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Full text: Geschäftsbericht Issue 2014

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Geschäftsbericht 2014

Impressum
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Behlertstraße 3 a
14467 Potsdam
Telefon : 0331 8173-1777
E-Mail : info@statistik-bbb.de
www.statistik-berlin-brandenburg.de
Redaktion : Dr. Heike Hendl
Druck : Fata Morgana

Geschäftsbericht 2014

	Inhaltsverzeichnis
	2	
Vorwort des Vorstandes

	Unternehmensdarstellung
	4	
Organigramm (Stand: 01.12.2014)

	Ergebnisse der Geschäftstätigkeit
	6	
Schlaglichter 2014
	10	Das AfS im Jahr 2014
	16	Das Wahljahr 2014
	18	Die Zentrale Produktion – ein erfolgversprechender
Weg im statistischen Verbund
	20	Punktgenaues Windows 7-Rollout –
Migrations-Projekt in Zusammenarbeit
mit dem ITDZ Berlin

	Anhang
	22	Bilanz/Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
	24	Gewinn- und Verlustrechnung
	26	Bericht des Verwaltungsrates
	28	Das AfS in Zahlen
	U3	Abkürzungsverzeichnis, Bildnachweis

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

1

Vorwort

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (AfS) hat in
­seinem Leitbild den Anspruch formuliert, die Rolle des
führenden Informationsdienstleisters für amtliche Statistik in Berlin und Brandenburg zu übernehmen.
Ich möchte die Herausgabe des diesjährigen Geschäftsberichtes dazu nutzen, Ihnen die vielfältigen Aktivitäten
unseres Hauses darzustellen, mit denen wir diesen Anspruch in unserer täglichen Arbeit umsetzen.
Unser Kerngeschäft ist und bleibt die Durchführung
von ca. 300 gesetzlich angeordneten amtlichen Statistiken für die Länder Berlin und Brandenburg sowie die
Versorgung der Öffentlichkeit, der Verwaltung und Politik
sowie von Wirtschaft und Wissenschaft mit statistischen
Informationen.
An dieser Stelle möchte ich die Kooperation mit der
Verwaltung und der Politik ein wenig ausführlicher beleuchten: Die Aufgabe der Politikberatung beginnt für
unser Haus schon bei der Mitwirkung am Prozess der
Gesetzgebung. Sobald das Themenfeld amtliche Statistik
berührt ist, berät unser Haus die Ressorts der Länder Berlin und Brandenburg über mögliche bzw. zu erwartende
Folgen von Gesetzesvorhaben bis hin zu Kostenfragen
der Statistikproduktion. Die Unterstützung der Verwaltungen der Länder Berlin und Brandenburg erfolgt in
vielfältiger Form: Zum einen mit der Bereitstellung von
Daten für parlamentarische Anfragen, zum anderen
bringt sich unser Haus in unterschiedlichem Maße und
verschiedenen Kooperationsformen bei der Ausgestaltung der Berichterstattung der Verwaltungen ein. Das
AfS berät bei der Konzeption von Berichten und Analysen, liefert „maßgeschneiderte“ Daten oder erstellt auf
der Basis von Servicevereinbarungen Berichte für die
Verwaltungen der Länder Berlin und Brandenburg. Aus
einer Vielzahl von Beispielen sei an dieser Stelle die Mitarbeit unseres Hauses am Gender Datenreport für Berlin
und am Bericht zum Integrationsmonitoring der Länder
genannt. Auf der Grundlage von Servicevereinbarungen
unterstützt das AfS u. a. seit Jahren die Energieberichterstattung der Länder Berlin und Brandenburg.
2

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

des Vorstandes

Ein weiteres Geschäftsfeld des AfS ist die Mitwirkung bei
der Organisation und Durchführung von Wahlen und Abstimmungen in den Ländern Berlin und Brandenburg.
So ist die Geschäftsstelle der Berliner Landeswahlleiterin
im AfS angesiedelt. Der Brandenburger Landeswahlleiter
überträgt ein breites Spektrum an Aufgaben an das AfS.
Die Finanzierung wird in Servicevereinbarungen festge­
legt. Im Jahr 2014 waren in Berlin der Volksentscheid über
den Erhalt des Tempelhofer Feldes, in beiden Ländern die
Europawahlen und in Brandenburg die Kommunal- und
die Landtagswahlen zu unterstützen.
Zugegebenermaßen nicht ganz uneigennützig werben
wir in den Verwaltungen der Länder Berlin und Brandenburg für unsere interaktive Datenbank StatIS-BBB. Der
Zugriff auf die in StatIS-BBB bereitgestellten Daten ist für
Jederfrau/-mann kostenfrei über das Internet möglich.
Abrufbar sind individuelle tabellarische Auswertungen
mit fachlich und/oder regional tief gegliederten Daten
für die Länder Berlin und Brandenburg. Damit entlastet
die Nutzung von StatIS-BBB zum einen unseren Informationsservice und vermittelt zum anderen eine Vorstellung von dem Datenschatz der amtlichen Statistik,
der nach meiner Auffassung in den Verwaltungen der
Länder Berlin und Brandenburg noch weitaus besser
gehoben werden kann. Das AfS schult Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Verwaltung in der Handhabung und
optimalen Nutzung dieses vielseitigen Recherche- und
Auswertungsinstruments.
Die Durchführung von Fachtagungen für die Kommunalen Statistikstellen des Landes Brandenburg und die
Organisation von statistischen Kolloquien – offen für
externe Vorträge und externe Besucher – sind weitere
Wege, auf denen unser Haus im Sinne eines Informationsdienstleisters den Weg zu Datennutzerinnen und
-nutzern sowie potenziellen Kooperationspartnerinnen
und -partnern sucht.

Sie werden in unserem Geschäftsbericht viele konkrete
Beispiele unserer Tätigkeit finden und vielleicht sehen Sie
sogar Ansätze für Kooperationsmöglichkeiten. Zögern
Sie nicht, uns anzusprechen. Wir beraten Sie gern.
Ich richte abschließend meinen Dank an unsere Kundinnen und Kunden, zu denen nach unserem Dienstleistungsverständnis auch die berichtspflichtigen Bürgerinnen und Bürger der Länder Berlin und Brandenburg
gehören. Mein Dank gilt auch den Betrieben und Unternehmen der Region für ihre Kooperation. Ich danke
unseren Geschäftspartnerinnen und -partnern, die ihr
Vertrauen in uns und die amtliche Statistik mit dem Abschluss von Servicevereinbarungen zum Ausdruck bringen. Die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Berliner
Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit
sowie mit der Landesbeauftragten für den Datenschutz
und für das Recht auf Akteneinsicht Brandenburg trug
und trägt ganz wesentlich dazu bei, den Datenschutz
im statistischen Prozess von Anfang an sicherzustellen.
Nicht zuletzt danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltungen der beiden Länder für die
Unterstützung unserer Arbeit. Die Beschäftigten unseres
Hauses haben mit großem persönlichem Einsatz ihren
Beitrag dafür geleistet, dass wir für das Jahr 2014 eine positive Bilanz ziehen können. Dafür zolle ich ihnen meinen
Dank und meine Anerkennung.

Potsdam, im September 2015

Rudolf Frees
Kommissarischer Vorstand
des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

3

Vorstand
Herr Frees (komm.) 	

Geschäftsstelle
Wahlen Berlin
Herr Baasen	

(P) 	1000

Vertreter des Vorstandes
Herr Fidorra	
(P) 	1700
(B) 	3633

Wahlen Brandenburg
Frau Behling	
(B) 	3485

Koordinierungsstelle
Vorstandsangelegenheiten
Frau Gram 	
(B) 	3506

Bildung und Soziales
Frau Seifert 	 (C) 	 1100
Frau Kuchta stellv.	(C)	 1120

Abteilung 2
Bevölkerung und Regionalstatistik
Herr Bömermann	
(B) 	3685
Herr Paffhausen stellv.	 (B) 	3862

Abteilung 3
Wirtschaftsbereiche, Unternehmen
Frau Gruber	
(B) 	3842
Frau Langer stellv.	
(B) 	3588

Abteilung 4
Gesamtwirtschaft
Herr Dr. Höhne	
Frau Seyer stellv.	

(P) 	1200
(P) 	1210

Referat 12
Haushaltserhebungen
Frau Kuchta	
(C) 	1120

Referat 41	
Bevölkerung, Kommunalstatistik
Herr Paffhausen	
(B) 	3862

Referat 31
Verarbeitendes Gewerbe, Bergbau,
Energie- und Wasserversorgung
Frau Ebel	
(B) 	3396

Referat 21
Finanz- und
Personalstatistiken
Frau Seyer	

(P) 	1210

Referat 13
Vorschulische Bildung, Soziales
Rechtspflege
Herr Kuchta	
(C) 	1130

Referat 51
Mikrozensus, Sozialberichte
Frau Nauenburg	
(B) 	3697

Referat 32
Baugewerbe, Bautätigkeit
Frau Beeck	
(B) 	3593

Referat 22
Steuern
Herr Quaiser	

(P)	 1220

Referat 14
Hochschule, Schule Brandenburg
Gesundheitswesen
Frau Hubrich	
(C) 	1140

Referat 55
Mikrodaten, Analysen,
Forschungsdatenzentrum
Frau Voshage 	
(B) 	3907

Referat 33
Handel, Gastgewerbe,
Tourismus, Außenhandel
Frau Langer	
(B) 	3588

Referat 24
Umwelt, Umweltökonomische
Gesamtrechnungen
Frau Orschinack	
(P) 	1240

Referat 52
Schule Berlin, Bildungsanalysen
Herr Prof.
Dr. Rehkämper	
(B) 	3716

Referat 44
Zensus
Herr Wenzel	

Referat 34
Unternehmensregister,
Gewerbeanzeigen, Insolvenzen
Herr Dr. Heymann	
(B) 	3550

Referat 43
Volkswirtschaftliche
Gesamtrechnungen
Erwerbstätigkeit
Frau Höninger 	

(B) 	3740

Referat 35
Flächennutzung, Land- und
Forstwirtschaft, Fischerei
Herr Dr. Troegel 	
(B) 	3060

Referat 45
Preise, Verdienste,
Arbeitskosten
Frau Zimmer 	

(B) 	3280

Abteilung 1

(B) 	3810

Referat 23
Dienstleistungen, Handwerk,
Verkehr
Herr Keiser	
(P) 	1230

4

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

… Organigramm

Interne Revision, Organisation,
Qualitätsmanagement
Herr Koltzk 	
(B) 	3481
Frau Quaiser 	
(P) 	1004
Frau Dr. Goppold 	
(B) 	3658

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Anstalt des öffentlichen Rechts
Behlertstraße 3 a | 14467 Potsdam
Stand : 01.12.2014
Zentraler Service
Herr Fidorra	
Frau Klemm stellv.	
Herr Kudell stellv.	
Referat 71
Personalservice
Frau Grabowski	

(P) 	1700
(P) 	1800
(P) 	1600

(P) 	1710

Referat 63
Verfahrensentwicklung
Statistik
Herr Opitz	
(P) 	1630

Referat 72
Finanz- und Hausservice, KLR
Herr Michalsen	
(P) 	1720

Referat 64
IT-Systeme
Herr Hoffmann	

Referat 74
Recht
Frau Schenk	

Referat 53
Georeferenzierung, Regionales
Bezugssystem, Veröffentlichungsservice
Herr Neubert 	
(B) 	3271

(P) 	1740

Referat 61
Zentrale Koordinierung
Frau Ehlert	
(B) 	3721

(B) 	3706

Beschäftigtenvertretung
Personalratsvorsitzende
Frau Schoenecker	
(B) 	3114
Schwerbehindertenvertretung
Frau Franke	
(B) 	3459
Gleichstellungsbeauftragte
Frau Sawinsky 	
(P) 	1235

Informationsservice :
E-Mail : info@statistik-bbb.de
www.statistik-berlin-brandenburg.de
Telefon : 0331 8173-1777
Telefax : 030 9028-4091
Standort Potsdam (P) :
Telefon : 0331 8173-NSt
Standort Berlin (B) :
Telefon : 030 9021-NSt
Standort Cottbus (C) :
Telefon : 0331 8173-NSt

Datenschutzbeauftragte
Frau Schenk (komm.)	 (P) 	1740

Referat 75
Presse, Öffentlichkeitsarbeit
Frau Dr. Hendl	
(P) 	1750

Referat 62
Anwendungsbetreuung und
Querschnittsverfahren
Frau Pollner	
(P) 	1620

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

5

In Berlin und Brandenburg mehr Wohnungen als im Vorjahr

Schlaglichter 2014

Eheschließungen und Scheidungen
Im gesamten Jahr 2014 wurden in Berlin 13 373 und in
Brandenburg 12 812 Ehen geschlossen. Demgegenüber
standen 6 405 Scheidungen im Land Berlin sowie 4 887
geschiedene Ehen in Brandenburg.
Geburten
Im Jahr 2014 wurden in Brandenburg 19 339 Kinder geboren. In Berlin kamen 37 368 Kinder zur Welt. Im Jahr
2013 waren für beide Länder niedrigere Zahlen registriert
worden, und zwar 18 355 für Brandenburg sowie 35 038
für Berlin.
Erwerbstätigkeit
Die Zahl der Erwerbstätigen hat im Jahr 2014 in Berlin
mit 1 804 600 Personen den höchsten Stand seit 2000
erreicht. In Brandenburg ist dies mit 1 088 200 Personen
der höchste Stand seit 2001. Die Erwerbstätigkeit erhöhte
sich im Jahr 2014 gegenüber dem Jahr 2013 in Berlin um
1,7 Prozent und in Brandenburg um 0,6 Prozent. Damit
behauptet Berlin wie schon seit 2012 den Spitzenplatz
unter den Bundesländern. Brandenburg hingegen liegt
im unteren Drittel der Bundesländer, entwickelte sich
jedoch besser als der Durchschnitt der neuen Länder.
Schulanfängerinnen und -anfänger
Im August 2014 wurden in Berlin 30 975 Kinder eingeschult
(+1 008 bzw. +3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Die
Zahl der vorzeitig eingeschulten Kinder („Antragskinder“)
belief sich dabei auf 197, die Zahl der im Vorjahr zurückgestellten und nun nachträglich eingeschulten Kinder
auf 4 039.
Im Land Brandenburg fanden 2014 insgesamt 20 835
Einschulungen statt, was im Vergleich zum Vorjahr eine
Zunahme um 1 110 Einschulungen darstellt. Insgesamt
wurden 267 Kinder vorzeitig und 2 660 verspätet eingeschult.

6

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

Vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche
In Berlin befanden sich im Jahr 2014 insgesamt 2 666 Kinder und Jugendliche in sogenannten vorläufigen Schutzmaßnahmen, dazu zählt beispielsweise die Unterbringung der Kinder außerhalb der eigenen Familie. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl um 398. Der
Anteil der 14- bis unter 18-Jährigen belief sich 2014 auf
78 Prozent.
Im Jahr 2014 standen 1 773 Kinder und Jugendliche unter vorläufigem Schutz der brandenburgischen Jugend­
ämter. Die Zahl erhöhte sich gegenüber 2013 um 314
(1 459). Der Anteil der 14- bis unter 18-Jährigen an diesen
Maßnahmen betrug 58 Prozent.
Wohnungsbestand
Zum Jahresende 2014 gab es in Berlin 1 891 798 Wohnungen,
das waren 8 637 (0,5 Prozent) mehr als Ende 2013. Die Ergebnisse resultieren aus Wohnungszugängen durch Neubau (7 297) und Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden sowie aus Abgängen als Folge von Nutzungsänderung, Zusammenlegung und Abbruch. Über die Hälfte
der 318 204 Wohngebäude einschließlich Wohnheime
(56,7 Prozent) sind Ein- und Zweifamilienhäuser.
In der Reihe der zwölf Berliner Bezirke hat Pankow die
meisten Wohnungen, gefolgt von Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf. Am Ende der Skala rangieren Spandau
und Reinickendorf. In allen Berliner Bezirken hat sich der
Wohnungsbestand geringfügig erhöht, die meisten Wohnungen kamen in Pankow und Mitte hinzu.
Am Jahresende 2014 gab es im Land Brandenburg 1 293 779
Wohnungen, das waren 7 258 (0,6 Prozent) mehr als Ende
2013. Dies resultiert aus Wohnungszugängen durch Neubau (8 019) und Baumaßnahmen an bestehen­den Gebäuden sowie aus Abgängen als Folge von Nutzungsänderung, Zusammenlegung und Abbruch. 86,8 Prozent der
648 481 Wohngebäude (einschließlich Wohnheime) sind
Ein- und Zweifamilienhäuser.
Den höchsten Wohnungsbestand haben die Landkreise Oberhavel, Potsdam-Mittelmark sowie Märkisch-Oderland. In zwölf Landkreisen sowie in Potsdam und Cottbus

Ergebnisse der Geschäftstätigkeit
gab es Bestandszuwächse an Wohnungen, die höchsten
in Potsdam und im Havelland (jeweils +1,2 Prozent). In
Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz sowie Frankfurt
(Oder) und Brandenburg an der Havel überwogen die
Wohnungsabgänge.
Industrie
Innerhalb der zwölf Monate des Jahres 2014 stiegen die
Umsätze der 322 Berliner Industriebetriebe mit 50 und
mehr Beschäftigten gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent auf 22,3 Mrd. EUR. Die Auslands­
umsätze erhöhten sich um 3,6 Prozent auf 12,6 Mrd. EUR
und die Umsätze im Inland nahmen um 1,5 Prozent auf
9,7 Mrd.  EUR zu. Die Zahl der Beschäftigten verringerte
sich im Durchschnitt des Jahres um 0,3 Prozent. Unter
den umsatzstärksten Branchen verlief die Entwicklung
der Hersteller von DV-Geräten, elektronischen und op­
tischen Erzeugnissen (+4,3 Prozent) sowie der Pharma­
industrie (+2,9 Prozent) positiv. Dagegen meldeten die
Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (–7,0 Prozent) deutliche Umsatzeinbußen. Auch im Maschinenbau (–4,8 Prozent) und in der Nahrungsmittelindustrie
(–11,4 Prozent) waren die Umsätze rückläufig.
Die 434 Brandenburger Industriebetriebe setzten im
Jahr 2014 Erzeugnisse und Leistungen im Gesamtwert
von 23,0 Mrd. EUR um und somit 1,3 Prozent mehr als im
Jahr davor. Der Umsatz im Inland erhöhte sich dabei um
1,7 Prozent auf 16,1 Mrd. EUR und jener aus den Auslandsgeschäften lag mit insgesamt 6,9 Mrd.  EUR um 0,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Höhere Jahresumsätze
erwirtschafteten neben dem sonstigen Fahrzeugbau
die Bereiche Nahrungsmittelindustrie (+8,7 Prozent),
die Hersteller von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren
(+3,1 Prozent), wie auch von Gummi- und Kunststoffwaren (+4,7 Prozent) und die Produzenten von Kraftwagen
und Kraftwagenteilen (+6,3 Prozent). Negative Jahresbilanzen ergaben sich dagegen in den produzierenden
Wirtschaftsbereichen chemische Industrie (–0,8 Prozent), Papier, Pappe und Waren daraus (–4,4 Prozent),
Metallerzeugung/-bearbeitung (–7,2 Prozent), Herstel-

lung von Metallerzeugnissen (–10,0 Prozent) sowie von
DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen
(–30,1 Prozent). Die Zahl der durchschnittlich Beschäftigten blieb im Laufe des Jahres 2014 konstant.
Unternehmensinsolvenzen
Gegen 1  305 Unternehmen wurden in Berlin im Jahr
2014 Insolvenzverfahren beantragt, das sind 2,1 Prozent
mehr als im Vorjahreszeitraum. Die voraussichtlichen For­
derungen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um
37,7 Prozent auf 689,7 Mill. EUR.
Im Jahr 2014 registrierte das AfS insgesamt 544 Insolvenzverfahren gegen Unternehmen in Brandenburg. Das
waren 6,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, die
voraussichtlichen Forderungen sanken auf 282,6 Mill.  EUR
(2013: 288,7 Mill. EUR).
Verbraucherinsolvenzen
Gegen 4 842 überschuldete Menschen (Gesellschafter, Verbraucher, Nachlässe und ehemals selbstständig
­Tätige) wurden in Berlin im Jahr 2014 Insolvenzverfahren
beantragt. Ihre Schulden lagen mit 543,7 Mill. EUR um
5,3 Prozent unter den Forderungen des Vorjahres.
Im Jahr 2014 ermittelte das AfS in Brandenburg insgesamt 4 142 Insolvenzverfahren von übrigen Schuldnern
(Gesellschafter, Verbraucher, Nachlässe und ehemals
selbstständig Tätige). Das waren 246 Personen (5,6 Prozent) weniger als im Vorjahr. Die ausstehenden Forderungen sanken um 2,7 Prozent auf 305,8 Mill. EUR.
Gewerbeanzeigen
Im Jahr 2014 registrierte das AfS in Berlin 44 900 Gewerbeanmeldungen, damit wurde das Vorjahresergebnis um
2,8 Prozent verfehlt. Die Gewerbeabmeldungen erhöhten sich um 1,4 Prozent auf fast 35 300 Meldungen. Nach
Auskunft der zwölf Berliner Wirtschaftsämter gab es die
meisten Gewerbemeldungen im Baugewerbe mit mehr
als 9 900 An- und fast 7 300 Abmeldungen.
In Brandenburg wurden 2014 über 18 000 Gewerbe­
an­meldungen vom AfS registriert, das sind 1,7 Prozent
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

7

Anzahl fabrikneu zugelassener Personenkraftwagen weiter gestiegen

weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der Abmeldungen erhöhte sich um 0,2 Prozent auf gut 18 000. Nach Auskunft
der Brandenburger Wirtschaftsämter gab es die meisten
Bewegungen im Wirtschaftsbereich „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ mit 3 820 Anund 4 340 Abmeldungen.
Tourismus
Mit 28,7 Millionen Übernachtungen übertraf Berlin im
Jahr 2014 seinen bisherigen Rekord, der um 6,5 Prozent
über dem des Vorjahres lag. Damit lag der Anteil der Übernachtungen Berlins am Gesamtaufkommen Deutschlands
bei 6,8 Prozent. Die Zahl der Gäste stieg im gleichen Zeitraum auf 11,8 Millionen bzw. um 4,8 Prozent. Aus dem Ausland kamen 4,5 Millionen Gäste nach Berlin und buchten
12,5 Millionen Übernachtungen in den Beherbergungsbetrieben der Stadt. Das entsprach einem Anstieg um
5,2  Prozent bzw. 8,1  Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Spitzenplätze bei den Gästen und Übernachtungen
nahmen die für Berlin traditionell besucherstarken Herkunftsländer Großbritannien, USA und Italien ein.
Mit 11,9  Millionen Übernachtungen im Jahr 2014 hat
das Land Brandenburg das Vorjahresergebnis um 3,6 Prozent übertroffen. Die Zahl der Gäste stieg im gleichen
Zeitraum auf 4,4 Millionen (+4,6 Prozent). Der Brandenburg-Tourismus wurde 2014, wie schon in den Vorjahren,
von Gästen aus dem Inland bestimmt. Aus dem Ausland
kamen 7,6 Prozent der Gäste, davon jeder Vierte aus Polen
oder den Niederlanden.
Straßenverkehrsunfälle
Im Jahr 2014 erfasste die Berliner Polizei insgesamt 132 717
Straßenverkehrsunfälle, 1,4 Prozent mehr als im entspre­
chenden Vorjahreszeitraum. Bei 14 736 Unfällen mit Personenschaden verunglückten 17 491 Personen. Dabei
wurden 17 439 Personen verletzt und 52 Personen getötet,
15 Personen mehr als im Jahr 2013.
Im Jahr 2014 erfasste die Brandenburger Polizei insgesamt 79 286 Straßenverkehrsunfälle, 2,3 Prozent weniger
als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Bei 8 419 Unfällen mit Personenschaden verunglückten 10 895 Personen.
Dabei wurden 10 756 Personen verletzt und 139 getötet,
31 Personen weniger als 2013.
8

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

Neuzulassung fabrikneuer Kraftfahrzeuge
Im Jahr 2014 stieg die Anzahl der zugelassenen fabrikneuen Kraftfahrzeuge im Land Berlin im Vergleich zum
Jahr 2013 um 3 679 Kraftfahrzeuge bzw. 4,1 Prozent. Es
wurden 2 158 Personenkraftwagen, 656 Lastkraftwagen,
593 Zugmaschinen, 355 Krafträder und 24 Busse mehr
zugelassen.
39,2 Prozent der im Jahr 2014 zugelassenen fabrikneuen Personenkraftwagen verfügten über einen Dieselmotor. Außerdem wurden 367 Pkw mit einem Erdgasmotor
(+38,5 Prozent gegenüber 2013) und 1 465 Hybrid-Pkw
(–3,8 Prozent gegenüber 2013) neu zuge­lassen.
Im Land Brandenburg stieg die Anzahl der zugelasse­
nen fabrikneuen Kraftfahrzeuge im Vergleich zum Jahr
2013 um 2 978 Kraftfahrzeuge bzw. 4,3 Prozent. Es wurden 2 019 Personenkraftwagen, 697 Lastkraftwagen, 144
Krafträder, 25 Busse und 84 Zugmaschinen mehr zugelassen.
37,3 Prozent der im Jahr 2014 zugelassenen fabrikneuen Personenkraftwagen verfügten über einen Dieselmotor. Außerdem wurden 240 Pkw mit einem Erdgasmotor
(+15,9 Prozent gegenüber 2013) und 608 Hybrid-Pkw
(–9,7 Prozent gegenüber 2013) neu zugelassen.
Kraftfahrzeugbestand
Die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge belief sich am
1. 1. 2015 im Land Berlin auf 1 368 868. Die überwiegende
Mehrheit stellten dabei die Personenkraftwagen mit insgesamt 1 165 215 zugelassenen Fahrzeugen. Zudem waren
in der Hauptstadt 85 664 Lastkraftwagen und 102 129 Motorräder gemeldet.
Zum 1. 1. 2015 waren im Land Brandenburg 1 648 058
Kraftfahrzeuge zugelassen. Darunter befanden sich
1 353 356 Personenkraftwagen, 120 443 Lastkraftwagen
und 114 297 Motorräder. Der Landkreis mit den meisten
zugelassenen Kraftfahrzeugen und den meisten Personenkraftwagen war Potsdam-Mittelmark.

Kaufwerte für Bauland
Die Zahl der Verkäufe von unbebautem Bauland ging in
Berlin im Jahr 2014 gegenüber 2013 um 24 Prozent zurück.
Insgesamt wurden 1 150 Kauffälle (2013: 1 512 Fälle) erfasst.
Für rund 650 Millionen EUR wechselten rund 2,1 Millionen m² ihren Eigentümer. Der durchschnittliche Kaufwert
lag bei 303  EUR je m². Die meisten Kauffälle von unbebautem Bauland wurden im Jahr 2014 in Marzahn-Hellersdorf
(307 Verkäufe) registriert, die wenigsten Kauffälle gab es
in Friedrichshain-Kreuzberg (28 Verkäufe). Die mit Abstand höchsten durchschnittlichen Kaufwerte wurden in
Mitte (1 116  EUR je m²) und Charlottenburg-Wilmersdorf
(976 EUR je m²) ermittelt.
Die Zahl der Verkäufe von unbebautem Bauland ist
im Land Brandenburg im Jahr 2014 gegenüber 2013 um
9 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden 6 634 Kauffälle
(2013:  6 106 Fälle) erfasst. Für rund 498 Millionen EUR
wechselten rund 10,2 Millionen m² ihren Eigentümer.
Der durchschnittliche Kaufwert lag bei 49 EUR je m².
Die meisten Kauffälle von unbebautem Bauland wurden im Landkreis Havelland (734 Verkäufe) registriert.
Die wenigsten Kauffälle gab es in der kreisfreien Stadt
Frankfurt (Oder) (32 Verkäufe). Auch die dabei erzielten
Kaufwerte unterschieden sich landesweit deutlich. Der
mit Abstand höchste durchschnittliche Kaufwert wurde
mit 213 EUR je m² in der kreisfreien Stadt Potsdam ermittelt. Dagegen wurden in den Landkreisen Elbe-Elster und
Prignitz mit durchschnittlich 8 bzw. 9 EUR je m² weit unter
dem Landesdurchschnitt liegende Kaufwerte registriert.

Ergebnisse der Geschäftstätigkeit | Schlaglichter 2014

Gewerblicher Luftverkehr
Auf den Großflughäfen in den Ländern Berlin und Brandenburg sind im Jahr 2014 insgesamt 238 332 Flugzeuge gestartet und gelandet, das ist gegenüber 2013 eine
­Zunahme um 5,3 Prozent. Aufgeschlüsselt nach den beiden Flughäfen waren dies 176 235 Flüge in Berlin-Tegel
und 62 097 in Schönefeld. Die Zahl der Fluggäste stieg
von 26,3 Millionen auf 27,9 Millionen, darunter flogen
20,7 Millionen ab Berlin-Tegel. Im Bereich des Frachtund Postverkehrs wurden in Tegel 40 898 Tonnen und in
Schöne­feld 7 877 Tonnen umgeschlagen, was eine Summe für beide Flughäfen von 48 775 Tonnen ergibt und
einen Anstieg um 19,8 Prozent bedeutet.

Export
Im Jahr 2014 wurden von der Berliner Wirtschaft
Waren im Wert von insgesamt 13,3 Mrd. EUR
(+385 Mill. EUR) ausgeführt. In der Liste der Exportländer führten die USA (1,5 Mrd. EUR) das
Ranking an, gefolgt von Polen (912 Mill EUR) und
Frankreich (794 Mill. EUR). Zu den wichtigsten
Ausfuhrgütern gehörten Pharmazeutische Erzeugnisse (1,3 Mrd. EUR), Geräte zur Elektri­zitätserzeugung und -verteilung (1,2 Mrd. EUR) und
Fahrzeuge (1,0 Mrd. EUR).
Das Ausfuhrvolumen des Landes Brandenburg
erreichte im Jahr 2014 einen Gesamtwert von
13,2 Mrd. EUR (+309 Mill. EUR). Bei den Bestimmungs­
ländern rangierte Polen an erster Stelle (1,9  Mrd.  EUR),
­danach die USA (1,8  Mrd.  EUR) und Frankreich
(1,4  Mrd.  EUR). Zu den wichtigsten Exportgütern zählten Luftfahrzeuge (2,1 Mrd. EUR), Pharmazeutische Erzeugnisse (2,0 Mrd. EUR) und Blech aus Eisen oder Stahl
(754 Mill. EUR).

Import
Im Jahr 2014 belief sich die Wareneinfuhr in das Land
Berlin auf insgesamt 9,8 Mrd. EUR (+116 Mill. EUR). Haupt­
herkunftsländer waren Italien (997 Mill. EUR), Polen
(961 Mill. EUR) und die Niederlande(870 Mill. EUR). An der
Spitze der importierten Güter standen Nachrichtentechnische Geräte und Einrichtungen (517 Mill. EUR), Schuhe
(479 Mill. EUR) sowie Kraftmaschinen (388 Mill. EUR).
Das Land Brandenburg erreichten im Jahr 2014
Lieferungen im Gesamtwert von 18,3 Milliarden EUR
­
(–411  Mill.  EUR). Zu den wichtigsten Herkunftsländern
gehörten die Russische Föderation (6,1 
Mrd. 
EUR),
Polen (3,1 Mrd. EUR) und das Vereinigte Königreich
(925 Mill. EUR). Importiert wurden vor allem Erdöl und
Erdgas (6,2 Mrd. EUR), Luftfahrzeuge (2,0 Mrd. EUR) und
pharmazeutische Erzeugnisse (545 Mill. EUR).
Ein Außenhandelssaldo auf Landesebene kann aufgrund
der methodischen Unterschiede zwischen Export und
Import nicht berechnet und dargestellt werden.

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

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Berliner Nachhaltigkeitsbericht mit 16 Kernindikatoren vorgelegt

Das AfS im Jahr 2014

Kernaufgabe des AfS ist die Durchführung der durch
europäisches Recht sowie der bundesgesetzlich und
landesrechtlich angeordneten amtlichen Statistiken
für die Länder Berlin und Brandenburg. Dabei setzt
sich die Durchführung aus Erhebung, Aufbereitung,
Auswertung, Analyse und Veröffentlichung statistischer Ergebnisse zusammen. Bei den insgesamt 264
Statistiken im Jahr 2014 betrug die Termineinhaltungsquote, also der Anteil der an das Statistische Bundesamt (StBA) fristgerecht gelieferten Landesstatistikergebnisse an allen gelieferten Statistiken 97,2 Prozent.
Das AfS nimmt als führender Informationsdienstleister in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg eine
Vielzahl von Aufgaben in der Berichterstattung zu verschiedensten Themen und Schwerpunkten wahr:
Das AfS hat im Rahmen seiner regionalen Berichterstattung für die Hauptstadtregion den zweiten Regionalen
Sozialbericht Berlin und Brandenburg 2013 Ende Fe­
bruar herausgegeben. Es handelt sich um einen Indikatorenbericht in zwei Teilen. Der erste Teil enthält die
Ergebnisse in textlicher und grafischer Aufbereitung.
Der zweite Teil beinhaltet die vollständigen Ergebnisse
in Form von Excel-Tabellen. Neben den Landesebenen
Berlin und Brandenburg werden die Ergebnisse auch für
Berliner Bezirke und Brandenburger Kreise und kreisfreie
Städte dargestellt. Zum Vergleich dienen lange Zeitreihen und die Bundesebene. Für den Regionalen Sozialbericht Berlin und Brandenburg wurden Indikatoren aus
den Indikatorensystemen der Europäischen Union zum
Thema soziale Integration so ausgewählt, dass ein umfassendes Abbild der sozialen Lage der Bevölkerung Berlins und Brandenburgs entsteht. Ausführlich behandelt
werden die Themen Einkommensarmut und -verteilung,
aber auch Informationen zu Mindestsicherungsleistungen, Bildungsstand, Erwerbsbeteiligung, Gesundheit und
zur Wohnsituation sind Gegenstand der Betrachtung.

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Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

Brandenburgs Bildungsministerin Dr. Martina Münch,
Berlins Bildungsstaatssekretär Mark Rackles, die damalige Präsidentin des AfS, Prof. Dr. Ulrike Rockmann, sowie
der Leiter des Instituts für Schulqualität der Länder Berlin
und Brandenburg, Prof. Dr. Martin Brunner, präsentierten
Ende Februar den dritten gemeinsamen Bildungsbericht der Länder Berlin und Brandenburg im Landtag
Brandenburg den Medien. Angelehnt an das Indikatorenkonzept des nationalen Bildungsberichts Bildung in
Deutschland stellt die Berichtsreihe Bildung in Berlin
und Brandenburg die Grundlage eines Bildungsmonitorings für die Metropolregion dar. Der im Auftrag der
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft
Berlin sowie des Ministeriums für Bildung, Jugend und
Sport Brandenburg erstellte Bericht hat den Anspruch,
zentrale Aspekte des Bildungswesens auf Grundlage sowohl amtlicher als auch nicht amtlicher Daten umfassend
darzustellen. Eine Anschlussfähigkeit an die stärker regionalisierte Bildungsberichterstattung – wie sie beispielsweise im Rahmen des Programms Bildung vor Ort auf
Kreisebene stattfindet – einerseits und die nationale und
internationale Bildungsberichterstattung andererseits ist
durch die Orientierung an etablierten Indikatorenkonzepten gegeben.
Das Jahr 2014 stand im Zeichen von Wahlen und Abstimmungen: Neben der Europawahl (25. Mai) waren im Land
Brandenburg die Kommunalwahlen (25. Mai) und die
Landtagswahl (14. September) durchzuführen und im
Land Berlin das Volksbegehren und der Volksentscheid
über den Erhalt des Tempelhofer Feldes (25. Mai) sowie
zwei Bürgerentscheide. Das AfS hat ein breites Aufgabenspektrum bei der Vorbereitung und Durchführung
von Wahlen und Abstimmungen. Die Kernaufgabe für
beide Länder besteht in der Organisation einer reibungslosen Erfassung, Aufbereitung und Veröffentlichung der
vorläufigen Ergebnisse in der Wahlnacht und der endgültigen Ergebnisse ca. drei Wochen später.

Das AfS wirkt seit vielen Jahren als beratendes Mitglied
in der Arbeitsgruppe Berliner Mietspiegel mit. Der Arbeitsgruppe, die von der Senatsverwaltung für Stadt­
entwicklung und Umwelt geleitet wird, gehören Berliner
Interessenverbände der Mieter und Vermieter an sowie
weitere Institutionen. Für den Berliner Mietspiegel 2015
lieferte das AfS zur Aktualisierung der Datengrundlage
ausgewählte Ergebnisse aus der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2011.
Mit dem zweiten Datenbericht Kernindikatoren zur
nachhaltigen Entwicklung Berlins 2014 hat das AfS
in Kooperation mit der Berliner Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Umwelt Ende Oktober eine aktu­
elle Bestandsaufnahme vorgelegt. Für eine umfassende Darstellung bildet der Bericht mit 16 ausgewählten
Kern­indikatoren 16 verschiedene Zielbereiche nachhaltiger Stadtentwicklung ab. Die Zielbereiche des Berliner
Nachhaltigkeitsberichts sind Bildung, Vorschulische Erziehung, Sicherheit, Gesundheit, Sozialer Zusammenhalt,
Bodenschutz, Lärmbelastung und Luftqualität, Klimaschutz, Gewässerqualität, Artenvielfalt, Wirtschaftsleistung, Beschäftigung, Innovation, Ressourcenschonung,
Öffentlicher Haushalt und Chancengleichheit. Der Ent-

wicklungsstand der Zielbereiche wird über eine
fünfstufige Farbskala veranschaulicht. Die Befunde reichen von Rot: „Der Indikator bewegt sich in
die falsche Richtung“ über Gelb: „Indikator unverändert“ bis Grün: „Der Zielwert des Indikators wird
erreicht oder übertroffen“.

Ergebnisse der Geschäftstätigkeit | Das AfS 2014

Am 17. und 18. Juni tagte die Arbeitsgruppe Brandenburg/Lubuskie in Kostrzyn (Polen). Themen waren das
Monitoring der benachbarten Regionen, der gemein­
same Arbeitsmarkt und Pendlerverflechtungen. Federführend ist für die deutsche Seite das Ministerium für
Arbeit, Soziales und Frauen Brandenburg (MASF).
Vertreten waren neben dem AfS auf deutscher Seite
die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, der
Deutsche Gewerkschaftsbund und der Unternehmer­
verband Brandenburg-Berlin. Vereinbart wurde u. a. eine
temporäre Arbeitsgemeinschaft zur Sichtung und Ergänzung vorhandener Indikatorensysteme für die gemeinsame Grenzregion Brandenburg/Lubuskie mit Vertretern
des Statistischen Amtes in Zielona Gora, MASF und AfS
unter der Federführung des Direktors des Statistischen
Amtes in Zielona Gora, Roman Fedak.

Das AfS legte im Dezember die fünfte Auflage des
im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen
Berlin erstellten Gender Datenreports für Berlin
vor. Neben Daten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
werden die demografischen Kernbereiche Mortalität und
Migration vorgestellt. Dazu werden u. a. die Entwicklung
der durchschnittlichen Lebenserwartung und Daten zum
Migrationshintergrund präsentiert, immer getrennt nach
Frauen und Männern. In kurzen Analysen und Kommentaren haben Fachleute der Senatsverwaltung die Kernaussagen herausgearbeitet und interpretiert.
Das AfS beteiligt sich aktiv an der Diskussion von relevanten Themen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treten dabei als Referierende und Moderierende auf:

Der RatSWD beruft alle drei Jahre eine Konferenz für
Sozial- und Wirtschaftsdaten (KSWD) ein.
Die sechste KSWD mit dem Titel „Daten nutzen. Wissen schaffen.“ fand am 20. und 21. Februar erstmalig in
Berlin statt. Neben Plenarvorträgen zur Notwendigkeit
der ­Weiterentwicklung der bestehenden Forschungsin­
frastrukturen für die wissenschaftliche und wirtschaftliche
Nutzung sowie der Rolle evidenzbasierter wissenschaft­
licher Politikberatung wurden weitere zentrale Fragen
z. B. zum Umgang mit Big Data thematisiert und in acht
Parallelforen vertieft. Im Rahmen der Session zu Datenschutz und Datenzugang im künftigen europäischen
Rechtsrahmen erörterte Prof.  Dr.  Ulrike Rockmann (bis
28. Februar 2014 Präsidentin des AfS) gemeinsam mit
dem Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Dr. Alexander Dix und dem damaligen Präsi-

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

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denten des Hessischen Statistischen Landesamts Eckart
Hohmann den Umgang mit einem freien Zugang zu Informationen bei gleichzeitigem Schutz der personenbezogenen Daten. Beim Zensus 2011 wurde erstmals bei
einer Volkszählung in Deutschland ein datenveränderndes Verfahren zur Wahrung des Statistikgeheimnisses
angewendet. Dr. Jörg Höhne (Abteilungsleiter Gesamtwirtschaft im AfS) stellte die in Deutschland verwendeten
Verfahren und die Unterschiede der Ergebnisse zwischen
dem ersten und dem zweiten Veröffentlichungstermin
des Zensus 2011 vor.
Während der Konferenz wurden zudem die Berufungsvorschläge für die Vertreterinnen und Vertreter
der Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften
im RatSWD gewählt. Dieser berät die Bundesregierung
in Fragen der Erweiterung und Verbesserung der Forschungsdateninfrastruktur für die empirischen Sozial-,
Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaften. Mehrere Mit­
arbeiterinnen und Mitarbeiter des AfS engagierten sich
als ehrenamtliche Wahlhelferinnen und -helfer und unterstützten am Wahlabend die Auszählung der Stimmen
von insgesamt 1 774 Wählerinnen und Wählern.
Bereits zum siebten Mal fand am 12. und 13. Juni das jährliche Berliner VGR-Kolloquium ausgerichtet vom und
im AfS statt. Die Veranstaltungsreihe dient Datennutzerinnen und -nutzern aus Wissenschaft und Praxis sowie
den Produzentinnen und Produzenten aus der amtlichen
Statistik zum Informations- und Gedankenaustausch zu
Fragen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen
(VGR).
Am ersten Tag wurden historische Themen und die
politische Bedeutsamkeit der „einen Zahl“ – des Brutto­
inlandprodukt (BIP)-Wachstums – vorgestellt und diskutiert: So referierte u. a. Dr. Klaus Voy, ehemaliger Leiter der
Abteilung Gesamtwirtschaft im AfS, über die Entstehung
der VGR in der Zeit zwischen dem 1. und dem 2. Weltkrieg. Am zweiten Tag standen aktuelle Entwicklungen
im Mittelpunkt. Detaillierter beleuchtet wurden die beiden Modifikationen infolge der VGR-Revision 2014, die
vermutlich die größten Auswirkungen auf das BIP haben
werden.

12

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

Die AG Ost des Verbandes Deutscher Städtestatistiker
tagte am 19. und 20. Juni in Schwerin. Aus Brandenburg
waren die Landeshauptstadt Potsdam und die Städte
Cottbus, Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt vertreten. Ein wichtiges Thema war der Zensus 2011. Der Dezernatsleiter Bevölkerung, Prognosen, Todesursachen,
Gebiet, Reinhard Jonas vom Statistischen Landesamt
Mecklenburg-Vorpommern und der Abteilungsleiter
Bevölkerung und Regionalstatistik, Hartmut Bömermann vom AfS gingen in ihren Vorträgen insbesondere
auf die Zugangsmöglichkeiten der Kommunen und die
Übermittlung von Einzeldaten an die abgeschotteten
Statistikstellen ein. Auf besonderes Interesse stießen die
interaktiven Karten zu den Ergebnissen des Zensus 2011,
die das AfS im Internet bereithält.
Am 2. September fand mit Vertretern des brandenbur­
gischen Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz ein Arbeitstreffen zum Thema „Nachhaltigkeitsstrategie für das Land Brandenburg: Entwicklung von abrechenbaren Indikatoren und Zielen“ statt.
Die Nachhaltigkeitsstrategie für das Land Brandenburg
wurde Ende April von der Landesregierung beschlossen.
Als nächstes ist die Entwicklung eines Ziel- und Indikatorensystem geplant. Der Abteilungsleiter Gesamtwirtschaft Dr. Jörg Höhne erläuterte Datenlage und Möglichkeiten für einen langfristig nutzbaren Indikatorenpool.
Die Statistische Woche fand vom 16. bis 19. September
an der Leibniz-Universität Hannover mit den Schwerpunktthemen Zensus 2011: Ergebnisse und Perspektiven,
Persistent Time Series und Analysis of Big Data statt. Wie
auch in den letzten Jahren war das AfS aktiv an der Veranstaltung beteiligt. So leitete Ramona Voshage, Referatsleiterin Mikrodaten, Analysen, Forschungsdatenzentrum
die Session „Amtliche Firmendaten für Deutschland“. Die
Ausschusssitzung „Nutzung von Small area-Verfahren in
der Regionalstatistik“ moderierten Prof. Dr. Ralf Münnich,
Universität Trier, und Hartmut Bömermann, Abteilungsleiter Bevölkerung und Regionalstatistik. Dr. Jörg H
­ öhne,
Abteilungsleiter Gesamtwirtschaft referierte zu den

von der amtlichen Statistik eingesetzten Methoden zur
­statistischen Geheimhaltung und den Erfahrungen des
Einsatzes beim Zensus 2011. Auf Grundlage der Zensusund Mikrozensusergebnisse für Berlin und Brandenburg
legte Dr. Holger Leerhoff gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus
­Rehkämper, Referatsleiter Schule Berlin, Bildungsanalysen und Prof. Dr. Ulrike Rockmann, die unterschiedlichen
Resultate zum Bildungsstand in Berlin und Brandenburg
und die Konsequenzen für die Bildungsberichterstattung
dar.
An der Industrietagung 2014 – Wirtschaftliche Impulse für Europa! des Deutschen Instituts für Wirtschafts­
forschung nahm die Referatsleiterin Verarbeitendes Gewerbe, Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Beate
Ebel, am 22. Oktober in Berlin teil. Die Industrietagung
gibt es seit 1960, sie dient dem Dialog mit Unternehmen
und Verbänden. Hauptthemen sind traditionell die Entwicklung der deutschen Wirtschaft und Trends im produzierenden Gewerbe, diskutiert wird insbesondere die
Treffsicherheit kurzfristiger Prognosen. Der Fokus der der
Industrietagung 2014 lag auf der Entwicklung der Weltwirtschaft und der Investitionstätigkeit in Europa und
Deutschland. Für die amtliche Statistik ist der Austausch
mit den Experten aus Wissenschaft und Industrie von
großer Bedeutung, um unterschiedlichste Konjunkturdaten im Vergleich besser bewerten zu können.
Der Referatsleiter Bevölkerung, Jürgen Paffhausen, nahm
am 23. Wissenschaftlichen Kolloquium „Kleinräumige
Daten – Ausgewählte Fragestellungen“ teil, welches
das StBA gemeinsam mit der Deutschen Statistischen
Gesellschaft am 20. und 21. November in Wiesbaden
durchführte. Die Referentinnen und Referen­ten hoben
in ihren Vorträgen den vielfältigen Bedarf an räumlich
tief gegliederten statistischen Daten in Verwaltung,
Wirtschaft und Wissenschaft hervor: Bei der Verkehrs­
planung beispielsweise werden Daten auf der Ebene

Ergebnisse der Geschäftstätigkeit | Das AfS 2014

Gespannte Zuhörerinnen und Zuhörer

von Wohnquar­
tie­
ren, bei bestimmten Fragen
der Breitbandversor­gung oder der Lärmanalyse
werden hingegen möglichst gebäudescharfe
Daten benötigt. Auch aus Sicht der Europäischen
Statistik spielen kleinräumige statistische Daten
eine immer größere Rolle. Neben dem Hauptkriterium des Pro-Kopf-Inlandsproduktes ausgedrückt
in Kaufkraftstandard, mit dem NUTS-2-Regionen
Förderungsklassen zugeordnet werden, gibt es
mittlerweile weitere statistische Indikatoren, z. T.
auf der NUTS-3-Ebene. Darüber hinaus arbeitet
das Europäische Statistische Amt (Eurostat) mit den
Mitgliedsländern an einer einheitlichen Methodik für
ein rasterbasiertes Bevölkerungsgitter.
Das AfS agiert als ein Bestandteil der – in Deutschland
föderal organisierten – amtlichen Statistik. Nicht nur
die StLÄ und das StBA kooperieren im sogenannten
Verbund sehr eng, sondern Zusammenarbeit und Austausch finden mit einer Vielzahl von nationalen und
internationalen Organisationen und Behörden statt:

Im Januar waren zwei Delegationen aus dem Irak und aus
Turkmenistan im AfS. Die Gesandten informierten sich
über die allgemeinen Aufgaben des AfS in der deutschen
amtlichen Statistik unter dem Titel „Die Statistik in einem
föderalen System“ sowie über die Tätigkeiten, für die das
AfS bei der Vorbereitung und Durchführung von Wahlen zuständig ist. Dabei wurden sie hauptsächlich durch
Geert Baasen als Leiter der Geschäftsstelle der Berliner
Landeswahlleiterin betreut.
Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Statistikamtes Kasachstan sowie zwei Mitarbeiterinnen des kasachischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft
waren vom 17. bis zum 19. Februar zu Gast am Berliner
Standort des AfS. Der Besuch erfolgte im Rahmen des
von der Weltbank finanzierten KAZSTAT-Kooperationsprojekts unter Leitung des StBA. Dieses Projekt hat die
Weiterentwicklung in vielen Bereichen der amtlichen
Statistik Kasachstans zum Ziel. Prof. Dr. Ulrike Rockmann

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

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und Dr. Holger Leerhoff als Experten des Projektteams
em­pfingen die Studiengruppe. Die von Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern des AfS durchgeführten Trainingskurse
zur Struktur der amtlichen Statistik und des Bildungswesens in Deutschland, der Hochschul- und Berufsbildungsstatistik sowie dem Mikrozensus und zur Geheimhaltung
bildeten den Rahmen für einen lebhaften Austausch.
Beim study visit von vier Führungskräften des Amtes
für Statistik Mazedonien am 27. und 28. März in Berlin
standen vielfältige Themen im Fokus: Nach einem allgemeinen Überblick über die Organisation des AfS stellten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AfS ihre Arbeitsgebiete vor:
•	StatIS-BBB
•	 Bildungsstatistik in Deutschland
•	 Eurostat: Upstream Dialogue Visit in Berlin-Brandenburg
•	 E-Government Strategie in der amtlichen Statistik
•	 Open Data und Statistik
•	 Zugang zu Mikrodaten in Deutschland und Ausblick
auf europäische Entwicklungen.
Mit dem mazedonischen Amt für Statistik ist das AfS bereits länger durch Kooperationen im Rahmen eines Twinning-Projekts verbunden. Im vergangenen Jahr reisten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AfS nach Skopje,
um zusammen mit den mazedonischen Kolleginnen und
Kollegen die Harmonisierung ihrer Prozesse zu europä­
ischen Qualitätsstandards anzustreben.
Am 27. Mai fand ein Workshop zur Benutzung der Datenbank des AfS, StatIS-BBB, bei der Senatsverwaltung für
Arbeit, Integration und Frauen Berlin statt. Schwerpunkt
war die Auswertung der Berufsbildungsstatistik in StatIS,
insbesondere die inhaltliche Nachbildung der Tabellen
aus dem Statistischen Bericht. Da alle in der Berufsbildungsstatistik erhobenen Daten in StatIS für umfassende und spezifische Auswertungen zur Verfügung stehen,
wurde die Veröffentlichung eines jährlichen Statistischen
Berichts im Jahr 2012 eingestellt.

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Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

Vom 3. bis 5. Juni fand in Wien die zweijährlich stattfindende Konferenz über Qualität in der amtlichen Statis­
tik statt. Dabei beschäftigten sich Statistikerinnen und
Statistiker – nicht nur aus Europa, sondern aus aller Welt
– mit der Frage, was Qualität in der amtlichen Statistik
bedeutet, wie sie gemessen werden kann, was sie in besonderem Maße beeinflusst und wie man sie besser in
den Prozessen der amtlichen Statistik etablieren kann.
Sabine Quaiser, Qualitätsbeauftragte des AfS, hielt gemeinsam mit Peter Schmidt vom StBA einen Vortrag zu
dem Projekt „Qualitätsdatenblätter im Verbund“ im Rahmen der Session zur Qualitätsmessung.
Am 10. und 11. Juni haben der Vorstand des AfS, Rudolf
Frees, und der Leiter der Geschäftsstelle der Berliner
Landeswahlleiterin, Geert Baasen, die tunesische unab­
hängige Wahlkommission in Tunis bei der Vorbereitung der Parlamentswahl am 26. Oktober 2014 beraten.
Schwerpunkt war die Entscheidung über den Einsatz
­einer geeigneten Software zur Erfassung, Übermittlung,
Aufbereitung und Präsentation der Wahllokal-Ergebnisse.
Der Beratungseinsatz wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert.
Am 28. August besuchte eine 25-köpfige Delegation
des chinesischen Nationalen Statistischen Amtes den
Standort Berlin. Die chinesische Delegation hat sich
bei verschiedenen Institutionen in Deutschland über  die
Thematik der „Qualitätsanpassung in Preisstatistiken“ informiert und besonderen Wert auf die Erfahrungen aus
Sicht eines Landesamtes gelegt. Die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer wollten Informationen über die praktische Durchführung der Erhebung in Berlin und Brandenburg erhalten. So war u. a. die Bildung der Stichprobe,
die Umsetzung des Erhebungskatalogs („Warenkorb“),
die Erstellung der Erhebungsunterlagen, der Ablauf der
Erhebung vor Ort sowie der Einsatz von Preiserheberinnen und -erhebern und deren Schulung von besonderem Interesse. Auch der Informationsaustausch zwischen
den StLÄ sowie die Schulung der Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in den StLÄ wurden näher hinterfragt. Die
Referatsleiterin Preise, Verdienste, Arbeitskosten, Elke
Zimmer, hat den Teilnehmerinnen und Teilnehmer in
einem Vortrag die wesentlichen Fragen beantwortet,
Details wurden in der angeregten Diskussion anschließend geklärt.
Im Vorfeld der Brandenburger Landtagswahl besuchten
fünf Mitglieder der Sozialdemokratischen Marokkanischen Partei USFP (Union socialiste des forces populaires) am 11. September das AfS, um sich über die Organisation von Wahlen auf Landesebene zu informieren.
Vorbereitet und koordiniert wurde der Besuch von der
Friedrich-Ebert-Stiftung. Im AfS empfing Geert Baasen,
Leiter der Geschäftsstelle der Berliner Landeswahlleiterin,
die jungen Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die
sich besonders für die Einteilung der Wahlkreise und die
Rolle des AfS bei der Ergebnisermittlung und -veröffentlichung interessierten.

Ergebnisse der Geschäftstätigkeit | Das AfS 2014

In Vorträgen und Diskussionen werden Erfahrungen ausgetauscht.

Bundesrepublik Deutschland vom Auswärti­gen
Amt nach Deutschland eingeladen. Vier nigeria­
nische Journalist­innen und Journalisten tauschten sich während ihres siebentägigen Aufenthalts
mit hiesigen Expertinnen und Experten über Organisation und Durchführung so­wie Kommunikation und Auswertung von Wahlen aus. Auf dem
Programm standen neben dem Besuch der Geschäftsstelle der Berliner Landeswahlleiterin am 14. Oktober u. a. Termine beim Bundesministerium des Innern,
bei infratest dimap sowie Gespräche mit Pressevertreterinnen und -vertretern und ein Abendessen mit Berliner
Wahlhelferinnen und -helfern.

Um das Thema Wahlen ging es bei den Besuchen zweier
nigerianischer Delegationen im Oktober, die vom Leiter der Geschäftsstelle der Berliner Landeswahlleiterin,
­Geert Baasen, betreut wurden. Am 7. Oktober hatten zwei
Mitglieder der nationalen Wahlkommission Nigerias und
zwei Mitglieder der zivilgesellschaftlichen Organisation
Centre for Social Justice die Gelegenheit zu einem Gespräch über die gesetzlichen Rahmenbedingungen von
Wahlen in Deutschland mit besonderem Schwerpunkt auf
gesetzlichen Regelungen und finanzierungsrelevanten
Aspekten. Die Reise wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert und stand unter der Überschrift „Gesetzeslage und Monitoring – Wahlkampffinanzierung
als wesentlicher Aspekt eines fairen Wahlprozesses“. Die
Informationsreise der zweiten nigerianischen Delega­tion
organisierte das Goethe-Institut Besucherprogramm. Die
Gäste wurden im Rahmen des Besucherprogramms der

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

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Breites Aufgabenspektrum für das AfS bei Wahlen und Abstimmungen in Berlin und Brandenburg

Ausgewählte Themen

Das Wahljahr 2014
Im Jahr 2014 standen gleich mehrere Wahlen und Abstim­
mungen im Terminkalender des AfS: Neben der Europawahl in beiden Ländern, im Land Brandenburg Kommunalwahlen und Landtagswahl und in Berlin Volksbegehren und Volksentscheid über den Erhalt des Tempelhofer
Feldes sowie zwei Bürgerentscheide.
Das AfS hat ein breites Aufgabenspektrum bei der Vorbereitung und Durchführung von Wahlen und Abstimmungen. Die Kernaufgabe für beide Länder besteht in
der Organisation einer reibungslosen Erfassung, Aufbereitung und Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse
in der Wahlnacht und der endgültigen Ergebnisse ca. drei
Wochen später.
Darüber hinaus unterstützt das AfS den Brandenburger Landeswahlleiter und die Berliner Landeswahlleiterin
vielfältig. Die Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin Berlin ist im AfS angesiedelt. Deren Zuständigkeit reicht von
der Prüfung der Parteiunterlagen und der Öffentlichkeitsarbeit über die Bereitstellung des Internetangebotes, die
Beschaffung der Wahlmaterialien, wie zum Beispiel der
Stimmzettel und der Wahlbenachrichtigungen, bis hin
zur Werbung von rund der Hälfte der in Berlin einzusetzenden Wahlhelferinnen und Wahlhelfer. Das AfS stellt
das IT-System, mit dem die Berliner Bezirkswahlämter
die Wählerverzeichnisse führten, Briefwahlanträge sowie Wahllokale und Wahlhelfende verwalteten, bereit.
Im Mai 2014 hieß das für die Europawahl und die zeitgleich stattfindenden Entscheide in Land und im Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf in Zahlen: Drei Wählerverzeichnisse mit mehr als 2,6 Mio. Wahlberechtigten führen,
ca. 370 000 Briefwahlanträge, 1 709 Wahllokale sowie
18 000 Wahlhelferinnen und -helfer verwalten.
Das Jahr 2014 begann in Berlin mit dem Volksbegehren
über den Erhalt des Tempelhofer Feldes. Mitte Januar
stellte das AfS für die Berliner Landeswahlleiterin das

16

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

endgültige Ergebnis des erfolgreichen Volksbegehrens
zusammen. Der Senat legte den Termin für den Volksentscheid auf den Tag der Europawahl, den 25. Mai.
Im März 2014 beauftragte das Bezirksamt in Charlottenburg-Wilmersdorf das AfS mit der Unterstützung eines
ebenfalls am 25. Mai durchzuführenden Bürgerentscheids
zur Zukunft des Kleingartenvereins Oeynhausen, insbesondere zur Bereitstellung der IT-Infrastruktur mit dem
die Abstimmungsverzeichnisse zu führen waren sowie mit
der Erstellung der Abstimmungsunterlagen.
Diese Zusammenlegung von drei Wahlereignissen an
­einem Tag stellte eine ganz besondere Herausforderung
dar: Diese Konstellation hatte es in Berlin noch nie gegeben! Alle Prozesse, wie zum Beispiel Führung der Wählerverzeichnisse mit unterschiedlichen Wahl­berechtigungen,
mussten zum ersten Mal gleich dreifach parallel gesteuert
werden.
Gleichzeitig liefen im Frühjahr 2014 die Vorbereitungen für
die Kommunalwahlen im Land Brandenburg an. Kommunalwahlen sind außerordentlich komplex und besonders
zeit- und arbeitsintensiv. Es sind eine Vielzahl paralleler
Ereignisse auf unterschiedlichen kommunalen Ebenen zu
managen. Am 25. Mai waren es genau 697 kommunale
Wahlen, an denen das AfS maßgeblich beteiligt war:
•	 18 Wahlen zu den Kreistagen der Landkreise und den
Stadtverordnetenversammlungen der kreisfreien S­ tädte
•	 414 Wahlen zu den Gemeindevertretungen und
•	 265 Bürgermeisterwahlen.
Bei jeder dieser 697 Wahlen kandidierten andere Kandidatinnen und Kandidaten bzw. Listen, die im Inte­resse einer
einheitlichen und übersichtlichen Ergebnisdarstellung zu
wenigen Gruppen zusammengefasst werden mussten.
Bei den Kommunalwahlen hat das AfS das – bei der
Bundestagswahl 2013 erstmals verwendete – einheitliche
System zur Ergebniserfassung eingesetzt. Zusammen mit
den örtlichen Wahlleiterinnen und -leitern wurde die-

Am 25. Mai begannen die Wahlvorstände in den Berliner
und Brandenburger Wahllokalen und Briefwahlbezirken
unmittelbar nach der Schließung der Wahllokale um
18 Uhr mit der öffentlichen Stimmenauszählung. Die
Wahlvorstände meldeten dann ihre Ergebnisse an die
zuständigen Gemeinden, in Berlin an die Bezirkswahlämter. Dort wurden die Daten in den Computersystemen
erfasst und elektronisch an das AfS übertragen. Auf der
Basis der eingegangen Wahlergebnisse aus den Wahllokalen und den Briefwahlbezirken veröffentlichte das AfS
um 18:45 Uhr erste Ergebnisse der Europawahl im Land
Brandenburg im Internet. Im Abstand von wenigen Minuten folgten dann aktualisierte Zwischenergebnisse und
Hochrechnungen für die Europawahl in Berlin sowie erste
Ergebnisse der Kreistagswahlen und des Volksentscheids.
Das rbb-Fernsehen berichtete, inhaltlich und technisch
vom AfS unterstützt, teilweise live vom Berliner Standort
des AfS, wo die Ergebniszentralen für Wahlen und Volksentscheid eingerichtet waren.
Um 23:53 Uhr konnte das vorläufige Ergebnis der Europawahl für Brandenburg und kurz danach das für Berlin
festgestellt und anschließend dem Bundeswahlleiter
übermittelt werden. Es folgten dann die Feststellungen
des vorläufigen Ergebnisses des Volksentscheids und der
Kreistagswahlen.
Dokumentiert wurden die vorläufigen Ergebnisse aller
Wahlen und des Volksentscheids in umfangreichen statistischen Berichten, die am Tag nach der Wahl in Pressekonferenzen in Berlin und Potsdam jeweils zusammen
mit der Landeswahlleitung vorgestellt wurden. Diese
Berichte – wie auch die mit den endgültigen Ergebnissen – enthielten neben detaillierten Tabellen, Karten und
Grafiken, kommentierende Texte und Auswertungen.

Nur wenige Monate später, am 14. September,
fand die Landtagswahl Brandenburg statt. Die
Ergebniszentrale wurde dieses Mal am Potsdamer Standort des AfS eingerichtet. Das bewährte
einheitliche Brandenburger System zur Ergebnis­
erfassung, -übermittlung und -veröffentlichung
wurde erneut eingesetzt und weiter optimiert.
­Bereits um 18:45 Uhr konnte das AfS erste Ergeb­
nisse im Internet präsentieren. Im Abstand von
etwa 15 Minuten wurden kontinuierlich die Auszählungsstände im Internet aktualisiert. Das vorläufige Ergebnis der Wahl wurde um 22:50 Uhr
vom Landeswahlleiter festgestellt und anschließend mit der Sitzverteilung veröffentlicht.

Ergebnisse der Geschäftstätigkeit | Ausgewählte Themen

ses System weiter optimiert und ausgebaut. Es bildet
die Grundlage für harmonisierte Abläufe im gesamten
Land und realisiert, dass das AfS Wahlergebnisse von den
200 im Land Brandenburg zuständigen Ämtern und
amtsfreien Gemeinden sowie von den 14 Landkreisen
und vier kreisfreien Städten medienbruchfrei und ohne
Verzögerung in der Wahlnacht und nach Feststellung des
endgültigen Ergebnisses empfangen kann.

Wie bereits anlässlich der Wahlen am 25. Mai fand am Tag
nach der Wahl eine Pressekonferenz mit dem Landeswahlleiter statt und es wurden umfangreiche statistische
Berichte veröffentlicht.
Für die Europawahlen in Berlin und Brandenburg sowie
für die Landtagswahl führte das AfS außerdem eine repräsentative Wahlstatistik durch. Mit der repräsentativen
Wahlstatistik werden in ca. 5 Prozent aller Wahllokale und
Briefwahlbezirke das Wahlverhalten und die Wahlbeteiligung nach Geschlecht und Altersgruppen aufgenommen. Die 160 000 auszuwertenden Stimmzettel wurden
dem AfS von den örtlichen Wahlleiterinnen und -leitern
übergeben, in den nächsten Tagen erfasst und ausgewertet. Umfangreiche Ergebnisberichte wurden jeweils
knapp zwei Monate nach der Wahl veröffentlicht.
Im August 2014 unterstützte das AfS den Bezirk Treptow-Köpenick bei der Durchführung eines Bürgerentscheids über die Einführung einer gebührenpflichtigen
Parkraumbewirtschaftung. Zusätzlich zur IT-Unterstützung bei der Führung der Abstimmungsverzeichnisse
erstreckte sich die Hilfe des AfS hier auf die Ermittlung
des vorläufigen Ergebnisses wenige Stunden nach Schließung der Abstimmungslokale sowie auf die Ermittlung
des endgültigen Ergebnisses wenige Tage später.

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

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Die Zentrale Produktion – ein erfolgversprechender
Weg im statistischen Verbund
Am 1. Januar 2005 traten die „Grundsätze der ämterübergreifenden Aufgabenerledigung in der amtlichen Statistik“ in Kraft, auf deren Basis die optimierte Kooperation
der StLÄ und des StBA hinsichtlich Softwareentwicklung
und -pflege sowie technische Datenaufbereitung grundsätzlich geregelt ist.
Während bei der Softwareentwicklung bereits vor dem
Jahr 2005 im statistischen Verbund arbeitsteilig vorgegangen worden ist, erfolgte der Betrieb der Programme
stets dezentral: Jedes Amt erhielt die von einem Landesamt entwickelten Programme, installierte und betrieb sie
ausschließlich im eigenen Haus. Dieses Vorgehen war in
der Vergangenheit technisch und logistisch das Machbare. Mit den Entwicklungen in den letzten Jahren hin zu
leistungsstarken Übertragungsraten und technologisch
einfachen Verbindung zwischen Systemen an verschiedenen Standorten wuchsen die Möglichkeiten, statistische Verfahren mit riesigen Datenvolumina zentral zu organisieren. Mit der „Vereinbarung der statistischen Ämter
über die zentrale IT-Produktion und Datenhaltung“ vom
April 2007 wurden die Rahmenbedingungen geschaffen,
um auf der Basis einer zentralisierten Produktion und
Datenhaltung eine neue Qualität der Kooperation im statistischen Verbund zu schaffen. Dafür mussten die bis
dahin nur für einen dezentralen Einsatz entworfenen
Verfahren mandantenfähig gemacht, die notwendige
Infrastruktur (PC-Ausstattung, Speicherplatz, CPU-Leistung, Bandbreite des DOI-Anschlusses) den erweiterten
Leistungsanforderungen angepasst, die Ablaufsteuerung
von landesspezifischen Besonderheiten befreit und in
ein für alle Ämter gültiges System überführt werden. Insbesondere die klassischen Großrechnerverfahren benötigten einigen Aufwand zur Ertüchtigung. Um rasch zu
Ergebnissen zu kommen, wurde aus dem Gesamtbestand
der ca. 350 Statistiken ein Spektrum von 17 Statistikclustern für die Einführung der zentralen Produktion ausgewählt, die insgesamt 60 Einzelstatistiken umfassten. Neu
zu erstellende Verfahren wurden und werden von Beginn
an als zentral zu betreiben konzipiert (z. B. Verbraucherpreis- und Hochschulstatistiken).
18

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

Inzwischen werden Aufträge im Verbund im Rahmen
von Angebotsverfahren, die die AG ZPD betreut und
der LA OPTIKO koordiniert, vergeben. Die Übertragung
der zentralen Produktion an ein statistisches Amt erfolgt
auf der Grundlage eines detaillierten und transparenten
Angebots durch Beschluss der Leiterinnen und Leiter der
statistischen Ämter der Länder. Bei der Vergabe werden
neben der Wirtschaftlichkeit auch die fachliche Zusammengehörigkeit von Statistiken sowie die notwendige
Qualitätssicherung beachtet. Ende 2013 wurde eine neue
Rahmenvereinbarung zur ZPD zwischen den statistischen
Ämtern des Bundes und der Länder geschlossen, in der
auch die Konditionen zur Verrechnung im Verbund festgelegt wurden.
Bis 2014 wurden ca. 40 statistische Verfahren mit ca.
180 Einzelstatistiken in die zentrale Produktion überführt.
An der Bereitstellung von ZPD-Verfahren beteiligen sich
alle StLÄ und das StBA. Das AfS stellt seit dem Jahr 2002
die ZPD-Verfahren für Finanz- und Personalstatistiken als
ZPD-Pilotprojekt und seit 2007 für den Bereich Umwelt
Abfallstatistiken zur Verfügung. Für diese Statistikverfahren ist das AfS fachlich zuständig und programmierendes
Amt.

•	
•	
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•	
•	

Der statistische Verbund, also alle StLÄ und das StBA,
und die Nutzerinnen und Nutzer der statistischen Daten
profitieren erheblich von der ZPD:
im Verbund liegen aktuelle und einheitliche
­Programmversionen vor,
Verbundstandards werden eingehalten
einheitliche Metadaten werden im gesamten
­Auf­bereitungsprozess verwendet, diese Metadaten
­werden zentral in einem Amt gepflegt,
schnellere Erstellung der statistischen Daten bis hin
zu den Bundesergebnissen,
Optimierung von länderübergreifenden und/oder
­bundesweite Auswertungen und Analysen,
statistische Geheimhaltung über alle Regionalstufen –
vom Bund bis zu den Gemeinden möglich,
Betreuungsqualität steigt mit höherem Spezialisierungsgrad der Verfahrensbetreuerinnen und -­ betreuer,
Qualität der Daten ist besser.

Ergebnisse der Geschäftstätigkeit | Ausgewählte Themen

Die zentrale Produktion im statistischen Verbund hat sich bewährt.

Im AfS ergeben sich vielfältige Einsparpotenziale: Der
Aufwand für Installation, Test und Updates der bei anderen Ämtern zentral betriebenen Verfahren entfällt. Die im
AfS für alle Länder zentral durchzuführenden ZPD-Verfahren können so intensiv, spezialisiert und mit hoher
Kompetenz betrieben werden. Die Kosten des Systembetriebes sind erheblich verringert, nicht zuletzt durch die
Abnahme der Systemvielfalt. Die Kosten der ZPD IT-Infrastrukturen werden von allen Ländern anteilig getragen.
Mit dieser zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung
aller Ämter im Verbund wuchs der Bedarf nach einer zuverlässig geschützten IT-Sicherheitsinfrastruktur. Die
technischen Richtlinien des BSI geben angemessene
IT-Sicherheitsstandards vor. Der Verbund hat die zentrale Produktion so organisiert, dass die einheitlichen
IT-Sicherheitsstandards nach BSI-Vorgaben eingehalten
werden.
Die zentrale Produktion im statistischen Verbund hat
sich bewährt. Deshalb schließt sich ein Pilotprojekt zur
zentralisierten Datenhaltung (ZD) im Verbund an, ausgewählt wurden die Finanz- und Personalstatistiken. Im
Unterschied zur zentralen Produktion liegen bei der ZD
nicht nur die Daten der jeweils aktuellen Erhebung a­ ller
Länder sondern möglichst lange Zeitreihen in einer Datenbank vor. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Daten
werden zur Auswertung an einer Stelle bereitgestellt.
Das AfS hat bei diesem Pilotprojekt die fachliche Vorbereitung federführend in der Hand und begleitet die
technische Umsetzung unter dem Aspekt der Qualitätssicherung.

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

19

»
Punktgenaues Windows 7-Rollout – Migrations-Projekt
in Zusammenarbeit mit dem ITDZ Berlin, Katja Walter, ITDZ Berlin
Termingerecht gestartet, terminge­
recht beendet. Mit der Windows
7-Migration im AfS gelang dem ITDZ
Berlin ein Best Practice-Projekt. Aufgrund guter Projektorganisation und
realistischer Planung konnte das Projekt – zur Zufriedenheit des Kunden
– im vorgegebenen Zeit- und Budget­
rahmen abgeschlossen werden.
„Wir haben mit dem Umstieg auf
Windows 7 eine Punktlandung gemacht. Mit Ablauf der Frist für den
XP-Support im April dieses Jahres
­waren alle Arbeitsplätze umgestellt.
Den Rollout innerhalb von vier
­Wochen zu bewerkstelligen, war ein
Kraftakt und erforderte von allen Beteiligten hohes Engagement. In dieser knapp bemessenen Zeit wurden
an unseren drei Standorten Berlin,
Potsdam und Cottbus insgesamt
583 PC-Arbeitsplätze ausgetauscht
und gleichzeitig alle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter geschult. Ganz entscheidend war dabei eine gut aufgestellte Projektorganisation mit erfahrenen Projektmitarbeiterinnen und
-mitarbeitern – und zwar sowohl von
unserer Seite als auch vonseiten des
ITDZ Berlin“, so Brit Berger, zuständige
Projektleiterin der Windows 7-Umstellung beim AfS.
Im Fokus von Migrationsprozessen
steht oft ein zentraler Rollout der
Hardware, der allerdings nur ein
Teilschritt der Migration ist. Neben
der Rolloutstrategie ist der Ablauf
der gesamten Migration der Soft20

ware zu planen und vorzubereiten.
Das Projekt startete daher mit einer
inten­siven Vorbereitungs- und Konzeptphase ein halbes Jahr vor dem
Rollout, im September 2013. Es galt,
das Vorgehen bei der Migration eines
Clientsystems zu Windows 7 festzu­
legen, den Kommunikationsplan und
ein Schulungskonzept zu erstellen
und Softwaretests in der neuen Umgebung zu konzipieren. Das Hauptziel
war dabei stets den IT-Betrieb während und nach der Migration sicherzustellen.
Um möglichst schnell wieder eine
homogene Client-Landschaft zu erhalten, hatte sich das AfS für die Einführung von Windows 7 gemeinsam
mit neuer Hardware entschieden.
Die neuen Fat-Clients wurden an den
­Tagen des Rollouts vor Ort aufgebaut
– zeitgleich mit der Mitarbeiterschulung. Jede Mitarbeiterin und jeder
Mitarbeiter richtete sich dabei sein
neues Server-basiertes Profil ein. In
einem ersten Schritt wurde zunächst
ein Standard-Client installiert, die
Verteilung der Fachsoftware folgte
am nächsten Tag. Für die Migration
der rund 180  Fachanwendungen im
Bereich Statistik war vom AfS außerdem ein Prozess zu definieren und
steuern – einschließlich der Paketierung durch einen externen Provider
und Abnahmetests durch den Kunden. Außerdem wurde die Migration
zu Windows 7 mit dem Upgrade auf
MS Office 2010 kombiniert. Das ist
sinnvoll, da dadurch Synergieeffekte

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

bei der Migration realisierbar sind.
Die hierdurch zusätzlich entstehenden Arbeitspakete, wie zum Beispiel
die Prüfung der Kompatibilität bestehender Office-Dokumente und gegebenenfalls deren Anpassung, waren
entsprechend in die Gesamtplanung
aufzunehmen.
Konrad Kandziora, Vorstand des ITDZ
Berlin: „Mit der richtigen Strategie
lässt sich die Umstellung auf das neue
Betriebssystem reibungslos gestalten.
Das ITDZ Berlin ist dafür der ideale
Partner der Verwaltung.“
Eine Grundvoraussetzung für erfol­g­
reiche Migrationsprojekte ist, gemeinsam mit dem Kunden ein detailliertes
Zielbild zu entwickeln und auf dieser
Basis entsprechende Phasen- und
Meilensteinpläne zu erarbeiten. Zu
diesem Zweck greift das ITDZ Berlin
auf standardisierte Vorgehensweisen
zurück, die jeweils den Anforderungen des Kunden angepasst werden.
Wichtig für den Erfolg eines solch ehrgeizigen Projektes ist es, auch nach
dem Rollout intensiv zusammenzuarbeiten, um den Übergang in einen
sicheren und stabilen Betrieb zu gewährleisten.

«

Dieser Artikel wurde mit freundlicher
Genehmigung des ITDZ Berlin aus dem
Splitter 1/2015 übernommen.

Ergebnisse der Geschäftstätigkeit | Ausgewählte Themen

583 PC-Arbeitsplätze ab- und wieder aufgebaut, 410 Tickets erfolgreich abgearbeitet

Das Rollout vom 17. März bis 16. April 2014 in Zahlen
Die Planung im AfS nahm etwa ein halbes Jahr in Anspruch. Zur Vorbereitung der Softwareumstellung war
externe Unterstützung zur Softwarepaketierung mit
einem Aufwand von 128 Personentagen sowie zur
­
­Office-Migration mit einem Aufwand von etwa 11 Per­
sonentagen erforderlich. Die erste PC-Lieferung traf am
7. März am Standort Berlin ein. Insgesamt wurden
609 PCs mit Maus und Tastatur, 655 Monitore und
194 Drucker bestellt und geliefert.
Innerhalb von 4 ½ Wochen wurden 583  PC-Arbeitsplätze ab- und wieder aufgebaut. Das eigentliche Rollout
dauerte neun Tage am Standort Berlin: 344 PCs, 376 Monitore und 127 Drucker ausgetauscht, sechs Tage am Standort Potsdam: 181 PCs, 192 Monitore und 46 Drucker ausgetauscht und zwei Tage am Standort Cottbus: 58 PCs,
59 Monitore und 21 Drucker ausgetauscht. An jedem Roll­
out-Tag waren von einer externen Firma 4 bis 6 Personen
für den Ab- und Aufbau von 17 bis 41 Arbeitsplätzen und
ein Koordinator vom ITDZ im Einsatz. Vom AfS waren täglich fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Benutzerservice und der Systemadministration sowie zwei
Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter ausschließlich
mit dem Rollout beschäftigt. Dazu gehörte die Erstellung der Rolloutlisten, die Planung und Durchführung
der 32 internen Inhouse-Schulungen, die Vorbereitung
und Umstellung der etwa 500 Benutzerkennungen, sowie die technische Betreuung der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der externen Firma.
Weitere vier bis sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des Benutzerservice waren mit der Beantwortung von
Fragen und Tickets indirekt am Rollout beteiligt. Es gingen 446 Tickets ein, von denen 410 Tickets erfolgreich
abgearbeitet werden konnten.

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

21

Anhang
Bestätigungsvermerk
des Abschlussprüfers

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg Anstalt des öffentlichen Rechts, Potsdam
Bilanz zum 31. Dezember 2014
A KT IV S E IT E

31.12.2014
EUR

Vorjahr
EUR

TEUR

A. ANLAGEVERMÖGEN

I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

81.480,00

146

II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

68.386,00

93

2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

140.186,00

174
208.572,00

267

III. Finanzanlagen
1. Wertpapiere des Anlagevermögens

2.000.000,00

2.000
2.000.000,00

2.000

2.290.052,00

2.413

B. UMLAUFVERMÖGEN

I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2. Sonstige Vermögensgegenstände
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei
Kreditinstituten und Schecks
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

22

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

36.617,86

14

297.982,42

267
334.600,28

281

5.560.638,85

7.783

5.895.239,13

8.064

216.321,49

213

8.401.612,62

10.690

deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den
ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in
der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der
Anstalt. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage
der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung
der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

P A S S IV S E IT E

31.12.2014
EUR

Anhang | Bilanz | Gewinn- und Verlustrechnung

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang –
unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg
Anstalt des öffentlichen Rechts, Potsdam, für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den

Vorjahr
EUR

TEUR

A. EIGENKAPITAL

I. Gewinnvortrag (im Vj.: Verlustvortrag)
II. Jahresüberschuss

B. SONDERPOSTEN FÜR ZUWENDUNGEN

595.398,75

(574)

68.828,96

1.169

664.227,71

595

44.468,00

115

C. RÜCKSTELLUNGEN

1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

3.115.074,00

3. Sonstige Rückstellungen

2.375.237,34

2.860
2.085
5.490.311,34

4.945

D. VERBINDLICHKEITEN

16.002,28

55

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

1.095.115,58

2.985

3. Sonstige Verbindlichkeiten

1.091.487,71

1.995

1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

- davon aus Steuern: EUR 20.395,65 (Vj: TEUR 9)
2.202.605,57

5.035

8.401.612,62

10.690

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

23

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach
§ 317  HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und

Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den
Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung und durch den
Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit
hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg Anstalt des öffentlichen Rechts, Potsdam
Gewinn- und Verlustrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014

2014
EUR

1. Umsatzerlöse
2. Sonstige betriebliche Erträge

Vorjahr
EUR

TEUR

282.615,33

241

33.052.711,37

34.600

3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung

(20.045.099,35)

(20.306)

(4.443.421,82)

(4.291)

- davon für Altersversorgung: EUR
745.674,75 (Vj.: TEUR 646)
24.488.521,17

(24.597)

4. Abschreibungen
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen

(182.142,50)

(191)
(182.142,50)

(191)

5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

(8.460.671,55)

(8.773)

6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

19.675,29

90

(160.014,96)

(203)

63.651,81

1.167

5.423,15

2

- davon aus der Abzinsung: EUR
11.069,58 (Vj.: TEUR 85)
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
- davon aus der Aufzinsung: EUR
160.014,96 (Vj.: TEUR 202)
8. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
10. Sonstige Steuern

(246,00)

0

11. Jahresüberschuss

68.828,96

1.169

(595.398,75)

(574)

664.227,71

(595)

12. Gewinnvortrag (Im Vj.: Verlustvortrag)
13. Bilanzgewinn

24

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der
Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und
den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und
vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Anstalt. Der Lagebericht
steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Anstalt und stellt die Chancen und Risiken der
zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

gez. Schröder 		
Wirtschaftsprüfer 	

Anhang | Bilanz | Gewinn- und Verlustrechnung

Festlegung der Prüfungshandlungen werden die
Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über
das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Anstalt sowie die Erwartungen über mögliche Fehler
berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden
die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise
für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss
und L­ agebericht überwiegend auf der Basis von
Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die
­Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der
gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der
Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere
Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Berlin, den 28. Mai 2015
Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
gez. Fischl
Wirtschaftsprüfer

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

25

Bericht
des Verwaltungsrates
Der Verwaltungsrat ist im Jahr 2014 zu drei Sitzungen
zusammengetroffen, bei denen in Anwesenheit des
Vorstands getagt wurde. Im Rahmen der Sitzungen
wurde der Verwaltungsrat vom Vorstand regelmäßig
über den Verlauf der Geschäfte, die wirtschaftliche
Lage und die wesentlichen Geschäftsvorgänge der
Anstalt unterrichtet.
Die Amtszeit von Vorstand und Stellvertreter
endeten am 28. 02. 2014. Zu diesem Zeitpunkt war
das Auswahlverfahren zur Neubesetzung von Vorstand und stellvertretendem Vorstand noch nicht
abgeschlossen. Zum 01. 03. 2014 wurde deshalb ein
Vorstand mit einer kommissarischen Besetzung bestellt. Im Zusammenhang mit der Fortsetzung des
Verfahrens zur Neubesetzung von Vorstand und

Herr Kurt Kliem,
Abteilungs­leiter, Senatsverwaltung für Inneres
und Sport des Landes
Berlin ; Vorsitzender des
Verwaltungsrates seit dem
08. 10. 2012 (Mitglied des
Verwaltungsrates seit
dem 01. 09. 2012)

26

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

stellvertretendem Vorstand fanden drei weitere Sitzungen des Verwaltungsrates statt. Dabei wurde in
Abwesenheit des Vorstands getagt.
Der Jahresabschluss zum 31. 12. 2014 und der Lagebericht wurden unter Einbeziehung der Buchführung
von der Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und sind mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.
Die Prüfung gemäß § 53 Abs. 1 HGrG hat seitens der
Abschlussprüfer ebenfalls zu keinen Einwendungen
geführt.
Die Abschlussunterlagen sowie die Prüfungsberichte wurden dem Verwaltungsrat vorgelegt und
vom Abschlussprüfer ausführlich erläutert. Nach

Herr Hans-Werner
Michael, Referatsleiter,
Ministerium der Finanzen
des Landes Brandenburg,
stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates
seit dem 29. 06. 2011 (Mitglied des Verwaltungsrates
seit dem 21. 06. 2011)

Frau Iris Lübke, Referats­
leiterin, Ministerium
des Innern und für Kommunales des Landes
Branden­burg (Mitglied
des Verwaltungsrates seit
dem 01. 09. 2012)

Der Verwaltungsrat hat sich im Laufe des Jahres
2014 regelmäßig über den Arbeitsstand und die
Arbeitsschwerpunkte in den Tätigkeitsbereichen
des AfS unterrichten lassen.

Neben der Erledigung der Aufgaben im Tätigkeitsfeld Amtliche Statistik hatten die Unterstützungsleistungen für die Wahl- und Abstimmungsleiter
der Länder Berlin und Brandenburg für das AfS
hohe Priorität.
Im Jahr 2014 waren in Berlin der Volksentscheid
„Über den Erhalt des Tempelhofer Feldes“, in beiden
Ländern die Europawahlen und in Brandenburg die
Kommunal- und die Landtagswahl zu unterstützen.

Der Verwaltungsrat dankt dem Vorstand für die
gute Zusammenarbeit und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg für ihre Arbeit.

Anhang | Bericht des Verwaltungsrates

eingehender Prüfung und gründlicher Aussprache
wurden der Jahresabschluss zum 31. 12. 2014 und der
Lagebericht vom Verwaltungsrat festgestellt und
der Vorstand für das Geschäftsjahr 2014 entlastet.

Berlin, den 25. Juni 2015

Kurt Kliem
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Der Verwaltungsrat

Frau Dr. Maria Abel,
Leiterin der Abteilung VD
Senatsverwaltung für
Finanzen des Landes Berlin
(Mitglied des Verwaltungsrates seit dem 10. 12. 2013)

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

27

	

Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

… in Zahlen	

31. 12. 2014 31. 12. 2013
Anzahl der Beschäftigten
im Jahresdurchschnitt

461

485

Weiblich

359

376

Männlich

103

109

Umsatzerlöse in 1 000 Euro

283

241

Sonstige betriebliche Erträge
in 1 000 Euro

33 053

34 600

Personalkosten in 1 000 Euro

24 489

24 597

30

29

Dezentrale Bundesstatistiken

209

209

darunter Bundesstatistiken
aufgrund von EU-Gesetzen

96

96

Koordinierte Länderstatistiken

16

14

Sonstige Statistiken

39

42

Anzahl der Online-Statistiken

76

82

ca. 278

ca. 270

Anzahl der Abonnenten
des Newsletters für
Statistische Berichte

987

974

Anzahl der verschiedenen
Online-Tabellen

130

167

Anzahl der Abonnenten
des Newsletters für
Online-Tabellen

227

206

Anzahl der Pressemitteilungen

359

363

1 546

1 453

29

31

Anzahl der
Servicevereinbarungen

Anzahl der verschiedenen
Statistischen Berichte

Anzahl der Abonnenten
des Newsletters für
Pressemitteilungen
Anzahl der
parlamentarischen Anfragen
Anzahl der Kolloquien
Investitionen in 1 000 Euro
Jahresüberschuss/Jahresverlust
in 1 000 Euro
Bilanzsumme in 1 000 Euro

28

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | Geschäftsbericht 2014

4

9

58

53

69

1 169

8 402

10 690

Abkürzungsverzeichnis
AfS 	
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
AG	Arbeitsgruppe
AG ZPD 	
Arbeitsgruppe „Zentrale Produktion und Datenhaltung“
BIP	Bruttoinlandsprodukt
BSI	
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
CPU	
Central Processing Unit
DOI	
Deutschland-Online Infrastruktur
DV	Datenverarbeitung
EUR	Euro
Eurostat 	
Statistisches Amt der Europäischen Union
HGB	Handelsgesetzbuch
HGrG	Haushaltsgrundsätzegesetz
IDW	
Institut der Wirtschaftsprüfer
IT	Informationstechnik
ITDZ	
Berlin Informationstechnik-Dienstleistungszentrum Berlin
KAZSTAT	
Kazakhstan: Strengthening the National Statistical System
KSWD	
Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten
LA OPTIKO	
Lenkungsausschuss „Optimierte Kooperation“
MASF	
Ministerium für Arbeit, Soziales und Frauen
Mill. 	
Millionen
Mrd. 	
Milliarden
NUTS	
Nomenclature des unités territorales statistiques
PC 	
Personal Computer
Pkw 	
Personenkraftwagen
RatSWD 	
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten
StatIS-BBB 	
Statistisches Informationssystem Berlin-Brandenburg
StBA 	
Statistisches Bundesamt
StLÄ 	
Statistische Landesämter
VGR	
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
ZD	
Zentrale Datenhaltung

Bildnachweis
Seite 26, 27		 alle privat
Alle anderen Fotos stammen aus dem Bildarchiv des AfS.

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Behlertstraße 3 a
14467 Potsdam
www.statistik-berlin-brandenburg.de

Geschäftsbericht 2014
        
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