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Volume H. 7

Full text: Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe 80.1930 (Public Domain)

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Abb. 18. Eidianordnung. 
b) Die Genauigkeit der Eichung. 
a) Voraussetzung der Eichung durch Gitterspannuugs- 
änderung. Durdi Aufheben der Verbindung 1. 2 (s. 
Abb. 14) nach der Eichung und Verbinden von 1 mit dem 
Meßkörper wird die Ladung des Gitters durch Berüh 
rung zur Erde abgeleitet. Das Gitterpotential sinkt also 
auf Null. Soll clic Eichung richtig sein, so muß sowohl 
Eichung wie Messung im mittleren Teil der Röhrencharak 
teristik (Abszisse: Gitterspannung in Volt; Ordinate: 
Anodenstrom in Milliampere) geschehen, der als gerad 
linig angesehen werden kann (Abb. 17). Man erkennt, 
daß dies für die vorliegenden Verhältnisse der Fall ist. 
Annahme von Geradlinigkeit ist bis zur Abszisse -|- 1 Volt 
angängig, so daß also Beschleunigungen, die nicht mehr 
als 1 "Volt Gitterspannungsänderung hervorrufen, stets 
richtig gemessen werden. 
ß) Prüfung der Eichung. Die Richtigkeit der Eichung 
durch Variation der Gittervorspannung läßt sich auch ex 
perimentell bestätigen. Mittels eines schwingenden 
Stabes werden auf den Meßkörper bekannte Beschleuni 
gungen übertragen und diese mit den Aufzeichnungen 
des Instruments verglichen. 
1. Anordnung (Abb. 18). Ein gehärteter Stahlstab S 
mit einem Querschnitt 25 X 7 mm und einer freien Länge 
von 40 cm ist 25 cm tief in eine feste Backsteinwand ein 
zementiert. Um eine absolut starre Verbindung von Stab 
und Wand zu gewährleisten, sind an dem eingemauerten 
Teil des Stabes auf beiden Seiten kräftige U-Eisen an 
gebracht. Mit einer Eisenfassung wird der Meßkörper 
auf den Stab geklemmt. Der Stab führt so eine fast un 
gedämpfte sin-Schwingung aus. Die erste Amplitude wird 
durch das Fernrohr F gemessen. Die Frequenz der 
Schwingung läßt sich mit Hilfe der Zeitmarkierung aus 
der Filmaufnahme entnehmen. Durch Frequenz und Am 
plitude ist die Beschleunigung gegeben. 
2. Meßergebnisse (vgl. nebenstehende Tabelle). 
Eichung durdi Gitterspannungsänderung ergab: 1 mm 
Ausschlag entspridit 113 cm/sek 2 . 
Da die Genauigkeit der Fernrohrablesungen etwa 
10 v PI war und die Zahlen der Spalte III der Tabelle 
etwa mit einem Fehler von 5 vH behaftet sind, so liegen 
die Abweidiungen der Spalte V alle innerhalb der Fehler 
grenzen. Für diese Abweidiungen ist das arithmetische 
Mittel mit seinem mittleren Fehler: 
(4,5 ± 1,4 vH). 
Wiederholungen der Versuche ergaben den gleidien 
mittleren Fehler. Die Eichung durdi Gittervorspannungs- 
änderung erweist sidi demnach als richtig. 
I 
Gemessene 
Amplituden 
in mm 
1L 
Beschleu- 
nigungs- 
ausschlag 
in der 
Aufnahme 
in mm 
III 
Ergebnisse 
mit Gitter 
spannungs 
eich uug 
in cm/sek 2 
IV 
Ergebnisse, 
bereclinet 
aus Am 
plitude 
und 
Frequenz 
in cm/sek 2 
V 
Ab 
weichung 
der Ergeb 
nisse III 
von IV 
in v H 
u) der Slab sdiwi 
ngt mit 4,7 Hertz. 
Aufnahme 1 
1,6 
12,5 
141 
142 
0,7 
Aufnahme 2 
1,6 
13 
147 
142 
3,5 
Aufnahme 3 
1,8 
13 
147 
159 
7,5 
b) der Stab schwingt mit 10 Hertz. 
Aufnahme 4 
0,4 
13 
147 
160 
8,1 
c) der Stab sdiwingt mit 11,5 Hertz. 
Aufnahme 5 
0,2 
9 
102 
105 
2,8 
y) Die Empfindlichkeit des Piezoquarzinstruments. 
Das Instrument arbeitet richtig, so lange die zu messenden 
Beschleunigungen nicht mehr als 1 Volt Spannungsände- 
rung am Gitter hervorbringen. Da 1 Volt einer Be 
schleunigung von 548 cm/sek 2 entspridit, so ist der Ap 
parat ohne weiteres zur Messung bis zu dieser Grenze 
verwendbar. Zweckmäßig wird man also Röhrenheizung 
und mechanische Fadenspannung so wählen, daß der 
ganzen Filmbreite höchstens 1 Volt entspridit. Starke 
Heizung, die jedoch nicht über 4 Volt hinausgehen soll, 
und schwache Fadenspannung erhöhen die Empfind 
lichkeit. 
Sollen Besdileunigungen gemessen werden, die größer 
sind als 548 cm/sek 2 (für Verkeilrserschütterungen kommt 
das nie in Frage), so lassen sich zu den Quarzbelegungen 
im Meßkörper nodi Kapazitäten parallel sdialten. In 
diesem Fall bringt erst eine entsprediend größere Be 
schleunigung 1 Volt Spannungsänderung hervor. 
4. Ergebnis der Untersuchung des Piezo- 
quarzbesclileunigungsmessers. Den Anfor 
derungen, die an einen wissensdiaftlichen Erschütterungs 
messer zu stellen sind, entspridit der Piezoquarzbeschleu- 
nigungsmesser gut. Er liefert die getreue Wiedergabe des 
zeitlichen Verlaufs einer Beschleunigung. Der Maßstab 
(Vergrößerung) der Wiedergabe bleibt konstant, so lange 
der geradlinige Teil der Röhrendiarakteristik nicht ver 
lassen wird. Die Ueberlagerung einer Eigenschwingung
	        
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