Path:
Volume

Full text: Abfallbilanz des Landes Berlin (Rights reserved) Ausgabe 2006 (Rights reserved)

Abfallbilanz 2006 des Landes Berlin Nahinfrarottechnik- Moderne Sortieranlage Glasscherbensortierun g nach Farben Extruder der SORTEC 1 Herausgeber: Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Fachliche Bearbeitung: Siedlungsabfälle: Bauabfälle: Klärschlamm: Gefährliche Abfälle: Thomas Schwilling Heidelinde Mehner Beate Bruchmann Heinz Edel 2 Inhaltsverzeichnis: 1. Rechtsgrundlagen 2. Organisation der Abfallwirtschaft in Berlin 3. Abfallarten 4. Datenherkunft 5. Siedlungsabfälle 5 5 5 5 6 6 9 9 11 11 11 12 14 14 14 14 15 15 16 16 16 17 17 18 18 18 20 5.1 Entwicklung des Siedlungsabfallaufkommen seit 1996 5.2 Siedlungsabfallaufkommen 2006 5.2.1 Hausmüll und Geschäftsmüll 5.2.2 Sperrmüll aus Haushaltungen 5.2.3 Straßenkehricht 5.2.4 Gewerbeabfall 5.3 Entsorgungswege der Siedlungsabfälle zur Beseitigung 6. Bauabfälle 6.1 Entwicklung des Bauabfallaufkommens seit 1997 6.1.1 Gesamtaufkommen seit 1997 6.1.2 Verwertungs- und Beseitigungsquoten seit 1997 6.2 Bauabfall-Gesamtaufkommen 2006 Gipsbasis 6.2.2 Boden und Steine 6.2.3 Gemischte Bau- und Abbruchabfälle 6.2.4 Bauabfälle aus Straßenbautätigkeit 6.3 6.3.1 Verwertung 6.3.2 Beseitigung 7. Klärschlamm 6.2.1 Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik, Baustoffe auf Entsorgungswege der im Jahr 2006 angefallenen Bauabfälle 17 7.1 Entwicklung des Klärschlammaufkommens seit 1997 7.2 Klärschlammaufkommen 2006 7.3 Klärschlämme zur Verwertung und Beseitigung 3 8. Gefährliche Abfälle 21 21 23 24 25 27 28 29 29 30 30 31 31 32 8.1 Entwicklung der gefährlichen Abfälle (besonders über- wachungsbedürftige Abfälle/Sonderabfälle) seit 1997 8.1.1 Gefährliche mineralische Bauabfälle und Boden- aushub (Bausonderabfälle) 8.1.2 Gefährliche Abfälle aus dem Gewerbe plus Baugewerbeabfälle 8.1.3 Gefährliche Abfälle/Elektroaltgeräte und Fahrzeuge 8.1.4 Altöl, Öle und Emulsionen 8.1.5 Metallogie- und Metallbearbeitungsabfälle 8.1.6 Ver- und Entsorgungsanlagen 8.1.7 Zusammenfassung der Verwertung und Beseitigung und Wirtschaftszweige 8.1.7.1 Hohe Verwertungsquoten 8.1.7.2 Relevante Wirtschaftszweige 8.2 Entsorgungs- und Verwertungswege 8.2.1 In Berliner Sonderabfallentsorgungsanlagen bearbeitete Mengen 8.2.2 Berliner gefährliche Abfälle und deren Hauptentsorgungsströme 8.2.3 Entsorgung von gefährlichen Abfällen in andere Bundesländer und grenzüberschreitende Abfall- verbringung 8.2.4 Entsorgungs- und Verwertungsanlagen im Land Berlin (Liste) 9. Quellenverzeichnis 10. Abfallarten 11. Abkürzungen 34 38 39 41 32 4 1. Rechtsgrundlagen Gesetzliche Grundlagen für die Erstellung einer Abfallbilanz sind das Kreislaufwirt­ schafts- und Abfallgesetz des Bundes vom 6. Oktober 1994 (KrW-/AbfG) /1/ und das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz Berlin (KrW-/AbfG Bln) /2/ vom 22. April 1999. Die vorliegende Abfallbilanz gibt Auskunft über Art, Menge und Herkunftsbereiche der angefallenen Abfälle sowie über deren Entsorgung im Land Berlin. Für die Zu­ ordnung der Abfälle gilt die Abfallverzeichnis-Verordnung – AVV /3/. 2. Organisation der Abfallwirtschaft in Berlin Die Entsorgung der auf seinem Gebiet anfallenden Abfälle obliegt nach § 5 Abs. 1 des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes Berlin dem Land Berlin. Die mit der Ent­ sorgung von Abfällen aus Privathaushalten und von Abfällen zur Beseitigung aus sonstigen Herkunftsbereichen verbundenen Aufgaben werden von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) als Anstalt des öffentlichen Rechts des Landes Ber­ lin wahrgenommen. Klärschlämme aus Abwasserbehandlungsanlagen des Landes werden durch die Berliner Wasserbetriebe (BWB) entsorgt, Bauabfälle durch Unter­ nehmen, die von der zuständigen Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz beauftragt wurden. 3. Abfallarten In der aktuellen Abfallbilanz werden die im Kapitel 10 definierten Abfallarten behan­ delt. 4. Datenherkunft Die Daten für das Siedlungsabfallaufkommen (ohne Bauabfall) wurden der Entsor­ gungsbilanz der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) und zudem der Senatsum­ weltverwaltung vorliegenden Abfalluntersuchungen und – sichtungen entnommen. Die Angaben über die Abfälle zur Verwertung durch die Dualen Systeme beruhen auf dem Mengenstromnachweis des Dualen Systems Deutschland (DSD). Seit 1997 wird das Aufkommen der einzelnen Bauabfallarten im Land Berlin durch Berechnung über abfallspezifische Kennziffern für die im Zeitraum durchgeführten Bauaktivitäten ermittelt. Dazu werden entsprechende Bauzugangs- und ­ Abgangsdaten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, verschiedener Fachberei­ che der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung u.a. Datenquellen verwendet. Das so ermittelte Gesamtaufkommen der einzelnen Abfallfraktionen wird anschließend mit den Gesamtjahresannahmemengen der drittbeauftragten Anlagen (Beseitigung) ab­ geglichen. Die Differenz zwischen dem Gesamtaufkommen und den beseitigten Bauabfällen wird der Menge der verwerteten Bauabfälle zugeordnet. Die Daten zu den Klärschlämmen wurden von den Berliner Wasserbetrieben (BWB) zugeliefert. Die Daten zu gefährlichen Abfällen wurden aus den bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz eingegangenen und ausgewerteten Be­ gleitscheinen zusammengestellt. 5 5. Siedlungsabfälle Siedlungsabfälle sind insbesondere die Abfallarten Hausmüll, Geschäftsmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, Straßenkehricht und Sperrmüll. 5.1 Entwicklung des Siedlungsabfallaufkommen seit 1996 Die Mengenentwicklung des Siedlungsabfallaufkommens zur Beseitigung im Zeit­ raum von 1996 bis 2006 wird in folgender Abbildung 1 dargestellt. Zudem wird in Ab­ bildung 2 die Mengenentwicklung für die beseitigten und verwerteten Siedlungsab­ fallmengen (Gesamtabfallaufkommen) abgebildet. Das Brutto-Siedlungsabfallaufkommen setzt sich aus der beseitigten und verwerteten Menge zusammen. Das Brutto-Siedlungsabfallaufkommen reduzierte sich in den Jahren 1996 bis 2006 um 438.000 Mg von 2.122.000 Mg auf 1.684.000 Mg. Diese Reduktion ist vor allem auf den Rückgang der zu beseitigenden Gewerbeabfälle zu­ rückzuführen. Die verwerteten Siedlungsabfälle setzen sich aus den getrennt erfassten und verwer­ teten Abfällen aus Haushaltungen und Kleingewerbe, aus der häuslichen Sperrmüll­ sammlung und der Straßenkehrrichtaufbereitung zusammen. Diese verwerteten Mengen haben sich von 445.000 Mg im Jahr 1996 auf 682.000 Mg im Jahr 2006 er­ höht. Seit 1996 stieg die Verwertungsquote von 21 % auf 40,5 % im Jahr 2006 an. Für Abfälle zur Verwertung aus gewerblichen Herkunftsbereichen entfällt die Über­ lassungspflicht an den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger. Eine Dokumentation der verwerteten Gewerbeabfallmengen ist vollständig nicht möglich. Die beseitigten Siedlungsabfälle umfassen Hausmüll, Geschäftsmüll, Sperrmüll, Ge­ werbeabfall und Straßenkehricht. In den letzten Jahren ist insbesondere auf Grund der sinkenden Gewerbeabfallmengen sowie der Aufbereitung von sonstigen verwert­ baren Siedlungsabfällen ein kontinuierlicher Rückgang der beseitigten Siedlungsab­ fälle zu verzeichnen. 6 Menge in Mg/a 1.800.000 Entwicklung der Siedlungsabfälle zur Beseitigung 1996 - 2006 1 1.677.000 139.000 1.600.000 1.500.000 74.000 1.400.000 400.000 1.200.000 97.000 1.000.000 356.000 1.320.000 17.000 270.000 1.270.000 2.000 256.000 39.000 1.199.000 2.000 215.000 7.000 1.103.000 1.000 144.000 2.000 1.045.000 1.000 113.000 2.000 980.000 1.000 87.000 1.000 1.003.000 29.000 68.000 1.000 1.068.000 48.000 113.000 1.000 1.002.000 1.000 10 2 .0 0 0 57.000 54.000 800.000 600.000 1.041.000 400.000 1.013.000 979.000 973.000 975.000 956.000 929.000 891.000 905.000 906.000 899.000 200.000 0 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Straßenkehricht zur Beseitigung Gewerbeabfall zur Beseiti gung häuslicher Sperrmüll zur Beseitigung Hausmüll zur Beseitigung (inkl. Geschäftsmüll) Abbildung 1: Siedlungsabfallaufkommen zur Beseitigung von 1996-2006 7 Entwicklung des Siedlungsabfalls von 1996 - 2006 -verwertete und beseitigte MengenMenge in Mg/a 2.500.000 1 2.122.000 2.000.000 2.004.000 1.894.000 1.906.000 1.822.000 1.745.000 1.674.000 504.000 1.573.000 574.000 74.000 445.000 1.683.000 1.549.000 1.684.000 139.000 1.500.000 400.000 356.000 97.000 1.000.000 57.000 636.000 623.000 642.000 629.000 593.000 1.000 144.000 2.000 1.000 1.000 113.000 2.000 87.000 1.000 17.000 270.000 54.000 546.000 29.000 68.000 1.000 615.000 48.000 113.000 1.000 2.000 256.000 39.000 682.000 1.000 102.000 2.000 215.000 7.000 500.000 1.041.000 1.013.000 979.000 973.000 975.000 956.000 929.000 891.000 905.000 906.000 899.000 0 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 verwertete Mengen aus Haushalten sowie Sperrmüll und Straßenkehricht Straßenkehricht zur Beseitigung Gewerbeabfall zur Beseitigung häuslicher Sperrmüll zur Beseitigung Hausmüll zur Beseitigung (inkl. Geschäftsmüll) Abbildung 2: Siedlungsabfallaufkommen zur Beseitigung und Verwertung von 1996-2006 8 5.2 Siedlungsabfallaufkommen 2006 Das im Jahr 2006 angefallene Siedlungsabfallaufkommen (Angaben gerundet auf 1.000 Mg) in der folgenden Tabelle 1 zu entnehmen: Menge 2006 in [Mg] Hausmüll (ohne Geschäftsmüll) zur Beseitigung zur Verwertung Geschäftsmüll zur Beseitigung Durch das DSD verwertete Abfälle aus dem Gewerbe 6 Sperrmüll aus Haushaltungen zur Beseitigung zur Verwertung Gewerbeabfall 5) zur Beseitigung zur Verwertung 2) Straßenkehricht zur Beseitigung zur Verwertung Gesamtsumme davon beseitigt davon verwertet 1) 2) 3) 4) 5) 6) Anteil in [Gew.-%] 65,3 42,7 22,6 10,7 10,7 5,5 7,0 0 7,0 6,1 6,1 5,4 > 0,1 5,4 100,0 59,5 40,5 Abfallart einw.-spez. 1) Menge in [kg/E*a] 323,5 211,4 112,1 52,9 52,9 27,4 34,7 0 34,7 30,0 30,0 26,8 0,3 26,5 495,3 294,7 200,6 1.100.000 719.000 381.000 4 180.000 3 180.000 93.000 4 118.000 0 118.000 102.000 102.000 91.000 1.000 90.000 1.684.000 1.002.000 682.000 Verwendete Einwohnerzahl: 3.399.869 (Statistisches Landesamt 2007) Über die verwerteten Gewerbeabfälle liegen insgesamt keine vollständigen Angaben vor Rund 20% des eingesammelten Hausmülls setzt sich aus Geschäftsmüll zusammen Verteilung der Herkunftsbereichen erfolgt nach der Untersuchung der Zusammensetzung des Restabfalls 2002/03 In dieser Menge sind auch Anlieferungen von herrenlosen Abfällen enthalten. Verwertete Menge stammt überwiegend aus dem Kleingewerbe (Geschäftsmüll). Tabelle 1: Aufkommen von Siedlungsabfällen im Land Berlin im Jahr 2006 Rund 60 Prozent des Siedlungsabfallaufkommens wurden einer ordnungsgemäßen Beseitigung und rund 40 Prozent einer stofflichen und energetischen Verwertung zugeführt. Die beseitigten und verwerteten Siedlungsabfälle stammen zu rund 72 Prozent aus Haushaltungen und zu 28 Prozent aus dem gewerblichen Herkunftsbe­ reich (inkl. Straßenreinigung). 5.2.1 Hausmüll und Geschäftsmüll Im Jahr 2006 fielen rund 1.373.000 Mg Hausmüll (inkl. Geschäftsmüll) zur Entsor­ gung an. Von dieser Menge wurden ca. 899.000 Mg einer Beseitigung und ca. 473.000 Mg einer stofflichen oder energetischen Verwertung zugeführt. Nach der durchgeführten Abfalluntersuchung der BSR aus den Jahren 2002/2003 hat der Geschäftsmüll (Kleingewerbe) einen Anteil von 20 Gewichtsprozent an der angesammelten Hausmüllmenge. 9 Daraus resultiert ein Hausmüllaufkommen zur Beseitigung von 719.000 Mg/a und ein Geschäftsmüllaufkommen (Kleingewerbe) zur Beseitigung von 180.000 Mg/a für das Jahr 2006. Wie im Berliner Abfallwirtschaftskonzept 2005 dokumentiert, setzen sich das beseitigte Hausmüllaufkommen und auch das beseitigte Geschäftsmüllaufkom­ men noch zu über 70 Prozent aus verwertbaren Abfällen zusammen. Unter Berücksichtigung entsprechender Abfalluntersuchungen und der aktuellen Sys­ tembeschreibung zum Dualen System ergibt sich für die getrennt erfassten Wert­ stoffmengen in Höhe von rund 473.000 Mg folgende Aufteilung für den häuslichen und kleingewerblichen Herkunftsbereich: Abfallarten Haushalte Kleingewerbe Gesamt Papier Leichtstoffverpackungen und Gelbe Ton­ ne Plus Glas Bioabfall / Grünschnitt Alttextilien 146.365 63.930 210.295 Mg/a 56.856 14.515 71.371 Mg/a 56.890 14.401 71.291 Mg/a 118.330 K.A. 118.330 Mg/a 2.061 K.A. 2.061 Mg/a Summe 380,502 92.846 473.348 Mg/a Tabelle 2: Wertstoffmengen aus Haushaltungen und Kleingewerbe Im Jahr 2006 wurden insgesamt über ein kombiniertes Bring- und Holsystem bei Haushaltungen und Kleingewerbe rund 473.000 Mg Wertstoffe getrennt erfasst und anschließend einer stofflichen bzw. energetischen Verwertung zugeführt. Diese er­ fasste Wertstoffmenge stammt zu rund 80 Prozent aus Haushaltungen und zu rund 20 Prozent aus dem Kleingewerbe. Durch die bei Berliner Haushaltungen erfolgte getrennte Erfassung von Wertstoffen in Höhe von rund 380.000 Mg/a konnte das anfallende Hausmüllaufkommen von 1.100.000 Mg/a um ca. 35 Prozent auf rund 719.000 Mg/a reduziert werden. Die getrennt erfasste Wertstoffmenge an Papier, Leichtstoffverpackungen bzw. Gelbe Tonne Plus, Glas, Bioabfall, Grünschnitt und Alttextilien sind gegenüber 2005 um rund 6.000 Mg angestiegen. Dieser Anstieg basiert zum größten Teil aus einer optimierten Erfassung an Bioabfall / Grünschnitt im Jahr 2006 und der Einführung der Gelben Tonne Plus bei Großwohnanlagen. 10 5.2.2 Sperrmüll aus Haushaltungen Im Jahr 2006 fielen insgesamt 117.711 Mg häuslicher Sperrmüll zur Entsorgung an. Dieser häusliche Sperrmüll wurde fast vollständig verwertet. Lediglich 25 Mg dieser Abfallart wurden über die BSR beseitigt. Der anfallende Sperrmüll zur Verwertung wurde entweder auf den BSR - Recycling­ höfen getrennt erfasst oder einer nachgeschalteten Aufbereitung und Sortierung zu­ geführt. Die gewonnenen Wertstoffe (Holz, Metalle, Verpackungen, etc.) wurden an­ schließend stofflich und energetisch verwertet. Im Rahmen der kommunalen Sperrmüllentsorgung wurden folgende Abfallarten und ­ mengen einer Verwertung zugeführt: ¾ ¾ ¾ ¾ ¾ ¾ ¾ ¾ Altteppiche Schrott E-Schrott Kühlgeräte Waschmaschinen Holz Reifen Verw. Sperrmüll 5.923 Mg/a 7.970 Mg/a 8.102 Mg/a 2.719 Mg/a 1.676 Mg/a 45.399 Mg/a 374 Mg/a 45.523 Mg/a 5.2.3 Straßenkehricht Im Jahr 2006 fielen rund 91.000 Mg Straßenkehricht zur Entsorgung an. Auch diese Abfallart wurde fast vollständig einer stofflichen Verwertung zugeführt. Lediglich 1.000 Mg Straßenkehricht wurden über die BSR beseitigt. Der anfallende Straßen­ kehricht wurde größtenteils einer nass-physikalischen Behandlung unterzogen, an­ schließend wurden die gereinigten Stoffe (insbesondere Mineralik) schadlos einer stofflichen Verwertung zugeführt. 5.2.4 Gewerbeabfall Von den BSR wurden im Jahr 2006 rund 102.000 Mg Gewerbeabfälle beseitigt. Nach einem deutlichen Anstieg der beseitigten Gewerbeabfälle ab 1.Juni 2005, sank im Laufe des Jahres 2006 das Gewerbeabfallaufkommen zur Beseitigung wieder. Ende des Jahres 2006 wurde das Niveau der Gewerbeanlieferungen erreicht, wie es vor dem 1. Juni 2005 der Fall war. Diese beseitigten Gewerbeabfälle bestehen aus einer Vielzahl von einzelnen Abfall­ arten (z.B. gemischte Siedlungsabfälle, Sperrmüll aus Gewerbebetrieben, Kranken­ hausabfälle). Über die verwerteten Gewerbeabfallmengen liegen der Senatsumwelt­ verwaltung keine vollständigen Daten vor. 11 5.3 Entsorgungswege der Siedlungsabfälle zur Beseitigung Durch die am 1. März 2001 in Kraft getretene Verordnung über die umweltverträgli­ che Ablagerung von Siedlungsabfällen war eine Ablagerung von unbehandelten Siedlungsabfällen ab dem 1. Juni 2005 bundesweit verboten. Nach den Vorgaben der Abfallablagerungsverordnung wurden die in Berlin anfallenden Siedlungsabfälle zur Beseitigung in Höhe von rund 1.000.000 Mg/a in thermischen oder mechanisch­ biologischen bzw. – physikalischen Abfallbehandlungsanlagen entsorgt. Die entsprechenden Entsorgungswege ergeben sich aus der folgenden Abbildung: Abbildung 3: Beseitigte Siedlungsabfälle im Jahr 2006 Im Jahr 2006 wurden noch zusätzliche Optimierungsmaßnahmen bei den drittbeauf­ tragten Abfallbehandlungsanlagen (z.B. MBA- und MPS-Anlagen) durchgeführt. Da­ her war es geboten, für gewisse Zeit die dort angelieferten Siedlungsabfälle extern in anderen Anlagen zu entsorgen. So wurden von den bei der MPS-Anlage Reinicken­ dorf angelieferten Siedlungsabfallmengen im Jahr 2006 rund 34.000 Mg ordnungs­ gemäß in anderen Abfallbehandlungsanlagen thermisch oder mechanisch-biologisch entsorgt. Zusätzlich mussten von den der MBA Vorketzin überlassenen Siedlungsab­ fallmengen rund 29.000 Mg vorübergehend einer Zwischenlagerung in Vorketzin zu­ geführt werden. Alle zwischengelagerten Berliner Siedlungsabfallmengen wurden mittlerweile einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt. 12 Bei der Aufbereitung der im Jahr 2006 angefallenen Siedlungsabfälle in den entspre­ chenden Berliner Abfallbehandlungsanlagen wurden folgende verwertbaren Abfall­ mengen erzeugt: ¾ 185.000 Mg Sekundärbrennstoffe, ¾ 118.000 Mg Schlacke, ¾ 13.000 Mg Inertmaterial und ¾ 28.000 Mg Metalle. Diese Wertstoffe wurden entweder einer energetischen oder einer stofflichen Verwer­ tung zugeführt. Beispielsweise wurden die erzeugten Ersatzbrennstoffe als regenera­ tiver Energieträger zum größten Teil im Kraftwerk Jänschwalde und auch im Ze­ mentwerk Rüdersdorf eingesetzt. 13 6. 6.1 Bauabfälle Entwicklung des Bauabfallaufkommens seit 1997 6.1.1 Gesamtaufkommen seit 1997 Nachfolgend ist die Entwicklung des Gesamtaufkommens von Abfällen aus Bautätig­ keiten seit 1997 dargestellt. 16.000.000 14.000.000 12.000.000 10.000.000 (Mg) 8.000.000 6.000.000 4.000.000 2.000.000 0 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Jahr Jährliches Aufkommen Abbildung 4: Entwicklung des Bauabfallaufkommens Somit ist das jährliche Bauabfallaufkommen seit 1997 stark zurück gegangen und bewegt sich seit einigen Jahren um 4,5 Mio. Mg/a. 6.1.2 Verwertungs- und Beseitigungsquoten seit 1997 100,0 90,0 80,0 70,0 60,0 50,0 40,0 30,0 20,0 10,0 0,0 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 7,5 5,5 4,0 2,5 2,0 1,5 1,5 2,0 1,5 1,0 97,5 92,5 94,5 96,0 98,0 98,5 98,5 98,0 98,5 99,0 Verwertung Beseitigung Abbildung 5: Entwicklung der Verwertungsquote Der Anteil an Bauabfällen, der einer Verwertung zugeführt wird, ist seit dem Jahr 1997 kontinuierlich gestiegen und bewegt sich bereits seit mehreren Jahren um 98%. 14 6.2 Bauabfall-Gesamtaufkommen 2006 Das Gesamtaufkommen an nicht gefährlichen Bauabfällen betrug im Jahr 2006 ca. 4.482.000 Mg. davon Verwertung Mg 1.559.000 1.896.000 421.000 404.000 71.000 44.128 37.700 10.000 rund 4.443.000 davon Beseitigung Mg 5.493 23.721 *) **) 6.942 2.605 38.761 Bauabfallart AVV-ASN Aufkommen 2006 Mg Boden und Steine Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik etc. gem. Bau- und Abbruch­ abfälle (Input) Beton aus Straßenbau Bitumengemische aus Straßenbau Baggergut Holz (getrennt erfasste Fraktion) sonstige Bauabfälle Summe 170504 170101-03, 170107, 170802 170904 170101 170302 170506 170201 1.565.000 1.920.000 421.000 404.000 71.000 51.070 37.700 12.605 rund 4.482.000 *) Nicht mehr zu Bitumengemischen aus Straßenbau zuordenbar **) Unter AVV-ASN 170302 nicht mehr zu Bitumengemischen aus Straßenbau zuordenbar Tabelle 3: Aufkommen von Bauabfällen im Land Berlin im Jahr 2006 (Summen gerundet) Das Gesamtaufkommen ist gegenüber dem Vorjahr (ca. 4,7 Mio. Mg) leicht gesun­ ken. Das in Berlin für das Jahr 2006 ermittelte Bauabfallaufkommen mit rund 4,5 Mio. Mg korreliert mit dem weiterhin anhaltend geringen Bauauftragsvolumen der Berliner Bauwirtschaft. 6.2.1 Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik, Baustoffe auf Gipsbasis Die Abfallfraktionen Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik, deren Gemische sowie Baustof­ fe auf Gipsbasis fallen naturgemäß vorwiegend bei Gebäuderückbaumaßnahmen an. Für das Jahr 2006 wurde im Land Berlin anhand der vorliegenden Statistik-Daten zum Gebäuderückbau und darüber hinaus erfassten Mengen bei Baumaßnahmen der Berliner Wasserbetriebe, der BVG, der Deutschen Bahn, im Ver- und Entsor­ gungsbereich (GASAG, Vattenfall) sowie ausgewählter Großbaustellen ein Gesamt­ aufkommen an Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik, deren Gemische sowie Baustoffe auf Gipsbasis von ca. 1.920.000 Mg ermittelt. Dabei war auffällig, dass im Jahr 2006 deutlich mehr Wohngebäudesubstanz zurückgebaut wurde als im Jahr zuvor. 15 6.2.2 Boden und Steine Gegenüber 2005 war im Jahr 2006 erneut ein leichter Rückgang von Neubauaktivitä­ ten sowohl beim Wohnungs- als auch beim Nichtwohnungsbau mit entsprechend niedrigeren Bodenaushubmengen zu verzeichnen. Das Abfallaufkommen an Bodenaushub aus Sonderbaumaßnahmen ist gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen (insbesondere Bodenaushub aus dem Bauvorhaben der Berliner Wasserbetriebe, der DB Projekt Bau GmbH, Neubau Terminal Ost / Flughafen Tegel, Neubau Einkaufscenter Lichterfelde Ost und Wilmersdorfer Arca­ den, Shopping Center Alex u.a.). Insgesamt ergibt sich daraus eine Gesamtmenge an Boden und Steinen im Jahr 2006 von ca. 1.565.000 Mg. Die Neumaßnahmen sowohl im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau als auch im Straßen- und Wasserbau sind gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Ledig­ lich die Wohnraumsanierung und der Rückbau von Wohnraum hatten in 2006 leichte Zuwächse zu verzeichnen. 6.2.3 Gemischte Bau- und Abbruchabfälle Gemischte Bau- und Abbruchabfälle fallen insbesondere bei Sanierungs- sowie bei Neubaumaßnahmen an. Der Anfall von gemischten Bau- und Abbruchabfällen aus dem Wohnungsneubau ist 2006 im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Gegenüber dem Vorjahr hat der Umfang der Gebäudesanierung im Land Berlin im Jahr 2006 zugenommen (starke Zunahme der KfW-Förderung u.a. beim „ÖKO PlusProgramm“, „Gebäudesanierungsprogramm“, „Ökologisches Bauen“ sowie „Stan­ dard“ von 9.135 Wohneinheiten 2005 auf 16.864 Wohneinheiten 2006). Die Förder­ programme des Landes Berlin sind im Bereich ModInst – Förderprogramme gänzlich ausgelaufen, die Landesprogramme „Stadtumbau Ost“ (Rückbau Plattenbau und Infrastruktur) und EFRE, Städtische Infrastruktur / Kita - Sonderprogramm (Sanie­ rung) sind gegenüber 2005 stark zurückgefahren worden. Insgesamt wurde für das Jahr 2006 eine Menge an gemischten Bau- und Abbruchab­ fällen von insgesamt ca. 421.000 Mg ermittelt. 6.2.4 Bauabfälle aus Straßenbautätigkeiten Das Aufkommen an Bauabfällen, das bei Straßenbautätigkeiten anfällt, wurde über eine Korrelation der im Jahr 2006 für Tiefbaumaßnahmen im Land Berlin abgerech­ neten Investitionsmittel ermittelt. Weiterhin liegt die Annahme zu Grunde, dass die mengenmäßigen Aufkommensan­ teile der Fraktionen Beton und Asphalt im Jahr 2006 das gleiche Verhältnis wie in den Vorjahren aufwiesen. Das Aufkommen für die Abfälle aus den Straßenbaumaß­ nahmen 2006 bleibt hinter dem des Vorjahres deutlich zurück. Das Aufkommen an Bauabfällen aus dem Straßenbau betrug im Jahr 2006 ca. 404.000 Mg Beton und ca. 71.000 Mg Bitumengemische (Asphalt). 16 6.3 Entsorgungswege der im Jahre 2006 angefallenen Bauabfallmengen 6.3.1 Verwertung Aus der o.g. Tabelle geht hervor, dass der Hauptteil der Bauabfälle verwertet wurde. Dabei ist aber zu beachten, dass es sich hierbei um eine rein rechnerische Ermitt­ lung handelt. Unter diesem Blickwinkel betrug der Verwertungsanteil mit ca. 4,4 Mio. Mg etwa 99 % am gesamten Bauabfallaufkommen. Beton und Bitumen aus dem Straßenbau, gemischte Bau- und Abbruchabfälle sowie getrennt erfasstes Holz wurden nahezu vollständig verwertet. Diese Bauabfallarten wurden im Straßenbau, bei der Errichtung von Lärmschutzwällen und bei Deponie­ abdeckungsmaßnahmen eingesetzt. Altholz als regenerativer Energieträger kommt hauptsächlich in thermischen Anlagen für die Energieerzeugung zum Einsatz und gemischte Bau- und Abbruchabfälle wurden Sortieranlagen in Berlin und Branden­ burg zugeführt. Seit dem 01. Juni 2005 konnte bitumenhaltige Dachpappe nicht mehr deponiert werden, sondern wurde i.d.R. nach einer Zerkleinerung energetisch ver­ wertet. Die anfänglichen Kapazitätslücken für die notwendige Aufbereitung sind in­ zwischen durch die Inbetriebnahme einer weiteren Aufbereitungsanlage bei den BSR am Standort Ruhleben geschlossen worden. 6.3.2 Beseitigung Der Anteil der beseitigten Bauabfälle ist 2006 gegenüber dem Vorjahr deutlich ge­ sunken. Wurden im Jahr 2005 ca. 60.000 Mg auf den für die Bauabfallbeseitigung aus Berlin zugelassenen Deponien sowie in der MVA Ruhleben beseitigt, gab es 2006 mit ca. 39.000 Mg eine beträchtliche Reduzierung der deponierten Menge. Hauptsächlich mineralische Abfallfraktionen wurden einer Beseitigung durch Depo­ nierung zugeführt. Hierbei handelt es sich insbesondere um Abbruch- und Ausbau­ materialien mit hohem Ziegel- bzw. Gipsanteil bei gleichzeitig geringer Marktnachfra­ ge bzw. fehlender Eignung für die Aufbereitung zu Recyclingprodukten. Im Bezugs­ jahr wurden nur noch ca. 2.600 Mg sonstige Bauabfälle, wie z.B. Dämmmaterial, Strahlmittelabfälle etc. beseitigt. Die Entsorgung der dem Land Berlin überlassenen Bauabfälle zur Beseitigung erfolgt über die drittbeauftragten Anlagen der MEAB mbH mit den Standorten Schöneiche, Vorketzin und der Deponie Deetz, hier vorwiegend über die vorgezogene Annahme­ stelle für den Schiffstransport zur Deponie Deetz im Westhafen (BEHALA), sowie über die MVA Ruhleben (BSR). 17 7. Klärschlämme 7.1 Entwicklung des Klärschlammaufkommens seit 1997 Berlin ist mit ca. 3,4 Mio. Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands und nach Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Europäischen Union. Im Jahr 2005 gab es durchschnittlich 2.128 Haushalte pro km², die zu 99% an das öffentliche Ka­ nalisations- und Entwässerungssystem angeschlossen sind. Das anfallende Abwasser wird in einem 9.400 km langen Kanalisationssystem in den Klärwerken Ruhleben, Waßmannsdorf, Schönerlinde, Stahnsdorf, Münchehofe und Wansdorf gereinigt und der anfallende Klärschlamm einer geordneten Entsorgung zugeführt. Nachfolgende Tabelle zeigt die Klärschlammmengen der einzelnen Klärwerke in den letzten Jahren. Die von 1998 bis 2002 stetige Erhöhung der Klärschlammmengen ist u.a. auch auf den Ausbau des Kanalisationssystems zurückzuführen. Klärschlammaufkommen in Mg TS/ a 1997 Ruhleben Marienfelde Falkenberg 1 1 Klärwerk 1998 36.663 6.788 13.848 8.457 4.396 13.779 4.466 0 88.397 33.637 11.688 10.845 10.937 4.826 13.221 4.677 0 89.831 1999 36.196 0 12.683 9.213 6.360 17.785 5.798 3.024 91.059 2000 35.026 0 11.033 8.190 5.956 19.339 6.438 6.740 92.722 2001 34.091 0 12.083 5.244 7.346 22.106 6.944 6.886 94.700 2002 33.427 0 11.552 5.276 5.915 24.199 7.039 6.130 93.538 2003 31.764 0 1.587 10.821 5.163 27.065 7.086 6.036 89.522 2004 36.800 0 0 12.800 5.100 24.200 6.000 4.900 89.800 2005 37.900 0 0 11.500 4.700 19.800 6.200 4.400 84.500 Schönerlinde* Münchehofe* Waßmannsdorf* Stahnsdorf* Wansdorf* Gesamt 1 stillgelegte Klärwerke *Klärwerke befinden sich im Land Brandenburg Tabelle 4: Klärschlammaufkommen seit 1997 7.2 Klärschlammaufkommen 2006 Im Jahr 2006 wurden in den Klärwerken Ruhleben, Waßmannsdorf, Schönerlinde, Stahnsdorf, Münchehofe und Wansdorf insgesamt 224 Mio. m³ Abwasser gereinigt und ca. 82.773 Mg TS Klärschlamm einer geordneten Entsorgung zugeführt. Das ist gegenüber dem Vorjahr mit einer Abwasserreinigungsleistung von 233 Mio. m³ bei ca. 84.528 Mg TS Klärschlamm eine Reduzierung um ca. 2%. . 18 Klärschlammaufkommen 2005 und 2006 [ M g TS ] 4 0 .0 0 0 2005 2006 3 5.0 0 0 3 0 .0 0 0 2 5.0 0 0 2 0 .0 0 0 15.0 0 0 10 .0 0 0 5.0 0 0 0 W aßmannsd o r f Schöner li nd e St ahnsd o r f M üncheho f e W ansd o r f R uhleb en Abbildung 6: Klärschlammaufkommen 2005 und 2006 Die anfallenden Klärschlämme werden vornehmlich durch Verbrennung in der fir­ meneigenen Wirbelschichtfeuerungsanlage in Berlin-Ruhleben (47,5%) beseitigt oder durch Mitverbrennung in Braunkohlenkraft-, Steinkohlenkraft- oder Zementwerken entsorgt. Klärschlammverwertung und -beseitigung 2006 Mitverbrennung 36 % stoffliche Verwertung 1,5 % Monoverbrennung 47,5 % Verwertung SVZ 15 % 36% 47,50% 15% 1,50% Abbildung 7: Klärschlammverwertung und –beseitigung 2006 Der Klärschlammanteil, der 2006 durch Mitverbrennung entsorgt wurde, ist gegen­ über dem Vorjahr um 16,1% auf 36% gestiegen. Die Entsorgung durch Festbettdruckvergasung bei der Sustec Schwarze Pumpe GmbH (SVZ) wurde aus wirtschaftlichen Gründen von 27,8% im Jahr 2005 auf 15% im Jahr 2006 reduziert. Die Differenzmenge wurde durch Mitverbrennung in Kraft– bzw. Zementwerken in Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen bzw. Bremen ent­ sorgt. Ca. 1,5% des Berliner Klärschlammanfalls wird im Deponiebau in Sachsen-Anhalt eingesetzt. 19 7.3 Klärschlämme zur Verwertung und Beseitigung In allen Klärwerken der Berliner Wasserbetriebe basiert die Abwasserbehandlung auf einer mechanische Entwässerung sowie Faulung (außer Ruhleben). In 2 Anlagen (Waßmannsdorf und Schönerlinde) ist dem Klärprozess eine Trocknung nachge­ schaltet. In allen Klärwerken werden Reinigungsverfahren mit gezielter Nitrat- und Phosphateliminierung angewendet. Im Jahr 2006 wurde der Klärschlamm zu 52,5% energetisch bzw. stofflich verwertet, wobei die energetische Verwertung im Vordergrund stand. Dabei liegt der Anteil der Mitverbrennung von Klärschlämmen, die als thermische Verwertung eingestuft wird, bei 36%, die Verwertung durch Festbettdruckvergasung bei 15%. Auf den Einsatz von Klärschlamm im Deponiebau, der ebenfalls als Verwertung eingestuft ist, entfal­ len ca. 1,5%. Durch Monoverbrennung in Berlin-Ruhleben wurden 47,5% der anfal­ lenden Klärschlämme beseitigt. 20 8. Gefährliche Abfälle 8.1 Entwicklung der gefährlichen Abfälle (besonders überwachungs­ bedürftige Abfälle) seit 1997 Betrachtungen zur Entwicklung der Abfallmengen werden durch die Tatsache er­ schwert, dass sich die Rechtsgrundlagen zur Einstufung gefährlicher Abfälle und damit die Definition gefährlicher Abfälle im Betrachtungszeitraum 1997-2002 mehr­ mals verändert haben. Seit dem 1.1.2002 gilt die Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV). Die Einstufung der Abfälle erfolgte überwiegend herkunftsbezogen. Jedoch sind zum Teil Änderungen bezüglich der Abfallbezeichnungen und der Zuordnung zu den Obergruppen vorge­ nommen worden. Etwa 150 Abfallarten, die bisher nicht besonders überwachungs­ bedürftig waren, sind seither besonders überwachungsbedürftig (seit 1.2.2007 ge­ fährliche Abfälle/siehe auch Kapitel 10). Der Begriff gefährliche Abfälle wurde auch schon für die Abfallbilanz 2006 eingeführt. Seit dem Jahre 2002-2006 gibt es somit eine durchgehende Kontinuität des Abfall­ zahlenmaterials. Die Abfallgruppe der Bauabfälle war 2006 die bestimmende Größe mit ca. 80 % der Menge bei den gefährlichen Abfällen. Weitere wichtige Abfallgruppen waren in diesen Jahren: - Der Elektronikschrott, - die Altöle (Öle- Emulsionen), - die Anorganischen Abfälle aus Schmelzbetrieben und Bearbeitungsprozessen und Abfälle aus Ver- und Entsorgungsunternehmen, die große Steigerungen der Mengen und Verwertungsquoten aufwiesen. Auf diese Abfallgruppen wird unter Nr. 8.1.3 bis 8.1.5 gesondert eingegangen. 21 Menge in Mg/a Entwicklung der gefährlichen Abfälle zur Beseitigung und Verwertung von 1997 - 2006 800000 730.455 700000 605.190 629.240 145450 549.235 599.180 576.578 600000 91240 471.980 115440 134085 327.370 361.555 391.865 91641 94940 142685 159328 500000 400000 300000 103747 97828 538000 377040 229542 257808 300224 585005 489750 415150 456500 417250 200000 100000 0 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 gefährliche Abfälle aus dem Gewerbe plus gefährliche Baugewerbeabfälle gefährliche Bausonderabfälle Abbildung 8: Entwicklung der gefährlichen Abfälle zur Beseitigung und Verwertung von 1997 – 2006 In der Abfallgruppe gefährliche Abfälle aus dem Gewerbe sind ab 1999 auch die Bauabfälle, die einen baugewerblichen Charakter ( z.B. Metall-, Kabel- und Dämm­ stoffe die durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind oder diese enthalten ) besitzen, und Bauabfallgemische (vorwiegend: Glas, Kunststoff und Holz) enthalten. Die zwei Abfallhauptgruppen teilen sich prozentual im Jahre 2006 wie folgt auf: - 72,5% Gefährliche mineralische Bauabfälle und Bodenaushub (Bausonderabfälle), - 27,5% Gefährliche Abfälle aus dem Gewerbe plus Baugewerbeabfälle 22 8.1.1 Gefährliche mineralische Bauabfälle und Bodenaushub (Bausonderabfälle) Die Menge der klassischen Bau - und Abbruchabfälle betrug im Jahre 2006 417.250 Mg. Die fünf quantitativ wichtigsten gefährlichen Bauabfälle sind nachfolgend in der Ta­ belle aufgeführt: ASN Abfallbezeichnung [Mg] 170106* Gemische aus oder getrennte Fraktionen von Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik, die ge­ fährliche Stoffe enthalten 170303* Kohlenteer und teerhaltige Produkte 170503* Boden und Steine, die gefährliche Stoffe ent­ halten 170507* Gleisschotter, der gefährliche Stoffe enthält 170605* asbesthaltiger Baustoff Die fünf wichtigsten gefährlichen Bauabfälle Die restlichen fünf gefährlichen Bauabfälle Gesamtmenge der gefährlichen Bauabfälle Tabelle 5: Relevante Bauabfälle 135.409,2 16.271,3 181.884,7 61.053,6 9.216,1 Menge in 2006 [in %] 32,5 3,9 43,6 14,6 2,2 403.834,9 13.415,1 417.250,0 96,8 3,2 100,0 23 8.1.2 Gefährliche Abfälle aus dem Gewerbe plus Baugewerbeabfälle Die Gesamtmenge der Gefährlichen Abfälle aus dem Gewerbe plus Baugewerbeab­ fälle betrug im Jahre 2006 159.328 Mg. Die 11 wichtigsten Abfallgruppen teilen sich wie folgt auf : Kap.der AVV Kapitelüberschrift Menge in 2006 [Mg] 2.868 1.725 14.568 4.275 11.321 22.849 1.761 [in %] 1,8 1,1 9,1 2,7 7,1 14,3 1,1 07 09 10 11 12 13 15 16 Abfälle aus organischen chemischen Prozessen Abfälle aus der fotografischen Industrie Anorganische Abfälle aus thermischen Prozessen Anorganische metallhaltige Abfälle aus der Metallbearbei­ tung und –beschichtung Abfälle aus Prozessen der mechanischen Formgebung und Oberflächenbearbeitung Ölabfälle (außer Speiseöle) Verpackungen, Aufsaugmassen, Wischtücher, Filtermate­ rial und Schutzkleidung Sonstige Abfälle: a.) Katalysatoren, Bleibatterien usw. 4.907 Mg b.) Elekroaltgeräte 6.015 Mg u. Fahrzeuge aus dem Gewerbe 588 Mg Gesamtsumme 16: Holz, Glas, Kunststoff, Isoliermaterialien mit schädlichen Verunreinigungen Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen, öffentlichen Ab­ wasserbehandlungsanlagen Siedlungsabfälle und ähnliche gewerbliche und industriel­ le Abfälle aus Einrichtungen a.) Elektroaltgeräte 16.437 Mg b.) verschiedene Abfälle 376 Mg Gesamtsumme 20: Die 11 wichtigsten Abfallgruppen Die restlichen 6 Abfallgruppen Gesamtsumme 11.510 29.852 39.365 7,2 18,7 24,7 17(V) 19 20 + 16.813 156.905 2.422 159.328 10,6 98,3 1,5 100 + Das Kap. 20 beinhaltet fast nur gefährliche Abfälle aus Haushalten. (V) es handelt sich um gefährliche Bauabfälle, die dem Baugewerbe zugeordnet werden mit einer hohen Verwer­ tungsquote Tabelle 6: Gefährliche Abfälle aus dem Gewerbe plus Baugewerbeabfälle 24 Zu den einzelnen Kapiteln wird auf die folgenden Informationen hingewiesen: Die Kapitel 07 und 09 spiegeln die organischen, chemischen und fotografischen Be­ handlungsprozesse wieder. Die Abfälle stammen aus den Wirtschaftszweigen Che­ mie, Pharmazie und Labore. Die gefährlichen Abfälle der Kapitel 11-13 sind im wesentlichen Öle und Emulsionen, sie stammen aus den produzierenden Bereichen der Metall- und Elektroindustrie. Dazu kommen die Krätzen und Filterstäube des Kapitel 10 aus den NE- MetallSchmelzbetrieben. Die Sonstigen Abfälle des Kapitels 16: a .) Bleibatterien, Katalysatoren und Betriebsflüssigkeiten stammen vorwiegend aus dem Kfz- und Tankstellengewerbe b.) Die Elektroaltgeräte aus dem Gewerbe sowie Fahrzeuge aus dem Gewerbe Das Kapitel 17 (V) berücksichtigt die Abfallgruppe der gefährlichen Abfälle aus dem Gewerbe – Baugewerbeabfälle. In dieser Abfallgruppe sind ab 1999 auch die Bauab­ fälle, die einen baugewerblichen Charakter ( z.B. Metall-, Kabel- und Dämmstoffe, die durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind oder diese enthalten ) besitzen, und Bauabfallgemische (vorwiegend: Glas, Kunststoff und Holz) enthalten. Die Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen und Recyclinganlagen finden wir in Kapi­ tel 19. Sie stammen im wesentlichen aus Holzbehandlungsanlagen ( 53 % ) und Rückständen aus Hausmüllverbrennungsanlagen ( 45 % ). Die Siedlungsabfälle und ähnliche gewerbliche und industrielle Abfälle aus Einrich­ tungen des Kapitel 20 enthalten private Elektroaltgerätemengen und die sonstigen gefährlichen Abfälle aus Haushalt und Gewerbe. 8.1.3 Gefährliche Abfälle / Elektroaltgeräte und Fahrzeuge Elektro- und Elektroaltgeräte und Fahrzeuge aus dem Gewerbe und aus Haushalten machen ca. 4% aller angefallenen gefährlichen Abfälle aus. Nach dem Inkrafttreten des Elektro- und Elektronikgerätegesetz – (ElektroG) im Jahre 2006 belaufen sich die getrennt gesammelten Elektroaltgerätemengen auf 22.452 Mg. Für die Fahrzeuge aus dem Gewerbe ergibt sich eine Menge von ca. 588 Mg. 25 Elektroaltgeräte aus privaten Haushalten, Gewerbe, Industrie und sonstigen Anfallstellen fielen in 2006 in folgenden Mengen an: Herkunftsbereiche Menge 2006 [Mg] Private Haushalte Berliner Stadtreinigungsbetriebe (ÖRE) Handel und Verkauf Entsorgungs- und Verwertungsunternehmen Rücknahmesysteme der Hersteller Andere Rücknahmesysteme (z.B. Teilmengen der Gelben Tonne plus, Lightcycle) 12.635 1.727 1.494 231 350 Gesamtsumme aus privaten Haushalten * 16.437 Anfallmengen aus gewerblichen und industriellen Wirtschaftszweigen Sonstige Elektrogeräte: Nachtspeichergeräte 5.618 397 6.015 22.452 Gesamtsumme aus Gewerbe und Industrie Gesamtsumme Elektroaltgeräte * Die Menge von ca. 16.400 Mg im Jahre 2006 übertrifft mit 4,85 kg/Einwohner/Jahr die nach dem Elektround Elektronikgesetz – ElektroG vorgeschriebene Menge von 4 kg Altgeräte aus privaten Haushalten pro Einwohner und Jahr. Tabelle 7: Elektroaltgerätemengen/Herkunftsbereiche 26 Elektroaltgerätemengen nach Abfallschlüsselnummern und Sammel-Gerätegruppen nach ElektroG S-G ASN 160211* 160212* 160213* 160215* Abfallbezeichnung Kühlgeräte mit FCKW Nachtspeichergeräte mit Asbest Elektrogeräte und Teile Bildröhren Menge 2006 in Mg 777 397 2.312 2.529 6.015 436 3.119 3.610 7.309 1.964 16.437 22.452 Gesamtsumme aus Gewerbe und Industrie (Kap. 16 der AVV) 4 1 2 3 5 200121* 200123* 200123* 200135* 200135* Leuchtstoffröhren usw. Großgeräte/Weißware Weißware: Kühlschränke usw. kommunale Sammlung mit FCKW Braunware: Fernseher, Unterhaltungselektronik, Com­ puter Elektroaltgeräte Gesamtsumme der privaten Haushalte (Kap. 20 der AVV) Gesamtsumme der Elektroaltgerätemengen (Kap.16/20 der AVV) S-G = Sammelgerätegruppen nach ElektroG § 9 Absatz 4 Tabelle 8: Elektroaltgerätemengen/Abfallschlüsselnummern/Sammelgruppen 8.1.4 Altöle, Öle – Emulsionen Die Altölmengen setzen sich im wesentlichen aus den Abfällen der Kapitel 12 und 13 der AVV zusammen. Die Öle und Ölmischungen aus den Kapiteln 5, 10 und 19 stellen keine relevanten Mengen dar. Dazu zählen die Öle und Ölmischungen aus dem Kapitel : - 05 Bodenschlämme aus Tanks - 10 Ölhaltige Abfälle aus den Kühlwasserkreisläufen und - 19 Fett- und Ölmischungen aus Ölabscheidern, Öl und Konzentrate aus Abtrennprozessen. Auch in dem Kapitel 16 finden sich ölhaltige Abfälle aus den Werkstattbereichen der Kfz und Tankstellen. Die Öle und Emulsionen aus Prozessen der mechanischen Formgebung und Ober­ flächenveredelung ( Kapitel 12 der AVV ) besitzen bis auf die Strahlmittelrückstände ein fast 95% Verwertungspotential. Dazu zählen die : 27 - halogenfreie Bearbeitungsemulsionen und - lösungen - halogenfreie Bearbeitungsöle auf Mineralölbasis und - ölhaltige Metallschlämme (Schleif-, Hon- und Läppschlämme). Die Verwertungsquote für alle Altöle lag in 2005 und 2006 bei ca. 50,5% (siehe Tabelle 9) . ASN Abfallbezeichnung halogenfreie Bearbeitungsemulsionen und ­ lösungen Strahlmittelabfälle, die gefährliche Stoffe enthalten ölhaltige Metallschlämme (Schleif-, Hon- und Läppschlämme) nichtchlorierte Maschinen-, Getriebeund Schmieröle auf Mineralölbasis andere Maschinen-, Getriebe- und Schmieröle feste Abfälle aus Sandfanganlagen und Öl­ /Wasserabscheidern Schlämme aus Öl/Wasserabscheidern Schlämme aus Einlaufschächten öliges Wasser aus Öl/Wasserabscheidern Abfälle a. n. g. Die 10 wichtigsten gefährlichen Altöle, Ölwasser-Gemische Die restlichen 7 gefährlichen Altöle, Ölwasser-Gemische Gesamtmenge der gefährlichen Altöle, Ölwasser-Gemische Menge 2006 und 2005 [Mg] [in %] [Mg] [in %] [Mg] gesamt Anteil verwert. Verw.-quote gesamt 120109* 120116* 120118* 130205* 130208* 130501* 130502* 130503* 130507* 130899* 8.518,2 875,0 772,2 3.791,4 519,7 1.031,5 4.633,3 7.299,1 801,8 3.407,1 24,9 2,6 2,3 11,1 1,5 3,0 13,6 21,4 2,3 10,0 7919,15 0,00 772,23 3408,96 518,49 179,41 788,83 883,09 80,39 751,92 93,0 0,0 100,0 89,9 99,8 17,4 17,0 12,1 10,0 22,1 8.840,6 431,8 1.078,7 3.906,9 627,9 1.443,5 4.662,6 6.688,0 396,5 3.129,3 31649 2521 92,6 15302,48 7,4 1932,62 48,4 2,0 31206 2384 34170 100 17235,10 50,4 33.589 Tabelle 9: Altöle, Ölwasser-Gemische/Verwertungsquoten 8.1.5 Metallogie- und Metallbearbeitungsabfälle Die Anorganischen Abfälle aus thermischen Prozessen Kapitel 10 werden zu ca. 95 % verwertet. Die Salzschlacken aus der Zweitschmelze, Filterstäube, Krätzen und Abschaum aus Schmelzprozessen wurden im Jahre 2006 zu 100 % (12.050 Mg) verwertet. Die Verwertungsquoten durch Regeneration bei den Beizlösungen sowie bei Säuren, Laugen und Phosphatierschlämmen liegen derzeitig bei ca. 50 %. 28 8.1.6 Ver- und Entsorgungsanlagen Die Menge bei den Verwertungs- und Entsorgungsanlagen liegt bei 39.365 Mg im Jahre 2006. Von der Gesamtmenge werden rd. 2/3 verwertet. Die Abfallmengen aus der Hausmüllverbrennungsanlage (Rost- und Kesselaschen die gefährliche Stoffe enthalten) und die aus anderen Abgasreinigungssystemen und den Holzverwertungsanlagen machen ca. 98 % der Gesamtmengen aus. Verw.-Entsorgungsanlagen Chemisch.-physikalische (CPB) Hausmüllverbrennung (HMV), vorwiegend (ca. 13.500 Mg) Holzverwertungsanlagen Sonstige (insb. Bohrschlamm­ aufbereitung) Menge 2006 [Mg] 401 17.961 20.785 218 in % 1 45 53 1 Gesamtsumme: 39.365 100 Tabelle 10: Verwertungs- und Entsorgungsanlagen 8.1.7 Zusammenfassung von Verwertung und Beseitigung der Wirtschafts­ zweige Die Gesamtmenge der gefährlichen Abfälle in 2006 weist eine Verwertungsquote von 22 % auf. Diese ist wegen der hohen Menge der gefährlichen Bauabfälle und deren geringer Verwertungsquote von 4-5 % so niedrig. Lediglich die gewerblichen gefährlichen Bauabfälle Kapitel 17 (V) (Holz, Glas, Kunst­ stoff, Isoliermaterial mit schädlichen Verunreinigungen) weisen eine Verwertungs­ quote von 68,4 % auf. Die gefährlichen Abfälle ohne Bauabfälle weisen eine Verwertungsquote von 68 % auf. Abfallgruppen [Mg] gesamt 576.578 417.250 159.328 alle gefährl. Abfälle alle gefährl. Bauabfälle alle gefährl. Abfälle (ohne Bauabfälle) Menge 2006 [Mg] [Mg] [in %] beseitigt verwertet Verw.-quote 450.346 126.241 22 398.765 18.485 4 51.581 107.756 68 Tabelle 11: Gesamtmengen/Verwertungsquoten 29 8.1.7.1 Hohe Verwertungsquoten Hohe Verwertungsquoten (größer 75 %) und von Mengen größer 500 Mg liegen bei den nachfolgenden Kapiteln vor. Kapitel Kapitelüberschriften Menge 2006 [Mg] [Mg] [in %] [Mg] gesamt beseitigt verwertet Verw.-quote 14.568 11.321 526 6.015 5.495 16.437 783 1.603 83 507 1.116 0 13.781 9.718 443 5.507 4.379 16.438 95 86 84 92 80 100 10 12 14 16 20 Anorganische Abfälle aus thermischen Prozessen Abfälle aus Prozessen der mech. Formgebung und Oberflächenbearbeitung Abfälle von als Lösemittel verwendeten organischen Stoffen a) Elektroaltgeräte b) Katalysatoren, Bleibatterien usw. a) Elektroaltgeräte insb. Kühlgeräte Tabelle 12: Höhere Verwertungsquoten 8.1.7.2 Relevante Wirtschaftszweige Die relevanten Wirtschaftszweige ergeben sich aus der Anzahl der Unternehmen in den Wirtschaftszweigen und der angefallenen Abfallmenge. Die Menge der Abfälle, die den Wirtschaftszweigen in dem Jahr 2006 konkret zuge­ ordnet war, lag bei ca. 90 % (rd. 505.000 Mg) der Gesamtabfallmenge. Die Rest­ menge von 10 % stammt im Wesentlichen aus den Sammelentsorgungsnachweisen. Diese setzen sich aus den Hauptabfallgruppen gefährliche Baugewerbeabfälle, ölhal­ tige Abfälle und Tankreinigungsrückstände zusammen. Unabhängig davon sind die Bausonderabfälle bei fast allen Wirtschaftszweigen die bestimmende Abfallmenge. Die bedeutendsten Wirtschaftszweige mit rd. 60 - 70 % sind die Öffentliche Verwal­ tung und der Verkehr. Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind: - Maschinenbau, Metallerzeugung und –bearbeitung und Elektrobranche, - Energie, Wasserversorgung und Entsorgungswirtschaft, - Chemie, Pharmazie, Labore (Medizin), - Textil-, Holz- und Papier, - Kfz-Werkstätten und Tankstellen, - Bau. 30 Ohne Berücksichtigung der gefährlichen Bauabfälle weisen die Entsorgungswirt­ schaft ca. 25 % und der Maschinenbau mit Elektroindustrie und der Metallogie einen Anteil von ca. 45 % auf. Die restlichen 30 % verteilen sich auf die restlichen Wirt­ schaftszweige in der Größenordnung von 3-5 % je Branche. Im Land Berlin gibt es ca. 7.850 gewerbliche und öffentliche Erzeuger von gefährli­ chen Abfällen. 8.2 Entsorgungs- und Verwertungswege Bei der Sonderabfallentsorgung kooperiert das Land Berlin mit dem Land Branden­ burg. Zwischen den obersten Abfallwirtschaftsbehörden der Länder Berlin und Bran­ denburg wurde bezüglich der gefährlichen Abfälle grundsätzlich vereinbart, dass bei jeder Abfallentsorgung zunächst von dem Territorialprinzip ausgegangen wird, d.h. die Abfälle sind vorrangig in dem Land zu entsorgen, in dem sie entstehen. Zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg besteht Einigung darüber, dass im Land Brandenburg auch zukünftig diejenigen gefährlichen Abfälle entsorgt werden, die der Verbrennung oder obertägigen Ablagerung bedürfen. Im Gegenzug werden im Land Berlin für die chemisch-physikalische Behandlung von gefährlichen Abfällen Kapazitäten zur Verfügung gestellt, die die Behandlung von gefährlichen Abfällen des Umlandes sichern. 8.2.1 In Berliner Sonderabfallentsorgungsanlagen bearbeitete Mengen In den Berliner Sonderabfallentsorgungsanlagen wurden 2006 insgesamt ca. 431.500 Mg/a gefährliche Abfälle entsorgt. Knapp 54 % stammten aus Berlin. Etwa 40 % der in Berlin entsorgten Sonderabfälle kamen aus dem Land Brandenburg. Die Abfälle aus Brandenburg wurden überwiegend in chemisch-physikalischen Bo­ denbehandlungsanlagen aufbereitet. Der Rest von 6 % kam aus anderen Bundes­ ländern. In den nachfolgenden Tabellen 13 und 14 werden die Importe der einzelnen Länder nach Berlin aufgeführt. Bundesland Brandenburg Summe sonstiger Bundesländer Gesamtsumme Import Tabelle 13: Importe nach Berlin Menge 2006 Menge 2006 in % in Mg 174.400 87,9 24.000 12,1 198.400 100 31 Bundesländer Brandenburg Nordrhein-Westfalen Sachsen-Anhalt Niedersachsen Sachsen Schleswig-Holstein Bayern Mecklenburg-Vorpommern Gesamtsumme Importe Menge 2006 Menge 2006 in % in Mg 174.400 87,9 9.700 4,9 6.800 3,4 2.400 1,2 2.300 1,2 1.800 0,9 700 0,4 300 0,2 198.400 100 Tabelle 14: Importe nach Berlin 8.2.2 Berliner gefährliche Abfälle und deren Hauptentsorgungsströme Knapp 38 % ( 233.100 Mg ) der ca. 620.000 Mg in Berlin angefallenen gefährlichen Abfälle wurden im eigenen Land und über 47 % ( 290.700Mg) im Land Brandenburg entsorgt. Damit verblieb mit rd. 85 % der weit überwiegende Anteil Berliner gefährli­ che Abfälle innerhalb des Entsorgungsraumes Brandenburg/Berlin. Bei den 620.000 Mg wurden auch die Mengen aus der Abfallbehandlung (Sekundär­ abfälle) und Importmengen berücksichtigt. In der Berliner Liste (Nr. 8.2.4) sind die Anlagen aufgeführt, die zurzeit in Berlin zur Verfügung stehen. Neben der Entsorger-Nr., Anlagenadressen usw. werden die Ver­ fahren nach Anhang II A und II B des KrW-/AbfG (Kreislaufwirtschafts- und Abfallge­ setz) angegeben. Damit kann eine Auswahl nach Entsorgungsverfahren für Anlagen zur Verwertung oder für Anlagen zur Beseitigung überprüft werden. 8.2.3 Entsorgung von gefährlichen Abfällen in andere Bundesländer und grenzüberschreitende Abfallverbringung Weder das Land Berlin noch das Land Brandenburg verfügen über die Möglichkeit, Untertagedeponien (UTD) zu betreiben. Untertagedeponien und Versatzbergwerke wurden von den Berliner Abfallerzeugern in den Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, SachsenAnhalt und Thüringen genutzt. Exporte von Ölgemischen finden in die Länder Hamburg, Niedersachsen, SchleswigHolstein und Sachsen zu den dortigen Ölraffinationen oder anderen Wiederverwen­ dungsmöglichkeiten statt. Gefährliche Abfälle wie nichteisenmetallhaltige Abfälle, anorganische mineralische Gemische und anorganische Säuren, Laugen und Beizen können nicht oder nur zum Teil im gemeinsamen Entsorgungsraum entsorgt werden. Hierfür stehen die Verwertungskapazitäten von Schmelzanlagen und speziellen chemisch-physikalischen Behandlungsanlagen in den Bundesländern Niedersach­ sen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen im ausreichenden Umfang zur Verfügung. 32 Es gingen im Jahr 2006 ca. 25 % der exportierten gefährlichen Abfälle in andere Bundesländer als Brandenburg. Menge 2006 Menge 2006 Menge 2006 Menge 2006 beseitigt verwertet gesamt gesamt in % 242.100 48.600 290.700 75,2 Brandenburg 2.200 19.200 21.400 5,5 Sachsen-Anhalt 9.900 7.700 17.600 4,6 Sachsen 800 15.800 16.600 4,3 Niedersachsen 100 13.200 13.300 3,4 Thüringen 1.000 11.200 12.200 3,2 Hessen 5.300 100 5.400 1,4 Mecklenburg-Vorpommern 1.200 2.900 4.100 1,1 Nordrhein-Westfalen 700 4.800 5.500 1,4 Summe sonstiger Bundesländer 263.300 123.500 386.800 100 Gesamtsumme Export Tabelle 15: Exporte in andere Bundesländer Bundesland Grenzüberschreitende Abfallverbringung für gefährliche Abfälle erfolgte im Jahre 2006 sowohl für den Export wie den Import nicht. 33 8.2.4 Beseitigungs- und Verwertungsanlagen im Land Berlin Liste der Entsorgungsanlagen für gefährliche Abfälle im Land Berlin (Stand: 08/2007) EntsorgerAnlagenadresse Anlagenart Nr. L07100040 Umweltschutz Ost Mikrobiologische BodenGmbH behandlungsUmweltschutz OST anlage Grünauer Str. 210-216 12557 Berlin LN9100015 KA 4 SchadstoffentZerlegeanlage für Nachtfrachtung GmbH speicheröfen Sachtlebenstraße 60 14163 Berlin L07100010 Sala Abfallbehandlung Chemischund physikalische BehandDienstleistungen GmbH lungsanlage Frank-SchweitzerStr. 3 12681 Berlin L07000300 Bundesanstalt für Mate- Versuchsanlage zur Borialforschung und denwäsche prüfung Unter den Eichen 87 12205 Berlin L07000290 Gesellschaft für Boden- Bodenwaschanlage und Abfallverwertung mbH Gradestr. 83-89 12347 Berlin L07000280 afu GmbH Bodenwaschanlage Schönerlinder Str. 28­ 30 13127 Berlin L09100500 Bundesanstalt für Mate- Thermochemische Trennrialforschung und anlage prüfung Rudower Chaussee 5/6 12489 Berlin L04000160 Berliner StadtreiniHausmüllgungsverbrennungsanlage betriebe Freiheit 24-25 13597 Berlin LN5000001 Rethmann Photo Recyc-Zwischenlager ling GmbH Niederlassung Berlin Werkring 1 13597 Berlin L09100610 Metallwerk Oetinger AluminiumBerlin-Tempelhof aufbereitungsanlage GmbH Gottlieb-Dunkel-Str. 25 12099 Berlin Betreiberadresse R-DVerfahren D08 Umweltschutz Ost GmbH Grünauerstr. 210-16 12557 Berlin D09 Kapazität 88.000 t/a D09 D09 D09 D09 KA 4 Schadstoff5000 Geräte/a entfrachtung GmbH Florastraße 8 12168 Berlin Sala Abfallbehandlung ca. 12.000 t/a und Dienstleistungen GmbH Frank-schweitzer- Str. 3 12681 Berlin Bundesanstalt für Mate­ ca. 200 t/a rialforschung und ­ Versuchsanlage prüfung Unter den Eichen 87 12205 Berlin Gesellschaft für Boden- ca. 150.000 t/a und Abfallverwertung mbH Gradestr. 83-89 12347 Berlin afu GmbH 200.000 t/a Wackenbergstr. 84 - 88 13156 Berlin Bundesanstalt für Mate­ Versuchsanlage 0,1 t/h rialforschung und ­ prüfung Unter den Eichen 87 12205 Berlin Berliner StadtreiniKapazität für b.ü. Abfäl­ gungsle: 10.000 t/a betriebe Ringbahnstr. 96 12103 Berlin Rethmann Photo Recyc- Lagerkapazität: 44 t ling GmbH Durchsatz: Brunnenstraße 138 max 8,8 t/d 44536 Lünen Metallwerk Oetinger insgesamt 13.000 t/a, Berlin-Tempelhof Aluminiumkrätze: 5000 GmbH t/a Gottlieb-Dunkel-Str. 25 12099 Berlin D10 D10 D15 R04 34 EntsorgerAnlagenadresse Anlagenart Nr. LN6100009 Dr. Böhme Elektronik- Demontageanlage für ERecycling GmbH lektro-/ElektronikFreienwalder Str. 16 schrott 13055 Berlin LN9100011 VfJ Anerkannte Werk- Demontageanlage für Estatt für Behinderte der lektro-/ElektronikVereinigung für Juschrott, Bildröhren gendhilfe gGmbH Bergiusstr. 38 12057 Berlin LN6100007 LWB Lichtenberger Demontageanlage für EWerkstatt für Behinder- lektro-/Elektronikschrott te gGmbH Am Heizhaus 1 10318 Berlin L09100670 DER STEG e.V. Demontageanlage für ETeichstraße 65 lektro-/Elektronik13407 Berlin schrott LN9000014 Delphin-Werkstätten Demontageanlage für EAnerkannte Werkstatt lektro-/Elektronikfür Menschen mit Be- schrott hinderungen Wilhelm-Kuhr-Str.66 13187 Berlin LN9100012 FSW Lankwitzer Werk- Demontageanlage für Estätten gGmbH lektro-/ElektronikMarzahner Str. 36 u. schrott 30A 13053 Berlin LN9000002 BRAL ReststoffBehandlungsanlage für Bearbeitungs GmbH Kühlgeräte und DemontaMarzahner Str. 36 geanlage für Elektro­ 13053 Berlin /Elektronikschrott L09100560 REMONDIS Elektro- Behandlungsanlage für nikrecycling GmbH Kühlgeräte und DemontaLahnstr. 31 geanlage für Elektro12055 Berlin /Elektronikschrott, Bildröhren L09100540 BRAL ReststoffBehandlungsanlage für Bearbeitungs GmbH Kühlgeräte und PURFrank-Schweitzerschaumplatten Str. 3 12681 Berlin LN910018 Marske GmbH & Behandlung von Erdkabeln Co.KG Lahnstr. 3-5 12055 Berlin L06090280 TSR Recycling GmbH Sonderabfall& Co. KG zwischenlager Westhafenstraße 1 13353 Berlin Betreiberadresse Kapazität R-DVerfahren R04 Dr. Böhme Elektronik- 400 t/a Recycling GmbH Genslerstraße 56 13055 Berlin R04, R05 VfJ Anerkannte Werk- ca 2500 t/a Bildröhren statt für Behinderte der und 500 t/a Elektrogeräte Vereinigung für Ju­ gendhilfe gGmbH Grenzallee 53 12057 Berlin R04 LWB Lichtenberger 150 t/a. Werkstatt für Behinder­ te gGmbH Wotanstr. 18 10365 Berlin 220t/a R04 DER STEG e.V. Teichstraße 65 Lagerkapazität: 30 t 13407 Berlin R04 Delphin-Werkstätten ca. 500t/a Anerkannte Werkstatt für Menschen mit Be­ hinderungen Wilhelm-Kuhr-Str.66 13187 Berlin R04 FSW Lankwitzer Werk- ca. 500t/a stätten gGmbH Kamenzer Damm 1 12249 Berlin R04, D09 BRAL ReststoffBearbeitungs GmbH Marzahner Str. 36 13053 Berlin ca. 11.000 t/a R04, D09, REMONDIS ElektroRO5 nikrecycling GmbH Lahnstr. 31 12055 Berlin R04, D09 BRAL ReststoffBearbeitungs GmbH Marzahner Str. 36 13053 Berlin Haushalts-/ Kühlgeräte: ca. 23.000 t/a (300.000) Stück/a, zusätzl. 12.000 t/a (600.000) Bildröhren Kühlgeräte: ca. 170.000 Stück/a, FCKW-haltige PURschaumplatten: max 250 t/a >1 t/d, Lagerkapazität: ca. 3 t/d Marske GmbH & Co.KG Lahnstr.3-5 12055 Berlin R12, R13, TSR Recycling GmbH Durchsatz: 800 t/a D13, D15 & Co. KG Philosophenweg 21 47051 Duisburg R04, R13 L05000010 Rhenus Dienstleistun- SonderabfallR13, D15 L07000010 gen GmbH zwischenlager mit Behand­ Am Schlangengraben lung 20 13597 BERLIN Rhenus Dienstleistun- 7.004 t/a; Lagerkapazitä­ gen GmbH ten 213 t Schlangengraben 20 13597 Berlin 35 EntsorgerAnlagenadresse Nr. L07000310 Berliner Stadtreinigungsbetriebe Freiheit 24-25 13597 Berlin L07000050 Feigel Umwelt-Service mbH Breitenbachstr. 9a 13509 Berlin L09100730 Exakt Fensterrecycling GmbH Marzahner Str. 21 13053 Berlin L09100760 FeTüRec Fenster & Türen Entsorgung GmbH Wackenbergstraße 6575 13156 Berlin LN9700001 Märkische Bunker und Service GmbH & Co. KG Tunnelstr. 47 10245 Berlin LO9100740 Andreas Berg Buchholzer Str. 62-65 13156 Berlin Betreiberadresse R-DVerfahren ChemischR12, D09 Berliner Stadtreini­ gungs- physikalische Behand­ betriebe lungsanlage Ringbahnstr. 96 12103 Berlin ChemischR12, D09 Feigel Umwelt-Service GmbH physikalische BehandWerkring 3 lungsanlage 13597 Berlin AltfensterR12, D14 Exakt Fensterrecycling GmbH aufbereitungsanlage Marzahner Str. 21 13053 Berlin Aufbereitungsanlage für R12, R13, FeTüRec Fenster & Altfenster u. Sonderabfall - D13, D14 Türen Zwischenlagen mit BeEntsorgung GmbH Wackenbergstraße 65­ handlung 75 13156 Berlin BilgenwasseraufbeR12, R13, Märkische Bunker und reitungsanlage und Sonder- D09, D14, Service GmbH & Co. abfall- D15 KG zwischenlager Tunnelstr. 47 10245 Berlin Bauabfallsortieranlage, R12, R13, Andreas Berg AltholzaufD14, D15 Buchholzer Str. 62-65 13156 Berlin bereitungsanlage und Zwi­ schenlager Anlagenart Kapazität ca. 10.000 – 12.000 t/a 25.000 t/a 2.900 t/a 2.090 t/a Altholzfenster Durchsatz: ca. 1.100 t/a, Lagerkapazität: < 150 t LN9100001 Intersero Holzkontor AltholzaufbereitungsBerlin GmbH anlage Marzahner Straße 35 13053 Berlin­ Hohenschönhausen LN 4000002 Harpen EKT Altholz-Heizkraftwerk Buchholzweg 7 13627 Berlin L06100010 ALBA Baudienstleis- Bauabfallsortieranlage und tung und Zwischenlager Recycling GmbH & Co. KG Marzahner Straße 35 13053 BerlinHohenschönhausen LN9100025 Berliner StadtreiniAufbereitungsanlage für gungs- betriebe Freiheit teer -und bitumenhaltige 24-25 13597 Berlin Dachpappenabfälle Intersero Holzkontor Berlin GmbH Marzahner Straße 35 13053 Berlin- Hohenschönhausen R01 Harpen EKT 200.000 t/a Küpenicker Straße 25 12355 Berlin R12, R13, ALBA Baudienstleis- max. 106.600 t/a; Lagerkapazität: k.A. D14, D15 tung und Recycling GmbH & Co. KG Marzahner Straße 35 13053 BerlinHohenschönhausen D13 Berliner Stadtreinigungs -betriebe Ringbahnstr. 96 12103 Berlin max. 15.000 t/a bitu­ menhaltige Dachpappen davon ca. 3600 t/a teer­ haltige Produkte R12, D14 Behandlung: b.ü. Abfälle max. ca. 3.275 t/a, Lage­ rung von b.ü. Abfällen: max. 400 Kühlgeräte, Leuchtstoffröhren: max. 1.000 Stück max. 12.000 t/a 36 EntsorgerAnlagenadresse Nr. L05000300 BEHALA Berliner Hafen- und Lagerhaus­ betriebe, Anstalt öffent­ lichen Rechts Westhafenstr. 1 13353 Berlin L06000030 Berliner Stadtreini­ gungsbetriebe Freiheit 24-25 13597 Berlin Anlagenart Umschlagstation und Son­ derabfallzwischenlager Sonderabfallzwischenlager R-DBetreiberadresse Verfahren D14, D13, BEHALA Berliner D15 Hafen- und Lagerhaus­ betriebe, Anstalt öffent­ lichen Rechts Westhafenstr. 1 13353 Berlin R13, D15 Berliner Stadtreini­ gungsbetriebe Ringbahnstr. 96 12103 Berlin Kapazität Lagerkapazität: max. 400 t, Durchsatz: 60.000 t/a Lagerkapazität: ca. 120 t, Durchsatz: ca. 2.000 t/a, 37 9. Quellen- und Literaturverzeichnis /1/ Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltver­ träglichen Beseitigung von Abfällen (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz – KrW-/AbfG) vom 27. 09. 1994 (BGBl. I S. 2705), zuletzt geändert durch Art. 7 des Gesetzes vom 09.12.2006 (BGBl. I S. 2819) esetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltver­ G träglichen Beseitigung von Abfällen in Berlin (Kreislaufwirtschafts- und Abfall­ gesetz Berlin – KrW-/AbfG Bln) vom 21. 07. 1999 (GVBl. Nr. 31 S. 413), zu­ letzt geändert durch Art. VIII des Gesetzes vom 11.07.2006 (GVBl. S. 819) Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnisverord­ nung -AVV) vom 10. Dezember 2001 (BGBl. I S. 3379), zuletzt geändert durch Art. 7 des Gesetzes vom 15. Juli 2006 (BGBl. I S. 1619) /2/ /3/ 38 10. Abfallarten a.) Siedlungsabfälle Siedlungsabfälle sind insbesondere die Abfallarten Hausmüll, Geschäftsmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, Straßenkehricht und Sperrmüll. Hausmüll Als Hausmüll werden Abfälle bezeichnet, die hauptsächlich aus privaten Haushalten stammen und von dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger in genormten, im Entsorgungsgebiet vorgeschriebenen Behältern regelmäßig gesammelt, transportiert und der weiteren Entsorgung zugeführt werden. Nach der AVV sind diese Abfälle gemischte Siedlungsabfälle. Geschäftsmüll Der Begriff Geschäftsmüll wurde zusätzlich eingeführt, um eine bessere Differenzie­ rung des Anteils der gewerblichen Abfälle im Hausmüll zu erreichen. Als Geschäftsmüll werden Abfälle bezeichnet, die in Gewerbebetrieben anfallen und gemeinsam mit Hausmüll von dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger gesam­ melt werden. Geschäftsmüll fällt vorwiegend in Dienstleistungsbetrieben, Geschäften und Kleingewerbebetrieben an. Nach der AVV sind diese Abfälle gemischte Siedlungsabfälle. Sperrmüll Beim Sperrmüll handelt es sich um feste Abfälle, die wegen ihrer Sperrigkeit nicht in die im Entsorgungsgebiet vorgeschriebenen Behälter passen und getrennt vom Hausmüll gesammelt und transportiert werden. Nach der AVV ist dieser Abfall Sperrmüll. Gewerbeabfälle Gewerbeabfälle fallen in Gewerbebetrieben, auch Geschäften, Dienstleistungsbetrie­ ben, öffentlichen Einrichtungen und der Industrie an. Sie werden von dem öffentlich­ rechtlichen Entsorgungsträger getrennt vom Hausmüll abgefahren, von den Abfaller­ zeugern selbst oder von beauftragten privaten Entsorgungsunternehmen an der Be­ seitigungsanlage angeliefert und gemeinsam mit dem Hausmüll beseitigt. Nach der AVV sind diese Abfälle zum großen Teil gemischte Siedlungsabfälle. Straßenkehricht Bei Straßenkehricht handelt es sich um Abfälle aus der Straßenreinigung wie z.B. Straßen- und Reifenabrieb, Laub sowie Streumittel des Winterdienstes. Nach der AVV wird diese Abfallart als Straßenkehricht bezeichnet. 39 b.) Bauabfälle Abfälle, die bei Bauarbeiten jeglicher Art anfallen, insbesondere: Bodenaushub Bodenaushub ist nicht kontaminiertes, natürlich gewachsenes oder bereits ver­ wendetes Erd- oder Felsmaterial. Nach der AVV sind diese Abfälle Boden und Steine. Bauschutt Mineralische Stoffe mit einem Störstoffanteil von weniger als 5 Volumenprozent. Nach der AVV wird diese Abfallart als Beton, Fliesen, Ziegel und Keramik bzw. Ge­ misch aus den genannten Abfallfraktionen bezeichnet. Baustellenabfälle Gemisch aus nichtmineralischen und mineralischen Stoffen. Nach der AVV ist darunter die Abfallart gemischte Bau- und Abbruchabfälle zu ver­ stehen. Straßenaufbruch Mineralische Stoffe, die hydraulisch mit Bitumen gebunden oder ungebunden sind. Nach der AVV sind diese Abfälle Beton und Bitumengemische. Schlamm aus Gewässerreinigung Bei Aushubarbeiten von Gewässern anfallende Schlämme. Nach der AVV wird diese Abfallart als Baggergut bezeichnet. Bau- und Abbruchholz Bei Abbruch, Um- und Neubau anfallende Holzabfälle. Nach der AVV sind diese Abfälle Holz. Sonstige Bauabfälle Unter sonstige Bauabfälle werden die Abfallarten Strahlmittelabfälle und Dämmmate­ rial sowie Bitumengemische (Dachpappe) zusammengefasst. 40 c.) Klärschlämme Die bei der Behandlung von Abwasser in Abwasserbehandlungsanlagen anfallenden Schlämme (auch entwässert oder getrocknet) werden als Klärschlämme bezeichnet. Klärschlamm entsteht bei der Reinigung kommunaler Abwässer in Kläranlagen und wird bei der mechanischen, biologischen oder chemischen Reinigungsstufe von Ab­ wasser getrennt. Ausgenommen davon sind Siebgut, Rechengut und Sandfangrück­ stände. Nach der AVV wird diese Abfallart als Schlämme aus der Behandlung von kommuna­ lem Abwasser bezeichnet. d.) Gefährliche Abfälle Gefährlich sind Abfälle entsprechend § 3 Abs. 8 KrW-/AbfG aus gewerblichen oder sonstigen wirtschaftlichen Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen, die nach Art, Beschaffenheit oder Menge in besonderem Maße gesundheits-, luft- oder was­ sergefährdend, explosibel oder brennbar sind oder Erreger übertragbarer Krankhei­ ten enthalten oder hervorbringen können (§ 41 Abs. 1 und Abs. 3 Nr. 1 KrW-/AbfG). An die Entsorgung und Überwachung derartiger Abfälle sind nach Maßgabe des KrW-/AbfG besondere Anforderungen zu stellen. Aus den besonders überwachungsbedürftigen Abfällen wurden zum 1.2.2007 gefähr­ liche Abfälle. Diese Änderung des KrW-/AbfG ergibt sich aus dem Gesetz zur Verein­ fachung der abfallrechtlichen Überwachung vom 15.7.2006. Gefährliche Abfälle sind in der Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung – AVV) konkret definiert und sind mit einem Sternchen * gekennzeichnet. 11. Abkürzungen SBB PCB PCT Sonderabfallgesellschaft Berlin/Brandenburg mbH Polychlorite Biphenyle Polychlorierte Terphenyle FCKW Flourchlorkohlenwasserstoffe 41 42
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.