-Gebiets Zentrum Kreuzberg/Oranienstraße Kurze allgemeine Gebietsbeschreibung Das QM-Gebiet „Zentrum Kreuzberg/Oranienstraße“ liegt im Herzen des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg. Für viele Menschen ist das Quartier der Inbegriff einer lebenswerten Stadt, mit der sie die Idee der „Stadt der kurzen Wege“ verbinden – urban, dicht, nutzungsgemischt und vielfältig, mit einer funktionierenden Nahversorgung, entsprechenden Mobilitätsangeboten sowie mit Grün- und Freiflächen. Das Quartier ist vielseitig hinsichtlich seiner Baustruktur. So ist das Gebiet um das Kottbusser Tor nach der sog. „Kahlschlagsanierung“ in den 1970er/80er Jahren durch Großgebäudekomplexe geprägt. Die Blöcke entlang der Oranienstraße, Reichenberger und Dresdener Straße sind hingegen in ihrem heutigen Bestand Ergebnis der darauffolgenden „behutsamen Stadterneuerung“. Sie unterscheiden sich z.T. erheblich in ihren sozialen, ökonomischen, baulich-räumlichen und infrastrukturellen Ausgangslagen. Die Verkehrsflächen unterhalb der Hochbahn U1/U3 und der Kreisverkehr am Kottbusser Tor stellen physische Barrieren für Bewohner*innen und Fußgänger*innen dar und teilen das Quartier in einen nördlichen und einen südlichen Bereich. Im Quartier leben nach den letzten Daten des Statistischen Landesamtes Berlin 8.553 Bewohner*innen auf ca. 32 ha (Stand 31.12.2017). Die Vielzahl der Kulturen verleiht dem Quartier ein vielfältiges, aufgrund der Herkunftsländer der Bewohner*innen z.T. orientalisches Erscheinungsbild. Die Gewerbestruktur im Quartier ist geprägt durch Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe (überwiegend Gastronomie). Es gibt keine Warenhäuser, nur vereinzelt Filialisten und 5 Supermarktketten: Lidl, Norma, Rewe, BioCompany, Istanbul Supermarkt. Das Gewerbe ist multiethnisch/-kulturell durchmischt. Unter der migrantischen Bewohner*innenschaft gibt es eine Vielzahl von Selbstständigen (Familienunternehmen), hauptsächlich Einzelhändler*innen und Imbissbetreiber*innen. Die Dienstleistungen am Kottbusser Tor konzentrieren sich auf Friseure, Reisebüros, Apotheken, ein Ärztehaus (14 Ärzte mit 5 verschiedenen Fachrichtungen), seit 2018 eine Zahnarzt-Gemeinschaftspraxis sowie diverse Internetcafés, Wettbüros und Spielcasinos. 2 Eckpunkte des QM-Gebietes SOZIALSTRUKTUR QM ZKO Stand 31.12.2017 (vgl. 31.12.2016) Friedrichshain-Kreuzberg Berlin 2017 2016 2017 2017 Einwohner*innenzahl 8.553 8.557 283.974 3.711.930 davon Deutsche 5.061 5.046 209.525 3.000.648 davon Ausländer 711.282 3.492 3.511 74.449 Personen mit Migrationshintergrund (ein- und beidseitig) 6.039 (70,61%) 6.008 (70,21%) 119.754 (42,2%) davon Deutsche mit Migrationshintergrund: 2.547 (29,8%) 3233 (37,8%) 2.497 (29,2%) 3415 (39,91%) 45.305 (16%) k.A. 19% 18%3 720 (8,42%) 787 (9,2%) 6,8% 6,3%4 Kinderarmut 59,08% 63,67% 12,2%5 28,91% Wohndauer (mind. 5 Jahre) 67,67% 66,75% k.A. 59,89% ALG II Empfänger*innen Arbeitslosenanteil nach SGB II & III 1.207.119 (32,52%) ALTERSSTRUKTUR Stand 31.12.2017 0-18 18-35 35-65 65+ QM ZKO 1.568 2.557 3.585 843 Fried.-Kr. 43.640 90.933 120.978 28.423 Berlin 588.320 897.589 1.516.848 709.173 Die wichtigsten Partner*innen der Gebietsentwicklung sind:  Kotti e.V.: Als Träger des Stadtteilzentrums Familiengarten und des Nachbarschaftsladens ist der Verein seit 1986 aufgrund seiner breiten Angebotspalette Anlaufstelle für viele Bewohner*innen des Quartiers. Kotti e.V. ist zudem Träger von 4 Kitas, der Mosaik-Etage, des Kinderbüros in der JNG und des Schülerhauses in der Nürtingen-Grundschule (QM-Gebiet Mariannenplatz).  Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße: Die Bibliothek ist ein stark frequentierter Bildungsort am Kottbusser Tor mit zahlreichen bewohner*innenadäquaten Angeboten für Kinder und Jugendliche (z.B. lernbegleitende Angebote) sowie für Erwachsene (z.B. VHS-Deutschkurse). Auch aufgrund der mehrsprachigen Bestände und der kostenlosen Internetnutzung ist sie für viele Bewohner*innen eine wichtige Anlaufstelle. Die Bildungsinstitution arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung ihrer Serviceleistungen und an Konzepten zur Steigerung der Attraktivität für Nutzer*innen; voraussichtlich ab Sommer 2019 wird die Mittelpunktbibliothek auch an Samstagen geöffnet sein und zusätzliche Aktivitäten/Veranstaltungen für alle Zielgruppen anbieten.  WU: Das kommunale Wohnungsunternehmen Gewobag, die Deutsche Wohnen AG und die Admiralstraße 1-6 Grundstücks GmbH & Co. Hausbau KG unterstützen die Arbeit des QM, so z.B. durch das unbürokratische Erteilen von Genehmigungen für Aktionen. Die Deutsche Wohnen AG stellt zudem Räumlichkeiten für die Durchführung von sozio-kulturellen Maßnahmen im südlichen Teil des Quartiers mietfrei zur Verfügung. Die Gewobag unterstützt (auch finanziell) Aktionen von Akteur*innen des NKZ – Bewoh- 3 PRISMA, Stand 31.12.2017 Stand 31.12.2017 5 Stand 2015; neue Zahlen liegen nicht vor 4 PRISMA, 3 ner*innen, Vereinen, Gewerbetreibenden – und arbeitet im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit dem Mieterrat des NKZ zusammen.  Jens-Nydahl-Grundschule: Die Grundschule ist eine gebundene Ganztagsschule und seit 2014 eine „Bonusschule“. Die zahlreichen Angebote reichen von speziellen Förderungen (z.B. Etep, Rechenfix) für Kinder bis hin zur Erwachsenenbildung (Deutschkurse für Eltern). Die JNG kooperiert u.a. mit der Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße („Lesewelt“, „WortStark“) und dem Bürgernetzwerk Bildung (Lesepat*innen). Durch die Öffnung der JNG zum Quartier hat sich die Bildungsinstitution zu einer wichtigen Partnerin lokaler Akteur*innen entwickelt, mit denen sie im Rahmen von Projekten und Aktionen im Stadtteil kooperiert.  Kotti-Coop e.V.: Der Verein wurde 2015 von Anwohner*innen des Kottbusser Tores gegründet, die sich seit Jahren im Kiez freiwillig engagieren und aktiv sind. Der Verein setzt sich v.a. für die Förderung des interkulturellen Miteinanders, für den sozialen Austausch und die Hilfe zur Selbsthilfe sowie für eine Verschönerung des öffentlichen Raumes ein. Kotti-Coop e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, das Kottbusser Tor nach außen hin als einen Ort mit Potenzialen (und nicht nur mit Defiziten) zu kommunizieren, um so auch den medialen Zerrbildern der letzten Jahre entgegenzuwirken. Für das QM ZKO ist Kotti-Coop e.V. v.a. als Verein der Anwohner*innen ein wichtiger Partner in der Bedarfsermittlung und Initiierung von Angeboten und Maßnahmen. Einrichtungen und Akteur*innen im Gebiet (kursiv geschrieben sind quartiersangrenzend liegende Einrichtungen)         4 Nachbarschafts- und Begegnungsstätten: Stadtteilzentrum und Nachbarschaftsladen Kotti e.V., Familiengarten Aile Bahçesi (Kotti e.V.), Frauenzentrum Schokofabrik, AWO Begegnungszentrum, Familienzentrum Adalbertstraße 4 Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen: Loyal e.V., Sport-, Bildungs- und Kulturzentrum NaunynRitze, Statthaus Böcklerpark, Jugendhaus CHIP 6 WU/HV: Gewobag (seit April 2017), Deutsche Wohnen AG, Admiralstraße 1-6 Grundstücks GmbH & Co. Hausbau KG, ZBVV – Zentrale Boden Vermietung und Verwaltung GmbH, WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH, degewo AG 3 Schulen: JNG, Gustav-Meyer-Schule (→ Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ für Schüler*innen aus dem gesamten Stadtgebiet), Zweiter Bildungsweg Friedrichshain-Kreuzberg (Schüler*innen aus dem gesamten Stadtgebiet) 19 Kitas: INA.KINDER.GARTEN (150 Plätze), Kita Adalbertstraße 87 (26 P.), Kita Adalbertstraße 88 (24 P.), Kita Dresdener Straße 14 (38 P.), Kita Naunynstraße 69 (63 P.), EKT Schokokids e.V./Naunynstraße 72 (21 P.), Kita Wassertropfen/Oranienstraße 192 (54 P.), EKT - Kinderladen Bande e.V./Oranienstraße 202 (14 P.), Kita Oranienstraße 4 (93 P.), Kita Oranienstraße 56 (87 P.), Kita Leuschnerdamm 33 (111 P.), Kita Reichenberger Straße 40 (99 P.), Kita Reichenberger Straße 156a (77 P.), Evangelische Kita der Melanchthon-Gemeinde (50 P.), Kita Planufer 81 (119 P.), Kita Planufer 92 (18 P.), Kita Mariannenstraße 47 (26 P.), Kita Mariannenstraße 48 (16 P.), Kita Adalbertstraße 23B (22 P.) 9 Migrantische Vereine: Türkische Gemeinde zu Berlin e.V., Türkischer Elternverein in Berlin-Brandenburg e.V., Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e.V., Kurdisches Zentrum e.V., Islamisches Kulturzentrum der Bosniaken in Berlin e.V., Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V., Polnischer Sozialrat e.V., Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg, Kulturzentrum Anatolischer Aleviten e.V. Bezirksbibliothek: Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße (Wilhelm-Liebknecht-/Namik-Kemal-Bibliothek) Kultureinrichtungen: FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Museum der Dinge: Werkbundarchiv, SO 36, Kino Babylon, Künstlerhaus Bethanien/Kottbusser Straße, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Ballhaus Naunynstraße, fsk – Kino am Oranienplatz 4 2. LEITBILD Kotti ist Vielfalt Das Quartier um den Kotti soll sich weiter entwickeln als ein kraftvolles, sozial und kulturell durchmischtes Wohn- und Arbeitsgebiet, das Lebensqualität sichert, Zugänge schafft und Lebenswelten verbindet. Lebensqualität sichern – um für die Menschen am Kotti ein qualitätsvolles Wohn- und Arbeitsumfeld zu schaffen und zu bewahren. Zugänge schaffen – um allen Bewohner*innen gute und gleiche Bildungschancen, Entfaltungsmöglichkeiten und Chancen zur aktiven Teilhabe am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben zu ermöglichen. Lebenswelten verbinden – damit aus Nebeneinander ein Miteinander entsteht. Austausch gestalten – um zu gewährleisten, dass sich der Kiez in einem von Bewohner*innen und Akteur*innen gemeinsam getragenen Prozess entwickeln und ein Stück Heimat bieten kann: ein Zuhause, für das man sich gerne engagiert. Das Quartier bietet … ein Wohn- und Arbeitsumfeld im Herzen Berlins, das geprägt ist von Urbanität, Vitalität und Kreativität. Gemeinsames Ziel ist es, …  dass sich das Quartier um den Kotti als ein Stadtteil der Vielfalt weiter entfaltet und seine besondere Form der „Kreuzberger Mischung“ bewahrt.  dass der Kiez der kurzen Wege erhalten bleibt und die Nahversorgung der Bewohner*innen sichergestellt ist.  dass der Tourismus im Quartier kiezverträglich ist.  dass das Quartier sicheren und bezahlbaren Wohnraum und Gewerbeflächen für alle Bevölkerungsschichten bietet und Eigentümer*innen und Politik soziale Verantwortung übernehmen.  dass das Wohnumfeld sauberer und kinderfreundlicher wird.  dass Strategien vorhanden sind, um das Sicherheitsempfinden/die Sicherheit im öffentlichen Raum zu steigern. … inmitten der Stadt Orte zum Ausruhen und zum Verweilen.    dass die Grünanlagen im Quartier sauber und gepflegt sind sowie von Jung und Alt gerne aufgesucht und genutzt werden. dass ausreichend nutzer*innengerechte Spiel- und Sportbereiche für Kinder und Jugendliche im Gebiet vorhanden sind wie auch Aufenthaltsorte für alle Generationen im öffentlichen Raum. dass der öffentliche Raum und Orte zum Verweilen und Ausruhen allen Bewohner*innen zugänglich und barrierefrei gestaltet sind. Im Gebiet gibt es Gemeinsames Ziel ist es, … … starke Bildungsinstitutionen und Akteur*innen der Gemeinwesenarbeit.   dass Zugänge zu den Institutionen geschaffen sind, um allen Bewohner*innen gute und gleiche Start-, Bildungs- und Gesundheitschancen sowie Förder- und Entfaltungsmöglichkeiten zu ermöglichen. dass Bildungsinstitutionen und Akteur*innen der Gemeinwesenarbeit sich als Ankerpunkte einer gut vernetzten Infrastruktur entwickeln, die optimal abgestimmt ist auf die Bedarfe und Anforderungen im Gebiet. 5        dass es Anlaufstellen, nachbarschaftliche Treffpunkte und Freizeitmöglichkeiten für alle gibt. dass die gute Arbeit der Grundschule anerkannt und sichtbar gemacht wird. dass die Grundschule eine Strahlkraft in den Kiez entwickelt. dass Kinder frühzeitig in ihren Kompetenzen durch bestmögliche individuelle Bildungsangebote gestärkt werden und Eltern als Bildungspartner*innen in die Bildungsprozesse ihrer Kinder einbezogen werden. dass das Potenzial der Kinder- und Jugendeinrichtungen optimal zur Geltung gebracht wird. dass alle Bewohner*innen „Bildung“ als einen lebensphasenbegleitenden Prozess erfahren und nutzen können. dass sich gefestigte und selbsttragende Netzwerke bürgerschaftlichen Engagements stabilisieren. Im Quartier wird Vielfalt sichtbar Gemeinsames Ziel ist es, … … an den vielen Herkunftskulturen, die in der Bewohner*innenschaft vertreten sind, an den vielen Besucher*innen aus Nah und Fern, an dem Miteinander von Arbeiten und Wohnen.     dass die Verschiedenheit der kulturellen Wurzeln und die Heterogenität der im Quartier vertretenen Lebensstile als Potenzial anerkannt und genutzt werden, die dem Gemeinwesen positive Impulse geben. dass Offenheit und ein respektvoller Umgang das Zusammenleben und das Zusammenkommen der Menschen am Kotti prägen. dass Kommunikation über die Grenzen der eigenen Community hinweg stattfindet und dass Brücken zwischen den Generationen und sozialen Milieus geschlagen werden, um gemeinsam mehr Verantwortung zu übernehmen und sich für den Kiez einzusetzen Unser Leitgedanke ist Austausch und Beteiligung. Die Quartiersentwicklung ist ein gemeinsam gestalteter Prozess aller Akteur*innen und wird getragen durch Dialog und Engagement von Bewohner*innen, Verwaltung, Wohnungsunternehmen, lokalen Einrichtungen, Gewerbetreibenden und Unternehmer*innen. Das starke bürgerschaftliche Engagement und die unterschiedlichsten Lebenswelten, die aufeinander treffen und ineinander wirken, werden als Potenzial und Energie für die Quartiersgestaltung positiv genutzt. Die Quartiersentwicklung orientiert sich in allen gesellschaftlichen Bereichen an den Querschnittsthemen Partizipation, Armutsbekämpfung, Inklusion, Altersgerechtigkeit und Nachhaltigkeit. 6 3. STAND DER GEBIETSENTWICKLUNG Aktivierung der Bewohner*innen Beteiligung und Engagement, Protest und politischer Widerstand prägen die Geschichte des Stadtteils SO36. Viele Bewohner*innen engagieren sich für die Belange ihres Kiezes, sind aktiv in Initiativen, mobilisieren für politische Themen und fordern vehement ihr Mitspracherecht ein. Grundsätzlich ist zu beobachten, dass das bürgerschaftliche Engagement der Bewohner*innen, Gewerbetreibenden und lokalen Akteur*innen in den letzten Jahren zugenommen hat, v.a. bei Themen, die den öffentlichen Raum betreffen (wie Kriminalität am Kottbusser Tor) oder bei sozio-politischen Themen (Mietenproblematik/Verdrängung/Gentrifizierung). Mittels der bisherigen, bewährten Beteiligungsformate werden insbesondere Bewohner*innen und Akteur*innen aus Milieus mit einer ausgeprägten Gemeinwohlorientierung und einer hohen Identifikation mit dem Wohn- und Arbeitsort erreicht (Milieus der Liberal-Intellektuellen, Sozio-Ökolog*innen, Traditionellen sowie Bürgerliche Migrant*innen-Milieus), die auch die größte Bereitschaft zu einem langfristigen Engagement zeigen. 2017 begann QM die im Quartier vorrangig lebenden, aber bisher schwer zu erreichenden Gruppen der Konsum-Hedonist*innen (31,9 %) und der Experimentalist*innen (41.9 %)6 verstärkt in die Stadtteilentwicklung einzubinden, indem milieuspezifische Beteiligungsansätze und Formate zur Partizipation und alternative Formen der Aktivierung und Vermittlung von Inhalten entwickelt und erprobt wurden. Bürgerschaftliches Engagement zeigt sich z.B. bei der Zusammensetzung der Bewohner*innengremien, die 2017 neu besetzt wurden. So besteht die Aktionsfondsjury aus 8 Bewohner*innen und der Q-Rat aus 9 Bewohner*innen sowie 6 „Starken Partnern“. Interessierte Bewohner*innen des Quartiersgebietes ab 16 Jahren konnten sich für beide Gremien als Kandidat*innen aufstellen lassen. Am 30.11.2017 wurden die Bewohner*innenvertreter*innen auf einer Wahlabschlussveranstaltung gewählt. Aufgrund der seit 2015 andauernden Problemlagen am Kottbusser Tor begann sich der Q-Rat ab 2016 selbstorganisiert außerhalb der turnusgemäßen Sitzungen zu treffen, um kiezrelevante Probleme zu diskutieren und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Parallel dazu engagierten sich auch zahlreiche Akteur*innen, Gewerbetreibenden und Bewohner*innen in Initiativen und Netzwerken.7 Die Beteiligung von Bewohner*innen mit Migrationshintergrund hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert; in den letzten Jahren konnten zahlreiche Bewohner*innen aktiviert werden. Im Quartier gibt es zahlreiche Vereine mit einer großen Bandbreite an (Beratungs-)Angeboten für Migrant*innen. Insbesondere im südlichen Quartier ist eine Zunahme der Teilnahme von Eltern mit Migrationshintergrund zu verzeichnen. Nach wie vor werden jedoch nicht alle Quartiersbewohner*innen erreicht: viele Bewohner*innen nutzen weder institutionelle Ressourcen, noch nehmen sie an (Unterstützungs-)Angeboten und/oder Aktionen teil und können so nicht eingebunden werden. Die Gründe sind vielfältig: Entweder kennen sie die Angebote nicht oder sehen keine Nutzungsvorteile für sich bzw. haben Nutzungshemmungen. Die Aktivierung ist i.d.R. v.a. dann erfolgreich, wenn Mitarbeiter*innen aus dem Kulturkreis der Zielgruppen in die Projektarbeit eingebunden sind. Dies belegen auch die Zahlen der Elternbeteiligung an der JNG. Die Erweiterung des KinderbüroTeams um eine arabischsprachige Ansprechperson zeigt, dass sich inzwischen weitaus mehr Eltern aus dem arabischsprachigen Raum an Veranstaltungen und Elternversammlungen beteiligen. Darüber hinaus nehmen mittlerweile viele Bewohner*innen zielgruppenspezifische Angebote wahr, beteiligen sich an Vorbereitungen für Feste und Veranstaltungen sowie an der Planung und Organisation von Aktionen und Angeboten, die sie mit Unterstützung u.a. des QM umsetzen. Dies liegt an der effizienteren Kommunikation von Angeboten im Quartier, u.a. über die Netzwerke, aber auch an der Arbeit der zahlreichen, z.T. selbstorganisierten Initiativen und Multiplikator*innen. Großer Resonanz erfreuen sich auch nach wie vor offene, bewohner*innenorientierte Veranstaltungen wie Straßen- und Nachbarschaftsfeste. Eine positive Entwicklung ist zudem die seit Jahren zunehmende Bereitschaft der Bewohner*innen, sich über die Grenzen ihrer Communities hinweg zu engagieren. So hat sich etwa die 2011 gegründete Bewohner*inneninitiative „Kotti & Co“ nicht nur als Protest-Mieter*innengemeinschaft etabliert; vielmehr frequentieren viele Bewohner*innen die Anlaufstelle im Quartier („Gecekondu“) auch als Nachbarschaftstreffpunkt, nehmen Hilfsangebote wahr und unterstützen die Initiative durch ihr ehrenamtliches Engagement. Die Bewohner*innen und Gewerbetreibenden am Kottbusser Tor beklagen seit langem die hohe Belastung des Wohn- und Arbeitsumfeldes; seit 2015 fordern sie laut und unter medialer Aufmerksamkeit Lösungen 6 7 Zahlen aus der vhw-Milieustudie, Juni 2016, unveröffentlicht Siehe dazu den Abschnitt „Vernetzung“, S. 10 7 von politisch Verantwortlichen ein. Die Zunahme der Kriminalität sowie des offenen Drogenhandels und konsums wie auch die geringe Aufenthaltsqualität des Kottbusser Tores führten zu einer als anhaltend und z.T. unerträglich empfundenen Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und zu einem negativ beeinträchtigten Sicherheitsempfinden der Anwohnenden. Die Forderungen der Akteur*innen im Quartier und das steigende mediale Interesse am Kottbusser Tor als „Kriminalitätsschwerpunkt“ und „no-go-area“ rückten das QM-Gebiet 2016 auch ins Zentrum der bezirklichen Politik. Nach zwei von BA unter Einbeziehung von QM durchgeführten Strategieworkshops zur Lage am Kottbusser Tor (April 2016 & Dezember 2018) konnten gemeinsam mit allen Beteiligten (Bzbm’in, Stadträt*innen, Vertreter*innen der Fachämter, der Bewohner*innenschaft und der Einrichtungen im QM-Gebiet, WU, HV, Polizei, BVG) Lösungsansätze entwickelt und Maßnahmeideen zur Reduzierung der Problemlagen vereinbart, initiiert und z.T. umgesetzt werden. Viele Bereiche des QM-Gebietes sind unverändert geprägt durch Müll und Vandalismus, z.T. auch durch Drogenkonsumrückstände. Nach wie vor sieht ein Großteil der Bewohner*innen die mangelnde Sauberkeit als eines der zentralen Probleme im QM-Gebiet. Die Unzufriedenheit mit dem Zustand des öffentlichen Raums, sei es wegen der mangelnden Sauberkeit oder wegen der für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen unzureichenden Verkehrssituation, ist für viele Anlass, sich im Rahmen der durch BA initiierten Bürger*innenbeteiligungsverfahren zur Neu-/Umgestaltung des öffentlichen Raums einzubringen. 2017/18 gab es zwei Verfahren: eines im Rahmen der Um-/Neugestaltung des sog. Skalitzer Parks, ein weiteres zur Erarbeitung des Integrierten Verkehrskonzeptes Südliche Luisenstadt 8. Die Umsetzungen sollen mit Mitteln des Städtebaulichen Denkmalschutzes erfolgen. Die Veräußerungen von Immobilien und die damit verbundenen Mieterhöhungen und Verdrängung nehmen von Jahr zu Jahr an Dynamik zu und beunruhigen Bewohner*innen, Gewerbetreibende und Akteur*innen gleichermaßen. Seit einigen Jahren ist eine deutliche Veränderung in der Mieter*innen- und Gewerbestruktur zu beobachten. Der massive Verdrängungsdruck und die damit verbundenen Existenzsorgen führen zum Zusammenschluss vieler (Klein-)Gewerbetreibenden und Akteur*innen im Quartier (z.B. Initiative OraNostra). 2016 wurde der Mieterrat des NKZ gegründet und gewählt. Der Mieterrat sieht nicht als ein konsultatorisches, sondern als autonomes Gremium und forderte daher während der Verhandlungen und Diskussionen mit der Gewobag sein Mitbestimmungs- und Entscheidungsrecht ein. Die im Oktober 2018 unterzeichnete Kooperationsvereinbarung sichert die Informations- und Beteiligungsrechte des Mieterrates – ein erster erfolgreicher Schritt und sicherlich perspektivisch ein Meilenstein bzgl. der Mitbestimmungsrechte von Mieter*innen. Die Ergebnisse des über „Soziale Stadt“ finanzierten Modellprojektes „(Re-)Kommunalisierung Plus“ (Kotti-Coop e.V.) zeigen, dass die Bereitschaft der Bewohner*innen rund um das Kottbusser Tor sehr groß ist, sich aktiv für die Nachbarschaft einzubringen: So ergaben die qualitativen Interviews und quantitativen Umfragen, dass bereits ein Viertel der Befragten aktiv und die Hälfte bereit ist mitzuarbeiten.9 In der Folge gilt es auf der Grundlage der Erhebungsergebnisse nicht nur die existierenden Beteiligungsstrukturen zu stärken, sondern diese auch auszubauen und zu festigen, um der Bereitschaft der Anwohner*innen, sich zu beteiligen und mitzubestimmen, Rechnung zu tragen. 10 Verantwortung für den Kiez Baulich-investive Förderungen 2017 wurden an der GMS kleine Instandsetzungs- (Verfügungsfonds, 14.065 €) und Sanierungsmaßnahmen (SSP-Mittel, 122.660,56 €) sowie an der JNG kleine Instandsetzungs- (Verfügungsfonds, 13.286 €) und Sanierungsmaßnahmen (SIWANA-I-Mittel, SSP-Mittel, 1.092.542,47 €) durchgeführt. Seit März 2019 sind die Umbauarbeiten der Turnhalle der JNG abgeschlossen: 0,9 Mio € (SIWANA-I, SchulSP 2018/2019) flossen in die Sanierung der Sporthalle (u.a. Boden, Heizung). Mit SchulSP-Mitteln 2018/2019 (gesamt 4,05 Mio. €) sollen an der GMS bis 2020 die Sanierung von Brandschutz-, Elektro- und Beleuchtungsanlagen, die Sanierung des Daches, sowie Sanitäranlagen und Räumen wie auch die Gesamtsanierung der Sporthalle der JNG inklusive barrierefreien Umbaus abgeschlossen sein. Die Sanierung der KJFE NaunynRitze erfolgt über den Städtebaulichen Denkmalschutz (4,7 Mio. €); Fertigstellung ist voraussichtlich Mitte 2019. Im Rahmen der Erarbeitung des Verkehrskonzeptes konnten die Bewohner*innen auch online abstimmen (November 2017-März 2018); zur Präsentation siehe Website des BA Fr.-Kr. 9 Siehe dazu: Re-Kommunalisierung Plus, 2018, S. 13 10 Siehe dazu die Ergebnisse des Modellprojektes „Re-Kommunalisierung Plus“, 2018, v.a. auf S. 54ff. 8 8 Im November 2016 begann BA mit dem Anlegen von Fahrradschutzstreifen in beiden Richtungen in der Skalitzer und Gitschiner Straße. Aufgrund nicht geplanter Beeinträchtigungen im Bauverlauf verzögert sich die Beendigung der Bauabschnitte bis Frühjahr/Sommer 2019. Die Mittel für die Umsetzung der Maßnahmen wurden bereits 2014 bei SenStadtUm angemeldet.11 Mittel zur Förderung der schulischen und außerschulischen Bildung Die JNG profitiert von zusätzlichen Mitteln (Bonusprogramm, Wall AG, Sandra-Maischberger-Stiftung, Cleven-Stiftung, Sarah-Wiener-Stiftung, LPG) zur Förderung der Schüler*innen u.a. in der deutschen Sprache, Mathematik und Musik. Die Schulsozialarbeit von Kotti e.V. im Kinderbüro wird über BA/Jugendamt finanziert. BIST-Mittel (Land Berlin, EU/EFRE) fließen in die Bibliotheken Adalbertstraße und Glogauer Straße („Link – lernen plus in der Bibliothek“, 89.000 €; Feb. 2016-Jan. 2019) zur Förderung lernunterstützender Angebote für Schüler*innen des Quartiers. Für 2019-22 wurden zur Weiterfinanzierung der Angebote 64.000 € über BIST II beantragt; aus ZIS II wurden für 2019 bereits 25.000 € bewilligt. Finanzielle Unterstützung erhält Loyal e.V. für die „Kinder- und Jugendfreizeitangebote“ und „Arbeit mit Familien“ 2017 und 2018 vom BA/JugFör (jährlich 13.000 €) und 2017 von der Deutschen Wohnen AG (1.000 €), die auch die Räumlichkeiten, in denen die Angebote stattfinden, mietfrei zur Verfügung stellt. Darüber hinaus wurden die Angebote von Loyal e.V. 2017 über das Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Kultur macht STARK. Bündnisse für Bildung“ gefördert (24.043,99 €) sowie von privaten Sponsor*innen finanziell unterstützt. Mittel zur Förderung der kulturellen Bildung 2017/18 wurden mehrere Projekte über den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung finanziell unterstützt, z.B. „Transit_Räume“ (Sub Opus e.V., in Kooperation mit Kreuzberg hilft e.V., 3.000 €), „Kotti L´Amour_Mapping the Common Ground“ (SuperFuture, in Kooperation mit Kotti-Shop, 4.968 €), „Berlin is burning“ (u.a. Polnische Sozialrat e.V.); „Die Kunst der Begegnung – inklusive Projektwoche mit zwei Schulen“ (meet MIMOSA, GMS, JNG, Statthaus Böcklerpark); „Uns inklusive – eine Kunstwerkstatt für alle“ (u.a. Camp One e.V.). Zwei Projekte im QM-Gebiet werden auch 2019 über diesen Fonds gefördert: „Future Sounds“ (u.a. Frauenzentrum Schokofabrik e.V.) und „Remix: Wir, Ikarus (meet MIMIOSA, GMS, JNG, Statthaus Böcklerpark). Über die Kulturförderung Fr.-Kr. wurde das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum infrastrukturell gestärkt: „Überarbeitung und Aktualisierung der Website“ (2017=3.000 €)und „Ersatzbeschaffungen für den Ausstellungsbetrieb“ (2018=2.500 €). Im Rahmen des Modellvorhabens „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“ wird 2019-22 über das BMI und das BMK das Projekt „XB-Lab. Kultur in Kreuzberg“ der Gesellschaft für Humanistische Fotografie e.V. mit 442.877,52 € gefördert. Mittel zur Förderung der Integration In Fr.-Kr. wurden 2017/18 20 Projekte über den Masterplan Integration und Sicherheit gefördert, davon zwei Maßnahmen im FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum: „Ferngespräche – Dialoge mit alten und neuen Berliner*innen“ (2017=11.817,81 €, 2018=12.000 €) und „Xberg-Tag für Geflüchtete (16.000 €). Von zwei weiteren Maßnahmen, bei denen das BA/Fachbereich Bibliotheken Mittel erhielt, profitiert auch das Quartier bzw. die Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße: „Medienetat „Willkommen“ (2017=81.786,32 €, 2018=10.000 €) und „Lern- und Begegnungsräume für Schüler*innen aus den Willkommensklassen“ (2017=13.500 €, 2018=23.500 €). Im Rahmen der letztgennannten Maßnahme erhalten auch die Geflüchtetenunterkünfte Lesekoffer mit Lernbücher, Spiele etc. Das Quartier profitiert auch von der Konzeption eines CommunityZentrums für Qualifizierung, Ausbildung und Arbeit für Geflüchtete und Nachbarschaft (DESI gGmbH, „Neue Nachbarschaften“, 5.000 €). Mittel zur Förderung der Gemeinwesenarbeit und Gesundheit Kotti e.V. erhielt 2018 im Rahmen seines Stadtteilzentrumvertrages von SenIAS 57.996,82 € und 42.003,18 € Landesmittel aus dem Infrastrukturprogramm STZ; das Angebot „KOPRÜ – Bildungsbrücke“ im STZ Fami- 11 Die Baumaßnahme wurde 2014 durch das BA mit einem Mittelbedarf von 526.437,26 € bei SenStadtUm angemeldet (Quelle: Drucksache BVV DS/1073/IV, 26.02.2014). 9 liengarten wurde über EFRE-Mittel des ZIS Teilprogramms Stadtteilzentren II (40.000 €) gefördert. Ferner flossen 20.000 € über SenIAS aus dem Teilprogramm „Willkommenskultur“ in das STZ. Im Rahmen der Zusammenarbeit des QM ZKO mit der Clearingstelle Gesundheit der Quartiere der Sozialen Stadt wurde 2017 (4.500 €) und 2018 (6.100 €) „Gemeinsam am Erkelenzdamm“ mit Mitteln der Gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Mittel zur Förderung im HF „Arbeit und Wirtschaft“ Die Maßnahme „KottiFix“ (Fixpunkt e.V.) wird 2017-20 über das Programm PEB (Landes- und ESF-Mittel, 336.995,35 €) gefördert. Mittel zur Förderung der Vernetzung von Akteur*innen Die Weiterführung der AG Bildung erfolgte 2017 über Mittel des BA/Stadtplanungsamt zur Finanzierung einer Prozessbegleitung (Weiterleitung von 40.000 € an das Jugendamt (KBE) zur auftragsweisen Bewirtschaftung der Bildungsnetzwerke in Kreuzberg); 2018 teilten sich das BA/Familienförderung (Budget §16) und die JNG zu je 50% die Kosten (gesamt 5.922 €). Über den Netzwerkfonds wird 2018-20 das bezirksübergreifende (Mitte, Neukölln, Fr.-Kr.) Projekt „Überbezirklicher Aufbau eines Netzwerkes zum Umgang mit Drogen- und Alkoholkonsum und den Begleiterscheinungen im öffentlichen Raum“ (Fixpunkt gGmbH) mit 399.970 € gefördert. In 2018 wurden im Auftrag des BA/Stadtentwicklung zwei Netzwerke aufgebaut, die auch das QM-Gebiet mit einbeziehen: 1) NaGe-Netz (Stadtprojekte e.V.), finanziert über FEIN – Sachmittel für Pilotprojekte (29.500 € für 2018); 2) AKS Gemeinwohl, finanziert über das BA/Bürgerhaushalt (65.000 € für 2018/19). Verantwortung für den Kiez übernimmt ebenfalls die Deutsche Wohnen AG, die Räumlichkeiten für die Kinder- und Jugendfreizeitangebote von Loyal e.V. sowie die blog_huette in den Südblöcken mietfrei zur Verfügung stellt. Die Gewobag engagiert sich bei der Umsetzung von Nachbarschaftsaktionen und -festen, die auf ihrem Grundstück stattfinden; einige der Aktionen werden auch über das WU finanziert (wie z.B. die Aufstellung eines mit Lichterketten geschmückten Weihnachtsbaumes auf der Galerie des NKZ). Darüber hinaus stellt das WU seit April 2019 einen Raum zum Treffen und zum Austausch der Anwohner*innen mietfrei zur Verfügung. Aber nicht nur Bewohner*innen des Quartiers engagieren sich bei Aktionen und Veranstaltungen im Kiez, sondern auch Menschen, die nicht im QM-Gebiet wohnen, so z.B. als Lern-, Lesepat*innen in der JNG, als Übersetzer*innen bei Behördengängen oder beim Ausfüllen von Formularen. Unterstützt werden (suchtmittelabhängige) unterstützungsbedürftige Personen, die sich, z.T. ohne festen Wohnsitz, am Kottbusser Tor aufhalten, u.a. vom Café SehnSucht sowie von der Heilsarmee und von Fixpunkt e.V. (kostenlose Essenausgabe). Vernetzung Die seit 2008 über QM und mit allen relevanten Bildungsakteur*innen des Quartiers aufgebaute AG Bildung wird seit 2017 als bildung@kotti im Auftrag des BA/KBE von k&k kultkom koordiniert und moderiert. Das Bildungsnetzwerk ist eine Plattform für Bildungsinstitutionen, Vereine und Projektdurchführende, um gemeinsam Handlungserfordernisse, strategische Zielsetzungen und methodische Ansätze für eine prozessund zielorientierte Gebietsentwicklung zu erörtern sowie Angebote, Ressourcen und Kompetenzen aufeinander abzustimmen. Die Vernetzung der Bildungsakteur*innen führte in den letzten Jahren zu festen, langfristigen Kooperationen und zu einer kontinuierlichen Zusammenarbeit über die Projektebene hinaus. Die Übergabe der Prozessbegleitung in die Verantwortung des BA zog eine Konzentration auf Themen der frühkindlichen und schulischen (GS) Bildung nach sich. Das 2016 durch die Nachbarschaftskoordinatorin (Kotti e.V.) in den Südblöcken initiierte Nachbarschaftsnetzwerk „Südkiez rund um das Kottbusser Tor“ wurde in das 2017/18 mit Mitteln der „Sozialen Stadt“ im QM-Gebiet geförderte Gemeinwesennetzwerk (Kotti e.V.) integriert. Das Gemeinwesennetzwerk@kotti bietet eine wichtige Plattform für Vereine, Institutionen und Initiativen des Stadtteils, um sich auszutauschen und über kiezrelevante Themen (z.B. Sicherheit, Sauberkeit, Obdachlosigkeit, Gesundheit) zu diskutieren sowie Informationen und (Beratungs-)Angebote zu kommunizieren. Auf der von Kotti e.V. eingerichteten Online-Infoplattform www.rundumkotti.de können sich die Netzwerkpartner*innen und Bewohner*innen über aktuelle Themen und Angebote sowie Beteiligungs- und Partizipationsmöglichkeiten im Quartier informieren. Das 2018 über BA/Abteilung Bauen, Planen, Facility Management aufgebaute überregionale NaGe-Netz (Lokales Netzwerk von Nachbarschaften und Kleingewerbe) dient vor dem Hintergrund von Verdrängung der 10 intersektoralen Vernetzung von Stadtteilnutzer*innen in den Bereichen Kleingewerbe und Wohnen – unter Einbeziehung bereits aktiver Bewohner*inneninitiativen – zur nachhaltigen Sicherung der sozialen Mischung im Sozialraum. Teil des Netzwerkes ist auch die OraNostra, eine Initiative von Kleingewerbetreibenden und Mieter*innen aus der Oranienstraße mit dem Schwerpunktthema „Gewerbemietschutz“, die sich 2017 gründete. Gewerbetreibende am Kottbusser Tor sind über die AG Gewerbe (NKZ) vernetzt. Darüber hinaus hat das 2018-20 über „Soziale Stadt“ geförderte Projekt „Unternehmen für den Kotti“ das Ziel, eine nachhaltige Kommunikationsstruktur der Gewerbetreibenden im QM-Gebiet aufzubauen und sie im Interesse einer positiven Quartiersentwicklung zu unterstützen und zu stärken. Außerdem wird im Rahmen des Projektes das lokale Gewerbe mit gemeinwesenorientierten Einrichtungen und Vereinen im Quartier zusammengebracht, um den nachbarschaftlichen Zusammenhalt nach dem CSR-Ansatz zu fördern. Bei dem 2014 von QM initiierten Thementisch treffen sich Bewohner*innen, Akteur*innen und je nach Bedarf Fachleute sowie Vertreter*innen der Verwaltungen zu aktuellen, kiezrelevanten Themen, um gemeinsam Ideen zur Lösung von Problemlagen zu erörtern, aber auch um neue Bedarfe aufzunehmen. QM initiiert regelmäßig Gesprächsrunden mit relevanten Akteur*innen und unter Einbeziehung der Verwaltung zu Themen aus allen HF; darüber hinaus nimmt QM an projektbezogenen und an bezirklichen Netzwerktreffen (z.B. sozialraumorientierte AGs) teil. Die Kommunikation von Angeboten, Veranstaltungen und Aktionen im Quartier erfolgt über die Webseiten der Vereine, Institutionen und des QM, über den Newsletter des QM (504 Abonnent*innen)12 sowie digital über die Verteiler. Inzwischen nutzt das QM auch soziale Medien wie facebook und twitter zur Kommunikation und Information. Zunehmend positive Entwicklungen sind in der Kommunikation von kiezrelevanten Veranstaltungen zu verzeichnen, die auch über die zahlreichen informellen Kommunikationswege im Kiez verbreitet werden. Hier nehmen die Q-Ratmitglieder, die Multiplikator*innen, das STZ Familiengarten sowie das Gemeinwesennetzwerk mit der Online-Infoplattform www.rundumkotti.de eine wichtige Rolle ein. Die Stadtteilkoordination erfolgt nach wie vor über QM. Eine Übernahme dieser durch das STZ Familiengarten von Kotti e.V. bildet – im Hinblick auf den Prozess der Verstetigung – einen Baustein des Konzeptes „Stärkung von Kotti e.V.“ (s. Kapitel 5, S. 30f.). Bildungssituation Im Quartier bzw. quartiersangrenzend gibt es 19 Kitas mit insgesamt 1.10813 Betreuungsplätzen; bei 18 Kitas können Kinder ab dem Alter von einem Jahr angemeldet werden. Der INA.KINDER.GARTEN (Schwerpunkt: Sprache und Integration, Offensive Frühe Chancen14) ist der größte Kindergarten im Quartier mit 150 Plätzen. Die Kitas in der Trägerschaft von Kotti e.V. arbeiten nach dem EEC-Ansatz und mit dem Berliner Bildungsprogramm (2 sind zertifizierte EEC-Kitas). Die Kita Planufer 81 (Schwerpunkt: Sprachförderung 15) liegt zwar außerhalb des QM-Gebietes, ist aber eine wichtige Einrichtung für die Kinder des südlichen Quartiers. Die Kitas mit einer speziellen Ausrichtung (z.B. Montessori) oder speziellen Bildungsprogrammen (z.B. Rucksack, Hippy usw.) sind v.a. für bildungsorientierte Familien attraktiv. Auffällig ist jedoch, dass die Attraktivität einer Kita umso mehr abnimmt, je höher der Anteil von Kindern mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund ist. Die Ergebnisse der Sprachstandserhebungen (Kinder von 3-6 Jahren) variieren seit Jahren sehr stark. Während in einigen Kitas fast 80 % der Vorschulkinder sprachliche Defizite aufweisen bzw. nicht fehlerfrei Deutsch sprechen, zeigen die Ergebnisse in anderen Kitas, dass lediglich 10% der Kinder einen Förderbedarf haben. Nach den ESU in Fr.-Kr. haben im PL „Oranienplatz“ 43% der Kinder, v.a. aus Familien mit einem „niedrigen Sozialstatus“, Sprachdefizite, was eine leichte Steigerung zum Zeitraum vor 2014 ist. Eine erste Auswertung der ESU Ergebnisse 2013-17 zeigt aber auch, dass die Zahl der Kinder mit Sprachdefiziten mit steigender Kitabesuchsdauer leicht abnimmt.16 Die JNG hatte im Schuljahr 2017/18 19 Klassen mit einer Klassenfrequenz von 18,6 Schüler*innen; darunter zwei Willkommensklassen mit jeweils 12 Schüler*innen für Neuzugänge mit geringen Deutschkenntnissen. 12 Stand März 2019 um 60 Plätze im Vergleich zu 2017. 14 Initiative des BMFSFJ bis Ende 2019 15 Über das Bundesprogramm „Sprachkitas“ gibt es bis Ende 2019 zusätzlich eine ½ Stelle Sprachexpertin für die ca. 50% Kinder mit Sprachförderbedarf 16 91% der Kinder besuchen mindestens 2 Jahre eine Kita. Angaben/Auswertung, Sebastian Beil/BA/OBPK, 2019 (bis dato noch unveröffentlicht); danach ist im PLR „Oranienplatz“ eine leichte Verbesserung der Visuomotorik (auffällig=17%, grenzwertig=13%) und Körperkoordination (auffällig=12%, grenzwertig=13%) zu verzeichnen; auffällig ist, dass 10% der Kinder Übergewicht haben. 13 Rückgang 11 Alle 354 Schüler*innen haben einen Migrationshintergrund17, 310 (87,6%; Vergleich 2015/16=78,8%) sind von Zuzahlungen für Lernmittel befreit. Im Schuljahr 2017/18 bekamen 22,4% (11 von 49) eine Gymnasialempfehlung.18 Vielen Kindern fehlen grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache, die die Grundschule mit speziellen Förderprogrammen (z.B. Rechenfix & Wordgewandt) und durch Kooperationen mit anderen Bildungsinstitutionen und Vereinen aufzufangen versucht (76 Integrationsschüler*innen; keine Änderung zu 2015/16). Die JNG als einzige GS im Quartier unternimmt seit einigen Jahren große Anstrengungen, ihre Außenwirkung zu verbessern. Dennoch melden viele bildungsorientierte Eltern (auch Familien aus dem türkisch- und arabischsprachigen Kulturraum) ihre Kinder nach wie vor nicht in der GS ihres Einzugsgebietes an. Die Außenwahrnehmung der GS als „arabisch-türkische Schule“ rückt die sehr gute infrastrukturelle Ausstattung und die große Bandbreite an zusätzlichen Angeboten und AGs (z.B. Musik- und Theater-AGs, MatheWerkstatt) in den Hintergrund. Ein schwieriger Einschnitt ist nach wie vor für nicht wenige Schüler*innen der Übergang zur OS (Gymnasium, ISS, GeS). Berlinweit hat sich die Besteher*innenquote an den ISS und GeS im Vergleich zum Vorjahr mit Abweichungen im Rahmen von 1-2 Prozentpunkten kaum verändert: 70% bzw. 68% der Schüler*innen bestehen den MSA, 19% bzw. 22% den eBBR. Im Schuljahr 2017/18 haben in Fr.-Kr. 5% den BBR, 11,5% den eBBR und 74% der Schüler*innen den MSA bestanden; 7,5% der Schüler*innen in Fr.-Kr. haben keinen Schulabschluss.19 Auf der Ebene des QM-Gebietes zählt die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen zu den Hauptproblemen; auch hier verlassen nicht wenige Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Mit einem Schulabschluss ohne Chance auf einen Ausbildungsplatz bleiben Jugendliche zu lange im Übergangssystem der außerbetrieblichen Qualifizierung. Die Zugangschancen von Jugendlichen zu Ausbildung und Beruf können also nur durch eine gelingende Zusammenarbeit der Bildungsakteur*innen verbessert werden. Darüber hinaus müssen die zahlreichen bestehenden Angebote im Bezirk20 besser kommuniziert werden, um die Zielgruppe der Jugendlichen effizienter an die Beratungen und Angebote heranführen und somit effektiver unterstützen zu können. Die Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße versteht sich als Familienbibliothek mitten in Kreuzberg. Sie ist ein zentraler Bildungs- und Lernort sowie Kommunikationszentrum für Bewohner*innen aller Altersstufen (ca. 150.000 Besucher*innen, ca. 8.000 aktive Benutzer*innen). Neben einem umfangreichen Bücher- und Medienangebot verfügt die Bibliothek über PC-Arbeitsplätze, kostenloses WLAN und eine „Orientbibliothek“; seit 2017 können in der Bibliothek auch ebook-Lesegeräte („Tolino“) ausgeliehen werden. Die Schwerpunkte der Bibliothek liegen in der intensiven Sprach- und Leseförderung von Kindern und Jugendlichen und in der Erwachsenenbildung. So finden – in Kooperation mit u.a. Kitas, Lesewelt Berlin e.V., der JNG sowie der Nürtingen-GS – (Vor-)Lesestunden für Kinder, VHS-Deutschkurse für Erwachsene und lernbegleitende Angebote (LINK) für Schüler*innen statt. Neben dem Sport-, Bildungs- und Kulturzentrum NaunynRitze ist das an der Gebietsgrenze gelegene Jugendhaus CHIP eine zusätzliche Ressource im Rahmen der außerschulischen Bildung für Kinder und Jugendliche. Durch die Vernetzungsarbeit des CHIP mit Akteur*innen des QM-Gebietes gelang es in den letzten Jahren, zusätzliche Freizeit- und Lernangebote zu initiieren (z.B. Sportangebote, Unterstützung bei den Prüfungsvorbereitungen für den BBR, MSA/eBBR). Vereine wie die Türkische Gemeinde zu Berlin e.V., das Kurdische Zentrum e.V. oder der Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e.V. (KKH e.V.), deren Zielgruppen explizit Migrant*innen sind, unterstützen auch bei der beruflichen Orientierung und bieten Bewerbungstrainings, Schulungen und Seminare zu arbeitsmarktrechtlichen Themen an. Darüber hinaus verfügt der KKH e.V. über ein breites Spektrum an Angeboten, Beratungen und Hilfestellungen für Migrant*innen und Geflüchtete (u.a. Integrationskurse, Beratungen zum Familien- und Ausländerrecht sowie zu Fragen der Integration). Der Verein ist zudem Mitglied im Berliner Netzwerk für Bleiberecht bridge. Das in der Nähe des QM-Gebietes gelegene FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB) 17 Schülerstatistik 2017/2018, Friedrichshain-Kreuzberg, Abt. Wirtschaft, Ordnung, Schule und Sport, Schul- und Sportamt, Stand 29.09.2017 18 Gymnasialempfehlungen: Schuljahre 2015/16= 26%; 2014/15=9,6%; 2013/14=17%; 2012/13=10%; 2011/12=21% 19 Verbesserung der MSA-Besteher*innenquote um 9% in Kreuzberg seit den letzten beiden Schuljahren; Quelle: ISQ, 2018. Da keine Daten zur Jugendarbeitslosigkeit auf Ebene des QM-Gebietes erhoben worden sind, werden an dieser Stelle die Zahlen des Amtes für Statistik vom 31.12.2017 für die PLR „Oranienplatz“ und „Wassertorplatz“, in deren Grenzen das QM-Gebiet liegt, zur Grundlage genommen: Indikator „Jugendarbeitslosigkeit“ nach SGB II & III = 7,4%. Allerdings sei hierzu angemerkt, dass die PLR mit dem QMGebiet nicht deckungsgleich sind bzw. das QM-Gebiet nur zum Teil in den beiden PLR liegt; Sebastian Beil/BA/OBPK, 2019 (bis dato noch unveröffentlicht). 20 z.B. die über ESF-geförderten Qualifizierungsprogramme und -maßnahmen und/oder das Jugendcoaching der GfBM gGmbH für Schulabgänger*innen, durchgeführt im Auftrag des BA/JugA als Unterstützungsleistung der Jugendberufsagentur in Fr.-Kr. 12 bietet speziell für Migrant*innen u.a. berufsbegleitende Fortbildungen (u.a. „Digital Empowerment“, Finanzbuchhaltung, berufsbezogene Deutschkurse), EDV- und Internet-Kurse sowie Beratungen zur Berufsorientierung und Existenzgründung an. Zwar gibt es zahlreiche Träger, die Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen für Jugendliche und Langzeitarbeitslose anbieten, allerdings sind diese selten auf die Bedürfnisse der Zielgruppen, v.a. auf die Geringqualifizierten, zugeschnitten, so dass sie insgesamt schlecht angenommen werden. 13 Lebendiger Kiez Kotti e.V. bietet in seinem Nachbarschaftsladen am Kottbusser Tor und im STZ Familiengarten in der Oranienstraße Bildungs-, Freizeit- und Beratungsangebote (SGB II, Ausländer-, Miet- und Familienrecht etc.) für Bewohner*innen, besonders für Migrant*innen, an. Darüber hinaus gibt es im Familiengarten zahlreiche Aktivitäten und Angebote für alle Zielgruppen (Familien, Mütter/Frauen, Kinder, Senior*innen). Das Frauenzentrum Schokoladenfabrik e. V. ist speziell für Mädchen und Frauen eine Anlaufstelle, an der sie zahlreiche Angebote (u.a. Sport- und Kunstangebote) und Beratungen wahrnehmen, in der Werkstatt Naturholzmöbel herstellen oder das Hamam besuchen können. Auch nach Ende der Förderung über „Soziale Stadt“ ist die 2015 eröffnete blog_huette an einigen Tagen weiterhin ein Treffpunkt für die Anwohner*innen im südlichen Teil des QM-Gebietes. Als selbstorganisierter Nachbarschaftstreff steht die Hütte Bewohner*innen wie Akteur*innen für eine ehrenamtliche Nutzung (z.B. für Angebote) und gemeinnützige Zwecke kostenlos zur Verfügung. Das 2016 eröffnete Nachbarschaftsforum „aquarium“ – direkt hinter dem Café Südblock – ist nach dem Umbau mit Mitteln des Baufonds der „Sozialen Stadt“ zu einem wichtigen Ankerpunkt für die Nachbarschaft und auch über die Grenzen des Quartieres hinaus geworden. Es wird gleichermaßen von Bewohner*innen wegen der zahlreichen Angebote aufgesucht als auch von Akteur*innen für Veranstaltungen, kulturelle Events etc. genutzt. Das Familienzentrum Adalbertstraße und die AWO-Begegnungsstätte liegen zwar außerhalb des QMGebietes, sind jedoch aufgrund ihrer breiten Angebotspalette für alle Zielgruppen im QM-Gebiet wichtige Anlaufpunkte. Die KJFE im Quartier (NaunynRitze) und angrenzend zum Quartier (CHIP, Statthaus Böcklerpark) bieten insgesamt ausreichende Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Eine Bestandsaufnahme der offenen Freizeitangebote (ohne KJFE) des QM ergab jedoch: für Kinder bis 6 Jahre gibt es kaum Freizeitangebote; für 6- bis 12-Jährige gibt es diverse Freizeitangebote (Spiel, Spaß und Sport); für 12-16-Jährige gibt es zu wenig Freizeitangebote. V.a. für Jungen beschränken sich die Angebote hauptsächlich auf Sport (z.B. Fußballspielen). Ein Angebot, das über das Programm „Soziale Stadt“ aufgebaut und gefestigt sowie über Stiftungs- und Sponsor*innenmittel und seit 2018 über bezirkliche Gelder weiter finanziert wurde, ist das von Loyal e.V. im südlichen Teil des Quartiers. An zwei Standorten finden an drei Tagen nachmittags Freizeit- und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche statt. Einer der Standorte ist Mädchen ab 8 Jahren vorbehalten („Mädchenladen“). Da viele Freizeitangebote nur mittels Fördergeldern durchgeführt werden können, tragen sie nur temporär zur Verbesserung der Angebotsstruktur bei. QM unterstützte daher 2017/18 die Einrichtungen, Vereine und Initiativen im Quartier im Rahmen des Projektes „Fundraising - Qualifizierung“ (CamP Group gGmbH) dabei, sich im Fundraising zur Akquise von Fördermitteln, Sponsoring, Crowdfunding und Spenden zu qualifizieren, um u.a. weiterhin wichtige Angebote für die Bewohner*innen des Quartiers erhalten zu können. Auch wenn einige Teilnehmer*innen der Workshops von der Qualifizierung profitieren konnten, besteht in diesem Bereich nach wie vor erheblicher Handlungsbedarf. Im QM-Gebiet gibt es keine Unterkunft für Geflüchtete. Dennoch bieten zahlreiche Institutionen und Vereine seit 2015 Beratungen und Unterstützung für vor kriegerischen Auseinandersetzungen geflüchtete Menschen an. Besonders erwähnenswert ist der für den Deutschen Integrationspreis 2018 nominierte Selbsthilfeverein Camp One e.V. mit seinem niedrigschwelligen Angebot von und für geflüchtete Menschen zwischen 16 und 25 Jahren. Die Außenwahrnehmung des Gebiets wurde v.a. 2015/16 stark durch die steigende Kriminalität am Kottbusser Tor bestimmt. Der Kotti stand aufgrund der verstärkten medialen Berichterstattung im Zentrum von Diskussionen zur Bewältigung der steigenden Kriminalität in Großstädten (auch vor dem Hintergrund der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung)21. Bei Besucher*innen der Stadt allerdings, bei vielen jungen Menschen und Künstler*innen hat das Quartier aber nach wie vor ein attraktives Image. Viele Bewohner*innen des QM-Gebietes identifizieren sich positiv mit ihrem Kiez, wobei nicht wenige diesen auf den „Kotti“ reduzieren. Allerdings muss zwischen den einzelnen Communities differenziert werden. So bezieht sich die Identifikation der meisten arabisch- und türkischsprachigen Bewohner*innen zumeist auf ihre eigene Community im Quartier; die arabischsprachigen Bewohner*innen orientieren sich zudem eher hin zum 21 2016/17 hielten sich, nach Angaben der Polizei, neben den bereits seit Jahren bekannten (kriminellen) Gruppen am Kottbusser Tor neue Personengruppen auf, die aus dem nordafrikanischen und vorderasiatischen Kulturraum kommen. 14 angrenzenden, arabisch geprägten Bezirk Neukölln, da dieser infrastrukturell ihre Bedürfnisse besser abdeckt. Die alteingesessenen Kreuzberger, darunter auch Gewerbetreibende, fühlen sich wiederum stark mit dem Kiez selbst verbunden, zeigen ein hohes gesellschaftliches Engagement bei Problemlagen und setzen sich für eine Verbesserung des Wohn- und Arbeitsumfeldes ein. Seit geraumer Zeit lässt sich jedoch beobachten, dass der soziale Zusammenhalt im Quartier vor dem Hintergrund der welt- und innenpolitischen Entwicklungen zu erodieren scheint. So wird das nachbarschaftliche Zusammenleben im Kiez nicht selten und unmittelbar von Ereignissen in der Heimat beeinflusst (z.B. Wahlen in der Türkei, Kurdenfrage, kriegerische Auseinandersetzungen im Vorderen Orient). Auch die innerstädtischen Probleme (z.B. Mietenproblematik) und die steigende Kriminalität wirken sich negativ auf das Miteinander im Kiez aus und forcieren einen Rückzug bzw. eine Abschottung von nicht wenigen Bewohner*innen nach außen. Bewohner*innen verschiedener kultureller/religiöser Gemeinschaften im Quartier leben z.T. getrennt in verschiedenen Gebäudekomplexen, nicht selten scheinen auch im öffentlichen Leben imaginäre Trennlinien zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften/Kulturen/Ethnien zu verlaufen. Die Stärkung des Wir-Gefühls, v.a. die Verbesserung der Außenwirkung des Kottbusser Tores vor dem Hintergrund der negativen medialen Berichterstattung ist das Ziel des „Soziale-Stadt“-Projektes „Wir sind der Kotti!“ (Kotti-Coop e.V.). Mittels öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen und Aktionen, die mit Akteur*innen und Bewohner*innen aller Altersstufen geplant und durchgeführt werden, konnte nicht nur das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und die Identität und Verbundenheit mit dem Kiez gefestigt, sondern auch das Engagement und die Beteiligung im Sinne einer Verbesserung der Außenwirkung gefördert werden. Wohnen und Wohnumfeld In der Mitte Berlins gelegen ist das Quartier ein beliebter Wohnort. Durch die zentrale Lage, die gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz und die vielen Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleistungsanbieter*innen sind die Versorgungswege für die Bewohner*innen kurz. Dennoch müssen viele Bewohner*innen für ihre Bank- und Postangelegenheiten weite Wege auf sich nehmen, da in den letzten Jahren zwei Bankfilialen im Quartier sowie die gebietsangrenzende Postbank-Filiale geschlossen haben. Als Verkehrsknotenpunkt weist das Gebiet um das Kottbusser Tor ein hohes Verkehrsaufkommen v.a. in der Skalitzer, Kottbusser, Adalbert- und Oranienstraße auf. Ebenfalls gehört das Kottbusser Tor nach wie vor zu den Unfallschwerpunkten Berlins. Im Oktober 2017 begann das BA/FB Stadtplanung – unter Einbeziehung der Bewohner*innen – mit der Erarbeitung eines Verkehrskonzeptes zur Lösung der vielschichtigen verkehrlichen Probleme in der Südlichen Luisenstadt. Erörtert wurde u.a., wie Fuß- und Radverkehr für alle sicherer gestaltet und der Pkw-Verkehr, das Parken und Liefern verträglicher organisiert werden können (z.B. in der Oranienstraße). Die Ergebnisse der Veranstaltungen bildeten für das beauftragte Planungsteam eine wichtige Grundlage zur Entwicklung von Maßnahmenvorschlägen. Das Quartier ist folglich auch durch Emissionen und starken Verkehrslärm belastet. Im Bericht zur „Umweltgerechtigkeit im Land Berlin“ liegen folgende Daten zum Quartier vor: Lärmbelastung/Klassifikation der externen Lärmkosten des Gesamtverkehrs: mittel; Luft- und Lärmbelastung in den Südblöcken/Planungsräumen mit überwiegend einfacher Wohnlage (mehr als 66% der Adressen): sehr hoch; Mehrfachbelastung durch die Kernindikatoren (hohe) Lärmbelastung, (schlechte bis sehr schlechte) Grünflächenversorgung, (hohe) bioklimatische Belastung, soziale Problematik: mittel; Gesundheits- und Umweltrisiken: sehr hohe statistische Mortalitätsrate (Sterblichkeit an Erkrankungen des Atmungssystems 2005-2012).22 Aufgrund der Attraktivität des Quartiers für Tourist*innen, Kneipengänger*innen und Nachtschwämer*innen prägt die Gastronomie das äußere Erscheinungsbild v.a. des nördlichen QM-Gebietes. Immer mehr büßt das Quartier einen Teil seiner gewerblichen Vielfalt ein, wird doch die typische „Kreuzberger Mischung“ allmählich durch eine gewerbliche Monostruktur ersetzt. Das lokale Gewerbe und die Gastronomie profitieren von den vielen (Tages-) Besucher*innen aus ganz Berlin und den Tourist*innenströmen aus der ganzen Welt. V.a. die Oranien- (bis hin zum Heinrichplatz), Adalbert- und seit einigen Jahren auch die Dresdener Straße profilieren sich als überwiegend gastronomisch geprägte Geschäftsstraßen; ihr Angebot ist inzwischen auf Besucher*innen abgestimmt und richtet sich zunehmend an die Bedürfnisse des Nachtlebens. Das Gewerbe in der Passage des NKZ hingegen wird überwiegend von Bewohner*innen genutzt. 22 Umweltgerechtigkeit im Land Berlin: Arbeits- und Entscheidungsgrundlagen für die sozialräumliche Umweltpolitik. Basisbericht 2015 (unveröffentlicht) 15 Der zunehmende Tourismus und die damit einhergehenden Veränderungen des Stadtteilbildes bereiten den Bewohner*innen Sorgen und Unmut und führen z.T. zum Widerstand und zum Protest gegen politische Entscheidungen. Da ist zum einen die zunehmende Anzahl an Ferienwohnungen, zum anderen der (Aus-)Bau von Hotels und Hostels, wie z.B. 2016/17 der Umbau des ehemaligen leerstehenden Kaufhauses am Oranienplatz in ein hochpreisiges Hotel mit Kulturbetrieb („Orania“). Der Bau eines Hotels und Hostels mit insgesamt 253 Zimmern auf dem Gelände Skalitzer Ecke Mariannenstraße konnte durch massive Bürger*innenproteste und der Einigung des BA mit dem Investor im Februar 2019 gestoppt werden.23 Die offene Drogen- und Alkoholszene am kriminalitätsbelasteten Ort „Kottbusser Tor“ 24 ist u.a. mit dafür verantwortlich, dass sich Bewohner*innen im öffentlichen und halböffentlichen Raum unsicher fühlen. V.a. 2015/16 führte die steigende Kriminalität bzw. die immense Zunahme an Strafdelikten zu einer stärkeren Polizeipräsenz. So ist die „Kotti-Brennpunktstreife“ seit 2016 zu verschiedenen Zeiten an mindestens 5 Tagen die Woche (z.T. bis in die Morgenstunden) am Kottbusser Tor unterwegs und sorgt für eine Verbesserung der Sicherheitslage und des Sicherheitsgefühls der Anwohnenden und Gewerbetreibenden. Die Polizeistatistik 2017/18 belegt seitdem eine Reduzierung von Strafdelikten, insbesondere bei Raub (2016: 136, 2017: 84, 2018: 62), Taschendiebstahl (2016: 806, 2017: 427, 2018: 295) und Köperverletzungen (2016: 439, 2017: 375, 2018: 277)25. Gleichzeitig stiegen 2017 die drogenbezogenen Delikte: unerlaubter Handel (2016: 234, 2017: 290, 2018: 209) sowie unerlaubter Besitz (2016: 515, 2017: 751, 2018: 593)26. Darüber hinaus konzipierten und initiierten BA27 und QM ZKO ein Modellvorhaben zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Kottbusser Tor. Im Rahmen des über BA und „Soziale Stadt“ geförderten Projektes „Gemeinwesenorientierte Sozialarbeit am Kottbusser“ Tor finden unter der Trägerschaft von Fixpunkt e.V. seit 2017 Streetwork-Einsätze zur Heranführung an Hilfs- und Unterstützungsangebote statt; außerdem wurde ein sog. „Beschäftigungsprojekt“ für die Zielgruppe mit dem Schwerpunkt „Gesundheitsförderung“ und „Harm Reduction“ aufgebaut, die u.a. Drogenkonsumutensilien im QM-Gebiet einsammeln. Für die Arbeit vor Ort werden sowohl bestehende Netzwerke eingebunden und so eine Zusammenarbeit mit vorhandenen/bereits aktiven (Hilfs-)Angeboten und Akteur*innen etabliert, als auch neue Partner*innen einbezogen. Die regelmäßige Präsenz des Präventions- und Gesundheitsmobils (Projekt „Mobilix“) unter der Hochbahn auf der sog. Mittelinsel am Kottbusser Tor trägt zu einer Deeskalation von Konflikten und Verbesserung des subjektiven Sicherheitsempfindens, der öffentlichen Sauberkeit sowie Ordnung bei. Eine regelmäßige Steuerungsrunde des BA/Suchthilfekoordination und des QM ZKO mit Fixpunkt e.V. garantiert den kontinuierlichen Austausch und verkürzt Abstimmungsprozesse (seit 2018 auch unter Einbindung der Polizei/Brennpunktstreife). SenStadtWohn finanziert zudem 2019 den Umbau von Räumlichkeiten in der Reichenberger Straße 176 („Integriertes Gesundheits- und Sozialzentrum“), für die BA mit dem Eigentümer einen Mietvertrag unterzeichnete. Diese werden voraussichtlich ab Mitte 2019 an Fixpunkt gGmbH untervermietet und stehen dann Obdachlosen sowie Drogen- und Alkoholkonsument*innen als Aufenthaltsort mit Beratungs- und Versorgungsbereichen, weiterführenden gesundheitlichen und sozialen Hilfs- und Unterstützungsangeboten sowie 16 Schlafplätzen zur Verfügung. Die Nähe der JNG zum Kottbusser Tor führte in den letzten Jahren zu einer zunehmenden Verwahrlosung (Müll, Drogenkonsumrückstände) im Umfeld der Grundschule und auf dem Schulgelände. Zwar veranlasste 2017 das Schulamt auf Antrag der BVV Fr.-Kr.28 eine regelmäßige intensivere Reinigung des Durchgangs zwischen der JNG und GMS sowie eine Erneuerung der defekten Beleuchtung, allerdings trug dies nicht wesentlich zu einer Verbesserung der Situation bei. Seit 2018 sorgt auch Fixpunkt e.V. für ein regelmäßiges wöchentliches Aufsammeln der Drogenkonsumrückstände im Umfeld des Schulgeländes. 29 Um das Problem 23 Die Genehmigung für den Bau wurde bereits 2010 von BA erteilt und 2014 verlängert. Im Februar 2019 wurde eine gemeinsame Stellungnahme des BA und IDEAL Lebensversicherung a.G. zum Grundstück veröffentlicht, laut der anstelle des geplanten Hotel- und Hostelgebäudes ein Bürogebäude mit kleineren Ladeneinheiten entstehen wird, die u.a. auch Unternehmen mit gemeinwesenorientierten und sozialen Ansätzen angeboten werden sollen (BA-Presseerklärung, 17.02.2019). 24 Das Kottbusser Tor ist ein „Ort mit besonderer Eingriffsbefugnis“, d.h. hier können Personen, unabhängig von einem konkreten Verdacht bzw. Anlass, von der Polizei kontrolliert werden. 25 Schriftliche Anfragen an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 18 / 10 486, Drucksache 18 / 13 766, Drucksache 18 / 16 450 und Drucksache 18 / 18 000 26 Schriftliche Anfragen an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 18 / 13 567 und Drucksache 18 / 18 000 27 Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit und Amt für Soziales 28 Drucksache: DS/0039/V, Antrag der SPD vom 11.01.2017 29 In 2018 wurden am und rund um das Kottbusser Tor 3.837 Konsumutensilien von Fixpunkt e.V. eingesammelt, aus: Jahresbericht 2018 „Gemeinwesenorientierte Sozialarbeit am Kottbusser Tor“ 2018, S. 9 16 langfristig zu lösen, sieht die JNG nach wie vor einen großen Handlungsbedarf in der baulichen Verbesserung des Schulgebäudes resp. der Fassade hin zum Durchgangsbereich zwischen JNG und GMS (Admiralstraße). Trotz der nach der BVV-Anfrage30 im Januar 2017 vereinbarten Schritte mit dem BA/Schulamt zur Verbesserung der Problemlagen im Außenschulbereich der GS wurden nur einige Maßnahmen über die Verwaltung umgesetzt (so fehlen nach wie vor Bewegungsmelder). Ein erneuter Rundgang im Januar 2019 blieb ohne zufriedenstellende Ergebnisse. Die Grün- und Freiflächen im öffentlichen Raum haben aufgrund starker Übernutzung und unzureichender Pflege eine geringe Aufenthaltsqualität. Zweckentfremdungen wie im sog. Skalitzer Park führen dazu, dass der Park inzwischen vielmehr ein Aufenthalts- und Schlafort für Feiernde, Obdachlose sowie Alkohol- und Drogenkonsument*innen ist. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken ließ BA im September 2018 unter Bürger*innenbeteiligung ein kooperatives Wettbewerbsverfahren zur Neugestaltung der Grünanlage durchführen; Ees nahmen sechs Planungsbüros teil. Die Auswahl und Ausarbeitung des Siegerentwurfs fanden ebenfalls unter Bürger*innenbeteiligung statt. Die Umsetzung soll mit Mitteln des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz erfolgen; der Baubeginn ist für 2020 geplant. Auch die meisten Spielplätze im Quartier sind in einem verwahrlosten (Müllproblematik) und schlechten Zustand (zu wenig geeignete Spielgeräte; unregelmäßige Wartung der Spielgeräte); nur wenige, wie in der Naunynstraße, bieten auch Jugendlichen die Möglichkeit für Sportaktivitäten. Das 2016-18 über „Soziale Stadt“ geförderte Projekt „Gemeinsam. Sauber. Aktiv“ (CamP Group gGmbH) sollte u.a. durch die Sensibilisierung von Bewohner*innen zu einer Verbesserung der Sauberkeit auf Spielplätzen beitragen, brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Die mangelnde Sauberkeit der Grünflächen und Spielplätze spiegelt sich im gesamten Quartier wider. Das Bild des Stadtteils prägen (Sperr-)Müll in den Gassen und auf Gehwegen, Vandalismus an öffentlichem Eigentum, Graffiti an Fassaden, Drogenkonsumutensilien und zu Wochenbeginn der „Partymüll“ im öffentlichen Raum. Im Quartier, das seit Oktober 2018 zum Erhaltungsgebiet „Luisenstadt“ gehört31, gibt es keinen Wohnungsleerstand; der Grad der Fluktuation ist gering (68% der Bewohner*innen wohnen seit mindestens 5 Jahren im Gebiet)32. Die Gründe für einen Wegzug aus dem Gebiet liegen in erster Linie in den steigenden Mietkosten, die v.a. Transferleistungsbezieher*innen dazu zwingen, in die Randbezirke Berlins umzuziehen. Besonders im Sozialen Wohnungsbau (im südlichen Quartier seit 2011, im nördlichen seit Anfang 2017) sind die Bewohner*innen durch steigende Mieten, aber auch durch Betriebskostenerhöhungen stark belastet. Seit 2011 fordert daher die Mieter*innengemeinschaft Kotti & Co vom Land Berlin mieter*innengerechte Ansätze und ordnungspolitische Maßnahmen, die den Verbleib der Mieter*innen auch nach Sanierungen und unter den Bedingungen von ALG II sicherstellen können. Seit Jahren wird die Eigentümer*innen- und Mieter*innenstruktur im Quartier in immer stärkerem Maße durch private, z.T. internationale Investor*innen verändert. Nach Ankauf erfolgen meist Sanierungsmaßnahmen, die häufig zu Mieterhöhungen und in der Folge zur Verdrängung der alteingesessenen Kreuzberger*innen führen. Erleichterung brachte daher die Nachricht über den Kauf der Immobilie NKZ durch das landeseigene Wohnungsunternehmen Gewobag 2017: Die bisherigen Mietverträge wurden von der Gewobag ohne vertragliche Neuregelungen übernommen; Anpassungswünsche bei den bestehenden Verträgen der 84 Gewerbeeinheiten wurden auf konkrete Anfragen geprüft und individuell angepasst. Die 295 Wohnungen sind noch bis Ende 2062 mietpreis- und belegungsgebunden, also an die Kostenmiete gebunden. In den kommenden drei Jahren sind Instandsetzungsmaßnahmen (z.B. an Fassade, Dach und Fenstern) am NKZ sowie an den Gewerbegebäuden geplant.33 Auch die Gewerbestruktur unterliegt Veränderungen: Steigende Gewerberaummieten haben seit geraumer Zeit die Geschäftsaufgabe und Verdrängung von Gewerbetreibenden zur Folge. Die Existenzsorgen zahlreichender Gewerbetreibender führten zur Gründung der Initiative „OraNostra“, einem Verbund von Kleingewerbetreibenden und Mieter*innen aus dem Oranienstraßenkiez mit dem Schwerpunktthema „Gewerbemietschutz“. Ihre öffentlichkeitswirksamen Protestaktionen, denen sich viele Nachbar*innen anschlossen, zeigten bereits erste Erfolge. 30 BVV-Anfrage vom 11.01.2017, Drucksache DS/0039/V § 172, Abs. 1 Nr. 1 und 2 BauGB (Gestaltungs- und Milieuschutz) 32 Quelle: Amt für Statistik, 31.12.2017 33 Schriftliche Anfrage, Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 18/14826, 25.04.2018 31 Gemäß 17 4. KÜNFTIGER HANDLUNGSBEDARF IM GEBIET A) BILDUNG, AUSBILDUNG, JUGEND Ausgangslage Die Förderschwerpunkte im HF „Bildung, Ausbildung, Jugend“ liegen seit 2015 in der (Infra-)Strukturstärkung der Bildungsinstitutionen, der Förderung der Chancengleichheit bzw. Bildungschancen durch Verbesserung der Übergänge sowie in der Etablierung einer durchgängigen Sprachbildung. Um eine langfristig funktionierende Bildungsarbeit zu gewährleisten, die den Prozess der Gebietsentwicklung begleitet, weiterentwickelt und evaluiert, muss das Bildungsnetzwerk bildung@kotti in die Infrastruktur des Stadtteils verankert und die Zusammenarbeit der lokalen Bildungsakteur*innen gefestigt werden: Nur so können auch zukünftig Angebote abgestimmt und inhaltlich miteinander verknüpft sowie Ressourcen gebündelt werden. HANDLUNGSERFORDERNISSE: ZIELE, UMSETZUNGSSTRATEGIEN, MASSNAHMEN DAS BILDUNGSNETZWERK ALS AKTEUR IM PROZESS DER GEBIETSENTWICKLUNG  Ziel: Weiterführung des Netzwerkes der Bildungsakteur*innen bildung@kotti über BA, Festigung der Netzwerkstruktur und Verankerung im Stadtteil Lösungsansatz: Fortführung der Prozessbegleitung/-moderation des Bildungsnetzwerkes über BA. Um „Bildung“ als ganzheitlichem Ansatz gerecht zu werden und integrierte Lösungsansätze sowie Strategien entwickeln und erarbeiten zu können, bedarf es einer Erweiterung der Teilnehmer*innen aus den Bereichen außerschulische Bildung, Jugendbildung usw., um dem breiten Spektrum der Bildungsthemen Rechnung zu tragen. Darüber hinaus sollte langfristig eine Strategie zur Verankerung des Bildungsnetzwerkes entwickelt bzw. ggf. die Bildungsakteur*innen stärker in die Verantwortung gezogen werden. Sollte eine Qualifizierung der Bildungsakteur*innen in dieser Hinsicht notwendig sein, so sollten externe Fachexpert*innen hinzugezogen bzw. beauftragt werden. Beteiligte: BA, JNG (Bonusprogramm), Bildungsakteur*innen im QM-Gebiet ZKO INFRASTRUKTURELLE STÄRKUNG DER BILDUNGSEINRICHTUNGEN  Ziel: Verbesserung des Durchgangs JNG – GMS und der angrenzenden Außenfassade Lösungsansatz: Erforderlich sind ergänzende, präventive Maßnahmen (kurz-, mittel- und langfristig) zur Verbesserung der Situation (→ Vandalismus, Verwahrlosung und Müll): z.B. die Verschönerung der Außenfassade und (bauliche) Veränderungen an der Außenfassade/des Außenschulbereiches der JNG hin zum Fußgänger*innendurchgang. Beteiligte: JNG, BA, Polizei (Städtebauliche Kriminalprävention), QM  Ziel: Die Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße: Gemeinschaftsräume für alle Lösungsansatz: Die Bibliothek als Begegnungsraum und Knotenpunkt im Quartier, als Ort der Bildung und Integration, in dem jedem die Teilhabe am öffentlichen und kulturellen Leben ermöglicht wird (vgl. Pablo-Neruda-Bibliothek/Makerspace). Zur Neudefinition der Bibliothek als attraktiver, nichtkommerzieller Raum (-> urbanes Lernen, Forum der Stadtgesellschaft, learning village) und der Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten gehört auch – unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen – eine stärkere Öffnung der Bibliothek in den Stadtteil. Maßnahmeideen: 1) Konzipierung, Initiierung und Durchführung von bewohner*innenorientierten Angeboten und Veranstaltungen (v.a. am Samstag)34, unter Einbeziehung der lokalen Kooperationspartner*innen und Akteur*innen (z.B. zum Thema „Umweltbewusstsein“); 2) Belebung des neugestalteten Bibliotheks-Lesegartens und Einbindung in das Gesamtkonzept; 3) Schaffung infrastruktureller Rahmenbedingungen zur Umsetzung der neuen Ideen. 34 Nach den Sommerferien 2019 soll die Mittelpunktbibliothek voraussichtlich auch samstags geöffnet werden. 18 Beteiligte: Mittelpunktbibliothek, BA, Akteur*innen/Einrichtungen, QM QUALITATIVE VERBESSERUNG DER ÜBERGÄNGE IM BILDUNGSSYSTEM  Ziel: Verbesserung des Übergangs in die Kita: Kita-Eintritt mit max. drei Jahren, v.a. von Kindern mit Migrationshintergrund Lösungsansatz: Die Ergebnisse der ESU hinsichtlich der deutschen Sprachkenntnisse belegen die positiven Effekte eines frühen Kitabesuches.35 Da aber nach wie vor zu viele Kinder zu spät, gar nicht oder mit vielen Fehlzeiten eine Kita besuchen und mit Sprachentwicklungsdefiziten eingeschult werden, sollten Eltern frühzeitig von den Vorteilen eines frühen Kitabesuches überzeugt werden, damit ihre Kinder ausreichend auf die Schule vorbereitet werden können. Dies kann über Multiplikator*innen oder mithilfe von bewährten Ansätzen der niedrigschwelligen Familienarbeit, wie „Hippy“ oder „Rucksack“, erfolgen. Beteiligte: AWO e.V., RAA, BA, bildung@kotti  Ziel: Übergang Kita – Grundschule: Kooperationen mit Kitas festigen und Angebote in den Bildungseinrichtungen miteinander verzahnen und etablieren Lösungsansatz: Festigung und Verankerung der aufgebauten Struktur „Übergang Kita-GS“ und ggf. Ausbau durch neue Kooperationen der JNG mit weiteren Kitas. Optimierung der Zusammenarbeit mit den kooperierenden Kitas durch regelmäßigen Austausch, u.a. zum Abgleich der Erwartungen (im Hinblick auf die zu erwartenden Kompetenzen der Kinder bei Schuleintritt), um im Vorfeld „Probleme/ Defizite“ der Kinder gezielt angehen zu können. Eine Verzahnung von Angeboten in der Kita mit denen zur Einbindung von Eltern an der JNG kann eine Kontinuität in der Unterstützung resp. Begleitung der Familien mit Kindern nach dem Übergang auf die GS gewährleisten und sollte daher etabliert werden. Beteiligte: JNG, Kommunikation durch Kunst e.V., Kitas im Quartier (und angrenzend), AWO e.V., bildung@kotti  Ziel: Tag der Oberschulen: Optimierung des Übergangs GS – OS Lösungsansatz: Initiierung einer regelmäßigen, jährlich stattfindenden Informationsveranstaltung, auf der alle für die Schüler*innen relevanten OS ihre Angebote, Curricula und Schwerpunkte präsentieren und Eltern sowie Schüler*innen des QM-Gebietes sich informieren, austauschen und so einen Einblick in die Profile der OS bekommen können. Beteiligte: BA (Schulentwicklungsraum I/II), Grundschulen in und angrenzend zum Quartier (→ mit Einzugsgebiet in das QM-Gebiet ZKO), für die Bewohner*innen des QM-Gebietes relevante Oberschulen FRÜHKINDLICHE UND SCHULISCHE (KULTURELLE) BILDUNG: FÖRDERUNG DER CHANCENGLEICHHEIT VON ANFANG AN UND IMPLEMENTIERUNG DES VORURTEILSBEWUSSTEN LERNENS IN SCHULEN  Ziel: Verbesserung der Lernvoraussetzungen von Kindern vor der Einschulung Lösungsansatz: Berücksichtigung der Kita-Sprachlerntagebücher und der ESU zur Identifizierung der Ursachen für die sprachlichen Defizite der Kinder bei Schulbeginn36; Analyse der Sprachförderprogramme in den Kitas und in der JNG. Im Fokus steht dabei die Frage, warum trotz Förderung immer mehr Kinder ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse eingeschult werden (→ Kita) und immer weniger Kinder eine gymnasiale Empfehlung bekommen (→ JNG). Beteiligte: BA, JNG, Kitas, WIB, RAA, bildung@kotti  Ziel: Bildungswege aufzeigen: frühzeitige Berufsorientierung in der Grundschule Methodischer Ansatz: Projektwochen in den GS zum Kennenlernen der Vielfalt von Berufszweigen, zur Orientierung in der Berufswelt und zur Eröffnung von (Berufs-)Perspektiven. Während das Einschulungsalter eines Kindes 2013-17 bei +/- 69 Monaten lag, stieg die Kitabesuchszeit 2013-17 konstant an (2013=47 Monate; 2017=51 Monate); im PL „Oranienplatz“ besuchen 91% der Kinder mindestens 2 Jahre eine Kita; Sebastian Beil/BA/OBPK, 2019 (bis dato unveröffentlicht) 36 V.a. bei Kindern aus Familien mit einem niedrigen Sozialstatus ist eine leichte Verschlechterung zu verzeichnen (von 9.103 Kindern 25%); der Anteil der Kinder mit Sprachdefiziten im PLR „Oranienplatz“ beträgt 43%; Sebastian Beil/BA/OBPK, 2019 (bis dato unveröffentlicht) 35 19 Lösungsansatz: 1) Zum Kennenlernen der Berufe → Interviews mit Gewerbetreibenden und sozialen Einrichtungen im Quartier, Erstellung eines „Beruf-Steckbriefes“; 2) Projektwoche → Präsentation, Gesprächsrunden mit Personen ausgewählter Berufszweige; Experimentiertage → Möglichkeiten des Kennenlernens in Ausbildungszentren/-betrieben, sozialen Einrichtungen und/oder bei Gewerbetreibenden. Beteiligte: GS in und angrenzend zum Quartier (→ mit Einzugsgebiet in das QM-Gebiet ZKO), QM, bildung@kotti, Gewerbetreibende, Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße, soziale und kulturelle Einrichtungen, Ausbildungsbetriebe  Ziel: Vorurteilsbewusstes Lernen durch Abbau von Alltagsrassismus und -diskriminierung Lösungsansätze: 1) Sensibilisierung der pädagogischen Fachkräfte durch Fortbildungen in der interkulturellen Bildung zur Förderung des gegenseitigen Respektes und der Toleranz; 2) Durchführung eines Fachtages und von Workshops zum Umgang mit Alltagsrassismus; 3) Fachberatungen für das Schulpersonal. Beteiligte: BA, GS, Eltern, Bildungsakteur*innen, Ufuq e.V., Fachstelle Kinderwelten für vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung  Ziel: Förderung des Respekts und der Toleranz, Abbau von Alltagsrassismus und -diskriminierung gegenüber anderen Kulturen/Ethnien/Religionen Lösungsansatz: Vermittlung der Werte „Respekt und Toleranz“ mittels bewährter Programme und im Rahmen von teambildenden Modulen; Einbindung der Schüler*innen der „Willkommensklassen“ in Angebote, die Begegnung und Kommunikation mit Schüler*innen der Regelklassen ermöglichen; Stärkung der Gruppen der Minderheiten. Beteiligte: Bildungsinstitutionen, Förderungen/Projekte im Rahmen der Integration von Geflüchteten, Lernwerkstätten  Ziel: Jeder fühlt sich willkommen: Inklusion in Bildungsinstitutionen implementieren Lösungsansätze: 1) Schulung der Pädagog*innen zur Darlegung und Umsetzung des Index für Inklusion; 2) Sensibilisierung der Pädagog*innen; 3) Inklusive Willkommenskultur: Mehrsprachigkeit, Verschiedenheit, Diversität etc. sichtbar machen. Beteiligte: bildung@kotti, Bildungsinstitutionen bzw. Pädagog*innen AUSSERSCHULISCHE LERNORTE IM STADTTEIL ZUR VERBESSERUNG DER BILDUNGSCHANCEN  Ziel: Befähigung zum qualifizierten Schulabschluss (BBR, eBBR, MSA) und Reduzierung der Schulabbrecher*innenquote Lösungsansatz: Langfristig gilt es, wichtige außerschulische Angebote wie „Plan MSA“ in die OS zu integrieren bzw. Strategien unter Einbindung der Bildungsakteur*innen zu entwickeln, um die formale und non-formale Bildung effektiver miteinander zu verknüpfen. Beteiligte: BA, Schulaufsicht, OS, WIB, SenBJF, bildung@kotti  Ziel: Weiterführung und Stabilisierung der Freizeitangebote von Loyal e.V. und Sicherung des außerschulischen Lernortes in den Südblöcken Lösungsansätze: Trotz finanzieller Unterstützung des BA 2017/18 und der Deutsche Wohnen AG zur Weiterführung der Angebote für Kinder und Jugendliche bedarf es einer langfristigen Lösung zur Sicherung/Verankerung der Angebote. Beteiligte: BA, Deutsche Wohnen AG, Loyal e.V. BILDUNGSBRÜCKE ZWISCHEN SCHULE UND DER LEBENSWELTEN VON FAMILIEN  Ziel: Optimierung der Elternarbeit und -beteiligungsformen an der JNG Lösungsansatz: Weiterentwicklung alternativer Formate zur 1) Kommunikation mit Eltern und zur 2) Förderung der Elternbeteiligung und der Demokratiebildung sowie die Einbindung der Eltern in den Schulalltag ihrer Kinder (z.B. im Rahmen der Angebote in der Schulbücherei, der Projektwochen, Theaterund Musikvorstellungen, mit Ansatz „Entdeckendes Lernen“). Beteiligte: JNG (Bonusprogramm), Eltern, außerschulische Akteur*innen wie Kommunikation durch Kunst e.V. und Stadtteilmütter, bildung@kotti 20 21 B) ARBEIT UND WIRTSCHAFT Ausgangslage Die Unterstützung des Kleingewerbes, Existenzgründungsberatungen und Standortprofilierung spielten bisher eine untergeordnete Rolle in der QM-Arbeit. Insgesamt hat sich die Gewerbestruktur aufgrund von Verdrängung und Tourismus in den letzten Jahren erheblich verändert. Daher haben einige Gewerbetreibende regionale und überregionale Netzwerke gebildet, in denen sie ihre Interessen nach außen und gegenüber den politischen Ebenen vertreten. Die Reintegration der langzeitarbeitslosen Bewohner*innen ins Berufsleben gestaltet sich nach wie vor schwierig, da die Chancen bei der Vermittlung aufgrund ihrer oft vielschichtigen Probleme (Alter, Qualifizierungsniveau, Dauer der Arbeitslosigkeit etc.) gering sind. V.a. aber für arbeitslose, z.T. benachteiligte Jugendliche stellt der Einstieg ins Berufsleben eine große Hürde dar. Um ihre Zugangschancen zu Ausbildung und Beruf zu verbessern, sind kurzfristige (→ gezielte Fördermaßnahmen/lernbegleitende Angebote zur Erlangung des BBR, eBBR, MSA), mittel- und langfristige Lösungsansätze notwendig, die perspektivisch nur durch eine effektive Zusammenarbeit der relevanten Bildungsakteur*innen mit BA (Jugendamt, Schulaufsicht) erzielt werden können. HANDLUNGSERFORDERNISSE: ZIELE, UMSETZUNGSSTRATEGIEN, MASSNAHMEN VON DER SCHULE ZUR AUSBILDUNG/ZUM BERUF  Ziel: Verbesserung der Berufsorientierung und -perspektiven in der GS (siehe Kap. 4a, S. 18) Lösungsansatz: Frühzeitige Berufsorientierung in der GS, um Grundschüler*innen alle Bildungswege aufzuzeigen (→ Wahl von Oberschule/Gymnasium/ISS). Beteiligte: Grundschulen in und angrenzend zum Quartier (→ mit Einzugsgebiet in das QM-Gebiet ZKO), QM, bildung@kotti, Gewerbetreibende, Ausbildungsbetriebe, OS, Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße, soziale und kulturelle Einrichtungen  Ziel: Verbesserung der Berufsorientierung und -perspektiven von Jugendlichen und der Zugangschancen zu Ausbildung und Beruf Lösungsansatz: Präventiver Ansatz zur Erhöhung der Chancengleichheit von Jugendlichen → konzeptionelle Erarbeitung von mehreren Modulen/Maßnahmen: 1) Lernunterstützung von Jugendlichen ab der 9. Klasse (→ Implementierung von „Plan MSA“ in KJFE, Austausch mit OS); 2) Befähigung zur Ausbildungsreife und gezielte Berufsorientierung für Jugendliche in den OS, um negative Bildungskarrieren zu vermeiden; 3) Unterstützung bei Praktika zur Berufsorientierung (z.B. Initiierung eines „Ausbildungsverbundes“ oder einer „Interaktiven Karte für Praktika“, Kommunikation von Orientierungskursen, wie z.B. die der Bildungsmanufaktur); 4) Akquirierung von Praktikumsplätzen über das lokale Gewerbe und dessen Sensibilisierung für Jugendliche mit geringer Ausbildungsreife/mangelnden Schlüsselkompetenzen. Beteiligte: BA, Schulaufsicht, Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein e.V. (Jobentdecker), Träger der außerschulischen Bildung, KJFE, GfbM gGmbH, Gewerbetreibende, relevante OS für Jugendliche im Quartier37  Ziel: Verbesserung des Zugangs zur Jugendberufsagentur Lösungsansatz: Die Angebote der Jugendberufsagentur sind bei den Jugendlichen im Quartier nicht präsent, daher muss ihre Kommunikation besser und effektiver werden. Wichtig ist dabei die Bereitstellung von Informationen zu den verschiedenen Angeboten der Jugendberufsagentur (z.B. zu Sucht und Schulden) über Akteur*innen und Multiplikator*innen im QM-Gebiet. Zudem müssen Formate zum Kennenlernen der Jugendberufsagentur und seines breiten Angebotsspektrums entwickelt werden. Beteiligte: BA, Jugendberufsagentur Fr.-Kr., KJFE in und angrenzend zum Quartier, Bildungsinstitutionen  Ziel: Vermittlung in Arbeit, Ausbildung und Praktika 37 Dazu gehören u.a.: Refik-Veseli-Schule, Hector-Petersen-Schule, Albrecht-von-Graefe-Schule, Lina-Morgenstern-Gesamtschule 22 Lösungsansatz: Viele Familien leben aufgrund von langer Arbeitslosigkeit in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen; die Kinderarmut (59,08%)38 im Quartier ist eines der prekären Probleme. Im Bezirk gibt es zwar eine Vielzahl von Beratungsangeboten für alle Zielgruppen zur beruflichen Neuorientierung und Weiterbildung; um die Lebenssituation der Familien zu verbessern, müssen aber die Information und Vermittlung in die entsprechenden Angebote forciert werden. Beteiligte: Agentur für Arbeit & Jobcenter Fr.-Kr., Berufsinformationszentrum Berlin-Mitte - Friedrichshain-Kreuzberg, Einrichtungen im Quartier, Leistungsträger*innen ZUSAMMENARBEIT FESTIGEN. PARALLELSTRUKTUREN VERMEIDEN. SYNERGIEN SCHAFFEN.  Ziel: Bündelung von Potenzialen zur Stärkung der Zusammenarbeit von Akteur*innen für eine positive Stadtteilentwicklung Lösungsansatz: 1) Bündelung der Potenziale der im und angrenzend zum Quartier agierenden Netzwerke der Gewerbetreibenden in sich überschneidenden Themenbereichen; 2) Unterstützung und Festigung der Zusammenarbeit der Gewerbetreibenden, um gemeinsam Problemlagen anzugehen, Aktionen zu initiieren, zu planen und durchzuführen sowie bei einer effektiven Öffentlichkeitsarbeit; 3) Sicherung der Zusammenarbeit von Gewerbetreibenden und gemeinwesenorientierten Einrichtungen und Vereinen (CSR-Ansatz). Beteiligte: (bereits vernetzte) Gewerbetreibende & lokale Akteur*innen im Quartier, Mieterrat NKZ, AG Gewerbe NKZ, OraNostra, NaGe-Netz, AKS Gemeinwohl, BA C) NACHBARSCHAFT (GEMEINWESEN, INTEGRATION, GESUNDHEIT) Ausgangslage Die Gemeinwesenarbeit gehört zu den Schwerpunkten der QM-Arbeit. Im Fokus stehen die Stärkung der nachbarschaftlichen Beziehungen, die Förderung und Stärkung der Selbsthilfeorganisation sowie die Verbesserung des Zugangs von Bewohner*innen zu Hilfs-/Beratungsangeboten und Einrichtungen im Stadtteil. Bei letzterem besteht v.a. aufgrund der im Quartier kumulierten sozialen Problemlagen sowie der hohen Arbeitslosigkeit und der damit oft einhergehenden Einkommensarmut nach wie vor ein großer Handlungsbedarf. Dies betrifft v.a. die Unterstützung in Alltagsfragen und bei der Abwicklung von Formalitäten. Aufgrund dessen fokussiert sich die Arbeit des QM auch auf die „Stärkung der lokalen Einrichtungen“39 und damit verbunden ihrer für die Anwohnerschaft wichtigen Angebote sowie auf die „Stärkung von Kotti e.V.“ und das unter seiner Trägerschaft geführte STZ Familiengarten als Ankerpunkt im Quartier. Zwei Aspekte rücken seit einigen Jahren immer stärker in den Fokus gesellschaftlich kontrovers geführter Diskussionen: zum einen der Rückzug von Migrant*innen in die eigene Community, zum anderen die z.T. schleichend zunehmende Intoleranz sowie der mangelnde Respekt und die offen zutage tretenden Radikalisierungstendenzen jeglicher Form und Ausrichtung. Zentrales Ziel wird in den kommenden Jahren auch weiterhin die Verbesserung der Außenwirkung des Kottbusser Tors sein: Gemeinsam mit Bewohner*innen, Akteur*innen und Partner*innen der Gebietsentwicklung sowie mithilfe von Projekten (z.B. das “Soziale-Stadt“-Projekt „Wir sind der Kotti!“; siehe dazu auch Kap. 4d) soll dies perspektivisch erreicht werden. Außerdem konzentrieren sich im Quartier neben den sozio-ökonomischen auch ökologische Problemlagen wie (Verkehrs-)Lärm und Luftverunreinigung. Existenzängste und Verdrängungsdruck wie auch dauerhaft umweltbezogene Belastungen wirken sich gesundheitsschädigend auf die Bewohner*innen aus. Daher sollten all diese gesundheitsbelastenden Faktoren reduziert werden: durch eine gerechte Mietenpolitik, durch die ökologische Gestaltung sowie die Reduzierung von gesundheitsrelevanten Umweltbelastungen im Wohnumfeld. 38 39 Amt für Statistik, Stand 31.12.2017 2017/18 wurde dies z.B. im Rahmen des Projektes „Fundraising-Qualifizierung“ angegangen. 23 HANDLUNGSERFORDERNISSE: ZIELE, UMSETZUNGSSTRATEGIEN, MASSNAHMEN STARKE GEMEINWESENARBEIT ALS GARANT EINER FUNKTIONIERENDEN STADTTEILGESELLSCHAFT  Ziel: Stärkung der Rolle von Kotti e.V. als Anker- und Knotenpunkt im Stadtteil und Befähigung des Vereins zur Stadtteilkoordination Lösungsansatz: Unterstützung des Vereins im Hinblick auf die Verstetigungsstrategie. Grundlage bilden das Grobkonzept von 2014, die Ergebnisse der Prozessbegleitung und die Abstimmungen mit BA/Amt für Soziales. Zur Zielerreichung müssen im Prozess kontinuierlich weitere (Unterstützungs-)Bedarfe, Perspektiven und notwendige Umsetzungsschritte (Defizite/Potenziale) identifiziert, geklärt und abgestimmt werden – unter Berücksichtigung der sich verändernden Rahmenbedingungen. Langfristig gilt es, das STZ Familiengarten finanziell und personell dahingehend zu stärken, dass die Angebotsvielfalt für alle Zielgruppen nachhaltig gesichert und die aufgebauten Strukturen gefestigt/verankert werden können. Beteiligte: Kotti e.V., BA, SenIAS, QM  Ziel: Nachhaltige Stabilisierung des Gemeinwesennetzwerks@kotti Lösungsansatz: Entwicklung strategischer/konzeptioneller Ansätze zur nachhaltigen Verankerung des Gemeinwesennetzwerks in die Stadtteilstruktur über den Förderzeitraum hinaus, um das bisher Erreichte (Vernetzung, Kommunikation, Austausch, Ressourcenbündelung) langfristig sichern zu können. Beteiligte: Kotti e.V., Einrichtungen der Gemeinwesenarbeit in den QM-Gebieten Mariannenplatz & ZKO, BA FUNKTIONIERENDE NACHBARSCHAFT ALS GEMEINSCHAFT UND RÜCKHALT  Ziel: Festigung und Erhalt aufgebauter Treffpunkte für die Nachbarschaft, Stabilisierung von bewohner*innenorientierten Angeboten/Aktivitäten und Stärkung der Verantwortungsübernahme Lösungsansätze: 1) Erhalt der blog_huette in den Südblöcken als Nachbarschaftstreffpunkt mit niedrigschwelligen Angeboten für die Anwohner*innen sowie Förderung der Selbstorganisation, um langfristig die Organisation/Koordinierung von Angeboten schrittweise in die Verantwortung der Anwohner*innen zu übergeben. 2) Festigung der Rolle des Gecekondu als Begegnung- und Kommunikationsort für die Anwohner*innen, an dem wichtige (bewohner*innengetragene) Angebote stattfinden Beteiligte: Kotti e.V., Kotti-Coop e.V., Bewohner*innen, lokale Akteur*innen, WU  Ziel: Stärkung des Miteinanders, der sozialen und nachbarschaftlichen Beziehungen sowie der Nachbarschaftshilfe Lösungsansatz: Unterstützung und Stärkung der Arbeit des Nachbarschaftsraumes im NKZ zur Förderung des (respektvollen) Miteinanders aller Generationen, Kulturen und Ethnien, zur Verbesserung der Kommunikation und des Austausches unter den Anwohner*innen sowie zum Entgegenwirken von Vereinsamung, v.a. älterer Menschen. Beteiligte: Anwohner*innen und Akteur*innen des NKZ, AG Nachbarschaftsraum/Mieterrat NKZ, Kotti-Shop, Kotti-Coop e.V., WU, QM  Ziel: Stärkung des „Wir-Gefühls“ als Potenzial für aktives Handeln Lösungsansatz: Das über das Projekt „Wir sind der Kotti!“ (2016-20) gestärkte Wir-Gefühl der Anwohner*innen rund um das Kottbusser Tor ist als Potenzial für Aktionen/Aktivitäten/Veranstaltungen für den Kiez zu stärken und im Sinne der Gebietsentwicklung zu erhalten und zu befördern. Beteiligte: Kotti-Coop e.V., JNG, Bewohner*innen, lokale Akteur*innen, QM IN RESPEKT UND GEGENSEITIGER ACHTUNG MITEINANDER LEBEN  Ziel: Förderung des freiwilligen Engagements und der Selbstinitiative Lösungsansatz: Nutzung der Nachbarschaftshilfestrukturen zur Initiierung, Planung und Durchführung von gemeinsamen Aktionen – wie z.B. Nachbarschaftsflohmärkten, Tauschbörsen, Pflanz- und Pflegeaktionen –, bei denen das Miteinander und das Verantwortungsgefühl für das unmittelbare Wohnumfeld gefördert werden können. Beteiligte: Lokale Akteur*innen, Einrichtungen & Bewohner*innen, QM 24  Ziel: Reduzierung des Konfliktpotenzials und Entgegenwirken von Nutzungskonflikten Lösungsansatz: Initiierung von Gelegenheiten des Zusammenkommens und der Begegnung durch kurzfristige Angebote/Aktivitäten zur Förderung des Austauschs, der Kommunikation und des Kennenlernens. Mittels Aktionen und Aktivitäten, die Bewohner*innen gemeinsam entwickeln und planen – wie z.B. Nachbarschaftsfeste, kleine Events (z.B. Wettbewerbe) oder (kulturelle) Veranstaltungen – soll das Miteinander aller Kulturen im Quartier und somit auch Respekt wie Toleranz befördert werden, um (religiösen/ethnischen/kulturellen) Konflikten präventiv entgegenwirken zu können. Beteiligte: Bewohner*innen, lokale Akteur*innen, zentrale Einrichtungen, QM  Ziel: Förderung der Toleranz und eines diskriminierungsfreien Umgangs gegenüber Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit Lösungsansatz: Initiierung von Gelegenheiten des Zusammenkommen und des Dialogs zur Förderung eines respektvollen Miteinanders aller Menschen, unabhängig ihrer Lebensformen und –einstellungen, weltanschaulichen und sexuellen Orientierung und/oder ihrer körperlichen sowie geistigen Beeinträchtigungen. Für eine offene und tolerante Gesellschaft gilt es, zum einen eine frühzeitige Aufklärung (bereits in der Kita und GS) zu schaffen, zum anderen mittels öffentlichkeitswirksamer Formate den Erscheinungsformen/Ausprägungen von Diskriminierung entgegenzuwirken. Beteiligte: BA, Fixpunkt e.V., präventivorientierte Programme  Ziel: Förderung des Dialogs, Enttabuisierung des Themas „Radikalisierung“ und Entgegenwirken von Radikalisierungstendenzen, Zugänge schaffen zu religiösen Institutionen, Aufklärung von Eltern über Aussagen und Verhalten ihrer Kinder hinsichtlich der „Bewertung“ anderer Religionen/Ethnien/Kulturen (→ Entgegenwirken von Stereotypen) Lösungsansätze: 1) Aufbrechen von traditionellen Stereotypen in den Communities, unter Einbeziehung von fachlich qualifizierten Institutionen/Einrichtungen; 2) Angehen von fundamental-religiösen Einstellungen und Aufzeigen von Möglichkeiten der Unterstützung und Beratung für Eltern/Familien; 3) Sensibilisierung von Eltern für Toleranz und Respekt gegenüber anderen Kulturen, Ethnien und Religionen. Methodischer Ansatz: Durchführung von Dialogtischen in bereits existierenden Bewohner*innentreffen/ -gesprächsrunden, Aufklärung von Eltern durch Einbeziehung von Regeldiensten/Fachdiensten als Anlaufstellen für Eltern bei Problemen mit auffälligen Kindern/Jugendlichen; Kooperationen mit religiösen Initiativen/Institutionen, die sich für einen offenen Dialog einsetzen (interreligiöser Dialog). Beteiligte: BA, präventivorientierte Programme GESUNDE GESELLSCHAFT Die Lösungsansätze für die Handlungserfordernisse im HF „Gesundheit“ werden in Zusammenarbeit mit der Clearingstelle „Gesundheit“ und dem BA/Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit entwickelt und konkretisiert sowie mit den Kooperationspartner*innen abgestimmt.  Ziel: Mehr Gesundheit im Alltag Lösungsansatz: Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung aller Altersstufen, unter Einbeziehung von Akteur*innen der Gesundheitsförderung und in Zusammenarbeit mit Bildungsinstitutionen und gemeinwesenorientierten Vereinen im Quartier. Entwicklung von adäquaten Formaten und Aktionen, entsprechend der jeweiligen Zielgruppen, zum Mitmachen, zur Information und Aufklärung Beteiligte: BA, Clearingstelle Gesundheit, Akteur*innen der Gesundheitsförderung  Ziel: Verbesserung der psychosozialen Gesundheit durch Vernetzung und Initiierung niedrigschwelliger Angebote sowie Schaffung von Zugängen zu fachlich Qualifizierten Lösungsansätze: Kommunikation und Vermittlung von Angeboten, Handlungsmöglichkeiten und psychosozialer Begleitung: 1) Vernetzung der lokalen Akteur*innen, Institutionen, Einrichtungen und Vereine untereinander sowie mit Trägern der Gesundheitsförderung (mit Fokus auf „Seelischer Gesundheit“); 2) Niedrigschwellige Ansprache, (interkulturelle) Begleitung durch qualifizierte Fachkräfte; 3) Schaffung niedrigschwelliger (Brücken-)Angebote in vertrauten Räumen, Heranführung an bereits bestehende Angebote und adäquate, leicht zugängliche Öffentlichkeitsarbeit der Hilfesysteme (Kommunikation, Information). 25 Beteiligte: BA, Träger*innen der Gesundheitsförderung  Ziel: Präventionsnetzwerk „Psychosoziale Gesundheit in Friedrichshain-Kreuzberg“ Lösungsansätze: Initiierung eines Präventionsnetzwerkes zur Reduktion schwerer psychiatrischer Erkrankungen bei jungen Menschen (15-28 Jahre)40, um 1) durch Früherkennung und nachhaltige Behandlung Drogenkonsum und/oder sozialen Rückzug in seelischen Krisen zu verhindern; 2) professionelle Hilfe zu vermitteln, indem therapeutische/medizinische, schulische/berufliche und soziale Hilfsangebote besser verzahnt und koordiniert werden; 3) niedrigschwellige, personenorientierte Angebote (ambulant & aufsuchend) zu schaffen, die medizinische, berufliche und soziale Hilfen kombinieren, und so den Krankheitsverlauf verbessern sowie Arbeitslosigkeit, Wohnheimunterbringung und Frühberentung vorbeugen. Beteiligte: BA, Leistungsträger*innen therapeutischer, medizinischer und psychosozialer Angebote D) ÖFFENTLICHER RAUM Ausgangslage Zur Lösung der vielschichtigen Problemlagen im öffentlichen Raum sind gut funktionierende Kooperationen mit den zuständigen Fachämtern, den WU/HV und den Sicherheitspartner*innen eine Voraussetzung. Speziell in den Bereichen Wohnsituation („bezahlbarer Wohnraum“) und Sicherheit („Drogen- und Alkoholszene“) sind politische Lösungen für das Quartier gefragt. Hier kann QM moderierend sowie unterstützend wirken und die relevanten Akteur*innen mit den jeweils politischen Verantwortlichen an einen Tisch bringen sowie darauf hinwirken, dass Probleme resp. soziale Missstände nicht verlagert werden, da dies „dem Ziel des QM einer solidarischen Stadtgesellschaft widerspricht“41. Zentrales Thema wird auch in den kommenden Jahren die Reduzierung der vielschichtigen Problemlagen am Kottbusser Tor und die daraus sich ergebende geringe Aufenthaltsqualität sowie die (subjektiv) empfundene Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und des Sicherheitsempfindens der Anwohnenden sein. Die auf den beiden „Kotti-Strategieworkshops“ im April 2016 und Dezember 2018 entwickelten Maßnahmenideen und Schritte sollen daher weiterhin verfolgt werden. Letztendlich aber bedarf es langfristig die Entwicklung eines kriminalpräventiven, sozialintegrativen und übergreifenden Konzepts mit klarem Anspruch und konkreten Zielen. Perspektivisch wird es zudem erforderlich sein, den städtebaulichen Raum gemäß kriminalpräventiven Empfehlungen zu qualifizieren, indem z.B. mehr Übersichtlichkeit, ausreichende Beleuchtung und Aufenthalts- und Kommunikationsbereiche geschaffen werden. Mangelnde Sauberkeit auf Straßen, Grünanlagen und auf Spielplätzen42, eine für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen gefährliche Verkehrssituation mit enormen Beeinträchtigungen – all dies führt bei den Bewohner*innen zu einer großen Unzufriedenheit mit ihrem Wohnumfeld und animiert sie, sich in Bürger*innenbeteiligungsverfahren (Formate: Rundgänge/Stadtspaziergänge, Planungswerkstätten) zur Umgestaltung des öffentlichen Raums einzubringen.43 Die große Bereitschaft, sich in Stadtentwicklungsprozesse einzubringen und für den Kiez einzusetzen, zeigt sich auch in der immer stärker werdenden Protestbewegung gegen die Veräußerungen von Immobilien und die damit verbundene Verdrängung. Diese nimmt von Jahr zu Jahr an Dynamik zu und wird sicherlich auch in den nächsten Jahren Akteur*innen und Bewohner*innen gleichermaßen beunruhigen und zur Gründung weiterer (Protest- und Mieter*innen-)Initiativen gegen Mieterhöhungen und Verdrängung führen. HANDLUNGSERFORDERNISSE: ZIELE, UMSETZUNGSSTRATEGIEN, MASSNAHMEN LEBENSWERTE UND ATTRAKTIVE AUFENTHALTS- UND NUTZUNGSQUALITÄT IN EINEM KOMPAKTURBANEN UND NUTZUNGSGEMISCHTEN STADTTEIL 40 Landespsychiatriebetrieb Berlin, 2014 SenStadtWohn 42 Fixpunkt e.V. sorgt 2x/Woche für das Aufsammeln von Drogenkonsumrückutensilien im öffentlichen Raum; 2019 soll die Anbringung von zwei Spritzenabwurfbehältern am Kottbusser Tor erfolgen. 43 Z.B. zur Umgestaltung des sog. Skalitzer Parks und zur Erarbeitung des Integrierten Verkehrskonzeptes Südliche Luisenstadt, bei denen sich die Bewohner*innen auch online über meinBerlin.de beteiligen konnten. 41 nach 26  Ziel: Qualifizierung der Kinderspielbereiche Lösungsansatz: Installierung von abwechslungsreichen Spielmöglichkeiten und funktionstüchtigen Spielgeräten, damit die Spielplätze (öffentlich wie privat) wieder von Kindern genutzt werden können und durch die Belebung der Zweckentfremdung (→ Aufenthalt von Alkoholkonsument*innen, Schlafplatz für Obdachlose) entgegengewirkt werden kann. Beteiligte: BA, Städtebaulicher Denkmalschutz, WU, Bewohner*innen, QM  Ziel: Qualifizierung des Grünzuges/Erkelenzdamm (nördlich des Wassertorplatzes → Oranienplatz) Lösungsansatz: Umgestaltung und Qualifizierung des Grünzuges, der einer dringenden Qualifizierung bedarf: u.a. aufgrund der schadhaften und daher schwer begehbaren Oberfläche, der wenigen und maroden Sitzmöglichkeiten, der fehlenden Barrierefreiheit und der Nutzungskonflikte zwischen Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen (→ denkmalgeschützte Freianlage, einer der „20 grünen Hauptwege“). Ziel ist es, in einem Quartier mit wenigen grünen, ruhigen Oasen die Aufenthaltsqualität für Anwohner*innen zu verbessern. Beteiligte: BA, Städtebaulicher Denkmalschutz (Integriertes Verkehrskonzept Südliche Luisenstadt), Bewohner*innen  Ziel: Verbesserung der Sauberkeit in den Innenhöfen der Südblöcke Lösungsansatz: Umfragen belegen, dass die mangelnde Sauberkeit für viele Bewohner*innen eines der zentralen Probleme ist. Um dies vor allem in den Innenhöfen der Wohnblöcke anzugehen, sollten Ideen entwickelt und umgesetzt werden, die auch die Identifikation der Anwohner*innen mit ihrem Wohnumfeld stärken. Dabei sollen ebenso das Verantwortungsbewusstsein der Anwohner*innen für ihr Lebensumfeld verbessert sowie eine Sensibilisierung für Fragen der Kiezsauberhaltung im Allgemeinen erreicht werden. Beteiligte: Deutsche Wohnen AG, die Admiralstraße 1-6 Grundstücks GmbH & Co. Hausbau KG, Anwohner*innen, QM  Ziel: Verbesserung der Sauberkeit auf Straßen, Plätzen und im U-Bahnbereich Methodischer Ansatz: Sperrmüll auf Gehwegen, hohes Müllaufkommen auf Straßen und Plätzen, überquellende, zu kleine Mülleimer, Urinieren an Hauswänden und Wohnhauseingängen, Verwahrlosung der Eingangsbereiche zur U8, der U-Bahn-„Zwischenetage“ und der Bahnsteige gehören zu den zahlreichen Problemlagen, welche unter Einbeziehung von BA/Ordnungsamt, weiteren fachlich Zuständigen sowie Fachexpert*innen mittels Maßnahmeideen angegangen und gelöst werden müssen; dazu gehört u.a. auch die Aufstellung von Toiletten/Pissoirs. Bei der Umsetzung gilt es, lokale Akteur*innen und Multiplikator*innen einzubeziehen. Beteiligte: BA, BSR, BVG, Wall AG, WU, HV, lokale Akteur*innen und Multiplikator*innen  Ziel: Um-/Neugestaltung des Museumgartens, Adalbertstraße Lösungsansatz: 2017 gelangten die Akteur*innen im Rahmen eines Bürger*innenbeteiligungsverfahrens zu keiner gemeinsamen, umsetzbaren Lösung, sodass letztendlich eine Um-/Neugestaltung des Bereiches nicht in Angriff genommen wurde. Da die Problemlagen jedoch weiterhin bestehen, ist unter Einbeziehung der angrenzenden Akteur*innen eine Lösung zu entwickeln, um der Zweckentfremdung entgegenzuwirken und somit den Bereich wieder für die Anwohner*innen attraktiv zu machen. Beteiligte: BA, FHXB Museum, Kotti e.V., Deutsche Wohnen AG, QM  Ziel: Neugestaltung des sog. Skalitzer Parks (Block 104) Lösungsansatz: Umsetzung des – nach einem kooperativen Wettbewerbsverfahren – von der Jury ausgewählten Gestaltungskonzeptes zur Neugestaltung der Grünanlage. Im Rahmen eines Bewohner* innenbeteiligungsverfahrens wurden 2018 Ideen aufgenommen, strittige Punkte diskutiert und Neugestaltungsmaßnahmen erörtert. Ziel ist es, die seit Jahren anhaltende Problematik in der Grünanlage anzugehen und diese allen Bewohner*innen wieder zugänglich zu machen. Die Mittel zur Neugestaltung werden von BA über den Städtebaulichen Denkmalschutz beantragt; Baubeginn ist voraussichtlich 2020. Beteiligte: BA, Beauftragter zur Umsetzung, Städtebaulicher Denkmalschutz 27  Ziel: Erarbeitung und Umsetzung eines Gesamtkonzeptes zur Nutzung der „Mittelinsel“/ Kottbusser Tor Lösungsansatz: Seit 2008 diskutiert der Q-Rat über die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten und eine potenzielle Umgestaltung der Fläche unter der U1/U3-Hochbahn; er forderte auch gegenüber BA Lösungen ein. Nachdem die bezirklichen Konzepte resp. Förderanträge zur Umgestaltung der sog. „Mittelinsel“ abgelehnt wurden und sich Hilfsangebote für die Zielgruppe der Alkohol- und Drogenkonsument*innen etabliert haben, gilt es, mit allen Beteiligten ein Konzept für eine zielgruppenoffene Gestaltung und die Organisation der vorhandenen Nutzungen zu entwickeln und umzusetzen. Beteiligte: BA, BVG, Q-Rat, Polizei, Bewohner*innen und Akteur*innen im Quartier, Fixpunkt e.V., Berliner Obdachlosenhilfe e.V., QM UMWELTBEWUSSTES QUARTIER  Ziel: Förderung des Umweltbewusstseins und Verbesserung des Umweltverhaltens Lösungsansatz: Entwicklung von innovativen Ideen für einen „sauberen Kiez“ und Erarbeitung von zielgruppenspezifischen methodischen Ansätzen und adäquaten Formaten zur Sensibilisierung der Bewohner*innen für Themen wie „Mülltrennung“, „Vermeidung von Plastik“ etc. zur Reduzierung von Müll resp. zur Verbesserung des Wohnumfeldes (z.B. Sperrmüll- und Glasmüllsammelstellen, erhöhte Abholfrequenzen, spielerische Ansätze). Beteiligte: BA, WU, HV, Entsorger, Einrichtungen/Institutionen, lokale Akteur*innen NUTZUNGSKONKURRENZ VERHINDERN – FUNKTIONSVIELFALT ERMÖGLICHEN  Ziel: Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmeideen für einen stadtteilverträglichen Verkehr in der Oranien-, Adalbert- und Reichenberger Straße Lösungsansatz: Entwicklung von Maßnahmen zur Lösung von vielschichtigen verkehrlichen Problemen und Konflikten in der Oranien-, Adalbert- und Reichenberger Straße. Dabei geht es u.a. darum, den Fußund Radverkehr für alle sicherer zu gestalten, den Lieferverkehr verträglicher zu organisieren, den Bereich barrierefrei zu gestalten (u.a. Falschparker entfernen) und mehr Fahrradabstellanlagen zu installieren. Beteiligte: BA, SenUVK/Verkehrsplanung, Städtebaulicher Denkmalschutz (→Integriertes Verkehrskonzept Südliche Luisenstadt)  Reduzierung des Konfliktpotenzials und Entgegenwirken von Nutzungskonflikten Lösungsansatz: Räumliche Enge und Mängel in der Infrastruktur verursachen Konflikte, die nur durch eine deeskalierende Neuordnung des Straßenraums und die Eliminierung baulicher Hindernisse gelöst werden können. Um eine Nutzungsvielfalt zu ermöglichen müssen die vielschichtigen Akteur*innenkonstellationen und Interessenslagen im Stadtteil berücksichtigt und eingebunden werden. Unter Hinzuziehung von BA und den jeweiligen Zuständigkeiten (z.B. WU) sollen Maßnahmeideen, wie z.B. Umgestaltungsmaßnahmen (z.B. Beseitigung von Baumscheiben auf Plätzen), erarbeitet, abgestimmt und durchgeführt werden. Beteiligte: BA, BVG, WU, lokale Akteur*innen und Gewerbetreibende  Ziel: Barrierefreier Kiez Lösungsansatz: Reduzierung der städtebaulichen Herausforderungen für mobilitätseingeschränkte Bewohner*innen durch bauliche Veränderungen im Quartier. Dazu zählen u.a. Absenkung von Bordsteinkanten, Beseitigung von Stolperfallen auf Geh- und Fahrradwegen, barrierefreie Zugänge zu Wohnhäusern und Geschäften etc. Beteiligte: BA, WU ÖFFENTLICHE SICHERHEIT: GRUNDBEDÜRFNIS. LEBENSQUALITÄT. STANDORTFAKTOR  Ziel: Festigung und Stärkung des Modellprojektes „Gemeinwesenorientierte Sozialarbeit am Kottbusser Tor“, unter Einbindung des zu eröffnenden „Integrierten Gesundheits- und Sozialzentrums“ Lösungsansätze: 1) Weiterführung des Modellvorhabens zur nachhaltigen Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Anwohner*innen, Gewerbetreibende und andere Nutzer*innen des Kottbusser Tors. Die identifizierten Wege und eingeleiteten Schritte haben gezeigt, dass die gemeinwesenorientierte Sozialarbeit 28 mit Erwachsenen zu einer Nutzung des öffentlichen Raumes beitragen kann, die sich mit den Interessen der Anwohner*innen und Gewerbetreibenden verträgt. 2) Darüber hinaus gilt es, die Vermittlung von weiterführenden Hilfs- und Unterstützungsangeboten für die überwiegend sozial benachteiligten Gruppen, die den Bereich um das Kottbusser Tor als ihren Aufenthalts- und Lebensmittelpunkt nutzen, zu erhalten und zu festigen. 3) In diesem Sinne ist auch das im Rahmen des Projektes aufgebaute niedrigschwellige Beschäftigungsprojekt (Peer-Group) mit zusätzlichen Ressourcen zu stärken und auszubauen. Zum einen hat es sich als guter Ansatz zur Einbindung und zum Empowerment der Zielgruppen bewährt, zum anderen belegt die seit 2018 stetig steigende Teilnehmer*innenzahl den großen Bedarf. Beteiligte: BA, Landeskommission gegen Gewalt, SenGPG, Kältehilfe Berlin, Fixpunkt e.V., Berliner Obdachlosenhilfe e.V., Polizei, BVG, WU, HV, Gewerbetreibende, Akteur*innen am Kottbusser Tor, QM  Ziel: Verbesserung des Sicherheitsempfindens der Bewohner*innen und Akteur*innen Lösungsansatz: Die Beauftragung der Humboldt-Universität durch BA zur Durchführung einer repräsentativen Befragung zum subjektiven Sicherheitsempfinden der Bewohner*innen im öffentlichen Raum soll u.a. die Faktoren eruieren, die das subjektive Sicherheitsempfinden beeinflussen. Des Weiteren sollen die Zusammenhänge zwischen Sicherheitsempfinden, Nutzung der lokalen Infrastruktur sowie Nahverkehr und sozialen Interaktionen untersucht werden. Die Ergebnisse resp. abgeleiteten Hinweise sollen zur Initiierung, Festigung, Stärkung und/oder Prüfung der Präventionsarbeit und der Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Effektivität vor Ort dienen. Beteiligte: BA, WU, Bewohner*innen, Akteur*innen, Polizei, Fixpunkt e.V., BVG, QM  Ziel: Verbesserung der Durchgangsgassen, Eliminierung der dunklen, unübersichtlichen Bereiche bzw. „Angsträume“ am NKZ Lösungsansatz: Identifizierung von „Angsträumen“ sowie Erörterung und Umsetzung von Lösungswegen für eine Um-/Neugestaltung (z.B. Beleuchtungskonzept), unter Einbindung von Fachexpert*innen und Bewohner*innen. Beteiligte: Gewobag, LKA/Städtebauliche Kriminalprävention, Gewerbetreibende, Anwohner*innen, Mieterrat & AG Gewerbe NKZ, Fachexpert*innen E) BETEILIGUNG, VERNETZUNG UND EINBINDUNG DER PARTNER Ausgangslage Die Förderung der Beteiligung von Bewohner*innen nimmt im Aufgabenspektrum des QM nach wie vor eine herausragende Rolle ein. Daher werden die Ansätze zur Verbesserung der Aktivierung und Partizipation weiterverfolgt und kontinuierlich optimiert, um die bisher nicht erreichten Bewohner*innengruppen besser in die Quartiersentwicklung einzubinden. Die vielgestaltige, zielgruppensensible Beteiligungslandschaft sollte dabei auch in Zukunft den unterschiedlich ausgeprägten Beteiligungsbedürfnissen und -möglichkeiten sowie Ressourcen der Bewohner*innen Rechnung tragen, um sowohl ein punktuelles als auch ein dauerhaftes Engagement zu ermöglichen. Darüber hinaus werden auch weiterhin parallel zu den formalen Bewohner*innengremien alternative, zielgruppenorientierte Beteiligungsformate, wie z.B. Bürger*innenbeteiligungsverfahren und Thementische, unter Berücksichtigung der Sinus-Milieus im Stadtteil weiterentwickelt. Um die Bekanntmachung der Vielzahl an Angeboten im Quartier, die nach wie vor viele der Bewohner*innen und z.T. auch Akteur*innen nicht erreichen, zu verbessern, sollen diese sowohl über die im Quartier existierenden Plattformen und Vernetzungen als auch über die inzwischen erweiterten Kommunikationswege des QM (facebook und twitter) vermittelt werden. Dass es eine große Bereitschaft zur Beteiligung gibt, zeigen die Ergebnisse der Studie, die im Rahmen des Modellprojektes „Re-Kommunalisierung Plus“ erstellt wurde. Hierzu sei angemerkt, dass Beteiligung und Engagement im Quartier v.a. dann groß sind, wenn es um Mieten, Verdrängung und Umgestaltungen des Wohnumfeldes geht. Es sind die Belange ihres Kiezes, die Bewohner*innen mobilisieren, sich zu beteiligen 29 und zu engagieren. Beispiele sind hierfür „Kotti & Co“ und der 2016 neugegründete Mieterrat des NKZ.44 Es gilt daher, die bereits existierenden Beteiligungsstrukturen zu stärken und auszubauen, um so – auch im Hinblick auf die Verstetigung – Selbsthilfeorganisationen zu festigen und im Stadtteil zu verankern. 45 HANDLUNGSERFORDERNISSE: ZIELE, UMSETZUNGSSTRATEGIEN, MASSNAHMEN STADTTEILENTWICKLUNGSPROZESSE (STRATEGISCH) MITGESTALTEN  Ziel: Einbindung der WU in kiezrelevante Themen / Übernahme sozialer Verantwortung durch WU Lösungsansatz: Initiierung/Aufbau eines regelmäßigen „Runden Tisches“ der WU zum Austausch, zur Abstimmung und Entwicklung von Lösungen von (situationsbedingten) Problemlagen. Aufgrund der Komplexität vieler Sachlagen soll eine interdisziplinäre Zusammenarbeit bzw. ein Austausch mit relevanten lokalen Akteur*innen, Gewerbetreibenden, Polizei, BA (Verwaltung & Politik) etc. zu bestimmten Thematiken anvisiert werden. Beteiligte: Deutsche Wohnen AG, Gewobag, Admiralstr. 1-6 Grundstücks GmbH & Co. Hausbau KG, ZBVV – Zentral Boden Vermietung und Verwaltung GmbH, Mieterräte, lokale Akteur*innen, Gewerbetreibende, Polizei, QM BETEILIGENDE KOMMUNIKATIONSKULTUR ALS INSTRUMENT DER AKTIVIERUNG  Ziel: Aktivierung der schwer erreichbaren Zielgruppen Lösungsansatz: 1) Schaffung und Ausbau einer beteiligenden Kommunikationskultur, um Informationen über Beteiligungsmöglichkeiten zu verbreiten und die Attraktivität von Beteiligung zu steigern; 2) Nutzung der bereits existierenden niedrigschwelligen Angebote zur Aktivierung, ggf. Entwicklung weiterer Formate zur Ansprache; 3) Entwicklung alternativer Formate der Öffentlichkeitsarbeit zur Ansprache und Beteiligung, wie z.B. Wettbewerbe. Beteiligte: Bewohner*innen, QM VON DER „AKTIVEN, SOZIALEN TEILHABE“ ÜBER DAS „ENGAGEMENT“ ZUR „BETEILIGUNG“  Ziel: Initiierung vielfältiger Beteiligungsformate, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen und Ressourcen der Bewohner*innen Lösungsansätze: 1) Entwicklung alternativer, zielgruppengerechter Beteiligungsformate und -plattformen, ggf. auch digitalen, unter Einbindung der Q-Ratmitglieder und der bestehenden Netzwerke zur Aktivierung und zum Empowerment sowie für mehr Beteiligung und proaktives Handeln; 2) Initiierung von themenspezifischen Austauschrunden, wie z.B. Thementische und Dialogtische, zu Kiezthemen (v.a. für jene, die an keinen formalen Gremien teilnehmen möchten); 3) Ausbau und Etablierung der „QMSprechstunden“ in zentralen Einrichtungen des Quartiers und des Formats „Offener Q-Rat“. Beteiligte: Q-Rat, Bewohner*innen und lokale Akteur*innen, QM EMPOWERMENT FÜR EIN SELBSTSTÄNDIGES UND EIGENVERANTWORTLICHES HANDELN  Ziel: Befähigung und Unterstützung von Selbstorganisationen und freiwillig Engagierten zur eigenverantwortlichen Gestaltung von Stadtteilentwicklung Lösungsansatz: Zur Qualifizierung der Akteur*innen ist langfristig die Vermittlung von konkretem „Handwerkszeug“ notwendig, u.a.: Wie gelingt eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit? Wie entwickelt und managt man Projekte? Was muss bei der Umsetzung von Aktionen im öffentlichen Raum bedacht werden? Welche Zuständigkeiten/Verantwortlichen müssen eingebunden werden? Beteiligte: Bewohner*innen, Akteur*innen, QM 44Der 2016 gewählte Mieterrat besteht aus 6 Anwohner*innen und 2 Gewerbetreibenden des NKZ; an der Wahl nahmen von 351 Anwohner*innen 99 teil; das entspricht einer Wahlbeteiligung von 28,2%. Im Oktober 2018 unterzeichneten der Mieterrat und die Gewobag eine Kooperationsvereinbarung. 45 Siehe dazu auch die Ergebnisse des Modellprojektes „(Re-)Kommunalisierung Plus“, 2018, vor allem auf S. 54ff. 30  Ziel: Qualifizierung der Bewohner*innengremien in der Selbstorganisation Lösungsansatz: Förderung eines kultursensiblen und vorurteilsbewussten Umgangs mit (kultureller) Vielfalt durch die Sensibilisierung für antidiskriminierende Sprache und Kommunikation, z.B. mittels Schulungen/Trainings für Beteiligungsgremien, Anwohner*innen und Engagierte Beteiligte: Quartiersrat, Aktionsfondsjury, Bewohner*innen, lokale Akteur*innen, Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des TBB, QM  Ziel: Ausbau, Festigung und Etablierung der Mieter*innenbeteiligungsstruktur(en) Lösungsansatz: Festigung und nachhaltige Verankerung der im Rahmen des Modellprojektes „(Re-) Kommunalisierung Plus II“ gestärkten und qualifizierten (Mieterrat NKZ) bzw. neu aufgebauten (Südblöcke) Partizipations- und Mitbestimmungsstrukturen am Kottbusser Tor. Beteiligte: Kotti-Coop e.V., Mieterräte und Mitbestimmungsstrukturen, Anwohner*innen, Akteur*innen & Gewerbetreibende, WU, QM KOMMUNIKATION DURCH EINE OPTIMALE ÖFFENTLICHKEITSARBEIT VERBESSERN  Ziel: Verbesserung der Kommunikation von Angeboten, Aktionen und Veranstaltungen im Quartier für alle Bewohner*innen Lösungsansatz: Optimierung der Kommunikation der zahlreichen Angebote im Quartier durch Entwicklung alternativer Formate der Öffentlichkeitsarbeit, Instrumente und Formen, um die Zielgruppen zeitgemäß und zielgerichtet anzusprechen (z.B. visuelle Kommunikation, (digitale) Infotafeln an zentralen Orten und/oder in Einrichtungen). Voraussetzung ist die Gewährleistung der Zuarbeit durch die Akteur*innen und eine kontinuierliche Aktualisierung der Informationen. Beteiligte: lokale Akteur*innen, Einrichtungen, Vereine, Initiativen, Anwohner*innen, QM Ziel: Wege eröffnen für eine inklusive Teilhabe durch barrierefreie Kommunikation Lösungsansatz: Abbau von Kommunikationsbarrieren und Schaffung von barrierefreien, benutzer* innenorientierten Zugängen: Informationen in leichter Sprache, kommunikative Inklusion der Personen mit Einschränkungen des Hör- und Sehsinns. Beteiligte: BA, Träger*innen 31 5. STRATEGIEN ZUR VERSTETIGUNG Im Difu-Gutachten von 201346 werden die Voraussetzungen für eine gelingende Verstetigung von QMGebieten aufgeführt und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen dargelegt. Danach ist die „Stabilität von Gebieten“47 im Sinne einer sozialen Stadtteilentwicklung ein wesentliches Kriterium für die Verstetigung. Während der Erstellung des Gutachtens wurden in einem Gespräch mit QM die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für das QM-Gebiet ZKO erörtert. Die für die QM-Förderkulisse festgehaltenen Faktoren, die das Quartier ZKO 2013 als „nicht verstetigungsreif“ identifizierten, sind z.T. nach wie vor relevant48:  starke Problempersistenz im südlichen Teil des Quartiers  starke Abhängigkeit der Akteur*innenlandschaft vom QM (→ fehlende alternative Anlaufstelle)  ausbaufähige Professionalisierung bürgerschaftlicher Selbsthilfeorganisationen  unzureichende soziale Stabilität im Programmgebiet (→ negative Sozial- und Bildungsdaten) Unter Berücksichtigung der o.g. Faktoren wurde bereits 2013 eine Strategie zur Verstetigung erarbeitet. Übergeordnete Ziele sind die Sicherung der bisher erreichten Erfolge der Quartiersentwicklung und die Stabilisierung der aufgebauten Strukturen. Daher wurden erste konzeptionelle wie organisatorische Grundlagen entwickelt, die zentrale Projekte als Basis weiterer Entwicklungen stärken, Akteur*innenstrukturen/Netzwerkgremien in ihrer Rolle bei der Quartiersentwicklung festigen und Beteiligungsstrukturen als Basis nachhaltiger partizipativer Prozesse im Quartier verankern. IN DEN ERSTEN BEIDEN PHASEN DER VERSTETIGUNGSSTRATEGIE (2015-19) LAG DER FOKUS AUF: 1) Sicherung zentraler Projekte/Angebote durch alternative Finanzierungen über Sponsor*innen, Stiftungen, Förderprogramme des Landes und Bundes, etc. Methode: Finanzielle Absicherung von zentralen Projekten im Quartier durch Qualifizierung/Coaching im Bereich „Fundraising“ – Akquise von Spenden, Sponsoring, Crowdfunding → Projekt: „Fundraising – Qualifizierung“, gefördert über das Programm „Soziale Stadt“ (2017-18) 2) Stärkung der Zusammenarbeit der Akteur*innen und Festigung von Netzwerkstrukturen Methode: a) Übergabe der Prozessbegleitung des aufgebauten Bildungsnetzwerkes AG Bildung (2006-16) an das BA/Jugendamt zur Fortführung der wichtigen Plattform der Bildungsakteur*innen mit dem Ziel der nachhaltigen Sicherung; (b) Aufbau und Stärkung eines Gemeinwesennetzwerkes zum Austausch, zur Kommunikation, Information und Ressourcenbündelung → Projekt: „Gemeinwesennetzwerk@kotti“ (Kotti e.V.), gefördert über das Programm „Soziale Stadt“ (2017-18) 3) Stärkung eines zentralen Akteurs im Quartier zur langfristigen Übernahme relevanter Aufgaben im Rahmen der Stadtteilkoordination Methode: Stärkung von Kotti e.V. bzw. des unter seiner Trägerschaft geführten STZ Familiengarten als Anlaufstelle für (Beratungs-)Angebote und als Ort der Begegnung und Kommunikation für die Nachbarschaft → Projekte: „Prozessbegleitung von Kotti e.V.“ zur Profilschärfung des Vereins, gefördert über das Programm „Soziale Stadt“ (2015), „Aufbau eines Nachbarschaftstreffpunktes in den Südblöcken“ zur Ausdehnung der Nachbarschaftsarbeit von Kotti e.V., gefördert über das Programm „Soziale Stadt“ (2015-17), „Infrastrukturelle Stärkung des STZ“, gefördert über das Programm „Soziale Stadt“ (2018/19). 4) Stärkung der Selbsthilfeorganisationen und Etablierung von Bewohner*innenbeteiligungsstrukturen Methode: (a) Unterstützung des bewohner*innengetragenen Vereins Kotti-Coop e.V. zur Stärkung der Selbstorganisationskräfte der Anwohner*innen rund um das Kottbusser Tor → Projekt: „Wir sind der Kotti! I & II“ (2017-20); (b) Identifizierung der Potenziale und Ressourcen zum Aufbau von Formaten resp. Strukturen zur Mitbestimmung und Beteiligung an relevanten Entscheidungsprozessen zur Verbesserung des eigenen Wohnraums und -umfeldes → „(Re-)Kommunalisierung Plus. Modellprojekt am Kottbusser Tor“ (Kotti-Coop e.V., 2018). Difu-Gutachten: Verstetigungsmöglichkeiten Berliner Quartiersmanagementverfahren, 2013, S. 17 Mit “Stabilität” ist die Aufrechterhaltung eines Zustandes, der Zusammenhalt von Elementen sowie Widerstandsfähigkeit gegenüber Herausforderungen/Problemen/Störungen gemeint, Difu-Gutachten, S. 19 48 Difu-Gutachten, S. 153 46 47 32 HANDLUNGSBEDARF 2019-22 Zwei zentrale Punkte liegen der Strategie zur Verstetigung zugrunde: 1) Stärkung von Kotti e.V.: Das in seiner Trägerschaft befindliche STZ Familiengarten soll perspektivisch eine wichtige Anlaufstelle bzw. ein Ankerpunkt im Quartier resp. im Stadtteil werden, das auch die „Motoren- und Kümmerer-Funktion“ übernimmt. Die 2015 erfolgte „Prozessbegleitung zur Profilbildung und -stärkung“ war ein erstes Modul, um den Verein in der Übernahme dieser Rolle und Funktion bzw. der Stadtteilkoordination (Aktivierung, Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit, Information, Kommunikation etc.) zu unterstützen. In der Folge wurde Kotti e.V. über „Soziale Stadt“ auch im Aufbau eines Gemeinwesennetzwerkes (2017/18) und eines Nachbarschaftstreffpunktes mit einer Nachbarschaftskoordinatorin in den Südblöcken (2015-17) gefördert. Die Fokussierung auf die Südblöcke hat zum einen eine Ausweitung der Arbeit von Kotti e.V. zum Ziel, zum anderen resultiert sie aus der Tatsache, dass in diesem Teil des QM-Gebietes eine starke Problempersistenz vorliegt. Parallel dazu soll sich das STZ in seiner Rolle als Ort der Nachbarschaft stärker im Quartier festigen und seinen Wirkungskreis vergrößern. Daher spielt das STZ auch in der Verstetigungsstrategie des QM Mariannenplatz eine zentrale Rolle. Über das Projekt „Willkommen Marianne“ wurden 2016-18 die Bewohner*innen des benachbarten Quartiers an das STZ herangeführt; eine gebietsübergreifende Zusammenarbeit mit dem QM Mariannenplatz und eine Verzahnung der beiden Verstetigungsstrategien in Bezug auf die Gemeinwesenarbeit resp. die Rolle von Kotti e.V. wurde daher 2018 ebenfalls begonnen.49 2) Beteiligungsstrukturen fördern, Selbsthilfegruppen unterstützen: Die in den vergangenen Jahren entstandenen Selbsthilfegruppen/-organisationen und das stärkere freiwillige Engagement von Bewohner*innen, sich an Prozessen zu beteiligen, Entscheidungen mitzubestimmen und sich aktiv für die Verbesserung ihres Lebensumfeldes einzusetzen, ist in ihrer Funktionsfähigkeit zu unterstützen, zu stärken und zu festigen. Die im Rahmen des Projektes „(Re-)Kommunalisierung Plus“ eruierten Kompetenzen, Potenziale und Ressourcen sind dahingehend zu qualifizieren, dass perspektivisch eine Beteiligungs- und Mitbestimmungskultur etabliert wird, die Herausforderungen und Problemlagen aus sich heraus angehen und lösen kann. SCHLUSSFOLGERUNG Stabile Netzwerkstrukturen und Beteiligungsformate sowie ein starker Anlauf- bzw. Ankerpunkt im Quartier sind wichtige Säulen für eine positive Entwicklung eines Stadtteils, aber auch ein Garant dafür, dass das Quartier zukünftig seine Potenziale und Kompetenzen im Sinne einer für die Bewohner*innen positiven Entwicklung nutzt und einsetzt, um Handlungserfordernisse und Problemlagen lösungs- und zielorientiert anzugehen. In diesem Sinne liegen die Aufgaben der kommenden Jahre in der  kontinuierlichen Stärkung von Kotti e.V. als wesentlicher Akteur im Quartier mit Ankerfunktion zur Festigung aufgebauter Strukturen (→ konzeptionelle Ansätze, s. Kap. 4c, S. 22).  Stärkung der selbsttragenden Bewohner*innenbeteiligungsstrukturen, um funktionierende nachhaltige, sozialräumlich orientierte Strukturen zu etablieren. Das heißt, dass die Formate zur Beteiligung und Mitentscheidung sowie die Initiativen unterstützt und gestärkt werden, aber auch das Bewohner*innengremium, der Q-Rat, in seiner Rolle als Multiplikator in den Stadtteil zum selbstständigen Agieren bzw. zur Selbstorganisation und Eigeninitiative und zur Übernahme von Verantwortung qualifiziert werden soll (s. Kap. 4e, S. 28).  Unterstützung und Festigung von Kooperations- und Netzwerkstrukturen für ein von QM unabhängiges Handeln, indem Potenziale, Ressourcen und Kompetenzen zur nachhaltigen Sicherung von Kommunikations-/Dialogstrukturen gestärkt werden. 49 Das STZ Familiengarten wurde als zentraler Ort der Nachbarschaftsarbeit des QM Mariannenplatz identifiziert, da es im benachbarten QM-Gebiet keine zentrale Anlaufstelle für die Nachbarschaft gibt. 33  stärkere Einbindung der WU in die Stadtteilentwicklungsprozesse, zur Übernahme von mehr Verantwortung und Sozialengagement sowie Kooperationsbereitschaft (s. Kap. 4e, S. 28).  Einbindung starker Akteur*innen außerhalb der QM-Grenzen in die Netzwerkstrukturen des Quartiers, wie z.B. das Jugendhaus CHIP (Reichenberger Kiez), und die AWO e.V. im Rahmen der gemeinwesenorientierten Arbeit, unter Einbindung der über QM Mariannenplatz50 aufgebauten Struktur(en). Grundlage für eine erfolgreiche Verstetigung ist letztendlich aber auch eine mit SenStadtWohn, BA und den lokalen Akteur*innen abgestimmte Strategie sowie ihre Kommunikation in den Stadtteil. Dieser Prozess muss sowohl durch themenspezifische und fachübergreifende Netzwerke als auch durch horizontal miteinander vernetzte bezirkliche Fachämter begleitet werden. Hierfür ist es notwendig, dass v.a. auf der bezirklichen Ebene eine interdisziplinäre, raumorientierte und ressortübergreifende Zusammenarbeit, eine Bündelung von Know-how und Finanzmitteln sowie eine Regelung von Zuständigkeiten bzw. Ansprechpartner*innen erfolgen müssen, wie sie für die Stabilisierung und integrierte Stadtteilentwicklung benötigt werden. 50 Das QM Mariannenplatz wird 2020 verstetigt. 34 6. FAZIT Nach der Darstellung der Handlungsbedarfe im QM-Gebiet und der daraus resultierenden bzw. entwickelten Lösungsansätze und Strategien werden im Folgenden die Handlungsschwerpunkte für die kommenden zwei Jahre zusammenfassend dargelegt. Dabei sei, wie bereits einleitend erläutert, darauf hingewiesen, dass sich die Prioritäten für die Jahre 2019-22 aus der zwischen 2015 und 2019 begonnenen Arbeit ergeben. Sie liegen primär auf der Festigung bereits aufgebauter Strukturen, der Weiterentwicklung strategischer Lösungsansätze im Rahmen des Gesamtkonzeptes in den HF „Nachbarschaft“ und „Öffentlicher Raum“ sowie auf der Etablierung von Dialogprozessen zur integrierten Herangehensweise an die Bedarfe/Problemlagen im Stadtteil. Im IHEK 2019-22 sind die jeweiligen Handlungserfordernisse und die daraus resultierenden Lösungsansätze resp. Strategien und Methoden handlungsfeldbezogen dargelegt. Im Fazit lassen sich die einzelnen Handlungsfelder nicht isoliert voreinander betrachten, da sie sich thematisch überschneiden und integriert zu betrachten sind. In den kommenden Jahren werden daher folgende Schwerpunkte ausschlaggebend sein – auch unter dem Aspekt der in Kapitel 5 dargelegten Verstetigungsstrategie für die Gebietsentwicklung: ZENTRALE ANKERPUNKTE UND ANLAUFSTELLEN IM QUARTIER  (Infra-)Strukturelle Stärkung von Kotti e.V. (→ Übernahme der Stadtteilkoordination) und des STZ Familiengartens bzw. seiner gemeinwesenorientierten Arbeit (→ „Verstetigungsstrategie“)  Unterstützung der Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße als Begegnungsraum und Knotenpunkt im Quartier und ihre Öffnung in den Stadtteil NACHBARSCHAFT UND ZUSAMMENLEBEN – MITEINANDER IM QUARTIER  Festigung/Verankerung der Nachbarschaftstreffpunkte  Unterstützung und Stärkung des freiwilligen Engagements  Förderung des respektvollen Miteinanders/Radikalisierungstendenzen entgegenwirken LEBENSWERTES, SAUBERES WOHNUMFELD OHNE NUTZUNGSKONFLIKTE  Weiterführung des Dialogprozesses zum Kottbusser Tor (Entwicklung/Erarbeitung von Konzepten, Strategien, Lösungsansätzen)  Festigung der Arbeit von Fixpunkt e.V. am Kottbusser Tor bzw. im Quartier  Qualifizierung der Grünflächen/Spielplätze, um Zweckentfremdung entgegenzuwirken  Verbesserung des Wohnumfeldes, unter Einbindung der Bewohner*innen, Akteur*innen und Verantwortlichen/Zuständigkeiten EINBINDUNG UND AKTIVE BETEILIGUNG DER AKTEUR*INNEN UND BEWOHNER*INNEN AN STADTTEILENTWICKLUNGSPROZESSEN  Initiierung und Aufbau vielfältiger Beteiligungsformate, Stärkung von Bewohner*innenbeteiligungsstrukturen  Befähigung und Unterstützung von Selbstorganisationen und freiwillig Engagierten zur eigenverantwortlichen Gestaltung von Stadtteilentwicklung  Einbindung der WU in kiezrelevante Themen für eine stärkere Übernahme ihrer sozialen Verantwortung VERNETZUNG – ZUSAMMENARBEIT DER AKTEUR*INNEN FÜR DIE STADTTEILENTWICKLUNG  Bündelung der Potenziale der im und angrenzend zum Quartier agierenden Netzwerke der Gewerbetreibenden zur Festigung ihrer Zusammenarbeit und Schaffung von Synergien  Festigung/Verankerung des Gemeinwesennetzwerk@kotti  Stärkung der Zusammenarbeit lokaler Bildungsakteur*innen 35 BILDUNG ALS GESAMTAUFGABE ALLER AM PROZESS BETEILIGTEN  Optimierung der Übergänge (Kita – GS – OS – Ausbildung/Beruf)  Optimierung der durchgängigen Sprachbildung zur Verbesserung der Chancengleichheit bzw. für Bildungschancen von Anfang an  Sicherung und Verankerung der Lern- und Freizeitangebote zur Implementierung des „ganzheitlichen Lernens“ Zum Abschluss sei darauf hingewiesen, dass Stadtteile gesamtstädtischen Dynamiken ausgesetzt sind. Daher ist es notwendig, diesen dynamischen Entwicklungsprozessen Rechnung zu tragen, damit neu auftretende Bedarfe und Problemlagen schnellstmöglich berücksichtigt und angegangen werden können. In diesem Sinne ist es v.a. wichtig, dass Strategien und Lösungsansätze gemeinsam mit Verwaltung und Politik entwickelt und abgestimmte Aktionen/Maßnahmen umgesetzt sowie Zuständigkeiten klar geregelt werden. 36 ANHANG 1: BEDARFSLISTE IHEK 2019-22 In der Liste sind lediglich die Handlungserfordernisse/Bedarfe aufgeführt, bei denen QM ggf. mit Einsatz von Mitteln des Programms „Soziale Stadt“ finanzielle Unterstützung leisten könnte. Die Handlungserfordernisse, die im IHEK 2019-22 aufgeführt sind und im Verantwortungsbereich anderer Akteur*innen und/oder Verwaltungen liegen, wurden nicht in die Liste aufgenommen. Bedarf / Maßnahme Ziel & Kurzbeschreibung Zeithorizont Soziale-StadtFonds (soweit bekannt) Bezug IHEK Anmerkungen 2019 Projektfonds PJ 2019: 7.931,27 € S. 17 Die Genehmigung des Schulamtes zur Anbringung liegt vor. Projektfonds PJ 2019: 17.719,20 € S. 18 Die Maßnahmeidee wurde in der AG Bildung, bildung@kotti, entwickelt und konkretisiert. Projektfonds PJ 2019: 20.000 € S. 17 Bis September 2019 klärt QM den tatsächlichen Mittelbedarf mit der Mittelpunktbibliothek. HF 1 - BILDUNG, AUSBILDUNG, JUGEND Wir lernen hier! Bildungswege aufzeigen – Berufsorientierung in der Grundschule Die Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße: Gemeinschaftsräume für alle Verbesserung des Durchgangs JNG-GMS durch die Verschönerung der Außenfassade (→ Anbringung der Planen der Ausstellung „Augen-Blicke“, die im Rahmen des Projekts „Wir sind der Kotti!“ stattfand). Frühzeitige Auseinanderset2019-21 zung mit der Vielfalt der Berufe und der Berufswelt im Rahmen der Projektwochen in der JNG. Praktische Einblicke in Berufe („Schnupper- und Experimentiertage“) sollen den Schüler*innen dabei helfen, ihre Potenziale und Stärken zu erkennen sowie ihnen die Wahl der weiterführenden Oberschule zu erleichtern. Nach der Umsetzung des neuen Konzeptes (stärkere Öffnung in den Stadtteil, Steigerung der Attraktivität für alle Nutzer*innen) ab Sommer 2019 sollen – je nach den Bedürfnissen der Nutzer*innen – Anpassungen der Räumlichkeiten (Um/Neugestaltung) und/ oder weitere Anschaffungen erfolgen. 2020 37 Die Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße: Gemeinschaftsräume für alle Unterstützung der Mittelpunktbibliothek bei der Umsetzung der neuen Angebote (z.B. Medien sicher nutzen) im Rahmen ihrer neuen Strategie (→ Stärkere Öffnung in den Stadtteil) 2020-21 Projektfonds PJ 2019: 50.000 € S. 17 HF 3 - NACHBARSCHAFT (GEMEINWESEN, INTEGRATION, GESUNDHEIT) Stärkung des Miteinanders, der sozialen und nachbarschaftlichen Beziehungen sowie der Nachbarschaftshilfe Ausstattung des Nachbarschaftsraums im NKZ, der von den Anwohner*innen des NKZ (AG Nachbarschaft/Mieterrat NKZ) selbstverwaltet und -organisiert wird. 2019 Projektfonds PJ 2019: 9.993,80 € S. 22 Der Mietvertrag wurde vom neugegründeten Verein „Nachbarschaftsraum Neues Kreuzberger Zentrum e.V.“ mit der Gewobag im April 2019 abgeschlossen. Stärkung des „Wir-Gefühls“ als Potenzial für aktives Handeln („Wir sind der Kotti!“ III) Festigung der aufgebauten Strukturen resp. Zusammenarbeit der lokalen Akteur*innen und Bewohner*innen aller Altersstufen und ihres Engagements in der positiven Darstellung ihres Kiezes (mittels gemeinsamer Veranstaltungen im öffentlichen Raum). 2019-21 Projektfonds PJ 2019: ca. 35.000 € S. 22 Die Einbeziehung der Schüler*innen der JNG muss im Rahmen des Projektes jährlich erfolgen. Der Abstimmungsprozess ist noch nicht beendet. HF 4 - ÖFFENTLICHER RAUM Um-/ Neugestaltung des Museumsgartens, Adalbertstraße Nutzungskonflikten entgegenwirken 2019-20 Projektfonds k.A. S. 25 Gemeinwesenorientierte Sozialarbeit am Kottbusser Tor Weiterführung des 2017-19 durchgeführten Modellvorhabens zur nachhaltigen Verbesserung der öffentlichen Aufenthaltsqualität für Anwohner*innen, Gewerbetreibende und andere Nutzer*innen des Kottbusser Tores. 2019-21 Netzwerkfonds PJ 2019: 344.900 € S. 26f. 38 39 ANHANG 2: VERANTWORTUNG FÜR DEN KIEZ INVESTIVE MASSNAHMEN Maßnahme Programm Summe Anmerkungen Instandsetzungsmaßnahmen GMS BA-Verfügungsfonds 14.065 € 2017 abgeschlossen Sanierungsmaßnahmen GMS SSP-Mittel 122.660,56 € 2017 abgeschlossen Instandsetzungsmaßnahmen JNG BA-Verfügungsfonds 13.286 2017 abgeschlossen Sanierungsmaßnahmen JNG SIWANA-I & SSP-Mittel 1.092.542,47 € 2017/18 abgeschlossen Sanierung der Turnhalle JNG SIWANA-I & SchulSP 0,9 Mio. € Sanierung der GMS (Dach, Sanitäranlagen, Räume, Elektroanlagen etc.) SchulSP-Mittel 4,05 Mio. € Noch nicht abgeschlossen (ggf. 2019) Noch nicht abgeschlossen (ggf. 2020) Sanierung und Umbau der NaunynRitze Städtebaulicher Denkmalschutz 4,7 Mio. € Voraussichtlich Sommer 2019 abgeschlossen Fahrradschutzstreifen Skalitzer Straße SenStadtUm k.A. Voraussichtlich 2019 abgeschlossen BILDUNG Maßnahme Programm/Förderungen Summe Anmerkungen Lernwerkstatt Naturwissenschaften – Übergang Kita – GS Bonusprogramm51 k.A. Seit 2015 (Mittel werden jährlich neu geplant) Rechenfix und Wortgewandt Wall AG Die Maßnahme wird von der Wall AG finanziert und abgerechnet. Seit 2005 Musikhaltestelle an der JNG Sandra Maischberger Stiftung Die Maßnahme wird von der Stiftung finanziert und abgerechnet. Seit 2016 JNG Cleven-Stiftung Die Maßnahme wird von der Stiftung finanziert und 51 Die JNG erhält über das Bonusprogramm jährlich 110.000 €. 40 abgerechnet. Die Maßnahme wird von der Stiftung finanziert und abgerechnet. JNG Sarah-Wiener-Stiftung Elternarbeit an der JNG Verfügungsfonds & Bonusprogramm k.A. Kinderbüro JNG (Kotti e.V.) BA/Schulsozialarbeit k.A. Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche & Soziales Lernen (Loyal e.V.), in Kooperation mit der JNG Bundesministerium für Bildung und Forschung (Programm: Kultur macht STARK) 24.043,99 € 2018 Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche (Loyal e.V.) Stiftungen, BA/JugFör, WU Jährlich seit 2017 LINK – Lernen plus in der Bibliothek BIST (EU/EFRE) 13.000 € BA/JugFör; 1.000 € Deutsche Wohnen AG; k.A. zu Mitteln der Stiftungen 89.000 € LINK – Lernen plus in der Bibliothek BIST II (EU(EFRE) 64.000 € 2019-22 (beantragt) ZIS II 25.000 € 2019 Seit 2015 (Mittel werden jährlich neu geplant) 2016-19 GEMEINWESEN & GESUNDHEIT Maßnahme Programm Summe Anmerkungen Gemeinwesenarbeit STZ (Kotti e.V.) Gemeinwesenarbeit STZ (Kotti e.V.) SenIAS 57.996,82 € Im Rahmen des STZ-Vertrages Landesmittel aus dem Infrastrukturprogramm STZ (SenIAS) 42.003,18 € KOPRÜ - Bildungsbrücke (STZ, Kotti e.V.) ZIS Teilprogramm STZ II (EFRE-Mittel) 40.000 € Unterstützung Geflüchteter Teilprogramm „Willkommenskultur“ (SenIAS) 20.000 € Gemeinsam am Erkelenzdamm Gesetzliche Krankenkassen (über die Clearingstelle Gesundheit) SenStadtWohn: Soziale Stadt (Netzwerkfonds) 10.600 € 2017-18 399.970 € 2018-20 Überbezirklicher Aufbau eines Netzwerkes zum Umgang mit Drogen- und Alkoholkonsum und den Begleiterscheinungen im 41 öffentlichen Raum (Fixpunkt gGmbH) INTEGRATION Maßnahme Programm Summe Anmerkungen Ferngespräche – Dialoge mit alten und neuen Berliner*innen (FHXB Museum) Masterplan Integration und Sicherheit 23.817,81 € 2017/18 Xberg-Tag für Geflüchtete (FHXB Museum) Masterplan Integration und Sicherheit 16.000 € 2017/18 Willkommen – Aufstockung des Medienetats in den Bibliotheken in Friedrichshain-Kreuzberg Masterplan Integration und Sicherheit 91.786,32 € 2017/18; für alle Bibliotheken in Fr.-Kr.; anteilig für die Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße Lern- und Begegnungsräume für Schüler*innen aus den Willkommensklassen Masterplan Integration und Sicherheit 37.000 € 2017/18; für alle Bibliotheken in Fr.-Kr.; anteilig für die Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße. Neue Nachbarschaften (DESI gGmbH) Masterplan Integration und Sicherheit 5.000 € 2018 WIRTSCHAFT Maßnahme Programm Summe KottiFix (Fixpunkt e.V.) PEB (Landes- und ESFMittel) 336.995,35 € Anmerkungen KULTURELLE BILDUNG Maßnahme Programm Summe Anmerkungen Transit_Räume (Sub Opus 36 e.V., in Kooperation mit Kreuzberg hilft e.V.) Kotti L´Amour_Mapping the Common Ground (SuperFuture, in Kooperation mit dem Kotti-Shop) Berlin is burning 2 (Polnischer Sozialrat u.a.) Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung 3.000 € 2018 Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung 4.968 € 2018 Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung k.A. 2017/18 Die Kunst der Begegnung – inklusive Projektwoche mit zwei Schulen (meet MIMOSA, GMS, JNG, Statthaus Böcklerpark) Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung k.A. 2017/18 42 Uns inklusive – eine Kunstwerkstatt für alle (Camp One e.V. u.a.) Ersatzbeschaffungen für den Ausstellungsbetrieb (FHXB Museum) Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung k.A. 2017/18 Kulturförderung Friedrichshain-Kreuzberg 2.500 € Infrastrukturell (2018) Überarbeitung und Aktualisierung der Website (FHXB Museum) Kulturförderung Friedrichshain-Kreuzberg 3.000 € 2017 XB-Lab. Kultur in Kreuzberg (Gesellschaft für Humanistische Fotografie e.V.) „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“, BMI & BKM 442.877,52 € 2019-22 Future Sounds (u.a. Frauenzentrum Schokofabrik e.V.) Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung k.A. 2019 Remix: Wir, Ikarus (meet MIMOSA, GMS, JNG, Statthaus Böcklerpark) Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung k.A. 2019 STRUKTUR − NETZWERKE Maßnahme Programm Summe Anmerkungen bildung@kotti Bonusprogramm JNG + BA/Familienförderung (2018) 2018: 5.000 € JNG übernimmt 50% der Kosten für die externe Moderation/Prozessbegleitung seit 2018 2019: 5.922 € Nage-Netz (Stadtprojekte e.V.) FEIN – Sachmittel für Pilotprojekte 29.500 € 2018; 2019 erneut beantragt AKS Gemeinwohl BA/Bürgerhaushalt 65.000 € 2018/19 43
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