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Periodical volume

Full text: Bericht Issue 2015

Geschäftsbericht 2015

2015

Inhalt

inhalt
Vorwort
Lagebericht
Zentrale Themen des Jahres 2015

4

6

·	Auf Zielkurs: Unternehmensverschmelzung erfolgreich vollzogen 15
· Auf gutem Weg: Voraussetzungen für die Wiedererlangung
der Linienkonzessionen erfüllt

· ZEITTAFEL des Wiesbadener „ÖPNV-Projekts 2017“

16
18

·	AUF HOHEM NIVEAU: Kundenzufriedenheit wieder gesteigert

18

·	Auf Rekordhöhe: So viele Fahrgäste wie nie zuvor

19

Informationen aus den Betriebsbereichen
·	Fahrdienst

·	Verkehrsplanung, Verkehrssteuerung, Streckeninfrastruktur
und Grundsatzplanung

·	Technischer Betrieb

22
24

26

·	Vertrieb, Marketing und Kundenkommunikation

28

·	Rechnungswesen

34

·	Personal

·	Nerobergbahn

32

36

Jahresabschluss
·	Bilanz

40

·	Anhang

42

·	Gewinn- und Verlustrechnung
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Bericht des Aufsichtsrates
Kennwerte 2015
Impressum

1. Januar bis 31. Dezember 2015
Zur Vorlage in der Ordentlichen Gesellschafterversammlung

ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden

41

53

54
55
55

DVD

DIE YOUTUBE-VIDEOS
VON ESWE VERKEHR

Die hier eingeklebte DVD enthält die 18
ESWE-Verkehr-Unternehmensvideos, die
im Verlauf des Jahres 2015 neu produziert
und in den YouTube-Kanal von ESWE Verkehr (www.youtube.com/esweverkehr)
eingestellt wurden.
Viel Freude beim Anschauen!

DVD

4

Vorwort

Die Geschäftsführung der ESWE Verkehrsgesellschaft:
Dipl.-Kfm. Jörg Gerhard (rechts) und Prof. Dr.-Ing. Hermann Zemlin

Vorwort

vorwort 2015: Rekord-Fahrgastzahl im Jahr
der Unternehmensverschmelzung
Für den Öffentlichen Personennahverkehr in Wiesbaden war 2015 ein „historisches“ Jahr: Elf Jahre nach der Gründung der WiBus GmbH wurde dieses ehemalige Schwesterunternehmen, das zuletzt als Tochtergesellschaft ESWE
Verkehr Fahrbetrieb (EVFB) zu unserer Unternehmensgruppe gehörte, vollständig in die ESWE Verkehrsgesellschaft
eingegliedert. Und da die zweite Tochterfirma ESWE Verkehr Service (EVS) ebenfalls mit dem Mutterunternehmen
verschmolzen wurde, gibt es in Wiesbaden seitdem einen „ÖPNV aus einer Hand“.
Die vollständige Verschmelzung der drei ESWE-Verkehr-Unternehmen hat auch die vielfach kritisierte „Zweiklassengesellschaft“ der Arbeitnehmer im Nahverkehr in Wiesbaden endgültig beendet. Für unsere Fahrgäste bedeutete dies im Jahr 2015, dass wir in der neuen Konstellation eine stark verbesserte Leistungsqualität bieten konnten,
die einer der Hauptgründe für die Rekord-Fahrgastzahl von 53,36 Millionen Fahrgästen war. Noch nie seit dem Jahr
2000, in dem die ESWE Verkehrsgesellschaft ein eigenständiges Unternehmen wurde, sind so viele Menschen mit
unseren Bussen unterwegs gewesen. Weitere wesentliche Gründe waren die von der Politik dankenswerterweise
beschlossene Leistungsausweitung sowie die verstärkten Fahrausweiskontrollen.
Unser besonderer Dank gilt dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung, die uns bei der Neuorientierung des Unternehmens vorbehaltlos unterstützt haben. Ebenso dankbar sind wir dem Aufsichtsrat, der WVV als
unserem Gesellschafter sowie dem Betriebsrat, die in fairem Miteinander mit uns dazu beigetragen haben, dass
wir bei allen anstehenden Themen für alle Seiten vertretbare Lösungen gefunden haben.
Ganz herzlich danken wir auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ESWE Verkehr, ohne deren großes
Engagement im Berichtsjahr sehr vieles – auch und gerade das Erreichen der Rekord-Fahrgastzahl – nicht möglich
gewesen wäre. Die anerkennenswerten Leistungen, die von unserer hochmotivierten Mitarbeiterschaft im Jahr
2015 erbracht wurden, dokumentiert der vorliegende Geschäftsbericht der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH.

Dipl.-Kfm. Jörg Gerhard
Geschäftsführer

Prof. Dr.-Ing. Hermann Zemlin
Geschäftsführer

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6

Lagebericht

Die Bundesliga-Volleyballerinnen des VC Wiesbaden
Den heimischen Sport zu fördern – auch dies ist ein Anliegen
der ESWE Verkehrsgesellschaft. Ein praktischer Vorteil für die
Fans kommt hinzu: Alle Eintrittskarten für die Heimspiele des
VC Wiesbaden beinhalten das in vielerlei Hinsicht sinnvolle
„KombiTicket“ für die ÖPNV-Nutzung

Lagebericht

lagebericht der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2015
der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden
1. Grundlagen der Gesellschaft
Die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden (im Folgenden:
ESWE Verkehr), betreibt den Öffentlichen Personennahverkehr
(ÖPNV) in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Neben
der Bedienung von 41 Buslinien im städtischen Verkehrsgebiet
zählen auch die koordinativen Aufgaben innerhalb der Verkehrsverbünde Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden (VMW), RheinMain-Verkehrsverbund (RMV) und Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund (RNN) sowie die Entwicklung neuer Mobilitätsangebote für
die Stadt Wiesbaden zum Aufgabenspektrum der Gesellschaft.
Zudem erbringt ESWE Verkehr zahlreiche Dienstleistungen für
städtische Betriebe und Ämter.
Zu den tragenden Säulen der Mobilität der Landeshauptstadt
Wiesbaden zählen die Busse der ESWE Verkehr. Die Umsetzung
eines vernetzten Mobilitätsangebots zwischen den angrenzenden Verkehrsverbünden und den Anforderungen der innerstädtischen Verkehrsentwicklung stellt die große Herausforderung für ESWE Verkehr dar. Ohne einen attraktiven Öffentlichen
Personennahverkehr kann die Landeshauptstadt Wiesbaden
inmitten des Rhein-Main-Gebiets ihre positiven Wachstumsprognosen nicht in vollem Umfang erzielen. Der Verantwortung
dieser wichtigen Aufgabe ist sich die ESWE Verkehr bewusst und
arbeitet 365 Tage im Jahr an einem effizienten und kundenorientierten, leistungsstarken und modernen, umweltbewussten und
zukunftsorientierten Verkehrsangebot als optimale Alternative
zum privaten Pkw in der Landeshauptstadt Wiesbaden.

2. Wirtschaftsbericht
2.1. Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr

Der Schwerpunkt des Geschäftsjahres 2015 lag auf der am
28. April 2015 vom Magistrat der Landeshauptstadt beschlossenen Verschmelzung der ESWE Verkehrsgesellschaft mit ihren
bisherigen Tochtergesellschaften ESWE Verkehr Fahrbetrieb
GmbH (EVFB) und ESWE Verkehr Service GmbH (EVS). Durch die
Verschmelzung wurde ein Ziel erreicht, das die Stadtverordneten
dem Magistrat im November 2012 mit Blick auf das Jahr 2017 aufgetragen hatten. Im Rahmen des Projekts „ÖPNV 2017“ erhielten
alle Projektbeteiligten durch die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vom Juli, Oktober und November 2014 die Zielvorgabe, die Vorbereitungen zu treffen, damit im Rahmen einer
europarechtskonformen Direktvergabe der ÖPNV auch weit über
das Jahr 2017 hinaus durch ESWE Verkehr erbracht werden kann.
Der erste Schritt zur Neustrukturierung des Öffentlichen
Personennahverkehrs erfolgte bereits im Sommer 2014, als das

ehemalige Schwesterunternehmen WiBus GmbH zur Tochtergesellschaft EVFB wurde. Elf Jahre nach der Gründung wurde
es im Jahr 2015 vollständig in die ESWE Verkehrsgesellschaft
eingegliedert. Ebenfalls im Jahr 2015 wurde die zweite Tochterfirma EVS, bei der hauptsächlich die Fahrausweisprüfer angestellt
waren, mit der ESWE Verkehr verschmolzen.
Die neue Unternehmenskonstellation führte auch zu personellen
Neuerungen: Seit April 2014 ist Professor Dr.-Ing. Hermann Zemlin
als „Change Manager“, im Auftrag der WVV, für den Wiesbadener
Nahverkehr berufen und übernahm im August 2014 mit der Umwandlung der WiBus GmbH in die EVFB zusätzlich die Funktion
des EVFB-Geschäftsführers. Mit den Beschlüssen zur Verschmelzung im Sommer dieses Jahres übernahm er neben Jörg Gerhard,
der seit April 2014 ESWE-Verkehr-Geschäftsführer ist, die Funktion
eines weiteren Geschäftsführers der ESWE Verkehr.
Die Themenschwerpunkte der Neustrukturierung der ÖPNVUnternehmen in Wiesbaden im Geschäftsjahr lassen sich wie
folgt zusammenfassen:
•	Im Rahmen der Neustrukturierung wurden die Mitarbeiter 		
	 der EVFB und der EVS durch Anpassung der Tarifverträge sowie 		
	 sonstiger Rahmenbedingungen in die ESWE Verkehrsgesell-		
	 schaft übernommen.
•	 Die Neuorganisation des Fahrpersonals innerhalb der
	 zusammengeführten Fahrergruppen der EVFB und
	ESWE Verkehr wurde erfolgreich vorgenommen.
•	 Die Finanzbuchhaltungen der ehemaligen Tochtergesell-		
	 schaften EVFB und EVS wurden in die Buchführung der
	ESWE 	Verkehr eingegliedert.
Im Zuge der Verschmelzung wurden die Entgeltstrukturen
und die Arbeitszeiten der Beschäftigten vereinheitlicht. Diese
Änderung trug zu einer deutlich höheren Arbeitsmotivation bei,
was sich wiederum in einer besseren Leistungsqualität für die
Fahrgäste und niedrigeren Krankenständen widerspiegelte.
Im Geschäftsjahr konnten die Fahrgastzahlen im Verkehrsgebiet
um 3,02 Prozent auf ein Rekordhoch von 53,36 Mio. Fahrgästen
gesteigert werden. Eine kontinuierliche Steigerung der Fahrgastzahlen im Zusammenhang mit neuen Verkehrs- und Mobilitätsangeboten stellt die Zielsetzung der Zukunftsorientierung des
Unternehmens dar, ohne dabei die Gesamtwirtschaftlichkeit
eines lokalen ÖPNV aus den Augen zu verlieren.

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8

Lagebericht

Hierbei setzt die ESWE Verkehr ein besonderes Augenmerk auf
die ökologischen Facetten des öffentlichen Nahverkehrs. Neben
dem Einsatz von modernsten umweltschonenden Abgassystemen
werden mit großen Anstrengungen die ausbaufähigen und zukunftsweisenden Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte erarbeitet.
Weiterhin war das Geschäftsjahr 2015 der ESWE Verkehr neben
der großen Herausforderung der Verschmelzung von folgenden
Schwerpunkten geprägt:
•	Fortsetzung der Maßnahmen zur Verbesserung der
	Kundenorientierung
•	 Ausbau des Fahrausweisverkaufs und Einnahmensicherung
•	Sicherstellung der Qualitätsmerkmale und Zuverlässigkeit
	 im Liniennetz
•	 Optimierung der Dienstplangestaltung im Fahrdienst
•	 Ökologische und energetische Ertüchtigung der
	 Betriebseinrichtungen
Die Betrauungsvereinbarung über die gemeinwirtschaftliche
Verpflichtung zur Durchführung des auf Genehmigungen nach
dem Personenbeförderungsgesetz beruhenden ÖPNV in der
Landeshauptstadt Wiesbaden zwischen der Gesellschaft und
der Landeshauptstadt Wiesbaden wurde am 30. November 2009
unterschrieben und galt für das Berichtsjahr in unveränderter
Form. Weiterführende Teilbereiche dieser Vereinbarung, wie die
Erstellung der jährlichen Trennungsrechnung unter der sogenannten K4-Analyse, wurden weiter vorangetrieben.
Die aus dem Januar 2009 vorliegende Genehmigungsurkunde
nach § 42 PBefG i. V. m. §§ 2 Abs. 6, 13 PBefG für die Linienkonzessionen besitzt ihre Gültigkeit bis zum 30. September 2017. Die
Vorbereitungen für die bevorstehende Konzessionserteilung 2017
wurden vonseiten der Geschäftsführung der ESWE Verkehr und
der WVV Wiesbaden Holding GmbH, Wiesbaden (WVV Holding),
bereits in den Vorjahren eingeleitet. Die Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Wiesbaden hat am 20. November 2014 zur Kenntnis genommen, dass die Voraussetzungen zur
Direktvergabe der ÖPNV-Leistungen mit Bussen im Stadtverkehr
an die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH gemäß EU-Verordnung
1370/2007 erfüllt sind, und hat die Direktvergabe der ÖPNV-Leistungen an ESWE Verkehr beschlossen.
Weitere wesentliche Rahmenbedingungen für das Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 waren:
•	 der von der Landeshauptstadt Wiesbaden am 16. Juli 2015
	 beschlossene Nahverkehrsplan, erstmals als gemeinsamer 		
	 Nahverkehrsplan der Landeshauptstadt Wiesbaden und 		
	 des Rheingau-Taunus-Kreises
•	 die Weiterentwicklung des Fahrplanangebots in enger Ab	 stimmung mit der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) 		
	 im gemeinsamen Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden (VMW)
•	 die Veränderungen in den Auswirkungen der vertraglichen 		
	Finanzierungsinstrumente im Rhein-Main-Verkehrsverbund
	 (RMV), wie die Infrastrukturkostenzahlungen und Einnahmen	 aufteilungsverfahren	

Aufwandsstruktur 2015

59%

10%
10%

21%

Gesamtaufwendungen: 75,18 Mio. €
59 % Personalaufwand
21 % Materialaufwand
10 % Sonstige betriebliche Aufwendungen
10 % Abschreibungen

2.2. Entwicklung des Verkehrsangebots

Die Verkehrsleistungen im Wiesbadener Liniennetz wurden
im Jahr 2015 mit Omnibussen der ESWE Verkehrsgesellschaft
erbracht. Im Berichtsjahr wurden 240 unternehmenseigene
Omnibusse (Vorjahr: 239) eingesetzt. Die Nutzwagenkilometer
stiegen von 11.823 Tkm im Vorjahr auf 12.369 Tkm im Geschäftsjahr 2015. Die Platzkilometer änderten sich gegenüber dem
Vorjahr von 922 Mio. km auf 967 Mio. km.
Verkehrsleistung

2015

2014

Anzahl der Busse

240

239

Nutzwagenkilometer

12.369 Tkm

11.823 Tkm

Platzkilometer

967.707 Tkm

922.070 Tkm

Einsatzstunden

956.565

858.382

Fahrgastzahlen

53,36 Mio.

51,75 Mio.

Die Daten beziehen sich im Jahr 2014 auf ESWE Verkehr gesamt (ESWE Verkehr, EVFB und EVS).

Die gesamte Verkehrsleistung ist mit 956.565 Einsatzstunden
gegenüber dem Vorjahr (858.382 Einsatzstunden) moderat
gestiegen. Dabei erbrachte ESWE Verkehr einen Anteil von
89 Prozent (851.962 Einsatzstunden) gegenüber 36 Prozent
(311.483 Einsatzstunden) im Vorjahr an der gesamten Verkehrsleistung. Dies lässt sich durch die Umstrukturierung des
Wiesbadener ÖPNV erklären. Im Zuge der Verschmelzung sind
die Einsatzstunden der EVFB in die Verkehrsleistung der ESWE
Verkehr übergegangen; somit übernimmt ESWE Verkehr einen
Großteil der Verkehrsleistung selbst. Nur ein geringer Anteil
wurde im Rahmen der Leistungsvergabe zusätzlich durch Fahrdienstmitarbeiter der Gesellschaft CityBus Mainz GmbH (CBM)

Lagebericht

übernommen. Der Anteil der Drittunternehmen war mit
11 Prozent (104.603 Einsatzstunden) gegenüber dem Vorjahr
mit 3 Prozent (25.621 Einsatzstunden) ein wichtiger Beitrag
zur Sicherstellung des ÖPNV-Angebots im Verkehrsgebiet.

Erlösstruktur 2015 *

78%

9%
12%
1%

Umsatz aus dem Bus- und Bahnbetrieb: 49,37 Mio. €
78 % Zeitkarten
9 % Freifahrer

1 % Nerobergbahn
12 % Bartarif

* Erlösstruktur bei Normierung der Beförderungen
mit Durchschnittserlösen je Beförderung

Bis zum Stichtag (30. Juni 2015) der Zusammenführung der
Mitarbeiter der Tochtergesellschaft EVFB mit denen der Muttergesellschaft waren bei ESWE Verkehr im Durchschnitt 283
(Vorjahr: 271) Fahrdienstmitarbeiter beschäftigt. Die Anzahl
der Fahrdienstmitarbeiter der Tochtergesellschaft EVFB betrug
bis zum Übergang der Mitarbeiter in die ESWE Verkehrsgesellschaft im Durchschnitt 347 Mitarbeiter (Vorjahr: 333). In der
zweiten Jahreshälfte nach der Verschmelzung waren im Mittel
628 Fahrdienstmitarbeiter bei ESWE Verkehr beschäftigt. Im
gesamten Geschäftsjahr 2015 waren durchschnittlich 894
Mitarbeiter bei ESWE Verkehr beschäftigt.
Im Jahr 2015 setzte die Gesellschaft die nachhaltige Entwicklung
des Verkehrsangebots unter der Prämisse einer wirtschaftlichen
Erstellung der Fahrleistungen im Wiesbadener ÖPNV fort. Auf
dieser Basis wurde das Verkehrsangebot punktuell ergänzt bzw.
verstärkt. Ein Schwerpunkt lag hier im Bereich des sogenannten
Winterfahrplans, in dem für den Zeitraum November 2014 bis Anfang Januar 2015 einzelne Buslinien mit hoher Fahrgastnachfrage
durch Fahrplanverdichtung verstärkt wurden.

2.3. 	Entwicklung der Verkehrsnachfrage

Für 2015 lag die Zielsetzung der Geschäftsführung in der Bestätigung der guten Fahrgastzahlen des Vorjahres. Dies konnte durch den
bereits seit dem Jahr 2006 bestehenden positiven Trend übertroffen werden. Den Anstieg der Fahrgastzahlen von 51,75 Mio. in 2014
auf ein Rekordhoch von 53,36 Mio. in 2015 sieht die Geschäftsführung als Bestätigung der guten Ergebnisse der vergangenen Jahre auf
einem hohen Niveau.
Die Beförderungsentwicklung im Bereich Fahrausweisverkauf stieg um 3,1 Prozent von 47,16 Mio. auf 48,62 Mio. Beförderungsfälle
gegenüber dem Vorjahr. Inklusive der Fahrgastzahlen aus der Beförderung von Schwerbehinderten und sonstigen Freifahrern in Höhe
von 4,74 Mio. Beförderungen wird die Gesamtsumme von 53,36 Mio. Beförderungen erreicht.
Die steigende Beförderungsentwicklung bei ESWE Verkehr ist auf eine Fülle erfolgreicher Maßnahmen des Unternehmens zurückzuführen. Der Schwerpunkt liegt in den vonseiten der Gesellschaft seit 2008 erfolgten Maßnahmen zur Steigerung der Kundenbindung.
Sowohl im Bereich der Erwachsenenfahrkarten als auch im Schüler- und Kinderbereich konnten Zuwachsraten bei den langfristigen
Zeittickets erreicht werden.
Die positive Beförderungsentwicklung bei ESWE Verkehr ist auch auf eine Fortführung der intensiven Marketing- und Vertriebsmaßnahmen zurückzuführen. Die durchgeführten Marketingkampagnen der vergangenen Jahre, zum Beispiel Bewerbung von Abonnementund Jahreszeitkarten, hatten dazu geführt, dem Öffentlichen Personennahverkehr in Wiesbaden weiterhin ein positives Image zu
verleihen. Diese erfreuliche Entwicklung wird auch in der jährlich durchgeführten Kundenzufriedenheitsmessung deutlich: Die guten
Ergebnisse der Vorjahre mit den Durchschnittsnoten von 2,54 konnten mit Abschluss des Geschäftsjahres und einer Note von 2,51 auf
einem gleichbleibend guten Niveau bestätigt werden.

9

10

Lagebericht

Materialaufwand hat sich im Berichtsjahr um insgesamt 1,4 Mio. a
auf 15,7 Mio. a erhöht. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen erhöhten sich von 2,6 Mio. a auf 5,1 Mio. a; sie beinhalten
im Wesentlichen die Fremdleistung für die Personenbeförderung durch Drittbeauftragte (3,7 Mio. a). Zudem haben sich die
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe von 11,7 Mio. a
auf 10,6 Mio. a reduziert. Die darin enthaltenen Auswirkungen
im Bereich der Treibstoffaufwendungen sind auf die Effekte der
Drohverlustrückstellungen aus dem Vorjahr zurückzuführen.
Die EVFB-Fahrdienstmitarbeiter wechselten zum 1. Juli 2015 in
den Fahrdienst der ESWE Verkehrsgesellschaft. Der bereits seit
Jahresbeginn geltende Überleitungstarifvertrag hat die Löhne
der beiden Gesellschaften angeglichen. Die Auswirkungen der
Verschmelzung sind in den gestiegenen Personalkosten
(44,7 Mio. a; Vorjahr: 42,9 Mio. a) enthalten.
Die Abschreibungen liegen unverändert zum Vorjahr bei 7,1 Mio. a.
Dies ist im Wesentlichen auf die jährlichen Investitionsmaßnahmen
der rollierenden Busbeschaffung zurückzuführen. Im Berichtsjahr
wurden neue Fahrzeuge im Wert von 5,6 Mio. a angeschafft.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich
leicht von 8,4 Mio. a auf 7,7 Mio. a. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf gesunkene EDV-Kosten (245 T a) sowie auf den Rückgang der Zuschüsse für Verkehrsleistung (215 T a) zurückzuführen.

2.4. Ertragslage

Die bilanziellen Auswirkungen der Verschmelzung spiegeln sich
vor allem in den Positionen des Material- und Personalaufwands
wider. Hierbei reduzierten sich im Jahr 2015 vor allem die Dienstleistungen der EVFB und der EVS, die durch die Verschmelzung
vollständig entfallen sind. Die Unternehmenszusammenführung ist in den Verschiebungen der Positionen Aufwendungen
für bezogene Leistungen im Materialaufwand und Personalaufwendungen ersichtlich. Um eine bessere Vergleichbarkeit
mit den Vorjahreswerten zu gewährleisten, bezieht sich dieser
Abschnitt auf die konsolidierten Werte des Jahres 2014.
Die Umsatzerlöse der Gesellschaft in Höhe von 48,4 Mio. a
beinhalten die Einnahmen aus Fahrausweisverkauf in Höhe von
46,6 Mio. a (Vorjahr: 45,1 Mio. a) sowie die Einnahmen aus der
Vermarktung von Busaußenflächen, Fahrplanverkäufen und
Entgelten für Dienstleistungen. Gegenüber dem Vorjahr stiegen
die Verkehrseinnahmen deutlich an. Dies konnte vor allem durch
eine Steigerung der Fahrgastzahlen sowie den kontinuierlichen
Ausbau der Verkehrsmittelwerbung erreicht werden.
Die um 698 T a gestiegenen sonstigen betrieblichen Erträge resultieren im Wesentlichen aus dem Anstieg der Erträge aus dem
Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens (257 T a). Der

Das negative Zinsergebnis hat sich aufgrund der Darlehensaufnahme zur Finanzierung der Omnibusbeschaffungen des
Berichtsjahres von 1.192 T a auf 1.235 T a verschlechtert.
Im Rahmen der Verschmelzungen der EVFB und EVS ergab sich ein
Verschmelzungsgewinn in Höhe von 638 T a.
Der Jahresfehlbetrag vor Verlustübernahme beträgt 20.405 T a
und liegt damit 617 T a über dem Verlust des Vorjahres.
Der Wirtschaftsplan 2015 ging von einem negativen Jahresergebnis in Höhe von 21,7 Mio. a aus und beinhaltete vorsichtige Prognosen zur durchgeführten Unternehmenszusammenführung.

2.5. Finanzlage

Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war 2015 aufgrund
des Kreditrahmens bei zwei Wiesbadener Bankinstituten und
der zeitweisen konzerninternen Finanzierung jederzeit sichergestellt. Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
beträgt –16,4 Mio. a. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit lag aufgrund geringerer Investitionen in das Sachanlagevermögen bei 5,9 Mio. a. Die negativen Cash-Flows aus der laufenden
Geschäftstätigkeit und der Investitionstätigkeit konnten von
dem Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit von 30,2 Mio. a
ausgeglichen werden, sodass sich der Finanzmittelfonds
insgesamt auf 9,6 Mio. a (davon 1,7 Mio. a aus der Verschmelzung

Lagebericht

mit der EVFB und EVS stammende flüssige Mittel) erhöhte.
Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit enthält im Wesentlichen die Einzahlungen der WVV Wiesbaden Holding GmbH aus
dem Verlustausgleich sowie in Höhe von 6 Mio. a Darlehensaufnahmen und 4,3 Mio. a Tilgungen von Darlehen.
Cash-Flow

2015

Cash-Flow aus operativer Tätigkeit

–16.357 T a

Cash-Flow aus Investitionstätigkeit

–5.875 T a

Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit

30.160 T a

Der Finanzmittelbestand (Kassenbestand und Guthaben bei
Kreditinstituten (9.627 T a)) hat sich zum Bilanzstichtag um 6.532 T a
(Vorjahr: 3.095 T a) erhöht.

2.6. Vermögenslage

Die Zunahme der Bilanzsumme um 2,9 Mio. a auf 53,6 Mio. a
resultiert auf der Aktivseite hauptsächlich aus der Zunahme
der Guthaben bei Kreditinstituten um 6,6 Mio. a sowie der
gegenläufigen Abnahme der Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände um 2,8 Mio. a. Im Vorjahr enthielt diese
Position Forderungen aus dem Verlustausgleich. In 2015 existiert
aufgrund von Vorauszahlungen der WVV ein entsprechender
Rückzahlungsanspruch, welcher die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhte.
Auf der Passivseite erhöhten sich die Rückstellungen um 1,1 Mio. a.
Dies betrifft vor allem die Rückstellungen für die Einnahmenaufteilung (+834 T a) und die Rückstellungen für drohende Verluste
(+664 T a). Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um 2,1 Mio. a und
resultieren im Wesentlichen aus der Rückzahlung des zu hoch
erhaltenen Verlustausgleichs (2,1 Mio. a).
Das Anlagevermögen ist zu 9,3 Prozent (Vorjahr: 10,6 Prozent)
durch Eigenkapital sowie zu 76,0 Prozent (Vorjahr: 72,6 Prozent)
durch Eigenkapital und mittel- bis langfristiges Fremdkapital
finanziert. Das Investitionsvolumen in das Anlagevermögen
belief sich im Berichtsjahr auf 6,4 Mio. a (Vorjahr: 7,7 Mio. a). Dabei
handelt es sich im Wesentlichen um die Anschaffung von 22
neuen Omnibussen in Höhe von 5,6 Mio. a.
Finanz- und Fördermittel der öffentlichen Hand wurden im
Berichtsjahr im Wesentlichen in Form von Zuwendungen zur
Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs gemäß
vertraglichen Vereinbarungen auf RMV-Ebene in Höhe von
3,7 Mio. a, für die Erstattung von Fahrgeldausfällen gemäß
§§ 145 ff. SGB IX in Höhe von 2,2 Mio. a und für die pauschalierte
Ausgleichszahlung im Ausbildungsverkehr gemäß § 45a PBefG in
Höhe von 2,0 Mio. a vereinnahmt.

Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags mit der
WVV Wiesbaden Holding GmbH ist die Eigenkapitalausstattung
der Gesellschaft nachhaltig gesichert. Die Eigenkapitalquote zum
Bilanzstichtag beträgt 7,1 Prozent.

2.7. Leistungsindikatoren

Die finanziellen Leistungsindikatoren sind im Wirtschaftsbericht dargestellt. Dabei wird der Erfolg der ESWE Verkehrsgesellschaft neben den finanziellen Indikatoren auch mit nichtfinanziellen Leistungsindikatoren vorrangig an der Qualität der
Verkehrsleistungen gemessen. Das Erfolgskriterium „Qualität“
im Personennahverkehr umfasst eine Vielzahl von einzelnen
Beurteilungspunkten, die nur in einem gemeinsamen und
ausgewogenen Verhältnis eine gute Leistungsbewertung für die
Gesellschaft darstellen. Die jährliche Kundenzufriedenheitsmessung zeigt für die Geschäftsführung nicht nur eine Gesamtbeurteilung der ÖPNV-Leistung, sondern untergliedert sich in Punkte
wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sauberkeit und Freundlichkeit
von Fahr- und Servicepersonal.
Neben den Kernprozessen der Verkehrsleistungen sind aber auch
die heutigen Kommunikationsinstrumente im Fokus des Unternehmens. Die Geschäftsführung hat die Notwendigkeit neuer
Kommunikationsmittel erkannt und entsprechende Entwicklungen zur Nutzung von sozialen Netzwerken gestartet. Auch
ein authentisches Beschwerdemanagement gehört zu diesen
Kommunikationsinstrumenten. Die Arbeitsgruppe Verbesserungsmanagement setzt sich mit den Anregungen der Fahrgäste intensiv auseinander und erarbeitet daraus Vorschläge für
Maßnahmen. Im Berichtsjahr haben sich Fahrgäste in 3.025 Fällen
(Vorjahr: 3.185) an die ESWE Verkehr gewandt, um ihre Wünsche
und Anregungen vorzutragen. Für die Geschäftsführung waren
hierunter viele hilfreiche Hinweise, die in den kommenden Perioden berücksichtigt werden sollen.

3. Nachtragsbericht
Nach dem Bilanzstichtag bis zur Aufstellung des Lageberichts
gab es keine weiteren wesentlichen Ereignisse, die an dieser Stelle
zu erläutern sind.

11

12

Lagebericht

4. Prognosebericht – Bericht der 		
Chancen und Risiken
Die Chancen und Risiken der ESWE Verkehrsgesellschaft sind
besonders im Hinblick auf den Beschluss der Direktvergabe der
ÖPNV-Leistungen an ESWE Verkehr zu betrachten. Mit dieser Entscheidung blickt ESWE Verkehr positiv in die Zukunft und wird die
Anforderungen einer ganzheitlichen Direktvergabe im Verkehrsgebiet erfolgreich wahrnehmen.
Eine Aussage zur Prognose der kommenden Geschäftsjahre steht
unter dem Vorbehalt der einzubeziehenden zukünftig andauernden Anpassungen, die sich durch die Neustrukturierung
ergeben haben. Die Zusammenführung mit den beiden Tochtergesellschaften EVFB und EVS wird auch in Zukunft weitere Synergieeffekte bringen, die von der Geschäftsführung als durchaus
positiv betrachtet werden. Zudem wird der eingeschlagene Weg
zur kontinuierlichen Optimierung der Unternehmensstrukturen
und -prozesse weiterverfolgt, um künftig unter den weiter wachsenden Herausforderungen hochwertige Verkehrsleistungen
anbieten zu können.
Darüber hinaus sind im operativen Geschäft die anspruchsvollen Rahmenbedingungen einer kontinuierlichen Personalbeschaffung für die Fahrdienstbereiche zu beachten. Infolge der
Personalfluktuation und zeitweise hoher Krankenstände ist der
Bedarf an neuem Fahrpersonal gegeben. Für das Jahr 2016 und
die folgenden Perioden sieht die Geschäftsführung in diesen Themen eine in der Verkehrsbranche verbreitete und anspruchsvolle
Aufgabenstellung. Durch die gute Wirtschaftslage in der Region
Rhein-Main sind die Nachfrage nach qualifiziertem Personal und
der damit einhergehende Wettbewerb um Arbeitskräfte weiterhin hoch. Die derzeitige Arbeitsmarktsituation unter Berücksichtigung der aktuell gültigen und anzuwendenden Tarifverträge
stellt die Gesellschaft vor schwierige Rahmenbedingungen. ESWE
Verkehr stellt sich auf diese Rahmenbedingungen ein und wird
weiterhin erhebliche Ressourcen in die Ausbildung neuer Arbeitskräfte investieren. Zusätzlich wird der umfassende Ausbau eines
Betrieblichen Gesundheitsmanagements weiter vorangetrieben.
Für das begonnene Geschäftsjahr 2016 geht die Geschäftsführung im Rahmen der Wirtschaftsplanung 2016 von einem prognostizierten negativen Jahresergebnis in Höhe von 21,8 Mio. a aus.
Die Umsatzerlöse sind unter Berücksichtigung einer verbundweiten Tarif- bzw. Fahrpreiserhöhung von 2,5 Prozent in Höhe
von 46,5 Mio. ageplant. Investitionen sind in Höhe von 10,7 Mio. a
geplant, die durch eigene Mittel und eine Nettokreditaufnahme
von rund 6 Mio. a finanziert werden sollen.
Im Bereich der Aufwendungen wurden branchenübliche Kostensteigerungen in der Planungsrechnung berücksichtigt. Während

Treibstoffkosten mit konstanten Preisgefügen aufgrund fortgeführter Preisabsicherungen errechnet wurden, sind im Bereich
der Personalaufwendungen für die folgenden Geschäftsjahre
wieder steigende Kostenentwicklungen vorgesehen. Für den
Sachaufwand erwartet die Geschäftsführung keine auffälligen
Kostenveränderungen. Im Bereich der Kapitalkosten werden sich
die Abschreibungen und die Zinsaufwendungen durch die Weiterführung einer rollierenden Busbeschaffung weitestgehend
konstant entwickeln.

Für die nachfolgenden Jahre 2017 bis 2019 werden Jahresergebnisse
im Bereich zwischen –21,8 Mio. a und –22,6 Mio. a prognostiziert.

5. Risikoberichterstattung
Zur Unternehmenssteuerung der Chancen und Risiken setzt
ESWE Verkehr ein umfassendes und den gesetzlichen Anforderungen entsprechendes Risikomanagementsystem ein.
Im Rahmen des Risikomanagements werden identifizierte
Risiken in regelmäßigen Sitzungen von Geschäftsführung und
Fachbereichsleitungen erörtert, deren Eintrittswahrscheinlichkeit sowie Schadensvolumen bewertet und Maßnahmen
zu deren Bewältigung benannt. Das Risikomanagement ist als
verbindliche Regelung im Unternehmen eingeführt und besteht
aus den einzelnen Elementen:
•	Risikopolitische Grundsätze
•	 Ziele, Aufgaben und Verantwortlichkeiten
•	Identifikation der Risiken durch eine Risikoinventur
•	Risikobewertung
•	Risikosteuerung unter Berücksichtigung
	 von Frühwarnindikatoren
•	Risikoberichtswesen zur Dokumentation und Kontrolle
Als grundlegendes Instrument für das Risikomanagementsystem wurden im Unternehmen ein Handbuch entwickelt und ein
Risikobeauftragter benannt. Das nach Bewertung der Risiken
erstellte Risikoinventar für das Unternehmen wird periodisch
regelmäßig fortgeschrieben. Seit 2013 erfolgt die Dokumentation
des Risikomanagementsystems durch eine spezielle Software-Lösung.
Während beim Risikomanagement der Schwerpunkt auf der
Identifikation, Bewertung und Steuerung der Risiken liegt, regelt
das Interne Kontrollsystem (IKS) die Vermeidung oder Einschränkung von Risiken durch Kontrollmaßnahmen. Die Geschäftsführung stellt mit der Überwachung des IKS durch einen IKS-Beauftragen sicher, dass die Geschäftsprozesse ordnungsgemäß
und effizient ablaufen. Damit leistet das IKS einen signifikanten
Beitrag zum Management der Prozessrisiken und ist daher eng
mit dem Risikomanagement verknüpft.

Lagebericht

Foto: Mark Burggraf

Eine Gremienberichterstattung zum Geschäftsverlauf erfolgt
in turnusmäßigen Abständen. Das Aufsichtsgremium wird im
Rahmen von Quartalsberichten über die wirtschaftliche Entwicklung sowie Risiken und Chancen informiert, die in den Aufsichtsratssitzungen besprochen und hinterfragt werden. Für die
Geschäftsführung stehen zahlreiche monatliche und quartalsweise Controlling-Berichte zur Unternehmenssteuerung zur
Verfügung.

Wiesbaden, 8. Juni 2016
ESWE Verkehrsgesellschaft mbH

6. Sonstige Angaben
Die Geschäftsführung der ESWE Verkehrsgesellschaft setzt sich
gemäß § 289a HGB eine Zielquote von Mitarbeiterinnen in der
Führungsebene direkt unter der Geschäftsführung in Höhe von
20 Prozent sowie in der darunterliegenden Führungsebene in
Höhe von 17 Prozent. Im Aufsichtsrat und in der Geschäftsführung wird eine Zielquote von 30 Prozent angestrebt. Die Zielgröße
für die Geschäftsführung gilt nur im Zuge von Neubestellungen,
andernfalls gilt der zum 1. Oktober 2015 erreichte Frauenanteil
als Zielgröße. Diese Zielgrößen sollen bis zum 30. Juni 2017 sowie
auch langfristig erreicht werden.

Dipl.-Kfm. Jörg Gerhard	

Prof. Dr.-Ing. Hermann Zemlin

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Zentrale Themen des Jahres 2015

Verjüngung des Wiesbadener Busfuhrparks
Auch im Frühjahr 2015 hat ESWE Verkehr wieder fabrikneue Busse auf die Straßen der Landeshauptstadt gebracht: 22 neue Linienfahrzeuge wurden in die Busflotte
eingegliedert – je elf Gelenkzüge und Solowagen. Einen
Gesamtbestand von 240 Bussen wies der Busfuhrpark
zum Jahresende auf

Zentrale Themen des Jahres 2015

	zentrale THEMEN des JAHRES 2015
Auf Zielkurs: Unternehmensverschmelzung erfolgreich vollzogen
Am 28. April des Berichtsjahres fasste der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden einen Beschluss, den man durchaus
als „historisch“ bezeichnen kann: Das Gremium beschloss die
vollständige Verschmelzung der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH
mit ihren bisherigen Tochtergesellschaften ESWE Verkehr Fahrbetrieb GmbH (EVFB, ehemals WiBus) und ESWE Verkehr Service
GmbH (EVS). Mit diesem Beschluss, der den Wiesbadener Stadtverordneten in der Sitzung des Stadtparlaments am 13. Mai des
Jahres zur finalen Entscheidung vorgelegt – und von diesen dann
auch bestätigt – wurde, konnte ein Ziel erreicht werden, das dem
Magistrat im November 2012 vom Stadtparlament aufgetragen
worden war. Damals allerdings war als Zeitziel für die Unternehmensverschmelzung das Jahr 2017, also das Datum der Neuvergabe der Wiesbadener ÖPNV-Linienkonzessionen, definiert worden.
Indem die Verschmelzung nun jedoch schon Mitte 2015 realisiert
werden konnte (alle Termine im Detail: siehe Zeittafel auf der
Seite 18), wurde das im Jahr 2012 vorgegebene Ziel bereits zwei
Jahre früher erreicht.
Mit der vollzogenen Unternehmensverschmelzung konnte auch
die vielfach kritisierte sogenannte „Zweiklassengesellschaft“ der
Arbeitnehmer im Wiesbadener ÖPNV, die mit der Gründung der
EVFB-Vorgängerin WiBus GmbH im Jahr 2004 entstanden war,
beendet werden. Der Grundsatz „Gleicher Lohn, gleicher Tarifvertrag, gleiche Zusatzversorgung, gleiche Arbeitsbedingungen,
gleiche Dienstpläne“, der für Wiesbadens Busfahrer bereits am
Jahresbeginn 2015 Gültigkeit erlangt hatte – denn ab dem 1. Januar des Berichtsjahres galt der „Tarifvertrag für Nahverkehrsbetriebe in Hessen“ (TV-N Hessen) auch für alle Beschäftigten
der EVFB –, erhielt mit der offiziellen gesellschaftsrechtlichen
Zusammenführung der Unternehmen zur Jahresmitte den notwendigen formalen Rahmen. Die Aufnahme der Mitarbeiter der
bisherigen EVS in den TV-N Hessen erfolgte schließlich zum 1. Juni
2015, sodass nun auch diese Beschäftigten, für die zuvor überhaupt kein Tarifvertrag gegolten hatte, die tarifvertraglichen
Sicherheiten genießen.
Am 21. April 2015 berief der Aufsichtsrat der ESWE Verkehrsgesellschaft den „Change Manager“ des Wiesbadener Nahverkehrs,
Prof. Dr.-Ing. Hermann Zemlin, zum zweiten Geschäftsführer des
Verkehrsunternehmens. Prof. Zemlin, der zum 1. April 2014 vom
Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden zum „Change Manager“ berufen worden war und mit der Umwandlung der WiBus
GmbH in die EVFB GmbH im August 2014 zusätzlich die Funktion
des EVFB-Geschäftsführers übernommen hatte, bildet somit nun
eine „Doppelspitze“ mit dem bereits seit April 2014 amtierenden
ESWE Verkehr-Geschäftsführer Jörg Gerhard. Seine Funktion als
„Change Manager“ nimmt Prof. Zemlin auch weiterhin wahr.

Zu betonen ist, dass das Ende der „Zweiklassengesellschaft“ im
Verlauf des Berichtsjahres zu einer spürbar besseren Stimmung
im Unternehmen führte. Im Zusammenwirken mit zahlreichen
Neueinstellungen im Fahrdienst, die maßgeblich zu einer
Entspannung der personellen Situation beitrugen, ergab sich
ein deutlicher Positivschub für die Betriebsatmosphäre, der
wiederum eine höhere Arbeitsmotivation bewirkte, was in seiner
Konsequenz die für die Fahrgäste erbrachte Dienstleistungsqualität wieder deutlich steigern konnte.
Das neue Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der „ESWE
Verkehr-Familie“ auch öffentlich deutlich zu machen – dies war
und ist das Ziel einer identitätsstiftenden, ebenso originellen
wie aufmerksamkeitsstarken „Bus-Painting“-Aktion. Im Rahmen
eines großen Mitarbeiter-Sommerfests am 14. Juni des Berichtsjahres verewigten sich alle Teilnehmer und Gäste des Fests
mit ihren Handabdrücken in Blau und Orange auf der weißen
Außenhaut des ESWE-Busses mit der Wagennummer 208 (siehe
Titelbild dieses Geschäftsberichts). Die Botschaft, die mit dieser
Aktion an die Wiesbadener Bevölkerung ausgesandt werden soll,
prangt in großer Schrift auf dem Dachkranz des Busses: „Wir sind
ESWE Verkehr!“
Einer der ersten Festgäste, der die drei für das „Bus-Painting“
erforderlichen Arbeitsschritte („Handschuhe anziehen, Handfläche mit Farbe bestreichen, Handteller samt Fingern auf den Bus
drücken“) vollzog, war übrigens Wiesbadens Oberbürgermeister
Sven Gerich – siehe Foto auf der Seite 16.

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16

Zentrale Themen des Jahres 2015

AUF GUTEM WEG: Voraussetzungen für die Wiedererlangung der Linienkonzessionen erfüllt	
Die auf der Seite 15 dieses Geschäftsberichts beschriebene
Unternehmensverschmelzung von ESWE Verkehr, EVFB und EVS
ist das zentrale Element des Wiesbadener „ÖPNV-Projekts 2017“.
Dieses Projekt wurde durch den im vorherigen Kapitel bereits
erwähnten Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom
22. November 2012 ins Leben gerufen. Dieser Beschluss, der im
Dezember 2013 vom Stadtparlament nochmals bekräftigt wurde,
setzte mit Blick auf die Unternehmenszusammenführung „die
Integration in ein Unternehmen“ als oberste Priorität fest; er
beinhaltete aber ebenso die Maßgabe, alles müsse getan werden,
um die Linienkonzessionen ab 2017 zu sichern – und zwar im
Wege einer Direktvergabe durch die Stadt, wobei die dafür erforderliche neue Betriebsform mindestens genauso wirtschaftlich
sein müsse wie die vorherige.
Im Kern geht es beim Wiesbadener „ÖPNV-Projekt 2017“ also
darum, den Verbleib der Wiesbadener Nahverkehrskonzessionen bei ESWE Verkehr auch über das Jahr 2017 hinaus zu

gewährleisten: dies auch und vor allem, weil die Wiedererlangung der Linienkonzessionen für die Sicherung der vielen
hundert Arbeitsplätze im hiesigen ÖPNV von entscheidender
Bedeutung ist. Daher soll die im Herbst 2017 anstehende Neuvergabe der Wiesbadener ÖPNV-Linienkonzessionen auf direktem
Wege durch die Stadt – also ohne das Erfordernis einer EU-weiten
Ausschreibung, dennoch selbstverständlich in einer Weise, die
mit EU-Recht konform ist – erfolgen können; und dies gleich für
zehn, nicht wie zuvor für acht Jahre.
Dem Auftrag des Stadtparlaments an den Magistrat, den Verbleib der Nahverkehrskonzessionen bei ESWE Verkehr langfristig
zu sichern, liegt der Wunsch zugrunde, dass Wiesbadens öffentlicher Nahverkehr weiterhin in der Hand eines Anbieters verbleiben soll, der eine bewährte Leistungsqualität bietet, der moderne
und umweltfreundliche Busse einsetzt, der seine Mitarbeiter
ordentlich bezahlt und sie in seiner eigenen Fahrschule kompetent aus- und fortbildet. All dies wäre im Rahmen einer EU-weiten

Zentrale Themen des Jahres 2015

Ausschreibung der Verkehrsleistungen, die womöglich auf
einen reinen Preiswettbewerb hinausliefe, potenziell nicht mehr
gewährleistet, wenn sich beim Konzessionsvergabeverfahren ein
auswärtiger Anbieter durchsetzen würde, der sich ausschließlich
über den Preis definiert, ohne in hinreichendem Maß Qualitätsanforderungen zu erfüllen.
Aus diesem Grund wird also in Wiesbaden ein Direktvergabeverfahren angestrebt. Eine solche Direktvergabe ist allerdings
nur dann zulässig, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt
sind. Insgesamt sind es vier entscheidende Kriterien, die gemäß
EU-Recht vorliegen und erfüllt sein müssen, damit eine Direktvergabe rechtlich erlaubt ist (siehe rechte Spalte).
Durch verschiedene Maßnahmen und Beschlüsse konnten die
Verantwortlichen für den Wiesbadener ÖPNV bereits im Jahr
2014 erreichen, dass die sich aus den vier Kriterien ergebenden
Voraussetzungen in EU-konformer Weise erfüllt wurden. In ihrer
Sitzung am 20. November 2014 stellte die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung die Kriterienerfüllung offiziell fest.
Zur Erfüllung der Direktvergabe-Voraussetzungen in EU-konformer Weise gehört es auch, die geplante Direktvergabe der ab dem
1. Oktober 2017 geltenden ÖPNV-Linienkonzessionen durch die
Stadt Wiesbaden an die ESWE Verkehrsgesellschaft rechtzeitig
EU-weit zu publizieren. Daher veröffentlichte das EU-Amtsblatt
in seiner Ausgabe vom 30. Oktober 2015 unter der Nummer
2015/S 211-381926 eine als „Vorinformation für öffentliche Dienstleistungsaufträge“ bezeichnete Bekanntmachung, die ebendiese
Direktvergabe-Ankündigung der Landeshauptstadt Wiesbaden
zum Inhalt hatte.

VORAUSSETZUNGEN:
DIREKTVERGABE VON ÖPNV-LEISTUNGEN

Gemäß den Vorgaben der Europäischen Union müssen hauptsächlich die vier im Folgenden benannten Voraussetzungen
erfüllt sein, damit eine Kommune ihre ÖPNV-Leistungen im
Wege einer Direktvergabe – also ohne Ausschreibung – an
einen „internen Betreiber“ vergeben darf (der leichteren
Verständlichkeit halber sind die vier Kriterien sehr vereinfacht
dargestellt).
• Das Kontroll-Kriterium:
	 Die Kommune muss durch eine zuständige Behörde eine
	 wirksame und umfassende Kontrolle über den internen
	 Betreiber ausüben.
• Das Reziprozitäts- oder Wechselseitigkeits-Kriterium:
	 Der interne Betreiber darf sich nicht an wettbewerblichen
	 Vergaben von ÖPNV-Leistungen außerhalb des Gebiets der 		
	 direkt vergebenden Kommune beteiligen.
• Das Gebietsbeschränkungs-Kriterium:
	 Der interne Betreiber darf seine Verkehrsleistungen nur auf 		
dem Gebiet der direkt vergebenden Kommune ausüben; zu-		
lässig sind allerdings „ausbrechende“ Linien in Nachbargebiete 	
	 und damit zusammenhängende Teilleistungen.
• Das Selbsterbringungs-Kriterium:
	 Der interne Betreiber ist verpflichtet, den überwiegenden Teil 	
	 (mindestens zwei Drittel) der ihm im Wege der Direktvergabe 	
	 übertragenen Verkehrsleistungen selbst zu erbringen.

Topthema im Fahrgastmagazin INFOMOBIL, Ausgabe  0 1/2015:

Mobilitätsberatung: Länger geöffnet, besser erreichbar
Ob es um das günstigste Ticket, um die schnellste Verbindung
oder um die besten Freizeittipps geht: Die Mobilitätsberatung
von ESWE Verkehr ist stets ein kompetenter Ratgeber. Ab dem
1. April 2015 präsentieren sich die Dienste der Mobilitätsberatung – sowohl der persönliche Service an drei zentralen
Standorten im Wiesbadener Stadtgebiet als auch der telefonische Service – in optimierter Qualität.
Optimierte Servicequalität bedeutet bei der ESWE-VerkehrMobilitätsberatung ab April auch: erhöhte Quantität, und
zwar in puncto Personal. Mit zusätzlichen Beschäftigten,

die im Januar und Februar dieses Jahres neu eingestellt
wurden, erhält die „Arbeitsgruppe Mobilitätsberatung“,
so ihr offizieller Name, nun eine neue Dynamik. Konkrete
Auswirkungen dieses Dynamik-Schubs sind zum einen eine
Verbesserung der telefonischen Erreichbarkeit; zum anderen
werden die Öffnungszeiten der Mobilitätszentrale im
LuisenForum sowie der beiden Mobilitätsinfos am Luisenplatz und am Hauptbahnhof insgesamt erweitert und zudem
einander angeglichen.
Weitere Informationen zu diesem Thema hält der vorliegende Geschäftsbericht auf der Seite 29 bereit.

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Zentrale Themen des Jahres 2015

ZEITTAFEL DES WIESBADENER „ÖPNV-PROJEKTS 2017“: ZEHN MEILENSTEINE IM JAHR 2015

01.01.2015

Der „Tarifvertrag für Nahverkehrsbetriebe in Hessen“ (TV-N Hessen) erhält Gültigkeit für alle Beschäftigten der ESWE Verkehr
Fahrbetrieb GmbH.

12.01.2015

Der von der Stadtverordnetenversammlung am 02.10.2014 beschlossene Fahrplanwechsel 2015 tritt in Kraft. Er beinhaltet
erhebliche Angebotsausweitungen im finanziellen Gegenwert von 1,047 Mio. Euro pro Jahr.

21.04.2015

Der Aufsichtsrat der ESWE Verkehrsgesellschaft bestellt Prof. Dr.-Ing. Hermann Zemlin zum zweiten Geschäftsführer des
Unternehmens. Die Funktion des „Change Managers“ des Wiesbadener ÖPNV übt Prof. Zemlin weiterhin aus.

03.05.2015

Im Rahmen einer Belegschaftsversammlung informieren Oberbürgermeister Sven Gerich sowie Verkehrsdezernentin und Aufsichtsratsvorsitzende Sigrid Möricke die Beschäftigen der drei ESWE-Verkehr-Unternehmen über den Magistratsbeschluss vom
28.04.2015, der die vollständige Verschmelzung der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH mit der ESWE Verkehr Fahrbetrieb GmbH und
der ESWE Verkehr Service GmbH vorsieht.

13.05.2015

Die Stadtverordnetenversammlung beschließt die vollständige Verschmelzung der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, der
ESWE Verkehr Fahrbetrieb GmbH und der ESWE Verkehr Service GmbH sowie die Einführung eines Anreizsystems gemäß
EU-Verordnung 1370/2007 zur Erreichung der wirtschaftlichen und qualitativen Ziele des Unternehmens.

28.05. und

Die Verschmelzungen der ESWE Verkehr Fahrbetrieb GmbH und der ESWE Verkehr Service GmbH mit der ESWE Verkehrsgesellschaft

01.06.2015

mbH werden ins Handelsregister eingetragen und sind damit wirksam.

01.06.2015

Mit der wirksam gewordenen Unternehmensverschmelzung erhält der TV-N Hessen Gültigkeit auch für die Beschäftigten der
bisherigen ESWE Verkehr Service GmbH.

16.07.2015

Die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet den 3. Wiesbadener Nahverkehrsplan. Dieser ist erstmals als „Gemeinsamer
Nahverkehrsplan der Landeshauptstadt Wiesbaden und des Rheingau-Taunus-Kreises“ konzipiert. Der Kreistag des RheingauTaunus-Kreises beschließt das Dokument am 06.10.2015.

18.09.2015

Der Betriebsrat der verschmolzenen ESWE Verkehrsgesellschaft tritt mit Mehrheitsbeschluss zurück, um den Weg für
die Neuwahl eines Betriebsrates des vereinigten Unternehmens freizumachen. Die Wahl findet schließlich am 12. und
13. Januar 2016 statt.

30.10.2015

Die Bekanntmachung 2015/S 211-381926 („Vorinformation für öffentliche Dienstleistungsaufträge“) wird im EU-Amtsblatt
veröffentlicht. Sie hat die Ankündigung der geplanten Direktvergabe der ab 2017 geltenden Linienkonzessionen durch die Stadt
Wiesbaden an ESWE Verkehr zum Inhalt.

Auf HOhem Niveau: Kundenzufriedenheit wieder gesteigert
Seit 2009 untersucht die Hochschule RheinMain im Auftrag von
ESWE Verkehr die Zufriedenheit der Wiesbadener Bevölkerung
mit dem hiesigen öffentlichen Nahverkehr. Die alljährliche Repräsentativbefragung findet stets, um eventuelle saisonal bedingte
Meinungsschwankungen auszugleichen, übers Jahr hinweg in
vier Intervallen statt. Im Rahmen der vier „Umfragewellen“ des
Berichtsjahres wurden an jeweils neun Standorten im Stadtgebiet mehr als 1.500 Passanten interviewt – wobei wieder großer
Wert darauf gelegt wurde, dass sowohl die Meinungen regelmäßiger und sporadischer ÖPNV-Nutzer als auch die Ansichten
bekennender Nicht-Fahrgäste sowie eingefleischter Nur-AutoFahrer Eingang in die Auswertung fanden.

Die Ergebnisse der 2015er-Untersuchung zeigen, dass die Meinungen der Wiesbadener stabil sind und eine positive Aufwärtstendenz aufweisen: Nach Bewertungen von 2,54 (2013) und 2,57
(2014) wurde, orientiert an der Schulnotenskala von eins bis sechs,
fürs Busfahren im Jahr 2015 eine Gesamtnote von 2,51 ermittelt.
Die leichte Positiventwicklung dokumentiert auch eine andere
Zahl: Während der Anteil jener Befragten, die die ÖPNV-Nutzung
mit „sehr gut“ oder „gut“ bewerten, im Jahr 2013 bei 53 Prozent
und im Jahr 2014 bei 52 Prozent gelegen hatte, ist er 2015 auf
55 Prozent angestiegen.

Zentrale Themen des Jahres 2015

Auf Rekordhöhe: So viele Fahrgäste wie nie zuvor
Im Jahr 2015 sind knapp 53,4 Millionen Fahrgäste (genau: 53,360
Millionen) mit den Bussen der ESWE Verkehrsgesellschaft gefahren. Diese Zahl stellt einen Rekordwert dar: Noch nie seit dem
Jahr 2000, in dem ESWE Verkehr ein eigenständiges Unternehmen wurde, sind so viele Menschen mit den ESWE-Linienbussen
unterwegs gewesen. Die Zahl 53,36 Millionen bedeutet einen
Zuwachs um rund 1,6 Millionen Fahrgäste gegenüber dem Jahr
2014, als 51,754 Millionen Passagiere gezählt worden waren.
Die Fahrgastentwicklung im Wiesbadener ÖPNV wies damit
einmal mehr einen wesentlich positiveren Trend auf als die
bundesweite Entwicklung: Denn nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ging im Jahr 2015 die Gesamtfahrgastzahl
im Busliniennahverkehr deutschlandweit um 0,1 Prozent zurück,
wohingegen ESWE Verkehr im Jahresvergleich 2014 zu 2015 einen
deutlichen prozentualen Anstieg der Fahrgastzahl verzeichnen
konnte – das Plus betrug rund 3,1 Prozent.

Der Rekordcharakter der ESWE-Verkehr-Fahrgastzahl des Jahres
2015, also der Zahl 53,360 Millionen, zeigt sich auch darin, dass bei
den Wiesbadener Verkehrsbetrieben nur ein Mal in den vergangenen 15 Jahren – nämlich im Jahr 2001 – die 53-Millionen-Grenze
schon einmal überschritten wurde. Den damaligen Wert von
53,191 Millionen hat die 2015er-Zahl nun überstiegen und damit
von der Spitzenposition der Statistik verdrängt.
Das Jahr 2015 war bereits das vierte Jahr in Folge, in dem
ESWE Verkehr bei der Gesamtfahrgastzahl den „magischen“
50-Millionen-Wert überschreiten konnte. Im Jahr 2012 war mit
50,356 Millionen Fahrgästen zum ersten Mal seit dem Jahr 2002
die 50-Millionen-Marke „geknackt“ worden.

53,36 MIO.

2005

2 015

FAHRGÄSTE

46,19 MIO.
FAHRGÄSTE

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20

Betriebsbereiche

Zwei Wahrzeichen der Stadt Wiesbaden
Ebenso wenig wie das Kurhaus sind die Busse von ESWE
Verkehr aus Wiesbaden wegzudenken; vielmehr gehören
sie zum Leben in der Landeshauptstadt einfach dazu.
ESWEs Linienfahrzeuge sind seit Jahrzehnten eine vertraute,
von der Bevölkerung geschätzte Selbstverständlichkeit im
Wiesbadener Stadtbild

Betriebsbereiche

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22

Betriebsbereiche

INFORMATIONEN AUS DEN BETRIEBSBEREICHEN
Fahrdienst
Veränderungen infolge der
Unternehmensverschmelzung
Wohl in keinem anderen Fachbereich bei ESWE Verkehr hat die
Verschmelzung der Verkehrsgesellschaft mit ihrer vorherigen
Tochterfirma ESWE Verkehr Fahrbetrieb (EVFB, ehemals WiBus)
zu solch gravierenden Veränderungen geführt wie im Fahrdienst, der nun der mit Abstand größte Fachbereich der Verkehrsbetriebe ist – ihm gehören rund zwei Drittel aller Beschäftigten
des verschmolzenen Unternehmens an. So trat am 1. Mai des
Berichtsjahres (in Teilen schon zum 1. April) eine grundlegende
Umstrukturierung des Fachbereichs in Kraft: Die erforderliche
Zusammenführung der Fahrdienste von ESWE Verkehr und EVFB
nutzte der Fachbereich zu einer gleichzeitigen Reform seiner
Aufgaben- und Zuständigkeiten-Gliederung.
Interne Umstrukturierung
Wegen der in den vergangenen Jahren ständig gewachsenen
Aufgabenfülle hieß das Hauptziel der internen Umstrukturierung „Aufgaben-Entzerrung“. Im Kern hatte dies zur Folge, dass
sich die Leiter der acht Fahrergruppen nun wieder stärker auf ihre
eigentliche Funktion konzentrieren können: nämlich auf die intensive Betreuung „ihrer“ Busfahrer – und zwar auch und gerade
als Vor-Ort-Ansprechpartner draußen im Liniennetz. Dank einer
systematischen Trennung zwischen dem Bereich der Fahrergruppen einerseits und dem Bereich Disposition und Backoffice andererseits sowie mit der für diese beiden Bereiche neu geschaffenen Sachgebietsleitungs-Ebene konnten alle Zuständigkeiten
klar und nachvollziehbar gegliedert werden. Die neue Struktur
gewährleistet zudem, dass die Fahrdienstmitarbeiter nun für alle
Belange feste, verbindliche Ansprechpartner haben.
Aufgabenzuwächse
Teil der Umstrukturierungsmaßnahmen war es auch, dass einige
Organisationseinheiten im Lauf des Berichtsjahres neu in den
Fachbereich Fahrdienst eingegliedert wurden: Hier ist etwa
die unternehmenseigene Fahrschule zu nennen; ebenfalls im
Frühjahr 2015 vom Personalbereich übernommen wurde die gesamte Zeitwirtschaft. Darüber hinaus wurde Mitte des Jahres die
früher eigenständige Tochterfirma ESWE Verkehr Service (EVS)
als neue Gruppe „Zentrale Dienste“ in den Fahrdienst integriert;
und schließlich begannen zum Ende des Berichtjahres die vorbereitenden Arbeiten zur Eröffnung des ESWE-Verkehr-eigenen
Fundbüros, das Anfang 2016 seinen Betrieb aufgenommen hat
und organisatorisch zu den „Zentralen Diensten“ gehört.

Dienstplan-Vereinheitlichung
Der im Jahr 2014 zwischen den Tarifvertragsparteien ausgehandelte Beschluss, wonach der „Tarifvertrag für Nahverkehrsbetriebe in Hessen“ (TV-N Hessen) ab dem 1. Januar 2015 einheitlich
für alle Beschäftigten der ESWE Verkehrsgesellschaft und der
EVFB galt, sorgte dafür, dass im Fachbereich Fahrdienst umfangreiche Planungsarbeiten erforderlich wurden. Denn da die
beschlossene Tarifvertrags-Angleichung nicht nur „gleiche Bezahlung“, sondern auch „gleiche Dienstzeiten“ bedeutete, galt es,
Detailregelungen zu erarbeiten und umzusetzen, mittels derer
ein einheitlicher, gemeinsamer Dienstplan für die Beschäftigten
im Fahrdienst beider Unternehmen mit dem Fahrplanwechsel
am 12. Januar 2015 offiziell in Kraft treten konnte.
Neu zu regeln und in der künftigen Dienstplangestaltung zu berücksichtigen war unter anderem die Tatsache, dass der Pausenabzug, der für das EVFB-Fahrpersonal zuvor 45 Minuten betragen
hatte, ab Januar 2015 auf maximal 30 Minuten zu deckeln war
– und zwar für alle Fahrdienst-Beschäftigten mit Ausnahme der
sogenannten „Altfahrer“, die dem Unternehmen bereits vor dem
Jahr 2010 angehörten und dank des Prinzips der Besitzstandswahrung auch weiterhin in den Genuss einer durchbezahlten
Pause kommen.
Test der „FlexPlan“-Software
Zu den im Berichtsjahr an den Start gegangenen Neuerungen im
Fahrdienst zählt auch der Test des Dienstplan-Softwaremoduls
„FlexPlan“. Dieses soll dazu beitragen, die Zuteilung der Dienste
an die einzelnen Fahrer besser mit den individuellen Wünschen
der Fahrer in Einklang zu bringen. Basierend auf einer entsprechenden Betriebsvereinbarung begann die auf eine Dauer von
ungefähr neun Monaten ausgelegte Testphase Ende Juli 2015.
Zunächst nahmen 127 Busfahrer an dem Test teil, später wurde
die Größe der Testgruppe auf 180 Fahrdienstmitarbeiter erweitert, und ab dem Fahrplanwechsel am 10. Januar 2016 war schlussendlich das gesamte Fahrpersonal in den Test integriert.
Neue Betriebsvereinbarungen
Die Verschmelzung der ESWE-Verkehr-Unternehmen führte
im Berichtsjahr dazu, dass zahlreiche Betriebsvereinbarungen
angeglichen oder neu ausgehandelt werden mussten. Für die
Mitarbeiter des Fahrdienstes hatten insbesondere die Betriebsvereinbarungen zur Urlaubsregelung und zur Dienstkleidung
große Bedeutung:

Betriebsbereiche

•	 Die neue Betriebsvereinbarung „Urlaubsrichtlinien im
	Fahrdienst“ sieht vor, dass jeder Fahrdienstmitarbeter 	
	 einer von insgesamt drei Urlaubsgruppen angehört, 		
	 was ihn berechtigt, seinen Haupturlaub innerhalb 	
	 des seiner Urlaubsgruppe jeweils zugeordneten
	 Jahresdrittels zu nehmen. Die Zugehörigkeit zu den 		
	Urlaubsgruppen rolliert von Kalenderjahr zu Kalender-	
	 jahr, sodass keine Ungerechtigkeiten, also weder Benach-	
	 teiligungen noch Bevorzugungen, entstehen. Zudem
	 sieht die Vereinbarung bei den Urlaubsgenehmi	 gungen eine klare Vorrangregelung für all jene Mit	 arbeiter vor, die schulpflichtige Kinder oder Kinder 		
	 in Kita-Betreuung haben, mit denen sie in den Schul- 	
	 bzw. Kita-Ferien gemeinsam verreisen möchten.
•	 Die Betriebsvereinbarung zur Dienstkleidung bein	 haltet, dass jedem Mitarbeiter einheitlich 160 Punkte 	
	 pro Jahr auf seinem „Kleidungskonto“ zur Verfügung 	
	 stehen, wobei ein Punkt einem Euro entspricht – das 		
	 jährliche Budget je Mitarbeiter beträgt also 160 Euro. 	
	Innerhalb dieses Budgets kann sich der Mitarbeiter	
	 eigenverantwortlich Kleidungsstücke bestellen, gleicher	 maßen kann er Ausrüstungsgegenstände wie Taschen 	
	 oder den neu ins Programm aufgenommenen Rucksack 	
	 ordern. Wer sein 160-Punkte-Budget in einem Jahr
	 nicht aufbraucht, kann bis zu 50 Punkte auf das Folge-	
	 jahr übertragen lassen. Neu für die Mitarbeiter der
	 früheren EVFB war, dass auch sie für ihre Hosen und
	 Jacken nun in den Genuss der Kleidungsreinigung und 	
	 -reparatur auf Firmenkosten kommen.

Fahrerschulungen
Die grundlegende Umstrukturierung des Fahrdienstes schuf
auch eine neue Kommunikationskultur, in der statt übereinander
nun wieder mehr miteinander geredet wird. Eines der deutlichsten Zeichen hierfür sind die nach siebenjähriger Unterbrechung
zum Jahresbeginn 2015 wieder eingeführten Fahrerschulungen,
die der innerbetrieblichen Kommunikation bewusst Zeit und
Raum lassen.
Zwei Mal pro Jahr nehmen die Busfahrer verpflichtend an den
Schulungen teil, die ihnen – so wie ganz „normale“ Dienste – von
der Disposition zugeteilt werden. Neben intensivem Wissenstransfer (die Themenpalette reichte im Berichtsjahr von „Tarifvertrag“ und „Unternehmensverschmelzung“ über „Unfälle“,
„Tarifsystem“ und „Fahrscheinverkauf“ bis hin zu „Fahrertoiletten an den Endhaltestellen“) liegt für alle Beteiligten der große
Nutzen in Folgendem: Die Schulungen bieten als Kommunikationsplattform enorm wichtige Gelegenheiten zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch der Fahrer untereinander wie
auch zwischen Fahrpersonal und mittlerem Management – und
auf diesem Weg entsteht ganz nebenbei auch die Möglichkeit,
mittels harter Fakten das eine oder andere „Kantinengerücht“
zu widerlegen. Als belebender Faktor für die Arbeitsmotivation
können die Fahrerschulungen letztlich auch zu einem Plus an
Dienstleistungsqualität führen, das die Fahrgäste positiv zu
spüren bekommen.

23

24

Betriebsbereiche

Verkehrsplanung, Verkehrssteuerung, Streckeninfrastruktur
und Grundsatzplanung

Optimierungen im Fahrtenangebot
Fahrplanwechsel am 12. Januar 2015
Der alljährliche Fahrplanwechsel in Wiesbaden fand im Berichtsjahr erstmals im Januar – genauer: am Montag, 12. Januar, dem
ersten Schultag nach den hessischen Weihnachtsferien – statt.
Diese Terminierung hat sich aus planerischer Sicht bewährt.
Die wichtigsten zum Fahrplanwechsel in Kraft getretenen Liniennetz-Ausweitungen bestanden in der Verlängerung des Fahrtwegs der Linie 18 über die bisherige Endhaltestelle „Nordstrander
Straße“ hinaus bis nach Schierstein sowie in der Routenveränderung der Linie 39, die in Biebrich seither durch die neu ausgebaute
Glarusstraße fährt, wobei erstmals die dort neu eingerichtete
Haltestelle „Am Rheinbahnhof“ bedient wird. Darüber hinaus
wurde für die Linie 24 an Sommer-Wochenenden ein Ringverkehr
ab Heßloch über „Hockenberger Mühle“ eingeführt; und die
Linie 28 wurde auf ihrem Mainzer Streckenabschnitt bis „Mainz/
Hauptbahnhof West“ verlängert.
Taktverdichtungen wurden zum Fahrplanwechsel unter anderem auf den Linien 3/33 und 23/24 (montags bis freitags an
Vormittagen) sowie auf den Linien 1/8 und 4/14 eingerichtet:
Bei den beiden letztgenannten Linienpaaren erfolgte montags
bis samstags im Abendverkehr jeweils eine Verdichtung vom
30- auf einen 20-Minuten-Takt, sodass im Zusammenwirken der
vier Linien auf deren gemeinsamem Streckenabschnitt im

Stadtzentrum (Bahnhofstraße) täglich außer sonntags im
Abendverkehr bis Mitternacht ein fahrgastfreundlicher 5-Minuten-Takt in beide Fahrtrichtungen entstand. Außerdem wurde
auf der Linie 37 ein täglicher Abendverkehr im Stundentakt
eingeführt.
Neue Linie 40 („Messe-Shuttle“)
Wegen der Abriss- und Neubauarbeiten an den Wiesbadener
Rhein-Main-Hallen sind viele Veranstaltungen an den Ersatzstandort „Messe-Center Rhein-Main“ in Hofheim-Wallau
umgezogen. Aus diesem Grund richtete ESWE Verkehr im
Frühjahr 2015 unter der neuen Liniennummer 40 einen BusShuttle ein, der den Wiesbadener Hauptbahnhof mit dem
Wallauer Messegelände verbindet und den die Messebesucher
kostenlos nutzen können. Kurze Zeit nach ihrem Start wurde der
Fahrtweg der Linie 40 nachfragebedingt sogar bis nach HofheimDiedenbergen verlängert.
Fahrtenangebot zwischen Weihnachten und Silvester
Aufgrund stärkerer Fahrgastnachfrage wurde im Jahr 2015, anders als in den Jahren zuvor, an den Arbeitstagen „zwischen den
Jahren“ der normale Montags-bis-freitags-Fahrplan angeboten.

Betriebsbereiche

Linienbezeichnungen ohne Buchstaben
Seit dem Fahrplanwechsel am 12. Januar 2015 gilt für alle ESWELinien, dass die hinter den Liniennummern genannten Buchstaben, etwa das „W“ bei der Linienbezeichnung „24W“, aus datentechnischen Gründen entfallen sind. Eine Ausnahme bildeten
die der jeweiligen Liniennummer vorangestellten Buchstaben
„E“ und „N“; diese blieben erhalten. Die Zusatzinformationen,
die früher mit den nun entfallenen Buchstaben ausgedrückt
wurden, werden jetzt in Textform im Zielanzeigen-Display der
Busse kommuniziert.

Sperrung der Schiersteiner Brücke
Mitte Februar 2015 musste die Brücke der Autobahn 643, die, den
Rhein überspannend, Wiesbaden und Mainz miteinander verbindet, wegen erheblicher Bauschäden urplötzlich komplett gesperrt werden. Von der Sperrung der Schiersteiner Brücke betroffen waren auch die ESWE/MVG-Gemeinschaftslinien 45 und 47:
Zwar wurde die Brücke im April wieder teilweise für den Verkehr
freigegeben, dennoch galt zunächst weiterhin ein Fahrverbot für
schwere Fahrzeuge, also auch für Busse. Als Wochen später auch
dieses Verbot aufgehoben wurde, änderte dies dennoch nichts
an der Blockade des 45er- und des 47er-Linienwegs – denn die von
beiden Linien üblicherweise genutzte Autobahnausfahrt „MainzMombach“ blieb weiterhin gesperrt. So endeten auch noch am
Jahresende die beiden Linien auf Wiesbadener Seite behelfsweise
an den Haltestellen „Friedrich-Bergius-Straße“ (Linie 45) bzw.
„Carl-Bosch-Straße“ (Linie 47). Ersatzweise wurde die Linie 9 zeitweise auf einen 20-Minuten-Takt verdichtet.

„Dynamische Fahrgastinformationsanlagen“
Im Berichtsjahr wurde die Standortplanung für neue „Dynamische Fahrgastinformationsanlagen“, die im Jahr 2016 an 32
Haltestellen im ESWE-Liniennetz eingerichtet werden sollen,
fortgesetzt. Die neuen DFI-Anlagen werden jene rund 50
elektronischen Anzeigesysteme ergänzen, die ESWE Verkehr
an wichtigen Haltestellen bereits betreibt.
Die Anlagen bieten den Fahrgästen auf der Basis von Ist-Daten
(daher: „dynamisch“) schnelle und aktuelle Informationen – indem sie beispielsweise genau anzeigen, in wie viel Minuten
die nächsten Busse eintreffen, wobei bei unmittelbarer Annäherung die Zeile des betreffenden Busses zu blinken beginnt. Bei
den geplanten Standorten handelt es sich um wichtige Haltestellen mit hohem Fahrgastaufkommen; die Festlegung, ob das
Display drei, vier, fünf oder sieben Zeilen umfasst, wird mit Blick
auf das aktuelle und künftige Fahrtenangebot an der jeweiligen
Haltestelle getroffen.

Die Projektsumme liegt bei über einer Million Euro; ein Förderbescheid des Landes Hessen in Höhe von 708.000 Euro ging im
Berichtsjahr bei ESWE Verkehr ein.

Fahrgastzählsensoren
Im Berichtsjahr konnte die Zahl der Busse, die mit Fahrgastzählsensoren ausgerüstet sind, um 15 erhöht werden, sodass zum
Jahresende 23 Prozent aller ESWE-Linienfahrzeuge über solche
Geräte verfügten. Die Sensoren erfassen die ein- und die aussteigenden Fahrgäste zahlenmäßig und liefern damit wichtige
Informationen – sowohl in kurz- als auch in langfristiger Hinsicht.
Die kurzfristig-operative Wirkung der Sensoren liegt darin,
dass die vom Bordrechner des Busses an die Verkehrsleitzentrale
übermittelten Zähldaten es der Leitstelle ermöglichen, etwa bei
Großveranstaltungen, die mit erheblichen Schwankungen der
Fahrgastzahlen einhergehen, rasch zu reagieren und bereitstehende E-Wagen abzurufen. Langfristig-planerisch lässt sich
mithilfe der Geräte ermitteln, ob ein bestimmtes Erscheinungsbild im Fahrgastaufkommen nur punktueller Natur ist, oder ob
es dauerhaft existiert, sodass planungsseitig hierauf reagiert
werden muss.

Flüchtlingsbeförderung
Nichtalltägliche Fahrgastbeförderungen hatte ESWE Verkehr ab
Mitte September 2015 in regelmäßigen Abständen durchzuführen: Die im Auftrag der Stadt Wiesbaden geleistete Beförderung
von Flüchtlingen, die – überwiegend aus dem Bürgerkriegsland
Syrien stammend – in Deutschland eine Zuflucht gefunden und,
nach ihrer Verteilung auf die Bundesländer und die Kommunen,
auch in hessischen und in Wiesbadener Not- und Erstunterkünften untergebracht wurden, stellte für die Verkehrsbetriebe
eine besondere Herausforderung dar. Beispielsweise mussten
am frühen Morgen des 16. September neun ESWE-Gelenkbusse
kurzerhand und ungeplant bis zum Frankfurter Hauptbahnhof
fahren, um dort die ersten Flüchtlinge in Empfang zu nehmen.
Dank beachtlicher Flexibilität und Einsatzbereitschaft aller
seitens ESWE Verkehr beteiligten Mitarbeiter von Fahrdienst,
Leitstelle, Fahrzeugeinsatz, Fahrzeugbereitstellung, Verkehrsaufsicht und Verwaltung wurde der städtische Auftrag
bestens bewältigt.

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Betriebsbereiche

Technischer Betrieb
Busfuhrpark
Einen Gesamtbestand von 240 Bussen, bestehend aus 134 Solowagen und 106 Gelenkzügen, wies der Busfuhrpark von ESWE
Verkehr am Ende des Berichtsjahres auf. In der Zahl 240 nicht
enthalten sind ein situativ für den Linienverkehr eingesetzter
Kleinbus sowie die beiden Fahrschulbusse des Unternehmens
und der Reisebus.
Neuanschaffung
Wie fast immer im Frühling hat ESWE Verkehr auch im Frühjahr
2015 ihren Busfuhrpark verjüngt: 22 neue Linienfahrzeuge wurden in die Wiesbadener Busflotte eingegliedert. Aus je elf Gelenkzügen und Solowagen setzte sich die 2015er-Busneuanschaffung
zusammen, die für ein Investitionsvolumen von rund sechs Millionen Euro stand. Die neuen Fahrzeuge stammten von den Herstellern MAN (Gelenkzüge) und EvoBus (Solowagen). Jeder der
neuen Busse ist mit moderner Euro-VI-Abgasfiltertechnik sowie
mit einem sogenannten Rekuperations-Modul ausgerüstet, das
den während der Fahrt in der Schubphase „nebenbei“ erzeugten
Strom speichert und für andere Verbrauchszwecke bereithält,
was zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs beiträgt.
Die neuen Busse sind weitestgehend barrierefrei: Dafür sorgen
die das Fahrzeug beim Einstieg absenkende „Kneeling“-Technik,
die obligatorische Klapprampe für Rollstuhlfahrer an der zweiten
Tür sowie, bei den Solowagen, die „Low Entry“-Bauweise. Zudem
verfügen die 22 Neufahrzeuge über „taktile Haltestangen“ an
den Türen. Diese vertikal angebrachten Haltestangen weisen ein
geriffeltes Profil auf, wodurch sehbehinderten Fahrgästen die
Orientierung im Bus deutlich erleichtert wird. Die Haltestangen
sind in gelber Farbe lackiert, was ebenfalls eine Orientierungshilfe für sehbehinderte Passagiere darstellt.

ESWE Verkehr nahm das Angebot an, und so arbeitete die Buswerkstatt im Verlauf des Berichtsjahres intensiv daran, den
einstigen Schiffs- zum neuen Oldiebus-Motor umzubauen.
Eine der größten Herausforderungen bestand dabei darin, dass
das Triebwerk „gewendet“ werden musste: Denn während der
Motorblock auf der Fähre stehend eingebaut war, konnte er im
ESWE-Oldtimer nur liegend zum Einsatz kommen. Der Umbau
gelang, und seit Anfang 2016 ist das historische Linienfahrzeug
wieder einsatzbereit.

Oldtimer-Bus
Im Herbst 2014 hatte der ältere der beiden ESWE-Oldtimerbusse,
ein Daimler-Benz O 317 „Vetter“ aus dem Baujahr 1961, einen
kapitalen Motorschaden erlitten, der das Resultat eines Risses
im Motorblock war. In der Folge gestaltete es sich zunächst sehr
schwierig, Ersatzteile zu beschaffen oder einen „neuen“ Motorblock zu erhalten. Doch dann ergab sich im Frühjahr 2015 überraschend eine glückliche Fügung: Der Betreiber einer Rheinfähre
aus Budenheim, der den O 317 kannte, meldete sich – nach einem
Getriebeschaden an seiner Fähre hatte er dort das komplette
Aggregat ausgetauscht und bot den nach wie vor intakten Motor
nun ESWE Verkehr an. Der Fährmann, der früher einmal in einem
Motorinstandsetzungswerk beschäftigt war, wusste nämlich,
dass sein Schiffsmotor baugleich mit der im Daimler-BenzOldtimer verbauten Maschine war.

Buswerkstatt
Pannendienst-Personal
Das kommt bei ESWE Verkehr auch nicht alle Tage vor: Drei Werkstatt-Auszubildende aus ein und demselben Ausbildungsjahrgang haben nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung zum
Kfz-Mechatroniker ihre Berufstätigkeit in ein und demselben
Arbeitsbereich des Technischen Betriebs aufgenommen. So geschehen im Frühjahr des Berichtsjahres: Drei ehemalige „Azubis“
sorgen seit dem 1. Mai 2015 als Trio für, in personeller Hinsicht,
„frischen Wind“ im insgesamt acht Mann starken Pannendienst.
Dank der drei neuen Mitarbeiter gehören die personellen Engpässe, die es im Pannendienst zeitweise gegeben hatte, nun der
Vergangenheit an.

Betriebsbereiche

Nerobergbahnwagen-Sanierung
Im Herbst des Berichtsjahres begannen in der ESWE-Buswerkstatt die rund drei Monate andauernden Sanierungsarbeiten
an einem der beiden Wagen der Nerobergbahn. Weitere Informationen hierzu sind in diesem Geschäftsbericht auf der Seite 36
zu finden.

Betriebsgelände
Die im Jahr 2014 begonnene Sanierung des Betriebshofs wurde
im Berichtsjahr fortgesetzt und abgeschlossen. Insbesondere
im Bereich entlang der Mainzer Straße wurde der Bodenbelag
vollständig erneuert. Das dortige Pflaster hatte sich im Lauf der
Jahrzehnte teilweise erheblich abgesenkt, was hauptsächlich auf
das zunehmende Gewicht der Busse zurückzuführen war. Insgesamt wurde der Bodenbelag auf einer Fläche in der ungefähren
Größe eines Fußballfeldes saniert.
Neue Hallentore
Hohe Reparaturanfälligkeit, Schwierigkeiten bei der Ersatzteilbeschaffung, schlechte Wärme-, Kälte- und Geräuschisolierung:
Dies waren die markantesten „Eigenschaften“ der alten Hallentore der ESWE-Buswerkstatt. Angesichts dieser Eigenschaften
liegt es auf der Hand, dass in puncto Tore dringender Handlungsbedarf bestand – gesagt, getan: Im Verlauf des Berichtsjahres
wurden zunächst acht Hallentore erneuert; in den Folgejahren
wird der Wechsel von Alt zu Neu weitergehen.
Konkret wurden die rund vier Jahrzehnte alten Eisentore durch
moderne Tore aus Aluminium ersetzt. Im Gegensatz zu den ausgemusterten Toren, deren Öffnungs- und Schließmechanismus
mit Druckluft und Ölbremsen funktionierte, verfügen die neuen
Tore über einen Elektromotor. Dieser ist strapazierfähig genug,

um das durchschnittlich mehrere hundert Mal pro Tag stattfindende Öffnen und Schließen problemlos bewältigen zu können.
Ein weiterer Pluspunkt der neuen Tore ist ihre Doppelverglasung
aus Kunststoff, die eine sehr viel bessere Temperaturisolierung
gewährleistet – was für die Werkstattmitarbeiter gerade im
Winter von enormer Bedeutung ist. Die ausgebauten alten Tore
sind übrigens nicht völlig funktionslos geworden: Die Antriebe
können als „Ersatzteilspender“ für die noch nicht erneuerten Tore
genutzt werden.
Nicht nur an den Werkstatthallen, auch an der Tank- und Waschstraße kam es im Jahr 2015 zur Erneuerung von Toren: Hier sorgen
nun neue Schnelllauf-Tore dafür, dass dank deutlich verkürzter
„Offensteh-Dauer“ der Wärme- und damit der Energieverlust
erheblich reduziert werden konnte.

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Betriebsbereiche

Vertrieb, Marketing und Kundenkommunikation

Aktionen und Veranstaltungen
Wiesbadener Stadtfest
Das Wiesbadener Stadtfest, das vom 24. bis zum 27. September
des Berichtsjahres stattfand, nahmen ESWE Verkehr und der
Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zum Anlass, drei besondere
„Verkehrs-Jubiläen“ zu feiern: 20 Jahre RMV, 15 Jahre ESWE Verkehr
sowie 140 Jahre öffentlicher Nahverkehr in Wiesbaden. Die Musikbühne auf dem Dern’schen Gelände trug daher den Namen „Nahverkehrsbühne“; außerdem waren ESWE Verkehr und der RMV
mit einem großen Stand sowie einem Event-Mobil präsent.
Rheingauer Weinwoche
Auch 2015 zählte die Rheingauer Weinwoche – diesmal zum 40.
Mal ausgetragen – zu den geselligsten Festen im Wiesbadener
Jahresverlauf. Einmal mehr präsentierte die von ESWE Verkehr
und Rockland-Radio gemeinsam betriebene Festbühne mehr
als 50 Stunden Live-Musik sowie Talk mit interessanten Gästen.
Wie üblich tauschten die Festbesucher das „WeinfestTicket“
am Info-Stand der Verkehrsgesellschaft rege gegen die beliebten
Gutscheine für Gratis-Gläser Sekt oder Wein ein. Fast 28.000
Mal wurde das „WeinfestTicket“ im Berichtsjahr verkauft,
womit es abermals zu den meistgefragten Veranstaltungstickets
des Jahres zählte.

Mitarbeiter-Sommerfest
Federführend vom Marketing vorbereitet und organisiert
wurde auch das große Mitarbeiter-Sommerfest am 14. Juni des
Berichtsjahres, das – nach der Verschmelzung der bisherigen
Tochterunternehmen EVFB und EVS mit der ESWE Verkehrsgesellschaft – dem neuen Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb
der „ESWE-Verkehr-Familie“ Ausdruck verleihen sollte. Eines der
Kernelemente des Sommerfests war die vom Marketing entwickelte „Bus-Painting“-Aktion, bei der sich alle Festteilnehmer und
-gäste mit ihren Handabdrücken in Blau und Orange auf der
weißen Außenhaut eines ESWE-Busses verewigen konnten(siehe
Titelbild dieses Geschäftsberichts).
Rollator-Training
Eine echte Neuheit im Berichtsjahr waren die vom Turnverein
Biebrich (TVB) initiierten, ESWE-seitig vom Marketing und vom
Fahrdienst unterstützten Rollatoren-Trainings. Zur Premierenveranstaltung am 23. Juni fanden sich mehrere Dutzend
Senioren in der TVB-Turnhalle ein, wo sie mit ihren Gehhilfen
einen Trainingsparcours absolvierten. Eine der zentralen Fragen
lautete „Wie steige ich mit meinem Rollator richtig und vor allem
sicher in einen Bus ein?“; ein vor Ort anwesender ESWE-Busfahrer
erläuterte die Antwort auf diese Frage praxisnah an dem von ihm
mitgebrachten Linienfahrzeug.

Betriebsbereiche

Zeitschrift INFOMOBIL
Das große Interesse an der ersten Trainingsveranstaltung führte
dazu, dass im Berichtsjahr noch drei weitere derartige Kurse
angeboten wurden; und auch 2016 gibt es Termine – jeweils mit
Unterstützung durch ESWE Verkehr.

Mobilitätsberatung
Ab dem 1. April 2015 präsentierten sich die Dienste der Mobilitätsberatung von ESWE Verkehr – sowohl der persönliche Service an
drei zentralen Standorten im Wiesbadener Stadtgebiet als auch
der telefonische Service – in optimierter Qualität.
Die Ausdehnung der Öffnungszeiten kam hauptsächlich der Mobilitätsinfo am Luisenplatz zugute, die den Fahrgästen nun montags bis
freitags von 6:00 bis 19:00 Uhr (zuvor: 10:00 bis 17:30 Uhr) zur Verfügung steht (Samstagsöffnung von 10:00 bis 17:00 Uhr). Somit ist
ESWE Verkehr am Luisenplatz nun unter der Woche auch zu den
Stoßzeiten am Morgen und am Feierabend für die Kunden da. Die
Zeiten-Ausweitung am Luisenplatz führte außerdem zu einer für
die Fahrgäste einprägsamen Vereinheitlichung der Öffnungsstunden mit der Mobilitätsinfo am Hauptbahnhof.
Ebenfalls verbessert wurde zum 1. April die telefonische Erreichbarkeit der Mobilitätsberatung: Montags bis freitags zwischen
7:00 und 18:00 Uhr sind nun mehrere Mitarbeiter ausschließlich
für die Entgegennahme von Anrufen, die über die Fahrgastservice-Rufnummer (0611) 450 22-450 ankommen, zuständig.

Topthema im Fahrgastmagazin INFOMOBIL, Ausgabe 02/2015 :

Busaußenwerbung: 	
Neu mit PREMIUM-Format
Sie beschert dem Finanzhaushalt von ESWE Verkehr ein
jährliches Umsatzvolumen in sechsstelliger Größenordnung,
doch ist dies gar nicht mal ihr Hauptzweck: Der Werbung auf
und in ESWE-Bussen (fachsprachlich „Verkehrsmittelwerbung“ genannt) geht es im Wesentlichen darum, lokal und
regional agierenden Unternehmen eine ebenso aufmerksamkeitsstarke wie preisgünstige Möglichkeit zu bieten, ihre
Produkte und/oder Dienstleistungen öffentlich zu bewerben.
Weitere Informationen zu diesem Thema hält der
vorliegende Geschäftsbericht auf der Seite 31 bereit.

Das kombinierte Fahrgast- und Mitarbeitermagazin INFOMOBIL,
das auch im Berichtsjahr – dem zehnten Jahr seines Bestehens –
regelmäßig ein Mal je Quartal erschien, widmete sich im Jahr
2015 in jeder seiner Ausgaben dem Thema der Verschmelzung der
ESWE Verkehrsgesellschaft mit ihren bisherigen Tochterunternehmen EVFB und EVS.
Während das Fahrgastmagazin in verschiedenen Beiträgen
den Nutzen der Unternehmensverschmelzung für die Kunden
deutlich machte, thematisierte das Mitarbeitermagazin die
unterschiedlichen internen Aspekte der Unternehmensfusion.
Beispielsweise nahmen in Interviews sowohl die Geschäftsführung als auch Vertreter des Betriebsrates Stellung zu zahlreichen
Fragen, die mit Blick auf das Thema Verschmelzung aufgekommen waren.
Eine besondere Rolle spielten in diesem Zusammenhang die Extraausgaben des INFOMOBIL-Mitarbeitermagazins: Angesichts
der immensen Bedeutung, die im Zuge der Unternehmensverschmelzung der innerbetrieblichen Kommunikation zukommt,
widmeten sich im Berichtsjahr insgesamt vier Extrahefte direkt
oder indirekt der Fusionsthematik.
www.eswe-verkehr.de/infomobil

Pressestelle
Die Pressestelle von ESWE Verkehr hat im Berichtsjahr wieder
regelmäßig Pressemitteilungen an die lokal und regional tätigen
Journalisten und Redaktionen versendet. Außerdem wurden
abermals zahlreiche Pressetermine vorbereitet und durchgeführt.
2015 kam auch wieder eine Vielzahl telefonisch und schriftlich beantworteter Journalistenanfragen hinzu. Dieser immens wichtige,
weil ganz unmittelbar reaktive Informationsservice gegenüber den
Medien – die einen solchen Service einfach erwarten – bietet zudem
die Möglichkeit, im persönlichen Kontakt mit Journalisten die
Unternehmensperspektive deutlich zu machen und so, oft schon im
Vorfeld, eine einseitige Berichterstattung zu verhindern.

Verbesserungsmanagement
Das Arbeitsgebiet Verbesserungsmanagement verzeichnete im
Berichtsjahr einen leichten Rückgang der Zahl der von Fahrgästen eingereichten Verbesserungswünsche; konkret betrug das
Minus gegenüber dem Vorjahr rund 5,02 Prozent (2015: 3.025 Verbesserungswünsche; 2014: 3.185 Verbesserungswünsche). ESWE
Verkehr setzt sich mit eingegangenen Kundenrückmeldungen
intensiv auseinander und nimmt sie gegebenenfalls zum Anlass,
Serviceoptimierungen zu erarbeiten.

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30

Betriebsbereiche

„eTicket RheinMain“
Nachdem im Vorjahr, einer Reihe anderer Zeittickets folgend,
auch die CleverCard, die Jahreskarte für Schüler und Auszubildende, auf den elektronischen Fahrausweis „eTicket RheinMain“
umgestellt worden war, erfolgte für die Nutzer im Berichtsjahr
das erste Überschreiben der auf dem integrierten Speicherchip
abgelegten Ticketdaten. Praktisch „erlebbar“ wurde für die
Kunden also, dass sie ihr scheckkartengroßes Plastikmedium
behalten und weiternutzen können, auch wenn sich – etwa mit
Beginn des neuen Schuljahres – die Ticketdaten verändern.
Vorangetrieben wurden im Berichtsjahr die geplante eTicketErtüchtigung aller Fahrscheinautomaten sowie die Vorbereitungen der für 2016 vorgesehenen Umstellung der Kassensysteme in den rund 60 Vorverkaufsstellen im Wiesbadener
Stadtgebiet.
„eTicket Online“
Im Jahr 2015 wurden die vorbereitenden Arbeiten der für das
Folgejahr vorgesehenen Einführung der Servicefunktion „eTicket
Online“ intensiviert. Mit dieser Funktion wird es jedem Inhaber
eines eTickets künftig möglich sein, seine persönlichen und
auftragsrelevanten Daten via Online-Zugang selbst zu pflegen,
also zu bearbeiten und zu ändern – täglich rund um die Uhr,
selbstverständlich unter Einhaltung höchstmöglicher Datenschutzstandards.

Internet- und Social-Media-Aktivitäten
ESWE-Verkehr-Website
Knapp fünf Jahre nach der bis dato letzten grundlegenden
Überarbeitung wurde der Internetauftritt der ESWE Verkehrsgesellschaft in der Jahresmitte 2015 einem umfassenden Relaunch
unterzogen; es kam zu einer sowohl inhaltlichen als auch gestalterischen Neuausrichtung des Online-Auftritts. Deutlich aufgeräumter und verschlankter, gleichzeitig mit mehr Social-MediaFunktionen angereichert präsentiert sich ESWEs Web-Präsenz
seither. Neu hinzugekommen sind zum Beispiel zahlreiche aus
den Sozialen Online-Netzwerken bekannte Interaktionsmöglichkeiten, die dem Seitenbesucher neue Einflussmöglichkeiten
bieten – etwa die Möglichkeit, auf der Website vorhandene Artikel
zu teilen, zu kommentieren und weiterzuempfehlen.
Des Weiteren zeigt sich die Startseite des Web-Auftritts seit
dem Relaunch wesentlich dynamischer als zuvor, wofür unter
anderem der im Fachjargon „Blogcharakter“ genannte Publizierungsstil ursächlich ist. Dieser beinhaltet, dass die Startseite statt
mit allzu vielen statischen Inhalten nun mehr mit verschiedenen
kleineren, häufiger wechselnden Meldungen aufwartet, was der
Online-Präsenz insgesamt zu einem Plus an Dynamik verholfen hat.

Ein ebenfalls wichtiger Aspekt im Rahmen des Relaunchs bestand
darin, dass die Website dank ihres „Responsive Designs“ nun auch
für die Nutzung auf mobilen Endgeräten optimiert ist.
www.eswe-verkehr.de
Smartphone-App „Meine ESWE“
Im Sommer des Berichtsjahres erschien die seit 2011 angebotene mobile „Meine ESWE“-App in einer Neuauflage, also in der
Version 2.0. Die überarbeitete und in ihrem Funktionsumfang
deutlich erweiterte Smartphone-Anwendung für Wiesbadens
Nahverkehr, die nach wie vor kostenlos erhältlich ist, zeichnet
sich seit der Überarbeitung dadurch aus, dass zum einen die
zuvor nicht enthaltene Fahrplanauskunft nun integriert ist; zum
anderen ist nun auch der Zugriff auf die Echtzeit-Daten aus der
ESWE-Verkehrsleitzentrale möglich, wodurch dem Nutzer jene
Live-Informationen zu aktuellen Busabfahrtszeiten auf sein
mobiles Endgerät übertragen werden, die für die Fahrgäste
bisher nur auf den an vielen Haltestellen installierten
dynamischen Informations-Displays sichtbar waren.
Darüber hinaus profitieren von der „Meine ESWE“-App in der
2.0-Version vor allem die Mitglieder der gleichnamigen OnlineCommunity der Verkehrsgesellschaft: Die Nutzer haben nun zum
Beispiel die Möglichkeit, häufig genutzte Linien als Favoriten zu
speichern. Hat man eine entsprechende Wahl getroffen, erhält
man mittels sogenannter „Push-Notification“ immer dann
automatisch eine Benachrichtigung, wenn neue Informationen
zur gewählten Linie vorliegen; dies kann beispielsweise eine
Störungs- oder Umleitungsmeldung sein. Auch das Favorisieren
einzelner Haltestellen ist möglich.
www.eswe-verkehr.de/app

Betriebsbereiche

Verkehrsmittelwerbung
E-Mail-Newsletter
Der kostenlose E-Mail-Newsletter für ESWE-Fahrgäste erschien
im Berichtsjahr in zwölf regulären Ausgaben, die jeweils etwa
fünf Nachrichtenmeldungen enthielten, sowie in vier monothematischen Sonderausgaben. Diese widmeten sich den
Themen Fastnachtsfahrplan (Februar), Website-Relaunch
(Juni), Rheingauer Weinwoche (August) sowie Neuauflage
der „Meine ESWE“-App (ebenfalls August).
YouTube-Videos
Der im Frühjahr 2011 aus der Taufe gehobene eigene ESWE-Verkehr-Kanal auf der Online-Videoplattform YouTube entwickelte
sich im Berichtsjahr weiterhin äußerst erfolgreich. Die ebenso
unterhaltsamen wie informativen Unternehmensfilme, die
man sich kostenlos ansehen kann, bieten stets interessante,
manchmal auch überraschende Einblicke hinter die Kulissen
von ESWE Verkehr.
Für die Beantwortung häufig gestellter Kundenfragen wurde
im Berichtsjahr ein zusätzliches Videoformat neu entwickelt:
Die Serie „Fahrgäste fragen, ESWE Verkehr antwortet“ liefert
in kurzen Film-Clips Antworten auf die von Fahrgästen oft
formulierten Anliegen – beispielsweise auf die Frage „Wie kann
ich mein Kind zur ‚Busverkehrsschule‘ anmelden?“. Die Antworten kommen dabei direkt und persönlich von den jeweiligen
Fachleuten der Verkehrsgesellschaft – so erhalten Fragende
nicht nur die gewünschte Auskunft auf einen Klick, sondern
lernen gleichzeitig den für ein bestimmtes Thema zuständigen
ESWE-Verkehr-Mitarbeiter bildlich kennen.
www.youtube.com/esweverkehr
Soziale Online-Netzwerke
Die Präsenz von ESWE Verkehr in den Sozialen Online-Netzwerken Facebook und Google+ zeigte im Berichtsjahr einmal mehr
auf deutliche Weise, wie enorm bedeutsam diese interaktiven
Social-Media-Plattformen für ein dienstleistungsorientiertes
Unternehmen wie ESWE Verkehr heutzutage sind – und zwar
nicht nur als Informationskanal vonseiten des Unternehmens,
sondern vor allem auch als Kommentar- und Diskussionsforum
seitens der Fahrgäste.
Das „virale“ Weiterverbreiten von Inhalten durch die Besucher
der jeweiligen Seiten, das stets ein wichtiges Indiz für die
Relevanz der Inhalte ist, nahm im Berichtsjahr an Dynamik
zu. Besonderer Beliebtheit bei den regelmäßigen Nutzern, zu
denen nicht wenige ÖPNV-Fans zählen, erfreute sich beispielsweise die – gemäß ESWEs Social-Media-Redaktionsplan im
Zweiwochenturnus veröffentlichte – Reihe „Opas Fotoalbum“,
die seltene Bilder aus der Historie des Wiesbadener Nahverkehrs zeigt.
www.facebook.com/esweverkehr
www.google.com/+esweverkehr

Zum 1. März 2015 wurden die Angebote der Busaußen- und
-innenwerbung bei ESWE Verkehr überarbeitet. Auffälligstes
Merkmal der Reform war der Neuzuschnitt des WerbeformenPortfolios: Während zwei zuletzt weniger nachgefragte Formate
entfielen, wurde ein neues Spitzenprodukt namens „Ganzgestaltung PREMIUM“ ins Programm aufgenommen. Dieses neue
Format (ein anschauliches Beispiel zeigt der mit Märchen- und
Fabelmotiven verzierte „Märchenbus“ auf der Seite 38 dieses
Geschäftsberichts) ermöglicht über die Beklebung der kompletten Buskarosserie hinaus auch die Werbenutzung von bis
zu 50 Prozent der Fensterfläche des Busses sowie von Teilen der
hinteren Fahrzeugtür. Wichtig: Die auf den Fenstern angebrachte
Folie besteht aus einem Spezialmaterial, das von innen durchsichtig ist und selbstverständlich in einem etwaigen Notfall den
Einsatz des Nothammers nicht behindert.
Für jedes der insgesamt sieben unterschiedlichen Formate der
ESWE-Busaußenwerbung gilt eine kundenfreundliche Mindestlaufzeit von nur vier Wochen. Sogar nur eine Woche beträgt die
Mindestlaufzeit bei der Businnenwerbung, also bei den im Businnern platzierten DIN-A2-Plakaten sowie DIN-A5- oder
DIN-lang-Handzetteln.
www.buswerbung-wiesbaden.de
Entwerter in Monster-Optik
Insgesamt 586 Fahrscheinentwerter sind in den 240 ESWEBussen verbaut, je nach Bustyp bis zu drei Geräte pro Fahrzeug.
Üblicherweise erkennt man die Geräte an ihrer einheitlich orangefarbenen Optik. Seit Sommer 2015 jedoch haben die Entwerter
im Wagen 127 ein völlig neues Aussehen: In dem außen mit vielen
Märchen- und Fabelwesen beklebten Fahrzeug befinden sich drei
Geräte, die passend zum Thema der Außengestaltung des „Märchenbusses“ als sympathische kleine Monster „verkleidet“ wurden.

31

32

Betriebsbereiche

Personal
Personalstruktur und -statistik
(Stand: 31.12.2015, sofern nicht anders angegeben)

Dank und Würdigung

•	 Belegschaftsstärke: 950 Mitarbeiter
•	 Belegschaftsstärke im Jahresmittel: 940 Mitarbeiter
•	 Vollzeitarbeitsverhältnisse: 858
•	Teilzeitarbeitsverhältnisse: 51
•	 Aushilfskräfte: 41
•	 Neu hinzugekommene Mitarbeiter: 68
•	 Ausländische Mitarbeiter: 147 (15,5 Prozent)
•	Schwerbehinderte Mitarbeiter: 79 (8,3 Prozent)
•	 Durchschnittsalter der Beschäftigten: 45 Jahre
•	 Neu eingestellte Auszubildende: 5
•	 Nach Ausbildung übernommene Auszubildende: 6
•	Krankheitsbedingte Fehlzeiten im Fahrdienst
	 (Jahresdurchschnitt): 14,9 Prozent
•	Krankheitsbedingte Fehlzeiten in der Verwaltung
	 (Jahresdurchschnitt): 8,4 Prozent
•	 Geleistete Überstunden: 28.669

27 Mitarbeiter konnten im Berichtsjahr ihr 25-jähriges Dienstjubiläum feiern, fünf Beschäftigte blickten auf 40 Jahre Betriebszugehörigkeit zurück, und bei einem Mitarbeiter lag sein Dienstantritt sogar 50 Jahre zurück. All ihnen wie auch den Mitgliedern
des Betriebsrates sowie der gesamten Belegschaft gilt der Dank
des Unternehmens für ihre Leistungen und ihr Engagement.
2015 verließen insgesamt 47 Beschäftigte das Unternehmen:
31 gingen in Rente, 16 schieden infolge von Kündigung aus.
Im Berichtsjahr musste ESWE Verkehr den Tod von zwei
aktiven Mitarbeitern sowie von zehn Pensionären betrauern.
Das Unternehmen wird den Verstorbenen ein ehrendes
Gedenken bewahren.

(Informationen zum Personalaufwand: siehe Seite 48)

ANZAHL DER MITARBEITER IN DEN EINZELNEN UNTERNEHMENSBEREICHEN
(Stand: 31.12.2015)

701

Fahrdienst*

29
14
31

103

andere Bereiche*

42

Personal

Verkehrsplanung, Verkehrssteuerung,
Streckeninfrastruktur und Grundsatzplanung*

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Vertrieb und Marketing

Technischer Betrieb**

Rechnungswesen***

Summe: 950 Mitarbeiter
* inkl. Aushilfskräfte; ** inkl. 12 Auszubildende (Kfz-Mechatroniker); *** inkl. 6 Auszubildende (kaufmännische Berufe)

Betriebsbereiche

Aufgaben im Zuge der
Unternehmensverschmelzung
Die zur Mitte des Berichtsjahres offiziell wirksam gewordene
Verschmelzung der ESWE Verkehrsgesellschaft mit ihren
vorherigen Tochterunternehmen ESWE Verkehr Fahrbetrieb
(EVFB, ehemals WiBus) und ESWE Verkehr Service (EVS) wirkte
sich im Fachbereich Personal dahingehend aus, dass neben dem
umfangreichen Tagesgeschäft vielfältige zusätzliche Aufgaben
zu erfüllen waren.
Tarifvertrags-Überleitung
Die tarifvertragliche Überleitung der Mitarbeiter der beiden vorherigen Tochtergesellschaften – die EVFB-Beschäftigten wurden
zum 1. Januar 2015 in den „Tarifvertrag für Nahverkehrsbetriebe
in Hessen“ (TV-N Hessen) eingegliedert; für die EVS-Mitarbeiter
wurde der TV-N am 1. Juni 2015 gültig – stellte im Berichtsjahr
einen besonderen Arbeitsschwerpunkt im Fachbereich Personal
dar. Neben den eigentlichen tarifvertraglichen Fragen erforderten
beispielsweise auch die Aspekte „Zusatzversorgung“ und
„Betriebsvereinbarungen“ eine intensive Bearbeitung. Bei den
Betriebsvereinbarungen galt es, Arbeitsbedingungen und Vergütungsbestandteile, die betriebliche Regelungen erfordern, auf
der Grundlage des TV-N für alle Mitarbeiter einheitlich festzulegen.
Darüber hinaus waren umfangreiche Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu erstellen, die die finanziellen Auswirkungen
der Tarifumstellung auf das Unternehmen abbildeten. Für die
Beschäftigten wurden zudem mitarbeiterindividuelle „Vorher/
Nachher“-Lohnvergleichsberechnungen erarbeitet.

Rechtliche Prüfung
Mit Blick auf den rechtlichen Status der Mitarbeiter der früheren
EVS führte der Personalbereich im Berichtsjahr eine rechtliche
Prüfung durch. Um dem neuen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz Rechnung zu tragen, kam es dann im Jahr 2016 zu einer
Änderung des rechtlichen Status.

Neues Lohnabrechnungssystem
Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt des Personalbereichs bildete
2015 die zum Jahresbeginn in Kraft getretene grundlegende Umstellung des Lohnabrechnungssystems. Diese Umstellung war
erforderlich geworden, weil das zuvor genutzte System wegen
immer komplexer werdender Anforderungen an seine Leistungsgrenzen zu stoßen drohte.
Die Einführung des neuen Abrechnungssystems „Loga“ – dieses
ist insbesondere im kommunalen Bereich seit vielen Jahren
bewährt – bedeutete für den Fachbereich Personal insofern auch
neue Zuständigkeiten, als neben der inhaltlichen nun auch die
technische Abwicklung des Lohnabrechnungsprozesses größtenteils dort angesiedelt ist. Damit einher ging eine Optimierung der
Verwaltungsabläufe: Die arbeitsteilige Trennung von Zeitwirtschaft
einerseits – gemeint ist die Personaldisposition, für die nun der Fachbereich Fahrdienst zuständig ist – und Abrechnung andererseits – im
Personalbereich angesiedelt – schuf transparente Zuständigkeiten
und eine klare Kompetenzverteilung; darüber hinaus erhöhte sie die
Serviceleistung gegenüber den Mitarbeitern.
Mit der „Loga“-Einführung einher ging ein hohes Maß an Erklärungsbedarf seitens der Mitarbeiter, die sich an den neuen Aufbau ihrer
Lohnabrechnung erst einmal gewöhnen mussten. Der Personalbereich leistete hier intensive Aufklärungsarbeit.

Gesundheitsmanagement
Um auf kommende Entwicklungen wie etwa die fortschreitende
Alterung der Belegschaft reagieren zu können – und auch, um
dem neuen „Demografie-Tarifvertrag“ gerecht zu werden –, entschied ESWE Verkehr im Berichtsjahr, das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) zu professionalisieren und erheblich
zu intensivieren. Die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten
für die Installierung einer neuen BGM-Organisationseinheit im
Unternehmen, die dann im Frühjahr 2016 ihre Tätigkeit aufnahm,
wurden im Berichtsjahr vom Fachbereich Personal federführend
koordiniert und durchgeführt.

33

34

Betriebsbereiche

Rechnungswesen
Allgemeines

Finanzbuchhaltung

Die Arbeit des Fachbereichs Rechnungswesen war im Berichtsjahr
2015 gekennzeichnet von zahlreichen Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Verschmelzung der ESWE Verkehrsgesellschaft
mit ihren bisherigen Tochtergesellschaften ESWE Verkehr Fahrbetrieb GmbH (EVFB, ehemals WiBus) und ESWE Verkehr Service
GmbH (EVS) zu erfüllen waren. Beispielsweise wurden, nach der
im Vorjahr erfolgten Zusammenlegung der Busflotte der früheren Schwestergesellschaft WiBus mit dem Busfuhrpark der
ESWE Verkehrsgesellschaft, in der zum Fachbereich Rechnungswesen gehörenden Unfallschadensachbearbeitung die Arbeitsabläufe angepasst und optimiert.

Die zentrale Aufgabe der Finanzbuchhaltung lag im Berichtsjahr
darin, die drei Buchhaltungen der zur Jahresmitte miteinander
verschmolzenen Gesellschaften ESWE Verkehr, EVFB und EVS zusammenzuführen. Dies betraf insbesondere die Bereiche Anlagenbuchhaltung, Hauptbuch und Abschlüsse. Auch die notwendige
Konsolidierung aller Buchungskonten und die damit im Zusammenhang stehende „Intercompany-Abstimmung“, bei der die buchhalterischen Vorgänge zwischen den zusammengeführten Gesellschaften auf Übereinstimmung geprüft werden, stellten im Berichtsjahr
anspruchsvolle neue Herausforderungen dar.

Alle im Zusammenhang mit der Unternehmensverschmelzung
stehenden Tätigkeiten konnten im Rechnungswesen – parallel
zum umfangreichen Tagesgeschäft – erfolgreich und auf bewährt hohem Niveau bewältigt werden.

Controlling
Auch im Controlling galt im Berichtsjahr die durch die Unternehmensverschmelzung vorgegebene Devise „Aus 3 mach 1“. Im Vorfeld
der in zwei Schritten vollzogenen Zusammenführung (die Verschmelzung der EVFB mit der ESWE Verkehrsgesellschaft wurde am

Betriebsbereiche

28. Mai rechtswirksam, während die Verschmelzung der EVS mit
ESWE Verkehr zum 1. Juni in Kraft trat) wurden der Geschäftsführung im Rahmen sogenannter „Forecast-Berichte“ die wirtschaftlichen Perspektiven der Unternehmensfusion aufgezeigt. Im Zusammenhang damit galt es zudem, einen einheitlichen Wirtschaftsplan
für die fusionierte Gesellschaft zu erstellen.
Die besondere Herausforderung lag für das Controlling vor allem
darin, dass die Unternehmenszusammenführung zu einem unterjährigen Zeitpunkt stattfand. Vor diesem Hintergrund wurde
es erforderlich, einen gemeinsamen „simulierten“ Bilanzstichtag
festzulegen, auf den dann alle erforderlichen Berechnungen
ausgerichtet wurden. Als Datum hierfür wählte man den 31. Juli
des Berichtsjahres.

Risikomanagementsystem
Das im Herbst des Vorjahres im Fachbereich Rechnungswesen
gestartete Projekt zur weiteren Optimierung des unternehmensinternen Risikomanagements wurde im Berichtsjahr fortentwickelt;
insbesondere die Verknüpfung mit dem Internen Kontrollsystem
(IKS) stand hierbei im Mittelpunkt. In enger Abstimmung mit der
Gesellschafterin des Unternehmens, der WVV Wiesbaden Holding
GmbH, wurde zudem ein risikoorientierter Revisionsplan erarbeitet.
In Zusammenarbeit mit der vom Unternehmen beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde darüber hinaus die bestehende
betriebsinterne Genehmigungsrichtlinie überarbeitet und weiterentwickelt. Im Zuge dessen wurden – im Rahmen einer sogenannten
„Kompetenzmatrix“ – die im Unternehmen geltenden Handlungsvollmachten zu großen Teilen neu geregelt.

Fremdleistungen
In seiner Eigenschaft als klassische Querschnittsaufgabe oblag es
dem Rechnungswesen auch im Jahr 2015, als interner Dienstleister
die anderen Fach- und Betriebsbereiche, die Stabsstellen sowie
insbesondere die Geschäftsführung der ESWE Verkehrsgesellschaft
bei der Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben zu begleiten und zu
unterstützen.
Ebenfalls gehörten zu den vom Rechnungswesen erbrachten
unterstützenden Tätigkeiten auch 2015 wieder die von verschiedenen externen Stellen, zum Beispiel vom Verkehrsverbund
Mainz-Wiesbaden (VMW) sowie von verschiedenen Ämtern und
Einrichtungen der Wiesbadener Stadtverwaltung, in Anspruch
genommenen kaufmännisch-buchhalterischen Services.

Topthema im Fahrgastmagazin INFOMOBIL, Ausgabe 03/2015:

Rück- und Ausblick: 	
So feiert(e) die Landeshauptstadt
Wenn Wiesbaden feiert, ist gute Laune garantiert. Kein
Wunder: Zählen doch die Rheingauer Weinwoche Mitte
August und das Wiesbadener Stadtfest am letzten
September-Wochenende seit Jahren zu den beliebtesten
Veranstaltungen in der Landeshauptstadt. Bei beiden
Festen ist auch ESWE Verkehr ein wichtiger Bestandteil.
Das INFOMOBIL wirft daher sowohl einen Blick zurück als
auch einen Blick voraus auf Wiesbadens schönste Feste
des Jahres.
Zehn Weinfesttage lang verwandelte sich das Areal
rund um Rathaus und Marktkirche in die „längste
Weintheke der Welt“ – und das bereits zum 40. Mal.
Zum Herbstbeginn dann feiert sich die Landeshauptstadt beim Stadtfest selbst: Hier wird Wiesbadens
Innenstadt kurzerhand in eine einzige große Festmeile
umfunktioniert.
Weitere Informationen zu diesem Thema hält der vorliegende Geschäftsbericht auf der Seite 28 bereit.

35

36

Betriebsbereiche

Nerobergbahn
Das Bahn-Jahr im Überblick
Im Berichtsjahr startete die Nerobergbahn zum Osterferien-Beginn am letzten März-Wochenende in ihre neue Saison.
Wie üblich wurde der Saisonstart gemeinsam mit den Fahrgästen gefeiert: Am Samstag, 28. März, waren die ersten drei Fahrten
(um 10:00, 10:15 und 10:30 Uhr) gratis; außerdem durften an diesem Tag alle Geburtstagskinder samt Begleitperson kostenlos fahren.
Am darauffolgenden Osterwochenende warteten noch mehr Attraktionen auf die Besucher: Am Karfreitag (3. April) fand auf dem
Walderlebnispfad eine kostenlose Kinderführung mit Ostereiersuchen statt. Außerdem gab’s an allen vier Tagen des langen OsterWochenendes ein kniffliges Rätsel zu lösen: „Wie viele Ostereier sind entlang der Bahntrasse, zum Beispiel in den Bäumen hängend,
versteckt?“, lautete die Gewinnfrage, deren richtige Beantwortung – zusammen mit etwas Losglück – attraktive Preise verhieß.

Jahres-Fahrgastzahl
Im Jahr ihres 127. Bestehens verzeichnete die Nerobergbahn gegenüber 2014 einen leichten Rückgang der Fahrgastzahl. In der
Saison 2015 fuhren zwischen Ende März und Anfang November
etwas weniger Menschen mit der Nerobergbahn als im Jahr
zuvor: Waren es 2014 noch 297.402 Fahrgäste gewesen, zählte
man 2015 „nur“ 276.684 Besucher.
Der leichte Rückgang hat seine Ursache vor allem in den etwas
reduzierten Marketingaktivitäten sowie im insgesamt recht
wechselhaften Wetter des Jahres 2015: Während der April sehr
kühl verlief, war der normalerweise besuchsstarke August mit
Temperaturen von bis zu 40 Grad zu heiß, um Fahrgäste zur
Bahn zu locken; und die Herbstferien im Oktober zeigten sich
ziemlich verregnet. Nichtsdestoweniger stellt die Zahl 276.684
einen stolzen Wert auf stabil hohem Niveau dar, zumal vergleichbare Bahnen anderenorts in puncto Jahresgesamt-Passagierzahl weit unter der 100.000er-Marke liegen.
Saison- und Fahrtzeiten
Auch im Jahr 2015 folgten die Fahrtzeiten der Nerobergbahn
dem im Vorjahr neu eingeführten klaren Zeitschema: In den
Monaten April, September und Oktober fährt Wiesbadens
„schrägstes Wahrzeichen“ täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr;
von Mai bis August steht die Bahn täglich sogar von 9:00 bis
20:00 Uhr bereit. Die Fahrsaison dauerte auch im Berichtsjahr
wieder bis zum ersten November-Sonntag.
Ticketpreise und Rabatte
Die Fahrpreise der Nerobergbahn mussten für die Saison 2015
betriebskostenbedingt leicht angehoben werden: So kostete
ein Einzelticket für Erwachsene jetzt neu 2,70 Euro (bisher:
2,50 Euro), die Berg- und Talfahrt für einen Erwachsenen
verteuerte sich um 20 Cent auf 3,50 Euro . Der Preis der Familienkarte wurde um 50 Cent auf 7,50 Euro angehoben. Weiterhin
wichtig war und ist der Rabatt, der allen Inhabern von ESWEAbonnements sowie von Jahres-, Monats- und Wochenkarten
gewährt wird: Er liegt je nach Art des Bahntickets bei etwa 25
bis 30 Prozent und verbilligt für Erwachsene beispielsweise die

Einzelfahrt auf 1,80 Euro und die Berg- und Talfahrt auf 2,40 Euro;
die Familienkarte schlägt rabattiert mit nur 5 Euro zu Buche.
Auch das Tarifsortiment wurde der Kundennachfrage entsprechend überarbeitet: So gab es in der Fahrsaison 2015 erstmals
eine Einzelfahrt-Gruppenkarte für Gruppen ab zehn Personen
zum Preis von 2,20 Euro je Person. Dieses neue Angebot ergänzte
die Berg- und Talfahrt-Gruppenkarte, die ab Saisonbeginn 2015
2,60 Euro pro Person (bisher: 2,30 Euro) kostete.

Wagen-Sanierung
Zum ersten Mal seit sage und schreibe 53 Jahren wurde am
24. November 2015 ein Wagen der Nerobergbahn mit einem
Schwerlastkran von seinen Gleisen gehoben, um an einem
anderen Ort generalüberholt zu werden. Bei dieser HerunterhebeAktion des Berichtsjahres handelte es sich um einen ebenso
historischen Vorgang wie schon anno 1962, als beide Wagen am
16. November vom Nerotal aus zwecks Sanierung eine Reise nach
Esslingen antraten.
Diesmal war es eine nicht ganz so lange Reise, auf die sich der reparaturbedürftige Bahnwagen machte: Die Fahrt per Tieflader ging
„nur“ in die Wiesbadener Gartenfeldstraße zum Betriebshof von
ESWE Verkehr. In den dortigen Werkstätten wurde der Wagen – es
handelte sich um den Waggon mit dem etwas größeren Reparaturbedarf – innerhalb von rund drei Monaten einer umfangreichen
Sanierung unterzogen: Unter anderem wurden die Bremsen erneuert, die Achslager ausgetauscht und am undichten Wassertank alte
Stahlbleche durch neue ersetzt. Schweißarbeiten wurden außerdem
an den Podesten der Fahrerstände sowie an den Türen durchgeführt.
Der Rücktransport des generalsanierten Wagens ins Nerotal
fand dann am 16. Februar 2016 statt. Geplant ist, dass nach dem Ende
der 2016er-Fahrsaison auch der zweite, bislang nicht generalüberholte Wagen ebenfalls umfassend saniert wird.

Betriebsbereiche

Topthema im Fahrgastmagazin INFOMOBIL, Ausgabe 04/2015:

Neues im Busangebot – von Weihnachten bis Mitte Januar
An Weihnachten, „zwischen den Jahren“ und an Silvester/
Neujahr gelten auch diesmal besondere Fahrplanregelungen. Ferner bringt der Fahrplanwechsel 2015/2016, der
bei ESWE Verkehr am 10. Januar 2016 in Kraft tritt, auf verschiedenen Linien einige kleinere Fahrtzeitenanpassungen
mit sich; zu umfangreicheren Änderungen kommt es hingegen auf der Linie 8: Ergänzend zu den beiden bekannten
Fahrtwegen der Linie 8 über die Idsteiner Straße (Haltestelle
„Humperdinckstraße“) sowie über die Freseniusstraße

(Haltestellen „Dambachtal“, „Freseniusstraße“ und „Händelstraße“) kommt ab dem 10. Januar eine dritte Fahrtwegvariante hinzu: Sie bedient das Komponistenviertel und
führt über die Schumann- und die Richard-Wagner-Straße.
Weitere Informationen zu diesem Thema hält der vorliegende Geschäftsbericht auf auf den Seiten 24 und 25 bereit.

37

38

Jahresabschluss

Werbung für die Werbung
Was könnte besser für die auf den ESWE-Bussen
zu buchenden Werbeflächen werben als eine
besonders kreative Busgestaltung? Der mit
zahlreichen Märchenfiguren und Fabelwesen verzierte „Märchenbus“ zeigt auf sehr anschauliche
Weise, was mit dem neuen Werbeformat „Ganzgestaltung PREMIUM“ alles möglich ist

Foto: Mark Burggraf

Jahresabschluss

	jahresabschluss 	 für das Geschäftsjahr vom
		 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015

39

40

Jahresabschluss

Bilanz zum 31. Dezember 2015

AKTIVA

Anhang

31.12.2015

2014 konsolidiert

31.12.2014

Te

Te

Te

A. Anlagevermögen

(1)

	

I. 	 Immaterielle Vermögensgegenstände

(2)

1.276

1.134

1.134

	

II.	 Sachanlagen

(3)

39.366

40.328

40.322

	

III. 	Finanzanlagen

(4)

158

189

289

40.800

41.651

41.745

B. Umlaufvermögen
	

I. 	 Vorräte

(5)

528

483

455

	

II.	 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

(6)

2.577

5.423

5.652

	
	

III. 	Kassenbestand und Guthaben
	 bei Kreditinstituten

(7)

9.627

3.095

1.354

12.732

9.001

7.461

34

32

30

53.566

50.684

49.236

31.12.2015

2014 konsolidiert

31.12.2014

Te

Te

Te

C. Rechnungsabgrenzungsposten

PASSIVA
A. Eigenkapital

(8)

Anhang
(9)

	

I. 	 Gezeichnetes Kapital

1.500

1.500

1.500

	

II.	 Kapitalrücklage

2.305

2.305

2.305

0

638

0

3.805

4.443

3.805

III.	 Unterschiedsbetrag aus Verschmelzung

B. Rückstellungen

(10)

13.505

12.384

11.613

C. Verbindlichkeiten

(11)

33.645

31.558

31.519

D. Rechnungsabgrenzungsposten

(12)

2.611

2.299

2.299

53.566

50.684

49.236

Jahresabschluss

Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015

Anhang

2015

2014 konsolidiert

2014

Te

Te

Te

1. 	 Umsatzerlöse

(13)

48.391

47.659

47.513

2. 	 Bestandsveränderungen

(14)

-14

16

16

0

0

0

3.	 Andere aktivierte Eigenleistungen
4. 	 Sonstige betriebliche Erträge

(15)

7.025

6.327

7.377

5. 	 Materialaufwand

(16)

15.677

14.218

29.667

6. 	 Personalaufwand

(17)

44.695

42.873

28.363

7. 	 Abschreibungen

(18)

7.062

7.084

7.075

8. 	 Sonstige betriebliche Aufwendungen

(19)

7.744

8.391

7.516

9. 	 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen

0

0

133

10. 	Aufwendungen aus Verlustübernahme

0

0

988

-1.235

-1.192

- 1.187

-21.011

-19.756

-19.757

638

0

0

11. Zinsergebnis

(20)

12. 	Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
13.  Außerordentliche Erträge/außerordentliches Ergebnis
14.	 Sonstige Steuern

(21)

32

32

31

15.	Erträge aus Verlustübernahme

(22)

20.405

19.788

19.788

0

0

0

16. 	Jahresergebnis

41

42

Jahresabschluss

Anhang

der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden,
für das Geschäftsjahr 2015
Allgemeine Angaben
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2015 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend Gesellschaften mit beschränkter
Haftung aufgestellt.
Es gelten gemäß § 267 Abs. 3 HGB die Bestimmungen für große Kapitalgesellschaften.
Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei
den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke,
die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt. Darüber hinaus sind der Klarheit der Darstellung wegen in der Bilanz und
in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten sind in den weiteren
Abschnitten des Anhangs gesondert ausgewiesen und erläutert.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.
Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.
Mit der WVV Wiesbaden Holding GmbH als herrschendem Unternehmen besteht ein Ergebnisabführungsvertrag (Vertrag vom 29. August 2000, zuletzt geändert am 17. November 2014).
Mit Verschmelzungsvertrag vom 14. April 2015 wurden die ESWE Verkehr Fahrbetrieb GmbH (EVFB) und mit
Verschmelzungsvertrag vom 20. Mai 2015 die ESWE Verkehr Service GmbH (EVS) rückwirkend zum 1. Januar 2015
mit der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH (ESWE Verkehr) zusammengeführt. Die Eintragung ins Handelsregister
erfolgte für die Verschmelzung mit der EVFB am 28. Mai 2015 und für die EVS am 1. Juni 2015. Die Verschmelzung erfolgte
unter Buchwertfortführung. Um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurde sowohl für die Bilanz als
auch für die Gewinn- und Verlustrechnung eine dritte Spalte eingefügt. Diese weist als Vergleichswert in der Bilanz
die konsolidierten Buchwerte nach der Verschmelzung zum 1. Januar 2015 aus. Für die Gewinn- und Verlustrechnung stellen die zusätzlichen Vergleichszahlen die konsolidierten Werte aus dem Geschäftsjahr 2014 dar, unter der
Fiktion, dass die Gesellschaften EVFB und EVS bereits im Geschäftsjahr 2014 konsolidiert worden wären. Aus der Verschmelzung der beiden Gesellschaften auf die ESWE Verkehrsgesellschaft ergibt sich ein Verschmelzungsgewinn in
Höhe von 638.458,96 a für die ESWE Verkehrsgesellschaft, der im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen wird.
Der Anhang enthält als Vorjahresangaben die Werte der ESWE Verkehrsgesellschaft zum 31. Dezember 2014
vor Verschmelzung.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten
erfasst und werden linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer über drei bis fünf Jahre abgeschrieben.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer bewertet. Die Nutzungsdauern der Sachanlagen betragen
für Grundstücke und Gebäude drei bis 50 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen 15 bis 25 Jahre und für
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung drei bis 15 Jahre. Die Herstellungskosten umfassen
Einzelkosten und angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalzinsen sind nicht
einbezogen. Erhaltene Kapitalzuschüsse werden bei den Zugängen gekürzt.

Jahresabschluss

Für die vor dem 1. Januar 2008 zugegangenen beweglichen Gegenstände des Sachanlagevermögens, insbesondere Fahrzeuge, die
nicht dem Personenverkehr dienen, wurde vereinzelt aus steuerlichen Gründen (§§ 254, 279 Abs. 2 HGB a.F.) die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Mit Inkrafttreten des BilMoG ist die umgekehrte Maßgeblichkeit der Steuerbilanz für die Handelsbilanz
zwar entfallen, die Gesellschaft hat sich jedoch entschieden, von dem in der Übergangsregelung nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB vorgesehenen Wahlrecht zur Fortführung der bisherigen Wertansätze unter Anwendung der für sie bis zum Inkrafttreten des BilMoG
geltenden Vorschriften Gebrauch zu machen. Die degressive Abschreibung dieser Vermögensgegenstände, deren Restbuchwerte
sich zum 31. Dezember 2015 auf insgesamt 3 T a belaufen, wird daher fortgeführt. Im Vergleich zur linearen Methode ergeben sich
dabei nur unwesentliche Mehrabschreibungen.
Für abnutzbare bewegliche Vermögensgegenstände, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind und deren Anschaffungs- oder
Herstellungskosten zwischen 150 a und 1.000 a lagen, wurden bis 2010 Sammelposten (Pool) gebildet, die inklusive des Anschaffungsjahres über fünf Jahre abgeschrieben wurden.
Seit dem 1. Januar 2011 wird diese Pool-Bildung nicht mehr vorgenommen, sodass diese seit dem 31. Dezember 2014 vollständig abgeschrieben sind.
Seit 2011 werden für abnutzbare bewegliche Vermögensgegenstände, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind und deren
Anschaffungskosten bis 410 a betragen (Geringwertige Wirtschaftsgüter), Sofortabschreibungen vorgenommen; über diesem Wert
liegend werden sie nach der Nutzungsdauer linear abgeschrieben.
Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen zu Anschaffungskosten bewertet.
Verzinsliche Ausleihungen sind zum Nennwert, unverzinsliche zum Barwert angesetzt. Hierbei wird ein Zinssatz von 5,5 Prozent
p. a. zugrunde gelegt.
Die Vorräte werden zu durchschnittlichen fortgeschriebenen Einstandspreisen unter Beachtung des Niederstwertprinzips nach dem
Grundsatz der Einzelbewertung angesetzt. Bestandsrisiken aufgrund verminderter Verwertbarkeit oder langer Lagerdauer wird durch
angemessene Wertabschläge Rechnung getragen.
Bei den grundsätzlich zum Nennwert bilanzierten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen wurden alle erkennbaren
Risiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Dem Ausfallwagnis bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
wird darüber hinaus mit einer Pauschalwertberichtigung in Höhe von unverändert 1 Prozent des Nettoforderungsbestandes Rechnung getragen.
Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bilanziert.
Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer
Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen
Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung
nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005 G von
Prof. Dr. Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von der
Deutschen Bundesbank im Monat Dezember 2015 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre
abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt
3,89 Prozent (Vorjahr: 4,53 Prozent). Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden unverändert Rentensteigerungen von jährlich 2,0 Prozent zugrunde gelegt.

43

44

Jahresabschluss

Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen errechnet. Die Rückstellungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank im Monat Dezember 2015 veröffentlichten durchschnittlichen
Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt
(§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 3,89 Prozent (Vorjahr: 4,53 Prozent). Die Preis- und Kostensteigerung wurde mit
2,5 Prozent p. a. angenommen.
Die Gesellschaft hatte zum 31. Dezember 2009 Aufwandsrückstellungen nach § 249 Abs. 2 HGB a. F., im Wesentlichen für Reparaturen
bzw. Instandhaltungen, im Umfang von 6.620 T a gebildet. Nach der Neuregelung durch das BilMoG besteht für diese Innenverpflichtungen seitdem ein Passivierungsverbot, die Gesellschaft macht jedoch von dem in der Übergangsregelung von Art. 67 Abs. 3 Satz 1
EGHGB vorgesehenen Wahlrecht zur Beibehaltung und Fortführung der Rückstellungen unter Anwendung der bisherigen Regelungen
Gebrauch. Der Buchwert der zum 31. Dezember 2015 noch bilanzierten Aufwandsrückstellungen beträgt 790 T a. Die Verbindlichkeiten
sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Unter den Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben bzw. Einnahmen erfasst, die Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit
nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Erläuterungen zur Bilanz
(1) Anlagevermögen

Die Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Anlageposten zeigt der Anlagenspiegel in der Anlage zum Anhang.
Aus der Verschmelzung mit der ESWE Verkehr Fahrbetrieb GmbH resultieren Zugänge von 7 T a, die fast ausschließlich die Betriebs- und Geschäftsausstattung betreffen. Diese wurden mit dem Restbuchwert und der Restnutzungsdauer übernommen.
ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN

ABSCHREIBUNGEN

Vortrag zum

Zugänge

Abgänge

Stand  am

Vortrag zum

Abschreibungen	

Abgänge

Stand am

01.01.2015

Kapitalzuschüsse (K)

Umbuchungen (U)

31.12.2015

01.01.2015

des  Geschäftsjahres

Aufzinsung ( A)

31.12.2015

31.12.2014

Te

Te

Te

Te

Te

Te

Te

22

1.788

850

178

22

1.006

782

505

4

493

0

0

0

0

493

629

Umbuchungen (U)

Umbuchungen (U)
Te
I. 	

Te

BUCHWERTE
31.12.2015

Te

Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich er worbene
     anlageähnliche Rechte
2. Geleistete Anzahlungen

1.355

250 *
205 (U)

629

73

1.984

323

26

2.281

850

178

22

1.006

1.275

1.134

20.369

103

187

20.285

13.033

341

155

13.219

7.066

7.336

617

14

4

627

435

50

4

481

146

182

5.607

4.453

63.679

33.646

5.697

4.395

34.948

28.731

28.830

713

11.796

8.918

798

699

9.017

2.779

3.358

0

644

0

0

0

0

644

616

205 (U)
Summe immaterielle Vermögensgegenstände
II. 	

Sachanlagen
1. Grundstücke und  grundstücksgleiche
      Rechte und Bauten auf
      fremden Grundstücken
2. Technische Anlagen und Maschinen
3. Fahrzeuge für Personenverkehr

62.476

49 (U)
4. Andere Anlagen, Betriebs- und

12.276

233 *

616

77

     Geschäftsausstattung
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

49 (U)
Summe Sachanlagen

96.354

6.034

5.357

97.031

56.032

6.886

5.253

57.665

39.366

40.322

Summe immaterielle Vermögensgegenstände und

98.338

6.357

5.383

99.312

56.882

7.064

5.275

58.671

40.641

41.456

100

0

100

0

0

0

0

0

0

100

26

0

0

26

0

0

0

0

26

26

163

38

69

132

0

0

0

0

132

163

Sachanlagen
III. 	

Finanzanlagen

	

1. Anteile an verbundenen  Unternehmen

	

2. Beteiligungen

	

3. Sonstige Ausleihungen

Summe Finanzanlagen
Summe Anlagevermögen

289

38

169

158

0

0

0

0

158

289

98.627

6.395

5.552

99.470

56.882

7.064

5.275

58.671

40.799

41.745

* enthält Zugang aus der Verschmelzung der ESWE Verkehr Fahrbetrieb GmbH

Jahresabschluss

(2) Immaterielle Vermögensgegenstände

Bei den Zugängen in Höhe von 250 T a handelt es sich vorwiegend um die Software für E-Ticket und Fahrplaninfo Handy (48 T a), die
Fahrgastzählung (34 T a), die App „Meine ESWE“ (65 T a) sowie das Personalabrechnungssystem (35 T a). Die geleisteten Anzahlungen
i. H. v. 493 T a für noch nicht aktivierte Module betreffen hauptsächlich die Software „IVU.fleet“ (468 T a).

(3) Sachanlagen

Die Zugänge des Berichtsjahres in Höhe von 6.034 T a betreffen im Wesentlichen Fahrzeuge für den Personenverkehr (5.607 T a).
Die Zugänge bei den Anlagen im Bau (73 T a) resultieren in erster Linie aus der Errichtung/Installation von DFI-Anlagen (65 T a).

(4) Finanzanlagen
Buchwert Kapitalanteil
Name und Sitz der Gesellschaft

31.12.2015

Eigenkapital Jahresergebnis
31.12.2015

2015

T€

%

T€

T€

26

50,0

52

0

Beteiligungen
Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden GmbH, Wiesbaden

(5) Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Unfertige Arbeiten

31.12.2015

31.12.2014

T€

T€

525

437

3

18

528

455

Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen handelt es sich im Wesentlichen um Lagermaterialbestände für den Betriebs- und
Instandhaltungsbereich der Fahrzeuge der Gesellschaft.

(6) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
31.12.2015

31.12.2014

T€

T€

1.358

1.156

13

3.041

59

75

Forderungen gegen die Landeshauptstadt Wiesbaden

349

497

Sonstige Vermögensgegenstände

798

883

2.577

5.652

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die mit Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen saldiert wurden.

45

46

Jahresabschluss

Die Forderungen gegen die Landeshauptstadt Wiesbaden betreffen im Wesentlichen den Liefer- und Leistungsverkehr mit
der Gesellschafterin.
Innerhalb der sonstigen Vermögensgegenstände haben 56 T a (Vorjahr: 19 T a) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Alle übrigen
Forderungen des Berichtsjahres und des Vorjahres haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

(7) Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Der stichtagsbezogene Stand der liquiden Mittel beträgt 9.627 T a (Vorjahr: 1.354 T a).

(8) Rechnungsabgrenzungsposten

Der Posten betrifft im Wesentlichen das Sponsoring des 1. VC Wiesbaden, Software-Wartung für das 1. Quartal 2016 sowie bereits
gezahlte Beträge für künftige Werbeaufwendungen.

(9) Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital beträgt am 31. Dezember 2015 1.500 T a und wird zu 94,9 Prozent von der WVV Wiesbaden Holding GmbH und
zu 5,1 Prozent von der Landeshauptstadt Wiesbaden gehalten.

(10) Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen
Sonstige Rückstellungen

31.12.2015

31.12.2014

T€

T€

693

644

12.812

10.969

13.505

11.613

Die sonstigen Rückstellungen bestehen vorwiegend für den Personalbereich (6.038 T a) und hier im Wesentlichen aus Beihilfeverpflichtungen (1.236 T a), Freifahrtberechtigungen (980 T a), Zeitguthaben (868 T a) sowie Jubiläumsverpflichtungen (573 T a). Darüber hinaus
bestehen Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (2.660 T a), Verpflichtungen aus dem RMV-Einnahmenaufteilungsverfahren 2015 (1.884 T a), aus Brandschutzmaßnahmen und Sanierung des Betriebsgeländes Gartenfeldstraße (580 T a),
für Altlasten und Umweltschutzmaßnahmen (38 T a) sowie für Versicherungen und Kosten des Jahresabschlusses.

(11) Verbindlichkeiten
31.12.2015

31.12.2014

T€

T€

27.210

26.873

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

3.481

3.224

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

2.378

929

576

493

(497)

(265)

33.645

31.519

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Sonstige Verbindlichkeiten
	

davon aus Steuern

Jahresabschluss

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind 5.085 T a innerhalb eines Jahres fällig, 15.106 T a haben eine Fälligkeit von
mehr als einem und weniger als fünf Jahren, und 7.019 T a haben eine Fälligkeit von mehr als fünf Jahren. Darlehen im Umfang von
26.759 T a sind durch Bürgschaften der Landeshauptstadt Wiesbaden besichert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassen hauptsächlich Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin WVV Wiesbaden Holding GmbH aus der Rückzahlung der zu viel erhaltenen Abschläge auf die erwartete Verlustübernahme
(1.932 T a) sowie aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit der ESWE Versorgungs AG (409 T a).
Die Verbindlichkeiten haben – mit Ausnahme der Darlehensverbindlichkeiten – wie im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit von unter
einem Jahr.

(12) Rechnungsabgrenzungsposten

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft im Wesentlichen abgegrenzte Verkehrseinnahmen für das Jahr 2015.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Das Bestellobligo beläuft sich auf 6.538 T a. Aus Miet- und Leasingverträgen bestehen mehrjährige Verpflichtungen in Höhe von 426 T a p. a.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
(13) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse, die ausschließlich im Inland erzielt werden, stellen sich wie folgt dar:

Verkehrsbetrieb
Übrige Umsatzerlöse

(14) Bestandsveränderungen

2015

2014

T€

T€

47.760

46.024

631

1.489

48.391

47.513

Zum Bilanzstichtag hat sich der Bestand der nicht abgerechneten Leistungen um 14 T a verringert (Vorjahr: Erhöhung um 16 T a).

47

48

Jahresabschluss

(15) Sonstige betriebliche Erträge

2015

2014

T€

T€

Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen

725

799

Erträge aus Anlagenabgängen und Zuschreibungen

371

144

Erträge aus öffentlichen Zuwendungen

3.715

3.708

Übrige Erträge

2.214

2.756

7.025

7.377

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betreffen Auflösungen von Personalrückstellungen (658 T a), Prozesskostenrisiken
(2 T a), Versicherungen (24 T a) sowie Rückstellung für Durchtarifierungsverluste (DTV) in Höhe von 40 T a.
Die übrigen Erträge betreffen im Wesentlichen Erlöse aus dem Verkauf von Treib- und Schmierstoffen, aus Schadenersatzleistungen,
aus Aufwandszuschüssen sowie Erlöse aus Vermietung und Verpachtung. In den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen sind
periodenfremde Erträge in Höhe von 706 T a (Vorjahr: 710 T a) enthalten. Diese betreffen im Wesentlichen die Einnahmenaufteilung
des RMV für 2014 (608 T a).

(16) Materialaufwand

Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Aufwendungen für bezogene Leistungen

2015

2014

T€

T€

10.598

11.748

5.079

17.919

15.677

29.667

Im Bereich der Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stellen die Treibstoffkosten (7.625 T a) die größte Teilposition dar.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten im Wesentlichen Fremdleistungen für die Personenbeförderung durch
Drittbeauftragte in Höhe von 3.656 T a.

(17) Personalaufwand
2015

2014

T€

T€

Löhne und Gehälter

35.347

22.360

Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung

9.348

6.003

(2.032)

(1.683)

44.695

28.363

                      davon für Altersversorgung

Die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH beschäftigte im Geschäftsjahr 2015 durchschnittlich 894 Mitarbeiter (Vorjahr: 497 Mitarbeiter).
Die über die normale gesetzliche Sozialversicherung hinausgehende Versorgung erfolgte über die Zusatzversorgungskasse für
Gemeinde und Gemeindeverbände (ZVK), deren Mitglied die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH ist. Der Umlagesatz der ZVK betrug im
Geschäftsjahr 2015 unverändert 6,2 Prozent (5,7 Prozent Arbeitgeberanteil; 0,5 Prozent Arbeitnehmeranteil).

Jahresabschluss

Der Sanierungsbeitrag im Geschäftsjahr 2015 betrug 2,3 Prozent. Der Höchstbetrag für die Pauschalversteuerung des Arbeitgeberanteils an der Umlage beläuft sich auf monatlich 89,48 a je Mitarbeiter.
Die Summe der umlagepflichtigen Löhne und Gehälter betrug im Geschäftsjahr 2015 35.136.491,61 a.

(18) Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind im Einzelnen im Anlagenspiegel dargestellt.
Ergänzend verweisen wir auf die Darstellung der Bewertungsmethoden.

(19) Sonstige betriebliche Aufwendungen
2015

2014

T€

T€

Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Sachanlagevermögens

46

221

Wertberichtigungen auf Forderungen

59

165

1.015

1.242

Aufwendungen für Zuschüsse für Verkehrsleistungen

712

927

Treibstoffeinsatz für Verkauf an Dritte

373

405

5.539

4.556

7.744

7.516

Dienstleistungsentgelte ESWE Versorgungs AG

Übrige Aufwendungen

Die übrigen Aufwendungen beinhalten unter anderem Aufwendungen für Instandhaltungen, allgemeine Aufwendungen für die
Verwaltung, Versicherungsbeiträge, Mieten, Pachten, Aufwendungen für Dienstleistungen der Betriebskantine sowie Prüfungs- und
Beratungskosten. In den übrigen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 545 T a (Vorjahr: 535 T a) enthalten.
Sie betreffen im Wesentlichen den Aufwand für die Partnerschaftsfinanzierung RBNV (32 T a), aus dem Einnahmenaufteilungsverfahren
2014 (253 T a), die Abrechnung von Subventionen RTV (51 T a), Jahresverbrauchsabrechnungen für 2014 (46 T a) und die Abrechnung der
Haftpflicht- und Kaskoversicherung des HDN (99 T a).

(20) Zinsergebnis
2015

2014

Te

Te

9

10

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

83

123

	

(0)

(0)

-1.327

- 1.320

(0)

(0)

-1.235

-1.187

Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

davon von verbundenen Unternehmen

Zinsen und ähnliche Aufwendungen
	

davon an verbundene Unternehmen

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten mit 80 T a Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen.
Die unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesenen Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen
betragen 491 T a.

49

50

Jahresabschluss

(21) Sonstige Steuern

Der Steueraufwand betrifft Grundsteuer (24 T a) und Kraftfahrzeugsteuern (8 T a) für das Jahr 2015.

(22) Erträge aus Verlustübernahme

Die Erträge aus Verlustübernahme betreffen die Übernahme des Jahresfehlbetrags 2015 durch die WVV Wiesbaden Holding GmbH in
Höhe von 20.405 T a (Vorjahr: 19.788 T a).

Jahresabschluss

Organe der Gesellschaft
Aufsichtsrat

Geschäftsführung

Mitglieder des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2015 waren
folgende Personen:

Geschäftsführer der ESWE Verkehrsgesellschaft sind:

Sigrid Möricke, Dezernentin für Stadtentwicklung, Bau und
Verkehr der Landeshauptstadt Wiesbaden, Stadträtin; Vorsitzende

Dipl.-Kfm. Jörg Gerhard, Wiesbaden

Wolfgang Klumb, Fahrausweisprüfer, Betriebsratsvorsitzender;
stellvertretender Vorsitzender
Lothar Brüllingen, Omnibusfahrer; Arbeitnehmervertreter
Helge Dörr, Gruppenleiter Verbesserungsmanagement; Arbeitnehmervertreter
Dr. Vera Gretz-Roth, Diplom-Volkswirtin, Stadtverordnete
Claus-Peter Große, Diplom-Geologe, Stadtverordneter
Hans-Martin Kessler, Werbe-/Kommunikationsberater,
Stadtverordneter
Marcus Maus, Omnibusfahrer; Arbeitnehmervertreter
Petermartin Oschmann, Jurist, Stadtverordneter
Harald Schuck, Gewerkschaftssekretär
Werner Springer, Kraftfahrzeugmechaniker;
Arbeitnehmervertreter
Dennis Volk-Borowski, Soziologe, Stadtverordneter
Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Geschäftsjahr
28.500,00 a.
An Mitglieder des Aufsichtsrates waren im Geschäftsjahr
Kredite gewährt, die zum Bilanzstichtag mit 315,46 a erfasst
sind. Die Kredite wurden im Jahr 2015 mit 965,17  a getilgt und
mit 6,5 Prozent bzw. 4,0 Prozent p. a. verzinst.

Prof. Dr.-Ing. Hermann Zemlin, Bonn
(ab 21. April 2015)
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung betrugen im
Geschäftsjahr 2015 zusammen 219 T a.

51

52

Jahresabschluss

Ergebnisabführung

Der Jahresfehlbetrag 2015 in Höhe von 20.404.883,79 a wurde gemäß Ergebnisabführungsvertrag von der WVV Wiesbaden Holding
GmbH übernommen.

Abschlussprüferhonorar

Auf die Angaben zu den Honoraren des Abschlussprüfers der Gesellschaft nach § 285 Nr. 17 HGB wurde verzichtet, da diese Angaben im
Konzernabschluss der WVV Wiesbaden Holding GmbH, als einbeziehendes Mutterunternehmen, enthalten sind.

Konzernbeziehungen

Eine gesetzliche Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts für den Teilkonzern der ESWE
Verkehrsgesellschaft mbH besteht nach § 291 HGB nicht, da die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH und ihre Tochterunternehmen in den
Konzernabschluss der WVV Wiesbaden Holding GmbH, Wiesbaden, einbezogen werden. Der Konzernabschluss der WVV Wiesbaden
Holding GmbH für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Wiesbaden, 8. Juni 2016
ESWE Verkehrsgesellschaft mbH

Dipl.-Kfm. Jörg Gerhard	

Prof. Dr.-Ing. Hermann Zemlin

Jahresabschluss

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen
Vorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns
durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht
abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich
auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über
die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche
Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems
sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben
beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der
Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung,
dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen
Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH. Der Lagebericht steht in Einklang
mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken
der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Mainz, 8. Juni 2016
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Bauer
Wirtschaftsprüfer

gez. Müller
Wirtschaftsprüferin

53

54

Jahresabschluss

Bericht des Aufsichtsrates
Der Aufsichtsrat hat während des Geschäftsjahres 2015 aufgrund regelmäßiger schriftlicher und mündlicher Berichterstattung
die Geschäftsführung laufend überwacht. Im Rahmen seiner satzungsmäßigen Zuständigkeit hat er die ihm obliegenden
Entscheidungen getroffen. Es handelte sich hierbei um folgende wesentliche Themen:
•	 Jahresabschluss 2014
• 	 Wirtschaftsplan 2015/2016
• 	 Austausch von Lichtmaschinen an Bussen der ESWE Verkehrs GmbH
•	 Verschmelzung der ESWE Verkehr Service GmbH mit der ESWE Verkehrs GmbH
•	 Verschmelzung der ESWE Verkehr Fahrbetrieb GmbH mit der ESWE Verkehrs GmbH
•	Tarifanpassung der Fahrausweise zum 01.01.2016
•	 Neuordnung der Genehmigungsbefugnisse
•	Entwicklung des Krankenstandes
•	Untersuchungen der internen Revision im Jahr 2014
Die Buchführung, der Jahresabschluss und der Lagebericht für die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH zum 31. Dezember 2015
wurden von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mainz, geprüft. Beanstandungen haben sich nicht ergeben.
Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Der Prüfungsbericht des Wirtschaftsprüfers lag den Aufsichtsratsmitgliedern vor. Vertreter des Wirtschaftsprüfers haben an der Sitzung des Aufsichtsrates teilgenommen und Erläuterungen
gegeben. Dem Ergebnis der Prüfung stimmt der Aufsichtsrat zu.
Der Aufsichtsrat hat den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss einschließlich des Lageberichts der
ESWE Verkehrsgesellschaft mbH zum 31. Dezember 2015 geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind
keine Einwendungen zu erheben, sodass er den Jahresabschluss billigt. Der Geschäftsführung sowie allen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern spricht der Aufsichtsrat für die im Geschäftsjahr 2015 geleistete Arbeit seinen Dank aus.
Wiesbaden, 14. Juni 2016

Sigrid Möricke
Vorsitzende des Aufsichtsrates

Jahresabschluss

Kennwerte 2015
Beförderungsfälle im

2015

2014

Bartarif

6,664 Mio.

6,214 Mio.

7,3 %

Zeitkarten

41,953 Mio.

40,942 Mio.

2,5 %

Summe Fahrausweisverkauf

48,618 Mio.

47,156 Mio.

3,1 %

Freifahrer, Schwerbehinderte

4,743 Mio.

4,598 Mio.

3,1 %

53,360 Mio.

51,754 Mio.

3,1 %

Nerobergbahn

0,277 Mio.

0,297 Mio.

-6,9 %

Summe Bus- und Bahnbetrieb

53,637 Mio.

52,051 Mio.

3,0 %

Gesamterlöse

49.368 T€

46.814 T€

5,5 %

92,04 Ct/Bef

89,93 Ct/Bef

2,3 %

41 St.

41 St.

0,0 %

629,015 km

652,813 km

-3,6 %

Anzahl der Fahrzeuge

240 St.

239 St.

0,4 %

· Gelenkzüge

106 St.

106 St.

0,0 %

· Standard-Linienbusse

134 St.

133 St.

0,8 %

Nutzwagenkilometer
im Linienverkehr

12.369.083 Nwkm

11.823.253 Nwkm

4,6 %

Platzkilometer im Linienverkehr

967.707.300 Plkm

922.070.005 Plkm

4,9 %

27,6 %

28,2 %

-2,3 %

Linienverkehr

Summe
Linienverkehr

Durchschnittserlöse im
Fahrausweisverkauf
Anzahl der Linien
Linienlänge

Platzausnutzung im Linienverkehr

Impressum

Veränderungen

gegenüber Vorjahr

Herausgeber
ESWE Verkehrsgesellschaft mbH
Gartenfeldstraße 18, 65189 Wiesbaden
Postfach 2369, 65013 Wiesbaden
Telefon (0611) 450 22-450
www.eswe-verkehr.de

Text und Lektorat
ESWE Verkehr;
www.textstark.de, Wiesbaden

Gestaltung
www.99grad.de, Wiesbaden

Copyright-Hinweis
Alle Text- und Bildinhalte dieser Publikation sind urheberrechtlich geschützt. Ein Nachdruck oder
eine anderweitige Weiterverwertung von Inhalten – auch auszugsweise – darf nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Herausgeberin erfolgen. Dies gilt sowohl für die gedruckte als auch für die
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Fotos
ESWE Verkehr

Redaktioneller Hinweis
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichtet diese
Publikation darauf, personenbezogene Substantive außer
in der männlichen immer auch in der weiblichen Form zu
verwenden. Mit der männlichen Wortform sind stets beide
Geschlechter gemeint.

55
        
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