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Full text: Newsletter Issue 39.2009

Zentrum für Antisemitismusforschung
Nr. 39 NEWSLETTER September 2009

Erfolgreiche vierte Sommeruniversität
Etwa 150 Teilnehmer besuchten die vierte Sommeruniversität des Zentrums für Antisemitismusforschung vom 7. Bis 9. September in der Technischen Universität Berlin, die sich diesmal mit dem Themenkomplex „Extremismus oder gesellschaftliche Mitte? Dimensionen und Erscheinungsformen des aktuellen Antisemitismus“ beschäftigte und von der Hans-Böckler-Stiftung sowie dem Bündnis für Demokratie und Toleranz gefördert wurde. Wie jedes Jahr bot die dreitägige Veranstaltung eine Mischung aus wissenschaftlichen Vorträgen und Workshops, die einen praktischen Bezug zu den verschiedenen Themenkomplexen herstellten. Wolfgang Benz gab einen Überblick über die „Alltägliche Feindschaft gegen Juden und Israel“, Juliane Wetzel zeigte, wie Israel in den deutschen Medien präsentiert wird und die „Bilder vom Krieg“ zu Stereotypisierungen führen können, der Politikwissenschaftler Martin Kloke beleuchtete den „Antisemitismus in der linken Szene“, Richard Stöss, Parteienforscher an der FU Berlin, thematisierte den „Antisemitismus in rechtsextremen Parteien der Bundesrepublik“, Samuel Salzborn, Institut für Politikwissenschaft der Universität Gießen, beschäftigte sich mit der „Politischen Theorie des Antisemitismus“, Eva Leuschner und Robert Beyer, beide tätig im Forschungsprojekt „Ihr seid keine Deutschen, geht nach Israel!“an der Universität Jena, gaben „Einsichten in das Alltagsphänomen Antisemitismus aus kognitionslinguistischer Perspektive“, Barbara Schäuble vom Institut für Sozialpädagogik und Soziologie der Lebensalter der Universität Kassel fasste die Ergebnisse ihrer langjährigen Studien zu „Antisemitischen Deutungsmustern unter Jugendlichen“ zusammen und Werner Bergmann referierte über den „Antisemitismus heute – eine „neue Unübersichtlichkeit“. In den Workshops wurden Best-Practice Projekte gegen Antisemitismus vorgestellt, Formen von Antisemitismus und Israelhass unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund analysiert sowie über den Zugang von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zur Geschichte des Holocaust gearbeitet. Darüber hinaus wurden Antisemitismus und rechtsextreme Subkultur am Beispiel rechtsextremer Musik anhand von Fallbeispielen sowie Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit im Fußball ebenso erörtert, wie der Revisionismus und die Marginalisierung des Holocaust. Der Workshop zum Thema Homosexuellenfeindschaft und Antisemitismus bot einen geschichtlichen Überblick über die Entstehung und Tradierung homophober Vorurteile, thematisierte aktuelle Stereotype und versuchte, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Antisemitismus und Homosexuellenfeindschaft zu ergründen. Eine andere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Verhältnis von Antiziganismus und Antisemitismus und der Frage, in wieweit Antisemitismus tatsächlich als eine Art Vergleichsfolie für Antiziganismus dienen kann. In der Arbeitsgruppe „Deutsch-polnische Gespräche über Antisemitismus und Holocaust“ ging es um aktuelle Debatten und eine Sensibilisierung für nationale Befindlichkeiten und die Wahrnehmung unterschiedlicher Perspektiven. Die Vergangenheit beeinflusst das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen immer noch nachhaltig. Wenn sich Deutsche und Polen zu den Themen Holocaust und Antisemitismus austauschen, erschweren häufig Missverständnisse, stereotype Vor-

2 stellungen vom Anderen und fehlendes Hintergrundwissen über nationale Diskurse die Verständigung. Der Workshop „Der Friedensfürst der Bestsellerlisten: Bernhard Schlink“ schließlich beleuchtete aus literaturwissenschaftlicher Perspektive die Stereotypisierung des vermeintlich deutschen „Schicksals“ anhand des häufig als Schullektüre gepriesenen Romans „Der Vorleser“ und weiterer Romane von Bernhard Schlink. Zum Abschluss der Sommeruniversität diskutierten die ehemalige FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher, der Antisemitismusforscher Werner Bergmann, der Herausgeber der „Tribüne“ Otto Romberg und der Rundfunkjournalist Alfred Eichhorn zum Thema 60 Jahre Bundesrepublik – Traditionen des Antisemitismus über die Aktualität des Antisemitismus heute, über politische Strategien und den antizionismus als Staatsdoktrin in der ehemaligen DDR.

Gewalt zwischen den Generationen
In Kooperation zwischen dem Berliner Arbeitskreis für Beziehungsanalyse und dem Zentrum für Antisemitismusforschung fand am 25. und 26. September 2009 in der TU Berlin eine Tagung statt, die dem Problem „Gewalt zwischen den Generationen“ gewidmet war. Gegenstand der interdisziplinären Veranstaltung, die sich an Psychologen, Psychotherapeuten, Ärzte, Sozialarbeiter, Pädagogen richtete, war die Frage nach den strukturell wirksamen, gesellschaftlichen Zusammenhängen von Gewalt, nach den Einflüssen von bewussten und unbewussten Tradierungen, Idealen, Idealisierungen und Leitbildern. Diese sind unvermeidlich verknüpft mit den Mustern von Entwertung und mit Versagensängsten, die von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden. Hier sind Ursachen der Gewalt zu finden, die alltäglich stattfindet und alle erschreckt. Die Tagung sollte dazu beitragen, interdisziplinäre Einsichten zu gewinnen durch historische und sozialwissenschaftliche Ansätze in Verbindung mit Beiträgen aus psychotherapeutischer Praxis, dargeboten von Psychoanalytikern und Psychologen. In Vorträgen und Seminaren kamen Probleme zur Sprache wie die Angst vor Jugendgewalt (Peter Widmann, ZFA), beziehungsanalytische Arbeit mit Sexualstraftätern (Stefan Postpischil, München), Gewalttaten als unbewusste szenische Wiederholungen von Konflikten zwischen den Generationen (Ute Benz, BAB Berlin), der Einfluss elterlicher Phantasien (Christine Maihorn und Peter Ellesat, Berlin) oder die Erfahrung ideologisch motivierter Gewalt am Beispiel Überlebender nationalsozialistischer Verfolgung (Barbara Distel, München). Das Interesse, auch der Medien (ARD), war aus thematischen und tagesaktuellen Gründen außerordentlich groß. Die Ergebnisse der Tagung werden in einem Buch Niederschlag finden, das unter dem Titel „Gewalt zwischen den Generationen“ Anfang 2010 im Metropol Verlag erscheinen wird. Wolfgang Benz

Vorurteile in der Kinder- und Jugendliteratur Eine Tagung im Literaturhaus Berlin 11./12. Dezember 2009
Häufig greifen Lehrer auf „alt-bewährte“ Schullektüren zurück, wenn sie das Thema Nationalsozialismus oder Diskriminierung von Minderheiten im Unterricht behandeln. „Damals war es Friedrich“ von Hans Peter Richter oder Wolfdietrich Schnurres Geschichte „Jenö war mein Freund“ sind nur zwei Beispiele aus einer ganzen Reihe von Lektüren, die Stereotype und Klischees tradieren. Die Tagung thematisiert den Umgang mit Nationalsozialismus und Holocaust sowie von Minderheiten im Lesestoff junger Menschen. Auf dem Programm stehen u.a. Beiträge zur prägenden Wirkung des Bildes von „Fremden“ und dem Schema Gut und Böse im Märchen, zur Ausgrenzung von

3 Sinti und Roma, zur Homosexualität sowie zu klischeehaften Darstellungen des Orients und der Orientalen. Ein detailliertes Programm sowie die genaue zeitliche Abfolge werden demnächst noch bekannt gegeben, bzw. in nächster Zeit auf unserer Homepage zu finden sein.

NEUERSCHEINUNGEN

Auftrag Demokratie Die Gründungsgeschichte der Bundesrepublik und die Entstehung der DDR 1945–1949

Die Gründung der Bundesrepublik und der DDR in den Jahren 1945 bis 1949 ist von Mythen überwuchert, die Erinnerung an den Untergang der DDR verdeckt zunehmend die dramatische Entwicklung, aus der Bundesrepublik und DDR hervorgingen. Demokratie in Deutschland zu gründen war Ziel der Alliierten und Auftrag an die Deutschen nach dem Zusammenbruch des NSRegimes. Während der Weststaat die Konturen einer parlamentarischen Demokratie annahm, entwickelte sich die Sowjetische Besatzungszone nach den Vorgaben aus Moskau zwangsläufig zum „antifaschistisch-demokratischen“ Gegenmodell. Die große Studie des Historikers Wolfgang Benz beschreibt die Entstehungsbedingungen der beiden Staatsgründungen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Neubaus im Rahmen alliierter und deutscher Politik. Ziel und Absicht ist es, durch die Darstellung historischer Ereignisse und Entwicklungen Mythen zu zerstören. Ein Standardwerk zur Vorgeschichte der beiden deutschen Staaten. Wolfgang Benz, Auftrag Demokratie. Die Gründungsgeschichte der Bundesrepublik und die Entstehung der DDR 1945–1949, Berlin 2009 (Metropol Verlag, € 29,90)

Lebenszeugnisse im Literaturforum
Zum 150. Mal: Einladung ins Brecht-Haus Am 22. Oktober 2009 begrüßt Wolfgang Benz den 150. Gast in der Reihe „Lebenszeugnisse“: Der ehemalige Justizminister Brandenburgs Hans-Otto Bräutigam wird sein Buch „Ständige Vertretung - Meine Jahre in Ost-Berlin“ vorstellen, in dem er seine Erfahrungen als Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR schildert. Im Oktober 1994 fand die erste Lesung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lebenszeugnisse“ statt. Die Gesprächsreihe mit Zeitzeugen ist eine gemeinsame Veranstaltung des Zentrums für Antisemitismusforschung und des Literaturforums im Brecht-Haus. Vorgestellt werden – durch Lesungen, im Gespräch und in der Diskussion – Biographien mit zeitgeschichtlichem Bezug. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Themen Verfolgung, Widerstand und Exil während der NS-Zeit sowie die Folgen des Nationalsozialismus in beiden deutschen Staaten. Präsentiert wurden in den letzten 15 Jahren gleichermaßen die Lebenserinnerungen von Schriftstellern, die das Erlebte literarisch verarbeitet haben – wie der ungarische Literaturnobelpreisträger Imre Kertész – oder Erinnerungsberichte von Politikern, wie dem polnischen Außenmi-

4 nister a. D. Władysław Bartoszewski, der seine Erlebnisse in einer Versöhnungsschrift niedergelegt hat. Neben solch prominenten Persönlichkeiten waren in der Reihe „Lebenszeugnisse“ aber vor allem auch jene Männer und Frauen zu Gast, die mit der Erzählung ihrer Schicksale aus unterschiedlichster Perspektive ein Schlaglicht auf die Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts geworfen haben. Das Programm wurde bereichert durch Lebensgeschichten von Personen, deren Verfolgung in der kollektiven Erinnerung der Bundesrepublik marginalisiert ist, wie dem Sinto Hugo Höllenreiner, der als Kind mit seiner Familie nach Auschwitz deportiert wurde und dort dem KZ-Arzt Josef Mengele zum Opfer fiel oder Gert Schramm, der als Afrodeutscher Häftling im KZ Buchenwald war. Vorgestellt wurden aber auch Menschen, deren Biographien maßgeblich beeinflusst wurden durch ihre schmerzliche Familiengeschichte, die sie zwar nicht selbst als Zeitzeugen erlebt haben – als Kinder bzw. Enkel von Opfern aber auch von Tätern wurden sie dennoch von ihr geprägt. Zu ihnen zählt beispielsweise die Sängerin Marianne Rosenberg, deren Vater Otto Rosenberg von den Nationalsozialisten als „Zigeuner“ verfolgt wurde oder die Publizistin Alexandra Senfft, deren Großvater Hanns Ludin während des Zweiten Weltkrieges für die Deportation der Juden aus der Slowakei verantwortlich zeichnete und 1947 als Kriegsverbrecher hingerichtet wurde. Ein besonderes Augenmerk lag in den vergangenen 15 Jahren auch auf den Erinnerungen an die ehemalige DDR. Zu den Gästen, die diesen Teil deutscher Geschichte reflektierten, gehörten unter anderem die Dissidentin und Filmemacherin Freya Klier und der Historiker Hermann Weber, der nach 1990 die Archive der Parteien und Massenorganisationen der DDR für die Forschung gerettet hat. Die vielstimmige Reihe quer durch alle Genres und Kulturen, mit literarisch anerkannten Texten aber auch mit Geschichten, die sonst unerzählt geblieben wären, erfreut sich seit 15 Jahren des Interesses eines großen Publikums. „Ständige Vertretung – Meine Jahre in Ost-Berlin“ Wolfgang Benz im Gespräch mit Hans Otto Bräutigam Hans Otto Bräutigam wurde 1931 in Völklingen an der Saar geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der Promotion arbeitete er ab 1962 im Bonner Auswärtigen Amt, dann im Bundeskanzleramt und wurde von 1982 bis 1989 als Staatssekretär Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR. Nach einer kurzen Zeit als deutscher UN-Botschafter in New York (1989/90) holte ihn Manfred Stolpe als Minister für Justiz, Bundesund Europaangelegenheiten nach Brandenburg, wo er bis 1999 tätig war. Er lebt heute in Berlin. Fast sein ganzes Berufsleben stand im Zeichen der deutschen Teilung. In den sehr persönlichen Erinnerungen Bräutigams spiegelt sich ein wichtiges Kapitel deutscher Zeitgeschichte: von den Anfängen der Ständigen Vertretung über die Vertreibung Reiner Kunzes aus der DDR und die Biermann-Krise bis hin zu den zuweilen schwierigen Verhandlungen mit der eigenen Regierung. Hans Otto Bräutigam liefert in seinen Memoiren ein eindringliches Zeugnis vom zähen Ringen um das deutsch-deutsche Verhältnis. Hans Otto Bräutigam, Ständige Vertretung. Meine Jahre in Ost-Berlin, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2009. Zeit: 22. Oktober 2009, 20.00 Uhr Ort: Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestr. 125, 10115 Berlin, U-Bahnhof Zinnowitzer Str. oder Oranienburger Tor

5 „Das Schicksalsschiff: Rio de Janeiro - Lissabon - New York 1942“ Wolfgang Benz im Gespräch mit Rosine De Dijn Die Serpa Pinto war im Jahr 1942 auf der schicksalhaften Route Rio de Janeiro – Lissabon – New York unterwegs. Die Passagiere an Bord des Schiffes von Kapitän Americo Dos Santos hätten unterschiedlicher nicht sein können. Auf dem Weg von Südamerika nach Lissabon brachte die Serpa Pinto sogenannte Auslandsdeutsche, die in den Jahren der Inflation und Wirtschaftskrise nach Brasilien ausgewandert waren, »heim ins Reich«, wo sie für Hitler in den Krieg ziehen wollten. Die Fahrt von Rio nach Lissabon war eine Luxusfahrt verglichen mit der Atlantiküberquerung in umgekehrter Richtung von Lissabon nach New York. Jetzt wurde die Serpa Pinto zur letzten Zuflucht für Hunderte von Flüchtlingen, die Europa über das neutrale Portugal verließen. Die Geschichte der Serpa Pinto zeigt – quasi in einem Mikrokosmos – die Dramen des Zweiten Weltkriegs: die Fanatisierung für den Nationalsozialismus auf der einen Seite, die so weit ging, dass man die sichere Heimat Brasilien verließ und ins kriegsgeschüttelte Europa aufbrach. Auf der anderen Seite aber Menschen, die ihre Heimat unwiderruflich verloren und zu Flüchtlingen wurden. Rosine De Dijn, geboren 1941 in Flandern, lebt seit 1966 als freie Journalistin in der Nähe von Köln. Sie hat zahlreiche Beiträge für den belgischen Rundfunk, für flämische Zeitungen und deutsche Zeitschriften verfasst. Rosine De Dijn, Das Schicksalsschiff, Rio de Janeiro - Lissabon - New York 1942, Deutsche Verlags Anstalt, München 2009. Zeit: 24. November 2009, 20.00 Uhr Ort: Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestr. 125, 10115 Berlin, U-Bahnhof Zinnowitzer Str. oder Oranienburger Tor

„Kalungas Kind - Wie die DDR mein Leben rettete“ Wolfgang Benz im Gespräch mit Stefanie-Lahya Aukongo 1978, Ostberlin: Ein kleines Mädchen kommt schwer verletzt zur Welt. Ihre Mutter wurde in den Bürgerkriegswirren Namibias angeschossen und im Zuge einer staatlichen Solidaritätsaktion in die DDR ausgeflogen. Eine Berliner Familie nimmt das halbseitig gelähmte Kind in ihre Obhut und pflegt es liebevoll. Aber nach einem Jahr endet die staatliche Solidarität: Stefanie muss zusammen mit ihrer Mutter zurück nach Afrika – in den Bürgerkrieg. Doch ihre Pflegefamilie weiß: Sie wird dort nicht überleben – und lehnt sich gegen den Staatsapparat auf, um sie ein zweites Mal zu retten. Stefanie-Lahya Aukongo, Jahrgang 1978, reiste als 14-Jährige auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter wieder nach Namibia. In ihrer Autobiographie schreibt sie über ihre Kindheit in der DDR, ihre Suche nach Heimat sowie über ihre Erfahrung, ein Mensch zwischen den Kulturen zu sein. Sie lebt heute in Berlin, wo sie gerade ein Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht absolviert hat. Stefanie-Lahya Aukongo, Kalungas Kind. Wie die DDR mein Leben rettete, Rowohlt Verlag, Hamburg 2009. Zeit: 17. Dezember 2009, 20.00 Uhr Ort: Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestr. 125, 10115 Berlin, U-Bahnhof Zinnowitzer Str. oder Oranienburger Tor

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„Als Kind im KZ - Die Aufzeichnungen von Heinrich Demerer“ Wolfgang Benz im Gespräch mit Verena Walter Die Aufzeichnungen Heinrich Demerers, 2007 durch Zufall im Bundesarchiv Ludwigsburg von der Historikerin und Soziologin Verena Walter entdeckt, sind ein seltenes Zeugnis über die Jahre der Verfolgung und die KZ-Haft aus der Perspektive eines jüdischen Jungen, der sich an seine Kindheit in Polen und das Ghetto in Sosnowiec erinnert. Im Sommer 1943 wird er einer der jüngsten Häftlinge des Lagers Blechhammer, sein Vater Karl ist dort Lagerältester. Beide überleben bei Kriegsende mehrere Todesmärsche. Die Besonderheit der Erinnerungen liegt in ihrer kinderspezifischen Sichtweise auf das Geschehen, jedoch ist ihr Entstehungskontext bislang noch nicht geklärt. Vermutlich plante Demerer die Veröffentlichung seiner Erinnerungen – bevor er dieses Vorhaben umsetzen konnte, kam er aber zu einem unbekannten Zeitpunkt bei einem Motorradunfall in Israel ums Leben. Die Herausgeberin Verena Walter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung. Sie hat mit einer Arbeit über das Überleben von Kindern und Jugendlichen in den NS-Konzentrationslagern Sachsenhausen, Auschwitz und Bergen-Belsen promoviert. Heinrich Demerer, Als Kind im KZ, hrsg. v. Verena Walter, Metropol Verlag, Berlin 2009. Zeit: 21. Januar 2010, 20.00 Uhr Ort: Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestr. 125, 10115 Berlin, U-Bahnhof Zinnowitzer Str. oder Oranienburger Tor

IMPRESSUM Verantwortlich: Prof. Dr. Wolfgang Benz Redaktion: Dr. Juliane Wetzel Adresse: Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin Ernst-Reuter-Platz 7, 9. OG. D-10587 Berlin Tel: (030) 314-21397 bzw. (030) 314-23154 Fax: (030) 314-21136 http://www.tu-berlin.de/~zfa (http://zfa.kgw.tu-berlin.de/index.htm) e-mail: wetz0154@mailbox.TU-Berlin.de Abdruck gegen Belegexemplar
        
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