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Periodical volume

Full text: Mittendran Issue 22.2016

mitten dran
März 2016

Nachrichten für Tiergarten Süd im Bereich des

Quartiersmanagements Magdeburger Platz

22

2

EDITORIAL / GRUSSWORT

Liebe Leserinnen und Leser,

Inhaltsverzeichnis

willkommen zu unserer
Frühlingsausgabe. Jetzt,
wo alles anfängt zu grünen
und zu blühen, ärgern sich
nicht nur unsere Figuren
vorn auf dem Titel darüber, dass sie nicht
auf den Magdeburger Platz dürfen. Dort ein
paar Sonnenstrahlen einzufangen, einfach
mal in der Mittagspause etwas zu entspannen oder auf dem Spielplatz zu toben, das
geht leider nicht. Details zur Situation der
gesperrten Grünanlage finden Sie auf Seite 4.

Seite 4: Magdeburger Platz
Seite 5: Randale Flottwellstraße,
Leitbild Potsdamer Straße
Seite 6+7: Bauprojekte im Kiez
Seite 8: Familiengarten und Bibliothekscafé
Seite 9: Neues vom Quartiersrat
Seite 10+11: Arbeitskreis Flüchtlinge
Seite 12: REWE-Aktion für Flüchtlinge
Seite 13: Gastro
Seite 14: „KinderKunstAktion Zaungäste“
Seite 15: Gesehen im Kiez
Seite 16: Adressen und Impressum

Viel mehr als nur verärgert sind die Bewohner der Flottwellstraße, die Opfer der Randale im Februar wurden, sie als Zaungäste
miterlebten oder deren Folgen spürten.
Josef Lückerath hat das Geschehen für Sie
kommentiert. Die Polizei sucht nach wie
vor Zeugen für die Vorfälle.
Über ihre erfüllende Arbeit mit den Flüchtlingen hier im Kiez schreiben Katja Aldorf
und Oda Hagemeier vom Arbeitskreis
Flüchtlingshilfe Tiergarten-Süd (AKFTS).
Außerdem beschäftigen wir uns in dieser
Ausgabe natürlich wieder mit dem Quartiersrat, dem Umzug in der Kluckstraße 11
und den Plänen für das neue Soziokulturelle Zentrum sowie mit neuen Bauprojekten.
Wir bringen Neues aus der Gastro-Szene im
Kiez, vom „Leitbild Potsdamer Straße“ und
den Kinderkunstaktionen.

Machen Sie bei uns mit!
Sie sind herzlich eingeladen
zu Erweiterung der ehrenamtlichen Redaktion.
Nächste Termine: 8. März
2015, 12. April und 10. Mai
2016, jeweils um 17 Uhr im
QM-Büro, Pohlstraße 91.
Falls Sie nicht kommen können,
schreiben Sie uns an:
„mitteNdran“
c/o Quartiersmanagement
Magdeburger Platz
Pohlstraße 91
10785 Berlin
und per E-Mail:
redaktionmittendran@yahoo.de

„mitteNdran“ erscheint das nächste Mal
im Sommer 2016. Wenn Sie mögen, tragen
Sie etwas dazu bei. Wir freuen uns auf Ihre
Fotos, Veranstaltungshinweise, Themenvorschläge und Leserbriefe.
Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen im
Namen der Redaktion
Gerald Backhaus

„mitteNdran“ möchte Sie als Leserin
und Leser immer mehr involvieren und
die ehrenamtliche Redaktion erweitern.
Wir suchen Interessierte aus dem Kiez für
unsere Bürgerredaktion sowie den parallelen Aufbau eines Kiezblogs und das Drehen
eines Kiezfilms.

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AKTUELL

Kiezplan Tiergarten Süd
Um die Zukunft dieses Magazins zu sichern, haben wir das Projekt „Kiezplan Tiergarten
Süd“, eine durch Anzeigen finanzierte Publikation, gestartet. Sie soll in Zukunft zusammen mit „mitteNdran“ verteilt werden.
In der ersten Ausgabe werden REWE, die Humboldt-Apotheke in der Lützowstraße, das FLOTTWELL BERLIN Hotel & Residenz am Park und die Restaurants
P103 Mischkonzern, Joseph-Roth-Diele und Café Tietz werben.
Großer Dank an unsere ersten Anzeigenkunden!
Wenn auch Sie Interesse an einer Anzeigenschaltung haben, wenden Sie sich bitte an
Ingo Gust per Mail: visap@gmx.de

Haben Sie Lust am Schreiben und
Filmen?
Fotografierst, postest oder bloggst Du
gern oder möchtest Du es lernen?
Wir suchen verschiedene Menschen aus
dem Kiez für den Aufbau eines Kiezblogs,
das Drehen eines Kiezfilms und für die
Erweiterung unserer Bürgerredaktion.

Mit Ihnen?
Mit Dir?
Bitte melden Sie sich, melde Du Dich oder
kommen Sie einfach zu unseren Treffen.
Diese finden im QM-Büro in der Pohlstraße 91 statt. Die nächsten Termine sind:
8. März, 12. April und 10. Mai 2016
(jeweils 17 Uhr).

Kontakt:
„mitteNdran“
c/o Quartiersmanagement
Magdeburger Platz
Pohlstraße 91
10785 Berlin
und per E-Mail:
redaktionmittendran@yahoo.de
Weitere Informationen auf:
www.tiergarten-sued.de

Die Redaktion (von links): Ingo Gust, Jörg Krohmer, Irene
Weigel, Josef Lückerath und Gerald Backhaus. Diesmal
nicht im Bild: Kerstin Heinze, Recep Aydınlar, Michael Klinnert und Ayşe Gökmenoğlu.

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AKTUELL

Ärger um Straßenprostitution und Grünanlage Magdeburger Platz
Forderungen und Lösungsvorschläge vom Quartiersrat und einer Initiative

Ist es ein „Aufstand gegen den
Straßenstrich“ wie die BZ titelte?

Über die durch
Bauzäune gesperrte Grünanlage auf
dem Magdeburger Platz hatten wir in
der vergangenen Ausgabe berichtet. Seit
Herbst 2015 hat sich in dieser Sache
einiges getan, obwohl der kleine Park
leider immer noch durch einen Bauzaun
gesperrt ist. Zur Sperrung durch das
Bezirksamt geführt hatte eine untragbare
Verschmutzung durch benutzte Kondome, Drogen und Fäkalien sowie die
Weigerung von Stadtmitarbeitern, dort
sauber zu machen. Das sind seit Jahr und
Tag bekannte Begleiterscheinungen der
Straßenprostitution, die sich im letzten
Sommer verschärften. Auf der Grünfläche darf nun seit Monaten keiner mehr
spazieren, spielen oder seine Mittagspause auf der Parkbank genießen – Eintritt
verboten für Kitagruppen und Anwohner,
Familien wie Senioren, sowie für die
Mitarbeiter vom Arbeitsgericht und
anderen Unternehmen der Gegend.
Um diesen unbefriedigenden Zustand
als auch die Verschmutzung, Gesundheitsgefährdung und Belästigung zu
lösen, organisierte das Quartiersmanagement mit Anrainern und der Polizei eine Gesprächsrunde. In der Folge
beschäftigte sich der Quartiersrat
Tiergarten Süd mit der Problematik,
eine eigene „Arbeitsgruppe Magdeburger

Platz“ wurde gegründet. Für die Wiedernutzbarmachung der
Grünanlage schlug sie
Carsten Spallek (CDU), dem zuständigen Stadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung im Bezirk
Mitte, im Januar ein Stufenkonzept vor.
Drei-Stufen-Konzept des Quartiersrats Tiergarten Süd (kurz zusammengefasst)
1. Stufe: Den Platz umgehend unter
Beibehaltung des Bauzauns öffnen, aber
nachts verschließen.
2 Stufe: Der Platz erhält einen ständigen
Zaun, wird nachts beleuchtet, und das
Wegesystem wird verbessert.
3. Stufe: Der Park soll belebt werden.
Mehr dazu auf Seite 9

Die Anwohner-Initiative „Unterschriftensammlung Sperrgebiet Tiergarten Süd
– Gegen den Strich“ gründete der seit 30
Jahren im Kiez lebende Martin Horn im
November 2015. Die Anwohner begründen ihre Forderungen damit, dass sich ihr
Alltag seit der Legalisierung der Prostitution 2002 stark verändert hat. Öffentlicher Geschlechtsverkehr in Autos oder
Gebüschen, Kondome und Dreck auf dem
Gehweg, Prostituierte auf Freiersuche vor
Kitas oder Schulen, auch tagsüber – das
finden immer mehr Leute unerträglich.
„Ich hoffe, dass Bezirk und Senat aufwachen“, sagte Martin Horn der BZ. „Die Politik hat die Prostitution zwar legalisiert,
aber völlig ungeregelt gelassen.“
Die Sperrung der Grünanlage Magdeburger Platz inklusive des dortigen Kinderspielplatzes ist keine Lösung. „Wenn weitere Bauprojekte wie das Carré Voltaire
(siehe S. 6) gebaut werden, wird sich die
Arbeit der Prostituierten noch weiter in
Hauseingänge und vor Kitas verlagern.“
Die Unterschriftensammlung soll u. a. an
Bezirksbürgermeister Hanke (SPD) und
Stadtrat Spallek (CDU) gehen. Laut Letzterem kann ein Sperrgebiet vom Bezirk
g nicht selbst durchsetzt werden,
gar
s
sondern
wäre Sache des Senats.
GB
Unterschreiben gegen die
Prostitution im Kiez kann man im
Büro des Quartiersmanagements
Tiergarten Süd
Pohlstraße 91
10785 Berlin
Tel. 23 00 50 23
E-Mail: info@tiergarten-sued.de

Den kompletten Brief an Stadtrat Spallek mit
weiteren Details des Konzepts finden Sie auf
www.tiergarten-sued.de

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AKTUELL

Randale in der Flottwellstraße
R
Ein Kommentar von Josef Lückerath
E
kkeinen Häuserbestand mehr und
zudem haben viele durch ihren
Umzug woanders Wohnungen
freigemacht.

Si kkamen in
Sie
i der
d Nacht
N ht von
5. zum 6. Februar, sie waren vermummt
und sie waren hemmungslos gewalttätig ‒ Linksextremisten. Als solche haben
sie sich zu erkennen gegeben. Aus ihrem
Bekennerschreiben geht hervor, dass sie
viel auf ihre eigene Vorurteile etwas geben
und dann danach handeln. Sie unterstellen
den Bewohner der Flottwellstraße einfach
etwas, das auf die Wenigsten zutrifft: sehr
vermögend zu sein. Weiterhin machen
die Terroristen die Bewohner in der
Flottwellstraße für etwas verantwortlich,
was eigentlich ein weit zurückreichendes
Versagen der Politik ist, und zwar eine
Mitschuld an der Gentrifizierung. Aber
hier wurde niemand verdrängt. Es gab
in der Flottwellstraße seit 1978 einfach

Betrachtet man alles im Zusammenhang, so kann man
k
erkennen,
dass wohl auch Minderwertigkeitsgefühle und Neid Triebfedern
dieser Linksextremisten sind und sie ihre
Straftaten dann mit politischem Handeln
verbrämen. Mit einem hohen Maß an
Feigheit und einem ebenso hohen Maß an
Brutalität machen sie ihre eigenen Gesetze
und fügen bewusst anderen großen Schaden zu.

Flaniermeile Potsdamer Straße?
„Potsdamer Straße – dynamische Authentizität“ – Der Entwurf
zum Leitbild Potsdamer Straße liegt vor
Das Hauptziel ist eine sukzessive Entwicklung unter Wertschätzung des
bestehenden Miteinanders und dem Erhalt der Vielfältigkeit. Die Potsdamer Straße soll sich durch ein bezirksübergreifendes Verkehrs- und
Gestaltungskonzept, den Ausbau des Netzwerks zu Einzelhändlern und
Gewerbeunternehmen, kontinuierliches Marketing, die Ansiedlung neuer Geschäfte und neuer kreative Konzepte sowie die Etablierung eines
professionellen Straßenmanagements zu einer Flaniermeile entwickeln.
Kerstin Lassnig

Der Leitbildentwurf wird ab März 2016 für vier Wochen auf der Internetseite des
Quartiersmanagements www.tiergarten-sued.de öffentlich zur Diskussion gestellt. Wir
freuen uns über Ihre Rückmeldungen.

Zum Tathergang:
Unbekannte hatten am Gleisdreieck-Park 28 Autos beschädigt. Außerdem wurden Schaufenster
eingeschlagen und Warnbaken abgebrannt. Vier
Wagen standen in Flammen, 24 weitere Fahrzeuge wurden beschädigt. Die 20 bis 40 Täter waren
maskiert und waren teilweise mit Fahrrädern
zum Park gekommen.

Polizei sucht Zeugen des schweren
Landfriedensbruchs
Zu dem schweren Landfriedensbruch, der sich in
der Nacht vom 5. auf den 6. Februar 2016 in der
Flottwellstraße in Tiergarten ereignet hatte, sucht
die Polizei Zeugen. Personen, die sachdienliche
Hinweise geben können, wenden sich bitte an den
Polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamtes im Bayernring 44 in Tempelhof unter der
Tel. 4664 – 952 101 oder an jede andere Polizeidienststelle.

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AKTUELL

Der Straßenstrich bekommt Konkurrenz

Neues Wohnen

Über das Bauprojekt Carré Voltaire

Wohnen im Hof
aansprechend und kontrastiert positiv mit
d
den umliegenden Gebäuden.

Im Fadenkreuz des Straßenstrichs, an der
Kreuzung Kurfürsten-, Else-Lasker-Schüler
und Genthiner Straße wird seit Dezember 2015 die Baustelle des Carré Voltaire
eingerichtet. Das Appartmenthaus mit 127
Eigentumswohnungen leitet seinen ambitionierten Namen von der erst vor drei Jahren gegenüber eingezogenen französischen
Grundschule, dem College Voltaire, ab.
Der Architekturentwurf mit einer Vielzahl
von Lodgien, Erkern und Dachterrassen
nimmt für sich in Anspruch, “ein Stück
Stadt-Rekonstruktion an zentraler Stelle”
zu sein. In der Tat stand an gleicher Stelle
ein flamboyanter Gründerzeitbau, der
in der Zwischenkriegszeit als polnische
Botschaft diente und in den späten 50ern
aufgrund starker Kriegsschäden abgerissen
wurde. Auffallend ist zudem der achtstöckige, zurückspringende Aufbau im zentralen
Bereich des Haus 3. Die Stadtplanung, die
in der Vergangenheit in diesem Teil (West)
Berlins einige der scheußlichsten Bausünden zuließ, scheint es hier mit der Traufhöhe nicht mehr ganz so genau zu nehmen.
Insgesamt ist der architektonische Entwurf

D
Der Baubeginn soll im März/April 2016
u
unabhängig vom Verkaufsstand sein.
L
Laut des zuständigen Verkaufsbüros
w
wäre der Verkauf gut angelaufen, auch
w
wenn ein gutes Viertel der Interessenten
aaufgrund der sozialen Brennpunktlage
sschnell wieder abspringen würde. Ein
Blick auf das sehr sportliche Preisgefüge
der angeboten Wohnungen lässt freilich
die Warnlampen aufleuchten: Trotz aller
Berliner Zentralität handelt es sich bei
vielen Wohnungen um einen Logenplatz
auf den Straßenstrich! Wenn es sich
daher um einen Knappheitsindikator
für Wohnraum im Kiez und im Zentrum
Berlins handelt, dann ist es höchste
Zeit, dass deutlich mehr gebaut wird!
Das es sich bei dem Carré Voltaire um „Luxuswohnungen“ handelt, sollte indes nicht
zu einer – im Kiez teils gerne gepflegten
– voreingenommen Ablehnung gegenüber
privaten Investoren führen, denn Eigentumswohnungsbesitzer haben in der Regel
ein ausgeprägtes Interesse an dem sie umgebenden öffentlichen Raum. Der Kurfürstenstraße wie auch der Genthiner Straße
wird eine ordentliche Portion Bürgersinn
sicherlich gut bekommen. Auch scheint
der Bau laut dem Verkaufsbüro auf rege
Zustimmung der Anwohner zu treffen. Im
Konzert mit dem schräg gegenüber geplanten Kurfürstenzentrum besteht sogar die
Chance, den Straßenstrich zurückzudrängen. Bleibt nur die bange Frage, wohin er
sich dann verlagert.
Der Autor Dr. Stephan Kunze hat die “Lützowgärten” entwickelt, in denen unter anderem das
“Schwule Museum” ansässig ist und wohnt im
Kiez.

Zwischen Genthiner Straße und Derfflinger
Straße entsteht das neue Wohnprojekt.

Der Innenhof wird in drei Flächen aufgeteilt, indem zwei Quergebäude eingebaut
werden. Sie sind sehr modern mit viel
Glas, was im Innenhof vielleicht auch ganz
gut ist. Diese Bauten werden Eigentumswohnungen.
Bei einem Treffen mit Vertretern des Entwicklers am 8. Februar 2016 im QM-Büro
wurde uns das Konzept vorgestellt. Das
Haus in der Derfflinger Straße 22 unterliegt noch einer Bindung durch öffentliche
Förderung, daher sind hier rechtliche
Bestimmungen einzuhalten. Das Haus soll
abgerissen werden. Die Mieter werden
umgesetzt und können unter den jetzigen
Bedingung wieder einziehen. Die Kosten
für die Umzüge sind vom Entwickler zu
tragen. Dies beruhigt etwas, trotzdem werden dort mehr Wohnungen entstehen, die
dann natürlich teurer werden. Somit geht
insgesamt doch preiswerter Wohnraum
verloren.
Das Bettenhaus in der Genthiner Straße soll ebenfalls abgerissen und durch
einen modernen Bürobau ersetzt werden.
So kann man nur hoffen, dass der Bau
so gestaltet wird, dass er die Genthiner
Straße architektonisch stark aufwertet und
vielleicht auch die Möglichkeit gegeben
sein wird, dass im Erdgeschoß noch kleine
Läden oder Lokale entstehen können, um
so die Straße wieder mehr zu beleben.
Positiv war die geäußerte Absicht, das sich
der Investor an der Herrichtung des Magdeburger Platzes beteiligen will.
JL

7

AKTUELL

Urbane Mitte
Hochhausfront am Park

Ein schmaler Streifen zwischen Park und
teilweise parallel zur U 2 am Gleisdreieck,
ca. 4 Hektar groß ‒ das ist die „Urbane
Mitte“. Ein großer Name für ein schmales
Handtuch, und damit es auch „groß“ wird,
entstehen hier Hochhäuser. Es gab einen
Wettbewerb und zwei erste Preise.

U-Bahnviadukt sollen zu Geschäften
und Restaurants ausgebaut werden und
irgendwo entsteht eine Ausstellungsfläche
für Kunst. Nur wenige Wohnungen, dafür
aber viel Büros wird es geben. Und all dies
beherbergt auch noch die Anlage und den
Umsteigebahnhof für die S 21.

Der erste „Erste Preis“ sieht sieben Hochhäuser vor, jedes über 60 Meter hoch. Sie
erstrecken sich über das gesamte Gelände
bis zum Poststellwerk am Ostpark. Die
Jury zeigte sich u. a. begeistert von den
Grundrissen, die bei allen Hochhäusern
eine Trapezform haben. Man kann das
ja auch noch ganz toll sehen, wenn die
Häuser stehen. Überhaupt nicht beruhigen
vor Begeisterung konnte sich die Jury von
der Tatsache, daß schräge Konstruktionen
wie bei der U-Bahnbrücke der U 1 über
dem Sockelgeschoss einiger Bauten mit
aufgenommen wurden.

Es gab wesentlich interessantere Wettbewerbsbeiträge und vor allem in der Außengestaltung schönere. Aber man hat die
Berliner Lösung gewählt und dafür
gibt es genug Beispiel in der Stadt
(vgl. „Museum der Moderne“
nahe Potsdamer Platz).

Der zweite „Erste Preis“ hat nur fünf
Hochhäuser, dazwischen eine Freifläche
und einen flacheren, dafür aber großflächigen Bau am Poststellwerk. Man hat sich
begeistert gezeigt, dass über dem Sockelbau die oberen Stockwerke versetzt zum
Sockelgeschoß sind.
Zwischen den Hochhäusern und den
U-Bahnanlagen soll eine Flanierfläche
entstehen, natürlich mit urbanem Leben, denn die Rundbögen unter dem

Was aber bedeutet dies für den
Park, für die Anwohner und Besucher
des Parks? Die Bewohner der Häuser zur
Parkseite bekommen eine große Sichtblende, die Parkbesucher sehen gegen
eine riesige geschlossene Front. Bedenkt
man noch, dass die S 21 durch den Park
führen wird und die Stammbahn inmitten
der Schöneberger Wiese aus dem Boden
kommt und ebenerdig Richtung Süden
führt, dann bleibt nicht viel vom Park, der
Rest sind nur noch Bahngeräusche ‒ zweimal U-Bahn, zweimal S-Bahn, Fernbahn
und Regionalbahn. Dazwischen etwas Park
in eine Gebäudeschlucht. Erfreuen wir uns
jetzt um so mehr noch am Park und nützen die Gelegenheit, uns bis zum 15. März
2016 zum Bebauungsplan zu äußern.
JL

Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung für „Urbane Mitte“:
bis 15. März 2016: Mo bis Do von 7.30 bis 16
Uhr, Fr 7.30 bis 13 Uhr sowie nach telefonischer
Vereinbarung im Bezirksamt FriedrichshainKreuzberg, Fachbereich Stadtplanung, Zimmer
512, Yorckstraße 4–11, Tel. 90298-3513 oder
90298-2234
Die Unterlagen sind auch im Internet einsehbar:
www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/
politik-und-verwaltung/aemter

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AKTUELL

Neues vom Familiengarten und zum Bibliothekscafé
Endlich Baubeginn!
Vor einem knappen Jahr wurde
in „mitteNdran“ bereits berichtet,
dass das Hauptgebäude im Familiengarten in der Kluckstraße 11
saniert und erweitert werden soll,
damit dort ein „soziokulturelles
Zentrum“ entstehen kann. Nun ist
Z
eendlich Baubeginn und im Sommer 2017 soll alles fertig sein. Ein
m
aambitionierter Zeitplan, für den
SStadtteil wäre es wichtig, dass das
auch klappt.

Ein neuer Nachbarschaftstreffpunkt
wird 2016 eröffnet
Ja, einen neuen Nachbarschaftstreffpunkt
wird es demnächst im Anbau der Stadtteilbibliothek, der lange Jahre brach lag, geben. Der Nachbarschaftstreff ist aus dem
Flachbau im Familiengarten ausgezogen.
In dessen Räume ist, wegen der Sanierung
des Haupthauses, der Kindertreffpunkt
des FiPP e.V. übergesiedelt und dort seit
Mitte Januar zu finden.
Dafür eröffnet im Anbau der Bibliothek
ein neuer Nachbarschaftstreff, den der
Stadtteilverein Tiergarten e.V. gemeinsam
mit der „Grünen Bibliothek der Nachbarschaft“ betreiben wird. Dieser entsteht
nicht zufällig neben der Bibliothek.

Wir wollen einen Namen für das
„Soziokulturelle Zentrum“ finden
„Soziokulturelles Zentrum“ ist ein
„Soz
überaus sperriger Begriff, wie soll
übe
es aber heißen?
Um dafür Vorschläge zu sammeln, wollen wir am 8. April
m
2016 von 16 bis 18 Uhr auf
2
dem Gelände des Familiengard
ttens eine Aktion durchführen.
A
Alle Interessierten sind bereits
schon eingeladen, weitere
Informationen werden folgen.
Wer bereits jetzt oder später
V
Vorschläge hat, kann sie zukünftig in der
de Stadtteilbibliothek, bei KidZ
e.V. in der Kluckstraße 6 abgeben oder an
den Kindertreffpunkt Kluckstaße des FiPP
e.V. mailen: kluckstrasse-leitung@fippev.de.

Der Anbau dort war von seinem Ursprung
her schon immer dazu gedacht, den
Besuch der Bibliothek angenehmer zu
gestalten und den Standort Stadtteilbibliothek im Kiez nachhaltig aufzuwerten und
zu bewahren.
Durch eine offene Verbindung zur Stadtteilbibliothek wird dieser Treffpunkt, der
neben der täglichen Öffnung auch Raum
für Arbeitsgruppen wie z. B. Quartiersrat,
Flüchtlingsunterstützungs-Arbeitskreis
und KinderKUNSTmagistrale bieten wird,
Medien und Informationen zum (urbanen)
Gärtnern, nachhaltiger Lebensführung
und gemeinsamen Selbermachen entsprechend der neuen Profilgebung der Stadtteilbibliothek Tiergarten beherbergen. Wir
schauen optimistisch auf eine Eröffnung
spätestens zum 1. April 2016.
Jörg Borchardt und Gabriele Koll

9

AKTUELL

Erfolge des Quartiersrats
Es tut sich etwas beim Milieuschutz und für den Magdeburger Platz
In der vorigen „mitteNdran“ war bereits
berichtet worden, dass der Quartiersrat
eine Initiative gestartet hatte, dass in unserem Stadtteil regelmäßig überprüft wird,
ob eine Milieuschutzverordnung erlassen
werden kann, um die Verdrängung von
Bewohnern zu verhindern. Das Bezirksamt
hat daraufhin jetzt beschlossen, einen
Gutachter zu beauftragen, der regelmäßig
die notwendigen Daten erhebt, um das zu
überprüfen.
Und auch am Magdeburger Platz gibt es
Bewegung. Eine Gruppe von Anwohnern
und Quartiersräten hat einen Stufenplan erarbeitet, wie der Platz kurzfristig
geöffnet, dann umfangreicher umgestaltet
und wieder mit Leben gefüllt werden kann.
Dieses Konzept ist im BVV-Grünflächenausschuss positiv aufgenommen worden

und nach Redaktionsschluss gab es
dazu das erste Gespräch mit dem
Grünflächenamt auf Arbeitsebene.
Die Arbeitsgruppe trifft sich weiter
regelmäßig, die Termine dazu können
im Quartiersmanagementbüro in der
Pohlstraße 91 oder per Tel. 23 00 50 23
erfragt werden.
Jörg Borchardt

Machen Sie mit beim Quartiersrat! Die
Termine der nächsten Quartiersratssitzungen sind: 5. April, 3. Mai, 7. Juni
und 5. Juli 2016, jeweils von 18 - 20
Uhr
Kontakt: Quartiersmanagement Tiergarten Süd,
Pohlstraße 91, 10785 Berlin, Tel. 23 00 50 23,
E-Mail: info@tiergarten-sued.de

Welche Organisationsform bekommt der Quartiersrat?
Zwei Workshops zur Fortführung des Quartiersrates
Vor dem Hintergrund des Auslaufens
des QM-Verfahrens hat sich der aktuelle
Quartiersrat (QR) mit Unterstützung der
LPG mbH im Februar zu zwei Workshops
getroffen. Es wurde mit der Erarbeitung eines Modells für die zukünftige Arbeits- und
Organisationsstruktur des QR begonnen.
In einem ersten Schritt wurden über die
Funktion und das Selbstverständnis des
QR diskutiert sowie Handlungsfelder und
Themen der aktuellen und zukünftigen
Arbeit gesprochen. Schnell wurde deutlich,
dass alle Beteiligten großes Interesse daran haben, den QR als Stimme des Kiezes,
Informationsort und Vermittler zwischen
lokalen Akteuren, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Politik und Verwaltung
zu erhalten und weiterhin ehrenamtlich
aktiv zu sein. Dabei möchte man weiterhin
für alle kiezbezogenen Themen offen sein

und eine Plattform für Austausch und
Kommunikation bieten.
In einem zweiten Schritt wurde über
mögliche Organisationsformen debattiert, deren Vor- und Nachteile abgewogen und über Fragen der Repräsentativität
und Legitimation des QR nachgedacht.
Außerdem standen die sich ändernden
Rahmenbedingungen und die zukünftige Rolle der Stadtteilkoordination im
erweiterten Fokus der Diskussion.
Die Ergebnisse der Workshops
finden Sie auf der Internetseite des
Quartiersmanagements Tiergarten
Süd unter: www.tiergarten-sued.de.
Weitere Informationen erhalten Sie auch bei
Marie-Luise Hornbogen und Sören Drescher von
der LPG mbH unter www.LPGmbH.de;
E-Mail: office@lpgmbh.de; Tel. 816 16 03 94.

10

SPEZIAL

Wir können das schaffen!
Der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Tiergarten Süd berichtet
rung, Unterkunft. Unsere Aufgabe sollte
sein, sie an die Hand zu nehmen, ihnen
einen Platz in unserer Gesellschaft zu zeigen und sie darin willkommen zu heißen.
Ihnen auch zu zeigen, wie wir leben und
denken.

Was uns alle bewegt
Die Bilder sind in unserem Kopf. Menschen wie ein Strom. Dicht neben- und
hintereinander, durch Felder, über Wege,
Straßen und Eisenbahnschienen laufend.
An Häusern vorbei, in denen auch
Menschen leben. Fremde Menschen
in einer fremden Landschaft.
In Deutschland sind seit Sommer
letzten Jahres fast eine Million
Flüchtlinge angekommen. Und es
werden sich weitere zu uns auf den
Weg machen. Diese Menschen suchen
ein neues Leben. Weit weg von Krieg und
Angst. Wir sind ihre Zuflucht. Können
wir sie ihnen geben – und wie lange?
Gar auf Dauer? Gute Fragen. Denn hier
angekommen, heißt längst noch nicht
wirklich angekommen zu sein.
Genau dabei sollten wir ihnen helfen.
Wir müssen ihnen ein Zuhause geben und sie kennenlernen. Vielleicht
kommen wir so auch selber nach Hause?
Noch stehen wir am absoluten Anfang.
Es gibt viel zu tun, eine Menge Aufgaben warten auf uns. Sie gehen weit über
das hinaus, was anfangs die erste Not
gelindert hat: warme Kleidung, Nah-

Der Arbeitskreis
Genau dieses Ziel hat sich der „Arbeitskreis
Flüchtlingshilfe Tiergarten-Süd“ (AKFTS)
gesetzt. Seit Ende Oktober 2015 gibt es
diese Gruppe engagierter Kiezbewohner,
die sich nach einem ersten Besuch in der
Notaufnahmeunterkunft am Lützowufer
(oder: Refugium Lützowufer) sozusagen auf
der Treppe davor spontan zusammengefunden hat. Nach erstem Austausch der dort
gewonnenen Eindrücke entstand eine Ideenliste und daraus der Kreis, der sich ab da
wöchentlich traf. Am Anfang waren es acht
Personen, mittlerweile sind es weit über
20. Eine bunte Gruppe Menschen, die hier
im Kiez leben. Alt, jung, berufstätig oder
im Ruhestand. Manche hinzugezogen oder
schon länger hier wohnend und zu Hause.
Sie haben die unterschiedlichsten Gründe,
sich zu engagieren:
• der Nachbarschaftsaspekt
• der persönliche Bezug
• die Anonymität überwinden – sowohl im
Kiez als auch gegenüber den geflüchteten
Menschen
• helfen wollen, sich einbringen mit eigenen
Fähigkeiten und Ideen.

Der AKFTS ist nah und konkret. Wir versuchen nicht die Welt zu retten, sondern ganz
gezielt einer Gruppe von 200 Menschen, die
wir nicht kennen und die sich untereinander auch kaum kennen, zu helfen. Ihr Leben
etwas leichter in diesem Moment zu gestalten – für eine kurze Zeit von der Angst und
Trauer abzulenken, ob mit Fußballspielen,
Tischtennis, Theater- oder Museumsbesuchs usw.

11

SPEZIAL

Nicht alle Ideen konnten wir bislang umsetzen. Wir mussten unsere eigene Lernkurve
machen, was möglich ist und wo Grenzen
gesetzt sind. Trotzdem läuft inzwischen vieles Angestoßene erfolgreich und wird von
den geflüchteten Menschen angenommen.
Beim gemeinsamen Kaffeetrinken mit
den Flüchtlingen haben wir uns kennengelernt. Es war für sie und uns eine große
Abwechslung im Alltag. So buntgemischt
wie der Arbeitskreis sind auch die Flüchtlinge im Kiez: sie kommen aus Syrien,
Afghanistan oder dem Irak, sprechen
verschiedene Sprachen, sind allein geflüchtet oder mit Familie, schweigend oder
lärmend, trauernd, hoffnungsvoll, traumatisiert. Nur wenige können Englisch.
Oft kommt man über die ersten gelernten
Sätze nicht hinaus. „Ich heiße Latifa und
wie heißen Sie?“ Sprachen setzen Grenzen.
Wir haben Glück: unter den Bewohnern
sind eine junge Frau und ein junger Mann,
die beide sehr gut Englisch sprechen und
ins Arabische und Farsi übersetzen.
Mit jeder weiteren Veranstaltung lernen wirr
dazu. Regeln, die für uns selbstverständlich sind – Verkehrsregeln, Pünktlichkeit,
Veranstaltungen nur für Erwachsene ‒
sind für viele von ihnen neu. Zunehmend
wird es einfacher, weil beide Seiten sich
immer besser kennenlernen und wir leichter verstehen, wo wir helfen können. Unsere wöchentlichen Jour-Fixe im Refugium
und ein Sprach-Club zum Deutsch-Üben
schaffen Plattformen, auf denen weitere
Projekte entstehen können.
Viele von uns würden gerne nachhaltig
unterstützen, bei Behördengängen helfen,
gesellschaftliche und berufliche Integration
fördern. Doch davon sind die geflüchteten
Menschen in unserer Nachbarschaft noch

weit entfernt. Sie sind in einer Notunterkunft. Sie wissen nicht, ob sie bleiben
können.
Alles in allem ist der Mut gewachsen für ein Zusammenleben
und Miteinander der Menschen
hier im Stadtteil. Ob sie von weit
her kommen oder hier schon
immer leben ‒ Kreativität und helfende Hände werden gebraucht.
Nur zwei Stunden unserer Zeit pro
Woche sind eine Investition in die
Zukunft. Mit dem Gewinn werden
wir alle beschenkt.
von Katja Aldorf & Oda Hagemeier.

Interesse geweckt?
Kontakt zum Arbeitskreis
Flüchtlingshilfe TiergartenSüd (AKFTS) bekommen Sie
per E-Mail: akfts@posteo.de

12

SPEZIAL

Hilfe für die Ärmsten
REWE unterstützt Flüchtlinge zusammen mit der syrisch-orthodoxen Kirche

sind solche, die nicht mehr verkaufsfähig,
aber noch haltbar sind. Ebenso hat Sulaf
Ahmed auch den Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Tiergarten Süd (AKFTS) unterstützt,
da dieser sich ehrenamtlich um Flüchtlinge
im Carl-Duisberg-Haus kümmert. Jede
Spende ist will kommen, da dem Arbeitskreis sonst keine Mittel zur Verfügung
stehen. Wenn noch viel mehr sich so engagieren, dann schaffen wir das.
JL

D Firmenname wird
Der
n
nicht nur groß geschrieben,
ssondern auch die Hilfsbereitschaft. Der Geschäftsführer
des REWE-Marktes in der
Potsdamer Straße 128,
Sulaf Ahmed, hat eine
Spendenaktion in Zusammenarbeit mit der syrischorthodoxen Kirche in der
Potsdamer Straße 94 gestartet.
t t Am 4. Dezember 2015,
dem Tag der heiligen Barbara, der ein
besonderer Feiertag für die syrischorthodoxe Kirche ist, wurde am späten
Nachmittag in Anwesenheit des Pfarrers
Murat Üzel eine große Lieferung dringend benötigter Nahrungsmittel direkt
an Bedürftige verteilt. Bei ihnen handelte
es sich um 70 syrische Flüchtlinge. Um
diese kümmert sich die Kirche seit zwei
Jahren und gibt ihnen u. a. auch
Sprachunterricht.
Seit dieser Aktion gibt der REWEKaufmann, der sich auch für den
Fortbestand dieser Zeitung (siehe
Seite 3) und im Quartiersrat engagiert, jede Woche nicht nur an
die Berliner Tafel, sondern zusätzlich auch an die syrisch-orthodoxe
Kirche Lebensmittel weiter. Das

Hier finden Sie weitere Informationen
zur syrisch-orthodoxen Gemeinde in
der Potsdamer Straße 94:
www.syrisch-orthodox.org
Kontakt zu REWE (Sulaf Ahmed GmbH & Co. KG):
Potsdamer Str. 128, 10783 Berlin, Tel. 2612077

Pfarrer Murat Üzel und Sulaf Ahmed von REWE

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GASTRORUBRIK MIT GEWINNSPIEL

Restaurants kommen und gehen
Was gibt es Neues im Quartier?

Wir warten gespannt auf das neue Restaurant in
der Potsdamer Straße neben der Victoria Bar

Viele kennen ihn als Rezitator, viele kennen sein „Les Climats“ mit feinen burgundischen Weinen und kleinen französischen
Leckereien: Roland Kretschmer. Jetzt
wird er im Laufe des Frühjahrs ein neues
Lokal direkt neben der Victoria Bar in der
Potsdamer Straße eröffnen. Es soll eine
Art Brasserie werden, ein Lokal mit einem
Speiseangebot deutlich über einem Bistro
und etwas weniger elegant als ein Restaurant. Daher sollen die Preise so gestaltet
sein, dass auch die Menschen im Kiez sich
leisten können, dort zu essen.
Jetzt scheint es zu explodieren: In der
Potsdamer Straße 91 ‒ ehemals Freies Museum ‒ soll im Sommer in dem aufwendig
restaurierten Ensemble gerüchteweise
das „Maxwell“ im Fabrikgebäude in zwei
Etagen ein Restaurant eröffnen.
Damit nicht genug: Im März beginnen
in der Potsdamer Straße 85 ‒ ehemaliges Hochhaus des Tagesspiegel ‒ Umbauarbeiten für ein großes Restaurant:
„Sticks‘n‘Sushi“, die bisher nur in Paris

und Kopenhagen existieren, wird es dann in den
nächsten Monaten auch
in Berlin geben.
Aber andererseits gibt es
auch Veränderungen im Kiez.
Die „Ölweide“ in der Pohlstraße wird einen
neuen Besitzer bekommen, „Biosfera“ in
der Flottwellstraße ist geschlossen, und
der „Aprikosenbaum“ in der Körnerstraße
wird auch schließen. Das Quartier bleibt
spannend.
JL

Auflösung Gewinnspiel:

Cafè Tietz
aus „mitteNdran“ vom November 2015
Im letzten Heft hatten wir Café Tietz
& Cie. in der Potsdamer Straße 77
vorgestellt. Die richtige Antwort
auf unsere Gewinnspiel-Frage, dass
Hermann Tietz der Gründer des
Kaufhauses (Hertie) war und Waren
verkaufte, wusste u. a. Gertraud
Lehrack, die je einen Kaffee und ein
Stück Kuchen für zwei Personen im
Tietz gewinnt. Guten Appetit!
Café Tietz & Cie., Potsdamer Straße 77,
10785 Berlin, www.cafetietz.de, geöffnet
montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, samstags 9 bis 18 Uhr

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KINDERRUBRIK

„KinderKunstAktion Zaungäste“
im Rahmen der Neugestaltung des öffentlichen Spielplatzes Kurfürstenstraße 51

platz an.

„Schau mal, das habe ich gemacht!“
Voller Stolz zeigen Grundschüler ihren
Eltern, Geschwistern und Anwohnern die
Figuren aus Metallfolien, Metalldrähten
und Perlen, die sie gemeinsam mit Künstlerinnen des Teams der „kinderKUNSTmagistrale“ in Workshops erstellt haben.
Gegossen in Acrylharz sind sie jetzt in
einzelnen Zaunfeldern entlang dem neugestalteten Spielplatz Kurfürstenstraße
51 dauerhaft verortet. Feierlich wurden
sie im Beisein von Bezirksstadtrat Carsten
Spallek (CDU) enthüllt.
Es war richtig voll, denn alle Teilnehmer
trafen sich vorher zu einem Fest, einer
gemeinsamen Kunstaktion, in der sie diesmal Figuren mit Modellierballons statt
aus Metalldrähten formten. So lernten
sich die Schüler aus unterschiedlichen
Einrichtungen, die zukünftigen Nutzer
des Spielplatzes, kennen. Neben den
Schülern der Klasse 4b der AllegroGrundschule, der Villa Schöneberg,
dem Familientreffpunkt Kurmärkische
Straße und dem Jugendteam Pohlstraße 11 nahm die Klasse 4/5 der École
Voltaire teil. Das hat uns besonders
gefreut. Die École Voltaire ist eine
französische Grundschule und grenzt
unmittelbar an den öffentlichen Spiel-

Die Idee für die Kunstaktion entstand
im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur
Umgestaltung des Spielplatzes in der Kurfürstenstraße. Spielplätze sollen sichere
Orte sein. Ein hoher Zaun, der nachts
abgeschlossen wird, schützt den Platz vor
zweckentfremdeter Nutzung. Aber ein
Zaun ist eine Barriere, die eher abschreckt
als zum Besuch einlädt. Die Künstlerin
Monika Schuh experimentiert schon lange damit, Objekte in Acrylharz einzugießen, so dass sie wie in einem Eisblock eingeschlossen erscheinen. Für das Team der
„kinderKUNSTmagistrale“ war diese Idee
Ausgangspunkt für eine Aktion mit 85
Schülern, die in mehrtägigen Workshops
die „Zaungäste“ erstellten. Sie laden jetzt
zum Stehenbleiben und zum Besuch des
Spielplatzes ein. In enger Abstimmung
mit Lechner Landschaftsarchitekten und
dem Grünflächenamt Berlin Mitte wurde
die Aktion umgesetzt. Der Spielplatz wird
im Frühjahr 2016 seine Pforten öffnen.
Projektleitung und Text: Gabriele Hulitschke

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GESEHEN IM KIEZ

Geschenkter Tee:
Vor dem Hotel „Alt-Berlin“ an der Bushaltestelle in der
Potsdamer Straße gibt es gespendeten Tee vom Hotel
für alle, die auf den nächsten Bus warten. Das finden
wir super.

Vandalismus:
Diese Fotos zum Vandalismus in der
Nacht vom 23. auf den 24. Januar in der
Behindertentoilette am Poststellwerk
übermittelte uns Christian Pfeuffer von
der Grün Berlin GmbH, „damit Sie einen
Einblick erhalten, wie mit der Ausstattung im Park am Gleisdreieck oftmals
umgegangen wird.“

Damals und jetzt:
Die Evangelische Zwölf-Apostel-Kirche
im Februar 2016 und auf einer historischen Postkarte von 1895, über 120 Jahre
Zeitabstand!

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ADRESSEN / AKTUELLES

Adressen und Termine:

Gunther Trzaska – ein Nachruf

Herausgeber
VISAP e.V. (V.i.S.d.P.)

Quartiersmanagement Magdeburger Platz
Pohlstraße 91, 10785 Berlin
Direkt am Möbel-Hübner-Parkplatz
Das Büro ist für Sie geöffnet:
Mo bis Do 9–16 Uhr
Gesprächstermine können auch außerhalb der
Öffnungszeiten telefonisch vereinbart werden.
Tel. 23 00 50 23,
E-Mail: info@tiergarten-sued.de
Web: www.tiergarten-sued.de

Vernetzen im Kiez
Auf nebenan.de haben wir die Nachbarschaft „Tiergarten Süd“ ins Leben gerufen.
Ziel ist es, seine Nachbarn in einem sicheren und privaten Umfeld kennenzulernen,
sich Dinge auszuleihen, sich gegenseitig
zu helfen, Gleichgesinnte (Familien mit
Kindern, Hundebesitzer o.ä.) zu treffen,
Kinderbetreuung zu organisieren, Sachen
zu tauschen u.v.m. Das Ganze ist kostenlos.
Wenn Sie hier wohnen und mitmachen
möchten, registrieren Sie sich einfach auf
www.nebenan.de/tiergarten-sued
Um sicherzustellen, dass nur Anwohner
Zugang haben, bitte dazu folgenden Zugangscode eingeben: pokda-turno

Impressum

Redaktionsanschrift
„mitteNdran“ c/o Quartiersmanagement
Magdeburger Platz, Pohlstraße 91, 10785
Berlin, Tel. 23 00 50 23, Fax 23 00 50 25,
E-Mail: redaktionmittendran@yahoo.de,

Gunther Trzaska war ein
Mensch mit hohem Wiedererkennungseffekt ‒ mal mit
Anzug, Stock und Hut, mal mit
bajuwarischem Outfit oder als
Veteran. Er war ein Charaktermensch, der Witz, Esprit und
Charme versprühen konnte, mal
heftig, mal geizig, sowohl auf
der Straße, im Café, besonders
gerne auf den Kleinbühnen.
Hier konnte er seiner wahren
Berufung mit Leidenschaft
nachgehen, vor allem in
seinen Liederabenden mit
Berliner Gassenhauern im
„originalsten“ Jargon.
Mit ihm ist ein charaktervoller Mann
gegangen, einer von der Art, die so selten
anzutreffen sind: intelligent, eigenwillig,
unangepasst, widersprüchlich ‒ ein großer Kommunikator, der unterschiedliche
Menschen zusammenbringen konnte ‒
ein Mann mit Tiefgang.
Am 4. November 2015 verließ er für immer seine Bühne im Kiez ‒ die Potsdamer
Straße.
JL und M. Karrie

Redaktionsteam
Recep Aydınlar RA, Gerald Backhaus GB, Ingo
Gust IG, Kerstin Heinze KH, Michael Klinnert
MK, Jörg Krohmer JK, Josef Lückerath JL,
Irene Weigel IW
Alle weiteren Autoren wurden unter dem
jeweiligen Artikel genannt.
Layout + Satz
süpergrafik (Ays¸e Gökmenog˘lu)
Abbildungen
S. 1, 2, 4, 9, 10, 13, 14, 15, 16 Illustrationen:
Andree Volkmann; S. 2/3 Andrea Leidenbach;
S. 4, 6 (oben), 8 (oben), 15 (unten) Gerald
Backhaus; S. 5 (oben), 10, 11 (Foto), 12 (oben),
13 Josef Lückerath; S. 5 (unten) Kerstin
Lassnig; S. 6 (unten) brh Architekten +
Ingenieure GmbH; S. 7 Aylin Özeren;
S. 8 (mitte) Jugendamt von Mitte; S. 8 (unten)
Jörg Borchardt; S. 9 Sören Drescher;
S. 11 Wochenkalender: AKFTS;
S. 12 (unten), 15 (oben links) Irene Weigel;
S. 14 Josephine Bohn; S. 16 Dieter Fenz
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Rainbowprint
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Bei Personenbezeichnungen und Anreden sind
beide Geschlechter angesprochen, auch wenn
aufgrund besserer Lesbarkeit die gebräuchliche Form verwendet wird.
Kommentare geben ausschließlich die
Meinung des jeweiligen Autors wieder, nicht
die der gesamten Redaktion.
Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit
schriftlicher Genehmigung des VISAP e.V.
gestattet.
        
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