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Band H. (2)

Volltext: Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe XI.1860 (Public Domain)

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J. G. Schwedler und Ui pp, Der Rheinbruckenbau bei Kehl. 
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Bau wissenschaftliche Mittheilungen. 
(Original-fUitrSge... 
Der Otlo’sche Circus in Berlin. 
(Mit Zeichnungen aui Blatt 1 bis 4 im Atlas.) 
Der Bau des vorgenannten Circus wurde im Jahre 
1855 von dem Ziramermeister Herrn Otto unternommen. 
Auf den Wunsch desselben unterzog sich der Unterzeich 
nete nach vorheriger gemeinsamer Feststellung der Grund 
risse der weiteren Ausführung des Entwurfes in construc- 
tiver und decorativer Beziehung. 
Die Anlage des Grandplanes (auf Bl. 2), bei welcher 
die reichen Erfahrungen des Herrn Otto als vieljähriger 
Besitzer von Circus-Gebäuden nicht, unbenutzt geblieben 
sind, ist einfach und klar, und ist dabei namentlich für 
zweckmäßige und hinreichende Zugänge zu den Sitzplät 
zen gesorgt. Aus dem Vestibül a, neben welchem die 
Kasse c, gelangt man mittelst der Treppe d in die Kö 
nigliche Loge Über dem Vorraum 6, und durch letzteren 
in die Arena e, so wie zu den Parquet- und Logenplätzen; 
f ist die Restauration, g Conditorei, hh ein Theil der 
Ställe, über dem Raum i eine zu Aufführungen zu be 
nutzende Bühne, zu welcher eine schiefe Ebene für die 
Reiter führt, die andrerseits durch den gewölbten Gang 
h k sowohl von beiden Seiten in den Circus einreiten, 
als auch ebenso bei Vorstellungen auf der Bühne ver 
schwinden und wieder erscheinen können. 
Polizeilicher Verordnung gemäß ist das Gebäude voll 
ständig massiv, in den Umfassungswänden und Treppen 
von Stein, das Dachwerk von Eisen construirt. Letzte 
res (vergl. die Durchschnitte auf Bl. 1 u. 2 und die De 
tails auf Bl. 3) besteht aus einem System von Gitterträ 
gern, oben und unten in einen Kranz eingesetzt. Der 
obere umschließt das Kronenloch, die Fläche des unteren 
Kranzes, welcher auf der Frontenmauer ruht, wird durch 
eine Relief-Verzierung gedeckt. An den Gittersparren 
sind die Maschen durch Blechsterne, die unteren glatten 
Ansichten wie bei den Querverbindungen durch profilirte 
Holzleisten verziert, die Zusammenstöße durch Holzspin- 
deln, welche in Zapfen enden, vermittelt. Die dreiecki 
gen Zwickel sind mit Zinkverzierungen ausgefüllt, und 
in den Ecken des Gebäudes dienen candelaberartige Säu 
len (Eig. 5 u. 6 auf Bl. 3) zur Vermittelung der Decken- 
Construction mit den Waudflächen. 
Auf Bl. 1 ist ein Theil des Circus-Durchschnittes 
farbig dargestellt, wobei zu bemerken, daß die Eisen- 
Construction und die damit in Verbindung stehenden Ar- 
chitekturtheile vergoldet, der Bilderfries von dem Maler 
Herrn Steffeck entworfen und ausgeführt ist. 
Bei den auf Bl. 4 gezeichneten Kronleuchtern wurde 
die eigentümliche Anordnung der hängenden Lichter in 
der Absicht gewählt, nach unten fallende Schatten so 
viel wie möglich zu vermeiden, um für die Arena über 
all gleich helle Erleuchtung zu gewinnen. 
F. Hitzig. 
Der Rheinbrücke 
(Mit Zeichnungen auf Blatt 5 bis 7 im 
Der genannte Brückenbau liegt in der Bahn Ap 
penweyer-Strafsburg, welche eine Verbindung der längs 
beider Rheinufer laufenden badenschen und französischen 
Eisenbahnen herstellt, und wird auf Grund eines am 
16. September 1857 zwischen Baden und Frankreich ab 
geschlossenen internationalen Vertrages und eines damit 
in Uebereinstimmung am 2. Juni 1858 festgestellten Pro- 
jectes in der Weise ausgeführt, daß die französische 
Ostbahn-Gesellscbaft den Bau der Pfeiler, die badensche 
Eisenbahn-Verwaltung die Herstellung des Oberbaues 
unter gegenseitiger Controls übernommen haben. 
*) Kürzere Mitlheilungen über die bei dieser Brücke zur An 
wendung gebrachte Pfeilergründung finden sich bereits in dem Jour 
nal de» chemin» de fer 1858, in den ’Sotion» generale» »ur Je» che- 
min» de fer von Perdonnet 18)9, so wie in den XouveUes Anuale» 
de la Conslruction von C. A. Oppermann, October 1859, und a. a. 0. 
Aatn. d. Red. 
nbau bei Kehl *). 
Atlas und auf Blatt A bis C im Text.) 
I. Allgemeine Anordnung des Bröcken- 
projectes. 
Die allgemeine Anordnung der Brücke ist nicht aus 
in die Augen fallenden Bedingungen herzuleiten; es ha 
ben dabei wahrscheinlich nichttechniscbe Rücksichten 
mitgewirkt. 
Der Rhein oberhalb Straßburg ist seit Eröffnung 
der beiderseitigen Eisenbahnen von der Schifffahrt fast 
ganz verlassen, wozu auch die durch die ausgeführten 
bedeutenden Stromdurchstiche und Stromcorrectionen zu- 
genoratncne Stromgeschwindigkeit nicht wenig beigetra 
gen haben mag. Oberhalb der Brtickenbaustelle hatte 
der Strom bei unserer Anwesenheit, ungeachtet der Pro- 
filbeschränkimg der Baugerüste, eine Geschwindigkeit von 
7 bis 8 Fuß per Secunde bei Mittelwasserstand. Die 
ganze hier noch stattfindende Schifffahrt beschränkt sich
	        
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