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Periodical volume

Full text: Mittendran Issue 19.2015

mitten dran
Mai 2015 Nachrichten für Tiergarten Süd im Bereich des Quartiersmanagements Magdeburger Platz

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Editorial / Grusswort

Liebe Leserinnen und Leser,
der Frühling ist die Zeit für Neues: Wie wäre es mit dem ehrenamtlichen Mitmachen bei uns? Die Illustration von Andree Volkmann auf Seite 1 zeigt, wie wir uns unsere Redaktionssitzung am Mittwoch, 27. Mai 2015, vorstellen. Sie kommen um 16 Uhr zu uns in den Familiengarten in der Kluckstraße 11 und bringen Ideen und Lust am Mitgestalten dieses Magazins mit. Um das Mitmachen generell geht es auch bei der Bürgervertretung im Kiez. Dazu und wie Sie dabei einsteigen können, schreibt Quartiersrat Jörg Borchardt auf Seite 3. Zum Thema Milieuschutz haben wir Frank Bertermann interviewt. Außerdem waren wir zu Besuch im ehemaligen FAB-Medienhaus, in dem sich aktuell eine Menge tut, berichten von den Bauplänen für das Soziokulturelle Zentrum und das Kurfürstencenter, über das Projekt „Leitbild Potsdamer Straße“ und wir waren in der BIOSFERA essen. Also, machen Sie mit! Sie sind herzlich eingeladen zur öffentlichen Redaktionssitzung am Mittwoch, 27. Mai 2015, um 16 Uhr im Familiengarten in der Kluckstraße 11. Falls Sie am 27. Mai nicht kommen können, dann schreiben Sie uns: „mitteNdran“ erscheint das nächste Mal im August 2015. Wenn Sie mögen, tragen Sie etwas dazu bei. Wir freuen uns auf Ihre Fotos, Veranstaltungshinweise, Themenvorschläge und Leserbriefe. Post bitte an: „mitteNdran“ c/o Quartiersmanagement Magdeburger Platz, Pohlstraße 91, 10785 Berlin, und per E-Mail: redaktionmittendran@yahoo.de
Die Reaktion: Jörg Krohmer, Ingo Gust, Michael Klinnert und Irene Weigel (stehend, von links), Gerald Backhaus und Josef Lückerath (vorn sitzend, von links). Diesmal nicht im Bild sind Ayse Gökmenoglu, Kerstin Heinze und Recep Aydinlar.

Inhaltsverzeichnis
Seite 3: Mitmachen im Quartiersrat Seite 4+5: Milieuschutz in Tiergarten Süd? Interview Frank Bertermann Seite 6+7: Neubauprojekte im Kiez: Kurfürstencenter und Soziokulturelles Zentrum Seite 8+9: Leitbildentwicklung Potsdamer Straße, Laufhaus, Schwules Museum Seite 10+11: Neues im Medienhaus und Kiezfotos Seite 12+13: „Farben Fron“ und Gastro: BIOSFERA Seite 14+15: Kinderseiten: KiezKinderTheaterTag/Spendenlauf/ Kinderkunstmagistrale Seite 16: Termine, Adressen und Impressum

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Aktuell

regelmäßige Beobachtung des Aufwertungsdrucks
Der Quartiersrat beschäftigte sich in seiner Februar-Sitzung mit einer kürzlich vorgestellten Studie zum Erlass von Milieuschutzverordnungen im Bezirk Mitte. In der Studie geht es darum zu ermitteln, in welchen Stadtteilen von Mitte die Verdrängung von Bewohnern schon so manifest ist, dass eine Milieuschutzverordnung erlassen werden sollte (mehr dazu auf Seite 4). Der Quartiersrat hatte Mitarbeiter der Landesweiten Planungsgesellschaft (LPG), die die Studie erstellt hat, eingeladen, die Ergebnisse für Tiergarten Süd vorzustellen. Sie berichteten, dass sie das derzeitige Quartiersmanagementgebiet als Beobachtungsgebiet eingestuft haben, insbesondere weil es sowohl ein deutliches Aufwertungspotential, als auch einen Aufwertungsdruck gibt. Daher müsse die Entwicklung des Gebiets weiter beobachtet werden. Die Quartiersratsmitglieder und Gäste diskutierten intensiv, was sie über die bereits erfolgte Verdrängung von Bewohnern wissen. Sie betonten die Notwendigkeit, die Situation tatsächlich ständig zu beobachten. Anderenfalls könnte eine Milieuschutzverordnung zu spät kommen, erst dann, wenn der Stadtteil bereits „gekippt“ ist. Deshalb wurde auch beschlossen, an den zuständigen Stadtrat Spallek und an den zuständigen Ausschuss der BVV die Forderung zu senden, dass das Bezirksamt den Aufwertungsdruck regelmäßig verfolgen soll. Eine Arbeitsgruppe des Quartiersrats wird sich damit befassen, wie dieser Forderung Nachdruck verliehen und wie sie politisch durchgesetzt werden kann. Diese Quartiersratssitzung war ein gutes Beispiel dafür, wie die Quartiersräte sich für wichtige Interessen der Bewohner einsetzen. Dazu braucht der Quartiersrat die Unterstützung vieler Bewohner, am besten dadurch, dass sie an den Sitzungen teilnehmen und berichten, was ihnen im Stadtteil wichtig ist. Nehmen Sie also an den Quartiersratssitzungen teil. Sie finden an jedem ersten Dienstag im Monat (außer wenn an diesem Tag Schulferien sind) statt, bis zu den Sommerferien vorerst stets im Nachbarschaftstreff im Familiengarten in der Kluckstr. 11 Ecke Lützowstraße (im Flachbau). Die jeweilige Tagesordnung wird eine W ­ oche vorher in Aushängen und auf www.tiergarten-sued.de. veröffentlicht. Wenn Sie uns Ihre E-Mail-Adresse geben, laden wir Sie auch per E-Mail ein. Sie können uns auch Themen nennen, die wir behandeln sollen. Dazu können Sie ins QM-Büro in der Pohlstraße 91 gehen oder eine E-Mail an quartiersrat@tiergartensued.de schreiben. JB

Quartiersrat fordert:

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Aktuell

Milieuschutz für Tiergarten Süd?
In einem Gebiet in der Innenstadt Berlins wie Tiergarten Süd wird es immer schwieriger, überhaupt eine Wohnung zu finden. Soll die Miete auch noch günstig sein, braucht man schon viel Glück. Insgesamt stiegen die geforderten Mieten in Berlin 2014 durchschnittlich um 4,1% auf 8,55 Euro nettokalt pro Quadratmeter, in Mitte um durchschnittlich 8,9% auf 10 Euro pro qm. Berlinweit wurden von 1991 bis 2013 im Schnitt 9.000 Wohnungen pro Jahr umgewandelt, insgesamt knapp 200.000 Wohnungen. In gefragten Lagen von Friedrichshain-Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Tempelhof-Schöneberg können sich angestammte Mieter ihre Wohnungen in den aufwendig sanierten Gründerzeithäusern oftmals nicht mehr leisten. Um sie zu halten und damit in den begehrten Kiezen eine vielfältige Bewohnermischung zu erhalten, setzen die Berliner Bezirke verstärkt auf Milieuschutz.
Frank Bertermann von Bündnis 90 Die Grünen in Mitte ist Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Sanieren, Bauen und Bebauungspläne der BVV Mitte.

führen, dass viele ihre Miete immer schwerer bis nicht bezahlen können. In Erhaltungsgebieten nach § 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BauGB, den sog. Milieuschutzgebieten, können sog. Luxusmodernisierungen, durch den Bezirk versagt werden. Damit besteht die Möglichkeit, extreme Mietsteigerungen zu verhindern. Dadurch, dass sich die Eigentümer alle Modernisierungsmaßnahmen genehmigen lassen müssen, bekommt der Bezirk Kenntnis von den geplanten Maßnahmen und kann über seine Mieterberatung den betroffenen Mietern auch zivilmietrechtlich Hilfestellung leisten. Weitere Möglichkeiten sind die Einschränkung der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und die Möglichkeit der Ausübung des Vorkaufsrechtes von Grundstücken durch die Gemeinde. Die Erfahrungen zeigen darüber hinaus, dass auch eine gewisse „Abschreckung“ auf spekulative Eigentümerstrukturen ausgeht. Dies dürfte dann allerdings dazu führen, dass diese verstärkt in die Randbereiche der Milieuschutzgebiete abwandern um dort ihr „Unwesen zu treiben“. Daher ist hierauf ein besonderes Augenmerk in den kommenden Jahren zu lenken. Was genau wird künftig verboten? Im Rahmen der Festsetzung eines Milieuschutzgebietes gibt sich der Bezirk „Prüfkriterien für die Umsetzung der sozialen Erhaltungsverordnungen“. Diese sind dann Maßstab für die Beurteilung, welche Maßnahmen zulässig und welche versagt werden können. Die Diskussion, welche Kriterien in Mitte gelten sollen, muss noch geführt werden. Hierbei muss m. E. auch die Bezirksverordnetenversammlung Mitte (BVV) einbezogen werden. Sieht man sich die Kriterien in anderen Bezirken an, so können dort z. B. folgen-

Und was macht der Bezirk Mitte? Hierzu befragten wir Frank Bertermann, den Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung, Sanieren, Bauen und Bebauungspläne der BVV Mitte, in dessen Ausschuss das Thema bereits mehrfach diskutiert wurde. Wie wirken diese Milieuschutzsatzungen gegen die Aufwertung von Stadtvierteln durch Sanierung und Verdrängung? Wichtig ist: Milieuschutz ist kein mietrechtliches, sondern ein städtebauliches Instrument. Normale gesetzlich zulässige Mieterhöhungen nach dem Mietspiegel und Modernisierungsmaßnahmen, die lediglich den zeitgemäßen Ausstattungsstandard herstellen, bleiben weiterhin zulässig. Beides kann aber bereits dazu

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Aktuell

de Maßnahmen versagt werden: Abriss, Zweitbäder, Wohnungszusammenlegungen, Gegensprechanlage mit Videobildübertragung, Einbauküchen, Kamine, Panoramafenster, Fußbodenheizung, Maßnahmen zur Energieeinsparung über EneV-Standard, Balkonanbauten, Umnutzungen von Wohnungen in Gewerbe. Was passiert mit Mietern, deren Wohnung in eine Eigentumswohnung umgewandelt wird? Hier hat der Senat nun nach jahrelanger Verzögerung endlich die Umwandlungsverordnung beschlossen, wonach Bezirke die Umwandlung grundsätzlich für 5 Jahre verbieten können. Wie immer gelten allerdings auch hier Ausnahmen, wenn:
•	 dem Eigentümer ein Absehen von der Begründung von Wohnungs-oder Teileigentum wirtschaftlich nicht zumutbar ist, •	 ein Erbfall vorliegt und das Grundstück zum Nachlass gehört, •	 das Wohnungs-oder Teileigentum zur eigenen Nutzung an Familienangehörige veräußert werden soll oder •	 der Eigentümer sich verpflichtet, Wohnungen innerhalb von sieben Jahren nur an die Mieter des Objekts zu veräußern.

Zu den genannten Mieterschutzrechten gilt grundsätzlich: Kauf bricht nicht Miete. Da jedoch niemand vor unsinnigen Kündigungen gefeit ist, ist der beste Schutz noch immer eine gute Rechtsberatung und Rechtsschutzversicherung, die einem im Klagefall den Rücken finanziell freihält. In Milieuschutzgebieten sollen darüber hinaus auch Mieterberatungen des Bezirkes tätig sein, die kostenlose Rechtsberatung anbietet. Die BVV hat die Verantwortung, hierfür auch die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Die bisherigen Voruntersuchungen haben zwei Gebietskategorien unterteilt: Verdachtsgebiete und Beobachtungsgebiete. In den Ersteren erfolgen nun vertiefende Untersuchungen, die rechtssichere Begründungen für den Erlass von Milieuschutzsatzungen erarbeiten. Tiergarten Süd wurde als Beobachtungsgebiet eingestuft. Unter welchen Umständen ist für Tiergarten Süd auch der Milieuschutz denkbar? Da zu befürchten steht, dass spekulative Eigentümer nach Festsetzung von Milieuschutzgebieten in Moabit Ende 2015/Anfang 2016 auf andere Bereiche in Tiergarten ausweichen, ist der Stellungnahme des Quartiersrates Magdeburger Platz nur zuzustimmen: „Daher fordern wir, dass die weitere Beobachtung der Entwicklung in den Beobachtungsgebieten durch das Bezirksamt auch tatsäch-

lich erfolgt.“ Sollten sich zukünftig die Anzeichen, dass zunehmende Verdrängungstendenzen die Bevölkerungszusammensetzung bedrohen, verstärken, muss auch in Tiergarten Süd der Erlass einer Milieuschutzsatzung erfolgen. In der Praxis heißt das m.E., dass sich der Bezirk ab Ende 2016 intensiv der Gebiete annehmen muss und die Beobachtung nicht nur aus dem Bürofenster eines Baustadtrates im Rathaus Wedding erfolgen darf. Also eine Verantwortung, der sich eine neue BVV nach den Wahlen 2016 stellen muss. Was können die Anwohner tun? Nicht müde darin werden, das Bezirksamt und die BVV an ihre politische Verantwortung zu erinnern, die Verdrängung der angestammten Bevölkerung in den Kiezen zu bekämpfen und verlangen, dass das Thema vom Stadtentwicklungsausschuss weiterhin intensiv begleitet und wenn notwendig forciert wird. Liebe Leser, Sie wollen mehr wissen? Viele BVV-Termine sind öffentlich. Kontakt zu Frank Bertermann: frankbertermann@musicabc.de und zum Büro der BVV im Rathaus Mitte, Karl-Marx-Allee 31, 10178 Berlin: Tel. 9018-24553 /-24555 /-24551, www.berlin.de/ba-mitte/politik-undverwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/allris.net.asp GB

Danach, sollte diese Frist nicht verlängert werden, gilt der normale Mieterschutz von 10 Jahren in Berlin. Wird eine gemietete Wohnung während der Mietzeit in eine Eigentumswohnung umgewandelt und verkauft, kann der neue Vermieter erst nach Ablauf von zehn Jahren wegen Eigenbedarfs kündigen (§ 577a BGB). Darüber hinaus hat der Mieter ein Vorkaufsrecht (§ 577 BGB), wenn kein Verkauf an einen Familienangehörigen oder an einen Haushaltsangehörigen des Vermieters erfolgen soll. Wie lang ist man dann vor einer Kündigung geschützt und welche weiteren Schutzbestimmungen gibt es?

Die Vielfalt in Tiergarten Süd bleibt hoffentlich erhalten, nicht nur beim Obsthändler

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Aktuell

In der Kluckstraße 11 entsteht ein Soziokulturelles Zentrum
Die beiden Gebäude auf dem Gelände des Familiengartens Kluckstraße / Ecke Lützowstraße sind marode. Nun soll das zweistöckige Hauptgebäude saniert und erweitert werden. Dafür wird es mehr als drei Millionen Euro aus den Mitteln des Programms „Soziale Stadt“ und auch des Bezirksamts geben. Ende 2016 läuft das Quartiersmanagementverfahren in Tiergarten Süd aus. Danach soll es im Stadtteil einen zentralen Ort, einen Ankerpunkt, geben, an dem sich Anwohner treffen können, an dem nachbarschaftliche Aktivitäten möglich sind - einen Ort für Kinder und Familien, an dem es Bildungsund Beratungsangebote gibt. Dieser Ort soll das Soziokulturelle Zentrum werden. Die bisherigen Angebote dort sollen erweitert werden. Am 16. März 2015 wurden die Pläne dazu im Nachbarschaftstreff öffentlich vorgestellt. Das Haus soll größer werden. Die Fläche soll um die Hälfte erweitert werden. Dazu wird das Gebäude an der Rückseite vergrößert. Zukünftig wird es einen geräumigen zur Lützowstraße gerichteten Eingangsbereich geben, einen großen Veranstaltungsraum, der die Höhe von zwei Geschossen hat und mehrere zusätzliche Multifunktionsräume für unterschiedlichste Nutzungen. Ein Aufzug wird das Haus barrierefrei werden lassen. Die bisherigen Nutzer werden dann wieder dort tätig sein, aber es wird auch viel Raum für neue Aktivitäten geben. Erst einmal wird gebaut. Baubeginn soll Anfang 2016 sein. Dann wird das Gebäude zumindest teilweise geräumt. Die bisher dort arbeitenden Projekte müssen zeitweise in andere Räume umziehen, teilweise an andere Orte, einige werden auf dem Gelände bleiben können. Ende Jahr 2017 werden sie wieder einziehen können. Bis dahin werden neue Angebote vorbereitet. 2016 wird es möglich sein, dass Interessierte dazu Vorschläge machen. Welche Beratungsangebote werden benötigt? Sollen Kurse angeboten werden? Welche zusätzliche Unterstützung für Familien sollte es geben? Werden kulturelle Angebote gewünscht? Wird es möglich sein, Räume für eigene Aktivitäten nutzen zu können? Alle Beteiligten sind sich einig, dass es eine Koordinationsstelle für das Haus geben soll. Benötigt wird jemand, der neue Angebote ins Haus holt, der Räume vergibt, der die Angebote im Stadtteil bekannt macht. Wie diese Stelle aber finanziert wird, ist noch nicht klar. Das zu klären wird eine wichtige Aufgabe der nächsten Zeit sein. JB

Lageplan der Alten Architekten GmbH

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Aktuell

Wo ein Wille.... Das neue Kurfürstencenter
Die Aula der Allegro-Grundschule war an dem Tag im Februar voll und die Bewohner der Quartiers warteten gespannt, wie der neue Entwurf vom Architekturbüro Tschoban wohl ausgefallen sein mochte. Ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Der Protest gegen die ursprüngliche Planung des sogenannten Kurfürstencenters hatte letztlich Erfolg und das Ergebnis hat überrascht. Es wurde nicht nur dem akuten Bedarf noch Wohnungen Rechnung getragen, sondern der Architekt Tschoban hat sich auch umfangreich Gedanken gemacht über die städtebauliche Anpassung und Wirkung des gesamten Komplexes auf die unmittelbare Umgebung und die gestalterischen Erfordernisse. Es gab viel Zuspruch, und man war angetan von der fundierten Kenntnis des Architekten über die historische Stadtplanung und über die Anlehnung des Neubaues an die ursprüngliche Straßengestaltung. Von der Arbeitsgruppe Kurfürstencenter des Quartiersrates kamen Nachfragen in Bezug darauf, ob letztlich die Planung wie vorgeschlagen auch in allen Punkten bau- und planungsrechtlich gesichert sei. So werden insgesamt 13 Häuser errichtet, die jedes für sich einen eigenen Zugang, Treppenhaus und Fahrstuhl haben. Insgesamt entstehen somit 200 Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern. Die Häuser setzen sich gegenseitig ab durch unterschiedliche Fassadengestaltungen, was der Straße ein lebendiges Aussehen, also keine Monotonie, geben soll. Der Grundriss sieht wie ein „d“ aus. Ins Erdgeschoss kommen ein Supermarkt, ein Biomarkt und ein Drogeriemarkt, deren Namen wurden nicht genannt. Im Innenhof, der im ersten Obergeschoss beginnt, wird eine Grünanlage geschaffen. Es gibt auch keine Parkdecks mehr, sondern nur noch eine Tiefgarage für 95 Autos. Zudem sind auch ca. 191 Fahrradstellplätze eingeplant. Außen wird es eine Grünfläche in RichOben: So soll es aussehen, das Kurfürstencenter (Entwurf von nps tchoban voss GmbH & Co KG) Unten: Voll war es bei der Informatiosveranstaltung in der Allegro-Grundschule

tung Potsdamer Straße geben, und vor allem wird die bisherige Durchwegung von der Kurfürsten- hin zur Pohlstraße erhalten bleiben, wenn auch etwas noch Osten verschoben.

Nach Aussage des Investors Glotzbach wird der Bau in enger Zusammenarbeit mit einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft errichtet, die auch später die Vermietung und Verwaltung übernehmen soll. Der Mietpreis soll sich im Rahmen von 8 bis 12 Euro bewegen. Mit Wohlwollen, aber auch kritisch, sollten wir diesen Bau begleiten. JL

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Aktuell

Wie sollen sich Einzelhandel und Gewerbe entlang der Potsdamer Straße ­ ünftig entwickeln? k „Zentrale Frage für den Leitbildprozess ist: Wie lässt sich die Vielfalt der Potsdamer Straße erhalten? Die Vielfalt definiert sich vor allem über die Menschen, die hier leben und arbeiten. Für den Erhalt der Vielfalt müssen sich alle aktiv einbringen“, sagte Regine Wosnitza, Vorstand der IG Potsdamer Straße, auf der Auftaktund Informationsveranstaltung zum Projekt „Leitbild Potsdamer Straße“. Knapp 100 Personen waren zur Veranstaltung am 17. Februar 2015 in die Commerzbank gekommen. Die Gäste wurden durch Carsten Spallek, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung von Mitte, und Christian J. Hassel, Mitglied der Geschäftsleitung der Commerzbank AG, begrüßt. Jörg Krohmer vom QM Magdeburger Platz – Tiergarten Süd und Ute Großmann vom QM Schöneberger Norden, als Initiatoren des Projektes, führten in die Veranstaltung ein. Was ist charakteristisch für die Potsdamer Straße, was stört, was fehlt, was wird erwartet, befürchtet und gewünscht? Zahlreiche Anrainer haben diese und weitere Fragen im Rahmen von Einzelinterviews und einer Online-Umfrage auf den Webseiten der beiden Quartiersmanagements beantwortet. Die Ergebnisse der Interviews und des Online-Dialogs wurden von der beauftragten Projektbetreuerin des Leitbildprozesses, Kerstin Lassnig (urbos), vorgestellt. Charakteristisch ist für viele die Mischung und Vielfalt, das Nebeneinander sehr unterschiedlicher (widersprüchlicher) Nutzungen, die Authentizität, die Straßensituation. Es gefallen diese Mischung und Vielfalt, die Zentralität (Urbanität), Geschichte und Ambiente. Es stören der Verkehrslärm, der Stau, die Billigläden und Wettbüros, der Leerstand, und es fehlen Nahversorgungsgeschäfte, hochwertigere Läden, ansprechende Gastronomie, Hotels, Fahrradstellplätze, Freizeit- und Aufenthaltsqualität, durchgehende Radwege und Begrünung. Befürchtet wird eine sprunghafte Entwicklung der Potsdamer Straße und damit verbunden eine Verdrängung der angestammten Bevölkerung. Gewünscht werden eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation sowie die Möglichkeit, sich in den Entwicklungsprozess einzubringen bzw. eine vollkommene Veränderung (Gentrifizierung) zu verhindern. Es wird erwartet, dass sich die Straße langsam entwickeln und aufwerten wird (ggf. mit kulturaffinen Freizeitangeboten). Die Antworten sowie zahlreiche Recherchen und Fachgespräche bilden die Grundlage für drei öffentliche Workshops, die in den nächsten Monaten, zu den Themen:
•	 Workshop 1: Multikulturelle Vielfalt, Tourismus, Wohnen (12. Mai 2015) •	 Workshop 2: Gestaltung, Kultur / Galerien, Grün (30. Juni 2015) •	 Workshop 3: Einzelhandel, gewerbliche Entwicklung, Verkehr (22. September 2015)

Leitbild Potsdamer Straße

jeweils von 18 bis 21 Uhr stattfinden. Die Veranstaltungsorte werden noch bekannt gegeben. Interessierte sind herzlich eingeladen und können sich bereits jetzt unter info@ tiergarten-sued.de anmelden. Seien Sie dabei! Ihre Ideen für die Entwicklung der Potsdamer Straße! Weitere Informationen unter: www. tiergarten-sued.de. KL

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Aktuell

Gericht verbietet Laufhaus im „LSD-Haus“ an der Potsdamer Straße Seit Ende Januar 2015 ist es amtlich – in das Erotik-Kaufhaus im ehemaligen Wegert-Haus an der Potsdamer-/ Ecke Kurfürstenstraße wird kein „Laufhaus“ mit 48 Zimmern einziehen. Der jahrelange Rechtsstreit wurde nun beendet, eine Revision gegen dieses Urteil ist nicht zulässig, auch Schadenersatzforderungen können nicht gestellt werden. Gemäß der Baunutzungsverordnung ist es baurechtlich geregelt, dass in „gemischten Gebieten“ wie der Potsdamer Straße kein Bordellbetrieb stattfinden darf. Schon 2010 hatte das Bezirksamt eine Baugenehmigung versagt. Das Verwaltungsgericht urteilte bereits im Juni 2010, dass das Großbordell unzulässig sei, weil es gegen das planungsrechtliche Gebot der Rücksichtnahme verstoße. Auch das Quartiersmanagement und Anwohner befürchteten schon damals, dass der Bordellbetrieb das ohnehin fragile Gleichgewicht im Kiez noch weiter belasten würde. KH

„Verpufft und Ausgeträumt“

Homosexualität_en
26. Juni bis 1. Dezember 2015 Die gemeinsam von der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder geförderte Ausstellung findet vom 26. Juni bis 1. Dezember 2015 im Schwulen Museum* und im Deutschen Historischen Museum statt.
Schwules Museum*, Lützowstraße 73, 10785 Berlin Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin © Heather Cassils and Robin Black 2011, H ­ omage to Benglis, part the larger body of work CUTS: A Traditional Sculpture, Image courtesy of Heather Cassils and Ronald Feldman Fine Arts

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spezial

Ein kleines „Haus der Kulturen der Welt“ entsteht im Medienhaus
Vorbei ist der Dornröschenschlaf, in dem sich das für „Fernsehen aus Berlin“ (FAB) eingerichtete rot gestrichenen Medienhaus an der Ecke Genthiner Straße / Lützowstraße – schräg gegenüber von Möbel Hübner – einige Jahre lang befand. Mark Donfried und sein Institute for Cultural Diplomacy (ICD), auf Deutsch „Institut für kulturelle Diplomatie“, kauften das Haus und schicken sich nun an, den Kiez zu rocken. Auf mehreren Ebenen. Der Amerikaner mit dem Kaugummiakzent sprudelt nur so, wenn es um Gegenwart und Zukunft seines Instituts geht. Zum Zeitpunkt des Interviews Anfang April wurde auf Hochtouren daran gearbeitet, dass das Restaurant mit 120 Sitzplätzen im Erdgeschoss bald eröffnen kann. Es wird von einem Gastronomen, der vorher ein Lokal am Savignyplatz hatte, betrieben und soll „französisch angehauchte Bistroküche“ bieten, so der Mittdreißiger Mark Donfried. Es wird vom Frühstück bis zum Abendessen geöffnet sein. Geplant ist zunächst, besonders ins Mittagsgeschäft einzusteigen. Tische auf dem Trottoir sind vorgesehen, und wer es etwas größer mag, kann Veranstaltungen mit 200 bis 400 Personen hier durchführen. Von der Konferenz über Film- und Theateraufführungen bis hin zu Konzerten ist vieles möglich, dank eines großen Saals mit einer veränderbaren Bühne und durch die diversen Nebenräume. Vier Bars sind in Planung, die nahe gelegenen Botschaften am Tiergarten sollen mit Catering aus der Küche im Untergeschoss versorgt werden, und als besonderen Höhepunkt – auch im übertragenen Sinne – plant das ICD im Dachgeschoss eine „Sky Lounge“, ein für alle offener Club mit Terrasse und einem beeindruckenden Blick auf Berlin. Forschung, Bildung und Programme ...so lauten die drei Säulen des ICD. Übergreifendes Ziel ist es, „die Kultur der internationalen Zusammenarbeit auf Vertrauensbasis zu fördern“. Dazu gehört es, Dialoge zu fördern, Kongresse zu veranstalten und Netzwerke zwischen Kultur und Diplomatie aufzubauen. Die Säule „Bildung“ kann man ganz praktisch beobachten, wenn sich in den mittleren Stockwerken momentan 30 bis 40 Studenten in lichtdurchfluteten Klassenzimmern der zum ICD gehörigen Akademie tummeln. Die jungen Leute aus aller Welt studieren „kulturelle Diplomatie“. Mit dem Herbstsemenster 2015 soll es richtig losgehen, dann mit 100 bis 150 Studenten. Die Akademie kooperiert dazu mit fünf Hochschulen in Furtwangen, Coventry, Siena und zwei in Rumänien. Mit 9.000 Euro Studiengebühren für ein Jahr bzw. 12.000 Euro für zwei Jahre ist ein solches Studium für deutsche Verhältnisse teuer, für amerikanische hingegen günstig, so Mark Donfried. Der aus Massachusetts stammende Institutsdirektor hat deutsche Großeltern. Sein Vater ist Theologieprofessor, die Mutter Krankenschwester. Er studierte europäische Geschichte und politische Wissenschaften und kam durch das akademische Austauschprogramm DAAD nach Deutschland. 1999 gründete er das ICD, ein typisches Start-Up. Aus der Ein-Mann-Firma mit Sitz in Prenzlauer Berg, der Unterstützung durch die Gesellschaft für auswärtige Politik zuteil wurde, entstand in 15 Jahren ein Betrieb, der ein großes Gebäude wie das Medienhaus füllt. Im Vorstand des Instituts finden sich Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur wie Spaniens Ex-Ministerpräsident Zapatero, der CEO von Prada und Jermaine Jackson, Musiker und Bruder des verstorbenen Superstars Michael Jackson. Nach mehreren Umzügen – zuletzt fünf Jahre im Kudamm-Carree – fand Mark Donfried das Gebäude hier im Kiez, das sehr geeignet für eine vielfältige Nutzung ist. Die ursprünglich als Fernsehstudios

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spezial

Coming Soon?

Was war am 20. März 2015 um 13 Uhr in der Potsdamer Straße hinter diesen Scheiben los? Innen lange Kleiderständerreihen, dicht an dicht und eng. Dazwischen Frauen mit BH und knappem Slip. Sie haben anprobiert. Es gab nur zwei Anprobekabinen und davor standen 25 Leute mit sechs Teilen über dem Arm. Hosen, Kleider, Shirts, Pullover, und auf kleinen Podesten Schuhe, Handtaschen, Gürtel und anderes Zubehör, alles Markenartikel zu einem besonders günstigen Preis. 200 Menschen waren im Laden. Die Verkäufer haben dann beschlossen, nur

geplanten Räumlichkeiten im Untergeschoss werden bereits für Interviewaufzeichnungen genutzt, der Parkplatz im Innenhof soll zu einem Biergarten a la „Café am Neuen See“ werden. Mark Donfrieds Institut orientiert sich an Einrichtungen wie dem Goethe-Institut, dem DAAD und dem British Council. Das ICD ist ein gemeinnütziger Verein in Deutschland und den USA, erhält Förderungen von beiden Seiten des Atlantiks, übrigens auch von deutschen Stiftungen wie der von Bosch und Thyssen sowie von Unternehmen wie BMW und Deutscher Bank. Ob zu einem Forum zu Themen der Diplomatie und Politik oder einfach auf einen Kaffee im neuen Lokal – vielleicht schauen Sie sich das kleine „Haus der Kulturen der Welt“, wie es der Hausherr nennt, bald selbst einmal näher an. GB
Institute for Cultural Diplomacy, Genthiner Straße 20, Tel. 2360 7680, www.culturaldiplomacy.org

wenn einer hinaus geht, kann ein Neuer rein. Als ich den Laden leicht irritiert verließ, standen die nächsten 50 Kunden Schlange vor der Tür. Woher wussten all diesen Menschen von dem Verkauf? Ich kam ja zufällig vorbei. Und als ich am nächsten Tag, hoffentlich in Ruhe, schauen wollte, war alles weg, der Laden war zu. Was war das? IW

Straßenseite wechseln oder wie soll man durch dieses Nadelöhr kommen? Eine der aktuellen Engstelle im Kiez (gesehen in der Postdamer Straße)

Müll auf dem Dach?
Gesehen auf dem Dach des Nachbarschaftstreffs im Familiengarten. Wahrscheinlich mit großem Schwung einfach nach oben entsorgt. Vom Haus nebenan war das kein schöner Anblick. Inzwischen hat sich zum Glück jemand erbarmt und den Müll weggeräumt. GB

Es wird und ist eng im Kiez, aber auch großherzig – Regenschirm-Spenden, gesehen in der Potsdamer Straße.

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spezial

Farben-Fron in der Kurfürstenstraße
Im Krieg ausgebrannt und viel gesehen hat „Farben-Fron“ seither. 1968 vom Sohn Erwin Fron übernommen. Seit damals hat sich für ihn eigentlich nicht viel verändert, meint er. Der Laden kann auf viele Stammkunden zurückgreifen, die über die Jahre die Beratung des gelernten Einzelhandelskaufmanns für die Farbenbranche zu schätzen gelernt haben und dafür auch mal gern von weiter her kommen. Momentan kann man Vater Fron noch im Laden antreffen, doch schon bald soll sein Sohn, wie der Vater im Einzelhandel für Farben ausgebildet, dann in der dritten Generation das Geschäft weiter führen. Ob sich dadurch etwas ändert, kann er jetzt noch nicht absehen, meint Erwin Fron. Denn es sei ja heutzutage nicht mehr so leicht. Bleibt zu hoffen, dass ihm künftig die Kundschaft genau so hold ist wie den Eltern über die vielen Jahre hin. KH Lesen Sie auch den Kommentar von Kerstin Heinze zum Thema: Der traditionelle Einzelhandel – ein ausgedientes Geschäftsmodell? auf der Internetseite www.tiergarten-sued.de

Der rot-geschwungene Schriftzug über dem Eingang liest sich ein bischen wie „farben-froh“ und das trifft hier quasi auch zu. Das FarbenGeschäft von Erwin Fron in der Kurfürstenstraße 24-25 ist so etwas wie eine Instanz im Kiez. So ein Laden, wo man sich freut, „dass es so etwas noch gibt“. Denn seit Generationen inhabergeführte Geschäfte sind ja mittlerweile rar. Dabei haben die Kunden es hier mit handfesten Dingen zu tun. Ob Farben oder Lacke, Malerbedarf, Wand- und Bodenbeläge und entsprechende Pflege. Hier gibt es eigentlich alles, was man braucht, um den vier Wänden den letzten Schliff zu verleihen. Aber auch Hagerty-Staubsauger für die Tiefenreinigung von Teppichen kann man ausleihen. Das Geschäft existiert schon seit 1927, damals eröffnete der Vater Theodor Fron den Laden in der Steinmetzstraße 72.

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Gastrorubrik mit Gewinnspiel

Metropolis: zum ersten...
.... zum ersten Laden ist der Bioladen BIOSFERA in der Flottwellstraße 14 im Metropolis-Komplex geworden. Elisabeth und Halil Bekmez haben im Januar diesen Jahres den Schritt zu einem eigenen Laden gemacht ‒ einem Naturkostladen. Beide bauen den Laden immer weiter auf, so wie die Wünsche der Kunden nach bestimmten Produkten sind. Dieser Laden ist vielleicht nicht das, was sich viele Bewohner als Einkaufsmöglichkeiten ursprünglich wünschten, aber es ist ein guter Anfang. Mit großem Engagement und mit viel Enthusiasmus sind beide in die Selbständigkeit gestartet und es ist nicht der schlechteste Ort, an dem sie begonnen haben. Auf der Ostseite der Straße sind die Wohnungen noch nicht bezogen, das nährt die Hoffnung auf viel mehr Kunden und gute Umsätze, die das Geschäft auch rentabel machen. Aber es gibt nicht nur Naturkost zu kaufen, sondern das Ehepaar betreibt auch noch ein kleines Bistro mit Suppen und Eintöpfen. Das leckere Probeessen bestand aus einer Linsensuppe (einmal eine Suppe ohne Kreuzkümmel), die sehr gemundet hat und sehr gehaltvoll war. Gekocht werden darf in der Bistro-Küche nicht, da das u.a. die Hausbewohner bisher noch untersagen. Daher wird alles in einer auswärtigen Profiküche von Elisabeth Bekmez aus Bioprodukten zubereitet und in Spezialbehältern zum Bistro geschafft. Wenn notwendig, wird in der Bistro-Küche alles aufgewärmt, was bekanntermaßen Suppen und Eintöpfe noch schmackhafter macht. Neben belegten Brötchen werden auch hausgemachte Kuchen angeboten und der Kaffee, natürlich aus biologischem und fairen Anbau, ist sehr aromatisch. Noch eine Besonderheit hat das Bistro: die Möbel sind trendige, originale 50er Jahre Möbel: Sessel, Tische, Lampen und ein Schränkchen mit einer ganz kleinen Fachbibliothek. Gesammelt von Halil Bekmez und seiner Frau. Halil Bekmez hofft, dass bald die Pflasterungen um das Haus fertig werden, da er schon die Genehmigung hat, in der warmen Jahreszeit auch draußen Tische und Stühle aufstellen zu dürfen. Die Zeichen für ein gutes Gelingen sind für Elisabeth und Halil Bekmez sehr positiv. JL
BIOSFERA, Flottwellstraße 14, 10785 Berlin, Tel. 68327393, geöffnet montags bis freitags 8 bis 19 Uhr, samstags 8 bis 14 Uhr, www.biosfera.de

Gewinnspielfrage:

In welcher Straße befindet sich BIOSFERA und welcher Park ist in unmittelbarer Nähe? Wenn Sie unsere Frage richtig beantworten, können Sie einen Eintopf oder eine Suppe für zwei Personen und jeweils ein Getränk in der BIOSFERA gewinnen. Schreiben Sie die Lösung bis 1. Juli 2015 an „mitteNdran“ c/o Quartiersmanagement Magdeburger Platz, Pohlstraße 91, 10785 Berlin, oder per E-Mail: redaktionmittendran@yahoo.de, Kennwort: BIOSFERA. Verlost wird unter allen richtigen Einsendungen, der Gewinner wird in der nächsten Ausgabe veröffentlicht.

Auflösung Gewinnspiel:

Radieschen

aus „mitteNdran“ vom Februar 2015 Im letzten Heft hatten wir das Radieschen in der Pohlstraße 61 vorgestellt. Die richtige Antwort auf unsere Gewinnspiel-Frage, woraus das Suppenmuster, das Semira und ihre Kolleginnen zur Dekoration auf die Suppen zaubern, besteht, ist: „Soja-Sahne“. Das wusste u.a. Jörg Maria von Thun, der einen „Power Drink“ im RADIESCHEN gewinnt.

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Kinderrubrik

KiezKinderTheaterTag 2015

Noch mehr Theater
„Phönix-Kinder“ des JugendKulturZentrums Pumpe mit ihrem Improvisationstheater und die Klasse S7 mit „Wölfe in den Wänden“. Spannend, bunt und lustig wird es wieder! Also nicht verpassen! Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt ist frei. RW Ort: Allegro Grundschule, Lützowstraße 83-85, 10785 Berlin

Am 12. Juni um 16 Uhr heißt es wieder „Bühne frei“ für den KiezKinderTheaterTag in der Allegro Grundschule. Zum zweiten Mal präsentieren Kinder aus Tiergarten Süd ihre Schauspielkünste auf der Bühne der Allegro-Grundschule. Mit dabei sind das Kindermusiktheater „Regenbogen“ der evangelischen Luther-Kirchengemeinde Schöneberg mit einer musikalischen Adaption von „Der kleine Prinz“, die Kindertheatergruppe

Wir laufen für ein Sportgerät
Wir ‒ die 340 Schülerinnen und Schüler der Allegro-Grundschule ‒ laufen am 26. Juni unseren ersten Sponsorenlauf. Wir werden alle unser Bestes geben, denn unser gemeinsames Ziel ist ein lang ersehntes Sportgerät für den Schulhof. Als erstes suchen wir Leute, die uns für jede Runde, die wir laufen, mit einem kleinen Geldbetrag unterstützen. Ansprechen werden wir unsere Eltern, Verwandte und Freunde. Auch zu Gewerbetreibenden, Cafés und Restaurants gehen wir. Das ist natürlich sehr aufregend für uns. Aber wir freuen uns darauf, Euch von unserer tollen Schule zu erzählen. Mit dem Musik- und Leseprofil bietet die Allegro-Grundschule uns Bildung, die uns für‘s Leben prägt. Und der Kiez hat auch etwas davon: Wir musizieren für die Senioren des Charlottenheims, zeigen den Kita-Kindern, wie man ein Instrument spielt, und unterhalten die Nachbarschaft mit Festen, Theateraufführungen und Konzerten. Der Tag selbst wird super spannend. Denn mit jeder Runde, die wir laufen, kommen wir dem Sportgerät näher. Dafür haben wir von 10 bis 14 Uhr Zeit. Für das Publikum gibt es auf dem Vorplatz der Evangelischen Elisabeth Klinik in der Lützowstraße Stände mit Unterhaltung, Informationen, Essen und Getränken. Wir wünschen uns natürlich, dass uns der ganze Kiez unterstützt und anfeuert. Macht also bitte mit, wenn wir Euch ansprechen!

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Kinderrubrik

Verein kinderKUNSTmagistrale e.V. - KunstAktionen zum Mitmachen
Buntes und reges Treiben herrschte Anfang März in der Galerie Kuhn in der Pohlstraße 71. Kinder aus vier Kitas präsentierten stolz ihre künstlerischen Arbeiten. Unter dem Motto „Spiele der Welt“ hatte jede Gruppe gemeinsam mit einem Künstler eine eigene Spielidee entwickelt. Beeindruckend war die Vielfalt der präsentierten Ideen. Sie reichte vom afrikanischen Spiel GWAM über Musikinstrumente aus Verpackungsmaterialien, einem nachgebauten Naturraum, lustigen selbstgefilzten Spielbällen aus Wolle, einem Sing- und Bewegungsspiel bis zur Weltreise, auf der es fremde Kulturen und Tierwelten zu entdecken gab. Eltern und Besucher kamen schnell ins Gespräch, man lernte sich kennen und knüpfte neue Kontakte. Dieses Aktionsformat ist das Kennzeichen der KunstAktionen der kinderKUNSTmagistrale: aktive Beteiligung von Anfang an, Vermittlung künstlerischer Techniken und Vernetzung. Gemeinsam wird die Aktion von Künstlern und Pädagogen entwickelt und umgesetzt. Ganz unterschiedliche Techniken und Materialien kommen zur Anwendung und die entstandenen Arbeiten werden öffentlich präsentiert. Die Kinder lernen bei diesen Aktionen, sich selbst zu vertrauen und am Ball zu bleiben. Seit 2008 initiiert unser Team aus Künstlern, Kunsthandwerkern und engagierten Anwohnerinnen KunstAktionen zum Mit­ achen. Begonnen hat alles mit dem m jährlichen ehrenamtlichen Aktionstag „kindermagistrale“. Hier laden 8 bis 10 KunstAktionen zum kreativen Ausprobieren der unterschiedlichsten Materialien ein.

Seit 2011 initiieren wir im Rahmen des geförderten Projektes „kinderKUNSTmagistrale“ auch mehrtägige Aktionen zu eigenständigen Themen. In Kooperation mit den Kitas und der AllegroGrundschule gab es z.B. das Klangexperiment Potsdamer Straße, lockte die Aktion „Aktive Kunstbetrachtung“ in die Galerie cubus-m, thematisierte die Aktion „Fußball“ den Verlust von Freiflächen. Leider ist die Förderung zeitlich begrenzt und läuft Ende 2015 aus. Ohne Moos nix los. Das gilt auch für Aktionsformate mit hohem ehrenamtlichen Engagement. Material und Honorare für mehrtägige Aktionen kosten Geld und bedürfen einer Finanzierung. Deshalb haben wir uns im Juni 2014 als gemeinnütziger Verein kinderKUNSTmagistrale gegründet. Wir wollen unser Aktionsangebot für den Kiez erhalten. Sie können unsere Arbeit unterstützen: als Fördermitglied (30 € / Jahr), durch eine einmalige Spende oder durch Ihre Mitarbeit. Einen Einblick und Überblick über die bisher geleistete Arbeit vermittelt Ihnen unsere Dokumentation. Diese erhalten Sie auf Anfrage zugestellt oder im QM-Büro in der Pohlstraße 91. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen und Unterstützung.

Unsere nächste Aktion: Aktionstag „kindermagistrale 2015“ am 5. September 2015 im Familiengarten Kluckstraße 11 Kontakt: kinderKUNSTmagistrale e.V. c/o Gabriele Hulitschke, Kurfürstenstraße 170, 10785 Berlin, Tel. 2623027, www.kinderkunstmagistrale.de, Mail: info@kinderkunstmagistrale.de

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Adressen / Aktuelles

Adressen und Termine:
Quartiersmanagement Magdeburger Platz Pohlstraße 91, 10785 Berlin Direkt am Möbel-Hübner-Parkplatz Das Büro ist für Sie geöffnet: Mo bis Do 9–16 Uhr, Fr 9–12 Uhr Gesprächstermine können auch außerhalb der Öffnungszeiten telefonisch vereinbart werden. Tel. 23 00 50 23, E-Mail: info@tiergarten-sued.de Web: www.tiergarten-sued.de

Historische Orte sichtbar machen: Joy Markert und Sibylle Nägele laden Sie ein zu ihren nächsten Veranstaltungen: Samstag, 16. Mai, 15 Uhr Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof Treffpunkt: Kolonnenstraße 24-25 Samstag, 6. Juni, 15 Uhr Von Bahn­ rassen, Straßen, Brücken t und Ateliers Treffpunkt: an Tafel 7, Bülowstraße, Ecke Pots­ damer Straße 129 Samstag, 11. Juli, 15 Uhr Neue Kunstorte in historischen Räumen - Galerientour III: Schöneberger Ufer Treffpunkt: Galerie Aurel Scheibler, Schöneberger Ufer 71 Samstag, 8. August, 15 Uhr Ein Gartendenkmal – Heinrich-vonKleist-Park Treffpunkt: an Tafel 12, K ­ önigskolonnaden, Pots­ damer Straße am Kleistpark Bei allen Führungen ist die ­ eilnahme kostenlos, T aber begrenzt. Anmeldung beim Schöneberg ­ useum: M Tel. 030-90277 6163, E-Mail: mail@museentempelhofschoeneberg.de

Impressum
Herausgeber VISAP e.V. (V.i.S.d.P.) Redaktionsanschrift „mitteNdran“ c/o Quartiersmanagement Magdeburger Platz, Pohlstraße 91, 10785 Berlin, Tel. 23 00 50 23, Fax 23 00 50 25, E-Mail: redaktionmittendran@yahoo.de, Redaktionsteam Recep Aydınlar RA, Gerald Backhaus GB, Jörg Borchardt JB, Ingo Gust IG, Kerstin Heinze KH, Gabriele Hulitschke GH, Michael Klinnert ­ MK, Jörg Krohmer JK, Kerstin Lassnig KL, ­ Josef Lücke­ ath JL, Irene Weigel IW, Regine r Wosnitza RW Layout + Satz süpergrafik (Ayse Gökmenoglu) ¸ ˘ Abbildungen S. 1, 3, 9, 13, 14, 16 Illustrationen: Andree Volkmann; S. 2, 10, 11 (oben und ganz unten) Gerald Backhaus; S. 3 (oben), 5, 9 (oben), 12 Kerstin Heinze; S. 3 (unten) Frank Bertermann privat; S. 6 Alten Architekten GmbH; S. 7 (oben) nps tchoban voss GmbH & Co KG; S. 7 (mitte und unten) Recep Aydınlar; S. 8 Kerstin Lassnig; S. 11 (mitte) Irene Weigel; S. 13 Josef Lücke­ ath; S. 14 Bianka Flemig; r S. 15 Gabriele Hulitschke; S. 16 Gabriele Koll Druck Rainbowprint Hinweise Bei Personenbezeichnungen und Anreden sind beide Geschlechter angesprochen, auch wenn aufgrund besserer Lesbarkeit die gebräuchliche Form verwendet wird. Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit schriftlicher Genehmigung des VISAP e.V. gestattet

Grüner Daumen gesucht! Für den Kräutergarten wird eine/n Mitgärtner/in gesucht, die/der beim Anbau und Pflege der Kräuter unterstützt. Wer interessiert sich besonders für Kräuter und deren Verarbeitung? Es gibt schon einige Duftpflanzen im Garten zur Herstellung von Seifen und/oder Potpourris. Einfache Produkte wie Kräuter-Öle, -Essig und -Salz wurden im vergangenen Jahr hergestellt und das soll weiterhin geschehen (und mehr davon!) Informationen über den Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Kluckstr. 11, bei Gabriele Koll: wachsenlassen@web.de und wachsenlassen.wordpress.com
        
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