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Full text: Der BVGer online in der Ver.di Issue 4.2012, Ausg.01

BVGer online  4.Jahrgang  1.Ausgabe  Januar 2012

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BVGer

Der

in der

die Internetzeitung für die Mitarbeiter im Nahverkehr in Berlin und Brandenburg

4. Jahrgang - 1. Ausgabe - Januar 2012 Infos rund um den Nahverkehr, aus dem Fachbereich und aus der Gewerkschaftswelt

Foto: A. Weber

Ein bisschen Winter im Schwarzwald
Ein Kollege im Daimler-Benz Gelenkbus auf einem Betriebshof der Freiburger Verkehrsbetriebe

„Der BVGer online“ ist ein Informationsblatt des Fachbereich Verkehr Berlin-Brandenburg der Gewerkschaft ver.di Herausgeber: Landesbezirksfachbereich Verkehr, Köpenicker Str. 30, 10179 Berlin, http://verkehr.bb.verdi.de/der_bvger

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EDITORIAL

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Es geht ums Geld. Genauer gesagt um die diesjährigen Lohntarifverhandlungen. Da dies immer ein sensibles Thema ist und man im Verlauf der einzelnen Verhandlungsrunden schnell den Überblick über den aktuellen Stand und die Hintergründe verliert, haben wir diese Ausgabe besonders diesem Punkt gewidmet und euch alle offiziellen Verlautbarungen abgedruckt. Sicher wird der ein, oder andere nicht zufrieden sein mit der ver.di Forderung und erst recht nicht mit dem vorläufigen Arbeitgeberangebot. Alles wird für jeden teurer und mindestens ein aktueller Inflationsausgleich muss schon dabei rum kommen. Damit sieht es aber wohl mal wieder schlecht aus, wenn man den Stand der Dinge so von außen betrachtet. Die Arbeitgeberfront hat sich auf im Mittel 1% pro Jahr eingeschossen. Wenn wir mehr erstreiten, wird es dem Betrieb halt woanders wieder weg genommen. Nullsummenspiel nennt sich das so verharmlosend. Bevor man aber über große Streikaktionen nachdenkt, muss man sich auch erst mal Gedanken über die Streikbereitschaft machen. Und, wie sieht die vor dem Hintergrund, dass vielleicht wohl nur kleine Werte hinter dem Komma zu erstreiten sind, aus? Schwierige Verhandlungen in schwiegen Zeiten stehen zu befürchten. Es wird sicher um jedes Prozentchen gerungen werden müssen. In diesem Sinne - viel Freude beim Lesen wünscht … Gerd Freitag von der BVGer-online Redaktion

Inhalt diesmal: Seite 2 Seite 3 Seite 4 Seite 5 Seite 6 Seite 8 Seite 8 Seite 9 Seite 10 Seite 11/12 Seite 13 Seite 14/15 Seite 16

Editorial Tarifinfo 2 – ver.di Tarifinfo 3 – ver.di Info der Tarifkommission - ver.di Leserbrief zu den aktuellen Tarifverhandlungen – Bernd Rothe EVG warnt vor S-Bahn Teilausschreibung – Aus der Presse Zur Fahrradprüfung angemeldet - Uwe Nitzgen Glosse – Frank Latuschek BVG-Frauen im Aufwind – Gesamtfrauenvertretung Milliarden Rettungsschirme für die Banken – Gotthard Krupp Tanzen für Jedermann – Bahnhofskasse, Heise / Herrmann Termine / Adressen In eigener Sache, Impressum

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Leserbrief
Hallo, jetzt beginnen wieder Tarifverhandlungen und das ist für mich seit Jahren immer wieder ein Anlass darüber nachzudenken, ob ich bei Verdi noch richtig bin. Erstens sieht man seit Jahren wie wir hier nur hingehalten werden, eine Lohnsteigerung haben wir seit vielen Jahren nicht gehabt, da das wenige was rauf gekommen ist an vielen Ecken wieder abgezogen nur unsere Leistung im Fahrdienst bei der BVG wird immer weiter gesteigert und ein gleicher Lohn für gleiche Arbeit, das ist nicht einmal bei uns in einem Betrieb angedacht; haben wir auch den TV-N der für alle gilt, verdienen wir trotzdem alle verschieden und das bei gleicher Arbeit. Was fordern wir? Einen Inflationsausgleich! Bei den früheren Verhandlungen wurde immer davon ausgegangen, wenn wir die Hälfte von dem was wir fordern auch bekommen, dann ist es gut und bei der Inflation die 2011 mit 2,3% lag muss ich mit 1,2% rechnen? Und was heißt das mit der Vorteilsreglung für Verdimitglieder, das ist doch ein Witz; man Denke doch nur an den letzten Versuch mit eine Stundengutschrift, die dann am Ende nicht nur Verdi Mitglieder sondern alle Arbeitnehmer ob nun gewerkschaftlich organisiert oder nicht bekommen haben. Es wäre schön wenn sie sich dieses Thema mal annehmen, denn das brennt nicht nur mir auf den Nägeln. Mit freundlichen Grüßen Bernd Rothe

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Aus der Presse:

S-Bahn Berlin: EVG warnt vor Teilausschreibung - S-Bahn ist keine Spielmasse für Wettbewerbspoker
Die EVG hat den Berliner Senat erneut vor einer Teilausschreibung der Berliner S-Bahn gewarnt. "Die S-Bahn ist ein Verkehrsmittel und keine Spielmasse für einen Wettbewerbspoker", sagte EVG-Vorstandsmitglied Reiner Bieck. Eine Teilausschreibung würde im Endeffekt "die Zerschlagung eines Verkehrssystems bedeuten". "Es ist nicht ersichtlich, was durch eine Teilausschreibung besser werden soll - weder für die Kunden noch für die Beschäftigten", so Bieck weiter. Die Berliner S-Bahn sei technisch "ein Verkehrsmittel aus einem Guss und muss deshalb auch aus einer Hand betrieben werden." Nur so könne die S-Bahn wieder ihre Funktion erfüllen, "das Rückgrat für den öffentlichen Verkehr in der Metropolregion Berlin zu sein." "Es sind vor allem die Bahner selbst, die in den vergangenen Monaten alles dafür getan haben, dass die S-Bahn aus der Krise kommt", so der Gewerkschafter. So hätten die Beschäftigten in den Werkstätten mit Hochdruck und in zahlreichen Sonderschichten dafür gearbeitet, dass wieder mehr Wagen zur Verfügung stehen. Die Lokführer seien permanent im Einsatz "und die Mitarbeiter auf den Bahnhöfen sind oft genug Prellbock für die Kunden gewesen. Es wäre ein Schlag ins Gesicht dieser Beschäftigten, wenn man jetzt ihre Arbeitsplätze einem falsch verstandenen Wettbewerbsdenken opfert."
EVG = Eisenbahn-Verkehrs-Gewerkschaft (Red.)

Zur Fahrradprüfung angemeldet…
Im profil_12 kündigt der Vorstand an, dass die BVG Dienst-Fahrräder für kurze Wege von „Dienststelle“ zu „Dienststelle“ anschaffen will. Wenn man die Nachricht hört, ergibt sich die Frage, dass für ca. 12.000er BVGer/innen die Zahl der anzuschaffenden Fahrräder groß sein muss. Für den Vorstand empfehlen sich Tandems. Die Vorstandsfahrer sollten im Vorfeld zu einer Fahrradprüfung angemeldet werden. Wenn Führungskräfte im größten ÖPNVUnternehmen in Deutschland die Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommen und sich jetzt noch Fahrräder beschaffen wollen, drängt sich der Eindruck auf, dass sie dienstlich und privat nur am Individualverkehr teilnehmen. Das verstärkt den Eindruck, dass sie nicht wissen und nicht wissen wollen, was die Kunden der BVG und die Fahrdienstmitarbeiter/innen in U-Bahn, Straßenbahn und Omnibus täglich zu „bewältigen“ haben. Die Erwartungshaltung der Fahrdienstmitarbeiter/innen ist hier, dass Führungskräfte - im dienstlichen wie im privaten - das ÖPNV-Angebot nutzen. So könnten Sie miterleben, was es bedeutet, wenn Haltestellen zugeparkt sind, Busspuren blockiert sind, Ampelbevorrechtigungen nicht funktionieren etc.
Uwe N. „Der BVGer online“ ist ein Informationsblatt des Fachbereich Verkehr Berlin-Brandenburg der Gewerkschaft ver.di Herausgeber: Landesbezirksfachbereich Verkehr, Köpenicker Str. 30, 10179 Berlin, http://verkehr.bb.verdi.de/der_bvger

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Glosse
Es wird einmal…
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland lud anlässlich eines Wirtschaftstreffens in Berlin den Präsidenten von Birmenistan, eines der emporstrebenden Schwellenländer, ein, sich einen der wirtschaftlich arbeitenden Betriebe im ÖPNV anzusehen. Man verabredete sich die Berliner BVG anzusehen! Zum Termin kamen der Wirtschaftsminister und 2 Staatssekretäre. Da in Berlin schon mehrfach Staatsgäste mehrere Stunden nach der Landung ziellos umherirrten, hatte man einen Lotsen zum Großflughafen nach Schönefeld geschickt, um die Gäste nicht wieder durch die Polizei suchen lassen zu müssen. Der Lotse wurde während der Fahrt in die Stadt von den Gästen gefragt, wann man denn den ersten dieser BVGer begrüßen könne. Der Lotse bat um etwas Geduld. Ca. 1½h nach Abfahrt von BER würde man im Headquarter der BVG ankommen und dort gäbe es dann auch richtige BVGer. Etwas befremdet sahen die Gäste von ihrem Vorhaben, ein Gespräch an einer Entstelle mit den Busfahrern zu führen, ab. Merkwürdig, an jedem Bus stand der Name einer anderen Firma dran. Wie es manchmal bei Homo-Sapiens, die den ganzen Tag so alleine vor sich hin arbeiten üblich ist, plauderte der Lotse etwas aus dem Nähkästchen. Man hätte also zur Verbesserung der Sicherheitslage im BVG HQ die Anzahl der Videokameras verzehnfacht. Da das mit exorbitanten Kosten verbunden ist und die Überwachung mit sehr viel Manpower geführt werden muss, hatte man die Auswertung der Life-Bilder einem eigens neu gegründeten Video-Center übergeben. Mit der Übertragung der Bilder nach Kalkutta via Internet habe man manchmal Probleme. Auch käme der gelegentlich nötige Anruf bei der Polizei und Feuerwehr etwas spät, aber sonst sei es sehr rentabel. Allerdings würde die Wirtschaftlichkeit leider etwas durch die erforderlichen Deutschkurse für die Call-Centermitarbeiter in Aruba, den Caiman Inseln und eben Kalkutta geschmälert. Man hatte es schon ohne diese Kurse versucht, doch Polizei und Feuerwehr verstanden dann nichts.“ Die Gäste hörten aufmerksam zu. Der Lotse bat vielmals um Entschuldigung, da die Liftanlage leider defekt sei, der NotfallMonteur käme gleich morgen Mittag mit der ersten Maschine aus Burkina Faso. Bis dahin müsse man die Treppe benutzen. Als man nun das 12. Stockwerk erreicht hatte, fragte der eine Gast, wann man denn nun endlich BVGern begegnen würde. Auf dem beschwerlichen Aufstieg zum Obergeschoss hatte er kein einziges BVG-Büro gesehen. An jeder Bürotür stand ein anderer Firmenname. Der Lotse zog den Kopf ein und zögerte mit der Antwort. Er erklärte, dass man um die Effizienz zu erhöhen jedes Büro einzeln outgesourced hätte und nun nur noch 1-Frau und 1-Mann Bürodienstleistungsfirmen hier tätig sind. Auch beim Gang von Trias A nach Trias C wirkten die Gäste etwas verstört. Sie hatten im Hause des größten Verkehrsbetrieb Deutschlands noch keinen einzigen Mitarbeiter des Betriebs gesehen. Als sich nun eine letzte den Gang versperrende Tür öffnete, wurden sie freundlich von vielen Menschen in schwarzer Kleidung begrüßt. Irritiert fragten sie den Lotsen, wer das denn sei und warum alle Trauerkleidung getragen werden würden. Etwas konsterniert stellte sich ein Mann als Vorsitzender des Aufsichtsrats vor. Er lobte die enormen Einsparungspotentiale und die wohl sehr gelungenen Synergie-Effekte. Man habe u.a. das gleiche Einkaufssystem, wie die Rikschabetriebe in Hanoi. Auch habe man keine Schwierigkeiten mit Personalräten.

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Es gäbe schlicht keine mehr. Denn alle BVGer, die es noch gäbe, seien nur noch die Mitglieder des Aufsichtsrats. Somit seien die allmonatlichen Erhöhungen der Bezüge nun endlich auch kein Problem mehr.

Wer soll denn gegen solch ein Management sein? Da schreckte ich schweißgebadet hoch. War es nun ein Traum, oder schon die Wirklichkeit? Wir werden es erleben.

***
„BVG-Frauen im Aufwind“
Um diese These zu beweisen, laden wir euch zu unserer 13. Frauenvollversammlung ein. Sie findet am 08.März 2012 statt. Beginn ist um 08:00 Uhr, der Einlass ab 07:30 Uhr. Veranstaltungsort ist das Kino CineMaxX am Postdamer Platz. Wir planen eine Rückschau auf die Erfolge der frauenpolitischen Arbeit in unserem Unternehmen und einen Ausblick in die Zukunft aller BVG-Frauen. Und nicht nur auf der Bühne, auch auf der Gästeliste tummeln sich bekannte Rednerinnen und Redner. Gespannt könnt ihr den Rechenschaftsbericht aller Frauenvertreterinnen erwarten, so wie die Stellungnahmen unserer Vorstände und Dienststellenleitungen. Und natürlich berichten wir euch von den aktuellen Projekten und unseren vielfältigen Aktivitäten. Das Foyer wird, wie gewohnt, als Informationsplattform genutzt und in der Pause stehen Euch die Frauenvertreterinnen bei Kaffee und Tee für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Seid neugierig, kommt zu unserer Versammlung! Eure Frauenvertreterinnen

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halten ihre Hartz IV-Bezüge weiter, haben also nicht einmal einen Ein-Euro-Job. Michael Dutschke verdeutlichte u.a., dass die Bankenkrise die Arbeitsplätze der Kolleginnen und Kollegen bedroht. In den Banken selber wird der Druck auf die Belegschaften massiv erhöht. Notlagentarifverträge können drohen. Die Gewinne sollen auf Kosten der Belegschaften gesichert bleiben! Axel Tröster-Grönig schilderte ein EUProjekt, durch das im Rahmen der EU die Arbeitnehmerrechte im Wissenschaftsbetrieb auf EU-Ebene verbessert werden sollten. Es wurde deutlich, dass die Arbeitnehmerrechte bei den EU-Richtlinien in letzter Zeit auf der Strecke bleiben. Empfehlungen zum Wohle der arbeitenden Menschen werden von der Bundesregierung nicht beschlossen – Vorteile für die Unternehmen werden sofort übernommen. Liberalisierung und Privatisierungen zerschlagen Belegschaften und gewerkschaftliche Strukturen. Die Eurokrise werde in ganz Europa weitgehend auf dem Rücken der arbeitenden Menschen ausgetragen, stellte Astrid Westhoff an Hand dieser Beispiele fest. In der sich anschließenden Diskussion wurde Gotthard Krupp zunächst gefragt, warum die Berliner Delegierten auf dem ver.di-Bundeskongress die Forderung nach dem Austritt Deutschlands aus dem EuroPlus-Pakt vertreten hätten? Die Rettungsschirme, wie z.B. der EFSF, leiten Milliarden staatlicher Gelder an die Banken und Investitionsfonds, während der Euro-Plus-Pakt definiert, wer zahlt: den Arbeitnehmern und Völkern werden harte Sparprogramme diktiert, wie Privatisierungen oder auch die Zerschlagung der Tarifverträge. So sah sich z.B. Griechenland gezwungen, alle Tarifverträge in der privaten Wirtschaft aufzuheben. Auch in anderen Beiträgen wurde die Bedeutung des ver.di-Beschlusses betont, mit

Milliarden Rettungsschirme für die Banken – Sparmaßnahmen für die Völker und Arbeitnehmer Vor welchen Herausforderungen stehen die Gewerkschaften? „Wie können wir für ein Europa der Arbeitnehmer und für ein solidarisches Europa streiten?“ Unter diesem Titel veranstaltete der Bezirksvorstand Berlin am 19. Januar 2012 gemeinsam mit seinem Arbeitskreis Europa eine gut besuchte und prominent besetzte Berliner Runde. In ihrer Einführung stellte Astrid Westhoff die Arbeit des Arbeitskreises Europas in ver.di Berlin vor. Ziel der Veranstaltung sei es zu zeigen, welche Erfahrungen die Arbeitnehmer mit dem Europa der EU machen. Kollege Andre Fernitz beschrieb eindrucksvoll die Folgen der von der EURichtlinie vorgeschriebenen Liberalisierung für die Bodenverkehrsdienste am Flughafen. Er berichtete, dass die Kollegen in Berlin seit Jahren gegen die Verschlechterung bestehender Tarifverträge und die massive Ausweitung von Leiharbeit mit entwürdigenden Niedriglöhnen kämpfen. Im Sicherheitsbereich würden Erwerbslose als Praktikanten eingesetzt – in angeblichen Weiterbildungsmaßnahmen; sie er-

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dem ausdrücklich die Rücknahme der Spar - und Sozialkahlschlagprogramme, die mit der Gewährung der Hilfsgelder über den EFSF verbunden waren, gefordert wurde. Wir sind mit „einem Klassenkampf von oben“ konfrontiert“, erklärte Dierk Hirschel und betonte, dass die Sparprogramme gegen Griechenland „kontraproduktiv“ seien, dadurch treibe das Land in eine immer tiefere Krise. Die Gewerkschaften setzen sich deshalb für einen „Marschallplan“ ein. Es sei falsch, zu behaupten, die Griechen, Spanier . . ., hätten über ihre Verhältnisse gelebt hätten und dafür sollten sie jetzt zahlen. Kontrovers wurde die Frage diskutiert, ob es das Ja zu den Rettungsschirmen, wie z. B. den EFSF, zu dem die Vorsitzenden der DGB-Gewerkschaften die Bundestagsabgeordneten aufgerufen haben, ein Ja zu den Spardiktaten gewesen sei. Dierk Hirschel vertrat die Meinung, dass die Stabilisierung der Banken durch die Rettungspakete alternativlos gewesen sei, wenn man keine Katastrophe provozieren wollte. Er wandte sich gegen das Argument, dass die Rettungsschirme an die Spardiktate gebunden seien. Es würden lediglich „strenge Auflagen“ gefordert und dass könnten auch andere Maßnahmen als Sparprogramme sein, z.B. in der Steuerpolitik. Ein Kollege widersprach, dass doch in der Realität die Hilfsgelder an die drastischen Sparauflagen gebunden seien, deren Durchführung dann die „Troika“ kontrolliere, wie in Griechenland. Die Perspektive eines solidarischen Europa steht in direktem Widerspruch zur heutigen EU. Das Prinzip des „unverfälschten Wettbewerbs“ treibt die Arbeitnehmer in einen erbarmungslosen Dumpingwettbewerb gegeneinander. Die Zerschlagung der gewerkschaftlichen Flächentarifverträge, mit denen die Arbeitnehmer in den Ländern der EU konfrontiert sind und die die EuGH-Urteile diktieren, können wir nicht akzeptieren, ebenso wenig wie Richtlinien, die z.B. im Namen des Wettbewerbs

die Liquidierung der Öffentlichen Daseinsvorsorge vorschreiben, wie das Beispiel der Bodenverkehrsdienste zeige. Die Teilnehmer begrüßten mit großem Beifall die Ankündigung, dass Kollege Tremper für den Bezirksvorstand Berlin eine Protestnote den griechischen Ministerpräsidenten und den Arbeitsminister abgeschickt habe, um die Aufhebung der Strafverfahren zu verlangen, die gegen die griechischen Gewerkschaftskollegen verhängt wurden, weil sie das Elektrizitätswerk besetzt haben, um die Stromabschaltung für Arbeitnehmerfamilien zu verhindern. Das ist ein konkretes Beispiel der Gewerkschaften für ein solidarisches Europa. Eine Kollegin berichtete, dass die EU neue Richtlinien für das Vergabeverfahren plane, damit endlich mit dem „Sozialklimbim“ in den Vergabegesetzen - wie in Berlin aufgeräumt werden könne. Es sei vor allem die Bundesregierung, die dabei federführend ist. Astrid Westhoff stellte zum Schluss die vom Bezirksvorstand Berlin geplante Fahrt nach Brüssel vor, bei der ver.di-Kollegen die Parlamentarier des EU-Parlaments mit ihren Problemen und Fragen konfrontieren werden. Neben den schon genannten Beispielen werden noch weitere formuliert. Die Veranstaltung zeigt, dass diese Diskussion bei den Kolleginnen und Kollegen auf großes Interesse stößt und unbedingt in der Gewerkschaft fortgesetzt werden sollte. Alle Kolleginnen und Kollegen wurden eingeladen, an der Arbeit des AK Europa für ein solidarisches Europa zu beteiligen. Gotthard Krupp, AK Europa in der ver.di, Bezirk Berlin, Kontakt: bz.berlin@verdi.de: Betreff AK Europa Die Informationen des AK Europa sind zu finden unter: http://berlin.verdi.de/positionen/ak-europa

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Wir gratulieren zum 25jährigen Dienstjubiläum

Januar 2012
Große, Marlies Weickardt, Frank-Michael Specht, Michaela Kempf, Rainer Lüder, Ute Pahs, Harald Helentz, Thomas Kinzel, Barbara PM-PD 3 PM-Mag.net FI-IT 4 VBU-B 2 PM-BA VBS-F/Li VBU-B 3 VBO-I/L-F

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Der GPR informiert
Rentenberatung 2012
beim Gesamtpersonalrat
Wie in den Jahren zuvor können sich BVGer/innen zu Fragen der gesetzlichen Rentenversicherung beraten lassen, u. a. zu folgenden Themen: • • • • • Klärung und Nachweise rentenrechtlicher Zeiten Entgegennahme von Anträgen auf Kontenklärung Auskünfte zu Renteninformationen und Rentenauskünften Klärung von Rentenansprüchen (Rentenbeginn, Rentenhöhe) Informationen und Beratung zu Neuregelungen in der gesetzlichen Rentenversicherung • Informationen zur Altersvorsorge („ Tipps zur Riester-Rente") • Entgegennahme von vollständig ausgefüllten Rentenanträgen Neu ab 2012: • Information und Beratung zur medizinischen Rehabilitation (Kur) und beruflichen Rehabilitation Als Ansprechpartner stehen Mitarbeiter/innen der Deutschen Rentenversicherung bereit. Die Termine für das Jahr 2012 stehen fest und finden wie gewohnt in den Räumen des GPR, TRIAS, Turm C, 7. Etage statt: 15. 16. 15. 28. Februar 2012 Mai 2012 August 2012 November 2012

Es ist unbedingt erforderlich, sich unter Nennung der Sozialversicherungsnummer anzumelden.

Die Termine können Sie telefonisch mit dem Büro des Gesamtpersonalrats der BVG, Tel. 256-27880 vereinbaren. Sollten Sie den bereits vereinbarten Termin nicht wahrnehmen können, so bitten wir unbedingt um telefonische Rückmeldung.
Redaktion: Der Vorstand des Gesamtpersonalrates der BVG AöR

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Besondere Beratungsangebote im ver.di-Haus des Bezirk Berlin, Köpenicker Str. 30, 10179 Berlin
Stand: Mai 2011

Rechtsschutz Arbeits-, Sozial-, Verkehrsrecht
telefonische Terminvereinbarung: Tel.: 030/8866-5077/88 Montag – Donnerstag von 09.00 bis 16.00 Uhr Freitag von 09.00 bis 13.00 Uhr

Konflikt- und Mobbingberatung
Zu den Leistungen des Beratungsteams gehören z.B.: - Situationsanalyse - Konflikt-/Krisenbewältigung - ohne Terminvereinbarung in 2011: 16.08./20.09./18.10./15.11./20.12. von 17.00 – 19.00 Uhr im ver.di-Haus, Erdgeschoss (E 10) - oder per Mail: konfliktberatung@verdi-Berlin.de

Lohnsteuerberatung
telefonische Terminvereinbarung Tel.: 030/8866-4343 (von 08.00 bis 13.00 Uhr)

VBL- und Rentenberatung
jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat telefonische Terminvereinbarung Tel.: 030/8866-5103 (von 08.00 bis 13.00 Uhr)

Schwerbehindertenberatung
jeden 3. Donnerstag im Monat ohne Terminvereinbarung von 15.00 bis 17.00 Uhr

Erwerbslosenberatung
Mittwochs, von 16.00 bis 18.00 Uhr ohne Terminvereinbarung im Raum Z.09 (Zwischengeschoss)

Mieterberatung
Der Deutsche Mieterbund e.V. (DMB) bietet allen ver.di-Mitgliedern eine telefonische Mietrechtsberatung an. Montag – Dienstag von 12.00 bis 14.00 Uhr Donnerstag von 18.00 bis 20.00 Uhr Tel.: 030/2232373 Mitgliedsausweis bereithalten

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Zum Bestellen bitte an: bvger-online-exclusiv-subscribe@lists.verdi.de Weiter Angaben sind nicht nötig. Ein Betreff ist nicht notwendig. Zum Abbestellen ebenfalls an: bvger-online-exclusiv-unsubscribe@lists.verdi.de Bei BVG-Emailadressen funktioniert eine Anmeldung nur bei …@bvg.de. Bei …@berlin.bvg.de besteht keine Möglichkeit.

***
Liebe Leserinnen und Leser, wer schon immer mal was schreiben wollte und dies allen kundtun will, kann dies an unsere Redaktion ab sofort über folgende Mail-Adresse tun: Redaktion-bvger-online@verdi.org Über Hinweise, Verbesserungen, Vorschläge, Leserbriefe (auch von außerhalb der BVG und BT) usw. würden wir uns freuen. Die Bearbeitung wird dann zeitnah erfolgen. Da wir alle ehrenamtlich arbeiten, kann es schon mal etwas länger dauern. Wir bitten um Geduld. Die Mitglieder der Redaktion des „BVGer online“

I m pr essum : „Der BVGer online" ist das kostenlose Informationsblatt des Landesbezirksfachbereich Verkehr Berlin-Brandenburg der Gewerkschaft ver.di, Köpenicker Str. 30, 10179 Berlin. Verantwortlich für den Inhalt: Jens Gröger; Redaktion: Gerd Freitag, Henry Schulz, Michele De Filippo, Rainer Döring. Technische Betreuung der Ausgabe, des Mailservers und des Internetauftritts: Frank Latuschek und Andere Mitteilungen an: Fax: 030/8866-5940 oder Redaktion-bvger-online@verdi.org Mit Namen gekennzeichnete Artikel stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Die Redaktion behält sich vor, eingehende Artikel gegebenenfalls zu kürzen. Für unverlangt eingesandte Artikel kann keine Haftung übernommen werden. Bilder: Durch das Einsenden an die Redaktion des -- BVGer online -- erklärt der Absender sämtliche Rechte an dem Bild zu besitzen. Er erteilt der Redaktion alle Rechte zu jeder Veröffentlichung. Ein Entgelt wird nicht bezahlt

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